Drei Schluchten Staudamm am Jangtse

Major_Horsk schrieb:
oder solche anlagen, deren name mir entfallen ist .... eine riesige Kuppel, die unten ist und sich nach oben verengt ... die warme luft steigt auf und treibt ne Turbine an ....
Geothermie?! Ist aber auch nur begrenzt und nur als Zusatzenergie nutzbar...
 
Bane schrieb:
Erstens haben wir nicht nur sandwüsten, man kann sowas auch auf salzseen aufbaun, wo das problem mit dem sand nie auftritt. Oder man baut es in eine Sandwüste und baut ne fette Plexiglaskuppel drum herrum, so könnte man das einfallende sonnenlicht noch fokusieren und um eineges verstärken.

Als Idee ist dieser Vorschlag noch nicht mal so schlecht. Aber in der Ausführung doch eher unwahrscheinlich. Es würde nämlich ein ganz schönes Gerangel darum geben, wer den so produzierten Strom letztlich nutzen darf, bzw. wer wieviel dafür zu bezahlen bereit ist. ein anderes problem besteht in der personellen Besetzung solcher anlagen. Länder, die vom Bürgerkrieg erschüttert sind - und das sind momentan ganz schön viele Wüstenstaaten, sind nicht dafür geeignet, uns Pate für "unsere" Energieproduktionsanlagen zu stehen. Oder anders gesagt, würde man unsere Solarenergie-Kraftwerke in die Wüste verlagern, würde das mit Sicherheit ganz viele Probleme machen. Kommt hinzu, dass die die westliche Welt damit zum Entwicklungsland verkommen würde, weil hierzulande die Ausbeutung von Bodenschätzen bedeutungslos wäre.

Gruss, Bea
 
Wookie Trix schrieb:
Als Idee ist dieser Vorschlag noch nicht mal so schlecht. Aber in der Ausführung doch eher unwahrscheinlich. Es würde nämlich ein ganz schönes Gerangel darum geben, wer den so produzierten Strom letztlich nutzen darf, bzw. wer wieviel dafür zu bezahlen bereit ist. ein anderes problem besteht in der personellen Besetzung solcher anlagen. Länder, die vom Bürgerkrieg erschüttert sind - und das sind momentan ganz schön viele Wüstenstaaten, sind nicht dafür geeignet, uns Pate für "unsere" Energieproduktionsanlagen zu stehen. Oder anders gesagt, würde man unsere Solarenergie-Kraftwerke in die Wüste verlagern, würde das mit Sicherheit ganz viele Probleme machen. Kommt hinzu, dass die die westliche Welt damit zum Entwicklungsland verkommen würde, weil hierzulande die Ausbeutung von Bodenschätzen bedeutungslos wäre.

Gruss, Bea

Ich seh da weniger ein problem mit gerangel drum wer denn nutzen darf, nutzen darf ihn der der ihn fördert. Gibt ja auch kein gerangel drum wer das öl in china russland oder alaska nutzen darf, viel amerikanische ölbohrinseln bohren in china, und amerika bekommt das öl.

Und sollte es dochmal zu meinungsverschiedenheiten um nutzungsrechte kommen kann man ja verträge aushandeln wo kleine abgaben gezahlt werden.
Ich rede ja auch nicht davon das man seine ganze energie versorgung ins ausland verlegen sollte, an dem bsp von japan im 2 Wk hat man gesehn das sowas böse enden kann. Aber man kann teile auslagern, hier bei uns haben wir im norden ein meer vor der tür das könnte man durch strömungskraftwerke nutzen, so steht man dann nicht dumm da wenn man von seinem strom aus dem ausland mal abgeschnitten sein sollte.
 
Oder man baut es in eine Sandwüste und baut ne fette Plexiglaskuppel drum herrum, so könnte man das einfallende sonnenlicht noch fokusieren und um eineges verstärken.

Schöne idee aber nur in der Phantasie wirkungsvoll. Solarzellen verlieren min 15% an Wirkungsgrad wenn sie durch eine Scheibe betrieben werden. Da das Sonnenlicht durch eine scheibe abgefälscht wird und an Energie verliert. Mann müsste schon hochgradige Linsen in diese Kuppel verarbeiten damit es genau 15% bleiben. Was natürlich die Kosten in die höhe treibt.

Solarzellen sind halt am effektivsten wenn sie in der direkten Sonne sind.

Und das Problem des reinigen bleibt trotzdem Staub und Dreck fliegt auch auf so ne Kuppel. ( besonders in der Wüste )
 
Lord Kyp Durron schrieb:
Schöne idee aber nur in der Phantasie wirkungsvoll. Solarzellen verlieren min 15% an Wirkungsgrad wenn sie durch eine Scheibe betrieben werden. Da das Sonnenlicht durch eine scheibe abgefälscht wird und an Energie verliert. Mann müsste schon hochgradige Linsen in diese Kuppel verarbeiten damit es genau 15% bleiben. Was natürlich die Kosten in die höhe treibt.

Solarzellen sind halt am effektivsten wenn sie in der direkten Sonne sind.

Und das Problem des reinigen bleibt trotzdem Staub und Dreck fliegt auch auf so ne Kuppel. ( besonders in der Wüste )


Ich denke das wenn man nun wirklich viel geld in Solar Energie investiert solche schwachpunkte sicher auch bald ausmerzen kann, ich finde photovoltaik hat noch massig potenzial das leider nicht genutzt wird weil nur wenige menschen investieren wollen.

Klar hat mann dann auch ein wenig mit staub und schmutz zu tun, aber wenn man viel geld insowas investier kann man sich was einfallen lassen sowas sauber zu halten, gibt ja nun schon legierungen die sich nach dem vorbild der lotusblüte verhalten an dennen schmutz einfach apperlt. ich denke für ne sauber energie wäre es nicht zuviel verlangt wenn man dann kollektoren schrubbt
 
Was haltet ihr von den Vorfällen um den Bauern Fu,der sich vom Deutschen Fernsehen bezahlen lies,und dafür leider die Quittung bekommen hat,und jetzt immer noch in Lebensgefahr schwebt ?
Die ARD kennt doch wohl die Gesetzeslage in China und die Sitten dort.
Warum hat man den Mann im Fernsehen sprechen lassen,und Kritik an der Vorgehensweise Chinas im bezug auf den Damm üben lassen ?
Nur um China wieder einmal zu diskreditieren ?
 
Jedihammer schrieb:
Warum hat man den Mann im Fernsehen sprechen lassen,und Kritik an der Vorgehensweise Chinas im bezug auf den Damm üben lassen ?
Nur um China wieder einmal zu diskreditieren ?

Mag ja sein das dies das Anliegen der Journalisten war.
Was aber immer noch nicht rechtfertigt diesen Mann so zuzurichten.

Und so weit ich das verstanden hab hat dieser Mann eigentlich nur eingefordert was von der Regierung versprochen wurde.

mfg
colonelveers
 
Der Bauer hätte es wohl besser lassen sollen. Es spricht nicht für die ARD, diesen Bauer und seine Not auszunutzen um die Führung Chinas ins schlechte Licht zu setzen. Man mag von der Umsiedlung sowie den Methoden der chinesischen Führung halten was man will, aber am Ende geht es um die Industrialisierung und Verbesserung der Lebensverhältnisse für das Volk. Fair ist sie mit Sicherheit nicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass sie mit Recht und Moral den Sprung zur Wohlstandsgesellschaft schaffen können. Mit einer Demokratie ginge dies m.M nach ebenfalls nicht.
 
Richtig, dieser Mann hätte doch den korrupten Kadern ruhig das Geld gönnen sollen das sie sich von den Entschädigungen genommen haben. Wo kämme denn die Welt hin wenn ein fleissig arbeitender Funktionär sich nicht mal was gönnt ?

(ja, das war ironisch gemeint)

China ist eines der korruptesten Länder der Welt und der Bauer hat das eigentlich auch schon vor dem ARD-Interview öffentlich gemacht. Diese Aktion sieht mir deutlich nach einer "Warnung" der lokalen Behörden aus.

Und nein, Jedihammer, soetwas widerspricht auch in China den lokalen Gesetzen, nur sieht es mit der Durchsetzung in diesem Land noch reichlich mau aus ...
 
Ein Freund war auf irgendeiner Messe (hab vergessen welche) vor ca. 3 Jahren in Köln, auf der Vertreter des Bauprojekts den Staudamm vorgestellt haben. Mein Freund hat sich dazugestellt und freundlich aber ernsthaft nachgefragt, was denn mit den Umgesiedelten geschieht, ob sie neue Häuser bekommen, ob sie gebührend entschädigt werden usw.. Antworten hat er nicht bekommen, sie haben erst versucht ihn zu ignorieren. Weil er aber zwei- dreimal nachfragte bekam er dann unfreundliche und bedrohliche Aufforderungen sich zu entfernen, zwei Chinesen sind zu ihm hingetreten und haben ihn schon an den Armen gegriffen, um ihn abzuführen. Er meinte dann laut hörbar, dass Deutschland im Gegensatz zu China ein freies und demokratisches Land sei, und er sich hier auf der Messe bei jedem Stand aufhalten, seine Meinung äußern und Fragen stellen dürfe. Dann hat er gedroht die Polizei zu rufen, wenn sie ihn nicht sofort losließen, was sie dann auch getan haben. Daraufhin hat er reichlich Beifall erhalten von anderen Messebesuchern. Die Chinesen haben ihn dann einfach ignoriert, ihm war die Angelegenheit dann auch zu blöd, und er ist weitergegangen. Andere Messebesucher waren jedenfalls auch entsetzt über das Verhalten der Chinesen, wie er aus Äußerungen entnehmen konnte.

Wie die chinesische Regierung mit Kritikern des Staudamms in China umgeht, ist zwar ein ganz anderes Kaliber (siehe den Vorfall mit dem Bauern), dennoch war ich überrascht und verärgert, was die sich hier Deutschland herauszunehmen versuchten.
 
Tja man muss das so sehn China ist imma noch ein Kommunistisches Land, und sie sind rein von ihrer mentalität her nicht gewöhnt das jemand sachen hinterfrägt oder an der art der ausführung meckert. Das sie das dann nicht gerade ändern wenn sie in deutschland zu besuch sind ist meiner ansicht nach verständlich, wir passen uns ja auch nicht überall an. Was keine entschuldigung für solches verhalten von seiten der chinesen her sein soll, aber sie sind es einfach so gewohnt.
 
Ich persönlich denke,daß die Schuld bei der ARD und dem Bauern liegt.
Jeder weiß,was ihm blühen kann,wenn er sich mit Hilfe westlicher Medien zur Anti-Chinesischen Propaganda verleiten läßt.
Hätte er die Klappe gehalten,wäre ihn nichts zugestoßen.
Und die ARD vergießt ihr m.E. Krokodilstränen.
 
Wenn jeder die Klappe hält wird sich nie etwas ändern. Das sollte man eigentlich aus unserer Vergangenheit wissen. Allerdings ist es wahrhaft eine Unart wie die ARD das Leid anderer ohne Rücksicht auf das Wohl der Menschen für ihre Anti-chinesische Reportage nutzt.
 
Was heisst hier "Anti-Chinesisch" ?
Ich möchte übrigens nochmal darauf hinweisen das Wu auch schon vor dem Interview mit der ARD in China gegen die Missverteilung der Entschädigungen protestiert hat. Das ist nicht "Anti-Chinesisch" sondern "Anti-Korruption".

Darf ich euren Aussagen entnehmen das man sich als Betroffener in China also nicht gegen solche Aktionen wehren sollte ???
 
Natürlich soll man sich wehren, aber man kann das auf subtiliere art und weiße machen, vorallem wenn man weiß wie die chinesischen behörenden sowas handhaben. Da ist es gefährlich gegen denn strom zu schwimmen, und deswegen sollte man vlt versuchen etwas bessere wege zu finden um die misstände anzukrieden, solche wege bei dennen man nicht gleich weiß von wem es kommt.
 
lain schrieb:
Darf ich euren Aussagen entnehmen das man sich als Betroffener in China also nicht gegen solche Aktionen wehren sollte ???

Mir persönlich wäre es lieber,wenn ich kein geld,aber eine gesunde Wirbelsäule hätte.
Daher sollte man in China mit solchen Worten,noch dazu,wenn man sie vor einem westlichen Fernsehsender spricht,sehr vorsichtig sein.

Aus der Ferne und der Sicherheit eines demokratischen Staats kann man leicht solche Reden führen.

Lain,ganz ehrlich,was wäre Dir lieber.
Deine Meinung gesagt zu haben,ob Du nun Recht hast oder nicht(und ob der Bauer im Recht war,das wage ich mir aus der Ferne,und mit den westilchen Propaganda-Infos nicht anzumaßen),und dafür die Wirbelsäule zertrümert zu bekommen,oder gesund zu sein,und einfach die Klappe zu halten.
denn
1.Wie die Sprecherin des Aussenministeriums Chinas sagte,in China herrschen die gesetze Chinas.
2.Mit solchen frommen Sprüchen wie der Bauer,wird man in China nichts ändern.
3.China ist eben kein land mit westlichen Normen.das wußte der bauer,und das wußte die ARD.Die haben ihn eiskalt ins feuer Geschickt.


Übrigens,kannst Du mir zweifelsfrei beweisen,daß die Schläger von einer chinesischen Behörde geschickt wurden ?
 
Hast du einen Link für die Aussage der Sprecherin des Aussenministeriums Chinas ? Soweit ich die Gesetze Chinas kenne (und ja auch in diesem Land gelten Gesetze) stehen auf Meinunsäusserungen keine willkürlichen Verprügelungen. Ausserdem gehe ich nicht unbedingt davon das die Schläger von den Behörden geschickt wurden sondern von Leuten angeheuert wurden die von den Vorgängen profitiert haben und die Angst haben das das jetzt eher offen (in China) untersucht wird.
Es ist ja nicht so als wenn in China nichts gegen die Korruption unternommen wird, es passiert nur eher so selten. Es klar das die Leute da Angst haben, denn *wenn* was unternommen wird dann drohen auch drastische Strafen.

Und wie gesagt, es war ja nicht die ARD die Wu "aufgestachelt" hat, er war ja auch schon im Land für seine Kritik an den Entschädigungszahlungen bekannt. Und es wusste ja auch wie es im Lande läuft und hat selbst entschieden was er macht. Dafür verdient er meinen Respekt.

Im übrigen ist das Thema Vertreibung von Leuten in China ein häufiges und ziemlich großes Problem, das ist nicht nur bei dem Drei-Schluchten-Staudamm passiert.
 
lain schrieb:
Hast du einen Link für die Aussage der Sprecherin des Aussenministeriums Chinas ? Soweit ich die Gesetze Chinas kenne (und ja auch in diesem Land gelten Gesetze) stehen auf Meinunsäusserungen keine willkürlichen Verprügelungen. .

Nein,ich habe keinen Link.
Ich habe das nur in den Nachrichten gesehen.
Dort sagte sie wortwörtlich(wenn die Übersetzung stimmte),daß jeder in China seine meinung sagen dürfe,solange dies sich im Rahmen der Gesetze der Volksrepublik bewege.
 
Hi folks,

ein echt heisses Thema.

Da der Kuchen aber mit der Fertigstellung des Staudammes gegessen ist, bleibt nur Staunen über die technische Leistung.

Was die immensen Verluste an kulturhistorischen Werten angeht, kann man nichts mehr sagen. Weg ist in diesem Falle Weg.

Man muss aber auch sehen, dass anders als in unserer westlichen Kultur im asiatischen Raum eher das Jetzt und die Zukunft zählt, und Veränderung als positiv angesehen wird, denn dass man unbedingt an Altem festhalten will. Hierzu muss man nur mal die Baumassnahmen betrachten, die in den letzten Jahren vorgenommen wurden. Altstädte in Hong Kong, Shanghai und Peking sind zu einem Großteil einfach plattgemacht worden, mitsamt historischer Gebäude. Nicht, dass es so etwas nicht auch im Westen gegeben hätte (Brüssels vom Krieg weitgehend verschonte Altstadt wurde zugunsten der UNO-Gebäude zu einem grossen Teil abgerissen), aber die Rigorosität, mit der Altes einfach weggefegt wird, gibt es bei uns nicht in dem Ausmass.

Was in China allerdings wenig Beachtung findet ist tatsächlich der Umweltschutz. So ist der Drei-Schluchten-Staudamm geflutet worden, ohne eine Entsorgung der Altlasten vorzunehmen. Ich darf nur daran erinnern, dass ein Tropfen Öl ein Volumen von 10.000 Litern Wasser verunreinigt und unbrauchbar macht. Was an sonstigen Schwermetallen, Unrat und Industrieabfällen ins Wasser gelangt ist, kann man nicht schätzen. Ich bin gespannt, wann man Berichte über die Qualität des Wassers hören wird. Natürlich dienen die Wassermassen vordringlich der Energiegewinnung, aber die Trinkwassergewinnung spielt bei solch einem Projekt auch eine wichtige Rolle. Die weitreichenderen Folgen (Eintragung der Gifte in die umliegenden Regionen durch Grundwasser) lassen sich erst in den nächsten Jahren richtig bewerten. Jedoch gibt es erste Fälle, so ist fast die gesamte Bevölkerung eines Dorfes durch Eintragung von Giften ins Grundwasser an Krebs erkrankt (http://www.taz.de/pt/2006/06/14/a0124.1/text

Was mich interessieren würde sind die ökonomischen Folgen für die Regionen. 1,2 Mio Menschen einfach umzupflanzen, das kann nicht funktionieren, vor allen Dingen nicht auf einer wirtschaftlichen Ebene. Wo sollen denn die Arbeitsplätze herkommen ? Und Menschen, die sich auf dem Land noch selber in ihren Kommunen und oft funktionierenden, wenn auch ärmlichen Ökonomien über Wasser halten konnten, wie sollen die integriert werden ?

In Anbetracht dessen kann ich verstehen, dass Fu Xiancai und sicher noch andere nicht mehr zurückhalten wollen, weil ihnen die Lebensgrundlage (!) entzogen wurde.

Meine erste Reaktion war selbstverständlich auch, die Schuld bei der ARD zu suchen, da diese auch eine Verantwortung für die Sicherheit der Interviewpartner haben. Man kann ihnen sicherlich vorwerfen, nicht wirklich sensibel mit dem Thema umgegangen zu sein.
So hätte man Fu auch unkenntlich machen können. Das Ergebnis wäre das Gleiche geblieben, und zwar die Information, dass es Ungerechtigkeiten seitens der chinesischen Regierung gegeben hat.
Allerdings hätte man dann dem Bericht einen Grad an Authentizität genommen.

Laut ARD-Bericht hat Fu Xiancai darauf bestanden, seine Aussage zu machen.
Wenn man den Statements glauben darf, hatte er schon eine Vorgeschichte im Bezug auf die chinesischen Behörden, und wusste dass er unter Beobachtung stand.

So bleibt doch nur zu überlegen was die Motivation für jemanden ist, sich in Gefahr zu bringen.

Aber was kann das sein ?

Im Falle von Bauer Fu muss es etwas sein, was vielen Menschen fehlt.
Nämlich Zivilcourage.

Wikipedia schrieb:
Der Begriff Zivilcourage setzt sich aus den beiden Wörtern zivil (lateinisch civilis, 1. bürgerlich – nicht militärisch, 2. anständig, annehmbar) und courage (französisch, Beherztheit, Schneid, Mut) zusammen. Er kann als bürgerlicher, anständiger Mut übersetzt werden, mit dem ursprünglich ausschließlich das entsprechende Auftreten gegenüber nicht-zivilen Autoritäten (Militär, Polizei) gemeint war. Diese Auslegung erfuhr seit dem 2. Weltkrieg eine Veränderung - heute wird unter Zivilcourage das Auftreten gegen oder für die herrschende Meinung verstanden, mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, seine persönlichen Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt.
...
In westlich orientierten Gesellschaften zeigt derjenige Zivilcourage, der die Wertorientierungen der jeweiligen Gesellschaften, wie z. B. die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte", offen und ohne Rücksicht auf eigene Nachteile vertritt. Dies erfordert Mut, da derjenige, der Zivilcourage zeigt, die Repressionen der Herrschenden, der herrschenden Meinung oder des Mobs herausfordert.

Ich finde die Folgen seines Handelns mehr als traurig, aber es ist ein Beweis dafür dass er jemanden stört. Wer das ist, kann von uns hier im Westen nur schwer bewiesen werden.
Aber wenn hier die Frage nach einem Beweis für die Schuld der chinesichen Regierung aufgeworfen wird, muss man doch die Gegenfrage stellen, ob die Unschuld der Regierung belegt werden kann ?!
Und man muss fragen, wer denn wahrscheinlich ein Interesse daran haben kann, Fu zum Schweigen zu bringen.

Was eine in einem anderen Posting angesprochenere "subtilere" Vorgehensweise angeht, was kann denn subtiler sein, als konstant den offiziellen (!) Weg zu gehen, und versuchen durch Rechtsmittel zu seinem Recht zu kommen ? Seit 1994 hat Bauer Fu das nämlich getan.

Was bitte ist denn dann ein "subtilerer Weg" ?! Flugblätter drucken, diese in der Nacht verteilen, eine Untergrundbewegung gründen, oder sich einen Sprengstoffgürtel umschnallen und sich in die Luft jagen ?

Ich sehe Fu als einen wichtigen politischen Aktivisten in China, und wer weiss was seine Tat noch auslösen kann. Es sind immer einzelne, mutige Menschen, die eine Veränderung auslösen. Und er betreibt seine Proteste vollkommen gewaltfrei, für sich und seine Leidensgenossen kämpfend. Er ist der Letzte, der mit Repressalien der Regierung rechnen müsste, weil er nur auf seine Rechte als Bürger der Volksrepublik (!) pocht. Kann dann in irgendeiner Form Unrecht sein, seine Meinung international kund zu tun ?

Hier noch ein Link zur ARD-Seite. Hier ist auch als Transkript im Bericht die Aussage der chinesischen Regierungssprecherin zu finden
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5619748_REF1,00.html

Bei Eingabe von "Fu Xiancai" bei Google finden sich zum Glück noch mehr Einträge zum Thema. Wenn dem nicht so gewesen wäre, hätte ich mir ziemlich Gedanken zu Google gemacht (also noch mehr als jetzt) ;)

Zurück OT Staudamm :

Objektiv betrachtet kann eine ökologisch verträgliche Energieerzeugung nur vernünftig sein, allerdings hat die Grösse des Projekts IMO nichts mehr mit reiner Wirtschaftlichkeit zu tun, sondern bedient auch die Sehnsucht Chinas nach stärkerer Akzeptanz und Bewunderung im Rest der Welt.

Gruß,
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
CaptainTypho schrieb:
Im Falle von Bauer Fu muss es etwas sein, was vielen Menschen fehlt.
Nämlich Zivilcourage.
,

Sieh doch mal nach,ob dein Wikepedia auch den Unterschied zwischen Zivicourage und selbsmörderischer Dummheit erklärt.
Genau die hat dieser Bauer(leider wird in diesem Fall erhärtet,daß ein bauer nicht unbedingt in IQ gesegnet ist) begangen,und muß nun die Folgen tragen.

CaptainTypho schrieb:
Ich sehe Fu als einen wichtigen politischen Aktivisten in China, und wer weiss was seine Tat noch auslösen kann.

Gar nichts wird diese tat auslösen.
Sie wird anderen Unruhestiftern und werkzeugen ausländischer Propaganda eine Warnung sein.
Obwohl die meisten Krawallmacher ohnehin aus der schmerzhaften Lektion gelernt haben,welche ihnen der chinesische Staat am Platz des himmlichen Friedens erteilt hat.
 
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