Ring von Kafrene

[Ring von Kafrene - Kafrene-Raumstation - Markt - Duke, Bane]

Nach dem Pumpkin auf die übliche logische, einfache und vor allem langweilige, Art einer künstlichen Intelligenz einen minutiös ausgearbeiteten Plan herunter geleiert hatte, trennten sie sich um Informationen zu sammeln. Der Markt war belebt, wie nicht anders zu erwarten war, und Duke hatte extreme Mühe in der Menge vorwärts zu kommen. Bane hatte keine Schwierigkeiten. Auch wenn er oft auffiel, seine Größe und sein massiger Körperbau waren eben auch ein Vorteil.

Sie hielten die Augen offen und sondierten die Menge während sie sich ihren Weg bahnten. Die vielen Eindrücke an Gerüchen und Geräuschen waren für Bane schwierig zu differenzieren. Er hatte leider auch keinen blassen Dunst wonach er suchen sollte. Nicht einmal der Geruch von Angst war etwas besonderes hier. Ständig wurde jemand bedroht oder ausgeraubt oder erpresst.
Nach dem sie nun ein Weile fruchtlos durch die Menge gestapft waren machte Duke einen Vorschlag. Eine Kneipe aufsuchen. Als neue Richtung hatte er sich die wohl dunkelste Gasse des ganzen Marktplatzes ausgesucht. Es konnte nicht schaden.


"Ich sage, lass uns gehen. Alle mal besser als das hier."

Und Bane stapfte los. Dieses mal ging er voran, walzte eine Schneise in die Menge damit Duke ihm problemlos folgen konnte.

[Ring von Kafrene - Kafrene-Raumstation - Markt, Dunkle Seitengasse - Duke, Bane]
 
[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith

Es war wie ein Rausch, ein Kick der jegliche Gehirnfunktionen freischaltete die vorher geschlafen hatten. Ihr schossen tausend Sachen durch den Kopf die sie im liebsten in Worte gefasst hätte doch dafür war an sich kaum Zeit, es könnte Stunden dauern das alles irgendwie zu formulieren oder zu Papier zu bringen. Keiner schien wirklich zu erkennen in welcher Situation sie sich gerade befanden! Wenn sie hier nicht runter kam war Moore am Arsch! Und wenn Moore am Arsch war, die vielleicht als einzige wirklich erfasst hatte was Kafrene seinen Status in der Galaxie verschafft hatte. Einer der Neulinge echaufierte sich derweil über irgendwas... wie lange war sie überhaupt außer Gefecht gesetzt gewesen? Keine halbe Stunde wie es schien, schon eigenartig... hatte sich eher wie Stunden angefühlt. Viel zu spät, gefangen durch den Strudel in ihrem ganzen Sein, bemerkte die Sephi das der Söldner näher gekommen war, ungewöhnlich nahe und als sie seine Kalte Stimme hörte schrillten automatisch alle Alarmglocken! Verdammte Scheiße, dafür hatten sie jetzt keine Zeit, dieser Mensch wusste doch garnicht worauf.. Moment? Geheimdienst? Der Kerl war vom NRGD? OK, versuch dich zu sammeln, eine Organisation wie diese auf der eigenen Seite zu haben konnte das Ruder hier vielleicht drehen, aber der Lieutenant Commander, wenn er denn wirklich einer war, musste erstmal verstehen was hier vor sich ging und...

Der Schmerz bohrte sich langsam in ihr Gehirn, begleitet von einem flüstern und einem rufen, wie ein unangenehmer Sog. Trallok holte zum Gegenschlag aus und Moore hatte keine Ahnung ob und wie lange sie sich überhaupt gegen eine KI solcher Komplexität wehren konnte, sie überrascht das ihr Gehirn bisher so gut mitgespielt hatte, wobei sie derzeit ja schon irgendwie verrückt, nein eher ihrem eigenen Ich entrückt, war.

"Ok, Lieutenant Commander Duval, klingt eh besser als... wie war noch gleich der Name? Daranis? Ihnen alles zu erklären würde viel zu lange dauern und sie würden es wahrscheinlich eh nicht begreifen. Verdammt... konzentrieren..."

Moore atmete nochmal tief durch und versuchte zum selbst von Nani zurück zu kehren während sie ihre Stimme erneut senkte.

"Ich würde ihnen nicht raten mich umzubringen auch wenn sie mir damit wahrscheinlich einen großen Gefallen tun würden. Es ist Trallok, diese ganze Station, wahrscheinlich sogar dieses ganze Asteroidenfeld. Anders kann ich es kaum erklären, ich weiß nicht was sie hierher geführt hat aber wir müssen von dieser Station runter! ICH muss von dieser Station runter! Aber nicht einfach so, es gibt einen Mandalorianer der uns wahrscheinlich hier herausholen kann, aber der ist unterwegs zum Erzengel und... Moment."

Sie musste gegen die Stimme in ihrem Kopf anarbeiten und ein paar mal tief durchatmen so als ob sie Leistungssport betrieb.

"Ich weiß nicht weshalb sie hier sind aber wenn es Trallok auf sie abgesehen hat kann ich ihnen vielleicht helfen. Bringen sie mich ins Sicherheitscenter, ich sorge dafür das Trallok uns nicht folgen kann... vorerst... wir brauchen Verbündete und Mister Reth und ich haben einen Partner hier..."

[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith
 
[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Datenarchiv | Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore, NSC

Das scharfe Trümmerstück mochte nur eine überaus behelfsmäßige Waffe sein, aber das improvisierte Messer in der Hand zu halten war für Arkadi sehr hilfreich, um wieder ein gewisses Maß an Kontrolle über die Situation zu erlangen und zu beeinflussen, was geschah. Zu vieles war während der Mission auf der Raumstation bereits nicht nach Plan verlaufen, eine Beleidigung für den professionellen Stolz des erfahrenen Agenten, und er würde nicht zulassen, dass er als Gefangener der „Königin“ von Kafrene enden würde. Es musste einen Weg geben, dieses Datenarchiv, das als sein Gefängnis und das seines Teams fungierte, wieder zu verlassen. Gleichgültig, wie mächtig und intelligent seine Gegnerin auch war, jedes Gefängnis hatte irgendeine Schwachstelle, einen Fehler, den man ausnutzen konnte, um zu entkommen. Der blonde Mann hatte ein ganzes Team unter seinem Kommando, darunter eine Jedi und eine Formwandlerin, mit diesen Ressourcen musste es doch möglich sein, etwas zu erreichen. Und mit dem Erwachen der weißhaarigen Sephi (Moore), die offenbar über eine Reihe ungewöhnlicher Fähigkeiten verfügte und es irgendwie geschafft hatte, die Sicherheitssysteme in diesem Raum zu deaktivieren, hatte eine weitere Akteurin die Bühne betreten. Schwer zu sagen, ob sie Verbündete oder Feind war, solange der ehemalige Soldat das nicht besser einschätzen konnte, würde er ganz sicher kein unnötiges Risiko eingehen, unauffällig war er so nah wie möglich an die Frau herangetreten und hielt sie mit seiner improvisierten Stichwaffe in Schach. Wenn nötig konnte er ohne Zögern oder Zweifel zustechen und die Slicerin n zu einem schnellen, schmerzhaften Tod verdammen, eine beruhigende Aussicht. Auf dieser Raumstation gab es keine Unschuldigen, sofern es solche überhaupt geben konnte, davon war Arkadi überzeugt, höchste Vorsicht war mehr als angebracht. Seine kühlen blauen Augen ruhten prüfend auf der Nichtmenschin, hielten Ausschau nach dem kleinsten Anzeichen von Verrat oder Gefahr, tatsächlich wirkte die attraktive Weißhaarige allerdings viel zu verwirrt und beschäftigt, um irgendeine Bedrohung für ihn oder sein Team sein zu können. Vielleicht eine sorgfältig vorgetäuschte Schwäche, um den NRGD-Trupp in Sicherheit zu wiegen, aber soweit Arkadi es beurteilen konnte, wirkten die Abwesenheit und Sorge der Slicerin genuin, sie hatte Angst. Vor was oder vor wem? Trallok? Es dauerte einen Moment, bis die Sephi ihre Stimme wiederfand und gänzlich zu erfassen schien, was der Agent gesagt hatte, sie akzeptierte die Erklärung, dass er ein Lieutenant Commander des Geheimdiensts war, fügte aber im selben Atemzug hinzu, dass eine Erklärung zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde und der blonde Mensch vermutlich nicht begreifen würde, um was es ging. Falls sie ihn damit beleidigen oder provozieren wollte, ging das ins Leere, aber Arkadi hatte eher den Eindruck, dass sie es tatsächlich vollkommen ernst meinte. Vor ihm stand eine Frau, die auf der Flucht war vor etwas, das ihr furchtbare Angst machte und sie zwang, ihre ganze Konzentration aufzuwenden, sie musste sich selbst ermahnen, fokussiert zu bleiben. Also nickte Arkadi bloß und zog sein improvisiertes Messer ein wenig zurück, um sie zumindest in dieser Hinsicht zu beruhigen.


„Also gut. Fangen wir mit Grundlagen an, wie heißen Sie? Vorerst genügt das.“


Gab er knapp zurück und suchte ihren Blick, als die Weißhaarige mehrmals laut ein- und ausatmete und dann noch leiser sprach, als hätte sie Angst, jemand könnte selbst ihr Flüstern noch hören. Weitere Sicherheitssysteme, die noch aktiv waren? Fast ein wenig trocken klang es, als die Slicerin ihm dazu riet, sie nicht zu töten, auch wenn er ihr damit einen Gefallen tun würde. Eine seltsame Aussage, die den Agenten nachdenklich stimmte. Wenn Lebewesen eher bereit waren, den Tod zu akzeptieren als etwas anderes, dann war dies in der Regel schrecklich, Folter, Verrat, Sklaverei. Wovor hatte diese Frau (Moore) solche Angst? Die Antwort folgte beinah auf dem Fuße. Arianna Trallok. Die Verbrecherfürstin sorgte ohne Zweifel für Einschüchterung und Sorge, aber eine derartige Panik, da musste mehr dahinterstecken als die Befürchtung, den Zorn einer Kriminellen auf sich zu ziehen. Fragend wölbte der blonde Mann eine Augenbraue, als die Sephi düster davon sprach, dass „es“ die ganze Station war und sie unbedingt von hier weg musste. Was meinte sie damit? Ein prüfender Blick ließ Arkadi zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Nichtmenschin nicht auf Drogen zu sein schien und sie machte nicht den Eindruck, als wäre sie verrückt. Aber Trallok machte ihr Angst, existentielle Angst. Arkadi musste an die Reaktionen von Faith während des Gesprächs mit der „Königin“ denken, an den Schrecken in den Augen der jungen Jedi und das unheimliche Selbstbewusstsein dieser Kriminellen, die selbst ein Team des NRGD wie lästige Insekten behandelt hatte. Was, wenn Arianna Trallok mehr war als eine überaus intelligente und skrupellose Kriminelle? Was, wenn sie nicht einmal ein Mensch war? Ihr Aussehen mochte in dieser Hinsicht irreführend sein, es gab eine Reihe von Spezies, die ihr Erscheinungsbild verändern konnten. Und dann diese hochmoderne Technologie im Datenarchiv, es handelte sich um Ausrüstung, die sich vor der des Geheimdiensts nicht verstecken musste. Viel zu fortschrittlich für eine schlichte Verbrecherin. Was, wenn...war das möglich? Der Gedanke war abwegig, aber vielleicht...Er brauchte Antworten. Sofort. Die Sephi hatte eine Möglichkeit zur Flucht ins Spiel gebracht, einen Mandalorianer (Ral) auf der Suche nach dem berühmten „Erzengel“. Eine Chance, den Vigilanten und sein Team zu retten, das konnte sich Arkadi nicht entgehen lassen, und so nickte er knapp. Offenbar hatte die Slicerin einen Plan, sie wollte ins Sicherheitscenter und versprach dafür zu sorgen, dass die Herrin der Station sie nicht verfolgen konnte. Einen Moment hielt Arkadi inne, starrte die Weißhaarige wachsam an, dann nickte er, seine kühle, glatte Stimme war professionell und hochkonzentriert.


„Ich helfe Ihnen, von der Station zu fliehen. Wenn Sie mir Zugang zur Langstreckenkommunikation verschaffen können, ist es mir möglich, Verstärkung anzufordern und Ihre Evakuierung in sicheres Gebiet zu veranlassen. Aber vorher muss ich wissen, mit was wir es zu tun haben. Warum haben Sie solche Angst vor Trallok? Und sagen Sie mir die ganze Wahrheit, sonst ist unsere Kooperation gestorben. Ich werde kein Scheitern riskieren, weil Sie mir Informationen über die...Art der Bedrohung vorenthalten, verstehen Sie das?“


Eine kurze Pause und ein Seitenblick zu seinem Team, dann nahm Arkadi sein improvisiertes Messer gänzlich weg und versteckte es im Ärmel.


„Das Sicherheitscenter, wie kommen wir dort hin?“


Es war zu hoffen, dass ihnen keine kleine Armee im Weg stehen würde, ohne Waffen und ohne Unterstützung würde ein Kampf nicht zu ihren Gunsten ausgehen, gleichgültig, was für Tricks die Sephi vorweisen konnte. Und da war dieses nagende Gefühl, dass sie beobachtet wurden, von etwas kaltem und gefährlichen, das nur darauf lauerte, sie in die Hände zu bekommen.


[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Datenarchiv | Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore, NSC
 
[Ring von Kafrene - Asteroidenfeld - Helyme - Gänge] Ral und diverse NSCs

Bisher hatte Rals Taktik eigentlich ganz gut funktioniert, die Crimson-Söldner waren dem Manöver gefolgt und hatten ihnen bisher kaum noch Ärger bereitet. Während also die Mannschaft von Captain Flint ihr Rückzugsgefecht führte, preschten die Verteidiger nach vorne und die Reste ließen sich von Ral, Slin und ihren Zwei Begleitern leicht ausschalten. Die Pläne erstreckten fast wie vor Rals geistigem Auge und gleich hinter der nächsten Ecke erwartete sie auch gleich der Vertraute Anblick einer Cantina... die jedoch weit entfernt davon war verlassen zu sein. Zwei Schüsse aus dem schweren 9117er beförderten den ersten überraschten Söldner zu den Ahnen, der Rest jedoch ging zum Angriff über, allen voran eine Frau (Larina) die mit harter Hand und ohne zu zögern einen der beiden Jawas mit einem Tritt fast schon durch den Raum fliegen ließ und sich danach Ral zuwandte.

Sie war schnell, ohne Frage eine gute Kämpferin, aber etwas an ihr war anders. Sie war unbalanciert, nicht körperlich sondern geistig, technisch beinahe untadelig aber seelisch verworren und verschwommen. Ein Kampf fand nicht nur auf körperlicher Ebene sondern auch auf der geistigen Ebene statt. Ein Fakt der dem Alten Mann bereits seit seiner Geburt eingetrichtert wurde. Man musste zuerst mit sich selbst im Reinen sein bevor man in den Kampf zog, ein geistiges Ungleichgewicht zerstört das Körperliche, im Gegensatz zur umgekehrten Richtung war dieses Ziel in manchen Lebenslage garnicht so einfach zu erreichen und wenn man es selber durchgemacht hatte, etwas das auf Ral gleich mehrmals zutraf, erkannte man diese Art der inneren Zerrissenheit. Noch immer angeknackst durch die Schockwelle des Detonators bekam Ral die ersten Messerhiebe nur knapp von sich abgelenkt und wurde so in die Defensive gedrängt. Die anderen entwaffneten derweil die restlichen Söldner, keine unnötigen Verluste und Gefangene waren vielleicht im Archiv noch von Nutzen...

Erst zwei Schläge, dann prasselte eine Tritt Kombination auf Ral wieder. Ein Ausfallschritt nach hinten baute wieder ein wenig Distanz zwischen ihnen auf und der Mandalorianer hatte sich genug herum schubsen lassen. Als die Söldnerin erneut zum Angriff ansetzte, duckte sich Ral weg, machte einen Schritt zur Seite und knallte der Frau seine Faust durch eine Lücke seitlich gegen den Kopf, was sie straucheln ließ und ihre Deckung weit genug für einen geraden Schlag ins Gesicht öffnete. Ohne zu zögern hieb Ral seiner Gegnerin also mit seinem Crushgaunt ins Gesicht und nockte sie damit aus. Der Kampf war vorbei. Mit der bewusstlosen hatten sie vier potentielle Gefangene und zwei Tote Söldner. Slin hatte eine mächtige Wunde in der Seite und einer der Jawas schien tot zu sein. Während der andere sich um Slins Wunde kümmerte, machte sich Ral daran die Sprengsätze vorzubereiten um endlich an die gewollten Daten zu gelangen.


[Ring von Kafrene - Asteroidenfeld - Helyme - Cantina] Ral und diverse NSCs
 
[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith

Ihre Existenz schien ein einziger Kampf zu sein, ein Kampf dagegen sich diesem flüstern, anders ließ es sich kaum beschreiben, hinzugeben. Eine Versuchung die wirklich süß war, die eine Erweiterung ihres Horizonts darstellte wie man es sich kaum vorstellen konnte. Dieses Gefühl lockte mit Wissen und einer unbegrenzten Macht die man mit niemandem teilen musste, mit der Sicherheit der Unsterblichkeit. Dagegen wisperte ihr Verstand... niemand teilte solche Dinge freiwillig, wenn man Teil eines ganzen wurde war das Einzelne unwichtig, sie würde ihre Freiheit aufgeben, sie würde sich selbst aufgeben, nicht mehr existieren und dennoch existieren, ein unmöglicher gar unnatürlicher Dualismus. Duval fragte nach ihrem Namen und mit einem Mal war Moore in einer Zwickmühle denn jetzt gerade wusste sie selber nicht so ganz genau wer sie eigentlich war... war sie Nani, eine Slicerin in den Diensten der Black Sun die wenig bis gar keine Regeln und Grenzen kannte, war sie Jarael Nim, eine Professorin, Imperiale Beamtin und selbsternanntes Computergenie, war sie Raleen Edessa von Perelyan, eine Adelstochter von Thustra die sich immer gwünscht hatte aus diesem Leben auszubrechen, oder war sie Moore, eine über allem schwebende digitale Identität, skrupellos und genauso flüchtig wie greifbar... wie benebelt wechselte ihr selbst durch all diese Stadien ihres seins und wieder musste sie mit gezieltem atmen versuchen eine Lücke in all dem Wirrwarr ihrer Gedanken zu finden. Mit glasigem Blick schaute sie schließlich den Republikanischen Agenten an und brachte dann auch mit relativ fester Stimme eine Antwort hervor.

"Nani. Ich heiße Nani und das ist alles was ich ihnen bezüglich meiner Wenigkeit sagen werde."

Es galt einen kontrollierten Ausweg aus dieser ganzen Situation zu finden. Sie hatte Arianna im Nacken und zwar wortwörtlich, sie konnte nicht noch den Geheimdienst oder einen Mandalorianer auf einer, so schien es ihr zumindest, privaten Vendetta gebrauchen, der wahrscheinlich sauer war, weil ihn eine angeheuerte Söldnerin im Zweifel verarscht hatte. Sie mussten also hier raus... zunächst aus dem Archiv was eher ein Raum für eine kontrollierte Überwachung war, danach von der Station runter und nie wieder einen Fuß in diesen Teil der Galaxis setzen... Was die Bedrohung war? Plötzlich war Moore sich da garnicht mehr so sicher. Arianna Trallok war die Bedrohung aber trotz aller Bemühungen konnte sich Moore garnicht genau erklären was Arianna war, sie wusste das sie es eigentlich wusste aber es war als könnte sie sich nur schemenhaft daran erinnern. Die Königin von Kafrene war kein Lebewesen wie man es sich zunächst vorstellte, dennoch war sie lebendig. Auf eine andere Art und Weise als der Normale diesen Begriff verstand, sie war wie Moore, vielleicht sogar etwas mehr als dass, sie war synthetisch eine Art KI die sich ihrer eigenen Existenz nicht nur bewusst war sondern auch das Verlangen hatte zu Leben, zu wachsen, sich fortzupflanzen... deshalb wollte sie Raleens Körper! Die Erkenntnis traf die Sephi etwas unerwartet und sie würde sich hüten dem Agenten auch nur im entferntesten Anlass dazu zu geben zu glauben das ihr ableben die bessere Entscheidung war.

"Wenn ich Zugriff auf das Kommunikationssystem habe, dann sollte ich ihnen eine sichere Verbindung schaffen können zumindest zum Teil. Warum ich Angst habe werden sie kaum begreifen können, belassen sie es einfach bei dieser Erklärung. Ich kann ihnen nicht erst die Grundlagen der Computertechnik beibringen damit sie wirklich begreifen welche Art von Schaden dieses Wesen bei mir anrichten kann. Arianna Trallok ist nicht was sie zu sein scheint, sie ist kein Mensch auch wenn sie wie einer aussieht und Teile von ihr sind definitiv synthetischen Ursprungs. Können wir jetzt gehen?"

Als sich der Agent langsam entspannte, führte das auch bei Moore zu einer Senkung des Stresspegels, also los! Weg hier!

"Ok hören sie ich kann uns die Tür öffnen aber ich glaube kaum das uns die Typen davor einfach laufen lassen werden. Wir nehmen den Gang nach links, die vierte Tür auf der Linken Seite ist der Fahrstuhl für die Zwischenebenen, 7 Stockwerke über uns ist das Zentrum der Station, dort finden wir auch die Systemzentralen, hoffentlich schaffen wir es bis dahin bevor Trallok merkt worauf wir hinaus wollen. Wir werden nicht allzu viel Zeit haben, ich kann uns nur mit Mühe vor ihrem Blick verbergen und sobald wir durch die Tür sind wird es nicht lange dauern bis sie meine Art der Täuschung durchschaut hat."

Ein tiefes luftholen und Moore schloss die Augen, suchte die Türsteuerung mit ihrem Geist und fummelte daran herum, bis sie nach einer quälend langen Minute sicher war den Code zur Öffnung in der Hand zu halten.

"Bereit?"

Ohne abzuwarten aktivierte sie die Tür und diese schwang auf, die Wachen drehten sich in einem irren Tempo und mit leicht perplexen Gesichtern um als die Republikaner zum Angriff übergingen.

[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith
 
[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Datenarchiv | Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore (alias Nani), NSC

Arkadi hatte keine Skrupel, was die Wahl seiner Verbündeten anging, wenn sich die Sephi (Moore) als kooperativ und nützlich erweisen sollte, würde er mit ihr zusammenarbeiten, um seine Mission abzuschließen und von der Station zu entkommen. Für einen Mann in seinem Beruf gab es nur Ressourcen, die entweder genutzt wurden oder nicht. Ob es Schurken oder Heiligen waren, Kriminelle, Überläufer, Deserteure, Verräter, Söldner, Slicer, Hasardeure und Halunken, spielte dabei aus moralischer Sicht keine Rolle. Skrupel waren ein Luxus für Lebewesen, die wohlbehütet und unwissend sicher in ihren Betten schlafen konnten, weil es Agenten wie ihn gab, die sich für sie die Hände schmutzig machten und taten, was getan werden musste. Das war seine Verpflichtung, seine Aufgabe, sein Lebenszweck, und niemand würde ihn daran hindern, seine Pflicht zu tun. Nicht einmal eine Verbrecherkönigin, die glaubte, sie wäre unantastbar und könne ein Team des NRGD ohne Konsequenzen eliminieren. Für ihre Arroganz würde Arianna Trallok bezahlen, und dieser Gedanke verschaffte dem blonden Mann eine kühle, grimmige Genugtuung, bevor er sich wieder ganz auf die Probleme konzentrierte, mit denen er sich konfrontiert sah. Für den Moment musste der ehemalige Soldat einen Weg finden, das abgeriegelte Datenarchiv zu verlassen, und dafür braucht er die Hilfe der mysteriösen Slicerin. Dafür, dass sie noch vor kurzem ohnmächtig auf dem Boden gelegen hatte, hielt sich die weißhaarige Nichtmenschin mittlerweile recht gut, aber Arkadi konnte noch immer Verwirrung und Unsicherheit in ihren glasigen Augen sehen, und ihre Angst ist nicht weniger geworden. Die Slicerin war auf der Flucht, mental wie körperlich, wie ein Bantha, das wusste, dass ein Krayt-Drache seine Witterung aufgenommen hatte und immer näher kam. An ihrer Motivation, möglichst schnell die Station zu verlassen und den Fängen ihrer „Königin“ zu entkommen, hatte Arkadi keine Zweifel, und wenn der Ausfall der Sicherheitssysteme im Archiv tatsächlich ihr Werk war, verfügte sie über beeindruckende Fähigkeiten, die er dringend brauchte. Es sprach vieles für ein Zweckbündnis mit dieser Frau, aber das war für den Agenten kein Grund, sein Misstrauen abzulegen. In einer Welt des Verrats und Betrugs war Paranoia keine Krankheit, sondern eine gesunde Einstellung, nach dieser Maxime handelte der blonde Mensch und war damit bis jetzt erfolgreich gewesen. Bevor er sich auf irgendeine Kooperation einließ, wollte er wissen, mit wem er es zu tun hatte und warum sie solche Angst vor Arianna Trallok hatte. Es dauerte eine Weile, bis sich die Sephi zu einer Antwort durchrang, ihr Blick schien durch den Agenten durchzugehen, als würde sie jemanden – oder etwas – anderen dabei ansehen, aber immerhin war ihre Stimme fester als zuvor, ruhiger und abgeklärter. Nani hieß die Weißhaarige nach eigenem Bekunden, und mehr als ihren Namen wollte sie nicht verraten. Nachvollziehbar, auch wenn die blauen Augen des Geheimdienstlers ein wenig schmaler wurden. Der Name war nichtssagend genug, um entweder echt oder ein gut gewähltes Alias zu sein, eine Frage, die zumindest jetzt aber von untergeordneter Bedeutung war.


„Mehr brauche ich derzeit nicht.“


Gab Arkadi nach einer kurzen Pause zurück und nickte kühl, seine glatte, ruhige Stimme ließ keine Rückschlüsse darauf zu, für wie glaubwürdig er die Slicerin tatsächlich hielt. Vertrauen war jedoch derzeit weniger wichtig als Informationen, die düsteren, panischen Andeutungen von Nani genügten dem Agenten nicht, er wollte konkret wissen, welche Gefahr von Arianna Trallok ausging. Wenn man etwas bekämpfen musste, dann war es unerlässlich, die Art der Bedrohung zu kennen, zu wissen, welche Stärken und Schwächen der Gegner hatte. Und diese Sephi wusste etwas, etwas, das ihr Blut zu Eis gefrieren ließ und sie dazu antrieb, so viel Abstand wie nur irgendwie möglich zwischen sich und die „Königin“ zu bringen.

Aber was genau machte die Verbrecherin so gefährlich? Die ganze Station „sei“ sie, hatte die Slicerin geradezu ehrfürchtig geflüstert, und Arkadi hatte das Gefühl, dass damit nicht bloß Wachen und Sicherheitssysteme gemeint waren. Hier ging es um mehr, weitaus mehr. Nani schien angesichts seines Drängens überlegen zu müssen, wie sie ihre Angst in Worte fassen konnte, aber statt einer ausführlichen Erklärung verwies sie lieber darauf, dass sie dem Agenten helfen konnte, Kontakt zu seinen Vorgesetzten aufzunehmen. Was Arianna Tralloks wahre Natur anging, hüllte sich die Nichtmenschin in grimmiges Schweigen und ließ sich lediglich dazu hinreißen, dem Agenten zu verkünden, dass er nicht einmal ansatzweise verstehen konnte, warum sie solche Angst vor der Verbrecherfürstin hatte, sein Wissen war ihrer Meinung nach zu begrenzt. Arkadi ignorierte die Geringschätzung und konzentrierte sich stattdessen lieber auf das, was Nani dann doch noch preisgab. Was auch immer sie war, Arianna Trallok war jedenfalls kein Mensch, und die Hinweise auf synthetische Komponenten und Computerwissen erlaubten es dem Agenten, eine Theorie aufzustellen. Die „Königin“, so vermutete er, war eine Cyborg, mit Erweiterungen, die weit über das hinausgingen, was man sich meist darunter vorstellte. Damit hatte sie Zugang auf alle Systeme in der Station, was auch erklärte, wie sie das NRGD-Team so leicht hatte herausfiltern können und warum sie so selbstbewusst aufgetreten war. Die Kameras und Sensoren der Station waren ihre Augen und Ohren, und gewiss gab es Systeme, die wenn nötig auch zu ihren Fäusten werden konnten. Eine Cyborg mit derart fortschrittlicher Technik, dass sie eine ganze Raumstation kontrollieren konnte, das war in der Tat beeindruckend und besorgniserregend. Die Fusion von Fleisch und Stahl, die Stärken von beidem, die Schwächen von keinem. Vielleicht sollte er versuchen, diese einzigartige Kreatur intakt zu fangen, seine Vorgesetzten in der Sektion Null würden begeistert sein, aber das war im Moment kaum vorstellbar. Und so nahm der Agent sein improvisiertes Vibromesser weg, signalisierte Entspannung und nickte.


„Gehen wir.“


Antwortete er knapp und entschlossen, aufmerksam hörte er zu, als Nani ihren Fluchtplan erläuterte, und versuchte, sich den Weg vorzustellen und genau einzuprägen. Nicht gerade eine kurze Strecke, die Slicerin verwies zudem darauf, dass die Gruppe nicht lange vor den Augen der „Königin“ würde verbergen können, Arianna Trallok würde rasch erkennen, was sie beabsichtigten. Die Zeit arbeitete gegen sie, daran gab es keinen Zweifel. Ruhig und mit autoritärer Stimme wandte sich der blonde Mann an sein Team und gab Anweisungen.


„In Ordnung. Wir schlagen schnell und hart und lassen uns unter keinen Umständen aufhalten. Wenn sich uns jemand in den Weg stellt, machen wir sie nieder, aber wir lassen uns auf keine Feuergefechte ein. Waffen und Ausrüstung unterwegs aufsammeln, aber nur, wenn wir dabei nur minimal Zeit verlieren. Nani muss unbedingt die Sicherheitszentrale erreichen, ihr Schutz hat oberste Priorität. Geht in Stellung und macht euch bereit.“


Arkadi eilte in Position an der Tür und hob die Hand, um Nani zu zeigen, dass er bereit war, sobald sich der Rest des Teams verteilt hatte. Die Anspannung stand ihnen in die Gesichter geschrieben, sie wussten nicht, was sie auf der anderen Seite der massiven Tür erwartete, aber egal was dort auch lauerte, sie mussten durchbrechen und sich wenn nötig mit Händen und Füßen den Weg freikämpfen. Der Agent holte tief Luft, konzentrierte sich, blendete alles aus, was ihn ablenken könnte, und packte sein improvisiertes Messer fester. Ein letztes Nicken, angespanntes Warten...die Tür öffnete sich und für einen Moment schien die Zeit stillzustehen, als die Wachen auf der anderen Seite versuchten zu verstehen, was gerade geschah. Diese eine Sekunde, dieser Moment, war alles, was die Republikaner als Vorteil hatten. Von dem, was jetzt geschah, hing alles ab. Arkadi stürmte los, seine Stiefel hallten auf dem Boden, als er in einem irren Tempo auf den ihm am nächsten stehenden Wächter zu rannte. Der Twi´lek wirbelte herum und nestelte hektisch an seinem Blastergewehr, in seinen dunklen Augen war Panik zu erkennen, als er das Messer in Arkadis Hand aufblitzen sah. Noch bevor der Nichtmensch seine Waffe entsichern und ausrichten konnte, war der blonde Agent an ihm dran und trieb das Messer vorwärts, ohne Erbarmen fand die Klinge den Hals des Wächters. Bei Armee und Geheimdienst war der schlanke Agent dazu ausgebildet worden, schnell und effizient zu töten, und genau das tat. Noch während der Wächter gurgelnd zu Boden fiel riss Arkadi ihm das Blastergewehr aus den Händen, zielte und drückte ab, ein Nikto stürzte mit einem rauchenden Loch in der Brust zurück. Um Arkadi herrschte das reinste Chaos, als sich eine Jedi, eine Formwandlerin und ein Trupp Soldaten wie eine Naturgewalt auf die überraschten Wächter stürzten, sie mit bloßen Händen angriffen und ihnen die Waffen entrissen, um sie gegen sie zu verwenden. Arkadi sprang zur Seite und prallte gegen die Wand, ignorierte den Schmerz aber und gab zwei schnelle Schüsse auf einen Wächter ab, der versuchte, davonzurennen, und traf ihn im Rücken. Die wenigen Wächter waren mittlerweile überwältigt worden, völlig überrascht von dem plötzlichen und heftigen Angriff. Hastig sammelten die Republikaner ihre Ausrüstung auf und Arkadi winkte Nani ungeduldig zu.


„Los, los! Wir machen den Weg frei, Sie folgen!“


Rief er der Sephi zu und eilte los. Er hatte nun wieder eine richtige Waffe und eine reelle Chance, etwas ausrichten zu können, und diese Verbesserung seiner Lage trieb den Agenten vorwärts. Die Stunden von Arianna Trallok und ihrer Herrschaft waren gezählt.


[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Gang vor dem Datenarchiv| Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore (alias Nani), NSC
 
[Ring von Kafrene – Hauptstraße - Seitengasse] Pumpkin

Trotz der Informationen des Geldeintreibers, ist es kaum möglich in einer Scharr voller Wesen einen weiteren Geldeintreiber zu finden. Es wäre auch sinnlos einen in direkter Umgebung zu suchen oder zu finden, da ein Einzelner für die Einsammlung von Orten schon ausreichen würde. Es wäre unnötige Geldverschwendung, mehrere zu beauftragen, Geld einzusammenln für ein kleineres Areal. Daher bricht der Droide die Suche nach circa 30 Minuten ab.

Dafür kommt ihm eine Idee, als ein MSE-6 Mausdroide durch eine Luke verschwindet. Auch hier sind solche Droiden zu finden. Diesen Gedanken will der Droide für sich nutzen und begibt sich in eine dunkle Ecke, wo er mithilfe seines Reparaturkits und dem Blaster einige Modifikationen am Blaster selbst vornehmen kann. Aufgrund der wenigen Ausrüstung und Werkzeuge, muss er vieles improvisieren und erfinderisch sein. Schlussendlich kann er mit dem Blaster einen elektrischen Betäubungsstrahl abgeben, um einen Maus-Droiden zu paralysieren. Danach ist die Blaster-Pistole zwar unbrauchbar, doch das Wissen, dass dieser Maus-Droide beherrbergt ist pures Gold wert.

Da die Maus-Droiden stets auf die Lagepläne ihrer jeweiligen Einsatzbereiche zugreifen konnten, könnte der HK-Droide das Wissen verwenden. Da diese kleinen verdammten Droiden bei Gefangennahme ihre Prozessoren sofort einschmelzen – so waren sie immerhin programmiert – musste Pumpkin zu einer kleinen List greifen und baute seine Blasterpistole so um, dass er einen Betäubungsschuss abgeben konnte. Nach längerem herumbasteln, hat der HK-Droide die Waffe soweit modifiziert, dass er nun auf die Jagd gehen kann. Doch er muss vorsichtig sein, denn er hat nur einen Schuss.

Schlussendlich geht der HK-Droide auf die Pirsch, ganz seiner Programmierung und macht sich in den Wartungstunneln auf die Jagd nach eines dieser Maus-Droiden. Nach einigen Metern saust auch schon der eine oder andere Wartungsdroide an ihm vorbei, doch erst im zweiten Versuch schafft es Pumpkin einen Maus-Droiden zu "betäuben" und einzusammeln. Im Wartungstunnel selbst, packt er nochmal sein Werkzeug aus und nimmt seinen kleinen Kameraden auseinander, damit dieser seiner Programmierung nicht folgen kann, um seine Prozessoren zu grillen. Nachdem die Schutzverkleidung abmontiert ist, einige Platinen, Schrauben und Prozessoren gelöst sind, ist er im Kern der Maus und versucht nun über eine Schnittstelle an die Programmierung zu kommen, um auf die Lagepläne der Maus zuzugreifen. Nach weiteren Minuten bekommt Pumpkin das Wissen, das er haben will und speichert das Wissen auf seinen Prozessoren. Zwar mag diese Maus nur ihren Einsatzbereich gespeichert haben, doch das Areal reicht aus, um einen guten Überblick der Gegend zu bekommen, darunter Geschäfte und Infrastrukturen.

Diese ganze Bastelei dauert ca. Eine Stunde, doch Fazit des Ganzen: eine unbrauchbare Blasterpistole und einen unbrauchbaren Maus-Droiden. Dafür hat aber der HK-Droide einiges an Informationen gewonnen, nicht nur Infrastrukturen auf der "Oberwelt", sondern auch ein Netz aus Wartungstunnel und Transportwegen, auf denen sich die Maus-Droiden bewegen, um ihren Dienst zu tätigen. Einige davon für Menschen oder größere Droiden unpassierbar, doch den einen oder anderen Abzweig könnte man als Versteck oder Lagerplatz für Sachen verwenden. Wenn der Killerdroide nun eine Menge an Sprengstoff da hätte, würde er wohl dies hier deponieren, um sich für ein hypothetisches Szenario eine "Verhandlungsbasis" aufzubauen. Trotz all der Ideen, die er aber derzeit nicht durchführen kann, löscht er diese Spinnereien von seiner Festplatte und bewegt sich aus dem Wartungstunnel. Die unbrauchbaren Teile nimmt er aber mit und sucht ein Geschäft, wo er die einzelnen Komponenten verkaufen kann. Gesamt mögen sie zwar kaum was Wert sein, doch im Einzelnen haben sie einen höheren Wert, worauf das Prozedere sich doch lohnt.

Auf den Weg zu einem Mechaniker, sieht der Droide Bane in der Entfernung, wie er in eine Bar verschwindet. Der Riese ist einfach zu erkennen, zumindest wenn man weiß, wonach man sucht. Bane schiebt sich den Weg frei und verschwindet in die Bar. Bevor der orangene Droide ihm folgen würde, würde er die Einzelteile erst los werden und noch einpaar Credits bekommen.

Nach circa 30 Minuten verhandeln nimmt der schmierige Pau'aner endlich die Ersatzteile entgegen und rückt die Credits raus. Es ist zwar nicht viel, doch Kleinvieh macht auch Mist. Schlussendlich verlässt der Droide den Laden und wechselt in die Bar, dezent nach Bane Ausschau haltend. In der dunklen und dreckigen Spelunke den Manalorianer zu finden ist schon eine gewisse Herausforderung, schlussendlich sieht er ihn aber. Es wäre aber zu auffällig einfach hinzugehen, daher sorgt Pumpkin dafür, dass er ihn sieht und setzt sich an einen Tisch. Dort kann er vielleicht noch einpaar Informationen sammeln.

[Ring von Kafrene - Kafrene-Raumstation - Kneipe – Pumpkin, Duke, Bane]
 
[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith

Noch während die Tür aufschwang gingen die Agenten zum Angriff über, die Wachleute waren überrascht, es war vielleicht nur kurz aber die Zeit reichte aus um die Republikaner in eine vorteilhafte Position zu manövrieren. Sie glichen mit einer Naturgewalt wie sie mit Fäusten und Zähnen auf die besser ausgerüsteten Wachleute losgingen und doch hatte Moore das Gefühl das sie das unvermeidliche nur hinauszögerten, dass es keine wirkliche Möglichkeit gab dieser ganzen Situation zu entfliehen. Erstmal bis zur Kommunikationsstation dann weiterdenken, zu mehr war Moore ohnehin nicht in der Lage. Duval riss sie aus ihrer selbstauferlegten Starre, Befehlston, wie damals als sie noch Jarael gewesen war. Reflexartig bückte sich Moore und schnappte sich einen Blaster von einem der Toten Söldner, entsicherte die Zweitwaffe prüfte den Gastank und die Ionenspule, ganz so wie sie es bei den Sector Rangern gelernt hatte und reihte sich, die Handfeuerwaffe fest umgriffen mittig in der Formation ein. Die Zeit darüber nachzudenken wie das alles nach außen hin aussah hatte sie nicht übrig und der gelernte Automatismus half ihr in dieser Situation ungemein. Sie konnte vielleicht nicht wirklich gut kämpfen und nur passabel aus der Bewegung schießen, sich innerhalb Militärischer Formationen bewegen, Schrittmuster einhalten, Handzeichen lesen, das war nichts neues für die Sephi. Um zu signalisieren das sie verstanden hatte nickte sie nur und mit einem Mal hätte sie schwören können das der Republikanische Agent eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrem Alten Chief Investigator hatte.

Es ging also in angemessenem Tempo vorwärts, die einzige Patrouille die ihnen auf dem Weg zum Aufzug entgegen eilte wurde von den Republikanern wortwörtlich auseinandergenommen. Als wären sie ungezügelte Bestien... Soldaten... im Normalfall hatte Moore für so eine ineffiziente Art und Weise jeglichen vorgehens nur Geringschätzung übrig gehabt, jetzt mitten im Herz des Feindes jedoch, war sie froh diesen wahrscheinlich eher auf psychospielchen und töten gedrillten Haufen als Schutzschild um sich zu wissen. Leider stellte sich der Aufzug als blockiert heraus... natürlich. Trallok war nicht dumm, selbst wenn sie die Gruppe nicht mehr sehen konnte, war es ein leichtes alle möglichen logischen Schritte zu berechnen die ihnen blieben. Alles reduzierte sich also darauf wer jetzt schlauer und schneller war, ein Rennen von Kraft und Intelligenz gegen einen Gegner dessen Intelligenz die ihre bei weitem war und der nicht müde wurde. Zumindest schien es die Frau nicht wirklich zu interessieren das sie mit ihrem Kognitiven Zentrum quasi alle einkommenden Reize gleichzeitig verarbeiten musste.

"Geben sie mir Deckung, das könnte etwas dauern!"

Kaum hatten die Worte Nanis Lippen verlassen, merkte sie wie sich die Gruppe hinter ihr umpositionierte. Die Abdeckung der Türsteuerung war definitiv im Weg und... ein Blasterblitz zuckte an ihrem Kopf vorbei und in die Agenten des NRGD kam Bewegung, das gröhlen einiger Söldner war den Gang hinunter zu hören. 'Unwichtig!' murmelte die Sephi und konzentrierte sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe. Die Kappe würde sie nur mit Roher Gewalt aufkriegen, ein paar Schüsse und die Kabel und Platinen lagen frei. Ein Griff ans Handgelenkpad förderte ein paar Verbindungsstecker zutage, von denen tatsächlich einer passte. Irgendwer brüllte doch Moore konnte die Stimme nicht wirklich zuordnet, wahrscheinlich keiner von ihren Begleitern.

"Ich habs gleich."

Statusupdates waren vielleicht ganz hilfreich für ihre lebenden Schilde um zu wissen wie lange sie sich diesem ganzen Schwachsinn noch aussetzen mussten. Einen kurzen Moment später funkte es einmal und die Tür schwang auf, eine gesetzte Brücke würde verhindern das sie im Fahrstuhl feststecken würden und Moore ließ sich von den anderen in die Kabine drücken.

"Hälfte geschafft, war doch garnicht so schwierig..."

[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith
 
[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Gang vor dem Datenarchiv | Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore (alias Nani), NSC

Überraschung, Entschlossenheit und überwältigende Gewalt, nur dank dieser Kombination war es den Republikanern gelungen, die Wachen vor dem Datenarchiv zu überwältigen und ihre Waffen und Ausrüstung an sich zu nehmen. Die Bewegungen und Abläufe waren antrainiert, in Fleisch und Blut übergegangen, und Arkadi bildete in dieser Hinsicht keine Ausnahme, der blonde Agent konnte im Gegensatz zu den Soldaten in seinem Team zusätzlich noch auf die Ausbildung beim NRGD verweisen. Die Erfahrung und das Wissen, das er sich dort angeeignet hatte, kam ihm nun zu Gute und half ihm, rasch und effizient die Situation unter Kontrolle zu bringen. Mit dem Tod der Wächter hatten sich die Republikaner und ihre Begleiterin, die mysteriöse Sephi namens Nani, einen Vorteil verschafft, rasch wurden ihre Blaster an sich genommen und diese methodisch überprüft. Aus den Augenwinkeln bekam Arkadi mit, dass die Slicerin offenbar über Erfahrung im Umgang mit Waffen verfügen musste, professionell checkte sie die ihr in die Hände gefallene Blasterpistole und begab sich nahezu selbstverständlich in die Mitte der Gruppe, umgeben von einem schützenden Kokon, ganz so wie, wie es beim Personenschutz üblich war. Misstrauen kam in dem schlanken, kräftigen Menschen auf, was die Weißhaarige da gerade zeigte, war mehr als das, was gewöhnliche Kriminelle sich aus Handbüchern und anderen Quellen zusammenreimten. Nein, diese fließenden, sicheren Aktionen waren das Ergebnis einer Ausbildung gemäß hoher Standards. Für den Moment aber schob der Agent seine Bedenken beiseite, wenn die Slicerin mit dem Team Schritt halten und sich einigermaßen ihrer Haut wehren konnte, war das ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ein knappes Nicken signalisierte ihm, dass Nani verstanden hatte, was nun geschehen würde, und Arkadi reagierte mit einem Daumen nach oben. Effiziente, klare Kommunikation, das sagte ihm zu. Mit der gebotenen Mischung aus Gründlichkeit und Eile überprüfte der blonde Mann seinerseits die erbeutete Waffe, ein E-11 Blastergewehr. Standardwaffe der imperialen Sturmtruppen, aber auch auf dem Schwarzmark sehr beliebt. Arkadi war auch in der Verwendung von imperialer Ausrüstung geschult worden und mit wenigen Handgriffen versicherte er sich, dass der Blasterkarabiner einsatzbereit war. Die robuste Waffe konnte einiges aushalten und verlangte nicht nach viel Wartung, aber man konnte nie wissen, wie sorgsam Kriminelle mit ihren Blastern umgehen. Dieser hier machte einen erstaunlich gut gepflegten Eindruck, hielt Arianna Trallok ihre Handlanger dazu an, nach höheren Standards vorzugehen? Das würde zu der selbsternannten „Königin“ passen. In dieser Situation war Arkadi jedenfalls dankbar und sobald alle bereit waren und sich formiert hatten, eilten sie los. Jede Sekunde zählte, sie mussten die Sicherheitszentrale so schnell wie nur irgendwie möglich erreichen. Nächste Station, der Turbolift. Die Blaster im Anschlag stürmten die Republikaner vorwärts, der einzige Widerstand, dem sie unterwegs begegneten, wurde ebenso rasch wie gnadenlos niedergemacht, Blasterfeuer und Schreie erfüllten den Gang mit einem ohrenbetäubenden Lärm und die Stille nach dem Feuergefecht war beinah noch bedrückender. Arkadi beendete die ganze Angelegenheit, indem er dem letzten lebenden Wächter, der sich auf dem Boden wand, zweimal in den Oberkörper schoss, dann herrschte endgültig Ruhe. Eine kurze Atempause, mehr nicht. Sie mussten weiter! Während der Rest des Teams den Gang sicherte, begab sich der Agent zu Nani, die sich an den Kontrollen des Turbolifts zu schaffen machte, die rauchende Mündung seines Blasterkarabiners zeigte auf den Boden, als Arkadi näher kam. Er bot einen einschüchternden Anblick, Blut des zu Beginn der Flucht getöteten Wächters bedeckte seine Kleidung und sein Gesicht und seine blauen Augen strahlten eine mörderische Kälte aus.


„Status?“


Wollte er mit kühler, glatter Stimme wissen und bekam zur Antwort, dass der Aufzug blockiert war und Nani einige Zeit brauchen würde, um die Sperrung aufzuheben. Ein knappes Nicken, Arkadi drehte sich herum.


„Verstanden. Defensivstellung, wir halten diese Position, bis die Sperrung aufgehoben ist. Waffen und Energiezellen überprüfen!“


Mit professioneller Präzision verteilten sich die Republikaner und gingen in Position an den Verstrebungen an den Wänden, die eine gewisse Deckung boten und von denen aus man den Gang ins Kreuzfeuer nehmen konnte. Arkadi blieb in Nanis Nähe, wartete ab...und nur wenige Sekunden später brach die Hölle los, als das Geräusch von Stiefeln und gebrüllten Kommandos zu hören war und Blasterschüsse den Korridor entlang rasten. Arianna Tralloks Söldner hatten sie gefunden und gingen mit einer Eile und Energie zum Angriff über, die verriet, dass man die Republikaner unbedingt von dem Turbolift fernhalten wollte. Arkadi blieb ruhig, zielte und drückte ab, ein Söldner stürzte mit einem rauchenden Loch in der Brust zu Boden. In ihrer Hast hatten sich die Feinde zu weit vorgewagt und mussten Verluste hinnehmen, als das Kreuzfeuer sie erwischte, der Vorstoß der Söldner verlangsamte sich, blieb stecken und das Gefecht wurde zu einem Stellungskampf, beide Seiten nutzten die wenige verfügbare Deckung, gaben ein paar Schüsse ab und pressten sich dann gegen die Wände, um dem Gegenbeschuss zu entgehen. Ein Muster entwickelte sich, das dem NRGD-Team entgegenkam, je mehr Zeit sie für Nani herausholen konnten, desto besser. Arkadi biss die Zähne zusammen, als Blasterfeuer funkensprühend neben ihm einschlug, schoss zurück und verzichtete auf einen Blick über die Schulter, um zu prüfen, wie lange die Slicerin noch brauchte, die gerade auf ruppige Weise die Abdeckung entfernt hatte. Kommandos wurden geschrien, als die Söldner von ihrem Anführer angetrieben wurden, endlich vorzurücken, und zwei der Angreifer fielen, um etwas näher an die Republikaner heranzukommen. Tralloks Leute waren zahlenmäßig überlegen und fest entschlossen, lange würde Arkadis Team die Stellung nicht mehr halten können, zumal langsam die Energie ausging. Endlich erklang Nanis Stimme und die Slicerin meldete, dass sie bald Erfolg haben würde, aber es vergingen quälend lange Sekunden, bis sich endlich die Tür des Turbolifts zischend öffnete.


„Zurückziehen! Zurückziehen in den Lift!“


Brüllte Arkadi über den Lärm und schob die Sephi zusammen mit einem der Soldaten in den Aufzug, bevor er Sperrfeuer schoss. Einer nach dem anderen zogen sich die Republikaner aus ihrer Deckung zurück, gedeckt von ihren Kameraden. Arkadi hielt seine Stellung am Eingang, bis nur noch er und ein weiterer Republikaner übrig waren, ein kurzes Schulterklopfen, der Soldat wich zurück, gefolgt von dem blonden Agenten, der hastig auf den Aktivierungsknopf drückte, die Türen des Aufzugs schlossen sich gerade noch rechtzeitig, Blasterfeuer schlugen funkensprühend ein und man konnte das zornige Schreien der Söldner noch bis in den Aufzug hören. Arkadi, ein Fels der Ruhe in, prüfte kurz seine heißgeschossene Waffe.


„Bericht, alle in Ordnung?“

Wie durch ein Wunder hatten alle das Gefecht einigermaßen überstanden, ein knapper Blick zu Nani folgte.


„Gute Arbeit.“


Bei diesem sparsamen Lob beließ es der Agent, es dauerte nicht lange, bis der Turbolift planmäßig zum Halt kam. Blaster wurden in Anschlag gebracht, angespannt warteten die Republikaner, als sich die Tür zischend öffnete und...den Blick auf einen leeren Gang freigab, an dessen Ende die Sicherheitszentrale lag. Misstrauisch beorderte Arkadi per Handzeichen zwei Soldaten vor und erst als diese bestätigten, dass alles sicher war, rückte der Rest nach. Es dauerte nicht lange, bis Nani die Tür öffnete und die Republikaner eilten herein, in einen großen, von zahlreichen Anzeigen und Konsolen bestimmten Raum, der einen exzellenten Überblick über alles bot, was auf der Station vor sich ging. Sie hatten es geschafft.


„Sichert die Tür. Nani, Sie wissen, was zu tun ist.“


Jetzt würde sich zeigen, ob die Sephi ihre Vereinbarung einhalten würde. Für den Fall der Fälle war Arkadi bereit, ein wenig...Druck auszuüben, vorerst aber ließ er die Slicerin gewähren.

[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore (alias Nani), NSC
 
[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith

Die Fahrt im Turbolift dauerte nicht allzu lange, wie hätte sie auch länger dauern sollen wenn das Ding nicht vor seinem Ziel stehen bleiben konnte. Als sich die Tür öffnete war alles still. Mit gebotener Eile gingen erst zwei Späher vor, bevor der Rest der Truppe folgte und sich ohne weitere Zwischenfälle vor der Tür in die Kommandozentrale wiederfand. Moore ließ Nani sich um die Tür kümmern während sie immer stärker gegen diesen Druck arbeiten musste der sich über ihrem Geist auszubreiten schien. Das "Sichtschild" das die Gruppe bisher vor Ariannas Blick geschützt hatte, hatte natürlich nur die Gruppe von den Kamerabildern verschwinden lassen. Die Spuren die sie in der Realität hinterlassen hatten, hatte Moore natürlich nicht verdecken können. Ohne weitere Verzögerung schwang die Tür auf und die Kommunikationszentrale lag vor ihr, komplett verlassen. Hier stimmte etwas nicht, ganz und garnich, aber hatten sie denn groß eine Wahl? Vielleicht glaube Trallok nicht das die geschwächte Moore tatsächlich ihr System überlisten konnte.

"Ich brauche fünf Minuten maximal. Sollte ich es nicht schaffen das sie nach draußen durchkommen, richte ich einen Kurzstreckenkanal ein den Trallok nicht finden wird. Über den können sie mit meinem Arbeitgeber kommunizieren... damit hätten sie zumindest ein bisschen Unterstützung."

Nachdem sie ihre letzten "Anweisungen" kundgetan hatte, drehte sich die Sephi um und legte ihre Hände auf das riesige Schaltpult. Ok... zunächst musste sie sich einklinken! Ihre Hand für erneut ans Datapad und verknüpfte das Pad direkt und nicht über Drahtlose Verbindung mit dem Zentralen Komsystem. Als nächstes musste sie einen Kanal isolieren und dann mithilfe einer HNAI basierten Verschlüsselung aus dem System entfernen... dazu musste zunächst ein Teil der Core-Codes angepasst werden damit dieser zeitlich-erweiterbare Anfragen auch bearbeiten konnte. Je weiter sie kam desto schneller huschten die Finger der Sephi über die Tastatur, sie nutzte alles an Darstellungsfläche was sie zur Verfügung hatte, das hier war alte Schule. Seit sie über das HNAI verfügte hatte sie immer lieber mit dem kleinen Computerverbund auf Systeme zugegriffen, alleine nur um die Wirksamkeit zu testen. Das hier jedoch war aber wie früher... früher als sie als Jarael noch öfter im Team gearbeitet hatte oder als Raleen durch das Nachtleben von Thustra gewandert war. Je weiter sie jedoch kam, desto klarer wurde es, dass die Station selbst eine zu Gute Schirmung besaß um mit dem nicht allzu starken Signal weiter als nur bis ins Asteroidenfeld zu kommen.

"Ok Mister Duval, sie werden nicht von der Station aus eine Bake erreichen die sie bis in die Republik weiterleitet, ABER wenn jemand im Asteroidenfeld das Signal verlängert dann könnten sie über einen Mittelsmann wahrscheinlich mit ihren Leuten Kontakt aufnehmen. Mein Boss ist noch draußen... ich weiß durchaus wie das aussieht aber glauben sie mir, das ist die einzige Möglichkeit sie sie haben... er kann die Nachricht für sie weitergeben, anderenfalls sietzen wir hier fest. Wenn er die Daten erhalten hat und meine restlichen Begleiter ihre Sendefrequenzen umgestellt haben dann können sie auch direkt mit ihnen kommunizieren."

Noch während sie das sagte änderte sich der Gesichtsausdruck des Mannes und für einen quälend langen Moment hatte das Gefühl der Agent der ihr nun gefährlich nah war würde ihr ein Messer oder gleich den Blaster ins Flsch drücken, bevor er sie zur Seite drückte und eine Kom-Nachricht verfasste. Vielleicht hatte er die Angst in ihren Augen gesehen und verstanden das sie in dieser Situation niemals gelagen hätte oder es gab irgendeinen anderen logischen Grund weshalb er sie nicht gleich über die Klinge springen ließ. Solche Leute fackelten nicht lange... dessen war sich Moore mehr als nur bewusst. Bewusst... Bewusstsein... Druck... mit einem Mal viel ihr der Druck wieder auf, der sich mittlerweile erneut verstärkt hatte, solange sie arbeitete war das Gefühl in den Hintergrund getreten, jetzt jedoch schien es mit jeder Sekunde stärker zu werden. Wie sollte das möglich sein? Trallok versuchte sie über das HNAI zu erreichen und gefügig zu machen aber die Dichte an Sendern dürfte nicht einfach so steigern außer... außer natürlich ihr physischer Körper besaß eigene Sensor- und Sendeeinheiten die sich näher heranbewegten was bedeutete: SIE kam. Nani sackte auf die Knie, während in ihrem Kopf langsam wieder die Stimme der Königin zu hören war, ebenso wie ein schrilles Kreischen.

"Sie kommt."

[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith
 
[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Gang vor dem Datenarchiv | Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore (alias Nani), NSC

Trotz oder gerade wegen des Gefühls der Zuflucht und des Schutzes, den die leere Sicherheitszentrale vermittelte, als sich die schweren Türen hinter dem NRGD-Team und seinen Begleitern schlossen, lief Arkadi ein kalter Schauder über den Rücken. Der Agent fühlte sich beobachtet, verfolgt, und in seiner Erfahrung bedeutete das meist, dass tatsächlich jemand oder etwas hinter ihm her war. Paranoia war nur dann falsch, wenn man sich irrte, diese Weisheit hatte der blonde Mann rasch verinnerlicht und sein Instinkt schlug mit wachsender Intensität Alarm. Arkadi hatte mit mehr Widerstand gerechnet, Wachen, einem Hinterhalt, Sprengfallen, aufwendige Sicherheitsmaßnahmen wie Kraftfelder und Kampfdroiden, aber stattdessen...nichts. Bloß ein leerer, geradezu klinisch sauberer und hell erleuchteter Gang und dahinter die Sicherheitszentrale. Kein einziges Lebewesen außer ihnen war hier, obwohl alle Konsolen aktiviert waren und auf Eingabe warteten, und das einzige Geräusch war das ruhige, stetige Surren der Geräte. Das Szenario roch nach einer Falle und der ehemalige Soldat ertappte sich bei dem düsteren Gedanken, dass er und seine Begleiter vielleicht nur ein Gefängnis gegen ein anderes eingetauscht hatten. Wenn Arianna Trallok sie hierher gelockt hatte, um sie erneut festzusetzen, vielleicht als Teil eines sadistischen Spiels, würden sie dann noch einmal entkommen können oder wie Ratten im Käfig festsitzen? Die Vorstellung, der zweifelhaften Gnade der „Königin“ ausgeliefert zu sein, weckte in dem kühlen, beherrschten Mann eine Mischung aus Zorn und Angst. Es war das erste Mal seit vielen, vielen Jahren, dass er tatsächlich so etwas wie existentielle Angst verspürte, einen dumpfen Horror vor dem Unbekannten, das mit ihm tun und lassen konnte, was es wollte. Er wusste nicht, was genau Arianna Trallok war oder was sie plante, aber eines wusste er ganz genau: Sie musste um jeden Preis aufgehalten werden. Grimmig überprüfte der ehemalige Soldat sein Blastergewehr, wenigstens die geladene Waffe vermittelte ein gewisses Gefühl der Beruhigung und Kontrolle. Solange sein Verstand und sein Körper noch funktionierten, würde Arkadi nicht aufgeben. Kein System war perfekt, kein Gegner unbesiegbar. Sie mussten bloß die Schwachstelle finden, und dafür war Nani war bei ihm, die Sephi war ganz offenkundig außergewöhnlich begabt und bei allem Misstrauen gegenüber der Nichtmenschin und ihren Motiven musste der Agent neidlos anerkennen, dass sie ihr Handwerk verstand. Nachdem sich die Weißhaarige kurz umgesehen hatte, erklärte sie atemlos, dass sie etwa fünf Minuten brauchen würde und für den Fall, dass die Kontaktaufnahme nach außen nicht funktionieren würde, immerhin einen Kurzstreckenkanal zu ihren mysteriösen Arbeitgebern aufbauen konnte. Arkadis kühle blauen Augen lagen unbewegt auf der Sephi, betrachteten sie prüfend, abwägend, dann nickte der schlanke Mensch knapp.


„Einverstanden. Sie bekommen Ihre fünf Minuten, aber wenn Sie bis dahin keinen Erfolg haben oder es Hinweise gibt, dass wir in eine Falle gelaufen sind, ziehen wir sofort von hier ab. Ich werde mich nicht noch einmal fangen lassen.“


Gab er ruhig, aber unmissverständlich zurück und ließ die Slicerin dann ihre Arbeit machen, wobei er eine gewisse Faszination nicht leugnen konnte, als ihre Finger in rasendem Tempo über das Kontrollfeld huschten, der Ausdruck höchster Konzentration in ihrem blassen Gesicht hatte etwas bemerkenswertes. Nun, Nani war die Expertin für Technik, es war nur folgerichtig, dass sie ihre Arbeit entsprechend...motiviert verrichtete. Arkadi wiederum widmete sich seinen Aufgaben und ließ sich Bericht über Waffen und Munition erstatten, teilte Wachen für den Eingang ein und wies alle eindringlich an, auf jedes Zeichen von Gefahr zu achten. Der Agent kümmerte sich mit ruhiger Effizienz darum, sprach deutlich, aber leise, um die Slicerin nicht abzulenken. Sein Team war bewaffnet und bereit und auch wenn ihr Vorrat an Energiemagazinen nicht unbedingt riesig war, würde er zumindest für das nächste Feuergefecht sicher reichen, sogar einige Thermaldetonatoren waren ihnen in die Hände gefallen. Auf einer Raumstation nur ultima ration, aber als Option nicht außer Acht zu lassen. Nachdem er die Verteidigung organisiert hatte, fühlte sich der ehemalige Soldat besser, er hatte ein Stück Kontrolle zurückgewonnen, war wieder Herr der Lage. Geduldig wie eine Statue, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, wartete er ab, er brauchte keinen Blick auf sein Chrono zu werfen um zu wissen, wie viel Zeit Nani noch blieb. Drei Minuten...eine Veränderung in Haltung und Mimik der Sephi ließ Arkadi aufmerksam werden und er drehte ihr den Kopf zu.


„Probleme?“


Erkundigte er sich glatt, geradezu gefährlich ruhig, und lauschte mit unbewegter Miene. Die Weiterleitung des Signals über eine Kom-Barke schied also aus, keine direkte Kommunikation mit dem NRGD. Keine gute Nachricht, Arkadis eisige blauen Augen wurden eine Spur schmaler und er trat langsam näher an Nani heran, passierte dabei zwei Soldaten, die ihm ob seiner grimmigen Miene hastig auswichen. Noch während die Slicerin mit ihrem Bericht fortfuhr, ging Arkadi weiter auf sie zu. Ein Mittelsmann, der das Signal weiterleiten konnte? Und dabei handelte es sich natürlich zufälligerweise um den Boss der Sephi. Sie war klug zu wissen, wie das auf ihn wirken musste, und beeilte sich daher hinzuzufügen, dass es die einzige Option war, wenn sie nicht in der Sicherheitszentrale festsitzen wollten. Der Agent kam näher, blieb vor der weißhaarigen Frau stehen und straffte seine Haltung, baute sich drohend vor ihr, einen gefährlichen Ausdruck im Gesicht. Unerbittlich bohrte sich der forschende Blick seiner Augen in ihre, suchten nach Hinweise für Verrat und Täuschung, aber alles, was er dort sah, war Angst. Arkadi schwieg einen langen Moment, bevor er antwortete, seine Stimme hatte die Wärme eines Gebirgsbachs im tiefsten Winter.


„Das ist...“


Eine bedrohliche Pause, der Agent rückte noch ein Stück näher, nah genug, dass er den Atem der Slicerin spüren konnte, er griff langsam an sein Holster, lauernd, wartend, und dann...nickte er langsam und präsentierte ein schmales Lächeln. Sie hatte den Test bestanden.


„...nicht optimal, aber ein akzeptabler Vorschlag. Setzen Sie es umgehend in die Tat um, wir haben keine Zeit zu verlieren. Ich will...alles in Ordnung mit Ihnen?“


Die Sephi war leichenblass geworden und ihr Gesicht verzog sich vor Schmerz, der ängstliche Ausdruck in ihren Augen wurde gehetzt, panisch und mit einem Mal sackte Nani auf die Knie, hielt sich den Kopf und zitterte am ganzen Leib. Da war sie wieder, die Angst. „Sie kommt.“ Die Worte ließen den hartgesottenen Agenten frösteln und er musste nicht fragen, wer gemeint war. Nur ein einziges Wesen auf dieser Station konnte solche Panik auslösen. Die anderen Mitglieder des Teams starrten Nani schockiert an und die Angst verbreitete sich wie ein Virus im Raum, eine kalte, gefährliche Schockstarre. Arkadi musste sich zwingen, ruhig zu bleiben, und packte einen der Soldaten an der Schulter, zwang den Mann, ihn anzusehen.


„Sie! Bleiben Sie bei ihr, egal was passiert. Wenn nötig schützen Sie Nani mit Ihrem eigenen Leben, haben Sie das verstanden? Sie ist unser einziges Ticket runter von dieser Station.“


Der Soldat blinzelte, schluckte und nickte dann hastig, eilte zu der Sephi und baute sich wie ein Schild vor ihr auf. Arkadi entsicherte geräuschvoll seinen Blasterkarabiner und erhob die Stimme, um die anderen aus ihrer Panik zu reißen.


„Durchladen und entsichern! Nehmt eure Posten ein, los, los! Nichts und niemand kommt lebend durch diese Tür, verstanden? Bei Sichtkontakt sofort schießen. Ich will, dass jede verfügbare Waffe eingesetzt wird, bis der Feind ohne Zweifel eliminiert wurde.“


Bewegung kam in die Gruppe, die gebrüllten Kommandos verfehlten ihre Wirkung nicht und die Soldaten verteilten sich im Raum, mehr als ein halbes Dutzend Mündungen zielte auf die verschlossene Tür. Arkadi legte ebenfalls an und wischte sich den Schweiß von der Stirn, er konnte sehen, wie der Soldat neben ihm zitterte und aussah, als würde er sich jeden Moment übergeben.


„Ganz ruhig. Einatmen. Auf vier zählen. Ausatmen.“


Murmelte der Agent gerade laut genug, dass der andere Mann ihn hören konnte, und dankbar kam er dem Rat nach und tatsächlich wirkte er ein wenig beherrschter. Alle starrten wie hypnotisiert auf die Tür und Arkadi versuchte, sich Mut zu machen. Egal, was Arianna Trallok auch sein mochte, ein solches Kreuzfeuer würde sie nicht überleben. Solange das Team nicht in Panik geriet und...Als hätte eine höhere Macht die Gedanken des Agenten gehört wurde der Raum mit einem Knall in Dunkelheit gehüllt und für einen schrecklichen Moment herrschte völlige Finsternis, bis die Notbeleuchtung ansprang und die Sicherheitszentrale in ein schummriges rotes Licht tauchte. Blaster wurden herumgeschwenkt in der panischen Suche nach der Ursache, Rufe wurden laut und Arkadi musste schreien, um sich Gehör zu verschaffen.


„Nicht schießen! Konzentriert euch auf die Tür!“


Hastig wurden die ursprünglichen Stellungen wieder eingenommen und in der Dunkelheit herrschte eine bedrückende Stille, in der Arkadis eigener Atem ihm ungeheuer laut vorkam. Nichts geschah und mit jeder Sekunde wuchs die Anspannung, baute sich auf und...ein leises, gequältes Wimmern erklang aus Nanis Richtung, als würde etwas die Sephi niederdrücken, dann ein dumpfes Knarren, draußen vom Korridor. Blaster wurden hochgerissen und zeigten auf die Tür, als das NRGD-Team dem Geräusch lauschte, das näher kam und näher kam, lauter wurde und dann...verstummte. Stille, banges Abwarten, dann erklang das Geräusch wieder, erschreckend nah und die Tür begann zu quietschen und Funken zu sprühen, als sie langsam geöffnet wurde, gewaltsam und mit ungeheurer Kraft.


„Bereithalten...bereithalten...“


Brachte Arkadi nur noch heraus, als er den Vorgang mit erschrockener Faszination verfolgte, langsam wurde der Spalt größer, dann schneller, gab den Blick auf...mit einem Knall wurde die Tür endgültig geöffnet und jetzt endlich konnte der Agent sehen, wer dort stand, wer ihn spöttisch anlächelte und mit spielerischer Leichtigkeit einen Schritt vortrat. Kaltes Entsetzen lähmte Arkadi. Ein weiterer Schritt, noch einer...


„FEUER!“


Der Befehl kam instinktiv, eine reine Panikreaktion, getrieben von dem Wunsch, irgendetwas zwischen sich und die Bedrohung zu schieben. Das Kommando ließ alle Dämme brechen und in einer Mischung aus Zorn, Angst und dem Wunsch, dieses schreckliche...Etwas zu vernichten, das dort auf sie zu kam, eröffneten das NRGD-Team nahezu gleichzeitig das Feuer. Ein wahrer Hagel aus Blasterschüssen prasselte auf Arianna Trallok nieder und die Verbrecherfürstin war in dem Meer aus Blitzen kaum mehr zu erkennen. Wieder und wieder betätigte Arkadi den Abzug, schoss binnen kürzester Zeit sein ganzes Energiemagazin leer, lud ohne eine Sekunde zu zögern nach und feuerte weiter. Was die Republikaner da entfesselten, hätte genügt, um einen ausgewachsenen Krayt-Drachen mehrmals zu töten, aber sie schossen trotzdem weiter, immer weiter, als würde das Feuer einzustellen bedeuten, sich dem Horror zu stellen, der dort lauerte, ihm die Chance zu geben, näher zu kommen. Sie mussten sie vernichten. Ausbrennen. Ausmerzen. Der Lauf des E-11 begann zu glühen und aus der Mündung entwich Rauch, und jetzt, endlich, setzte Arkadis Verstand wieder ein und er zwang sich, den Finger vom Abzug zu nehmen.


„Feuer einstellen! Feuer einstellen!“


Schrie er über den Lärm der Schüsse hinweg und es dauerte eine ganze Weile, bis alle der Anweisung nachkamen. Ein letzter Schuss, ein lauter Knall, dann war das ohrenbetäubende Inferno vorbei, aus mehr als einem halben dutzend Blastermündungen kam Rauch. Arkadi senkte seine Waffe, wagte zu hoffen, kniff die Augen zusammen und...


„Nein.“

Mehr brachte der Agent nicht heraus, der Schock ließ sein Blut zu Eis gefrieren. Nein. Das konnte nicht sein. Das konnte nicht sein. Das konnte nicht sein.


„Unmöglich. Unmöglich. Niemand kann so etwas überstehen. Niemand!“


In verzweifeltem Zorn zückte der blonde Mann seine Blasterpistole, zielte und drückte ab. Es konnte nicht sein.


„Warum stirbst Du nicht? WARUM STIRBST DU NICHT?!“


Jedes Wort untermalt von einem Schuss, ein Versuch, das unmögliche doch noch auszumerzen.


„Was...was bist Du?“

Eine Frage. Eine Frage, gestellt voller Unglauben und Panik.


[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval (alias Kento Daranis), Tirasina (alias Salira Naru), Faith Navalon (alias Amoria Tyku), Tyris Reth, Moore (alias Nani), NSC
 
[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Moore, Tirasina, Arkadi, Faith

Es war als könne sie jeden Schritt spüren den die Königin näherkam. Der Druck in ihrem Kopf teilte es ihr mit, wie Pulse durch das auftreffen der Schuhe auf dem Ferrobeton ausgelöst. In die Soldaten kam Bewegung und langsam schienen sie Moores Furcht zu teilen, wenn auch auf eine andere, weniger direkt existentielle, Art und Weise. Gegen jeglichen Einfluss den Arianna auf die Geheimdienstler ausüben konnte waren diese doch irgendwo ausgerüstet. Sie jedoch konnte sich gegen diesen psychischen Terror doch kaum wehren, dieses Flüstern das sie zur Quelle unglaublichen Wissens lockte, ihre Neugier und Abneigung gleichsam ansprach und versuchte sie zu verführen, während es gleichzeitig alles daran setzte ihr ein Messer in ihre ureigene Persönlichkeit zu treiben. Der Gedanke daran Teil dieser Entität zu sein, sie mit zu formen war zwar verlockend doch ein ganz großer Anteil an Moores Verstand warnte konstant davor dass dieses Versprechen gleichzeitig einem Todesurteil nachkam. Während also die Bewaffneten sich aufstellten um die Königin gebührend in Empfang zu nehmen bereitete sich Moore auf ihre ganz eigene Schlacht vor... eine Schlacht die sie bereits einmal verloren hatte und bei der ihr noch nicht vollends klar war wieso sie nicht schon beim ersten Mal mit ihrer Existenz hatte bezahlen müssen. Unterlegen zu sein, etwas nicht begreifen zu können verursachte eine panische urtümliche Angst bei der Sephi, ein Test ihrer Adrenalinwerte hätte wahrscheinlich jegliche Skala gesprengt. Mit einem Mal blitzte es in ihrem Geist auf, es war als wäre Arianna erfolgreich gewesen und auch nicht, die Kopf und Rückenschmerzen waren mittlerweile auf eine Intensität angestiegen die der Sephi fast den Atem raubte und doch schien es als sei ihr Geist von diesem ganzen Prozess relativ unberührt geblieben, es war anders als beim ersten Mal.

"Licht aus.", hauchte Moore, viel zu leise um es wirklich als Teil einer Konversation betrachten zu können und einem Gefühl, nein eher einer Eingebung, einem Plan folgend. Sie erwartete die nur eine Millisekunde später erfolgende Dunkelheit tatsächlich sogar. Ein erster Schritt um diese lächerlichen fleischlichen Wesen in einem grausamen Psychospiel in den Wahnsinn zu treiben. Jede Alternative hatte sie bedacht, alles durchgespielt, es gab keine Möglichkeit das sie in dieser Auseinandersetzung unterliegen würde. In ihren Gedanken versuchte Moore sich wieder aus dem Sog loszureißen, der Druck schien seinen Höhepunkt in einem klagenden Inferno leisen wimmerns der Biologischen Kapsel des Bewusstseins der Slicerin erreicht zu haben. Etwas unbedeutendes wie eine Stahltür trennte Arianna und die Gruppe Flüchtiger vormaliger Geschäftspartner noch voneinander... wie schnell Bündnisse doch brachen und sich Situationen änderten. Während Moore zur Tür blickte die immer weiter aufgeschoben wurde hörte sie ihre Stimme nun deutlich irgendwo in ihren eigenen Gedanken.

"Schachmatt."

"Verrecke Bitch!"

Das letzte was Moore noch bewusst wahrnahm war das es nicht funktionieren würde. Natürlich nicht. Der Körper der "Autonomous non-Restricted Intelligent Attackplattform/Neural Networking Interface", ihr eigentlicher Name der nun auch nicht mehr so ganz passte denn jetzt war sie ja schon eine KI mit zwei Plattformen, war aus Synthfleisch über einem Komplexen Skelett aus legiertem Durastahl gebaut worden. Sie sah wie ein Mensch aus und solange man Sie nicht Aufschnitt oder die Nanitenbeschleunigte Heilung des Synthgewebes näher untersuchte würde man es nicht einmal wirklich bemerken. Ihr Hauptprozessor und die meisten Subsysteme waren zudem durch teilweise Biologisch-Technische Computerhybriden sogar immun gegen jegliche Ionisierende Einwirkung. Zu guter letzt half ein relativ potenter Energieschild, den sich ihre Erschaffer zunächst bei einem Droideka Mark II geliehen hatten, ihr absolut ebenmäßiges Äußeres zu schützen. Während nun also die Schüsse auf den kurz über der Haut liegenden Schild prasselten rang der reine Widerstand der Geheimdienstler den beiden Körpern ein lächeln ab. Es war noch immer etwas eigenartig Vier Arme und vier Beine zu fühlen, vor allem weil die neuen so unglaublich schwächlich und zerbrechlich wirkten. Im Rot der Notbeleuchtung musste es so wirken als würden die Blasterbolzen einfach an ihrem Fleisch vergehen, natürlich waren diese niederen Existenzen nicht wirklich in der Lage zu erfassen was sich hier abspielte. Arianna/Moore hatte nicht wirklich vorgehabt ihnen irgendwas an zu tun immerhin hätten sie sich zusammen mit den Söldner von Mister Reth um ihr kleinen Spannungsproblem kümmern können ohne das sie sich auf der Station unbeliebt gemacht hätte. Nicht das sie solche Tricks wirklich nötig hatte... es war einfach interessant. Diese ganzen Wesen die hier her kamen und auf dieser Station handelten, vögelten und tranken handelten ganz oft so herrlich unlogisch, ein Verhalten das Arianna immer fasziniert hatte. Ähnlich wie ihr neues selbst war es etwas das sie einfach an sich bringen musste... Moore hatte ein Wissen erworben das selbst Arianna nicht verstehen konnte. Ein Fakt der die KI etwas hatte fühlen lassen das sie noch nicht kannte, immerhin war sie technische Perfektion! Wie konnte sich irgendein Biologischer Organismus auch nur anmaßen mehr über ihre Welt zu verstehen als sie! Wenn die Republikaner also nicht ausgebrochen wären dann müsste sie ihnen jetzt nicht weh tun... immerhin wussten sie nun etwas das sie nicht wissen durften und Moore war ja nun Arianna also hatte sie im Endeffekt bekommen was sie wollte.

Erst jetzt registrierte Arianna die Frage die ihr der Agent Duval gestellt hatte. Wie amüsierend. Absolut ahnungslos stand er da in seinem allmächtigen Weltbild erschüttert. Anstatt sich erst Gedanken darüber zu machen nur mit dem Metallkörper zu sprechen nutzte die Königin einfach beide Sprachorgane die sie nun zur Verfügung hatte, wobei das biologische doch noch ein wenig gewöhnungsbedürftig war und nicht ganz so wollte wie vorher. Der Angriff auf die Schnittstelle hatte dem Organismus mehr Karft geraubt als sie angenommen hatte.

"SIE Mister Duval, wir wollen doch bei den Regeln der Höflichkeit bleiben die wir bereits zuvor etabliert hatten. Eine Interessante Frage die sie da stellen, beweist sie doch das sie noch nicht ganz verstanden haben was mein Titel eigentlich wirklich bedeutet. Ich BIN Kafrene, dieses gesamte Asteroidenfeld... auf eine gewisse Art zumindest. Wie sie mittlerweile verstanden haben dürften passiert hier tatsächlich nichts ohne das ich davon etwas mitbekomme. Wobei auch das nicht komplett korrekt ist, an dieser Stelle möchte ich noch kurz hinzufügen das ich doch etwas betrübt bin sie nun doch töten zu müssen, immerhin hatte sich sie für einen fähigen Problemlöser gehalten, gerade in Kombination mit Mister Reth. Hätten sie einfach nicht versucht mit meiner Beute zu fliehen. Wobei es ja auch ein wenig der Fehler des Biologischen Wirts gewesen ist das sie sich mir überhaupt widersetzt hat."

Damit trat Arianna ein paar Schritte näher an den Agenten heran, ihr Handschuh umfasste bereits das Archaische Schwert aus Beskar.

"Ein letzter Tanz Mister Duval? Ich hätte gern noch ein wenig Spaß mit ihnen und ihren Männern... ach und bitte achten sie darauf meine neue Zweite Hälfte nicht zu beschädigen, es ist immer so viel Arbeit biologische Wunden zu versorgen."

[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Tirasina, Arkadi, Faith, Arianna-Moore
 
[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Tirasina, Faith Navalon, Tyris Reth, Moore (alias Nani), NRGD-Team, Arianna Trallok (NSC)

Das von dem NRGD-Team entfesselte Inferno aus Blasterfeuer war ohrenbetäubend und die schiere Anzahl von Schüssen schuf eine ungeheure Abfolge von Blitzen, deren grelles Licht die Republikaner in der nur von der schummrigen roten Notbeleuchtung notdürftig erhellten Sicherheitszentrale umso stärker blendete. Aber das spielte für sie keine Rolle, alles, was zählte, war die Vernichtung von Arianna Trallok, ganz besonders für Arkadi. Der blonde Agent hatte dank seines düsteren Gesprächs mit Nani und den unheilvollen Bemerkungen der Sephi eine bessere Ahnung davon, was die „Königin“ war. Eine vage Vorstellung, eine Vermutung, aber sie genügte, um das Blut des ehemaligen Soldaten zu Eiswasser gefrieren zu lassen und ein dumpfes, bedrückendes Gefühl der Bedrohung zu erschaffen. Egal, was genau diese...Kreatur auch war, Arkadis Mission hatte sich geändert. Seine ursprüngliche Aufgabe, den Vigilanten mit dem Codenamen „Erzengel“ zu retten, war in den Hintergrund gerückt angesichts der diabolischen Präsenz der selbsternannten Herrscherin von Kafrene. Unter keinen Umständen durfte er zulassen, dass es ihr gelang, das republikanische Team erneut zu fangen und ihre Pläne umzusetzen, er zweifelte nicht eine Sekunde daran, dass sie mit den so erlangen Informationen nur noch gefährlicher sein würde. Also drückte der Agent ab, wieder und wieder und wieder, schoss binnen kürzester Zeit sein ganzes Energiemagazin leer, lud in einer fließenden Bewegung nach und feuerte weiter, stimmte ein die gewaltige Salve, wie die ein Gewittersturm auf Arianna Trallok einprasselte. Es war schwer, in dem Chaos etwas zu erkennen, aber Arkadi schöpfte Zuversicht aus der Gewissheit, dass egal was diese Frau auch sein mochte, sie dem geballten Beschuss aus mehr als einem halben Dutzend Blastern nicht würde standhalten können. Es gab Spezies, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, beispielsweise ihre Form wandeln konnten wie Tirasina, oder die über bemerkenswerte Stärke und Zähigkeit verfügen, die Houk und Wookies waren nur zwei der bekanntesten intelligenten Lebewesen, deren Kraft weit über der von Menschen liegt. Aber Arianna Tralloks äußere Erscheinung war humanoid, und keine humanoide Spezies konnteso viel Feuerkraft wegstecken, ohne nicht zumindest schwer verletzt zu werden. Die „Königin“ hatte das in ihrer offenkundigen Arroganz wohl vergessen und hält sich für unverwundbar, weshalb sie sich allein dem NRGD-Team entgegenstellt, und für diese Überheblichkeit wird sie nun bezahlen. Selbst wenn die dunkelhaarige Frau eine Panzerung oder einen Schild trägt, und es sieht nicht so aus, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die vielen Schüsse...

Nein. Nein, das war einfach nicht möglich. Arkadi traute seinen Augen nicht und zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren war auf dem sonst so glatten, beherrschten Gesicht des blonden Mannes Unglauben und Panik zu erkennen. Er und sein Team hatten gerade genügend Schüsse abgefeuert, um einen ausgewachsenen Krayt-Drachen zu töten und den Energievorrat jedes ihm bekanntes Schildes zu erschöpfen, selbst eine hochwertige Panzerung konnte der schieren Masse an Blasterenergie nicht standhalten. Es war unmöglich, es konnte nicht sein, es widersprach allen Regeln und Gesetzen und doch...und doch stand Arianna Trallok ungerührt da und es sah so aus, als hätte nicht ein einziger Schuss irgendeinen Schaden angerichtet, in der Dunkelheit wirkte es so, als wären sie allesamt wirkungslos an der Haut und Kleidung der Verbrecherfürstin verpufft wie Regentropfen, die an den Fenster klopften. Arkadis Augen, groß vor Schreck, suchten nach Hinweisen, nach Spuren davon, dass wenigstens ein Kratzer oder ein kleines Brandloch entstanden war, irgendein Zeichen dafür, dass dieses...Ding nicht wirklich unverwundbar war, aber da war nichts. Kein Blut, keine Verfärbung, nichts. Absolut nichts. Arianna Trallok sah noch genauso aus wie in dem Moment, in dem sie die Sicherheitszentrale betreten hatte, ruhig und unberührt stand sie da, einer Statue gleich, die Lippen der dunkelhaarigen Frau zierte ein von geringschätziger Höflichkeit geprägtes Lächeln, als würden die Bemühungen der Republikaner sie amüsieren. Es war die Haltung einer allmächtigen, den Belangen sterblicher Kreaturen weit entrückten Herrscherin. Nein, mehr als das: Einer Göttin, unerreichbar und nicht zu verletzen.

Es war diese Arroganz, die Arkadis erschrockene Ehrfurcht in Zorn verwandelte, der Agent konnte einfach nicht akzeptieren, dass dieses...Ding ihn bei jeder Gelegenheit ausgespielt und überlistet hatte und er ihr im Gegenzug nicht einmal einen Kratzer verpasst hatte. Es war eine Demütigung ohnegleichen, aber in den verletzten Stolz mischte sich das weitaus drängendere, wichtigere Gefühl, dass da etwas vor ihm stand, das unter keinen Umständen lebend oder intakt die Station verlassen durfte. Mit geradezu spielerischer Leichtigkeit hatte Arianna Trallok ein ganzes Team des NRGD in eine Falle gelockt und meisterhaft manipuliert, und die Warnungen von Nani in Verbindung mit dem außergewöhnlich fortschrittlichen Datenarchiv taten ein übriges, um Arkadis Sorgen zu nähren und ins unermessliche zu steigern. Er musste etwas unternehmen, musste die Verbrecherfürstin irgendwie aufhalten. Alles hatte eine Schwäche, egal wie gut verborgen diese war, und daran klammerte sich Arkadi, als er seine Blasterpistole zückte und für einen Moment völlig die Beherrschung verlor und einfach nur auf die „Königin“ schoss, in der verzweifelten Hoffnung, vielleicht doch noch irgendeine Lücke in ihrer Verteidigung zu finden oder die Illusion zu zerstören, falls es eine war. Aber diese ohnehin schmale Hoffnung wurde enttäuscht, auch die Schüsse aus der Blasterpistole trafen zwar ihr Ziel, blieben aber ohne jede sichtbare Wirkung und Arianna Trallok registrierte sie lediglich mit spöttischer Neugier. Arkadis Hand zitterte, als er die Waffe weiter auf die Verbrecherfürstin richtete, der ehemalige Soldat musste sich zwingen, die Realität anzuerkennen. Was auch immer sie war, mit konventionellen Mitteln würde er sie nicht töten können. Antrainierte Reflexe setzten ein, Denkmuster, in denen er geschult und gedrillt worden war.
Beobachten - Abwägen - Entscheiden – Handeln. Geistig wiederholte der Agent diesen Leitsatz wieder und wieder, ein Mantra des Überlebens, und schlussendlich gewann er ein Stück Kontrolle zurück und akzeptierte, was ohnehin nicht zu leugnen war. Langsam ließ er die Waffe sinken, der Blick seiner kühlen blauen Augen nun wieder fest und konzentriert. Nein, er würde Arianna Trallok nicht die Befriedigung gönnen, ihn in Panik verfallen zu sehen, diesen Triumph gestattete er ihr nicht, und wenn es das einzige war, das er tun konnte.

Ganz in der Haltung der Siegerin betrachtete die „Königin“ von Kafrene ihn und sein Team, auf eine Art, die den Agenten an einen Forscher erinnerte, der unter dem Vergrößerungsglas Insekten beäugte. Bevor sie ihn mit einer Antwort ehrte, ließ sich die dunkelhaarige Frau erst ein wenig Zeit, was ihre Kontrolle über die Situation nur noch unterstrich, sie allein bestimmte auf dieser Station die Spielregeln. Arkadi hatte geglaubt, nun könne ihn nichts mehr überraschen, aber als Arianna Trallok sprach, tat sie dies nicht nur mit einem Mund, der blonde Mann wirbelte herum, als die Worte der Herrscherin von Kafrene auch von Nani ausgesprochen wurden, ein verstörender Chor von zwei Stimmen und einem Geist. Die auf die Knie gesunkene Sephi wirkte abwesend, wie in Trance, ihre Stimme beinah mechanisch und monoton, ganz so, als gehörte ihr Körper nicht mehr ihr und...In diesem Moment wurde Arkadi klar, warum die Slicerin so eine Angst vor Arianna Trallok hatte, woher dieser gehetzte, panische Ausdruck in ihren Augen gekommen war. Die Fähigkeiten, die Nani demonstriert hatte, ihr Eindringen in die Systeme von Kafrene, die Bewusstlosigkeit im Datenarchiv, es passte alles zusammen, ergab ein Bild, ein Muster. Die weißhaarige Nichtmenschin hatte nicht befürchtet, dass sie getötet oder gefoltert werden würde, nein, ihre Angst war es gewesen, dass jemand – oder etwas – anderes von ihr Besitz ergriff, sie zu einer Gefangenen in ihrem eigenen Körper machte. Und genau das, so schien es, war eingetreten. Ein grauenhaftes Schicksal und für einen kurzen Moment empfand Arkadi so etwas wie den Ansatz von Mitgefühl, bevor er seine Augen zusammenkniff und sich langsam wieder zu Arianna Trallok umdrehte, die ihm großzügig eine Antwort gewährte. Sie herrschte nicht bloß über Kafrene, sie WAR Kafrene. Die Sensoren der Station waren ihre Augen, ihre Hülle ihr Körper und ihre Waffensysteme ihre Fäuste, kam es Arkadi in den Sinn, eine Verschmelzung von Fleisch und Stahl, die Stärken von beiden, die Schwächen von keinem. War sie ein Droide, der ein eigenes Bewusstsein entwickelt hatte, ein Cyborg, eine Künstliche Intelligenz? Dieses Geheimnis behielt die „Königin“ dann doch für sich, mit zynischer Betrübnis verkündete sie, dass sie das NRGD-Team entgegen ihrer ursprünglichen Pläne nun doch würde töten müssen. Beute, Wirtin...das also war Nani. Eine neue Hülle für Arianna Trallok, in der sie wachsen konnte wie ein wunderschöner Parasit...

Das also war das wahre Gesicht der „Königin“. Sie war eine Seuche, eine Krankheit, eine Gefahr für alle organischen Lebewesen. Arkadi ging von dem Schlimmsten aus, wenn es ihr möglich war, die Systeme einer ganzen Raumstation zu kontrollieren und den Körper eines intelligenten Wesens zu übernehmen, dann war sie eine Bedrohung von noch nie gekannten Ausmaß. Vor dem inneren Auge des blonden Menschen entstanden Bilder von Schiffen, bei denen Systeme und Besatzung von dem ein und dem selben bösartigen Verstand beherrscht wurden, bei denen der Unterschied zwischen Droiden und organischen Lebewesen belanglos wurde. Nani würde die Erste sein, die Erste von vielen, Soldatin in einer Armee von Sklaven, die aller Individualität und Identität beraubt worden waren, kaum mehr als leere Hüllen, die Arianna Trallok mit sich selbst füllen konnte. Eine Vision der Zukunft, die selbst einen hartgesottenen, kalten Mann wie ihn erschütterte und mit Grauen erfüllte. Das durfte niemals Realität werden, niemals. Egal um welchen Preis, die „Königin“ musste vernichtet werden, ausgebrannt, jede noch so kleine Spur ihrer Existenz aus der Galaxis getilgt. Sie war ein Parasit...Bedrohlich langsam, unausweichlich kam Arianna Trallok langsam auf ihn zu und griff nach ihrem Schwert, eine archaische, aber deshalb nicht minder tödliche Waffe, belustigt kündigte die Frau einen letzten Tanz an, bei dem sie sich noch ein wenig am Ende der Republikaner ergötzen wollte. Nani, ihre neue zweite Hälfte...nicht beschädigen. War das eine Möglichkeit? Ihm blieben kaum noch Optionen, die Zeit lief ihm davon. Arkadi wägte ein letztes Mal ab, senkte demonstrativ geschlagen und unterwürfig den Blick, vermittelte das Bild eines Mannes, der aufgegeben hatte und vor dem Tod nicht davonlaufen würde...und dann wirbelte er herum, überwand mit zwei schnellen Schritten die Distanz zu Nani, packte die Sephi am Bauch und riss sie hoch, um sie als Schutzschild zu verwenden. In einer fließenden Bewegung hielt er der Nichtmenschin seine Blasterpistole an die Schläfe, in seinen kühlen blauen Augen war nicht einmal ansatzweise Defätismus zu erkennen, nur kalte Entschlossenheit. Die Stimme des Agenten ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass es sich nicht bloß um eine Verzweiflungstat handelte.


„Ich werde mehr tun, als Ihre Wirtin bloß zu beschädigen. Ich werde sie töten. Finger am Abzug...egal wie schnell Sie sind, egal ob Sie mich danach erwischen, Nani stirbt vor mir. Und nicht nur sie.“


Geschickt tastete der Agent nach dem Thermaldetonator, den er noch am Gürtel trug, und aktivierte ihn. Es gab einen Trick, mit denen man diesen Typ Granate in eine Totmann-Schaltung umbauen konnte, das funktionierte mit den meisten gängigen Modellen. Zu Arkadis Erleichterung auch mit diesem. Fest umklammerte er den Sprengkörper, würde er jetzt loslassen, würden sie alle in einer spektakulären Explosion draufgehen. Arianna Trallok mochte vielleicht auch das überstehen, aber Explosionen auf einer Raumstation konnten allerhand schwerwiegende Folgen haben. Langsam, seine Geisel vor sich haltend, begab sich Arkadi zur Konsole und warf einen kurzen Blick darauf, der Kanal zu Nanis Boss stand. Eingabe per Stimme...


„An den Boss der Slicerin Nani, hier spricht Arkadi Duval, NRGD-Agent. Ihre Untergebene und mein Team sind in der Sicherheitszentrale, zusammen mit Arianna Trallok. Sie ist nicht, was sie zu sein scheint, und deshalb...leiten Sie eine Nachricht für mich weiter. Kom-Frequenz #214412-12, der Autorisierungscode lautet „Haspir“. Geben Sie danach nur ein Wort ein: REDLINE. Wenn Ihnen auch nur ansatzweise etwas an der Galaxis, wie wir sie kennen, und Ihrem eigenen Überleben liegt, werden Sie das tun.“


Mehr war nicht nötig. Arkadi hatte gerade das Schicksal aller auf dieser Station besiegelt. Wenn diese Nachricht den NRGD erreichen würde, würden Mechanismen in Gang gesetzt werden, die niemand mehr aufhalten konnte. Nicht er. Nicht Nani. Nicht einmal Arianna Trallok. REDLINE war die letzte Option, die Brandmauer. Einmal gegeben konnte dieser Befehl nicht widerrufen werden...


[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Tirasina, Faith Navalon, Tyris Reth, Moore (alias Nani), NRGD-Team, Arianna Trallok (NSC)
 
Zuletzt bearbeitet:
[Ring von Kafrene - Kafrene-Raumstation - Markt, "Bar" - Duke, Bane, NPC's]



"Was für ein Gestank" ging es Bane als erstes durch den Kopf, während er mit Duke im Schlepptau die "Bar" betrat. Zumindest war der Schuppen als eine solche an der Tür ausgeschrieben. Es war jedoch eher eine zwielichtige Spelunke, eine Kaschemme, Treffpunkt für Gesindel. Bane blieb im Eingang stehen und sah sich um, ließ den Blick schweifen. Kaum einer der dicht gedrängt sitzenden Gäste drehte sich um, die jenigen die seinen Blick kreuzten guckten schnell weg. Alles Feiglinge. Sie alle drängten sich dicht an den Tresen, oder in Gruppen um die viel zu kleinen, zu voll besetzten Tische. Bei einigen Aliens war Bane sich nicht einmal sicher ob die saßen oder standen. Und es stank. Banes empfindliche Nase war überwältigt. Nicht einmal in einem Rancor-Bau roch es so. Die wilde Mischung von Körperausdünstungen verschiedener Aliens war widerlich.
Und Bane hatte nicht genug Platz. Es war nur ein schmaler Pfad zum Tresen hin frei. "Tja, Pech."


Während er sich seinen Weg durch die Menge bahnt eckt Bane an mehreren Ecken, Gästen, Waffen und was auch sonst noch an. Doch es gibt kaum unfreundliche oder verärgerte Blicke. Alle halten ihre Köpfe gesenkt und versuchen ihn zu ignorieren. Nicht mal ein Taschendieb versucht sein Glück.

Als er endlich an der Theke angekommen ist steht Bane in der zweiten Reihe. Ist jedoch kein Problem, jeder sitzende Gast geht ihm, wie üblich, nicht einmal bis zur Brust.


"Einen Schnaps. Und etwas für meinen Freund hier."

weißt Bane den Wirt an. Er braucht dringend Abhilfe gegen den Geruch.

[Ring von Kafrene - Kafrene-Raumstation - Markt, "Bar" - Duke, Bane, NPC's]
 
[Ring von Kafrene - Asteroidenfeld - Helyme - Cantina] Ral und diverse NSCs

Mit einem krachen verabschiedete sich die Wand und gab den Blick in den verrauchten Gang frei. Das 9118er im Anschlag rückte Ral vor, das HUD stellte sich automatisch auf Infrarot-Sicht um. Die Fists würden die Explosion kaum überhört haben aber bis genug von ihnen sich aus dem Feuergefecht mit den Söldnern gelöst hatten wäre Ral hier schon wieder raus. Eine Wärmequelle taumelte um die Ecke, ohne groß zu zögern drückte Ral ab und fräste zwei große Löcher in die Brust des überraschten Fist. Ein Sprint nach vorne, schon lehnte Ral an der Ecke und schob seinen Helm langsam in Richtung kannte damit das Kamerasystem den weiteren Verlauf einsehen konnte. Bis zum Ziel schien alles frei zu sein... dann mal los, die Zeit drängte! Aus dem Stand heraus sprintete er los und kam erst vor dem Archivschott zum stehen, sein Hand fur an den Waffengürtel und beförderte einen Thermandetonator zu Tage, den der Mandalorianer aufspaltete und am der Tür befestigte. Einige Schritte zurückgetreten, zündete er die tödliche Variante eines Türöffners und betrat schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit den Raum wegen dem er diese ganze scheiße überhaupt angezettelt hatte. Im Idealfall hatten der Droide (Pumpkin) und die beiden anderen (Bane, Charlie), sowie sein Clan ihre Aufgaben soweit geleistet das er am Ende, diesen Reth im Schlepptau einfach so zu den verdammten Gangsterbossen durchmarschieren und sich eine Stunde oder mehr mit dem Erzengel erkaufen konnte.

Der Download ging schnell vonstatten, der von der Slicerin (Moore) vorbereitete Loadstick leistete ganze Arbeit und kopierte die Daten in den Systemspeicher der Desaster, damit sie so viel wie möglich abgreifen konnten. Keine 30 Sekunden später trat Ral den Rückzug durch die brach liegende Cantinenwand an, "flüchtete" quasi vor den Stimmen die sich mittlerweile Richtung Datenlager aufgemacht hatten. Slin konnte halbwegs laufen, zur Sicherheit griff Ral dem Rodianer jedoch unter die Arme und so bewegten sie sich so schnell es geht in einem Manöver taktischen Rückzugs wieder zum Hangar zurück in dem die Desater wartete... die gerade dabei war mehrere andere Eingänge mit ihren nagelneuen Vierlingslasern in tiefes Rot tauchte und wahnsinnigerweise innerhalb des Hangars um sich feuerte. Dieser Xexto war doch leicht geistesgestört, befand Ral für sich, immerhin war er effizient, solange er keinen seiner Leute umbrachte. Die Laderampe senkte sich und die ungleiche Gruppe rannte durch den Schirm aus umherfliegendem Plasma, keiner blieb stehen, erst als sich die schützende Luke geschlossen hatte und das gröhlen der Triebwerke ihnen versicherte, dass das Schiff den Rückzug antrat. Während sich die Söldner anfingen zu feiern, lehnte sich Ral an die Wand und ging im Kopf nochmal alles durch, bisher war noch keine Zeit sich auszuruhen. Es galt noch die andere Hälfte des Teams zu exfiltrieren und dann das Schiff möglichst unauffällig irgendwo zu lassen wo es nicht direkt entdeckt wurde...

Mit einem Mal kackte es in seinem Helm... sein Kom war auf Empfang eingestellt was eigentlich kaum sein konnte? Die Slicerin! Er hatte sie schließlich dazu angewiesen ihnen einen sicheren Kanal zu besorgen, wenn sich die Sephi gleich melden würde, konnten sie früher als gedacht Kontakt mit dem Außenteam aufnehmen und die Exfill würde ein ganzes Stück einfacher werden.

„An den Boss der Slicerin Nani, hier spricht Arkadi Duval, NRGD-Agent. Ihre Untergebene und mein Team sind in der Sicherheitszentrale, zusammen mit Arianna Trallok. Sie ist nicht, was sie zu sein scheint, und deshalb...leiten Sie eine Nachricht für mich weiter. Kom-Frequenz #214412-12, der Autorisierungscode lautet „Haspir“. Geben Sie danach nur ein Wort ein: REDLINE. Wenn Ihnen auch nur ansatzweise etwas an der Galaxis, wie wir sie kennen, und Ihrem eigenen Überleben liegt, werden Sie das tun.“

Das Geschrei einer Männerstimme sorgte dafür das die allgemeine Inputregelung ansprang und die Lautstärke drosselte. Basic drang an sein Ohr, ungewohnt Nicht-Mando'a durch den Helm übertragen zu bekommen, eine Männerstimme mit einem leicht panischen Unterdruck erklang und stellte sich als Arkadi Duval vor, Agent des Republikanischen Geheimdienstes. Was machten Republikaner so weit ab von Republikanischem Staatsgebiet? Selbst für Agenten war es eine ganz schöne Odyssee bis man wieder Demokratischen Raum erreichte... Was auch immer der Mann versuchte für Ral war alles was er sagte nur Kauderwelsch, warum sollte er eine Nachricht weiterleiten und warum kontaktierte ihn die Sephi nicht selbst? Er würde keinesfalls irgendetwas in Gang setzen bevor er nicht wusste was vor sich ging, der Mann schien total fertig zu sein... und was hatte bitte Trallok mit der ganzen Sache zu tun? Und wieso verdammt sollte er Laufburschen für einen Republikaner spielen?

"Woher genau, Arkadi Duval, sollte ich ein Vertrauen in alles was sie mir gerade gesagt haben her nehmen? Ich will mit meiner Slicerin reden. Was genau soll mit Trallok sein und wieso sollte es in meinem Interesse liegen ihnen zu helfen oder meine Position preis zu geben?"

[Ring von Kafrene - Asteroidenfeld - Helyme - Hangar - An Bord der Desaster] Ral und diverse NSCs
 
Zuletzt bearbeitet:
[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Tirasina, Arkadi, Faith, Arianna-Moore

Die ganze Szenerie war mehr als interessant. Arianna bekam selten die Chance die offene Reaktion auf ihr eigenes selbst wirklich zu erleben, die Personen die jemals erfasst hatten was sie war waren alle nur Sekunden danach gestorben, jetzt jedoch wollte sie die Situation für ein paar Studienzwecke benutzen. Aus ihrer Sicht gab es keine wirkliche Möglichkeit wie sie nicht bekommen würde, egal auf welchem Weg sie die Agenten die Freiheit erkaufen oder erringen wollten am Ende würde sie gewinnen. Selbst wenn der Raleen-Körper beschädigt werden sollte, hatte sie die Möglichkeit mit den Überresten Reverse-Engineering zu betreiben, konnte mithilfe ihrer internen Systeme wahrscheinlich sogar ein relativ gutes Abbild ihrer Denkmuster nachbilden, jetzt wo sie sie integriert hatte. Und ihr eigener Körper... sie hatte bereits zwei weitere Rohlinge zusammengesetzt, dann müsste sich eben mit der Montur beeilen und einen neuen in Betrieb nehmen. Es gab für die Republikaner kaum die Möglichkeit ihre wirkliche Identität zu vernichten, auch wenn es schade wäre wenn sie ihren wirklichen Körper verlieren würde. Ungeduldig wartete die Königin darauf welchen Weg der Rädelsführer der kleinen Fleischlichen einschlagen würde... und er wählte den Tod. In einer schnellen Bewegung wirbelte er herum und brachte ihren organischen Wirt an sich. Warum wollten Biologische Lebensformen eigentlich nie hören? Welchen Sinn sah er darin? Sie hatte ihn doch immerhin freundlich darum gebeten in Würde zu sterben und ihr nicht noch unnötig mehr Arbeit zu verschaffen! Jetzt musste sie sich erst Nanis Körper entledigen um ihn nachher wieder... oh, sehr interessant! Anscheinend hatte der Blonde auch gleich für alle anderen den Tod beschlossen. Arianna wusste das ihr Schild die Explosion nicht mehr vollständig würde abfangen bevor er aufgebraucht war, Duval hatte also nicht komplett recht, ihr Synthfleich würde arg in Mitleidenschaft gezogen werden aber ihr normaler Körper dürfte sicher daraus hervor gehen.

Ein wenig in Alarm versetzte Arianna dann allerdings das was der Mensch in den Raum brüllte und plötzlich erkannte sie das die Konsole darauf zu reagieren schien! Wie konnte das sein? Sie hatte überhaupt keinen Kanal geöffnet, nicht einmal eine Autorosierungsanfrage erhalten! Mit gebotener Eile suchte sie in ihrem neuen Körper nach einer Lösung, einem Ansatz, einem Hinweis darauf was genau hier vor sich ging, doch die Biologische Informationsspeicherung war ihr noch viel zu fremd um relevante Daten ermitteln zu können. Es gab keine Möglichkeit ihr System zu überlisten?! Es existierte einfach kein bekannter Weg in der ganzen Informationstechnik der das hier erklärte und sie musste es wissen, schließlich war sie der Inbegriff eines Computers. Als dann tatsächlich eine Antwort erschalte war Arianna bereits dabei jede Stromversorgung zu diesem Terminal abzuschalten und zeitgleich suchte in ihren Datenquellen nach einem Wort namens Redline, was auch immer der Mensch da gerufen hatte es schien eine Art Trumpf zu sein von dem sie noch nie gehört hatte.

"Es ist fruchtlos Duval, es gibt für sie keine realistische Möglichkeit von hier zu entfliehen ohne zu sterben und das wissen sie. Außerdem hatte ich sie doch gebeten meine zerbrechliche Hälfte in Ruhe zu lassen! Am Ende müsste ich noch Reverse Engineering betreiben und das ist immer so unglaublich zeitaufwendig. Also was wollen sie machen?"

Mit dem Ende ihres Satzes schaltete sich die Konsole und jeder Bildschirm in dem Raum aus, egal was auch immer hier vor sich ging, jetzt hatte sie es auf jeden Fall unterbunden! Plötzlich vibrierte Nanis Handgelenk, das musste das Datapad sein... aber durch den Griff des Republikaners war Arianna in keiner Position in der Lage es einzusehen und ihre Systeme kämpften noch mit der unglaublich potententen Verschlüsselung die definitiv von einer passablen Slicerin aufgesetzt worden war.

**Duval, verpassen sie mir einen Stromschlag und kleben sie ihr den Detonator irgendwie an den Körper.**

[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Internes Archiv] Tyris, Tirasina, Arkadi, Faith, Arianna-Moore
 
[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Tirasina, Faith Navalon, Tyris Reth, Moore (alias Nani), NRGD-Team, Arianna Trallok (NSC)

Die Situation war ausweglos in der Sicherheitszentrale war ausweglos, jedenfalls wenn man in klassischen Kategorien dachte. Zum Glück für die Neue Republik – und dem Pech von Arianna Trallok – war Arkadi nicht jemand, der vor unkonventionellen Methoden zurückschreckte und einen Gedanken verwarf, bloß er für die meisten Lebewesen verrückt oder unmoralisch war. Seine Zeit im Geheimdienst hatte den ehemaligen Soldaten gelehrt, dass Vorstellungen von richtig oder falsch ebenso vereinfacht wie realitätsfern waren. Es gab nur zwei Dinge. Erstens, eine höhere Sache, der man sich verschrieb, der man alles aufopferte, in der man völlig aufging. Und zweitens, was auch immer notwendig war, um diese höhere Sache am Leben zu erhalten. Für den blonden Menschen war die Neue Republik alles, was ihm von den Trümmern seines Lebens noch geblieben war, für sie würde Arkadi bereitwillig lügen, töten, betrügen, foltern und wenn es sein musste auch sterben. Was sonst sollte er tun? Aus freiem Entschluss hatte er diesen Weg gewählt und er würde ihn bis zum bitteren Ende gehen. Für die Republik. Für sich selbst. In der Galaxis gab es kaum etwas gefährlicheres als jemanden, der nichts mehr zu verlieren hatte und der die Intelligenz eines ausgebildeten, erfahrenen Geheimdienstlers mit dem Fanatismus eines wahren Gläubigen verband. Arkadi zog einen grimmigen Stolz daraus, dass er anders war als die meisten Lebewesen und Dinge tun konnte, die sie sich nicht einmal vorzustellen wagten. Er gehörte nicht mehr zu ihrer Welt, lebte nach seinen eigenen Regeln und Gesetzen. Seine Augen waren geöffnet, er hatte die Wahrheit gesehen und konnte diese Wahrheit nicht leugnen, der Geist war aus der Flasche und nicht mehr einzufangen. Es war war ein merkwürdiges Gefühl der Freiheit, vor allem aber war es die Chance, etwas zu bewirken, die Galaxis wirklich zu verändern. In den kühlen blauen Augen des Agenten waren weder Furcht noch Zweifel zu erkennen, als er zu Arianna Trallok blickte. Was auch immer sie war, eines wusste er ganz genau: Unter keinen Umständen durfte sie weiter existieren. Ihr bloßes Dasein war eine Gefahr, eine Bedrohung für alles, das ihm wichtig war, und somit musste die „Königin“ von Kafrene sterben, musste mit Stumpf und Stiel ausgemerzt werden. Wenn Arkadi sich und sein Team dafür opfern musste...dann war es eben so.

Falls Arianna Trallok angesichts der Bereitschaft des Agenten, sich und alles und jeden in diesem Raum in die Luft zu sprengen, Angst empfand, ließ sie es sich nicht anmerken, mit klinisch distanzierter Neugier und einer gewissen Belustigung schien sie die Ereignisse zu verfolgen und höchstens eine leichte Verärgerung zu empfinden, als Arkadi Nani als Geisel nahm. Die Verbrecherfürstin hatte ihre Absichten klar gemacht, aber niemals würde er zulassen, dass sie ihren Willen bekam. Arkadi war fest entschlossen, die Slicerin in seinen Armen zu erschießen und anschließend den Thermaldetonator zu zünden. Intakt würde die Sephi diesem...Ding nicht in die Hände fallen, das schwor sich der Agent, und vermutlich tat er der weißhaarigen Frau damit auch einen Gefallen. Ihr Angst war nur zu deutlich gewesen und Arkadi konnte sich ungefähr vorstellen, was für ein Schicksal ihr blühte. Als willenlose Marionette zu enden, eine Gefangene im eigenen Körper, diese Vorstellung war grauenhaft, der Tod im Vergleich dazu eine akzeptable Alternative. Aber vielleicht – und nur vielleicht – gab es noch die Chance, dass der Boss der Slicerin seine Nachricht erhalten und weiterleiten würde. Stille und Rauschen, dann eine Antwort, und jetzt konnte Arkadi tatsächlich so etwas wie Überraschung bei Arianna Trallok erkennen. Die Genugtuung darüber verflog rasch, als der Mann (Ral) am anderen Ende der Leitung mit deutlichem mandalorianischen Zungenschlag erklärte, dass er keinen Anlass sah, Arkadi zu vertrauen. Energisch verlangte er, mit Nani zu sprechen, und verwies darauf, dass es keinen Grund gab, ein Risiko einzugehen, indem er Arkadi half. Idiot! Er hatte keine Ahnung, mit was sie es zu tun hatten, in was für einer Gefahr sie alle schwebten. Aber was sollte man auch von einem Mandalorianer erwarten, sie waren nicht für ihre hochentwickelte Intelligenz bekannt, sondern eher für den arroganten Glauben, weit und breit das gefährlichste Wesen zu sein. Dieser Irrglaube würde die Galaxis noch teuer zu stehen kommen, verärgert biss Arkadi die Zähne zusammen, seine Stimme war kühl, aber drängend.


„Ihre Slicerin ist entweder tot oder wird es bald sein. Trallok hat die Kontrolle über sie übernommen, sie ist eine Art...eine Art Maschine, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Leiten Sie die Nachricht weiter, haben Sie das verstanden? Sie müssen unbedingt die Nachricht...“


Weiter kam der Agent nicht, denn nun reagierte die „Königin“ und da war tatsächlich Ärger in ihre Stimme zu hören, sie war der festen Überzeugung, dass es für die Republikaner keinen Ausweg gab. Vielsagend sprach sie – oder es – von Nani als ihrer „zerbrechlichen Hälfte“ und bestätigte damit Arkadis Vermutungen. Arianna Trallok war ein Parasit, in Ermangelung eines besseren Wortes, und der Agent war fest entschlossen, ihr keine Wirte zu überlassen. Was auch immer sie genau plante, wenn er es schon nicht aufhalten konnte, dann konnte er es wenigstens erschweren und verzögern und damit vielleicht dafür sorgen, dass andere diese Kreatur vernichten konnten. Erneut demonstrierte diese ihre Macht, kaum hatte sie ihre Worte ausgesprochen, erloschen mit einem Flackern sämtliche Bildschirme im Raum, die Verbindung zur Außenwelt brach damit ebenfalls ab. Arkadi kniff die Augen zusammen und machte sich bereit, das war also das Ende...doch nur einen Moment, bevor er abdrücken konnte, vibrierte das Datapad an Nanis Handgelenk und instinktiv blickte der blonde Mann dorthin, während er wachsam darauf achtete, ob Trallok etwas unternehmen würde. War das ein Trick, um ihn abzulenken? Verblüfft las Arkadi die Anweisung auf dem Monitor. Einen Stromschlag...Möglich, dass das alles eine Täuschung war, aber welche Wahl hatte er? Seine Gegnerin wirkte abgelenkt, beschäftigt, vielleicht damit, alle Systeme in diesem Raum abzuschalten. Jetzt oder nie, die Zeit des Zögerns war vorbei. Beobachten, abwägen, entscheiden, handeln. Ein rascher Blick, eine letzte Überlegung... Arkadi fixierte die „Königin“ und seine glatte, kühle Stimme ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass hier ein Mann sprach, der nicht aufgeben würde.


„Ich bin bereit, für meine Überzeugungen zu sterben. Sie auch? Finden wir es heraus. Für die Bewahrung unserer großen und freien Republik!“


In einer fließenden Bewegung schlug Arkadi gegen das Datapad, legte damit einige Kabel frei und stieß Nani von sich, während die Sephi zur Seite fiel, gab er einen Schuss ab und das Blasterfeuer raste nur knapp am Handgelenk der Slicerin vorbei, nah genug, um die Systeme des Datapads endgültig zu überlasten und einen massiven Stromschlag durch den Körper der Weißhaarigen zu jagen. Zuckend und sich windend landete sie auf dem Boden, doch Arkadi vergeudete keinen Blick, er war bereits einen Schritt weiter, richtete seinen Blaster auf Trallok und drückte ab, schießend stürmt er vorwärts und zielte dabei auf den Kopf der „Königin“, um sie abzulenken. Eine flinke Bewegung genügte, als er nah genug dran war, um den aktivierten Thermaldetonator gegen den Körper seiner Gegnerin zu drücken. Arkadi lächelte grimmig, ließ den blinkenden Sprengsatz los, sprang rückwärts...und die Welt verschwand in einem gewaltigen Knall und einem Meer aus grellem Licht, als der Thermaldetonator explodierte.


[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Tirasina, Faith Navalon, Tyris Reth, Moore (alias Nani), NRGD-Team, Arianna Trallok (NSC)
 
[Ring von Kafrene - Asteroidenfeld - Helyme - Hangar - An Bord der Desaster] Ral und diverse NSCs

Höflichkeit war nicht wirklich ein Charakterzug von dem der Agent am anderen Ende schonmal gehört hatte, für Ral gab es zwar nicht wirklich einen Grund dem Mann zu vertrauen, andererseits... welchen Grund genau sollte der Mensch haben um zu lügen. Brauchte man für lügen überhaupt einen wirklichen Grund? Unehrlichkeit war ganz klar ein Konzept das Ral selbst nach all den Jahren nicht so wirklich verstandern hatte, mittlerweile hatte er jedoch gelernt misstrauischer zu sein als früher. Nur zu gern hätte Ral gewusst was genau am anderen Ende der Leitung vor sich ging. Er glaubte nicht das sein etwas eigenartiger Gesprächspartner diese Worte zufällig gewählt hatte, auch wenn Ral nicht ganz klar wie genau es einer Maschine möglich sein sollte sich in irgendeiner erdenklichen Weise einer biologischen Lebensform bemächtigen konnte. Natürlich war er kein Wissenschaftler aber der Unterton verriet zumindest das der Mann entweder ein absolut gerissener Lügner oder von dem was er sagte mehr als nur überzeugt war. Dennoch war Ral nicht gewillt einfach so den Anweisungen eines völlig Fremden folge zu leisten, so dumm diese gänzlich zu ignorieren würde er sich ebenfalls nicht anstellen. Schließlich riss die Verbindung ab bevor der Mandalorianer etwas erwidern konnte, ok hier war nicht alles so wie es sein sollte das stand fest. Wenn es der Slicerin gut ging würde sie sich am Rendezvous-Punkt, dem Stellarian Prime, mit ihnen treffen und wenn nicht dann... war das auch nicht wirklich Rals Problem auch wenn er mit diesem Duval gern einige Worte gewechselt hätte. Immerhin schien es jetzt wenigstens eine sichere Frequenz für den Mando und sein Team zu geben, die er sogleich öffnete und eine schriftliche Kom-Nachricht an das Zweite Team schickte.

*** Kom Nachricht an Pumpkin und Bane ***

Kanal für sichere Kommunikation steht, wir haben die Daten der Fists und sind auf dem Weg euch zu exfiltrieren. Der Hangar der von den Red Fangs auf eurer Ebene benutzt wird ist das Ziel. Ein wenig mehr Sachschaden zu dem abhanden gekommenen Schutzgeld dürfte sie soweit wachrütteln.

Ral Ende

*** Ende der Kom-Nachricht ***

Dann stellte er den Kanal auf Dauerempfang um und winkte einen der Jawas heran. Sollte das was der Republikanische Agent gesagt hatte wirklich essentiell für ihr aller überleben sein, würde Ral nicht so dumm sein und sich komplett querstellen.


"Programmier mir eine Kom-Bake mit diesem Frequenzband.", auf Befehl stellte Rals Helmkamera ein Holobild der Daten vor dem Mechaniker in den Raum. "Sie soll solange horchen bis sie diese Freigabe von mir bekommen und dann sich dann auf Kanal #214412-12 als Haspir identifizieren und den Code 'REDLINE' durchgeben. Alles soweit verstanden? Gut. Außerdem soll sie eine weitere Nachricht mit dem Kennzeichen 'AGALAR' auf der Militärischen freien Frequenz nach Concord Dawn schicken."

Dann stieß sich Ral von der Wand ab und machte sich auf den Weg zur Brücke um den Anflug auf die Station zu überwachen.

[Ring von Kafrene - Asteroidenfeld - Auf Kurs Richtung Kafrene-Raumstation] Ral und diverse NSCs
 
[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Kommunikationszentrale] Tyris, Tirasina, Arkadi, Faith, Arianna-Moore

Es gab selten Momente in denen die Königin von Kafrene eine Situation nicht vollständig überblickte. Es waren die schlimmsten ihrer Existenz und wenig Dinge waren für Arianna so nervenaufreibend und hassenswert. Während sie mit der Verschlüsselung des Pads kämpfte suchte sie fieberhaft nach Möglichkeiten den Bildschirm an Moores Handgelenk einzusehen, versuchte sich aus der Umarmung des Agenten zu befreien und war kurz davor sich auf ihn zu stürzen als der Mann etwas eigenartiges tat. Zunächst spie erihr förmlich einige idealistische Parolen entgegen bevor er Ariannas biologischem Körper auf das Handgelenk schlug und sie freigab. Sofort und ohne weitere Gedanken an die Chancen des Agenten verschwendend setzte die Königin von Kafrene zum Angriff an... nur um von einer Welle von Eindrücken übermannt zu werden die sie nicht zuordnen konnte. Wie gelähmt wurde die KI Zeuge wie der Agent ihr die Sicht nahm, die Schüsse prallten gegen ihren Schild doch durch die Kameras konnte sie noch ungefähr nachverfolgen was passierte, doch sie war nicht in der Lage sich zu wehren. Dann ein lauter Knall...

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hustend kämpfte sich Moore unter den Resten einer Konsole hervor, ihr gesamter Körper fühlte sich taub an. Rauch vernebelte die Sicht, erschwerte die Atmung und verhinderte effektiv das die Sephi vollständig erfassen konnte was gerade passiert an. Ihr gesamter Denkprozess schien sich verändert zu haben... eben noch war es so als Läge ihr das Wissen der Galaxis zu füßen und im Nächsten Moment war da nur eine Flut elektrischer Reize. Während sie von einem Hustenanfall durchgeschüttelt wurde, versuchte Moore das Wirrwarr in ihrem Kopf in eine gerade Linie zu bringen. Sie waren in der Kommunikationszentrale auf der Kafrene-Station... verfolgt von Arianna Trallok... Arianna... die KI die die Station beherrschte... eine KI mit vollem Bewusstsein... ein Supercomputer... sie hatte versucht herauszufinden wieso Moore das Holonet warnehmen konnte... hatte sich gewaltsam Zutritt verschafft... sie waren eine Person gewesen und dennoch zwei Geister... sie hatte verstehen können was Arianna war... Während Moore noch mit sich selbst kämpfte wurde ihr aufgeholfen, durch den Staub konnte sie den Republikanischen Agenten erkennen. Die Nachricht! Er hatte verstanden was er tun sollte und hatte das HNAI überladen!

"Wo ist sie?"

Es war die erste Frage die der Bechesmy in den Sinn kam, noch bevor sie registrierte das ihr Datapad ihr furchtbar in den Arm schnitt. Während der Agent sie stützte, betrachtete Moore die kläglichen Überreste ihres Computers... so hatte er das mit dem Stromschlag angestellt. Damit hatte sie jegliche simple Kommunikation mit den internen Systemen verloren solange sie sich nicht ihre Holowand aus dem Stellarian Prime besorgen konnte. Zwar hatte der Mensch sie aus dieser doch misslichen Lage befreit aber natürlich musste irgendwas dabei kaputt gehen.


"Hätten sie das Pad nicht wenigstens heile lassen können..."

Bevor sie weiterreden konnte sah sie die KI im Staub liegen. Teile ihrer inneren Systeme lagen frei, die Mimik war tot und große Stellen waren nur noch von verbrannten Resten bedeckt, die vorher wahrscheinlich einmal Synthfleisch dargestellt hatten. Arianna Trallok war keinesfalls tot aber die neuronale Überlastung von Moores Physiologie hatte für eine unangenehme Rückkopplung gesorgt. So gut ihr Körper doch einen biologischen abbildete, körperlichen Schmerz, Muskelkrämpfe oder Herzversagen kannte sie nicht. Ebenso war es für sie schwierig sich auf die biologische Informationsverarbeitung so schnell einzustellen. Moore hatte zwar ihren Körper nicht mehr unter Kontrolle gehabt aber ihre Existenz hatte Arianna nicht gelöscht. Es kam alles wieder... zwar langsam aber für den Moment hatten sie sich wahrscheinlich eine Pause erkauft.

"Wir sollten verschwinden. Sie wird nicht ewig ausgeschaltet bleiben und wenn sie wieder vollständig gebootet ist möchte ich ungerne hier sein, dieses ganze Manöver wird kein zweites Mal funktionieren. Wenn wir in sicherer Umgebung sind kann ich ihnen vielleicht ein paar der Fragen beantworten die ihnen ins Gesicht geschrieben stehen Lieutenant Commander. Wir haben ein Safe House hier auf Kafrene, da sollte ich mich später mit meinem Auftraggeber treffen... der der sie per Kom so rüde hat abblitzen lassen."

[Ring von Kafrene - Kafrene-Station - Hochsicherheitstrakt - Kommunikationszentrale] Tyris, Tirasina, Arkadi, Faith, Moore
 
[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Tyris Reth, Moore (alias Nani), NRGD-Team, Arianna Trallok (NSC)

Die schiere Zerstörungskraft, die der explodierende Thermaldetonator in der Sicherheitszentrale entfesselte, hatte etwas erhabenes. Eine Wand aus Licht schien vor Arkadis Augen auf ihn zuzurasen und der Knall und die ihm folgende Druckwelle ließ den ganzen Körper des Agenten zittern, als die schiere Wucht der Detonation ihn zurückschleuderte, fort von Arianna Trallok, die diese selbstmörderische Attacke erst zu spät erkannt hatte. Es war ein befriedigender Gedanke, dass es noch möglich war, diese Kreatur zu überraschen und zu überlisten, trotz all ihres Wissen und ihrer Macht war die „Königin“ von Kafrene nicht allmächtig. Jedenfalls noch nicht. Die Hoffnung, die Pläne der Verbrecherin wenn schon aufgehalten, dann doch wenigstens verlangsamt und erschwert zu haben, ließ ein grimmiges Lächeln an den Mundwinkeln von Arkadi zupfen, der blonde Mann nahm die Explosion und sein Schicksal an und zeigte weder Furcht noch Panik, als er zurückgeworfen wurde. Mit einem lauten Knacken landete er rücklings auf dem Boden und für einen schrecklichen Moment blieb ihm die Luft hatte, rang sein Körper verzweifelt nach Luft, aber dieser Horror ging vorbei. Der ehemalige Soldat gönnte sich keine Rast, keine Pause, und obwohl der Raum vor seinen Augen verschwamm und das schrille Kreischen in seinen Ohren es unmöglich machte, etwas zu verstehen, stützte er sich zunächst auf die Ellbogen und kämpfte sich dann mit zusammengebissenen Zähnen wieder hoch. Suchen huschte der Blick seiner kühlen blauen Augen durch die Sicherheitszentrale, Rauch und Trümmer erschwerten die Sicht, der dichte Qualm ließ Arkadi husten, als er sich einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörung verschaffte. Der Thermaldetonator hatte ganze Arbeit geleistet, im Umkreis um die letzte Position von Arianna Trallok war die Verkleidung an Boden und Decke herausgerissen und sämtliche Konsolen zerstört worden, eine riesige Lücke klaffte dort wie eine Wunde. Geschockt von der Explosion taumelten einige Mitglieder des republikanischen Teams durch den Raum, halfen sich so gut es ging gegenseitig auf die Beine und tasteten nach Waffen und Ausrüstung. Arkadi tat es ihnen gleich, kaum, dass er wieder wacklig, aber einigermaßen stabil wieder stand, griff er nach seiner zu Boden gefallenen Blasterpistole, überprüfte sie rasch und eilte dann durch den Rauch, nicht weit von ihm entfernt konnte er weiße Haare sehen und er hörte, wie Nani hustete.

Angesichts der Tatsache, dass die Slicerin bis gerade eben noch als Wirtin für Arianna Trallok fungiert hatte – und dies möglicherweise immer noch tat – näherte sich Arkadi ihr ausgesprochen vorsichtig, der blonde Agent hatte seine Waffe im Anschlag und sein Gesicht war eine ausdruckslose Maske kalter Entschlossenheit. Für den Fall der Fälle würde er keine Sekunde zögern, abzudrücken und sicherzustellen, dass die Sephi keine Bedrohung mehr darstellen konnte. Prüfend, misstrauisch betrachtete er sie, seine rechte Hand blieb am Blaster, während er ihr aufhalf und nach Hinweisen suchte, dass Nani noch unter der Kontrolle der „Königin“ stand. Vermutlich wäre es besser, sie hier und jetzt zu erschießen und die Leiche zu verbrennen, aber angesichts ihrer Fähigkeiten und ihres Wissens um die Art der Bedrohung konnte Arkadi nicht so einfach auf die Weißhaarige verzichten. Für den Moment jedenfalls, doch sollte es auch nur den kleinsten Hinweis geben, dass sie weiterhin als Wirtin für Arianna Trallok diente, war ihr Leben verwirkt und der Agent würde persönlich ihre Leiche verbrennen, um zu garantieren, dass sich diese...Seuche nicht weiter ausbreiten konnte. Diskret signalisierte er zwei Mitgliedern seines Teams, ein Auge auf die Sephi zu haben, während er ihr aufhalf, die ersten Worte aus dem Mund der Slicerin drehten sich um eine ebenso drängende wie beunruhigende Frage – wo war Arianna Trallok? In dem Rauch war es schwer, etwas zu erkennen, und so aktivierte Arkadi die Lampe an der Unterseite der Blasterpistole.


„Lichter aktivieren, durchkämmt den Raum! Findet Trallok, ich will, dass wir dieses...Ding restlos zerstören. Los, Bewegung!“


Seine lautstarken, aber mit ruhiger, kalter Stimme gegebenen Anweisungen rissen das republikanische Team aus seiner seiner Schockstarre. Lichter wurden aktiviert und schnitten wie sich wie helle Dolche durch den Rauch, als die Soldaten ausschwärmten und die Sicherheitszentrale durchsuchten. Es herrschte eine angespannte, bedrückende Stille, nur unterbrochen von dem Geräusch von Stiefeln und dem klagenden Ächzen noch in der Verankerung verbleibender Teile der Sicherheitszentrale, wie ein verwundetes Tier stöhnte die Station auf. Als würde sie leben...Der Gedanke jagte Arkadi einen kalten Schauder über den Rücken. „Ich bin Kafrene“, die Worte von Arianna Trallok hallten in seinem Gedächtnis wieder, eine grauenhafte Mahnung. Sie mussten dieses...Ding finden und zerstören, vollständig, schnell. Der Agent war so beschäftigt, dass er Nanis Klage über ihr zerstörtes Datapad zunächst beflissen ignorierte, dann aber seinen Griff um die Sephi verstärkte und sie aus seinen blauen Augen mit einer Kälte ansah, die Hoth wie ein tropisches Paradies wirken ließ. Worte waren überflüssig, die Botschaft eindeutig: Sie konnte froh sein, dass sie noch am Leben war, und das konnte sich ganz schnell ändern, falls der Agent sie für eine Bedrohung halten sollte. Arkadi hielt den Blickkontakt und hob demonstrativ seinen Blaster...da erklang die aufgeregte, angespannte Stimme eines Soldaten weiter vorn.


„Sir, hier drüben!“

Arkadi und Nani wandten sich der Richtung zu, aus der der Ruf gekommen war, und bahnten sich vorsichtig einen Weg durch den Rauch und die Trümmer. Ihnen bot sich ein grotesker, verstörender Anblick und selbst der hartgesottene ehemalige Soldat konnte sich eines Fröstelns nicht erwehren, als er auf den malträtierten „Körper“ von Arianna Trallok hinab starrte. Was zuvor überzeugend als Mensch gewirkt hatte, war nun seiner Maske beraubt, die wahre Natur als mechanisches Wesen enthüllt. Kümmerliche Reste von verbranntem Syntfleisch ließen das alte, falsche Aussehen noch teilweise erahnen, die tote, eingefrorene Mimik im Gesicht hatte etwas verstörend ruhiges, distanziertes, als würde sich die „Königin“ nicht im geringsten Sorgen machen angesichts dessen, was von ihrem Leib übrig geblieben war. Dort, wie die Hülle vollständig zerstört worden war, konnte man die inneren Systeme erkennen, ein Gewirr von Drähten, Schaltkreisen und anderen Elementen. Es war, als würde man die inneren Organe eines Lebewesens betrachten, ein ebenso faszinierender wie abstoßender Anblick. Arkadi musste zugeben, dass es verlockend war, Teile dieser Maschine mitzunehmen und den Experten der zuständigen Sektion zu übergeben, aber das Risiko war zu groß, die „Königin“ viel zu gefährlich. Nani stimmte ihm offenkundig zu, die Slicerin riet dazu, möglichst schnell zu verschwinden, bevor dieses „Ding“ wieder zum Leben erwachen würde. Arkadi kniete nieder und betrachtete neugierig Tralloks inneren Aufbau, während er Nani zuhörte. Die Weißhaarige rechnete offenbar mit einem baldigen Wiederwachen dieser Kreatur, und noch einmal würde die Aktion mit dem Thermaldetonator nicht funktionieren. Ja, davon war auszugehen, die Verbrecherfürstin war zu clever, um sich zweimal übertölpeln zu lassen, sie mussten sich etwas einfallen lassen und dafür brauchte er mehr Informationen. Informationen, die Nani ihm mitteilen wollte, sobald sie ein Versteck erreichten, von dem aus sie auch ihren Boss kontaktieren konnten. Arkadi hoffte, dass der Mandalorianer seinen begrenzten Verstand dazu genutzt hatte, die Anweisungen des Agenten umzusetzen, auch wenn es nicht danach geklungen hatte. Vielleicht würde die Slicerin ihn umstimmen können, und so nickte Arkadi langsam, warf Trallok einen letzten Blick zu und erhob sich langsam.


„Einverstanden. Zeigen Sie mir den Weg zu diesen Versteck und reden Sie wenn möglich mit Ihrem Auftraggeber, vielleicht hört er auf Sie. Und ja...“


Der schlanke blonde Mann präsentierte ein schmales, gefährliches Lächeln, als er aufstand und sich zu der Sephi neben ihm umdrehte, seine kühlen blauen Augen funkelten, als er die Slicerin betrachtete und in einer fließenden Bewegung seine Blasterpistole gegen ihren Bauch drückte.


„...es gibt da einige Fragen, die mich brennend interessieren. Wie zum Beispiel, ob es nicht besser wäre, Sie hier und jetzt zu erschießen, bevor Trallok noch einmal die Kontrolle über Sie übernimmt. Immer vorausgesetzt, dass Sie in diesem Moment tatsächlich nicht mehr als ihre Wirtin fungieren und nicht etwa versuchen, mich zu täuschen. Ich hatte den Eindruck, dass Sie während Ihrer Zeit unter der Kontrolle sehr unempfindlich gegen Reize aller Art waren. Was bedeutet...“


Ohne Vorwarnung holte Arkadi aus und schlug der Sephi mit der Blasterpistole in den Magen, seine kühlen blauen Augen lauerten auf eine Reaktion...und tatsächlich verzog Nani das Gesicht und wimmerte gequält, die Slicerin krümmte sich angesichts des heftigen, plötzlichen Schlags. Arkadi achtete genau auf jede Regung, das war nicht gespielt. Der Schmerz war echt, die Überraschung war echt. Für den Moment musste das genügen.


„Wie ich vermutet hatte. Glückwunsch, Sie bleiben am Leben...vorerst. Geben Sie keinen Grund, meine Meinung zu überdenken...und beten Sie, dass Trallok nicht wieder die Kontrolle über Sie erlangt.“


Der Agent sprach so ruhig und glatt, als würde er sich mit ihr über das Wetter unterhalten, seine Worte ließen nicht die geringsten Zweifel an seinen Absichten. Ein kühler, prüfender Blick, dann nahm Arkadi seine Blasterpistole von der Slicerin weg, richtete sie auf Tralloks Gesicht und drückte zweimal ab.


„Für die Bewahrung unserer großen und freien Republik...Corporal! Sammeln Sie alle verfügbaren Sprengkörper und jedes fast leergeschossene Energiemagazin ein und bringen sie diese an diesem...Ding an. Ich will, dass nichts davon übrig bleibt, sobald wir die Sicherheitszentrale verlassen. Bereitmachen zum Aufbruch!“


Das republikanische Team formierte sich, machte sich bereit und wie befohlen wurde alles, das in irgendeiner Form explodieren konnte, auf die „Leiche“ gelegt und ein improvisierter Fernzünder gebastelt, den Arkadi entgegennahm. Hier gab es nur noch eine Sache zu erledigen, und als sich die Gruppe auf den Weg machte und die Sicherheitszentrale hinter sich gelassen hatte, betrachtete Arkadi den Auslöser in seiner Hand, lächelte kühl und drückte den Knopf. Der Ring von Kafrene erzitterte, als die Sicherheitszentrale in Feuer und Hitze gehüllt wurde und diese Explosion gab dem Raum und den Trümmern darin den Rest. Arkadi war fest entschlossen, Arianna Trallok aufzuhalten, und würde nicht zögern, alles und jeden auf dieser Station zu vernichten, um das zu garantieren. Falls es daran noch irgendwelche Zweifel gegeben hatte, waren sie spätestens jetzt...ausgeräumt. Der Agent war Teil der Sektion Null, der ersten und letzten Verteidigungslinie der Neuen Republik. Niemand uns niemand durfte diese Linie überschreiten, es war die einzige Linie, die immer halten musste. Egal um welchen Preis.


[Ring von Kafrene | Raumstation | Hochsicherheitstrakt | Vor der Sicherheitszentrale | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Tyris Reth, Moore (alias Nani), NRGD-Team
 
Zurück
Oben