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Gewissensfragen bei der Zerstörung des Todessterns?

Dieses Thema im Forum "Episode IV bis VI" wurde erstellt von Wilhuff Tarkin, 23. April 2009.

  1. Wilhuff Tarkin

    Wilhuff Tarkin Zivilist

    Der erste Todesstern beherbergte rund 1,5 Mio Menschen.
    Der zweite Todesstern beherbergte rund 2,5 Mio Menschen.

    Es stimmt zwar, die Besatzung gehörte dem Imperium an. Aber trotzdem wurden insgesamt 4.000.000 Menschen bei der Zerstörung getötet. Zumindest wenn man von Vollbesetzung ausgeht (was beim 2. TS ja nicht sicher ist)

    Werden im Film oder einen der Bücher oder sonstwo im EU irgendwo Moralfragen erwähnt? Hat gar Luke oder Han irgendwo ein schlechtes Gewissen?
    Was denkt ihr darüber?

    Natürlich hatte alles ihre Begründung (Berechtigung?) aber die Opferzahlen entsprechen denen ausgewachsener Kriege.



    (Ich hoffe wir hatten das Thema noch nicht, ich habe nichts gefunden)
     
  2. Anor

    Anor Exekutor

    Ich kann mir schon vorstellen, dass einige der Soldaten Gewissensbisse hatten. Aber die haben warscheinlich gedacht, dass wenn sie den Todesstern nicht zerstören, dass dieser dann ja Yavin 4 bzw. die Rebellenflotte zerstört. Da waren ihnen die imperialen Verluste wohl eher egal.
    Bei Han oder Luke habe ich keine Ahnung...
     
  3. Minza

    Minza Geek Queen Premium

    Luke wurde das ganze Ausmaß seiner Tat bei der Schlacht von Yavin erst einige Tage nach dem Ende des Kampfes bewußt und ja: er hatte große psychische Probleme mit der Tatsache, daß er mit einem einzigen Schuß dermaßen viele Menschen tötete. Er machte sich aber auch bewußt, daß er hier fast keine andere Wahl gehabt hatte...

    Auf der Seite des Imperiums gab es aber genauso Leute, die sich solche Gedanken über die Zerstörung machten, die der Todesstern mit sich brachte. Ich denke, daß soetwas bei den wenigsten einfach so vorbeigehen kann.
     
  4. Anor

    Anor Exekutor

    Es gibt ja sogar Imperiale ( wie zum Beispiel Dorovio Bold), die wegen der Zerstörung Alderaans zu den Rebellen überliefen.
     
  5. MaBo

    MaBo JediMeister

    Hmm hatten die Imperalen keine Problem ganz Alderan zu zerstören?
    4 Mrd Menschen waren des bestimmt:(
     
  6. Minza

    Minza Geek Queen Premium

    Die Befehlsführer nicht, viele der ausführenden Beteiligten eben schon. Aber wie das in einem Krieg oftmals so ist, befolgt man dann eben halt dennoch die Befehle.

    Und Alderaan hatte nur ca. 2 Milliarde Einwohner :o ;)
     
  7. SWPolonius

    SWPolonius Grumpy old comic book guy

    Hihi, ich fühle mich grad massiv an "Clerks" erinnert... :verwirrt::D



    :braue
     
  8. lies das buch "Die Macht des Todessternes". da findest du antworten.

    natürlich gibt es auch auf yavin 4 lebewesen , die durch die zerstörung gestorben wären. es gab zwar nicht so viele rebellen , wie imperiale auf dem todesstern. aber hätte der todesstern die schlacht überstanden , dann wären noch weitere lebewesen auf anderen planeten gestorben. schließlich läuft es also aufs selbe raus, wobei wenn der ts yavin 4 und somit die führenden rebellen ausgelöscht hätte, wäre die größte organisierte rebellenzelle zerstört worden und der ts hätte nicht so viel zu tun.
    beide seiten hätten also gewissensbisse gehabt.
     
  9. Dark Hunter

    Dark Hunter Steve

    Ich bezweifle, dass die Zelle auf Yavin rund um Leia und Co. die größte und wichtigste Zelle der Rebellen war. Sicher eine recht prominente und wichtige, aber in Anbetracht, dass da noch die Flotte MonCals frei "rumlief" und MonCal selbst munter weiter produzierte, irgendwo Fabriken für XWs, AWs und die anderen Jäger rum standen, dürfte es noch mehr an ähnlich essentiell wichtigen Zellen in der RA Struktur gegeben haben.

    Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die Zelle von Yavin aufgrund ihres Erfolges gegen den TS an Prestige und Bedeutung enormen Zuwachs bekam. Im Nachhinein wuchs die sicher an, welcher Rebell und Widerständler will nicht Seite an Seite mit den Helden von Yavin kämpfen? Man sieht das imo auch ganz gut daran, wie viel besser plötzlich ihre neue Basis auf Hoth ausgerüstet ist und was für Mittel denen da auf einmal zur Verfügung standen, von zahlreichen Raumschiffen für einige Operationen bis hin zu dem planetaren Schildgenerator und der dicken Kanone.

    Was die Frage nach dem Gewissen angeht, wurde ja im Grunde bereits geschrieben, dass es die Probleme gab. Aber es ist nun mal wie in jedem Krieg mit immer moderner werdenden Mitteln, die Opferzahlen steigen und will man überleben und die eigene Sache voran treiben, so geht es nun mal nicht anders. Jeder Krieg ist schmutzig und immer sterben zahllose Soldaten auf beiden Seiten. An Bord des TS waren nun mal zu allem entschlossene Feinde und damit hat es sich irgendwann dann auch. Entweder die oder man selbst :zuck: Wenn jemand Soldat wird, v.a. in einer Kriegssituation, dann weis er für gewöhnlich, was ihn da erwarten kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2009
  10. Wodan

    Wodan Podiumsbesucher

    Gab es denn Gewissensbisse als man Dresden, als Lazarettstadt, „nur“ bombardierte um Hitler den Fluchtweg aus Berlin abzuschneiden? Es herrscht halt Krieg. Mir ist klar, dass sich unsere vom Frieden verwöhnte und verweichlichte Generation einfach nicht vorstellen kann, dass das Handeln im Krieg von Sachzwängen regiert wird und man sich manchmal einfach nicht den Luxus von Moral leisten kann. Und dennoch lässt sich die Emotio nicht komplett von der Ratio übertölpeln. Natürlich macht es (den meißten) kein Spaß den roten Knopf zu drücken, aber es ändert nichts daran, dass er dennoch gedrückt werden muss.
     
  11. TIRex

    TIRex Quotengrufti, Abteilungsfossil, Pogosaurus Rex des

    Kann ich nur empfehlen.

     
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2009
  12. Mace Windu

    Mace Windu Don't Shoot Me I'm Only a Jedi Master Premium

    Ich bin Wodans Meinung. Wenn Krieg herrscht ist es eigentlich unumgänglich das irgendeine Seite verliert. In diesem Fall war es halt das Imperium. Hätten aber genauso gut die Rebellen sein können.
     
  13. Wilhuff Tarkin

    Wilhuff Tarkin Zivilist

    Vielen Dank schon einmal für die vielen Antworten.

    Aber trotz dem Krieg herrscht, sind es insgesamt 12mal so viele Tote wie bei den Atombombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg. Das muss man sich erstmal klar machen.

    Das ist interessant. Gibt es hierzu etwas zu lesen? Ich finde das doch recht spannend.
     
  14. Minza

    Minza Geek Queen Premium

    Es kommt in einem Buch (oder Comic?) vor, daß Luke von dieser Erkenntnis und seinen Problemen mit der Tatsache, daß er soviele Menschen mit einem Schlag tötete, erzählt... welches es aber genau ist, ist mir gerade leider entfallen. Wobei das auch nur nebenher erzählt und nicht groß ausgeschmückt und zum Hauptpunkt der Geschichte gemacht wurde.
     
  15. Geist

    Geist greiser Botschafter

    Ich glaube, in "Der Kampf des Jedi" kommt unter anderem in einem Gespräch zwischen Luke und Corran Horn die Moralfrage zur Sprache, in der Luke zugibt, dass an seinen Händen das Blut von Millionen klebt.

    Auch später bei Gesprächen zwischen Luke und seinem Sohn Ben wird das Thema hin und wieder aufgeworfen und Luke mit seinen früheren Kriegstaten konfrontiert (sowie auch Han, Leia, Mara oder die Solo-Kinder).
     
  16. Jace

    Jace Abgesandter

    Mir liegts auf der Zunge.

    In irgendeinem Buch redet Luke mit einer Person, die ihn als Mörder bezeichnet, da er sicher eine Million Menschen auf dem Gewissen hat und er nennt eine punktgenaue Zahl der Menschen auf dem DS1 und dass er sich dessen vollkommen bewusst ist.
     
  17. Wodan

    Wodan Podiumsbesucher

    Die Zahlen der Opfer der beiden Little Boys waren ja eigentlich auch Lächerlich. Wir reden hier gerade mal von einem Äquivalent von etwa 13.500 Tonnen TNT. Die „verheerende“ Wirkung wurde nur dadurch ermöglicht, da beide Städte fast nur aus Holzhäusern bestanden. In Europa wird man gerade mal ein „paar“ m² total zerstören und im Umkreis einiger Hundert Meter alle Menschen verbrennen. Die Wirkung einer modernen Flächenwaffe, ist bei einer heuten Metropole deutlich größer und nur durch unsere verquere Moral so geächtet. Interessant wird’s bei Amerikanischen oder Russischen im Megatonnenbereich, dann ist auch ne ganze Innenstadt weg.
     
  18. wir können die zahlen aus dem ww 2 doch nicht mit sw vergleichen ! das ist doch was völlig anderes . sw ist nur fiktion ; gl hätte die zahlen der opfer , wenn er gewollt hätte , auch auf doppelt so viel erhöhen.
     
  19. Dark Hunter

    Dark Hunter Steve

    Hat das irgendjemand aufgehalten weiter noch bessere Massenvernichtungswaffen und Kriegsgerät zu entwerfen, um im nächsten Krieg noch effizienter den Gegner auszuschalten (Stichwort: Der danach stets geplante und drohende Atomkrieg)? Wohl kaum. Der erste Weltkrieg kostete Abermillionen das Leben, dennoch marschierte man bereitwillig in den nächsten, mit noch besseren Methoden und tötete ein Vielfaches dessen, was der vorherige Krieg kostete. Aber schon der erste Weltkrieg war besser und effizienter als jeder Krieg zuvor, die Reihe kannst du von vielen Kriegen nach hinten fortsetzen.
    Es ist nun mal im Krieg für den Moment, an dem der einzelne Soldat seine Pflicht oder das was von ihm erwartet wird tun muss, irrelevant wie viele Soldaten in den Kampf geworfen werden, wenn die partizipierenden Parteien ihr Ziel für den Krieg nur mit genug Nachdruck verfolgen und gewinnen wollen. Gewissensbisse hat sicher so manches beteiligte Individuum, manche mehr, manche weniger. Aber an der Tatsache, dass sie im jeweiligen Moment gezwungen sind den Gegner auszuschalten, ändert es nichts und war bislang auch nie ein Grund es nicht zu tun. Die Piloten der Bomber von Nagasaki und Hiroshima taten dennoch ihren Job, obwohl sie sicher schon vorher wussten, diesmal gibt es mehr Opfer als bei jedem Einsatz zuvor. Gefeiert wurden sie hinterher auch, die Notwendigkeit zur Tat bestritt ebenso kaum einer.
    Genauso ist es im Grunde, wenn Luke seinen Torpedo auf den TS abfeuert, wobei er sogar noch den Vorteil hat, zu wissen, das Ding ist ein Militärgerät und voller Soldaten und direkter Teilnehmer am Krieg und nicht wie bei den Bombenangriffen auf Städte auch mit mehr oder minder unbeteiligten Zivilisten angefüllt.

    Wir können aber versuchen uns vorzustellen, ob innerhalb der Fiktion die Charaktere, welche ja letztlich von realen Personen unserer Welt und damit auch im Eindruck von deren realen Moralvorstellungen, entworfen wurden, sich ebenso Gedanken machen würden und in Situationen kommen, die wir real wohl auch erfahren würden oder zu kennen glauben. Das ist ja das Tolle an einer Fiktion, man kann Situationen in Gedanken durchspielen, ohne dass sie wirklich passiert sind. Vor allem Fiktionen mit ein wenig mehr Realitätsnähe lassen uns doch mit den Charakteren mitfiebern und reißen uns mit sich, weil sie uns so bekannt vorkommen und Dinge wiedergeben, die in ähnlicher Manier auch schon mal real auftraten und weil sie ähnliche Probleme durchleben, wie sie auch in unseren Leben direkt oder in der Vergangenheit bei anderen auftraten.
    Es will ja keiner den WK2 schön reden, nur versucht man hinter die Psyche der Leute zu kommen, die vielleicht einmal vor eine so seltsame Situation gestellt werden. Dazu helfen uns, die wir aktuell das vielleicht nicht durchmachen, Fiktionen oder unsere Fähigkeit mit Hilfe der eigenen Fantasie Dinge zu erschaffen, sich vorzustellen, zu projizieren. Auf die Art können wir nun mal Probleme bewältigen oder uns mit solchen beschäftigen, die wir sonst nie real erfahren würden. Ich sehe da keine Verwerflichkeit, sondern normales menschliches Verhalten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2009

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