Unterstütze das PSW: Hol dir (oder verschenke) einen Premium-Account oder kaufe ein bei Amazon.

Der offizielle Märchenversionenthread

Dieses Thema im Forum "Club Obi Wan" wurde erstellt von Vuffi Raa, 20. Juni 2003.

  1. Vuffi Raa

    Vuffi Raa Am Beginn einer aufregenden Reise... Premium

    Es gibt ja so viele Versionen von Märchen, da finde ich schon, dass die einen Thread verdient haben.
    Wenn ihr also Versionen von Märchen kennt, die in irgendeiner Weise besonders sind (oder auch nicht), dann postet sie hier! :)

    Und ich fang auch gleich mal mit Rotkäppchen an:

    Isch hab krass geschichte für Disch:
    War mal klein Tuss, die hatt imma so bescheuert rot Mützen auf Kopf, krass uncool, nich von Nike oder so, weiß du? Und ein Tag, sie will ihr scheissdreckn Oma besuche, und mach lso korrekt Fresskorb, mit Kuchen und Flasch Wein, und geht durch Wald. In Wald wohnt krass gefährlich Tier, nen Wolf oder wie die Scheise heiß. Und klar, weil sie voll scheise in Kopf und blöd und so, sie trifft konkret Wolf. "Ey , Aldde, was geht? Wohin konkret mit krasse Korb?" "Isch geh zu Oma Ayshe." "Normal. Wo wohnt?" "Isch hab kein Peil. Aber nicht weit. Wohnt konkret Hütten". "Kenn isch. Gehs du links, nächste Kreuzung rechts, dann mach scheissdreckn Augen auf .. und du siehst, isch schwör." "Normal. Is korrekt." Aber Wolf hat natürlich krass gelogen, weis du, weil er die klein Tuss fressen will oder so. Er geht Haus, killt Ayshe-Oma, legt sich Bett und packt sich voll krass uncool Mützen von Oma auf Kopf, isch schwöre, das sieht so scheise aus. Rotkapp kommt irgendwann spät, klopft. "Ey, Ayshe- Oma, voll krass, hab isch nich gefunden die Scheis-Hütte, isch schwöre. So ein scheise. Voll krass Wolf hat gesagt,gehst du so und so, weis du, aber scheise, nicht korrekt. Bin konkret kaput, brauch erst mal Pepsi und Döner, has du?" "Nein." "Ey, bis du scheise oder was? Nix Döner in Haus? Guck runta". Rotkapp is voll krass bös und guckt zu Oma Ayshe. "Wieso has du jetzt Haare in Fresse? Hast du nich Haarentferner oder wie die scheise heis? Siehs krass uncool aus, weis du?" "Isch find nich". "Ey, Aldde, doch. Is uncool. Und die Augen, was geht ? Sin krass gross, nimms du jetzt scheissndreck Drogen oder was?" "Isch schwör, nein." Rotkapp dreht um und schmeisst sich korrekt Kuchen in Gesicht. Bös Wolf steht auf, und will zu Rottkapp, fressen und so. Plötzlich geht Tür auf, krass Mann mit Kalaschnikow AK 47 kommt rein und schießt Oma Ayshe. "Ey, was geht, bist du krass oder was? Was schiesst du Ayshe -Oma?" Is nich Ayshe Oma, mach mal scheissdreckn Augen auf, blöde
    Tuss, ist korrekt Wolf, hab dich gerettet oder was." "Normal, oder was? Is nich Ayshe Oma, hast Recht, is krass. Wills Du Döner Essen mit mir? Kenn gute Kebap, nich weit, viele Flaisch, nixe Zwiebel, alle Sose, is korrekt?" "Krassn cool korrekt. Lass gehen." Und Rotkapp lebt immer noch oder so.
     
  2. Joseline

    Joseline blinde Jedi

    Um mal bei Rotkäppchen zu bleiben, hier die "25 Jahre DDR" Variante.

    Es gab vor einiger Zeit in Thueringen noch ein riesiges Waldstueck, das noch
    nicht zu einem volkseigenen Erholungsgebiet fuer die werktaetigen Massen
    umfunktioniert war. In diesem Waldstueck lebte ein reaktionaerer Wolf, den man
    nach der Kapitulation des faschistischen Hitler-Regimes nicht in eine
    staatliche Heilanstalt eingewiesen hatte.
    An einem schoenen Sommertag, man feierte gerade das 25-jaehrige Bestehen der
    sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik, ging ein fortschrittliches
    Rotkaeppchen ganz allein durch den Wald. Es trug ein blaues Hemdchen, ein
    gelbes Halstuch und ein rotes Kaeppchen auf ihrem Haar. Es wollte an diesem
    Festtag der linientreuen Grossmutter dem Sozialismus zu Ehren russischen Wodka
    des sowjetischen Brudervolkes schenken.
    Ploetzlich begegnete ihm der boese faschistische Wolf. Er hatte eine rote
    Zunge, damit niemand etwas von seinen volksverhetzenden Absichten merkte.
    Rotkaeppchen ahnte auch nichts Boeses, weil sie meinte, einen ganz normalen
    proletarischen Hund vor sich zu haben.
    "Es lebe Iljitsch", sagte der Wolf. "Wo gehst du denn hin?"
    "Ich gehe zu meiner Grossmutter in den Veteranenclub der Volkssolidaritaet",
    antwortete Rotkaeppchen.
    "Aha", sprach der Wolf, "dann bringe ihr doch zu Ehren unserer proletarischen
    Bewegung ein Blumenstraeusschen mit, das du im nahen von Jungpionieren
    angelegten Lenin-Park pfluecken kannst."
    Das tat Rotkaeppchen dann auch. Der faschistoide Wolf jedoch eilte in den
    Veteranenclub, frass den buergerlich-korrupten Portier, verschlang die
    sozialistische Grossmutter, schluepfte in ihre Kleider, steckte sich die
    Aktivistennadel an und legte sich ins Bett.
    Da kam auch schon das Rotkaeppchen zur Tuer herein und fragte: "Nun, liebe
    fortschrittliche Grossmutter, wie geht es dir?"
    Der Wolf versuchte die volksnahe Stimme der Grossmutter nachzuahmen und
    antwortete: "Gut, mein liebes Kind."
    Rotkaeppchen fragte erstaunt: "Warum sprichst du heute so buergerlich-
    kapitalistisch zu mir?"
    "Ach, die Rednerausbildung am Vormittag hat mich zu sehr beansprucht",
    antwortete der Wolf.
    "Aber Grossmutter, was hast du fuer grosse Ohren?"
    "Damit ich das Gefluestere der imperialistischen Volksfeinde besser hoeren
    kann."
    "Was hast du denn fuer grosse Augen?"
    "Damit ich die CIA-Schergen besser sehen kann."
    "Was hast du denn fuer einen grossen Mund?"
    "Du weisst doch, dass ich im ZK der Partei taetig bin!"
    Und mit diesen Worten frass der Wolf das arme Rotkaeppchen, legte sich wieder
    ins Bett, schlief in seiner verantwortungslosen Art sofort ein und schnarchte
    laut.
    Da ging draussen eine Delegation der FDJ vorbei, ein munteres sozialistisches
    Lied auf den Lippen. Die FDJ-ler hoerten das Schnarchen des Wolfes und dachten:
    "Wie kann eine volksdemokratische Grossmutter nur so imperialistisch-subversiv
    schnarchen?" Und als der Delegationssprecher nachsah, fand er den Wolf, liess
    eine Kalaschnikow holen und schoss ihn, obwohl er nicht in der
    Betriebskampfgruppe war, auf eigene Verantwortung tot.
    Dann schlitzte er ihm den Bauch auf und fand Grossmutter und Rotkaeppchen noch
    lebend. Um den bourgeois-dekadenten Portier kuemmerte er sich nicht, der war ja
    auch schon fast verdaut.
    War das eine Freude! Der Wolf wurde dem VEB Konservenkombinat zugewiesen und zu
    Fleisch im eigenen Saft verarbeitet. Der Delegationssprecher durfte an der
    Uniform den Orden "Held der sozialistischen Arbeit" tragen, Rotkaeppchen kam
    auf die Einheitsliste der Nationalen Front und ist heute Kandidatin des ZK der
    SED, und die Grossmutter durfte in einem sozialistischen Freundschaftslager in
    der VR Kuba vier Wochen lang Feldarbeit fuer den sozialistischen Aufbau
    leisten.
     
  3. Rotkäppchen
    was sich wirklich zutrug
    __ Es war einmal eine kleine süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Sammet, und weil ihm das so wohl stand und es nichts anders mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen. Die Großmutter besaß jedoch auch eine wunderschöne, blau leuchtende Hutbrosche. Sie erzählte dem Kind, wie alle Jünglinge auf dem Markt sich nach ihr umdrehten, wenn sie früher, als junge Frau, diese Brosche an einem sonnigen Tag ansteckte. Sie leuchtete und funkelte weit sichtbar unter den Strahlen der Sonne und oftmals stritten sich die jungen Burschen auf dem Markt, wer von ihnen ihr ihren schweren Einkaufskorb nach Hause tragen dürfe. Diese Brosche, versprach die Großmutter ihrer Enkelin, solle sie einmal bekommen, wenn die Großmutter von Gevatter Tod abgeholt würde. Eines Tages sprach die Mutter zu dem Mädchen: "Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der Großmutter hinaus; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben. Mach dich auf, bevor es heiß wird, und wenn du hinauskommst, so geh hübsch sittsam und lauf nicht vom Weg ab, sonst fällst du und zerbrichst das Glas, und die Großmutter hat nichts. Und wenn du in ihre Stube kommst, so vergiss nicht, guten Morgen zu sagen, und guck nicht erst in alle Ecken herum."
    __ "Ich will schon alles gut machen", sagte Rotkäppchen zur Mutter und gab ihr die Hand darauf, versteckte aber heimlich ein großes Messer aus Mutters Küche in ihrem Korb. Die Großmutter wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf. Wie nun Rotkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Der Wolf aber wusste genauso wenig wie die Mutter oder die Großmutter, was das für ein böses Kind war, und fürchtete sich nicht vor ihm. Rotkäppchen hatte keine Geduld, zu warten, bis die Großmutter nicht mehr lebte, nein, sie wollte die blaue Brosche endlich haben, und der arme Wolf konnte sich beim Anblick dieses reizenden, kleinen Geschöpfes wirklich nicht vorstellen, dass er bald, ohne es zu wissen, eine wichtige Rolle in ihrem teuflischen Plan spielen sollte. "Guten Tag, Rotkäppchen", sprach er. "Schönen Dank, Wolf." "Wo hinaus so früh, Rotkäppchen?" "Zur Großmutter." "Was trägst du unter der Schürze?" "Kuchen und Wein: gestern haben wir gebacken, da soll sich die kranke und schwache Großmutter etwas zugut tun und sich damit stärken." "Rotkäppchen, wo wohnt deine Großmutter?" "Noch eine gute Viertelstunde weiter im Wald, unter den drei großen Eichbäumen, da steht ihr Haus, unten sind die Nusshecken, das wirst du ja wissen", sagte Rotkäppchen. Der Wolf dachte bei sich: "Das junge zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die Alte: du musst es listig anfangen, damit du beide erschnappst."
    __ Aber all das hatte Rotkäppchen in seinen hinterlistigen Plan einkalkuliert. Es hatte dem Wolf den Weg zur Großmutter beschrieben, damit er sie fressen kann, und es endlich die heißbegehrte blaue Brosche bekäme. Um dem Wolf Zeit und Gelegenheit zu geben, die Großmutter zu fressen, sagte es: "Wenn ich der Großmutter einen frischen Strauß mitbringe, der wird ihr auch Freude machen; es ist so früh am Tag, dass ich doch zu rechter Zeit ankomme", lief vom Wege ab in den Wald hinein und tat so, als suchte es Blumen. Der Wolf aber ging geradeswegs nach dem Haus der Großmutter und klopfte an die Türe. "Wer ist draußen?" "Rotkäppchen, das bringt Kuchen und Wein, mach auf." "Drück nur auf die Klinke", rief die Großmutter, "ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen. " Der Wolf drückte auf die Klinke, die Türe sprang auf, und er ging, ohne ein Wort zu sprechen, gerade zum Bett der Großmutter und verschluckte sie. Dann tat er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett und zog die Vorhänge vor.
    __ Rotkäppchen aber machte sich auf den Weg zur Großmutter, als es dachte, der Wolf müsse die Großmutter inzwischen gefressen haben. Es wunderte sich nicht, dass die Türe aufstand, und trat in die Stube ein. Darauf ging es zum Bett und zog die Vorhänge zurück: da lag der als Großmutter verkleidete Wolf und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so wunderlich aus. "Ei, Großmutter" , sprach es, wohl wissend, dass es der Wolf war "lass mich ein wenig unter Deine Decke kriechen, ich bin müde von dem langen Weg und möchte mich ein wenig ausruhen." Der Wolf dachte "Ei der Daus! Besser kann es gar nicht für mich laufen." und sprach "komm nur geschwind ins Bett herein!" Der arme Wolf wusste nichts, von dem Messer, das Rotkäppchen mitgebracht hatte und ehe er beginnen konnte, das böse Kind zu fressen, zog es unsichtbar für den Wolf unter der Bettdecke das Messer und stach damit mitten in sein Herz. Der Wolf war sofort tot. Rotkäppchen wollte nun an die Schatulle, in der die Großmutter die blaue Brosche aufbewahrte, als sie draußen ein Rascheln und Schritte hörte.
    __ Durch das Fenster sah das Mädchen den Jäger kommen. Das passte ihm nun gar nicht. Was wäre, wenn der Jäger die Großmutter wieder aus dem Bauch des Wolfes befreite? Sie musste das verhindern und sprang schnell aus dem Haus, um den Jäger zu begrüßen. "Guten Tag Herr Jäger" "Meine Großmutter ist müde und schläft, kannst nicht Du ein wenig mit mir spielen?" Der Jäger sagte "Nun gut, da deine Großmutter gerade schläft, will ich sie nicht aufwecken und habe ein wenig Zeit, mit dir zu spielen." Rotkäppchen sagte "Ich würde gerne Dein schönes Jagdmesser ansehen und mit Dir Verstecken spielen." Der Jäger gab ihr sein Messer mit einem Griff aus Hirschgeweih und lies sich von ihr die Augen für das Spiel verbinden. " Nun musst Du Dich auf den Gartenstuhl setzen und bis 50 zählen, dann darfst Du die Augenbinde abmachen und mich suchen." Kaum saß jedoch der ahnungslose Jäger auf dem Stuhl, stach Rotkäppchen ihm sein eigenes Jagdmesser in die Brust, so dass er sofort tot war und nach vorn kippte. Schnell schaffte das Mädchen den Stuhl beiseite und spannte in Fußhöhe des Jägers eine Leine quer durch den Garten, so dass es so aussah, als ob der Jäger in sein eigenes Jagdmesser gestolpert sei. Dann nahm es seine Büchse und schoss von außen durch das Fenster in den Bauch des Wolfes, damit die Großmutter ja auch wirklich tot war und nicht mehr gerettet werden könnte. Wieder zuhause angelangt hatte die Mutter keine gute Ahnung, als sie Ihr Rotkäppchen mit der blauen Brosche der Großmutter sah.
    __ Und so verlangte sie, dass ihr Rotkäppchen in allen Einzelheiten erzählte, was sich ereignet habe. Rotkäppchen begann zu erzählen von der Begegnung mit dem Wolf im Wald und wie es zur Hütte der Großmutter kam und die Tür offen stand. "Ich hatte ein Messer mitgenommen, damit Großmutter den Kuchen schneiden kann und sah den Wolf in der Hütte, der sich als Großmutter verkleidet hatte, da hatte ich furchtbare Angst, dass mich der böse Wolf fressen würde, als ich plötzlich einen Schuss hörte, der durch das Fenster ging und den Wolf in den Bauch traf. Der Jäger sah wahrscheinlich durch das Fenster, dass der Wolf mich fressen wollte und wusste nicht, dass in seinem Bauch noch die Großmutter sein musste, also schoss er. Vor lauter Wut über den Wolf stach ich das Messer in sein Herz. Dann sah ich, wie der Jäger mit seinem Messer in der Hand auf die Hütte zurannte und dabei über eine gespannte Leine stolperte und direkt in sein eigenes Messer fiel."
    __ Und so war die Mutter froh, dass sie ihr Kind wieder hatte, und das Kind war froh, dass es endlich Großmutters blaue Brosche hatte, die es von nun an immerzu stolz an seinem Samtkäppchen zur Schau stellte. Der Mutter erzählte es natürlich, dass es die Brosche im Gedenken an die tragisch gestorbene Großmutter tragen wolle. Und während die Mutter mit ihrem Rotkäppchen auf dem Heimweg war, sah das Kind den wunderschön bestickten, seidenen, blauen Schal der Mutter plötzlich mit ganz anderen Augen und ein unbestimmtes Funkeln in seinen Augen entstellte für einen kurzen Augenblick sein Antlitz.
    Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt & flirtet sie immernoch...
    *muharharhar*
     

Diese Seite empfehlen