Galantos (Utos-System)

[Utos-System - VIN Liquidator - Brücke] Volo Crescent, Brückenbesatzung (NPCs)

Die Einschläge der drei kleinen Jäger auf die mittlerweile mit verkohlten Schrammen und Beulen überzogene Fronthülle der Sternengaleone blieb nicht gänzlich ohne Wirkung. Zwar detonierte das Transportschiff nicht sofort, wie Volo erhofft hatte, jedoch drosselte es - mehr oder weniger notgedrungen - seine Geschwindigkeit drastisch. Vermutlich war irgendwo in seinem Rumpf eine Leitung unterbrochen worden; dass es sich um einen Treffer an einem der Treibstofftanks direkt handelte, war zu bezweifeln. In diesem Fall wäre von der Galeone nicht viel mehr als ein Haufen Trümmer übriggeblieben. Die Gefahr war also nicht gänzlich besetigt, aber wenigstens hatte die Aktion den Verteidigern Zeit verschafft. Das Selbstmordkommandoschiff würde nun etliche Minuten mehr Zeit benötigen, bevor es auf einen der Kreuzer prallte. In der Zeit, die den drei Vindicators - in erster Linie den beiden anderen, Commander Crescents eigenes Schiff war noch nicht das Ziel einer der Sternengaleonen - bis dahin noch blieb, konnten sie das Schiff hoffentlich zerstören oder zumindest so schwer beschädigen, dass es den Kurs nicht halten konnte oder anderweitig keine Gefahr mehr darstellte. Volo rief sich ins Gedächtnis, dass sich auf den Galeonen Imperiale Bürger befanden, die eigentlich von ihm und allen anderen Streitkräften des Imperiums verteidigt werden sollten. Doch andererseits waren sie schon todgeweiht gewesen, als sie die Galeonen betreten hatten - entweder sie erlitten einen grausamen Tod durch die Yevethaner nach deren Sieg, oder sie wurden von Imperialen Einheiten im Zuge von dessen Verhinderung atomisiert.

Der Sensoroffizier stieß in dem Moment, als die Galeone einen weiteren Volltreffer einsteckte, der sie sehr stark erschütterte und veranlasste einige Teile der Außenhülle abzustoßen, oder genauer zu verlieren, einen Ruf aus.

"Sir, mehrere feindliche Einheiten nähern sich. Eine Staffel TIE-Advanced und eine weitere Sternengaleone, ebenfalls auf Kollisionskurs mit unbestimmtem Ziel. Außerdem orten wir drei neue Kontakte am Rand des Systems."

Der Commander starrte auf das taktische Hologramm, während seine Augen sich zu Schlitzen verengten. Tatsächlich. Ein weiterer Dreadnaught und eine corellianische Korvette, die seltsamerweie fast sofort wieder abdrehte, sowie eines der seltsamen Kugelschiffe, das nahelegte, dass die Neuankömmlinge dem Imperium nicht gerade freundlich gesinnt waren, traten im Utos-System aus dem Hyperraum aus. Sofort herrschte eine spürbare Hektik auf der Brücke. Durch diese offensichtliche Verstärkung der Yevethaner könnten diese die Schlacht für sich entscheiden, und dies war Crescent nicht bereit zuzulassen. Die Angreifer hatten zwar schon zwei Dreadnaughts, mehrere kleine Schiffe und bald auch den Victory-Sternenzerstörer eingebüßt, dennoch stellten sie, insbesondere mit frischen Kräften, aufgrund der Kugelschiffe und des ISD eine nicht zu unterschätzende Streitmacht dar. Um sich am direkten Kampf gegen diese zu beteiligen, mussten jedoch zuerst die Galeonen als am weitesten zum verteidigenden Flaggschiff vorgestoßene Einheiten beseitigt werden, danach der Victory, der ständig mit neuem Raketenbeschuss auf das kapitale Schiff drohte, ausgeschaltet, und schließlich die verbliebenen Schiffe, die zum Leidwesen des Commanders, und vielleicht auch einiger anderer Schiffskommandanten der Flotte über Galantos, ebenjene Kugelschiffe und der Sternenzerstörer der Imperium-Klasse nebst dem neu angekommenen Dreadnaught waren, zerstört werden. Doch gerade bereiteten auch die elf feindlichen Jäger, die sich der Liquidator näherten, deren Commander Unbehagen. Denn augenscheinlich war ihr Ziel, auf das sie sich mit Höchstgeschwindigkeit zubewegten, die eben erst entsandte Fähre, die die drei nun schiffslosen Piloten aufgesammelt und bereits einen Treffer aus den Geschützen der vorderen verfolgenden Jagdmaschinen empfangen hatte.

"An alle Jäger - Bildet einen Schirm um unsere Fähre und eskortiert sie zurück zum Hangar."

Volo hatte kein Interesse daran, nach dem Verlust von acht TIE-Jägern und fünf Piloten, sowie einigen Technikern, die höchstwahrscheinlich nach dem Raketen- und Torpedobeschuss bei den Explosionen am Hauptantrieb ums Leben gekommen waren, auch noch ein Lambda-Shuttle samt vierköpfiger Besatzung und mindestens zwei Soldaten oder Sanitätern sowie drei weitere Piloten in einem einzigen Gefecht zu verlieren, ganz abgesehen davon, dass er eventuell schon wegen der Kamikaze-Aktion zu Rechenschaft gezogen werden würde. Das Imperium war gewöhnlich nicht gewillt, jedem seiner Offiziere mit der Verschwendung von Kriegsmaterial freie Hand zu lassen, auch wenn einige Kämpfe schon weit größere Verluste gefordert hatten.

"Frontartillerie: Zielen Sie auf die Hüllenbrüche an der Sternengaleone. Versuchen Sie, möglichst viele Systeme außer Kraft zu setzen und die Treibstofftanks zur Detonation zu bringen."

Der Transporter war so gut wie verloren - ebenso wie alle Zivilisten, die sich eventuell auf ihm befunden hatten.

[Utos-System - VIN Liquidator - Brücke] Volo Crescent, Brückenbesatzung (NPCs)

Status VIN Liquidator
[Schilde: 60% | Hülle: 75%] [Feuert auf IM-1138, Position: nahe Heart of the Order]
TIE/In [6 von 12 Maschinen] [Nahverteidigung; Eskorte M-2249]
TIE/in [10 von 12 Maschinen] [Abfangkurs feindliche Jäger]
T4a M-2249 [Schilde: 98% | Hülle: 100%]
 
[Utos-System | Galantos | Gal'fian'deprisi | Tellmemore | Corporal Peter MacFaden, Operative Kytanna Soutenne, Sal]


Es dauerte nicht einmal eine ganze Zigarette, bis man ihn zur Besprechung hinzu bat. Vielleicht innerlich etwas unsicher, aber nach außen hin gefasst und ganz den professionellen Soldaten, der er ja auch war, mimend, trat er in die kleine Runde an versammelten Lebewesen. Kytana kannte er schon, ansonsten stachen ein Mitglied der Einheimischen Spezies, deren Name er wieder vergessen hatte, und ein weiterer Mensch im Vordergrund. Sicherlich viel er im Imperium nicht weiter auf, mit seinen blonden Haaren und seiner vielleicht etwas unter dem Durchschnitt liegenden Größe. Ansonsten würde ihn jeder übersehen. Das war vermutlich auch das, was der Geheimdienst brauchte. Leute die in der Menge untertauchen konnten.

Er fragte sich, ob er wohl auch so jemand war. Sicher, er konnte in einem Waldstück untertauchen, im Dschungel und vielleicht auch in einer Wüste oder dem ewigen Eis. Und ja auch in einer urbanen Gegend. Aber unter Menschen. Das war als Scharfschütze nur hinderlich. Zivilisten verdeckten die freie Schussbahn. Aber er hoffte einfach, dass er nicht nur durch ein Raster aufgefallen war, sondern wirklich wegen seiner Fähigkeiten.

Kytana kündigte ihn soeben an. Und ließ seine Annahme wahr werden, dass der Blonde (Thessis), der sich in einen nicht für Menschen gemachten Stuhl gezwängt hatte, sein Partner sein würde. Sein Name blieb allerdings vorerst im Dunkeln.

Er selbst stellte sich neben seine Vorgesetzte und nahm eine für militärische Verhältnisse entspannte Haltung, mit breitem Stand und hinter dem Rücken verschränkten Händen ein, bevor er seinem Kollegen zur Begrüßung kurz zu nickte.

Die Chagrianerin war permanent in Bewegung und kurz darauf schon wieder in einen Gang verschwunden. Man konnte fast den Eindruck erwecken, sie wollte damit symbolisieren, dass sie immer einen Schritt voraus war. Jedenfalls ließ sie ihn mit seinem neuen Kollegen allein.

Kurz breitete sich Schweigen zwischen den beiden aus. Dann räusperte er sich und ergriff das Wort.

"Und, hat sie dir schon eröffnet, was unser Auftrag sein wird?", wollte er frei heraus wissen. Sicher er hatte sich vor Kytana zurück gehalten. Aber dieser junge Mann legte bei weitem nicht die professionelle und allwissende Aura eines erfahrenen Geheimdienstlers an den Tag. Vielleicht gehörte das ja zu seiner Tarnung?Und außerdem war ja da noch die Neugier.

Dennoch konnte es nicht schaden, sich einmal miteinander bekannt zu machen.

"Meinen Namen kennst du ja schon", fuhr er dann fort. "Ich bin Scharfschütze, direkt vor meinem Aufbruch an die Front abkommandiert für diese Mission hier. Ich will ja nicht zu neugierig erscheinen, aber willst du mir vielleicht auch deinen Namen verraten? Das könnte sich als guten Start in unsere berufliche Partnerschaft herausstellen!"

Er grinste tatsächlich ein wenig freundlich bei diesen Worten. Etwas was man nicht von ihm erwarten würde. Allein schon, weil er hier seinen Partner vor sich hatte. Normalerweise arbeitete er alleine. Aber vielleicht lag es daran, dass er der festen Überzeugung war, dass sie beide hier nicht als Scharfschützen Duo die Front unsicher machen würden. Nicht dass er etwas dagegen gehabt hätte. Er wollte es eben nur alleine machen.

Ob Sein Kollege wohl auch beim Militär gewesen war? Oder bildete der Geheimdienst seine Agenten noch einmal separat aus? Vielleicht würde er ja durch diesen Auftrag eine Chance bekommen, in diese elitären Reihen aufgenommen zu werden. Das war zugegeben kein schlechter Gedanke. Mit so einer Aussicht würde er sogar einmal mit einem Partner zusammen arbeiten.


[Utos-System | Galantos | Gal'fian'deprisi | Tellmemore | Corporal Peter MacFaden, Operative Kytanna Soutenne, Thessis Reek]
 
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[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer - Brücke] Ron Legslok, Scytale Mentel, Brückenbesatzung [NPC's], Lieutnant Wilson [NPC]

Ron war in seinen Element, er war total in seiner Arbeit vertieft, alles andere erschien ihm nebensächlich. Wie zum Beispiel seine quietschenden Schuhe oder der rutschige Boden.
Er analysierte die Situation und versuchte alles, damit das Schiff so wenig wie möglich abbekommt und so viel wie möglich austeilt. Unter der Mannschaft war er als sehr ehrgeizig, charakterstark und sympathisch bekannt. Er wusste wie man jemanden aufbaut und er behält stets einen kühlen Kopf.

,,Verstärken sie das Feuer auf den Transporter!"

Die Situation war ganz normal, alles unter Kontrolle, dennoch hatte Ron das Gefühl als könnte ihn die Situation entgleiten und zwar auf eine besonders unangenehme Art und Weise

[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer - Brücke] Ron Legslok, Scytale Mentel,Brückenbesatzung [NPC's], Lieutnant Wilson [NPC]
 
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[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer - Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, 1. Offizier Wilson [NPC], Brückenbesatzung [NPC's]

,,Sir, drei feindliche Schiffe sind aus dem Hyperraum gesprungen. Außerdem melden unsere Sensoren nicht weit von Galantos ein Imperiales Schiff der Enforcer-Klasse. Seine Kennung weist ihn als Cadia aus. Moment, gerade wendet sich eines der feindlichen Schiffe nach Koornacht.

,,Verdammt!"

Das waren in der Tat keine guten Nachrichten. Zwei vollkommen unbeschädigte Schiffe des Feindes mit ihren vollzähligen Jägerstaffeln konnten die Schlacht zugunsten der Yevethaner wenden. Als er sich auf der Brücke umsah, konnte er die Unruhe und Angst, nach dieser schlechten Nachricht, in den Gesichtern seiner Crew sehen. Einzig allein der neue Feuerleitoffizier (Ron Legslok) war gelassen. Doch der Anschein kann immer trügen. Außerdem sah er auf dem Taktischen Hologramm, wie die Geschütze des Feuerleitoffiziers dem feindlichen Acclamator-Kreuzer am meisten zusetzten. Scytale deutete auf den Offizier.

,,Sie, ja genau Sie! Wieso treffen Ihre Geschütze so oft die Schwachpunkte des Feindlichen Schiffes? Wenn sie einen Trick haben, dann erklären Sie ihn sofort den anderen Feuerleitoffizieren. Verdammt nochmal, die Truppen auf Galantos vertrauen uns, dass wir dafür sorgen, dass so wenig feindliche Truppen wie möglich landen können. Und dazu muss dieser Acclamator zerstört werden!"

Hoffentlich war es kein Fehler, diesen Offizier so heftig anzufahren. Er hasste es, wenn er jemanden anbrüllen musste. Aber so konnte man die Disziplin für einige Momente ankurbeln. Auf einmal fühlte Scytale etwas kaltes an seinem Hinterkopf. Langsam drehte er sich um und sah wie sein 1. Offizier mit einem wutverzerrten Gesicht ihn einen Blaster an den Kopf hielt. Er spuckte verächtlich auf den Boden und sprach:

,,Ich hab keinen Bock mehr auf sie! Sie haben einfach so das Kommando bekommen obwohl ich vor Ihnen dran war. Ich diene dem glorreichen Imperium schon seit über 30 Jahren. Und Sie? Sie dienen seit nicht mal einem Jahr." Er wandte sich an die Feuerleitoffiziere ,,Feuer einstellen, ansonsten werdet ihr euren geliebten Commander nicht mehr wiedersehen."

,,Was wollen sie eigentlich Wilson? Das ist Wahnsinn. Selbst wenn sie mich töten, was würde es Ihnen nützen? Außerdem bin nicht Ich, sondern die Yevethaner der Feind.

Alles auf der Brücke erstarrte zu Eis. Alle Augen wandten sich zum Geiselnehmer. Schliesslich stand einer der Offiziere auf ,,Wilson, was tust du da? Lass es einfach sein." er ging langsam zu Wilson. Auf einmal drehte Wilson sich zu ihm um und sagte ,,Keinen Schritt weiter! Sonst muss ich dich töten!"

Der Offizier ging trotz der Drohung weiter. Schliesslich erfüllte Wilson seine Drohung und schoss ihm kaltblütig in die Brust. Die Zeit schien fast still zu stehen als der Körper dumpf auf den glatten Boden fiel.


[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer - Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, 1. Offizier Wilson [NPC], Brückenbesatzung [NPC's]


Status STR Wayfarer
[Schilde: 73% | Hülle: 96%] [Feuer auf die Splender of Yevetha]
TIE/In [3 von 12 Maschinen] [Dogfights]
TIE/in [0 von 12 Maschinen] [aufgerieben]
TIE/In [4 von 12 Maschinen] [Dogfights]
 
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Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ Hügel/ Sam, Sorel

Immer noch beobachtete sie den Schwarm an Landungsboote, während Zakev die Vermutung äußerte, dass es yevethanische Schiffe waren. Der Scharfschütze meinte, dass vermutlich der Gouverneurspalast ihr Ziel war. Sam verwirrte das. Das passte so gar nicht zu dem Plan der imperialen Verteidiger, die die Yevethaner doch in eine in die Länge gezogenen Abwehrschlacht verwickeln wollten. Dass diese Nichtmenschen den Kampf jetzt einfach umgingen, fand sie ganz schön feige.

Doch dann geschah etwas unerwartetes. Wie bei einem Feuerwerk stiegen plötzlich mit lautem Pfeifen Flugkörper in die Höhe und explodierten mit lautem Knall zwischen dem Schwarm an Landungsbooten. Sam zuckte überrascht zusammen. Was war das? Flugabwehrfeuer? Davon hatte doch niemand etwas gesagt. Währenddessen gingen die ersten Schiffe in Flammen auf und stürzten rauchend in die Stadt. Das hatten diese Bastarde also davon!

Allerdings konnte sie dem Spektakel am Himmel von Gal'fian'deprisi nicht länger beiwohnen. Irgendein Scout heulte per ComLink ihnen schon eine Weile die Ohren voll und berichtete von Truppenbewegungen, die bis jetzt jedoch noch nicht in Sichtweite waren. Zakev musste wohl das Gefühl haben, dass es gleich losging. Wie schon bei der Übung kurz zuvor spannte sich sein ganzer Körper plötzlich an, was Sam wieder unruhig werden ließ. Sie solle die Ausrüstung griffbereit halten und sich auf einen schnellen Rückzug einstellen. Die Ausrüstung bestand aus ihren abgelegten Tornistern, welche beide an einem Baum lehnten. Auch nach dem Gebäude, das Zakev kurz vorher beschrieben hatte, schaute sie sich noch einmal um. Im Vergleich zu den Büschen, in welchen sie sich gerade versteckten, erschien ihr der graue Klotz wie ein sicherer Hafen. Sie mussten verrückt sein, von hier aus eine Armee bekämpfen zu wollen. Aber der Schütze schien wie immer fest entschlossen. Als würde er ihre Gedanken unterstreichen wollen, fragte er kurzerhand nach einer Feuererlaubnis auf die angekündigten Kampfläufer.

"Sie wollen sich ernsthaft mit dem Ding mit einem Kampfläufer anlegen?"

, fragte sie skeptisch. Sam hatte ja schon vorher die Vermutung gehabt, dass Zakev nicht normal war. Das klang nun aber wirklich gestört. Dass der Truppführer das auch noch genehmigt hatte, war ebenso verwunderlich.

Ein Blick durch das Elektrofernglas bot auch keine erbauende Aussichten. Zehn A5s und zwei Kampfläufer waren angekündigt. Die Maschinen waren perfekt für das sumpfige Gelände ausgelegt. Nichts würde sie aufhalten, was den Anblick der riesigen A5 Juggernauts noch beängstigender macht. In einer Art V-Formation rollten sie auf die Stadt zu und gaben somit den eigentlich exponierten Kampfläufern vorerst eine gute Deckung. Wenn da nicht Zakev und sein Gewehr wären. Von ihrer Position aus hatten sie einen guten Schusswinkel auf die AT-TEs in der Mitte der Formation.

"Wenn sie diese Formation und die Geschwindigkeit halten, sind sie in 30 Sekunden in Feuerreichweite. Iiiiihhh, so sehen die also aus? Grün, gelb, zwei Meter hoch ..."

Unfassbar, dass diese abartigen Gestalten mehrere imperiale Garnisonen überrannt haben sollen.

Bevor die 30 Sekunden abliefen und Zakev seinen Schuss machen konnte, brach etwas anderes los. Zunächst kündigte es sich durch ein elektrisches Geräusch an, dann durch Pfeifen, schließlich durch eine Explosion. Die feindliche Artillerie hatte das Feuer auf die erste Verteidigungslinie eröffnet. Sam hatte noch nie etwas so lautes erlebt und nahm sofort Einstellungen an ihrem Helm vor, um das laute Toben für ihre Ohren zu filtern. Wenn sie sich jetzt zurückziehen würden, dann liefen sie genau in das Artilleriesperrfeuer.

"Das mit dem Schuss und dem Rückzug, willst du dir das nicht noch einmal überlegen?"

, schrie sie über den Lärm hinweg und merkte vor Stress gar nicht, dass sie den Schützen gerade ausversehen geduzt hatte.

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ Hügel/ Sam, Sorel
 
[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Außenrand von Gal’fian’deprisi | Linie 1, Hügel] Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran

Hoch oben am Himmel über der Hauptstadt von Galantos dröhnten die Triebwerke der ehemals imperialen, nun yevethanischen Angriffstransporter. Ein distanzierter Beobachter hätte den Umstand, dass das Imperium von Nichtmenschen angegriffen wurde, die mit imperialer Ausrüstung ausgestattet waren, mit imperialen Waffen schossen und imperiale Fahrzeuge benutzten, wohl eine kaum zu überbietende Ironie gesehen, doch glaubte Sorel, dass es den Soldaten am Boden anders erging. Man wusste, welche Zerstörungskraft die eigene Ausrüstung verursachen konnte, und umso beunruhigender war, dass sie nun gegen sie verwendet wurde.

Der Scharfschütze wollte den Blick seiner kühlen blauen Augen gerade von den tiefer gehenden Transportern abwenden, da jagten plötzlich Schemen vom Boden aus in die Höhe und der Himmel verwandelte sich ein gewaltiges Feuerwerk, als zahlreiche Explosionen viele der Landungsboote samt ihrer Fracht trafen und Stahl und Fleisch in Feuerbällen verschwand. Luftabwehr? Das musste es sein. Offenbar hatte man auf höherer Ebene mit einem Luftangriff gerechnet und entsprechend Einheiten in Stellung gebracht, ein Manöver, das nun mit brennenden Wracks und Trümmerteilen belohnt wurde, die wie Kometen vom Himmel fielen. Sorel war nur ein einfacher Corporal, die Entscheidungen der Offiziere waren nichts, das ihm mitteilte. In diesem Fall schien alles richtig gemacht worden zu sein, der Erfolg würde den imperialen Verteidigern Zeit verschaffen.

Doch der Kampf am Himmel war nicht sein Kampf, auch am Boden rückten die Yevethaner unerbittlich vor, und als der kräftige Soldat durch das Zielfernrohr seines E-11s blickte, waren die feindlichen A5 Juggernauts und AT-TEs, die sich in einer makellosen V-Format der Stadt näherten, ein gutes Stück näher gekommen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis sie in Reichweite waren, ihre schweren Waffen konnten verheerende Schäden anrichten. Und da war auch noch die Artillerie, von der die vorgeschobenen Beobachter berichtet hatten. Die erste Linie würde einiges abbekommen.

Sorel ließ sich von dieser Aussicht weder aus der Ruhe bringen noch demoralisieren. Sam wirkte angesichts seiner Absicht, die Kampfläufer mit seinem Gewehr zu bekämpfen, recht skeptisch, und und fragte explizit nach, ob dass denn sein Ernst war.


„Ja.“

Antwortete der Scharfschütze, als wäre dies die selbstverständlichste Sache der Welt, und seine Stimme war von tiefer Ruhe und Konzentration erfüllt. Der Anblick der auf sie zurollenden und zustampfenden stählernen Giganten war eindrucksvoll, doch gab es keine Kriegsmaschine, die man nicht zerstören konnte. Sorgfältig justierte Sorel sein Visier neu und passte sich dem Tempo der Fahrzeuge an, die er nun deutlich erkennen konnte. Die AT-TEs in der Mitte waren gut geschützt, doch von dem kleinen Hügel war es ihm möglich, die Lücken zu sehen und entsprechend zu schießen.

Sam meldete, dass sich der Feind in ca. 30 Sekunden in Schussweite befinden würde, und als sie die Yevethaner in den Cockpits der Kampfläufer entdeckte, konnte sie sich eine Bemerkung über deren milde formuliert seltsames Aussehen nicht verkneifen. Gut zwei Meter und mit grausamen Gesichtern und einer Haut, die je nach Interpretation als grau, leicht gelblich oder leicht grünlich bezeichnet werden konnte, waren sie ein ebenso fremdartiger wie bedrohlicher Anblick. Besonders, wenn man sich in Erinnerung rief, was diese Kreaturen bereits getan hatten.


„Bestätigt. Linker AT-TE als erstes Angriffsziel ausgewählt. Achten Sie auf das Cockpit und bestätigen Sie Schäden an der Glaspanzerung und die Eliminierung des Fahrers. Wenn ich mich irre und die Cockpitpanzerung mit dem E-11s nicht zu durchdringen ist, weichen wir auf Plan B aus und warten ab, bis feindliche Infanterie abgesetzt wurde.“

Wies der Scharfschütze seine blonde Beobachterin an und bewegte sein Gewehr leicht, bis das Fadenkreuz auf dem Cockpit ruhte. Sorel schloss sein linkes Auge und sein Atem wurde flacher, langsamer, sanft legte er den Finger an den Abzug und machte sich bereit für den Schuss. Doch bevor er abdrücken konnte, hallte ein schrilles Pfeifen durch die Luft, das unverkennbare Geräusch von abgefeuerter Artillerie, gefolgt von dem dumpfen Grollen von Explosionen. Der Lärm war ohrenbetäubend und rasch justierte der Corporal den Hörschutz an seinem Helm, während er den Mund öffnete, damit Druck entweichen konnte. Die erste Linie lag unter heftigem Artilleriefeuer, ein Rückzug kam unter diesen Umständen kaum in Frage. Über den Lärm brüllend erkundigte sich Sam, ob er sich das mit dem Schuss und dem Zurückweichen nicht noch einmal überlegen wollte, und ein kleiner Teil von ihm stellte mit einem Hauch Belustigung fest, dass sie ihn dabei duzte.

„Diese AT-TEs sind eine mindestens ebenso große Bedrohung wie die Artillerie! Wir müssen sie ausschalten!“

Rief er über den Lärm hinweg, seine Entschlossenheit wankte nicht. Der Soldat konzentrierte sich ganz auf sein Ziel, blendete alles um ihn herum aus und da war nur noch das Cockpit und der Yevethaner darin. Sorel hielt die Luft an und drückte den Abzug, und nur einen Bruchteil einer Sekunde später raste ein Energieblitz aus dem Lauf der Waffe, jagte durch die Luft und traf das Cockpit. Risse bildeten sich wie ein Spinnennetz und so etwas wie Überraschung schien in das Gesicht des Fahrers zu treten.

„Panzerung beschädigt, aber nicht durchbrochen. Feuere erneut.“

Meldete Sorel und setzte seine Worte in die Tat um. Mit spektakulärer Wirkung. Der zweite Schuss traf die beschädigte Panzerung, durchbohrte sie und ließ den Kopf des Yevethaners im Cockpit verschwinden. Die nun führerlose Kampfmaschine schwankte zur Seite, als der Körper des Nichtmenschen auf die Konsole fiel, und kreischend und Funken sprühend stieß der AT-TE mit einem der Juggernauts an seiner Flanke zusammen, der riesige Panzer wurde zur Seite gedrängt und drohte umzustürzen.

„Eliminierung des Ziels bestätigt?“

Erkundigte sich der Scharfschütze ruhig und gelassen, nicht einen Hauch von Aufregung oder Jubel in der Stimme. Zwei gute Schüsse, aber noch waren sie keineswegs auf der sicheren Seite. Das Artilleriefeuer kam bedrohlich näher und ließ die Erde immer wieder erbeben, und einer der Einschläge erfolgte so nah, dass Erdklumpen durch die Luft geschleudert wurden und auf ihre Position fielen.

„Alles in Ordnung?“

Fragte Sorel und sah zu Sam, die näher an der Explosion gewesen war und dementsprechend auch deutlich mehr Erde abbekommen konnte, doch zu seiner Erleichterung schien es ihr gut zu gehen, auch wenn sie jetzt noch verdreckter aussah als zuvor. Noch ein AT-TE im Spiel, und ohne Zweifel suchten die Yevethaner bereits nach ihrer Position....

[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Außenrand von Gal’fian’deprisi | Linie 1, Hügel] Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran
 
[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer -Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, 1. Offizier Wilson [NPC], Brückenbesatzung [NPC's]

Jim war entsetzt wie kaltblütig der Offizier getötet worden war. Leider war dies die Realität und nicht irgendein Training.
Das Auftauchen der drei feindlichen Schiffe erschien ihn auf einmal nicht mehr am wichtigsten, obwohl es eine ziemlich schlechte Nachricht war. Das einzige was für ihn in diesem Augenblick zählte war das Leben eines Menschen und seines Vorgesetzten zu retten.
"Feuer einstellen!" gab er sich für den ersten Moment geschlagen, doch bereits nach dem sich Wilson wieder zum Commander (Scytale Mentel) umgedreht hatte wusste er schon was zu tun war. Nach einem kurzen aber intensiven Moment der Unsicherheit fasste er sich wieder und tat was nötig war.
Unter ihm befand sich eine Klappe mit Blastern, schnell und unbemerkt schnappte er sich einen, stellte ihn auf Betäubung und hielt ihn direkt auf Wilson gerichtet.

"Es ist vorbei Wilson! Lass die Waffe fallen und deine Strafe fällt vielleicht noch milde aus."

Wilson entgegnete nur "Ich glaube wir sind in einer Pattsituation, aber wenn du mich erschießt muss der Commander auch dran glauben. "

Alles an Bord stand still, als sich der Feuerleitoffizier gegen den wahnsinnig gewordenen Wilson wandte. Zweifelsohne eine Pattsituation in der sich die beiden befanden, jetzt würde nur ihre Intelligenz über den Sieger entscheiden. Zuerst schauten sich die beiden nur tief in die Augen, dann bewegte sich Ron ein wenig nach rechts an die Wand, an der sich die Umweltkontrolle befand.

Wilson: "Hey! Stehenbleiben! Keine Faxen oder der Commander ist tot!

"Verdammt Wilson! Was versuchst du eigentlich zu erreichen? Nur durch harte Arbeit wird man Befördert und nicht durch Geiselnahmen! Der Commander hatte sich durch ehrliche Arbeit seinen Rang verdient!"

Einen kurzen Moment schien Wilson nachzudenken. Diesen Augenblick nützte Ron aus und mit einem schnellen Sprung zur Seite schaltete er an der Umweltkontrolle die Schwerkraft aus. Noch bevor Wilson genau wusste was los war traf ihn Ron mit einem Betäubungsschuss aus seinem Blaster. Nur leider ein kleinen Augenblick zulangsam, Wilson kam noch dazu den Abzug zu drücken, das hätte den Tod des Commanders bedeutedt, wenn es nicht diese zwei Kleinigkeiten gegeben hätten, die ihn das Leben gerettet haben.

1) Das Drücken des Abzuges war mehr ein Reflex als eine bewusste Bewegung, logischerweise konnte er also nicht wirklich zielen.
2) Die plötzliche Schwerelosigkeit hatte Wilson dermaßen erschreckt, wodurch seine Waffe ein wenig zu weit nach links wanderte und den Commander nur in die Schulter traf. Ein wenig weiter rechts und er wäre sofort Tod gewesen.

Kurz nachdem die Schwerkraft wieder eingeschaltet war, erschienen auch ein paar Soldaten des Flottenregiments um den bewusstlosen Wilson festzunehmen.

"Schaffen sie dieses Gesindel von der Brücke und nehmen sie das Feuer wieder auf" gab er zu verstehen ehe er sich den verwundeten Commander zuwandte.

"Commander!!! Geht es ihn gut? Halten sie bitte durch! Hilfe ist unterwegs!
Verdammt wo bleiben die Ärzte!?



[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer -Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, 1.Offizier Wilson [NPC], Brückenbesatzung [NPC's]
 
[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer -Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, 1. Offizier Wilson [NPC], Brückenbesatzung [NPC's]

Scytale bemerkte wie der Feuerleitoffizier (Ron Legslok) sich einen Blaster schnappte und auf Wilson zielte.

"Es ist vorbei Wilson! Lass die Waffe fallen und deine Strafe fällt vielleicht noch milde aus."

Wilson drohte wiederum Ihn umzubringen, wenn der Feuerleitoffizier auch nur versuchen würde, ihn auszutricksen. Kurz nachdem der Offizier etwas erwiderte stand er auf einmal neben der Umweltkontrolle und drückte einen kleinen Knopf. Als alles zu schweben begann, wusste er dass dieser Offizier die Künstliche Schwerkraft ausser Kraft gesetzt haben musste. Doch bevor er sich von Wilson wegstoßen konnte, spürte er einen unglaublichen Schmerz in der Schulter. Als er hinsah musste er fast kotzen. Dort war anstatt seiner Uniform nur noch verbranntes Fleisch zu sehen. Kurz darauf spürte er wieder festen Boden unter sich. Jetzt hörte er nur den Befehl, das Feuer wieder einzustellen bevor der Fuerleitoffizier das Wort an ihn richtete.

"Commander! Geht es ihn gut? Halten sie bitte durch! Hilfe ist unterwegs!
Verdammt wo bleiben die Ärzte!?


,,Nein! Ich brauche keine Hilfe. Wie heißen Sie überhaupt? Ich danke Ihnen jedenfalls für Ihre schnelle Reaktion."

Als ein Sanitäter auf der Brücke erschien und anfing Scytale zu verarzten, meldete sich der CAG zu Wort

,,Commander? So wie es aussieht haben wir fast gar keine Jäger mehr."

,,Setzen sie die restlichen Jäger zu einer Staffel zusammen. Wie steht es mit der Kommunikation?"

,,Jawohl Sir. Die Kommunikation ist momentan eingeschränkt möglich. Unsere Reperaturteams arbeiten weiter daran."

[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer -Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, Brückenbesatzung [NPC's]

Status STR Wayfarer
[Schilde: 68% | Hülle: 92%] [Feuer auf die Splender of Yevetha]
TIE/In [7 von 12 Maschinen] [zusammengeschlossen mit Staffel 3]
TIE/in [0 von 12 Maschinen] [aufgerieben]
TIE/In [0 von 12 Maschinen] [zusammengeschlossen mit Staffel 1]
 
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[Utos-System | Weltraum nahe Galantos | DRD Nova | Brücke] Gordon Aaronson, Commodore Sayer, Commander Ramonis

Captain Aaronson sprach es natürlich nicht aus, aber während die Schlacht ihren Lauf nahm, sank seine Zuversicht, ob sie wirklich siegreich sein würden. Der Ausfall der Ever Vigilant in dieser frühen Phase des Kampfes hatte den yevethanischen Aggressoren einen unerhörten Vorteil verschafft. Commodore Fogerty hätte das Ruder bestimmt herumreißen können, wenn sein Schiff nicht selbst ein Opfer des mächtigen feindlichen Beschusses geworden und gezwungen worden wäre, an Sayer abzugeben. Auch der hatte sich den Rang eines Commodore sicherlich verdient (denn er machte nicht im Geringsten den Eindruck eines Mannes, der durch politische Winkelzüge zu seinem Posten gekommen sein könnte), aber konnte er so spät noch etwas bewirken? Immerhin änderte sich mit dem dritten Befehlshaber auch ein weiteres Mal die Taktik. Wahrscheinlich war es nur der guten Organisation der imperialen Flotte zu verdanken, dass nicht totales Chaos ausbrach. Abgesehen von der feigen Besatzung der Keeper, die aus der Schlacht geflohen war, kamen die Leute ihren Pflichten nach und taten ihr Bestes. Andernfalls wäre die Verteidigungslinie vielleicht längst zusammengebrochen, spätestens als die Yevethaner versucht hatten, sie mit gefangenen Kolonisten zu erpressen, oder als die harmlos wirkenden Sternengaleonen sich als Selbstmordangreifer entpuppt hatten. Wenn man die Umstände betrachtete, hielten sie sich eigentlich ganz gut. Aber das änderte nichts daran, dass es den Aufständischen gelungen war, Bodentruppen auf Galantos zu landen - das hätte unbedingt verhindert werden müssen! Auch den Totalverlust von bereits vier Schiffen konnte man sich nicht schönreden. Der Feind erlitt zwar ebenfalls Verluste, aber wie bei den Kämpfen im Koornacht-Sternhaufen schien das die Yevethaner eher anzustacheln als zu bremsen, und noch war ihre Stärke beachtlich. Ihre Schubschiffe waren weiterhin kampfbereit und auch die beiden Sternenzerstörer, denen die Verteidiger nichts Gleichwertiges mehr entgegenzusetzen hatten. Commodore Sayers Versuch, den ISD mit einem gezielten Angriff auf die Brücke zu enthaupten, war bislang nicht von Erfolg gekrönt: Zwar hatte der Gegner ihnen noch zusätzlich in die Karten gespielt, als er seine verbliebenen Jäger von dort abgezogen und zum Schutz des VSD beordert hatte, doch hatte die geschrumpfte Zahl von TIE-Bombern einfach nicht genug Feuerkraft aufgebracht, um die Brückenschilde zu zerstören. Weitere Angriffsflüge könnten vielleicht bessere Erfolge bringen, aber es war nicht zu übersehen, dass die Zeit gegen das Imperium arbeitete. Dass Gordons emotionale Warnungen vor der Macht der Yevethaner auf diese Weise ihre Bestätigung fanden und wohl niemand mehr bezweifeln würde, dass er beim Rückzug von N'Zoth und der Evakuierung von Kutag keine Wahl gehabt hatte, war nur ein schwacher Trost. Zwei Damoklesschwerter hingen drohend über ihm, während ihre Halteschnüre langsam zerfaserten. Das eine war die Möglichkeit, diese im allgemeinen Maßstab nicht sehr große, doch mit immenser Heftigkeit geführte Schlacht nicht zu überleben. Das andere die, dass vielleicht keine Wahl bleiben würde, als auch diese Welt einem Feind zu überlassen, der gegen alle hier lebenden Kreaturen nur tiefe Abscheu empfand und wohl kein Pardon gewähren würde. Und natürlich konnten auch beide Klingen gleichzeitig niedersausen. Selbst wenn es nicht gelang, Galantos zu halten, gab es keine Garantie, dass Gordon und die Nova zu denen gehörten, die noch den Rückzug antreten durften. Sayer schien ein Kerl zu sein, der lieber bis zum letzten Mann auf dem letzten Schiff weiterkämpfte, als einen Rückzug anzuordnen, solange es noch einen Funken Hoffnung gab. Aaronson hatte gehört, wie der Commodore zu Frey Fogerty gesagt hatte, dass er aus diesem Teil der Galaxis stammte, wenn nicht sogar direkt aus dem Utos-System. Er würde schon deshalb sicher nichts unversucht lassen. Gut, wenn sie dadurch den Feind schlagen konnten. Aber es konnte auch heißen, dass sie alle unter seinem Kommando den Heldentod für eine aussichtslose Sache starben.

Waren sie dazu bereit? Nicht, dass sie eine Wahl gehabt hätten - nicht jeder war so ein ehrloses Aas wie Commander Darrenholm, der für seinen feigen Verrat Schlimmeres als den Tod verdient hatte. Dass ein Kriegsschiff sich auf diese Weise seinen Pflichten entzog, kam so gut wie niemals vor. Als imperialer Offizier war man darauf eingeschworen, Befehle zu befolgen, selbst dann, wenn sie den eigenen Untergang bedeuteten. Man hatte sich für die höheren Interessen des Imperiums und seiner Neuen Ordnung zu opfern, wenn es verlangt wurde und es keine Alternativen gab. Die Frage war nur, ob man es bereitwillig tat oder sein Schicksal dabei verfluchte. Während sein Kreuzer das Feuer auf das Heck des Victory-Sternenzerstörers (Perseverance of Yevetha) eröffnete, stellte der Mygeetaner sich die Frage, zu welcher Gruppe er gehörte, und stellte halb erstaunt, halb erleichtert fest, dass es letztere war. Würde Sayer nun von ihm verlangen, einen Kamikazeangriff auf das feindliche Flaggschiff zu fliegen, würde er diesen Befehl wohl ohne zu zögern an seine Brückenoffiziere weitergeben - vielleicht mit Angst vor dem Tod und Kummer im Herzen, aber auch mit der Zufriedenheit darüber, so zu sterben, wie er gelebt hatte. Hatte er nicht kürzlich erst festgestellt, wie schwierig es war, für den Ruhestand zu planen, wenn man sein ganzes Leben nur dem Dienst gewidmet und sich nur auf Kriegsschiffen zuhause gefühlt hatte? Dieses Problem würde sich dann erübrigen. Doch Sayer gab keinen derart verzweifelten Befehl - weil die Situation zwar angespannt, aber die Schlacht noch längst nicht verloren war. Hatte man ihm nicht beigebracht, wie falsch es war, schon über die Niederlage nachzudenken, anstatt sich auf den Sieg zu konzentrieren? Solche Überlegungen waren reines Gift. Gordon riss sich zusammen und zwang sich, nicht weitere Gedanken an Rückzüge und Heldentode zu verschwenden, sondern sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren. Die ultimative Katastrophe war immerhin noch lange nicht eingetreten.

Stattdessen tat sich eine neue Chance auf, als ein weiteres Kriegsschiff im System auftauchte. Es handelte sich um einen Enforcer, doch leider nicht um die Azmodan, deren Eintreffen Gordon sich herbeisehnen würde. Nichtsdestotrotz war ein weiterer Kreuzer in dieser Lage Gold wert und diese Klasse war wohl die einzige, die es mit der Geschwindigkeit und Wendigkeit der mutmaßlichen yevethanischen Eigenbauten aufnehmen konnte. Das mit Abstand schnellste Schiff dieser Größe, das die imperiale Flotte aufzubieten hatte. Zwar wurde der Optimismus schnell wieder gedämpft, als auch der Feind Verstärkung erhielt; aber die yevethanischen Neuankömmlinge waren weit weg vom Kampfgeschehen, während die Cadia mit einem Mikrosprung direkt zu den Verbündeten gelangen konnte. Commodore Sayers Vorhaben war zweifellos riskant, aber es konnte glücken, dank der Heart of the Order und ihrer Schwerkraftprojektoren.


Viel hätte schiefgehen können, aber das tat es nicht. Die Sensoren zeigten eine Gravitationsanomalie an, als der Interdictor seine wulstigen Generatoren aktivierte, und im nächsten Augenblick erschien am Rand dieser Raumverzerrung ein Schiff wie aus dem Nichts. Die Mannschaften von Frey Fogerty und Commander Creed hatten ganze Arbeit geleistet und sich im richtigen Moment keinen Fehler erlaubt. Nun war die ebenso unerwartete wie willkommene Verstärkung mitten im Kampfgeschehen und setzte sofort Kurs auf die Position der Nova, um den Angriff auf das Heck des Sternenzerstörers zu unterstützen. Die Yevethaner reagierten rasch und setzten augenblicklich eines der schnellen Kugelschiffe auf seine Fährte; doch die Heart of the Order deaktivierte ihre Projektoren, bevor auch die Feinde am Rand des Systems es der Cadia nachtun und auf die gleiche Weise in die Schlacht springen konnten. Es würde eine Weile dauern, bis sie eingreifen konnten. Nun musste es doch gelingen, die Wende herbeizuführen!

Plötzlich ereignete sich noch etwas Unerwartetes, und zwar auf der Brücke der Nova. Der kleine, unscheinbare Commander Ramonis wandte sich plötzlich mit einer Idee direkt an Sayer:

»Commodore, ich möchte den Vorschlag machen, Enterkommandos auf die gekaperten imperialen Schiffe zu schicken.«

»Sind Sie wahnsinnig?« entfuhr es Gordon. »Die haben in einer Hauruck-Aktion ganz N'Zoth samt Werft und Schiffen eingenommen und jetzt wollen Sie sie mit ein paar kleinen Teams zurückerobern? Keiner weiß, wie viele Yevethaner da an Bord sind und mit welcher Ausrüstung!«

Doch der Erste Offizier schien nicht bereit zu sein, seine Idee so schnell wieder aufzugeben. Trotzig erwiderte er:

»Stimmt, wir wissen es nicht. Vielleicht fliegen sie die Schiffe mit einer Rumpfbesatzung! Dann würde auch eine kleine Störung schon ausreichen, um ihre Kampffähigkeit zu beeinträchtigen! Selbst wenn eine Rückeroberung nicht gelingt, könnte das der Schlüssel zum Sieg sein. Ist die Situation nicht verfahren genug, um es zu versuchen?«

»Ihnen ist wohl nicht klar, dass diese Bestien sich nichts sehnlicher wünschen als ein paar Soldaten, die sie im Nahkampf zerfetzen können. Wahrscheinlich hebt das deren Moral sogar noch!«

»Ruhe!« ging der Commodore dazwischen. »Sie beide haben Besseres zu tun als das auszudiskutieren! Und von ›verfahrenen Situationen‹ will ich gefälligst nichts hören, Ramonis! Was den Vorschlag angeht, ich denke darüber nach.«

›Das ist schon mehr als ich tun würde‹ dachte Aaronson. Er hielt überhaupt nichts von dem Gedanken. Enteraktionen mitten im laufenden Gefecht waren schon unter normaleren Bedingungen eine heikle Sache; gegen die blutdürstigen Yevethaner aber war es der nackte Wahnsinn. Reiner Selbstmord ohne echte Aussicht auf Erfolg. Der Mygeetaner hoffte, dass sein Vorgesetzter sich nicht für die Idee erwärmen konnte. Erschreckenderweise erging tatsächlich kurz darauf der Befehl an die gesamte Flotte:

»An alle Schiffe, die über Enterfähren verfügen: Lassen Sie diese startbereit machen. Wir halten uns diese Option offen!«

›Eine schöne Option‹, ging es Gordon durch den Kopf. ›Wenn sie wirklich losgeschickt werden, kommt kein einziger lebend wieder. Sie haben keine Ahnung, was auf sie zukommt! Sie haben nicht erlebt, was ich gesehen habe... Aber ich bin hier nicht der Commodore!‹

Wenn Sayer tatsächlich Enterangriffe befehlen würde, hätte er ja noch einmal die Möglichkeit, zu widersprechen und Bedenken anzumelden. Doch er wusste eigentlich jetzt schon, dass er das nicht tun würde.

[Utos-System | Weltraum nahe Galantos | DRD Nova | Brücke] Gordon Aaronson, Commodore Sayer, Commander Ramonis

Aufklärungsflottille Cresh-8

[DRD] Nova [Schilde: 30% | Hülle: 70%]
Derzeitiges Flaggschiff
[Commodore Sayer, Captain Gordon Aaronson]
Status: Obere Schilde ausgefallen, großer Hüllenbruch, mehrere Geschütze zerstört
Position: Mit NBF Stalker hinter feindliche Linien zurückgefallen
Ziele: Angriff aufs Heck der VSD Perseverance of Yevetha
TIE/in [6 von 12 Maschinen] [Lösen sich aus Dogfight]

[VEN] Ever Vigilant [Schilde: 6% | Hülle: 49%]
[Captain Tanith]
Status: Brückenturm schwer getroffen, Schildsysteme zum Teil durch Ionenbeschuss beeinträchtigt, driftet, Waffenleitsysteme ausgefallen
Position: Hinter die feindliche Linie zurückgefallen
Ziele: Keine
TIE/in [23 von 48 Maschinen] [Lösen sich aus Dogfight]
TIE/ln [27 von 48 Maschinen] [Lösen sich aus Dogfight]
TIE/sa [31 von 48 Maschinen] [sammeln sich]

[VIN] Takao [Schilde: 100% | Hülle: 100%]
[Commander Ichigû]
Status: Voll einsatzbereit
Position: Richtung Galantos zurückgefallen
Ziele: Splendor of Yevetha
TIE/ln [12 von 12 Maschinen] [Dogrifht]
TIE/sa [12 von 12 Maschinen] [Angriff aufs Heck der Splender of Yevetha]

[VIN] Liquidator [Schilde: 63% | Hülle: 76%]
[Commander Volo Crescent]
Status: Hauptantrieb und hintere Geschütze ausgefallen
Position: Nahe Heart of the Order
Ziele: IM-1138
TIE/ln [9 von 12 Maschinen] [Nahverteidigung]
TIE/sa [10 von 12 Maschinen] [Nahverteidigung]

[STR] Wayfarer [Schilde: 68% | Hülle: 92%]
[Commander Scytale Mentel]
Status: Kommunikation ausgefallen
Position: Richtung Galantos zurückgefallen
Ziele: Splendor of Yevetha
TIE/in [7 von 36 Maschinen] [Dogfights]

[STR] Keeper
[Commander Darrenholm]
Aus dem Gefecht geflohen

[NBF] Stalker [Schilde: 60% | Hülle: 90%]
Status: Voll einsatzbereit
Position: Mit Nova hinter feindliche Linien zurückgefallen
Ziele: CRK Whirlwind
TIE/in [1 von 24 Maschinen] [Angriff auf CRK Whirlwind]

[NBF] Prosperity [Schilde: 0% | Hülle: 0%]
Zerstört
TIE/ln [11 von 24 Maschinen] [Angriff auf CRK Whirlwind]


[LNC] Sudden Blade [Schilde: 46% | Hülle: 92%]
Status: Voll einsatzbereit
Position: Nahe Heart of the Order
Ziele: Feindliche Jäger

[CRV] Restless [Schilde: 10% | Hülle: 71%]
Status: Schäden im Frontbereich, Mehrere Geschütze ausgefallen
Position: Nahe Heart of the Order
Ziele: VSD Perseverance of Yevetha

[CRV] Swiftrunner [Schilde: 0% | Hülle: 15%]
steuerloses Wrack
Position: Nahe Heart of the Order


[CRV] Duelist [Schilde: 96% | Hülle: 100%]
Status: Voll einsatzbereit
Position: Nahe Heart of the Order
Ziele: Feindliche Jäger

[CRV] Faithful [Schilde: 0% | Hülle: 13%]
steuerloses Wrack
Position: Nahe Heart of the Order

 
Zuletzt bearbeitet:
Orbit um Galantos/ INT Heart of the Order/ Brücke/ Frey, Crew

Die plötzliche Korrektur in der Schwerkraft kam da wie gerufen. Endlich! Von Freys fünf Minuten durfte auch nicht mehr allzu viel übrig sein, im Gegenteil. Der Chefingenieur hatte besser eine gute Erklärung dafür, weshalb es so unverschämt lange gedauert hatte, bis man an Bord wieder normal gehen und stehen konnte. Immerhin war die Schräglage noch nicht so verheerend, dass man sich bei der Veränderung des Zustands ernsthaft verletzen konnte. Fast schon elegant landete der Corellianer auf beiden Beinen und eilte sofort zur Leitstelle der Schwerkraftgeneratoren.

"Sie bekommen sofort Koordinaten für ein Gravitationsfeld. Unverzüglich ausführen und auf mein Zeichen hin wieder abstellen."

"Aye, Sir. Daten empfangen, projiziere Gravitationsfeld."

Der Offizier tippte auf seinem Terminal herum und schon schließlich einen Regler langsam nach oben. Das Feld stand, auch wenn es für das menschliche Auge nicht zu sehen war. Das schwarze Weltall draußen hatte sich optisch nicht verändert. Die Scanner eines Raumschiffes würden dem Eindruck des menschlichen Auges jedoch widersprechen.

"Kommunikation, unsere Verstärkung soll den Hyperraumsprung zu den vorgegebenen Koordinaten durchführen, sofort!"

Eine junge Frau sprach daraufhin eindringlich in eine Sprechvorrichtung. Die Situation war angespannt. Obwohl dieses Manöver zu den Grundtaktiken der Flotte zählte, war es dennoch mit Risiken verbunden. Man konnte etwas falsch berechnet oder schlecht abgesprochen haben. Auch ein Versagen der Maschinen war im Rahmen des möglichen, erst recht unter Feindbeschuss. Doch die Heart wurde gerade von zwei Vindicatoren abgeschirmt. Sie hatten optimale Voraussetzungen für ein Manöver wie dieses.

"Commodore, Hyperraumsprung auf kurze Distanz erfolgreich durchgeführt."


Frey konnte kurz durchatmen. Das wäre geschafft. Doch einen wirklichen Grund zur Freude hatten sie noch nicht.

"Weitere Schiffe im System eingetroffen, keine imperiale Kennung!"

Das hatte gerade noch gefehlt! Mehr Yevethaner?

"Captain, bringen Sie das Schiff wieder auf Augenhöhe mit der Schlacht. Ich schätze, wir sind wieder im Spiel."

Nun musste er sich erst wieder eine Übersicht verschaffen. Er hatte die ganze Zeit keine Möglichkeit gehabt zu erfahren, was der Rest seiner Kampfgruppe gerade machte oder wie die Jäger- und Bomberstaffeln sich schlugen. Frey eilte zum Holotisch am Ende der Brücke und aktivierte ihn wieder. Die Übertragung der Daten war jedoch alles andere als stabil. Noch immer bezogen sie die Informationen von einem anderen Schiff, da die Scanner der Heart nach wie vor ausgefallen waren.

Die Situation war nicht befriedigend. Der geballte Angriff auf die yevethanischen VSD und ISD hatten noch keine Früchte getragen, beide waren noch im Kampf. Vom Rand des Systems näherten sich zwei weitere, feindliche Schiffe. Außerdem hatte der Feind den Vindicator Totale sturmreif geschossen. Über den Holo-Tisch huschte ein schneller Schadensbericht von Captain Blink. Das Schiff war antriebslos, nachdem ein nicht bekanntes Geschoss das Heck getroffen hatte. Der Zustand an Bord wurde zunehmend kritischer. Was sollte er tun? Er konnte den Vindicator opfern. Doch welchen Mehrwert hatte das für ihn? Vermutlich würden die Yevethaner dann Merels Schiff beschießen. Wenn sie auch dieses zerstört hatten, war die Heart wieder an der Reihe. Sayer schien keine Anstalten zu machen, etwas an diesen Umständen zu ändern. Also musste Frey wieder ran. Der Corellianer hatte nicht vor, seine eigenen Ressourcen auf das Halten dieses Systems auszurichten. Es wäre schädlich für seinen Ruf, wenn er mit seinen neuen Befugnissen direkt zwei Vindicatoren des Imperiums verheizte, nur um diese Außenwelt zu schützen. Wenn er die Totale retten konnte, damit sie zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres Mal gegen die Yevethaner kämpfen konnte, war er der Held der Geschichte. Es war Zeit, den Lauf der Dinge wieder zu beeinflussen.

"Befehle an Totale und Basilisk: Rückzug. Die Basilisk soll das Schwesterschiff mit Traktorstrahlen aus dem Gefecht ziehen und das System verlassen. Falls Sie unsere verräterischen Kameraden begegnen, Grüßen Sie schön."

Orbit um Galantos/ INT Heart of the Order/ Brücke/ Frey, Crew

[INT] Heart of the Order [Schilde: 60% / Hülle 69%]
[Flaggschiff, Commodore Fogerty]

TIE/in [7 von 12 Maschinen] [Unterstützen Takao und Wayfarer]
TIE/in [13 von 24 Maschinen] [Unterstützen Liquidator]
TIE/sa [6 von 12 Maschinen] [Unterstützen Liquidator]

[VIN] Basilisk [Schilde: 78% / Hülle 91%]

[Commander Merel]

TIE/in [11 von 24 Maschinen] [Angriff auf ISD Executioner of Yevetha. Ziel: Brücke]

[VIN] Totale [Schilde: 55% / Hülle 36%] [Antrieb zerstört]

[Captain Sarah Blink]

TIE/in [3 von 12 Maschinen] [Angriff auf ISD Executioner of Yevetha. Ziel: Brücke]
TIE/sa [5 von 12 Maschinen] [Unterstützen Takao und Wayfarer]

[CRV] Pride [Schilde: 72% / Hülle 89%]

[Commander Seamus Pluff]


[CRV] Brave [Schilde: 68% / Hülle 88%]
[Commander Bea Strugg]


[CRK] Little Bird [Schilde: 64% / Hülle 90%]
[Commander Seth Torstem]


[ESK] Hornet [Schilde: 91% / Hülle 100%]
[Captain Malvik Fadeus]

TIE/in [22 von 36 Maschinen] [Angriff auf ISD Executioner of Yevetha. Ziel: Brücke]
TIE/sa [8 von 12 Maschinen] [Unterstützen Takao und Wayfarer]
TIE/sa [20 von 24 Maschinen] [Angriff auf ISD Executioner of Yevetha. Ziel: Brücke]
 
Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ Hügel/ Sam, Sorel

Was hatte sie eigentlich erwartet? Dass Zakev plötzlich mit Humor um die Ecke kam? "Nein, das war natürlich ein Scherz, lass uns verschwinden!" passte so gar nicht zu ihm. Außer er war ein großer Schauspieler und hatte ihr in den letzten 24 Stunden etwas vorgemacht, was allerdings eher unwahrscheinlich war. Sam hatte in ihrer Vergangenheit genug Umgang mit verschiedensten Persönlichkeiten gehabt und konnte dementsprechend auf eine gewisse Menschenkenntnis zurückgreifen. Es war nur der Stress, dem sie gerade ausgesetzt war. Die Kampfgeräusche im Hintergrund plus das Sperrfeuer der Artillerie waren unglaublich laut. Was für eine Zerstörungskraft musste so ein Geschoss entwickeln, um ein Gebäude mit nur einem einzigen Treffer in Stücke zu reißen? Was passierte mit den Insassen?

Es kostete Sam viel Kraft, sich wieder auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Ihre Gedanken rasten. Zakev war also fest entschlossen, es mit den Kampfläufern aufzunehmen. Ihr fiel dazu kein Kommentar mehr ein. Sie war fertig mit ihren Nerven und konzentrierte sich nun darauf, das Fernglas so fest wie nur möglich gegen ihre Augen zu pressen, damit niemand merkte, dass ihre Hände zitterten. Was würde passieren, wenn der Schuss erst mal gelöst war? Sie versuchte, nicht daran zu denken. Zakev sagte noch ein paar Worte, doch sie drangen nicht bis zu Sam hindurch. Sie gingen in dem Hintergrundlärm und in ihren tobenden Gedanken unter. Waren sie Helden? Patrioten? Sam hatte nicht den blassesten Schimmer, was sie eigentlich hier hergebracht hatte. Sie wollte sich in Luft auflösen, unsichtbar werden und einfach von hier verschwinden.

Dann schoss Zakev, traf das Cockpit, schoss ein zweites Mal und bemalte die Wände der Maschine mit den Innereien des Fahrers. Die Wirkung dieser Aktion war phänomenal. Der Kampfläufer scherte plötzlich aus der Formation aus und stieß mit dem schwer gepanzerten Bodenfahrzeug zusammen. Vermutlich verursachte dieser Zusammenstoß einen ohrenbetäubenden Lärm, doch ging er im restlichen Chaos unter. Hinzu kam eine Detonation nur ein Steinwurf zu Sams linken, was sie zusammenzucken ließ. Schnell zog sie ihren Kopf ein, drücke ihr Gesicht zu Boden und hielt ihre Hände schützend auf den Helm. Dreck und Holzsplitter rieselten auf sie nieder. Das war knapp.

Als sie wieder aufsah, bemerkte sie den Blick des Scharfschützen, der sie fragend ansah. Vermutlich wollte er den Status des Ziels wissen.

"Der Pilot ist tot!", schrie sie über den Lärm hinweg.

Dann nahm sie wieder ihr Fernglas. Was sie sah war nicht gut. Das Massentreibergeschütz des zweiten Kampfläufers zielte in ihre Richtung.

"Deckung!", rief sie und nahm ihre Ausgangsposition wieder ein. Nur einen Augenblick später, zischte ein Geschoss über sie hinweg und schlug in einen Baum hinter ihnen ein. Es krachte, wieder regneten Splitter auf sie hinab und mit knackenden Ästen fiel der Baum langsam auf sie zu. Sam riskierte erst im letzten Moment einen Blick hinter sich und sah den dicken Stamm genau auf sie zukommen. Sie hatte nicht einmal die Zeit, um darüber nachzudenken, was sie da tat. Instinktiv rollte sie zur Seite und der Baum kam nur knapp neben ihr auf dem Boden auf.

"Verfluchte Scheiße.", keuchte sie, während eine weitere Detonation Dreck auf sie regnen ließ. Schnell sammelte sie ihr Fernglas ein und steckte es weg. Hatte Zakev das überlebt? Er musste auf der anderen Seite des Baumstamms sein. Flink wie sie war, dauerte es nur wenige Sekunden, bis sie das Hindernis überwunden hatte. Trotz ihrer Körpergröße war sie auch eine passable Kletterin.

"Alles okay? Lass den zweiten Kampfläufer, wir sitzen hier auf dem Präsentierteller!"

Ihre Worte wurden durch das Pfeifen eines zweiten Massentreibergeschosses unterstrichen, dass jedoch weiter unten in den Hügel einschlug. So wie es aussah, versuchten die Yevethaner ihre Position zu erraten. Sie wussten nicht genau, wo das Scharfschütznduo sich versteckte. Das Unterholz und ihre Tarnung schützte sie vor den wütenden Blicken der Invasoren. Jedoch mussten diese nur bei einem einzigen Schuss Glück haben und um die beiden Soldaten war es geschehen.

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ Hügel/ Sam, Sorel
 
[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Außenrand von Gal’fian’deprisi | Linie 1, Hügel] Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran

Mensch gegen Maschine, ein Scharfschütze und eine Beobachterin gegen einen tonnenschweren Kampfläufer, ein Ungetüm aus Stahl und Panzerglas. Dieses Duell erinnerte nicht zufällig an die Legenden von mutigen Wesen, die sich in grauer Vorzeit nur mit einem Schwert bewaffnet einem zornigen Krayt-Drachen gestellt und das Biest zur Strecke gebracht hatten, heroische Figuren, die die Zeiten überdauert hatten. Dieses romantische Bild hatte wenig mit der Realität des modernen Krieges zu tun und doch empfand Sorel einen Anflug von grimmigen Stolz, als Sam über den ohrenbetäubenden Lärm des Gefechts den erfolgreichen Abschuss bestätigte.

Doch dieser Erfolg hatte sie zugleich zur Zielscheibe gemacht, die Yevethaner waren keineswegs unfähig und hatten rasch erkannt, dass sie mit der Bedrohung durch die imperialen Scharfschützen schnell fertig werden mussten. Kreischend raste Artilleriefeuer durch den von zahlreichen Explosionen erfüllten Himmel, bohrte sich wie Faustschläge eines zornigen Riesen und schleuderte Erde und Splitter durch die Luft. Der Beschuss auf Linie 1 war schon zuvor heftig gewesen, nun intensivierte er sich noch und näher und näher rückten die Einschläge an den Hügel, der ihnen zwar Tarnung, aber keine Deckung bot.

Die bebende Erde und der beständig aufgewirbelte Dreck erschwerten das Zielen und zudem hatten die Yevethaner rasch reagiert und schützten den verbleibenden AT-TE nun besser. Durch das Zielfernrohr seines E-11s suchte Sorel nach einer Lücke, einer Gelegenheit für einen weiteren Schuss, doch dem kräftigen Soldaten machten die Umstände einen Strich durch die Rechnung und als sich endlich eine Möglichkeit zu ergeben schien, musste er feststellen, dass die Mündung des Massentreibergeschützes des Kampfläufers genau auf den Hügel zielte...

Nur einen Augenblick, nachdem Sam eine Warnung schrie, feuerte der AT-TE und Sorel grub sich in die Erde, den Körper flach auf den Boden gedrückt und den Kopf gesenkt. Die Luft selbst schien zu brennen als das Geschoss über sie hinweg raste und sich mit einem Knall, der seine Ohren für einen Moment vollständig erfüllte, in etwas hinter ihm bohrte. Nur dumpf hörte der Mensch mit dem kurzen braunen Haar ein Knacken, er drehte den Kopf und sah, wie der Stamm eines einst großen Baumes bedrohlich kippte und in Richtung der imperialen Soldaten stürzte.

Fast wäre Sorel von dem Baumstamm zermalmt worden wie ein Insekt, erst im letzten Moment konnte er zur Seite rollen und so trafen ihn nur einige Äste, seine Körperpanzerung milderte deren Aufprall etwas, dennoch blieb ihm kurz die Luft weg. Bedeckt von Zweigen und Blättern musste er sich erst etwas frei kämpfen und wurde prompt von einem weiteren Hagel Dreck begrüßt, der auf ihn herab regnete. So gut es ging sah sich der Soldat um, seine blauen Augen suchten nach seiner Beobachterin. Hatte er Sam gerade fluchen gehört? Dann hatte sie überlebt, stellte er zufrieden fest und kurz darauf kam die blonde Frau bereits geschickt über den umgestürzten Baum geklettert.


„Alles in Ordnung.“

Antwortete er auf ihre Frage, richtete sich auf und griff nach seinem Gewehr, das neben ihm auf den Boden gefallen war. Die Beobachterin machte deutlich, dass sie lieber hier verschwinden sollten, ein Angriff auf den zweiten Kampfläufer war unter diesen Umständen Selbstmord und das schrille Kreischen eines zweiten Schusses aus dem Massentreibergeschütz, der sich in den Hügel bohrte und ihn erzittern ließ, verlieh ihren Worten eine klare Dringlichkeit. Die Yevethaner mussten inzwischen eine ungefähre Ahnung von ihrer Position haben und angesichts der Feuerkraft der Angreifer war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Treffer die Imperialen erwischen würde.

Dennoch widerstrebte es einem Teil von ihm, die Position zu verlassen und keinen Angriff auf den AT-TE zu unternehmen. Den zweiten Kampfläufer aufzuhalten würde Druck von Linie 1 nehmen, doch wie realistisch war diese Option? Die Yevethaner waren nicht dumm, sie schützten den AT-TE inzwischen deutlich besser und Sorel würde mindestens zwei Schüsse brauchen, um das Cockpit zu zerstören. Ein Schuss war unter diesem Beschuss möglich, würde ihre Position aber endgültig verraten, zu einem zweiten Schuss würde es dann nicht kommen.

Er war ein Jäger und der Tod auf dem Schlachtfeld stellte für ihn keinen Schrecken dar, doch wollte er nicht leer und sinnlos sterben. Aus einer neuen Position konnten er und seine Beobachterin helfen, den Vormarsch des Feindes zu verlangsamen und die feindliche Infanterie würde ebenfalls lohnende Ziele bieten, deren Bekämpfung dem imperialen Widerstand helfen würde. Rasch richtete sich der kräftige Mensch auf und sah sich suchend um. Linie 1 lag unter schwerem Artilleriebeschuss und hatten bereits Verluste zu beklagen, während die Yevethaner scheinbar unbeeindruckt weiter vorrückten. Die ursprüngliche Rückzugsposition der Scharfschützen, ein mehrstöckiges graues Gebäude, war schwierig zu erreichen, da die feindliche Artillerie diesen Bereich großzügig mit Sperrfeuer eindeckte.

Sorels Blick fiel auf ein Gebäude etwas weiter östlich, dessen Umgebung vergleichsweise wenig beschossen wurde. Der Scharfschützte klopfte Sam auf die Schulter, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, streckte den Arm aus und deutete auf das Gebäude. Drei Stockwerke, ockerfarben und wohl aus der Zeit vor der imperialen Besetzung stammend. Das Gelände davor war von ein paar Bäumen und Sträuchern bedeckt, die zumindest etwas Tarnung bieten würden, bis sie das Gebäude erreichten, und nur vereinzelt schlug Artilleriefeuer in diesem Bereich ein, wohl eher Fehlschüsse als gezielter Beschuss.


„Unsere ursprüngliche Rückzugsposition steht unter zu schweren Beschuss! Sehen Sie das ockerfarbene Gebäude da drüben? Wir nutzen das Gestrüpp als Tarnung und sprinten dort hin, während die Yevethaner die übrigen Abschnitte beschießen.“

Ermutigend nickte der Scharfschütze der blonden Soldatin zu, Entschlossenheit und Zuversicht in seinen blauen Augen, dann aktivierte er sein ComLink.

„Kommando, hier Sichel-1. Hügel steht unter schwerem Beschuss und geplanter Rückzugsort ist kompromittiert. Weichen auf alternative Position aus, dreistöckiges ockerfarbenes Gebäude etwa 600m östlicher unserer Position. Bitte bestätigen, over.“

Der Funkverkehr war aufgrund der zahlreichen Meldungen und des schweren Feuers nicht in bestem Zustand, aber endlich konnte Sorel über das Rauschen etwas verstehen.

„...bestätigt, Sichel-1. Achtung, feindlicher Artilleriebeschuss intensiviert sich in Ihrem Abschnitt...“

Wie zur Bestätigung schlugen erneut Energieladungen auf dem Hügel ein. Schnell schwang sich Sorel seine Ausrüstung über die Schulter, nickte Sam zu und ging in Position.

„Bereit? Dann los! Nicht anhalten, bis wir dort sind!“

So schnell sie konnten stürmten die beiden imperialen Soldaten los, rannten den Hügel hinab und schlugen sich durch die dünne Vegetation. Ihr Aufbruch war gerade noch rechtzeitig erfolgt, sie hatten den Hügel kaum hinter sich gelassen, da prasselte ein wahrer Hagel von Energie auf ihn ein und verwandelte ihn eine Feuerblume. Sorel ließ sich nicht beirren und rannte einfach weiter, schlug Haken und das rettende Gebäude kam näher und näher. Vereinzelt schlug Artilleriefeuer in der Umgebung ein, doch waren es weiterhin nur Fehlschüsse. Nicht weniger tödlich, aber immerhin.

Endlich erreichten die beiden das Gebäude, Sorel riss die Tür auf und Sam stürmte hinein, dann folgte er ihr, schloss die Tür hinter sich und stellte Rucksack und Gewehr ab. Sein Atem ging rasselnd und er hielt seine Knie, während er tief Luft holte. Sein Herz pumpte wie verrückt und Adrenalin durchflutete seinen Körper, doch waren sie nun immerhin von dicken Wänden geschützt und die Yevethaner wussten nicht, dass sie hier waren, hatten sie mit der Zerstörung des Hügel wohl schon als erledigt angesehen. Als er wieder normal atmen konnte, nahm Sorel sein Gewehr, überprüfte rasch das Energiemagazin und Visier und sah dann zu seiner Beobachterin, den Gesichtsausdruck voller Entschlossenheit, dem Feind zu demonstrieren, dass sie noch lange nicht aus dem Spiel waren.


„Sobald wir wieder bei Kräften sind, suchen wir nach einer guten Schussposition.“

Meinte er bestimmt, wartete ruhig und fast schon gelassen wirkend ab, dann eilte er mit seiner Kameradin die Treppe des Gebäudes herauf und ging im dritten Stock an einem Fenster in Position. Von hier aus hatten sie einen guten Überblick und so nickte er Sam knapp zu.

„Wie sieht die Lage aus?“

Erkundigte er sich, die blonde Frau hatte mit ihrem Elektrofernglas ein Mittel, um sich eine weitaus besseren Überblick über die Situation zu verschaffen.

[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Außenrand von Gal’fian’deprisi | Linie 1, ockerfarbenes Gebäude (alternative Rückzugsposition)] Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran
 
[Utos-System - VIN Liquidator - Brücke] Volo Crescent, Brückenbesatzung (NPCs)

Volo Crescent beobachtete mit zufriedener Miene die kleineren Explosionen, die immer wieder am Rumpf der Sternengaleone aufleuchteten, während diese nach und nach unter dem Feuer der Imperialen Einheiten zugrunde ging. Eine Lasersalve traf den Transporter seitlich, woraufhin er einige Sekunden lang von starken Explosionen im Inneren geschüttelt wurde, sich dann zur Seite neigte und offenbar steuerlos begann, sich im Kreis zu drehen. Wahrscheinlich waren mehrere Stabilisatoren und Antriebsteile ausgefallen. Weitere Treffer zermalmten die durchlöcherte Hülle und den vorderen Teil des Schiffes, bevor der Commander die Hand hob.

"Feuer auf die Sternengaleone einstellen. Sie stellt keine Gefahr mehr dar."

Das vernichtende Feuer auf das ehemalige yevethanische Selbstmordkommando einzustellen, hatte mehrere Gründe. Zunächst konnten sich die Kanoniere des Vindicator-Klasse-Sternenzerstörers sich nun auf gefährlichere Feinde, wie eine sich bereits nähernde zweite Sternengaleone, konzentrieren, andererseits bestand vielleicht noch Hoffnung auf die Rettung der angeblichen Imperialen Flüchtlinge, die sich, im Falle ihrer Existenz, wohl eher im hinteren Teil des Schiffes, der den größten Frachtraum beinhaltete und der nicht sonderlich stark beschädigt war, aufgehalten hatten. Gerade als Volo seine Feuerleitoffiziere angewiesen hatte, zunächst auf die TIE-Jäger zu schießen, die der - inzwischen bereits fast wieder bis zur Liquidator zurückgefallenen, aber bereits sichtlich beschädigten - Fähre nachjagten, meldete ihm ein Kommunikationsoffizier eine eingehende Übertragung von Commodore Sayer.

"An alle Schiffe, die über Enterfähren verfügen: Lassen Sie diese startbereit machen. Wir halten uns diese Option offen!"

Enterfähren? Der schwere Kreuzer verfügte über zehn TIE-Enterboote und einige LAAT/i Transportschiffe, die für Operationen im Weltall mit einem luftdichten Truppenraum ausgestattet waren, beide verwendet durch das Flottenregiment, jedoch sah der Commander keinen wirklichen Grund, sie gegen diese Biester auf den feindlichen Schiffen einzusetzen. Die Soldaten hätten ohnehin kaum eine Chance, zumindest nach den Berichten über die Übernahme des Koornacht-Sternenhaufens. Nichtsdestotrotz führte der Commander die Anweisung ohne merkliches Zögern aus. Die zehn Enterboote konnten einhundertzwanzig Mann aufnehmen und auf die feindlichen Schiffe transportieren, vorausgesetzt, sie wurden zuvor nicht abgefangen, jedoch waren die feindlichen Jäger im Augenblick größtenteils mit der Verteidigung des ISD beschäftigt und konnten eher schlecht eingreifen. Die vier weltraumtauglichen LAAT/i Kanonenboote konnten insgesamt achtzig Mann aufnehmen. Zusammengerechnet konnten also zweihundert Soldaten auf die yevethanischen Schiffe übersetzen. Volo beschloss, die sechsundsiebzig Soldaten des Flottenregiments unter der Führung der Lieutenants Dev Cardan und Magnus Lacer nebst je zwölf Mann mit ZX-Rotationsblastern und PLX-Raketenwerfern und achtundneunzig Mann der leichten Infanterie einzusetzen. Der Offizier konnte jedoch in diesem Moment mitverfolgen, wie die zwei anderen Vindicator-Kreuzer, von denen einer bereits stark angeschlagen war, abdrehten und sich vom Gefecht entfernten. Doch es war noch kein Befehl zum Rückzug erteilt worden, also fragte Crescent sich, ob die zwei Kommandanten ebenfalls desertieren wollten. Doch es erging kein Abfangbefehl oder ähnliches, also nahm der Commander an, dass bei dem Manöver alles seine Richtigkeit hatte.

[Utos-System - VIN Liquidator - Brücke] Volo Crescent, Brückenbesatzung (NPCs)

Status VIN Liquidator
[Schilde: 57% | Hülle: 73%] [Feuert auf IM-0815, Position: nahe Heart of the Order]
TIE/In [6 von 12 Maschinen] [Nahverteidigung; Eskorte M-2249]
TIE/in [10 von 12 Maschinen] [Abfangkurs feindliche Jäger]
T4a M-2249 [Schilde: 83% | Hülle: 94%]


[Utos-System - VIN Liquidator - Korridor] Dev Cardan, Soldaten

Seit der Commander Lieutenant Dev Cardan und seine Männer angewiesen hatte, in den Gängen des Kreuzers Patrouille zu gehen, um yevethanischen Enteroperationen vorzubeugen, hatten der Offizier und drei der Flottensoldaten einen Korridor im linken Teil des Schiffes unterhalb des Brückenturms Wache gestanden. Cardan glättete gelangweilt seine Uniform, als sein Kommunikator einen Piepton von sich gab. Er hob den Arm, an dem das Gerät befestigt war und drückte eine Taste. Dev erkannte die Stimme des Kommandanten, der ihn anwies, sich unverzüglich zu den Enterbooten im Hangar zu begeben und etwa zweihundert Mann ebenfalls dorthin zu rufen. Eventuell würden sie zum Einsatz kommen, indem sie feindliche Schiffe enterten und die yevethanische Besatzung ausschalteten. Ein irrer Plan, aber Devs Job. Der Mann gab seinen Soldaten einen Wink und eilte dann, gefolgt von diesen, den Korridor entlang. Nach etwa zwanzig Metern gingen sie durch einen Durchgang zu ihrer Rechten, der sie tiefer in den Schiffsrumpf führte und der von vier weiteren Soldaten bewacht wurde, die sich der kleinen Gruppe ebenfalls anschlossen. Hinter ihnen schloss sich die Tür mit einer schweren Durastahlplatte, die für den Fall eines Hüllenbruches vorgesehen war, und einer der Wachposten verriegelte sie von innen per Konsole. Diese Schutzmaßnahme würde Enterangriffe auf den Kreuzer hoffentlich abbremsen. Im nächsten Gang traf Dev auf die von Crescent abgestellten zwölf mit ZX-Rotationsblastern ausgerüsteten Soldaten der Schweren Infanterie, die, im Gleichschritt über den spiegelnden Boden marschierend, mit ihrer schweren Ausstattung den Eindruck der vollkommenen Überlegenheit erweckten. Cardan hoffte, dass sich diese Leute im Kampf tatsächlich als so stark erwiesen, wie sie wirkten. Schließlich erreichten die Soldaten den Haupthangar, einen riesigen, mit schwarzem Boden versehenen Raum, der von zahlreichen Deckenlichtern und Leuchtröhren in den Wänden in ein kaltes Licht getaucht wurde. In den typischen Nischen an den Wänden befanden sich die Enterboote, Angriffstransporter und - jetzt leere - Startgestelle für TIE-Jäger. An der Dev gegenüberliegenden Seitenwand befand sich ein großes Tor, das durch ein Schutzschild zum Erhalten der Atemluft im Inneren des Schiffes in einen Schacht führte, der an der schwer gepanzerten Unterseite des Kreuzers endete. Eine große Gruppe weiterer Soldaten hatte sich bereits im Hangar eingefunden und erwartete ihre Vorgesetzten.
Als Lieutenant Cardan die Halle betrat, begannen gleichzeitig mehrere Alarmsirenen zu schrillen und kündigten damit die Rückkehr der etwa zehn Minuten zuvor entsandten Fähre der Lambda-Klasse an. Kurz nachdem diese stark qualmend den Schacht hinauf und durch den Schild in den Hangar getorkelt war, tauchten einige feindliche TIE-Jäger auf, die den Transporter verfolgt hatten und sofort begannen, ziellos in die Halle zu feuern.


"In Deckung!"

brüllte Dev, bevor er sich hinter einen herumstehenden Kistenstapel duckte und die ersten Laserblitze in die Wand hinter ihm einschlugen. Ein brennendes Jägerstartgestell stürzte krachend um und begrub eines der Enterboote unter sich. Verdammt, dachte Cardan, wenn das so weiter geht, bleibt uns bald keine Transportmöglichkeit mehr... Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass ein Trupp Infanteristen eines der schweren E-Web-Geschütze aufbaute, während der Rest mehr oder weniger treffsicher auf die vier Jäger, die inzwischen an der Hangardecke entlangrasten, zu schießen begann. Das anhaltende Feuer der Blastergewehre zerbeulte einen der yevethanischen Jäger, der daraufhin wie betrunken zu schlingern begann und schließlich an einer Seitenwand zerbarst. Ein Schauer aus Trümmerteilen prasselte auf den Hangarboden. Das Cockpit der nächsten Maschine wurde von einigen vernichtenden Strahlen aus der nun aufgebauten E-Web-Kanone zerfetzt und die Flügel stürzten auf den Boden, der nicht mehr annähernd so schwarz und glatt war wie zuvor. Eine Staubschicht und Einschusslöcher sowie Trümmerteile und Kratzspuren bedeckten einen Teil der verwüsteten Fläche. Lieutenant Cardan erhob sich aus seiner Deckung und richtete seinen Blaster direkt auf den nächsten heranfliegenden TIE-Jäger. Durch das Zielfernrohr konnte er den Yevethaner im Cockpit schemenhaft erkennen - eine große, dunkle Gestalt mit skelettartigen Zügen. Als sich der Kopf der Kreatur hinter der Scheibe genau im Fokus des Offiziers befand, drückte er ab. Danach blickte er auf und bemerkte, dass sein Treffer kaum mehr als einige Sprünge im Cockpitfenster verursacht hatte. Wiederum zielte er auf den Jäger. Als dieser wendete und über Devs Kopf hinwegsauste, schnappte der Lieutenant sich den ZX-Rotationsblaster eines Schützen, der einige Meter weiter bewusstlos am Boden lag. Er richtete die schwere Waffe auf die Kanzel des Jägers und betätigte den Abzug. Nach einer kurzen Verzögerung begannen die Läufe zu rotieren und sandten dem Eindringling einen Strom Blasterfeuer entgegen, der die Scheibe vor dem Piloten zum Zersplittern brachte und den Kopf und Oberkörper des dahinter sitzenden Yevethaners in graubraunen Matsch verwandelte. Der Jäger stürzte in einen Kistenstapel in einer Ecke, wo das qualmende Wrack liegen blieb. Nun fegte nur noch einer der TIEs durch den Hangar und feuerte immer wieder auf die Gestalten, die am Boden herumwimmelten. Einige Soldaten der leichten Infanterie brachen getroffen zusammen, während dem linken Flügel des Jägers durch einen Treffer des E-Web-Geschützes eine starke Delle zugefügt wurde. Der nächste Schuss riss ein Loch in die Platte. Der Jäger begann zu trudeln, ging tiefer und kam am Boden auf. Nachdem er noch etwa zwanzig Meter weitergeschlittert war, kam er schließlich zum Stehen.

Cardan und die verbliebenen Soldaten näherten sich vorsichtig der ehemals imperialen Maschine. Aufgrund des starken Rauches und dem Ausfall der Innenbeleuchtung des Jägers war der Pilot nicht zu erkennen. Doch dann öffnete sich die Luke an der Oberseite der Kanzel und ein wahrhaft scheußliches Geschöpf erschien. Es handelte sich um einen Yevethaner, wie an seinem Körperbau, seiner Größe und seinen Gesichtszügen unzweifelhaft zu erkennen war. Es ballte die mit grünbrauner Haut überzogenen Fäuste, und aus seinen Unterarmen traten bösartig aussehende knöcherne Klingen hervor. Das Wesen machte einen Satz auf Dev zu, doch noch im Sprung traf es eine bläulich schimmernde Schockwelle aus dem Blaster des Offiziers und es stürzte zu Boden.

"Legt diesem Ding Fesseln an und bringt es in den Inhaftierungstrakt",

wies der Lieutenant zwei der Marinesoldaten an. Eventuell konnten die Informationen des jetzigen Gefangenen noch nützlich sein, sollte es in die Pläne seiner Vorgesetzten auch nur ansatzweise eingeweiht sein. Die Foltermethoden des Imperiums, insbesondere des Sicherheitsbüros, hatten sich bisher als sehr effizient erwiesen - nicht zuletzt einer der Gründe, weshalb dieses bei Freund und Feind gefürchtet war. Die zwei Männer banden dem Yevethaner die Hände und Füße mit metallenen Schockfesseln zusammen, die jede heftige Bewegung mit Stromstößen bestrafen würden, dann schleiften sie ihn in Richtung Gefängnistrakt davon. Cardan wandte sich um und betrachtete die Zerstörung im Hangar. Es waren zumindest noch acht Enterboote, alle vier LAAT/i-Truppentransporter und die Lambda-Fähre intakt, jedoch waren ungefähr dreißig Soldaten gefallen oder verwundet, die nun nicht mehr einsatzfähig erschienen. Dev hob seine Arm mit dem Kommunikator, drückte eine Taste und meldete Commander Crescent den Vorfall.

[Utos-System - VIN Liquidator - Haupthangar] Dev Cardan, Soldaten
 
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[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer -Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, Brückenbesatzung [NPC's]

Scytale sah sich um, Angst konnte er in den Augen seiner Crew lesen. Aber auch Hoffnung, dass sie es lebendig aus der Schlacht, die schon so vielen Menschen das Leben gekostet hatte dank diesen verfluchten Nichtmenschen, schafften. Sein Blick schweifte langsam hinüber zu dem Feuerleitoffizier der ihn gerettet hatte. Er war schon wieder in seiner Arbeit vertieft um den verdammten Yevethanern Respekt und Furcht vor dem glorreichen Imperium zu lehren.


Er wusste aus Erfahrung, Menschen reagierten immer unterschiedlich auf Geiselnahmen. Die einen bekamen einen Schock, die anderen verdrängten es wiederum. Jeder Mensch war unterschiedlich, in seinen Gedanken, in seinem Verhalten und in seiner Seele.

Und so wie es aussah, verdrängte dieser Mann (Ron Legslok) es.
Scytale würde ihm später, nach der Schlacht danken. Urplötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen als ein Funkspruch, von einem der verbliebenen Jägerpiloten, über die Brücke hallte. Von der Brücke konnte er sehen wie einige Jäger vor dem Brückenkopf herflogen und sich bekämpften.

,,T3 an T4, ich habe T2 nicht mehr auf den Schirm. Verdammt! Überall diese Yevethaner! Oh, Sch***e..."

Der Funkspruch endete abrupt mit einem Rauschen. Und wer jetzt aus den riesigen Brückenfenster sah, konnte sehen wie drei Jäger einen anderen verfolgten und schliesslich abschossen. Der Imperiale Jäger verwandelte sich nach einigen Mikrosekunden in einen rötlichen, hellen Feuerball.
Wut überkam Scytale darüber dass seine Jägerpiloten alle Tot waren. Nach einigem Ringen in seinem Innerstem gab er ihr schliesslich nach.

,,Konzentriert das Feuer auf die Brücke des Acclamator. Vernichtet diesen Abschaum!"

,,Dafür müssen wir in eine bessere Position, Sir."

meldete sich der Navigationsoffizier zu Wort.

,,Dann bringen sie uns in eine bessere Position, Sgt."

,,Das würde uns in die Reichweite ihrer Raketen bringen!"

,,Tun sie es einfach!!"

,,Jawohl Sir."

Scytale wusste, es könnte den Tod für ihn und seine Mannschaft, die ihm vertraute, bedeuten. Doch er wollte Rache, Rache für all die Toten Kameraden die in dieser Schlacht für das Imperium starben.

[Utos-System - Orbit nahe Galantos - STR Wayfarer -Brücke] Commander Scytale Mentel, Ron Legslok, Brückenbesatzung [NPC's]


Status STR Wayfarer
[Schilde: 64% | Hülle: 89%] [Feuer auf die Splender of Yevetha]
TIE/In [0 von 12 Maschinen] [ausgelöscht]
TIE/in [0 von 12 Maschinen] [ausgelöscht]
TIE/In [0 von 12 Maschinen] [ausgelöscht]
 
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[ Utos-System | Galantos | Gal'fian'deprisi | Tellmemore | Corporal Peter MacFaden , Thesiss Reek ]


Thesiss richtete sich wieder auf klopft sich den Dreck vom Hintern, welcher hängen geblieben ist, als er einige Male beim Versuch sich zu setzen vom Stuhl gefallen war. Dann räusperte er sich und und fing an sich vorzustellen :

"Reek. Thesiss Reek. Vom Imperialen Geheimdienst, wie Sie wahrscheinlich schon wissen."

Er musterte den Corporal. Normalerweise hielt er nicht sonderlich viel von Soldaten. Abhängig von höher Geordneten und führten jeden Befehl blindlinks aus. Wie Droiden.
Aber bei diesem hatte Thesiss ein ziemlich gutes Gefühl. Dieser war aus irgendeinem Grund anders, als andere. Und seine langen Haare mit dem leichten Schnurr- und Kinnbart erinnerten Thesiss an seinen Vater, was dem Corporal nochmal einige Sympathiepunkte bei ihm einbrachten.
Thesiss musste lächeln und wie aus dem Nichts freute er sich mit dem Corporal zusammenzuarbeiten.

"Und was für ein Zufall. Ich hatte zur meiner Ausbildungszeit den Umgang mit dem Scharfschützengewehr als Spezialdisziplin.
Zu unserer Mission. Unsere Vorgesetzte meinte, dass sie diese in Kürze mit uns besprechen wird. Sie sagte mir aber, dass wir beide wohl eng miteinander zusammenarbeiten werden. Was die Mission auch bringt, ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit ihnen."

Er streckte seine rechte Hand für einen Händedruck aus und setzte sich wieder ein leichtes Lächeln auf.

Das war seltsam für Thesiss. Solch respektvolle Töne brachte er noch nicht einmal vor der Vorgesetzten aus seinem, normalerweise etwas vorlautem Mund.
Das war ihm aber jetzt egal.
Er wartete nur noch darauf, dass der Corporal seinem Händedruck entgegenkommt.


[ Utos-System | Galantos | Gal'fian'deprisi | Tellmemore | Corporal Peter MacFaden, Thesiss Reek ]


 
Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ Hügel/ Sam, Sorel

Sam konnte sich nicht daran erinnern, dass es jemals so schlecht um sie stand. Sie hatte schon einige Situationen hinter sich, die gefährlich waren, manchmal war sie da auch nur knapp rausgekommen. Aber nie stand sie unter Artilleriebeschuss. Sie konnte das Beben, welches das Geschoss bewirkt hatte, immer noch spüren. Es war nur ein paar Meter entfernt von ihr eingeschlagen. Auch das Krachen des umstürzenden Baumes hallte noch immer in ihrem Kopf nach. Das war total irre, was sie hier machten.

Ein tippen auf ihre Schulterpanzerung riss sie aus ihren Gedanken. Offensichtlich hatte sie Zakev davon überzeugen können, den Kampf vorerst zu vertagen und von diesem verfluchten Hügel zu verschwinden. Der Scharfschütze würde sicher noch genug Gelegenheiten bekommen, um Aliens abzuknallen. Wenn sie hier jedoch draufgingen, half das niemandem weiter. Sie sollten den Yevethanern erste Verluste zufügen und sich dann zurückziehen, nicht die Stellung halten. Die Befehle waren deutlich und klangen in Sams Ohren ansprechend. Sie hatte wirklich keine Lust, länger die Speerspitze zu sein. Sich irgendwo verkriechen und sich die Ohren zuzuhalten war da schon verlockender, doch würde es dazu vermutlich nicht kommen. Vermutlich plante Zakev schon das nächste wahnwitzige Manöver.

Doch zunächst klang der Vorschlag des Scharfschützen gar nicht dumm. Er wollte nicht am ursprünglichen Plan festhalten, sondern sich zu einem anderen Gebäude zurückziehen. Auf dem Weg dorthin hatten sie etwas mehr Deckung und der Bereich wurde gerade nicht von Artillerie zerpflügt. Anders als der Hügel und alles was dahinter lag. Doch statt sich einfach aufzuraffen und die Beine in die Hand zu nehmen, fragte Zakev noch bei der Einsatzleitung nach, ob sie ihre Position verlassen durften. Genervt rollte Sam mit den Augen. War das sein ernst? Wie konnte man nur derart besessen von Regeln sein? Über ihr ComLink im Helm hörte sie die Antwort: Sie durften abhauen und bekamen noch den Hinweis, dass sie gerade heftig von Artillerie beschossen wurden.

"Wo haben die denn den Klugscheißer her?"

, murmelte sie laut und nahm die Verfolgung von Zakev auf, der plötzlich keine Zeit mehr verlieren wollte. Gemeinsam rannten sie den Hügel runter und schlugen sich durch die spärliche Flora, die sie hoffentlich vor den neugierigen Blicken der Aliens beschützen konnte. Kaum hatten sie sich einige Meter von ihrem Hügel entfernt, prasselte ein wahrer Geschosshagel auf den Hügel ein. Ein ohrenbetäubender Lärm war das, der selbst durch die Audio-Dämpfung ihres Helmes drang und ihre Ohren klingeln ließ. Die Druckwelle brachte sie ins Straucheln. Kombiniert mit der schweren Ausrüstung war das gefährlich, doch Sam konnte sich fangen und rannte weiter, während um sie herum vereinzelt das Sperrfeuer der Artillerie und die Reste des Hügels einschlugen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten sie das Gebäude, das der Scharfschütze als neuen Rückzugspunkt auserkoren hatte. Er öffnete die Tür und Sam hechtete hinein, warf sofort ihren Tornister ab und lehnte sich keuchend an die nächstbeste Wand.

"Das war irre, einfach nur irre. Was die für eine Feuerkraft haben ... irre."

, keuchte sie kopfschüttelnd. Vor lauter Aufregung fiel ihr nicht einmal auf, dass es nun viel ruhiger um sie herum war. Die dicken Wände haben das laute Krachen in ein dumpfes Grollen verwandelt. Vorerst waren sie wohl in Sicherheit.

Zakev war mit dem Kopf wohl schon wieder zwei Schritte weiter. Nach einer kurzen Pause scheuchte er sie in eines der oberen Stockwerke, von wo aus sie eine recht gute Aussicht hatten. Hastig kramte Sam ihr Elektrofernglas wieder hervor und stellte erleichtert fest, dass es unbeschadet war. Die Dinger waren aber auch robust!

"Die Aliens greifen mittlerweile mit Infanterie an, scheinen aber ordentlich auf die Nase bekommen zu haben. Unsere Artillerie heizt ihnen mindestens genauso gut ein, wie die uns. Die Soldaten der ersten Linie lassen sich gerade zurückfallen. Ich schätze, dass den Bastarden da draußen das schon bald auffallen wird. Dann wimmelt es hier nur so von denen."

Sie setzte das Fernglas wieder ab und musterte den Scharfschützen.

"Du kannst ein paar von denen umlegen, das Schussfeld ist gut. Oooooder, wir ziehen uns zur Basis zurück und halten uns an den Plan. Du bist der Chef."

Tatsächlich fand Sam beide alternativen verlockend. Zu gerne würde sie sich dafür revanchieren, dass sie beinahe von Granaten in tausend Stücke gerissen wurde. Auf der anderen Seite hatte sie auch kein Problem mit, den Soldaten der zweiten Linie dies zu überlassen und sich zunächst mit der leichten Infanterie in ihre Garnison zurückzuziehen.

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ ockerfarbenes Gebäude/ Sam, Sorel
 
[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Außenrand von Gal’fian’deprisi | Linie 1, ockerfarbenes Gebäude (alternative Rückzugsposition)] Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran

Der knappe Rückzug von dem Hügel war eine verwegene Aktion gewesen, buchstäblich im letzten Augenblick waren Sorel und seine Beobachterin der vernichtenden Salve der Yevethaner entkommen. Glaubten die nichtmenschlichen Invasoren, dass sie tot waren? Vermutlich. Das war ein Vorteil, den der kräftige Scharfschütze ausnutzen wollte. Die dicke Mauern des ockerfarbenen Gebäudes, das nun als ihre neue Position diente, schwächten das ohrenbetäubende Donnern der Artillerie zu einem dumpfen Grollen ab, laut genug, das man auf keinen Fall überhören konnte, was für ein Kampf da draußen tobte, doch immerhin die Konzentration nicht so sehr störend.

Rasch überprüfte Sorel seine Ausrüstung, er wollte sicherstellen, dass sie während des Rückzugs nicht beschädigt worden war, und gönnte sich und Sam so eine kurze Pause, damit sie beide wieder zu Atem kommen konnten. Die blonde Soldatin, die angestrengt nach Luft schnappte, verlieh ihrer Verwunderung über die geballte Feuerkraft der Yevethaner Ausdruck, was der Corporal mit einem knappen Nicken quittierte. Der Feind hatte offenbar rasch gelernt, die erbeutete imperiale Ausrüstung effektiv einzusetzen, und der Angriff auf Linie 1 war von einem eisernen Willen geprägt, den Widerstand der Verteidiger rasch und gnadenlos zu brechen.


„Feuerkraft allein wird diese Schlacht nicht entscheiden. Lassen wir uns nicht einschüchtern. Die Jagd geht weiter.“

Verkündete der Mann mit den kalten Augen entschlossen und rammte ein neues Energiemagazin in sein E-11s. Dieser Feind war ein würdiger Gegner, und Sorel war bestrebt, seine Pflicht gegenüber dem Imperium und nicht zuletzt sich selbst zu erfüllen. Was für ein Jäger wäre, wenn er der Gefahr nicht kühl und furchtlos ins Auge sah? Die Yevethaner waren nicht unbesiegbar und so groß ihre Grausamkeit auch sein mochte, so war diese doch kein Garant für den Erfolg. Brutalität allein machte keinen guten Soldaten und erst recht keinen guten Jäger aus.

Nach ihrer kurzen Verschnaufpause begaben sich die beiden imperialen Soldaten in eines der oberen Stockwerke, Sorel ging in Position und Sam wagte mit ihrem leistungsfähigen Elektrofernglas einen Blick hinaus auf die tobende Schlacht. Mittlerweile hatten die feindlichen Truppentransporter Infanterie abgesetzt, die mit tödlichen Krallen und erbeuteten imperialen Waffen und teilweise auch Rüstungen ausgestatteten Yevethaner stürmten todesmutig vor und scherten sich wenig um die Verluste, die die imperialen Verteidiger ihnen bereiteten. Seine Beobachterin hatte recht, schon bald würde der Feind dieses Gebiet kontrollieren, spätestens sobald der planmäßige Rückzug von Linie 1 abgeschlossen war.


Sorel spürte den musternden Blick seiner Kameradin auf sich, als sie ihr Elektrofernglas absetzte und die Optionen darlegte, die ihnen zur Auswahl standen. Mit einer gewissen stillen Belustigung registrierte der braunhaarige Mensch, dass sie ihn dabei ganz ungeniert duzte. Protokoll war eindeutig nicht ihre Priorität, eine Eigenschaft, die er zugleich fremd und auf eine seltsame Weise charmant fand. Nachdenklich sah er kurz nach draußen. Das hier war eine gute Schussposition und die Yevethaner waren beschäftigt, der Lärm und die Explosionen würden seine Schüsse recht gut verbergen.

„Wir werden der feindlichen Infanterie ein paar Verluste zufügen, bevor wir uns zurückfallen lassen. Diese Gelegenheitsziele sind zu gut, um sie zu ignorieren. Sobald wir genug Schaden angerichtet haben, begeben wir uns zum Sammelpunkt.“

Entschied der Scharfschütze, seine Stimme ruhig und doch mit einem unüberhörbaren Ton der Entschlossenheit. Er hatte vor, die Yevethaner für jeden Meter Boden bluten zu lassen. Routiniert nahm das Duo seine Plätze ein, Sam sondierte die Lage und meldete die Ziele, die Sorel dann erfasste. Der Lauf seines Gewehrs ragte nur ganz leicht über den Rand des Fensters, gerade genug, damit er eine gewisse Freiheit hatte.

„Bestätige Erfassung. Feindliche Infanterie, 11 Uhr, Entfernung...900m.“

Mit dem rechten Auge blickte Sorel durch das Zielfernrohr und wählte sein erstes Ziel, einen Yevethaner, der eine primitiv wirkende leichte graue Rüstung trug, die von Blut benetzt war. Er befand sich relativ weit hinten in der feindlichen Angriffsformation, wurde kaum oder gar nicht von seinen Kameraden gesehen. Sorgfältig achtete der Scharfschütze auf den Lärm und die Lichtblitze der Explosionen, visierte den Kopf des Nichtmenschen an und krümmte den Finger am Abzug. Der Schuss fand nur einen Augenblick später sein Ziel und eine weitere Leiche bedeckte die Erde von Galantos.

„Ziel neutralisiert.“

Meldete der Corporal kühl und wählte mit Hilfe seiner Beobachterin den nächsten Feind, dieser feuerte gerade hinter einem Baum auf die imperialen Verteidiger. Ein Schuss, dann sank auch dieser Yevethaner zu Boden, ein Kamerad neben ihm wurde das nächste Opfer und fiel mit einem rauchenden Loch in der Brust, bevor er den Tod seines Nebenmannes überhaupt hatte realisieren können. Vorsichtig und sorgsam darauf bedacht, seine Position nicht zu verraten, wartete Sorel, bis sich das nächste Ziel bot, ein Yevethaner, der wohl eine Art Unterroffizier war, zumindest wiesen seine Gesten und Verhalten darauf hin. Der mutmaßliche Truppführer fiel, gefolgt von zwei seiner Untergebenen, von denen einer gerade noch genug Zeit für einen überraschten Ausruf hatte, den man aber aufgrund des Lärms nur auf den grotesken Lippen des Nichtmenschen sehen konnte.

Methodisch lud Sorel nach und suchte das Schlachtfeld ab. Sein nächstes Ziel war ein Dreiertrupp, der zurückweichende Imperiale unter heftiges Feuer ab. Rasch schaltete der Scharfschütze sie aus, da stürmten schon die nächsten Yevethaner heran, Sam rief eine Warnung zu Sorel, offenbar waren sie bestrebt, den zurückweichenden Trupp im Nahkampf zu eliminieren. Die Nichtmenschen bewegten sich rasant und Sorel schaffte es, zwei der Feinde zu eliminieren, bevor sie den imperialen Trupp erreichen konnte. Ein Imperialer war zu Boden gegangen und hatte seine Waffe verloren, panisch tastete er danach, während der letzte Yevethaner auf ihn zustürmte, mit der Kralle zum Schlag ausholte...und im letzten Moment von dem letzten Schuss im Magazin getroffen wurde, kurz ungläubig das Loch in seiner Brust anstarrte und dann zu Boden fiel. Hektisch rappelte sich sein Beinah-Opfer auf und rannte seinen zurückweichenden Kameraden nach.

Sein Retter ließ sich den Erfolg nicht zu Kopf steigen, lud rasch nach und warf einen Blick auf den Munitionsvorrat. Zwei der Energiemagazine waren durch den heftigen Beschuss am Hügel so sehr beschädigt worden, dass sie unbrauchbar waren, der Vorrat würde nicht mehr lange reichen. Sorel zog seine Waffe zurück und blickte zu Sam.


„Das reicht vorerst. Wir begeben uns zum Sammelpunkt, sonst laufen wir Gefahr, abgeschnitten zu werden. Ausrüstung zusammenpacken und dann los.“

Befahl er, warf sich seinen Tornister über die Schulter und machte sich zusammen mit seiner Beobachterin eilig auf den Weg. Sie hatten den Vorteil, ein wenig abseits des Hauptgefechts unterwegs zu sein und die Häuser als Deckung zu haben, dennoch waren sie vorsichtig und behielten die Umgebung misstrauisch im Auge. Es dauerte nicht lange, bis sie den Sammelpunkt erreicht hatten, imperiale Soldaten strömten dort zusammen, verluden hektisch Ausrüstung in wartende Transporter und stiegen dann ein.
Sorel betrachtete kurz das Geschehen, dann nickte er Sam zu und deutete in Richtung eines Transporters, in dessen Nähe er Corporal Horl erkennen konnte, der ihn prompt ebenfalls entdeckte und aufregt winkte. Der Scharfschütze sah zu seiner Begleiterin und wollte ihr gerade ein Lob für ihre hervorragende Leistung unter großer Belastung aussprechen, da vernahm er eine spöttische Stimme, deren Klang er nur zu gut kannte.


„Sieh an, sieh an...Zakev der große Jäger und sein blondes Püppchen. Schon auf dem Rückzug?“

Mit einem Grinsen, das geradezu darum bettelte, mit einem Faustschlag getilgt zu werden, löste sich Mok Pratko aus einer Gruppe wartender Soldaten und beäugte die beiden anderen Soldaten, als wären sie mutierte Affeneidechsen, seine Stimme war voller Herablassung. Sorel blieb ruhig, er hatte nicht vor, sich von dem schmierigen Mann provozieren zu lassen, der es offenbar für wichtiger hielt, seine armseligen Gelüste zu stillen als seine Pflicht zu tun. Die kühlen Augen von Sorel funkelten leicht und sein Blick war voller Kälte, dann fiel ihm etwas auf.

„Wo ist Ihr Beobachter, Pratko?“

Erkundigte er sich, er kannte den engagierten jungen Mann, der das Pech gehabt hatte, dem arroganten und egoistischen Scharfschützen zugeteilt worden zu sein. Der reagierte mit einem Schulterzucken und spuckte auf den Boden.

„Ja, der...Wie hieß er noch gleich? Jaiko? Jako? Na, ist ja egal, der kleine Trottel ist jetzt Yevethanerfutter. Hat im Gegensatz zu mir nicht gecheckt, wenn man laufen muss, wollte die Stellung halten wie so ein Held aus´m Holo. Natürliche Auslese, sag ich da nur.“

Sorels ballte seine Fäuste, hielt sich aber mit großer Mühe zurück. Pratko verfolgte das offensichtlich amüsiert und bedachte dann Sam mit einem schmutzig-gierigen Grinsen.

„Aber Sie kennen mich, immer positiv denken. Wenn Sie mir heut den Gefallen tun und drauf gehen, krieg ich wohl ne neue Beobachterin. Was kann die Kleine denn so? Schon „getestet“, wenn Sie verstehen, was ich...“

Weiter kam der Mann nicht, mit einem ungesunden Knacken machte sein Gesicht nähere Bekanntschaft mit der rechten Faust von Sorel. Von der Wucht des Schlages taumelte Pratko zurück und fiel zu Boden. Zwei Soldaten eilten herbei, aber als sie sahen, wer da am Boden lag und wer zugeschlagen hatte, machten sie keine Anstalten einzugreifen, einer von ihnen nickte Sorel sogar lobend zu, sein Opfer war allgemein unbeliebt. Verächtlich sah der Scharfschütze auf ihn herab und sah, wie er ungläubig seine blutende Nase hielt, dann drehte er sich um.

„Gehen wir.“

Meinte er knapp und begab sich mit Sam zum Truppentransporter, wo Corporal Horl ihn mit einer Mischung aus Unglauben und Bewunderung anstarrte.

„Zakev, verdammt! Sie haben das getan, was wir alle schon vor Monaten hätten tun sollen. Und jetzt rein in den Transporter, Held oder nicht, der Rückzug hat begonnen.“

Sorel nickte rasch, setzte sich und nachdem auch die übrigen Soldaten eingestiegen waren, setzte sich der Truppentransporter in Bewegung und fuhr in Richtung Garnison. Schweigend saß der Scharfschütze da, einen Ausdruck großer Ruhe im Gesicht, auch wenn ein Teil von ihm mehr als zufrieden war, endlich das getan zu haben, wovon nicht wenige in der Garnison geträumt hatten.

[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Außenrand von Gal’fian’deprisi | Im Truppentranspoter auf dem Weg zur Garnison] Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran, Corporal Maxim Horl und weitere Soldaten (NSC)
 
[Utos-System | Weltraum nahe Galantos | DRD Nova | Brücke] Gordon Aaronson, Commodore Sayer, Commander Ramonis

Die Raumschlacht dauerte nun schon ziemlich lange. Menschen und Material näherten sich immer mehr ihrer Belastungsgrenze. Doch noch zeichnete sich nicht ab, dass das zähe Ringen gegen den Feind und die Zeit den gewünschten Erfolg brachte. Auch der zweite Kommandowechsel dieses Kampfes hatte bisher nicht zur Wende geführt. Commodore Sayers Taktik mochte in einigen Punkten Erfolg haben, doch so richtig aufgehen mochte sie nicht. Es mangelte an signifikanten Resultaten, denn beide kapitalen Schiffe des Feindes kämpften noch immer und dominierten weiterhin das Schlachtfeld. Wenn ihre Vormachtstellung abnahm, dann lag das weniger daran, dass die imperialen Verteidiger sie wirkungsvoll bekämpften, als vielmehr daran, dass die Kugelschiffe sich als beinahe ebenso effizient erwiesen. Ihre Kombination aus Feuerkraft, Schildleistung und vor allem Geschwindigkeit machte sie unglaublich gefährlich. Gegen diesen Gegner gab es noch keine erprobten Strategien, keine Erfahrungen, an denen man sich orientieren konnte. Und leider hatten die Einheiten, die Galantos zu verteidigen versuchten, ihnen nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Das einzige Schiff, das in puncto Wendigkeit mit ihnen mithalten konnte, war die jüngst als Verstärkung eingetroffene Cadia; doch die war nur ein einziges Schiff und konnte die Schlacht nicht alleine gewinnen. Ansonsten stellte sich die Kampfweise ziemlich asymmetrisch dar. Die imperiale Flotte konnte nicht viel mehr tun, als sich weiterhin an der Aufrechterhaltung der Blockadelinie zu versuchen, die eigentlich längst zusammengebrochen und von vornherein nicht stark genug gewesen war, um dem entschlossenen Vorstoß einer feindlichen Übermacht standzuhalten. Gleich zu Beginn waren Blockadebrecher durchgedrungen und auf dem Planeten gelandet, um Truppen abzusetzen. Wie lange mochten die Kämpfe dort nun schon andauern? Gordon Aaronson hatte jedes Zeitgefühl verloren. Er hatte bisher auch keine Informationen darüber erhalten, wie es um das Schlachtengeschick auf der Planetenoberfläche stand. Die örtliche Garnison war, ebenso wie die Verteidigungsflotte, nicht zur Abwehr eines Großangriffes ausgelegt. Galantos war leider keine Festungswelt. Und auch die hatte das Imperium in der letzten Zeit wiederholt eingebüßt - gegen andere, nicht weniger bösartige Gegner, an denen es in dieser feindseligen Galaxie wohl nicht mangelte. In Stunden wie dieser wirkte es aussichtslos, Sicherheit und Wohlstand der imperialen Bevölkerung schützen zu wollen. Galantos stand auf Messers Schneide. Denn je länger der Kampf andauerte, umso geringer wurde die Zahl derjenigen, die noch Widerstand leisten konnten. Soeben wandten sich wieder zwei Schiffe vom Kampfgeschehen ab.

»Commodore, die Heart of the Order hat der Basilisk und der Totale den Rückzug befohlen.«

Als der Captain das hörte, erwartete er, dass Sayer im nächsten Moment buchstäblich an die Decke gehen würde. Bei den beiden benannten Schiffen handelte es sich ausgerechnet um zwei Schwere Kreuzer der Vindicator-Klasse. Einer davon war schwer getroffen, aber der andere war nach Gordons Informationen noch kampfbereit. Er war für die Verteidigung des Systems von unschätzbarem Wert und wich nun zurück, ohne dass der Befehlshaber eine entsprechende Anweisung erteilt hatte oder informiert worden war. Doch anstatt wütend zu werden, wirkte dieser nun eher resigniert.

»Die Heart of the Order kämpft aber weiter?« fragte er nur, und als das bejaht wurde, sagte er nichts weiter dazu. Allerdings sah Sayer mittlerweile ungefähr so alt aus, wie Gordon sich fühlte.

Er ließ es zu, dass der eine schwere Kreuzer von dem anderen aus dem Kampfgebiet geschleppt wurde, obwohl das bedeutete, dass ihre Kräfte weiter geschwächt wurden. Womöglich war er doch nicht so darauf erpicht, das System notfalls mit seiner letzten Faser zu verteidigen, wie Aaronson geglaubt hatte, sondern sah die Notwendigkeit eines geordneten Rückzugs, um kampftaugliche Schiffe für die Errichtung einer weiteren Verteidigungslinie zu schaffen. Vielleicht bei Widek. Womöglich sah er aber auch keinen Sinn darin, jetzt doch noch den Kompetenzstreit mit Commodore Fogerty vom Zaun zu brechen, den er vorher bewusst vermieden hatte. Es war jedenfalls eine gänzlich unbefriedigende Situation. Wenn die Basilisk ohne nennenswerte Schäden vom Feld ging, wie sollte dann die Moral auf anderen Schiffen aufrechterhalten werden, bei denen schon riesige Löcher im Rumpf klafften und Brände tobten, die aber dennoch weitermachten? Musste der normale Soldat oder Matrose sich nicht fragen, wieso andere gehen durften und er nicht? Und während Gordon darüber nachdachte, stellte er fest, dass er selbst sich diese Frage auch stellte. Aber er verwarf sie, ohne eine Antwort zu kennen. Trotz allem, was er in den letzten Tagen durchgemacht hatte, war ihm noch keine Ruhe vergönnt. Und er hätte ohnehin nicht mehr in den Spiegel sehen können, wenn er diese Schlacht aufgeben würde, während andere noch weiter kämpften und starben. Eigentlich beneidete er Kommandant und Besatzung der Basilisk nicht. Das redete er sich zumindest ein, während er Befehle gab, die Nova noch näher an den feindlichen Victory-Sternenzerstörer heranzubringen. Sie trennten nun nur noch wenige hundert Meter; gerade mal eine halbe Schiffslänge des Dreadnaught. Wie viel größer die Perseverance of Yevetha war, konnte man nun deutlich sehen - und sie war nicht einmal der eigentliche Koloss auf dem Schlachtfeld. Viel näher konnte man nicht heran, wenn man nicht riskieren wollte, dass der Kreuzer schon durch den Triebwerksausstoß des Sternenzerstörers Schaden nahm.

»Steuermann, jetzt Gegenschub geben und auf aktuelle Geschwindigkeit des Gegners verlangsamen. Scharfe Drehung um neunzig Grad nach Backbord. Waffenkontrolle, die Steuerbordgeschütze sollen sich für eine Breitseite bereit machen. Ziel sind die Triebwerke des Victory.«

Dieses Manöver wurde entsprechend seiner Anweisungen ausgeführt. Das feindliche Schiff hatte nur wenige Geschütze im Heckbereich, mit denen es die drei Angreifer (die Nova, die Cadia und die Fregatte Stalker) von sich abhalten konnte. Auch die gefürchteten Raketenwerfer hatten schon eine Weile keine koordinierte Salve mehr abgefeuert, sondern schossen nun vereinzelter, als hätten die Schützen die Geduld verloren - und damit büßte das Feindschiff seinen größten Schrecken ein. Die Kanoniere der Nova hingegen brachten auch nach der langen Dauer des Gefechtes noch eine ordentliche Breitseite zu stande. Der ganze Kreuzer schüttelte sich leicht, als alle verbliebenen Geschütze auf dieser Seite simultan feuerten und eine Welle aus roter Glut gegen den Feind brandete. Wie groß der Schaden war, ließ sich mit bloßem Auge nicht feststellen, aber sicherlich hatte die Salve mindestens die Schilde geschwächt. Dass der Feind den Schlag bemerkt hatte, zeigte sich, als dieser reagierte:

»Eines der Kugelschiffe steuert nun auf uns zu! Nähert sich mit hoher Geschwindigkeit!«

»Die Cadia soll es abfangen«, antwortete Sayer. »Stalker und Nova feuern weiter auf das Heck.«

Dabei war er dicht neben Gordon getreten, um durch die Brückenfenster den Verlauf des Angriffs mit bloßem Auge verfolgen zu können. Ob er durch das gleißende Weißblau der riesigen Triebwerke mehr erkannte als der Captain, wusste dieser nicht. Doch sie standen nun so nahe beieinander, dass Aaronson einn Einwand wagen konnte, ohne dass die ganze Brücke es mitbekam:

»Sir, ich bin mir nicht sicher, wieviel wir gegen die intakten Heckschilde tatsächlich ausrichten können.«

»Wenn Sie meinen, dass wir es vielleicht nicht schaffen, das Schiff von hinten nach vorne aufzurollen wie eine Salbentube, dann haben Sie wahrscheinlich recht. Aber eins können wir von hier aus tun: Die Yevethaner zwingen, ihre Heckschilde weiterhin mit möglichst viel Energie zu versorgen. Und das heißt, dass sie diese Energie nicht in die Frontschilde pumpen können, die von unserer halben Flotte beschossen werden. Nehmen Sie diese Lektion mit für den Fall, dass Sie einmal Commodore oder Admiral sein sollten: Es ist nicht wichtig, wieviel Schaden jedes einzige Schiff anrichtet. Es kommt darauf an, dass alle Einzelaktionen auf ein gemeinsames Ziel hin ausgerichtet sind. Dann multiplizieren sie sich, anstatt sich nur zu addieren.«

Aaronson nickte, weil er zu verstehen glaubte, was der jüngere und dennoch höherrangige Offizier ihm sagen wollte. Unter anderem beinhaltete es die (für Sayers Verhältnisse überraschend subtile und zurückhaltende) Anweisung, sich auf seine Rolle zu besinnen und auch weiterhin nicht an den Befehlen zu zweifeln.

»Nächste Breitseite: Feuer!«

»Sehr gut, weiter so. Das spüren sie, diese Tiere! ...Sie haben die Feuerrate der Turbolaser vorhin erhöht, Captain?«

»Aye, Sir. Mit dem Ergebnis, dass zwei von ihnen überhitzt und ausgefallen sind.«

»Erhöhen Sie sie weiter. Alles oder nichts, Aaronson

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Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ ockerfarbenes Gebäude/ Sam, Sorel

Hätte sie wetten sollen? Sam war dem Glücksspiel generell nicht abgeneigt, vor allem, wenn man irgendwie betrügen und manipulieren konnte. Dann war diese Art von Spiel äußerst lukrativ. Schnelles Geld, das nur darauf wartet, dass man es abholt. Doch leider war hier momentan niemand, mit dem sie Wetten abschließen konnte. Es gab gerade nur sie und Zakev in einem verlassenen Haus. Und nicht zu vergessen die Armee von Aliens, die gerade drauf und dran waren, sie alle zu töten. Sam hätte fast zu den ersten Opfern gezählt. War es Glück, dass die Artillerie sie knapp verfehlt hatte? Höhere Bestimmung? Definitiv etwas, über das sie sich nach diesen Erfahrungen Gedanken machen musste. Selbst wenn es höhere Bestimmung war, welcher Gott sollte ihr helfen? Sie war nie gläubig gewesen, hatte kein gutes Leben auf Nar Shadaa geführt und tagtäglich Ärger gemacht. Bei der Armee war dies bis jetzt kaum anders. Sam konnte noch nicht abschätzen, ob diese Schlacht alles für sie ändern würde oder spurlos an ihr vorbeiging. Ob Zakev ähnliche gedanken hatte?

Der Schütze hatte sich gerade in diesem Moment dazu entschlossen, dass sie noch nicht gehen würden. Zu verlockend waren die Ziele in der Ferne für ihn, die gerade die erste Linie der Verteidiger attackierten und nicht mit einem präzisen Angriff von der Seite rechneten. Möglicherweise konnte der Scharfschütze Feuern, ohne bemerkt zu werden.

"Okay, lass es uns tun."

Sam versuchte entschlossen zu wirken, obwohl sie immer noch ein flaues Gefühl in der Magengegend hatte. Die Erfahrung mit der Artillerie steckte noch in ihren Eingeweiden, weswegen sie zunächst nervös den Horizont und den Himmel im Auge behielt, während Zakev den ersten Schuss abfeuerte.

"Das hat keiner bemerkt. Nehm dir gleich den nächsten vor."

Wieder einmal zeigte sich, dass der Mann ein ausgezeichneter Schütze war. Ruhig und konzentriert holte er eine Reihe von Insektentieren von den Beinen, ohne mit der Wimper zu zucken. Selbst als eine Gruppe Yevethaner blitzschnell in den Nahkampfangriff stürmte, traf er jeden Schuss und rettete einem Trupp Soldaten somit das Leben. Doch kein Jubel war von ihm zu hören. Die Bescheidenheit in Person.

"Denen hast du ganz schön den Arsch versohlt."

, sagte sie, während sie ihr Elektrofernglas einpackte und ihren Tornister wieder schulterte. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Sammelpunkt, um planmäßig zurück zu ihrem Garnisionsgebäude zu kommen.

Da sie kleinere Seitenstraßen nutzten, in welche die Yevethaner noch nicht vorgedrungen waren, kamen sie schnell voran und wurden in keine Kämpfe verwickelt. Am Sammelpunkt angekommen, bot sich ihnen ein hektisches Treiben. Hektisch wurden Kisten mit Ausrüstung verladen, damit sie nicht den Angreifern in die Hände viel und verwundete wurden versorgt. Eine Gruppe Offiziere stand zusammen, rauchten und verglichen ihre Datapads. Allem Anschein nach lief momentan alles nach Plan, sonst würde das hier doch anders aussehen.

Zakev hatte in dem Durcheinander am Sammelpunkt jedoch recht schnell ihren Transporter ausmachen können und deutete schon in dessen Richtung, doch eine Stimme ließ das Duo wie angewurzelt auf der Stelle stehen. Es war dieser Pratko, dem sie schon beim Manöver begegnet waren und an welchem Zakev kein gutes Haar ausgelassen hatte. Er nannte Sam "blondes Püppchen". Sofort stieg Zorn in ihr auf, welcher von den angestauten Gefühlen der Kämpfe nur noch mehr angestachelt wurde. Sie ballte ihre Fäuste und drehte sich zu dem Bastard um. Doch ihr Scharfschütze schien tatsächlich an einem sachlichen Gespräch interessiert zu sein. Sie unterhielten sich über den Beobachter von Pratko, welcher wohl bereits den Invasoren zum Opfer gefallen ist. Den Schützen schien dies jedoch nicht übermäßig zu stören, im Gegenteil: Er verhöhnte den Toten noch. Zwar hing auch Sam an keinem ihrer Kameraden, doch bei Pratko hatte sie genug Antipathie gesammelt, um ihm seine Aussagen übel zu nehmen. Ihre Knöchel färbten sich mittlerweile weiß. Als der andere Schütze sich dann plötzlich an sie wandte, konnte sie gar nicht schnell genug reagieren: Sorel schlug dem Typen mitten ins Gesicht. Pratko, auf dessen Gesicht sich ungläubige Überraschung breit machte, taumelte ein wenig zurück und ging dann zu Boden. Sam, welche nicht minder überrascht war, schaute zunächst ihren Partner mit offenem Mund an, doch als dieser schon abrücken wollte, ließ sie es sich nicht nehmen, machte noch ein paar Schritte auf den am Boden liegenden zu und trat ihm in die vom Brustpanzer nicht geschützte Seite. Mit einem Grinsen im Gesicht folgte sie dann Zakev und bestieg gemeinsam mit ihm den Truppentransporter.

"DAS war großartig!"

, sagte sie zu ihrem Partner, während der Transporter abhob.

"Sie scheinen doch nicht so eiskalt zu sein und stecken voller Überraschungen. Ich hätte erwartet, dass die Worte von diesem Arschloch einfach so an Ihnen abprallen, immerhin war ich drauf und dran ihm eine reinzuhauen."

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Stadtrand / Linie 1/ Truppentransporter/ auf dem Weg zur Garnison/ Sam, Sorel, andere Soldaten
 
[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Außenrand von Gal’fian’deprisi | Im Truppentranspoter auf dem Weg zur Garnison] Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran, Corporal Maxim Horl und weitere Soldaten (NSC)

Der Weg zur Garnison war etwas holprig, das Straßennetz der Hauptstadt von Galantos hatte schon vor der Invasion nicht unbedingt den hohen Standards der Kernwelten entsprochen und war nun vor beträchtliche Herausforderungen in Form von schwer beladenen Truppentransportern, Kampfläufern und dem ein oder anderen verirrten Artillerietreffer gestellt, entsprechend mitgenommen sahen die Straßen aus und jedes Schlagloch war mehr oder weniger stark zu spüren. Einige der Soldaten, die oft gerade noch so den Rückzug geschafft hatten, waren reichlich blass im Gesicht, doch Sorels Miene blieb stoisch, geradezu so, als säße eine Statue an seinem Platz.

An seinem rechten Handrücken konnte der kräftige Scharfschütze noch immer einen leichten Druck spüren, dort, wo seine Faust das Gesicht von Pratko getroffen hatte. Er verspürte eine gewisse grimmige Befriedigung, die er jedoch für sich behielt. Ganz im Gegensatz zu Sam, die blonde Soldatin, die dem verachtenswerten Mann noch einige Tritte in die ungeschützte Seite verpasst hatte, bevor sie eingestiegen war, grinste zufrieden und verkündete, dass sie den Angriff großartig fand. Sorel konnte ihr das nicht verdenken, hatte der andere Scharfschütze sie doch mehr als nur provoziert, er hatte sehen können, wie angespannt sie die Fäuste geballt hatte. Wenn er nicht zugeschlagen hätte, dann hätte wohl Sam es getan.

Ruhig hörte der braunhaarige imperiale Soldat zu, als seine Beobachterin meinte, dass er wohl doch nicht so kalt war und ein paar Überraschungen mit sich herum trug, sie hatte offenbar damit gerechnet, dass er die ehrverletzenden Worte einfach ignorieren würde und bekräftigte noch einmal, dass sie recht nah daran gewesen war, den Schlag selbst zu führen. Das brachte Sorel für einen Moment zum Nachdenken, denn schließlich hatte Pratko ihm schon öfter Anlass dazu gegeben, ihn endlich in die Schranken zu weisen. Doch warum heute? Die Aufregung der Schlacht? Nein, daran allein konnte es nicht liegen. Nie war Sorel ruhiger als unter Feuer.

Vielleicht war es einfach eine Reaktion die auf vielen Provokationen und Missetaten und das Verhalten gegenüber Sam war der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Der Scharfschütze entschied, vorerst nicht weiter darüber nachzudenken, und so antwortete er ruhig und beherrscht.


„Das habe ich gesehen. Schlussendlich spielt es keine Rolle, wer ihm diese Lektion erteilt. Er ist ein Mann ohne Ehre, und früher oder später wird er dafür bestraft werden.“

Meinte er knapp, dann nickte er leicht und fixierte seine Kameradin mit seinen kühlen blauen Augen.

„Ich nehme an, von Ihrem Schlag würde ihm nicht nur die Nase bluten. Ihre Aggression ist ein gutes Zeichen, Cochran. Überlebensinstinkt.“

Fügte er anerkennend hinzu, seine Beobachterin machte sich in seinen Augen immer besser. Noch fehlte ihr jener innere Fokus, diese Kontrolle, die ihren Zorn in kühle, präzise Taten kanalisierte, doch war er sicher, dass sie das Zeug dazu hatte. Er fing wohl an, sie zu mögen, schließlich zollte er solchen Respekt nicht jedem. Sorel fiel auf, dass einige der anderen Soldaten im Transporter sie anstarrten, als hätten sie sich gerade in Yevethaner verwandelt, und einer von ihnen, ein junger Private, senkte nervös die Augen, als ihm der Scharfschütze einen Seitenblick zuwarf. Manch einer reagierte etwas...besorgt angesichts seines Jagdeifers, doch störte er sich daran nicht.

Endlich traf der Truppentransporter bei der Garnison ein und die Soldaten stiegen aus. Es herrschte rege Aktivität, Material und Ausrüstung wurden ein- und ausgeladen und weitere Transporter trafen ein, um entweder Truppen von der Garnison an die Front zu verlegen oder den Rückzug von Linie 1 abzuschließen.


„Besorgen wir uns Munition und neue Ausrüstung.“

Wies der Scharfschütze seine Kameradin an und machte sich dann mit ihr auf den Weg. Ein sichtlich in Beschlag genommener Sergeant der Logistikabteilung verteilte Energiemagazine und weitere Güter, da fiel Sorel auf, dass das Visier seines E-11s Schaden genommen hatte und nicht mehr wirklich funktionstüchtig aussah. Splitterwirkung, vermutete er. Als er dies dem Versorgungssoldaten mitteilte, starrte ihn dieser einen Moment lang an, kramte dann in den um ihn herumstehenden Ausrüstungskisten und zuckte dann entschuldigend mit den Schultern.

„Tut mir leid, Corporal. Wurden alle entweder an die Truppe ausgegeben oder liegen irgendwo in einem der Transporter herum, den der Feind erwischt haben muss.“

Sorel nickte.

„Trotzdem danke.“

Erwiderte er, in Gedanken bereits einen Schritt weiter. Ein Ersatzvisier...ja, da fiel ihm etwas ein. Vorbereitung war der erste Schritt für eine gute Jagd, das hatte ihm sein Vater eingeprägt, und er hatte sich diese Lektion zu Herzen genommen. Bei derartig wichtiger Ausrüstung war es keine schlechte Idee, ein Ersatzexemplar aufzubewahren, und entsprechende Anträge konnte man mit etwas Geduld durchaus bewilligt bekommen.

„Wir müssen in mein Quartier. Ich habe dort ein Ersatzvisier für Notfälle gelagert.“

Erklärte er Sam und marschierte los. Die Quartiere der einfachen Soldaten, nun nahezu vollständig verlassen, waren schmucklos und sauber, und als sie bei Sorels Abteilung ankamen, fiel wohl sofort ins Auge, dass dies sein Bereich war, alles war vorschriftsmäßig aufgeräumt und sehr unpersönlich, als er seinen Spind öffnete, hing dort weder ein Foto seiner Familie, einer Freundin oder einem Star aus den Holodramen, nur wichtige Ausrüstung war zu erkennen.

„Einen Moment...“

Murmelte er, dann hatte er gefunden, was er suchte, holte das Ersatzvisier hervor und begutachtete es kurz. Alles in Ordnung. Er wollte den Spind bereits wieder schließen, da fiel ihm die einzige Anomalie auf, die Packung corellianischer Weißzigaretten, die ihm ein Kamerad geschenkt hatte. Sorel überlegte kurz, dann nahm er sie, drehte sich zu Sam um und warf sie ihr zu.

„Hier, sie gehören Ihnen. Ich werde das Visier montieren. Wenn Sie wollen, gönnen Sie sich eine von den Zigaretten, ich werde das Rauchverbot nicht durchsetzen.“

Eine winzige Andeutung eines Lächelns huschte kurz über sein Gesicht und es war wieder einmal nicht klar, ob er scherzte oder es in seinem nüchtern-sachlichem Ton völlig ernst meinte. Rasch, aber gründlich begann Sorel mit der Montage. Man hatte den Soldaten von Linie 1 mitgeteilt, dass sie zumeist für einige Minuten Ruhe haben würden, bis neue Marschbefehle kamen.

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