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Jacen Solo oder Darth Caedus?

Dieses Thema im Forum "Star Wars Legends - Expanded Universe" wurde erstellt von Lord Revan, 8. März 2012.

  1. Lord Revan

    Lord Revan Jedi-Ritter der Alten Republik

    In diesem Thread geht es darum, ob ihr Jacen Solo als Jedi mehr mögt, oder als Sith-Lord Darth Caedus.

    Jacen ist sowohl als Jedi, als auch als Sith mein Lieblingscharackter, aber wenn ich mich zwischen den beiden "Formen" entscheiden muss, dann entscheide ich mich für die Jedi-Version. Als Sith finde ich gut, dass er so gut er konnte vermeidet hat, Leute grundlos zu töten, und war nicht wie die meisten anderen Sith einfach das Böse in Person. Aber trotzdem war er richtig episch :D Aber seine freundliche, hilfsbereite und nette Art als Jedi gefällt mir besser. Und als Jedi war er, anders als Sith nicht von allen gehasst, eher umgekehrt.

    Also, was denkt ihr? :)
     
  2. Minza

    Minza Geek Queen Premium

    Ich mochte Jacen als Jedi. Vor allem in seinen ersten Jahren auf der Akademie, wo er Tiere sammelte und üble Witze erzählte. Als er zum Dark Lord wurde, konnte ich ihn nicht mehr ausstehen... eigentlich schon nach dem Sieg über die Vong. Die Veränderungen waren imo glaubhaft, aber alles andere als sympatisch.
     
  3. Lord o.D.

    Lord o.D. Dienstbote

    Eindeutig als Jedi: nach dem Tod seines Bruders war er für mich der künftige Nachfolger Luke's. Als Jedi hätt er's zu viel bringen können. Als Sith erinnert mich seine Geschichte zu sehr an die seines Großvaters, der von Emotionen durchsetzte Sith-Schüler - im Glauben die dunkle Seite kontrollieren zu können und sie zum Schutz seiner Lieben (und der Galaxie) einzusetzen. Dabei verliert er Tenel Ka ebenso wie seine Tochter und den Rest seiner großen Familie. Ein trauriges Opfer, dass so jemand wie er sich der dunklen Seite zuwendet und im Prinzip so glanzlos untergeht. Als Sith ist er einfach auch ein sehr unsympathischer Charakter, mit der politischen Finesse eines Palpatines, aber bei weitem nicht dessen Wissen um die dunkle Seite.
    Und insgesamt kein Glück für die Solo-Familie. Ich hoffe, dass sie nicht auch noch ihre Tochter verlieren.
     
  4. Mania

    Mania hat die Schnauze voll von falschen Freunden

    Ich schließe mich an:

    Eindeutig als Jedi!
    Als Sith ist er einfach nur noch wahnsinnig, was es ihm verhindert sein wahres Potenzial zu nutzen. Er hätte auch als Jedi weiterhin die Galxie retten können, wie kam er nur auf diese schreckliche Idee als Sith-Lord diese zu regieren und zu einem besseren Ort zu machen...da hätte er genauso gut Cal Omas Berater werden können....
     
  5. Lord o.D.

    Lord o.D. Dienstbote

    @mania weil er eine Lehrerin hatte, die das Spiel der Manipulation scheinbar genauso gut beherrschte wie Palpatine selbst. Gepaart mit seinen Erfahrungen im Vong-Krieg und seiner zeitweiligen Meisterin Vergere...
     
    Darth Sol gefällt das.
  6. Mania

    Mania hat die Schnauze voll von falschen Freunden

    Naja und ich dachte immer Jacen hätte Grips ;)

    Aber er hält sich doch immer für so schlau...kann er da nicht wirklich mal schlau sein und merken das er manipuliert wird(jaaa ich weiß ergibt grad keinen sinn aber es regt mich grad auf)
    Er wusste genau worauf er sich einlässt - das er quasi mit dem Teufel tanzt, aber er ist nicht zum Ende gekommen als er es hätte tun sollen...
     
  7. Lord Revan

    Lord Revan Jedi-Ritter der Alten Republik

    @Mania genau das ist es ja! Er hat Grips und ein Sith-Lord zu werden, war seine eigene Entscheidung, er wurde nicht wie Anakin durch manipulation dazu gebracht. Er war ja auch nicht iwie dumm oder so, er hat vieles ja bis Band 6 (Lotf) sehr geschickt angestellt und auch danach einige kluge Schachzüge gemacht, aber ungefähr ab Teil 7 trat dann der Größenwahn ein und er machte viele Fehlentscheidungen.

    Was ich sagen will ist halt, dass er nicht von Lumiya manipuliert wurde. Alles was er tat, tat er ganz aus eigenen Stücken und wurde NICHT dazu gebracht ;)
     
  8. Darth Ki Gon

    Darth Ki Gon Sithlord und ein Freund von Darth Vader

    Auch wenn ich Lotf bei weitem noch nicht zu Ende gelesen habe, ist die Antwort für mich ganz klar Darth Caedus (bzw. der Jacen, der auf den Weg dorthin ist).

    Der ganz junge Jacen auf der Akademie mit seinen schlechten Witzen gefällt mir auch gut, aber später in der NJO gefällt mir sein altkluges Gequatsche nicht,....man hat ja zeitweise den Eindruck als wenn Meister Yoda sprechen würde....
    Das wäre an und für sich noch nicht so schlimm, wenn es wenigstens ansprechend geschrieben wäre, aber leider wirkten die Jacen-Passagen zum ganz überwiegenden Teil nur dröge und langweilig.

    Ändern tut sich dies für mich mit DN. Hier ist Jacen großartig dargestellt.

    Was Jacens Größenwahnsinn angeht möchte ich festhalten, dass er dazu eigentlich immer tendiert hat.
    Schon im zweiten Band von DN geht er davon aus, dass sich das ganze Universum um ihn dreht und in der NJO hatte er eine Vision, die ihn als Befreier von Gefangenen zeigt....das ganze endete damit, dass er selbst gefangen war und Luke durch eine ganze Horde Vong rushen musste um ihn rauszuhauen.
    Diese Erfahrung sollte einer Person, die sich für so schlau hält, eigentlich gezeigt haben kein blindes Vertrauen in irgendwelche Visionen zu setzen, doch das Gegenteil ist der Fall und Jacen macht einfach so weiter.

    Das ist einer der Gründe wieso mich die in Lotf ständig behauptete (und durch eine "Out of Character" Aktion durch Anakin in TCW mittlerweile rückgekoppelte) Ähnlichkeit zwischen Jacen und Anakin so nervt.
    Nicht nur, dass beide ganz andere Voraussetzungen haben, sind sie doch auch charakterlich völlig unterschiedlich.

    Eine Manipulation seitens Lumiya möchte ich auch nicht überbewerten und ins Zentrum der Entwicklung stellen, schließlich war Jacen schon in DN -ganz ohne Lumiya- ein gefährlicher Psychopath, wo man sich eigentlich nur die Augen reiben konnte, dass es Luke und Mara nicht nachhaltig gemerkt und etwas dagegen getan hätten.

    Das "mögen" muss man natürlich richtig auffassen.
    Psycho -Jacen ist für mich eine der unsympathischsten Gestalten, die das SW-Universum zu bieten hat, aber das ganze ist einfach sehr stark geschrieben und daher macht es unheimlich Spaß diesen Psychotrip zu lesen, - großes Lob dafür an die Autoren.

    Ich glaube ich werde zum Beispiel nie vergessen, wie sich im ersten Lotf-Band am Ende schon früh ankündigt, wie die Sache enden würde und ich der sympathischen Jedi die ganze Zeit zurufen wollte doch wegzulaufen.....
     
  9. reaggyray

    reaggyray junger Botschafter

    jacen gehörte als jedi sogar zu meinen lieblings charaktern, naja früher jedenfalls, als ich noch jünger war und die young jedi knights bücher gelesen hab!
    ich finds echt schade, dass noch ein solo draufgehn musste!
     
  10. moses

    moses Botschafter

    Ehrlich gesagt fand ich ihn schon immer eher blöd, egal ob als Jedi oder Sith. :p
     
  11. Mad Blacklord

    Mad Blacklord Verrückter Lord der Siff

    Ich würde sagen als. Schon weil sein Wechsel zur Dunklen Seite im ersten LotF Roman mir immer noch als nicht seh glaubwürdig und ziemlich plötzlich in Erinnerung ist. Dafür mochte ich ihn richtig in den Young Jedi Knight Romanen, zumindest in den ersten 6 und auch in Erbe der Jedi Ritter hat er mir gefallen. Verräter ist immer noch wohl einer der besten Teile der Reihe, als auch im EU selbst.
    In der Dark Nest Reihe war dann aber schon so merkwürdig Steril, wo er im letztem Band der EdJR Reihe quasi als die Lichtgestallt schlechthin dargestellt wird. Mir gefällt immernochnicht das sie ihn zu einem weitem Vader gemacht haben, nur das er auch die Rolle des Imperators auch noch übernommen hat. Auch wenn der Kampf Bruder gegen Schwester sicherlich einen ziemlich dramatischen Höhepunkt hatte. Ich weiß allerdings immer noch nicht ob mir die Umsetzung wirklich gefällt. Das Ende, speziell das letzte Kapital war jedenfalls viel zuz übereilt und ergibt in vielem immer noch keinen Sinn. Wie etwa das Daala dann auf einmal Anführer der GA ist.

    Jacen war jedenfalls ein ziemlich guter Charakter der auch ziemliches Potentenzial hatte dass sich auch noch ANders hätte nutzen lassen. Mir hätte auch eine Rückkehr zum Licht gut gefallen, also eine richtige Rückkehr ohne das er dabei stirbt.
    Auch als Kind gefällt er mir wesentlich besser als der junge Anakin Skywalker, ich unterschiede mal hier bewußt, da Anakin Solo eigentlich ein ganz guter Charakter war. Nur war er nie so richtig im Fokus. Auch wenn er immer sehr wichtige Rollen übernommen hat was Centerpoint Station betrifft und die Bösen schon vor seiner Geburt hinter ihm her waren. Daran merkt man auch schon zum Teil das den Fall Anakins Solos im Sinne seines Großvaters vorbereiteten. Im Nachhinein wäre es wohl doch besser gewesen sie hätten den Part auch dort gelassen, bzw ihn dann wirklich nicht mehr weiterverfolgt, nachdem George Lucas sein Veto eingereicht hatte.
     
  12. micah

    micah EU-Fossil

    Jacen Solo.

    Insbesondere in der spannenden Entwicklungsphase vom konfliktbeladenen Jungjedi in der frühen NJO über seinen markerschütternden Coming-of-Age-Roman Traitor zu dem aus diesem Martyrium auferstandenen "Living Jedi Dream" in den letzten NJO-Bänden. :cool: Doch diesem vielversprechenden Jacen wurde dann leider nur noch eine Lebenszeit von ein paar Monaten gegönnt, bevor er dem machtphilosophischen Revisionismus zum Opfer fiel...

    Auch Darth Caedus mit dem Konzept eines wirklich altruistischen Sith* (d.h. ohne Allana-Beschützungswahn) bzw. ein sehr dunkelschattierter Jedi* Jacen Solo hätte großartig werden können, aber in meinen Augen ist die Umsetzung leider auf jeder Ebene gescheitert. Seine Entwicklung zum Sith war für mich nicht schlüssig, und ich kann ehrlich gesagt auch überhaupt nicht nachvollziehen, wie man diesen Weg als intelligent, eigenständig und unmanipuliert empfinden kann.

    Er lässt sich doch zu Beginn von LotF von Lumiya mit den Illusionen vom guten Sith Vectivus und den schrecklichen Zukünften komplett an der Nase herumführen. Es stimmt, dass es keine so plumpe, offensichtliche Verführung wie bei Anakin war, aber Lumiya hat, angepasst an die Voraussetzungen bei ihrem Opfer, eben subtilere Mittel der Manipulationskunst angewendet. Später brauchte sie nur ganz leicht an den Marionettenfäden in ihrer Hand zu zupfen, damit er wie ein gefallsüchtiges Hündchen genau das tat, was sie wollte. Seine "eigenständigen" Sith-Entscheidungen entbehrten jeder Logik bzw. folgten nur der verdrehten Logik seines Wahnsinns. Mag sein, dass er nicht "grundlos" tötete, aber da er sich die "Gründe" für seine Entscheidungen nach Belieben selbst zurechtzimmerte, war dieses hehre Ansinnen reine Makulatur. Und zwischen Manie und Selbstbetrug war er spätestens ab der Hälfte seiner Sith-Karriere gar nicht mehr zu klugen, taktischen Entscheidungen fähig.

    Und dann, statt nach dem holprigen Start wenigstens einen formidablen, dauerhaften Feind aus ihm zu machen oder das wunderbare moralische Dilemma einer Rückbekehrung zu nutzen, wurde er nach nur einem mickrigen Jahr Herrschaft sang- und klanglos umgebracht. Das negative Tüpfelchen auf dem i ist dann noch die versprochene posthume Erklärung seines Falls, die FotJ bringen soll(te) und die sich einen Band vor Ende der Reihe
    immer noch auf das Verhindern einer obskuren Zukunft und ein nicht weiter begründetes "er war eben immer dazu bestimmt, ein Sith zu werden" beschränkt. :wallb Angesichts dieses Elends finde ich inzwischen sogar Varianten begrüßenswert, bei denen der FotJ-Jacen von Abeloth besessen oder ein Klon war - und das will was heißen! :p

    Und so ist Darth Caedus tragisch nicht nur für seine fiktive Person, für seine gebeutelte Familie und die von ihm verwüstete Galaxis (was ja eine reizvolle Zielsetzung für eine Geschichte sein kann), sondern leider auch in Bezug auf Charakterentwicklung und Story-Potential...

    Micah

    * Diese ideologischen Begrifflichkeiten hätten für den Post-Traitor-Jacen sowieso keine Rolle spielen dürfen.
     
  13. Lord Barkouris

    Lord Barkouris Darth Aggregate

    @Micah: Nun weiß ich zwar nicht genau, ob Du das zwischen "Jacen Caedus, dem Revisionisten" und "Jacen Caedus, dem Allana-Beschützer" auch so siehst, aber...

    Ich fange dann einfach auch mal ganz topisch an:
    Grundsätzlich ist aus meiner Sicht Jacen Solo nicht von Darth Caedus letztlich zu trennen. Beides sind ein und dieselbe Person, weshalb es schwierig ist, den einen besser als den anderen zu finden.
    Die von Micah hier schon angeführte Entwicklung durch die Riege der SW-Lizenzautoren ist ebenfalls für meinen Geschmack entweder gewöhnungsbedürftig, wenn nicht gar höchst fragwürdig. Jedenfalls hatte mir damals auch die Entscheidung nicht gefallen, Jacen nach seiner Rückkehr aus der Yuuzhan Vong-Gefangenschaft und Vergeres sehr eigenen Lehr-Lektionen, eine psychologisch zwar durchaus nachvollziehbare Phase der Verdrängung bei Jacen anzusetzen, diese aber all zu lange bis über die DNs hinweg hinaus zu zerren.

    Der Grundgedanke später allerdings, dass die "Umarmung des Schmerzes" eigentlich logischerweise seelische Folgen bei Jacen hinterlassen haben mussten, konnte ich zumindest nachvollziehen - wohlgemerkt eher entgegen der allzu konstruiert wirkenden Plot-Entscheidung dann zu Beginn von LotF, die Correlianer mal eben völlig unerklärlich und relativ sinnfrei einen Krieg gegen die GA aus der Taufe heben zu lassen.
    Die Art und Weise, wie man Jacen Solo funktionell zu einer Art zweiten "Anakin Skywalker" machte, hat mir dann durchaus gefallen - der Umstand, dass man überhaupt auf diese Idee verfiel, indes weniger!

    Letztendlich - und IMO waren Micah und ich da noch nie einer Meinung zu... :p:D - ist aus meiner Sicht dann Darth Caedus ebenso viel zu spät "eliminiert" worden, wie auch seine "dunkle" Entwicklung viel zu spät eingesetzt hatte.

    Insgesamt aber hatte mir geschmackstechnisch Darth Cadeus in vielerlei Punkten besser gefallen, als Jacen Solo - vielleicht, weil er als Caedus einfach nicht mehr ein so "makelloser Jedi" war wie zuvor, vielleicht weil er mir auf gewisse Weise nachvollziehbarer durch die LotF-Reihe wurde.
    Die Entwicklung ausgehend von einem aufgrund seiner Kriegsgefangenschaftserlebnisse emotional Abgestumpften hin zu einem eiskalten "Killer", der bereit war, für das Erreichen seiner Ziele schlussendlich über Leichen zu gehen, erschien mir somit ebenso überzeugend, wie das fast schon diametral-irrational sich dem gegenüber stellende Klammern an eine "neue Familie" bzw. das Gewährleisten einer sicheren Zukunft für seine Tochter Allana. Oder anders ausgedrückt: Egal, wie er das tatsächlich empfand, es stellte auf eine sehr absurde Weise dabei dennoch ein wenn auch zwar völlig absurdes, dann doch aber irgendwo noch nachvollziehbares Rechtfertigungsschema für seine Taten und Entscheidungen dar - was ich somit also den LotF-Autoren als zumindest gelungene Charakterentwickungs-Konstruktion bescheinigen würde.
    Auch seine Revisionisten-Allürenhaftigkeit passt da IMO dazu als wiederum einer Art letzten Versuch der Suche nach "dem letzten guten Gefühl in sich selbst, was es vielleicht doch noch irgendwo geben könnte".

    Die Art seines Abtretens von der Bühne der "lebenden Toten" erfolgte IMO dann glücklicherweise genau richtig durch seine eigene Schwester Jania und leider verschriftlich reichlich holprig und verworren, als wenn der Autor sich da nicht ganz einig mit sich selbst gewesen war, wie das denn nun hatte ablaufen sollen.
     
  14. Denderan

    Denderan Senatswache

    Er wurde einfach verpfuscht. Das Potential nicht genützt und einfach zu einem psychopatischen Machtnutzer ohne Intelligenz verdammt.
     
  15. micah

    micah EU-Fossil

    Das hier soll natürlich keine Grundsatzdiskussion über die Jacens Fall werden (die haben wir anderswo schon geführt ;)), deswegen nur ein paar Punkte.


    Den Revisionismus hatte ich nicht auf Jacen bezogen, sondern auf die EU-Macher. Jacen revisionierte nicht selbst, er wurde revisioniert. ;)


    Natürlich sind sie ein und dieselbe Person, trotzdem kann man sie zu einer Phase ihres Lebens lieber mögen als zu einer anderen. Das geht ja sogar, ohne dass eine Figur sich umbenennt und ihre Loyalitäten entscheidend wechselt. Hauptsache, sie hat sich irgendwie verändert / entwickelt. Man könnte z.B. auch fragen, ob Luke als idealistischer, naiver Bauernjunge in ANH oder als weiser, manchmal zynischer Jedimeister im aktuellen Roman-EU besser gefällt, oder ob man Yoda als aktiven Kämpfer in der PT oder als philosophischen Einsiedler in der OT lieber mag. Bei Chewie oder Dreipeo macht diese Frage dagegen keinen Sinn, weil diese Charaktere vollkommen statisch sind.


    Naja, ich schließe mich dem zumindest zu einem kleinen Teil an. ;) Caedus wurde in der Tat zu spät "eliminiert", aber nicht in dem Sinne, dass er zu spät getötet wurde (das war IMHO sogar zu früh, da das Zurückholen / Gefangennehmen viel zu wenig und halbherzig versucht wurde). Sondern in dem Sinne, dass die Personen in seinem Umfeld viel zu lange blind und blöd geschrieben wurden, damit sie nicht merken, auf was für einem Pfad er ist. Ansonsten wäre "Caedus" nämlich auf sanfte Weise "eliminiert" worden, bevor er überhaupt zu Caedus wurde...

    Die zu späte dunkle Entwicklung sehe ich dagegen gar nicht. Die ersten Ansätze seines Falls waren schon im ersten Dark Nest-Band zu erkennen, s. z.B. mein Review dazu. Und das war immerhin das erste Buch nach TUF, d.h. vorher hätte man gar nichts darüber schreiben können. Dennoch muss das Abrutschen schon vor DN begonnen haben, da er von Anfang an "schräg" drauf ist (s. Akanahs mahnende Worte im ersten Kapitel). Wie viel früher also noch? :verwirrt:


    Das klingt als Konzept bzw. Zusammenfassung schon gut, wurde aber IMHO in LotF nicht so bzw. nicht konsistent genug so dargestellt. Mein Gesamteindruck von Jacens Fall ist vielmehr, dass man sich - und zwar bis heute! - keine ausreichend detaillierten Gedanken über den psychologischen Unterbau und die sonstigen Beweggründe dafür gemacht hat. Und das führt(e) dazu, dass immer wieder andere Gründe und Gedankengänge angeführt wurden und werden, die isoliert gesehen durchaus Sinn ergeben, aber insgesamt ein total wirres Puzzle bilden, in dem die Einzelteile nicht ineinander greifen.

    Um zum Schluss nochmal zum Thema zurückzukommen: Selbst wenn der Fall von Jacen schlüssiger und konsistenter hergeleitet worden wäre, das Endergebnis aber dasselbe bliebe, würde ich Darth Caedus dennoch nicht mehr mögen. Denn er ist IMHO als Bedrohung vollkommen verschenkt. Sowohl aufgrund der so kurzen Dauer seines Unwesens, als auch aufgrund der fehlenden Intelligenz und Raffinesse seiner Vorgehensweise.

    Micah
     
  16. Lord Barkouris

    Lord Barkouris Darth Aggregate

    *Ah..., okay...* Obwohl ich das etwas anders sehe - und zwar hauptsächlich in-universe: Da würde ich schon meinen, dass Jacen/Caedus durchaus ein Revisionist sein bzw. werden wollte. Ob er das letztlich tatsächlich erreicht hat, darüber kann man streiten - zumal er dazu auch nie wirklich (oder besser: glücklicherweise) ausreichend politischen Einfluss erlangte.

    Was den (out-universe und also durch die Autoren/Konzeptoren der Reihe) "gemachten Jacen-Revisionisten" betrifft, sehe ich das allerdings auch etwas anders - und zwar eben im Zusammenhang mit seinen reichlich verschrobenen "Beweggründen seiner Reformierungs-Rechtfertigungsmuster" (bessere, sicherere Zukunft für Allana usw.). Das (emp-)fand ich an sich nicht so "aufgesetzt". IMO - und für mich jedenfalls - ist so etwas durchaus nachvollziehbar.
    Die "Post-Endor-Jedi" mögen vielleicht nicht so "politisiert" sein, wie die "alten" Jedi - doch gänzlich sie außerhalb jedweder "politischen Zusammenhänge" zu sehen, funktioniert auch nicht.
    Und egal, wie auch immer man Jacen Solo wahrnimmt - er war inzwischen bis zum Beginn von LotF ausreichend erwachsen und ein "vollwertiger Jedi" geworden, um einer "Politisierung" standzuhalten, sowohl von außen auf seine Figur übertragen, als auch sich von innen heraus aufgrund eigener Erfahrungen und eigenem Wissen offenbarend.

    Schon klar... :D Mir war selbst zwischenzeitlich aufgefallen gewesen, dass ich damit eigtl. den Grund für mein eigenes Posting hier im Thread ad absurdum führte - und habe nachher schlicht vergessen gehabt, dass zu ändern bzw.wieder herauszunehmen.

    Was aber IMO eine "unlösbare" Anspruchsfrage darstellt, die zwar in einem völlig anderen Zusammenhang aber dennoch bereits in SW in ROTS schon thematisiert worden war.
    Kann man einen Sith oder Sith-Lord mit seiner Macht und an dem Punkt seines Weg-/Entwicklungsabschnitts wirklich zurückholen bzw. gefangen nehmen?
    IMO ist da wirklich schwer zu beantworten - vor allem dann, wenn jemand aufgrund eigener Taten, die ja auch Erfahrungen darstellen, Schwellen überschritten hat, welche andere nicht mehr nachvollziehen können - und zwar von der Motivation her gesehen (und nicht erfahrungsgemäß!).

    Was man IMO auch so oder so sehen kann. Selbst das "Aufmerksamkeitsverhältnis" zwischen beispielsweise Yoda, Windu usw. im Hinblick auf Anakin Skywalker war hier schon einmal in dem Forum im "Hätte man Anakin Skywalker vor der Dunklen Seite bewahren können"-Thread ausgiebig diskutiert worden. Und was nun das "Aufmerksamkeitsverhältnis" in diesem Zusammenhang betrifft, kommen hier eben gerade noch stärker solche Dinge wie "familiär gebundene Naivität bzw. gutgläubige Blindheit" hinzu.
    Und darüber finde ich es schwer, "zu richten" bzw. das einzuschätzen. So gesehen würde ich es vor allem als Leias und Hans Aufgabe bzw. ihr Versagen hier gegenüber Jacen betrachten, was aber nicht minder schwierig ist. Denn psychologisch-menschlich gesehen ist hier vor allem Leias "ungewollte Ignoranz" dem gegenüber durchaus verständlich, nachdem Anakin im Vong-Krieg umkam. Han - ob man das nun mag oder nicht - fällt aus meiner Sicht da gar noch stärker heraus, weil er zum einen Chewy verloren hatte und zum anderen nicht nur nicht machtsensitiv, sondern irgendwo einfach "typisch Mann" ist.
    Auch Luke und Mara stehen hierbei dann aus meiner Sicht auf einem wiederum speziell begründeten "Sockel der Blindheit" und wenn ich kritisieren wollen würde, dass das im Zusammenhang mit einer der anderen Figuren am wenigstens überzeugend nachvollziehbar geworden ist, dann betrifft das die "Ben Skywalker"-Figur. Hier ist es IMO deshalb aus meiner Sicht am wenigstens überzeugend gelungen, wiel die Autoren hier wenn dann am ehesten m.E.n. recht willkürlich zwischen Bens "Wissbegierde eines typischen heranwachsenden Jugendlichen" und Ben, dem "loyal und treu ergebenen Schüler Jacens" hin und herschalten, ohne dass das aus meiner Sicht irgendwie richtig Sinn und Zweck ergab - sondern eben nur, damit Jacen seinen Weg zu Caedus schön fortsetzen konnte.
    Aber vielleicht hattest Du das auch gerade gemeint gehabt!
    An meiner Tendenz jedenfalls, die "Darth Caedus"-Figur eher zu mögen, ändert das allerdings auch nichts. (Nicht, dass das jetzt deine Motivation gewesen wäre, weshalb Du das hier angeführt hattest!)

    Tja, gute Frage... NJO-"Vereint durch die Macht" spielt hiernach 29 nSY und DN-"Die Königsdrohne" 35 nsY, was summa summarum nur oder immerhin 6 Jahre ergibt... War Jacen nicht dazwischen auf seiner "Macht-Recherche-Entdeckertour" oder war das zwischen DN und LotF gewesen (obwohl dazwischen wiederum nur 4 Jahre liegen!)?
    Abschließend aber vermag ich das auch nict eindeutig beantworten zu können, zumal ich mich ebenso wie derzeit was die letzten FotJ-Bände betrifft auch durch die DNs bis heute nicht wirklich durchzukämpfen vermochte. -Sorry... *hilflos achselzuck*

    Weshalb meinst Du das denn bzw. wie? Ich frage deshalb, weil das für mich durchaus einen relevanten Grund für mein "Empfinden" der Caedus-Figur ausmacht. Mir erscheint sie psychologisch ausreichend stimmig und somit überzeugend, um die zu mögen bzw. gut zu finden. Für mich würde der Zusammenbruch ihrer Überzeugungskräftigkeit durchaus meine Meinung dazu nachhaltig beeinflussen können, was aber gut oder richtig wäre.
    In sofern - immer her damit: Kann es gebrauchen!!! :D

    Was das "Puzzle" bzw. die "Wirrnis" betrifft, war das eigentlich gerade etwas, was mir an der LotF-Reihe gar sehr gefallen hatte. Zum einen empfand ich das ob einer gewissen uneigentlich-eigentlichen "Orientierungslosigkeit" zwischen Jacen Solo "versus" Darth Caedus ganz gut und es unterstützte IMO das, was Du oben kritisiert hattest - nämlich die "Mängel im Aufmerksamkeitsverhältnis" gegenüber Jacen und seiner Entwicklungstendenzen. Man kann das wie gesagt als gut oder schlecht bewerten, aber aus meiner Sicht machte es die LotF gerade menschlich realistischer und nachvollziehbarer noch als die Filme der PT (was aber nun nicht als Kritik an der PT gemeint ist: Filme und Romane sind und werden IMMER gerade in solchen Punkten unterschiedlich strukturierte Medien darstellen, die somit ihre jeweiligen Vor- und Nachteile haben. Und im Gegensatz zu einem Film lassen Charaktere in einem Roman grundsätzlich schon einmal nachvollziehbarer gestalten und beschreiben! Bei Romanen muss man dann aber IMO auch wieder Genre- und Content-Abhängigkeiten mit berücksichtigen, so dass die LotFs eben nun einmal auch irgendwo typisch "SW-Universe"-Romane sind und nicht eben irgendwelche Sci-Fi- oder Fantasy-Stoffe betreffen.)

    Deine Meinung dem Topic hier entsprechend Deiner Geschmackseinschätzung gegenüber Jacen Solo versus Darth Caedus ehre und akzeptiere ich hiermit, auch wenn ich sie nicht teile.

    Was Deine Begründung dazu betrifft, diese in sofern zwar auch, wobei mir bitte nachsichtig gestatte, dennoch um eine Erklärung zu ersuchen. :):p
    IMO sehe ich es nämlich gerade nicht so, dass seine "Rollenkonzeption als SW-Bedrohung" im Sinne einer analogen "Vong-Kriegsfolgen-Plastifizierung" verschenkt wäre, sondern dass er so "gut" :-)D) wie er wurde, eben irgendwo auch geworden ist.
    In sofern würde mich schon interessieren, in wieweit bzw. wiefern Du meinst, dass er - vor allem eben auch durchaus als "männliches Macht-Exemplar" :-)p) nicht ausreichend intelligent und raffiniert umgesetzt wurde.
    So oder so müsste man hier IMO nämlich durchaus auch irgendwo mal zwischen der geistigen Leistungsfähigkeit kooperativ zusammenarbeitender SW-Lizenzautoren mit Rostonie, LL LTd. und GL und der der entsprechenden Charakterkonzeption differenziert reflektieren - nicht auch zuletzt ob der besonderen Charakterrolle, welche gar eine Karen Traviss dabei spielte. ;):D
     
  17. micah

    micah EU-Fossil

    [​IMG]

    Was aber leider nicht nur in Bezug auf Jacen, sondern auch insgesamt in Vergessenheit geraten zu sein scheint...


    Ich denke nicht, dass man die Situationen vergleichen kann. Das in normalen Familien- und Freundschaftsbeziehungen lebende und oft mit der Fallproblematik konfrontierte Umfeld Jacens hat (oder sollte haben) eine ganz andere, feinere Wahrnehmung solcher Dinge als der emotionsverkrüppelte OJO-Rat in seinem Elfenbeinturm. Außerdem tat Anakin bis zu seinem endgültigen, relativ plötzlichen Fall brav seine Arbeit als Jedi, während Jacen über längere Zeit für alle sichtbar immer fragwürdigere Entscheidungen traf, Dinge tat und Äußerungen machte.

    "Familienblindheit" ist bis zu einem gewissen Grad okay, und wenn Du ihre Darstellung in DN/LotF glaubhaft findest, sei Dir das unbenommen. Für mich war sie aber weit jenseits dessen, was ich zu schlucken bereit bin.

    Es geht mir dabei wohlgemerkt nicht (nur) um die Erkenntnis, dass Jacen (auf dem Weg zum) Sith ist, sondern darum, dass sie hätten merken müssen, dass mit ihm irgendwas nicht in Ordnung ist, und daraufhin sehr intensiv hätten versuchen müssen, an hin heranzukommen, um herauszufinden, was es ist. Und in der Beziehung ist Familienblindheit eigentlich sogar absurd, denn es geht zunächst einmal nicht darum, ihm etwas Böses zu unterstellen, sondern darum, ihm zu helfen. Jacens Familie hat sich in DN/LotF so verhalten, als wäre ihnen sein Wohlergehen vollkommen egal...


    Nein, die unkritische "Heldenverehrung" von Ben gegenüber Jacen ist für mich im Gegenteil aufgrund seiner Jugend und Naivität noch am nachvollziehbarsten.


    Ja, zwischen NJO und DN war er auf seiner Reise und in dieser Zeit muss sein Abrutschen begonnen haben. Diese Zeit ist aber nun mal bisher abgesehen von vagen Hinweisen in FotJ nicht abgedeckt, daher wissen wir nicht, ob es eine Woche nach seinem Aufbruch, eine Woche vor seiner Rückkehr oder irgendwann dazwischen angefangen hat.


    Ich meine, dass man sich zu Beginn der Planung von Jacens Fall hätte hinsetzen müssen, überlegen müssen, welche psychologischen Voraussetzungen gegeben sind, und den Ablauf und die Begründungen für seinen Fall strukturiert darauf hätte aufbauen müssen.

    Mir scheint es aber eher so gelaufen zu sein, dass man beschlossen hat, Jacen fallen zu lassen und dann lauter zusammenhanglose Ideen in den Topf geworfen hat, was aus seinem Lebenslauf so alles dazu passen könnte. Und so sind uns die Begründungen dann auch vorgesetzt worden:

    Allgemeine Wissbegierde, Altruismus, Arroganz, Vergeres Lehren, Luke retten, sichere Galaxis für Allana schaffen, Dark Man verhindern, Selbstmitleid wegen dem Verlust Anakins, schreckliche Kindheit, unabänderliches Schicksal...


    Ich möchte den Spieß herumdrehen: Was hat er denn besonders intelligentes oder raffiniertes gemacht in seiner Sith-Karriere? Meiner Ansicht nach war alles relativ plump und geradeheraus, auf die direkteste, offensichtlichste Lösung seines jeweils aktuellen Problems abgezielt und dadurch mehr rohe Gewalt als durchdachtes Taktieren. Und das wurde immer schlimmer, ab der Hälfte von LotF war es nur noch das primitive "was mir im Weg steht, baller' ich weg". Wie öde!

    Bis auf eine Sache fehlte mir deswegen das "wohlige Gruseln" darüber, was Jacen anrichten würde. Das war bei Lumiya ganz anders. Weil sie so subtil und unkalkulierbar gearbeitet hat, hatte ich immerzu Angst, was sie noch so alles aus dem Ärmel schüttelt. Sie (und Alema) waren die eigentliche, nervenkitzelnde Bedrohung in LotF.

    Die genannte eine Sache war Ben. Lange Zeit dachte ich, dass Jacen eine raffinierte Strategie hat, ihn unmerklich zu verführen. Bis er dann hinging und ihn folterte, um ihn endgültig zur dunklen Seite zu bringen. Was sollte das denn bezwecken? :rolleyes:

    Natürlich kann man auch mal so einen simpel gestrickten Gegner schreiben, aber das Problem ist, dass Jacen intelligenter hätte sein müssen als das.


    Ein anderer Aspekt ist eigentlich eine klassische Zweck/Mittel-Frage. Man hat mit Jacen eine sehr wertvolle Figur zerstört (= Mittel), aber was man damit erreichen wollte, was der übergeordnete Zweck für das EU war, den man nicht auf andere Weise hätte erreichen können und der dieses "Opfer" daher rechtfertigt, das erschließt sich mir immer noch nicht.

    Micah
     
  18. Lord Barkouris

    Lord Barkouris Darth Aggregate

    Zum Topic-Part "Anakin/Vader vs. Jacen/Caedus": Dem enthalte ich mich ab hier jetzt, weil das sonst zu umfangreich wird. (*Eine AW hatte ich dazu aber geschrieben gehabt. Kann ich Dir notfalls per PN schicken! ;))*

    Aber entspricht es nicht IMO durchaus einer erkennbaren Realitätsregel, dass gerade das "...in normalen Familien- und Freundschaftsbeziehungen lebende und oft mit der Fallproblematik konfrontierte Umfeld..." einer Person häufig seltsamerweise am wenigsten von den Veränderungen einer darin direkt involvierten Person mitbekommen oder mitbekommen wollen?
    IMO muss man hier eben zwar durchaus ebenfalls etwas plakativ, aber empirisch-realistischen Symptomatik-Erkenntnissen dazu entsprechend konstatieren, dass auch macht- und einflussreiche Persönlichkeiten nicht deshalb - oder gerade deshalb ?? - unbedingt vor Blindheit ggü. dem direkten Umfeld geschlagen sein können, was sich um sie herum abspielt.
    Man mag das mit zunehmender Alterskonservativität erklären können oder mit der Abnahme der Leistungs-, Auffassungs- und Informationsverwaltungsfähigkeit des alternden Gehirns.
    Der "Überforderungs"-Effekt ist IMO jedenfalls ähnlich oder gar der gleiche.

    Um aber in-universe bei möglichen Erklärungsmustern zu bleiben: Seit dem Bekanntwerden des "Andur Sunrider-Black Eye"-Prinzips (nenne ich jetzt mal so) dürfte zumindest klar sein, dass Jedi bis zu einem gewissen Grad eben "auch nur Menschen mit einer begrenzten Wahrnehmungsfähigkeit" sind und das wenn diese anderweitig orientiert voll ausgelastet ist, auch der Wahrnehmung eines Jedi etwas entgehen kann.

    Was man im Detail wiederum IMO nicht vergleichen kann. Was das betraf war Anakin/Vader wieder charakterlich-psychologisch anders ausgerichtet und auch seine Lebenserfahrungen unterscheiden sich von denen Jacens. Was Jacen darüber hinaus anbetrifft spielen dann dabei auch noch andere Tendenzen eine Rolle, wie z. B. eine Art "weltoffenere Mentalität" ggü. der Heran- bzw. Umgehensweise z. Zt. der "alten Republik". Das ganze strukturierte sich empirisch-praktisch gesehen also auch anders, als z. Zt. der PT. Alleine der Umgang mit einer "dunklen, mysteriösen Bedrohung" war ein anderer und basierte auf Erfahrungen im "Galaktischen Bürgerkrieg", welche die republikanischen Administrationorgane und der OJO schlichtweg entweder nur anders betrachteten oder generell aus bestimmten Gründen anders handhabten.
    Es war also sozusagen eine Frage der "Relativität der Fragwürdigkeit der Entscheidungen" eines Jacen. Solche wären zu Anakin/Vaders Zeiten so gar nicht in Betracht gekommen bzw. gezogen worden und andererseits wird z. B. in TCW auch ganz konkret gezeigt, weshalb. Was das betraf war der OJO nämlich IMO durchaus weitaus weniger naiv wenn man so will als der NJO. Als z. B. Ahsoka Tano in einer Folge recht rigide in einem Verhör mit Nute Gunrey umgeht, ist aber nicht Anakin dabei, sondern eine andere Jedi-Meisterin. Diese unterbindet schon weitaus eher dann im Ansatz eine amoralischere Vorgehensweise Ahsokas und darüber hinaus hätte wohl Ahsoka auch nicht wirklich eine bis zum Tode führende Vorgehensweise durchgezogen, sondern setzte sie tatsächlich, wenn auch etwas sehr risikoreich als eine Art "Bluff" ein.
    Jacen ist in der ähnlichen Situation weitaus "unbeaufsichtigter" und aber auch bereit, viel weiter zu gehen.
    Aber in sofern ACK, dass ich gerade eigentlich merke, dass die Idee einer doch ähnlichen, aber eben angepassten Handlungsentwicklung angelehnt an die Anakins/Vaders doch gar nicht so schlecht ist - wegen genau dem Spannungsverhältnis in den Unterschiedlichkeiten, die sich daraus ergeben.

    IMO eine Standpunktfrage. Man kann es auch so sehen, dass sie ihn seinen eigenen "Weg finden lassen wollten", weil sie wussten, dass sie selbst nicht mit den Erfahrungen aus der "Kriegsgefangenschaft bei den Vong" mithalten konnten.
    DAGEGEN hätten sie nie und nimmer ankommend ausreichend stichhaltig argumentieren können, was Jacen IMO von der Seite ebenso und vielleicht gar viel schneller von ihrer Seite gedrängt hätte.

    Womit man den betreffenden verantwortlichen Personen die nötige psychologische Kompetenz zuschreiben können müsste. Ich bin aber wirklich alles andere als sicher, dass man das bei Luke, Mara, Leia, Han oder sonst wem aus der Familie wirklich kann ("Farmboy", "Assassin-Mom", "Miss Consul-Prinzess", "Mr. Freelancing" usw.).
    Oder anders ausgedrückt: Leia hätte das vielleicht gar noch am ehesten leisten können müssen, wobei ich aber auch bei ihr nicht sehe, dass im Rahmen des diplomatiepolitischen Parketts Kinder- und Jugendpsychologie irgendwelche nennenswerte Kompetenzprogramm-Entsprechungen bereithielt. Das macht es sicherlich nicht besser, aber verständlicher und nachvollziehbarer.

    Darüber hinaus kann ich auch Autoren verstehen, das sie den Eigenanspruch an sich haben bzw. hätten, Stories nicht nach der Maßgabe "was wäre schön, wenn..." zu gestalten, sondern "wie sind die Charaktere für sich genommen plausibel, überzeugend und in sich stimmig weil realitätsbezogen".
    Vielleicht hätte man hier die "Menschlichkeit der Charaktere" etwas "übermenschlichen" sollen, aber wie gesagt hatte es mir durchaus das für mich so nachzuvollziehen und anzuerkennen.

    Fall Du aber eine bestimmte, konkrete Beispielsstelle kennst, die eindeutig "so völlig unplausibel und nicht mehr irgendwo verständlich nachvollziehbar" ist, sag an... Sonst bleibt das hier eine reine Standpunkt-Diskussion.

    Zugegeben hätte man sich vielleicht zwischen bzw. über DN hinweg mehr Mühe machen sollen, noch weitaus mehr dieser Gründe zu erfahrungsbasieren. Aber eine andere Frage ist, ob man das eben auch immer so muss. Realistisch wirkt es nicht oder weniger, wenn eine Romanfigur nicht wenigstens ob seiner eigenen Lebenserfahrungen zu extrapolieren versteht.
    Vielleicht - wenn ich mir die Liste Deiner Aufzählungen da so anschaue - waren es vielleicht auch all zu viel all zu stark eben herangezogene Begründungsmuster für diese ganze Plot-Entwicklung.
    Nur - wenn mir dabei IIRC dort etwas zu "aufgesetzt" weil zu wenig nachvollziehbar erschienen war - war es vor allem eher der "Dark man verhindern"-Handlungswechselpunkt gewesen, bei dem ich meine nicht mehr wirklich hatte ausmachen zu können, wie die Charaktere genau zu nun dieser Erkenntnis gegenüber dieser Notwendigkeit genau gelangt waren.
    IIRC hatte sich dieser zuwenig günstig in die Umstände um Maras Tod bzw. wirklich zersetzender bzw. schädigender Wirkungstaten Caedus ausreichend nachvollziehbar eingefügt gehabt.

    Ales andere lies sich IMO - ob nun plot-technisch schwach oder nicht - durchaus charakterindividuell nachvollziehen.

    *schmunzel* Tja-ja, dann "ballern wir mal los und schön alles aus dem Weg..." :D
    Also: Was mir in beschriebenen Charakteraufbau Jacens in LotF gut gefallen hatte, war das Spannungsverhältnis zwischen seiner Gedankenwelt und dem was er danach tat. Aufgrund der Plastifizierung seiner Gedankenwelt wurde IMO gut deutlich, dass er häufig in die falsche Richtung dachte bzw, auf manche Eingebungen so von alleine eben nicht kam.
    Wenn man es natürlich ganz streng sehen will, kann man auch gleich dann nun dazu anmerken, dass Jacen schlichtweg hier zu "dumm für einen Jedi" dargestellt wurde, der eigentlich auf naheliegendere, klügere Eingebungen der hellen Moral hätte kommen können sollen.
    Das hat oder konnte er aber wohl nicht was ich wie schon oben aber nachvollziehbar empfinde, weil es für mich aus seinem bisherigen Leben resultiert.
    Sein eigenes inneres Denk-Spannungsverhältnis bestand also tatsächlich darin, die Welt um sich herum zu erfassen und zu verstehen und gleichzeitig mit sich selbst umgehen zu lerne - heißt mit dem Seelen-Psyche-Emotionspaket "Jacen", welches er auch selbst aufrund seiner eigenerlebten Erfahrung darstellte.
    Grob: Er war überfordert!
    Vor dem Hintergrund finde ich es dann schon bemerkenswert, wie weit er dennoch überhaupt kam und in wiefern er es dennoch schaffte, sich selbst ausreichend zu disziplinieren, zumindest für das Erreichen seiner Ziele ausreichend genug wiederum richtig zu machen.
    Das macht aus ihm alles andere als ein "Sidious-Superhirn", aber IMO wenigstens einfach eine modernisiertere Form eines "Bösewicht"-Charakters, der sich eigentlich viel zu viel auf seine eigenen Schultern lädt und das ganze dann dennoch eben so gut zu meistern versucht, wie möglich.
    Als "realistischer" (also auch IMO realhistorisch plausibler entlehnt) angelegter Charakter ist Jacen somit IMO "ausreichend" intelligent und raffiniert - zumindest über einen gewissen Zeitraum hinweg.

    Und aber auch charakter-entwicklungstechnisch finde ich Jacens Maß an Intelligenz und Raffinesse psychologisch völlig plausibel und ausreichend.

    Worüber man indes IMO eher streiten kann ist die Frage, in wieweit eine "Realisation der SW-Charaktere" in neueren Romanen sinnvoll oder hilfreich ist.
    Oder anders ausgedrückt: Sidious/Palpatine ist schon eine sehr besondere SW-Figur, die ob ihrer Anlagen in der tatsächlichen (historischen) Realität ihresgleichen sucht. Auf mich jedenfalls wirkt dieses "zusammengesuchte Sammelsurium an realhistorisch extrahierbaren Brillanzen, Intelligenzen bzw. Kompetenzen" eher wie eine realmythisierte Version eines "bösen" Artus oder Hagen von Tronje. Das hat aber seine Rechtfertigung, weil GL IIRC nicht verhehlt, dass es ihm durchaus bei SW um einen "modernen Mythos" ging.
    Und im Gegenteil hat mir gerade an der PT dann gefallen, dass GL Palpatine/Sidious eben nicht all zu eindeutig auf bestimmte realhistorische Größen (oder: "Größenwahnsinnige") anlehnte, sondern es gar schaffte, ihm ein zwar überzogenes und gleichsam plausibles Charaktergerüst zu verpassen.

    SW ist also ein Mythos. War es also dann gut, weitere Merchandising-Materialien dazu realistischer zu konzipieren bzw. umzusetzen?
    Wenn man Jacen als "Modernisierung des Mythisierungsmethode von Fiktivfiguren" betrachten will, ist das IMO schief gelaufen bzw. gescheitert. Dazu ist die Jacen/Caedus-Figur dann sozusagen wiederum zu realistisch entlehnt und charakterlich stukturiert. Sie ist dann sozusagen "all zu menschlich" selbst für eine SW-Figur. Oder anders ausgedrückt: Dann hat man den "Spagat" nicht hingekriegt.

    Für meinen Geschmack seinerzeit aber, als ich LotF las, hatte ich gerade diese eher realistisch-vermenschlichte Nachvollziehbarkeit eines "recht fehler- und mängelbehafteten bzw. mit sich selbst um diese kämpfenden" Jacens schon gefallen gehabt - vielleicht auch gerade deshalb, weil man so eher einen weiteren Sidious doch wieder am ehesten zu umschiffen wusste und auch ein Anakin/Vader ausreichend unzureichend dadurch wiederkehrte.

    Last-but-not-least: Und zeugt nicht doch irgendwo - egal wie man das moralisch bewerten mag - eine "was mir im Weg steht, baller' ich weg"-Haltung von einer recht eigenen und eigenwilligen Qualität von Intelligenz bzw. Brillanz? Zeugt es nicht vielleicht gar von einem sehr hohen Maß an Selbsterkenntnis, Probleme und Hindernisse möglichst gleich abzuarbeiten und aus dem Weg zu räumen, anstatt sie liegen und sich zu schierer Unüberwindlichkeit auftürmen zu lassen?
    Ist es also nicht auch eine Frage von Intelligenz oder gar Brillanz, auch auf einem solchen Wege eine Aussage Yodas zu deuten (sinngemäß): »...Niemals unterschätzen die (...Gegen-...) Seite der Macht Du darfst... «.
    Wie aber gesagt - das hier soll NICHT im moralisch-wertigen Sinne eine Rechtfertigung im Sinne einer Entschuldigung für eine solche Vorgehensweise sein, wie sie Jacen hier durchzog und schon gar nicht für die daraus resultierenden Konsequenzen. ;)

    Wobei ich hier witzig finde, dass ich mich noch gut erinnern konnte, wie mir das gefallen hatte.
    "Lady Lumiya" fand ich auch klasse - wobei ich vielleicht gar da auch den Vorteil hatte, die Figur zuvor nicht großartig zu kennen. Und dabei gefiel mir auch genau just diese Spannungsverhältnis, dass zwar einerseits recht klar war, dass es ihr um Jacens Entwicklung bzw, der Manipulation dessen ging - aber man nicht genau wusste oder abschätzen konnte, WESHALB.
    Alema allerdings - und Du wie andere User hier, die die Figur mögen, mögen mir das verzeihen - hat mich eigentlich nur genervt und gestört. Nicht, dass ich generell etwas gegen die Figur oder den Charakter selbst hätte, aber mit ihrer ganzen Transparenz innerhalb LotFs ihrer "Verwirrtheit und Irrigkeit" nahm sie entweder zu viel oder zu wenig Raum ein - je nachdem, wie man es sehen will. In sofern störte mich an ihr ihre zeitlich sich dahin zerrende Unentschlossenheit und mit all dem nahm sie IMO manchmal soviel (Beschreibungs-)Raum ein (oder zu wenig), so dass man sich schon fragen konnte, ob nun sie oder Jacen der eigentliche "böse Antagonist" sein sollte.

    ZUgegeben ist bzw, war das eine etwas reichlich ob ihrer Plausibilität haarsträubende Autorenentscheidung, Jacen so agieren zu lassen. Unglücklicherweise zeigte sich IMO hier aber wieder auch dass, was ich oben schon meinte. Ungeachtet natürlich des möglicherweise dahinterstehenden Umstands, dass LotF allmählich zum Ende gebracht bzw. geführt werden sollte und man sich entweder bereits während der Konzeptionsphase da unzureichend eindeutige Begrenzungsrahmen gesetzt hatte oder nachher sich schlichtweg die Autoren in unzureichender Kooperations- und Absprachefähigkeit verrannten, ist das Verfallen von Jacen auf eine solche Idee nicht unbedingt unplausibel in seiner Charakterentwicklung mit all den dazu gehörigen Erfahrungen. Wie es sein kann, dass Jacen Ben hierbei so dermaßen falsch einschätzt, ist eine Sache. Eine andere ist es, das Jacen schlichtweg die Wirksamkeit einer solchen Methodik im Allgemeinen wie bei Ben im Besonderen weit überschätzt (auch realitätsentlehnt betrachtet).
    Weniger stimmig ist sie as seinen charakter betrifft deshalb aber nicht, weil er zu dem Zeitpunkjt IIRC sich mit der Entscheidung "abgefunden" hatte :-)rolleyes:), ei Sith zu werden und somit auch deren durchaus gemeinhin bekannte Techniken anzuwenden bzw. darauf zurückzugreifen. Darüber hinaus entsprach dann Jacen Modifikation dieser Sith-Technik seiner Erfahrungen bei den Vong bzw. basierten auf der "Umarmung des Schmerzes".

    Weshalb? :konfus:

    Nimm es mir nicht übel, weil ich mich des Eindrucks nicht erwähren kann, dass Du das eben schade findest bzw. bedauerst.
    Aber gestatte mir die Gegenfrage, WELCHE Figur denn da dann stattdessen ausreichend "wertvoll" dafür gewesen wäre - also aber auch vor allem konzeptionell - heißt: sowohl strategisch, taktisch, als auch dramatisch, dramaturgisch, indentifikarisch und überzeugungstechnisch, mitreißend und trotzdem ausreichend plausibel?
     
  19. Space Warrior

    Space Warrior Prinz Eugen's Boyfriend

    Hi,

    ich mag Jacen eigentlich nur als Jedi. Da gehört er sogar zu meinen Lieblingspersonen aus Star Wars.
     
  20. micah

    micah EU-Fossil

    Huch, da war ja noch eine Antwort von Lord Barkouris. :eek: Die ist mir irgendwie durchgeschlüpft, nachdem Du in der PN geschrieben hattest, dass es ein paar Tage dauern kann. :o Dann werde ich natürlich schauen, dass ich darauf demnächst noch antworte.

    Micah
     

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