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[Fiction] Always a catch- Es gibt immer einen Haken

Dieses Thema im Forum "Fan-Filme, Fiction und Art" wurde erstellt von Obawan, 1. Februar 2009.

  1. Obawan

    Obawan seit ihrem 9. Lebensjahr heimlich in Obi-Wan verli

    Erstmal gaaaaanz wichtig!

    Diese Story entsteht nicht nur durch mich. Durch eine kleine Allianz arbeiten - ein guter Bekannter von FanFiktion.de- General Antilles und ich zusammen. Also geht alle Kritik und natürlich auch Lob (hoffen wir zumindest^^) an uns beide. Weiterhin bin ich ihm sehr dankbar für seine Unterstützung was die bösen Technik-Sachen aus Star Wars angeht^^

    Also dann: Viel Spaß beim Lesen!!

    Personen
    : Obi-Wan Kenobi, Griffin Ukkr (OC), Drake (ein Kloncommander) und später auch Anakin Skywalker

    Zeit
    : während der Klonkriege

    Genre:
    Actionabenteuer

    Kurzbeschreibung
    :

    Eine zunächst ganz harmlos erscheinende Mission wird für Obi-Wan und seinen neuen Klon-Commander Drake schnell zu einem wahren Albtraum. Was die Seperatisten, ein Padawan und General Grievous damit zu tun haben? Dass müsst ihr schon allein herausfinden....


    ---------

    Prolog

    Das schimmernde Hologramm warf hellblaue Glanzlichter auf das Gesicht des Klons, der die gesammelten Daten eines ihrer Aufklärer präsentierte.
    ?Geschätzte Bevölkerung: 6,75 Milliarden; Durchmesser: 12.750 Klicks. Raumfahrt: faktisch Null.?
    ?Klingt nach einem einfachen Ziel.?, meinte Obi-Wan Kenobi.
    Vor ungefähr einem halben Jahr hatte man dem Jedi-Meister sein siebtes Sky Corps weggenommen und ihm stattdessen das zwölfte unterstellt. Der Commander dieser Einheit, ein Klon namens Drake mit einem kleinen Technik-Tick, war ein guter Mann. Obi-Wan war dankbar, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Drake war intelligent, außerordentlich talentiert wenn es darum ging, Probleme kreativ zu lösen und er besaß genau den richtigen Grad an Selbstständigkeit, den ein Klon seinem Geschmack nach haben durfte. Auch außerhalb der Einsätze verstand Obi-Wan sich gut mit ihm.
    Jedenfalls besser als mit seinem Padawan.
    Vor gut einem Jahr hatte der Jedi-Rat ihm in seiner unendlichen Weisheit einen neuen Schüler zugewiesen. Allerdings kam er mit diesem Jungen- Griffin Ukkr- nicht sonderlich gut klar.
    Griffins ursprünglicher Meister war bei einer Mission nahe dem Äußeren Rand ums Leben gekommen. Obi-Wan hatte den Jedi-Meister Havoc nur flüchtig gekannt und Griffin tauchte in diesen eh schon nebligen Erinnerungen an gelegentliche Begegnungen im Saal der Tausend Quellen gar nicht auf.
    Man hatte den mehr durch Verhalten als durch Worte geäußerten Wunsch des Jungen, nach dem Tod seines Meisters aus dem Jedi-Orden auszutreten, schlichtweg ignoriert und ihn dem nächsten freien Meister zugewiesen, der halbwegs zu ihm passen könnte.
    Doch Obi-Wan hatte nicht das Gefühl, als würden er und Griffin -der sich so sehr von Anakin unterschied wie der Tag von der Nacht- sonderlich gut harmonieren.
    Damals war Anakin gerade in den Rang eines Jedi-Ritters erhoben worden, als der Junge mit Widerwillen im Herzen einfach auf der Matte gestanden hatte. Manchmal fragte sich Obi-Wan, ob es sein Schicksal war, sich mit einem Padawan erst nach vielen Jahren annähernd gut zu verstehen.
    ?Laut dem Aufklärer verfügt die Bevölkerung dieses Planeten über gute Atmosphärenjäger und starke Waffen, die sie ?BFB? nennen. Sie zu unterschätzen wäre falsch, Sir, zumal sie starke Bodentruppen haben.? sagte Drake.
    ?Wie lauten die Anweisungen des Rates, Commander??, fragte Griffin, der bei diesem Brainstorming ebenfalls anwesend war.
    ?Der Rat befiehlt uns, dass wir den Planeten einnehmen und die separatistischen Truppen eliminieren sollen. Unseren Informatinen zufolge bauen sie hier ein besonders widerstandsfähiges Erz ab.?
    Bevor jemand etwas antworten konnte, ertönte der charakteristische Alarm, der den Austritt aus dem Hyperraum ankündigte. Die Sichtblenden fuhren vorbei und gaben den Blick auf eine blau-grüne Welt frei, deren Oberfläche größtenteils von Wasser bedeckt war. Riesige Wolkenfelder verwehrten ihnen die Aussicht auf die Landmassen des Planeten.
    Sofort erfüllten Meldungen über die Position der Begleitschiffe ihres Venator-Sternenzerstörers den Raum. Einer der Klone teilte ihnen mit, dass die Kommunikation auf dem Planeten erheblich zugenommen hatte.
    Also hatte man sie schon entdeckt.
    ?Commander.? setzte Obi-Wan an. ?Bereiten sie die Truppen auf die Landung vor. Ziele dürfen sie selbst wählen, aber Begleitjäger will ich dabeihaben.?
    ?Jawohl, General.?, bestätigte Drake und gab durch seinen Comlink die Befehle weiter.
    ?Meister, muss ich mitkommen??, fragte der Padawan leise. Obi-Wan kannte die Einstellung seines neuen Schülers zum Kämpfen, doch er konnte den Jungen nicht unnötig lange von offenen Kampfhandlungen fernhalten. Kämpfen gehörte zur Ausbildung numal genauso dazu wie das Ausarbeiten eines Plans. Er wusste wirklich nicht, wie oft er das noch erklären musste, bevor der Padawan es endlich begriff.
    ?Ich könnte die Truppen von hier aus koordinieren.? schlug Griffin vor.
    ?Nein, du kommst mit.? wies Obi-Wan ihn an und verließ die Brücke, um sich für den Kampf vorzubereiten.
    Griffin blieb missmutig zurück und wandte sich nach kurzer Zeit wieder dem atemberaubenden Anblick des Planeten unter ihnen zu.
    >>Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.<< dachte der junge Padawan beim Gedanken an die bevorstehende Mission.

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    um stellungnahme wird gebeten^^
     
  2. Obawan

    Obawan seit ihrem 9. Lebensjahr heimlich in Obi-Wan verli

    und hier folgt gleich Kapitel 1!!
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    Invasion

    Das Luftlanderegiment sah sehr beeindruckend aus mit seinen zweitausendvierhundertvier Infanteristen, die auf den Befehl zum Besteigen der LAAT/i-Landungsboote warteten. Alle Klonsoldaten sahen in ihrer weißen Rüstung genau gleich aus. Keiner von ihnen unterschied sich in Größe oder Statur vom anderen. Unzählbar viele Schritte hallten von den hohen Wänden des Hangars wider. Genau diese Einheitlichkeit verbunden mit ihrem vollkommenen Pflichtbewusstsein war es, was die Klone beinahe unbesiegbar machte. Jeder einzelne von ihnen war höchstmotiviert, absolut gehorsam und der Republik sowie dem Kanzler treu ergeben. Doch genau dieser Fakt war es, der Obi-Wan schon seit dem Beginn seiner Zeit als General in der Großen Armee der Republik Sorgen bereitete.
    'Diese Armee von Sklaven wird unser Untergang sein.'
    Damals hatte er diesen zufällig im Tempel aufgeschnappten Gedanken als Schwarzseherei abgetan. Heute war er sich da nicht mehr so sicher.
    Der Hangar selbst wirkte überfüllt. Er war nur für zwanzig Larties ? wie die Klone die Kanonenboote nannten ? ausgelegt. Tatsächlich aber drängten sich hier fast 80 davon.
    Obi-Wan ließ seinen Blick über die geschäftigen Befehlshaber und wartenden Soldaten schweifen. Trotz der chaotischen Umstände gingen sie absolut strukturiert vor und hatten alles selbst im Griff. Außerdem beschwerten sie sich nicht. Er seufzte schwer. Damit waren sie weitaus selbstständiger als sein neuer Padawan.

    In Griffin löste der Anblick der Soldaten in ihren beige-braunen Rüstungen mit dem T-Visor der mandalorianischen Helme schon seit jeher ein mulmiges Gefühl aus. Es waren die Mandalorianer gewesen- zu denen auch Jango Fett, der Gen-Spender der Klonarmee gehört hatte- die viele Jedi auf dem Gewissen hatten. Sein ehemaliger Meister hatte ihm die Furcht vor diesen Söldnern eingetrichtert, bis Griffin keinem von ihnen mehr ohne Unbehagen den Rücken zudrehen konnte.
    Dieser Krieg hatte ihn misstrauischer werden lassen, als seine ganze vorherige Ausbildung es jemals gekonnt hätte. Was er in den letzten Monaten erlebt hatte, vor allem der Tod seines Meisters, hatten ihn an der Rolle der Jedi in diesem Krieg zweifeln lassen.
    Sein neuer Meister allerdings schien nichts gegen seinen Job als General zu haben.
    Die freundschaftliche Art, mit der Obi-Wan den Klonen begegnete, stand im Gegensatz zu dem, was Griffin von seinem alten Meister kennengelernt hatte.
    Dieser hatte die Trooper immer mit Respekt, aber dafür auch mit deutlichem emotionalem Abstand behandelt.
    Trotzdem schien vor allem Drake Obi-Wans Wohlwollen zu genießen. Jedenfalls hatte Griffin deutlich im Gefühl, dass sein Meister auf eine gewisse Art mehr für den Commander übrig hatte, als für ihn.
    Griffin war bekannt, wen sein Meister vor ihm als Padawan gehabt hatte. Neben seinen Erfolgen als General war das wohl der Grund für seinen hohen Bekanntheitsgrad unter den Jedi.
    Immer, wenn er Obi-Wan mit nachdenklicher Miene und verschleiertem Blick vor sich hinstarren sah, wurde ihm schmerzlich bewusst, wie unwürdig er doch im Vergleich zu Anakin Skywalker sein musste, dem Auserwählten, der einer Prophezeiung nach die Macht wieder ins Gleichgewicht bringen würde.
    Griffin war den beiden vor ein paar Jahren einmal im Tempel begegnet. Es war ihm schwer gefallen, nachzuvollziehen, wieso sie sich so gut verstanden hatten. Anakins aufbrausende und herausforderne Art hatten im krassen Gegensatz zu Obi-Wans eher ruhigem und introvertiertem Wesen gestanden. Doch trotz ihrer Charaktere, die verschiedener nicht hätten sein können, hatte Griffin schon damals den tiefen Einklang zwischen ihnen gefühlt. Jetzt spürte er an jeder Bewegung und jedem Wort deutlich, dass sein Meister seinen ehemaligen Padawan sehr vermisste.
    Griffin hob den Blick, als er Obi-Wans leise Schritte hörte. Wie immer schien seine Anwesenheit den Raum auszufüllen, kaum dass er ihn betreten hatte. Er war wie üblich den Umständen entsprechend gekleidet. Die Unterarmschienen einer Trooper-Rüstung zierten seine Arme. Außerdem hatte er einen Brustpanzer zerschnitten und trug den oberen Teil. So waren seine Schultern, Arme und ein Teil seiner Brust im Gefecht vor umherfliegenden Splittern und Blasterschüssen geschützt. Trotzdem war er in seiner Bewegungsfreiheit nur minimal eingeschränkt.
    ?Wie ich sehe, bist du doch gekommen, mein junger Padawan.?
    ?Ja, Meister??, antwortete Griffin. Dass er nicht wirklich eine Wahl gehabt hatte, schob er beiseite.
    ?General, Sir!? grüßte Drake, pflichtbewusst wie er war. Pflichtbewusst, wie jeder der Klonkrieger war.
    Griffin konnte das Leuchten in den Augen des Commanders zwar nicht sehen, aber aus seiner Stimme hörte er die deutliche Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit einem Jedi heraus, der inzwischen zu einem Freund geworden war.
    Meister Havoc hatte Griffin am Anfang des Krieges einmal etwas über die Klonkrieger erzählt, das er nie richtig verstanden hatte.
    Klonsoldaten, nicht Klonkrieger -berichtigte sich Griffin in Gedanken selbst. Meister Havoc hatte sie immer Soldaten genannt. Er meinte, dass die Klone keine Krieger seien, denn sie kämpften nicht für sich, sondern verteidigten die, die es selbst nicht konnten.
    Doch sobald sie ihre Helme trugen, verloren sie für Griffin irgendwie ein Stück ihrer Menschlichkeit und wirkten eher wie eine Einheit Marionetten, die man beliebig von A nach B verschieben konnte.
    ?Das 4. Luftlanderegiment ist bereit zum Start. Wollen sie noch ein paar Worte an die Männer richten, General??
    Griffin hatte früh gelernt, dass es Leben retten konnte, die richtigen Worte zur richtigen Zeit auszusprechen. Das war die Aufgabe eines Jedi: Leben retten. Und dazu gehörten auch die Klone, vielleicht ganz besonders die Klone.
    Deswegen überraschte es ihn, als Obi-Wan die Frage seines Commanders mit einer beiläufigen Bewegung der Hand abtat.
    ?Wir nehmen einen Planeten ein, auf dem die Seperatisten verschwindend wenig Droiden haben. Die Bevölkerung wird nicht so dumm sein, sich auf ihre Seite zu stellen. Das wird also mehr so etwas wie eine Übung denn eine richtige Schlacht. Ich verlasse mich auf die Männer. Sie werden es gut machen.?
    Drake nickte ab und straffte die Schultern. Offenbar war er stolz, wie sehr der General ihm und seinen Männern vertraute. Obi-Wan warf Griffin einen Seitenblick zu.
    ?Wir werden die erste Welle begleiten.?
    ?Jawohl, Sir. Wünschen sie, dass ich ebenfalls dabei bin??
    Obi-Wan nickte lächelnd.
    ?Gut.?
    Ein Adjutant erschien neben dem Commander. Er trug eine kleine Kiste unter dem Arm und bewaffnete Drake mit einer frischen DC-15s-Pistole, einer kleinen Blasterwaffe. Auffordernd bot er auch den beiden Jedi Pistolen an.
    ?Wir brauchen solche unzivilisierten Waffen nicht.? sagte Obi-Wan genervt. Jedes Mal bekam er erneut Feuerwaffen angeboten und jedes Mal musste er erneut ablehnen. Was stellte Drake auch alle Nase lang einen neuen Adjutanten ein.
    Wenn sein Kommentar den Soldaten störte, lies der es sich jedenfalls nicht anmerken, das musste man ihm lassen.
    ?Commander? Möchten sie eine?? fragte der Adjutant Griffin höflich und hielt ihm die Kiste hin. So ganz würde Griffin sich wohl nie daran gewöhnen, dass man ihn mit 'Commander' ansprach, aber ein Padawan hatte nunmal automatisch diesen Rang inne.
    Griffin zögerte. Wenn er eine nehmen würde, wäre er dann noch ein Jedi?
    Ja. Er wusste, dass General Tur-Mukan sogar mit einem trandoschanischen LJ-50 Erschütterungsgewehr in die Schlacht zog, also wäre es wohl erträglich, wenn er eine Pistole trug. Er warf Obi-Wan einen kurzen Blick zu, als er sich dankend eine der Blasterwaffen griff, doch sein Meister schien absichtlich nicht in seine Richtung zu schauen.
    Die Waffe fühlte sich merkwürdig klobig in seinen Händen an, ganz anders als ein Laserschwert. Doch auf eine seltsame Art und Weise hatte Griffin das Gefühl, dass sie ihm vielleicht mehr nutzten würde als jedes Lichtschwert. Er war noch nie sonderlich geschickt im Umgang mit dem Schwert gewesen. Und selbst, wenn er sich diesen Fakt nicht selbst eingestehen würde, so würden es ihm seine regelmäßigen Trainingskämpfe mit seinen Meister nur allzu deutlich machen.
    ?Wenn du genauso gut mit dieser Pistole bist, wie mit deinem Schwert, dann wäre es ratsam, sich von dir fernzuhalten.? sagte Obi-Wan, noch immer ohne Griffin anzusehen.
    Einen Moment sah es so aus, als würde Drake zu Gunsten des Padawans eingreifen wollen, doch dann besann er sich eines Besseren.
    Drake hatte als Soldat schon unter einigen Jedi und auch Padawanen gedient, doch noch nie war ihm jemand wie dieser Menschenjunge begegnet. Auch General Kenobi war ein Machtnutzer, doch bot dieser ihm durch seine Präsenz und sein Verhalten etwas Greifbares. Griffin vermochte dies nicht. Der Junge war verschlossen und schweigsam. Er pflegte kaum Kontakt zu den Männern. Und auch seine offene Abneigung gegen diesen Krieg war es, die Drake diesen Jungen von Anfang an suspekt erscheinen ließ. Er begriff offenbar noch nicht, wieso sie diesen Krieg führen mussten. Außerdem war er weder als Techniker noch als Schütze wirklich zu gebrauchen. Das machte nicht nur ihm, sondern auch Obi-Wan zu schaffen.
    Dieser spürte Drakes Mitgefühl für Griffin und biss sich wegen seiner Aussage eben leicht auf die Lippe. Er war schon seit Tagen ohne ersichtlichen Grund so gereizt. Ihre bevorstehende Mission schien einfacher als jede bisherige, doch genau deshalb konnte sie unter Umständen sehr gefährlich werden, das wusste er.
    Doch ob seine miese Stimmung auf ihre Mission zurückzuführen war oder eher auf das Verhalten seines neuen Padawans, mit dem er oft noch sehr wenig anfangen konnte, bleib ihm ein Rätsel.
    Zusätzlich zu diesen Problemen beschäftigte ihn noch etwas, dass er in die tiefsten Schichten seines Bewusstseins verdrängt hatte: Anakin. Er wusste, dass er sich eigentlich keine Sorgen zu machen brauchte. Anakin war jetzt ein Jedi-Ritter und nicht mehr auf ihn angewiesen. Keiner wusste besser als er, dass dieser Junge auf sich selbst aufpassen konnte. Doch es war jetzt schon mehrere Wochen her, seitdem er sich das letzte Mal gemeldet hatte. Er wusste, dass eine Mission im Outer Rim Anakin momentan ziemlich in Beschlag nahm, doch er hatte einfach ein schlechtes Gefühl bei der Sache.
    ?In die Landungsboote!? befahl Obi-Wan plötzlich laut und deutlich ? jetzt wieder ganz der General.
    Auf seinen Befehl hin brach sofort geordnetes Chaos aus. Das Scheppern von Rüstungen, die beim hektischen Besteigen der Schiffe gegeneinander gerieten, erfüllte die Luft.
    Offiziere brüllten Befehle, Leutnants riefen ihre Züge zusammen, Seitenschützen stiegen in ihre Kuppeln, Piloten bemannten ihre Cockpits.
    Wieder einmal bewunderte Obi-Wan die Effizienz, mit der seine Männer arbeiteten.
    Er bestieg zusammen mit Griffin und Drake eines der Schiffe. Sie waren allein im Frachtraum, denn das Boot trug größtenteils Munition. Als die Seitenschotten sich schlossen, konnte Obi Wan spüren, dass sein Padawan zunehmend nervös wurde. Das lag einerseits an ihrem bevorstehenden Einsatz, andererseits wahrscheinlich an Obi-Wans Blick, den er auf sich spüren musste.?Warum hast du die Pistole genommen?? fragte er unvermittelt.
    ?Warum habt ihr so kurz vor der Schlacht nicht noch einmal mit den Soldaten gesprochen?? schoss der Padawan zurück und hätte sich anschließend dafür am liebsten selbst aus dem Boot geworfen.
    Ein Padawan widersprach seinem Meister nicht, schon gar nicht in dem Ton, den er eben angeschlagen hatte.
    ?Du hast meine Frage nicht beantwortet.?
    Obi-Wan lies den plötzlich aufflammenden Ärger über die Respektlosigkeit seines Schülers durch sich hindurchfließen und konzentrierte sich wieder auf das Wesentliche.
    ?Warum hast du die Pistole genommen?? wiederholte er seine Frage.
    ?Ihr habt mir selbst schon oft genug gesagt, dass ich mit dem Lichtschwert schrecklich bin. Ich dachte, dass ich mit einer Pistole vielleicht besser bedient wäre.? antwortete Griffin.
    Obi-Wan lies Atem entweichen, den er unbewusst angehalten hatte. Er war mit der Antwort nicht zufrieden, doch jetzt war nicht der Zeitpunkt, um darüber zu sprechen.
    ?Du wolltest wissen, warum ich keine Moralansprache gehalten habe. Die Klone werden diesen Auftrag hervorragend erledigen, auch ohne meine Reden. Ich vertraue ihnen.?
    ?Meister Havoc hielt immer eine kleine Ansprache, um den Männern ihr Ziel noch einmal zu verdeutlichen.?
    ?Und was hat es ihm gebracht?? fragte Obi-Wan. Griffin setzte gerade zu einer Antwort an, als die Stimme des Piloten durch die Lautsprecher drang.
    ?Fünf Minuten bis zum Eintritt in die Atmosphäre!?
    Für diesen Seitenhieb eben biss sich Obi-Wan dieses Mal auf die Zunge. Es stand ihm nicht zu, über Meister Havocs Methoden zu urteilen, wo er ihn doch nicht einmal gekannt hatte. Außerdem musste sein Kommentar Griffin verletzt haben. Einmal mehr verfluchte er seinen momentan gereizten Zustand. Was konnte der Padawan dafür, wenn er so unausgeglichen war. Er würde sich später für sein Verhalten entschuldigen müssen.
    ?Festhalten!?
    Das Landungsboot begann zu zittern, als sie die unteren Schichten der Atmosphäre erreichten.
    Allen an Bord machte dabei ein Gedanke Sorgen.
    Bisher hatte sich noch kein separatistischer Jäger gezeigt. Normalerweise wären bereits ganze Geschwader von ihnen aufgetaucht.
    ?General!?, rief der Pilot.
    ?Die Gladius meldet Atmosphärenjäger, die uns entgegenkommen! Sie sind von einem unbekannten Typ.?
    Das überraschte Obi-Wan, denn sie hatten damit gerechnet, dass sich die Seperatisten-Jäger zeigen würden, wenn sich ihre Eskorte von ihnen getrennt hatte. Doch wenn ihnen jetzt fremde Atmosphärenjäger entgegenkamen, musste etwas nicht stimmen? oder es war ein Bluff.
    Obi-Wan hatte schon viele Tricks ihrer Gegner erlebt und nahm an, dass das hier ein neuer war. Also befahl er ihrer Eskorte, vorauszufliegen und die angreifenden Jäger auszuschalten.
    Sollten ihre ARC-170-Jagdbomber doch hoffnungslos unterlegene Atmosphärenjäger abschießen. Das vorrangige Zeil war es, jede der Latten unbeschadet nach unten zu bringen.
    Es dauerte fast eine Minute, bis Drake über Funk mit den Piloten der Jagdbomber verbunden war und diese Meldungen abgaben.
    ?Feindkontakt. Wir sind ihnen überlegen und schießen einen nach dem anderen ab. Stelle auf VOX.?
    Im nächsten Moment hallten die absolut gleich klingenden Stimmen der Piloten im Frachtraum wieder.
    ?Hab einen!?
    ?Schönes Feuerwerk, Sieben.?
    ?Feindkontakt in Sektor acht, drei Feindjäger, Red Flight, Angriff!?
    ?Ich hab einen im Rücken!?
    ?Keine Sorge, vier! Bin da!?
    Dann herrschte plötzlich Stille. Obi-Wan spürte das Erstaunen und die Fassungslosigkeit der Piloten.
    ?Warum retten die ihre Droiden mit Schleudersitzen?!?
    Obi-Wans Herz schlug plötzlich irgendwo hinter seiner Kehle. Wenn es stimmte, was er vermutete, konnte das ungeahnte Konsequenzen haben. Er sah Drake auffordernd an. Dieser nahm Kontakt zu einem der Piloten in ihren Jagdbombern auf. Sie mussten sich vergewissern, dass kein Irrtum vorlag.
    ?Blue Flight sieben, bestätigen sie: Schleudersitz wurde gesichtet.?
    ?Positiv, Sir! Schleudersitz gesichtet!? Die Stimme des Piloten klang gehetzt, als er antwortete.
    Obi-Wan ballte die Hände zu Fäusten.
    ?Verdammt!?
     
  3. Rushix

    Rushix Oberster Befelshaber der Republik.

    Die ist cool. Alos wirklich. Ein kleiner schüchtender Jedi mit Obi Wan das kann doch net gut gehen.
    Und die Beschreibung finde ich Ähnelt unserer Erde:verwirrt:

    PS: Mein erster Beitrag.
     
  4. Obawan

    Obawan seit ihrem 9. Lebensjahr heimlich in Obi-Wan verli

    Kapitel 2

    Ein verhängnisvoller Fehler

    Ein kurzer Hinweis im Voraus: Ad'eta heißt 12 auf Mando`a

    Ansonsten: bei Fragen und/oder Anregungen einfach anschreiben^^
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    Kurz nach Obi-Wans Ausbruch herrschte Stille im Landungsboot. Griffin starrte ihn fassungslos an. Er hatte seinen Meister noch nie die Beherrschung verlieren sehen. Doch dann wurde sich der Padawan des wirklichen Ernstes der Lage bewusst.
    Die Klone in den ARCs schossen nicht auf seperatischtische Droiden. Sie hatten das Feuer auf Atmosphärenjäger eröffnet, die mit Menschen besetzt waren. Griffin wurde flau im Magen. Jetzt verstand er Obi-Wan.
    Drake zog seinen Helm vom Kopf. Er wollte die Stimmen der Piloten nicht mehr hören, die einer nach dem anderen dem feindlichen Feuer zum Opfer fielen. Der General würde seine Unterstützung brauchen. Sie mussten schnellstmöglich ihr weiteres Vorgehen planen und neue Befehle erteilen. So gut ihre Einsätze auch vorbereitet sein mochten, mit solch einer Situation hatte keiner von ihnen gerechnet.
    ?Das darf doch nicht wahr sein!? fuhr der General auf. ?Wieso haben wir nicht gespürt, dass die Jäger mit Lebewesen besetzt sind?!?
    Obi-Wan versuchte, sich zu beruhigen und seine Mitte wieder zu finden. Nur so konnte er jetzt die richtigen Entscheidungen treffen.
    Innerlich jedoch verfluchte er diese ganze Operation. Es waren so viele Emotionen auf beiden Seiten im Spiel, dass es unmöglich war, irgendetwas aus diesem Gefühlschaos herauszufiltern.
    Auch Griffin war immernoch fassungslos angesichts der neuen Situation. Der Padawan blickte Hilfe suchend zu seinem Meister.
    ?Drake!? sprach Obi-Wan seinen Klon-Commander plötzlich an.
    ?Befiehl den Piloten, das Feuer einzustellen und wieder zu den Landungsbooten zurückzukommen!?
    ?Jawohl, Sir!?, bestätigte Drake.
    Es dauerte nur wenige Sekunden, bis er die Anweisungen des Generals an ihre Jagdbomber weitergab.
    ?Alle Piloten, Feuer einstellen und zu den Larties zurückkehren! Ich wiederhole: Stellt das Feuer ein und kommt zu den Larties zurück!?
    ?Jawohl, Commander!? antwortete ein Staffelführer nach dem anderen.
    Sie mussten den Befehl befolgen. Es war egal, ob sie gerade einen feindlichen Jäger vor ihren Rohren hatten oder ob sie selbst verfolgt wurden.
    Eine Armee, die Befehle nicht befolgte, war tot.
    ?Drake, ich brauche einen Funkkanal auf allen Frequenzen.? wies der General an.
    ?Einen Augenblick.?
    Obi-Wan hoffte, Kontakt mit den Piloten der Atmosphärenjäger aufnehmen zu können und so den Schusswechsel zu beenden.
    Drake fummelte kurz an seinem Helm herum und zog dann den Comlink daraus hervor. Es war ein kleines, leistungsstarkes Gerät, mit dem man- falls nötig- noch von der anderen Seite des Planeten aus die Gladius, ihren Sternenzerstörer und Operationsbasis zugleich, erreichen konnte.
    Obi-Wan nahm das Gerät entgegen.
    ?Hier spricht General Obi-Wan Kenobi von der Großen Armee der Republik. An die Atmosphärenjäger: Es liegt ein Missverständnis vor. Stellen sie das Feuer ein und antworten sie!?
    Griffin hoffte inständig, dass sein Meister den beidseitgen Irrtum ausräumen konnte und die drei bisher abgeschossenen ARC-Jagdbomber ihre einzigen Verluste an diesem Tag blieben würden.
    ?Sie sind ohne Genehmigung und in feindlicher Absicht in unseren Luftraum eingedrungen und haben unsere Jäger abgeschossen. OHNE VORWARNUNG!Und jetzt sagen sie uns, das wäre ein Missverständnis?! Sie halten uns wohl für total bescheuert!? brüllte jemand durch den Comlink zurück.
    Vermutlich einer der Atmosphärenjagdpiloten.
    ?Nein, das tue ich nicht. Ich will nur vermeiden, dass noch mehr Männer getötet werden.? gab Obi-Wan ruhig zurück.
    ?Dann hätten sie nur auf unsere Kommunikationsversuche reagieren müssen, nachdem sie plötzlich in unseren Orbit eingetreten sind. Aber sie mussten ja Landungsboote losschicken und unsere Jäger angreifen, die eigentlich als Eskorte gedacht waren. 'Missverständnis' sagen sie? Dass ich nicht lache!?
    Griffin spürte den Zorn des Piloten unangenehm stark in der Macht. Es war, als würde man unfreiwillig einem Feuer sehr nahe sein.
    ?Jetzt wird ein Schlussstrich gezogen!?
    Obi-Wan holte Luft, um etwas zu erwidern, doch noch bevor er etwas sagen konnte, knackste es in der Leitung. Der Pilot hatte sie verlassen.
    Inzwischen waren die Landungsboote weiter in die Atmosphäre abgetaucht. Die ARC-170-Sternenjäger eskortierten sie bereits wieder.
    Die Atmosphärenjäger hielten sich konstant über ihnen. Sie hätten mit Leichtigkeit entweder die ARCs oder die LAAT/is angreifen können.
    Die ganze Situation stand kurz vor der Eskalation, die Nerven lagen auf beiden Seiten blank. Man musste kein Machtnutzer sein, um das zu spüren.
    ?Hier Red Leader, feindliche Raketen gesichtet! Erbitte Feuererlaubnis!? dröhnte es auf einem anderen Kanal aus dem Comlink. Aufregung färbte die Stimme des Piloten.
    ?Hier Kenobi, negativ, nicht feuern. Schilde auf Maximum!?
    Einige Sekunden vergingen.
    ?General? setzte Drake an. ?Erst der ARC-170B bekommt Schilde.?
    Obi-Wan starrte Drake verständnislos an, doch dann blitzte Verstehen in seinen Augen auf.
    Nein.
    Das durfte doch nicht wahr sein.
    Er hatte einen Fehler gemacht.
    Schon wieder.
    Die Staffeln des Venator-Zerstörers Gladius Senatorum, das Flaggschiff des 12. Angriffscorps, flogen noch den ARC-170A ? der keine Schilde besaß.
    Ihm war dieses wichtige Detail entgangen und jetzt würden einige seiner Männer dafür mit ihrem Leben bezahlen müssen.
    ?Die ARC-170B kommen erst in einer Woche.? stellte Griffin geradezu lächerlich ruhig fest. Doch diese Ruhe war nur äußerlicher Natur, innerlich war sein Padawan mehr als aufgewühlt, das konnte Obi-Wan genau spüren. Doch er hatte jetzt keine Zeit, Griffin gut zuzureden, er musste irgendwie Schadensbegrenzung betreiben.
    Einmal mehr vermisste Obi-Wan schmerzlich seinen alten Padawan. Der technik-verrückte Anakin hätte seinen Meister noch vor der Erteilung seines Befehls geraten, die Jäger zurückzuziehen und ihn daran erinnert, dass die Bomber über keine Schilde verfügten. Obi-Wan hatte sich immer auf ihn verlassen können, denn Anakin entging so gut wie nie etwas. Er schüttelte den Kopf.
    Er selbst übersah auch so gut wie nie etwas. Erst seit diese unbegründeten Sorgen um Anakin- die höchstwahrscheinlich nur seinen Vatergefühlen für ihn entsprangen- seine Gedanken trübten, passierten ihm solche Fehler.
    Schnell verscheuchte er diese Überlegungen wieder. Anakin war nicht hier und es war nicht Griffins Schuld, dass Obi-Wan Probleme hatte, sich an ihn zu gewöhnen.
    Griffins Aufregung und das Entsetzen ihrer Piloten, deren Jäger getroffen wurden, waren so präsent, dass Obi-Wan kaum klar denken konnte.
    Einen Augenblick lang war er wieder ein Padawan, dreizehn Jahre alt und auf Melida/Daan- seine Gefühle und seine Angst lähmten ihn. Diese Situation war zwar völlig anders als damals, aber die Gefühle waren die gleichen. Sein Kopf war leer, er wusste nicht, was er angesichts solch großen Leids tun sollte.
    Aber er war kein Padawan mehr, er konnte sich beherrschen- er würde sich beherrschen.
    Innerhalb von Sekunden entspannte er sich.
    Er half niemandem, wenn er jetzt den Kopf verlor.
    ?Red Leader, erbitte Feuererlaubnis!? drang noch einmal die panische Stimme eines Klons aus dem Comlink. Offenbar war er in unmittelbarer Gefahr. Das da draußen musste ein wahres Schützenfest sein, die Klone waren ohne Schilde und Feuererlaubnis ein leichtes Ziel.
    ?Kenobi, negativ, nicht feuern.?
    Obi-Wan atmete einmal tief durch. Er hatte seine Entscheidung getroffen.
    ?Wir ziehen uns zurück.?
    Das Entsetzen und die Angst der Piloten verwandelten sich in Verwirrung.
    ?Ich wiederhole: Wir ziehen uns zurück. Es wird nicht geschossen!?
    ?Jawohl, General.? erklang ein absolut synchroner Chor aus Klonstimmen, als diese den Befehl bestätigten.
    Griffin konnte die Wut der Piloten spüren, als sie abdrehten. Sie konnten ihre Kameraden nicht rächen, sie durften sich noch nicht einmal selbst verteidigen ? das musste frustrierend für die Elite-Soldaten sein.
    ?Rot Vier getroffen!? rief einer.
    ?Blau zwölf, blau zwölf, hörst du mich? Ad'eta, antworte!?, rief ein anderer Pilot.
    Die Panik in seiner Stimme schnürte den Jedi besser als jeder Macht-Würgegriff die Luft ab.
    ?Ad'eta!!?
    ?Blau zwölf ist gerade eben zerbrochen, elf. Überlebenschancen gleich Null.? meldete sich ein Kontrolloffizier der Gladius.
    ?Grün acht getroffen!? gab ein anderer durch.
    ?Hier Lartie sieben, sind getroffen! Wiederhole: Lartie getroffen! Sie wenden zu einem neuen Angriff!?
    ?Was?!? fragte Kenobi entsetzt seinen Klon-Commander. Ein Landungsboot hatte viel mehr Männer an Bord als ein einfacher Jäger. Die Situation drohte erneut, ihm zu entgleiten.
    Bevor er irgendetwas anderes tun konnte, wurde ihr eigenes Landungsboot erschüttert und sie fielen.
     
  5. Mr. Kevora

    Mr. Kevora Clown Prince of Crime Premium

    Auch mir gefällt der Stil und der Aufbau der Geschichte!
    Weiter so!;)

    Gruß, Kevora
     
  6. Obawan

    Obawan seit ihrem 9. Lebensjahr heimlich in Obi-Wan verli

    es hat ein bisschen länger gedauert, aber keine angst: wir bleiben auf jeden fall am ball :kaw:

    sonst: viel spaß beim lesen und über rückmeldungen und meinungen würden wir uns sehr freuen


    Absturz​


    Zwei Stunden später, RAS Gladius Senatorum, Besprechungsraum der höheren Offiziere


    CL-8181 – oder 'Chief', wie ihn seine wenigen Freunde und nicht ganz so wenigen Untergebenen nannten– verstand die Welt nicht mehr.
    Vor ungefähr zwei Stunden war das Lartie mit General Kenobi, Commander Griffin und Commander Drake an Bord abgeschossen worden. Außerdem hatten sie zwei weitere Kanonenboote und mehrere ARC-170A-Jagdbomber verloren.
    Der in der Rangfolge nächste Offizier war ein B*astard. So nannten die Klone alle Kollegen, die nicht wie sie selbst ein identisches Replikat des Kopfgeldjägers Jango Fett waren. Der dunkelhaarige Mann vor ihm hieß Raymus Antilles und er befahl ausdrücklich, dass sie keine Rettungsaktion durchführen sollten.
    Die meisten anderen Klone, auch die Captains, ordneten sich diesem Mann unter und akzeptierten den Befehl. Sie waren noch immer in dem Denkschema gefangen, dass sich bei ihnen während ihrer Ausbildung auf Kamino manifestiert hatte. Sie fürchteten, dass bei jeder noch so kleinen Abweichung von den erhaltenen Befehlen ein Kaminoaner auftauchen, sie als Fehler der Produktion aussortieren und terminieren würde.
    Mit anderen Worten: dass er sie tötete.
    Aber nicht Chief.
    Er würde diesen aufgeblasenen Idioten von einem Captain wenn nötig solange quer über die Gladius prügeln, bis er seine eigene Unfähigkeit bemerken würde und endlich den Befehl zu einer Rettungsaktion gab.
    „Bevor sie anfangen, Lieutenant“, begann Captain Antilles, gerade als Chief den sonst verlassenen Besprechungsraum betreten hatte.
    „Befehlsanweisung 78A-472-Delta-Charlie: Sollte ein oder mehrere Offiziere hinter den feindlichen Linien als vermisst gelten, so ist eine Rettungsaktion zu unterlassen.“ Der klugscheißerische Tonfall ließ Chief die Hand hinter dem Rücken zur Faust ballen, doch er zwang sich zur Ruhe- zumindest äußerlich.
    „Wo wir gerade so gemütlich mit Befehlsanweisungen um uns werfen: 5D-823-Foxtrott-Echo, Rettung vermisster Offiziere.“, konterte er.
    „Wir wissen doch nicht einmal, ob die Commander und der General noch am Leben sind.“
    Antilles schoss wirklich scharf, daran bestand kein Zweifel. Doch auf Chiefs Blick hin, der sogar eine massive Durastahl-Platte zum Schmelzen gebracht hätte, machte selbst er einen Rückzieher.
    „Aber es wird trotzdem das Beste sein, wenn wir sicherheitshalber das Hauptquartier kontaktieren. Die zusätzliche Meinung eines Vorgesetzten könnte Gold wert sein.“
    „Jawohl, Sir.“, antwortete der Klon zerknirscht. Im Grunde genommen war er im Augenblick noch weiter von einer Rettungsaktion entfernt, als zu dem Zeitpunkt, als er eingetreten war.
    Das Flottenhauptquartier hatte wahrscheinlich Wichtigeres zu tun und würde die Anfrage an den nächst unteren in der Befehlskette weitergeben: Dem Kommandanten aller Streitkräfte im betreffenden Sektor.
    Mit anderen Worten: Sie würden eine Nachricht für den Jedi-General Obi-Wan Kenobi hinterlassen und ihn freundlich darum bitten, sich der Sache anzunehmen, sollte er die Zeit dafür finden.

    Etwa zur selben Zeit, Absturzstelle Lartie-01

    So musste es sich anfühlen, einen Kater zu haben: Ganz schön beschissen.
    Genauso fühlte sich Drake, als er allmählich wieder zu sich kam.
    Über ihm lag ein abgebrochener Lartie-Flügel, die Blasterkanone war wohl im Eimer. Genau wie der Schütze, der in der separaten Kuppel gesessen hatte.
    Fahrig, wie ein Betrunkener, tastete der Commander nach seinem Blasterkarabiner.
    Die meisten Klone konnten so viel auf den DC-15 vertrauen, wie sie wollten. Er fand ihn zu unhandlich, zu ungenau und der Magazinschacht war viel zu umständlich zu erreichen. Der Karabiner aber war selbst auf einen Kilometer noch präzise, kurz genug, um ihn hinter dem Rücken zu verstecken und hatte neben einem einhundert-Schuss-Magazin auch noch einen kleinen, angeschraubten Granatwerfer.
    Als seine Waffe wieder sicher in seiner Hand lag, krabbelte der Klon unter dem Flügel hervor und sah sich um.
    Sie waren in einer weiten Ebene abgestürzt, um sie herum gab es weder eine Anhöhe noch sonst irgendeine Art von Deckung. Drake fluchte innerlich. Bald würden die Freunde der Atmosphärenjägerpiloten kommen und nachsehen, ob wer überlebt hatte. Und dann waren sie wirklich am Arsch.
    Drake zuckte zusammen, als keine zwei Meter von ihm entfernt plötzlich eine Seitenschotte durch die Luft flog.
    Reflexartig legte er seinen Karabiner an und wirbelte auf der Stelle herum-bereit zum Angriff. Doch dann sah er den Verantwortlichen für die vermeintliche Attacke.
    Neben General Kenobi, dessen Tunika mit Blut getränkt war, lag ein Klon, der offenbar schwer verwundet war. Der Jedi hatte den kompletten Panzer des Klons am Oberkörper entfernt und ihn schon fast stümperhaft verarztet. Eines stand fest: Der General war kein Sanitäter.
    „Drake, ich brauche deine Hilfe!“, sagte der General als er ihn bemerkt hatte. Offenbar hatte er – zurecht, angesichts des Zustands des Troopers zu seinen Füßen – mit keinen weiteren Überlebenden gerechnet.
    Obi-Wan war mit der momentanen Situation ein wenig überfordert. Der Soldat starb ihm unter den Händen weg und er konnte nichts dagegen tun. Außerdem kehrte nur langsam wieder Ordnung in seine Gedanken ein. Während des Absturzes hatte er sich den Kopf an einer Kiste mit Munition angeschlagen und jetzt gesellte sich zu der blutenden Wunde am Bauch auch noch ein wütender und alles verschlingender Kopfschmerz, der ihn leicht taumeln ließ, als er sich erhob. Eine quälende Frage drängte sich plötzlich in den Vordergrund. Lebte sein Padawan noch?
    Drake kniete sich neben seinen verletzten Bruder. Er hatte nur die Standard- Klonsoldaten-Sani-Ausbildung genossen: Ein bis zwei Stunden Flash-Training als Fünfjähriger. Trotzdem überprüfte er bei dem Verwundeten sofort die Vitalwerte. Schließlich wollte er keine Medikamente und Bacta-Pflaster an einen so gut wie Toten verschwenden. Das wäre nicht effizient, eine Verschwendung. Und so etwas konnte sich ein Commander der Großen Armee der Republik nicht leisten.
    Drake fühlte über eine Dauer von mehreren seiner eigenen Herzschläge den Puls. Der Soldat war schwach, aber er lebte. Und wenn er Glück hatte, würde er solange überleben, bis die Rettungsschiffe eintrafen.
    Während der Commander sich um seinen Bruder kümmerte, suchte der General nach weiteren Überlebenden. Sein Gefühl trieb ihn dabei zur Eile an- es sagte ihm, dass sie schon sehr bald Besuch bekommen würden. Die Bewohner dieses Planeten waren äußerst gründlich und deswegen zweifelte er nicht daran, dass sie nicht lange allein bleiben würden. Drake war ein fähiger Kämpfer, aber auch mit ihm an seiner Seite würde Obi-Wan es nicht mit einem schwer bewaffneten Einsatztrupp aufnehmen können.
    Halt, sie waren nicht nur zwei, sondern drei.
    Erleichterung durchströmte ihn und gab ihm neue Kraft, als er Griffin spürte. Seine Anwesenheit in der Macht war nicht so stark wie gewöhnlich, aber sie war da. Er fand seinen Schüler auf der anderen Seite des Lartie-Wracks, unter dem anderen Flügel begraben. Er versuchte verzweifelt, sich mit Hilfe der Macht zu befreien, doch seine Fähigkeiten reichten nicht aus, egal wie sehr er sich anstrengte. Der Flügel ächzte und zitterte leicht, bewegte sich aber sonst kein Stück.
    Griffin konnte sich nicht darauf verlassen, dass er in der Lage war, Gegenstände mit Hilfe seiner Gedanken zu bewegen und das, obwohl er bereits 16 Jahre alt war. Diese Tatsache machte Obi-Wan schon seit geraumer Zeit Sorgen. Er selbst hatte sich in diesem Alter sogar in Gefahrensituation auf seine Fähigkeiten in der Macht-Kinetik verlassen können und Anakin hatte Droidenteile quer durch den Raum schweben lassen, kaum dass er es ihm das erste Mal gezeigt hatte.
    Obi-Wan machte eine kleine Handbewegung, nicht mehr als das nachlässige Winken, um eine Fliege zu verscheuchen, und der Flügel flog in die Richtung, die Griffin angestrebt hatte.
    Der Jedi-Meister nahm kurz Verwirrung wahr, dann dämmerte dem menschlichen Padawan, dass er das nicht gewesen war. Obi-Wan spürte seine Dankbarkeit wie ein Leuchtfeuer, als er ihm die Hand reichte und ihm aufhalf. „Danke, Meister.“
    „Gern geschehen!“ sagte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Manchmal erinnerte Griffin ihn doch an Anakin.
    Er verbannte seine Schmerzen in einen Teil seines Geistes, wo sie ihm nichts anhaben konnten und ging weiter um das Wrack herum, um einen Blick ins Cockpit zu werfen. Die beiden Piloten waren tot. Dem einen war die Konsole ins Gesicht explodiert, der andere hatte sich an seiner eigenen Steuersäule aufgespießt.
    „Genau deswegen hasse ich das Fliegen“, murmelte Obi-Wan, sammelte die ID-Chips der Klone ein und begab sich zurück zu seinem freiwillig-unfreiwilligen Padawan und seinem Commander.
    Er erlebte eine kleine Überraschung, als Drake einen Finger auf seinem Helm dorthin legte, wo sein Mund war und ihm so bedeutete, ruhig zu sein. Offenbar sollte er Griffin nicht stören, der mittels Macht-Heilung versuchte, den Trooper zu retten. Und soweit Obi-Wan erkennen konnte, machte er das gar nicht mal schlecht. Zumindest besser, als er selbst es vor wenigen Minuten versucht hatte.
    Der Klon-Soldat tat einen tiefen Atemzug und Griffin selbst schlug selbst die Augen auf. „Er wird durchkommen, wenn wir rechtzeitig Hilfe da haben.“, meinte er und blickte Drake an, so als hätte er damit eine Aufgabe.
    Er verstand den Wink und begann, an die Gladius zu funken, die man mit einem Fernglas am Himmel sehen konnte, zusammen mit ihrer Eskorte.
    „Meister, Ihr seid verletzt.“ Griffin trat einen Schritt auf ihn zu.
    Zum ersten Mal fühlte Obi-Wan sich nicht unwohl, als sein neuer Padawan sich ihm näherte. Er deutete auf den Blutfleck auf seiner hellen Tunika, der immernoch langsam aber beständig größer wurde.
    „Am besten sehe ich mir das kurz an.“ Obi-Wan wollte schon ablehnen, ihn darauf hinweisen, dass es jetzt Wichtigeres zu tun gab und sich dann zu einer Heilmeditation zurückziehen, doch etwas hinderte ihn daran.
    In Griffins Augen leuchtete ein Feuer, dass er erst sehr selten bei dem Jungen gesehen hatte. Kurz vor einem Kampf hatte er stets dasselbe Funkeln in Anakins Augen gesehen. Was für seinen alten Padawan ein Übungskampf mit ihm gewesen war, war für Griffin die Aussicht darauf, jemandem mit seinen Fähigkeiten helfen zu können.
    Er musste nach dieser Mission unbedingt dafür sorgen, dass Griffin von einem Jedi im Tempel übernommen würde, der auf der Krankenstation tätig war. Griffin war kein Krieger, sondern sollte eindeutig eine Ausbildung zum Heiler absolvieren. Es grenzte beinahe schon an Fahrlässigkeit, diesen Jungen mit in ein Kriegsgebiet zu nehmen und ihn zum Kämpfen zu zwingen, obwohl es seiner Natur widersprach.
    Obi-Wan legte sich auf Griffins Anweisung hin gehorsam auf einen der abgebrochenen Flügel ihres Larties und lockerte seinen Werkzeug-Gürtel, um sich das Oberteil bis zur Brust hochziehen zu können.
    Zum Vorschein kam eine klaffende, aber kaum blutende Wunde, die umherfliegende Splitter geschlagen hatten. „Habt Ihr das Metall herausgezogen?“ Obi-Wan nickte. „Als ich aufgewacht bin.“ Griffin betastete vorsichtig die Wundränder, doch Obi-Wan verzog keine Miene. Er hatte es über die Jahre hinweg zu starker Selbstbeherrschung gebracht.
    Griffin schloss seine Augen und platzierte seine Hände auf Obi-Wans Bauch. „Jetzt lasst bitte alle Eingriffe auf die Wunde fallen.“ Der Jedi-Meister tat wie geheißen und hielt die Blutung nicht länger zurück. Im nächsten Moment spürte er einen kleinen Schwall Blut über seine Haut laufen.
    Griffin wartete einen Moment, damit das Blut alle Keime aus der Wunde nach außen tragen konnte und konzentrierte sich dann. „Wenn ich Euch Bescheid gebe, leiht mir bitte ein wenig von eurer Macht, Meister.“
    Bevor er antworten konnte, spürte Obi-Wan Griffins Geist nahe seinem. Er untersuchte seinen Körper sehr gründlich auf innere Verletzungen. Dann richtete er seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Fleischwunde.
    „Jetzt.“, murmelte er. Der Jedi-Meister öffnete seinen Kanal zur Macht. Erstaunt fühlte er, wie sein Padawan seinen Geist für ihn öffnete, ihm die Hand reichte. Obi-Wan tat den Schritt und spürte augenblicklich eine Verbundenheit mit Griffin, die er bis jetzt nicht für möglich gehalten hatte. Die Macht pulsierte zwischen den beiden und Obi-Wan wurde sich dessen bewusst, dass dieser einfache Schritt sie in ihrer Beziehung als Meister und Padawan ein gewaltiges Stück nach vorn gebracht hatte. Zum ersten Mal fühlte er so etwas wie Verbundenheit zwischen ihnen.
    Während die Schmerzen zusammen mit der Wunde langsam verschwanden, beobachtete Obi-Wan seinen Klon-Commander durch die Macht und spürte, wie er immer nervöser wurde, seine Hand immer fester gegen seinen Helm presste.
    Schließlich nahm Griffin seine Hände von Obi-Wans Oberkörper, der erstaunt die Stelle betrachtete, an der sich eben noch eine ernst zu nehmende Verletzung befunden hatte. Er hatte schon zuvor Jedi-Heilkünste erlebt. Nicht zuletzt war er in der Lage, sich selbst zu heilen, aber Griffin hatte für sein Alter hervorragende Arbeit geleistet.
    „Es ist nur provisorisch versorgt, Meister. Für eine gründlichere Heilung haben wir keine Zeit. Überanstrengt Euch körperlich nicht, dann sollte es keine Probleme geben.“ wies Griffin seinen Meister an. „Das hast du wirklich gut gemacht, Padawan. Ich bin stolz auf dich.“ sagte Obi-Wan und klopfte Griffin freundschaftlich auf die Schulter, nachdem er sich wieder angekleidet hatte.
    Der ältere Jedi suchte Blickkontakt mit seinem Commander, der immernoch versuchte, Kontakt mit der Gladius aufzunehmen. „Sir, ich bekomme...“ Doch bevor er seinen Satz beenden konnte, drehte sich Obi-Wan mit gezogenem Laserschwert um und wehrte ein Projektil ab, dass sonst seinen Kopf zerfetzt hätte. Erfindungsreich waren diese Leute, das musste man ihnen lassen. Sonst verwendeten nur die Verpinen Projektilwaffen, aber deren Heimatwelt lag auf der anderen Seite der Galaxis.
    Der Jedi-Meister wehrte auch das zweite Geschoss ab, während Drake seinen Karabiner vorbereitete und zielte. Griffin machte sich daran, den Schützen mit Hilfe der Macht ausfindig zu machen und seine Position an Drake weiterzugeben. Doch der wartete nicht auf die Anweisung, sondern schoss in die Richtung des Schützen.
    Obi-Wan spürte ein kurzes Aufbäumen der Macht, welches dann langsam wieder erstarb. Offenbar war der Schütze getroffen.
    „Der DC-13 Karabiner ist einfach der beste!“, grinste der Commander und unterdrückte den Drang, das Gewehr liebevoll zu tätscheln.
    „Ähm, Drake, ich will dir deinen Erfolg nicht verderben, aber... schau mal auf die andere Seite.“, meinte Griffin, der um die Nase herum ziemlich blass geworden war.
    Alle schauten in die Richtung, die Griffin ihnen zeigte. In einiger Entfernung erhoben sich Staubwolken, an deren Spitzen sehr große, anscheinend gepanzerte Fahrzeuge fuhren.
    „Sie benutzen keine Repulsoren“, stellte Drake mit einem Blick durch sein Fernglas fest. Was er sah, lies ihn staunen. Er hatte von so etwas schon während seiner Ausbildung gelesen, aber gesehen hatte er solche Fahrzeuge auch noch nicht.
    „Kettenpanzer. Sie haben tatsächlich Kettenpanzer.“
     
  7. Obawan

    Obawan seit ihrem 9. Lebensjahr heimlich in Obi-Wan verli

    Kleine Legende am Anfang

    Astra Coruscanti: Stern Coruscants
    KUS- Konförderation unabhängiger Systeme

    (alles andere muss gegoogelt werden :-) )


    Operation Irene

    Große, schwere Kettenpanzer.
    Vor allem verbreitet unter finanziell nicht üppig ausgestatteten Rebellenvereinigungen und Piraten. Ebenso gerne benutzt von primitiven, nicht die Weiten der Galaxis erkundenden Völkern.
    Meist ausgestattet mit ballistischen Sprenggeschossen.
    Namensherkunft: Die großen, als Fahrgestell dienenden Ketten, meist aus einem harten Material.
    Das war das einzige, was Drake in seinem fotografischem Gedächtnis zu dem Thema gespeichert hatte. Es war nicht viel, aber genug um eine Entscheidung zu treffen.
    „General“, sprach er Obi-Wan an. „Wir sollten uns zurückziehen. Zahlenmäßig sind wir weit unterlegen, außerdem haben wir keine Möglichkeit, diese Panzer aufzuhalten.“
    Obi-Wan nickte stumm. Ihm war derselbe Gedanke durch den Kopf gegangen.
    Bevor er allerdings antworten konnte, hob der Klon die Hand. Offenbar hatte er etwas Unerwartetes gehört.
    Es dauerte keine zwei Sekunden, da hörten auch Griffin und der General es: Das Zischen von Raketen, gemischt mit dem dumpfen Wummern von Lartie-Repulsoren. Drake bezeichnete diesen Sound als das Süßeste, dass es in der Galaxis zu hören gäbe. Obi-Wan konnte nicht anders, er musste dem Klon zustimmen. Eine Rettung hatte er schon nicht mehr für möglich gehalten. Er hatte angenommen, dass ein- er hatte die genaue Nummer vergessen- Befehl der GAR greifen würde, der besagte, dass eine Rettungsaktion zu unterlassen sei, sollten ein oder mehrere Offiziere hinter die feindlichen Linien oder in Gefangenschaft geraten. Es war schon Monate her, dass er seine Soldaten bei einer dieser Auffrischungsübungen beobachtet hatte, bei denen sie stundenlang Befehle und die dazugehörigen Nummern herunterratterten, doch an diesen speziellen erinnerte er sich ganz genau.
    Dass sie jetzt trotzdem gerettet wurden, konnte nur einen Grund haben. Einer der Klonsoldaten hatte sich einem Befehl widersetzt. Sein Verstand sagte ihm, dass es wahrscheinlicher war, dass auf Tatooine in diesem Moment Schnee fiel. Deswegen beschloss er, sich später darüber Gedanken zu machen.
    In diesem Moment drang eine Stimme aus den Lautsprechern an Drakes Unterarm-Rüstungsplatte: „General, Commanders, hier Lieutenant CL-8181, wir kommen jetzt feuernd rein. Ziehen sie die Köpfe ein!“
    Hatte Griffin sich getäuscht oder hatte da echte Vorfreude in der Stimme des Klons gelegen?
    Im nächsten Augenblick relativierte sich der Gedanke, da nicht nur eine oder zwei Raketen über sie hinwegzischten, sondern die kompletten Raketenmagazine von vier Kanonenbooten. Das bedeutete: Zweiunddreißig für den Luftkampf ungeeignete, nicht-lenkbare Sprengköpfe.
    Die Raketen schlugen in den gegnerischen Reihen auf breiter Front ein, so ohrenbetäubend laut, dass man die LAAT/i-Angriffstransporter nicht hören konnte, als sie über den drei Abgestürzten schwebten und zur Landung ansetzten. Zwei ihrer drei Schiffe hatten sich der feindlichen Formation zugewandt und schossen auf die sich zurückziehenden Kettenfahrzeuge. Offenbar zogen sie geschlagen ab.
    Ansonsten war alles ruhig, zumindest für Griffin, der trotz der Tatsache, dass er seine Hände nicht mehr auf den Ohren hatte, nichts hören konnte- weder die Klone, die aus den Booten sprangen, die ratternden Panzerketten in der Ferne noch seinen Meister, der einen langsam zurückweichenden Klon-Lieutenant anbrüllte. Griffin konnte keine Lippen lesen, weshalb er nur die Körpersprache beobachtete. Leichte Panik brodelte unter der zerbrechlichen Schicht, die seine Selbstbeherrschung darstellte. Er hatte noch nie sein Gehör verloren. Sicherlich würden sie ihm helfen können, wenn sie ein wenig Zeit für Verletzte opfern konnten. Aber trotzdem verschwand die Angst nicht, vielleicht nie wieder hören zu können.

    Die Klone überraschten den General und Jedi-Meister immer wieder: Jetzt, in diesem Augenblick, stand ein Lieutenant vor ihm, der vier Züge mobilisiert, in Larties gepackt und zu ihnen geflogen hatte – alles weil die Republik Kenobi hatte entscheiden lassen wollen, ob Kenobi gerettet werden sollte.
    Bis dahin hatte Captain Antilles befohlen, dass kein einziger Klon die Gladius oder ihre Begleitschiffe verlassen sollte, ausgenommen die Piloten, die auf Patrouille waren. Folglich hatte CL-8181 gegen einen Befehl verstoßen – Obi-Wan hatte das bisher für unmöglich gehalten.
    Eine Sache, die einen General der GAR so sicher in seinem Handeln machte, war die Tatsache, dass er überzeugt davon sein konnte, dass seine Männer ihm bedingungslos gehorchten. Dieser bedingungslose Gehorsam war eine Sache, die den Klonen in die Wiege gelegt wurde, ja sogar in ihren Genen war er verankert.
    Der Soldat hatte gegen einen Befehl verstoßen und seine beiden Commander, Drake und Griffin, sowie ihn selbst gerettet. Es stand außer Frage, dass er erleichtert über die Handlungsweise des Lieutenants war und dass er richtig gehandelt hatte, aber trotzdem wusste Obi-Wan nicht, ob ihn diese Sache beruhigte oder beunruhigte.
    Offenbar hatte das spezielle ARC-Commander-Training nicht nur auf Männer wie Drake oder Cody gewirkt. Das eine oder andere war wohl auch zu den „niederen“ Rängen durchgesickert.
    Er straffte die Schultern. Egal, wie dankbar er dem Klon für seine kleine Rettungsaktion hier war. Sie hatten Befehl gehabt, sich unter KEINEN Umständen der Planetenoberfläche zu nähern.
    Das Denken der meisten Klonsoldaten basierte auf Logik, die ihnen von Anfang an eingeschärft wurde. Für sie war logisch, dass aus der Missachtung eines Befehls kein freundliches Händeschütteln folgen konnte. Also musste er den Mann zur Schnecke machen, ob er es nun verdient hatte oder nicht. Hoffentlich verstand er die wahre Absicht hinter seinen Worten.
    „Lieutenant, ihre Anweisungen waren klar und deutlich: „Bleiben. Sie. Auf. Dem. Schiff.“ CL-8181 hielt kurz inne. „Soll ich ihnen das vielleicht noch buchstabieren?!“
    Drake kannte seinen General zwar noch nicht besonders lange, aber er hatte bereits herausgefunden, dass sein Temperament – welches laut unbeteiligten Zeugen nicht ganz dem seines ehemaligen Padawans entsprach – nur im Kampf zu Tage trat. Oder wenn ihn jemand aufregte, was sehr selten vorkam.
    „Wir hatten einen Plan!“, brüllte Obi-Wan.
    >>Hatten wir?<<, fragte sich der Klon-Commander und war glücklich, seinen Helm aufbehalten zu haben. Niemand konnte sehen, dass er einen zweifelnden Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte.
    „Sir, bei allem Respekt, aber wir sollten uns jetzt, da ihr Plan offensichtlich gescheitert ist, zurückziehen.“, wagte Drake einzugreifen und bedeutete einem der Sanitäter mittels Handzeichen, sich des verwirrt in die Runde schauenden Padawan-Commanders anzunehmen. Das kleine Rinnsal Blut, das aus seinem Ohr floss, lies auf einen leichten Riss im Trommelfell schließen – nichts, was ein bisschen Bacta-Spray nicht im Handumdrehen wieder hinbekommen würde.
    Obi-Wan spürte, dass es zu spät war, sie würden hier nicht mehr rechtzeitig wegkommen. Er sah Drake über die Schulter hinweg an, während ein Soldat sich um Griffin kümmerte und sagte ein einzelnes Wort: „Nein.“
    „Jawohl, Sir.“, antwortete Drake pflichtschuldig.
    Der Commander entfernte sich, seinen Karabiner sicherheitshalber im Anschlag. Es war seltsam für ihn, seine Brüder, die normalerweise auf offenem Feld gegen ihre Droiden-Feinde marschierten, dabei zuzusehen, wie sie leere Säcke mit Erde vom Boden füllten und sie in Erwartung dessen, was kommen mochte, zu Sandsackstellungen aufschichteten,.
    Sie bauten alles auf, was sie brauchten, wie um eine kleine Stellungsschlacht gegen KUS-Droiden zu führen: M9-Infanteriemörser, E-Netz-Gatling-Blaster, DC-15er auf Zweibeinen als Zielhilfe.
    Hinter ihnen brüllte General Kenobi immer noch den stramm stehenden Klon-Lieutenant an, was er sich dabei gedacht hatte, einen direkten Befehl zu missachten. Doch urplötzlich unterbrach er seinen Redeschwall über Disziplin und die Ziele und Werte der GAR und hob die Hand, fast als würde er etwas hören. Dann sagte er ruhig: „Zehn Sekunden, dann wissen sie, warum ich nicht wollte, dass jemand kommt und uns holt.“
    Die Sekunden verstrichen, alle Klone horchten gespannt.
    Zehn Sekunden... nichts.
    Fünfzehn Sekunden... nichts.
    Zwanzig Sekunden... nichts, außer das General Kenobi langsam etwas verlegen dreinblickte.
    Nach zweiundzwanzig Sekunden geschah endlich das, was Obi-Wan anscheinend geahnt hatte: Vier Jäger tauchten am Himmel auf. Es waren dieselben, denen die ARC-170er in der Luft begegnet waren, dieselben, die sie abgeschossen hatten.
    Mit ein bisschen Verspätung setzte der General einen „Hab ich es nicht gesagt?!“-Blick auf.
    Zumindest, bis sie das Donnern hörten.
    Ein Grollen aus weiter Ferne, anhaltend über Minuten.
    „Meister...?“, fragte Griffin, der dank des fähigen Sanitäters wieder etwas hören konnte. „Spürt ihr das auch?“
    „Ja, Padawan. In Deckung.“

    „General, nach rechts ausweichen!“, rief einer der V-19-Piloten.
    Anakin Skywalker, Jedi-Ritter und General der Republik, fügte sich dem Rat seines Flügelmanns.
    Dort, wo gerade eben noch sein Eta-2-Actis-Abfangjäger gewesen war, blitzte es jetzt rot von Laserfeuer. Drei Banditen – feindliche Jäger – hatten sich an ihn gehängt, ohne das er es bemerkt hatte.
    „Danke, Flyer.“, antwortete er per Funk.
    Gerade war wieder einer dieser Momente, in denen er an sich selbst zweifelte. Er hätte die drei Jäger eigentlich spüren müssen, immerhin war er jetzt ein Ritter, ein General und so viel stärker geworden in letzter Zeit. Er konnte Obi-Wans Stimme praktisch in seinem Kopf hören: 'Du bist kein Gott, also nicht unverwundbar, Anakin. Auch wenn du das manchmal von dir zu denken scheinst.'
    Vor einer Woche war er auf eine primitive Welt entsandt worden um eine separatistische Repräsentanz zu zerstören. Er hatte dafür eine Legion von Klonsoldaten und einen Verband Schiffe zur Verfügung gestellt bekommen.
    Sein Flaggschiff, Republic Attack Ship RAS Pilum Populi, Speer des Volkes, war vor etwa einer Stunde von KUS-Einheiten angegriffen worden – über einer Welt, die keinerlei Repräsentanz aufwies. Anakin war sehr zornig ob der Tatsache, dass man ihn in eine Falle gelockt und anschließend angegriffen hatte. Da seine Kommunikationssysteme ausgefallen waren, konnte er keine Hilfe herbeiholen und musste sich jetzt selbst helfen.
    Das Beste am Rittertum war, dass niemand mehr da war, um einen ständig zu kontrollieren. Und so würde Obi-Wan niemals erfahren, dass er vorhin eine Zeit lang einfach wahllos feindliche Jäger abgeschossen hatte, nur um seiner Wut freien Lauf lassen zu können. Dass er dabei allerdings mehrmals hinter die feindlichen Linien geraten war und es nur seiner reaktionsschnellen Jägerstaffel verdankte, dass er überhaupt noch am Leben war, würde sein Meister auch niemals erfahren.
    Langsam aber sicher bereiteten ihm die ständigen Angriffe auf seinen Sternenzerstörer Sorgen. Die Pilum Populi hatte von der ersten Salve der feindlichen Hauptschiffe schwere Schäden erlitten.
    Und gerade in diesem Moment setzten von Tri-Jägern begleitete Bomber zum finalen Anflug auf die Pilum an.
    Das Schiff brannte aus vielen Löchern im Rumpf, nur noch wenige der vielen Turbolaser spuckten Tod und Vernichtung. Bei weitem nicht genug, um das Schiff zu retten. Anakin ignorierte das Gefühl, gleich zu platzen und sammelte sich.
    „Pilum, ziehen sie sich zurück.“ Sein Stolz kämpfte gegen das bisschen Vernunft, welches Obi-Wan ihm über die Jahre eingetrichtert hatte. Trotzdem blieb das Gefühl, einen großen Stein verschluckt zu haben. Er hasste es, sich zurückziehen zu müssen.
    Die Kuat-Triebwerkswerften brauchten zwar keine zwei Monate für den Bau eines solchen Schlachtschiffes, aber die Klone, die den Großteil der Besatzung stellten, mussten zehn Jahre reifen und ausgebildet werden. Da war ein Rückzug wohl nicht ganz unangebracht. Fast all seine Truppen befanden sich auf diesem Zerstörer, nur vier oder fünf Kompanien waren auf der Astra Coruscanti, einer Fregatte, die sich noch relativ unbehelligt den Weg freischoss.
    „Negativ, General, Hyperantrieb ausgefallen!“, meldete der befehlshabende Klon. Anakin erkannte ihn nicht. „Es war uns eine Ehre, Sir.“
    In diesem Augenblick explodierte die Pilum und Trümmerteile flogen in alle Richtungen. Unschön fluchend hob Anakin eine Hand vor die Augen, um sich vor dem blenden hellen Licht zu schützen, dass über zehntausend sterbende Soldaten verursachten. Unter anderem wurde das Droidenbombergeschwader vernichtet, ohne einen einzigen Schuss abgefeuert zu haben.
    Die beiden seperatistischen Fregatten der Providence-Klasse, die mit ihrer Eskorte ohne richtigen Gegner frei im Raum hingen, machten sich daran, republikanische Jäger abzuschießen. Es war – wie sich später ein überlebender Klonsoldat in einem Bericht äußern sollte – als würde man ein Blastergewehr nehmen, um Fliegen zu vertreiben.
    Ihre Piloten wehrten sich tapfer, ihre Bemühungen waren aber dennoch zwecklos.
    Sie konnten mit ihren nur gegen andere Jäger geeigneten Lasern nichts ausrichten – Anakin mit der Macht konnte das aber schon. Und die Pilum Populi sollte gerächt werden.
    Eines der größten Trümmerteile, aus dessen Rücken noch die Ausstoßöffnungen für die Ionentriebwerke ragten, trudelte langsam in die grobe Richtung eines der Zerstörer. Ein kleiner Schubs mit der Macht und es würde genau auf das feindliche Schiff zufliegen.
    Rache war nichts, dass ein Jedi anstreben sollte. Meister Yoda, Meister Obi-Wan, Meister Windu und sogar schon Qui-Gon hatten ihn das gelehrt. Aber im Augenblick war keiner von ihnen hier. Er hatte genau jetzt die einmalige Gelegenheit, seine Niederlage wieder wett zu machen. Es waren seine Truppen gewesen, er hatte die Verantwortung für all diese Leben getragen und er hatte versagt. Jemand hatte sie alle getötet und dieser Jemand würde dafür bluten.
    Anakin tat es – nur um sich selbst und den überlebenden Klonen eine Chance zur Flucht zu geben, redete er sich selbst ein, um sein Gewissen zu beruhigen.
    „An alle, landet auf der Astra, wir verschwinden von hier.“, befahl der geschlagene General und erhielt einen Chor von Bestätigungen.
    „General“, antwortete ihm das kleine Schiff. „Wir haben Schäden am Hyperantrieb. Wir werden nicht weit kommen.“
    „Das ist egal, wir müssen nur bis zum nächsten republikanischen Kampfverband kommen.“, antwortete Anakin.
    „Verstanden. Berechnen Sprung. Wir warten nur noch auf sie.“
    Ein dumpfes Krachen kündete davon, dass das Trümmerteil eingeschlagen hatte, wie keine Bombe es vermocht hätte. Die Schilde des feindlichen Schiffes flackerten kurz, hatten allerdings der enormen kinetischen Energie nichts entgegen zu setzen. Der Kreuzer explodierte, während Anakin im Sensorschatten anderer Teile die Astra erreichte.
    Er landete in weniger als zehn Sekunden, obwohl sich auf dem viel zu kleinen Hangardeck die Schiffe fast stapelten. Einer der Piloten erwartete ihn bereits.
    „Sir, wir haben neben der beschädigten Astra noch ihren Eta-2, vier V-19, fünf Kompanien reguläre Klonsoldaten und ihre Larties. Alles andere wurde zerstört.“
    Fast amüsiert bemerkte Anakin, dass der Klonsoldat nur aufzählte, was sie hatten retten können und nicht, was sie alles verloren hatten. So wirkte es auf den ersten Blick nicht wie die völlige Katastrophe, die es in Wirklichkeit war. Dieser Klon war nicht ganz so wie seine Brüder. Er hatte so etwas wie Galgenhumor. Manchmal schätzte er diese Eigenschaft, manchmal nicht.
    „Es wird sie vielleicht interessieren, dass wir auf dem Weg zu Kampfgruppe der RAS Gladius Senatorum unter General Obi-Wan Kenobi sind. Angeblich haben...-“
    Genau diesem Moment sprangen sie in den Hyperraum und Anakin brachte den Klon zum schweigen, indem er ihm die flache Hand auf den Brustpanzer legte. „Sir?“, fragte der Trooper verwirrt nach.
    Der Gesichtsausdruck seines Generals sprach Bände. Er sah aus, als wäre er eben angeschossen worden. „Wie schnell sind wir da?!“
    „Etwa acht Stunden, Sir. Mehr gibt der Antrieb nicht her.“, antwortete der Klon. „Sir, wenn die Frage erlaubt ist, was war das gerade?“
    Doch Anakin antwortete nicht. Er hatte beim Eintritt in den Hyperraum eine starke Erschütterung der Macht gefühlt, die genau aus der Richtung kam, in die sie sich jetzt bewegten.
    „In was für Schwierigkeiten habt ihr euch jetzt wieder gebracht, Meister?“, murmelte er noch, bevor er ohne ein weiteres Wort einfach ging.
     
  8. Obawan

    Obawan seit ihrem 9. Lebensjahr heimlich in Obi-Wan verli

    B.astard vs. Jedi​


    Die Gladius Senatorum war für die Besatzung einer beschädigten Fregatte, die dringend einen Hafen benötigte, der wunderbarste Anblick den man sich vorstellen konnte.
    „Wir haben es tatsächlich geschafft...“, murmelte einer der Klonpiloten. Ein sichtlich erleichtertes Lächeln umspielte seine schmalen Lippen. Er konnte es immer noch nicht fassen, denn er war einer von denen gewesen, die dem beschädigten Hyperantrieb eine Reichweite von weit unter acht Stunden prophezeit hatten- was Anakin erst während des Fluges erfahren hatte.
    „Du schuldest mir 10 Credits, Fixxer!“, meldete sich Flyer weiter hinten zu Wort. Die Stimme des Klons enthielt einen angenehm menschlichen Teil an Selbstgefälligkeit und gutmütiger Schadenfreude.
    Da die Soldaten für ihre Dienste in der GAR nicht entlohnt wurden und somit gar keine Credits zur Verfügung hatten, war in letzter Zeit ein alternatives System in Mode gekommen. Die Männer führten Konten mit imaginärem Geld darauf. Indem sie untereinander Wetten auf die verschiedensten Sachen abschlossen, konnten sie sich etwas dazu verdienen oder wieder verlieren. Und auch wenn Anakin etwas mulmig dabei zumute war, wenn sie auf etwas wetteten, wovon ihr aller Leben abhing, gehörte er doch zu den wenigen Generälen, die derartige Punktesysteme nicht verboten. Durch sie hatten die Männer ein wenig Spaß und Abwechslung vom harten Kriegsalltag.
    Bevor jemand reagieren konnte, meldete sich eine vertraute Stimme via Funk, die etwa drei Millionen Individuen in der Galaxis hatten. „Unidentifiziertes, anfliegendes Schiff, hier spricht die Anflugkontrolle des republikanischen Sternenzerstörers Gladius Senatorum! Nennen sie ihre Identifikation!“
    Anakin war mit zwei Schritten am Funkgerät. „Hier spricht Jedi-General Anakin Skywalker an Bord der Fregatte Astra Coruscanti. Ich wünsche, sofort mit Meister Obi-Wan Kenobi zu sprechen!“
    Es wurde still in der Leitung, so still, das Anakin schon befürchtete, dass sie trotz der präzisen Informationen der Klone vielleicht doch die falsche Kampfgruppe erwischt haben könnten. Dann meldete sich ein anderer Offizier: „General Skywalker! Wir haben sie hier nicht erwartet. Was verschafft uns die Ehre?“ Anakin verdrehte die Augen. Er hasste nicht ernst gemeinte Höflichkeitsfloskeln.
    „Das werde ich mit Meister Kenobi besprechen, Mister...?“ Der General wusste, dass er da einen sogenannten ******* in der Leitung hatte, einen Nicht-Klon-Offizier von außerhalb des Jedi-Ordens.
    Prinzipiell war jeder Jedi ein General, selbst Jocasta Nu, die Leiterin des Jedi-Archivs auf Coruscant. Anakin schmunzelte, als er sich vorstellte, wie die ältere Bibliothekarin Klonsoldaten in den Kampf führte und dabei mit Zitaten aus der Bibliothek um sich warf.
    „Captain.“, antwortete die Stimme bissig, Ärger über Anakins Unwissenheit schwang deutlich mit. „Captain Raymus Antilles. Und es dürfte sich als schwierig erweisen, wenn sie darauf bestehen sollten, mit General Kenobi persönlich zu sprechen.“
    „Warum das?“, fragte Anakin sofort.
    „Nun, das würde ich ihnen wiederum lieber persönlich mitteilen.“, antwortete der Captain sichtlich verlegen. „Kommen sie doch an Bord, dann können wir alles in Ruhe besprechen.“

    Zu sagen, dass Captain Raymus Antilles nervös war, wäre der ideale Witz über diesen Krieg gewesen. Um genau zu sein, war er kurz davor, zu hyperventilieren. Gleich würde er mit DEM Anakin Skywalker zusammentreffen, der jetzt schon eine Legende von einem General und Piloten war. Dazu war er Gerüchten zufolge „der Auserwählte“ irgendeiner alten Prophezeiung – etwas, was vom Hohen Rat der Jedi auf Coruscant niemals bestätigt oder dementiert worden war.
    Und dieser Jedi-Ritter würde gleich durch die Andockschleuse seines Sternenzerstörers schreiten. Aller Aufregung zum Trotz kam ihm immer wieder der Grund dieses hohen Besuchs in den Sinn. Skywalker wollte sich bezüglich General Kenobi auf den neuesten Stand der Dinge bringen lassen.
    Neben Antilles stand einer der Klon-Offiziere auf dem Deck: Clone Captain CC-1183/4578. Er leitete die Flotte kommissarisch in Abwesenheit von General Kenobi und den Commandern Ukkr und Drake gemeinsam mit dem schmächtigen Captain. Antilles traute diesem Drake nicht über den Weg, besonders weil er so viel Zeit mit Kenobi verbrachte – er war für den Offizier kaum mehr als eine Marionette. Offenbar vergaß auch ein Klon hin und wieder etwas von seiner Ausbildung und wurde zu einem gemeinen Speichellecker, der hoffte, irgendwelche Vorteile aus seiner Freundschaft mit einem Jedi zu ziehen.
    Schließlich meldete einer der Kontrolloffiziere, dass die Astra Coruscanti angedockt hatte und der Druckausgleich in Kürze beendet sein würde.
    Die Spannung stieg ins Unermessliche.
    Dann war es soweit – die Schotten öffneten sich und zu sehen bekam der Captain... auf jeden Fall keinen Jedi-General, dafür aber die Spitze eines blauen Lichtschwertes, welche mit beeindruckender Ruhe direkt vor seiner Nasenspitze blieb.
    Skywalker stand am anderen Ende der Waffe, sehr wütend, sprach aber trotzdem kontrolliert: „Wo. Ist. Meister. Kenobi?!“ Ein Funkeln in Anakins Augen verriet Antilles, dass er es durchaus ernst meinte und kurz davor war, mit Gewalt die Information einzufordern, die er anscheinend so dringend benötigte.
    Als der ******* begann, sich etwas zusammen zu stottern, meldete sich der Klon-Captain und meinte nicht gezwungen ruhig, sondern professionell-kontrolliert ruhig: „General Kenobi ist zusammen mit Commander Ukkr und Commander Drake auf dem Planeten, um den wir kreisen, abgestürzt. Lieutenant CL-8181 startete vor wenigen Stunden eine ungenehmigte Rettungsaktion, doch bisher haben wir nichts von ihnen gehört.“
    Der Jedi war sich nicht sicher, was er davon halten sollte – sein ehemaliger Meister war verschollen, obwohl sein Sternenzerstörer im Orbit wartete.
    Doch bevor er den Faden bis zum Ende spinnen konnte, meldete sich Captain Antilles: „Sir, laut den GAR-internen Regelungen ist uns eine Rettungsaktion ohne die Zustimmung von mindestens einem Jedi-Ritter untersagt. Allerdings muss ich sie darauf hinweisen, dass es sehr gefährlich...-“
    Weiter kam er nicht, denn Skywalker unterbrach ihn barsch: „Gefährlich?! Für einen Aldeeraner wie sie ist das vielleicht zu riskant! Aber hier geht es um einen Jedi-Meister! Nicht um irgendwelche Politiker oder *******-Offiziere!“, fauchte Anakin. Wie oft hatte er einen Antrag an den Senat gestellt, um die Nicht-Klon-Offiziere erst prüfen zu dürfen, bevor sie in die GAR aufgenommen wurden. Vielleicht lag es daran, dass er übermäßig viel Kontakt mit den Klonen gehabt hatte, aber er vertraute anderen einfach nicht mehr in dem Maße, dass er ihnen sein Schiff anvertrauen würde.
    „Sir, wir müssen der Tatsache ins Auge sehen und akzeptieren, dass General Kenobi getötet wurde.“, antwortete der Captain. Die Nervosität, die seinen Körper – dummerweise aber nicht seine Zunge – lähmte, ließ ihm kalten Schweiß ausbrechen.
    Anstatt zu antworten, wandte Anakin sich prompt ab, sonst hätte er Antilles wahrscheinlich eigenhändig erwürgt. Und dafür hätte er nicht einmal die Macht gebraucht. Wenn Obi-Wan tot wäre, hätte er das sicher gespürt. Doch er fühlte die Anwesenheit seines Meisters ganz deutlich. Sie war eine von zwei starken Machtpräsenzen unten auf dem Planeten. Die andere war eindeutig schwächer als sein ehemaliger Meister, wobei es sich nur um seinen neuen Padawan handeln konnte. Während er noch versuchte, sich im Zaum zu halten und dem Offizier keine stundenlange Ohnmacht zu bescheren, besann er sich einer besseren Methode, ihm eins aus zu wischen.
    „Captain Antilles, ich übernehme hiermit das vorläufige Kommando über das zwölfte Angriffscorps der siebten Sektor-Armee sowie über alle dazu gehörigen Raumtruppen.“
    Der Wirkung halber machte der Jedi eine Pause.
    Gerade als der kleine, schmächtige Antilles zu einem schockierten „WAS?!“ ansetzen wollte, fuhr Skywalker fort: „Captain Flyer wird das Kommando über die Jäger übernehmen, ich übernehme die Bodentruppen. Bereiten sie die Truppen auf eine Landeoperation vor – Landepunkt ist die letzte bekannte Position von Lieutenant CL-8181. Los.“
    Bevor der ******* antworten konnte, schritt der General zügigen Schrittes an ihm vorbei.
    Antilles sah ihm hinterher, während der Klon-Captain der Galdius auf den der Coruscanti zu trat und ihm freundschaftlich auf die Schulter klopfte. „Du bist Flyer, nehme ich an.“ Der andere nickte und sie gaben sich die Hand. „CC-1183/4578, man nennt mich Reverant.“
     

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