Unterstütze das PSW: Hol dir (oder verschenke) einen Premium-Account oder kaufe ein bei Amazon.

Nirauan (Nirauan-System)

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Tryam Merel, 17. Oktober 2014.

  1. Tryam Merel

    Tryam Merel Zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen

    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. November 2014
  2. Tryam Merel

    Tryam Merel Zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen

    [:: Tiefer Hyperraum :: Irgendwo zwischen Bastion und Nirauan :: Imperialer Verband :: VIN Basilisk :: C-Deck :: Offiziersquatiere :: Tryams Quatier ::] Tryam Merel (allein)


    Tryam saß auf seinem Bett und starrte auf ein grün leuchtendes Datapad. Er kniff seine Augen zusammen, die vor Übermüdung schon nicht richtig sehen konnten. Der Commander sehnte sich nach etwas Schlaf und danach einer wohl wollenden warmen Dusche und einem schönem corellianischem Rührei mit viel Speck, aber die Wahrheit sah anders aus:
    Er musste sich bis zu dem Rendevouz-Manöver im Nirauan System die Missionsdaten und die Hintergrundgeschichte zu dieser Mission durchlesen. Außerdem war gerade ein Wasserschaden in der Leitung zu den Offiziersquatieren, weswegen er wenschon bei der einfachen besatzung duschen konnte, worauf er nicht besonders Lust hatte. Und zu guter letzt war der Kantinenfraß nun mal mit keinem anderen Gericht positiv vergleichbar. Niemand wurde wegen des Essens Soldat.

    Wenn er sich doch nur ein wenig ausruhen könnte...


    Tryam blinzelte etwas verstört. War er da gerade eben eingeschlafen? Er blickte auf sein Taschenchrono, welches er auf seinem Nachttisch abgelegt hatte. Er hatte 7 Stunden geschlafen! Tryam schreckte hoch und taumelte etwas unbeholfen vom Bett zu seinem Schreibtisch, wo jemand, vermutlich Krivin, seine Sachen sorgfältig zusammen gelegt hatte und ihm außerdem etwas aus der Offiziersmesse besorgt hatte. Der Geruch von dem lauwarmen Eintopf steg ihm in die Nase. Zwar nicht 5-Sterne-mäßig aber 3 Waren schon drin.

    Dann entsperrte Tryam sein Datapad und fand eine Liste mit Stichpunkten, Textbasissätzen und Kurzfassungen über den Einsatz. Man konnte über dieses Schiff sagen was man wollte, aber der XO war smart, das musste man dem Chiss lassen. Tryam schlang die Suppe herunter, und las sich dabei die Fakten durch. Dann machte er sich mit seinem Datapad auf den Weg zur Brücke.


    Tryam betrat die Brücke einen Moment nachdem die Basilisk in den Normalraum zurückgekehrt war. Steuerbord erschien gerade der Interdiktor 'Heart of the Order' mit einem Blauen Lichtblitz, zur Rechten erschien dann auch die 'Abyss' auf den Rendevouz-Koordinaten. Aus den Augenwinkeln bemerkte er, das zwei Lebensgroße Hologramme in Imperialer Uniform schon auf ihn warteten. Beim Näherkommen erkannte er den frisch zum Commodore ernannten Commandanten des Interdiktor Sternenzerstörers, Frey Fogerty, die andere Person blieb Tryam fremd, er konnte aber das Abzeichen eines Commanders auf seiner Brust erkennen. Anscheinend war er der erste Offizier der Abyss, oder ein Formularfritze von der Örtlichen Raumverkehrskontrolle. Der Corellianer trat näher an die beiden bläulich schimmernden Personen heran und sprach seinen indirekten Vorgesetzten an.

    "Guten Tag, Commodore. Ich hörte, sie nehmen auch an dieser Mission teil?"


    [:: Nirauan System :: Umlaufbahn :: Rendevouz-Punkt :: Imperiale Verband :: VIN Basilisk :: A-Deck :: Brücke ::] Tryam Merel, CDR. Selmak Drakkar (Holo), CMDR. Frey Fogerty (Holo), Brückenbesatzung (NPCs)
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Oktober 2014
  3. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Commodore Toji Murata, Commander Drakkar und die Brückenmannschaft :]

    Niauran, ein eher unscheinbares System am Rande der bekannten Galaxie, hatte ein winziges Detail an sich, das es letztendlich doch von allen anderen abhob und einzigartig machte. Hier betrieben das Galaktische Imperium und die Chiss Ascendancy nämlich gemeinsam nahe dem Hauptplaneten eine kleine Versorgungs- und Kommunikationsstation. Denn während dieser Ort für die Imperialen quasi das Tor zu den Unbekannten Regionen war, sah die andere Seite hier eine Schwelle zur zivilisierten Galaxie, nachdem man den eigenen Isolationismus – aufgrund diplomatischer Bemühungen seitens Bastions – ein bisschen gelockert hatte. Trotz dieser recht ungewöhnlichen Kooperation hatten sich beide Parteien – zum Schutz eigener Interessen – dafür entschieden, dass das System weiterhin eine eher unscheinbare Rolle im Geschehen der Galaxie spielen sollten Deshalb vermochte man nur sehr selten größere Aktivitäten zu registrieren. Eine solche Aktivität war beispielsweise die Anwesenheit der „Wanderer“-Flottille, die allem Anschein nach im Schatten von Nirauan auf jemanden wartete.

    Deren Sensoren registrierten natürlich die Ankunft dreier imperialer Kriegsschiffe am fernen Rande des Systems. Mit einem Vorsprung von wenigen Millisekunden kehrte zu erst ein schwerer Kreuzer der bekannten Vindicator-Klasse in den Realraum zurück. Danach tauchten – fast schon zeitgleich – zwei Schlachtschiffe auf, die zwar in ihrer Größe und grober Form ziemlich gleich waren, aber im Detail dann doch gewisse Unterschiede aufwiesen. Es handelte sich nämlich auf der einen Seite um einen Sternzerstörer der Imperial-Klasse und auf der anderen Seite tatsächlich um einen Interdictor, der insbesondere durch die vier kugelrunden Schwerkraftgeneratoren einen äußerst ungewöhnlichen Anblick bot. Ohne jegliche Eile setzten die drei keilförmigen Schiffe ihren Kurs, indem sie sich auf den Planeten ausrichteten, und durchpflügten dann in einem gemächlichen Tempo die Schwärze des Alls, wobei der kleinere Kreuzer gewissermaßen die „Vorhut“ bildete.

    Nachdem ein Flottensoldat ihn mit kräftiger Stimme („Kommandant an Deck!“) angekündigt hatte, ging Toji in gesetzten Schritten – sofern das mit seiner Behinderung überhaupt möglich war – über den breiten Mittelsteg auf das breite Panoramafenster zu, um sich kurz einen eigenen Eindruck vom System und der wartenden Flottille machen zu können. Denn innerhalb der Imperialen Flotte sprach man eher selten über die kleinen Kampfverbände, die ihr Dasein hauptsächlich in den Unbekannten Regionen fristeten. Welche Gründe mochten Joyriak bloß zu diesem Schritt bewegt haben? War ein unattraktives Kommando, das man tatsächlich inne hatte, wirklich mehr wert als die bloße Aussicht auf ein künftiges, das aber vorerst vage blieb? Seine Gedanken kreisten eine Weile um diese Fragen, derweil sein Blick auf die ferne Welt samt der Raumstation gerichtet war. Näher, immer näher kam die „Abyss“ samt ihrer Begleiter dem ausgemachten Rendezvous-Punkt.

    Eher beiläufig hörte er ein einfaches Besatzungsmitglied sagen:
    „Und schon sind wir wieder hier.“

    „Hat doch was von nach Hause gekommen“
    , witzelte ein anderer.

    Die Mannschaft der „Abyss“ teilte demnach das Schicksal mit der „Pandora“. Urlaub – egal ob vor Ort oder in der Heimat – war eine Mangelware beim Militär. Manchmal sah man die eigene Familie über Jahre nicht, da zum einen Gespräche über das offizielle HoloNetz recht teuren waren und man zum anderen kaum die Gelegenheit für einen richtigen Besuch bekam. Man war ein Getriebener der eigenen Dienstpflicht. Toji bedauerte diesen Umstand. Jedoch waren selbst ihm als Kommandanten in solchen Dingen die Hände gebunden. Schließlich handelte er selbst bloß auf den Befehl höherer Stellen. Trotzdem war ihm in diesem Moment das Herz besonders schwer. Immerhin hatte er darauf gedrängt, dass man mit den Vorbereitungen nicht zu viel Zeit verliere. Obwohl der kriegsversehrte Commodore eigentlich kein Freund der Konkurrenz war, musste er sich einfach in dem Wettkampf beweisen, der ihm von Frey Fogerty aufgedrängt wurde. Irgendetwas schien der Corellianer gegen ihn zu haben.

    Plötzlich meldete Baniss Foster, der diensthabende Sensorikoffizier, mit ernster Stimme:
    „Empfang unbekannter Signale. Identifikation läuft.“ Gleich einem großen Raubtier in Gefangenschaft tigerte der menschliche Lieutenant innerhalb seiner Station auf und ab. Konzentriert sprang sein Blick von Monitor zu Monitor. „Es handelt sich um imperiale Kennung, Sir. Tiefere Analyse läuft.“ Kurzzeitig konnte man den Eindruck haben, dass aus dessen Poren das pure Pflichtbewusstsein strömen würde. „Unsere System identifizieren das unbekannte Flaggschiff als 'Apocalypse' – Vice Admiral Joyriaks Schiff.“

    „Kommunikation, senden Sie unsere Codes und Grüße an das Flaggschiff“, befahl der Commodore, der mit einem Mal voller Vitalität zu sein schien. Selbst das Krächzen seiner Stimme war in diesem Fall nicht so stark wie sonst. „Steuermann, halten Sie weiterhin auf den Rendezvous-Punkt zu. Das momentane Tempo darf gerne beibehalten werden, orientieren Sie sich sicherheitshalber aber weiter an der 'Heart' .“ Anschließend humpelte er über den Mittelsteg zum hinteren Teil der Brücke, wo er plötzlich seinen Ersten Offizier in einer Holo-Konferenz mit Commodore Fogerty und Commander Merel erblickte. Bevor er sich überhaupt fragen konnte, wie lange deren Unterhaltung wohl schon dauern würde und weshalb man ihm nicht kurz Bescheid gesagt hatte, wandte er sich unverzüglich an seinen Stellvertreter. „Mr Drakkar, instruieren Sie bitte auf der Stelle unsere Feuerleitstation den Salut (fünfzehn Schüsse) backbords. Sobald sich unsere Steuerbordseite dem Planeten – und damit auch dem Vice Admiral – zuwendet, soll gefeuert werden.“

    Danach nickte kurz er den beiden lebensgroßen Hologrammen zu. Zwei Corellianer – handelte nicht irgendein Sprichwort davon, dass man in so einem Fall von einer Verschwörung sprach? Es war die sturköpfige, rebellische Art dieses Menschenschlags, die sie im Gegensatz zum Rest der Galaxie so eigen machte. Im Hintergrund war noch immer das Gemurmel der arbeitenden Brückenmannschaft zu hören. Befehl für Befehl wurde ausgeführt und der aschgraue Sternzerstörer schob sich weiterhin ungehindert in Richtung Rendezvous-Punkt. Unwillkürlich fragte sich Toji, was sie wohl im Chiss-Raum erwarten würde. Viele Informationen besaß er nämlich nicht über diese Region, die einerseits so nah und andererseits doch so fern schien. Reichten seine spärlichen Erfahrungen, die er mit den paar Chiss gemacht hatte, die er im Laufe seines Lebens getroffen hatte, aus, um wirklich auf deren Boden erfolgreich zu bestehen? Inzwischen mit einer ordentlichen Portion pessimistischen Denkens versorgt, ruhte sein Vertrauen mehr auf dem Militärprotokolldroiden, den man ihm zur Seite gestellt hatte, als auf seinen eigenen Fähigkeiten.

    „Commodore, ich denke, die Begrüßung des Vice Admiral durch Sie sollte in diesem Moment doch die größere Priorität haben“, sagte der Commenorer und sein eines, gesundes Auge fokussierte das bläulich flimmernde Hologramm des Imperialen. „Deshalb würde ich vorschlagen, dass wir vorerst diese Konversation beenden und uns in Geduld üben, was unser neuer Vorgesetzter so als Nächstes geplant haben könnte.“ Just in diesem Augenblick erwachten die Backbordbatterien zum Leben; spuckten salvenweise giftgrüne Laserblitze in die Schwärze. Erneut nickte Toji den beiden projizierten Darstellungen zu, dann wandte er sich ein weiteres Mal an Commander Drakkar. „Lassen Sie mir bitte Professor Ivalice holen...“

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Commodore Toji Murata, Commander Drakkar und die Brückenmannschaft :]
     
  4. Selmak

    Selmak Black Sun OL

    [: Nirauan-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Commander Selmak Drakkar und die Brückenmannschaft :]

    Nachdem die drei Imperialen Sternenzerstörer, die 'Abyss', 'Heart of the Order' und 'Basilisk' aus dem Hyperraum erschienen, folgte der Erste Offizier dem Kontaktaufruf der anderen Schiffe und deren Kommandanten. Selmak waren die beiden anderen Personen gänzlich unbekannt, sie unterschieden sich indes durch ihren Rang. Er lauschte eine Zeit lang dem Gespräch der beiden Corellianer, die sich anscheinend bereits zu kennen vermochten, und schaltete sich kurz auch zu einer Vorstellung ein.
    "Ich bin Commander Selmak Drakkar, neuer Erster Offizier der 'Abyss' und stehe nun zu ihrer Verfügung. Mit wem habe ich die Ehre?"
    Eine wenig Vorlaut sprang er mitten ins Gespräch und verkündete seine Botschaft. Jedoch war er nur einem der beiden vom Rang her zu Größerem Respekt schuldig, weshalb er dann auch schnell eine Mitte fand. Selmak dachte bisher nicht daran seinen Kommandanten zu rufen da dieser, erstens keinen Befehl dazu gegeben hatte und zweitens es auch keinen triftigen Grund dazu gab. Schließlich war dies hier erst das Begrüßungskommitee.

    Während Selmak mit den beiden Hologrammen sprach überarbeitete er weiter die Listen seines neuen Dienstplanes zur Höheren Effizenz des Schiffes. Bisher funktionierte das System so dass tagsüber, jedenfalls nach der Standartmässigen Uhrzeit, mehr Besatzungsmannschaften wie Offiziere bereit standen als Nachts. Bei einem eventuellen Kampf oder Konflikt wäre dann maximal 30% der Besatzung auf ihren Posten wohingegen der Rest sich ersteinmal formieren müsse. Er glich das System so aus dass es nun eine gleiche Schichten Verteilung gab, womit zu jeder Uhrzeit genau gleich viele Personen auf ihren Posten standen. Dies erhöhte die Flexibilität der 'Abyss' ein wenig, so stellte es sich der Erste Offizier auch vor.

    Nachdem der Kommandant des Schiffes, Commodore Murata, lautstark durch einen Offizier an Deck angekündigt wurde, übergab dieser ersteinmal Befehle. Selmak lauschte dem Sensorik Offizier unbewusst zu, und erfuhr dass hier im System ein Flaggschiff auf sie wartete. Genauer gesagt Vice Admiral Joyriaks Schiff. Nun waren sie endgültig der
    'Wanderer-Flotille' angeschlossen, womit sie auch schon den Einsatz beginnen konnten. Theoretisch. Der Commodore schritt an seinen Ersten Offizier heran und übergab ihm ebenfalls einen Befehl:

    „Mr Drakkar, instruieren Sie bitte auf der Stelle unsere Feuerleitstation den Salut (fünfzehn Schüsse) backbords. Sobald sich unsere Steuerbordseite dem Planeten – und damit auch dem Vice Admiral – zuwendet, soll gefeuert werden.“

    "Verstanden, Sir" nickte er ab und trat kurz aus der Holo-erscheinung heraus. In der mitte der Brücke rief er zum Steuermann: "Steuer, hart Backbord"
    Sofort ging er zur Feuerleitstation, und wies einen Offizier leise an:"Feuern sie bei Bereitschaft Backbord den Salut ab, versuchen sie Sekundeninervalle zu halten"

    Gerade als der Commander wieder zu seinen Datapads zurückkehrte feuerten die Stationen den Salut. Man spürte merklich kaum etwas bis gar nichts. Die Geschütze der moderne waren schließlich Laserkanonen, weshalb sich auch nichts regte, bis auf das helle Strahlen durch die Fenster. Schon gleich Übernahm er auch seinen nächsten Befehl, und wies einen Offizier an ihm diesen "Professor" zu holen. Der Professor war ein Abgesandter der Imperialen Gesellschaft an Bord gewesen, und war hier zu Forschungszwecken auf der 'Abyss' stationiert. Nach ein oder zwei Minuten erschien der Professor durch den Turbolift, wo ihn auch der Commander sofort empfing:"Guten Tag Professor. Folgen sie mir bitte der Commodore erwartet sie schon"
    Kurz darauf standen beide vor dem Befehlshabenden Offizier.

    [: Nirauan-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Commodore Toji Murata, Commander Drakkar, Professor Ivalice und die Brückenmannschaft :]
     
  5. Frey Fogerty

    Frey Fogerty Empire

    Nirauan-System/ Systemrand/ INT Heart of the Order/ Brücke/ Frey, Brückenmannschaft

    Das zurückfallen in den Normalraum verlief wie geplant und ohne Zwischenfälle. Die Crew hatte gute Arbeit geleistet und die Schiffe sprangen in dem Abstand aus dem Hyperraum, der laut Handbuch vorgeschrieben war. Jedoch war dies für Frey der Mindestanspruch an die Mannschaft eines Sternenzerstörers. Wer hier schlechte Arbeit leistete, wurde aussortiert. Der Commodore konnte kein Versagen dulden. Er musste demnächst Eindruck auf Joyriak machen um in dessen Gunst zu stehen. Wer ihm dies versaute, konnte sich auf ungemütliche Zeiten vorbereiten.

    Der Commodore hielt sich im Hintergrund, während die üblichen Begrüßungsprotokolle abgearbeitet wurden. Auf einem Monitor beobachtete er, wie sich das Gespann um die Heart dem Schiff des Vice Admirals, der Apocalypse, näherte. Langsam wurde er nervös. Er kannte Joyriak nicht. Die Akten über ihn hatten nur spärliche Informationen Preis gegeben. Alles was er wusste war, dass die Apocalypse das Flaggschiff der Wanderer-Flotille war, welche viele Operationen in den äußeren Regionen durchgeführt hatte. Manche dieser Missionen waren in den Akten geschwärzt. Frey hatte keine Zugangsberechtigung und ihm wurde der Zugriff verweigert. Was auch immer Joyriak in den äußeren Gebieten getrieben hatte, es sollte wohl nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Vielleicht konnte Frey etwas aus dem Vice Admiral heraus bekommen, wenn sie sich erst einmal näher kennengelernt hatten. Sein Charme war erprobt, er wusste, wie er mit den Mächtigen umgehen musste und wie er sich deren Vertrauen erschlich.

    "Commodore Fogerty, eine Nachricht von der Apocalypse. Vice Admiral Joyriak möchte sich mit Ihnen, Commodore Murata und Commander Merel auf seinem Schiff treffen. Wir sollen die Einladung weiterleiten."

    Frey warf einen missmutigen Blick zur ComStation. Die Arbeit des Laufburschen und des Postboten war in seinen Augen etwas undankbares, unter seiner Würde. Hätte man das nicht den Commander der Basilisk machen lassen können? Etwas verstimmt verließ er die Sensorik und begab sich zu dem Holo-Tisch am anderen Ende der Brücke.

    "Stellen Sie eine Verbindung zur Basilisk und der Abyss her."

    Das schlimme war, dass er nun auch wieder Murata persönlich sehen musste. Eigentlich hatte er gedacht, er würde das zerfetzte Gesicht des Krüppels nicht so bald wiedersehen. Kein guter Start für die Mission. Wenige Augenblicke später erschienen zwei bläuliche Hologramme. Der Erste Offizier der Abyss und Commander Merel.

    "Ansonsten wäre ich wohl nicht hier, Commander."

    Der Corellianer machte keinen Hehl aus seiner schlechten Laune und ignorierte auch die Frage des Ersten Offizier der Abyss, welcher sich als Drakkar vorstellte. Zwar war Frey von Haus aus gut erzogen worden und legte eigentlich Wert auf Manieren, jedoch schien er diese in letzter Zeit immer öfters zu vergessen.

    "Ich muss mit Murata sprechen, holen Sie ihn."

    Erst als der Krüppel in Erscheinung trat, verkündete er den Befehl von Joyriak.

    "Der Vice Admiral möchte uns sofort auf seinem Flaggschiff sehen."

    , sagte er kurz angebunden.

    Nirauan-System/ Systemrand/ INT Heart of the Order/ Brücke/ Frey, Brückenmannschaft, Holo: Murata, Drakkar, Merel
     
  6. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Commodore Toji Murata, Commander Drakkar und die Brückenmannschaft :]

    Synchron feuerten die schweren Turbolasergeschütze der kompletten Backbordseite die befohlenen Salutschüsse zu Ehren von Vice Admiral Joyriak in die leere Dunkelheit, während die „Abyss“, ein Sternzerstörer der Imperial-Klasse, zur gleichen Zeit im Verbund mit zwei weiteren Kriegsschiffen der Imperialen Flotte Kurs auf den fernen Planeten Niauran nahmen. Abgesehen von dieser kleinen, aber eindrucksvollen Einlage beließ es der Kommandant, Commodore Toji Murata, aber dabei. Eine Eskorte aus vier TIE/ln startete dementsprechend im Anschluss nicht aus dem Hangar, nachdem die gesamte Backbordseite wieder verstummt war. Zu viele Ressourcen wollte man dann offenbar doch nicht verschwenden, um den neuen Vorgesetzten gebührend zu begrüßen. Womöglich konzentrierte man sich an Bord nun auch nur ein bisschen mehr auf den kommenden Prozess der Eingliederung in die vorhandene Flottille.

    Mürrisch blickte Fogertys lebensgroße Projektion drein als diese plötzlich sagte:
    [Der Vice Admiral möchte uns sofort auf seinem Flaggschiff sehen.]

    „Ich lasse auf der Stelle ein Shuttle für mich startklar machen“, entgegnete Toji sogleich mit seiner rauen, unangenehmen Stimme. „Ich denke, in zehn Minuten werden wir die Flottille erreicht haben. Dann dürfte ein Übersetzen kein großes Problem darstellen...“

    In den ersten Jahren nach der Militärakademie auf Prefsbelt IV hatte der Commenorer seine Sporen auf der „Cruor“ verdient, indem er erst als Navigator und später gar als Sensorikoffizier der Dritten Wache auf der Brücke der rustikalen Fregatte gestanden und zu jeder Zeit hervorragende Leistungen abgeliefert hatte. Grobe Rechnungen in diesem Metier fielen ihm dementsprechend nicht besonders schwer. Respektvoll nickte er zum Abschluss sowohl dem anderen Commodore als auch dem recht hitzköpfigen Commander zu, bevor er die Holo-Verbindung von seiner Seite aus beendete. Speziell im Bezug auf die schlechte Beziehung zu dem Corellianer Fogerty hatte Toji momentan kein gutes Gefühl, dass ihnen bei dieser Mission wirklich eine erfolgreiche Zusammenarbeit bevorstand. Dafür legte der Kommandant der „Heart of the Order“ – seiner persönlichen Meinung nach – einfach eine zu feindselige Haltung an den Tag.

    Nachdem ihm abschließend noch mehrere bedauernde Gedanken durch den Kopf gegangen waren, löste er sich gänzlich von dem Projektor. Sein eingeschränkter Blick glitt kurz über die betriebsame Brücke. Überall saßen einfache Mannschaftsmitglieder und Unteroffiziere an den aktiven Konsolen, derweil hinter ihnen ein Offizier, mit kerzengerader Körperhaltung, auf und ab ging. Hier, an Bord der „Abyss“, schien die geforderte Disziplin tatsächlich allgegenwärtig zu sein. Zufrieden ging Toji zu seinem neuen Ersten Offizier und dem Leiter der imperialen Expedition, die er mit seinem Schiff heil in das Territorium der Chiss bringen sollte. Oris Ivalice, Professor an irgendeiner renommierten Universität des Galaktischen Imperiums sowie Mitglied der „Imperialen Gesellschaft“, war ein alter, längst ergrauter Mensch. Schlank, beinah dürr von Gestalt und mit einer wirren, scheinbar kaum zu bändigen Mähne aus grauem Haar auf dem Kopf. Mit lächelnder Miene stand der alte Zausel neben Commander Drakkar und bestaunte den fernen Planeten.

    Helle Begeisterung schwang in seiner Stimme mit als er sagte:
    „Natürlich zweifel ich keine einzige Sekunde daran, dass die menschliche Spezies de Krone der intergalaktischen Schöpfung ist, aber an manchen Stellen im Leben muss man dennoch auch anderen Wesen ein wenig Respekt zollen. Wie die Chiss dieser wertlosen Welt ein bisschen Bedeutung abgetrotzt haben, indem sie es zu ihrem Tor zu unserer Galaxie deklariert und daraufhin vor Jahrzehnten einen Außenposten gebaut haben, ist schon bewundernswert, finden Sie nicht?“ Er musterte den Menschen, der von Byss stammte. „Eine richtige Relevanz bekam Niauran aber erst als Menari erfolgreich eine politische Brücke zwischen beiden Imperien aufbaute.“

    „Aus diesen Tagen stammte sogar das komplette Fundament für diesen gemeinschaftlich genutzten Posten“, schaltete sich auf einmal Toji ein. „Während meiner Dienstzeit auf der 'Cruor' waren wir in diesem System für einige Monate tätig, um den Materialfluss vom Imperium in den Chiss-Raum zu überwachen. Myriaden an Frachter unterschiedlichster Klassifikationen sprangen damals zu diesen Koordinaten, ließen sich ein letztes Mal registrieren und traten dann ihre Reise in das Unbekannte an.“ Er lächelte matt. „Heute – nach dem Bürgerkrieg – kann man sich das kaum noch vorstellen...“

    Ivalice musterte den Commodore interessiert. „Haben Sie damals sogar einen Fuß auf Chiss-Boden gesetzt?“

    „Nein, die 'Cruor' hatte nur einen kurzzeitigen Patrouillendienst im Gradilis-Sektor, antwortete der kriegsversehrte Uniformierte. Sein Blick richtete sich ebenfalls auf die ferne Welt. „Bedeutsam war dieser Flecken der Galaxie noch nie. Unser Auftrag war einzig und allein der Schutz der imperialen Frachter (solange sie auf imperialen Boden waren) sowie das Ausspähen und rasche Vernichten von mehreren Piratenbanden.“ Er ließ eine kurze Pause folgen. „Im Gegensatz zu den Chiss leben hier bloß rückständige Kolonien und Kriminelle...“

    '… und daran wird sich wohl auch nichts ändern', fügte Toji in Gedanken pessimistisch hinzu. Nein, in diesen Breiten waren die Kernregionen bloß ein schwaches Flimmern in der Ferne – genauso wie die imperiale Thronwelt Bastion, die eigentlich etwas näher war. Der Professor schien auf der Stelle seine Lobpreisung – ungetrübt durch die Worte des Kommandanten der „Abyss“ – fortzuführen. Für den Commenorer zeigte sich in diesem Augenblick wieder wie „weltfremd“ das Gros der Experten und Wissenschaftler war. Hatten sie jemals irgendwelchen Kriminellen die Stirn geboten? Hatten sie jemals mit irgendwelchen barschen Kolonisten Kontakt aufgenommen? Mancherorts hatte man nicht einmal mitbekommen, dass die Galaktische Republik längst Geschichte war und ein Imperator herrschte. 'Manche leben in einer künstlichen, andere in einer realen Blase.' Diesen Gedanken quasi als runden Abschluss nutzen, wandte sich Toji wieder anderen Dingen zu.

    „Commander, man beordert mich zur 'Apocalypse'“, teilte er seinem Stellvertreter mit. Joyriak will uns wohl kurz briefen. Für die Zeit meiner Abwesenheit überlasse ich Ihnen hiermit das Kommando über die 'Abyss'. Gliedern Sie unsere Dame nach bestem Wissen und Gewissen in die Formation ein und halten Sie sich danach für weitere Befehle bereit. Sobald ich nämlich wieder auf dem Rückweg bin, möchte ich die mir unterstellte Kampfgruppe separat formieren.“ Kurz glitt sein Blick zu dem Professor. Ivalice mag den Chiss vielleicht trauen, aber wir sollten dennoch auf der Hut bleiben.“

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Commodore Toji Murata, Commander Drakkar und die Brückenmannschaft :]
     
  7. Tryam Merel

    Tryam Merel Zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen

    [:: Niauran-System :: Systemrand :: Imperialer Verband :: auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :: VIN Basilisk :: A-Deck :: Brücke ::] Tryam Merel, CDR. Selmak Drakkar (Holo), CMDR. Frey Fogerty (Holo)


    "Ansonsten wäre ich wohl nicht hier, Commander."

    Tryam konnte schon alleine am Tonfall des ihm gegenüberstehenden Corellianers erkennen, das er schlecht gelaunt war, und ein Corellianer mit schlechter Laune war ungefähr so freundlich wie ein Hutt, der dich mit seinem Schwanz erschlagen will, weshalb Tryam es dabei belies. Aber der barsche, fast schon gehässige Tonfall, mit dem Commodore Fogerty Commodore Murata herbeibeorderte, ließ darauf schließen, das der ihm gegenüberstehende Murata nicht besonders mochte. Vielleicht war der Bastioner einfach ein abstoßender Punkt für Corellianer.
    Doch kurz darauf wurde die Konversation auch schon wieder beendet, Tryam sollte sich stattdessen auf der Apocalypse einfinden - dem Flaggschiff von Rear Admiral Joyriak. Während die Abyss Salutschüsse in die endlose schwärze schickte, befahl Tryam sein Shuttle bereit machen zu lassen.


    Während der Verband näher an die Schiffe der Wanderer Flotille herankam, desto deutlicher konnte man die Schiffe Joyriaks erkennen. Es gab kleine, kaum sichtbare, Corellianische Kanonenboote und große Venatorträger. Nebulon-B-Fregatten, Dreadhnoughts, Victorys und einen hervorstechenden Imperial II Sternenzerstörer, die Apocalypse. Sie wurde von einem ISD I und einem VSD I flankiert, welche wiederum von Korvetten flankiert waren und diese wiederum von Kreuzern und Fregatten, wodurch die Korvetten nicht das kleine, äußere, verletzliche Glied darstellten.

    "Sir, ihre Fähre ist startklar. Die Fähre der 'Heart of the Order' hat bereits ihr Mutterschiff verlassen, die der Abyss noch nicht."

    "Gut. Ich bin in einer Minute unten, teilen sie das dem Piloten mit."

    Der junge Fähnrich tippte ein bisschen hektisch auf seinem Datapad herum. "Erledigt, Sir."

    Doch das hörte Tryam nur noch leise, da er sich schon auf dem Weg zu den Turbolifts befand und den Fähnrich einfach mitten auf der Brücke stehen lies. Ein Lift öffnete gerade die Türen und Tryams XO trat heraus. Bei dem Anblick seines Commanders nahm er schlagartig Haltung an und Salutierte.

    "Sie haben jetzt die Brücke Lieutanant-Commander. Ich werde zum Briefing auf Admiral Joyriaks Schiff erwartet."

    Der Chiss Salutierte erneut anstatt eine Antwort zu geben und ging militärischen Schrittes weiter. Aus der sich schließenden Aufzugkabine konnte Tryam noch den gerufenen Satz 'Erster Offizier an Deck' vernehmen, dann rauschte er auch schon Richtung Hangar.

    Als Tryam dort ankam brauchte er nur wenige Schritte zu deinem Shuttle. Davor standen zwei Flottensoldaten, die, als sie den Corellianer erblickten, Haltung annahmen und hinter ihm ins Shuttle gingen. Drinnen setzte sich Tryam wieder auf den Sitz hinter dem Piloten und schaute auf das sich rasch nähernde Schlachtschiff von Admiral Joyriak.

    Während das Shuttle durch den Rumpfhangar Tauchte, rätselte Tryam welcher von den drei wartenden Personen Joyriak sein würde. In dem Bereich der Landungshalle, welchen Tryams Shuttle jetzt anflug war der mittlere Platz schon von Fogerty belegt. Mit einem mechanischen Surren fuhren die Stützen aus dem Rumpf und das Shuttle setzte auf dem linken Landeplatz auf. Die Ausgangsklappe fuhr ebenfals herunter und die drei Personen kamen deutlicher zum Vorschein. Der mit dem Admiralsabzeichen war ein circa Anfang 40 stehender Mann mit einem kurzen, braunem Haarschnitt und einem eckigen Gesicht. Desweiteren wirkte er sehr diszipliniert und militärisch, wobei man einen Anflug von Humor erkkennen konnte, da er leicht grinste.

    Doch als Tryam über den blanken, spiegelnden Boden zu ihm Schritt, wich dieses Lächeln sofort aus seinem Gesicht. Tryam Salutierte und blickte dem etwa gleichgroßen Mann in die Augen.

    "Admiral Joyriak?"

    "Der bin ich. Sie sind Commander...äh.."

    "Merel. Tryam Lucas Merel. Der Kommandant der Basilisk, einem Vindikator-Sternenzerstörer und ab sofort Teil ihrer Flotille."

    "Ah, ok, danke. Wir warten noch auf Commodore...", Joyriak blickte flüchtig suchend auf den Datenblock eines neben ihm stehenden Commanders. Dann sprach er zügig weiter, "Murata. Genau. Dann gehen wir zum Briefing auf die Brücke."

    In diesem Moment schwebte eine weitere Lambda Fähre durch den Handarboden heran und setzte auf dem von Tryam aus Rechten Landeplatz auf. Dann klappte die Rampe hinunter und der Tryam schon bekannte Commodore mit nur einer Vitalen Gesichtshälfte kam heraus.


    [:: Nirauan System :: Systemrand :: Rendevouz-Punkt :: Wanderer Flotille :: ISD II Apocalypse :: Hangar ::] Tryam Merel, CMDR. Frey Fogerty, CMDR. Toji Murata :: Vice Admiral Joyriak (NPC) :: ein fremder Commander (NPC)
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2014
  8. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Niauran-System | Rendezvous-Punkt | auf dem Weg zur ISD II „Apocalypse“:||: TIE/sh Shuttle | Passagierbereich :||: Commodore Toji Murata allein :]

    Starr blickte er mit dem gesunden linken Auge auf das Stückchen Metall, das nun in seinen Händen ruhte. Obwohl Toji diese halbierte Maske inzwischen seit ein, zwei Standardwochen tagtäglich trug, fühlte es sich noch immer falsch an. Die künstliche Gesichtshälfte war nicht mehr als ein grässlicher Fremdkörper. Unwillkürlich spielten sich in seinem Kopf ein weiteres Mal die letzten Sekunden, die er vor der Explosion bewusst erlebt hatte, ab, während er das Ding betrachtete. Seine versehrte Haut kribbelte dabei sogar ganz leicht als würden irgendwelche imaginären Flammen erneut sein Antlitz versengen. Sein Herz schlug schneller. Schweißperlen funkelten vereinzelt auf der Stirn. Schlagartig sprang der Blick von dem Metallstück zu dem klitzekleinen Fenster, das er vor sich hatte. Draußen nahm inzwischen die hellgraue „Apocalypse“, ein tauglicher Imperial-II-Sternzerstörer, das gesamte Sichtfeld ein. Dennoch schien das imperiale Schlachtschiff noch weiter zu wachsen. Größer, immer größer schien es zu werden.

    Behutsam setzte der versehrte Commodore die leblose, kühle Gesichtshälfte wieder auf, da er durch jahrelange Erfahrung bemerkt hatte wie das TIE/sh Shuttle zum Landemanöver angesetzt hatte. Wie oft hatte er Kriegsschiffe – selbst in der Klassifikation „Sternzerstörer“ – schon über deren Hangar betreten? Zählen konnte er dies wohl nicht mehr. Trotz allem war er dieses Mal ein kleines Bisschen nervös. Immerhin galt sein Besuch der „Apocalypse“ nicht dem flüchtigen Austausch irgendwelcher Höflichkeiten, sondern in der Tat dem Kennenlernen seines neuen Vorgesetzten, Vice Admiral Varik Joyriak. Kurz schluckte er. Trocken, staubtrocken fühlte sich sein Mund an. 'Seit wann bin ich bloß so aufgeregt?', fragte sich der Commenorer. 'Die Rollen innerhalb der Flottille sind doch schon seit dem Termin mit Grand Vizier Draay klar verteilt.' Ein wenig Ernüchterung machte sich in ihm breit.

    Dann setzte das Shuttle, das einem TIE/sa Bomber ziemlich ähnlich sah, auch schon auf dem harten Hangarboden auf. Nun konnte man deutlich das Dröhnen der Triebwerke hören. Ebenso spürte Toji das sanfte Vibrieren der Repulsoren. Ein letztes Mal atmete er ruhig ein und wieder aus. Er musste tapfer bleiben und zudem kompetent wirken, wollte er nicht von Fogerty ausgestochen werden. Die linke Hand ging ohne zu zögern zu dem Hebel, der im Inneren des Passagierraums zum Öffnen der Luke eingebaut worden. Entschlossen betätigte er die klinkenartige Vorrichtung und drückte danach die Luke von seinem Körper weg. Im selben Atemzug richtete er sich – soweit ihm der vorhandene Platz ließ – auf. Obgleich dieser automatisierte Bewegungsablauf für den Commodore keine großen Probleme darstellte, sah man ihm als Dritter dennoch an, dass die rechte Körperhälfte ungewöhnlich steif war. Langsam humpelte er zu der kleinen Schar Uniformierter.


    „Commodore Murata meldet sich wie befohlen, Sir“, sagte Toji zu dem ranghöheren Offizier. Dabei führte die Trockenheit seiner Mundhöhle unweigerlich dazu, dass seine lädierte Stimme noch etwas mehr als sonst krächzte. Selbstverständlich folgte zudem noch ein ordnungsgemäßer Salut, bevor er fortfuhr: „Es ist mir eine außerordentliche Ehre Sie kennenzulernen und unter Ihrem Kommando in die Unbekannten Regionen zu ziehen, Admiral.“

    Varik Joyriak nickte unbeeindruckt. „Die Ehre ist auch auf meiner Seite, Commodore.“ Danach ließ der Offizier, der für seinen hohen Rang recht jung sein mochte – oder sich womöglich bloß sehr gut gehalten hatte –, in die Runde. „Obwohl Sie Ihren Puffer nicht vollumfänglich ausgeschöpft haben, sollten wir trotz allem keine Zeit sinnlos vergeuden. Der Rest der mir unterstellten Flottille ist über den Einsatz schon im Bilde. Es fehlen also nur noch Sie, meine Herren.“

    Nachdem diese Worte ausgesprochen waren, wandte sich der Vice Admiral – ohne auf eine Antwort seitens der drei anderen Imperialen zu warten – zum Gehen. Toji, der zuletzt bei den Schlachten um Corellia und Byss in einem größeren Kampfverband agiert hatte, nutzte den Moment, um sich rasch einen ersten Eindruck von dem neuen Vorgesetzten zu machen. Im Gegensatz zu Tiberius Mard und Melville Harte wirkte der Vice Admiral, der maximal etwa Mitte Vierzig war, unwillkürlich wie ein Jungspund. Statt grauem Haar besaß der Kommandeur der Flottille noch einen braunen Schopf, den er als kurzen Militärschnitt trug. Markant war das eckige Gesicht, die recht tiefen Mundfalten sowie die hellen, wachsamen Augen. Dumm mochte Joyriak demnach nicht sein. 'Was hatte ihn dann bloß zu diesem aussichtslosen Kommando geführt?' Erneut drang sich dem versehrten Commodore diese eine Frage auf. Hatte sich der Vice Admiral etwa bei irgendeinem hohen Tier auf Bastion unbeliebt gemacht? Oder hatte er die Befehlsgewalt über die „Wanderer“-Flottille angenommen, weil er darin ein Sprungbrett sah? Zählten drei, vier Jahre in den Unbekannten Regionen vielleicht wie zehn, elf Jahre regulärer Dienst im Mittleren Rand?

    Man stieg gemeinsam in eine Turboliftkabine. Begleitet von einem leisen Zischen schlossen sich die Türen kurz darauf und dann setzte sich die Kapsel in Bewegung. Keiner der Anwesenden nutzte den Moment, um ein Gespräch zu beginnen. Entweder war man zu sehr dem Militärprotokoll verhaftet, das Smalltalk in der Gegenwart eines Vorgesetzten nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubte, oder man hing wie Toji den eigenen Gedanken nach. Für wenige Sekunden leuchtete kurz eine Zahl nach der anderen auf der unscheinbaren, schmalen Konsole auf. Deck für Deck „stiegen“ sie mit der Kabine empor zur Brücke der „Apocalypse“. Schon kurz nach dem Auftauchen der drei imperialen Kriegsschiffe, die zu seiner Flottille hinzustoßen sollten, hatte der Vice Admiral den Konferenzraum für das anstehende Briefing vorbereiten lassen. Neben ein paar Erfrischungen warteten dort ein paar Unterlagen auf die drei Kommandanten sowie mehrere Datenkarten für den Flottillenkommandeur.


    [: Niauran-System | Rendezvous-Punkt :||: ISD II „Apocalypse“ | Turboliftkabine :||: Commodore Toji Murata, Vice Admiral Joyriak, Commodore Fogerty und Commander Merel :]
     
  9. Dr. Ming Tau

    Dr. Ming Tau Senatsbesucher

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck fünf | Krankenstation :||: Dr. Ming Tau :]

    Es war zum verrückt werden! Auch wenn Ming den ein oder anderen Wunsch hatte durchsetzen können, so war dennoch klar gewesen, dass die „Abyss“ fliegen würde. Weder dem zweiten Offizier noch dem Kommandanten selbst hatte es gefallen als Ming dennoch darauf bestanden hatte das sämtliche Brückenoffiziere einen kurzen Besuch in der Krankenstation hatten tätigen müssen. Ebenso hatte sie sich nicht davon abbringen lassen Proben von Nahrung und Wasser nehmen zu lassen und das Lüftungssystem zu überprüfen. Wäre es nach ihr gegangen wäre die „Abyss“ nicht so einfach gestartet, doch in dieser Hinsicht hatte sie keinerlei Machthabe und genau dieser Punkt ärgerte sie. Das verdammte Militär mit seinen verflixten Hierarchien bei dem man als Arzt sagen konnte was man wollte, man kam nicht gegen einen Vorgesetzten an. Ihrer Ansicht nach war dies ein Fehler im System. Ginge es nach Ming müsste jeder Arzt auf einem Kriegsschiff mit Sondervollmachten ausgestattet sein um im Notfall die Befehle des Kommandanten zu widerrufen, diesen wenn nötig seinem Dienst vorläufig entheben weil er vielleicht gesundheitlich nicht mehr dazu in der Lage war. Aber nein, das verdammte Militär sah so etwas nicht vor und degradierte den wichtigsten Mann oder die Frau zu nichts weiter als zu einem Spielzeug der eigenen Laune. Ein Grund mehr warum sie niemals dem Militär hatte beitreten wollen. Innerlich fluchend über die Ungerechtigkeit, dem Hohn und der Gewissheit dessen das im Notfall dennoch der Arzt verantwortlich war – letztlich würde sie alles in die richtigen Bahnen lenken müssen sollte wirklich etwas ausgebrochen sein – würde sie es sein die man verantwortlich machen würde, wenn eine Seuche nicht gemeldet wurde. Sie versuchte tief durchzuatmen und ihre Gemüt zu beruhigen. Etwas was ihr nicht so einfach viel in diesen Minuten. Auch wenn ihr klar war das es ihr nichts bringen würde mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und ihr Vorgesetzter leider die Möglichkeit hatte sie ihres Dienstes zu entheben und den zweiten oder dritten Arzt zum führenden Offizier innerhalb ihrer Tätigkeit zu machen, so fragte sie sich manchmal ob es nicht von Vorteil wäre wenn man gewisse Personen in sein Bett ziehen konnte. Diesen Gedanken jedoch verwarf sie sofort wieder und strich stattdessen eine Strähne aus ihrem Gesicht.

    Das lange dunkle Haar kitzelte sie und verärgerte sie zusätzlich. Ming war damit beschäftigt die letzten Blutergebnisse durchzugehen und konnte erleichterte vermerken, dass keiner der anderen Brückenmitglieder infiziert war. Glück gehabt würde man wohl behaupten. Dennoch bleib die Frage woher der ehemalige Erste die Krankheit hatte und ob noch immer die Möglichkeit bestand das die gesamte „Abyss“ infiziert sein könnte. Es konnte ebenso sein, dass vielleicht einige Immun waren, weil sie schon einmal an dieser Krankheit gelitten haben mochten. Eingrenzen hatte sie jedenfalls nichts können und dies war nicht gerade erfreulich. Sie wollte den Grund wissen, herausfinden woher die Ursache sich begründete. Seufzend wandte sie sich an ihren Kollegen, welcher soeben eingetreten war. Er hatte sich mit den Nahrungsroben beschäftigt. Ming hatte darauf bestanden Kulturen zu züchten um alles ausschließen zu können.


    „Dr. Tau, das Ergebnis liegt vor und glücklicherweise negativ“, teilte er ihr mit und reichte ihr die Unterlagen.

    „Vielen Dank.“

    Blieben also nur noch das Wasser und das Lüftungssystem. Genau genommen hoffte sie inständig etwas zu finden damit es sich nicht um ein Mysterium handeln würde und gleichzeitig zweifelte sie schon fast daran eine wirkliche Antwort zu erhalten welche zufriedenstellend sein würde. Kein erfreulicher Gedanke zumal sie die Ergebnisse würde vorlegen müssen und wer konnte schon ahnen wie Toji dies sehen würde sollte sich herausstellen das Ming mit ihren Forderungen zu keinem Ergebnis gekommen war. Nicht dass sie dies auch nur irgendwie beunruhigte, dennoch wollte sie das Rätsel gelöst haben. Sie würde sich nicht damit zufrieden geben es als Einzelfall abzutun, denn genau dies konnte es nicht sein. Die Ärztin erhob sich von ihrem Stuhl und schritt durch ihre Büro, wobei sie fast schon tigerte wie ein gefangenes Tier welches sich in die Ecke gedrängt fühlte. Diese ganze Sache ließ sie einfach nicht los, bereitete ihr zudem Kopfzerbrechen und warf hunderte von Fragen auf deren Lösung sie keinen Schritt näher war. Es war nicht so, dass sie Herausforderungen nicht liebte, doch wäre dies hier ein Krankenhaus und kein militärisches Schiff, so wäre die Sachlage noch einmal gänzlich anders.

    Was sollte sie tun wenn sie kein Ergebnis in der Wasserprobe oder Lüftungsprobe erhielt? Was würde dann noch infrage kommen? Wo würde sich der ehemalige zweite sonst angesteckt haben können? Welche weiteren Möglichkeiten konnte es zur Übertragung geben? Hatte sie etwas übersehen? War irgend ein kleine Detail vielleicht übersehen worden? Sie hatte die Blutergebnisse dreimal überprüft und sie waren allesamt negativ ausgefallen. So würde sie jedenfalls nicht weiter kommen. Also entschloss Ming sich einen Rundgang zu machen. Vielleicht würde ihr dann etwas einfallen, bis sie die letzten Ergebnisse erhielt.

    Der Tau verließ die Krankenstation, in sich gekehrt, den Kopf voller Fragen auf welche sie Antworten suchte, glitt in den Turbolift und hielt dann inne. Sie hatte gar nicht daran gedacht das gesamte Quartier des ehemaligen ersten zu untersuchen. Wie hatte sie dies übersehen können? Womöglich gab es dort Spuren. Diese Erkenntnis kam ihr jedoch erste als sie die Mitteilung über Com erhielt, dass sowohl die Nahrung wie auch die Lüftung sauber waren. Ein Problem stellte sich damit sofort in den Mittelpunkt des ganzen. Das Quartier des ehemaligen ersten Offiziers hatte einen neuen Bewohner erhalten. Ein gewisser Mann namens Selmak Drakkar, welcher der neue erste Offizier war. Also veranlasste sie kurzerhand das ein kleines Team sich dieser weiteren Möglichkeit annahm. Immerhin konnte sie sich auf ihre Sorgfaltspflicht berufen sollte es Drakkar oder sonst wem einfallen sich am Ende zu beschweren. Sollte sich herausstellen, dass das Quartier Erreger aufwies wäre die Möglichkeit das sich Drakkar angesteckt hatte wesentlich größer. Es würde schon reichen sich rechtfertigen zu müssen sollte sie falsch liegen.

    Weit kam sie also bei ihrem Rundgang nicht. Erste einmal wollte sie dies Option geklärt wissen ehe sie sich Gedanken über weitere Eventualitäten machen würde. Also kehrte sie auf ihr Krankenstation zurück, bereit dazu im Notfall den neuen ersten Offizier auf die Krankenstation zu bitten.

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck fünf | Krankenstation :||: Dr. Ming Tau :]
     
  10. Frey Fogerty

    Frey Fogerty Empire

    Nirauan-System/ ISD II Apocalypse/ Turbolift/ Frey, Toji, Tryam, Joyriak

    Die Begrüßung war angenehm schnell verlaufen und Frey war es weitestgehend gelungen, Murata aus dem Weg zu gehen. So gesehen war dieser Ausflug bis jetzt ein voller Erfolg. Sogar in der engen Kabine des Turbolifts hatte der Corellianer es geschafft, den größtmöglichen Abstand zu erlangen. Auch das war als Erfolg zu werten. Die Stille war ein netter Nebeneffekt. Frey hatte nicht den Eindruck, dass man Joyriak für belangloses Reden begeistern konnte. Die Erfahrungen, die er im Outer Rim gesammelt haben musste, waren ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.

    Die Reise mit dem Turbolift mündete in einen für die Gruppengröße ideal passenden Konferenzraum. Ein Blick auf die Akten, die schon bereit lagen, verrieten, welcher Sitzplatz für wen gedacht war. Sie waren mit den Namen der Empfänger gekennzeichnet. Freys Platz war zu Joyriaks Rechten. Ruhig gönnte sich der Commodore einen Schluck Wasser, während der Rest sich setzte.

    "Meine Herren, ich begrüße Sie. Mein Name ist Vice Admiral Joyriak, Kommandant der Wanderer Flotille. Sie haben sich hier im Nirauan-System eingefunden, um Teil eines außergewöhnlichen Eingliederungsprozesses beizuwohnen. Die Chiss entziehen sich noch immer der totalen Kontrolle durch das Imperium, was im Angesicht der vergangenen Geschehnisse ein Schlag ins Gesicht für das System ist. Während wir hier sprechen, versucht eine Delegation die Chiss zu überzeugen, sich freiwillig anzuschließen."
    Der Vice Admiral hielt kurz inne, dann lächelte er hämisch. "Falls dieser Weg nicht zum Ziel führen sollte, kommen wir zum Einsatz."

    Mit einem Handgriff aktivierte er den Holoprojektor. Frey war das, was gezeigt wurde schon bekannt. Es waren Analysen zu der Kampfstärke der Chiss.

    "Commodore Fogerty, in den Akten vor Ihnen sind die neuen Einsatzbefehle und die Zuweisung neuer Schiffe zu Ihrer Kampfgruppe, zu der auch auf besonderen Wunsch die 'Basilisk' gehören wird. Commander Merel, entsprechende Befehle werden Sie in Ihren Akten finden. Zusammen mit mir und der Kampfgruppe von Commodore Murata, die für die Basilisk noch einen adäquaten Ersatz bekommen wird, begeben wir uns nach Csilla, wo die Verhandlungen stattfinden. Commodore Murata wird von dort aus einem anderen Auftrag nachgehen, uns bei Bedarf jedoch unterstützen."

    Soweit, so gut. Frey war von keiner der Ankündigungen überrascht. Er hatte sich die letzten Tage gut vorbereitet und jetzt galt es nur noch, die Kommandanten in seiner Kampfgruppe kennen zu lernen. Einen kannte er ja schon. Nach langem grübeln hatte er sich für Merel entschieden und die Bitte an Joyriak herangetragen.

    "Wenn es keine Fragen mehr gibt, können Sie sich wieder zurück zu Ihren Schiffen begeben. Die Wanderer Flotille wird sobald wie möglich auslaufen."

    Frey nahm die Akten und schaute in die Runde. Er selbst hatte keine Fragen mehr. Die Mission war klar: Die Ziele des Imperiums mit allen Mitteln durchsetzen.

    Nirauan-System/ ISD II Apocalypse/ Konferenzraum/ Frey, Toji, Tryam, Joyriak
     
  11. Tryam Merel

    Tryam Merel Zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen

    [:: Nirauan-System :: Systemrand :: Wanderer Flotille :: ISD II Apocalypse :: Besprechungsraum ::] Vice Admiral Joyriak, CMDR Toji Murata, CMDR Frey Fogerty, Tryam Merel


    Die 4 Männer traten aus der Liftkabine und direkt in ein Besprechungszimmer mit einem silber-vercromt glänzendem Tisch und 4 Stühle im selben Ton gehalten nur mit schwarzen Polstern. An einer Seite war ein Fenster durch das man einen wunderbaren, einzigartigen, phänomenalen panorama Ausblick auf völlige Schwärze hatte. Vor den Stühlen auf dem Tisch lagen Akten mit den Namen der Offiziere. Tryams Stapel war -zum Glück- der kleinste.

    Die Männer setzten sich und Tryam war erstaunt darüber wie bequem und federnd die so unkomfortabel wirkenden Stühle waren. Tryam lugte kurz in die Akte hinein, doch Joyriak fackelte nicht lange und kam auch gleich zur Sache.

    "Meine Herren, ich begrüße Sie. Mein Name ist Vice Admiral Joyriak, Kommandant der Wanderer Flotille. Sie haben sich hier im Nirauan-System eingefunden, um Teil eines außergewöhnlichen Eingliederungsprozesses beizuwohnen. Die Chiss entziehen sich noch immer der totalen Kontrolle durch das Imperium, was im Angesicht der vergangenen Geschehnisse ein Schlag ins Gesicht für das System ist. Während wir hier sprechen, versucht eine Delegation die Chiss zu überzeugen, sich freiwillig anzuschließen."

    Der Vice Admiral hielt kurz inne, dann lächelte er hämisch in die Runde.


    "Falls dieser Weg nicht zum Ziel führen sollte, kommen wir zum Einsatz."


    Mit einem Handgriff aktivierte Joyriak den Holoprojektor auf dem Tisch vor ihm und Analysen über die Kampfstärke und Schiffsanzahl der Chiss erschienen. Tryam kannte all das was gezeigt wurde in und auswendig. Er hatte mit Chiss zusammen Flottentaktiken studiert und die Architektur dieser perfektionierten Spezies sehr genau studiert. Er musste sich nicht auf ein Gefecht mit dieser Spezies vorbereiten, die die sich vorbereiten mussten waren seine Gegner!

    "Commodore Fogerty, in den Akten vor Ihnen sind die neuen Einsatzbefehle und die Zuweisung neuer Schiffe zu Ihrer Kampfgruppe, zu der auch auf besonderen Wunsch die 'Basilisk' gehören wird. Commander Merel, entsprechende Befehle werden Sie in Ihren Akten finden. Zusammen mit mir und der Kampfgruppe von Commodore Murata, die für die Basilisk noch einen adäquaten Ersatz bekommen wird, begeben wir uns nach Csilla, wo die Verhandlungen stattfinden. Commodore Murata wird von dort aus einem anderen Auftrag nachgehen, uns bei Bedarf jedoch unterstützen."

    Genau dafür war seine Basilisk gebaut worden: Zur vielseitigen Dominanz. In etwa so stark wie ein Chiss Kreuzer, zwar mit leichteren, aber vielseitigeren Waffen. Tryam fragte sich zwar warum Commodore Fogerty ihn herausgepickt hatte, was aber an der Stärke seines Kommandos liegen könnte, und ein Interdiktor gegen einen Chiss Sternenzerstörer ziehmlich alt aussieht.



    "Wenn es keine Fragen mehr gibt, können Sie sich wieder zurück zu Ihren Schiffen begeben. Die Wanderer Flotille wird sobald wie möglich auslaufen."

    Ein paar Sekunden in Stille verstrichen, ehe der Admiral weitersprach.

    "Nun gut. Begeben sie sich zu ihren Schiffen. Wir springen in etwa 2 Stunden Standartzeit."

    Er salutierte kurz.

    "Meine Herren."

    Die drei Offiziere der Imperialen Marine erwiederten den Gruß, bevor der Admiral durch eine bis dahin Tryam nicht aufgefallene Tür verschwand. Fast zeitgleich öffnete sich die Doppeltür zur Liftkanzel und Tryam rauschte mit den 2 Commodores Richtung Hangar.


    [:: Nirauan-System :: Systemrand :: Wanderer Flotille :: ISD II Apocalypse :: Turbolift in den Hangar ::] CMDR Toji Murata, CMDR Frey Fogerty, Tryam Merel
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2014
  12. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Niauran-System | Rendezvous-Punkt :||: ISD II „Apocalypse“ | Besprechungsraum :||: Commodore Toji Murata, Vice Admiral Joyriak, Commodore Fogerty und Commander Merel :]

    Das Briefing, das die drei Kommandanten zu Vice Admiral Joyriak auf die „Apocalypse“ hatte, war am Ende ziemlich kurz. Kaum hatten sie den Besprechungsraum betreten und sich gesetzt, hielt der Flottillenkommandeur schon eine bescheidene Ansprache. Dabei tauchten kaum neue Informationen über die Lage im Chiss-Raum auf, die Toji und sein gleichrangiger Kamerad, Commodore Fogerty, nicht schon auf Bastion – aus dem Mund des Grand Vizier – gehört hatten. Höchstens der Umstand, dass man äußerst kurzfristig die „Basilisk“ aus der Kampfgruppe der „Abyss“ abzog und stattdessen noch vor dem baldigen Aufbrechen der Befehlsgewalt der „Heart of the Order“ unterstellte, mochte für den invaliden Commenorer ein „Wermutstropfen“ sein. Zum Glück ließ ihn der Vorgesetzte aber im selben Atemzug wissen, dass man selbstverständlich für einen adäquaten Ersatz gesorgt habe.

    Somit hatte der Commodore am Ende der Besprechung den Eindruck, dass das gesamte Treffen nur aus zwei Gründen stattgefunden hatte. Zum einen sollten die drei Neuankömmlinge der Flottille den befehlshabenden Offizier einmal persönlich kennengelernt haben. Und zum anderen sollte der dritte Schiffskommandant im Bunde, Commander Merel, über das grobe Ziel der Mission – sowie deren Hintergründe – in Kenntnis gesetzt werden. Im Gegensatz zu den beiden Corellianern, die offenbar mit der unerwarteten Kürze und spärlichen Informationslage keinerlei Probleme zu haben schienen, packte Toji seine mitgebrachten Unterlagen nur widerwillig weg. Seiner Meinung nach mussten sie eigentlich so gut wie nur irgend möglich vorbereitet werden. Schließlich war der Chiss-Raum kaum – oder besser: fast gar nicht – mit der restlichen Galaxie vergleichbar, weil die Chiss über zahlreiche Jahrhunderte hinweg eine eigene Kultur geschaffen hatten.

    Jedoch wollte er sich an dieser Stelle nicht dem glühenden Tatendrang der beiden Corellianer in den Weg stellen. Offenkundig waren sie bereit für das Agieren im fremden Territorium. Dabei hatte Toji keine Ahnung, ob sie womöglich über mehr Kenntnisse im Bezug auf die Chiss, deren Kultur sowie deren Geschichte besaßen als er. Dem Vice Admiral schien diese Haltung anscheinend vollkommen Recht zu sein. Denn nachdem er ein letztes Mal jedes einzelne Gesicht der anwesenden Offiziere in Augenschein genommen hatte, ließ er das Briefing zum Ende kommen. In der Imperialen Flotte war Zeit kostbar. Immerhin konnte in ihrem Metier jede Minute über Sieg oder Niederlage; Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Toji konnte Joyriak diese Einstellung also kaum verübeln. So erhob er sich – genau wie Fogerty und Merel – von seinem Stuhl, salutierte und war im Begriff zu gehen.

    Doch der Vice Admiral überraschte ihn. Gerade als er gemeinsam mit den beiden Corellianern den Besprechungsraum verlassen wollte, sagte Joyriak plötzlich:
    „Commodore Murata, hätten Sie noch eine Sekunde für mich?“ Den musternde Blick, den der Kommandeur dem Kriegsversehrten zuwarf, konnte dieser förmlich spüren. „Obgleich Sie Ihre Befehle selbstverständlich in schriftlicher Form noch erhalten werden, möchte ich den einen oder anderen Punkt bei dieser Gelegenheit noch einmal gesondert ansprechen. Das betrifft vor allem Ihre Rolle als 'stille Unterstützung'.“

    Toji nickte verstehend. Schon beim Treffen mit dem Grand Vizier war die Andeutung gefallen, dass das Wirken für die „Imperiale Gesellschaft“ nur die offensichtliche Tätigkeit der „Abyss“ und deren Begleitschiffe sein sollte. Sobald sich Teile der Chiss-Gesellschaft – insbesondere im Hinblick auf das zu annektierende Chiss-Imperium – gegen den Wiedervereinigungsprozess stellen sollten, sollte der Imperial-Sternzerstörer auf der Stelle aufbrechen, um ohne größere Verzögerung zur Flottille zu stoßen und deren Schlagkraft auf Sollstärke zu bringen. Seitdem er die vorläufigen Befehle gelesen hatte, war ihm aufgefallen wie sehr das Galaktische Imperium eigentlich den Chiss misstraute. Hier bestätigte sich diese Erkenntnis auf einmal wieder. War der Graben, den Menari mit seinen Putsch gegraben hatte, wirklich so tief? Es war demzufolge fraglich, ob man das einstige Verhältnis zu den Chiss überhaupt wieder herstellen konnte.

    Joyriak hatte inzwischen sein Datapad in die Hand genommen, ein paar Zeilen gelesen und fuhr im nächsten Moment mit dem Sprechen fort.
    „Ich möchte Ihnen jetzt keinen Vortrag über die Inrokini-Familie, die Csapla-Familie oder die Nuruodo-Familie halten. In Ihrem Dossier finden Sie genau zu dieser Thematik einen gesonderten Teil mit allen wichtigen Informationen darüber. Des Weiteren ist bei Ihnen an Bord ja Professor Ivalice, der sich in den letzten Wochen intensiv, äußerst intensiv mit den Chiss beschäftigt hat … Ihren M-Drei-PO könnte man ebenfalls noch aufführen. Nein, mir geht es mehr um die mögliche Nähe zu Naporar, dem Hauptquartier ihrer Streitmacht.“ Säuerlich verzog sich die Miene des Flottillenkommandeurs als er dem Commodore eine zweidimensionale Karte des Chiss-Territorium zeigte. „Das Entdeckungskorps möchte seinen Posten gern auf Sposia errichten – und die „Imperiale Gesellschaft“ spielt dieses Spiel natürlich mit –, aber innerhalb der regierenden Familien scheint es Widerstand zu geben. Man möchte Sie viel lieber nach Ornfra, Noris oder sogar Sharb schicken, was unseren Plänen einer schnellen Unterstützung zuwiderläuft. Deshalb erhalten Sie von mir den Auftrag sowohl das Gespräch mit den Nuruodos zu suchen als auch die Sabosen-Familie zu überzeugen. Wir müssen handlungsfähig bleiben. Verstehen Sie mich, Murata?“

    „Natürlich, Sir“, entgegnete Toji krächzend als der Vorgesetzte ihm auf einmal eine gesonderte Akte aushändigte. „Hat Bastion zusätzliche Vorgaben gemacht. Beispielsweise im Hinblick auf den Etat für Bestechungsgelder?“

    Weil es sich um eine delikate Sache handelte, die der versehrte Commenorer gerade angesprochen hatte, holte der Vice Admiral erst einmal hörbar Luft. „Meine Berater vom Diplomatenkorps haben einen finanziellen Rahmen abgesteckt, ja. Jedoch sollten Sie damit äußerst vorsichtig umgehen. Die Lage dürfte so schon angespannt sein. Immerhin soll Botschafterin Basout eine sehr enge Bindung der Chiss an das Galaktische Imperium erwirken. Wir brauchen vertrauensvolle 'Verbündete' in den Unbekannten Regionen, sollte Seine Majestät tatsächlich ein gesteigertes Interesse an diesem recht trostlosen, unzivilisierten Gebiet haben.“ Ernst nickte Joyriak dem anderen Flottenoffizier knapp zu. „Das Imperium verlässt sich auf uns. Bereiten wir ihm keine Schande. Sie können nun wegtreten, Commodore.“

    [: Niauran-System | Rendezvous-Punkt :||: ISD II „Apocalypse“ | Besprechungsraum :||: Commodore Toji Murata und Vice Admiral Joyriak :]
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2014
  13. Frey Fogerty

    Frey Fogerty Empire

    Nirauan-System/ ISD II Apocalypse/ Konferenzraum/ Frey, Toji, Tryam, Joyriak

    Es gab keine Fragen mehr. Kaum verwunderlich, da die Commodores bereits im Bilde waren. Man konnte es Joyriak jedoch nicht verübeln, dass er sie einmal persönlich sprechen wollte und sicherstellte, dass ihnen allen ausreichend Informationen zur Verfügung standen. Also erhoben sich die Offiziere, salutierten und begaben sich zum Ausgang, jeder mit einer dicken Akte unter dem Arm. Missbilligend stellte der Corellianer jedoch fest, dass Murata von Joyriak aufgehalten wurde. Er wollte noch etwas mit dem Krüppel besprechen. Vermutlich ging es um den Sondereinsatz. Wieso hatte man dafür Murata ausgewählt? Frey würde das sicher besser machen. Was konnte der schon? Mit düsterem Blick verließ er zusammen mit Merel den Konferenzraum und begab sich zu den Turboliften. Er musste sich ablenken, auf die Mission konzentrieren. Während sie auf die Turboliftkabine warteten, schlug Frey die Akte auf und suchte nach den Marschbefehlen, die für seine Kampfgruppe bestimmt waren. Schnell holte er sein ComLink hervor, während sie die soeben angekommene Kabine betraten und nach unten zurück zum Hangar fuhren.

    "Captain Cewell, hier ist Commodore Fogerty. Wir haben unsere Befehle. Versammeln Sie folgende Schiffe an einem passenden Sprungpunkt, um nach Csilla zu fliegen: Vindicator Basilisk unter dem Befehl von Commander Merel." Er warf einen Seitenblick zu dem neben ihm stehenden Corellianer und warf ihm ein flüchtiges lächeln zu. "Ich hoffe, er enttäuscht uns nicht. Weiter: Vindicator Totale unter dem Befehl von Captain Sarah Blink, die CR90 Korvetten Pride und Brave unter dem Kommando von Commander Seamus Pluff und Commander Bea Strugg, das Kanonenboot Little Bird unter dem Befehl von Seth Thorstem und zuletzt den Eskortträger Hornet mit Captain Malvik Fadeus."

    "Wird gemacht, Sir. Sollen wir den Hyperraumantrieb schon hochfahren?"

    "Nein, wir warten auf den Befehl des Vice Admirals. Fogerty Ende."

    Zufrieden steckte er sein ComLink wieder in die Tasche seiner Uniform und sortierte den Marschbefehl wieder in den Aktenordner ein. Er kannte zwar niemanden der aufgezählten Offiziere, mit Ausnahme von Merel natürlich, doch die Zusammensetzung der Kampfflotte schien ihm vernünftig zu sein. Zwei Vindicatoren waren eine gute Ergänzung für die fehlende Schlagkraft der Heart und der Eskortträger konnte mit sechs Staffeln Bomber oder Jagdmaschinen punkten. Der Commodore musste sich auf seinem Schiff die Zusammensetzung dieser Staffeln noch einmal genau ansehen. Jedenfalls war er zuversichtlich, dass diese Kampfgruppe bei Csilla nicht ignoriert werden würde.

    Die Türen öffneten sich wieder und sie betraten den Hangar. Die beiden Offiziere würden gleich getrennte Wege gehen. Frey hatte das Gefühl, dass er dem Commander noch etwas sagen musste. Merel war corellianer und damit ein Gewinn für die Kampfgruppe, doch das Ungestüme Verhalten bei Shinbone hatte der blonde Offizier natürlich nicht vergessen.

    "Wir werden einen kühlen Kopf bewahren. Die Chiss sind hervorragende Analytiker. Wenn wir ihnen eine Schwachstelle bieten, werden die das sofort ausnutzen."

    Und die Mission würde scheitern, Frey würde nicht der Stellvertreter von Joyriak werden und vielleicht sogar sein Kommando abgeben müssen. Womöglich würde er durch Murata ersetzt werden. Undenkbar, dass ein Krüppel den Platz eines Corellianers einnehmen soll!

    "Ich erwarte nicht weniger als 200% von Ihnen und Ihrer Mannschaft, Commander."

    Mit diesen Worten salutierte Frey und betrat sein Shuttle. Die Rampe wurde sofort eingefahren und die Luke schloss sich.

    Nirauan-System/ Shuttle, auf dem Weg zur Heart/ Frey
     
  14. Tryam Merel

    Tryam Merel Zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen

    [:: Nirauan System :: Rand des Systems :: Wanderer Flotille :: ISD II Apocalypse :: Hangar ::] Tryam Merel, CMDR. Frey Fogerty


    Nachdem die Offiziere aus dem Turbolift traten, zog Commodore Fogerty Tryam etwas zur Seite und fing ein kurzes Gespräch mit ihm an, nachdem er dem Ersten der 'Heart of the Order' die Einsatzbefehle und die Zusammenstellung seiner Kampfgruppe mitteilte.

    "Wir werden einen kühlen Kopf bewahren. Die Chiss sind hervorragende Analytiker. Wenn wir ihnen eine Schwachstelle bieten, werden die das sofort ausnutzen."

    "Ich erwarte nicht weniger als 200% von Ihnen und Ihrer Mannschaft, Commander."

    Der Commodore wusste wohl nicht viel über Tryam, nur das er bei Shinbone der gewesen war, der aus den Befehlen von Murata haos verursachte, weil sie einfach so sinnlos gewesen waren.

    "Ich möchte sie ungern belehren, Commodore, aber ich bin wohl der Mensch in dieser Flotille, der die Chiss am besten kennt. Ich spreche nicht nur alle ihre Sprachen und habe sie sorgfältig anhand ihrer Architektur und Architektonischen Kunst studiert, sondern habe auch etwa die Hälfte meines bisherigen Lebens auf Csilla zugebracht, wo ich auch flottentaktiken studierte. Ich kenne ihre Taktischen Stärken und Schwächen, ihre Strategien und ihre Art mit Angreifern umzugehen. Sie sind individuell für jeden allein, doch sie vereint alle eine Eigenschaft: Der Hang zur Perfektion. Bei einem Chiss werden sie weder schlampige Taktiken, unüberlegt geführte Züge oder Vergeben finden. Das ist eine respektable Stärke, aber auch eine Schwäche. Doch wenn ich ihnen einen Tipp geben darf wenn es zu Kampfhandlungen kommt, dann ist es, schnelle und langsame, Gut überlegte und Risikoreiche Taktiken so schnell wie möglich zu Kombinieren. Wenn ihr Gegner ihre Eigenen Taktiken mit schlecht Geführten Manövern kombiniert, werden die Chiss so überheblich und wütend auf das Mishandeln ihrer eigenen Taktiken, das sie leicht zu schlagen sind. Aber das sollte einem Corellianer nicht schwerfallen." , Tryam lächelte kurz als er das sagte. "Ich will ihnen weder eine Taktik zurechtweisen, noch ihnen vorschreiben wie sie eine Kampfgruppe führen sollen. Ich möchte ihnen legedlich beschreiben was uns im Chiss-Raum erwartet und sozusagen eine Zusammenfassung aus der Akte für Gegnerische Kräfte geben. Man sagte mir als Kind früher auch immer: 3 Dinge die man einem Corellianer nie sagen sollte: Wie er ein Schiff zu führen hat, wie seine Chancen stehen und wie er beides Kombiniert."

    Tryam hoffte, das das ganze nicht als Pralerei, sondern als Warnung und Beratung verstanden wurde. Doch dann vernahm er ein kleines Grinsen auf dem Gesicht seines Gegenüber, offenbar wusste er genau von was der Commander über Corellianer sprach. Fogerty dachte noch etwas nach, dann antwortete er, während im Hintergrund die Fähre von Commodore Murata abhob und in den schwarzen tiefen Raum auf Kurs zur Abyss verschwand.


    [:: Nirauan System :: Rand des Systems :: Wanderer Flotille :: ISD II Apocalypse :: Hangar ::] Tryam Merel, CMDR. Frey Fogerty
     
  15. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Niauran-System | Rendezvous-Punkt :||: ISD II „Apocalypse“ | Hangar :||: Commodore Toji Murata; im Hintergrund: Commodore Fogerty und Commander Merel sowie Hangarpersonal und weitere Anwesende :]

    Mit dem ausgehändigtem Dossier unter dem Arm betrat Toji den riesigen Hangar der „Apocalypse“, nachdem die Unterredung mit dem vorgesetzten Vice Admiral beendet war und er kurz darauf einen Turbolift nach unten genommen hatte. Kaum hatte er einen Fuß in das weitläufige Innere gesetzt, da stiegen ihm schon die üblichen Gerüche in die Nase, die man an so einem Ort finden könnte. Jedoch rümpfte er in diesem Moment nicht die Nase. Über die vielen Jahre, die er nun schon im Dienste der Imperialen Flotte tätig war, hatte er sich längst daran gewöhnt, dass auf Kriegsschiffen keine frische Luft zu finden war. Überall recycelte man die Luft und pumpte sie anschließend wieder zum neuen Verbrauchen in die vorhandenen Belüftungssysteme. Nein, mit solchen Dingen beschäftigte sich der Kommandant der „Abyss“ nicht. Stattdessen schickte er auf der Stelle den wachsamen Blick seines gesunden Auges auf Wanderschaft. Konnte er vielleicht noch irgendwo eine Kleinigkeit ausmachen, die ihm bei seiner Ankunft nicht aufgefallen war?

    Nahe der Fähre, die anscheinend zur Ausstattung der „Heart of the Order“ gehörte, erblickte Toji die beiden Corellianer wie sie sich miteinander unterhielten. Jedoch erweckte diese „Entdeckung“ kein großes Interesse bei ihm. Merel unterstand nun Fogerty, weshalb sollten sie also nicht ein Gespräch miteinander führen? Sein Blick wanderte weiter. Das Hangarpersonal schraubte gelassen an einigen Sternjägern herum, die mehr oder weniger zum Einsatz tauglich waren. Daneben bereiten sich allem Anschein nach mehrere Sturmtruppen auf irgendein Spiel vor. Womöglich gestattete ihnen der Vice Admiral noch ein bisschen Freizeit, bevor die Flottille in die Unbekannten Regionen – genauer: den nahen Chiss-Raum – aufbrachen. Ein Schauder überkam den Commodore. Zwar war er bei seinem Einsatz im Shinbone-System am äußersten Rand der Galaxie gewesen, aber nun sollte er tatsächlich diese verlassen. Konnte so eine Operation überhaupt gut gehen? Welche Gefahren mochten auf dem Territorium der Chiss – oder anderen Grenzen – auf sie alle lauern?

    Schweigend gab er seinem Piloten ein Zeichen. Mochten sich die beiden anderen Offiziere noch ein bisschen unterhalten. Er hatte in der verbleibenden Zeit eine ganze Kampfgruppe zu instruieren und außerdem noch seine Mannschaft auf den Einsatz vorzubereiten. Jede Minute war dementsprechend für ihn kostbar. Sobald sein Untergebener die Luke zum engen Passagierbereich des TIE-Shuttle für ihn geöffnet hatte, stieg er ein, schloss diese wieder, schnallte sich rasch an und gab danach seinem Piloten ein Handzeichen. Ohne irgendeinen Gruß an die Kameraden würde er den Sternzerstörer der Imperial-II-Klasse verlassen. Dabei nahm er natürlich billigend in Kauf, dass er damit Frey Fogerty unwillkürlich vor den Kopf stoßen würde. Schließlich hatte der Grand Vizier höchstpersönlich dem Corellianer offenbart, dass dieser als Stellvertreter der Flottille agieren sollte. Toji seufzte. Überaus behutsam lehnte er sich in der harten Sitzschale zurück, während allmählich das dumpfe Röhren der heckseitigen Triebwerke zu hören war.

    Langsam schob sich das stämmige Shuttle der TIE-Serie aus dem riesigen Hangar, nachdem es sich problemlos – per Repulsortechnik – vom Boden erhoben hatte. Ganz routiniert ging der Pilot seiner üblichen Arbeit nach, weshalb sich der Commenorer in der Zwischenzeit in aller Ruhe das Dossier zu Gemüte führte. Die knappe Unterredung mit Joyriak hatte sein Interesse geweckt – jedenfalls ein bisschen. Eigene Verhandlungen mit den dort ansässigen Chiss-Familien? Mit dieser unerwarteten Erweiterung seiner bisherigen Befehle konnte er tatsächlich der Errichtung des Außenpostens sowie der Expedition der „Imperialen Gesellschaft“ eine eigene Note verpassen. Immerhin würde der Vice Admiral – und dessen Stellvertreter – in der selben Zeit mit der Eingliederung des Chiss-Imperiums in die Ascendancy genug zu tun haben. Man musste sich demzufolge auf ihn, den Kriegsversehrten, verlassen! Man hatte ihn noch nicht abgeschrieben! Beflügelt von dieser Erwartung öffnete nun der Commodore das ihm ausgehändigte Dossier...

    … und auf der Stelle trat die erste Ernüchterung für ihn ein. Denn allem Anschein nach sah der Vice Admiral in einem einzelnen Carrack-Kreuzer den adäquaten Ersatz für einen schweren Kreuzer der Vindicator-Klasse. Unwillkürlich biss sich Toji auf die Unterlippe, während er gebannt auf die recht knappe Schiffsauflistung starrte. Die Kampfgruppe, die man unter sein Kommando stellte, war ganz allgemein gesprochen ziemlich „schwachbrüstig“. Schließlich stellte man seinem Sternzerstörer der Imperial-Klasse bloß kleinere Schiffe zur Seite, die in einem Aufklärungsverband nützlich sind. Mit einer Feuerkraft, die im Notfall beeindruckend auf potenzielle Feinde wirkte, konnte er demzufolge nicht rechnen. Der Commodore musste sich also auf andere, seine Fertigkeiten verlassen. Nachdem er nach ein paar Minuten die aufkommende Frustration erfolgreich niedergerungen hatte, begann er sich etwas intensiver mit den Einzelheiten der ihm unterstellten Einheit zu beschäftigen. Eigentlich blieb ihm in diesem Fall auch keine andere Möglichkeit übrig. Einen Rückzieher gab es schließlich nicht mehr für den Commenorer.

    So beschäftigte er sich zu erst mit den (trockenen) Fakten zur „Hunter“. Durch seine Erlebnisse bei der Schlacht um Corellia und der Schlacht um Byss hatte er – Dank Alexa O'Neill – einen Einblick in die Möglichkeiten des Carrack-Kreuzers bekommen. Stand dort ein fähiger Kommandant auf der Brücke, konnte das Kriegsschiff, das trotz seiner Klassifikation als „Kreuzer“ eher schwacher Natur war, erhebliche Schäden unter gegnerischen Sternjägern anrichten. Für einen flüchtigen Augenblick bedauerte der Commodore, dass in diesem Zusammenhang nicht die „Achilles“ an der Seite seiner „Abyss“ flog. So musste er sich auf einen neuen Offizier einstellen – in diesem Fall sogar auf einen, der nicht einmal aus der Galaxie stammte. Genaue Informationen zu der fremdartigen Spezies, die menschenähnlich war, aber schon allein aufgrund von Körpergröße, Statur und Hautfarbe deutliche Unterschiede aufzeigte, fand Toji nicht. Captain Helkosh, augenscheinlich ein Veteran im Bezug auf die Unbekannten Region, stellte laut derzeitiger Planung den Stellvertreter in der Kampfgruppe dar.

    Danach folgten in dem Dossier die Informationen zu der Lancer-Fregatte. Joyriak – und dessen Stab – rechneten anscheinend hauptsächlich mit Gegnern, die sich in ihrer Stärke auf Sternjäger und eher kleinere Kriegsschiffe spezialisierten. Denn im Gegensatz zu einer der Nebulon B-Fregatte oder gar einer Corona-Fregatte verfügten sämtliche Vertreter dieses Modells über keinen eigenen Hangar. Sie dienten einzig und allein zur Abwehr feindlicher Maschinen. Toji seufzte. Konnte ihm die „Chaser“ bei seinem Einsatz überhaupt nützlich sein? Bevor er eine vage Antwort auf diese Frage fand, stellte er beim Umblättern ernüchternd fest, dass Commander Reytal erst kürzlich auf diesem Kriegsschiff das Kommando übernommen hatte. Man konnte demnach also nicht davon ausgehen, dass hier eine ordentliche Kommunikation zwischen Führung und Mannschaft bestand. Zwangsläufig fragte sich der Commodore, ob er hier kurzfristig ein Training ansetzen musste. Im Notfall musste die Fregatte immerhin tadellos funktionieren.

    Erneut blätterte der Commenorer um. Dieses Mal hatte er es mit zwei Schwesterschiffen zu tun. Die „Spectre“ und die „Animus“ gehörten zur neuen Vigil-Reihe und waren somit Korvetten vom Typus „Aufklärer“ her. Innerhalb der Mission war ihre Mission demnach schon von Anfang an zweifelsfrei definiert. Sie sollten – im Namen des Expansionskorps – die Entdeckungen vornehmen, die mit der Zeit den dort draußen stationierten Truppen eine großzügige Unabhängigkeit gegenüber den Chiss, die derzeit Verbündete des Galaktischen Imperiums waren, zu ermöglichen. In diesem Punkt waren Commander Pohar und Lieutenant Commander Sa-Vin – zum Glück – keine Neulinge mehr. Schon seit mehreren Jahren dienten sie dem Korps und der „Imperialen Gesellschaft“. Sie konnten zudem sogar Erfahrungen in den Unbekannten Regionen vorweisen. Beim Lesen dieser Zeilen schöpfte der Invalide somit wieder Hoffnung. Hatte der Vice Admiral hier vielleicht noch ein bisschen was von dem „adäquaten Ersatz“ für die „Basilisk“ versteckt?

    Zwei Schiffe blieben noch übrig. In der inoffiziellen Rolle des Kuriers sah man die „Cellarius“, eine Korvette der Bayonet-Klasse. Weil ihre Kampfkraft ziemlich gering war, setzte man sie größtenteils für Patrouillen- und Eskortzwecke ein. Um den Schiffskommandanten nicht zu sehr zu beschämen, hatte man ihr außerdem noch einen Platz als Erkundungsschiff zugesprochen. Notfalls konnte Toji die Expeditionsmitglieder der „Imperialen Gesellschaft“ also an Lieutenant Commander Nywthon, anscheinend ein Veteran der Flotte, übergeben, sollte er mit seinem eigenen Imperial-Sternzerstörer im System weiterhin Präsenz zeigen müssen. Mit einer Mischung aus Hoffnung und Sorge ließ der Kampfgruppenkommandant die Fakten noch einmal auf sich wirken. Irgendwie konnte er sich trotz all dem Misstrauen, das die imperiale Führung Csilla (insgeheim) entgegen brachte, nicht so richtig erklären, ob er die „Cellarius“ tatsächlich in ihren angedachten Rollen benötigen würde. Bräuchte er nicht viel eher irgendwelche Begleitschiffe, die den geltenden Herrschaftsanspruch des Imperiums – so wie die „Abyss“ – untermauerten?

    Obwohl er auch in diesem Fall keine Antworten auf die Fragen, die er sich selber stellte, fand, ging er zum letzten Begleiter über. Klobig, langsam, schwach – so wirkte ein Eskortträger auf den ersten Blick. Die „Corbis“ machte in diesem Fall keine Ausnahme. Dennoch überkam ihn dieses Mal kein Bedauern. Er kannte die Nützlichkeit solcher Trägerschiffe. Zwar konnte man ihn nicht wirklich zu den Flottenoffizieren zählen, die den Imperialen Sternjägerkorps einen überragenden Stellenwert in der Schlacht beimaßen, aber ihren Respekt hatten sie sich im Laufe seiner aktiven Dienstzeit – vor allem durch seinen Cousin Aiden Thiuro – verdient. Hier konnte man mit etwas Glück auf die eine oder andere Eventualität schon im Vorfeld reagieren, indem man nicht nur Modelle der schildlosen Reihen einsetzte, sondern vielleicht auch ein paar moderne Maschinen. Bevor sich Toji aber etwas mehr mit diesem Detail beschäftigte, überflog er die Daten zu Captain Yavok, der ebenso schon ein paar Erfahrungen mit den Unbekannten Regionen und dessen Gefahren gemacht hatte. Konnte sich der Commodore auf dessen Expertise verlassen? Obzwar er auf der Stelle ein recht gutes Gefühl bei diesem Mann hatte, wollte er trotz allem die angedachte Konferenz abwarten.


    „Mr Calway, bereiten Sie unverzüglich Konferenzraum Nummer Eins vor“, befahl er sofort seinem Zweiten Offizier, nachdem der Pilot eine Funkverbindung zu dem grauen Sternzerstörer hergestellt hatte. „Es hat eine kleine Änderung in der Zusammenstellung unserer Gruppe gegeben, weshalb ich Ihnen gleich die neuen Kontakte senden werde. Rufen Sie die Schiffe. Alle Kommandanten sollen sich für eine kurzfristige Besprechung via Holo bereithalten. Uns bleibt nicht mehr so viel Zeit.“

    [: Niauran-System | Rendezvous-Punkt | auf dem Weg zur ISD „Abyss“:||: TIE/sh Shuttle | Passagierbereich :||: Commodore Toji Murata allein :]
     
  16. Dr. Ming Tau

    Dr. Ming Tau Senatsbesucher

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck fünf | Krankenstation :||: Dr. Ming Tau :]

    Ming tippte mit ihren Fingerspitzen auf der Tischplatte herum, ein Anzeichen von Nervosität, welches immer dann aufkam wenn es kritisch wurde oder schwierig. Das sie etwas übersehen hatte gefiel ihr gar nicht und passte zudem nicht zu ihrem Arbeitsstile. Dennoch brauchte sie sich nun im Nachhinein nicht mehr zu schelten. Was geschehen war war geschehen und sie würde die Suppe auslöffeln müssen sollte es zu Problemen führen. Dennoch verging ihr die Zeit nicht schnell genug obwohl sie ihren gewohnten gang nahm. Das kleine Team müsste doch langsam auf dem Weg zurück sein oder nicht!? Sie blickte auf ihr Chrono, die Unruhe in ihr ließ ihre Finger weiter auf die Tischplatte tippen. Ming musste sich ablenken und zwar mit irgendetwas anderem als ständig auf das Chrono zu blicken. Ihr Team brauchte Zeit um alles gründlich zu untersuchen, dies war keine Nummer von Sekunden sondern erforderte Präzision. Sie durften nichts auslassen noch irgendetwas übersehen. Sollte der Erreger dort zu finden sein würden sie ihn eliminieren können. Das gesamte Quartier zu desinfizieren wäre halb so wild. Allerdings wollte Ming Gewissheit haben und diese Gewissheit würde sie beruhigen. Schwieriger würde es werden sollten sie nicht fündig werden. Dann wäre nämlich die Frage wie sich der ehemlige XO angesteckt haben könnte. Eine Frage die ihr keine Ruhe lassen würde bis sie die Antwort darauf kannte. Wenn nichts und niemand in diesem Schiff infiziert war würde die Frage aufkommen wie dies möglich war. Ein Erreger dieser Härte konnte nicht unbemerkt bleiben und die Gefahr der Ansteckung war groß. Dies alles würde keinen Sinn ergeben und genau dies war der Punkt welcher Ming derart beunruhigte. Auch wenn es nicht auf alles eine Antwort gab - sie hatte bis jetzt nocht keine auf den Fall mit der jungen Akaji - so musste es wenigstens in diesem Fall eine Antwort geben. Ohne eine solche würde sie nicht schlafen können.

    Vielleicht ging sie die ganze Sache jedoch auch falsch an. Stimmte diese Wortbildung überhaupt? Ein Erreger wurde stets übertragen, ob nun über die Luft, die Nahrung, Wasser, Blut, Tröpfchen oder in einer anderen Form. Sie sprachen hier nicht von etwas was sich im Körper einfach so bildete ohne jeden Grund, was also war geschehen? Die Antwort darauf wollte ihr jedoch nicht einfallen gleich was sie versuchte, wie sehr sie sich darüber den Kopf zermaterte es gab keine Antwort. Jedenfalls noch nicht. Ein weiterer Punkt der Ming dazu veranlasst ein wenig genervt aufzustöhnen. Nun gut, ihr blieb nicht viel mehr als auf ihr Team zu warten und auf deren Ergebnisse - hoffend die Antwort zu finden und das Thema greifen zu können.
    Die Minuten verstrichen, überaus lange Minuten die ihr wie eine Unendlichkeit vorkamen, dann endlich gingen die Türen zur Krankenstation auf, ihr Team trat ein. Ehe einer von ihnen auch nur etwas sagen konnte platzte aus ihr schon die Frage welche Ergebnisse sie vorzuweißen hatten.

    "Dr. Tau, die Ergebnisse werden ihnen nicht gefallen", teilte man ihr mit.

    "Was soll das heißen?"

    Innerlich erklangen sämtliche Alarmglocken zugleich. In welche Richtung würde es gehen?

    "Wir haben Spuren gefunden. Gut möglich das sich Mister Drakker bereits angesteckt hat, da er möglicherweise Kontaminiert wurde", erhielt sie die Antwort.

    Ming atmete ein wenig aus. Sie hatten also eine Spur und dies beruhigte sie ein wenig. Dennoch war die Frage wie es dazu gekommen war.

    Sie dachte zum Teil laut.

    "Vielleicht lag es daran, dass er nach Ausbruch der Krankheit viel Zeit auf seinem Quartier und hier auf der Krankenstation verbracht hat. Demnach kam der Erreger nicht allzu weit."

    Diese Antwort war nicht befriedigend.

    "Haben sie das gesamt Quartier gründlich desinfiziert?"

    Ein nicken folgte.

    "Ich möchte die gefunden Proben untersuchen", gab Ming zu verstehen und man reichte sie ihr. Man hatte also im Quartier etwas gefunden.

    Wieder folgte ein Nicken, dann wandte Dr. Tau sich den Proben zu die man gefunden hatte. Vielleicht kam sie während der Untersuchung auf des Rätsels Lösung.

    [: Niauran-System | Systemrand | auf dem Weg zum Rendezvous-Punkt :||: ISD „Abyss“ | Deck fünf | Krankenstation :||: Dr. Ming Tau :]
     
  17. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Niauran-System :||: „Wanderer“-Flottille; Dritte Kampfgruppe | ISD „Abyss“ | Deck Zwölf | Hangar:||: Commodore Toji Murata, Leading Crewman Binett und das übliche Hangarpersonal :]

    Schneidig salutierte Leading Crewman Vasto Olan Binett vor dem versehrten Commodore, bevor er im äußerst formellen Ton sagte: „Im Auftrag von Mr Calway melde ich Ihnen hiermit, dass während Ihrer Abwesenheit der Wachwechsel reibungslos funktioniert hat. Die komplette Beta-Wache ist nun auf ihren Posten und Commander Drakkar hat sich in sein Quartier zurückgezogen.“ Kurz holte der Uniformierte, der längst ein Greis sein musste, Luft. Danach fuhr er ungestört fort: „Ich habe zudem Konferenzraum Eins für das geplante Holo-Gespräch der Kampfgruppe hergerichtet, Sir. Außerdem soll ich Ihnen noch mitteilen, dass Professor Ivalice daran teilnehmen möchte.“

    Toji nickte seinem neuen Steward zu. So ganz hatte er sich an die hagere, menschliche Gestalt noch nicht gewöhnt. Vor allem der etwas ungewöhnliche Zungenschlag, der in einem unbewusst auf eine Herkunft nahe Fondor schließen ließ, bot dem Commenorer noch ein wenig Reiberei. Nein, hier auf der „Abyss“ glich nichts der „Pandora“. Natürlich hatte er nach gleich dem Kommandoantritt einen kleinen Teil seiner früheren Besatzung zu sich auf den Imperial-Sternzerstörer geholt – und so auch für ein bisschen Gewissheit gesorgt –, aber bei allein fünfzigtausend Mannschaftsmitgliedern stellte das – bei ganz nüchterner Betrachtung – nicht mehr als den berühmten Tropfen auf den heißen Stein dar. Mit einem Mal spürte er die Einsamkeit, die so typisch für seine Position auf einem imperialen Kriegsschiff war, noch einen Tick deutlicher als sonst. Um rasch auf andere Gedanken zu kommen, sah sich der Invalide noch einmal zu dem gelandeten TIE-Shuttle um. Zwar mochte es schneller als jede Fähre der Lambda-Serie sein, aber bequemer war es deshalb trotzdem nicht.

    Vasto, bereiten Sie mir bitte in meinem Quartier mein Bett vor“, sagte der Commodore auf einmal, da sich leichte Rückenschmerzen meldeten. „Doch bevor Sie sich darum kümmern, sollten Sie mir vorher noch Mr Drakkar in den Besprechungsraum zitieren. Ich hätte ihn gern bei der Unterredung mit den anderen Kommandanten dabei.“

    Es sprachen vor allem zwei gute Grunde dafür, dass der Erste Offizier der „Abyss“ an der geplanten Konferenz mit den anderen Kommandanten der Kampfgruppe teilnehmen sollte. Zum einen konnte der Commander auf diese Weise seine Kollegen kennenlernen und einen ersten Eindruck von ihnen bekommen. Insbesondere in einem Gefecht konnten solche Informationen schnell über Leben oder Tod zahlreicher Kameraden entscheiden. Zum anderen rüstete Toji auf diese Weise Selmak Drakkar auf diese Weise für einen zweiten, besseren Anlauf als Schiffskommandant, indem er ihm mehr und mehr den Umgang mit Untergebenen zeigte. In Begleitung seines Steward humpelte er, nachdem er sich einen ausreichenden Überblick vom Hangar verschafft hatte, zu den Turboliften. Dabei hatte er das Gefühl, dass sich mit jedem weiteren Schritt allmählich Anspannung in ihm aufbaute, die über das normale Niveau an Nervosität hinaus ging. Hatten womöglich die schrecklichen Erlebnisse von Shinbone seine Grundfesten doch mehr erschüttert als er annahm?

    Etage für Etage, Deck für Deck sauste die kleine Kabine in Richtung Brücke empor. Innerhalb von Sekunden legte der hohle Körper, der zwei Mitglieder der Imperialen Flotte transportierte, mehrere Meter zurück. Mochte der Brückenturm der „Abyss“ eigentlich noch so hoch sein, in diesem kurzen Moment spielte diese Größe keine übergeordnete Rolle. Dennoch führte das rasante Schmelzen der Distanz unwillkürlich dazu, dass der Puls des Commodore schneller und schneller ging. Schließlich rückte auf diese Weise der Augenblick, wo er letztendlich direkt mit den anderen, ihm unterstellten Kommandanten in einer Holo-Konferenz sprach, immer näher. Rasselnd ging der eigene Atem. Der geschädigte Kampfgruppenführer ließ zwar seinen Blick die gesamte Zeit auf der Anzeigenkonsole ruhen, aber schon allein das kurzzeitige Aufleuchten der verschiedenen Ziffern machte ihn nervöser, immer nervöser. War er tatsächlich wieder bereit die Führung – und damit auch die Verantwortung – zu übernehmen?

    Erinnerungsfetzen an den spektakulären Kampf, den sich Imperiale, Rebellen und eine unbekannte dritte Kraft in unmittelbarer Nähe zur legendären „Subjugator“ geliefert hatten, tauchte plötzlich für Sekundenbruchteile vor seinem geistigen Auge auf. Insbesondere das wirklich überragende Gefühl, tatsächlich eine Einheit mit der geballten Feuerkraft von drei kampfstarken Kreuzern sowie einem kampferprobten Schlachtkreuzer ins Gefecht zu führen, jagte ihm auch in diesem Augenblick einen Schauder über den Rücken. Wie groß war nur ihre Übermacht gewesen! Spielend hatten die Schiffe, die unter seinem Kommando gestanden hatten, die Rebellen, die ihnen den Weg versperren wollten, aus dem hitzigen Rennen genommen. Jedoch hatte sich das Schicksal am Ende trotzdem gegen das Imperium verschworen und schlussendlich die anfangs günstigere Ausgangssituation zu einer Farce mutieren lassen. Bevor sich eine alarmierende Blässe auf seine gesunde Gesichtshälfte schlich, ließ Toji diese Erinnerungen wieder fallen. Die Operation der „Wanderer“-Flottille war in keiner Weise mit seinem Mitwirken bei Corellia oder Shinbone vergleichbar. Glücklicherweise herrschten dieses Mal vollkommen andere Voraussetzungen.

    Mit diesem erleichternden Gedanken im Hinterkopf stieg Toji aus der Turboliftkabine, nachdem die Tür zischend den Weg frei gemacht hatte. Sicheren Schrittes – soweit man bei ihm davon sprechen konnte – näherte er sich anschließend dem Besprechungsraum. Professor Ivalice, der greise Zausel, schien schon auf ihn zu warten. Höflich nickte der Commodore dem Leiter der Expedition zu, ging dann zur Türkonsole, tippte eine bestimmte Zahlenkombination ein und brachte auf diese Weise die verschlossene Tür dazu, dass sie sich zur Seite bewegte. Nun konnten die beiden Herren problemlos den Raum betreten. Irgendwelche Überraschungen erwarteten den Commenorer dabei nicht, weil er auf der einen Seite schon seinen Einstand auf der „Abyss“ in genau diesem Konferenzraum gegeben hatte und auf der anderen Seite Abweichungen im Militär eher die Seltenheit waren. Fast schon jede banale Kleinigkeit war innerhalb der Streitkräfte geregelt und genormt. Schweigend bot er seinem ergrauten Begleiter einen Sitzplatz an, den dieser dankend annahm. Danach konnte die Besprechung endlich beginnen.

    Nachdem er völlig routiniert den Holoprojektor eingeschaltet hatte, der an der Decke verankert war, tauchten nacheinander neun beinah lebensgroße Gestalten auf. Immerhin sechs von denen kannte er durch seinen vorherigen Blick in das Dossier, das Vice Admiral Joyriak ihm während dem Gespräch überreicht hatte. Captain Helkosh, sein Vertreter in der Kampfgruppenhierarchie, machte selbst als ungefährliche Projektion einen bedrohlichen Eindruck, da er neben der Tatsache, dass er immerhin etwas mehr als zwei Standardmeter maß, auch noch ein verwegenes Äußeres besaß. So mochte man ihn höchstwahrscheinlich eher für einen waschechten Piraten aus den Unbekannten Regionen denn für einen loyalen Flottenoffizier der imperialen Ordnung halten. Gleich neben dem Riesen hatte sich Commander Reytal materialisiert. Schmächtig und außerdem noch etwas kleiner vom Wuchs als der Durchschnitt war dieser. Jedoch entsprach er dafür in anderen Punkten – insbesondere dem eigenen Auftreten – viel mehr dem Klischee, das für Imperiale eigentlich so typisch war. In eine fast schon ähnliche Kerbe schlug auch Commander Pohar. Vollkommen aalglatt wirkte dieser Offizier auf den ersten Blick. Höchstens eine Narbe, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Schmiss war, mochte diesen Eindruck ein wenig trüben.

    Diesen uniformierten Herren saßen drei andere, ihm bekannte Gesichter gegenüber. Captain Yavok mochte aufgrund seiner Stellung als Kommandant eines Trägerschiffs keine allzu große Bedeutung innerhalb der Kampfgruppe haben, aber ein überaus würdevolles Antlitz besaß er dennoch. Ihm zur Seite saß Lieutenant Commander Sa-Vin. Hier mochte man auf den ersten Blick vielleicht viel eher einen Feigling vermuten. Denn man musste als Beobachter schon blind sein, um nicht zu erkennen, dass dessen große Augen kontinuierlich von links nach rechts sprangen – und damit eine sehr große Nervosität ausdrückten, die in dem Offizier brodeln musste. Weitaus gelassener in seinem Auftreten komplettierte Lieutenant Commander Nywthon das bekannte Sextett. Durch einen recht buschigen Bart sowie strenge Gesichtszüge machte er dem grünhäutigen Riesen starke Konkurrenz in Sachen „äußerliche Verwegenheit“. Unwillkürlich musste der versehrte Commodore daran denken wie bunt seine Einheit doch war, obwohl sie in manchen Dingen selbstverständlich der Regel entsprach.

    Bevor Toji nun die Besprechung eröffnete und seine Untergebenen in die Einzelheiten, die allein für ihren Einsatz relevant waren, einweihte, wandte er sich mit einem prüfenden Schluss noch den drei unbekannten Gesichtern zu, die ebenso Teil dieser Holo-Konferenz waren. Es handelte sich – soweit war ihm die Sachlage inzwischen schon klar –, um die Befehlshaber der Unterstützungsschiffe, die seine Einheit in die Tiefen des bewohnten Chiss-Raum begleiten sollten: zwei klobige Kargoschiffe („Demeter“ und „Persephone“), deren riesige Frachträume aktuell mit unterschiedlichstem Material für die Mission gefüllt waren, und ein Kreuzer der modularen Taskforce-Reihe mit „Erkundung“ als Schwerpunkt, der auf den Namen „Orion“ hörte. Commander Waray, ein stämmiger, schweigsamer Mensch, und Commander Barneto, ein haarloser Greis, befehligten die überdimensionalen Frachter, derweil die einzige Dame in der Runde, Line Captain Uhdea, der insgeheime Dreh- und Angelpunkt für die Bestrebungen des Expansionskorps war. Sie hatte nominell das Kommando über die beiden Kargoschiffe, war aber gleichzeitig dem Commodore gegenüber weisungsgebunden.

    ***

    Ruhe herrschte auf der Brücke. Zwar drehten die anwesenden Offiziere ihre Runden, schauten kurz jedem einzelnen Untergebenen über die Schulter, aber insgesamt konnte man die Stimmung eher als „gelockert“ bezeichnen. Grundsätzlich lag diese recht spannungsfreie Stimmung daran, dass auf der „Abyss“ inzwischen die theoretischen Nachtstunden angebrochen waren. Just in diesem Augenblick schlummerten die Männer und Frauen der Zweiten Wache tief und fest in ihren Kojen, während die Dritte Wache ihren Dienst tat – und unter dem derzeitigen Führungspersonal galt Miles Ty Jervada eher als ein Offizier der Sorte, der schonender mit dem ihm unterstellten Personal umging. Deshalb sah man dem baldigen Sprung nach Csilla recht gelassen entgegen, nachdem die Navigationsstation gut drei, vier Mal einen moderaten Kurs berechnet hatte.

    Jervada, eine schlanke Gestalt in der grauen Dienstuniform, tigerte schweigend über den Mittelsteg hin und her. Mal richtete er seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Stationen links von sich, mal auf die rechts von sich. Vereinzelt nickte er dabei nur seinen (rangniederen) Kameraden zu, während er an anderer Stelle die arbeitenden Mannschaftler mit seinem prüfenden Blick genau musterte. Jedoch hatte der Lieutenant in keiner Sekunde Anlass zum Erheben der eigenen Stimme. Völlig reibungslos funktionierte seine Schicht – und insgeheim freute ihn das über alle Maßen. So konnte man ihn das eine oder andere Mal dabei erwischen wie er kurzzeitig lächelte. Ja, aus seiner Warte heraus, musste der Commodore stolz mit seinem Tun sein. Schon hatte der Mensch, der von dem eher unbekannten Planeten Selvaris stammte, die nächste Beförderung samt Ausweitung seiner eigenen Kompetenzen vor Augen als sich die Kommunikationsstation bemerkbar machte.

    Pflichtbewusst meldete der zuständige Offizier dem anwesenden Lieutenant:
    „Sir, die 'Apocalypse' hat soeben das Signal zum Formieren der Flottille gegeben.“

    Es ging also los! Die Warterei fand ihr Ende. Mit einem Mal vertrieb routinierte Betriebsamkeit die bis dahin vorherrschende Ruhe. Station für Station erwachte zum Leben – und für Miles Ty Jervada schlug die große Stunde. Nun musste er sich beweisen. In Vertretung für den Commodore musste er nun alle nötigen Befehle geben. Sowohl für die „Abyss“ selbst als auch für die ganze Kampfgruppe, die den Imperial-Sternzerstörer nach Csilla begleiten sollte. Sein Mund war trocken, während genau im selben Moment das Herz schneller als sonst schlug. Glücklicherweise wirkte sich das Adrenalin, das nun seine Blutbahnen flutete, recht belebend auf den gerade einmal einen Meter siebzig großen Organismus aus. Im Bewusstsein formten sich schon die Befehle, die ihm der Kommandant vor der beginnenden Wache gegeben hatte, obwohl seit der Meldung höchstens ein paar wenige Hundertstel verstrichen sein mochten. Ja, er war bereit!

    „Kommunikation, schicken Sie eine Bestätigung an das Flaggschiff“, wies er auf der Stelle in einem recht strengen Tonfall die richtige Station an. Beinah im selben Augenblick verspürte er wie sich all die Aufregung, die er bis gerade eben noch gespürt hatte, verflüchtigte. „Danach schicken Sie sofort das Signal 'Formieren!' an die Kampfgruppe. Feuerleitstation, lassen Sie ein Chrono mitlaufen! Ich möchte nicht, dass wir einen schlechten Eindruck machen. Treiben Sie unsere Kumpanen also ruhig mit einem gezielten Schuss vor den Bug an.“ Es war kurz darauf aus beiden Richtungen ein „Aye, Sir“ zu hören, was den Lieutenant in seinem Tun noch mehr bekräftigte. „Steuermann, bringen Sie unsere Lady auf Kurs! Gleichen Sie zudem die Koordinaten für den Sprung mit dem Flaggschiff bis zur letzten Sekunde ab. Fünfzig Prozent der Maximalgeschwindigkeit.In Windeseile richtete sich sein Blick im nächsten Moment auf die nächste Station.Sensorik, Bericht!“

    Der Offizier, ein schlaksiger Mensch, sah von den flimmernden Bildschirmen zu dem Vorgesetzten auf. „Neunzehn Kriegsschiffe formieren sich um die 'Apocalypse'. Unsere Einheit übernimmt dabei die Rolle der Nachhut – wie von Admiral Joyriak gewünscht.“ Ein prüfender Blick zur Absicherung folgte. „Knapp fünfzig Unterstützungsschiff – hauptsächlich Frachter mit etwas kleineren Kapazitäten – schließen sich außerdem unserer Flottille an. Wir schließen sie gewissermaßen ein und pressen sie ein wenig in die unmittelbare Nähe zum Interdictor.“

    Tatsächlich richtete sich der komplette Kampfverband gerade auf die besagte Weise aus, während es derweil in Richtung Systemrand – genauer: in Richtung Sprungpunkt – ging. Die Einheit, die direkt unter der Befehlsgewalt des Vice Admiral stand, hatte die Rolle der Vorhut übernommen und würde demzufolge den genauen Kurs vorgeben. Im Zentrum hatte sich die „Heart of the Order“, unter dem Kommando von Commodore Fogerty stehend, positioniert, was hauptsächlich bloß einem Umstand geschuldet war: Das Schlachtschiff konnte mit seinen Gravitationswellenprojektoren andere Schiffe aus dem Hyperraum ziehen und galt aus diesem Grund im Gefecht meist als schützenswert. Denn in den meisten Fällen würde ein möglicher Feind das Feuer zu Beginn der Kampfhandlungen auf den Interdictor konzentrierten. Somit blieb in der Formation für die „Abyss“ und deren Begleitung am Ende bloß das Schlusslicht übrig. Jedoch hielt sich jeder einzelne Teilnehmer daran. Keiner preschte vor.

    Da nicht alle Schiffe die Höchstgeschwindigkeit der flinken Aufklärer erreichen konnte, schien die Flottille sich eher kriechend ihrem Sprungpunkt zu nähern. Kleiner, immer kleiner wurde dabei der namensgebende Planet im System, Niauran. Ganz unwillkürlich mochte man in diesem Augenblick – als stiller Beobachter – den Eindruck gewinnen, dass diese einsame Welt schon jetzt komplett aus Sinn der gesamten Flottille verschwunden war. Das System mochte womöglich symbolisch eine Art Schwelle zu den Unbekannten Regionen darstellen. Weil man aber schon auf ihr stand, richtete sich der Blick viel mehr nach vorn – ins Unbekannte – als zu Boden. Kaum mochte dieser eine Gedanke in irgendeinem Kopf aufgeblitzt sein, da blitzte es auf einmal und Schiff für Schiff verschwand mit rasanter Geschwindigkeit im Hyperraum. So kehrte der Ort schlagartig zu seinem gewohnt ruhigen, beinah unbedeutenden Zustand zurück. Bloß der kleine Außenposten, den Imperiale und Chiss hier gemeinsam betrieben, blieb – einsam und allein gelassen – noch übrig, während in der Zwischenzeit die „Wanderer“-Flottille nach Csilla, dem politischen und gesellschaftlichen Zentrum der gesamten Chiss-Ascendancy, reiste.


    [: Hyperraum | nach Csilla :||: „Wanderer-Flottille“; Dritte Kampfgruppe | ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Lieutenant Jervada und die Brückenmannschaft :]
     

Diese Seite empfehlen