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Das Elsass - Wollmilchsau Frankreichs?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von Doublespazer, 23. Mai 2006.

  1. Doublespazer

    Doublespazer When the clock is hungry it goes back four seconds

    Welcher Großstadt-Franzose hat nicht schon einmal davon geträumt ein Haus an der Küste der Bretagne oder im Süden Frankreichs zu besitzen?

    Um den schönen Blick aufs Meer zu genießen und das stressige öde Leben in der Großstadt vergessen zu können, gehen immer mehr Franzosen auf ein Geschäft mit dem Staat ein.

    Dieser bietet nämlich eine attraktive Finanzierung für so ein Haus am Meer an:
    Man Baut das Haus und zahlt den Kredit + Zinsen zurück. So weit, so gut, nur dass man sofort drin nicht leben darf, weil es noch dem Staat gehört der erst einmal Beamte und ihre Familien dort unterbringt ...

    Nach einigen Jahren darf der Hausbauer dann endlich doch in sein eigenes Heim einziehen ... das durch dieses Abkommen mit dem Staat viel billiger gekommen ist und obendrein auch noch steuerfrei für alle Zeiten!

    Woher hat aber der Staat das Geld für solche Häuser her? Bei der hohen Arbeitslosigkeit in Frankreich ist doch so ein Luxus gar nicht mehr möglich, oder doch? :verwirrt:

    Ganz einfach: Von den Steuern der Elsässer die in Deutschland oder in der Schweiz arbeiten! Die gelten als die eifrigsten Franzosen, weil sie mit dem deutschen Arbeitssystem vertraut sind. Die Arbeitslosenzahl im Elsass ist die niedrigste ganz Frankreichs. Deutscher Ergeiz und Schweizer Präzision haben schließlich mehr drauf als Französische Gelassenheit und Baguette mit Käse. Das weiß président Jacques Chirac auch und ruft mit dem Geld der Elsässer immer neue teuere Projekte ins Leben, zwingt dabei die ?frontaliers" (Pendler) tief in die Brieftasche zu greifen.

    Die TGV-Strecke Straßburg/Paris (Train Grande Vitesse. Europas schnellster Schnellzug) von der schon seit Jahren die Rede ist, gibt es immer noch nicht, weil das dazwischen liegende Lotringen nicht die finanziellen Möglichkeiten hat das Legen der Schienen etc. zu bezahlen. Paris will, dass das Elsass auch hier die Kosten dafür übernimmt.

    Es ist Gold wert dieses Elsass und das weiß auch Rechtsradikaler Jean-Marie Le Pen, der ganz Elsass (außer das traditionell sozialistische Straßburg) fest im Griff hat (85 % der Elsässer Wähler waren bei den letzten Präsidentschaftswahlen für Le Pen!!!). Das ist erschreckend, deutet aber auf die allgemeine Unzufriedenheit der Elsässer hin, die sich weder als Franzosen noch als Deutsche fühlen und sich einen eigenen unabhängigen Staat wünschen.

    Es ist einfach nicht in Ordnung von Frankreich die berufliche Flexibilität (und Zwei- oder sogar Dreisprachigkeit) der Elsässer auszunützen um die mehr blechen zu lassen als die normalen Franzosen die oft arbeitslos sind und eben keine Fremdsprachen beherrschen, dadurch keine bessere Währung nach Hause bringen können. Jetzt beim ? fällt das nicht mehr so auf, aber ich kann mich an Zeiten erinnern, wo sich der ?Trésor Public" (die Staatskasse)sehr über meine Märker gefreut hat. :mad:

    Wie steht ihr dazu? Bin ich als im Elsass lebender aber in Deutschland arbeitender, berechtigt mich darüber maßlos aufzuregen?
     
  2. Sabermaster

    Sabermaster Schleudersitztester und professioneller Kotztütenf Premium

    Jeder hat das Recht sich über seine Regierung usw aufzuregen. Wenn das alles so stimmt, wie du es darstelltst, dann scheint tatsächlich einiges im Argen zu liegen. Allerdings müsste ich das erst mal prüfen, denn das ist eine Thematik mit der ich mich noch nie beschäftigt habe.
     
  3. Horatio d'Val

    Horatio d'Val Ritter der Kokosnuss

    In Deutschland bezahlt der Westen über den Solidritätszuschlag enorm hohe Summen und Subventionen für den Osten. In Frankreich scheint der reichere Elsass für die meines Wissens nach strukturschwächere Region der Bretagne blechen zu dürfen....so, where's the difference?

    Und wenn ein Typ wie LePen soviel zuspruch kriegt, kann ich mir einen rein subjektiven Kommentar wie "ausgleichende Ungerechtigkeit" nur schwer verkneifen....
     
  4. Crimson

    Crimson The great Cornholio Premium

    @ Hora

    Das stimmt so nicht ganz. Den Solidaritätszuschlag bekommen alle, die in einem steuerpflichtigen Beschäftigugsverhältnis stehen von ihrem Lohn/Gehalt abgezogen, egal ob Ost oder West.

    Die Subventionierung strukturschwacher Gebiete findet über den "Länderfinanzausgleich" statt, welcher jedoch nicht unumstritten ist, da es zur Zeit lediglich vier Geberländer gibt. (Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Hessen)

    C.
     
  5. Horatio d'Val

    Horatio d'Val Ritter der Kokosnuss

    Stimmt, da hast Du recht, da habe ich mich schlichtweg vertan. Der Länderfinanzausgleich ist natürlich das richtige Wort! Als Folgefehler gilt dann auch nicht West/Ost, sondern selbstverständlich Reiches Bundesland/Armes Bundesland. Danke für die berechtigte Verbesserung. :)
     
  6. Seth Caomhin

    Seth Caomhin Baron von Wolfenstein

    Ich weiss ehrlich gesagt jetzt nicht wirklich wo das Problem liegt, das eine Bundesland wird halt etwas mehr geschröpft, damit es den anderen besser geht. Jedes Land ist in gewisserweise halt wiederum eine kleine Gemeinschaft von Ländern wo man sich gegenseitig hilft und einer muss halt mal mehr als der andere dran glauben. Wenns einem nicht passt, soll man in die Politik gehen und da vernünftig reden, aber einfach aus Frust einen radikalen zu wählen ist auch wieder...naja unsinnig irgendwie. Genauso wie jetzt noch fordern das sein Bundesland ein eigener unabhängiger Staat wird. Europa wächst langsam zusammen, es wird langsam alles zu einer großen Gemeinschaft und dann wieder solche Forderungen tzes.
     

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