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[Fiction] Nachwelt

Dieses Thema im Forum "Fan-Filme, Fiction und Art" wurde erstellt von phazonshark, 19. Juni 2006.

  1. phazonshark

    phazonshark Always on the move.

    Disclaimer: Die Marke 'Star Wars', die Fiktion und saemtliche Begriffe, Figuren, Charaktere etc daraus gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse geschrieben und veröffentlicht worden. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor. Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.

    Vorwort des Autors: Während Death Moon Rising ja immer noch weiterläuft, hab ich mir eine "kleine" (ich seh schon, wie das wieder ausartet) Nebengeschichte gebastelt. Diesmal weniger Verschwörung und mehr Krieg und Verzweiflung... Naja, es sollte halt schon ein bisschen düster werden.

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    phazonshark
    N A C H W E L T

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    Erstes Kapitel
    Durch den Weltraum

    “Möglicherweise war der Einsatz der Stillebomben ein Fehler. Möglicherweise nicht. In jedem Fall war es ein Schritt mit entscheidenden Konsequenzen.”
    - Bendan Awanna, imperialer Kommandant


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    Mit einem lauten Knall verließ das Raumschiff den Hyperraum und das bläuliche Leuchten des Normalraum-Ankers, der sich an der Unterseite des Schiffes befand, nahm langsam wieder ab. Die Unterlichttriebwerke erwachten mit einem lauten Brummen zum Leben und nach anfänglich schwachem Aufblitzen begannen sie, gelblich zu leuchten. Einige kleine Teile der Hülle des Schiffes lösten sich aufgrund der starken Negativbeschleunigung und wurden ins offene All hinein geschleudert.

    Die Cloudrun schwebte inmitten eines düsteren Sternenhimmels, der trotz Milliarden von Lichtpunkten die Außenhaut des Schiffes nicht erleuchten konnte. Dazu waren nur die etwa zwanzig Strahler fähig, welche überall entlang des Rumpfes befestigt worden waren und in diesem Augenblick eingeschaltet wurden. Außerdem blinkten nun einige rote und grüne Positionslichter auf.

    Auf ihre grundlegende Form reduziert, bestand die Cloudrun aus zwei dreieckigen Rümpfen, die entlang ihrer Symmetrieachse durcheinander hindurch verliefen. Damit sah das Schiff von hinten gesehen aus, wie ein Kreuz und hatte von anderen Positionen aus betrachtet Ähnlichkeit mit einer riesigen Speerspitze.

    Naven Zeyneen bedauerte, dass das Schiff nicht ansatzweise so gefährlich war, wie es aussah. Die Cloudrun war früher ein Kampfschiff gewesen, zumindest vermutete Naven das, doch sie hatte schon zu viele Schlachten gesehen und nur knapp überlebt. Ein Großteil der Waffensysteme waren zerstört, viele andere Hauptfunktionen nur bedingt noch einsatzfähig. Der Rumpf hatte große Löcher, aufgrund derer mehrere Räume des Schiffes nicht mehr betreten werden konnten.

    Nachdem er sich einige Schweißperlen von der Stirn gewischt hatte, atmete Naven tief durch. Der Hyperraumsprung war eine große Belastung für das alte, schwache Schiff und er rechnete immer damit, mehr zu verlieren als nur ein paar kleine Panzerplatten der Hülle. Seine zweite, regelmäßig wiederkehrende Sorge galt dem Endpunkt des Sprunges.

    Naven schaltete mit einem Knopfdruck eine Konsole ein, welche die Navigation innerhalb eines Sektors ermöglichte. Brummend erwachte die Apparatur, die sich unterhalb der Oberfläche befand, und versuchte, die spärlichen Daten der Außenbordsensoren in eine dreidimensionale Karte zu verwandeln. Naven wartete geduldig und löste inzwischen seinen Anschnallgurt, um nach dem langen Hyperraumflug endlich wieder vom Sitz aufstehen zu können.

    Als die Arbeitsgeräusche der Navigationskonsole etwas leiser wurden, wusste Naven, dass die Berechnung der Karte abgeschlossen war. Das Scannerbild flackerte aufgrund zahlreicher Störungen, die dieser Sektor verursachte. Nur unscharf waren größere Objekte zu erkennen, die in langsamen unregelmäßigen Bahnen um die Sonne des Systems kreisten.

    Naven warf einen Blick zum großen, verschmutzen Brückenfester. Während die großen Objekte, die das Radar gefunden hatte, dank einer Art Raumnebel von Abgasen und Verunreinigungen nicht zu erkennen waren, sah er hier solche, die aufgrund ihrer geringeren Größe dem Radar entgingen: Zahlreiche Raumschiffe unterschiedlichster Variationen und Klassen durchflogen das Trümmerfeld von Asteroiden, Raumstationen und Müllansammlungen. Die meisten Schiffe waren notdürftig zusammengeschraubte Unterlichtfrachter, die mühsam dem Druck des Alls trotzten.

    “Willkommen zu Hause”, murmelte Naven leise und starrte wieder auf das Radarbild, welches die Trümmer des einstigen Planeten zeigte. “Willkommen auf Coruscant.”

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    Es ist das Jahr 542 nach der Schlacht von Yavin.
    Drei galaxisweite Kriege allein in den letzten zwei Jahrhunderten haben das bekannte Universum in eine technologische Steinzeit zurückversetzt. Die Hyperraumtechnologie ist nur in stark reduzierter und gefährlicher Form noch vorhanden: Es gibt einige wenige Routen, die von Hyperraumkatapulten genutzt werden. Welten, die fernab dieser Routen liegen, sind fast wie aus der Galaxis verschwunden. Von insgesamt etwa einer Million bewohnbarer Planeten sind genau 43 noch erreichbar. Von den anderen hat seit einem Jahrhundert niemand mehr etwas gehört.
    Die verbliebenen Welten sind teilweise in kleinen Gruppen zu Republiken und Imperien zusammengeschlossen, in der verzweifelten Hoffnung durch Zusammenhalt in einer rohstoffarmen und zerstörten Galaxis zu überleben. Die drei größten dieser Bündnisse stehen unter der Herrschaft dreier Kreaturen, von denen sich jeder als ein Sith-Lord bezeichnet und nach der Macht über die 43 Planeten greift.
    Die menschliche Spezies ist kaum noch vertreten, da ein speziell auf ihre Biostruktur gezielter Virus die meisten Menschen vor über 50 Jahren tötete. Als Nebenwirkung sind einige Nicht-Menschen mutiert und teilweise von Krankheiten befallen. Klonsoldaten, welche die drei Kriege überlebt haben, machen 20 Prozent der Galaxisbevölkerung aus und versuchen trotz manipulierten Gehirnen, ihren Platz zu finden.
    Es ist die Zeit nach dem Untergang des Universums.
    Die Nachwelt.

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    Naven Zeyneen übernahm über eine teilweise kippbare Konsole die Kontrolle über die Cloudrun. Das große Schiff reagierte träge und drang dann mit dem Spitzen Bug voran in den Nebel aus Schadstoffen und Abgasen ein. Naven hoffte, die meisten der Löcher im Rumpf der Cloudrun waren ausreichend geflickt, um die Gase abzuhalten.

    Er versuchte, sich beim Navigieren an den wenigen Positionslichtern zu orientieren, welche einige Raumstationen in der Umgebung aussandten. Zum Glück war Naven hier aufgewachsen und fand sich inzwischen einigermaßen zurecht. Mit trotzdem leicht zitternden Händen nahm er Kurs auf Vandor Drei, einen Planeten, der weiter von der Sonne entfernt war als die Trümmer von Coruscant.

    “Die strahlende Zentralwelt des Tiefenreiches...”, sagte eine inzwischen vertraute Stimme plötzlich.

    Naven drehte sich um und stellte fest, dass Aya Laan, eine junge Frau in seinem Alter, die Brücke der Cloudrun betreten hatte. Sie hatte kurze, dunkle Haare und eine Markierung im Gesicht, welche zwischen ihrem Nasenrücken und den dunkelgrünen Augen verlief. Diese war vermutlich das einzige, was eine Kiffar von einer menschlichen Frau unterschied.

    Aya stand neben dem vor den Kontrollen sitzenden Naven und sah verwundert auf den zerkratzten Bildschirm des Radars. “Wie kann dieser Trümmerhaufen die Hauptwelt des Reiches sein?”

    Naven konnte nur kur zu ihr hochschauen, da er im Moment sehr konzentriert fliegen musste. “Der Sitz der Regierung ist auf Vandor Drei”, erklärte er. “Coruscant als angebliche Zentralwelt soll an den Glanz der vergangenen Reiche erinnern, an die Alte Republik.” Er strich sich mit einer schnellen Handbewegung eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht.

    “Es ist ein schrecklicher Ort...”, bemerkte Aya und nahm auf einem Sitz neben Naven platz. Sie beugte sich etwas nach vorne und stützte sich mit beiden Händen auf die Sitzfläche, was verriert, dass sie angespannt war. “Wurde Coruscant von Stillebomben zerstört?”

    Naven überlegte, während er die Cloudrun vorsichtig an einem größeren Asteroiden vorbeilenkte. “Man sagt, die Bomben hätten dem Planeten den Rest gegeben...”

    Eine kleine Gruppe von Raumschiffen, die etwa so groß wie Unterlichtfrachtschiffe waren, passierte die Cloudrun in gefährlich geringem Abstand. Entweder waren die Piloten fast orientierungslos oder sie wollten Naven und Aya Angst machen. Am Rande ihres vom Nebel eingeschränkten Sichtfeldes tauchte langsam ein größeres Trümmerteil des einstigen Planeten auf.

    “Leben dort noch Menschen?”, fragte Aya mehr mit Unbehagen als Interesse.

    “Natürlich”, kam Navens Antwort. “Das Tiefenreich macht sich nicht die Mühe irgendwelche verarmten Unterschichten von diesem toten Felsen herunterzubringen. Dazu sind sie zu zahlreich und zu unwichtig.”

    Plötzlich wurde die Brücke des halb zerstörten Schlachtschiffes erschüttert. Naven riss die Augen auf und suchte auf dem Radar nach dem Grund. Er fand keine größeren nahen Objekte.

    Aya Laan sah ihn aufgeregt an. “Was ist passiert? Sind das Asteroiden...?”

    “Ich weiß es nicht...!”, sagte Naven erhitzt, während er durch das große Brückenfenster den Weltraum vor der Cloudrun absuchte. Was, wenn sie von Jägern angegriffen wurden? Bisher hatte er stets Glück gehabt, denn auf größere Entfernung konnten Piraten vermutlich nicht erkennen, dass das Schiff schwer beschädigt war. Und sie ahnten natürlich auch nicht, dass die Besatzung für gewöhnlich nur aus einem Menschen und einem Droiden bestand.

    “Haben wir Bordgeschütze...?!”, fragte Aya, die zum Fenster gerannt war, um mehr sehen zu können.

    “Vier oder fünf einigermaßen funktionstüchtige Laserkanonen, aber sie sind überall auf dem Schiff verteilt. Wir müssten schneller die Position wechseln, als das möglich ist, da wir ja kaum alle gleichzeitig bedienen können.”

    Eine zweite Erschütterung ging durch die Brücke und Aya hatte Mühe, sich an einem Griff an der Wand festzuhalten. Einige Werkzeuge rutschten von einer Art Tisch und fielen scheppernd zu Boden. Aus einer Konsole sprühten einen Augenblick lang Funken.

    “Wahrscheinlich schwirren hier irgendwo Piratenjäger herum, die zu klein sind, als dass das Radar sie erfassen könnte...”, meinte Naven grimmig und begann ein Ausweichmanöver zu fliegen, das vermutlich nutzlos sein würde. Die Cloudrun war viel zu träge.

    “Da!”, rief Aya, die immer noch vor dem Fenster stand, plötzlich und deutete auf einen Punkt, den Naven nicht sehen konnte. “Da ist etwas über unseren Rumpf geflogen und es hatte definitiv einen Antrieb...!”

    “Verdammter Mist...” Naven wusste, dass es ein gigantischer Unterschied war, ob man nun aus Versehen in ein Asteroidenfeld geflogen war, oder ob intelligente, feindliche Piloten einen angriffen und wohlmöglich töten wollten. “Aya, verlass’ die Brücke über die Tür und lauf’ den Gang runter. Dann links. Da ist eine Geschützstation, die funktionieren sollte. Du wirst nur ein sehr begrenztes Schussfeld haben und sobald die Piraten es merken, werden sie dort nicht mehr entlang fliegen, aber...”

    Die junge Kiffar war bereits losgerannt. “Besser als nichts...!”, hörte Naven sie noch sagen. Eines musste er ihr lassen: Wenn es darauf ankam, handelte sie. Ungeachtet, ob richtig oder falsch, gut oder schlecht. Sie handelte.

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    Aya Laan schwang sich in den Sitz in der Geschützkanzel des Schiffes und versuchte angespannt, sich einen Überblick über die Bedienung der Laserkanone zu verschaffen.

    Sie drückte mit einem mulmigen Gefühl im Magen einen roten Knopf, der zum Glück wie erhofft die Energieversorgung der Kontrollen einschaltete. Mit einem Surren erwachte auch das eigentliche Geschütz, das draußen an der Hülle der Cloudrun, zwei Meter unter Ayas Position, befestigt war, zum Leben. Die junge Frau ergriff mit beiden Händen die Steuerung und bewegte den auf ein Gelenk montierten schwarzen Kasten mit aller Kraft. Das Geschütz an der Außenwand reagierte.

    Dann drückte Aya mit je zwei Fingern einer Hand die beiden Feuerknöpfe und mit einem ohrenbetäubenden Knall schossen zwei rötliche Laserblitze in den Weltraumnebel hinaus. Die Wucht des Abschusses ließ den Sitz, in dem Aya sich befand, noch Sekunden später zittern.

    “Okay...”, sagte sie leise zu sich selbst und wischte sich den Schweiß von der Stirn. “Irgendwie wird’s...”

    Dann starrte sie auf den Schiffsbug vor ihr und hielt mit rasendem Puls nach den Antriebslichtern der feindlichen Jäger Ausschau.
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    FORTSETZUNG FOLGT...
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juni 2006
  2. Pflichtschuldigste Empfehlung der Autor-Kollegin *G*. Ja ich bin vorbelastet durch die JF, ich geb's zu, ich mag so Storys zeitlich ganz weg vom Canon...

    Teil 2 fliegt ja auch schon wo rum, von dem her kenn ich schon n bissl mehr... Und ich warte wieder mal heiss auf saemtliche Fortsetzungen *G*

    Uebrigens faellt mri grad auf, dass du deine Schiffsnamen nicht kursiv machst... Das is ja in vielen Buechern auch so... Is kein Muss, aber irgendwie haengt da so ne nostalglische Ehrgebietung dran, der Name vom Schiff is was Besonderes, der gehoert irgendwie gekennzeichnet *G*

    Genug Smalltalk *haut wieder ab*
     
  3. phazonshark

    phazonshark Always on the move.

    Ups. Da hast du verdammt Recht^^ Ich war so beeindruckt von meiner wahnsinnig orignellen Idee Szenenanfänge in größerer Schrift zu machen, dass ich das ganz verpennt hab. Auf ff.de müssten die Schiffsnamen aber eigentlich kursiv sein. In meinem doc. Dateien sind sie's definitiv immer, schon aus Gewohnheit. Manchmal vergesse ich nur, sie mit rüber zu retten... Gut. Genug davon^^

    Joa, danke für die Empfehlung! Btw, ich hab den Abend lang Skizzen fürn Comic von Nachwelt gemacht, aber hey, so viele Projekte hören irgendwann auf einen zu begeistern... Mal sehen... Auf jeden Fall könnte ich die Designskizzen mal verlinken, dann sieht man mal, wie die Sternenzerstörer der rückständigen Zukunft so aussehen...

    Jup, Teil zwei kommt auch. Dachte nur, wenn ich hier wieder ein Chap nach dem anderen hochlade, dann kommt da keiner mehr mit...
     
  4. phazonshark

    phazonshark Always on the move.

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    Zweites Kapitel
    Schlacht

    “Ich weiß nicht, ob dieser Kreaturen Sith oder lediglich Dunkle Ritter sind. Aber ich habe gesehen, was sie können, und es übertrifft die Kräfte beider.”
    - Ordon T‘nuun, ein alter Söldner und Kriegsveteran


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    Dxun war einer der vier Monde Onderons und dem Planeten, den er umkreise sehr nahe. Es gab sogar Gerüchte, das einige Tiere zwischen beiden Welten hin- und herfliegen konnten, da es keine atmosphärenfreie Zone dazwischen gab.

    Aber das war bedeutungslos. Denn der vor Jahrhunderten so artenreiche Waldmond beheimatete keinerlei wirkliche Tiere mehr. Ähnlich wie auf Kashyyyk waren die Kreaturen, die im einstmals dichten Dschungel lebten, zu abscheulichen Wesen mutiert, welche die Wälder mehr und mehr vernichteten.

    Und auch das war bedeutungslos.

    Denn in den oberen Atmosphäreschichten von Dxun tobte eine erbitterte Schlacht.

    Große, keilförmige Schiffe mit grauem bis schwarzem Rumpf schwebten über der grünen Welt und bewegten sich langsam auf eine zweite Flotte gleicher Größe zu. Die Schlachtschiffe dieser Flotte waren kantige, asymmetrische Gebilde mit leuchtend roten Antrieben, denen man augenblicklich ansah, wie viel Strahlung sie abgaben. Beide Flotten feuerten gleißend helle Lichtkugeln aufeinander, die stets einen Schweif gleicher Farbe hinter sich herzogen.

    Bisher trafen aufgrund der noch zu großen Entfernung zwischen den zwei Parteien nur wenige dieser Lasergeschosse. Keine Flotte verfügte über ausreichend genaue Zielsysteme und so wurden diese ersten Salven intuitiv in Richtung des Gegners gefeuert. Manchmal hatten die Laserkanonen Fehlfunktionen und ein Lichtbündel explodierte schon zu früh, weil die in ihm enthaltene Energie nicht ausreichend gebündelt war.

    Nach einigen Minuten, in denen auf beiden Seiten bereits einige Schiffe hatten Treffer einstecken müssen, befahlen die Kommandanten den Einsatz von Raketen. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm, der sogar die Kreaturen unten auf Dxun aufschrecken ließ, feuerten die insgesamt etwa 30 Schlachtschiffe die brennenden Projektile ab. Die Raketen waren programmiert, Masse anzugreifen, trotzdem prallten teilweise Geschosse beider Seiten direkt aufeinander, ohne feindliche Raumschiffe zu treffen.

    Doch die meisten kamen durch.

    Die grauen, keilförmigen Sternenzerstörer des Imperiums veränderten träge ihren Kurs und zerstreuten sich auf ihrem Weg zur gegnerischen Flotte leicht. Trotzdem wurden die Rümpfe der vorderen Schiffe mehrfach durchschlagen. Trümmerteile und Soldaten wirbelten durcheinander und stürzten dann auf den Dschungelmond zu. Zwei kleinere Korvetten wurden trotz ihrer geringen Größe von mehreren Raketen getroffen und explodierten in einer Feuerwolke.

    Die kantigen Schiffe des Tiefenreiches, des Bündnisses, welches die Systeme Coruscant und Pyria kontrollierte, wurden wiederum von den Geschossen des Imperiums getroffen und nahmen ebenfalls Schaden. Doch der Kommandant des Tiefenreiches, General Jan Thornor, hatte vorgesorgt. Während ein kleiner Teil der Raketen die Schlachtschiffe geringerer Größe traf und Teile der Hüllen aufriss, wurde der Großteil der Geschosse von Thornors Flagschiff angezogen. Denn dieses hatte die größte Masse.

    General Thornors Trick bestand darin, dass er überall auf dem Flagschiff, der Tatooine, Schützen positioniert hatte, die mit kleineren, relativ präzisen Lasern die Raketen zur Explosion brachten, bevor sie das Schiff trafen. Der Plan ging größtenteils auf und obwohl die Luft um die Tatooine brannte, durchschlugen nur wenige Geschosse den Rumpf des Schlachtschiffes.

    Nach einer halben Minute war der Raketenhagel auf beiden Seite vorbei und die Schiffe flogen weiter aufeinander zu. Kleinere Schäden auf den Schiffen wurden notdürftig ausgebessert, Geschützkanonen neu geladen und Verwundete teilweise behandelt oder - bei zu schlimmen Verletzungen - betäubt. Dann schließlich waren die Flotten des Tiefenreiches und des Imperiums in Feuerreichweite und die Schlacht begann erst richtig.

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    Darth Ganon stand in einem Raum mittlerer Größe, der nur von den Explosionen der Schlacht erleuchtet wurde. Das Schiff, auf dem er sich befand, die Cyeta, zitterte.

    Ganon nicht.

    Der Sith sah durch ein zerkratztes Fenster hinaus in die Schlacht. Die vordersten Schiffe der imperialen Flotte, zu der auch Ganon gehörte, hatten die feindlichen Streitkräfte jetzt erreicht und verstärkten den Beschuss. Die Luft war erfüllt von Energiekometen und sogar vereinzelten Raketen. Trümmerteile und Leichen wirbelten durch die Windströme, die durch die Hitze der Schlacht hervorgerufen wurden. Unten auf Dxun loderten Flammen, die vermutlich von abgestürzten Korvetten oder fehlgelenkten Projektilen herrührten.

    Ganon genoss die Schlacht und den Tod, der sich prickelnd in der Macht wiederspiegelte. Das panische Aufschreien und plötzliche Verstummen der Soldaten versetzte ihn in Hochstimmung. Zufrieden stellte er fest, dass im nächsten Moment die Sternenjäger des Imperiums von der Oberfläche der größeren Schiffe starteten und sich in den Sturm aus Lichtblitzen stürzten. Da die Waffen der feindlichen Schlachtschiffe Objekte, die dermaßen klein und schnell waren, nicht erfassen konnten, schickte das Tiefenreich ebenfalls Jäger los. Die Schlacht steigerte sich.

    “Mein Lord, wir sind in Position.” Einer der Dunklen Ritter, der Minions, der Speichellecker war einen Schritt auf Ganon zugekommen und hatte sich leicht verneigt. “Die Cyeta befindet sich jetzt über dem feindlichen Flagschiff.”

    “Ich weiß”, bemerkte Darth Ganon knapp und bedeutete dem Dunklen Ritter, sich wieder zu den anderen zwölf Minions zu begeben. Der dunkelhaarige junge Mann in leichter, schwarzer Rüstung gehorchte und reihte sich wieder ein. Ganon sah die dreizehn Männer und Frauen durchdringend an. Er verfluchte den Schattenmeister, dass dieser ihm keine weiteren Attentäter sondern lediglich Speichellecker gegeben hatte, um das feindliche Schiff zu entern.

    Minions, oder auch Dunkle Ritter, waren machtempfängliche Krieger, welche den Sith klar unterlegen waren, dafür aber in größerer Menge zur Verfügung standen. Sie trugen weite Kapuzen, jedoch keinerlei Umhänge, um ihre Beweglichkeit im Kampf nicht einzuschränken. Etwas unterhalb des Halses trug jeder Minion des Imperiums das Emblem der Sith, welches schon seit gerauer Vorzeit sowohl Diener, als auch vollwertige Mitglieder diees Ordens auszeichnete.

    “Schutzhelme aufsetzen”, sagte Ganon. Nachdem er selbst seinen schwarzen Helm mit dem abgedunkelten Visier aufgesetzt hatte, taten es die dreizehn Dunklen Ritter ihm gleich.

    Dann tat sich der Boden unter ihnen auf.

    Darth Ganon stürzte gefolgt von den Minions aus der Unterseite der Cyeta heraus und raste dem größeren, feindlichen Flagschiff entgegen. Um ihn herum blitzten Laserkometen und durchjagten Sternenjäger mit ohrenbetäubend lauten Antrieben die obere Atmosphäre von Dxun. Doch mit Hilfe der Macht fanden der Sith und die dreizehn Dunklen einen Weg durch das Chaos - und zumindest der Sith genoss es.

    Der Rumpf der Tatooine, Thornors Flagschiff, kam näher und näher und schließlich befahl Ganon seinem Entertrupp über die Macht, sich abzufangen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber bei diesen Anfängern konnte man gar nicht genau genug erklären, wie man sich nicht selbst umbrachte. Im nächsten Augenblick landeten alle vierzehn auf der schwarzen Hülle des kantigen Tiefenreich-Schiffes.

    Darth Ganon ließ sein Laserschwert von seinem Gürtel in die rechte Hand schnellen und zündete mit einem lauten Zischen die leuchtend rote Lichtklinge. Der Laserstrahl pulsierte und schwache Blitze zuckten aus seiner zentralen Achse nach Außen. Dann ließ der Sith das Schwert nach unten schnellen und stieß es in die gepanzerte Hülle des Flagschiffes. Ein zorniges Knistern verriet, dass er dabei nicht nur Durastahl sondern auch Energieleitungen getroffen hatte.

    Mit einigen weiteren Bewegungen trennte er schließlich eine Fläche von etwa 3 Quadratmetern aus der Panzerung heraus, woraufhin die Stahlplatte in das Innere des Schiffes fiel und mit einem Krachen auf dem Boden des Decks darunter aufkam. Ganon hämmerte den Minions einen Befehl ein: Reinspringen und Ausschwärmen. Zerstört so viel, wie ihr könnt. Versagt nicht.

    Er selbst, würde ebenfalls die Mission erfüllen, die ihm vom Schattenmeister aufgetragen worden war: Jan Thornor, den wichtigsten Strategen des Tiefenreiches, töten.

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    Als Darth Ganon auf dem Boden des obersten Decks der Tatooine landete, waren die Hälfte der dreizehn Dunklen Ritter bereits in unterschiedliche Richtungen aufgebrochen. Der Sith spürte den Tod mehrer Besatzungsmitglieder in der Macht, was nicht überraschend war, denn wenigstens normalen Soldaten waren die Minions noch weit überlegen. Ob die Ausbildung ihres Meisters so gut war, wie sie hätte sein müssen, würde sich erst in einer Minute zeigen.

    Denn das hier war kein Krieg von Machtbegabten gegen Soldaten. Es war ein Krieg, in dem Sith gegen Sith kämpften. Und Minions gegen Minions.

    Es war ein Krieg, in dem die Dunkle Seite gegen sich selbst wütete. Und am Ende würden nur die würdigen Anhänger überleben.

    Ob die 13 Minions zu ihnen gehören sollten, würde sich zeigen, wenn sie gegen ihre feindlichen Äquivalente kämpften.

    Ganon nahm die behandschuhte Hand hoch und durchstieß mit einer schnellen Bewegung und der Macht die Wand vor ihm. Energiedrähte wurden durchtrennt und sprühten Funken am Rande des Loches, dass der Sith geschaffen hatte. In dem Raum dahinter wirbelten Soldaten des Tiefenreiches erschrocken herum und eröffneten ohne nachzudenken das Feuer. Einige von ihnen waren bereits unter dem Trümmerstück der Wand begraben worden.

    Ganon grinste. Jetzt begann der Spaß erst richtig.

    Der Sith stieß sich mittels der Macht vom Boden ab, schoss schnell drehen durch die Luft auf die Soldaten zu und versenkte sein Schwert in der Brust eines Feindes, während er landete. Die Soldaten reagierten schockiert und feuerten auf die veränderte Position des Sith, doch dieser drehte sich blitzschnell und schlug sämtlich gefährlichen Laserstrahlen zurück. Gleichzeitig säbelte er in der selben Bewegung zweien den Kopf ab.

    Ganon griff in die Macht hinaus und erzeugte eine kleine Druckwelle, die sich von ihm aus in alle Richtungen ausbreitete. Die feindlichen Soldaten wurden zurückgeworfen und einige verloren ihre Waffen. Der Sith sprang los und stieß einem von ihnen die rote Lichtklinge in den Bauch, noch während der Mann durch die Luft gewirbelt wurde. Eine Zehntelsekunde später wurde ein weiterer Soldat von dem Strahl diagonal durchtrennt und gleichzeitig verschlangen grelle, blaue Blitze den Körper eines dritten.

    Der Sith kam auf dem Boden auf und schleuderte im selben Moment einem Feind das Lichtschwert zwischen die Rippen. Der Brustkorb wurde durchstoßen und das Lichtschwert kehrte in einer drehenden Bewegung zu Ganon zurück, wobei es den Mann entgültig zerhackte. Als er die Präsenz eines Gegners hinter sich spürte, sprang er hoch, drehte sich in der Luft und trat dabei dem Soldaten hinter sich mit beiden Stiefeln ins Gesicht. Mit einem beiläufigen Stich noch während der Landung tötete er einen Mann, der sich von der Seite mit einer Vibroklinge genähert hatte.

    Inzwischen waren die Soldaten, die Ganon zuvor umgeworfen hatte, wieder auf den Beinen und eröffneten mit dem Mut der Verzweiflung erneut das Feuer. Der Sith ließ seine rote Lichtklinge blitzschnell vor sich auf und ab zischen und reflektierte die Laserstrahlen zurück. Manche trafen die Feinde, welche mit einem Schrei zu Boden gingen, andere trafen mit einer funkenreichen Explosion eine der Wände.

    Mit der rechten Hand und dem Schwert immer noch die Schüsse abwehrend, nahm Ganon die linke Hand hoch, griff hinter sich und ließ mit der Macht eine am Boden liegende Vibroklinge in den Körper eines Soldaten stechen. Während der Mann blutend zusammenbrach, bewegte der Sith die Hand wieder vor den Körper und ließ knisternde Blitze aus seinen Fingern schießen. Die Soldaten des Tiefenreiches wurden getroffen, in die Luft gehoben und noch immer von Blitzen durchzuckt gegen die Wände geschmettert.

    Darth Ganon stand inmitten der Leichen und horchte sich zufrieden in der Macht um. Er spürte, wie einige der Soldaten gerade ihren Verletzungen erlagen.

    Dä’man’mor nannte sich dieser Kampfstil, der als einziges Ziel den schnellstmöglichen Tod eines jeden Feindes hatte. Ganon hatte ihn allerdings in Kombination mit ungewöhnlich vielen Machtblitzen verwendet, da die Soldaten bedauerlicherweise nicht den Nahkampf gewählt hatten.

    Doch die Freude einer Metzelei mit Lichtschwertern würde ihm jetzt zukommen, stellte der Sith fest, als fünf Dunkle Ritter des Tiefenreiches den von Leichen gefüllten Raum betraten. Die in schwarz und grau gewandten, feindlichen Minions zogen ihre Lichtschwerter und sprangen los.

    Ganon grinste und versank ganz in der unendlichen Schönheit der Dunklen Seite, als er dem vordersten Minion ohne hinzusehen den Lichtschwertarm abschlug und dann den zweiten Energiestrahl seines Doppelklingenschwertes zündete.
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    FORTSETZUNG FOLGT...​
     

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