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Cirrus

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Steven Crant, 9. August 2013.

  1. Steven Crant

    Steven Crant Thronerbe von Cirrus & Jedi-Ritter Premium

    Cirrus
    ______________________


    [​IMG]

    [ Infos zum Planeten: Cirrus (engl.) | Cirrus (dt.) ]

    [ Zugehörigkeit: Neutral ]​



    Cirrus-System

    Region: Äußerer Rand

    Sektor: Dantus-Sektor

    Raster-Koordinaten: J-6


    Cirrus

    Monde: 1 (Andron)

    Handelsroute(n): n./a.

    Atmosphäre: atembar

    Klassifizierung: Terrestrisch

    Klima: Gemäßigt

    Eingewanderte Spezies: Menschen

    Sprachen: Cirrish, Galactic Basic Standard

    Hauptstadt: Ciran

    Größte Stadt: Ciran

    Demonym: Cirresen (cirrish: Cirrean)

    Staatsform: Erbmonarchie

    Souverän: Dr. Jack Crant, The Duke of Cirrus




    Wichtige Informationsübersicht: Nachschlagewerk über Cirrus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Dezember 2014
  2. Julie Miller

    Julie Miller CIS Agent a.D.

    [[Cirrus-System –- Cirrus –- Ciran -- Raumhafen -- Jake Ferell, Jessh Mowas & ehemalige Imperiale Soldaten, Cirresen]]


    "Cirrus?"

    fragte Jessh Mowas ehemalige Flottenoffizierin und ehemalige Geheimagentin des Imperiums ihren ebenso ehemaligen Kollegen ungläubig.

    "Welch unglaublicher Zufall, das du genau diesen Planeten gewählt hast!"

    Freude zeichnete sich auf den Gesicht der jungen Frau ab, ganz im Gegensatz zu dem Gesicht was Jake Ferell machte, dieser blickte eher ein wenig ratlos drein.
    Was verständlich war, denn Jessh hatte sich bis jetzt noch nicht erklärt. Cirrus war nicht irgendein Planet, es war der Planet auf dem, wenn sie sich recht erinnerte ihr alter Jugendfreund Thronerbe war.

    "Ich habe einen Freund hier in der Herrscherfamilie, wir sind zusammen aufgewachsen auf Coruscant."

    Die Menschenmassen die hier im Raumhafen der Hauptstadt herumliefen nahmen kein Ende, von allen Seiten strömten Leute auf sie zu, gingen um sie herum und verschwanden wieder in der Masse. Vor einigen Stunden waren sie noch treue Imperiale, jetzt waren sie vom Imperium geächtet wahrscheinlich sogar verjagt und suchten auf Cirrus Zuflucht.

    Gerade als sich die Gruppe nach einem Gespräch mit George Winters in Bewegung setzen wollte um zur zuständigen Behörde für Einwanderung und Asylanträge zu gelangen winkte Jessh die Gruppe zu sich heran.
    In einer kleinen Sitzecke im Raumhafen hingen HoloNetmonitore und der Imperiale Kanal war eingeschaltet.

    "...Jake Ferell und Jessh Mowas. Beide dienten laut Angaben der Behörde einst in der Imperialen Flotte und scheinen für eine schreckliche Katastrophe auf Ryloth Schuld zu sein, da sie das unter ihrem Kommando stehende Kriegsschiff, einen mittelschweren Strike-Kreuzer namens „Viper“, einfach auf eine Twi'lek-Niederlassung haben stürzen lassen. Statt sich nun einem fairen Prozess zu stellen, sind beide Straftäter auf der Flucht. Beide gelten als gemeingefährlich, weshalb das Kopfgeld jeweils auf zwanzigtausend Credits (tot) und fünfzigtausend Credits (lebendig) ausgerufen wurde. Weitere Nachrichten, auch über den Waffenstillstand..."


    Geschockt vom Bericht im imperialen HoloNet stütze sich Jessh gegen einen der massiven Pfeiler im Raumhafen. Auch wenn sie es schon geahnt hatte, es war ein komisches, befremdliches und auch beschämendes Gefühl als Verräter hingestellt zu werden. Doch das was die junge Frau aufatmen und neue Hoffnung schöpfen ließ, war die Tatsache, das sie nun endlich das wahre Gesicht des Imperiums erkannte, endlich ließ dieses nur noch falsche Reich seine Hüllen fallen.
    Denn tatsächlich hatten weder Jessh noch Jake jemals angeordnet die "Viper" auf zivilisiertes Gebiet niedergehen zu lassen, sie wurden abgeschossen von Piraten, auch erwähnte das HoloNet nichts von ihrer Agententätigkeit.

    "Habt ihr das gehört!? Nun ist es also offiziell, doch wie konnten die so schnell davon erfahren?"

    Jessh blickte in ungläubige Gesichter, was sollten sie jetzt tun? Weit vorausplanen war nicht. Zuallerst mussten sie den Cirrus Immigration Service aufsuchen.


    [[Cirrus-System –- Cirrus –- Ciran -- Raumhafen -- Jake Ferell, Jessh Mowas & ehemalige Imperiale Soldaten, Cirresen]]
     
  3. Jake Ferell

    Jake Ferell Orgalos

    [Cirrus - Ciran - Ciran Space Port - Bucht 4 - Jake Ferell, Jessh Mowas und ehemalige imperiale Soldaten (NPC)]



    Jake sah sich um. Der Raumhafen, so hatte er bei der Landung bemerkt war in mehrere Buchten aufgeteilt, derer jede ungefähr vier Schiffe aufnehmen konnte. Die Zahl über dem Ausgang der Bucht wies sie als Nr. 4 auf, allerdings fiel Jake auf, dass die Beschriftung in zwei verschiedenen Schriften aufgeführt war. Einmal in Aurebesh, der galaktischen Standardschrift, und ein zweites Mal in einer Schrift, welche dem ehemaligen Operative bekannt vorkam. Er konnte sie sogar entziffern, allerdings konnte er nichts mit den wirren Aneinanderreihungen von Wörtern anfangen. Er und der Rest der Gruppe gingen auf den Ausgang zu, der in eine kleine Vorhalle führte. In Mitten der schmalen aber weitläufigen Halle standen vier Schalter des Grenzschutzes, an welchen die Pässe der Einreisenden kontrolliert wurden, dahinter erstreckte sich ein Schalter des hiesigen Zolls. Aber das war nicht das was sie suchten. Jessh allerdings machte ihren ehemaligen Kollegen auf ein Schild aufmerksam, welches neben dem rechten Schalter festgemacht war. "Cirrus Port Authority / Cirrus Immigration Service / Cirrus Border Patrol" stand dort zu lesen. Sie folgten der Beschilderung, welche sie an zwei anderen Buchten vorbei zu einem stilvoll eingerichtetes Büro, dessen Glasfassade einen hervorragenden Blick auf die Straße gewährte. Kaum hatten sie das Büro betreten, winkte ein Angestellter in dunkellauer Uniform sie zu seinem Arbeitsplatz.

    "Guten Tag und herzlich Willkommen auf Cirrus. Was kann ich für Sie tun?", fragte er Jake, welchen er anscheinend als Anführer der Gruppe sah.

    "Meine Leute und ich möchten einen Antrag auf politisches Asyl stellen, da wir aus den Reihen der imperialen Streitkräfte desertiert sind und nun ein Kopfgeld auf jeden von uns ausgesetzt wurde."

    Der Beamte sah den Haufen, der immer noch imperiale Uniformen trug, erstaunt an.

    "Natürlich, folgen Sie mir bitte." Sie wurden in einen weitläufigen Konferenzraum gebracht, welcher von einem großen Tisch aus massiven, dunklem Holz dominiert wurde. Wenige Minuten später brachte ein weiterer Angestellter einen Stapel Papiere und verteilte diese. Jeder wurde geheißen die Formulare nach bestem Wissen auszufüllen. Eine geschätzte halbe Standardstunde später, Jake hatte keine Ahnung in was auf diesem Planeten die Zeit gemessen wurde, sammelte einer der beiden Angestellten, die den Raum nicht verlassen hatten, die ausgefüllten Blätter ein und brachte sie aus dem Raum. Die nächsten Minuten herrschte gespanntes Schweigen. Jake machte sich Sorgen, das das Imperium dahinter gekommen war, wo die Gruppe Zuflucht suchen würde und ihnen dort eine Falle gestellt hatte. Er verwarf die Idee aber sofort wieder. Er hatte die Entscheidung die Cirrus traf, erst getroffen, als feststand das er nicht mehr weiter dem Imperium dienen konnte. Er vertiefte sich weiter in seine Gedanken bis er von einem Räuspern unterbrochen wurde.

    Der Angestellte der die Formulare weggebracht hatte war in den Raum zurückgekehrt, begleitet von einem hochgewachsenen Menschen in ebenfalls dunkelblauer Uniform, welcher das Wort nun an die Versammlung wandte
    .

    "Guten Tag die Herrschaften. Mein Name ist Dominic Cavendish, ich bin der Leiter dieser Außenstelle des Cirrus Immigration Service. Ich habe Ihre Anträge erhalten, leider sind ausschließlich der Governor und der Duke berechtigt, Anträge auf politisches Asyl zu bestätigen, daher werden Sie jetzt in den Gouverneurspalast gebracht."

    Er nickte den beiden Angestellten zu und verließ dann den Raum. Die zwei Beamten forderten die ehemaligen Imperialen auf ihnen zu folgen. Sie wurden durch verschiedene Flure zu einem Nebenausgang des Raumhafens geleietet, vor dem eines der hiesigen Verkehrsmittel wartete, von denen Jake in den Aufzeichungen des Imperiums gelesen hatte: Ein Pferdewagen. Dieser war allerdings besser ausgestattet als er sich das vorgestellt hatte. Der Wagen war mit einem festen Dach, gepolsterten Sitzen und, so hatte der ehemalige Operative einen der ehemaligen Soldaten sagen hören, gut gefedert. Das Gespann setzte sich in Bewegung und tauchte in den dichten Verkehr der Straße ein, auf der hauptsächlich Pferdegespanne und Pferde unterwegs waren. Gleiter sah man so gut wie keine. Es ging über einen tiefblauen Fluss, der von einer prachtvollen Brücke überspannt wurde, dann weiter auf, so sagte Jessh, welche anscheinend die Karte Cirans studiert hatte, die Hauptstraße, welche an den wichtigsten Gebäuden der Stadt vorbeiführte.

    Nach etwa einer zwanzig Minuten Fahrzeit bog der Wagen in eine breite Seitenstraße ein, wo er vor einem prachtvollen Gebäude stehen blieb, das grob geschätzt drei Stockwerke hoch war. Die Beamten die sie begleitet hatten stiegen zuerst aus und begaben sie mit der Gruppe Ex-Imperialer auf ein kleines hölzernes Tor zu, welches augenscheinlich den einzigen Zugang auf dieser Seite des Gebäudes bildete und von einer Wachmannschaft von acht Personen, allesamt in rote Uniformen gewandet, bewacht wurde. Einer der Beamten des Cirrus Immigration Service redete auf den Captain der Wache ein, worauf die Gruppe ohne Probleme durchgelassen wurde. Innen übernahmen mehrere livrierter Diener die Asylsuchenden und führten sie in einen sehr prunktvollen Saal. Als er den Raum betrat sah Jake sich bewundernd um. Der Saal maß etwa fünfzig auf fünfzig Meter, war mit dunklem Holz getäfelt und über und über mit Wandteppichen geschmückt. Er erstreckte sich zudem über zwei Stockwerke und verfügte über eine Galerie auf der, wie Ferell beobachten konnte, Wachen patrouillierten und die Gäste im Stockwerk unter ihnen nicht aus den Augen ließen.

    Kurze Zeit später betrat eine Gruppe von fünf Menschen, flankiert von zehn Soldaten, welche in die rote Uniform der Wache gewandet waren, den Raum. Sie betraten ihn nicht durch den Eingang den die ehemaligen Imperialen benutzt hatten, sondern durch ein Holftor das genau gegenüber lag, allerdings etwa doppelt so groß war. Vier der Neuankömmlinge setzten sich den Asylsuchenden gegenüber, einer blieb hinter dem mittleren der Stühle stehen. Die Soldaten hatten sich an den Wänden der Halle postiert, bereit jederzeit einzugreifen. Aber niemand richtete das Wort an das kleine Flüchtlingsgrüppchen. Jake ging auf das die wichtigste Person, der Governor, noch fehlte. Just in diesem Moment öffnete sich das Tor auf der gegenüberliegenden Seite und eine einzelne Gestalt, umringt von fünf Soldaten defilierte in den Raum. Der livrierte Diener hinter dem mittleren Stuhl verkündete
    :

    "His Grace, Edward, 71st Earl of Kingsshire, Acting Governor of Cirrus"

    Der Genannte trat an den Tisch, neigte den Kopf und setzte sich auf den mittleren Sessel. Jake wunderte sich, dass niemand ihm die Hand geboten hatte, bis er sich an Jesshs Ermahnung erinnerte, dass der Handschlag in den oberen Schichten Cirrus' ein Freundschaftsbeweis war und nicht jedem Dahergelaufenen angeboten wurde. Die Person, die er für den Governor hielt, öffnete den Mund und begann zu sprechen:

    "Man hat mich davon in Kenntnis gesetzt, dass Sie und Ihre Kameraden politisches Asyl bentragt haben. Ich bitte Sie, mir die Gründe dafür darzulegen."

    Er sah Jake an, welcher nickte und dem Gouverneur die Geschichte erzählte, welche sie auf Cirrus geführt hatte. Das Oberhaupt der cirresischen Regierung und seine Begleiter hörten interessiert zu und unterbrachen den ehemaligen Agenten nicht. Als er geendet hatte wandte sich Edward of Kingsshire an ihn.

    "Eine wahrlich verzwickte Situation, aber ich denke wir können sie lösen. Ich und meine Berater sind übereingekommen, das wir Ihnen allen politisches Asyl gewähren". Er machte eine kurze Pause. "Ihnen werden zu Ihrer eigenen Sicherheit zudem neue Identitäten zur Verfügung gestellt.." Er sah Jake an. "Allerdings bitte ich Sie, Mister Ferell, mir als Berater in Angelegenheiten zur Seite zu stehen, welche unsere Beziehung zum Imperium tangieren. Ich hoffe dies ist nicht zu viel verlangt." Der Governor sagte dies in betont neutralem Ton, aber Jake erkannte die Herausforderung. Würde er nicht annehmen würde man ihm und den anderen Probleme bereiten.

    "Natürlich werde ich dies tun, Sir." Der Angesprochene nickte erfreut und griff zu einem Stapel Papier den ein Diener gerade an den Tisch gebracht hatte. Er nahm eine Feder, tauchte sie in ein Fass, welches mit Tinte gefüllt war, ahnte Jake, und unterschrieb einige der Papiere. Dann forderte er die Flüchtlinge auf sich in einer Reihe aufzustellen. Er ging auf Jake zu, welcher am rechten Rand der Reihe Aufstellung genommen hatte und drückte jedem einzelnen eine Urkunde, welche bestätigte das politisches Asyl gewährt wurde, sowie einen Pass in die Hand. Nach einigen zeremoniellen Worten schüttelte er jedem die Hand. Dies hatte, wie Jessh ihm erzählt hatte, nichts mit Freundschaft zu tun, sondern mit Anerkennung. Als Jake in seinen neuen Pass schaute, sah er, dass er auf einen Menschenmann namens Jacob Fenrell ausgestellt war. Er dankte in Gedanken den Personen, die für die Vergabe der neuen Identitäten zuständig waren, dafür das sie ihm einen Namen gegeben hatten, bei dem nicht auffallen würde wenn ihn jemand mit Jake anreden würde. Man würde es für einen Spitznamen halten.

    Eine Stunde später, 2200 Ortszeit, stand die Gruppe neuer Cirresen in der Lobby eines Hotel in der Mitte Cirans, das den passenden Namen Ciran Central Hotel führte. Dorthin hatte man sie gebracht, damit sie vorerst ein Dach über dem Kopf hätten und sich neue Arbeitsstellen und Wohnungen suchen könnten. Ermüdet begab Jake sich auf sein Zimmer. Bevor er, vollständig bekleidet ins Bett fiel, dachte er, dass der Tag doch besser endete als er gedacht hatte.



    [Cirrus - City of Ciran - Ciran Central Hotel - Raum 312 - Jake Ferell]

    29.08.2013: Überarbeitet
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. August 2013
  4. Jake Ferell

    Jake Ferell Orgalos

    [Cirrus - City of Ciran - Ciran Central Hotel - Stallungen - Jake Ferell]



    Zehn Uhr rückte immer näher. Bereits vor zwei Stunden hatte der ehemalige Operative des imperialen Geheimdienstes sein Zimmer verlassen und sich zum Stall des Hotels begeben. Ja, richtig gelesen. Ein Stall. Selbst dem Ex-Imperialen kam das ganze noch sehr unwirklich vor. Bis vor kurzem hatte er geglaubt ein solches Fortbewegungsmittel würde er höchstens einmal zu Gesicht bekommen. Nun war er auf einem Planeten gestrandet auf dem Pferde das Haupttransportmittel waren. Beinahe jedes größere Haus in Ciran und - so hatte er sich sagen lassen - außerhalb sogar jedes, besaß einen eigenen Stall mit zumindest einem tierischen Fortbewegungsmittel. Gleiter hatte er bisher nur eine Hand voll auf den Straßen der Haptstadt erspähen können. Er hatte bereits nach wenigen Tagen einsehen müssen, dass er sich wohl daran gewöhnen müsse und hatte sich bei einem der unzähligen Pferdehändler einen weißen Wallach gekauft. Nun näherte er sich auf Binkys Rücken der Herzogsbrücke, welche den geschäftigen Westteil der Stadt, mit dem östlichen Verwaltungsbezirk verband.

    Der Reiter erinnerte sich an die Wegbeschreibung die der Einladung beigelegen hatte. Über die Brücke und dann die zweite Kreuzung links in die Coventry Road. Als er in die letztere einbog erstreckte sich zu seiner Rechten ein äußerst prunkvolles Gebäude. Neben dem Haupteingang prangte auf einer großen Messingschild die Wörter "Government of Cirrus - Department of the Interior". Gleich daneben befand sich das für Cirrus übliche Schild, welches die Position des Stalles anzeigte.

    Zehn Minuten später fand Jake sich in einem prunkvollen, lichtdurchfluteten Wartezimmer im dritten Stock wieder. Kurz zuvor hatte eine Sekretärin ihm mitgeteilt, dass Sir Winston Rost, welcher den imperialen Flüchtling hierherbestellt hatte, leider außer Haus wäre und sich der Termin nach hinten verschieben würde. Also hatte er sich die "Ciran Times", das hiesige Nachrichtenblatt, von dem Zeitungstischchen im Eck genommen und fing zu lesen an. Auf Seite fünf angekommen stoppte er. Dort wurde von den fortschreitenden Auswirkungen des Friedensvertrags zwischen Republik und Imperium berichtet. Bevor er allerdings weiter als bis zum Ende des ersten Absatzes kam, betrat die Sekretärin den Wartesaal.

    "Mr. Ferell, Sir Winston erwartet Sie nun in seinem Büro. Bitte folgen Sie mir"

    Der überraschte Jake sprang auf und eilte ihr zu einer großen Holztüre hinterher. Als sie ihn angekündigt hatte betrat er das Büro.

    "Guten Tag, Mr. Ferell. Entschuldigen Sie die Verspätung aber ich musste noch einige Dinge mit dem Acting Governor besprechen. Nehmen Sie doch Platz." Er wartete bis sein Gegenüber auf dem Stuhl Platz genommen hatte und fuhr fort: "Wie ich hörte gefällt es Ihnen gut auf unserem abgeschiedenen Planeten?" Jake nickte. "Hervorragend. Nun es würde Ihnen ja auch wenig nützen es nicht zu tun." Er zwinkerte Jake zu. "Ich freute mich als ich hörte Sie hätten sich für den Border Service entschieden. Immerhin bekommen wir selten neue Mitarbeiter mit Ihren Qualifikationen."

    Wenige Minuten, mehrere Unterschriften und einen Eid später war Jake Ferell vereidigter Agent des Cirrus Border Service und seine Zukunftssorgen für die erste Zeit los.

    "Vielen Dank, Sir. Es ist mireine Ehre in Ihrer Behörde zu dienen"

    "Die Ehre ist ganz meinerseits, Agent Ferell. Ich habe mir erlaubt Sie direkt nach Ciran zu versetzen, da ich dachte Ihnen würde dies mehr zusagen."

    "Vielen Dank, Sir. Das bedeutet mir viel."

    "Ich weiß", sagte der grauhaarige Winston Rost augenzwinkernd. "Ihr Dienst beginnt nächsten Montag um 0800. Wegtreten, Agent".

    Jake salutierte und verließ den Raum.



    [Cirrus - City of Ciran - Department of the Interior - Flur- Jake Ferell]
     
  5. Julie Miller

    Julie Miller CIS Agent a.D.

    [[Cirrus-System –- Cirrus –- Ciran -- Hauptquartier des CIS -- CIS Agenten, Agent Julie Miller, Special Agent Morgan (NPC), Agent Sed (NPC)]]


    Es war mal wieder einer dieser Tage. Das Wetter war nicht wirklich mehr als recht bescheiden, die Kollegen hatten schlechte Laune und der Schreibtisch lag voll mit unerledigtem Papierkram. An solchen Tagen mochte man am liebsten nicht einmal das Bett verlassen.

    Der Blick der frischen Agentin des CIS wanderte auf das messingfarbene Namensschild an ihrem persönlichen und mittlerweile voll Akten zugemölten, Schreibtisch.
    Dort stand nicht mehr der Name "Jessh Mowas" eingraviert, sondern "Julie Miller".
    Julie Miller, CIS Agent.

    Julie hatte sich immer noch nicht endgültig an ihren neuen Namen gewöhnt, doch war er mehr als nötig. Damals als die desertierten Imperialen hier auf Cirrus ankamen, haben sie alle neue Identitäten bekommen, zu ihrem eigenen Schutz vor den Schergen des Imperiums.

    "Toter Trandoshaner, gefunden im Rotlichtviertel von Ciran."

    die Worte ihres Vorgesetzen Special Agent Seth Morgan rissen die junge Agentin aus ihren Gedanken und ließen ihren Blick von ihrem Namensschild direkt auf den großen Bildschirm an der Wand fahren.
    Der Bildschirm der soeben noch das Logo des CIS als Bildschirmschoners zeigte, bildete nun die Personalakte des Trandoshaners ab. Chu'ba Baca, 32, Söldner im Dienste des Sicherheitsdienst des herzöglichen Palasts.
    Die Regierung von Cirrus könnte also in den Mord verwickelt sein? Das könnte den Fall natürlich komplizierter machen.

    "Hat die Spurensicherung etwas gefunden?"

    fragte Julie ihr Team.

    "Nichts wirklich Eindeutiges. Doch laut Zeugenberichten war der Trandoshaner in gewissen Drogengeschäften verstrickt."

    "Also könnte jemand durchaus Interesse daran gehabt haben, das er aus dem Weg geräumt wird?"

    "Mehr als das, Baca hatte wohl vor einen größeren Drogenring auffliegen zu lassen, er war dabei aus zusteigen, das besagt jedenfalls eine Memo die in seiner Mietwohnung gefunden wurde."

    warf Special Agent Morgan, ein groß ewachsener männlicher Mensch um die 50 ein.

    "Ausrüstung schnappen und los, unsere Fieldagents haben den stellvertretenden Boss, die sogenannte "Dos", des Kartells aufgespürt."

    gab Morgan seine Anweisung an die beiden Agents weiter.

    "Die Nummer 2? Woher wissen wir, das er es war?"

    fragte Agent Sed skeptisch. Agent Sed, eine menschliche Frau, Mitte oder vielleicht Ende 20, war vorher Ermittlerin der DEC, der Drug Enforcement Cirrus, und kannte sich mit den Drogenringen und ihren Mitglieder bestens aus, daher wäre ihre Skepsis durchaus berechtigt.

    "Weil wir zwei, voneinander unabhängige, Informationen unserer Verbindungsmänner bekommen haben."

    Julie beruhigte ihre Kollegin mit diesem Kommentar. Zwar waren die Informationen keine sicheren Beweise, doch konnte man den Informanten durchaus trauen.
    Agent Miller nahm also ihre Blasterpistole aus der Schublade und ging zusammen mit ihren Kollegen zum Stall des CIS. Ja richtig, Stall. Auf Cirrus war es durchaus üblich, Pferde zu nutzen, Speeder und Schwebefahrzeuge waren eher die Ausnahme.

    Julies Einsatzpferd, war ein schwarzer Haflinger - eine besondere cirresische Züchtung -, welcher Gleichzeitig ihr privates Fortbewegungsmittel darstellte.
    Über den Komlink verbunden, ritten die 3 Agents in Richtung des 24/7-Ladens indem sich der Verdächtige aufhielt.
    Schon aus einiger Entfernung zum Laden konnte man erkennen, das jenes Drogenkartell auch ins Geschäft der Schutzgelderpressung einsteigen will.

    "CIS lassen sie sofort ihre Waffen fallen!"

    rief der Special Agent den beiden vermummten Gestalten zu, die gerade dabei waren die Fenster des Einkaufsladens zu zertrümmern. Diese dachten jedoch nicht daran ihre Waffen fallen zu lassen, ganz im Gegenteil, sie richteten ihre Blaster nun gegen die CIS Agents.

    Doch haben die vermeintlichen Schläger von "Dos" nicht mit der Präzision der Agents gerechnet und so wurden sich nach wenigen Momenten durch gezielte Schüsse des erfahrenen Morgans entwaffnet.
    Sed legte den beiden Schlägern Elektrohandschellen an und sicherte den Vorplatz des Ladens.
    Unterdessen platzierte sich Morgan am Vordereingang und Julie wartete an der Hintertür auf seine Anweisungen.

    "CIS, wir wissen das sie da drin sind CID, das Gebäude ist umstellt!

    schallte es von Vorne und nur wenige Sekunden danach kam der Befehl das Gebäude zu stürmen.
    Julie schoss auf das Schloss des verschlossenen Hintereingangs und trat die Tür mit einem gezielten Tritt ein. Nur kurze Zeit später hatte sie sich orientiert und befand sich augenscheinlich im Warenlager des kleinen Geschäfts.


    Julie blick ging durch die Regale, der Laden schien neben Comics und Lebensmitteln auch eine kleine Menge Glittersticks zu verkaufen, die der unvorsichtige Betreiber in einem, nur halb verschlossenem, Karton aufbewahrte. Darum würden sich die Junge vom DEC später kümmern.

    Julies Blick, der vorsichtig um die Ecke des Türrahmens schweifte, erblickte Special Agents Morgan, der seine Waffe auf einen Mann richtete, der eine andere Person als Geisel im Arm hielt.
    Der Geiselnehmer der mit dem Rücken zu Julie stand, erblickte die Agent nicht, ganz im Gegensatz zu Morgan der ihr mit einem versteckten Zeichen das Kommando gab einzugreifen.
    Julie ging also auf den Geiselnehmer zu und hielt ihm den kalten Lauf ihres Blasters direkt an den Hinterkopf.

    "Waffen fallen lassen!"

    befahl die Agent dem Geiselnehmer, der diesem mit einem deutlich hörbaren Seufzer nach kam.

    ------

    "Du kannst noch so böse glotzen Morgan, aus mir bekommst du nichts raus!

    keifte "Dos" Special Agents Morgan im Verhörraum entgegen.

    "Ich vielleicht nicht, doch Agent Miller hat hier einige Informationen, die dir sicher nicht gefallen werden."

    Julie setzte sich an den Tisch der Mitten in dem schallisolierten Raum stand und blickte dem Verdächtigen tief in die Augen.
    In der Akte, die Miller auf den Tisch knallen ließ, standen Informationen, keine für den Fall relevanten, doch dennoch welche die den Verdächtigen brechen konnten.

    "Du guckst so ungläubig, Philipps."

    Cole Philipps, so "Dos'" richtiger Name war nur wenigen bekannt, um genau zu sein nur dem innersten Vertrauten des Kartells, umso mehr überraschte es Philipps, das die Agent diese Information besaß. Und genau das war der Punkt, den Julie ausspielen wollte. Wenn Philipps wusste sie hatte brisante Informationen und sogar seinen richtigen Namen, könnte sie auch für den Fall relevante Infos besitzen.

    ------

    "Wer steckt hinter dem Mord an Baca?"

    stellte Julie ihre letzte Frage an den Verdächtigen, mittlerweile mussten gut 2 oder 3 Stunden vergangen sein. Philipps war eine harte Nuss, doch Julie Miller konnte diese nach langer Verhörzeit dennoch knacken und nun zwitscherte die Nummer 2 wie ein kleines Vögelein.

    "Ich habe mich persönlich darum gekümmert, dieser Alienabschaum war eine undichte Stelle die nicht von 'nem Anfänger geflickt werden konnte, da musste 'n echter Pro' ran!"

    Da war es: das Geständnis und der CIS hatte alles auf Band. Mittlerweile wusste Julie auch, warum Philipps so gesprächig wurde, über ihr Headset bekam sie die Information das der Drogenboss sich um seine kranke Familie kümmerte. Er hatte schlichtweg Angst, sie in Schwierigkeiten zu bringen.

    "Wenn ihr euch um meine Familie kümmert und sie schützt, kann ich euch noch mehr Informationen geben, doch nu' lasst mich endlich hier raus, ich muss p*ssen!"

    Julie stand auf und klopfte von innen an die Tür des Verhörraums, ein Beamter trat herein und nahm Philipps in Gewahrsam.
    Feierabend - endlich.

    Der Fall stellte sich als unkomplizierter heraus, als er sich am Anfang angehört hatte. Weder gab es eine Verbindung vom Kartell zum Herzog oder seiner Familie, noch musste man Wochenlang nach dem Täter fahnden. Philipps war sich seiner Sache zu sicher und vor Angst am Ende geständiger, als ihm lieb war.

    In ihrem Appartement, in einem ruhigen Viertel von Ciran, welzte sich Julie auf ihrer Couch und konnte den Tag beim abendlichen Programm des Holonets ausklingen lassen, ehe sie sich noch einmal aufraffte und ihrem alten Kollegen und Freund Jake schrieb.


    [[Cirrus-System –- Cirrus –- Ciran -- Julies Appartment -- Alleine]]
     
  6. Julie Miller

    Julie Miller CIS Agent a.D.

    [[Cirrus-System –- Cirrus –- Ciran -- Julies Appartment -- Alleine]]


    Um an ihre Vergangenheit zu denken, musste Julie mittlerweile schon tief in ihren Erinnerungen wühlen. Lag doch ihr altes, imperiales Leben inzwischen einige Monate zurück. Julie Miller hatte sich nicht nur an ihren neuen Namen, an ihren neuen Beruf und an ihre neue Heimat gewöhnt, vielmehr mochte sie all das was sie jetzt hatte nicht mehr hergeben.

    Wärmende Sonnenstrahlen spiegelten sich in dem leeren Glas auf dem Küchentisch. Es war 8 Uhr morgens Standardzeit und das Frühstück so gut wie abgeschlossen. Julie Miller liebte frühes Aufstehen, selbst an einem sonnigen Wochenende wie diesem. Mittlerweile war sie seit 6 Uhr wach, hatte die Holonet-Nachrichten gecheckt, war joggen und saß nun entspannt und bereit für den Tag am Tisch ihrer offenen Wohnküche.
    Man verdiente zwar kein Vermögen als Agent des Cirrus Criminal Investigation Service, doch das Gehalt war so stattlich, das man sich ein durchaus gemütliches Leben, mit einer ausreichend großen und modernen Wohnung leisten konnte.

    Julie Miller war ein Mensch, der Ordnung liebte, ihr Morgen verlief immer nach dem selben Muster, man konnte fast behaupten sie wäre zu stur diesen zu ändern und auch für einen Anschlag wäre sie das perfekte Ziel, würde sie ihre Gewohnheiten nicht ändern.
    Kutschen, welche auf Cirrus im Gegensatz zu Gleitern, zu den Hauptverkehrsmitteln zählten, fuhren auf der Straße vor Julies Apartment entlang. Schon um diese frühe Uhrzeit herrschte in der Hauptstadt reges Treiben, nicht umsonst, denn in wenigen Wochen stand ein großes Fest an.
    Neben dem Beobachten des bunten Treibens vor der Tür bereitete sich die junge Frau auch seelisch auf den bevorstehenden Tag vor. Vor ihrem inneren Auge lief ein Plan ab, welcher den Ablauf des Tages strukturierte und gliederte.


    Die cirresische Agentin hatte ihr Handtuch schon in der Hand und wollte sich auf den Weg zu ihrer Dusche machen, als ein Piepen, welches von ihrem Comlink stammte, sie auf einen Umweg in Richtung der Couch führte.

    Guten Morgen Agent Miller,
    ich erwarte sie um 10 Uhr in meinem Büro.
    Special Agent Morgan​


    Der Tagesplan musste also umgeschrieben werden, auch wenn das Wochenende eigentlich keine Arbeit anstand, wollte Julie ihren Vorgesetzten nicht enttäuschen und machte sich nach dem Duschen sofort auf den Weg in Richtung des Hauptquartiers des CIS.
    Es dauerte nicht lange bis Julie auf ihrem Rappen das Hauptquartier des CIS erreichte.

    "Setzen sie sich Agent Miller."

    erklärte Special Agent Morgan, ein Mensch um die 50 und Julies direkter Vorgesetzter mit einer einladenden Handbewegung.

    "Ich möchte sie auch gar nicht lange auf die Folter spannen und mache es kurz. Sie werden uns ab Montag verlassen."

    Special Agent Morgans Stimme war ruhig und dennoch kräftig und bestimmend. Morgan hatte ein einschüchterndes Auftreten, seine Stimme unterstützte diesen Eindruck nur und niemand, soweit Julie wusste, hatte sich jemals gewagt etwas gegen das zu sagen, was der Special Agent vorschlug. Morgan war ein Mann, bei dem Widerworte einfach abprallen würden.
    Und dennoch musste sich die junge Frau zurückhalten nicht sofort zu protestieren, sie mochte ihren derzeitigen Job nicht nur, fast hatte sie das Team schon in ihr Herz geschlossen.

    "Die Entscheidung fiel mir und dem Director nicht leicht, doch das Außenministerium hatte ausdrücklich nach dem besten Agenten der Abteilung für äußerplanetarischen Verbrechens verlangt. Nun...dann wohl eher der besten Agentin."

    Ein wenig errötete die Agentin bei dem vielen Lob des sonst so emotionslosen Special Agents. Doch immer noch war sie eingeschüchtert von dessen Aura und mochte sich nicht von ihrem Stuhl wegbewegen, wie ein kleines Schulkind.

    "Ich kann Ihnen leider nicht viele Informationen geben, uns hat man nur das Nötigste anvertraut, doch wie ich hörte geht es um die Stelle des Regional Direktors für Sicherheitsfragen im imperialen und neu-republikanischen Raums. Sie waren prädestiniert für diesen Posten Julie."

    Special Agent Morgen, der bis zu diesem Moment noch ruhig auf seinem Bürostuhl gesessen hatte, ging hinüber zu dem Aquarium das sein doch recht anschauliches Büro schmückte. Nachdem er die Abdeckung abgenommen hatte, streute er etwas Fischfutter hinein und beobachtete die Tiere.

    "Sie fragen sich sicherlich, wieso die Regierung von Cirrus einer ehemaligen imperialen Agentin vertraut, richtig? Nun ich kann ihnen darauf keine Antwort geben. Doch möglicherweise gibt es Personen in der Familie des Herzogs, die das blind tun würden."

    Fast schon klang der letzte Satz wie eine Anschuldigung. Julie wusste doch noch nicht einmal was damit gemeint war. Einst kannte sie jemanden, der von Cirrus stammte, doch hatte sie diese Person vergessen, oder wollte dies zumindest.

    "Ab Montag beginnt ein dreiwöchiger, wie soll ich sagen, Eingewöhnungskurs. Sie werden psychologisch geprüft und in ihre neuen Aufgabenfelder eingeteilt, alles weitere wird ihr neuer Vorgesetzter Ihnen mitteilen. Man erwartete sie bereits im Außenministerium."

    Morgan hatte sich mittlerweile wieder von den Fischen weg gewandt und reichte Julie nun die Hand. Eine Geste, die ihr und vielen anderen, viel Wert war.

    "Sie waren eine tolle Agentin, viel Erfolg Julie."

    Seine Stimme klang traurig, jedenfalls vermochte Julie dies in eben diese hinein zuinterpretieren ehe sie den Raum verließ um ihre Sachen aus ihrem Büro zusammen zupacken.
    Nachdem sie ihren Kollegen noch eine freundliche Umarmung zur Verabschiedung geschenkt hatte, zückte Julie auf dem Weg nach draußen den Komlink um die Neuigkeiten an ihren ehemaligen Commander Jake weiterzuleiten.


    ***


    War es ein Date? Dies war das erste Date, was Julie seit Jahren hatte, jedenfalls wenn man es als Date betrachten wollte. Man konnte natürlich auch nur Treffen dazu sagen. Treffen zwischen zwei alten Freunden, zwischen einem alten Vorgesetzten und einer alten Unterstellten.
    Julie Miller hatte sich heute um 15 Uhr Standardzeit mit dem ehemaligen Offizier der imperialen Flotte Jake Ferrell in einem Café verabredet, um ihm freudige Nachrichten mitzuteilen.
    Mittlerweile waren 3 Wochen vergangen, Julie hatte die psychologischen Tests bestanden und galt zumindest für das Außenministerium von Cirrus tragbar und loyal genug, um in diesem eine Funktion auszuführen.


    Das Café lag in der Flaniermeile von Ciran und bot guten Blick auf die vorbeigehenden Menschenmassen. Jake hatte schon Platz genommen und als Julie auf ihre Chrono schaute, bemerkte sie einige Minuten zu spät zu sein.

    "Verzeih die Verspätung, aber ich hatte noch haufenweise Papierkram zu erledigen."

    entschuldigte sich die frischgebackene Mitarbeiterin im Ministerium.

    "Magst du Kuchen? Ich glaube ich hole mir einen Süßkuchen, das ist übrigens der beste den es in diesem Teil der Galaxis gibt."

    Für einen kuren Augenblick verabschiedete sich die junge Frau, hängte ihre dünne Jacke an einen der Kleiderständer und ging zu der Kuchenauslage. Als die Bedienung sie fragte, deute Julie auf den Süßkuchen und wurde mit einem vollen Teller mit dem Gebäck, sowie einen Kaff, belohnt.

    "Die Psychotests verliefen gut. Auch wenn ich weiß, das vielleicht nicht jeder einem Ex-Imperialen vertraut, bin ich doch zuversichtlich das die Arbeit funktionieren wird. Ich bin jetzt übrigens vorübergehend stellvertretende Regionale Direktorin für Sicherheitsfragen im imperialen und neu-republikanischen Raums. Der alte Direktor hat nur noch ein paar Wochen bis zu seiner Pension und ich übernehme so lange die Stellvertreterrolle. Aber genug von mir, wie geht es dir und was machst du?"


    [[Cirrus-System –- Cirrus –- Ciran -- Café "Kaff'n'Go" -- Mit Jake und Passanten]]
     
  7. Jake Ferell

    Jake Ferell Orgalos

    [Cirrus - City of Exeter - Hotel Savoy - Ein Zimmer - Jake Ferell]


    Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Dieses alte Sprichwort kam Jake in den Sinn als er aus dem Fenster seines Hotelquartiers nach draußen blickte. Die Die gepflasterte Nebenstraße, in welcher sich die kleine Herberge befand, stand fast vollständig unter Wasser. Vor drei Tagen hatte es begonnen sich einzuregnen und war seither nur schlimmer geworden. Der Himmel über Exeter, einer der großen Städte Cirans und, nebenbei bemerkt, direkt an der See gelegen, war dunkelgrau, beinahe schon schwarz, und weit verästelte Blitze zuckten über das hügelige Hinterland.

    Schlecht war die Uniform, die des cirresischen Grenzschutzes, des Customs & Border Service, sicher nicht gearbeitet. Doch der ehemalige, imperiale Commander hatte seine Zweifel, dass die dunkelblaue Einheitskleidung seiner Einheit für solches Wetter ausgelegt war.

    Seufzend nahm er sein regenfestes Cape vom Kleiderhaken und begab sich hinaus. Statt sich, wie üblich, zu den Ställen zu wenden, begab sich Jake auf direktem Weg zur Hauptstraße. Dort, die größere Straße war geteert und der Wasserabfluss dank eines Gefälles besser möglich, stellte er sich zu den anderen wartenden in eines der überdachten und windgeschützten Bushäuschen. Wenig später kam auch schon ein Gespann, glücklicherweise ebenfalls überdacht, dessen Linienschild es als "Line 1 -- Harbor - Space Port" auswies. An den alltäglichen Anblick von Pferden und Pferdefuhrwerken hatte sich Jake, in den letzten Monaten bereits gewöhnt. Er fand es sogar vorteilhaft, da er mit diesen Tieren weit besser auskam als mit so manchem Taxifahrer auf Corellia oder irgendwelchen anderen Planeten. Allerdings musste er zugeben, dass überdachte Gleiter durchaus einen Reiz, und sei es nur der einer Heizung hatten.

    Nach viertelstündiger Fahrt erreichte Jake seinen derzeitigen Arbeitsplatz. Als Agent des Customs & Border Service war sein Einsatzgebiet der gesamte Planet. Derzeit war er als Zolloffizier am Raumhafen von Exeter, dem Hauptumschlagsplatz für Großgüter eingesetzt. Er betrat das prachtvolle Gebäude, welches, von außen kaum sichtbar, den Raumhafen enthielt, durch den Mitarbeitereingang und strebte eiligen Schrittes auf sein behaglich beheiztes Büro zu, indem er sich heute und die nächsten Wochen mit, mehr oder weniger, spannenden Zollangelegenheiten beschäftigen würde.

    Als er den Raum betrat steiß er beinahe mit seinem Vorgesetzten, Supervisory Agent Templeton, zusammen.


    "Guten Morgen, Sir. Was kann ich für Sie tun?", fragte Jake seinen Teamleader verdutzt.

    "Einen schönen guten Morgen, Agent Ferell. Nettes Wetter, finden Sie nicht auch?" Templeton deutete grinsend auf Jakes nasses Cape. "Aber nun Spaß beseite. Ich habe heute Morgen eine Anweisung des Interior Secretary's erhalten, welcher Sie auf Anfrage des Department of Foreign Affairs vorübergehend zum Diplomatic Security Service versetzt."

    "Verstanden, Sir. Bitte darum eine Frage stellen zu dürfen."

    "Tun Sie das, Agent. Aber nicht[/I] so förmlich. Wir sind ja nicht bei den Streitkräften."

    "Warum, Sir?"

    "Das ist eine verdammt gute Frage, Ferell. Und ausnahmsweiße habe ich keine Antwort darauf." Templeton blinzelte seinem Untergebenen zu. Er wusste, dass er in seiner Einheit als derjenige bekannt war, der seinen Senf immer dazugab.

    "Okay, Sir. Wann soll ich mich abmelden?"

    "Sie sind ab sofort vom Dienst freigestellt. Sie sollen sich heute 1300 bei Deputy Director Grant vom DSS im Außenministerium in Ciran melden."

    "Verstanden, Sir. Hat Spaß gemacht mit Ihnen zu arbeiten."

    "Die Ehre ist ganz meinerseits. Ach ja: Ihre Reisemöglichkeit erwartet Sie ab 1100 auf Position M01, Terminal M."

    Templeton schlug ein und verließ dann den Raum. Jake folgte ihm wenige Minuten später, nachdem er alle Angelegenheiten, die er noch regeln musste, erledigt hatte. Nach einem Abstecher in die Kantine, in der er sein Frühstück zu sich nahm und die Gelegenheit nutzte sich von seinen Kollegen zu verabschieden, nahm er erneut ein Fuhrwerk der Linie 1 und betrat eine halbe Stunde später, mittlerweile hatte der Regen etwas nachgelassen, seine Unterkunft.

    Pünktlich um 1050 stand er, mitsamt seiner kleinen Habe, welche sich in einem mittelgroßen Koffer unterbringen ließ, am Eingang von Position M01 am Terminal M des Raumhafens. Diesen Bereich hatte er bisher nur einmal, an seinem ersten Arbeitstag, betreten. Es war ein, vom Rest des Hafens abgetrennter Bereich, der dem cirresischen Militär vorbehalten war. Vor ihm stand ein Langstrecken-Truppentransporter, welcher große Ahnlichkeit mit einem imperialen LAAT/i hatte. Vor dem Fluggerät wartete ein Mitglied der cirresischen Air Force
    .

    "Agent Ferell?", fragte der Soldat. Als Jake nickte fuhr er fort: "Ich bin Sergeant Donovan, verantwortlich für Ihren Flug nach Ciran. Bitte folgen Sie mir." Er sprang ins Innere des Transporterts. Jake folgte ihm.

    Der Flug zur Hauptstadt verlief ohne Zwischenfälle. Der Luftraum über Cirrus war - wie so oft - nur übersichtlich belegt. Nach etwa ein-ein-halbstündigem Flug setzte der Transporter in einem abgetrennten Bereich des Raumhafens von Ciran auf. Jake verabschiedete sich von der Crew und strebte auf den Ausgang der Bucht zu. Dort wurde er bereits von einem grün uniformierten Mitarbeiter des Diplomatic Security Service, kurz DSS, erwartet.

    "Willkommen in Ciran, Agent Ferell. Ich bin Officer Robert Dermont. Ich werde Sie ins Außenministerium begleiten."

    "Freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen, Officer Dermont. Worauf warten wir noch?", fragte Jake grinsend.

    Statt eine Antwort zu geben marschierte der Offizier in Richtung des Hauptausgangs, vor dem bereits eine Kutsche des Außenministeriums bereitstand.

    Der Verkehr auf den hauptstädtischen Straßen war dichter als der ehemalige Imperiale ihn in Erinnerung hatte. Okay, es war bereits eine Weile her seit er in dieser Stadt zu Gast gewesen war, er hatte nur zwei Wochen hier verbracht und war danach in den Süden versetzt worden, aber das ihn sein Gedächtnis so im Stich ließ machte ihm irgendwie Angst. Deshalb wandte er sich mit dieser Frage an seinen Begleiter
    .

    "Oh nein, Ihr Gedächtnis lässt Sie nicht im Stich, Agent Ferell. Anfang nächster Woche finden die Feierlichkeiten zur Gründung Cirans statt, die sich dieses Jahr zum 15000 Mal jährt. Es sind viele Besucher von überall hergekommen um dem Event beizuwohnen." Der Officer lächelte. Er war sichtlich stolz auf "seine" Stadt.

    "Okay, das ist beruhigend."

    Innerhalb von fünfzehn Minuten hatten sie, trotz des dichten Verkehrs, das gewaltige und prachtvolle Gebäude des Außenministeriums erreicht. Es war, so erinnerte sich Jake gelesen zu haben, vor dreihundert Jahren neu erbaut worden, um Besucher des Planeten zu beeindrucken.

    Die Kutsche passierte ein stark befestigtes Tor und hielt vor einem Seiteneingang, der trotz seiner zweitklassigen Lage ebenso prunkvoll geschmückt war, wie der Haupteingang.

    Officer Dermont verließ die Kutsche und Agent Jake Ferell folgte ihm auf dem Fuß. In solch großen Gebäuden lief man schnell Gefahr sich zu verirren und Jake hatte keine große Lust seine Navigationskenntnisse gerade heute auszuprobieren.

    Sie marschierten durch Korridore, welche mit dicken, blauen Teppichen ausgelegt waren und deren Wände überaus kostbare Gemälde zierten. Nach einer Viertelstunde erreichten Sie eine massive Holztüre. Dermont wies Jake an zu warten und betrat das Zimmer, welches sich hinter der Türe befand. Fünf Minuten später kam er wieder heraus.


    "Deputy Director Grant erwartet Sie."

    Ohne auf eine Antwort zu warten machte der Officer kehrt und verschwand am anderen Ende des Korridors.

    "Willkommen im Außenministerium, Agent Ferell. Schließen Sie bitte die Tür", begrüßte ihn eine Stimme von der anderen Seite des hell erleuchteten Raumes. Nachdem Jake der bitte nachgekommen war und sich seine Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, trat er weiter in das Zimmer hinein.

    "Setzen Sie sich doch.", forderte ihn die Stimme auf. Jetzt konnte er den Sprecher erkennen. Es war ein Mann mittleren Alters, mit braunen Haaren und gekleidet in eine der dunkelgrünen Uniformen des DSS.

    "Ich bin froh, dass das Innenministerium Sie an uns ausgeliehen hat, Agent Ferell. Ihre Erfahrungen mit dem Imperium werden hilfreich für uns sein." Eine kurze Pause. "Aber zu erst einmal sollte ich mich vorstellen. Mein Name ist Jack Grant. Ich bin der Deputy Director des Diplomatic Security Service." Noch eine kurze Pause. "Sie werden sich sicher fragen, warum Sie hier sind. Nicht wahr, Agent?"

    "Ja, Sir." Jake nickte.

    "Die Regierung hat sich entschieden, ein Team nach Dac zur Neuen Republik und eventuell auch zum Galaktischen Imperium zu entsenden. Dafür brauchen wir Leute wie Sie, die bereits Erfahrungen mit diesen Organisationen haben. Allerdings denke ich, wir sollten Sie nicht gerade in imperialen Raum entsenden, das könnte ansonsten unschöne Nebeneffekte haben, die der Sache nicht unbedingt dienlich wären." Grant zwinkerte seinem Gegenüber zu. "Ihre Aufgabe wäre, die Leitung über die Sicherheit des Teams zu übernehmen. Sind Sie mit diesem Angebot einverstanden?"

    "Natürlich, Sir." Was blieb ihm auch anderes übrig.

    "Hervoragend. Diese Mappe enthält alles was Sie brauchen." Der Deputy überreicht Jake eine Ledermappe. "Auch Ihren neuen Dienstausweis. Begeben Sie sich bitte beizeiten zu Agent Black. Er wird Sie mit Ihrer neuen Uniform ausstatten." Grant stand auf. "Ich wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg, Jake." Er reichte dem neuen Mitarbeiter die Hand.

    "Danke, Sir". Schweigend verließ Jake den Raum. Er rührte die Mappe nicht an, bis er seine Wohnung erreicht hatte. Obwohl er bisher nur zwei Wochen in Ciran gelebt hatte, hatte er sich dazu bewegt gefühlt hier eine Unterkunft zu kaufen. Diese befand sich, so stellte sich heraus, strategisch wichtig, auf halbem Weg zwischen dem Außenministerium und einer der besten Kneipen Cirrus.

    Als er seine Wohnung betreten und sein Gepäck verstaut hatte, öffnete der die Ledermappe. Sie enthielt eine Menge Papiere. Das Oberste war sein neuer Dienstausweis. Darunter lagen Dienstanweisungen und Befehle. Einer der Befehle erregte seine Aufmerksamkeit. Er enthielt die Namen des gesamten Teams das nach Dac aufbrechen würde. Die meisten der Namen waren ihm unbekannt, doch der vierte von oben stach ihm ins Auge und erinnerte ihn an eine Komnachricht die er vor einigen Wochen erhalten hatte. Sie war von Julie Miller, früher bekannt als Jessh Mowas gekommen, welche im Imperium als seine Erste Offizierin gedient hatte. Der Inhalt der Nachricht war ihm schleierhaft vorgekommen. Julie hatte davon geschrieben, dass sie zum Außenministerium versetzt worden sei und dort nun irgendeine höhere Stelle einnahm.

    In diesem Moment erhielt er eine neue Komnachricht. Diese war auch von Julie. Sie schlug vor das sie sich heute um 1500 im Cafe "Kaff'n'Go", auf dem Lions Sqare treffen sollten. Jake antwortete mit einem einfachen "Ja". Als er auf die Uhr blickte, fiel ihm auf, dass es bereits 1440 war.


    ---

    Das Cafe das Julie ausgesucht hatte lag direkt am Lions Square, einer Flaniermeilen Cirans, welche, dank des bevorstehenden Festes, noch voller war, als sonst. Allerdings konnte er seine frühere Kollegion nirgends entdecken. Schulterzuckend entschied er sich für einen Platz in der Ecke.

    Kurz nachdem er sich gesetzt hatte, tauchte bereits eine Kellnerin auf, bei der er Kaf orderte. Noch bevor die Bedienung zurück war tauchte Julie aus dem nirgendwo auf.


    "Kein Problem.", versicherte Jake lächelnd. "Ich war auch gerade so pünktlich. Außerdem hattest du Glück das ich gerade in Ciran weilte."

    "Hattest du die Komnachricht, die ich dir vor ein paar Wochen geschickt habe, nicht bekommen? Ich war bis heute morgen noch am Raumhafen in Exeter stationiert"

    "Kuchen? Nein, danke. Ich begnüge mich mit meinem besten Freund - Kaf." Er grinste.

    Kurz nachdem Julie in Richtung der Kuchentheke verschwunden war, kam die Bedienung wieder und brachte ihm einen dampfenden Becher Kaf.

    Kurz darauf kam auch Julie wieder, gefolgt von der Kellnerin, welche einen Teller voller Süßkuchen und Kaf brachte.

    "Ah, das meintest du mit "höhere Stelle im Außenministerium"? Herzlichen Glückwunsch." Er lächelte sie an. "Ach mir geht es gut, ich bin nur etwas verwundert. Heute morgen hat man mir mitgeteilt, dass ich spontan ins Außenministerium versetzt werde."





    [Cirrus - City of Ciran - Cafe "Kaff'n'Go" - Ein Tisch in der Ecke - Jake Ferell und Julie Miller]
     
  8. Jake Ferell

    Jake Ferell Orgalos

    [Cirrus - City of Ciran - Ausweichgebäude des Außenministeriums - Raum 1.15 - Jake Ferell und mehrere andere (NPC)]



    Man konnte es drehen und wenden wie man wollte. Man konnte Cirrus und seine Bewohner für rückständisch, übermäßig traditionsbewusst und übersteigert höflich halten. Man konnte die Fortbewegungsmittel - Pferd, Esel und Karren - für ihre Unzuverlässigkeit verdammen. Aber selbst der größte Kritiker musste zugeben, dass der Sonnenaufgang über Cirrus immer wieder ein wunderschönes Spektakel war. Der Himmel über der Hauptstadt des kleinen Rim-Planeten färbte sich langsam aber stetig rot. Es war als hätte irgendeine göttliche Entität entschieden, ihr Blut über dem Himmel zu verteilen.

    Seufzend drehte sich Jake Ferell von diesem herrlichen Anblick ab und stieg die zahlreichen Treppen des Turmes, der das Ausweichgebäude des Außenministeriums schmückte, hinunter. Es würde ein langer und nicht zuletzt überaus langweiliger Tag werden. So wie gestern, vorgestern und der Tag zuvor. Er war derzeit Mitglied einer Arbeitsgruppe, welche sich ursprünglich darauf konzentrieren sollte, Kontakte zur Neuen Republik und zum Galaktischen Imperium zu knüfen. Doch seit mehreren Wochen steckten sie bereits in Verhandlungen mit Planeten aus den umliegenden Systemen. Die stundenlangen Gespräche drehten sich um solch spannenden Themen, wie Wirtschaft, Verteidigung und - nicht zuletzt - Allianzen.

    Die Vertreter Cirrus saßen, bis auf die Verhandlungsführerin für Sicherheitsangelegenheiten, bereits vollzählig auf der einen Seite des Tisches und warteten ungeduldig das die andere Delegation endlich auftauchte. Dies würde vermutlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, immerhin war diese erst für in etwa einer Stunde angekündigt. Wenige Minuten später erklangen Schritte im Korridor und eine einzelne Dame betrat den Konferenzraum. Ohne ihre Gespräche zu unterbrechen, sahen mehrere seiner Kollegen in Richtung Tür und drehten sich enttäuscht zurück als die junge Frau erkannten, welche nun auf den freien Platz am oberen Ende des Tisches zuhielt.

    Mit einem flauen Gefühl im Magen verfolgten Jakes Augen als Julie Miller den Saal durchquerte. Beinahe ein Jahr kannte er sie bereits. Beinahe ein Jahr war er nun zu feige, sie endlich zu einem Date einzuladen, gestand er sich beschämt ein. Bevor er diesen Gedanken allerdings weiterverfolgen konnte, trat ein Diener in den Raum und verkündete die verfrühte Ankunft der anderen Delegation.

    Die Begrüßungsformalitäten währten nicht lange. Bereits zwanzig Minuten später war man in hitzige Diskussionen über Wirtschaftsverträge verstrickt. Jake, welcher keine Ahnung von Wirtschaft hatte, und dem Meeting nur beisaß, da er der Sicherheitsbeauftragte der Gruppe war, hatte nur Augen für die Person, welche den äußersten Stuhl am anderen Ende des Tisches eingenommen hatte und angestrengt zuhörte. Julie schien wirklich interessiert zu sein. Oder vielleicht versuchte sie auch nur so zu wirken. Zehn Minuten später fand er sich über diese Frage grübelnd im selben Raum wieder. Er musste eingedöst sein. Der Sicherheitsoffizier schaute sich verstohlen um. Aber anscheinend war niemandem seine mentale Abwesenheit aufgefallen. Alle waren viel zu beschäftigt mit ihren Verhandlungen um auf ihn zu achten. Daher nahm er an es würde niemanden stören, wenn er sich für eine gewisse Zeit aus dem Raum entfernte. Als ihn niemand zurückrief als der die Seitentür des Raumes öffnete, beschleunigte er seine Schritte in Richtung des Treppenhauses.

    Dort erklomm er die Treppe bis in den fünften Stock, wandte er sich nach rechts und fand sich wenige Schritte später in einem wunderschönen Dachgarten wieder. In der Mitte des Blumenmeeres, stand ein Springbrunnen aus weißem Marmor, welcher in der nun bereits aufgegangenen Sonne erstrahlte. Die Wege des kleinen Paradieses waren mit Bänken, welche geschundene Mitarbeiter wie ihn zum Verweilen einladen sollten, gesäumt. Er setzte sich auf einen der Ruheplätze, welcher direkt neben dem Springbrunnen stand und döste beinahe augenblicklich ein.

    Er erwachte erst wieder als die Sonne bereits einen sehr hohen Stand erreicht hatte. Es musste Mittag geworden sein. Verschämt stand er auf und war bereits auf dem Weg zurück zum Konferenzzimmer in welchem die Verhandlungen stattfand, als ihm sein Instinkt sagt das etwas nicht stimme. Er drehte sich einmal um die eigene Achse um den Garten in Augenschein zu nehmen. Er blieb wie angewurzelt stehen als er aus dem Augenwinkel etwas Schwarzes fallen sah. Einen Augenblick später hatte er bereits seine Dienstwaffe schußbereit in der Hand. Eine schwarz-vermummte Gestalt kam mit erhobenem Messer auf ihn zu
    .

    "Im Namen des Herzogs. Bleibt stehen oder ich ..." Bevor er ausreden konnte wurde die Gestalt von mehreren Kugeln getroffen und ging röchelnd zu Boden. Als Jake sich umdrehte erkannte er drei Mitglieder der Ducal Cirrus Police, der Nationalpolizei des Planeten, mit gezogenen Dienstwaffen dastehen.

    "Seid Ihr in Ordnung, Mister?", fragte ein Polizist, dessen taktisches Zeichen ihn als Sergeant auswies.

    "Alles in Ordnung, Sergeant. Danke für die Hilfe."

    "Das ist unser Job. Allerdings müsste ich Sie bitten mir zu folgen. Sie werden erwartet." Fragend blickte er den ehemaligen Flottenoffizier an, welcher mit einem Nicken sein Einverständnis gab. Der Polizeisergeant führte ihn in das Konferenzzimmer, welches nun allerdings mehrere Schusslöcher in der Tür und einige größere Blutlachen auf dem Boden aufwies. Bevor er den Offizier bedrängen konnte ihm mitzuteilen was geschehen war, kam ein blauuniformierter Beamter auf ihn zu.

    "Agent Jake Ferell?" Jake nickte. "Ich bin Agent Hus Hay vom Central Investigation Service. Ich muss Sie ganz gewohnheitsmäßig fragen, ob Sie irgendetwas von diesem Blutbad hier mitbekommen haben."

    "Nein, Sir. Ich war gerade oben im Dachgarten und hatte eine kurze Pause von den Verhandlungen genommen, als mich Ihre Kollegen von der DCP vor einem Attentäter retteten."

    "Also wissen Sie nicht was hier los war?" Jake schüttelte den Kopf. "Hätte ja sein können. Ich wüsste auch verdammt gerne was hier los war. Der Diplomatic Security Service hat die DCP alamiert und die Täter, allesamt vermummte Attentäter, ausgeschaltet. Neun Tote, fünfzehn verletzte. Glücklicherweise aber auch sieben unverletzte Personen." Agent Hay deutete auf einen der Attentäter. "Vielleich können Sie uns weiterhelfen. Wir haben das hier bei einem der Attentäter gefunden, nur habe ich keine Ahnung was das sein soll." Er zeigte Jake einen kleinen, goldenen Anhänger.

    "Darf ich?" Hay nickte und reichte Jake das, aus polizeilichen Gründen in Plastik verschweißte, "Souvenir". Er hatte so etwas Ähnliches schon einmal gesehen. Nur wusste er nicht wo. Er durchforstete sein Gedächtnis und aus einem nicht ersichtlichen grund wanderten seine Gedanken zu Julie. Da traf es ihn wie ein Blitz. Natürlich. Der Imperiale Geheimdienst vergab solche Anhänger als Zeichen der Erkennung und Anerkennung an bestimmte Agenten. Nur konnte er sich nicht vorstellen, dass irgendein dahergelaufener Attentäter im Besitz einer solchen Insignie sein sollte. Außer der imperiale Geheimdienst hätte herausgefunden wohin Julie und Jake geflohen waren. Es waren immerhin einige Credits an Kopfgeld ausgesetzt worden um die beiden Deserteure dingfest zu machen. Der Ex-Imperiale wandte sich an Hay:

    "Das ist das Erkennungszeichen bestimmter imperialer Agenten. Normalerweise sollten sie es ablegen bevor sie in den Einsatz gehen, aber vermutlich hielten sie diesen Auftrag nicht für gefährlich."

    Der CIS Agent schaute nachdenklich drein. Dann wandte er sich an einen der nahestehenden Polizisten.

    "Wo ist Commander Kys?"

    Der Polizist deutete die Tür zu einem Nebenraum. Hay entschuldigte sich und verschwand durch eben jene Tür. Jake blieb wo er war, versuchte nicht im Weg zu stehen und sah den Mitarbeitern der Kriminalpolizei bei der Arbeit zu. Wenige Minuten später kehrte Hay in Begleitung eines älteren, weißhaarigen Mannes in der dunkelblauen Uniform des CIS zurück.

    "Agent Ferell dies ist Commander Kys, Leiter der Abteilung Überwachung. Wir bräuchten einige Informationen von Ihnen, würden Sie uns bitte ins Hauptquartier begleiten?"

    Dies war weniger Frage oder Bitte, es war eine Aufforderung. Beinahe ein Befehl. Jake nickte.

    ---

    Einige Tage später lag dichter Nebel über der Stadt. Es war früh morgens. Nur sehr wenige Frühaufsteher, zum großteil Marktbeschicker, waren bereits auf den Beinen um ihren Geschäften nach zugehen. Allerdings hatten sich trotz der frühen Stunde bereits etwa hundert Leute auf dem Tyburn Hill, einer kleinen Erhebung am östlichen Stadtrand eingefunden. Es herrschte Jahrmarktsstimmung. Der Hügel war seit Jahrhunderten eine Stätte direkter Justiz und die Menge war zusammengekommen um einer erneuten Zurschaustellung der Macht der herzoglichen Gerichte zu verfolgen.

    Eine kleine Gruppe bahnte sich den Weg durch die Menge zu dem Podest, auf welchem die Hinrichtung stattfinden sollte. Ihr Marsch hatte am Gate Prison, dem einzigen Gefängnis der Stadt, begonnen und auf verschlungenen Wegen durch die Straßen Cirans geführt. Nun waren sie fast am Ziel und das Gesicht einer jungen Dame in der Mitte des Zuges verfärbte sich langsam zu einem sehr ungesunden Grün. Sie war es auf die die Menge gespannt wartete. Begleitet von einer etwa zwanzigköpfigen Wachmannschaft, mehreren Richtern und einem Vertreter des Herzogs erklomm sie mit gesenktem Kopf das Podest. Allmählich kehrte Ruhe auf dem Platz ein.

    Einer der Richter, gekleidet in eine schwarze Robe, trat, bewaffnet mit einer Schriftrolle vor:

    "Gentlemen. Ladys. Volk von Ciran. Im Namen des Herzogs ergeht folgendes Urteil: Julie Miller, auch bekannt als Jessh Mowas, Spionin und Saboteurin des Galaktischen Imperiums wurde für des vielfachen Hochverrats, der Spionage, der Sabotage, des vielfachen Mordes und des Falscheides für schuldig befunden. Da sie ihre Taten weder zugibt noch bereut erlegen wir ihr folgendes Strafmaß auf: Ausweidung bei lebendigem Leib, Vierteilung und Tod durch Verbrennung."

    Die Augen der Beschuldigten weiteten sich und sie erbrach sich auf die eigenen Füße. Sie war offenbar jetzt erst in Kenntnis über das Maß der Bestrafung gesetzt worden.

    Aus dem Schatten beobachtete ein Agent des Außenministeriums das Geschehen unberührt. Ohne mit der Wimper zu zucken ließ er die Schreie der Verurteilten über sich ergehen, sie hatten keine Bedeutung mehr für ihn. Erst als das Feuer die Überreste seiner früheren Vertrauten verschlungen hatte und ausbrannte wandte er sich von dem schrecklichen Bild ab. Er verließ den Tyburn Hill mit eiligen, großen Schritten in Richtung des Regierungsviertels.




    [Cirrus - City of Ciran - Zwischen Tyburn Hill und Regierungsvierteil - Jake Ferell]
     
  9. NPCharacters

    NPCharacters NPC Account von Steven Crant

    >> Cirrus - City of Ciran - Ciran Palace - Arbeitszimmer des Herzogs - Herzog Jake Crant und Berater <<


    Der Tag hatte eigentlich gut angefangen, Jake bewunderte den prächtigen Sonnenaufgang über dem Meer und nicht einmal sein Bein wagte es sich an einem solchen Tag zu schmerzen. Aber wie gesagt, eigentlich hatte er gut angefangen.
    Es gehörte fast schon zur Tradition, das der Herzog während des Frühstück dir Lokalzeitung von Ciran durchblätterte.
    Normalerweise sah er auf diesen Seiten auch nichts beunruhigendes, im Gegenteil kurz vor seinem Thronjubiläum waren die Nachrichten erfreulich, doch an diesem Morgen war es anders.


    "Wie bei allen Göttern, kann so etwas passieren!?"

    fluchte der Herzog wütend und verschluckte sich beinahe an seinem frisch gebrühten Kaff.

    "Eine Imperiale die hier aufgenommen wird, wird nach so kurzer Zeit im Außenministerium tätig?"

    ohne auf eine Antwort seines Beraters zu fragen, wütete der gereizte Souverän weiter.
    Es war verständlich, das der Herzog außer sich war. Julie Miller, ehemals Jessh Mowas, war eine Ex-Imperiale, die Zuflucht auf Cirrus gesucht hatte und schnell in den Dienst des Außenministeriums eintrat. Doch vor nicht einmal 24 Stunden stellte sich diese Person als immer noch Agentin des Imperiums raus, welche für einen Anschlag auf eine Delegation Außerplanetarischer Diplomaten verantwortlich war.

    Dieser Fauxpas wäre an sich schon schlimm genug für das Ansehen ganz Cirrus' doch kurz vor dem Thronjubiläum ließ ein Fehler dieser Art, die gesamte Regierung, mitsamt ihres Herzog unfähig erscheinen. Und wer mochte schon einer unfähigen Regierung folgen?

    Jakes Bademantel zierte neben den Farben seiner Familie, auch das Wappen eben dieser. Es war typisch für den Herzog um diese Uhrzeit noch nicht angezogen zu sein, denn er liebte das späte Frühstück.
    Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster, drehte sich der Duke zu seinem Berater und ging eilig auf diesen zu.

    "Ich möchte das die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden."

    zischte der Herzog seinem Berater wütend aus nächster Nähe entgegen.

    "Ich erwarte den Lord Gouveneur in einer Stunde im Ratsaal..."

    "Sehr wohl, Hoheit."

    "Bis dahin soll der Direktor der Einwanderungsbehörde unter Arrest gestellt werden!"

    Der Herzogliche Berater machte sich sofort auf den Weg die Befehle seines Souveräns auszuführen.
    Dem Herzog blieb nun nur noch zu hoffen, das sein Lord Gouveneur ein PR-Genie war, um größtmöglichen Schaden von Cirrus, der Regierung und von Jake abzuwenden.

    >> Cirrus - City of Ciran - Ciran Palace - Arbeitszimmer des Herzogs - Herzog Jake Crant <<
     
  10. Steven Crant

    Steven Crant Thronerbe von Cirrus & Jedi-Ritter Premium

    ~ Weltraum ~ Cirrus-System ~ Orbit von Cirrus ~ „Eulysia“ ~ Michaels Zimmer ~ Michael, Steven und NICA (NPC) ~


    „Wenige Minuten bis zum Landeanflug auf Cirrus!“

    ertönte eine blecherne Stimme aus den Lautsprechern, die überall auf dem Schiff verteilt waren. Stevens überprüfender Blick aus dem Fenster von Michaels Zimmer bestätigte die Aussage des Piloten als vollkommen richtig.
    Von hier oben, aus dem Orbit, konnte der Jedi-Ritter die Oberfläche seiner Heimat bewundern, die durch die Sonne in Gold gehüllt war.
    Ein Faktor, für den Cirrus und seine Städte berühmt waren. Viele Holofilme wurden auf dem Outer-Rim Planeten eben wegen dieser besonderen Farbgebung gedreht. Und auch Steven konnte eine gewisse Affinität mit der Schönheit seiner Heimat nicht verdrängen.

    „Keine Sorge, der wird schon wieder..“

    beruhigte Agent DeSanta den Jedi-Ritter und unterbrach dessen Gedankengang.

    Michael Aeren, Stevens Padawan hatte sich beim Training verletzt. Irgendwie hatte Michael seine eigene Kraft nicht richtig einschätzen können und so verwandelte sich der Machtsprung der eigentlich einen Vorteil darstellen sollte, in einen nicht unerheblichen Nachteil.

    „..nur 'ne kleine Prellung, mit ein wenig Ruhe und Zeit, wird’s wie vorher.“

    Glücklicherweise hatte DeSanta bevor er zur NICA gegangen war eine Militärmedizinische Ausbildung bei der cirresischen Armee absolviert und somit wusste der Agent wovon er redete.

    „Danke Agent, Sie können jetzt alles für die Landung vorbereiten.“

    erklärte der Jedi-Ritter und hielt den Agenten dazu an nun Michaels Zimmer zu verlassen, was dieser auch unverzüglich tat.
    Steven der noch das Schließen der Automatiktür hinter dem Agenten beobachtete, drehte sich nun wieder zu seinem Padawan, der auf dem Rand seines Bettes saß und sein in einen Stützverband eingehülltes Handgelenk betrachtete.

    „Zeig' mal her.“

    erklärte der Meister des Padawans und nahm dessen Arm in seine Hand. Mit prüfendem Blick, wickelte der Baron von Cirrus den eben erst angebrachten Verband ab und begutachtete das Geschwollene Handgelenk.
    Glücklicherweise war DeSanta nicht der Einzige mit medizinischen Kenntnissen.
    Steven jedoch beschränkten sich auf die Heilung mit der Macht. Seine Meisterin ChesaraSyonette hatte ihm zwar nur die Grundzüge der komplizierten Technik beigebracht, doch diese sollten ausreichen um eine kleine Prellung zumindest zu lindern.
    Steven legte seine Hand ausgestreckt, wenige Zentimeter über das Handgelenk seines Padawans. Der Ritter schloss die Augen und konzentrierte sich auf die zerstörten Muskelfasern und Nerven die er durch die Macht deutlich in Michaels Handgelenk spüren konnte. Die Macht war ein Verbündeter und ein Mächtiger noch dazu.
    Steven musste sich konzentrieren und es zerrte an seinen Kräften, die Muskelfasern und Nervenenden wieder miteinander zu verknüpfen, sowie eine beruhigende Kälte auf das gereißte Handgelenk zu legen.

    „Nun wird es keine Tage mehr dauern, sondern wenige Stunden. Mach dich bereit, wir landen bald.“

    Auch Steven musste sich noch einmal Mental auf seine alte Heimat vorbereiten. Cirrus war anders als der Rest der Galaxis, es war besonders.
    Auf Cirrus verzichtete man auf unnötige Technologien, oder anders gesagt man wusste seine Ressourcen besser zu nutzen.
    So gab es keine Gleiter, sondern Pferde und Kutschen und wenn es doch einmal den ein oder anderen Gleiter gab, war dieser der Oberschicht vorbehalten, denn auch das gab es auf Cirrus noch, eine ausgeprägte und gefestigte Hierarchie.
    An der Spitze dieser Pyramide befand sich Stevens Familie, sein Vater als Souverän und er als Thronfolger (Und somit in gewisser Weise auch Michael, als Stevens Schüler).
    Dann gab es dort noch den Hofstaat, der die reichsten 2% von Cirrus bildeten.

    Sanft setzte das Raumschiff im persönlichen Dock der Familie Crant im Raumhafen von Ciran auf. Steven schnappte sich seine Tasche, die ihm auf dem Gang unverzüglich von einem Agenten aus der Hand gerissen wurde.
    Auch Michael musste, soweit Steven es erkennen konnte, sein Gepäck nicht alleine tragen.
    Nun standen sie dort, auf der Rampe seines Raumschiffs im Raumhafen auf seinem Heimatplaneten. Eine Kutsche, der Gleiter musste wohl anderweitig beschäftigt sein, stand für die Jedi bereit. Michael würde überrascht sein.

    „Willkommen auf Cirrus“

    begrüßte sie Agent Smith mit freundlicher Stimme, als er nach ihnen das Schiff verließ und die beiden Jedi an der Schulter berührte. Einladend streckte er die Hände Richtung Kutsche aus.


    ~ Cirrus-System ~ Ciran ~ Raumhafen mit „Eulysia“ ~ Michael, Steven und NICA (NPC) ~
     
  11. Michael Aeren

    Michael Aeren Tja irgendwas sollte hier stehen? Aber was?

    [Weltraum Richtung Cirrus - Eulysia - Michaels Kabine - Michael Aeren und Steven Crant]



    Die Machtheilung seines geprellten Handgelenks hatte den Jedi-Padawan Michael Aeren beeindruckt. Sie war eine von nicht allzuvielen Anwendungsgebieten der Macht, die er für sinnvoll und nützlich hielt. Vielleicht sollte er bei Gelegenheit seinen Meister einmal darauf ansprechen, ihm die Grundlagen dieser Technik zu vermitteln. Dies wäre auch durchaus nützlich, sollte so ein kleines "Missgeschick" nocheimal passieren.

    Er drehte sich um, packte seinen Rucksack und ging aus dem Zimmer hinaus. Auf dem Gang wandte er sich nach rechts - in Richtung Cockpit. Auf dem Weg salutierte jeder Agent dem sie begegneten vor Michaels Begleiter. Als sie den Pilotenstand, eine verhältnismäßig schmale Kabine, betraten, lies der Padawan seine Tasche in der einen Ecke zurück und stellte sich hinter den Sitz des Piloten.

    Vor ihnen kam der Planet immer näher. Im Licht der Sonne erschien seine Oberfläche golden zu schimmern. Immer näher kam die Welt, bis sie mit einem Ruckeln des Schiffes, in die Atmosphäre eintraten. Je weiter hinunter das Gefährt sank, desto atemberaubender wurde die Schönheit Cirrus'. Die Oberfläche schien nur aus grünen Wiesen und Wäldern, grauen Bergen und blauem Wasser zu bestehen. So weit Michael blicken konnte sah er dort kein einziger Fabrikkomplex, nein,nicht einmal eine Kleinstadt. Es waren ab und zu kleine Dörfer oder einzelne Häuser zu erahnen, da ihr Pilot aber einen respektvollen Abstand zu dieser natürlichen Pracht hielt, war sich der Jedi-Schüler in dieser Frage nicht allzu sicher.

    Als sie die Küste eines Gewässers streiften, dass den Horizont auszufüllen schien, ging die Eulysia in einen leichten Sinkflug über. Sie befanden sich nun in einem Bereich des Planeten, auf dem gerade die Morgendämmerung einsetzte. Die Sonne würde, laut dem Infoscreen über dem Eingang zum Cockpit in wenigen Minuten aufgehen.

    Bald darauf erreichten sie die ersten Ausläufer einer größeren Siedlung. Auf einer breiten Straße unter ihnen herrschte reger Verkehr, welcher sich in gemähchlichem Tempo der Stadt, welche auch das Ziel der Eulysia zu sein schien, entgegenschlängelte. Michael glaubte Pferdekarren und berittene Menschen zu erkennen, dachte allerdings er müsse sich getäuscht haben.

    Dann, als sie über einer Stadtmauer, welche aus hellem Stein errichtet war, flogen, ging die Sonne mit einem beinahe sichtbaren Ruck auf und warf ein goldenes Licht auf die Stadt, welche der Padawan für die Hauptstadt des Planeten hielt. Sie bestand zum einem großenteil aus niedrigen, ein- oder zweistöckigen Häusern, welche allerdings in die Richtung in die sie ihr Flug führte immer höher anwuchsen. Einige, aus hellem Material gebaute Gebäude, reflektierten das Licht, das so hell war, das es beinahe blendete.

    Mit einem Ruck ging die Eulysia in einen senkrechten Sinkflug über, sank langsam in einen beinahe leeren Raumhafen und setzte mit einem kaum spürbaren Ruckeln auf.


    Michael sah aus dem Augenwinkel wie Steven seine Tasche aufhob, welche ihm sofort von einem der cirresischen Agenten aus den Händen gerissen wurde. Als der Jedi-Schüler sich nach seinem eigenen Gepäckstück umdrehte, sah er noch, wie ein anderer Agent seinen Rucksack nach draußen brachte. Überrascht, aber auch etwas mistrauisch, folgte er seinem Meister, welcher das Schiff bereits verlassen hatte nach draußen.

    Als er sich, noch auf der Ausstiegsrampe stehend, umsah, erblickte er er wenige Menschen und noch weniger Raumgefährte. Die vorhandenen hatten, eindeutig erkennbar, eine militärische Verwendung, was ein Blick auf die Tafel über dem Ausgang bestätigte. Dort prangten in goldenen Basic-Lettern die Worte "Military Space Port Ciran". Darunter waren Reihen von, dem Jedi-Schüer unbekannten, Schriftzeichen angebracht, welche wohl der hiesigen Sprache entstammen mussten.

    Als sich hinter ihm einer der Agenten räusperte bemerkte Michael Aeren das er mitten auf der Rampe stehen geblieben war und eilte zu seinem, bereits vor einem für Michael ungewöhnlichen Gefährt stehenden, Meister.

    Kurze Zeit später saßen die beiden Jedi, begleitet von Agent Smith, in einer prunkvollen Kutsche, welche von einer Staffel berittener Soldaten eskortiert wurde. Auf den Straßen wandten sich die Menschen dem Gefährt entgegen. Nicht wenige verbeugten sich. Einige fielen sogar auf ein Knie.

    Der Nicht-Cirrese starrte verdutzt aus dem Fenster. So etwas war ihm noch nie untergekommen. Auch die Fortbewegungsmittel entsprachen nicht dem Standard den er gewohnt war. Anstatt Gleitern und anderen motorisierten Gefährten, waren die Straßen gefüllt mit Fußgängern, Pferden und Pferdewägen
    .

    "Agent, wieso gibt es hier keinerlei Gleiter", fragte er den Leibwächter undiplomatisch.

    "Aus Prinzip, Sir. Auf Cirrus sind wir traditionell sehr naturverbunden und verzichten auch gerne auf unnötige Maschinen. Hier besitzen nur diejenigen einen Gleiter, die diesen auch brauchen. Etwa unsere Erzminen.", antwortete Smith.

    Michael war verwirrt. Einerseits bestand die Bevölkerung dieses ulkigen Planeten aus Naturliebhabern und Baumumarmern, andererseits betreib man auch Minen für den Erzabbau. Wie das zusammenpasste, wollte ihm nicht so recht klar werden.

    Trotzdem beugte er sich zu Steven hinüber und meinte
    : "Das erklärt deine Unfäigkeit mit Maschinen"

    "Wir sind fast da, Sirs", lies Agent Smith auf ein Klopfzeichen des Kutschers verlauten.

    Mit einem Ruckeln fuhren sie auf einen großen, von etwas höheren Gebäuden eingerahmten, Platz ein, auf dem ein reger Verkehr aus Pferdewägen, Fußgängern und - soweit er es erkennen konnte - ein, zwei Gleitern herrschte. Aus dem Fenster auf der anderen Seite konnte der Padawan einen prunkvollen und weitläufigen Palast, gebaut mit dem selbem hellen Stein aus dem auch die Stadtmauer zu bestehen schien, erkennen, auf den die kleine Kolonne zielstrebig zuhielt.

    So also wohnte die Famile von Steven Crant. Irgendwie fand er das einerseits belustigend, andererseits einschüchternd. Belustigend, da Steven ein Leben gewählt hatte, das zum großen Teil dem Luxus, Prunk und Komfort entsagte. Die Vorstellung Steven könnte eines Tages mit einem schweren, golddurchwirkten Mantel auf einem goldenen Thron in diesem Palast sitzen, lies Michael beinahe losprusten. Einschüchternd, weil er der Thronfolger eines Planeten war, der in diesem Teil des Outer Rims - laut dem Jedi-Archiv - zu den Kräften gehörte, mit denen man rechnen musste.

    Vor einem großen eisernen Tor, welches zur rechten des Palastes in eine Mauer eingelassen war, wurde die Kutsche langsamer. Die berittene Eskorte, welche sie begleitet hatte, lies sich zurückfallen und schwenkte dann nach rechts aus. Als sie das Tor passierten standen zu beiden Seiten Soldaten in Paradeuniform mit geschultertem Gewehr still. Langsam rollte ihr Gefährt weiter, links, auf ein weiteres Tor zuhaltetend. Hinter ihnen schloss sich mit einem lauten, dumpfen Ton das Eisentor.

    Durch das zweite Tor, welches sich unter einem Seitenflügel des Palastes befinden musste, kamen sie in einen malerischen Innenhof. Er war rundum mit Bäumen und Blumenbeeten gesäumt. Der Sandweg den ihre Kutsche nutze führte zu einem turmähnlichen Steinkonstrukt,den, von dessen Obergeschoss aus, je ein Gang mit dem linken und dem rechten Flügel des Hauptgebäudes verband.

    Vor diesem Turm standen Soldaten, vier Reihen tief, gekleidet in eine blutrote Paradeuniform, still und präsentierten ihr Gewehr. Von einem Balkon über ihnen erklangen mehrere Fanfaren. Als das Pferdegefährt vor der Treppe des kleinen Gebäudes anhielt, sprangen aus dem nichts Diener herbei, klappten die Ein- und Ausstiegsleiter der Kutsche herab und öffneten die Tür.

    Als Stevens Fuß den Boden berührte, begann eine Militärkapelle, welche Michael nicht gesehen hatte, mit dem Spielen eines Liedes, welches wohl die Hymne Cirrus sein musste. Als das Stück verklungen war stellten die versammelten Soldaten, mit einem lauten Klacken, wie ein Mann ihr Gewehr auf dem Boden ab.Aus dem Inneren des kleinen Gebäudes kam eine Gruppe von Menschen, angeführt von einem hochgewachsenen Mann mittleren Alters.

    Vor Steven fielen er, und mit ihm die gesamte Gruppe, auf ein Knie und senkten den Kopf. In Stevens Gesicht zeigte sich, Michaels Meinung nach, ein kleines bisschen Panik, angesichts dieser Situation, welche erst dann ein Ende fand, als Agent Smith sich nach vorne neigte um dem Jedi-Ritter etwas zuzuflüstern.

    Nachdem der Thronfolger der kleinen Menschenschar gestattet hatte aufzustehen, verkündete einer der Diener mit weittragender Stimme die Titel und Namen der Neuankömmlinge.

    Nach einer erschöpfenden Litanei an Titeln, Stellungen und Namen, richtete der Mann an der Spitze der Gruppe, welcher ihnen als der Lord Steward - der zweithöchste Mann am Hofe - vorgestellt worden war, das Wort an Steven.


    "Willkommen Zuhause, Sir", verkündete Earl Chatham mit einem Lächeln.



    [Cirrus - Ciran - Palace of Ciran - Innenhof - Michael Aeren, Steven Crant und NPCs]
     
  12. NPCharacters

    NPCharacters NPC Account von Steven Crant

    >> Cirrus - City of Ciran - Ciran Palace - Arbeitszimmer des Herzogs - Herzog Jake Crant <<


    Jack Crant ging unruhig die Gänge des Palastes auf und ab. Eine Hand in der Tasche seines edlen Anzugs und die andere fest an den Gehstock gedrückt, der ihm seit einem Sturz, Halt bot.
    Der Souverän von Cirrus litt nicht etwa unter einer Unruhestörung, nein er war schlicht und einfach Nervös.
    Aufgeregt, weil der cirresische Geheimdienst seinen „verlorenen“ Sohn aufgespürt und zu ihm nach Cirrus gebracht hatte.
    Steven war der offizielle Thronfolger und als Baron von Cirrus bestimmt dafür, ein Volk zu regieren. Doch das einzige Kind von Jack Crant hatte sich dazu entschieden, wie seine Mutter, das Leben eines Jedi zu wählen.

    Dieser Umstand machte Jack nicht nur traurig, sondern zugleich auch wütend. Er konnte es nicht verstehen, wie man an so etwas wie „die Macht“ glauben oder wie man ein luxuriöses Leben gegen das eines Bettel-Mönchs eintauschen konnte.
    Steven hatte nicht nur einen anderen Weg gewählt, Jack musste alle Zahnräder in Bewegung bringen, um seinem Sohn zu ermöglichen Thronfolger zu bleiben. Die cirresische Verfassung sah es vor, das ein Thronfolger 18 Jahre auf dem Planeten verweilt um in seinen Ämtern zu reifen.
    Jack konnte diese Regelung so weit entschärfen, das Steven nicht auf Cirrus sein musste, doch die 18 Jahre würden bleiben.
    Da ihm die cirresische Erziehung fehlte und er nie als offizieller Thronfolger ausgerufen wurde, muss der Erbe weitere 18 Jahre warten, bis er seinen Platz – nach dem Ableben des jetztigen Souveräns – einnehmen konnte.

    Die Gänge des protzigen Palastes waren geschmückt mit goldenen Verzierungen und seltenen Kunstwerken. Doch so gerne sich Jack daran erfreute, so war ihm im Moment nicht danach zumute.
    Plötzlich hörte der Souverän Schritte, die sich mit hoher Geschwindigkeit näherten.
    Immer noch war es ihm mulmig, wenn sich jemand schnell näherte und er alleine unterwegs war, so selten dies auch vorkam.
    Nur vor wenigen Wochen gab es Drohungen und sogar einen Doppelagenten in den eigenen Reihen. Jetzt zum Thronjubiläum konnte sich keiner einen Fehler erlauben. Doch hatten die Anschlagsdrohungen auch etwas gutes, Jack hatte somit einen Lockvogel für Steven.

    Die Schritte die sich näherten, offenbarten dann jedoch ihren Ursprung. Jacks privater Sekretär: Signe Si'gal.
    Eine schnelle Verbeugung andeutend, musste der Sekretär nach Luft schnappen, bevor er zu sprechen began.

    „Euer Sohne ist mit seinem Jedi-Schüler eingetroffen...Ihr solltet sie im Thronsaal erwarten, Hoheit.“

    Jack blickte für einen kurzen Moment aus dem Fenster in Richtung des Raumhafens. Tatsächlich hatte er vor nicht all zu langer Zeit ein bekanntes Schiff ankommen sehen. Der Souverän machte sich sogleich auf den Weg in seinen Thronsaal.
    Der Saal, der auf direktem Weg von Jacks Arbeitszimmer zu erreichen war, war ebenso wie die Gänge durch Gold und Gemälde geschmückte. Links und Rechts des ausgerollten Teppichs standen Büsten von Jacks Vorfahren. Den Herrschern von Cirrus. Drei Throne schlossen das Ende des Raumes ab. Jack setzte sich auf den Mittleren, den größten der drei und erwartete in wenigen Minuten seine Gäste.

    Es dauerte nicht lange, bis Fanfaren ertönten und die Tür sich öffnete.

    „Seine herzogliche Hoheit der Baron von Cirrus Steven Crant, Ritter des Ordens der Jedi, sowie Mr. Michael Aeren, Padawan des Ordens der Jedi.“


    >> Cirrus - City of Ciran - Ciran Palace - Thronsaal - Herzog Jake Crant, Baron Steven Crant, Michael Aeren, Würdenträger <<
     
  13. NPCom

    NPCom E Pluribus Unum

    [Cirrus - Ciran - Stewards House - His Grace John Mitchell, 91st Earl of Derry]


    Von dem hohen Fenster, welches eine Wand des holzgetäfelten Büros dominierte, hatte man einen grandiosen Überblick über einen der Gärten des Palastes. Obwohl es die kleinste von insgesamt vier Gründanlagen auf dem Palastgelände war, beinhaltete er eine größere Vielfalt an Bäumen, Sträuchern und Blumen, als dem gut gekleideten Herrn, welcher durch die Scheibe eben jenes Fensters starrte, selbst bei angestrengtem Nachdenken je eingefallen wären.

    Aber nicht dieser wundervoll bunte Garten war es, der heute seine Aufmerksamkeit einnahm. Es war die Kutsche, welchen den Verbindungsweg zwischen Außentor und Palasthof entlang schaukelte und ihre Insassen spüren ließ, was es hieß auf Cirrus ein Taxi zu bestellen. Jene Passagiere deren Ankunft er tagelang versucht hatte zu verhindern. Er hatte den Gastgeber, der niemand weniger war als der Monarch des Planeten höchstselbst, darum gebeten sich die Angelenheit nocht einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Als Antwort hatte der Herzog um eine Bedenkzeit "gebeten", welche just am heutigen Tage, in einer Stunde und wenigen Minuten enden sollte.

    Mit einem Seufzen drehte sich John Mitchell, seines Zeichens Lord Steward des Planeten Cirrus, um und schlenderte geistig abwesend zu seinem Schreibtisch, auf dem sich Stapel von Gesetzesentwürfen, Erlässen und Bitten der Bevölkerung stapelten. Er mochte seine Arbeit, aber manchmal wuchs ihm seine Aufgabe als Stellvertreter des Monarchen beinahe über den Kopf. Ein paar mal war er bereits kurz davor gewesen um seine Entlassung zu bitten, hatte diesen Gedanken aber immer wieder- auf Zureden seiner Mitarbeiter - verworfen.

    Das Telefon unterbrach jeden Gedankengang
    .

    "Ja?", fragte John.

    "Ihre Gäste sind hier, Sir."

    "Gut. Schicken Sie sie rein."

    Kaum hatte er aufgelegt öffnete sich nach einem kurzen Klopfen und drei, in edele Gewänder gekleidete, Menschen betraten das Zimmer. Mit einem nicken grüßte John seine Gäste und lies sie mit einer Geste an dem großen Konferenztisch in der Raummitte Platz nehmen.

    "Danke für die Eile. Es ist wichtig."

    "DAS war mir auch klar. Aber jetzt raus mit der Sprache, John", drängelte einer der Neuankömmlinge. Edward. Er war der Regierungschef des Planeten und wirkte verwirrt und übermüdet.

    "Der Thronfolger ist eingetroffen". Erstaunte Stille folgte.

    ----------------

    Kurz darauf betraten John und seine drei Gäste den Thronsaal im Herzen des Palastes. Er war bereits gut gefüllt. Teile der Regierung, des hiesigen Adels und weitere geladene Gäste unterhielten sich mit gedämpften Stimmen. Ohne die Rufe der Personen die mit ihm sprechen wollten zu beachten, steuerte der Lord Steward auf den Stuhl zur linken des Throns an. Er stand eine stufe Tiefer als der vergoldete Sitz des Herzogs und war aus dunkelbraunem Holz gemacht. Für Aussenstehende mochte diese Stufe wenig Unterschied machen, im Protokoll des Hofes war es allerdings ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Kaum hatte er auf seinem Stuhl Platz genommen, öffneten sich die großen Flügeltüren am anderen Ende des Saales und unter dem Klang einer Fanfare betrat Jack Crant, der Herzog von Cirrus, den Raum. Auf einen Stock gestützt, versuchte Jack so aufrecht und selbstbewusst wie möglich auf seinen Thron zuzuschreiten, wie es mit der Verletzung, welche er sich bei einem Sturz vor wenigen Wochen zu gezogen hatte, möglich war. John lies sich von dem teilweise kläglichen Versuch nicht täuschen. Er wusste das der Herzog seit Wochen unter starken Schmerzmitteln versuchte seinem Amt nachzugehen.

    Als das Staatsoberhaupt seinen Sitz eingenommen hatte und der Applaus der Versammlung abklang, ertönte wieder eine Fanfare und ein Herold kündigte an
    :

    "Seine herzogliche Hoheit der Baron von Cirrus Steven Crant, Ritter des Ordens der Jedi, sowie Mr. Michael Aeren, Padawan des Ordens der Jedi."

    Anstatt Jubel und Applaus empfing die beiden Personen, die auf diese Ankündigung hin den Raum betraten verärgertes, teilweise gar wütendes, Schnauben.

    ----

    "Es ist eine Katasstrophe!" John Mitchell, der Lord Steward, schlug mit der Faust auf den Konferenztisch.

    Die Audienz, bei der der Sohn des Herzogs öffentlich zum Thronfolger ernannt wurde, war nach einer hastigen Ernennung vorzeitig abgebrochen worden. Anstatt des erwarteten Smalltalks mit dem Baron of Cirrus hatte man die Gäste nach Hause geschickt.

    "Wenn die Medien das mitbekommen wird diese ganze Geschichte überaus ... unangenehm."

    Die um den Tisch sitzenden Männer - allesamt unerfreut dreinschauend - nickten. Auf Cirrus empfand man eine tiefe Abneigung gegen Religionen, welche bereits mehrere Male für Tod und Elend unter der gesamten Bevölkerung gesorgt hatten. Bei der letzten Auseinandersetzung zwischen zwei Glaubensrichtungen waren dreiviertel der Bevölkerung abgeschlachtet worden. Kurz darauf hatte man auf Cirrus alle Glaubensgemeinschaften verboten oder, die moderatesten, unter strenge Aufsicht gestellt. Unter die Gruppe der verbotenen Gemeinschaften gehörten nach Ansicht der meisten Cirresen, sowie deren Regierung, auch die beiden großen Orden von Machtnutzern - Sith und Jedi. Somit war es absolut nicht ratsam das Thema Jedi anzusprechen. Noch weniger war es ratsam dies laut zu tun. Das man es am Hofe mit voller Absicht unter Fanfarenklang hinausgebrüllt hatte, hatte einen Großteil der Anwesenden sehr verärgert. Auch könnte sich ein negatives Medienecho und die die darauf folgende Meinung der breiten Bevölerung überaus negativ auswirken und könnten sich zu einer poltischen und sozialen Katatrophe auswachsen, sollte man nicht sofort Gegenmaßnahmen einleiten.

    "Was machen wir jetzt?", warf einer der am Tisch sitzenden Amtsräger in die Runde. Schweigen folgte, bis John das Wort ergriff:

    "Mein Stellvertreter wird den herzöglichen Erlass und die Gesetzesänderung anlässlich der Thronfolge morgen vor dem Oberhaus verkünden." Der Angesprochende nickte zustimmend und nahm die, auf schwerem Pergament festgehaltenen, Erlässe in seine Obhut.

    An den Governor gewandt führ John fort: "Wir müssen ein Exempel statuieren." Nachdenklich strich er sich übers Kinn. "Richetet den Herold und den Sekretär der für dieses Disaster verantwortlich ist morgen Abend auf dem Holborn hin!"

    Zustimmendes Murmeln erfüllte das Zimmer.



    [Cirrus - Ciran - Stewards House - John Mitchell und einige Amtsträger (alles NPCs)]
     
  14. Steven Crant

    Steven Crant Thronerbe von Cirrus & Jedi-Ritter Premium

    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Palace of Ciran ~ Räumlichkeiten des Baron of Cirrus ~

    Die Begrüßung auf Cirrus lief, freundlich gesagt, suboptimal ab. Steven hatte darauf bestanden, das er und sein Padawan mit den Titeln des Jedi-Orden angekündigt wurden, eine Entscheidung die sich als mittelschwerer Fehler herausstellte. Sein Vater, der seinen Sohn um alles auf Cirrus hier behalten wollte, hatte der von Steven vorgeschlagenen Willkommenszeremonie auch noch zugestimmt.
    Es war eine bewusste Provokation des Thronfolgers, denn Steven hatte nicht vergessen, das Religionen, so auch der Jedi-Orden auf Cirrus verpönt waren.

    Nach dem unproduktiven Begrüßungszeremonie, die ursprünglich als Kennenlern-Bankett geplant war, wurde der Erbe in seine Räumlichkeiten begleitet. Wie ein frecher Jugendlicher musste Steven seinen Bewachern auf sein Zimmer folgen. Immer größer wurde der Drang wieder von Cirrus zu verschwinden.

    Auf irgendeine Art verstand der Ritter seine Landsleute, doch der Thronerbe liebte es zu provozieren und aufzufallen und selbst die Jedi-Robe die ihn kleidete, würde böse Blick nach sich ziehen.
    Der Raum, den er sein Eigen nennen durfte, war groß, für eine Person möglicherweise zu groß, doch wer wollte sich deswegen schon beschweren? Steven ließ sich allerdings nicht in einem goldenen Käfig einsperren und so entschied er das sein Padawan seine Anwesenheit wohl gerade schätzen würde.
    Die 2 Beschützer die vor der Tür standen und sowohl den Jedi beschützen als ihn auch in seinem Zimmer "festhalten" sollten, blickten den Ritter ein wenig fragend an.

    "Ihr habt Befehl, mich durchzulassen und sollt meine Gemächer bewachen."

    Steven wischte mit seiner Hand vor den Gesichtern der beiden Wachen durch die Luft.

    "Wir sollen Euch durchlassen und Eure Gemächer bewachen!"

    antworteten die beiden Wachen synchron und ließen den Jedi vorbei.

    Auf dem Gang spürte der Jedi-Ritter plötzlich eine Erschütterung der Macht. Ein kalter Schauer lief dem jungen Jedi über den Rücken, Schmerzen die seine Muskeln durchdrangen ließen ihn zusammenzucken und verblassten kurz danach wieder.
    Was bei der Macht war das? Steven wusste nicht warum, doch in diesem Moment ging ihm Tenia durch den Kopf. Waren sie und Nei etwa in Gefahr?
    Steven versuchte an etwas anderes zu denken, immerhin war es unmöglich, Tenia und Nei waren auf der anderen Seite der Galaxis, wie sollte er da bemerken, wie es ihnen ging?

    Die Macht half ihm seinen Padawan schnell ausfindig zu machen, dieser war gerade im Gespräch mit den Wachen, die wahrscheinlich auch ihn in seinem Zimmer "beschützen" sollten. Michael kannte die Technik des Gedächtnismanipulation nicht und so verließ sich der Padawan auf sein Diskussionstalent, welches an den tauben Ohren der Wachen scheiterte.
    Erneut bediente sich der Ritter auf die Hilfe der Macht und rette seinen Padawan aus der Situation, beide Wachen schickte er auf "Patrouille" durch Michaels Zimmer.

    "Wie gefällt dir dein Zimmer?"

    fragte der Ritter ungezwungen um die Situation aufzulockern.

    "Lief nicht so gut, wie gehoffte unsere Begrüßungszeremonie, was?"

    Soweit so gut. Steven und sein Jedi-Schüler konnten sich bis aufs weitere frei auf Cirrus bewegen, jedenfalls so lange man sie nicht entdeckte oder Stevens Gedankentricks nichts mehr brachten. Sie konnten auch seinen Vater aufsuchen um die Sache zu klären, doch vielleicht hatte Michael einen Einfall.
    Diplomatisches Geschick und Einfallsreichtum waren Tugenden für einen Jedi und Michael durfte sich als Padawan in jeglicher Situation beweisen.


    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Palace of Ciran ~ Gänge ~ Michael und Steven ~
     
  15. Michael Aeren

    Michael Aeren Tja irgendwas sollte hier stehen? Aber was?

    [Cirrus - Ciran - Palace of Ciran - Westflügel - Michael Aeren und ein NPC-Diener]

    Der Padawan hatte, als er einem livrierten Diener auf das Zimmer, welches ihm zugewiesen worden war, folgte, machte er sich Gedanken um dieses .. kleine Missgeschick. Irgendwie hatte er das dumpfe Gefühl, dass dies nur aus den Gründen, welche ihm einer der Wächter eilig zugeflüstert hatte, passiert war. Einem Hof voller Repräsentanten und gelernter Strategen öffentlicher Auftritte hätte so ein Patzer nicht unterlaufen dürfen. Er hatte viel mehr eine gewisse Ahnung das sein Meister, der, so hatte Michael es verstanden, hier der Erste in der Thronfolge war, die Hände - wenn nicht gar seine beiden Arme - im Spiel hatte.

    Sie hatten das Zimmer erreicht. Durch eine massive Holztüre betrat man ein prunkvoll eingerichtetes Gästezimmer. Dem Äußeren des Palastes nach zu urteilen, gehörte dieser Raum durchaus nicht zu den größten, bot aber mehr Platz als ein ganzer Flur Padawanquartiere im Jedi-Tempel auf Lianna.

    Der Diener verabschiedete sich mit einer Verneigung und zog die Türe hinter sich klickend ins Schloss. Michael konzentrierte seine Machtsinne so wie er es gelernt hatte auf den Flur vor dem Gästezimmer und bemerkte mindestens fünf Wachen. Sie sollten wohl verhindern das jemand das Zimmer verlies oder betrat.

    Mit einem Seufzen wandte der Jedi-Schüler sich hin zu dem größen, teils mit farbigem Glas verzierten, Fenster, von dem aus - so bemerkte er - man einen grandiosen Blick auf einen der Palastgärten hatte. Sehr zu seiner Freude befand sich auch ein bequem aussehender Sessel im Raum, den er vor das offene Fenster schob und die warme Sommerluft, welche ein sanfter Wind vom Land herwehte, genoss.

    Michael schrak auf. Er musste wohl, durch Jetlag und den Sonnenschein der durch das hohe Fenster fiel, eingenickt sein. Doch nun, obwohl es immer noch hellster Tag war und ein warmes Lüftchen hereinwehte, fröstelte ihn. Seine Nackenhaare stellten sich auf. Er fühlte sich beobachtet und drehte sich langsam um
    .

    An der Tür, welche offen war, standen zwei rotuniformierte Soldaten in Habachstellung.

    "Entschuldigt, Sir, aber es gab vor einigen Minuten eine Drohung Euch und den Baron eigenhändig aufzuknöpfen. Wir haben Anweisung Euch nicht von der Seite zu weichen."

    Schweigend betrachtete Michael die beiden Soldaten. Sie schauten zwar pflichtbewusst, aber auch etwas betreten drein. Er konnte auch nicht feststellen, dass sie logen und er sie nur dabei unterbrochen hatte, ihn umzubringen
    .

    "Solange mir keiner auf das stille Örtchen dort folgt", er zeigte auf das Badezimmer. "Und solange mich niemand von euch umbringen möchte."

    Die Wachen schüttelten energisch die Köpfe. "Jeder den Seine Hoheit in seinem Heim willkommen heißt und der Ihm keinen Schaden zufügen möchte, wird von uns mit unserem Leben beschützt.", schwor der etwas kleinerer der beiden. Die Soldaten im gesamten Flur schlugen sich zur Bekräftigung mit der rechten Hand aufs Herz. "Aber seid Ihr nicht Jedi und könnt mit Euerer Macht nachprüfen ob wir die Wahrheit sagen?"

    Das war ein wunder Punkt. Wäre seine Ausbildung weiter fortgeschritten und wäre es nicht durch einige ungeschickte Umstände zu einer so großen Verzögerung seiner Lehrzeit gekommen, wäre er bereits in der Lage die grundlegendsten dieser Techniken einzusetzen. Aber geschehen war geschehen. Außerdem hatte er sich bereits Gedanken darüber gemacht. Sicher waren solche Machtkräfte durchaus nützlich, aber fand er es unverhältnismäßig, sie an Individuuen auszuprobieren, die nicht wussten wie ihnen geschah. Zudem war dies nicht nur in keinem Verhältnis, sondern auch höchst gegen seine Moralansichten. Natürlich würde er diese Techniken erlernen müssen um als vollwertiger Jedi angesehen zu werden und auf das was ihm in seinem weiteren Leben über den Weg laufen würde vorbereitet zu sein, aber dies musste nicht heißen, dass er - im Gegensatz zu einigen leichtsinnigeren Angehörigen seines Ordens - damit um sich werfen musste, als wären es Gummibärchen die man an eine Horde hungriger Kinder verteilte.

    Aber noch bevor er antworten konnte erschien hinter den beiden Soldaten sein Meister. Dem verwirrten Blick, der sich in den Augen der Wachen zeigte, lag wohl eine der Techniken zugrunde, auf die er gerade eine etwas längere Antwort geben wollte.


    "Oh das Zimmer hier ist prächtig. Mit einem guten Blick auf den Garten." Er deutete mit dem Daumen über die Schulter. "Deines war wohl nicht ... ganz so?"

    Er konnte sich die Antwort bereits denken, aber die Frage musste er Steven jetzt einfach stellen.

    "Oh, sie lief genau so lange gut, bis man die Handschrift eines bestimmten Jedi erkennen konnte. Fandest du die Idee wirklich so gut oder war das eher was Persönliches zwischen deinem Vater und dir?" Ein Augenblick Ruhe. "Ich glaube nämlich das man hier nicht so gut über dich denkt. Oder warum sonst sollte man dich und mich aufhängen wollen?" Er sah seinem Meister in die Augen. Es war eine familiäre Angelegenheit. Nichts das jemanden, außer Steven und seinen Vater berühren sollte. Aber leider war Stevens Vater mächtig und berühmt. Beides - mehr oder weniger - ein Garant für Publicity. Und er, der er der Schüler dieses Jedi war, der eine Famlienangelegenheit regel wollte, würde ungern für etwas in den Tot gehen, dass ihn weder interessierte, noch etwas anging.

    [Cirrus - Ciran - Palace of Ciran - Gang im Westflügel - Michael Aeren und Steven Crant]

    PS: Man möge mir das teilweise sehr miserable Deutsch bitte vergeben.
     
  16. Steven Crant

    Steven Crant Thronerbe von Cirrus & Jedi-Ritter Premium

    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Palace of Ciran ~ Gang im Westflügel ~ Michael und Steven ~

    "Um ehrlich zu sein.."
    erklärte der Ritter seinem Padawan und bewegte sich in Richtung Fenster.

    "Es hat eher persönliche Gründe gehabt."
    Steven blickte durch das Fenster in den farbenprächtigen und saftig-grünen Garten. Die cirresische Sonne, welche jetzt im Sommer am schönsten schien, beleuchtete die Pflanzen des Palastgartens besser, als jede künstliche Lichtquelle es je geschafft hätte.
    Wenn es so etwas wie eine Heimat für den Baron gab, war es der Palastgarten.
    Welch freudige Stunden er doch mit Freunden hier verbrachte und wie viel Zeit ihm seine Mutter geschenkt hatte.
    Hier hatte er seine ersten Erfahrungen mit der Macht getätigt, hier hatte sie ihm so viele Fragen erklärt, die der kleine Kinderkopf von damals noch gar nicht alle aufnehmen konnte, sie aber dennoch aufnahm, so wie trockenster Wüstensand, selbst die kleinsten Wassertropfen aufsaugte.

    "Es ist...es ist einfach kompliziert."
    erklärte der Ritter und blickte seinen Padawan an, der mittlerweile die Tür zum Gang geschlossen hatte. Steven blickte nicht etwa in ein beruhigtes Gesicht, viel mehr sah sein Padawan ihn nun fragender als vorher an.

    "Auf Cirrus sind Religionen verpönt. In deren Augen also auch der Jedi-Orden."
    Auch wenn der Tag schon fortgeschritten war, stand die Sonne noch hoch am Himmel und wärmte mit ihren Strahlen die Haut, die durch das Fenster angestrahlt wurde. Auch die Vöglein, die sich im Garten aufhielten trällerten ihre Lieder und übertönten jegliche Gespräche von hier drinnen, sodass es nicht möglich war die beide zu belauschen.

    "Du kannst dir ja vorstellen, wie groß das Geschrei war, als meine Mutter, eine Jedi-Ritterin, Herzogin wurde. Damals hatte mein Vater es wohl aus Liebe toleriert. Nach ihrem ... Unfall ... war auch er endgültig der Überzeugung, dass es sich bei der Macht nur um irgendwelche Taschenspielertricks handelt."
    Wie konnte man nur so ignorant sein? Selbst wenn man die Macht nicht so stark spüren konnte, wie ein Jedi, konnte man sie doch irgendwie fühlen. Man musste es doch, sonst wäre man doch nur ein kalter Stein oder ein lappriges Toast. Jedes Lebewesen, egal ob groß oder klein wurde durch die Macht beeinflusst. Wie konnte sein Vater es dann einfach nicht verstehen?
    Steven selbst wusste nicht, warum sein Vater so gegen seine Weltanschauung war, es war keine Wut darüber, wie er sich Steven gegeüner verhielt, sondern vielmehr Wut darüber, dass er so stur und es nicht als Ganzes begreifen wollte.
    Steven schüttelte den Kopf und haute mit der geballten Faust gegen den Fensterrahmen.

    "Sag du's mir. Was ist daran so schwer zu begreifen? Wie kann man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen? Ich meine, er ist Herrscher eines ganzen Planeten, er führt tausende von Lebewesen, in gewisser Weise ist das so etwas, was die Macht auch tut! Wieso will er es nicht begreifen?"
    Innerlich musste Steven sich eingestehen, dass ihn die ganze Sache mehr beschäftigte, als er wollte. Er hatte noch nie so die Fassung verloren, vor keinem anderen Menschen und schon gar nicht vor seinem Padawan.
    Dies war ein Fehler. Als Jedi-Ritter sollte er Vorbild sein für seinen Schüler und Wutausbrüche, egal wie klein, gehörten sicherlich nicht zu den Aufgaben eines Jedi.


    "Ich sollte dich nicht mit meinen Problemen belasten."
    erklärte der Ritter, nun wieder mit leiser gewordener, Stimme. Sein Blick wandte sich wieder dem Garten zu. Die Sonne bahnte sich nun - langsam aber sicher - doch ihren Weg in Richtung Horizont. In wenigen Minuten war sie verschwunden, dann würden der Ritter und sein Padawan wahrscheinlich auch wieder erwartet werden.
    Denn auch für einen Herzog schickte es sich nicht, seine Gäste aufs Zimmer zu sperren, schon gar nicht, wenn man etwas von diesen Gästen wollte.


    "Achso.."
    fügte der Ritter noch hinzu, nachdem bedrückende Stille den Raum füllte.

    "Irgendwie fand ich die Idee auch ziemlich gut."

    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Palace of Ciran ~ Gang im Westflügel ~ Michael und Steven ~
     
  17. Michael Aeren

    Michael Aeren Tja irgendwas sollte hier stehen? Aber was?

    [Cirrus - Ciran - Palace of Ciran - Westflügel - Michael Aeren, Steven Crant]



    Das Thema des Religionsverbotes und der Abneigung der Cirresen gegenüber der Macht schien Steven sehr aufgebracht zu haben. Und nun wollte er - anscheinend - eine Antwort auf diese Frage.

    "Nun, ich weiß nicht ob du meine Meinung überhaupt hören möchtest."

    Er war zwar noch nicht lange im Orden, aber eines war ihm bereits im Temepl klar geworden. Die Jedi und die Sith hatten vieles gemeinsam. Unter Anderem auch eine leichte Abneigung gegen Kritik.

    "Ich finde es gut. Man muss den Leuten einen Ort geben an dem sie in Ruhe leben können und an dem nicht irgendwelche religiösen Eiferer versuchen ihnen ihre Ansichten und Meinungen einzuhämmern. Ihnen vorzuschreiben was richtig und falsch ist."

    Er drehte sich in Richtung des Fensters und blickte den in Garten. Die Sonne hatte sich schon stark dem Horizont zugeneigt und die Schatten waren länger geworden.

    "Ich finde das Religion auch was mit Glauben zu tun hat, man muss daran glauben um einen Sinn darin zu erkennen. Ansonsten fühlt man sich dazu gezwungen. Und als ich mich gerade mit den Wachen unterhalten habe, meinten sie, dass erst vor drei bis vier Jahren eine Volksabstimmung zu diesem Thema stattfand Dein Vater geht so offen mit dieser Sache um wie er es eben für nötig empfindet. Und wer sich auf Cirrus niederlässt weiß worauf er sich einlässt. Wenn er einer Religion folgen möchte muss er eben auswandern."

    Michael zuckte mit der Schulter. Seiner Ansicht nach sollte eine Diskussion über dieses Thema unnötig sein. Konnte man wirklich so extreme Ansichten haben, dass man etwas Anderes nicht mehr akzeptieren wollte oder gar konnte? Er glaubte die Antwort zu wissen. Und sie erfreute ihn keineswegs.

    "Und ich denke das es für Jemanden, der die Macht nicht aktiv benutzt, keinen Unterschied zwischen den Waru-Extremisten oder Jedi und Sith gibt. In seinen Augen wollen alle drei ihr Bild des Seins als das bessere und wahre verkaufen."

    Die Sonne schien mittlerweile nur noch knapp über dem Horizont zu schweben. Die Schatten waren lange geworden und die Luft die der Wind hereinwehte kühl. Michael schloss das Fenster und drehte sich zu seinem Meister um.

    "Ich denke doch. Probleme dieser Art sollte man nicht aussitzen. Mit einem deprimierten Meister macht das Ganze weder Sinn noch Spaß."

    Er sah noch einmal nach draußen. Die Sonne war nun beinahe verschwunden. Bald würde Jemand auftauchen und sie zu dem angekündigten Bankett bringen. Sollte es denn stattfinden.

    "Du fandest die Idee gut?" Der Padawan hob eine Augenbraue. "Ich allerdings finde, wie bereits gesagt, die Aussicht auf einen erhöhten ... Aussichtspunkt nicht unbedingt sehr ....."

    Ein energisches Klopfen unterbrach ihr Gespräch. Nach Aufforderung betrat ein elegant gewandter Diener in der Livree des Hofes den Raum. Er verbeugte sich mit sichtbarem Widerstreben vor den beiden Jedi.

    "Seine Hoheit lädt zu Tisch. Wenn mir die Herrschaften bitte in den Speisesaal folgen möchten."

    Sie folgten dem Butler durch einen langen Gang der den Seitenflügel mit dem Hauptgebäude verband. Auf ihrem Weg kreuzten sie eine Unzahl kleinerer Gänge, Durchgangszimmer und Galerien. Auch an einer Bibliothek, die nach Michaels grober Schätzung etwas ein Viertel der noch physisch in der Jedi-Bibliothek vorhandenen Bücher entheilt, kamen sie vorbei. Schlussendlich stiegen sie eine steile, marmorene Treppe mit goldenem Geländer hinab und fanden sich in einer langen Galerie wieder durch deren Mitte ein roter Teppich führte, welcher an einer mit Schnitzereien verzierten Holztüre endete.

    Zwei Wachen, je eine zur linken und zur rechten der Tür, traten vor und öffneten die Türe. Eine Fanfare ertönte und aus dem Off kündigte ein Herold "Seine herzogliche Hoheit Steven of Cirrus" und "Mr. Michael Aeren" an.


    ---

    Einige Stunden später. Es musste bereits der neue Tag angebrochen sein, fiel Michael erschöpft in sein Bett. Der Abend war ohne weitere allzugroße Patzer und Peinlichkeiten abgelaufen. Essen und Getränke waren erstklassig und exqusit gewesen. Aber was hätte man von einem Staatsbankett sonst erwarten sollen?



    [Cirrus - Ciran - Palace of Ciran - State Banquet Hall (Crant Hall) - Michael Aeren und ein NPC-Diener]
     
  18. Steven Crant

    Steven Crant Thronerbe von Cirrus & Jedi-Ritter Premium

    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Palace of Ciran ~ Räumlichkeiten des Baron of Cirrus ~ Steven ~


    Ob Michael recht hatte? Diese Frage schwirrte dem Jedi-Ritter seit Stunden durch den Kopf. Nach dem reichlichen Essen im Speisesaal, war es zwar spät geworden, doch der Gedanke an die Sturheit seines Vaters ließ Steven nicht einschlafen. Doch vielleicht war es nicht sein Vater der stur war, vielleicht wollte der Jedi nur nicht wahr haben, das er in dieser Sache selbst mehr als engstirnig war.

    Albern.
    Michael und besonders Stevens Vater hatten einfach noch nicht den wahren Sinn hinter der Macht erkannt. Sie konnten die Macht Religion schimpfen oder die Jedi und Sith fanatische Spinner nennen, doch Steven wusste es besser, die Macht war real.
    Die Macht beeinflusste selbst leblose Dinge, zwar war jeder für sein Handeln selbst verantwortlich, doch dieses Handeln wurde erst durch die Macht ermöglicht. Sie hält die Galaxis zusammen, sie ermöglicht Handlungen und bestimmt sogar das Leben.
    Es gab einen unterschied zwischen lebendiger Macht und allumfassender universeller Macht. Das vermochten der Herzog und Stevens Padawan noch nicht zu begreifen.
    Nicht die universelle Macht bestimmt das, was wir tun. Nicht sie hatte den Plan für alles, es war die lebendige Macht, die durch Lebewesen erschaffen wird und der ursprünglichen Quelle, der kosmischen Macht Energie verleiht.
    Steven war klar, das
    Michael dies noch nicht begriff, oder wahrscheinlich noch gar nicht bereit war, es begreifen zu wollen. Er selbst zweifelte in manchen Momenten an der Macht oder verstand ihren Sinn noch nicht ganz. Jedes Lebewesen, egal ob Jedi oder Sith, egal ob Machtempfänglich oder nicht, musste für sich selbst die Erfahrung der Macht machen. Auch Stevens Padawan würde irgendwann eine wichtige Erfahrung machen, die ihn prägen, ihn auf die Macht vertrauen lassen würde.
    Und wenn das noch nicht auf Illum oder Lianna der Fall war, hatte das Leben und die kosmische, universelle Macht andere Pläne mit ihm.
    Steven rieb sich die Augen. Endlich machten ihn diese Gedanken müde. Sein Blick wanderte aus dem Fenster, wo die Strahlen des Mondes Andron, die Pflanzen in ein weißes, schimmerndes Licht tauchte.
    Die Gedanken über seinen Vater, seinen Padawan und die Macht ermüdeten den Ritter, die ruhige Nachtlandschaft und der von funkelnden Sternen verzierte Himmel tat sein übriges.

    ----

    Sonnenstrahlen kitzelten den Thronfolger im Gesicht. Steven öffnete - immer noch etwas müde - die Augen und erblickte einen neuen Tag. Keine Wolke stand am Himmel und somit schien die Sonne mit voller Intensität in die Gemächer des Barons. Er hatte das Fenster offen gelassen, doch durch die milden Temperaturen fror er die Nacht über nicht und konnte nun Stimmen aus dem Garten hören. Steven hatte sich gerade aufgerichtet und bemerkte das er in seiner Kleidung eingeschlafen war, als es plötzlich wiederholt an der Tür klopfte.

    "Sir? Seine Hoheit erwartet sie in seinen Gemächern."

    "Einen Moment. Ich bin gleich soweit."

    entgegnete der Ritter und hielt sich die Hand vor den Mund, als er zu gähnen begann.
    Er wusste wie ungeduldig sein Vater war und auf den Rat seines Padawan hin, nicht noch mehr Ärger zu machen, wollte der Jedi den Herzog nicht provozieren und ließ ihn deshalb am besten nicht warten.
    Eine Hand voll Wasser musste reichen um das müde, vom Schlaf zerknirschte, Gesicht etwas aufzufrischen.

    Der Blick des Dieners nachdem der Baron die Tür öffnete, deutete auf Verwunderung hin. Man konnte anscheinend an den Falten in Stevens Robe erkennen, dass er in dieser genächtigt hatte, und auch die Hand voll Wasser hatte wohl nicht ausgereicht, den verschlafenen Thronfolger wie einen Tatkräftigen aussehen zu lassen.
    Der Diener führte den Jedi-Ritter durch die Gänge des Palastes, vorbei an Statuen und Büsten seiner Vorfahren, gelang der Baron in wenigen Minuten vor die Pforten der väterlichen Gemächer.
    Mit freundlicherem und respektvollerem Ton klopfte der Diener, fast schon sanf, an die Tür des Herzogs und verkündete die Ankunft des Thronerben.

    "Komm herein."

    Mit aufforderndem Blick, entließ der Diener den Baron aus seinem Geleit und machte sich auf den Weg nach wohin auch immer. Der Baron erkannte, das er alleine mit seinem Vater war, eine Gelegenheit, die sich schon lange nicht mehr ergeben hatte und ein Zeichen dafür, das dies kein offizieller Besuch war.

    "Du siehst müde aus, Kaf?"

    "Danke, nein. Ich trinke das Zeug immer noch nicht."

    "Wählerisch. Wie deine Mutter. Manche Sachen ändern sich eben nie, was? Tee? Ich habe extra Sapir-Tee importieren lassen."

    "Was möchtest du von mir?"

    entgegnete Steven harsch um dem lästigen Smalltalk aus dem Weg zu gehen. Er wusste das sein Vater nicht die Art von Familienmensch war, der morgen seinen Sohn zu sich bestellte. Überhaupt, welcher Familienmensch tat denn sowas?

    "Darf ein Vater nicht mal mehr seinem eigenen Sohn etwas zu trinken anbieten? Besonders wenn er, wie man sieht, noch verschlafen ist. Du warst nie ein Frühaufsteher."

    Stevens Vater musterte seinen Sohn von oben bis unten. Der Herzog begab sich zu einem Teewagen, der mit allerlei silbernen Kannen und Tassen versehen war. Jack goss sich seinen Kaf, tiefschwarz, ohne Milch und Zucker, ein und drehte sich wieder zu seinem Sohn.
    Wenn er wüsste, wie sehr Steven dieses Schauspiel verletzte. Der Jedi wusste, das sein Vater nicht so war, er wünschte es sich zwar, doch war ihm bewusst, das dieser Mann niemals mehr ein Familienmensch werden würde.


    "Tee."

    Auch wenn er es besser wusste, wollte er dem Herzog wenigstens eine Chance geben. Egal wie es sich entwickelte, er würde sich nicht aufregen. Es gibt keine Leidenschaft, nur Gelassenheit.

    "Du hast natürlich Recht, Steven. Dies ist nicht allein ein familiärer Besuch."

    War doch klar.

    "Du weißt, das wir bestrebt sind die Souveränität Cirrus' zu bewahren. Mit dem Friedensvertrag, zwischen Neuer Republik und Imperium befürchten wir jedoch, dass die Gefahr einer Invasion rapide stiegen wird. Ich möchte dich um etwas bitten, Steven. Du bist als Jedi-Ritter Teil eines angesehenen Ordens in der Neuen Republik und als Baron bist du Thronerbe von Cirrus. Du bist prädestiniert für die Rolles des Vermittlers zwischen Republik und Cirrus!"

    Steven musste schlucken. Hatte er da eben richtig gehört, das Cirrus Teil der Neuen Republik werden wollte? Er kannte die Geschichte seiner Heimat, er kannte Gesetzte und Regeln und wusste welche politischen Parteien das sagen hatten. Es dürfte schwer werden, sowohl diese Parteien als auch die Republik von einem Beitritt Cirrus' zu überzeugen.

    "Das ist eine komplizierte Aufgabe."

    antwortete der Ritter knapp und ließ sich die Funktion eines Botschafters seiner Heimat durch den Kopf gehen.

    "Ich weiß. Ich weiß außerdem, dass du es nicht gerne sehen würdest, wenn wir beide dadurch enger zusammenarbeiten würden. Aus diesem Grund wird der Lord Govenor, Marcus Dominik Montagu, die Verhandlungen mit dir leiten."

    Steven kannte den amtierenden Lord Govenor nur flüchtig. Er wusste, das er einst kommissarischer Botschafter auf Mon Calamari war und einer eher konservativen Partei Cirrus' angehörte. Gute Aussichten also, das die Zusammenarbeit mit ihm ebenso schwierig werden würden, wie mit seinem Vater.
    Steven hatte Zweifel, ob die Verhandlungen mit der Neuen Republik überhaupt von Erfolg gekrönt werden, denn immerhin gab es auf Cirrus Gesetzte und Regeln, die lange in der Republik abgeschafft worden sind. Davon war das Religionsverbot noch das Gemäßigste. Auf der anderen Seite, hatte er so die Chance seine Heimat im Senat zu vertreten und ein Bein war somit schon im Senat, eine Gelegenheit, die man sich kaum entgehen lassen konnte.

    "Ich werde es mir überlegen."

    lautete Stevens nicht ganz so endgültige Antwort auf das neue Jobangebot. Der Ritter unterdessen verließ die Gemächer seines Vaters in Richtung seiner eigenen.


    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Palace of Ciran ~ Räumlichkeiten des Baron of Cirrus ~ Steven ~

     
  19. NPCom

    NPCom E Pluribus Unum

    [Cirrus - Ciranshire - Anwesen des Lord Governor - Marcus Dominik Montagu und weitere NPCs]

    Die untergehende Sonne schien durch die drei hohen Fenster und warf ein Zwielicht auf die gegenüberliegende mit Wandteppichen und Bildern gesäumte Wand. In den Strahlen des Lichts konnte man Staubpartikel schweben sehen. Der Raum, erleuchtet von mehreren Kronleuchtern, lag ruhig da. Ein großer Tisch dominierte die Fläche zwischen den Wänden. Er war von dunkelbraunem Holz von Meisterhand gefertigt worden. Keine Serienfertigung. So etwas gab es hier nicht.

    Der Raum mochte wirken wie eine Bibliothek. Er war allerdings kein Hort des geschriebenen Wissens, sondern der Verhandlung und des, mitunter lauten, Meinungsaustausches. Es war der kleine Konferenzsaals der offiziellen Landresidenz des cirresischen Regierungschefs, des Lord Governors. Einige Meilen vor den Toren der Hauptstadt Ciran gelegen, war es der perfekte Ort für teiloffizielle Verhandlungen, halblegale Vereinbarungen und zwielichtige Abkommen.

    Gerade in diesem Moment erwartete Marcus Dominik Montagu, derzeitiger Lord Governor of Cirrus, einen hochrangigen Gast zu einer, eben jener teiloffiziellen Verhandlungen. Er saß in dem lederbezogenen Stuhl in der Mitte des langen Tisches und blickte auf eines der großen Gemälde. Es zeigte einen seiner Amtsvorgänger, der - ganz zufälligerweise - sogar mit ihm verwandt gewesen sein sollte. Zufällig. Zufälle waren eine der Methoden mit denen Regierungen arbeiteten. Zufällige Katastrophen. Zufällige Skandale. Zufällige Tode.

    Apropos Regierung. Er war nicht alleine hier. Auf den acht Stühlen links und rechts neben ihm saßen Minister seines Kabinetts, aber auch zwei Beamte des Hofes, in ruhiger Erwartung, was der Abend noch bringen mochte. Der Großteil hatten sich das Wörtchen Ruhe zu Herzen genommen. Sie waren eingeschlafen. Nur der Justizminister, am linken Ende des Tisches, las in der Abendausgabe der Ciran Times, der hiesigen Zeitung.

    Draußen vor dem Fenster wurde mit einem Mal das Dauergezwitscher der Vögel, welches symptomatisch für diese Gegend des Planeten war, von dem Knirschen von Holz und Eisen auf Kieselstein übertönt
    .

    "Er kommt", bemerkte der am Fenster stehende Finanzminister beiläufig. Ihn hatte Marcus ganz aus den Augen verloren gehabt. Anscheinend hatte er die letzte halbe Stunde stehend damit verbracht durch das Glas aud den Zufahrtsweg zu starren.

    Langsam, aber stetig, kam Bewegung in den Raum, welcher bis vor wenigen Sekunden noch ruhig und beinahe unbewegt gewesen war. Man erhob sich gemächlich aus den hohen, bequemen Stühlen, reckte sich und strich die Gewändern glatt und Einer nach dem Anderen wanderte gemessenen Schrittes um den Tisch herum und reihte sich in die gerade Linie ein, die parallel zur Tür gebildet wurde.

    Ein lautes Klopfen ertönte.


    "Wer ist da?", fragte Marcus mit nicht zu lauter Stimme. Immerhin war er nicht unruhig und wollte auch nicht so erscheinen.

    "Seine herzogliche Hoheit der Baron of Cirrus.", antwortete eine der Wachen, deren Aufgabe es war, keinen unerlaubt durch diese Doppeltüre zu lassen.

    "So möge er hereinkommen!"

    ---

    "Euer herzogliche Hoheit!", Marcus trat vor und verbeugte sich, "Ich danke Euch, dass Ihr meiner bescheidenen Einladung gefolgt seid."

    Was wäre Euch auch anderes übrig geblieben? Eine Absage? Kaum möglich. Eine Krankheit vortäuschen? Zu auffällig. Dem Treffen fernbleiben? Konsequenzbehaftet. KOnsequenzbehaftet, ja dieses Wort war eine wahrlich geniale Schöpfung. Es ersparte lange und komplizierte Sätze. Konsequenzbehaftet. Ja, das traf es.

    Ganz wie es das Protokoll vorschrieb begleitete er diesen Unwürdigen Sproß des Jack of Crant an das eine Ende der Reihe, die die Mitglieder seines Kabinetts geformt hatten und stellte ihm jeden Einzelnen vor.

    Als sie die Vorstellung mit dem Finanzminister abgeschlossen hatten ging Marcus, gefolgt von seinen Ministern und den Hofbeamten, wieder um den Tisch herum und nahm Platz auf seinem Stuhl. Mehrere Diener betraten den Raum und brachten Getränke und kleine Happen. Als sie ihre Last abgesetzt hatten schecuchte der Lord Governor sie mit der Bemerkung hinaus, er wolle in seiner Besprechung nicht gestört werden.


    Erst dann wandte er sich wieder an diesen Jedi-Fanatiker, der ihm nun direkt gegenüber saß.

    "Mylord, Seine Hoheit hat mit mitgeteilt Euch würde ein Anliegen auf der Seele liegen..."

    ---

    "Mylord, mit Bedauern stimme ich dem Justizminister zu. Ich bin durch Euere wahrhaft großmütigen Vorschläge wohl zu überrumpelt." Das traf es nicht ganz. Er war vielmehr ... bestürzt. Diese Überlegungen auch nur ansatzweise umzusetzen würde sie auf direkten Konfrontationskurs mit dem Imperium bringen, dessen Gebiete - zumindest zur Zeit - näher an Cirrus lagen, als die der Republik. Er glaubte nicht das der Friedensvertrag zwischen diesen zwei Großreichen sich langer Dauer erfreuen würde.

    Zudem waren er und die meisten der Cirresen stolz auf ihre Unabhängigkeit. Sie hatten bereits in vielen Volksbefragungen und -abstimmungen mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt den Weg der Unabhängigkeit weiter zu verfolgen. Die Entscheidung diese starken Willensbekundungen der Bewohner des Planeten in den Wind zu schlagen konnte zwar durchaus gut gehen - das Ansehen der Monarchie war sehr hoch -, mochte aber unter Umständen auch in einem blutigen Bürgerkrieg enden.

    Marcus für seinen Teil - und er hatte den Verdacht das es seinen Ministern nicht anders erging - konnte und wollte sich nicht mit einer solch absurden Idee abgeben.

    Er stellte sich einen kurzen Moment vor, wie er in einem großen Plenarsaal saß, umgeben von Nicht-Menschen und beherrscht von Nicht-Menschen. Er verdrängte den Gedanken sofort, fühlte sich aber trotzdem sehr schmutzig.


    "Aber egal wie meine Meinung lautet, ich werde Euer Anliegen dem Parlament vorlegen müssen. Immerhin betrifft diese Angelegenheit den gesamten Planeten." Er starrte zwar gerade an dem Crant vorbei, konnte sich den ungläubigen Blick dieses bedauernswerten Fanatikers aber durchaus vorstellen. Natürlich hatte Cirrus ein Parlament. Wer sollte denn sonst die gesamte Bandbreite von Verteidigung bis Gesundheit durchdiskutieren? Die Regierung? Der Hof? Natürlich nicht. Diese Einrichtungen waren bereits mit der Verwirklichung der Dinge beschäftigt. Für wochenlange Diskussionen war da kein Platz.

    Aber Marcus für seinen Teil mochte das Parlament. Es bestand aus Personen aus allen Ecken des Planeten. Aus Ciran, Greenton, Exeter und Ely. Aus großen Städten und kleinen Dörfern. Arme und Reiche. Nur ein Attribut hatten sie alle gemeinsam. Sie waren adlig.

    Derzeit befand sich das Parlament in einer Phase inneren Umsturzes. Bis vor kurzem waren auch noch angesehene, nicht-adelige Bürger teil des Parlaments gewesen, ihre Kammer wurde aber nach einigen unschönen Vorfällen aufgelöst. Die andere Kammer, das Council of Cirrus, übernahm die Aufgabe eines Beratungsorgans für den Herzog und dessen Regierung, konnte aber - natürlich in bestimmten Grenzen - selbst Gesetze und Statute erlassen. Die Macht des Councils hatte in den letzten Jahrhunderten zugenommen, und es war durchaus schon vorgekommen das ein Lord Governor wegen unbedachter Pläne seinen Posten räumen musste.

    An sie würde er dieses unsinnige Anliegen des Herzogszöglings weiterleiten. Er hatte die Hoffnung das die Lords der Oberen Parlamentskammer die Prinzipien und Traditionen des Planeten, zu denen sowohl die Neutralität, als auch das Verbot von Religionen, gehörte, schützen und erhalten würden.


    ---

    Der Plenarsaal des Oberhauses war prunkvoll und weitläufig. Den Raum beherrschte die Tribüne auf der die Abgeordneten, deren Sitze in einem Halbkreis angeordnet waren, Platz nahmen. Jedes Mitglied hatte seinen eigenen Platz, samt Stuhl und Schreibtisch. Man saß nicht geordnet nach Parteien, sondern auf jenem Platz, welcher einem Mitglied bei dessenEinführung in das Parlament zugewiesen worden war. Den Regierungsmitgliedern, welche oft keine regulären Mitglieder des Hauses waren, wurden die zwei untersten Reihen, welche sich aber nich über den gesamten Halbkreis erstreckten, zugeteilt.

    Dem Halbkreis aus Abgeordneten gegenüber saß der Lord Speaker. Er - oder seine Stellvertreter - leiteten die Sitzungen von einem lederbezogenen und erhöhten Sessel aus.
    Hinter dem Stuhl des Speakers, erreichbar durch einige Treppenstufen, stand der goldverzierte Thron des Herzogs. Er war sehr selten belegt. Von dort konnte der Monarch die Sitzungen seines Parlaments verfolgen und seinen Rat erteilen. Zur linken des Thrones stand ein einzelner Sessel. Er war dem Lord Steward, dem offiziellen Vertreter des Herzogs, vorbehalten. Links und rechts des Thrones standen noch einige weitere Stühle samt Tischen. Dort saßen die Markgrafen. Sie waren beinahe nie anwesend, da ihre Aufgaben sie vom Plenarsaal fernhielten.

    Normalerweise war die Kammer ein Hort ruhiger und bedachter Diskussion, aber Heute glich es einem Hornissennest. Abeordnete eilten zu ihren Kollegen um eine dringliche Unterredung zu führen, Andere Mitglieder des Parlaments befanden sich in einem leisen Gespräch mit einem ihrer Berater, wieder andere diskutierten mit einem Kollegen der auf der anderen Seite des Halbkreises saß.

    Als der Lord Governor sich erhob verstummten die Geräusche langsam.


    "Mylord Speaker, ich bitte den Antrag zur Abstimmung zu stellen."

    Ein Seufzen ging durch die Reihen. Das Parlament hatte die letzten sechs Stunden die verschiedensten Meinungen seiner Abgeordneten, von größten Verteidigern der Pläne bis zu den größten Gegnern, angehört.

    Nun erhob sich der Lord Speaker in seinem Sessel und die Kammer wurde noch leiser.


    "Der Antrag wird zur Abstimmung gestellt." Ein Murmeln erhob sich, erstarb aber gleich wieder. "Der Antrag lautet wie folgt: 'Der Gesetzentwurf Nummer G1138-42 soll als 'Alliance (Approval) Act 15021' übernommen werden'. Diejenigen die den Antrag unterstützen mögen nun "Aye" rufen."

    Einige leise Rufe antworteten.

    "Diejenigen die gegen den Antrag stimmen möchten, mögen nun "No" rufen." Die Geräuschkulisse im Plenarsaal explodierte.

    "Ich denke das Ergebnis ist eindeutig. Der Antrag wird nicht angenommen."

    Jubelschreie klangen durch den Saal. Erleichtert lies sich Marcus in seinen Stuhl sinken.


    [Cirrus - Ciranshire - Anwesen des Lord Governor - Marcus Dominik Montagu, Steven Crant und einige .. viele NPCs]
     
  20. Steven Crant

    Steven Crant Thronerbe von Cirrus & Jedi-Ritter Premium

    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Parlament ~ Plenarsaal ~ Steven und Andere ~


    Vor Wut schnaufend, verließ der Jedi-Ritter die Versammlung des Parlaments. Pumpend wie ein bekannter Käfer des Planeten Mai, suchte der Ritter einen Weg um sich von dem eben Geschehenen abzulenken.
    Grund für die Aufregung des Jedi war ein von der Kammer abgelehnter Entschluss, der die Mitgliedschaft Cirrus' im Senat der Neuen Republik Regeln sollte.
    Steven war von seinem Vater dafür vorgesehen, das Anliegen dem Senat vorzubringen, doch hat er ihm verschwiegen, das die Angelegenheit innenpolitisch alles andere als geklärt war.
    Lord Govenor
    Marcus Dominik Montagu einer der mächtigsten und wichtigsten Männer auf Cirrus, natürlich nach der herzoglichen Familie, war augenscheinlich ebenso ein Gegner der Idee eines cirresischen Beitritts zur Neuen Republik, konnte Steven doch vor wenigen Minuten noch eine unscheinbare Erleichterung bei ihm feststellen.

    Steven verließ das Parlamentsgebäude und ließ sich auf die gepolsterte Bank seiner Kutsche fallen. Sein Vater hatte ihm dieses prunkvoll geschmückte Fahrzeug bereitgestellt. Die Kutsche, deren Front zwei kleine Fähnchen mit dem Wappen des Barons schmückten, war groß genug für wichtige, private und inoffizielle Unterhaltungen, die dennoch einen gewissen Abstand benötigten.
    Steven zückte sein Com Gerät und musste eine Weile nach seinem Vater suchen.


    Sollte sein Vater sich vorerst um das Problem kümmern, er war für die innenpolitischen Probleme zuständig. Steven war zwar nun so etwas wie der designierte Botschafter, doch niemand hatte ihn auf irgendwelche Parteiintrigen oder Machtkämpfe vorbereitet.
    Doch selbst das Parlament und auch der Lord Govenor mussten irgendwann einsehen, das - zumindest - eine Annäherung an die Neue Republik mehr Vorteile als Nachteile mit sich brachte.
    Die Ablehnung des Gesetzentwurfs zum Beitritt schließt immerhin nicht aus, das eine Handelsallianz oder gar ein Verteidigungsbündnis mit der Neuen Republik geschlossen werden konnte.
    Auch wenn Steven in dieser Schlacht eine Niederlage erleiden musste, war sein Kampf noch nicht vorbei, ganz im Gegenteil, diese Ablehnung des Parlaments bekräftigte ihn in dem Schluss, das die alten Kräfte eine Annäherung an die Neue Republik und neuen Wind gut vertragen konnten.

    Der Baron von Cirrus hält nicht still, bevor er nicht bekommt was er will!
    Immer wieder schweifte Stevens Blick nachdenklich ab. Cirrus, insbesondere Ciran, hatte nicht umsonst den Ruf einer der schönsten Planeten der Galaxis zu sein. Der Kutscher befuhr einen Weg vom Parlament zum Palast, der den Blick auf den Hafen und das von der Sonne angestrahlte Meer offen-legte.

    "Mylord, in wenigen Minuten erreichen wir Ciran-Palace."

    erklang eine raue Männerstimme vom vorderen Teil der Kutsche.
    Steven kannte weder den Namen des Kutschers, noch hatte er sonst auf irgendeine Art und Weise mit ihm kommuniziert, doch der Baron hatte das Gefühl, das auf diesen Mann verlass war.
    Verlass nicht nur im Sinne, das man pünktlich an seinen Zielort gelangte, vielmehr Verlass auf Stillschweigen und Diskretion.

    Fast schon schwebend rauschte Steven durch die Flure des Ciran-Palace, der Residenz seines Vaters und seiner selbst, sowie Unterkunft seines Padawans Michael Aeren. Letzteren wollte der Baron nun aufsuchen, weshalb er seinen Schritt nicht verlangsamte und einige Bedienstete Schwierigkeiten hatten, dem Baron noch rechtzeitig auszuweichen.
    Zwei Wachen, die noch immer vor Michaels Zimmer postiert waren, salutierten dem Baron.

    "Ihr könnte Euch eine Pause gönnen."

    erklärte der Baron den beiden Wachen, die sich einen kurzen Moment lang verwirrt anguckten.

    "Mylord, wir haben Befehl Euren ... ehm Padawan nicht aus den Augen zu lassen."

    ein böser Blick durchdrang die beiden Wachen, die sich beide nun ängstlich ansahen. Die Wut, die ihre Ursache beim Lord Govenor hatte und nun von der Ignoranz der Wachen genährt wurde, verstärkte sich und stieg in dem Jedi-Ritter hinauf.

    "Habe ich undeutlich gesprochen?"

    Wie abgesprochen, setzten sich die Wachen gleichzeitig in Bewegung. Was ein paar böse Blicke alles anrichten konnten. Kurz bevor er das Zimmer seines Padawans betrat, bemerkte Steven seine geballten Fäuste. Was war nur in ihn geraten? Wut war nichts, was ein Jedi fühlte. Andererseits hatte er Kraft gespürt, Macht über diese beiden Wachen, die definitiv nicht auf seine Befehle hören durften. War es richtig Wut zu spüren und aus ihr Kraft zu zehren? War es gut? Doch wer bestimmte was gut war?
    Konnte man nicht durch böse Taten ein gutes Ziel verfolgen?
    Was war schon dabei, Wut zu spüren, wer behauptete überhaupt, das dieses Gefühl besitzt von einem ergreifen musste? Steven war hin und her gerissen. Diese Wut, oder vielmehr die Macht über andere fühlte sich gut an und so lange er es nicht ausnutzte...

    Der Ritter öffnete nach dreimaligen Klopfen die Tür zum Zimmer seines Padawans, den er meditierend auf seinem Bett erblickte. Hatte er etwas von dem eben mitbekommen?

    "Du genießt deinen Urlaub? Haben wir nicht noch ein paar offene Fragen und Trainingseinheiten?"


    ~ Cirrus ~ Ciran ~ Palace of Ciran ~ Gästesuite ~ Michael und Steven ~
     

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