Unterstütze das PSW: Hol dir (oder verschenke) einen Premium-Account oder kaufe ein bei Amazon.

Empress Teta (Teta-System)

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Toji, 13. August 2013.

  1. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    Empress Teta
    ______________________________________________


    [ Infos zum Planeten: Empress Teta (engl.) | Empress Teta (dt.) ]

    [ Zugehörigkeit: Imperium ]​


    Im Empress Teta-System unterhält die Imperiale Flotte unter anderem eine Derilyn Raumverteidigungsplattform als sogenannte "Allgegenwärtigkeitsbasis", wo vor allem das Sektorkommando operiert. Daneben befindet sich im System auch eine Station, die Frachtern auf Anfrage die ersten Sprungkoordinaten in Richtung Byss gibt.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. Mai 2015
  2. InterOrga Militaer

    InterOrga Militaer Gemeinschafts-NPC-Account von NR- und Imperiums-Mi

    :: Teta-System :: Empress Tetas Orbit :: „Allgegenwärtigkeitsbasis“ :: Korridor :: Admiral Raymus Tarkin mit Adjutant, Stabschef und Ordonnanz, General Jeho Bishto samt Stab und Major Commander Pandra Shol ::

    Raymus Tarkin, verdienter Admiral der Imperialen Flotte und derzeitiger Kommandeur der Neunten Gefechtsflotte, ging mit gemessenen Schritt durch einen langen, verwaisten Korridor der kolossalen Derilyn Raumverteidigungsplattform, die im gesamten Teta-System nur unter ihrem zweiten Namen als „Allgegenwärtigkeitsbasis“ bekannt war. Der hochrangige Offizier, der von der kaum populären Kernwelt Bessimir stammte und durch die ersten Falten sowie leicht ergrautes Haar sein Alter von gut fünfzig Standardjahren nicht mehr verheimlichen konnte, hatte schon auf dem ganzen Weg eine ernste Miene aufgesetzt. Im gebührenden Abstand folgten dem sportlichen Admiral neben Adjutant, Stabschef und zwei Ordonnanzen noch General Jeho Bishto, der Kommandeur der Neunten Armee, samt Stab sowie Major Commander Pandra Shol, aktuelle Kommandeurin sämtlicher Sturmtruppen dieses Großverbandes. Sie alle waren aus einem Grund auf der Basis: Jarnik Saul Tarvitz.

    Gleich einem uneingeschränkten Herrscher, der eine Audienz gab, wartete der hochgewachsene und zudem bullige Supersektorverwalter im Besprechungsraum auf die Militärs. Selbstherrlich strich er sich durch den buschigen Schnauzer und musterte dabei kurzzeitig, aber recht genau die Gruppe der Uniformierten. Danach bot er ihnen schweigend einen Platz an. Ausreichend Stühle standen um den tafelähnlichen Tisch, wobei zwei Plätze von Tarvitz' Schreiberlingen sowie dem Kontaktmann zum Imperialen Geheimdienst schon besetzt waren. Daneben hielt sich in den Raum noch eine Gestalt in pechschwarzer Kutte auf – ein Sith. Unfreiwillig verlor Tarkin bei dessen Anblick für den Moment seine Fassung. Sichtlich schluckte er als er sich beiläufig setzte. Denn die Anwesenheit eines Sith bedeutete stets, dass die bevorstehende Militäroperation auf Bastion doch mehr Aufsehen erregte als anfänglich angenommen - und genau dieser Umstand gefiel dem leicht ergrauten Offizier irgendwie nicht.

    Nachdem sich die Militärs gesetzt hatten, wobei Tarkin bewusst das andere Kopfende gewählt hatte, lehnte sich der Grand Moff etwas nach vorn und sagte im ernsten, beinah tadelnden Ton:
    „Admiral, seit drei Tagen verweile ich nun schon auf Empress Teta. Haben Sie einen Eroberungsplan für Byss endlich ausgearbeitet?“ Eine gewisse Angriffslust strahlte Tarvitz plötzlich aus. „Der Imperator hat mich nicht vor den Augen der gesamten Galaxie in diese Position erhoben, um danach die Probleme im Deep Core nicht zu lösen! Byss gehört wieder in loyale Hände – schnellstmöglich!“ Er brummte. „Sie kennen doch die Politik, die der Imperator bei Verrätern verlangt, oder?“

    Daher wehte also der Wind. Der neue Verwalter des Fünften Supersektors musste sich vor Allegious beweisen. Man erwartete endlich Taten von ihm. Höchstwahrscheinlich musste er sich des Weiteren noch im Dachgremium der Imperialen Verwaltung, dem „Council of Moffs“, beweisen, seinen Platz finden. Seinen Gegenüber betrachtete der Admiral nun ganz genau. Schon in den letzten Tagen war Tarvitz vor allem durch seine Ungeduld aufgefallen. Bisher schien ihm das Militär – und ebenso der Geheimdienst – zu zögerlich vorzugehen. Seit gut einem Standardmonat tüftelte man schon an den Plänen zur Eroberung der isolierten Werftwelt. Dabei wollten alle Beteiligten schon in dieser frühen Phase die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler auftauchten, minimieren. Jedoch interessierte sich Tarvitz nur wenig für solche Vorgänge. Handfeste Resultate – mehr wollte er nicht sehen. Und nun hatte der Admiral ihm Rede und Antwort zu stehen.

    „Selbstverständlich sind wir mit Imperator Allegious' Maxime vertraut, Sir“, entgegnete Tarkin mit grimmiger Stimme. Selbst High Admiral Fyrestone, amtierender Vorsitzender des Oberkommandos der Flotte, hatte ihm das im Vorfeld mehrmals gesagt. „Vor einer Stunde haben wir eine Spähtruppe, angeführt vom Strike-Kreuzer 'Dark Crown', nach Prakith geschickt. Sie werden nicht nur die Lage im Beshqek-System sondieren, sondern uns auch die aktuellen Sprungkoordinaten schicken.“ Er sah kurz zu seinem Stabschef. „Daneben warten wir im Augenblick noch auf die Dritte Flottille, die bei Ruan ihre letzten Schiffe rekrutiert. In zehn Stunden steht das endgültige Briefing an. In höchstens zwölf Stunden sind wir also sprungbereit.“

    Trotz dem dichten Schnauzer konnte man wunderbar sehen, dass der bullige Grand Moff den Mund säuerlich verzog. Knurrend sagte er: „Sie lassen sich viel Zeit, Tarkin. Das spielt diesen Kriminellen nur in die Hände!“

    „Mit Verlaub, aber die Logistik der Flotte lässt ein kleineres Fenster einfach nicht zu“, setzte auf der Stelle der angesprochene Uniformierte entgegen. „Weil man in der letzten Zeit vermehrt den Fokus auf den Corellian Run sowie die Sicherung der Randterritorien gelegt hatte, trat der Deep Core samt seiner Probleme einfach in den Hintergrund – und genau damit mussten wir arbeiten. Jedoch haben sich nun anscheinend die Prioritäten geändert. Ich weiß nicht warum, aber anscheinend hat man die angegriffene Hyperraumroute nun ausreichend sichern können, um ungestört die Aufmerksamkeit wieder auf Byss richten zu können.“

    Tarvitz grinste: „Oder der Verlust einer Großwerft zieht nach sich, dass eine andere wieder mehr in den Fokus rückt...“

    Unwahr war diese Sichtweise nicht und selbst im Kommandostab der Neunten Gefechtsflotte waren ähnliche Gedanken manchmal geäußert worden. Das imperiale Militär musste durch die Niederlage bei Corellia seine Produktion umstellen. Galt Byss' Isolation bisher bloß als störender Makel für das Führungsgremium – sowie aller Wahrscheinlichkeit ebenso für den Imperator –, konnte die Welt in der Zukunft an Stellenwert gewinnen, da sie für den Feind kaum erreichbar war. Denn genau dieser einmalige Aspekt hatte den kaum bekannten Planeten schon in früheren Tagen der imperialen Ära zum sicheren Rückzugspunkt im Notfall gemacht. Ferit, einer von Allegious' Vorgänger, hatte in der dunkelsten Phase der imperialen Herrschaft schon einmal auf Byss residiert. Bei seinem missglückten Putsch hatte Janem Menari ebenfalls diese Welt als seinen Sitz gewählt – und so unfreiwillig den Keim für die jetzigen Usurpatoren gelegt. Mit ernster Miene musterte Tarkin den Grand Moff.

    Doch noch einmal kam der Admiral nicht zu Wort. Denn plötzlich schaltete sich der Sith ein:
    „Seine Majestät, Darth Allegious, hat mir die Vollmacht gegeben diese Operation allein in seinem Namen zu führen. Da ich diese Diskussion für zweck- und sinnlos halte, würde ich gern die Zeit nutzen, um mich mit Ihrer Planung vertraut zu machen, Admiral. Würden Sie mich also in Ihr Büro begleiten?“

    :: Teta-System :: Empress Tetas Orbit :: „Allgegenwärtigkeitsbasis“ :: Korridor :: Admiral Raymus Tarkin, Grand Moff Tarvitz, General Jeho Bishto, Major Commander Pandra Shol, ein Sith und eine Reihe Untergebener aller Parteien ::

    written by
    Aiden Thiuro
     
  3. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Teta-System | nahe Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Drei | Brücke :||: Captain Toji Murata mit zweiter Wache :]

    Durch das große Panoramafenster der Brücke konnte man problemlos einen sehenswerten Blick auf Empress Teta, einst Koros Major genannt. Daneben konnte man durch den Transparistahl noch zwei der drei natürlichen Trabanten des Planeten sehen sowie die imperiale Raumstation, die ebenfalls im geostationären Orbit ausgesetzt worden war. Im gemächlichen Tempo näherten sich der Konvoi, der Tage zuvor im fernen Rendili-System gestartet war, in einem für die Betrachtung äußerst günstigen Flugvektor der hiesigen Hauptwelt. Bloß ihre unfreiwilligen Begleiter, die Kriegsschiffe der Siebten Kampfgruppe – angeführt vom Imperial-II-Sternzerstörer „Crusader“, – störten diesen Moment ein kleines Bisschen, indem sie sich immer wieder unwillkürlich ins Bild drängten. Zudem konnte man mit zunehmender Nähe den Frachterstrom erkennen, der tagtäglich um Empress Teta zirkulierte und die Welt so am Leben hielt.

    Im Hintergrund bereitete die Brückenbesatzung gerade den unspektakulären Schichtwechsel vor als ihr Kommandant, Toji Murata, vor dem Fenster stand und den Anflug beobachtete. Natürlich hatten sie vom ansässigen Sektorkommando keinen Platz im Orbit der Hauptwelt zugewiesen bekommen, sondern mussten sich stattdessen – wie alle Schiffe der Dritten Flottille – mit dem Nachbarn Tryast begnügen. Doch darüber ärgerte sich der Captain nicht. Seinem Rang und seiner Position innerhalb der Imperialen Flotte nach konnte er nicht erwarten irgendwie bevorzugt behandelt zu werden. Nein sein Frust war dem Umstand geschuldet, dass man ihm nach seiner Leistung bei Corellia sowie den Beförderungen, die er danach ermöglicht hatte, einfach einen fremden Kampfgruppenkommandeur vor die Nase gesetzt hatte. Mit diesem Rückschlag hatte der Commenorer schlicht nicht gerechnet. Da tröstete ihn nicht einmal, dass im selben Zusammenhang seine sofortige Versetzung zur Neunten Gefechtsflotte stand.

    Das Signal zum Wechsel ertönte plötzlich auf allen relevanten Decks. Die Schicht, die ihren ersten Vier-Stunden-Dienst hinter sich hatte, verließ nun ihre Stationen und machte damit den Platz für die zweite Schicht frei. Wache und Freiwache wechselten sich also binnen weniger Minuten ab. Selbst auf der Brücke, die sonst ein Paradebeispiel für Disziplin war, wurde der allgemeine Geräuschpegel in dieser Zeit lauter als sonst. Ein Offizier erstattete dem anderen Bericht, neue Befehle wurden nun erteilt und manche Kameraden klopften sich auf die Schulter und verabredeten sich für den Gang in die Messe. Toji schloss kurz die Augen, genoss diesen friedlichen, harmlosen Augenblick in vollen Zügen. Obwohl nur die Schlacht allein Helden schuf, zog der Captain einen solchen Zeitpunkt, der ganz und gar alltäglich war, jedem Schiffszweikampf vor. Denn solche Dinge machten zum großen Teil seinen Dienst aus. Außerdem musste er bei dieser Betriebsamkeit nicht an Commodore Vilmer Leandar – sowie dessen geplantes Dinner – denken.

    Nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, ging Toji zum wachhabenden Offizier und sagte mit ruhiger Stimme zu diesem:
    „Setzen Sie in einer Stunde eine Übung der Geschütze an.“

    Zwar lag bei der „Pandora“ die unvermeidliche Reparatur der lädierten Waffensysteme schon einige Tage zurück, dennoch hatte Toji noch keine richtige Übung durchführen können. Im Dock hatte der Fokus noch auf anderen Problembereichen – insbesondere dem recht ramponierten Brückenturm – gelegen und danach war man mit dem überstellten Konvoi schnellstmöglich aufgebrochen. Jetzt, wo man eh auf die Besprechung warten musste, war der richtige Zeitpunkt gekommen. Jetzt konnte der Feuerleitoffizier seine Kanoniermannschaft auf die Probe stellen. Gerade als der Offizier den Befehl an die untergebenen Stellen weitergeben wollte, hielt ihn der Captain noch einmal per Handzeichen zurück. Eine andere Sache musste er ebenfalls noch erfüllen. Commodore Leandar hatte nicht nur die Schiffe kontaktieren lassen, die schon seit Esseles oder Corellia an der Seite des Sternzerstörers der altgedienten Victory-II-Klasse agierten, sondern ebenfalls die restlichen Mitglieder der Achten Kampfgruppe. Toji würde an diesem Abend also nicht nur gemeinsam mit Alexa O'Neill, Serenety Akaji, Galvin Klark und Leseah Sylm speisen, sondern auch mit zwei weiteren Kommandanten.

    Deshalb trug er dem Lieutenant ebenfalls auf:
    „Lassen Sie in gut einer halben Stunde schon einmal ein Empfangskomitee im Hangar bereitstellen. Der Commodore hat Gäste geladen und ich möchte nur äußerst ungern, dass unsere schöne 'Pandora' einen schlechten Eindruck macht. Verstanden?“

    [: Teta-System | nahe Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Drei | Brücke :||: Captain Toji Murata mit dritter Wache :]
     
  4. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Drei | Kajüte des Kommandanten | Badbereich :||: Captain Toji Murata allein :]

    Mittlerweile umkreiste der rauchgraue Sternzerstörer der Victory-II-Klasse „Pandora“ den Planeten Trayst in einer stabilen Umlaufbahn – genau wie der Rest der Dritten Flottille – und würde in knapp einer Stunde allmählich in dessen gewaltigen Schatten eintauchen. Noch immer umschwärmte eine schiere Vielzahl an winzigen Versorgungs- und Reparaturschiffen die künstlichen Trabanten. Keine Sekunde schien man so kurz vor dem endgültigen Aufbruch in die isolierten Tiefen des Deep Core sorglos verschwenden zu wollen. In diesem scheinbaren Chaos hatten sich inzwischen drei weitere Kriegsschiffe zu den vier Modellen gesellt, die vor vier Tagen Rendili zusammen mit einem Konvoi aus einfachen Frachtern verlassen hatten und nun – unter der Leitung von Commodore Leandar – den Kern der Achten Kampfgruppe bilden sollten. Zu diesen Neulingen gehörten die beiden Lancer-Fregatten „Falarica“ und „Barbarus“ sowie das corellianische Kanonenboot „Diabolus“. Genau wie die Schiffe, die bis vor zwei Stunden noch unter der Befehlsgewalt von Captain Murata gestanden hatten, brauchten sie nun fast einen halben Standardtag, um Trayst einmal zu umrunden.

    Populäre Musik, die zu dieser Zeit in den inneren Regionen der zivilisierten Galaxie äußerst beliebt war, dudelte beiläufig aus dem integrierten Radio im Bad als der schwarzhaarige Commenorer zum letzten Mal seinen Rasierer ansetzte. Mit einer sehr langsamen, gleichmäßigen Bewegung entfernte er nicht nur den restlichen Schaum, sondern genauso die Bartstoppeln, die in seinem Antlitz derzeit nicht Willkommen waren. Im Gegensatz zu dem Tag, als das Heldengedenken auf Rendili stattfand, nahm er bei dieser Rasur die ruhige Hand seines Stewards nicht in Anspruch. Vilmer Leandar hatte kurzfristig ein Dinner der Kommandanten der Achten Kampfgruppe angesetzt, weshalb der Leading Crewman nun gemeinsam mit dem recht obskuren Adjutanten des Commodore, Senior Midshipman Barin Corso, nicht nur die Planung, sondern auch die Verrichtung übernehmen musste. Zum Glück konnte Toji solche (einfachen) Dinge auch allein übernehmen.

    Nachdem er den überschüssigen Schaum beseitigt und genügend Aftershave aufgelegt hatte, ging er zurück in den Schlafbereich seiner Kajüte. Da das Tragen der prachtvollen Galauniform für diesen schlichten Anlass nicht notwendig war, griff der Captain unverzüglich nach einer frisch gebügelten Dienstuniform, pfiff seelenruhig zur dezenten Musik und versuchte so krampfhaft etwas gute Laune zu bekommen. Scheinbar einfach so hatte man ihm Commodore Leandar vorgesetzt, weil er erst im Nachhinein die entsprechenden Befehle erhalten hatte. War der Anmarsch der Rebellen etwa dafür verantwortlich? Versetzte die feindliche Militäroperation wirklich die imperialen Militärs im Ersten Supersektor so sehr in Angst und Schrecken? Chaos statt Ordnung? Toji lief es bei diesen Gedanken eiskalt den Rücken herunter – das wollte er sich einfach nicht vorstellen. So ein Szenario rüttelte zu sehr an seinen (ideologisierten) Grundsätzen. Corellia und andere Welten entlang des Corellian Run mochten vielleicht tragischerweise gefallen sein. Dennoch konnte er sich nicht vorstellen, dass das Imperium nun auseinanderbrach. Zwar mochte er den Imperator, Darth Allegious, noch nie über den Weg gelaufen sein, aber konnte sich etwa eine einzelne Person an der Spitze halten, die letztendlich keinerlei Macht besaß? Nein. Der Imperator – und dessen Untergebene – hielten das Imperium samt seiner Bevölkerung zusammen – da war sich Toji (nach all der Propaganda) sicher.

    Bevor er seine Kajüte verließ, fiel sein Blick ein letztes Mal auf den Schreibtisch. Nicht nur Befehle und andere dienstliche Dokumente lagen dort, sondern auch zwei, drei persönliche Briefe. Seit man im Teta-System zum Warten verurteilt war, hatte der Commenorer ein bisschen Zeit zum Schreiben gefunden. Irgendwie zählte er nicht zu den Militärangehörigen, die in ständiger Korrespondenz mit ihren Liebsten standen. Sporadisch schrieb er, ja. Jedoch waren selbst diese „Lebenszeichen“ meist kurz, knapp und äußerst sachlich. So konnte man als Angehöriger manchmal das Gefühl haben, dass nicht Toji die paar Zeilen geschrieben hat, sondern irgendein Sekretär – vielleicht sogar nur eine M-3PO-Einheit. Schweigend ging der aktuelle Kommandant der „Pandora“ zu dem Möbelstück, griff nach dem Brief für seinen Onkel, Henzo Murata, und überflog den geschriebenen Text. Ohne etwas zu ändern legte er das Schriftstück wieder hin, schaltete an einer Wandkonsole per Knopfdruck das Radio aus und verließ anschließend sein Quartier. Leandar erwartete ihn – wie alle anderen Gäste – im Salon der alten Dame.

    ***

    Jovial lächelte der gertenschlanke Vilmer Leandar als Barin Corso endlich die anderen Kommandanten der Kampfgruppe in den Salon führte. Denn während Toji und Serenety gemeinsam mit dem Tapani gut zehn Minuten gewartet hatten, hatte der kräftige Humanoide, dessen Haut äußerst blass wirkte, die angereisten Gäste so lange im Hangar ausharren lassen bis der letzte die „Pandora“ per Shuttle erreicht hatte. Danach war man erst in einer Gruppe zum Salon aufgebrochen. Kurz zupfte sich der menschliche Kampfgruppenkommandant, der Mitte vierzig war, am modischen Spitzbart, während dessen dunkelgrünen Augen die eintretenden Offiziere interessiert musterte. Cape und Spazierstock hatte der Commodore inzwischen abgelegt und trug wie seine Gäste die grün-graue Dienstuniform, die so markant für das imperiale Militär war. Vor allem die drei Kommandanten, die neu zur Achten Kampfgruppe gestoßen waren, begrüßte Leandar mit einer einladenden Geste. Sofort kamen sie auf den Tapani zu – und dann geschah etwas, was Toji – und in dieser Runde wahrscheinlich nicht nur ihn – vollkommen überraschte.


    Zuerst trat ein leicht ergrauter Commander, der einen dichten Schnauzer trug, vor. Doch statt einem Salut, ging der Offizier plötzlich auf knie und sagte: „Zum Wohle des Hauses Reena, Sire.“ Danach küsste er einen goldenen Ring, den Leander ihm hin hielt. „Die 'Falarica' steht Ihnen – wie befohlen – zur Verfügung.“

    „Zu viel der Ehre, Commander Lastemin
    , entgegnete der Commodore kurz darauf gönnerhaft. „Sie können sich wieder erheben.“

    Danach folgte ein Lieutenant Commander, der kaum jünger als sein ranghöherer Kollege wirkte. Er kniete sich genauso hin und murmelte die selben Worte. Nach dem Kuss fügte er noch hinzu: „Die 'Barbarus' steht zu Ihrer freien Verfügung, Sire.“

    „Commander Cah, Ihre Treue gegenüber dem High Lord ehrt mich“
    , gab Leander freundlich zurück als sich der andere Offizier, der nicht so schlank war, wieder erhob.

    Bloß der letzte Kommandant, ein junger, blonder Lieutenant Commander, fiel nicht auf die Knie als er den Kampfgruppenkommandant persönlich begrüßte.
    „Baron, die wendige 'Diabolus' steht Ihnen ebenso zur Verfügung. Nach dem beinah endlos wirkenden Aufenthalt bei Reecee ist meine gesamte Mannschaft nun heiß auf eine Schlacht! Führen Sie uns zum Sieg, Baron.“

    „Commander Panos, bei diesen Worten wäre Ihr Vater Stolz auf Sie“
    , sagte der schlanke Tapani mit dem Spitzbart nach einem herzlichen Schmunzeln. Dann fügte er noch hinzu: „... ginge es gegen die Mercetti, versteht sich.“

    Bis auf die bloße Existenz mehrerer Adelsgeschlechter, die über Jahrtausende den Tapani-Sektor als Herrscher im Griff hatten, kannte sich Toji mit der lokalen Politik in dieser Region nicht aus. Somit konnte er in diesem Fall keinerlei Zusammenhänge erfassen – ließ man mal die Titulierung, die der letzte Offizier gegenüber Leandar gewählt hatte, beiseite. Glücklicherweise war er nicht die einzige Person im Raum, die es so ging. Klark und Slym schauten mindestens genauso ratlos. Nachdem der Commodore anschließend rasch die sich noch fremden Gäste einander vorgestellt hatte, begab man sich endlich zu Tisch. Während der Kampfgruppenkommandant unverzüglich am Kopfende seinen Platz einnahm – und so seine herausragende Stellung in dieser Runde unterstrich –, ließen sich die auf den anderen Stühlen entlang des langen Tischs nieder. So saß Toji zur Rechten des Commodore, während Serenety, die ihm gegenüber saß, links Platz nehmen musste. Kurz darauf setzte sich Alexa neben ihn. Die kleine, zierliche Kommandantin der „Achilles“ war bisher ungewohnt still gewesen, aber ihr Lächeln, das sie ihm zuwarf, erfreute Toji dennoch.

    Da gemäß den üblichen Richtlinien so kurz vor einer anstehenden Militäroperation auf den Schiffen nicht ein Tropfen Alkohol an die Mannschaften ausgegeben werden durfte, hatte sich der Gastgeber am Ende für eine spärliche Auswahl an exotischen Säften sowie gewöhnliches Wasser als Getränke zur Mahlzeit entschieden. Schweigend servierte der Steward der „Pandora“ seinem Kommandanten auf Bestellung hin ein halbvolles Glas Wasser. Toji war kein großer Saftfreund von Säften und hatte sich deshalb notgedrungen für die andere Variante entschieden. Kurz nippte er daran, während man beiläufig schon die salatlastige Vorspeise auftischte. In der Zwischenzeit begann Vilmer Leandar ein Gespräch zu starten, indem er den drei Offizieren, die ihm am vertrautesten waren, ein paar Fragen über ihre Fahrt hierher stellte. Insbesondere Lieutenant Commander Panos, der blonde Jüngling, der bloß einen Kopf größer als Alexa O'Neill war, sprang auf die Konversation an. Im Plauderton redete der junge, unerfahrene Kommandant der „Diabolus“ über eine Piratenbande, die man auf dem Weg ins Teta-System aufgerieben hätte. Wirkliche Kampferfahrung – und ein Stillen der Gier nach Blut – schien das für den Adligen und dessen Besatzung aber nicht gewesen zu sein.

    Doch dann sorgte der Lieutenant Commander für die nächste Überraschung als er auf einmal sagte:
    „Baron, was halten Sie eigentlich von der neusten Meldung über den Waffenstillstand zwischen den hinterlistigen Rebellen und dem glorreichen Imperium?“ Er schaute interessiert in die Runde. „Man erzählt sich auf Reena und Reecee, dass die Initiative dafür von Seiner Majestät höchstpersönlich ausgegangen sein soll! … Reinster Verrat sind solche Gerüchte – finden Sie nicht?

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]
     
  5. Serenety

    Serenety kleine Raubkatze

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Drei | Quartier :||: Commander Serenety Akaji, allein:]

    Innerlich seufzend hatte die junge Exotin die Brücke verlassen um sich für das gemeinsame Essen mit Captain Murata, Commander O’Neil, Commodore Leandar und weiteren Gästen frisch zu machen und umzuziehen. Eigentlich hatte sie nichts gegen ein Treffen mit anderen Persönlichkeiten. Sie unterhielt sich gerne besonders wenn es um Kulturelle Dinge ging und da wäre der Commodore durchaus ein sehr guter Ansprechpartner. Da er ein Tapani war, genau genommen ein Baron, konnte es durchaus interessant werden. Kultur war etwas wofür sich Serenety begeisterte wie auch für Sprachen. Im Laufe ihres Studiums hatte sie sich mit jeder Kultur auseinandersetzten müssen, da sie nicht mit jedem gleich verfahren konnte. Jede Person die aus einem anderen Kulturen Kreis kam, andere Ansichten, Ideale oder Benimmregeln aufwies konnte nicht wie der „Standard" Mensch behandelt werden. Jedenfalls dann nicht, wenn man ihn nicht beleidigen wollte und als Counselor wäre dies ohnehin ein Tabu gewesen. Im Laufe ihres Studiums hatte man mitunter verlangt, dass sie sie sich auf alles einstellen musste. Psychologie war nichts was man in einem Bruchteil von Sekunden lernte. Sie hatte zwar nie ein Problem damit gehabt, es war ihr nie schwer gefallen und dennoch hatte es Arbeit bedeutete. Seren hatte sich nicht damit zufrieden gegeben die Grundlagen zu verinnerlichen oder die Dinge, die als wichtig erachtete wurden, nein sie hatte zusätzliche Kurse besucht die sich aus mit der Psychologie von anderen Lebewesen befasst hatte. Immerhin hatte man ja nicht wissen können welche Kulturen, welche Rassen und welche Geschöpfte man auf einem Schiff auf dem man dienen würde antreffen konnte. Oft und gerne hatte man sie deshalb als Streberin beschimpft und manchmal hatte sie sich darüber geärgert. Heute konnte sie ohne Probleme sagen das sie eine gewesen war und dies auch immer noch zutraf.

    Vor ihrem Schrank verharrte sie kurz, öffnete ihn dann und zog eine frische Uniform heraus, welche sie über das Bett legte und dann die Nasszelle betrat. Eine kurze Dusche erfolgte, dann trocknete sie sich ab, trat mit dem Handtuch welches ihren Körper verhüllte hinaus und an ihr Bett und zog die Unterwäsche an. Dabei viel ihr Blick in den Spiegel und sie hielt inne. Eitel war sie niemals gewesen. Mode hatte sie nie wirklich interessiert und sie hatte sich niemals sorgen darüber gemacht wie sie aussah. Wo bei „normalen“ Frauen dies ein enormer Stellenwert besaß, war er bei Serenety nicht vorhanden. Jedenfalls nicht in diesem Ausmaß. Der Blick in den Spiegle jetzt machte ihr jedoch deutlich, dass sie zu dünn war. Die ganze Zeit über war ihr dies nicht aufgefallen, da sie viel zu beschäftigt gewesen war. Viel zu verletzt, zu gekränkt. Die junge Frau zog eine ihrer Augenbrauen in die Höhe und trat näher an den Spiegel. Sie hatte mehr wie fünf Kilo in den letzten Wochen verloren. Ihr Gesicht war schmaler geworden, die Wangen waren eingefallen. Zwar nicht zu stark, aber dem Rest ihres Körpers sah man es an, einmal von ihrem Busen abgesehen der seine Rundungen behalten hatte. Sie musste schlucken. Kein Wunder das Dr. Tau ihr eine Standpauke gehalten hatte. Selbstverständlich hatte sie jene in den Wind geschlagen, als unwahr angesehen und dennoch musste sie sich nun eingestehen, dass die Ärztin recht hatte. Serenety biss die Zähne zusammen. Auch wenn sie angefangen hatte ganz langsam wieder ein bisschen zu essen so reichte dies bei weitem nicht.

    Nun ja, man konnte sich nicht so einfach von jetzt auf gleich völlig umstellen. Dies war immer einfacher gesagt als getan. Dennoch würde sie daran arbeiten müssen wenn sie nicht wollte, dass sie von Tau erneut etwas zu hören bekam und dies sie noch dazu verdonnerte zwangsernährt zu werden. Allein der Gedanke war mehr als nur abscheulich. Die junge Frau schüttelte den Kopf, dann drehte sie sich herum und zog ihre Uniform an. Erst als die Knöpfe geschlossen waren drehte sie sich herum und schüttelte erneut den Kopf. Die Kleidung machte es nur wenig besser, sie saß zu locker. Die Hose wurde gerade so vom Beckenknochen gehalten und verhinderte somit, dass sie herunterrutschen konnte. Zufrieden konnte man nicht sein. Die Commander wandte sich ab, bürstete ihr langes Haar aus und drehte es diesmal zu einer Banane nach oben, anstatt wie sie es meistens bevorzugte zu einem Pferdeschwanz. Mit einigen Nadeln steckte sie die Haare fest und legte ein leichtes Make up auf. Übermäßiges Schminken war ebenfalls nicht ihres. Es genügte ein wenig Puder und Tusche. Alles andere war mehr als nur Überflüssig und wurde überbewertet.

    Sie strich ihre Uniform glatt und verließ dann ihr Quartier um die Gäste in Empfang nehmen zu können. Gut zehn Minuten mussten sie warten müssen, bis endlich alle Gäste eingetroffen waren und sie in den Salon wechseln konnten. Serenety hatte die Gäste auf ihre unauffällige Weiße beäugt. Leandar war äußerst Modisch was ganz dem Adel entsprach. Mitte vierzig, intensiv grüne Augen und Spitzbart. Attraktiv, dies musste man zugeben und auch Serenety hatte einen zweiten Blick gewagt. Diese Augen besaßen etwas faszinierendes. Grün war nicht so oft verbreitet und bekam man so eher selten zur Sicht. Was jedoch ein wenig erschütternd war, jedenfalls für Serenety, war die Tatsache, dass sie sofort einen Vergleich anstellte. Wann in ihrem bisherigen Leben hatte sie so etwas gemacht? Nie, dessen war sie sich sehr sicher! Bis jetzt! Nun ertappte sie sich dabei. Wenn jemand ihre Gedanken in diesem Augenblick hätte lesen können, sie wäre wohl rot geworden. Gott sei Dank war dies jedoch nicht möglich uns so blieben ihre Gedanken geheim. Seine grüne-graue Uniform stand ihm sehr gut und ließ seinen Augen noch mehr erstrahlen. Serenety’s Blick glitt zu drei Kommandanten die alle auf den Tapani zukommen und dann etwas vollführten was nicht hätte typischer hätte sein können. Es folgte kein Salut sondern eine Ehrbekundung, welche einem Baron gebührte, dessen Adelsrang im Vordergrund stand. Kaum einer schien damit gerechnet zu haben und so war die Überraschung natürlich recht groß. Seren selbst hatte damit gerechnet, wenn sie auch davon ausgegangen war, dass der Salut dennoch erfolgen würde, wenn auch im Hintergrund. Dies war jedoch nicht der Fall. Die Prozedur gestaltete sich darin, dass man von Leandar kniete, zum Wohle des Hauses Reena sprach und das entsprechende Schiff zur Verfügung stellte. Bei dem ergrauten Commander handelte es sich um Lastemin von der Falarica. Dann folgte Lt. Commander Cah von der Barbarus und zuletzt Commander Panos von der Diabolus. Leandar konnte es natürlich nicht lassen bei seinen letzten Worten auf die Mercetti zu sprechen zu kommen. Von dem was Serenety wusste, war dies eine der insgesamt, wenn sie richtig lag, Momentan sieben Familien die sich mehr oder weniger bekriegten. Adelsfamilien die nichts anders zu tun hatten würde man wohl sagen. Der Rest wurde noch Vorgestellt, dann setzte sich die Runde an die Tische. Toji nahm rechts vom Commodore Platz. Seren selbst erhielt einen Platz auf der linken Seite und saß ihrem Vorgesetzten gegenüber. Ausgerechnet sie! Zwei sehr attraktive Männer in ihrem Blick und natürlich konnte sie es nicht lassen die nächsten Vergleiche anzustellen! Verflixt noch mal. Gleich wie gut dieser Leandar aussehen mochte, er konnte nicht mit Toji stand halten. Wer um Himmels Willen hatte diese Sitzordnung erstellt!? Am liebsten hätte sie die entsprechende Person geköpft. Nun musste sie damit leben. Ihr Gesicht war in all der Zeit kühl und unbewegt geblieben. Der Rest der Gäste setzte sich ebenfalls und die junge Commander mit Namen Alexa erhielt einen Platz neben Toji. Viel hatte sie von der Frau bisher nicht mitbekommen, sah man von ihrer Beförderung und ihrem Manöver bei Corellia ab. Hübsch war sie auf alle Fälle und für diese Sekunden relativ ruhig.

    Die Frau störte Serenety nicht, noch nicht jedenfalls. Der Steward servierte schweigend die Getränke, wobei es sich nur um Wasser oder Säfte handelte. Da sie sich vor einer anstehend Militäroperation befanden wurden natürlich die entsprechenden Richtlinien eingehalten und Serenety war auch ganz froh darüber. Alkohol war nicht sonderlich gesund, für sie auf alle Fälle nicht. Somit entschied sie sich für ein Wassersaftgemisch und nippte kurz an ihrem Glas, während die Vorspeise aufgetragen wurde. Salat hauptsächlich. Serenety hoffte, dass sich der Koch diesmal Mühe gegeben hatte, nachdem sie diesen noch einmal darauf hingewiesen hatte, dass sie einen Baron erwarteten. Ein wenig gebrummt hatte er schon. Eine Blamage bezüglich des Essens war das letzte was Serenety dulden würde. Der Commodore begann ein Gespräch, indem er die drei Offiziere löcherte. Vorerst ging es nur um den Flug hier her. Lt. Commander Panos war der erste der darauf ansprang und im Plauderton erwähnte auf eine Piratenbande gestoßen zu sein. Sein jugendliches Alter machte deutlich, das Taktgefühl nicht seine Stärke werden würde. Diese Plauderton passte nicht so ganz, was jedoch weit aus überraschender war, war das nächste Thema welches er anschlug. Er wollte vom Baron wissen was er von der neusten Meldung über den Waffenstillstand zwischen den Rebellen und dem Imperium hielt. Serenety hatte davon gehört und im Gegensatz zu diesem Blondschopf glaubte sie nicht, dass dies nur Gerüchte waren. Innerlich konnte Seren nur den Kopf schütteln. Entweder war dieser junge Mann völlig ohne Sinn und Verstand und somit unfähig dazu zu verstehen um was es dabei ging oder aber er wollte etwas provozieren. Dieser Grünschnabel konnte kaum älter sein als sie und dennoch hatte man das Gefühl einem Kind gegenüber zu sitzen. Jedenfalls empfand Serenety dies so. Sollte sie dazu etwas sagen? Warum eigentlich nicht? Immerhin besser als zu schweigen und Konversation zu betreiben lenkte zudem ab.


    „Lt. Commander Panos, ich glaube kaum, dass es sich bei den Meldungen bezüglich des Waffenstillstandes um Gerüchte handelt. Unsere Majestät Imperator Allegious ist eine Persönlichkeit die stets mit taktischem Kalkül vorgeht. Was würde er gewinnen, wenn er nur Gerüchte in die Welt setzen würde? Sie sollten nicht vergessen, dass er ein Sith ist. Der mächtigste im Moment. Ein Waffenstillstand mag für sie vielleicht auf den ersten Blick wie Verrat klingen. Bedenkt man jedoch, was dahinter stehen könnte und ich bin mir sicher, dass die Pläne unserer Majestät eine gänzlich andere Richtung nehmen, dann würde ich dies nicht als Verrat ansehen sondern als taktisches vorgehen. Was könnte es Momentan besseres geben um etwas zu verschleiern als die Meldung über einen Waffenstillstand? Solange die Einzelheiten nicht bekannt sind bin ich der Meinung, dass nicht von Verrat gesprochen werden kann. Auch dann nicht, wenn es sich nur um Gerüchte handeln würde.“

    Jeder würde dies anders Interpretieren, die Aufmerksamkeit dieses jungen Mannes hatte sie damit jedoch zuerst einmal, auch wenn dies nicht ihre Absicht gewesen war.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]
     
  6. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]

    Überrascht blickte der schwarzhaarige Commenorer nun in das ernste Gesicht des blonden Tapani-Adligen. 'Ein Waffenstillstand zwischen uns und den Rebellen?', fragte sich Toji in Gedanken noch einmal, um das Gesagte überhaupt richtig realisieren zu können. Denn in den Tiefen seines Herzens kam ihm das geäußerte Gerücht mehr wie ein Sakrileg vor. Nein, wahr konnte das nicht sein. Umso erstaunter war der Captain – und wahrscheinlich auch noch der eine oder andere Offizier am Tisch – als sich auf einmal unerwartet Serenety in das Gespräch der vier Tapani einschaltete. Ein bisschen zuckte er zusammen als sein Erster Offizier das Wort ergriff, weil seiner Meinung nach die zierliche Akaji in solchen Konversationen gern ein gewisses „Feingefühl“ vermissen ließ. Zu oft sagte sie zu direkt was sie dachte – und manchmal entsprach das nicht der Ideologie, die Militärvertreter zu gern hörten. Somit ruhte sein Blick leicht angstvoll auf der schwarzhaarigen Commander.

    Selbstsicher wie immer sagte Serenety:
    „Liuetenant Commander Panos, ich glaube kaum, dass es sich bei den Meldungen bezüglich des Waffenstillstandes um Gerüchte handelt. Unsere Majestät, Imperator Allegious, ist eine Persönlichkeit, die stets mit taktischem Kalkül vorgeht. Was würde er gewinnen, wenn er nur Gerüchte in die Welt setzen würde? Sie sollten nicht vergessen, dass er ein Sith ist. Der mächtigste im Moment. Ein Waffenstillstand mag für Sie vielleicht auf den ersten Blick wie Verrat klingen. Bedenkt man jedoch, was dahinter stehen könnte und ich bin mir sicher, dass die Pläne unserer Majestät eine gänzlich andere Richtung nehmen, dann würde ich dies nicht als Verrat ansehen sondern als taktisches vorgehen. Was könnte es Momentan besseres geben um etwas zu verschleiern als die Meldung über einen Waffenstillstand? Solange die Einzelheiten nicht bekannt sind bin ich der Meinung, dass nicht von Verrat gesprochen werden kann. Auch dann nicht, wenn es sich nur um Gerüchte handeln würde.“

    Toji unterdrückte den Impuls schlagartig die Hände über den Kopf zusammenzuschlagen. Irgendwie klang ihre Erwiderung wirr. Woher nahm sie bloß all diese Phantasie? Woher wollte sie wissen, was im Kopf des Imperators vorging? Denn nach reinen Vermutungen klang bei ihr im Moment nichts; rein gar nichts. Stille setzte ein. Lieutenant Commander Panos schien zu überlegen wie er auf diese „Zurechtweisung“ reagieren sollte. Gleichzeitig bedachte er die junge Akaji mit einem sehr giftigen Blick. Offenbar war der Thronfolger der Reena-Provinz solche Worte nicht gewohnt. Daneben war Toji nun anscheinend im Zugzwang. Sollte er diese zerstörende Atmosphäre im Raum lassen? Sollte er eingreifen? Und wenn ja, für wen? Serenety war ein (wichtiger) Teil seiner Besatzung und genoss deshalb schon rein automatisch seinen Schutz. Aber auf der anderen Seite musste er sich fragen, ob er solche wirren (beziehungsweise „prophetischen“) Ansprachen überhaupt unterstützen konnte. Er sah unwillkürlich zu Commodore Leander und hoffte insgeheim, dass dieser eingreifen möge.

    „Commander Akaji, wir alle stimmen selbstverständlich mit Ihrer Einschätzung, dass der Imperator ein strategischer – nicht taktischer! – Meister ist, überein“, brachte sich auf einmal der Baron ein als hätte er die Gebete des Captain auf telepathische Weise erhört. „Jedoch müssen Sie doch zugeben, dass solche Gerüchte einfach nicht richtig sein können. Das Imperium verhandelt einfach nicht mit den terroristischen Subjekten, die sich selbst Rebellion oder gar 'Neue Republik' nennen.“ Leandar schüttelte bedächtig den Kopf, fixierte Serenety mit seinen Augen und wirkte dabei wie ein Mann, der einer jungen, naiven Person etwas kompliziertes erklären wolle. „Commander Panos hat schon Recht. Solche Gerüchte sind für die Moral der Truppen pures Gift. Sie lassen die Opfer zum Wohle des Galaktischen Imperiums, die unsere Kameraden entlang des Corellian Run unter Aufgabe ihres Lebens getätigt haben, sinnlos erscheinen.“ Er befeuchtete seine Lippen flüchtig mit einem Schluck. „Die Witwen und Waisen werden die Galaxie nicht mehr verstehen, wenn sich unsere Obrigkeit nun mit dem Erzfeind an einen runden Tisch setzt. So kann man das Unrecht nicht beseitigen...“

    Sofort sekundierte sich der ergraute Latemin seinem Vorgesetzten: „Meiner Meinung nach steckt da dieser Grand Moff dahinter. Wie heißt er? Garlander?“

    Farlander, korrigierte Toji trocken und hatte unwillkürlich den massigen Verwalter, den er nur ein, zwei Sekunden beim Heldengedenken gesehen hatte, vor Augen.

    Dankend prostete der Commander dem Captain zu.
    „Ja, Farlander. Sein Supersektor fällt mehr und mehr zusammen. Warum sollte er also nicht Schiss haben und, um sein verbliebenes Territorium zu retten, den verräterischen Waffenstillstand suchen?“ Energisch schüttelte der alte Kommandant den Kopf. „Nein. Hier stecken lokale Machtinteressen dahinter. Keine Strategie oder wenigstens Taktik, sondern pure Machtgier.“

    „Richtig, Sir!“
    , schaltete sich Panos mit einem Mal ein und riss dabei die Gabel äußerst euphorisch in die Luft. „Vom Kriegswesen haben diese Bürokraten keinerlei Ahnung. Wahrscheinlich reden die sich genauso Zeug ein wie Sie, Commander.“

    Erneut bedachtet er Serenety mit einem giftigen Blick. Anscheinend hatte sie bei dem Adligen, ohne es zu wissen, einen wunden Punkt erwischt. Jedoch hielt sich der Lieutenant Commander nicht ewig damit auf. Nachdem er sich einmal demonstrativ durch das blonde Haar gefahren hatte, widmete er sich wieder der leichten Vorspeise. Unbewusst tat es ihm Toji gleich, stocherte gedankenverloren in dem Grünzeug herum und genehmigte sich manchmal einen Bissen. Denn nach der anfänglichen Erleichterung, dass Commodore Leander zu erst das Ruder übernommen hatte, ärgerte er sich nun darüber. Auf Dauer konnte er solche feigen Handlungen kaum vor seinem Ego rechtfertigen. Er war einfach nicht der Typ, der andere die Arbeit machen ließ. Er hätte etwas sagen sollen. Doch nun war die Chance restlos verflogen. Bloß als Stichwortgeber hatte er bei diesem Thema fungiert. Wortlos kaute der Captain auf einem ruanischen Salatblatt herum. Glücklicherweise hielt sich sein Gesicht mit einer säuerlichen Miene zurück.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]
     
  7. Serenety

    Serenety kleine Raubkatze

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]

    Ihre Worte brachten eine tödlichen Stille in den Raum, eine die drohen würde zu platzen. Dies war nicht gewollt gewesen, jedenfalls nicht von ihr. Sie fühlte mit jeder Faser ihres Körpers die dicke Luft, die Spannung die sich im Salon verbreitete und zu zerreißen drohte. Mit ihren Worten hatte sie selbstverständlich für Aufregung gesorgt, nicht zuletzt weil sie mal wieder das ausgesprochen hatte was sie dachte. Mehr noch es direkt getan hatte ohne irgendwelche Beschönigungen. Sie wusste, dass nicht jeder beim Militär dies schätzte, jedoch gab es einen Punkt der dies im Gesamten zu etwas viel „schlimmeren“ machte. Wäre sie ein Mann gewesen hätte man darüber noch einigermaßen hinwegsehen können, dummerweise war sie jedoch eine Frau. Nicht das die Commander dies irgendwie auch nur interessierte, denn jeder Imperiale der noch immer ein Problem damit hatte war nichts weiter als ein Chauvinist. Wenn sich die wenigen Frauen die dem Imperium dienten nicht so äußern konnten wie die Herren es taten, die weder ein Blatt vor den Mund nehmen würden noch ihre Ansichten für sich behalten würden bei solcherlei Gesprächen, dann machte dies nur zu deutlich wie Rückständig sie noch waren. Männer wie Panos waren der Beweis dessen, dass das Imperium auf dem besten Weg dahingehend war sich früher oder später vollends zu blamieren oder sich selbst zu vernichten. Jedenfalls dann, wenn man weiterhin auf solche Idioten wie Panos setzten würde, der es nicht einmal schaffte über den Tellerrand hinaus zu sehen. Ein eingekesselter Blick, eingebettet in seinen Sarg würde dieser Spinner ja und amen zu allem sagen, die Hand erheben und seinem Herrscher folgen und dies Blindlinks. Wie armselig das die Fähigkeit zu Denken einem genommen wurde, wenn man seine eigenen Ideale aufgab und sich zu einer Marionette machte die nichts weiter tun konnte als in sein Verderben zu rennen. Arrogant, überheblich und ein Narr. Gut, sollte er damit leben und früher oder später würde er die Erfahrung machen, dass er so verlieren würde. Sie hatte sein Ego angekratzt was sein giftiger Blick deutlich machte. Serenety nahm diesen Blick auf und unterdrückte ein Lächeln. Panos Blick bewirkte bei ihr nichts. Da stand sie drüber und selbst dann wenn er sie persönlich angegriffen hätte, hätte sie sich nicht auf sein Verhalten eingelassen.

    Etwas anders was durchaus ein wenig unbegreiflich war, dass ihr Vorgesetzter nicht reagierte. Sie erwartete nicht das er ihr den Rücken decken würde, aber zu schweigen deutete von Feigheit und dies verwunderte Serenety nun wirklich. Andererseits war es vielleicht auch besser das er schwieg und sich nicht einmischte. So musste er weder für die eine noch für die andere Seite Partei ergreifen müssen. Letztlich war es der Commodore, welcher das Wort ergriff und sie wenigstens darin unterstützte, dass sie ihre Einschätzung bezüglich des Imperators richtig war. Allerdings offenbarte auch er und dies erstaunte Seren nun wirklich, dass seiner Ansicht nach diese Gerüchte einfach nicht stimmen konnten. Hatte keiner von ihnen in den letzten Tagen die Holonachrichten verfolgt? Scheinbar nicht. Wie auch immer, Serenety würde mit Sicherheit nicht von ihrem Standpunkt abweichen und sich auch nicht entschuldigen. Sollte Panos noch so wütend sein. Sein angekratztes Ego würde sich irgendwann wieder legen und sie hatte nicht vor mit ihm Freundschaft zu schließen. Leandar beugte sie und ließ ihr einen Blick zukommen der verräterisch nahe daran war sie für ein naives junges Ding abzustempeln, welches man auch noch über was aufklären musste von dem sie keine Ahnung hatte. Selbstverständlich gab er dann seinem Kollegen Recht. Die Commander wurde dies so stehen lassen ohne etwas darauf zu erwidern. Es wäre ohnehin unnötig gewesen und hätte vielleicht zu zusätzlichen Reibungen geführt.

    Latemin nahm den Faden auf und machte klar, dass er der Ansicht war, dass dahinter Grand Moff Farlander steckte. Ein Massiger Verwalter der sein eigenes Grab schaufelte und wenn es nach ihr ging dies auch weiter tun sollte. Allerdings glaubte sie nicht daran, dass Farlander irgendetwas damit zu tun hatte. Sicherlich sie konnte sich irren und vielleicht passte dies auch ein wenig zu seiner Art, dennoch wäre er nicht so feige, nicht wenn es andere Möglichkeiten gab. Dazu würde sie so nichts sagen, zumal Panos natürlich wieder einstimmen musste. Hatte dieser Mann überhaupt eine eigenen Meinung? Serenety bezweifelte es sehr. Die typische Person die jedem nach dem Mund redete. Ein gutes Mittel um sich beleibt zu machen. Ein wenig zu beliebt. Wieder bedachte er sie mit einem giftigen Blick und Serenety erwiderte dieses mit einem freundlichen Lächeln. Er war kein Gegner und würde niemals einer sein. Zu viele Schwächen, keine eigene Meinung und der Wunsch sich beliebt zu machen waren alles Punkte, die eine Mann negativ Belasten würden. Panos war auf dem besten Weg dahin psychologisch gesehen leichte Beute zu werden und dies für jeden, der ihn zu manipulieren versuchte. Da das Thema gegessen war, konnte Serenety es ebenso gut auch wechseln.


    „Ich stimme den Herren durchaus zu.“

    Sie lächelte kurz in die Runde, wobei ihr Blick dann wieder bei Leandar hängen blieb.

    „Sagen sie Commodore, während meiner Zeit auf der Akademie und später bei meinem Studium verfolgt ich mit Intresse die Geschichte ihres Volkes sowie die Kulturellen Hintergründe. Ich fand es sehr interessant zu lesen, dass die Tapani herrscherfamilien besaßen und dies heute noch tun. Wenn ich mich recht erinnere waren es zwölf edel Häuer, welche sich durch einen heftigen Wettbewerb untereinander bekriegten. Wenn die Daten noch stimmen sind es mittlerweile sieben Häuser und darunter auch das von ihnen zuvor benannte Mecetti. Stehen ihre einzelnen Häuser noch immer in einem gewissen Krieg zueinander?

    Ich finde es höchst aufschlussreich die Kulturen anderer Völker zu studieren um sie besser zu verstehen. Nur zu lesen ist nichts im Vergleich dazu mit einem wirklichen Vertreter ihres Volkes zu tun zu haben. Zu sehen und zu hören wie sie denken und agieren. In diesem Punkt hat Lt. Commander Panos seinem Haus alle Ehre gemacht und seine Familie wäre überaus Stolz auf ihn.“


    Die Commander ließ dem Blondschopf einen anerkennenden Blick zukommen. Dies wäre genug Balsam für seine Seele und gleichzeitig eine riesen Aufwertung für seinen Stolz. Sie war nicht dumm und genau genommen war sie diejenige, die taktisch vorging. Wenn Panos auch nur ein wenig denken konnte oder dies versuchen würde, dann würde er nun davon ausgehen, dass ihre Worte der Versuch waren fest zu stellen und besonders live zu sehen, wie sich ein „wahrer“ Mann seines Volkes verhielt. Ganz die Psychologin würde sie auf diesem Weg herausfinden was ihr wichtig war und gleichzeitig selektieren. Die Tapani waren Stolz und sie sprachen gern über sich selbst. Nun hatten sie die Gelegenheit dazu.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]
     
  8. Alexa ONeill

    Alexa ONeill Commander der "Aries Prime" - einem Gladiator

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Commander Alexa O'Neill , Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]


    Dem Stimmengewirr, was so ein Dinner mit sich brachte, schenkte die junge Commander kaum Beachtung. Warum sollte sie auch. Es handelte sich um meist politische Themen und da hielt sich Alexa immer zurück. Auch weil sie nicht wirklich etwas beizutragen hätte und sich nicht in die Nesseln setzen wollte. Ihre Karriere war ihr wichtiger als sich über das Für und Wieder der politischen Entscheidungen des Oberkommandos oder des Imperators nachzudenken. Allerdings war es nicht so, das sie sich nicht ihre Gedanken über einige Entscheidungen machen würde, doch war sie so klug ihren Unmut darüber nicht kundzutun. Die kleine Imperiale wollte dem IGD keinen Grund geben um gegen sie oder ihrer Familie zu ermitteln. Das musste nun wirklich nicht sein. Innerlich einen Seufzer unterdrückend, legte Alexa die Gabel beiseite und griff nach ihrem Wasserglas, das neben ihrem Glas mit einem köstlichen Wein stand, der ihr wohl viel zu schnell in den Kopf steigen würde, wenn sei davon mehr trankt. Daher begnügte sie sich mit dem Glas mit der klaren Flüssigkeit darin und nippte kurz daran. Dabei ließ sie ihren Blick aus den ungewöhnlich kobaltblauen Augen über die Anwesenden beim Dinner schweifen, ehe sie das Gefäß zurück auf den Tisch stellte, nach der Servierte griff und sich die Mundwinkel abtupfte.

    Dass man eine kleine Veranstaltung dieser Art gerade jetzt angesetzt hatte, würde Alexa immer in Rätsel blieben. Es war eher ungewöhnlich, da man eigentlich „Nur“ Geleitschutz für die Frachter verrichtet hatte. Aber auch hier stellte die kleine Commander nichts infrage. Naja, zumindest öffentlich nicht. Eine kleine Überraschung war es allerdings doch, als man sie neben Captain Murata an einen Tisch gesetzt hatte. Was sich die Planer der dieser Tischordnung dabei gedacht hatten, war für Alexa ebenfalls ein Rätsel, aber sie würde den Teufel tun sich zu beschweren. Ganz im Gegenteil. Somit konnte sie sich diesen gut aussehenden jungen Mann mit seiner charismatischen Erscheinung aus der Nähe betrachten. Hin und wieder hatte sie Toji, wenn er den Kopf in ihre Richtung gedreht hatte, ein kleines mehr als freundliches Lächeln geschenkt. So wie jetzt, nachdem die Servierte ihren Weg zurück auf ihren Schoß gefunden hatte. Verdammt! Ihr war gar nicht aufgefallen, wie tiefbraun seine Augen waren. Wie flüssige Schokolade. Leise räuspernd strich sich Alexa eine lose Haarsträhne hinter das Ohr, die sich aus dem militärischen Haarknoten gelöst hatte, ehe sie wieder nach der Gabel griff, den Blick zurück auf ihren Teller gerichtet hatte, um weiter ein wenig appetitlos in dem herrlichen Gericht herumzustochern.

    Erneut wanderten ihre Gedanken zurück zu dem noch herrschenden Problem zwischen ihrem ersten Offizier und ihr. Nach der Feier auf Rendili hatte man sich dem Alkohol hingegeben und man war wohl gemeinsam im Bett gelandet. Was hieß ihr „wohl.“ Man „hatte“ miteinander geschlafen, was schon ein Unding war. Aber das weder sie noch er sich daran erinnern konnte, war das größte Problem an der Sache und das man mal darüber Reden sollte und einigen wohlmögliche Unklarheiten aus dem Weg zu schaffen war schon fast unmöglich. Denn weder Alexa noch Jethro hatten jeweils den Mut gefunden, das so dringend benötigte Gespräch unter vier Augen zu führen. Man ging sich aus dem Weg, soweit es möglich war und das es ein angespanntes Verhältnis zwischen dem Kommandanten der „Achilles“ und dem XO gab, blieb auch der Rest der Crew nicht verborgen. Bevor das noch weitere Kreise zog und noch größere Probleme mit sich brachte, würde wohl die kleine schwarzhaarige Imperial den ersten Schritt wagen. Denn so konnte es auf dem Carrack-Kreuzer nicht weitergehen.

    Als das Stimmengewirr um sie herum mehr und mehr verstummte und alle Augen auf die nun führenden Gesprächspartner gerichtet waren, hob auch die Commander ihren Blick. Kurz konnte man ihre geistige Abwesenheit in ihren Augen erkennen, doch dann war er verflogen, da sich Alexa auf das nun etwas hitzige Gespräch, ja so konnte man es sagen, konzentrierte. Ihr Blick huschte zwischen den Beteiligten am Tisch hin und her. Auch wanderte ihr Blick zu dem Captain der Pandora, auf dessen Wange kurz ein Muskel gezuckt hatte. Oder hatte sie sich da getäuscht? An seiner Körperhaltung konnte sie erkennen, dass ihm das hier gerade nicht recht war. Er wirkte angespannt und verkrampft. So, als würde er jeden Moment aufspringen wollen, um jemanden an den Hals zu gehen. Unwillkürlich ging ihr Blick auf Muratas ersten Offizier, die sich wohl hier gerade um Kopf und Kragen redete. Ohne nachzudenken, legte sie die Hand, die noch in ihrem Schoß auf der Servierte ruhte, auf den Oberschenkel des Captains, um warnend leicht dort sein Bein zu tätscheln. Das nun entstehenden Kribbeln beachtete sie mal nicht. Was allerdings recht schwer war. Es war eine ungewöhnliche Aktion und Alexa konnte auch noch später rot vor Verlegenheit werden, denn es galt hier erst einmal Toji ein wenig abzulenken und ihn runter zu holen. Wenn er sich seinem vorlauten ersten Offizier vornehmen möchte, dann sollte man das unter 4 Augen machen und nicht vor diesem hohen Besuch. Sollte Murata die kleinen Commander ansehen, dann würde sie nur unmerklich den Kopf schütteln und ihn anlächeln. Alexa hoffte, dass er die Warnung verstanden hatte. Denn irgendwie konnte sie sich mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass dieser charismatische Captain Schaden erlitt.


    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Commander Alexa O'Neill , Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]
     
  9. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]

    Da ihre direkte Art zu diskutieren offensichtlich bei den tapanischen Flottenoffizieren wirklich nicht so gut ankam, änderte Serenety auf einmal ihre Strategie. Nach einem kurzen Lächeln wechselte sie einfach das Thema, anstatt sich weiterhin vergeblich mit Lieutenant Commander Panos und dessen loyalen Getreuen an diesem Tisch verbal zu duellieren. Von diesem jähen „Kurswechsel“ war selbst Toji, der bisher geglaubt hatte die junge Akaji inzwischen ziemlich gut zu kennen, überrascht. Hatte sich die Bastionerin bisher nicht immer in Gesprächen als unverbesserlicher Dickkopf gezeigt? Der imperiale Captain war für zwei, drei Millisekunden vollkommen perplex. Schließlich hatte er diese Seite an ihr bislang noch nicht erlebt. Schweigend nahm er einen Schluck Wasser zu sich, um gegen die plötzliche Dürre in seinem Mund- und Rachenraum anzukämpfen. Erneut war es Vilmer Leander, der in diesem Augenblick selbstsicher das Wort ergriff.

    „Ms Akaji, Ihr Interesse für unser Volk ehrt Sie sehr“, entgegnete er diplomatisch. „Aber ich glaube kaum, dass Lokalpolitik und Historie des Tapani-Sektors in dieser Runde ein wirklich erquickendes Thema sein dürfte. Das sollten wir vielleicht auf ein anderes Mal verschieben.“ Kurzzeitig sah man ein Lächeln auf seinen schmalen Lippen. „Aber in einer Sache kann ich Sie beruhigen: Der Tapani-Sektor gehört zum glorreichen Galaktischen Imperium. Dementsprechend ist diese Region – unsere Heimat – genauso befriedet wie das restliche Territorium, das Seiner Majestät die Treue geschworen hat. Lokale Konflikte – oder gar Krieg – gibt es also schon seit den Tagen der Republik nicht mehr.“

    Der Kommandant der „Barbarus“ schaltete sich kurz darauf lachend ein: „Wir sind ja keine Wilden, Ma'am. Ich kann Ihnen versichern, solche Sprüche, wie sie Lord Panos, Baron Leandar oder andere tapanische Adlige sagen, gehören einfach zum sehr harmlosen Geplänkel uralter Fehden. Auf dem Schlachtfeld stehen wir dennoch Seite an Seite mit den anderen sechs Häusern, um jeden Feind, der sich gegen das Imperium erhebt zur Strecke zu bringen.“

    Beruhigt nahm Toji einen weiteren Schluck zu sich. Offenbar hatte der Themenwechsel ausreichend Feuer aus der vorherigen Diskussion genommen. Die Tapani wirkten folglich ruhiger – und auch die Kommandanten, die bisher unter dem Befehl des Commenorer gestanden hatten, ließen sich nun zu einem zaghaften Lächeln hinreißen. Zwar warf Lieutenant Commander Panos noch immer ein paar giftige Blicke in Serenetys Richtung, aber er hielt sich dennoch zurück. Erst jetzt, wo die Spannung so langsam aus der Runde genommen war, spürte der Imperiale eine zarte Hand auf seinem linken Oberschenkel. Im Ganzen Trubel hatte er nicht – oder besser: nicht richtig – bemerkt, dass sich die Kommandantin der „Achilles“ zu dieser Handlung hatte hinreißen lassen. Erst als der Commodore eine harmlose Frage an Serenety stellte, traute sich Toji endlich einen Blick in Richtung der kleinen Bastionerin zu werfen. Gemäß den imperialen Vorschriften für weibliche Militärs hatte sie ihr Haar, das pechschwarz war und einen leichten Hang zu Locken hatte, zu einem festen Knoten gebunden.

    „Sie scheinen heute wohl nicht wirklich anwesend zu sein, Alexa, oder?“, hakte der Imperiale nach als Leandar gerade lobend auf Han Akaji zu sprechen kam. „Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“

    Noch immer ruhte ihre Hand auf seinem Oberschenkel. Und noch immer fühlte sich Toji ein kleines Bisschen wie zu dem Zeitpunkt als er sie spontan im Militärkrankenhaus besucht hatte. Ein leichtes Kribbeln spürte er in der Bauchgegend. Ungestört konnten sich die beiden Offiziere unterhalten bis plötzlich ein Signalton zu hören war. Just in diesem Augenblick löste sich nämlich der alte Victory-II-Sternzerstörer aus seiner Umlaufbahn um Trayst. Die angesetzte Übung der Waffenstation sollte nun beginnen, nachdem alle nötigen Genehmigungen eingeholt waren und mehrere Frachter etliche Metallcontainer im All ausgesetzt hatten. Kurz schaute der Captain auf das Chrono, um sich mit der Zeit zu vergewissern. Pünktlich schien der diensthabende Offizier – ein Jungspund – zu sein. Doch Leandars Gästen schuldete der Commenorer dennoch eine Erklärung. Deshalb richtete nun Toji das Wort an die anderen Kommandanten.

    „Meine Damen, meine Herren, lassen Sie mich diesen Ton kurz erklären“, begann der Kommandant der „Pandora“ mit ruhiger Stimme. „Bei Corellia wurde die alte Dame so stark ramponiert, dass wir in Rendilis Werften – insbesondere am Bug – die Waffensysteme ersetzen mussten. Jedoch hatte ich bisher noch nicht den richtigen Zeitpunkt zum ordentlichen Kalibrieren und Testen der Turbolaser gefunden. Ich hoffe, diese kleine Übung wird bei diesem Dinner nicht stören...“

    Panos grinste ziemlich begeistert. „Könnte man in einem Rundgang diese Turbolaser besichtigen? … Selbstverständlich nach dem Essen.“

    „Apropos Rendili. Commander O'Neill, es ist wirklich schade, dass wir bei dieser Gelegenheit nicht einen Blick auf Ihren erhalten Orden werfen können“
    , brachte sich auf einmal Leandar ein und sah der Bastionerin direkt in die kobaltblauen Augen. „Wie ist es so einem berühmten Kriegshelden wie General Celda oder anderen hochrangigen Offizieren die Hand zu schütteln?“

    Nun löste auch Galvin Klark, der blasse, schmächtige Kommandant der „Lancea“, sein Schweigen. „Beschreiben Sie noch einmal Ihr Manöver, Ms O'Neill. Auf so einen abenteuerlichen Gedanken ist höchstwahrscheinlich noch niemand von Ihnen gekommen, meine Herren!“

    Die Runde war tatsächlich gelöster als zuvor. Mit ihrem überraschenden Themenwechsel hatte der Erste Offizier der „Pandora“, Commander Serenety Akaji, dafür gesorgt, obwohl man in den ersten Minuten der Unterhaltung vielleicht einen anderen Eindruck gehabt haben mochte. Obzwar Toji bei diesem Dinner ebenfalls nur Gast war, war er noch immer erleichtert über diese Entwicklung. Sollte die Neunte Gefechtsflotte trotz aller Gerüchte über einen Waffenstillstand sich demnächst trotzdem in einem Scharmützel – oder gar einer Schlacht – wiederfinden, dann musste auch er sich auf seine alten und neuen Kollegen verlassen können. Als echter Schlachtkreuzer mochte die „Pandora“ über eine gewaltige Feuerkraft verfügen, aber gerade im direkten Kampf gegen Sternjäger oder kleinere Schiffe waren die Turbolaser schlicht zu träge für diese flinken Ziele. Folglich brauchte der Victory-II-Sternzerstörer an seiner Seite eine verlässliche Unterstützung. Während man an der Tafel in aller Seelenruhe über das Heldengedenken sprach, servierte Tojis Steward beiläufig den Hauptgang. Ein Toast auf den Imperator, Seine Majestät Darth Allegious, folgte, dann widmete man sich weiter dem aktuellen Gesprächsthema.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]

    [OP: Beim letzten Mal habe ich es vergessen, aber selbstverständlich kann man die Kommandanten, die als NSCs in dieser Runde dabei sind, in den eigenen Beiträgen auch nutzen. :)]
     
  10. Alexa ONeill

    Alexa ONeill Commander der "Aries Prime" - einem Gladiator

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Commander Alexa O'Neill, Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]


    Auch die junge schwarzhaarige Commander, die durch glückliche Fügung des Schicksals bei dem unerwarteten und ungeplanten Dinners auf dem VSD II „Pandora“ neben dem Captain diese Sternenzerstörers am Tisch platz nehmen konnte, atmete erleichtert auf, als sich das Gespräch nun doch mehr und mehr entspannte. Erst jetzt viel es Alexa auf, das auch sie sich unbewusst angespannt hatte, denn sie sackte kaum merklich in ihren Stuhl zurück und atmete leise erleichtert aus. Ihre kleine Hand ruhte dabei immer noch auf dem Oberschenkel von Toji. Was ihr erst in dem Moment wieder richtig bewusst wurde, als dieser die junge Frau direkt ansah und ihr eine Frage stellte, ob alles in Ordnung wäre, da sie seit dem Beginn des Dinners so still war. Eigentlich war Alexa schon seit der Ankunft auf der „Pandora“ sehr schweigsam und in sich gekehrt. Ihre Gedanken waren mehr auf ihrem Carrack-Kreuzer und bei ihrem ersten Offizier, als bei den hohen Gästen hier am Tisch. Und nein! Es war nichts in Ordnung. Überhaupt nichts war in Ordnung. Aber das war ein Problem, das sie mit ihrem direkten Vorgesetzten nicht besprechen würde. Erstens, es ging ihn nichts an und zweitens, es war ihr weiterhin peinlich.

    „Entschuldigung ... Sir ...“

    Murmelte die kleine Imperiale, senkte hastig verlegen den Blick und zog rasch die Hand vom Oberschenkel des Captains, als hätte sie sich an ihm verbrannt. Nur gut das ihre leicht bronzefarbene Haut die Röte auf ihren Wangen sehr gut überspielte. Leise räusperte sie sich, zupfte mit den Fingern an der Ecke ihrer Servierte herum, die auf ihrem Schoss unter dem Tisch lag, und ignorierte das Kribbeln, das sich in ihrer Bauchgegend geschlichen hatte. Kurz hatte auch Alexa das Gefühl, zurück auf die Krankenstation auf Rendili versetzt zu werden, als Toji seinen unerwarteten Krankenbesuch bei ihr gemacht hatte. Ihren Blick hatte sie weiterhin etwas gesenkt, um so dem Blick des Captains auszuweichen. Sie brauchte einige Sekunden um sich ein wenig zu fangen, dazu nahm sie schnell einen Schluck aus dem Glas mit der klaren frischen Flüssigkeit, um ihren trockenen Mund zu befeuchten. Stellte as Gefäß zurück an seinen Platz und wandte den Kopf zu ihrem Gesprächspartner und schenkte ihm in kleines Lächeln.

    „Ja, alles in Ordnung, Sir. Es tut mir leid, wenn ich den Eindruck erweckt habe abwesend zu sein. Es liegen noch einige ... Unbearbeitete Datapads meines Vorgängers auf meinem Schreibtisch, die ich eigentlich schon längst bearbeite haben sollte, und um diese sich eben meine Gedanken gedreht hatten. “

    Antwortete die junge Commander und ihr Lächeln vertiefte sich ein wenig. Alexa hoffte das Toji diese kleine Ausrede ihr glauben würde, wobei es eigentlich auch stimmte. Es lag noch ein Stapel dieser Datenträger auf dem alten Schreibtisch in ihrem Quartier die dringend durchgesehen werden mussten. Erneut griff die junge Bastionerin nach dem Wasserglas, um ihre Kehle zu befeuchten, als das unerwartete Donnern von abgefeuerten Geschützen ertönte. Alexa zuckte ein wenig zusammen, so, dass ein Schwapp Wasser aus dem Gefäß in ihrer Hand auf ihre Uniformhose landete. Leise fluchend stellte sie hastig das Glas zurück auf den Tisch und griff nach ihrer Servierte auf dem Schoß, um den Wasserschaden auf dem Stoff zu beseitigen. Aufatmend das es „nur“ Wasser war, rubbelte sie dort an ihrem Oberschenkel herum. Immer fester wurde das Rubbeln auf dem Stoff mit der Servierte, je mehr sich Verärgerung in der jungen Bastionerin breitmachte. Hätte man diesen Test nicht auch noch zu einem späteren Zeitpunkt machen können? Aber die Gäste hätte man wenigstens ein wenig darauf vorbereiten können. Immer weiter stieg die Verärgerung in ihr auf und von daher hörte sie nur mit halbem Ohr dem weiteren Gesprächsverlauf am Tisch zu. Erst als man sie erneut direkt ansprach, schaute sie auf und hielt in ihren Bemühungen inne.

    Etwas überrascht schaute Alexa auf und direkt in die Augen von Leandra. Für einige Sekunden wusste sie nicht, was man eigentlich von ihr wollte und erst als die Worte „Feier auf Rendili“ und „Orden“ in ihr Bewusstsein drangen, schien in ihrem Kopf „klick“ zu machen. Etwas Unwohler auf ihrem Stuhl hin und her rutschend spürte sie, wie auf einmal wohl alle Augen auf sie gerichtet waren und sie sich mehr und mehr unwohler fühlte. Solche Aufmerksamkeit war Alexa nicht gewohnt und sie mochte auch gar nicht im Rampenlicht stehen. Etwas Hilfe suchend schaute sie kurz zu Toji, ehe sie sich wieder Leandra zuwandte. Doch just in dem Moment, als sie etwas erwidern wollte, sie hatte schon den Mund ein wenig geöffnet, wollte man nun etwas von ihrem Manöver bei der Schlacht um Corellia wissen und wie sie auf diese Idee gekommen war. Kurz wanderte ihr Blick zum Kommandanten der „Lancea“, der diese Frage an sie gerichtet hatte. Tja, warum waren die Herren nicht selbst auf diese Idee gekommen. Vielleicht weil sie nicht selbstmörderisch veranlagt waren. Innerlich zuckte Alexa die Schultern, beugte sich etwas nach vorne, um nach ihrem Wasserglas zu greifen, um einen Schluck der klaren Flüssigkeit zu nehmen, ehe sie sich ein wenig aufrechter hinsetzte.

    „Nun, meine Herren. Das Manöver ist eigentlich nicht wirklich der Rede wert. Ich tat nur das, was jeder Flottenoffizier bei so einer Schlacht getan hätte und was mir mein Vater beigebracht hatte: Improvisation. Er hatte mir auch beigebracht, dass man sich in Zeiten des Krieges jedem zur Verfügung stehenden Mittels bemächtigen sollte. Daher hatte ich dem Minenfeld kurzzeitig eine etwas andere Funktion zugewiesen.“ – kurz huschte ein kleines Lächeln über ihre Lippen, ehe die junge Frau fortfuhr. – „ Nachdem ich das Manöver mithilfe meines ersten Offiziers ausgearbeitet hatte, trug ich es Captain Murata vor und dank seinem Einverständnis war es mir möglich, diese Manöver mit der „Achilles“ durchzuführen. Sie war zu diesem Zeitpunkt das schnellste, wendigste und geschützte Kriegsschiff gewesen, das wir in unserer Flotte hatten. Schade allerdings das diese kleine Überraschung nicht so den gewünschten Erfolg hatte, wie ich später erfuhr. Dennoch schienen diese wild gewordenen Minen dem Feind etwas zu schaffen gemacht zu haben. Und um auf ihre Frage zu antworten, Commodore, Hände schütteln mit den Kriegshelden des Imperiums war ein Highlight meiner bisherigen Karriere. Ich hatte nicht gewusst, dass wir zum Dinner in Galauniform erscheinen sollten, sonst hätte ich meinen Orden angelegt.“

    Erneut zierte ein nun etwas zauberhaftes Lächeln das Gesicht der Bastionerin und O`Neill hoffte mit dieser kurzen Erzählung die Neugierde der Herren hier am Tisch genüge getan zu haben und ergriff zum Toast auf den Imperator ihr Weinglas, nahm einen Schluck daraus und ließ ihren Blick aus den kobaltblauen Augen über den Rand des Gefäßes über die Anwesenden gleiten. Dann widmete sie sich dem Hauptgang. Noch während sie nach dem Besteck griff, wandte sie sich an Toji.

    „Nun, Captain Murata. Auch ich würde mich gerne dem kleinen Rundgang anschließen, den der Commodore vorgeschlagen hatte. Ihre „Pandora“ hat mich neugierig gemacht, Sir.“

    Gestand sie mit ehrlichem Interesse in ihrer Stimme und in ihrem Blick.


    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Commander Alexa O'Neill, Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]
     
  11. Serenety

    Serenety kleine Raubkatze

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]

    Ob sie mit dem bisherigen Verlauf dieses Dinners zufrieden sein sollte oder nicht würde sich wohl erst am Ende dieses Abends zeigen, wobei sie froh war, wenn ihre Gäste baldmöglichst die Pandora verlassen und sie zu ihrer Gewohnten Arbeit zurückkehren konnte. Auch wenn solche Dinner mit dazu gehörten, so würde sie sich wohl daran gewöhnen müssen. Zum anderen würde sie in Zukunft ihre Strategie überdenken und in Fällen wie bei den Tapani anders vorgehen. Freie Meinungsäußerung war zwar ein Teil von ihr und sie würde sich diese auch nicht nehmen lassen, dennoch war sie diejenige, die in diesem Punkt weiser sein sollte. Wenn sie selbst irgendwann als Kommandantin auf einem Schiff agieren wollte – dessen war sie sich nicht sicher - würde sie bei solcherlei Empfängen taktisch klüger vorgehen müssen. Die wenigsten konnte mit ihrer Offenheit umgehen, dies hatte sie schon zu Zeiten ihrer Akademie mitbekommen. Zu sagen was man dachte und dies dann auch zu meinen war etwas, dass einige beunruhigte, sogar Angst machte und Ehrlichkeit war etwas, was man nicht erwarten konnte. Unehrlichkeit war so viel einfacher und noch einfacher war es etwas zur Show zu stellen, etwas vorzugeben was nicht der Wahrheit entsprach nur um in eine Gruppe zu passen. Serenety hatte dies nie getan und war somit natürlich auf Granit gestoßen. Ihre Denkweise unterschied sich von anderen, sie bejahte nicht alles und sie teilte nicht jede Meinung. Sie war ein Freigeist und als solches passte sie nicht in eine Gesellschaft, die alles daran setzte oberflächlich miteinander auszukommen und es in Wirklichkeit gar nicht tat. Dies Fassade, dieses Lügengespinst war nicht ihre Welt und würde es auch nie sein. Auch wenn ihre Erziehung sie in diese Richtung gebracht hatte, so war es auch ihr Studium zur Psychologin gewesen die mitwirkte. Es gab gute und schlechte in diesem Fach und leide überwogen die schlechten. Sich der Tatsache bewusst zu werden, dass sie in einer Gesellschaft lebten die nicht nur Krank sondern auch ich süchtig war, wo das Ellenbogenprinzip eine gewaltige Rolle spielte ebenso wie das eigene vorankommen und es dabei keine Rolle spielte ob man notfalls über Leichen ging war mehr als nur erschreckend und für Serenety zuweilen auch abstoßen. Das Weltbild wurde korrumpiert und man besaß letztlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man lief der Maße nach, tat alles dafür, fügte sich ein und wurde damit zu einer Rolle oder man schaffte den Sprung zur Persönlichkeit die als Außenseiter galt. Als dieser Außenseiter war man allein und konnte nicht auf Unterstützung bauen noch auf jemanden der hinter einem stand. Die Tapani, allen voran Panos bewies, dass er ein Mitläufer war ohne wirkliche eigene Meinung, der sein Fähnchen mit dem Wind fliegen lassen würde. Natürlich konnte dies Vorteile haben aber nur solange wie dieses Konzept aufging. Bisher ging es auf und dennoch war es nur eine Frage der Zeit bis der Zusammenbruch kam und mit ihm auch das zusammenbrach, was das Imperium vorgab.

    Serenety, die die Holonachrichten verfolgt hatte, die von den Friedensgerüchten die keine wahren gehört hatte empfand dies als der neue Versuch einer aufgebauten Fassade. Frieden mochte vielleicht wünschenswert sein dennoch würde es dazu nicht kommen. Sie konnte und würde nicht glauben, dass ein Mann wie der Imperator wirklich über so etwas nachdachte so etwas billigen würde. Er war ein Sith und schon als solches fiel dieser Gedanke weg. Ob sie persönlich nun für den Versuch des Friedens war oder nicht spielte keine wirkliche Rolle auch dann nicht wenn dies bedeuten würde für geraume Zeit erst einmal nicht mehr auf einem Kriegsschiff zu dienen. Ob dies verlockend war? Nicht unbedingt! Selbst wenn die Rebellen keine wirkliche Gefahr mehr darstellen würden, so gab es immer noch Piraten und andere Bedrohungen. Frieden als solches würde es somit niemals geben.

    Innerlich seufzend fragte sie sich ob ihr bisheriges Leben das war, was sie sich wirklich vorstellte. So vieles war ins Wanken gekommen. Wo sie bisher noch fest gestanden hatte, wo ihr Ziel ihr klar vor den Augen vorgeschwebt war, so hatte es einen Riss gegeben. Sie konnte sich noch an ein Gespräch mit Daichi erinnern und dass sie ihm gesagt hatte, dass sie sich wie eine gefangene fühlte und sich nichts mehr wünschte als frei zu sein. Sie mochte wissen was Freiheit bedeutete aber sie kannte diese Freiheit nicht wirklich. Geboren und aufgewachsen in einer Familie mit strengen Traditionen konnte man ihr Leben mit einem goldenen Käfig vergleichen auch wenn sie einen Vorteil dabei gehabt hatte. Wäre sie als Mädchen und dann als Frau erzogen worden, wäre jenes Gefängnis noch enger gewesen. Sie kannte es nicht anders würde es wohl auch nie anders erleben und dennoch wurde ihr klar und klarer, dass eine Wendung in ihrem Leben eintreffen würde. Wie diese Wendung aussah war ihr rätselhaft und warum sie gerade jetzt darauf kam blieb ebenfalls vorerst ein Rätsel. Sie hatte sich verändert ja und dennoch schaffte sie den Sprung nicht. Sie schaffte es nicht die Lockerheit zu gewinnen die viele Frauen ausmachte. Dieses lockere flirtende vorgehen. Ihre Hand griff nach dem Wasserglas, führte es an ihre Lippen und nahm einen großen Schluck. Sie sollte sich darüber später Gedanken machen.

    Leander war der Erste, der auf ihre Frage zu sprechen kam und diplomatisch anbrachte, dass es sie ehrte so viel Interesse für sein Volk zu besitzen. Ob die Lokalpolitik und die Historie des Tapani-Sektors nun in diese Runde passte oder nicht blieb jedem selbst überlassen. Für Serenety war es eine Möglichkeit gewesen das Thema zu wechseln und die Spannungen zu lösen. Eine Diskussion hätte ihr nichts gebracht und warum diskutieren nur um der Diskussion willen. Sie erwiderte sein Lächeln als er meinte, dass man dieses Thema auf ein andere Mal verschieben sollte. Ein wenig hellhörig wurde sie als Leander kurz darauf aufmerksam machte, dass der Tapani-Sektor zum glorreichen Galaktischen Imperium gehörte und dementsprechend diese Region genauso friedlich wie das restliche Territorium war und seiner Majestät die Treue geschworen hatte. Gab es wirklich keine kleineren Kriege zwischen den einzelnen Mitgliedern der Adelsfamilien? Auch wenn Leander dies behauptete, so glaubte ihm die Commander dies nicht ganz. Lachend fiel der Kommandant der Barbarus in das Gespräch ein. Keine Wilden? Dies hatte sie nicht gesagt. Serenety lächelte ebenfalls.


    „Sie beruhigen mich ungemein“, meinte sie schmunzelnd und schaffte es damit sich selbst zu lösen. In ihre Worte zuvor hatte sie etwas einfließen lassen, was jedoch nicht verstanden worden war und dies war gut so. Der Blick der jungen Frau glitt kurz durch die Runde. Ließ ihren Blick schweifen, ehe sie wieder zum Commodore kam, welcher gerade lobend über ihre Vater sprach. Die beiden Männer waren bisher noch nicht wirklich aufeinander getroffen jedenfalls nicht das sie wüsste. Han Akaji war bekannt und nicht unbedingt unbedeutend als Commodore obwohl dieser Rang eher unbedeutend war. Dennoch freute es Serenety dennoch, dass ein Mann wie Leander über ihren Vater sprach.

    „Commodore Akaji hätte in dieser Runde sicherlich gerne mit ihnen gesprochen und mehr noch sich mit ihnen ausgetauscht.“

    Wieder lächelte sie und der Tapani erwiderte dieses.

    „Glaube sie mir Commander Akaji, ich würde mich über ein Treffen mit ihrem Vater sehr freuen. Besonders weil ich gerne die eine oder andere Ansicht mit ihm austauschen würde“, erklärte er freundlich.

    Serenety nickte kurz.

    „Ich denke sie werden diese Möglichkeit irgendwann erhalten.“

    Das Gespräch der beiden wurde kurz unterbrochen, als Toji eine Erklärung dafür abgab was die Geräusche – die man vernahm- zu bedeuten hatten. Panos sprach sich für einen Rundgang aus und damit für eine Besichtigung der Pandora. Aus irgendeinem Grund gefiel Serenety dieser Gedanke gar nicht. Der Commodore kam auf die Commander der Achilles zu sprechen und die anderen Gäste gingen ebenfalls darauf ein. Die junge Exotin hörte sich an was gesprochen wurde würde darauf aber nicht eingehen und schwieg daher. Ein Tost auf den Imperator wurde ausgesprochen, die Gläser gehoben und dann begann die angesprochene Kommandantin des CK’s zu sprechen. Auch sie sprach sich für einen Rundgang am Ende aus und Serenety konnte nicht anders als innerlich zu seufzen. Toji würde sich gegen diesen Rundgang wohl nicht verwehren und dies bedeutete noch länger hier zu verweilen. Eigentlich wäre es ihr lieber gewesen endlich weiter zu kommen, doch die Pandora war nicht ihr Schiff und damit war sie nicht in der Lage sich dagegen zu stellen. Gleichzeitig hatte sie auch nicht die Lust den Gästen das Schiff zu zeigen, dann jedenfalls nicht, wenn es nicht sein musste. In diesem Augenblick ärgerte sie sich darüber kein eigenes Kommando zu haben. Nun gut, was sollt es. Es hieß zu beten den Rundgang, sollte er stattfinden, so schnell wie möglich hinter sich zu bringen und sich dann endlich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]
     
  12. Dr. Ming Tau

    Dr. Ming Tau Senatsbesucher

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Medizinische Station | Ming's Büro :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis :]

    Mit einem Lächeln lehnte sich Ming in ihrem Stuhl zurück, als ihr Kollege Dr. Darvis Molt, ein Kuati an ihren Tisch trate, den Kopf leicht schräg legte und einen Blick in den Augen hatte als ob er sie daran erinnern wollte, dass es noch anderes gab als ihr Studien. Natürlich war Darvis durch und durch Arzt ebenso wie sie und gleichzeitig war er zu einem Freund für Ming geworden. Der hochgewachsene menschliche Mann ließ ein Lächeln auf seinen Lippen sehen. Seine blauen Augen funkelten sie an und Ming musste sein Lächeln erwidern.

    „Irgendwann solltest du daran denken, dass es eine Phase gibt, die man ein wenig genießen sollte. Nicht das ich dir was vorschreiben würde Ming, aber bei deinem Eifer machst du mir irgendwann Angst“, meinte Dravis lachend.

    Ming schüttelte den Kopf und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, welche sich aus ihrem Knoten gelöst hatte.

    „Vielleicht Dravis, sollte ich auf dich hören und mir selbst ein wenig Ruhe verschreiben, wie? Nicht das du mir am Ende noch einen Befehl dazu gibst.“

    Sie lachte leise und schüttelte erneut den Kopf.

    „Dies würde ich mich niemals wagen, schon aus Angst, dass du mir den Kopf abmachen würdest“, zwinkerte er und räusperte sich dann. „Nein im Ernst, es ist ruhig und so schnell wird wohl nichts geschehen. Jedenfalls nicht solange wie der Captain besuch hat und in dieser Zeit ist uns auch ein wenig Ruhe vergönnt. Dies bedeutet allerdings auch, dass ich dich aus deinem Büro bekomme.“

    Einen kurzen Moment dachte Ming über seine Worte nach, dann nickte sie.

    „Die Herrschaften sind noch bei ihrem Dinner wenn ich in der Zeit richtig liege und wenn ich auf meinen Magen höre, dann schreit er geradezu danach auch etwas zu bekommen. Lass uns etwas essen gehen.“

    Darvis nickte und wartete bis seine Kollegin sich erhoben hatte. Gemeinsam verließen sie das Büro und kurz darauf auch die Krankenstation. Der Weg durch die Gänge der Pandora war so normal wie schlafen zu gehen. Es war relativ ruhig und so würde es zumindest in den nächsten Stunden noch bleiben. Solange jedenfalls wie sie noch Gäste beherbergten.

    „Wenn ich es richtig mitbekommen habe, haben wir einige Tapani an Bord. Darunter Commodore Leander. Schade eigentlich das unser eins bei solchen Treffen nicht dabei sein kann. Es wäre eine wahre Abwechslung zu dem was wir Alltag nennen würde“, meinte der Kuati witzelnd.

    „Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass wir gerngesehen Gäste wären. Jedenfalls hätten wir wohl nicht viel gemeinsam. Wobei, es wäre sicherlich interessant mit einem Commodore über Medzin zu sprechen. Eine gewisse Form von Spaß wäre es sicherlich, da gebe ich dir nur Recht Darvis.“

    Allein bei dieser Vorstellung musste sie lachen.

    „Als Arzt bekommt man keine Sonderrechte, jedenfalls nicht auf einem Schiff wie dieses und schon gar nicht als Lt. Wie würde es auch aussehen, wenn jemand wie ich einem Dinner beiwohnen würde.“

    Wieder lachte Ming und Darvis stimmte darauf ein.

    „Schade, überaus schade, ich hätte gerne die Gesichter unsere Gäste gesehen, wenn ich ihnen gegenübergesessen hätte“, erklärte er kurz und konnte es sich dabei nicht verkneifen seine schmalen Lippen zu kräuseln.

    „Durchaus! Die Reaktion wäre sicherlich amüsant.“

    Beide Ärzte verloren sich für eine gewisse Zeit in ihre Gedanken, jeder stellet sich auf seine Art vor was für ein Bild dies abgegeben hätte und jeder von ihnen musste innerlich darüber schmunzeln. Der hochgewachsen Kuati begleitete die kleiner Ming und so betraten sie gemeinsam die Messe der Pandora um sich dort mit ein wenig Nahrung zu versorgen und sich dann einen freien Platz zu suchen.

    „Wie auch immer, was machen deine Forschungen?“, stellte Darvis auf einmal seine Frage und blickte der Exotin in die schönen braunen Augen.

    „Sie gehen sehr gut voran. Ich bin sehr zufrieden und zum anderen sind sie eine höchst interessante Tätigkeit, welche die Zeit überbrücken. Das Gehirn ist etwas einzigartiges und mehr als nur komplexes. Wäre der Vorfall mit Commander Akaji nicht gewesen, hätte ich meine Forschungen auf diesem Gebiet wohl nicht so sehr vertieft. Nun ja, jedenfalls nicht in diese Richtung. Es ist erstaunlich wie gut unser Gehirn in der Lage ist einzelne Vorfälle zu verarbeiten und gleichzeitig ist es erstaunlich zu sehen, dass gewisse Umstände oder Ereignisse dafür sorgen können, dass Ungereimtheiten auftreten. Dies macht nur zu deutlich, dass wir ziemlich hinterherhinken.“

    Darvis nickte. Er und Ming hatten über die Auffälligkeiten bezüglich des Gehirns der Commander gesprochen. Weder sie noch er konnten sich erklären was es damit auf sich hatte und seitdem war seine Kollegin damit beschäftigt hinter dieses Mysterium zu kommen.

    „War sie eigentlich noch einmal zu einer Untersuchung da? Wenn ich mich richtig erinnere sagtest du mir, dass du darauf bestanden hast.“

    Ming schüttelte den Kopf.

    „Nein, bisher nicht. Ich hoffe das sie diesem Wunsch noch nachkommt. Ihr letzter Besuch war als sie Kopfschmerzen äußerte. Allerdings erhielt ich nur minimal die Chance sie für länger dazubehalten als für einige Minuten. Ich habe mir sämtliche Auffälligkeiten die es bisher gab von anderen Kollegen zuschicken lassen, allerdings konnte keiner von ihnen mir von etwas ähnlichem berichten. Entweder gab es so etwas noch nicht, was ich mir aber nicht so wirklich vorstellen kann oder man macht ein Geheimnis daraus. Dies jedoch kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich frage mich ob es etwas mit dem Angriff des Sith zu tun hatte. Also habe ich versucht mit Commodore Slayer Kontakt zu bekommen, leider vergebens. Entweder hat ihn die Nachricht nicht erreiche oder war zu beschäftigt. Andererseits ist die mehr als nur ärgerlich.“

    Darvis nickte zustimmend. Er konnte sich gut vorstellen wie sehr dies die junge Ärztin ärgern musste. Ihm wäre es nicht anders gegangen.

    „Scheinbar wirst du darauf so schnell keine Antwort erhalten. Also wird dir nichts anders übrig bleiben als darauf zu hoffen, dass sie deinem Wunsch nachkommt und sich weiteren Behandlungen und Untersuchungen zur Verfügung stellt.“

    Ming nickte.

    „Ich hoffe es. Allerdings zweifle ich ein wenig daran.“

    Der Kuati sah sie fragend an.

    „Manches muss man nicht verstehen und ich möchte auch nicht alles verstehen. Es ist so schon schwierig genug auf einem Schiff dieser Größe zu dienen und dabei seinen Verstand zu behalten, wenn Mitglieder der Ansicht sind sie wären klüger als ihr behandelnder Arzt.“

    „Ich verstehe absolut was du meinst. Das sind Momente wo man am liebsten in der Stellung wäre Entscheidungen für den anderen zu treffen und wenn dies bedeutet ihn oder sie seines Dienstes zu entheben“, meinte der Kuati seufzend.

    „In der Tat. Ich habe es einmal gewagt diese Drohung auszusprechen und glaube mir, ich werde es nicht wieder tun.“

    Darvis lachte kurz auf ehe er sagte: „Glaub mir du wirst immer wieder in solche Situationen kommen und dann innerlich Fluchen, dass unsere Stellung dies leider nicht ermöglicht.“

    Ming hob ihr Glas mit Wasser an die Lippen und trank einen großen Schluck.

    „Ich weiß und leider ärgert es mich. Versteh mich nicht falsch, aber als Ärzte haben wir meiner Meinung nach einen zu geringen Stellenwert auf einem Kriegsschiff. Uns sind die Hände gebunden und dies sprichwörtlich. Wenn wir für das Leben unserer Patienten nicht nach unserem Ermessen vorgehen können, dann müssen wir letztlich damit leben, wenn dieser Patient stirbt. Wo also soll man dies mit seiner Ethik als Arzt vereinbaren, wenn man alles mit seinem Kommandanten durchkauen muss? Das Recht untersagt zu bekommen zu entscheiden ob ein Offizier Dienstfähig ist oder nicht obliegt damit dem Kommandanten. Allein die Tatsache, dass der jeweilige Offizier mich als Arzt überstimmen kann ist etwas, worüber ich mich aufregen könnte.“

    Ming verzog ärgerlich ihren Mund und sah ihren Kollegen an. Dieser schüttelte erst einmal nur den Kopf. Er konnte seine junge Kollegin sehr gut verstehen und ihre Ärger noch mehr.

    „Ich mag dies so sehen wie du Ming, allerdings gebietet uns die Hierarchie gewisse, sagen wir mal Gesetzte einzuhalten. So ärgerlich dies für uns auch sein mag. Du bist nicht die einzige die dies aufregt, glaub mir. Es gab Augenblicke in denen ich am liebsten aus der Haut gefahren wäre. Allerdings bringt dies rein gar nichts. Manchmal bekommt man das Gefühl nicht los, dass es der Obrigkeit nicht um das Leben seiner Offiziere geht sondern darum, dass jeder seinen Arbeit macht und dabei notfalls in den Tod geht. Wir als Ärzte sind anders, wir verfolgen ein anderes Ziel und stoßen dabei natürlich auf Granit. Daran wird sich jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nichts ändern. Letztlich bleibt uns nur die Möglichkeit das Leben so gut zu wahren wie es uns möglich ist.“

    „Auch dessen bin ich mir bewusst Darvis. Dennoch missfällt es mir und auch wenn ich weiß das ich daran nichts ändern kann, so werde ich mich immer wieder darüber ärgern. Ich bin Ärztin geworden um Leben zu retten um es zu erhalten und nicht zu verlieren weil der Patient der Ansicht ist er wäre der bessere Arzt und wüsste was gut oder schlecht für ihn ist.“

    Darvis konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. „Ja, ja da hast du wohl Recht. Diese Selbstverständlichkeit ist etwas was ich ebenfalls verachte. Machtlosigkeit ist für uns als Ärzte nie schön genau genommen das schlimmste was uns passieren kann. Ich würde mir ebenfalls wünschen, dass es in diesem Punkt ein Umdenken gibt, allerdings zweifle ich daran.“

    „Damit wärst du nicht der erste und auch nicht der letzte, Darvis. Solange wir in dieser Hinsicht keinen Fortschritt machen werden wir nie die Chance erhalten in allen Punkten das zu sein was wir sind nämlich Ärzte die alles daran setzten Leben zu bewahren anstatt es zu verschenken. Solange genug nachkommen und ihren Dienst für das Imperium tun solange wird niemand aufwachen. Sollte der Zeitpunkt kommen, dass irgendwann kein Nachschub mehr kommt, wird man vielleicht beginnen umzudenken.“

    Darvis schüttelte leicht den Kopf.

    „Bist du dir sicher? Mich würde es nicht wundern wenn man auf die Idee kommen würde Klone einzusetzen und mit ihnen die Reihen zu füllen.“

    Ming verzog ihre Lippen.

    „Allein der Gedanke ist nicht nur verwerflich, er ist pervers. Auch ein Klon ist ein Leben, eine Persönlichkeit und kein Kanonenfutter.“

    „Da magst du recht haben. Von unserer Seite aus betrachtet ja, von der der Vorgesetzten und der Obrigkeit nein. Dies bringt mich auf eine weiteres Thema. Hast du die Holonachrichten gesehen?“, wollte Darvis wissen.

    „Wenn du auf diese Friedenssache anspielst, dann ja.“

    Der Kuati Arzt nickte.

    „Genau das meine ich und ich bin mir nicht sicher was ich davon halten soll.“

    Ming dachte kurz darüber nach. Auch sie wusste nicht so ganz was sie davon halten sollte. Natürlich klang es schön, besonders für sie als Ärztin, wo ihr das Leben heilig war. Vorstellen konnte sie es sich jedoch nicht.

    „Mir geht es nicht anders. Natürlich würde ich es irgendwo befürworten jedenfalls würde es keine Tote mehr geben. Aber ich kann nicht glauben das dies Wirklichkeit wird. Frieden ist einfach zu schön um wahr zu sein.“

    „Mag sein. Es wäre allerdings auch mehr als ungewohnt in solchen Zeiten zu leben. Mir geht es nicht anders, ich werde es erst glauben wenn es wirklich so kommt und daran glaube ich nicht. Es würde nicht zum Imperator passen. Nicht nach allem was schon gewesen ist. Jeder hat da seine anderen Ansichten.“

    Ming ließ ein leises seufzen hören.

    „Absolut."

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Messe :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis, sowie andere:]
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2013
  13. Dr. Ming Tau

    Dr. Ming Tau Senatsbesucher

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Messe :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis, sowie andere:]

    Darvis schüttelte Bedächtig den Kopf und blickte sein Gegenüber an.

    „Hier zu sitzen und über so etwas surreales zu sprechen wie Frieden im Imperium wirkt fast schon lachhaft. Ich weiß nicht, aber man gewinnt einfach den Eindruck als ob man über einen Traum spricht, der niemals wahr werden würde oder besser gesagt könnte. Ich kann mich an keine Zeit erinnern die wirklich friedvoll gewesen wäre. Vielleicht in meiner Zeit als Kind, wo man alles anders auffasst wie in unserem Alter oder ab dem Zeitpunkt, ab dem man klarer sieht.“

    Wieder schüttelte er den Kopf.

    „Vielleicht wirkt es surreal, weil uns die Vorstellungskraft dazu fehlt, dass es wirklich einmal dazu kommen könnte und es dann kein bloßer Traum mehr ist, kein Wunschgedanke der plötzlich aufkommt und wieder im Keim erstickt wird. Vielleicht ist unser Wunsch nach Frieden nicht so abwegig. Wie viel Leid mussten die Bürger des Imperiums schon erfahren weil die Mächtigen in ihrem Wahn vor nichts zurückschrecken. Das Leben ist etwas überaus wertvolles und wir, die wir Ärzte sind sehen dies aus einem gänzlich anderen Blickwinkel als der Rest. Für uns ist klar was geschieht wenn dies oder jenes eintrifft. Wir kennen die Heilmethoden und können sagen ob es eine Überlebenschance gibt oder nicht. Jeder Bürger, der keine medizinischen Kenntnisse besitzt ist überfragt.“

    „Sicher Ming, aber wir müssen auch klar sagen, dass wir trotz unserer Fähigkeiten, unseres Studiums, der Erweiterungen, Schulungen und was es sonst noch gibt niemals in der Lage sein werden den Tod zu besiegen“, erklärte Darvis und ließ ein seufzen hören.

    „Vielleicht nicht, aber wenn man sich mit der Genetik auseinandersetzt wird ersichtlich, dass wir dazu geschaffen wurden ewig zu leben. Der Tod ist etwas unnatürliches. In diesem Punkt mag die Wissenschaft auseinander gehen. Ich habe jedoch schon etliche Berichte von Kollegen gelesen die genau diese Meinung vertreten. Unsere Zellen regenerieren sich ständig bis irgendwann der Punkt kommt, an dem sie es nicht mehr tun. Die Frage bleibt wieso? Was läuft ab einem bestimmten Zeitpunkt anders? Weshalb erreichen einige ein sehr hohes Alter und andere wiederum nicht.“

    Darvis dachte einiges Sekunden über die Worte seiner Kollegin nach. Diese Fragen hatte er sich selbst immer wieder gestellt und bisher noch keine Antwort gefunden. Er selbst vertrat die gleiche Ansicht wie Ming. Nach einem Mittel zu suchen um dieses Dilemma zu beenden war ein Unterfangen welches nicht einfach war und viele Mediziner, Wissenschaftler und Professoren beschäftigten sich damit.

    „Ich hoffe, dass wir diese Fragen irgendwann beantworten können, mehr noch, dass wir in der Lage dazu sind etwas daran zu ändern. Andererseits bliebe die Frage meine Liebe, ob es sich lohnen würde. Würden wir in Zeiten des Friedens leben, der Eintracht, dann wäre dies sicherlich ein Traum. Aber so? Ist es da wünschenswert? Gleichzeitig würde ich mir wünschen nicht nur den Tod zu besiegen sondern auch dafür Sorge zu tragen, dass es keine Krankheiten mehr gibt. Vollkommenheit!“, brachte Darvis hervor.

    Ming nickte bestätigend. Dies wäre ein Traum, nicht nur für sie sondern für alle. Wie wunderbar konnte das Leben sein, wie einfach wenn sie wirklich Leben würden.

    „Dies klingt wundervoll. Wir wissen so viel über die Medizin, sind so weit fortgeschritten und dennoch fehlen uns einzelne Fragmente. Wir könnten darüber wohl noch stunden diskutieren und philosophieren.“

    Sie lächelte und schob sich eine Gabel mit Essen in den Mund, kaute andächtig und schluckte dann.

    „Dies könnten wir und ich gebe dir die Garantie darauf, dass wir Tage, Stunden wahrscheinlich Jahre darüber sprechen könnten ohne alles von allen Seiten betrachtet zu haben“, erklärte Darvis grinsend und schob sich ebenfalls eine Gabel in den Mund.

    In dieser kleinen Runde zu sitzen hatte etwas erfrischendes und dies für beide Seiten. Sowohl Ming als auch der Kuati verstanden sich sehr gut und sie tauschten sich gerne aus. Leider kam dies eher seltener vor und eigentlich sollte man es sich zur Aufgabe machen solche erfreulichen Dinge öfter zu tun.

    „Denkst du, dass diese Friedenssache ernst gemeint ist?“, wollte Darvis wissen.

    „Dies kann ich nicht sagen. Aber ich finde einfach das sie nicht glaubwürdig ist. Wäre sie von jemand anderem wie dem Imperator ausgesprochen worden dann könnte ich vielleicht noch daran glauben. Jedenfalls ein bisschen. Wir sprechen hier von einem Sith und zu einem Sith passt so etwas wie Frieden nicht. Ich weiß nicht, es kling genauso unglaubwürdig als wie die Jedi auf einmal zu Attentätern werden würden. Dies wäre nicht mit dem Vereinbar wofür sie stehen.“

    Darvis runzelte leicht die Strin.

    „Dein Vergleich passt schon irgendwie. Wie du schon sagst, es würde nicht passen. Ich könnte mich nicht daran entsinnen, dass irgendein Imperator vor ihm auf solch einen Gedanken gekommen wäre und es waren schon einige. Das Bild eines Sith lässt sich mit Frieden nicht vereinbaren. Oder ich kann es damit jedenfalls nicht vereinbaren. Keiner würde sich freiwillig mit einem Krytdrachen anlegen, außer er wäre verrückt dessen Eier stehlen zu wollen um damit Profit zu schlagen. Allerdings gibt es auch genügend verrückte und dies sollte man vielleicht auch nicht vergessen.“

    Ming musste kurz schmunzeln als sie sich vorstellte, wie ein solcher verrückter sich einem Krytdrachen in den Weg stellte nur um an ein Ei zu kommen.

    „Verrückte gibt es viele. Ein wenig zu viele für meinen Geschmack und dabei braucht man nicht mal eine Auflistung. Der Bürgerkrieg liegt noch nicht so lange zurück und nun der Fall Corellias und so plötzlich spricht man über einen Waffenstillstand und Frieden.“

    Darvis nickte.

    „Dies will mir auch nicht in den Kopf. Wir haben Corellia an die Rebellen verloren, ein Planet der an eine der wichtigsten Handelsrouten liegt und scheinbar hat dies keinen gestört. Jedenfalls scheint es den Imperator nicht groß gejuckt zu haben. Was dies für uns bedeutet schein wohl egal zu sein, jedenfalls kommt es so an. Corellia gehört meiner Meinung nach in unsere Hände. Ich kann einfach nicht glauben, dass darum kein Aufheben gemacht wurde. Die Holonachrichten erwähnten zwar was aber ich könnte mich nicht erinnern das der Imperator ein Statement abgegeben hätte. Allein diese Tatsache hat mich nicht nur erschreckt sondern mich zudem beunruhigt. Das Schlimme dabei ist, dass wir etwas ähnliches, wenn auch mit anderer Tragweite schon einmal hatten. Damals als Kratas für Tod erklärt wurde. Du erinnerst dich bestimmt noch daran.“

    Wie könnte sie dies vergessen!

    „Ich entsinne mich sehr gut, so als ob es gestern gewesen wäre. Für viele gilt dies ja bis heute noch. Dennoch finde ich, dass jemand erst als Tod erklärt werden sollte, wenn man dies auch wirklich bestätigen kann. Dies konnte man jedoch bisher nicht und ich glaube auch nicht an seinen Tod“, erwiderte Ming.

    „Damit bist du nicht allein. Ich kann dies auch nicht und ich will es auch nicht. Ich habe die Nachrichten damals verfolgt und als man eröffnete er sei Tod gab es zwar Trauer aber nicht in dem Umfang wie ich es erwartet hätte. Man munkelt jedoch auch, dass er nicht unbedingt bei allen beliebt gewesen wäre“, offenbarte Darvis.

    „Die Gerüchteküche mein lieber ist immer am brodeln. Wenn es nichts gibt worüber man sprechen kann wird notfalls etwas erfunden. Ich finde es mehr als nur ermüdend, dass man sich etwas ausdenken muss nur um etwas zum sprechen zu haben, was man an andere weitergegen kann.“

    Ming verdrehte leicht die Augen bei ihre Worten und Darvis musste lachen.

    „Klingt ein wenig nach der Sorte Weibergeschichten, die man nicht braucht und die auch nur Ärger machen.“

    Die Ärztin stimmte in das Lachen ihres Kollegen ein und musste sich dabei eine Träne aus den Augen wischen.

    „Da könntest du Recht haben. Gott, selbst ein Schiff wie die Pandora besitzt eine Gerüchteküche.“

    Bei dieser Aussage, die der Wahrheit entsprach musste Darvis noch mehr lachen und verschluckte sich fast dabei.

    „Das schlimme daran ist, dass dieses Geschwätz bei uns landet und wir es uns auch noch anhören können oder müssen, wenn einer unserer Patienten sich ein wehwehchen zugezogen hat“, stöhnte Darvis.

    „Wir sind nun auch einmal in einem gewissen Punkt Seelsorger.“

    „Also ich weiß nicht ob mir gefällt was du sagst“, meinte er grinsend und fuhr dann fort: „ wobei, haben wir nicht einen Seelsorger an Bord?“

    Die Exotin nickte.

    „Ja haben wir. Allerdings scheint sie dies eingestellt zu haben, jedenfalls seit sie auf die Pandora gewechselt ist.“

    Verwundert sah Darvis sie an.

    „Und warum? Ich finde so jemanden an Bord zu haben ist praktisch. Mehr noch es würde die Crew aufbauen.“

    „Ich kann es dir nicht wirklich sagen Darvis. Vielleicht weil sie es nicht gewürdigt bekommt?“

    Der Kuati zog die Stirn in Falten.

    „Weil sie es nicht gewürdigt bekommt? Hm, hast du etwas gehört oder vermutest du etwas?“, wollte er wissen.

    „Sagen wir es so, ich vermutet einiges in dieser Richtung. Ich könnte mich aber auch irren. Ich denke sie hat es für den Moment aufgegeben weil es ihr selbst nicht sehr gut geht. Das Imperium als solches legt auch nicht viel Wert darauf, dass seine Angehörigen ohne Schaden bleiben. Wäre es anders besäße jedes Schiff einen Counselor.“

    Ihr Gegenüber nickte.

    „Da ist etwas dran. Wären wir da nicht wieder beim Thema?“

    Sie nickte zustimmend.

    „Wären wir. Die Schleife nimmt kein Ende.“

    Sie grinsten sich beide an und widmeten sich dann erst einmal ihrem Essen ehe es kalt wurde.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Messe :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis, sowie andere:]
     
  14. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Salon :||: Captain Toji Murata mit Commodore Vilmer Leandar, Commander Serenety Akaji, Commander Alexa O'Neill und den restlichen Kommandanten der Kampfgruppe :]

    Bei der Unterhaltung der anwesenden Offiziere, die währenddessen ganz genussvoll den Hauptgang aßen, dominierte das „O'Neill-Manöver“ als glänzendes Detail der verlorenen Schlacht um Corellia und zeigte mal wieder eindeutig auf, dass allem Anschein nach fast das komplette imperiale Militär im Moment kein anderes Gesprächsthema von Relevanz zu haben schien. Tief, äußerst tief saß die erlittene Niederlage, die für das Imperium letztendlich nicht nur den Verlust einer großen Werftwelt bedeutete, sondern ebenso überaus eines produktiven Sektors. Weil Galvin Klark und Leseah Slym sich mit diesem Thema ein bisschen mehr auskannten als mit der tapanischen Lokalpolitik oder gar der interstellaren Variante Seiner Majestät, brachten sie sich nun automatisch auch mehr ein. Beide Kommandanten hatten mit ihren Schiffen während der ganzen Schlacht an der Seite der „Pandora“ gekämpft und besaßen so den nötigen Einblick, um die Situation aus ihrer Sicht fachlich schildern zu können.

    Innerlich atmete Toji erneut auf. Obwohl die Schlacht in ihrer kompletten epischen Breite sowie die anschließenden Territorialverluste entlang des Corellian Run schon seit den ersten Gerüchten beinah überall bis ins kleinste Detail besprochen wurden, hatte der Captain von diesem Thema noch lange nicht genug. Zwar hatten sich die Streitkräfte Rebellen nach den paar spärlichen Informationen, die er während des Hyperraumfluges nach Ruan sporadisch erhalten hatte, gänzlich anders verhalten als er jemals vermutet hätte – er hatte auf eine Eroberung des Hydian Way zwischen Denon und Eriadu getippt –, aber so ging ihnen wenigstens der „Gesprächsstoff“ nicht aus. Zum vermuteten Motiv der Rebellen, weshalb sie ausgerechnet in Richtung Coruscant vorstießen, konnte keiner am Tisch eine zufriedenstellende Erklärung abliefern. Wollten sie so die Schmach ungeschehen machen, die ihnen Needa einst zugefügt hatte? Wollten sie so ihren (illegitimen) Anspruch auf die Rechtsnachfolge der gefallenen Republik festigen?

    Leander grübelte noch als er auf einmal sagte:
    „In einem Punkt können wir uns aber einig sein: Als Symbol taugt Coruscant auf alle Fälle etwas. Der Planet trug bis zur Verlegung der Thronwelt nach Bastion im Militärjargon stets den Codenamen 'Triple Zero'. Im Gedächtnis der zivilisierten Galaxie steht dieser kryptische Begriff immerhin für das Zentrum der (bewohnten) Galaxie.“

    „Selbstverständlich, Sir“, entgegnete der Captain und schnitt sich nebenbei noch einen größeren Happen vom servierten Braten ab. „Nur ist dieses eine Symbol wirklich so wichtig, dass man billigend eine schlechtere Versorgung der Truppen in Kauf nimmt? Sollte bloß einer bei der Strategischen Planung im Oberkommando einen Funken Verstand besitzen, dann könnte man mit kleineren Gruppen ganz einfach diese langen, dünnen – und dementsprechend unbewachten – Routen kurzzeitig attackieren und im besten Fall sogar ganz kappen.“

    Lieutenant Commander Panos, der dieses Thema anscheinend überaus interessant fand, brachte sich sogleich ein: „Aushungern! Man könnte sie so in aller Ruhe aushungern lassen.“ Schlagartig schien der adlige Tapani überaus belebt zu sein. Zudem konnte man ein angriffslustiges Funkeln in seinem sonst recht gelangweilten Blick erkennen. „Danach könnte man sie mit aller Leichtigkeit schlagen.“

    Sofort jagte eine Theorie die nächste. Coruscants symbolträchtiger Status spaltete offensichtlich die Meinung der Anwesenden. Während ein Teil so ein forsches Vorgehen – insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Steigerung der Moral der kämpfenden Truppen – für vollkommen legitim in der Kriegsführung hielt, schätzte der andere Teil die potenziellen Gefahren als zu hoch ein. Zu deutlich konnte man an dieser Diskussion erkennen, dass im Krieg „richtig“ und „falsch“ gar nicht so leicht zu definieren waren. Schlussendlich konnte bloß die Praxis allein die Antwort liefern, da der eigene Standpunkt stets durch immer neue Argumente erweitern werden konnte. Dennoch fand Toji immer mehr Gefallen an diesen Gedankenspielen. Höchstens der Umstand, dass Alexa neben ihm saß, war in diesem Fall nicht so ganz hilfreich. Ihr Missgeschick lenkte ihn manchmal doch zu sehr ab. Zum Glück schien das aber keiner der Anwesenden zu bemerken.

    Nachdem der Hauptgang endlich sein Ende gefunden hatte und auch das Gesprächsthema ziemlich erschöpft war, sagte der Commodore zu seinen Gästen:
    „Meine Damen und Herren, leider kann ich Ihnen heute nicht mit einem Dessert dienen. Zum einen gibt es keinen Grund dem Protokoll auch in diesen Punkt zu folgen. Kennengelernt haben wir uns ja genug.“ Er schmunzelte freundlich. „Zum anderen steht in sechs Stunden das Briefing mit der Flottenführung an. Ich denke, ein Kommandant kann diese Zeit auf seinem Schiff besser nutzen.“

    Elegant erhob sich der schlanke Tapani. Erneut lächelte er jovial in die Runde, während die anderen seinem Beispiel wortlos folgten. Natürlich gewährte Leander die Besichtigung der Bewaffnung der „Pandora“ – beziehungsweise er legte diese Entscheidung in Tojis Hände. Jedoch hatte der Captain in diesem Fall nicht wirklich eine echte Wahl. Schließlich konnte er seinem Vorgesetzten in solchen Dingen nicht widersprechen, weil es am Ende ein schlechtes Licht auf ihn werfen würde. So führte der Commenorer die Interessierten (die drei Tapani und Alexa) in Richtung der Turbolifts, während Senior Midshipman Barin Corso die beiden anderen Kommandanten (Klark und Slym) zum Hangar brachte und der Commodore diesen kurzen Moment nutze, um Serenety mit einer neuen Aufgabe zu betrauen. Da die Gefechtsbrücke der alten Dame ein separater Teil der Hauptbrücke war, sollte sie für Leandar einen Trupp Mannschaftler – angeführt von einem Petty Officer – zusammenstellen, der ihn im Gefecht direkt an diversen Konsolen unterstützen sollte. Für den Ersten Offizier des Victory-II-Sternzerstörer bedeutete dieses Anliegen unwillkürlich ein Umbauen des aktuellen Dienstplanes – und dabei begann ihre Wache schon in drei Stunden.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Turboliftkabine :||: Captain Toji Murata Commander Alexa O'Neill und drei tapanischen Offizieren (Lastemin, Cah und Panos) :]
     
  15. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Deck Vier | Korridor :||: Captain Toji Murata Commander Alexa O'Neill und drei tapanischen Offizieren (Lastemin, Cah und Panos) :]

    „Im fünften Jahr der imperialen Ära lief die 'Pandora' in Rendilis Werften vom Stapel“, erzählte Toji als er gemeinsam mit seinen vier Gästen (Alexa und die drei Tapani) gemächlich durch den Gang in Richtung der Backbordbewaffnung ging. „Seitdem ist die alte Dame zum Schutz imperialer Gebiete sowie der dazugehörigen Zivilbevölkerung pausenlos im Dienst gewesen.“

    Mit anerkennenden Miene schaltete sich sofort Commander Lastemin ein: „Meine 'Falarica' bewegt sich somit im gleichen Alterssegment wie Ihre 'Pandora', Captain. Interessant. Jedoch ist es für mich noch immer erstaunlich wie sich beide Victory-Modelle weiterhin hartnäckig gegen ihre endgültige Verdrängung durch die zwei Imperial-Reihen zur Wehr setzen...“

    Einem offenem Schott näherten sie sich just in dem Moment als gerade eine Gruppe Mechaniker an mehreren Relais arbeitet. Da sie die nahenden Offiziere anscheinend nicht sofort bemerkten, konnte man deren ruppige Konversation kurzzeitig – ohne Schonung – hören. Erst als der Unteroffizier der unerwarteten Anwesenheit des Kommandanten gewahr wurde und sich räusperte, hörte das einfache Gespräch zwischen den fünf Männern abrupt auf. Ganz verlegen tippten sich die Mechaniker an die hellgraue Schirmmütze und begrüßten so formlos den Captain sowie dessen Begleiter. Hatte man in dieser Sekunde zudem ein sehr gutes Auge, konnte man sowohl am Schott als auch auf der anderen Seite des Korridors fast verblichene Brandspuren erkennen. Offensichtlich war Corellia an Bord der „Pandora“ noch allgegenwärtig.

    Der Kommandant der „Barbarus“, Lieutenant Commander Cah, ergriff auf einmal das Wort als man am Boden leichte Vibrationen spüren konnte.
    „Ihre Kanoniere feuern in einem raschen Tempo, Sir.“ Flüchtig blickte der untersetzte Tapani auf sein kleines Taschenchrono, zählte höchstwahrscheinlich die Abstände zwischen den einzelnen Salven. „Die Schussrate kann sich wirklich sehen lassen!“

    „Mein Feuerleitoffizier legt großen Wert darauf, dass bei den Waffenoffizieren und Kanonieren eine tadellose Disziplin herrscht“, erklärte Toji recht gelassen. Ein Schmunzeln war auf seinen Lippen zu erkennen. „Nur so wird man zum einen den hehren Prinzipien der glorreichen Flotte des Imperiums gerecht und kann sich in der Schlacht behaupten.“

    Cah nickte. „Wohl gesprochen, Captain.“

    Ungestört sprach man anschließend im Weitergehen über Kanoniere, Waffenoffiziere und allgemein das Vorgehen bei Übungsmanövern. Dabei fiel dem Imperialen insgeheim auf, dass sich die einzige Frau in dieser Runde, Commander O'Neill, äußerst schweigsam war. Sie beteiligte sich kaum an den Gesprächen, sondern schien sich stattdessen voll und ganz auf das reine Beobachten der „Pandora“ zu konzentrieren. Toji warf ihr beiläufig einen freundlichen Blick zu, den sie – seiner Meinung nach – verlegen erwiderte. Doch mehr Interaktion zwar zwischen den beiden anscheinend nicht möglich, da die drei Tapani den schwarzhaarigen Commenorer sofort wieder in Beschlag nahmen. Scheinbar keine einzige Sekunde kamen sie ohne eine Frage aus. Ständig brannte ihnen eine Kleinigkeit unter den Nägeln. So musste sich der Kommandant weiterhin mit ihnen beschäftigen, obwohl er gerne ein paar Worte mit Alexa gewechselt hätte.

    Langsam erreichte die Gruppe die Bewaffnung, die bei dem rauchgrauen Sternzerstörer der Victory-II-Klasse backbords zu finden war. Sie bestand – ganz nach den Vorgaben der Standardausstattung – aus: Fünf gewöhnlichen Turbolaserbatterien, fünf schweren Turbolaserkanonen sowie drei schweren Ionenkanonen. Emsig richteten die Kanoniere der ersten Station die Geschütze auf die klitzekleinen Ziele aus, feuerten eine Salve ab und nahmen sich dann gemäß den aktuellen Befehlen das nächste Objekt vor. Durch ihre vollkommen schwarzen Dienstuniformen – samt schwarzen Vollhelmen! – unterschieden sie sich komplett von der restlichen Mannschaft deren Kleidung grau war. Sie waren so sehr in das Manöver vertieft, dass sie die Anwesenheit des Kommandanten und dessen Begleiter nicht bemerkten. Bloß der anwesende Offizier reagierte vorbildlich, indem er akkurat salutierte. Der Commenorer nahm die Begrüßung zur Kenntnis und erkundigte sich anschließend nach dem Stand der Dinge. Nachdem er rasch ein paar kurze Worte mit dem Sub-Lieutenant gewechselt hatte, kehrte er zu „seinen“ Gästen zurück.

    Lastemin erkundigte sich unverzüglich:
    Gehe ich recht in der Annahme, dass die Bewaffnung ihrer 'Pandora' die Standardausstattung besitzt? Denn in meiner Jugend, als sich das Imperium gerade erst erhoben hatte, habe ich eine ganze Weile auf einem Victory-II als Waffenoffizier gedient und all das kommt mir irgendwie bekannt vor.“

    „Laut Logbuch waren meine Vorgänger vermutlich strikte Puristen“, entgegnete Toji und ließ seinen Blick kurz über die aktiven Konsolen schweifen. Überall blinkte es und manche Geräte gaben sogar hier und da piepsende Töne von sich. „Keiner hat dieser Dame irgendwelche 'Schönheitskorrekturen' angetan – und diese Tradition möchte ich fortführen. Bei Generalinspektionen hat man folglich bloß ältere oder kaputte Relais ausgetauscht. Ansonsten gleicht das Schiff in seinem Können genau dem Tag als man es vom Stapel ließ.“

    Nun schaltete sich plötzlich Lieutenant Commander Panos ganz enthusiastisch ein: „Captain, haben Sie eigentlich auch als Waffen- und später Feuerleitoffizier Ihren Dienst getan? Ihren interessierten Blick mag man fast so deuten.“ Ein Lächeln stahl sich auf das junge Gesicht. „Meiner Ansicht nach bereitet dieser Dienst außerdem einen Offizier am besten auf ein Kommando vor.“

    „Nein, Commander“, antwortete der Kommandant der „Pandora“ und ließ sich dabei nicht von der Enttäuschung beeindrucken, die sich bei Panos flüchtig zeigte. „Sowohl in der Ausbildung als auch in den ersten Monaten habe ich selbstverständlich auch diesen Bereich kennengelernt, aber offenbar ist mein Steckenpferd eher die Navigation und Sensorik. Da habe quasi ich meinen 'Siegeszug' vom Dritten zum Ersten gemacht.“ Beinah hätte Toji dem Tapani tröstend auf die Schulter geklopft, aber im letzten Moment hatte sein Bewusstsein diese Peinlichkeit glücklicherweise zu verhindern gewusst. „Doch lassen Sie uns noch ein bisschen weiterschauen. Viel Zeit haben wir ja nicht mehr...“

    ***​


    Kaum Platz, ein unbequemer Sitz und dazu keinerlei Aussicht – so erlebte man als zweiter, hinterer Passagier den Flug in einem TIE/sh Shuttle. Toji kannte diese grässliche Perspektive mittlerweile zur Genüge. Früher, bevor man ihn zum Kommandanten der „Musashi“ ernannt hatte, hatte er meistens hinten sitzen müssen, sobald ein Vorgesetzter – oder wenigstens ein dienstälterer Kamerad – mit an Bord gewesen war. Erst das eigene Kommando hatte ihm grundsätzlich das Privileg eingeräumt auf dem anderen Platz zu sitzen. Doch weil er auf der kurzen Strecke bis zur Allgegenwärtigkeitsbasis gemeinsam mit Commodore Leander reiste, hatte sich der Captain zwangsläufig wieder an den alten Staus gewöhnen müssen. Nun saß der Mann, der auf Commenor das Licht der Welt erblickt hatte, gähnend hinter dem adligen Tapani und ließ beiläufig seine Gedanken über das anstehende Briefing kreisten. Was hatte die Neunte Gefechtsflotte im Deep Core zu suchen?


    „Ich hoffe, Sie sind bereit für das Briefing, Toji, brach der gertenschlanke Commodore auf einmal sein Schweigen als dem Kommandanten der „Pandora“ doch ein entlarvendes Japsen entglitten war. „Vorhin hat mir Corso noch schnell ein recht interessantes Dossier zugesteckt. Vielleicht sollten Sie das in der verbleibenden Zeit auch noch lesen … oder wenigstens zügig überfliegen.“ Nicht einmal eine Sekunde später reichte der Tapani ein Datapad nach hinten. Corso hat sich nämlich umgehört und in Erfahrung bringen können, dass Grand Moff Tarvitz vor Ort ist. Es scheint wohl eine etwas größere Sache zu sein...“

    Tarvitz? Toji hatte diesen Namen noch nie gehört. Dennoch hielt ihn sein Verstand glücklicherweise zurück diese Wissenslücke seinem Vorgesetzten gegenüber zu offenbaren. Stattdessen nahm er ohne etwas zu sagen das monoton brummende Datapad entgegen und richtete seinen Blick routiniert auf das flimmernde Display. Vier Stunden Schlaf, für einen Zivilisten zu wenig, für einen Militär in der Regel ausreichend, mehr Ruhe hatte der Captain seit dem Dinner nicht gefunden. Ein wenig machte sich das genau zu diesem Zeitpunkt bemerkbar. Hätte er den „Rundgang“ eher abbrechen sollen? Im Moment bejahte sein müder Geist diesen Gedanken. Vermutlich hätte er die sehr neugierigen Tapani schon nach gut einer Stunde auf ihre Schiffe zurückschicken lassen sollen, anstatt sich weiter deren endlosen Fragen zu stellen. Noch einmal versuchte sich der schwarzhaarige Commenorer allein mit den besten Absichten an Corsos zahlreichen Notizen. Doch auch beim zweiten Mal kam der Captain nicht sehr weit. Folglich musste er die Sache anders angehen.

    Er hüstelte, bevor er fragte:
    „Sir, bisher hatte ich noch keine Möglichkeit, um mich genauer mit der hiesigen Flottenführung zu beschäftigen. Können Sie mir etwas dazu sagen?“

    „Der Kommandeur, Raymus Tarkin, gilt als einer von Fullers Vertrauten“, erklärte Vilmer Leander mit ruhiger Stimme. Durch die hohe Rückenlehne konnte Toji bloß vereinzelt dessen gertenschlanke Umrisse sehen. „Er gilt als gnadenloser Militärstratege. Und vor allem ist er auf seine Erste Flottille stolz, die als 'Heavy Supply'-Einheit erster Güte aufgebaut ist. Erst kürzlich hat er mit dieser großen Feuerkraft bei Ojom einen Aufstand der Einheimischen beendet. Des Weiteren ist Tarkin für seine 'Liebe' zu Yaga Minor bekannt. Genau wie Fuller scheinen seine Wurzeln dort stark verwachsen zu sein.“ Eine Pause folgte. „Einen richtigen Nachfolger hat der Admiral derzeit aber noch nicht. Rear Admiral Danakar und Rear Admiral Harte buhlen förmlich um diese Stelle – und obwohl Danakar schon länger unter Tarkin dient, stehen die Chancen für Harte besser...“

    Toji stutzte. „Woran machen Sie das fest, Sir?“

    „Vor gut einer Stunde musste die Zweite Flottille auslaufen“, antwortete der Commodore nüchtern. „Es ist also unwahrscheinlich, dass Alana Danakar und deren Untergebene am bevorstehenden Briefing teilnehmen werden – ganz im Gegensatz zur Dritten und Harte.“

    Diese Antwort machte Sinn. In seiner Position als Kommandant hatte der Commenorer bisher nur in der Schlacht um Corellia in einer Flotte gedient. Ansonsten hatte man ihn und sein Kommando stets in kleineren Einheiten – meist Kampfgruppengröße – eingesetzt. Demnach kannte sich der Captain mit dem Ranggeplänkel der höheren Offiziere kaum bis gar nicht aus. Leander schien in diesem Fall also mehr Ahnung zu haben, weshalb Toji ihm letztendlich Glauben schenken musste. Während der Kommandant der „Pandora“ über das Gesagte nachdachte und der tapanische Commodore parallel noch ein paar weitere Informationen über Melville Harte lieferte, setzte das Shuttle, das fast in allen Details einem TIE-Bomber ähnelte, zur Landung in einem Hangar der Raumstation an. Zwar konnte Toji das Landen nicht richtig erkennen, aber schon allein das hörbare Brummen der Repulsoren war ein Zeichen dafür, dass sie ihren Flug fast beendet hatten. Mit einem spürbaren Ruck, der kaum drei Herzschläger später zu vernehmen war, bestätigte sich die Einschätzung des Captain.

    Ohne Umschweife gingen die beiden Offiziere, nachdem sie das TIE-Shuttle verlassen hatten, zum angegebenen Besprechungsraum. Rund vierzig Stühle standen im Inneren einem Holoprojektor und einer Art Pult gegenüber. Zum Zeitpunkt als Leander und Toji den Raum betraten waren die meisten Plätze zudem schon besetzt. Schiffskommandanten – vom Lieutenant Commander bis zum Captain – saßen in ihren graugrünen Dienstuniformen da, unterhielten sich zum Teil mit den Kameraden und warteten derweil geduldig auf die Ankunft der Flottenführung. Da sich weder der Commodore noch der Captain viel Zeit mit der Platzwahl ließen, bemerkte Toji erst, nachdem er sich schon auf einen Stuhl gesetzt hatte, dass Alexa eine Reihen vor ihm (natürlich leicht versetzt) saß. Jedoch grämte er sich nicht, sondern tat diese verschenkte Möglichkeit mit einem Achselzucken ab. Vielleicht hatten sie nach dem Briefing noch etwas Zeit für ein kurzes Gespräch. Just in diesem Moment trat Admiral Tarkin – zusammen mit einigen Begleitern (darunter Harte und Tarvitz) – ein.


    [: Teta-System | Orbit von Empress-Teta :||: Allgegenwärtigkeitsbasis | Deck Sieben | Besprechungsraum :||: Captain Toji Murata und sämtliche Schiffskommandanten der Ersten und Dritten Flottille, dazugehörige Kampfgruppenkommandanten und nun auch Admiral Tarkin samt Begleitung (darunter Grand Moff Tarvitz und Rear Admiral Harte) :]
     
  16. InterOrga Militaer

    InterOrga Militaer Gemeinschafts-NPC-Account von NR- und Imperiums-Mi

    :: Teta-System :: Empress Tetas Orbit :: „Allgegenwärtigkeitsbasis“ :: Besprechungsraum :: Admiral Raymus Tarkin samt Begleiter (darunter Rear Admiral Harte und Grand Moff Tarvitz) sowie die Kommandanten der Ersten und Dritten Flottille ::​


    Es musste nicht einmal irgendein Kommando fallen als Raymus Tarkin samt Begleiter den größeren Konferenzraum betraten, schon schossen knapp vierzig uniformierte Kommandanten mit einem Mal in die Höhe und salutierten fast synchron. Der leicht ergraute Admiral, ein hagerer Mensch von gut fünfzig Standardjahren, quittierte diese vorschriftsmäßige Ehrerbietung mit einem einfachen Nicken und ging anschließend zum Pult. Zur gleichen Zeit gab sein bevorzugter Commodore, Dalen Sloan, ein beiläufiges Handzeichen zum Hinsetzen. Durch das leise Knirschen, das die Stuhlbeine auf dem Metallboden verursachten, musste der aktuelle Kommandeur der Neunten Gefechtsflotte in diesem Moment nicht einmal hinsehen, um zu wissen was bei den anwesenden Offizieren passierte. Ebenso synchron wie beim Aufstehen, setzen sich die uniformierten Männer und Frauen wieder. Somit hatte er nun die Gelegenheit – bei fast vollkommener Stille im Raum – die Besprechung zu beginnen und das Wort an seine Zuhörerschaft zu richten.

    „Werte Kommandanten, ich begrüße Sie zum Briefing für Operation 'Final Absolution'“, begann der Uniformierte von Bessimir ganz schnörkellos mit der Besprechung. Seine Stimme klang dabei ohne jegliche Aufregung. „Seit etwa einem Standardmonat hat das Imperium den Kontakt zum Beshqek-System verloren. Spärliche nachrichtendienstliche Berichte gehen davon aus, dass die Fraktion, die einst Menari unterstützte, endgültig die Macht über das System (und einzelne angrenzende Gebiete) erlangt hat und eine neue Gegenmacht zum derzeitigen Imperator aufbauen will.“

    Kurzzeitig schweifte sein konzentrierter Blick über die Anwesenden. Ein paar Gesichter waren ihm unbekannt. Ein Grund zur Besorgnis sah er darin aber nicht, da die Lösung in der Aufstockung der Dritten Flottille lag. Nachdem man Melville Harte nach seiner Niederlage bei Denon unverzüglich zur Neunten versetzt hatte, hatte das Flottenoberkommando nach zähem Ringen vereinzelt Schiffe aus anderen Einheiten – hauptsächlich der System- und Sektorverteidigung – zwangsabgezogen. So hatte der alte Rear Admiral über mehrere Wochen seinen Teilverband wieder auf Sollstärke bringen können. In Gedanken „notierte“ sich Tarkin, dass er die neuen Schiffe – wenigstens auf dem Papier – noch einmal unter die Lupe nehmen musste. Er hatte zwar Vertrauen in Fullers Beziehungen und Norts Geschick in Personalfragen, aber so mancher Kommandant konnte auch kürzlich noch an der Front im Einsatz gewesen sein. 'Und deren Moral könnte wirklich fragil sein...'

    „Seine Majestät, der Imperator, hat als Verwalter des Fünften Supersektors den hier anwesenden Mr Tarvitz bestimmt und ihn mit der endgültigen Befriedung sowie einem zügigen Wiederaufbau dieses erzimperialen Territoriums beauftragt“, fuhr der Admiral nach seiner kurzen Pause fort und verwies mit einer beiläufigen Geste auf den bulligen Hünen neben sich. „Durch die komplette Isolation des Beshqek-Systems verfügt der Grand Moff zur Zeit nicht über die Möglichkeit die eigenen Einheiten, die zur Sicherheit des Fünften Supersektors vor Ort sind, zu koordinieren und so das Problem selbst zu lösen. Deshalb wandte man sich kurzerhand an das Flottenoberkommando, das wiederum uns für die Operation ins Auge fasste.“ Noch einmal glitt sein Blick prüfend über die Reihen der Offiziere. „Wie wichtig Byss' Standort und dessen Kapazitäten als Großwerft für das Imperium sind, muss ich Ihnen ja nicht sagen, oder? … Kommen wir also gleich zu den strategischen Gesichtspunkten dieser Operation.“

    Rascheln war zu hören als die Kommandanten wortlos ihre Datapads zückten, während gleichzeitig ein Untergebener des Admirals den Holoprojektor aktivierte. Begleitet von einem recht monotonen Brummen erwachte das Gerät zum Leben, las einen Augenblick später die eingespeisten Daten und projizierte anschließend drei keilförmige Hologramme samt kleinerer Abbildungen in die Luft. Der hagere Mensch hinter dem schmalen Pult verglich noch einmal kurz die gezeigte Projektion mit den eigenen Aufzeichnungen. Mehrere Stunden, fast schon Tage hatten sein Beraterstab und er Stück für Stück die vorliegende Strategie ausgearbeitet. Schließlich hatte man bereits im Vorfeld versucht auf gründliche Art und Weise so viele Unbekannte wie nur möglich zu eliminieren. Raymus Tarkin war sich selbstverständlich bewusst, dass dieses Vorhaben etwas naiv war, sollte man es später mit dem tatsächlichen Hergang der Schlacht vergleichen. Aber irgendeine Planung musste es geben.

    „Der Imperiale Geheimdienst informierte uns, dass sich die ehemalige Sektorflotte um Rear Admiral Parsa in Byss' Orbit aufhält und gemeinsam mit den vorhandenen Zolleinheiten die Abriegelung des Systems gegenwärtig vornimmt“
    , erklärte der Imperiale mit ernster Stimme. Währenddessen stellte der laufende Projektor beiläufig das menschliche Gesicht des gegnerischen Kommandeurs in einem separaten Holo dar. „Durch den militärischen Nachrichtendienst konnte zweifellos bestätigt werden, dass es sich bei den führenden Schiffen um die 'Menari's Hand', Imperial-Klasse, die 'Pride of Byss', Victory-II-Klasse, und die 'Shield of Byss', Victory-Klasse, handelt. Jeder Sternzerstörer befehligt exakt fünf unterstützende Schiffe in seiner Einheit. Nach unseren Informationen handelt es sich um ältere Modelle: Dreadnaughts, Nebulon-B Fregatten, Marauder und corellianische Korvetten. Dabei rechnen wir nicht mit spezifischen Modifikationen.“ Eine weitere Abbildung wurde plötzlich neben die Projektion der drei Kampfgruppen dargestellt. „Bei den Schiffen der Zollbehörde handelt es sich um die standardmäßigen Modelle: Patrouillenboote und kleinere Korvetten. Nicht wirklich für einen Kampf mit Kriegsschiffen geeignet.“ Kurz ließ er auf seinem Datapad die nächste Seite mit etlichen Informationen aufrufen. „Der Geheimdienst geht von keiner Reserve aus, weil es den Werften durch die eigene Blockade an diversen Einzelteilen fehlt. Somit bewegt sich die Anzahl der gegnerischen Einheiten in einem überschaubaren Rahmen.“

    Über eine kabellose Verbindung sandte Tarkin die erste Schicht an Informationen an die wartenden Offiziere. Unter anderem konnte man als einfacher Schiffskommandant in diesem gehaltvollen Paket genauere Details über die Zusammensetzung der feindlichen Kampfgruppen sowie deren mögliches Aufgebot an Sternjägern erfahren. Die Kommandanten der nächsten Ebene erhielten außerdem noch jeweils ein psychologisches Profil über die beiden führenden Offiziere der Raumverteidigung: Rear Admiral Cal Parsa und Commodore Karrn Teerah. In gewissen Dingen ging der Kommandeur der Neunten Gefechtsflotte in diesem Moment in die Tiefe, während sich seine Untergebenen zur selben Zeit auf ihren aktivierten Pads einen Überblick verschaffen und gegebenenfalls ergänzende Notizen machen konnten. Hier und da streute der Admiral beispielsweise Informationen über die aggressive Gangart des gegnerischen Befehlshabers ein. Letztendlich sollten solche Kleinigkeiten aber nur das Fundament für die eigentliche Strategie bilden, die Tarkin und sein Stab gewissenhaft ausgearbeitet hatten.

    „Bei der Operation 'Final Absolution' sieht die strategische Planung vor, dass die Dritte Flottille den Feindkontakt übernimmt“, leitete der Admiral schlussendlich zum wichtigsten Teil des kurzfristigen Briefings über. „Rear Admiral Hartes Einheit wird nach Koordinaten mehrerer Späher nahe Kissarm ins System springen und schnellstmöglich den Feind in einen Kampf verwickeln.“ Eine Darstellung der Dritten Flottille erschien bei der laufenden Projektion und zeichnete in einer Endlosschleife das geplante Vorgehen nach. „Je eine Kampfgruppe wird eine Teileinheit der gegnerischen Flottille in ein Gefecht binden und es Richtung Byss – und dessen Werften – treiben. Bis dahin werden diverse geheimdienstliche Teams die eigentliche Invasion des Planeten sowie das Ausschalten möglicher Defensivanlagen, deren Feuerreichweite in den Orbit reichen können, vorbereiten. Folglich ist nicht mit irgendwelchen großkalibrigen Ionenkanonen oder Turbolasern zu rechnen.“ Im selben Moment passte sich die holografische Projektion erneut der bisherigen Planungsphase an. „Sobald Harte und seine Einheit in Byss' Orbit ausreichend vorgedrungen ist, wird die Erste Flottille unter dem Befehl von Commodore Sloan – und mit einem riesigen Evakmar und zwei Acclamatoren im Schlepptau – das Schlachtfeld betreten. Sie, meine Damen und Herren, werden das endgültige Durchbrechen der feindlichen Reihen übernehmen, damit Sturmtruppen und Imperiale Armee zügig mit dem Landen beginnen können.“ Eine weitere Anpassung der Projektion erfolgte. „Dritte Flottille, Sie werden in der Zwischenzeit das rasche Absetzen Ihrer Sturmtruppen sowie dem Großteil Ihrer Flottensoldaten vorbereiten und durchführen. Denn denen obliegt die Sicherung der Werften...“

    In knappen Sätzen hatte Tarkin die gewünschte Strategie beschrieben. Mittlerweile stellte das Holo den gesamten Ablauf in einer Endlosschleife dar, wobei man am unteren rechten Rand zu jeder Zeit die jeweilige Phase ablesen konnte. Allmählich machte sich unter den anwesenden Offizieren erstes Gemurmel breit. Vereinzelt flüsterten sich manche Kommandanten etwas zu. Doch der Admiral ließ sie gewähren. Sollten sie sich ruhig austauschen und eventuell Fragen formulieren. Damit hatte der Kommandeur schon gerechnet. Zwar vertraute er seinem Stab voll und ganz, aber helle Köpfe saßen auch im Publikum – da war er sich sicher. So bereitete sich der hagere Mann von Bessimir langsam auf die ersten Fragen vor. Höchstens der bullige Hüne neben ihm, Tarvitz, schien das aufkommende Gemurmel nicht gerade zu begrüßen. Ein abfälliges Schnauben war von seiner Seite zu hören.

    Es dauerte nicht sehr lang und die erste Frage wurde gestellt. Ein Captain der Dritten Flottille (Toji Murata) erhob sich höflich und fragte:
    „Gibt es einen genauen Anteil an Flottensoldaten, den wir zu den Werften schicken sollen, Sir?“

    „Ab der Klassifizierung 'Kreuzer' sollte das Kontingent bei fünfundsiebzig, besser achtzig Prozent liegen, Captain“, entgegnete der Admiral, nachdem er kurz nachgelesen hatte. „Dabei sollten Sie am Besten auf volle Zugstärke aufrunden. Vertrauensvolle Besatzungsmitglieder sollen währenddessen die Aufgaben und Pflichten der Sicherheitskräfte an Bord übernehmen. Takten Sie Ihre Wachen also sinnvoll.“

    Ein zweiter Kommandant, ein Commander aus der Ersten Flottille, erhob sich als nächster. „Werden die gegnerischen Schiffe als 'prisentauglich' eingestuft oder sollen Enterungen so 'sanft' wie möglich vorgenommen werden?“

    „Die Besatzung gilt als Deserteure, nicht deren Schiffe“, antwortete der Admiral. „Folglich gehören sie weiterhin der (loyalen) Imperialen Flotte.“

    Plötzlich schaltete sich der Verwalter mit dem dichten Schnauzer ein: „Ich möchte Sie zudem davon in Kenntnis setzen, dass Seine Majestät, Imperator Allegious, höchstpersönlich (!) keinerlei Milde bei den Deserteuren angeordnet hat! Diese Verräter sollen zerschmettert werden und künftig allein als abschreckendes Mahnmal für Personen dienen, die in Versuchung kommen.“ Noch ein abfälliges Schnauben. „Sehen Sie diese Kerle also als Rebellen an!“

    „Ich denke, weitere Unklarheiten können auch später im Einzelnen noch geklärt werden“
    , reagierte Tarkin diplomatisch, um keine Debatte aufkommen zu lassen. Immerhin handelte es sich nur bei der Führungsriege um Verräter. Ein einfacher Mannschaftler hatte damit nicht viel zu tun. „Ich möchte Sie abschließend noch darauf hinweisen, dass ab sofort eine Kommunikationssperre herrscht. Kein Schiff soll irgendwelche Informationen über diese Operation nach außen geben. Des Weiteren wird die Funkfrequenz kurz vor dem letzten Sprung nach Byss sowie nach dem geplanten Auftauchen der Ersten Flottille geändert. Sie halten gleich die jeweiligen Informationen. Geben Sie diese Daten nicht weiter!“ Scharf musterte er die Anwesenden. „Sie können wegtreten.“

    :: Teta-System :: Empress Tetas Orbit :: „Allgegenwärtigkeitsbasis“ :: Besprechungsraum :: Admiral Raymus Tarkin samt Begleiter (darunter Rear Admiral Harte und Grand Moff Tarvitz) sowie die Kommandanten der Ersten und Dritten Flottille ::

    written by
    Aiden Thiuro
     
  17. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Teta-System | Orbit von Empress-Teta :||: Allgegenwärtigkeitsbasis | Deck Sieben | Besprechungsraum :||: Captain Toji Murata und sämtliche Schiffskommandanten der Ersten und Dritten Flottille, dazugehörige Kampfgruppenkommandanten und nun auch Admiral Tarkin samt Begleitung (darunter Grand Moff Tarvitz und Rear Admiral Harte) :]

    Unwohl fühlte sich Toji, nachdem er – genauso wie zirka vierzig andere Kommandanten – über die aktuellen Pläne der Flottenführung unterrichtet wurden. Im Namen der Imperialen Verwaltung sollte der Großteil der Neunten Gefechtsflotte das abtrünnige Beshqek-System wieder unter die Kontrolle loyaler Kräfte bringen. Denn allem Anschein hatte zur Zeit eine größere Gruppe an Deserteuren, die sich aus den Überresten der Truppen um Janem Menari und Delak Niriz bildete, die Herrschaft auf der bedeutenden Großwerftwelt Byss übernommen. Doch im Gegensatz zu manch anderem Offizier hatte der athletische Kommandant der „Pandora“ sowohl bei einem Gefecht nahe Delastine als auch bei der Zweiten Schlacht um Bastion leibhaftig gegen andere Imperiale gekämpft, weil diese auf der falschen Seite standen. Er schauderte bei dem Gedanken noch einmal notgedrungen die Waffen auf einstmalige Kameraden richten zu müssen.

    Begleitet von einem scharfen Mustern der Anwesenden beendete Admiral Tarkin letztendlich dieses Briefing, indem er sie „Wegtreten“ ließ. Während der Kommandeur der Neunten anscheinend noch ein paar Worte mit dem greisen Rear Admiral wechselte, flammte zur selben Zeit in den Reihen der zahlreichen Kommandanten einzelne Gespräche auf. Dabei konnte man bei manchen recht deutlich den glühenden Kampfeifer heraushören, derweil andere, genau wie Toji, eher ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hatten. „Final Absolution“, so der klangvolle Name der Operation, spaltete die anwesenden Offiziere und würde auch bei den jeweiligen Besatzungen für einigen Tumult sorgen – da war sich der Commenorer aus Erfahrung sicher. Trotzdem behielt er seine Vorbehalte erst einmal für sich. Seiner Meinung nach war es einfach nicht sonderlich schicklich in Hörweite der Admiralität irgendwelche Diskussionen in dieser Richtung zu führen.

    Leander, der während der ganzen Besprechung schweigend neben dem Captain gesessen hatte, sah das offenbar genauso. Er deutete Toji bloß an, dass man nun den Raum zu verlassen hatte, und ging dann – vollkommen in sich gekehrt – den Korridor in Richtung Hangar entlang. Flüchtig fragte sich der Kommandant der „Pandora“, ob der Commodore ebenfalls im Sith-Bürgerkrieg in irgendwelche Gefechte mit Imperialen auf der anderen Seite verstrickt gewesen war. Insgeheim bedauerte er, dass er so wenig Kenntnisse über diesen Thronkampf besaß. Weder kannte er die genauen Hintergründe, noch besaß er einen richtigen Überblick über diese kurze Phase, die er selbst erlebt hatte. Ihm – wie fast allen Bürgern im Imperium – war bloß bewusst, dass der Machtkampf letztendlich verheerende Auswirkung auf ihre Vormachtstellung innerhalb der Galaxie gehabt hat. Still und leise hatten sich die Rebellen sammeln und in neuer Stärke erheben können, während sich gleichzeitig im Imperium die politische und militärische Führung gegenseitig an die Gurgel gegangen war.

    Im nachdenklichen Ton sagte Vilmer Leander auf einmal als könne er wirklich Gedanken lesen:
    „Es ist schon erstaunlich wie stark die Nachwehen sind. Ich dachte immer, Bastion sei der Schlusspunkt in diesem unrühmlichen Kapitel imperialer Geschichte gewesen.“

    Murmelnd hatte der gertenschlanke Commodore diese beiden Sätze gesagt, aber Toji hatte sie trotz diverser Geräusche, welche die Raumstation stets von sich gab, gehört. Ein bisschen war der Tapani deshalb in der Meinung des imperialen Captain gestiegen. Doch auch in diesem Punkt hielt sich der uniformierte Commenorer lieber zurück. Vielleicht konnte man im wartenden Shuttle oder später an Bord der „Pandora“ darüber reden. Den jetzigen Moment hielt er einfach nicht für einen günstigen Zeitpunkt. Zu viele Kommandanten, die sich vielleicht einen Vorteil daraus erhofften, waren noch in ihrer Nähe, da sich wie immer mehrere Fähren einen Hangar teilten. So gingen die beiden Offiziere auch weiterhin ohne ein Wort zu sagen den Gang entlang. Dabei ließ das künstliche Licht, das auf Stationen wie auf Schiffen allgegenwärtig war, ihre grün-grauen Uniformen noch trister wirken. Für Leander, Toji und all die anderen Militärs war das aber längst Gewohnheit; Alltag.

    Erst im Shuttle, das inzwischen abgehoben auf dem Rückweg war, fand der tapanische Adlige seine Lust auf ein Gespräch offenbar wieder:
    „Captain, was sind Ihre nächsten Schritte?“

    „Bisher habe ich es immer wie folgt gehandhabt...“, sagte Toji und setzte dementsprechend zu einer Erklärung an. „Zuerst halte ich eine Besprechung mit meinen Brückenoffizieren ab. Sie sollen ohne große Verzögerung über die Pläne in Kenntnis gesetzt werden, um danach schnellstmöglich in ihren eigenen Bereichen die zuständigen Sektionsoffiziere richtig zu informieren.“ Im Endeffekt folgte er mit diesem Vorgehen quasi dem üblichen Prozedere, weshalb der Commenorer ungestört fortfahren konnte. „Etwa zwei Stunden vor der Schlacht würde ich dann – wie von mir bisher stets praktiziert – an die Mannschaft eine Extraration austeilen. Schließlich sollen sie im Kampf fit sein...“

    Weil der Captain bloß die andere Seite der Rückenlehne sehen konnte, konnte er das Brummen, das Leander anfangs von sich gab, nicht richtig einschätzen. Erst als dieser sagte: „Das Vorgehen finde ich vorbildlich, Toji. Sie können unter meinem Kommando gerne weiter so agieren.“ Kurz pausierte der Commodore. „Und wie handhaben Sie in diesem Fall das Detail mit den Flottensoldaten?“

    „Captain Browl und dessen Stellvertreter werde ich wohl persönlich über den geplanten Einsatz in Kenntnis setzen, Sir“, antwortete der Kommandant nach einer Weile. „Zudem würde ich gerne noch meinen Feuerleitoffizier, Lieutenant Commander du Telac, zu diesem Gespräch dazu holen, um den wahrscheinlichen Ausfall an Sicherheitskräften rechtzeitig durch kompetente Besatzungsmitglieder ersetzen zu können.“

    Schwere, arbeitsreiche Stunden warteten auf sie. Die „Pandora“ musste sich noch auf die anstehende Schlacht, die über Byss stattfinden sollte, endgültig vorbereiten. Mit etwas Glück kam Toji am Ende noch zu etwas „Freizeit“. Bevor er wieder über mehrere Stunden in einem tödlichen Zweikampf mit feindlichen Kriegsschiffen seine ganze Konzentration aufbrauchen würde, wollte er vielleicht etwas Sport in einem Trainingsraum der alten Dame machen. Keinerlei Gerätschaften hatte er seit Corellia mehr genutzt. Während der Captain insgeheim diesen Plan fasste, bewegte sich das klobige TIE/sh Shuttle weiter auf Empress Tetas leblosen Nachbarplaneten, Trayst, zu. In dessen Orbit wartete der rauchgraue Victory-II-Sternzerstörer – fast schon sehnsüchtig – auf die beiden Offiziere. Irgendwie konnte man vor einer Mannschaft, die in Kriegsdingen mittlerweile erfahren war, nur schwer etwas in diese Richtung verbergen. Wilde Gerüchte, so glaubte Toji, gab es jedenfalls schon längst. Dafür hatte Commodore Leanders Auftauchen für zu viel Wirbel gesorgt.

    [: Teta-System | im Anflug auf Trayst :||: TIE/sh Shuttle | Passagierkabine :||: Captain Toji Murata und Commodore Vilmer Leander :]

     
  18. Dr. Ming Tau

    Dr. Ming Tau Senatsbesucher

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Messe :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis, sowie andere:]

    Langezeit hatten die beiden Ärzte geschwiegen und sich mit ihrem Essen auseinandergesetzt. Jeder von ihnen war seinen eigenen Gedanken nachgegangen. Das bisher besprochene hatte zu denken gegeben und sowohl Ming als auch Darvis vertraten ähnlich Meinungen und dies konnte ein Grund sein, warum sie sich so gut verstanden und auch privat – wenn man dies überhaupt so nennen konnte auf einem Schiff wie der Pandora – miteinander verkehrten. Sie waren nicht nur Kollegen sondern auch Freunde geworden und beide schätzten die Meinung des jeweils anderen. Weder Darvis noch Ming konnten sich über die Zusammenarbeit beschweren. Diese lief hervorragend. Etwas, was nicht unbedingt üblich sein musste. Teamarbeit war jedoch erforderlich und innerhalb der Krankenstation lief es nicht unbedingt anders wie auf der Brücke der Pandora, nur dass das Gebiet ein anderes war und wenn man ehrlich war sehr viel komplexer und auch schwieriger. Die Krankenstation war ständig im Einsatz und im Gegensatz zur Brücke mussten sie mir wirklichem Leben kämpfen. Nirgends war der Tod so nahe wie dort und die Emotionen so gewaltig. Dieser Gedankengang brachte Darvis erneut auf die Counselor und so legte er seine Gabel beiseite. Da sein Teller eh leer war konnte er das Gespräch auch von neuem aufnehmen.

    „So ganz lässt mich die Sache mit der Counselor nicht los. Ming, du sagtest du hättest die ein oder andere Vermutung. Gibt es dabei was konkretes? Immerhin hattest du sie in hin und wieder auf unserer Station.“

    Tau legte ebenfalls ihre Gabel zur Seite und blickte dem Kuati in die Augen. Natürlich war er neugierig und irgendwie verstand Ming dies auch. Sie war nur nicht sicher ob sie etwas sagen sollte. Andererseits, mit wem sollte sie sonst sprechen. Einmal von ihrer guten Freund abgesehen, die allerdings nicht viel Zeit hatte und momentan schlief. Zum andern war sie auch nicht in allen Bereichen die richtige Ansprechpartnerin.

    „Dies zu erläutern ist nicht einfach Darvis. Wenn man mal die Gerüchteküche beiseitelässt und versucht wirkliche Informationen zu bekommen. Ich hatte bisher ja hin und wieder die Möglichkeit mit ihr zu sprechen. Nicht zuletzt weil sie ja einige Zeit im Koma verbrachte und nach ihrem aufwachen sie noch unter Beobachtung stand. Allein die Tatsache, dass sie darauf bestanden hat in den aktiven Dienst zurück zu kehren obwohl ich diese Meinung nicht vertrat. Für mich hat es so ausgesehen als ob sie versuche mit aller Gewalt etwas zu unterdrücken oder besser gesagt zu verdrängen. Meine Argumente waren schlüssig und jeder hätte sie nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern sich auch zweimal überlegt ob meine Äußerungen nicht durchgesetzt werden sollten. Ich lief auf Grund. Sie kehrte in den aktiven Dienst zurück obwohl ich dagegen war und dabei hätte auch sie wissen müssen, dass dies nicht zu ihrer Genesung beitragen würde.“

    Darvis schmunzelte leicht. „Nun ja, dies würde eindeutig aufzeigen, dass die in ihrem Bereich mehr als nur gut ist“, meinte er.

    Ming schüttelte leicht verärgert den Kopf darüber.

    „So würde ich es nicht unbedingt sehen. Sie mag gut sein, sehr gut von allem was ich bisher gehört und auch gelesen habe. Allerdings sollte jedem Counselor auch klar sein, dass er selbst wenn er in Mitleidenschaft gezogen wurde, darauf achten sollte sich nicht selbst an den Rand eines Zusammenbruches bringt.“

    Darvis nickte etwas. „Hattest du den Eindruck sie stünde vor einem Zusammenbruch?“

    Ming nickte bestätigend.

    „Ja durchaus. Sie hat die Schlacht von Corellia bestritten, nahm an einem Essen teil und kam kurz darauf bei mir vorbei. Laut ihrer Aussage litt sie unter starken Kopfschmerzen und man sah ihr dies auch im Gesicht an. Gleichzeitig erklärte sie, dass sie nicht schlafen könne und dies schon seit mehreren Wochen. Ihr Gewicht hat sich drastisch verändert und ist bedenklich.“

    Darvis seufzte, nippte an seinem Glas und sah seine Gesprächspartnerin erneut an. „Ich verstehe nicht so ganz worauf du hinauswillst Ming.“

    „Man sollte eins und eins zusammenzählen können. Despayre hat sie verändert. Ich kannte sie zwar vorher nicht aber ich erkenne wenn jemand aus einem Koma aufwacht und sich verhält als ob etwas auf seine Seele drücken würde. In letzter Zeit ist dies schlimmer geworden. Jedenfalls bis vor kurzem.“

    „Du meinst also, dass sie ihre eigene Psycho soweit angegriffen ist, dass sie ihren Job als Counselor nicht mehr macht, hm, durchaus normal würde ich meinen“, meinte Darvis.

    Ming legte ihren Kopf leicht schräg und ließ ihre Finger über den Rand des Glases streichen. In diesem Punkt konnte sie mit ihrem Kollegen nicht konform gehen.

    „Nein, diesen Punkt schiebe ich entschieden zurück. Die junge Akaji gehört nicht zu den Leuten die einfach den Schwanz einziehen und etwas aufgeben was ihnen wichtig ist. Dies passt nicht zu ihrer Persönlichkeit und zu dem was sie ausstrahlt. Ich denke, dass der Hund wo anders begraben liegt. Tiefer und vielleicht nicht so offensichtlich.“

    Darvis versucht mit den Gedankengängen seiner Kollegin mitzuhalten musste sich allerdings eingestehen, dass er ein Problem hatte. Ihm war nicht ganz ersichtlich worauf sie hinaus wollte. Irgendwie tat er sich damit ein wenig schwer.

    „Entweder ich bin zu dusselig zu begreifen was du mir sagen willst Ming, oder es ist eindeutig zu hoch für mich“, erklärte er lachend.

    „Hattest du Kontakt zum Arzt der Musashi Darvis?“

    Der Kuati schüttelte den Kopf. Nein dies hat er nicht wirklich gehabt. Scheinbar schien dies jedoch Ming gehabt zu haben.

    „Macht nichts. Ich hatte es kurz, unter anderem durch das weiterleiten der medizinischen Daten wie auch ein Brainstorming. Jedenfalls scheint es so, als ob sie schon auf der Musashi begonnen hatte ihre Tätigkeit einzustellen, wenn auch gegen Ende hin.

    „Und?“, äußerte Darvis dem noch immer nicht ganz klar war was Ming verfolgte.

    „Mir gibt dies zu denken. Es muss ja einen Auslöser gegeben haben und ich denke es wäre durchaus möglich, dass unser Gespann nicht so gut harmoniert.“

    Darvis kratzt sich am Kopf. „Spekulationen bringen uns da nicht wirklich weiter. Es kann tausende Gründe geben Ming.“

    „Ja kann es. Ein Problem ist, dass sie mit mir nicht spricht. Fast so als hätte ich ihr was getan.“

    Diesmal lachte der Kuati. „Naja, dies hast du durchaus. Immerhin warst du diejenige, die sich gegen ihren Einsatz ausgesprochen hat.“

    Ming zog sie Stirn in Falten.

    „Dies ist bei weitem kein Grund, aber natürlich wäre es möglich.“

    Ein weiteres Lachen folgte von dem Kuati.

    „Kann es einfach sein das du dir zu viele Sorgen machst?“, hackte er nach.

    „Gut möglich, vielleicht habe ich auch einfach erwartet, dass es in Bezug auf Counselor und Arzt eine bessere Zusammenarbeit gibt. Jedenfalls hätte ich mir dies gewünscht. Es ist die erste wirkliche Gelegenheit hier mit einer Psychologin zusammen zu arbeiten und ich finde einfach, dass es ein Gewinn ist.“

    „Ich verstehe was du meinst und würde dies befürworten. Vielleicht sollten wir abwarten und sehen was passiert. Immerhin haben wir ja die Chance mit ihr zu sprechen“, fügte Darvis an.

    Vielleicht hatten sie dies. Sicher war sich Ming da nicht.

    „Ich weiß nicht, was wenn sie ab demnächst vielleicht ein eigenes Kommando erhält? Dann wäre unsere Chance vertan.“

    Die Worte der Exotin hatten einen leicht bitteren Beigeschmack und Darvis konnte dies sogar nachvollziehen. „Denkst du dies könnte passieren?“, wollte er wissen.

    Ming dachte darüber einen Moment nach. Es könnte passieren. Auch wenn sie noch nicht viel von ihr mitbekommen hatte, so war sie sicherlich dazu in der Lage und Ming glaubte kaum, dass die junge Akaji auf ewig die zweite Geige spielen wollte.

    „Es kann so viel geschehen und warum sollte sie auf Dauer die zweite Geige spielen wollen. Von ihrem Charakter her wundert es mich, dass sie noch immer den ersten Offizier spielt. Es sind ohnehin nicht so viele Frauen im Dienst der Marine. Warum also sollte Commander Akaji nicht zusehen, dass sie ein eigenes Kommando bekommt?

    „Vielleicht aus dem Grund Ming, dass es ihr nicht nur um ihrer Karriere geht. Ihr Vater ist Commodore, nicht unbedingt sehr hoch was den Rang jetzt angeht aber ein Mann der präsent ist und gute Kontakte zum Oberkommando hat“, klärte er sein Gegenüber auf.

    „Ich weiß und genau aus diesem Grund wundert es mich. Ihr stehen alle Türen offen und dennoch dümpelt sie hier als erster Offizier herum wo sie ein eigenes Kommando haben könnte.“

    „Ming, langsam! Du vergisst wohl, dass sie dann ihre Arbeit als Counselor fast an den Nagel hängen könnte. Vielleicht hat sie auch ihre ganz eigenen Gründe warum sie hier ist. Und ich weiß ja, dass du durch deine Zwangsrekrutierung nicht ganz glücklich hier bist.“

    Diesmal war es Ming die ein wenig verletzt dreinsah.

    „Darvis bitte, ich bin nicht der Meinung das man dies vergleichen kann.“

    Der Kuati griff nach der Hand von Ming und drückte diese kurz.

    „Ich denke schon, wenn auch in einem anderen Rahmen“, sagte er sanft.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Messe :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis, sowie andere:]
     
  19. Dr. Ming Tau

    Dr. Ming Tau Senatsbesucher

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Messe :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis, sowie andere:]

    Ein wenig verletzt sah Ming ihr Gegenüber an. Darvis hatte einen wunden Punkt erwischt in diesem Moment und obwohl er versuchte sie zu beschwichtigen, zog dies nicht ganz.

    „Ich finde es nicht ganz fair, dass du meine Situation mit der von jemand anderem vergleichst. Besonders weil es in meinen Augen nicht passt. Was hat meine Zwangsrekrutierung bitte dem Fall Akaji zu tun oder umgekehrt?“

    Ein leichtes Funkeln lag in den Augen der Exotin, als sie ihre Worte ein Spur zu emotional an ihren Kollegen weitergab. Jener hatte das Gefühl soeben in ein Fettnäpfchen getreten zu sein. Damit hatte er nicht gerechnet. Besonders nicht nachdem sie sonst so offen und gesprächig war.

    „Es tut mir Leid Ming, ich wollte dir nicht zu nahe treten. Es war nicht meine Absicht einen Vergleich anzustellen. Aber du musst auch zugeben, dass dir das Ganze Thema seines eigenen Werdegangs noch immer zu schaffen macht und es somit durchaus Ähnlichkeit gibt“, sprach er vorsichtig weiter, in der Hoffnung sie würde ihn nicht für seine Worte töten.

    Ming legte ihren Kopf leicht schräg und atmete tief durch. Versuchte Darvis es wirklich dieses Thema weiter zu verfolgen? Es schien so und sie war sich nicht sicher ob sie dies wollte. Aus irgendeinem Grund hatten sie seine Worte sehr getroffen und vielleicht kämpfte sie noch immer damit, dass sie ihren Traum nicht hatte ausleben können. Das ihr das Imperium dazwischen gekommen war, ihr und nicht wem anderem. Sie hatte dies nie so ganz verstanden und gut möglich das sie noch immer daran zu kauen hatte. Jedenfalls würde dies ihre Reaktion beantworten.


    „Ja du hast Recht, ich bin hier nicht ganz glücklich. Mir bringt es allerdings auch nichts daran erinnert zu werden. Ich habe mich mit meiner Lage arrangiert und erfülle meine Pflicht so wie jeder andere es tut. Ich liebe diesen Job und dies reicht.“

    Der Kuati schüttelt seinen Kopf und griff nach Ming’s Hand um jene zu drücken. „Bist du sicher, dass dir dies auch genügt? Selbst wenn man seinen Job gerne macht, sich dafür aufopfert, so heißt dies noch lange nicht, dass es gut ist seinen Traum aufzugeben. Man mag ihn nach hinten schieben aber gänzlich aufgeben sollte man ihn nicht. Du magst gezwungen worden sein dem Imperium so zu dienen, was nicht dein Traum war. Jedenfalls nicht an Bord eines Kriegsschiffes“; begann Darvis und wurde von seiner Kollegin unterbrochen.

    Darvis, ich habe lange Zeit damit gerungen, geflucht, mich aufgeregt und versucht mich dagegen zu Stämmen und nichts hat wirklich etwas gebracht. Meine Wünsche hat man damals nicht respektiert, man hat sie für unbedeutend abgestempelt und mir erklärt, dass ich meinen Dienst für das Imperium zu leisten habe ohne nachzufragen. Ich war jung, sehr jung und habe mich überfahren lassen. Wäre ich heute in der gleichen Situation würde ich anders verfahren.“

    Unterschwellig war so etwas wie Wut in ihrer Stimme zu hören und Darvis drückte ihre Hand.

    „Vielen geschieht so etwas wie Unrecht. Du hättest die Möglichkeit deinen Dienst zu quittieren. Hast du dies schon einmal in Erwägung gezogen?“, wollte er wissen.

    Die Exotin zog ihre Hand zurück und schüttelte den Kopf.

    „Sicherlich könnte ich den Versuch machen nur um mir am Ende etwas über Pflichtgefühl und Loyalität anhören zu können. Zum anderen hätten sie die Macht dafür zu sorgen, dass ich erst gar keine eigene Praxis eröffnen kann. Vergiss es Darvis, ich habe nicht die Lust darüber zu diskutieren auch wenn du es noch so gut meinst. Du hast mich vorhin auf dem falschen Fuß erwischt, besonders weil ich mir selbst nichts anderes wünschen würde als Karrieremäßig weiter zu kommen und es vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann, wenn jemand anderes dies nicht tut.“

    Ming seufzte, griff nach ihrem Glas und trank dieses aus. Auch wenn sie weitgehendst ruhig geblieben war, so konnte sie dennoch fühlen wie sie innerlich ungehalten war. Warum sie ausgerechnet jetzt so reagierte verstand sie nicht ganz. Fakt war, dass sie nun hier war und bleiben würde. Ihr Traum war zerbrochen und nicht wieder herzustellen. Sie tat ihr bestes und eigentlich konnte sie sich nicht beschweren.

    „Wir können vieles in unserem Leben nicht nachvollziehen, wenn wir die Hintergründe womöglich nicht kennen. Jeder von uns gestaltet sein eigenes Leben oder versucht es. Die einen haben mehr Glück, die anderen weniger. Träume können sich auch verändern. Du magst einen aufgegeben haben Ming, aber dies bedeutet nicht, dass du einen neuen erschaffen kannst. Es gibt tausende von Möglichkeiten. Jede davon geht in eine andere Richtung und von diesen tausenden von Möglichkeiten gibt es erneut tausende. Was die Zukunft uns bringt wissen wir nicht. Wer sagt dir denn, dass du vielleicht nicht irgendwann mal ganz wo anders stehst? Für alles gibt es Wege und Lösungen. Es ist an uns sie zu finden und wenn wir sie gefunden habe auch zu ergreifen.“

    Ein Lächeln huschte über die Lippen der jungen Ärztin, als sie die Worte ihres Kollegen vernahm, der sie rührend aufbaute wo sie sich gerade in einem Tief befand. Er war ein wundervoller Zuhörer.

    „Danke, dies bedeutet mir sehr viel und jetzt geht es mir auch ein wenig besser. Ich könnte dir nicht einmal sagen warum mich deine Worte so tief getroffen haben.“

    Darvis lachte. „Vielleicht, weil du bisher versucht hast einen Teil deiner Gefühle beiseite zu drängen und weil du zu den Frauen gehörst, die gerne Karriere machen würden? Ihre eigene jedenfalls?“, erklärte er nüchtern.

    Ming lächelte diesmal offener.

    „Vielleicht. Vielleicht kam auch ein wenig Ärger dazu. Es ist ja nicht so, dass ich hier gänzlich unglücklich wäre. Die Pandora ist zu meinem Zuhause geworden. Dennoch fühlt man sich irgendwo allein.“

    Genau genommen fühlte sie sich sehr allein. Auch wenn sie dies nicht offen zugeben würde. Sie war eben eine Frau mit Gefühlen und diese Gefühle ließen sich nicht einfach so wegschieben oder einschließen.

    „Ich weiß was du meinst und ich denke wir sind nicht die einzigen denen es so geht. Beneidenswert die, die eine glückliche Partnerschaft haben“, meinte er seufzend.

    „In der Tat. Ebenso jene deren Gefühle erwidert werden!“

    Oh, diese Worte waren ihr einfach herausgerutscht und Darvis zog neugierig eine Braue in die Höhe. „Ah ja? Klingt so als hättest du jemandem im Auge?“ hakte er nach.

    Ming biss sich auf die Lippe und wünschte sich im gleichen Moment nichts gesagt zu haben. Dummerweise würde ihr Kollege keine Ruhe geben.

    „Vergiss es Darvis, ich werde dir ganz sicher nicht erklären auf wen ich hier stehe und auf wen nicht. Erstens geht es dich nichts an und zweitens würde ich damit nicht hausieren gehen.“

    Das Gesicht des Kuati bekam etwas trauriges. „Schade, hätte ja sein können das ich der glückliche bin“, witzelte er.

    „Sehr witzig. Sicher, hätte sein können aber leider muss ich dich enttäuschen!“

    Beide lachten, wenn auch Darvis ein klein wenig enttäuscht war.

    [: Teta-System | Orbit von Trayst :||: Neunte Gefechtsflotte | Dritte Flottille | Achte Kampfgruppe | VSD II „Pandora“ | Messe :||: Dr. Ming Tau und Dr. Darvis, sowie andere:]
     
  20. Kate Manice

    Kate Manice Amazone Premium

    [Prolog:]

    "Schei** Kaylo, wo verdammt nochmal bist du?"

    "Ich..." *chhhh* "...keine..." *chhhh* "... Kate ... " *chhhh* "... kommen ..." *chhh*

    Kate schüttelte den Kopf und drehte an der Frequenz des Kommunikators. Sie hatte ein Bild von einem zusammengeschlagenen Kaylo vor sich, welches immer wieder flimmerte und die Hälfte von dem, was er ihr sagen wollte, war mehr als unverständlich und abgehakt.

    "Ich bekomm dich nicht richtig rein! Sag mir nur, wo du bist!!"

    "Nicht..." *chhhh* "...Shaddaa..." *chhhh* "... Kate ... " *chhhh* "... nicht Nar ..." *chhh*

    Kate sah noch, wie jemand ins Bild trat und Kaylo eine scheuerte. Dann brach die Kommunikation komplett zusammen oder wurde direkt von der anderen Seite her gekappt. Die junge Frau hob die Hände an den Kopf, strich sich das dunkle Haar zurück und lehnte sich gegen die Rückenlehne der Bank. Schei**!



    Ein Jahr später...

    .:: Teta-System | Empress-Teta | Cinnagar | Royal District | Iron Citadel ::.



    Der Raum war dunkel. Es gab keine Fenster. Die Dunkelheit schien sie nicht nur zu umhüllen. Sie hatte sie komplett eingenommen. Sie war nicht allein. Stimmen in ihrem Kopf. Sie sprachen unentwegt auf sie ein.

    Frieden ist eine Lüge. Es gibt nur Leidenschaft.
    Durch Leidenschaft erlange ich Kraft.
    Durch Kraft erlange ich Macht.
    Durch Macht erlange ich den Sieg.
    Durch den Sieg zerbrechen meine Ketten.
    Die Macht wird mich befreien.

    Sie hatte schon lange aufgehört, sich gegen die Stimmen zu wehren. Ihre Handgelenke waren blutig von den Ketten, die ihre Hände hinter der Rückenlehne fest zusammen hielten. Zu Beginn hatte sie noch heftig an ihren Fesseln gezerrt. Mittlerweile wusste sie, dass es nichts brachte. Sie war ausgelaugt, ausgehungert und desorientiert. Sie war gefangen, schon viel zu lange, aber es war nicht wichtig, was geschehen war. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern woher sie gekommen und was passiert war. Man hatte ihr die Erinnerung daran genommen, aber selbst das war ihr nicht bewusst. Und sie waren noch lange nicht mit ihr fertig. Sie würde nicht nur wichtige Dinge ihres Selbst vergessen. Sie würde neu programmiert werden. Man würde sie für sich gewinnen, ohne sie wirklich zu überzeugen. Die Überzeugung dessen, was sie später leben würde, würde mit dem Leben selbst kommen. Selbst wenn sie sich irgendwann wieder an Bruchstücke erinnern würde, so würde sie nicht zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können. Es würde sie verrückt machen oder sie war bis dahin stark genug, um über der Ungewissheit zu stehen. Vielleicht würde sie dann mehr Macht erlangen, als man ihr zusprechen wollte und dann würde man sie einfach aus dem Weg räumen. Aber für den Augenblick wollte man sie auf der richtigen Seite wissen. Sie würde eine Sith sein, sobald sie mit ihr fertig waren und niemand würde sie davon abhalten, diesen Plan bis zum Ende zu bringen!


    Ein weiteres Jahr später...

    .:: Teta-System | Empress-Teta | Cinnagar | Royal District | Iron Citadel | Quartier ::.


    Stille durchzog den gesamten Raum. Sie hatte das Zimmer schon vor einigen Wochen bezogen. Vielleicht waren es auch schon zwei oder drei Monate. Wer zählte die Tage? Trotzdem war es eher spartanisch eingerichtet. Das musste sich dringend ändern. Kate stand am Fenster und blickte über die Stadt. Cinnagar war kein schlechter Ort um zu leben. Das Leben in der Zitadelle war anders als ihr bisheriges Leben. Sie war Freiheit gewohnt. Ein missmutiger Blick über die Schulter hin zur Tür folgte. Vor der verschlossenen Tür stand wie immer ein Wächter, extra abgestellt, um sie im Auge zu behalten. Die junge Frau hielt es nicht für notwendig weiterhin unter dem prüfenden Blick des Leibwächters zu stehen. Sie hatte nicht vor, irgendetwas anzustellen, aber man vertraute ihr nicht. Warum sollte man auch?
    Sie wusste, wer sie war. Sie war Kate Manice. Die Tochter des Led Manice. Sie war vor langer Zeit zur Jedi-Ritterin ausgebildet worden, hatte sich dem Orden allerdings nie zugehörig gefühlt. Man hatte sie ausbeuten wollen. Etwas anderes tat der Jedi-Orden nicht. Die Jedi waren alle nur Sklaven der Republik. Sie wahrten einen vorgetäuschten Frieden, vollzogen das angebliche Recht, sorgten für falsche Gerechtigkeit und feierten sich als bescheidene Helden der Galaxis. Kate hatte sie durchschaut. Bereits vor langer Zeit hatte sie erkannt, dass dies alles nur Lügerei und Betrug war. Ihr Vater hatte sie ebenso täuschen wollen, wie alle anderen auch. Man hatte sie schief angesehen, als sie den Orden hatte verlassen wollen. Warum hatte sie sich ausbilden lassen, nur um dann zu verschwinden? Schon damals hatte man ihr nicht vertraut, hatte sie verurteilt, ohne sie und ihre Beweggründe wirklich verstehen zu wollen. Kate kannte die Realität. Sie hatte eine harte Kindheit gehabt, war nicht wohlbehütet aufgewachsen, wie viele der Jedi es waren. Sie hatte für sich und ihren Bruder kämpfen müssen. Er hatte die Wahrheit viel früher erkannt. Er war von Anfang an Anhänger der dunklen Seite gewesen. Die dunkle Seite versprach Einfluss. Sie verlieh Macht über andere. Gerade über diejenigen, die es nicht wert waren bedauert zu werden, oder jene, die glaubten besser zu sein. Davon gab es zu viele. Auf jedem Planeten der Galaxis lungerten sie herum, ohne jegliche Daseinsberechtigung. Sie hatte während der Jahre der Kriminalität genug Abschaum kennen gelernt.

    Ihr persönlicher Weg war von Umwegen geprägt worden. Sie hatte für den Commodore gearbeitet, hatte sich innerhalb der Black Sun einen Namen gemacht. Sogar Gale hatte Angst vor ihrem Einfluss gehabt, dessen war sie sich absolut sicher. Warum sonst hatte er versucht, sie für sich zu gewinnen und sie zur Rin'na zu machen? Nur, um sicherzustellen, dass sie ihm gegenüber loyal bleiben würde. Er wollte sie beschäftigt wissen, damit sie ihm nicht gefährlich werden konnte. Aber Kate war keine Marionette. Sie hatte sich nie benutzen lassen, sondern war immer ihren eigenen Weg gegangen. Sie war zu den Sith übergewechselt. Besser noch! Sie war hier auf Empress-Teta unter den Krath. Hier wusste man um ihre Fähigkeiten und obwohl sie einen Wächter zur Seite gestellt bekommen hatte, fühlte sie sich nicht schlecht. Ihre Fähigkeiten schienen ausgeprägter als je zuvor. Ihr Geist war geöffnet. Sie spürte alles um sich herum in doppelter Intensität. Die Stärke durchzog ihren Körper. Sie fühlte sich frisch und mächtig, einflussreich, obwohl es noch nicht danach aussah. Sie spürte, dass sich dies bald ändern würde. Nur etwas Geduld und schon bald würde sie wieder tun und lassen können, was sie wollte. Nein, mehr sogar, denn dann würde es keine Grenzen mehr geben.

    Sie verschränkte die Arme vor der Brust und sah wieder hinaus auf die Hausdächer. Ein zufriedenes Lächeln legte sich auf ihr Anlitz. Ein Sturm zog auf. Die Luft wurde kühler, arktisch sogar, zauberte Eisblumen ans Fensterglas. Bald. Bald war es soweit.


    .:: Teta-System | Empress-Teta | Cinnagar | Royal District | Iron Citadel | Quartier ::.
     

Diese Seite empfehlen