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Ord Canfre

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Sakura, 29. September 2014.

  1. Sakura

    Sakura Gute Seele

  2. Sakura

    Sakura Gute Seele

    [: Ord Cantrell-System | auf dem Weg zum Sprungpunkt :||: „Wolves' Squad“ | Rotte Drei | „Wolf Acht“ :||:Sakura Mitsumo :]

    Ob dankbar oder nicht das diese Mission ein Ende fand, die Antwort darauf würde Sakura nicht geben können. Ihr Kopf fühlte sich an als hätte man ihn gegen eine Wand gedonnerte und gleichzeitig mit einer Axt gespalten. Kopfschmerzen waren keine schöne Sache und gepaart mit Müdigkeit auch nicht wirklich attraktiv. Allerdings konnte sie schlecht etwas gegen die Schmerzen im Kopf unternehmen, immerhin konnte man nicht mal so einfach eine Tablette schlucken – dies verhinderte schon dieser schwere Helm – und zum anderen hätte sich auch nichts einstecken gehabt. Eigentlich bekam sie keine Kopfschmerzen, jedenfalls konnte sie sich nicht daran erinnern jemals welche beim fliegen gehabt zu haben. Die Pilotin folgte dem Rest den entsprechenden Koordinaten entgegen und fragte sich ob es richtig war einfach so zu verschwinden, wo noch nicht alles überstanden war. Sie hätten noch Arbeit und dennoch hatten sie den Befehl erhalten zu springen sobald sie die Sprungkoordinaten erreicht hatten. Eine Befehl der ihr nicht ganz Recht war – auch wenn sie ihn ausführen würde immerhin war es ein Befehl – doch ihr Gewissen empfand es als falsch. Spielte dies jedoch eine Rolle? War es angebracht über so etwas nachzudenken? Ihrer Meinung nach ja, sie war nicht nur Pilotin, hatte nicht nur Befehlen zu gehorchen sondern auch ihrem eigenen Gewissen! Sie war ein Mensch mit Gefühlen, Ängsten und Sorgen. Leider waren die letzten Stunden und Tage zuvor nicht perfekt für sie gewesen. Ihre Fantasie war mit ihr durchgegangen, ihr Ex macht sie krank indem er sie ständig belästigte, man sprach von Drohnen, davon das die Wolves auf die Reservebank sollten und vieles mehr. Kein Wunder also das sie Kopfschmerzen hatte, unzufrieden war und das Gefühl hatte das es falsch war einfach hier zu verschwinden und dieses Gefühl verstärkte sich noch einmal mehr als die Durchsage kam, dass das es sich beim Eintreffen der neuen Feinde um Kreuzer der Pursuit-Klasse handelte. Der Name sagte ihr etwas auch wenn sie damit noch nicht wirklich in Kontakt gekommen war. Der Warnton in ihrem Helm bohrte sich in ihr Gehirn und stach wie ein Peil oder Messer. Leiste stöhne die Pilotin auf und fragte sich ob dieser Ton nicht endlich verstummen würde.


    Während ihr Kopf pochte und pochte, es kein Ende zu nehmen schien ließ sie ihren Blick über die Anzeigen gleiten. Kein schöner Gedanke hier einfach zu verschwinden. Was noch um einiges schlimmer war, woher zum Teufel hatte der „Eiserne Bund“ diese Schiffe? Hatte er irgendwelche Bestände des Imperiums gekauft oder gar gestohlen? Waffenhandel war nicht unüblich, der Handel mit Kriegsschiffen und Kreuzer wäre ebenfalls höchst lukrativ. Letztlich gab es alles, selbst das was es nicht gab. Als Aidens Stimme durch den Helm an ihr Ohr drang hatte sie das Gefühl fluchen zu müssen. Seine Stimme war verdammt laut im Gegensatz zu sonst. Sie biss sie Zähne zusammen.



    „Verstanden“, teilte sie kurz mit.


    Formation halten und Geschwindigkeit auf Maximalthempo erhöhen. Es genügt um sich bewusst zu machen das sie hier fertig waren, das System verlassen würden um zurück auf ihr Trägerschiff zu gelangen. Gerne hätte sie einen Blick auf die Schiffe geworfen was ihr leider verwehrt blieb. Ein wenig verärgert darüber folgte sie der Formation, erhöhte den Schub auf Maximum. Während sie sich weiter den Sprungkoordinaten näherten fragte sich Sakura was Ord Cantrell mit diesen Schiffen wollte und vor allem was sie vor hatten. Sie glaubte nicht das der Sprung dieser Schiffes in das System grundlos erfolgt war. Leider würden sie nicht mehr herausfinden können was sie hier tun würden da man sie abzog. Warum lief eigentlich nichts so wie es wirklich sollte? War sie deshalb zur zum Militär und zum Jägercorps gegangen, nur um einfach abgezogen zu werden? Was ging vor? Sie verstand einfach nicht was „falsch“ lief und weshalb man sie behandelte wie ein Stück Abfall. Oder kam ihr dies nur so vor? Wenn sie ihrem innersten glaubte dann war es die Wahrheit und da würde jeder sonst etwas erzählen oder beschönigen können. Ein Pilot war nicht mehr das wert was er mal war!


    Die Gedanken der jungen Frau überschlugen sich, der Countdown ihres Computers zählte nach unten und vor ihrem Cockpit erstrahlte der Hyperraumtunnel in spektakulären Farben. Eigentlich liebte sie diese Momente, diesen Anblick doch heute hatte sie bemerkte sie es kaum. Kein gutes Zeichen. Der Schmerz in ihrem Kopf nahm zu und Müdigkeit legte sich auf ihre Augen, also schloss sie diese. Ihr Geist jedoch war noch immer nicht beruhigt. Wie bei jeder Mission, jedem Flug ging sie sämtliche Ereignisse im Kopf noch einmal durch, jedes kleinste Detail wurde akribisch untersucht. Konnte sie zufrieden sein? Hatte sie Fehler gemacht? Hätte sie besser sein können? Wieder einmal ging sie selbst überaus hart mit sich ins Gericht, ließ keine Feder wo sie war. Es tat weh – natürlich tat es dies – aber in diesem Bereich war sie nun einmal wie sie war. Würde sie besser werden, würde sie irgendwann in der Lage sein mehr zu sein als eine kleine Pilotin? Würde sie jemals die Fähigkeit haben? Nein! Das nein kam augenblicklich, eisig und mit voller Gewalt. Damit endeten ihre Gedanken in dieser Richtung. Ihr Geist klärte sich, dann viel sie in einen Schlaf, einen in den sie besser nicht gefallen wäre…


    Es war laut, irre Laut. Sie hörte Stimmen, hörte wie diese wild durcheinander riefen – eher schrien – eine aufgebrachte Menge, genau genommen aufgebrachte Piloten. Fäuste, sie hoben sich gegen den Himmel, barsche Worte, Fluchen, Stöhnen, Schimpfen. Es war wie in einer Schlacht und doch war es keine. Weshalb stritt man? Weshalb fluchte man? Sie musste sich anstrengen um etwas zu verstehen. Fetzen dröhnten an ihr Ohr. Etwas von Frechheit, etwas von Drohnen und der Frage ob man sie verarschen wolle. Die Stimmung glich einem Vulkan der kurz vor seiner Eruption stand und dann brach er aus. Lava schoss in Fontänen in die Höhe, ergoss sich. Die Bilder wechselten. Sie saß in ihrem Defender flog durch eine Stadt. Vor, hinter, über und unter ihr der Feind. Es gab kein Entrinnen, keine Gnade. Dröhnendes Lachen halte durch ihren Helm. Lasersalven folgten, zuckten, leckten über die Häuserfront hinweg und brachten alles zum Einstürzen. Sie war die letzte, jeglicher Hilferuf verebbte ungehört, dann ging ihr Jäger zu Boden. Mit Mühe hatte sie den Schleudersitz betätigen können. Ihr Körper schmerzte als sie herauskroch. Doch die Odyssee endete noch nicht. Vor ihr landete der feindliche Jäger, eine Drohne! Weitere Jäger landete…, alles Drohen. Ihr Blut gefror in ihren Adern, dann hörte sie wie ein Schuss viel, fühlte wie sie getroffen wurde. Ihr wurde schwarz vor Augen für einen Sekundenbruchteil und als sie eine Gestalt vor sich erkannte war es eine Fratze die davon sprach das man soeben die letzte Pilotin getötet habe. Die aller letzte und Gesicht gehörte niemand anderem als ihrem Ex welcher sich über sie beugte und mit verhöhnendem Ton davon sprach das sie an ihrem Tod selbst schuld sei. Sie hätte sich gegen ihn gewährt, hätte ihn von sich gestoßen und nun würde sie zahlen mit allem was sie war. Zahlen als Frau und zahlen als Pilotin.


    Ihr Puls raste, ihre Atmung ging in Schüben als der Traum endete sie mit einem Schrei wach wurde sich nicht im klaren darüber wo sie war. Die Dunkelheit erschreckte sie und sie kämpfte fast Panisch gegen den Helm an der sie zu ersticken drohte. Schweiß, eiskalter Schweiß lief ihr über den Rücken, noch immer versuchte sie den Helm los zu werden bis ihr klar wurde wo sie sich befand und das sie geträumt hatte. Ihr Herz jedoch raste noch immer. Sie musste eingeschlafen sein. Sakura versuchte sich zu konzentrieren, versuchte ihre Atmung in den Griff zu bekommen ihre Angst nieder zu kämpfen. Sie brauchte unzählige Sekunden ehe sie sich soweit im Griff hatte das sie klar denken konnte. Ob einer ihrer Kollegen etwas mitbekommen hatte, ob ihr Schrei durch den Kanal ging – dies hieß falls er überhaupt offen war – dies konnte sie nicht sagen und es wäre das letzte gewesen worüber sie nachgedacht hätte. Sakura ließ sich in ihrem Sitz zurückfallen schloss kurz die Augen atmete tief ein und aus, versuchte bewusst in den Bauch zu atmen und öffnete dann wieder die Augen. Sie mussten vor einigen Sekunden aus dem Hyperraum gefallen sein, dies jedenfalls sagten ihr ihre Anzeigen.

    [: Ord-Canfre-System :||: „Wolves' Squad“ | Rotte Drei | „Wolf Acht“ :||: Sakura Mitsumo :]
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2014
  3. Aiden Thiuro

    Aiden Thiuro Star-Lord, Alphawolf Mitarbeiter Premium

    [: Ord Canfre-System :||: „Wolves' Squad“ | Rotten Eins | TIE/D „Wolf Eins“ :||: Captain Aiden Thiuro :]

    Um mögliche Verfolger nicht nach Ord Canfre zu locken, hatte das Halbgeschwader auf ihrem Weg zum aktuellen Standort der Achten Flotte zwangsläufig einige Zwischenstopps einlegen müssen. So hatte sich die Reisedauer selbstverständlich erhöht. Statt „angenehmer“ sechs Stunden hatte sich der Flug letztendlich auf gut zehn Stunden erhöht. Sowohl Mensch als auch Maschine stießen demnach allmählich an ihre Grenzen. Man konnte auf der einen Seite kaum noch in den harten Sitzen sitzen, zum anderen neigte sich der Treibstoff immer mehr dem Ende entgegen. So mancher Pilot, der bei Ord Cantrell recht waghalsige Manöver geflogen war, hatte inzwischen sogar schon auf die Reserve umschalten müssen. Nein, dieser Einsatz zehrte selbst in diesem Augenblick noch ordentlich an den Kräften aller Beteiligten. Der Triumph über die lokalen Streitkräfte mochte sie alle beflügelt haben, aber der lange Rückweg brachte sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

    Zum Glück meldete just in dieser Sekunde in allen Cockpits ein akustisches Signal die Rückkehr in den Realraum an. Der farbenfrohe Lichttunnel, den man durch das frontale Transparistahlfenster sah, zerbrach binnen kürzester Zeit zu Abermillionen weißen, dünnen Fäden, die sich schlussendlich zu klitzekleinen Pünktchen reduzierten. Sternjäger für Sternjäger sprang urplötzlich mit einem weiten Satz in das schwarze Nichts, orientierte sich, richtete sich aus und nahm dann direkten Kurs auf den keilförmigen Riesen, der ihr Trägerschiff war. Irgendwo in der Ferne pulsierte ein roter Zwerg, der den Planeten in diesem System – sofern die richtigen Voraussetzungen tatsächlich gegeben waren – Leben spendete. Für die heimkommenden Piloten war in diesem Moment aber bloß die „Defender“, ihr Trägerschiff der angestaubten Venator-Klasse, von Bedeutung.


    „Staffel, Keilformation unverzüglich einnehmen; Geschwindigkeit bei fünfzig Prozent der Leistung; bei Landeanflug Tempo allmählich reduzieren“, befahl Aiden in einem gewohnt nüchternen Tonfall, streckte sich in seinem Sitz noch einmal kurz und setzte die gegebenen Anweisungen dann auch bei sich um.Guard Eins, hier Wolf Eins – Staffel ist bereit für den Landeanflug.“

    Foster antwortete nicht sofort. Wahrscheinlich brachte der Yaga Minoer gerade seine eigene Einheit in Formation und wartete zudem noch die Meldung der mitfliegenden „Ruffians“ ab. Des Weiteren musste der Wing Commander im Anschluss eh noch die Erlaubnis zur Landung bei der „Defender“ einholen. Man hatte also noch etwas Zeit. Obwohl seine Muskeln durch den langen Flug inzwischen leicht verkrampft waren, versuchte sich der Staffelführer des „Wolves' Squad“ in dem harten Sitz zu entspannen. Fliegen war wirklich seine Leidenschaft, aber wann konnte er das enge Cockpit endlich wieder verlassen? Mit wachsamen Augen betrachtete er den betagten Sternzerstörer. Bei ihrem recht kurzen Fest-Aufenthalt hatte der Bastioner leider nicht die Möglichkeit gehabt, das Schiff besser kennenzulernen. Kaum hatte man den Venator betreten, war man schon zu einem Einsatz nach Ord Cantrell entsandt worden. Dementsprechend stellte sich bei Aiden in diesem Augenblick leider kein Gefühl von „Heimkehr“ ein. Höchstens die Aussicht auf eine baldige Dusche und anschließend ein bequemes, warmes Bett motivierten ihn.

    Gerade als sich diese angenehmen Dinge vor seinem geistigen Auge manifestieren wollten, erklang auf einmal Jacen Fosters ruhige Stimme in seinen Kopfhörern:
    [Einheit, hier Guard Eins – man hat uns soeben Landeerlaubnis auf der 'Defender' erteilt und wünscht uns zudem herzlich Willkommen. Die Reihenfolge sieht wie folgt aus: Guards, wir fliegen zuerst in den Hangar. Wolves, ihr folgt uns. Und 'Ruffians', ihr bildet das Schlusslicht.] Die Staffelführer antworteten mit einem Klicken. [Bis zum Debriefing habt ihr eine Stunde Zeit. Nutzt sie zum Duschen und Umziehen. Mahlzeiten und etwas Schlaf müssen warten. Marshal Dirpa möchte uns vollzählig sehen.]

    Ihr anstrengender Tag war also noch nicht zu ende. Natürlich hatte der neue „Alphawolf“ irgendwie schon damit gerechnet, dass man sie nach ihrer Rückkehr nicht sofort entlassen würde. Jedoch war eine halbe Stunde nicht gerade viel Zeit. Glücklicherweise hielten sich seine Untergebenen in dieser Sekunde mit ihrem Gemurre zurück – oder aktivierten jedenfalls ihr Funkgerät nicht. Instinktiv ging seine Hand zum Temporegler, passte die Geschwindigkeit nach Gefühl ein bisschen an und steuerte den silbern-grauen TIE weiter auf den kolossalen Sternzerstörer zu. Über einen flüchtigen Blick auf den flimmernden Sensorbildschirm konnte er außerdem erkennen, dass seine „Wolves“ mittlerweile die angewiesene Keilformation eingenommen hatten und die „Guards“, Jacen Fosters TIE-Avenger-Staffel, ihr Landemanöver begonnen hatten. Dafür zerfiel die Einheit in ihre Rotten, die – eine nach der anderen – in den Hangar flogen. Prüfend blickte der Bastioner noch einmal zum Chrono, bevor er erneut ein paar Worte an seine Staffel richtete.

    Wolves, Aufteilen der Einheit in Rotten auf mein Kommando“, sagte er weiterhin im abgeklärten Tonfall über den Staffelkanal, bewegte sein Kopf ein wenig, um die aufkommende Genickstarre zu lösen und fixierte mit seinen eisblauen Augen das geöffnete Hangartor. „Einflug nach aufsteigender Nummer. Rotte Eins, mir nach...“

    Nach einem sehr kunstvollen Schwung, der einer Talfahrt glich, flogen die drei Defender direkt auf das große Tor zu. Für einen echten Laien mochte das blau-lilafarbene Dämmfeld im ersten Moment vielleicht ein bisschen abschreckend wirken, aber sobald man schemenhaft die Bewegungen all der Gestalten, die zu diesem Zeitpunkt im Hangar waren, sehen konnte, fiel dieser Schrecken mit einem Mal von einem ab. Mit minimaler Geschwindigkeit passierten die Maschinen die dünne Trennwand zwischen Hangar und luftleeren Raum. Danach schalteten die drei Piloten – beinah synchron! – ihre Triebwerke ab und manövrierten ihre modernen Sternjäger zu der klitzekleinen Landebucht, die hier für sie reserviert war. Gleichzeitig schwebten ihre Kameraden ein. Weil das Tempo nicht besonders schnell war, bemerkte Aiden am Sichtfeldrand das anwesende Kamerateam. Kleine, eifrige Droiden schwirrten durch die Luft; filmten die imperialen Maschinen und Piloten. Hatte die KOMENOR auf sie etwa gewartet?

    Seufzend legte der Captain den schweren Helm auf seinen Schoß und atmete tief durch, nachdem er seinen TIE/D gelandet hatte und alle Instrumente abgeschaltet waren. Völlig verschwitzt war er und bot demzufolge keinen schönen Anblick. Ja, er brauchte schnell eine Dusche! Ja, er brauchte schnell etwas zu Essen! Ja, er brauchte schnell ein Bett! Jedoch rief die Pflicht nach ihm. Deshalb schluckte er seinen Missmut herunter, löste die schleunigst letzten Verbindungen zwischen seiner Pilotenkluft und der Maschine und machte sich anschließend daran den Sternjäger zu verlassen. Draußen hatten sich die Medien schon in Stellung gebracht. Eifrig filmte man die Piloten wie sie langsam aus ihren TIEs kletterten. Wahrscheinlich würde man diese Aufnahmen schon in wenigen Stunden überall im imperialen HoloNet zu sehen bekommen. Mit dem Helm unterm Arm gesellte sich Aiden zu seinem Vorgesetzten, Jacen Foster, sowie Captain Natan Aldor Reed, den Staffelführer der „Ruffians“. Das breite Grinsen auf dem Gesicht des Dritten gefiel ihm dabei ganz und gar nicht.

    Reed sagte:
    „Scheint so als ist das 'Zeitalter der Helden' noch nicht vorbei.“

    „Ich könnte gern darauf verzichten...“, brummte Aiden entnervt als Erwiderung. „Unsere Pflicht gilt dem Imperium; nicht irgendwelchen Sendern.“

    Der andere Staffelführer ließ sich davon jedoch nur mäßig beeindrucken. Denn er klopfte dem Wolf nur kurz, aber dafür sehr kameradschaftlich auf die Schulter und ging dann – mit Stolz geschwellter Brust – auf die Medienvertreter zu. Seufzend folgte ihm der Wing Commander. Warum strebte der Mensch bloß nach Aufmerksamkeit? – Diese Frage drängte sich mit einem Mal dem Captain auf. Er beobachtete für einen flüchtigen Moment die Szene. Erst als zwei, drei schwebende Kameradroiden um seinen Kopf kreisten, verließ er endlich den Hangar, um diesem Irrsinn zu entfliehen. Vielleicht brachte ihn ja eine Dusche auf andere Gedanken – so die Hoffnungen des Bastioners. Ermattet vom Einsatz schlürfte er durch den trostlosen Korridor zu den Turboliften, betrat gemeinsam mit ein paar anderen Piloten die Kabine und ließ sich auf das Deck bringen, wo man seine Einheit – sowie deren Personal – untergebracht hatte.

    [: Ord Canfre-System :||: Achte Gefechtsflotte; Vierte Flottille; Zehnte Kampfgruppe :||: VEN „Defender“ | Turbolift :||: Captain Aiden Thiuro und weitere Piloten :]
     
  4. Sakura

    Sakura Gute Seele

    [: Ord-Canfre-System :||: „Wolves' Squad“ | Rotte Drei | „Wolf Acht“ :||: Sakura Mitsumo :]

    Der Alptraum steckte ihr noch in den Knochen gepaart mit Rücken und Kopfschmerzen fühlte sie sich wie ein Wrack welches man gerade versuchte zu bergen. Schlimmer waren noch die – für ihren Begriff in diesem Augenblich viel zu Lauten Worte ihres Staffelführers – welcher Anweisungen gab und dem sie am liebsten an die Kehle gegangen wäre um ihn zu würgen. Dummerweise gab es nur keinen Grund dafür – sah man von ihren tierischen Kopfschmerzen ab – und somit konnte sie ihn schlecht würgen. Immerhin machte er seinen Job und sie befand sich noch in ihrem Defender. Nichts also mit würgen und fragen warum man so schreien musste, wo die Lautstärke ein normales Pensum hatte es für sie jedoch unerträglich war. Nur ihre Ahnen wussten weshalb ihr der Kopf so weh tat, sie jedenfalls hatte keine Erklärung dafür. Sakura seufzte, wobei sich ein Stöhnen ihrer Kehle entrang als sie ihre Sitzposition veränderte. Auch das noch! Jeder Knochen in ihrem Körper tat ihr weh. Wie konnte man auch so dämlich im sitzen einschlafen? Wunderbar, da würde nur eine warme Dusche helfen und ein weiches Bett inklusive vorherigen Dehnübungen. Wenigstens etwas worüber man sich freuen konnte!


    Das Trägerschiff kam näher und Sakura bestätigte die Anweisung ihres Staffelführers. Das „Wolve-Squad“ würde bald auf dem Trägerschiff sein und dann würden sie sich erholen können, dies hieß wenn man es ihnen erlaubte. In diesen Sekunden wollte sie nichts mehr als aus dem Sitz heraus, den Halm abnehmen, andere Luft atmen und sich strecken. Vor allem strecken! Sie war müde, völlig verschwitzt, ausgelaugt und…, ihre Gedanken und vor allem ihr Wunsch löste sich in Luft auf als sie vernahm dass man ihnen zwar Landeerlaubnis erteilt hatte, sie aber nur eine Stunde haben würden um zu duschen und sich umzuziehen ehe das Debriefing starten würden. Sie seufzte. Hatte sie etwas anderes erwartet? Nein irgendwie nicht auch wenn sie gehofft hatte es wäre anders. Schonen kam nicht infrage. Wie quälte man einen Piloten noch länger? Indem man genau dies tat. Rücksicht Fehlanzeige!


    Der Tag würde also noch um einiges länger werden als gehofft. Sakura drosselte die Geschwindigkeit ihres Jägers, ließ ihren Blick über die Sensorbildschirme wandern und brachte ihren Jäger in die geforderte Keilformation. Erst als jeder sich in dieser Position positioniert hatte erklang in ihrem Helm erneut Aidens Stimme. Sie sollten nacheinander innerhalb ihrer Rotte einfliegen. Rotte Eins kam als erstes an die Reihe, dann erklang ihr Rottenführer in ihren Ohren welcher den gleichen Befehl gab.



    „Rotte Drei folgen sie“, erklang die monotone Stimme des Chiss und Sakura wie auch Chett folgten ihm. Die Toröffnung wurde größer, erweiterte sich wo sie zuvor noch so klein ausgesehen hatte und die Defender konnten die Schleuse passieren. Die Geschwindigkeit wurde gedrosselt, Sakura reduzierte sie soweit es ging, wobei man das Gefühl hatte das die Maschine fast schwebte, steuerte auf den Hangar zu, erreichte ihr Ziel und senkte ihren Jäger auf die Hacken der Wand. Dann schaltete sie die Triebwerke ab, zog den Helm vom Kopf und atmete tief durch was neuerliche Schmerzen in ihrem Kopf verursachte. Sie fluchte leise als die die Kameradroiden erblickte. Nicht auch noch! Sie konnte Kameras nicht leiden und KOMENOR noch weniger.


    Völlig verspannt stieg sie aus dem Jäger, klemmte ihren Helm unter die Achsel versuchte unbemerkt an den kleinen widerlichen Droiden vorbei zu kommen. Leider ohne wirklichen Erfolg. Davon abgesehen sah sie furchtbar aus. Verschwitzt klebte das Haar an ihrem Kopf, während sich der Rest über ihren Rücken ergoss. Sie sah aus als hätte sie einen Eimer Kleber über den Kopf bekommen und den Rest hätte man geschützt. Dass man sich über so etwas freuen konnte verstand Sakura nicht. Jedenfalls schien es einem der Staffelführer sehr zu gefallen, welcher sich gerade darin sonnte. Zum Glück sprach sie niemand an und so schob sie sich durch die Menge, froh darüber eher ignoriert zu werden und erreichte schlussendlich den Turbolift. Die Kabine war voller als sie sich gewünscht hatte. Hier drängten sich einige Piloten, darunter auch der Staffelführer. Sakura schloss sie Augen, froh darüber das die Türen sich erneut öffneten und sie hinaus schreiten konnte.


    Sakura schritt ohne Umschweife ihrem Quartier entgegen welches sie sich mit Samin teilte, öffnete die Tür, schloss sie wieder und legte Helm samt Flugmontur auf einen Stuhl. Griff nach ihren Duschutensilien und machte sich in Pants und Top auf zu den Gemeinschaftsduschen. Über dem Arm neue Wäsche erreichte sie ihr Ziel. Erst hier atmete sie wieder tief durch, legte die Sachen auf eine lange Bank und setzte sich. Keine sonderlich gute Idee, die Bank war zu tief und ihr Rücken nahm ihr dies übel. Ein kleiner Schmerzenslaut wich aus ihrer Kehle, dann legte sie die verschwitzte restliche Wäsche ab, griff nach ihrem Kulturbeutel und dem Handtuch und schritt unter eine der Duschen. Sie hängte das Handtuch auf, zog den Vorhand zu und öffnete das Wasser, wobei sie einen erschrockenen Schrei ausstieß als eisiges Wasser ihrer Haut berührte. Toll! Irgendjemand hatte sich hier wohl einen Spaß erlauben wollen und anstatt vorher zu kontrollieren was sie machte öffnete sie einfach den Hahn, sich darauf verlassend das sich warmes Wasser über sie ergießen würde. Noch mal würde sie sicherlich nicht so handeln. Dies war ihr eine Lehre.


    Nachdem sie endlich die richtige Temperatur gefunden hatte, warmes, sehr warmes Wasser über ihren Körper lief dauerte es weitere Minuten bis die Muskulatur sich langsam zu entspannen begann. In Zukunft würde sie einen andere Position einnehmen bevor sie einschlief. Aber andererseits hatte sie geträumt und demnach war es möglich das sie trotz der Enge ihre Cockpits sich bewegt und dadurch verrutscht war. Dieses Rätsel würde sie wohl nicht wirklich lösen können. Das Pochen in ihrem Kopf nahm ein wenig ab. Es schien als ob sie von den Verspannungen in ihrem Nacken verursacht wurden.


    Eine halbe Dreiviertelstunde später hatte war sie fertig geduscht, angezogen, hergerichtet, hatte ihre Sachen in ihr Quartier gebracht und schnappte sich einen Riegel wie etwas zum trinken, dann wandte sie sich um. Unterwegs zum Treffpunkt kaute sie an ihrem Riegel und trank etwas. Diese würde nicht Satt machen dafür aber ein wenig den Hunger mildern. Sakura trank etwas aus dem Wasserfläschchen, schritt den Korridor hinab, bog um eine Ecke nachdem sie den Turbolift verlassen hatte auf der sechsen Ebene und erreichte die Tür des Besprechungsraums. Sie war nicht die Einzige die sich eingefunden hatte und so schob sie sich durch die Türe und suchte sich einen Platz relativ mittig und unter anderen, in der Hoffnung dass niemand aus ihrer Gruppe, allen voran Chett nicht zu ihr setzen würde. Das Letzte was sie brauchte wäre Mister Schokolade und einen von seinen dämlichen Sprüchen. Wenigstens grinste er nicht noch dabei sondern besaß seinen ich will bloß nicht angesprochen werden Blick, der ihm sehr gut stand. Die junge Pilotin verzog die Lippen, als sie ihr Com aus der Tasche zog und dieses ihr – oh Wunder ganze Zehn Nachrichten anzeigte – natürlich alle mit dem gleichen Absender. Am liebsten hätte sie einen Fluch ausgestoßen unterdrückte ihn aber und löschte stattdessen sämtliche Nachrichten, steckte es zurück in ihre Kleidung, nahm einen großen Schluck aus ihrer Flasche und wartete bis auch die letzten sich eingefunden hatte. Sie blieb von ihrem Kameraden verschont, welcher sich an einem anderen Punkt gesetzt hatte. Dann kehrte auch schon Ruhe ein als Dripa erschien.

    [: Ord Canfre-System :||: Achte Gefechtsflotte; Vierte Flottille; Zehnte Kampfgruppe :||: VEN „Defender“ | Deck Sechs | Besprechungsraum :||: Sakura und gesamt Pilotenschar, einschließlich Dripa und Anhang :]
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2014
  5. Chett Nectu

    Chett Nectu Senatsbesucher

    [Ord Canfre-System | Weltraum | Sammelpunkt der 8. Flotte | Anflug auf VEN Defender | TIE/D-Cockpit] Chett Nectu (mit dem Wolves' Squad)

    Während des langen Rückflugs aus dem Einsatz sank rasch der Adrenalinspiegel in Chett Nectus Blut. Es hatte ihm während des Einsatzes gute Dienste geleistet, hatte seine Reaktionszeit erhöht und seine Entschlossenheit gesteigert. Es hatte Kräfte mobilisiert. Doch nun, als seine Wirkung abklang, musste er die Zeche zahlen. Seine Glieder begannen zu schmerzen, denn auch wenn es einem Uneingeweihten normalerweise verborgen blieb - das Steuern eines Sternenjägers war harte körperliche Arbeit. Zudem wurde er müde. Einschlafen wollte (und konnte) er nicht, doch er verbrachte die kommenden Stunden in einer matten Trägheit, fast bewegungslos und ohne wirklich klare Gedanken im Kopf. Er ließ die Zeit einfach verstreichen, weil er mit ihr nichts anzufangen wusste: Ein Zustand, in dem er sich oft befand, nicht nur wenn er im Cockpit saß und einsam durch den Hyperraum pflügte. Sie verging dadurch nicht schneller, aber er schaffte es, dass ihm das egal war. In diesem tauben körperlichen und seelischen Zustand war er noch, als er das Ziel erreichte. Der Alarmton holte ihn nur halb in die Wirklichkeit zurück. Mit automatisierten Bewegungen ließ er den Jäger in den Normalraum zurückfallen und nahm den Wechsel vom leuchtenden Wirbel zum glitzernden Sternenhimmel emotionslos zur Kenntnis. Die Schrecken des Kampfes, der einige wirklich kritische Momente beinhaltet hatte, waren schon größtenteils verdrängt, ebenso wie die Freude darüber, dass die Wolves ihre Ziele erreicht hatten und vollzählig zum Mutterschiff zurückkehrten. Wäre der Flug nur kurz gewesen, hätten die Kollegen ihn vielleicht in einem etwas aufgewühlteren Zustand erlebt als bisher, doch mittlerweile war er wieder der alte Chett - kalt, abweisend, scheinbar ungerührt und dennoch offensichtlich gezeichnet von seinen Erlebnissen.

    Diese Miene bekamen dann auch die Kameras zu sehen, als er im Hangar der Defender aus dem Cockpit kletterte und den Helm abnahm. Kurz geschorenes, schweißnasses Haar klebte über einem hageren dunkles Gesicht mit roten Augen, auf dem sich nicht der kleinse Hauch eines Lächelns zeigte, von Stolz ganz zu schweigen. Da er zudem einer der kleineren und schmaleren Piloten der Staffel war, bot er wohl nicht den Anblick, der sich für Propagandasendungen und -plakate qualifizierte. Die Kameradroiden verloren an ihm rasch das Interesse und stürzten sich stattdessen auf diejenigen, die heroischere Mimik und Posen zur Schau stellten. Und natürlich auf Samin und Sakura, die beide trotz ihres verklebten Haares noch gut genug aussahen, um attraktive Bilder zu liefern. Die fehlende Aufmerksamkeit störte Chett nicht im Geringsten: Er war froh darüber, dass man ihn in Ruhe ließ, und hoffte, dass das noch eine Weile so bleiben würde. Eine Stunde hatte er, um sich für das Debriefing einigermaßen frisch zu machen. Er brauchte nur eine halbe.


    Es war ein gutes Gefühl, die schwere, schweißnasse Pilotenkluft loszuwerden. Nachdem er geduscht hatte (mit so heißem Wasser, dass nicht viel gefehlt hätte, ihm das Gesicht und die Schultern zu verbrühen) und in den Dienstanzug gestiegen war, gab es nicht mehr viel zu tun. Untätig saß er in dem Quartier und schaute sich die karge Einrichtung an. Er teilte sich diese Unterkunft mit Cain DéSkalz, den er nicht als einen angenehmen Zeitgenossen empfand, doch der war nicht da - vermutlich duschte er länger oder er hielt sich irgendwo auf, wo auch andere Leute waren. Der Yaga-Minoer hingegen genoss die Einsamkeit, die es ihm erlaubte, abermals abzuschalten. Aggressionen hatte er während der Ord-Cantrell-Mission in ausreichendem Maße abbauen können, um nicht von unterdrücktem Frust und beherrschter Gewalttätigkeit wachgehalten zu werden, und so kam es, dass er tatsächlich in sitzender Haltung einnickte. Als er wieder ins Licht blinzelte, erschrak er kurz, doch ein Blick aufs Chrono zeigte ihm, dass nur ein paar Minuten vergangen waren: Er kam noch rechtzeitig zum Debriefing. Rasch strich er die Uniform glatt, allerdings nicht so gründlich, wie manch anderer das getan hätte, und machte sich dann auf zum Besprechungsraum auf Deck Sechs. Dank seines kleinen (und wenig erholsamen) Ausflugs ins Land der Träume war er einer der letzten: Die meisten Piloten der Staffel sowie der Ruffians und Guardians hatten sich bereits versammelt, doch die meisten hatten ihre Plätze noch nicht eingenommen. Der Raum war ihm viel zu voll, um sich wohlzufühlen, doch das tat er ohnehin nur selten. Der Blick, den er von Sakura Mitsumo erhielt, als sie ihn bemerkte, war mindestens so abweisend wie sein eigener, so dass er gar nicht auf den Gedanken kam, sich in ihre Nähe zu setzen. Er nahm aber mit Genugtuung zur Kenntnis, dass der Sieg bei Ord Cantrell samt mehreren Abschüssen nicht ausgereicht hatte, um ihre Laune wieder auf das alte weltverbesserische Optimistentum zu heben. Das Stückchen Realität, das sie zwischen der Abschlussprüfung und diesem Einsatz geschluckt hatte, lag ihr wohl noch immer schwer im Magen.

    Andere Piloten unterhielten sich angeregt über ihre Erlebnisse in dem Gefecht. Insbesondere diejenigen, die viele Abschüsse erzielt hatten oder selbst knapp nur dem Ende entgangen waren, berichteten jedem, der es hören wolle, mit blumigen Metaphern und lebendigen Gesten. Und natürlich fielen auch immer wieder die Namen der beiden Guardians, die nicht von der Mission zurückgekehrt waren. Chett beteiligte sich nicht an dem Geschwätz. Sein eigener ›halber‹ Abschuss eines Nu-Shuttles kam ihm so unbedeutend vor, dass er nicht einmal in Betracht zog, eine Marke auf seinen Jäger zu lackieren. Die Emotionen, die er empfunden hatte, als der Laserstrahl einer Turbolaser-Selbstfahrlafette binnen einer Sekunde seine Schilde an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht hatte, gingen niemanden etwas an. Und zu den beiden Toten hatte er glücklicherweise nicht die geringste Bindung aufgebaut. So verbrachte er die nächste Minute schweigend und trotz der zahlreichen Gesellschaft in Einsamkeit. Andere verstummten erst, als Marshal Dripa den Raum betrat und die Aufmerksamkeit auf sich zog.

    [Ord Canfre-System | Weltraum | Sammelpunkt der 8. Flotte | VEN Defender | Deck 6 | Besprechungsraum] Chett Nectu, Piloten der Wolves, Guardians, Ruffians
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Oktober 2014
  6. Aiden Thiuro

    Aiden Thiuro Star-Lord, Alphawolf Mitarbeiter Premium

    [: Ord Canfre-System :||: Achte Gefechtsflotte; Vierte Flottille; Zehnte Kampfgruppe :||: VEN „Defender“ | Deck Sechs | auf dem Weg zum Besprechungsraum | Korridor :||: Captain Aiden Thiuro und weitere Piloten :]

    Nach einer belebenden Dusche, die den getrockneten Schweiß mit heißem Wasser von seinem Leib gewaschen hatte, fühlte sich Aiden wieder ein wenig wacher. Die Müdigkeit schien sich – jedenfalls für den Augenblick – zurückgezogen zu haben. Schnell schlüpfte er in die schwarze Dienstuniform, die er kurz zuvor aus seinem Schrank geholt hatte, und machte sich danach zum Besprechungsraum auf, wo das Debriefing stattfinden sollte. Während er in aller Ruhe dem Verlauf der Korridore folgte, ließ er noch einmal die Geschehnisse, die seine Staffel und er bei Ord Cantrell erlebt hatten, Revue passieren. Unter Mithilfe seiner Rottenführer und seines Stellvertreters natürlich hatte der imperiale Captain in den folgenden Tagen sowieso noch einen ordentlichen Bericht anzufertigen und höheren Ebenen vorzulegen. Die Mission war demnach für ihn formal noch nicht beendet!

    Trotz der unerfreulichen Aussicht auf eine gehörige Menge Schreibarbeit, ließ sich der Bastioner in diesem Augenblick nicht die zufriedene Laune verderben. Ohne jegliche Verluste – und bloß mit ein paar minimalen Schäden an der Technik – hatte das „Wolves' Squad“ seinen Auftrag im Namen des Galaktischen Imperiums erfüllt. Bei den beiden anderen Einheiten sah die Bilanz leider ein bisschen schlechter aus, weil sie in ihren Reihen Tote zu beklagen hatten. Unwillkürlich drängte sich bei ihm die Frage auf, ob seine Einheit – die berühmteste Staffel des Imperialen Sternjägerkorps – am Ende dieser Mission den Elitestatus vielleicht erfolgreich verteidigt habe. Würde man Kritiker mit diesem Ergebnis verstummen lassen können? Wirklich sicher war sich Aiden nicht.

    'Es waren nur veraltete Maschinen', dachte der Staffelführer mit kritischem Blick auf den gesamten Verlauf. Man konnte Ord Cantrell zwar nicht wirklich mit irgendeinem x-beliebigen Planeten in den meisten neutralen Sektoren des Äußeren Randes vergleichen, aber gegen Welten, die entweder zum Imperium oder den Rebellen gehörten, schnitten deren Verteidigungsstreitkräfte dann doch deutlich schlechter ab. Ihnen fehlte es einfach an den großen Credit-Beträgen. 'Feskin wird sich mit diesem Erfolg also kaum zufrieden geben.' Für den Bruchteil einer Millisekunde blitzte bei dem Imperialen eine säuerliche Miene auf. Schließlich bedeutete der fehlende Rückhalt in der Admiralität, dass sich die „Wolves“ weiterhin mit der KOMENOR einlassen mussten – ob sie nun wollten oder nicht. Nur noch wenige Meter trennten den Bastioner vom Besprechungsraum, weshalb er schnell wieder eine gefühllose, strenge Miene aufsetzte.

    Ein paar Piloten aus allen drei Einheiten waren schon anwesend. Jeder einzelne sah abgekämpft und hungrig aus. Da ihre Sternjäger – im Gegensatz zu den Standardmodellen der TIE-Serie – über die technische Möglichkeit verfügten von allein in den Hyperraum zu springen, hatte an diesem Tag der eine oder andere von ihnen ganz neue Erfahrungen gemacht. Man brauchte in der Tat eine stattliche Portion Sitzfleisch, um solche extrem langen Flugphasen in den unbequemen Sitzen unbeschwert zu überstehen. Manche Anwesende nickten dem „Alphawolf“ zu. Unfreiwillig hatte er über die letzten Jahre einen Bekanntheitsgrad aufgebaut, weil er ein Gründungsmitglied der Staffel war und mit der Zeit in deren interner Hierarchie vom einfachen Piloten zum Staffelführer aufgestiegen war. Jedoch genoss er diese besondere Aufmerksamkeit eigentlich nicht. Sie war ihm sogar ein kleines Bisschen unangenehm. Aber hatte er eine Wahl? Sollte Feskin ihn problemlos zerquetschen?

    Bevor Aiden sich setzen und auf den Beginn des Debriefing warten konnte, sprach ihn plötzlich der Staffelführer der „Ruffians“, Captain Reed, an. Noch immer grinste der Sternjägeroffizier als er zu seinem Kameraden sagte:
    „Sie hätten dabei sein sollen, Aiden. Die Cam-Droiden scheinen mich zu lieben!“ Er lachte, klopfte dem anderen freundschaftlich auf die Schulter und setzte sich danach zu dem Wolf. „Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir ausgemalt, dass sich irgendwer irgendwann einmal für mich – und selbstverständlich meine Staffel – interessieren können.“

    „Ordentlicher Erfolg bringt nun einmal Ruhm mit sich“, erwiderte der angesprochene Pilot trocken. „Natan, Sie sollten nur nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Unser Imperium und seine vielen Bürger können allein von tapferen Soldaten beschützt werden; nicht irgendwelchen Holo-Filmchen der KOMENOR.“

    Die Worte prallten bei Reed allem Anschein nach ungehört ab. Der Staffelführer lachte nämlich nur, redete die Entgegnung sogleich klein und ließ dann seine Phantasie ungezügelt los. Bloß weil Aiden ein höflicher Mensch war – und sich selbst in diesem Moment keine emotionale Reaktion anmerken lassen wollte –, rollte er nicht mit den Augen, sondern dachte sich seinen Teil nur. Vielleicht wurde dieser mediale Fokus erst mit der Zeit zu einer Last. 'Der anfängliche Reiz der Aufmerksamkeit.' Er ließ den gleichrangigen Kamerad weiter reden. Derweil stießen nach und nach weitere Piloten des Halbgeschwaders zu ihnen. Langsam, ganz langsam füllte sich auf diese Weise der Raum, den man schon vom Briefing im Fest-System her kannte. Nectu, DéSkalz, Mengsk, Leven, Mitsumo – einen „Wolf“ nach dem anderen erspähte der schwarzhaarige Bastioner. Zu seiner Erleichterung waren sie tatsächlich pünktlich … und dann schlug auch schon Marshal Dirpa auf.

    Obwohl ihr Gesichtsausdruck beim Eintreten eher der gequälten Karikatur eines richtigen Lächelns glich, schien die ranghohe Offizierin zu lächeln. Nachdem sie ihren aufmerksamen Blick kurz durch die gefüllten Reihen hat gleiten lassen, eröffnete sie das Debriefing.
    „Meine Damen, meine Herren, bei Ord Cantrell haben Sie fabelhafte Arbeit geleistet! Der Imperator, das Oberkommando und das hiesige Flottenkommando ist stolz auf sie. Denn Sie haben mit dem erfolgreichen abschließen Ihrer Mission ermöglicht, dass die Achte ihren ersten Schritt in Richtung Ord Mantell tun kann.“ Marshal Dirpa nickte anerkennend in die Runde, meinte aber niemanden im Speziellen. „Das Zerstören der Sektorkommunikation führte nämlich dazu, dass die ersten drei Flottillen der Achten bei JanFathal und Wistril intervenieren konnten...“

    Mit einem Mal erwachte der Holoprojektor im Raum und „zauberte“ sogleich eine halbdurchlässige Darstellung des gesamten Territoriums in die Luft, das der „Eiserne Bund“ (noch) kontrollierte. Bei beiden Planeten, die Dirpa kurz zuvor genannt hatte, war sowohl ein dunkelrotes Kreuz als auch ein symbolischer Sternzerstörer angedeutet. Interessiert musterte Aiden das Hologramm. Natürlich war er schon im Vorfeld etwas mehr ins Bild gesetzt worden als seine Untergebenen, aber dennoch hatte er keine Ahnung über die konkreten Auswirkungen gehabt. Strategie gehörte für ihn, als einfachen Piloten in einem kugelrunden Cockpit, schlicht nicht zu den Schwerpunkten seiner Laufbahn. Seine Befähigung war das Fliegen – und darauf verließ sich das Imperium! Die Marshal schien keine Eile zu haben. Jeder konnte sich einen guten Eindruck verschaffen, bevor sie erneut das Wort ergriff.

    In ihrer Stimme schwang noch immer eine gewisse Portion an Zufriedenheit mit als sie sagte:
    „Über JanFathal und Wistril erhalten wir einen optimalen Zugang zum 'Eisernen Bund', der uns auf Anhieb eine Reihe neuer Wege eröffnet: Orinda, Iridonia, Ord Cantell. Noch steht für uns Sternjäger nicht fest wohin die Reise mit der 'Defender' gehen soll … aber halten Sie sich bereit! Frieden mögen wir mit der Republik geschlossen haben; mit diesen Rebellen jedoch nicht. Ord Mantell hält zu unrecht unsere Bürger fest; wir werden sie herausholen!“

    [: Ord Canfre-System :||: Achte Gefechtsflotte; Vierte Flottille; Zehnte Kampfgruppe :||: VEN „Defender“ | Deck Sechs | Besprechungsraum :||: Captain Aiden Thiuro und weitere Piloten :]
     
  7. Chett Nectu

    Chett Nectu Senatsbesucher

    [Ord Canfre-System | Weltraum | Sammelpunkt der 8. Flotte | VEN Defender | Deck 6 | Besprechungsraum] Chett Nectu, Piloten der Wolves, Guardians, Ruffians, Marshal Dripa

    Die Behauptung, dass neben dem hiesigen Flottenkommando auch das Oberkommando und der Imperator selbst stolz auf die Piloten wären, brachte Chett Nectu dazu, missmutig die Miene zu verziehen. Er wusste, dass das nur propagandistischer Unsinn war, der ihnen schmeicheln und sie motivieren sollte. Mit der Wahrheit hatte es wenig zu tun. Imperator Allegious und seine hohen Admiräle war sicherlich froh über die Erfolgsnachrichten, die sie von Ord Cantrell erhielten. Aber ihnen war doch völlig egal, welche Einheiten dort gekämpft und was die einzelnen Krieger geleistet hatten. Wenn überhaupt, dann galt ihr Lob den Strategen und Befehlshabern, die den erfolgreichen Einsatz organisiert und aus der Distanz angeführt hatten, nicht aber jenen, die ihr Leben riskiert und auf den Feind geschossen hatten. Das wollte man den gemeinen Soldaten, Matrosen und Sternenjägerpiloten immer wieder weismachen, aber nur ein verblendeter Idealist konnte daran glauben, dass Allegious zu Bastion auf seinem Thron saß und beim Blättern in seinen Berichten dachte: ›Auf dieses Wolves' Squad und seine Mitglieder kann ich wirklich stolz sein!‹ Unsinn. Es war die Art von Manipulation, mit der man junge Leute dazu brachte, für einen fernen Herrscher und die Ziele einer kleinen, abgehobenen Elite jubilierend in den Krieg zu ziehen und letztlich bereitwillig den höchsten Preis zu bezahlen. Bei Chett wirkte das schon lange nicht mehr. Aber er ärgerte sich auch nicht mehr darüber. Wer auf die Propaganda hereinfiel, verdiente es nicht besser. Das schloss ihn selbst mit ein.

    Die Nachbesprechung mit Marshal Dirpa
    ließ wenig Zweifel daran, dass die Achte Flotte sich an vorderster Front in einem ausgewachsenen Krieg befand. Falls sich irgendwer erhofft hatte, dass nach der Friedenskonferenz von Umbara nun geruhsamere und friedlichere Zeiten für die imperialen Streitkräfte anbrechen würden, hatte er sich geirrt. Doch diese Illusion hatten sich wohl nur wenige gemacht - Chett Nectu gehörte nicht zu ihnen. Ihm war klar gewesen, dass man die enormen Ressourcen der Flotte und Armee irgendwo möglichst gewinnbringend einesetzen würde. Denn Imperator Allegious' Bereitschaft, mit dem Erbfeind Neue Republik zu verhandeln, zeugte zwar von einem radikalen Umdenken, aber nichts hatte darauf hingedeutet, dass sein Durst auf Eroberung und Ausweitung seines Territoriums insgesamt gestillt wäre. Er verlagerte sich lediglich in andere Gebiete, für die plötzlich Kräfte frei wurden, weil man sie nicht mehr an die republikanische Front band. Schlechte Zeiten, um sich gegen das Imperium zu verschwören. Schlechte Zeiten für den Eisernen Bund.

    Fest stand nun auch, dass die Wolves in dem bevorstehenden Konflikt ihre Rolle spielen würden. Sie hatten auf Ord Cantrell bewiesen, dass sie - unabhängig von den unterschiedlichen Philosophien und Doktrinen der Generäle - eine Kraft waren, die man sich nutzbar machen musste. Möglicherweise zeigte das den Rückweg zu dem Elitestatus auf, den das Squad einst innegehabt hatte. Dementsprechend verließen die Männer und Frauen den Raum mit gemischten Gefühlen. Manche freuten sich auf die bevorstehenden Kämpfe, andere fürchteten sich davor, bei vielen war es eine Mischung aus beidem. Chett glaubte sich über beides erhaben und lag mit dieser Selbsteinschätzung unheimlich daneben.

    Nicht ganz sechsunddreißig Stunden hatten sie, bevor man sie wieder zur Besprechung zusammenrief, um sie über den nächsten Einsatz zu informieren. In dieser Zeit konnten sie sich von Ord Cantrell erholen, man bereitete sie aber auch auf das vor, was ihnen bevorstand. Zwar sagte ihnen noch niemand, was ihr nächstes Ziel sein würde, entweder um zu verhindern, dass so wichtige Informatioen nach draußen durchsickerten, oder weil man einfach der Meinung war, dass diese Kenntnis ihnen nicht zustand. Aber die Gerüchte, die von anderen Schiffen hereintröpfelten (denn innerhalb dieses Zeitraums lösten sich mehrmals einzelne Schiffe von der Flotte und kehrten einige Stunden später wieder zurück, meist mit Kampfspuren), die Nachrichten und ein paar andere Umstände ließen gewisse Rückschüsse zu. Besonders wurden die Spekulationen davon angeheizt, dass man die Piloten aller Staffeln der Defender in dieser Zeit zwei Übungen durchführen ließ, in denen sie mit mandalorianischen Schiffen konfrontiert wurden. Da es keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Angriff auf Mandalore gab, war klar, was das bedeutete. Einige Welten des Eisernen Bundes hatten sich der Unterstützung mandalorianischer Söldner versichert, andere hatten bei MandalMotors und -Hypernautics Kriegsgerät eingekauft, das hatte die imperiale Propaganda bereits thematisiert. Also würden sie eines dieser Systeme besuchen. Die ersten Wetten wurden abgeschlossen. Nectu beteiligte sich daran nicht.

    Schließlich wurden sie wieder in demselben Besprechungsraum versammelt. Abermals war es Marshal Dripa, die ihnen erklärte, was ihnen bevorstand.

    »Meine Damen, meine Herren,« begrüßte sie abermals, »Ihre nächste Gelegenheit zur Bewährung ist gekommen. Uns wurden neue Missionsziele zugewiesen. In drei Stunden wird die Defender in Begleitung der Korvetten Hoplite, Ruan und Purity nach Iridonia aufbrechen. Die Welt hat sich vor einiger Zeit dem Eisernen Bund angeschlossen, allerdings wurde die Stimmung durch die bisherigen Niederlagen stark eingetrübt und man fürchtet zu Recht, dass man eines der nächsten Ziele sein könnte. Die Iridonianer verfügen selbst über keine nennenswerte Flotte; sie verlassen sich auf den Schutz ihrer Nachbarwelten sowie mandalorianischer Einheiten, die als Söldner angeworben wurden. Letztere stellen das eigentliche Problem und deshalb auch unser wichtigstes Ziel dar. Wir werden ihnen einen harten Schlag versetzen und damit unzweifelhaft klarmachen, dass auch sie keinen ausreichenden Schutz bieten können. Ziel ist es, die Iridonianer zum Verlassen des Bündnisses zu bewegen. Der Geheimdienst hat bereits damit begonnen, die Moral auf dem Planeten zu untergraben und die Bildung einer starken Opposition gegen die derzeitige Regierung zu unterstützen. In der Theorie sollte der Verlust ihrer mandalorianischen Beschützer dazu führen, dass die Zabraks ihre Politik überdenken und dem Eisernen Bund den Rücken kehren.

    Uns erwartet die Konfrontation mit einem Schlachtschiff der Keldabe-Klasse und mehreren kleineren Einheiten, zu denen auch moderne Sternenjäger mandalorianischer Produktion gehören. Iridonias Streitkräfte umfassen alte Schiffs- und Jägertypen, wie sie Ihnen bereits bei Ord Cantrell begegnet sind. Zudem ist nicht auszuschließen, dass andere Welten Verstärkung in das System schicken werden, sobald unsere Angriffsrichtung klar ist.«


    Die meisten Piloten verhielten sich nach dieser Eröffnung ruhig, doch einige tuschelten leise miteinander. Obwohl sie das so leise taten, dass Chett Nectu kein Wort verstand, schien die hohe Offizierin doch ein besseres Gehör zu haben, denn sie reagierte darauf:

    »In der Tat, ein einziges Großkampfschiff unter leichter Eskorte ist keine Streitmacht, die hoffen kann, die Verteidigung mühelos hinwegzufegen. Uns steht ein harter Kampf bevor. Im direkten Kräftemessen ist ein Venator einem Keldabe-Schlachtschiff nicht gewachsen. Aber gerade Sie als Kampfpiloten sollten wissen, dass es nicht immer die großen Schiffe sind, die den Ausschlag geben. Deshalb wird die Defender nicht nur Ihr Halbgeschwader, sondern auch drei Staffeln Scimitars tragen. Die Hoplite ist ein Schiff der Marauder-Klasse und verfügt demnach ebenfalls über einen Hangar; sie kann jeweils eine Halbstaffel TIE-Bomber und Abfangjäger beisteuern. Ihre Hauptaufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Bomber ihr Ziel erreichen, welches das mandalorianische Kommandoschiff sein wird, und - situationsabhängig - auch aktiv dazu beizutragen, dieses kampfunfähig zu machen. Gelingt uns dies, bevor Verstärkung eintrifft, wird Iridonias Verteidigung zur Aufgabe gezwungen.«

    »Und wenn nicht?« fragte Chett.

    »Dann werden Sie Befehle erhalten, um dennoch den Sieg zu erringen. Haben Sie Vertrauen in unsere Taktiker, Pilot Officer.

    Gibt es sonst noch Fragen? - Dann machen Sie sich und Ihre Maschinen einsatzbereit. Sie erhalten noch Dossiers mit den Spezifikationen und Schwachstellen der Schiffstypen, denen Sie voraussichtlich begegnen werden. Die Staffelführer bleiben noch zu einer weiteren Besprechung, alle anderen dürfen wegtreten.«


    Einige Zeit später stand der Yaga-Minoer im Pilotenanzug im Hangar. Die Defender befand sich bereits im Hyperraum, unterwegs zu ihrem Angriffsziel. Den Piloten blieb noch eine halbe Stunde, um sich auf den Abflug vorzubereiten. Zusammen mit seinen Kameraden hatte er sich eingefunden, um seinen Jäger zu checken, bevor es losging. Doch als er vor dem Defender stand, stach ihm sofort eine Veränderung ins Auge, die er weder veranlasst hatte, noch befürwortet hätte, wenn er davon gewusst hätte. Irgendwer hatte ihm für das bei Ord Cantrell abgeschossene Nu-Shuttle eine Marke unter das Cockpit gesprüht.

    [Ord Canfre-System | Weltraum | Sammelpunkt der 8. Flotte | VEN Defender | Hangar] Chett Nectu, Piloten der Wolves, Guardians, Ruffians
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Oktober 2014
  8. Aiden Thiuro

    Aiden Thiuro Star-Lord, Alphawolf Mitarbeiter Premium

    [: Ord Canfre-System :||: Achte Gefechtsflotte; Vierte Flottille; Zehnte Kampfgruppe :||: VEN „Defender“ | Deck Sechs | Besprechungsraum :||: Captain Aiden Thiuro und weitere Piloten :]

    Die Heimatwelt der Zabraks, Iridonia, sollte also das nächste Einsatzziel für eine Kampfgruppe der Achten Gefechtsflotte sein. Unter dem Kommando des bulligen Venator-Sternzerstörers „Defender“ sollten mehrere Kriegsschiffe – sowie Sternjägereinheiten – in das gleichnamige System eindringen und sogleich den Kampf gegen die Verteidiger suchen. Dabei verfügte die hiesige Flottenführung zu diesem Zeitpunkt schon über Informationen, dass man mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auf mandalorianische Söldner treffen würde, die Iridonia zum Schutz des eigenen Territoriums erst vor Kurzem angeheuert hatte. Schwere, harte Kämpfe standen den Piloten und Schiffsbesatzungen also bevor. Immerhin waren die Mandalorianer, obwohl sie schon seit Jahrhunderten nicht mehr als eine rüpelhafte Bande ohne großen Einfluss waren, ordentliche, kampferfahrene Krieger, die einst sogar im Dienste von Imperator Allegious I. in Erscheinung getreten waren.

    Insbesondere bei diesem letzten Gedanken erschauderte Aiden für einen flüchtigen Augenblick. Die Schlacht um Bastion mochte schon ein paar Monate her sein, dennoch konnte er sich äußerst lebhaft daran erinnern. Schließlich hatte das Galaktische Imperium in diesen wenigen Stunden seine größte Zerreißprobe gehabt. 'Und irgendwo zwischen den beiden Kolossen „Leviathan“ und „Intimidator“ kämpften damals auch diese Blechbüchsen mit', dachte der imperiale Captain zähneknirschend und suchte im Gemenge an Uniformierten seinen Stellvertreter. Dem Chiss wollte er nämlich noch kurz etwas mitteilen, bevor er sich zu der anschließenden Besprechung, die Marshal Dirpa erwähnt hatte, begab. Leicht genervt verzog der menschliche Bastioner das Gesicht als er sich durch die Masse an Kameraden – immerhin umfasste der Kampfverband als Geschwader nun zweiundsiebzig Piloten – drängte. Glücklicherweise kam er schnell voran.


    Drask, bereite schon einmal die Einheit auf den Einsatz vor“, sagte der athletische „Alphawolf“ zu seiner rechten Hand. „Mehr als acht Stunden bis zum Ausschleusen wird uns wohl noch bleiben. Ich möchte deshalb jeden einzelnen Piloten von uns im ausgeruhten und kampfbereiten Zustand sehen, wenn wir uns später im Hangar versammeln.“ Knapp nickte der Chiss. Jedoch ließ ihn der Captain nicht gleich gehen. Er hielt Drask kurz am Arm fest und sagte dann noch: „Und schicke mir nachher Doha vorbei! Ich habe noch etwas zu klären mit diesem Mistkerl...“

    Der aktuelle Staffelführer des namhaften „Wolves' Squad“ sprach so zornig über den KOMENOR-Kontaktmann, weil dieser – ohne jegliche Rücksprache – eine individuelle Lackierung der Defender initiiert hatte. Nun zierte das Logo der Einheit, ein schneeweißer Wolfskopf, sämtliche Solarflächen der imperialen Sternjäger. Irgendwie fühlte sich Aiden in diesem Zusammenhang an einen früheren Kameraden, John W. Draike, den „Roten Baron“, erinnert, der vor der Schlacht um Corellia – ohne irgendeine Berechtigung seitens der Vorgesetzten! – seine Maschine in einen scharlachroten Farbton lackieren lassen hat. Wohin sollte so ein Verhalten bloß führen? Sie waren Offiziere der imperialen Streitkräfte und keine Rebellenpiloten! Unter seinem sehr kühlen, distanzierten Äußeren kochte der Captain bei diesem Thema. Disziplin gehörte bei ihm zu dem Grundprinzipien. Außerdem fühlte er sich von Sage Doha übergangen; seine Autorität war untergraben worden! Nein, so einfach würde er den anderen nicht davonkommen lassen.

    Zusammen mit seinem taktischen Offizier, Lieutenant Yag Gyrr, blieb der Bastioner in dem großen Besprechungsraum. Hin und wieder spürte er den musternden Blick der Marshal auf sich ruhen. Ob sie ihn prüfte? Hatte Ord Cantrell ihr Anlass gegeben an seinen Führungsqualitäten zu zweifeln. Der eine Gedanke ersetzte ihm Nu den anderen. Nun beschäftigte sich sein Bewusstsein mehr mit Dirpa als mit Doha. Er konnte sie nicht einschätzen. Immerhin reichte in ihrem Dunstkreisen eine gewisse Loyalität zu Elysa Nerethin, der schneidenden Ressortleiterin des Sternjägerkorps, nicht aus, um sie als „Freundin“ der Staffel zu bezeichnen. 'Ich weiß nichts über sie...', dachte er sich mit ein bisschen Grimm. 'Sie könnte genauso gut mit Feskin zusammenarbeiten.' Bevor die Kommandeurin das Wort an die anwesenden Staffelführer richtete, tauschte der Captain noch einen kurzen Blick mit seinem Vorgesetzten, Wing Commander Jacen Foster.


    Kurz räusperte sich die Marshal. Dann sagte sie im ruhigen Ton: „Treten Sie bitte an den Projektor heran. Ich möchte mit Ihnen nun im Detail die Rollen besprechen, die Ihre Einheit in der Operation nach bisheriger Planung einnehmen soll.“ Während sich die Uniformierten um das Gerät scharten, war für einen flüchtigen Moment ein Ruck – der Sprung in den Hyperraum – zu spüren. „Der Fokus soll laut Flottenführung auf den Mandalorianern liegen. Zwar verfügt die 'Iridonianische Liga' über eigene Streitkräfte – und bestimmt sind ein paar vor Ort –, aber der Großteil ist zur Zeit bei Orinda gebunden. Somit haben diese kriegstreibenden Blechbüchsen unserer Auffassung nach eindeutig die größere Gewichtung in Iridonias Systemverteidigung.“ Mit einem Mal erwachte der Holo-Projektor zum Leben. „Wenn Sie mir nun genau zuhören würden...“

    ***

    Obwohl eine gewisse Spannung in der trockenen, recycelten Luft in dem kleinen Büro lag, ließ sich der beleibte Kontaktmann der KOMENOR von seinem zornigen Gegenüber nicht einschüchtern. Er saß mit seelenruhiger Miene und gelassener Körperhaltung auf dem angebotenen Stuhl, blickte den Elitepiloten mit verschlafenem Blick an und wartete auf seinen Moment. Nein, Sage Doha war kein ungeduldiger Mensch. Er kannte sein Metier – und eigentlich musste der Staffelführer der „Wolves“ ihn inzwischen einschätzen können. Jedoch hatte sich Aiden noch immer nicht richtig in seine neue Position innerhalb der eigenen Einheit – sowie des Sternjägerkorps oder gar des ganzen Imperiums – eingelebt. Irgendwo tief in seinem Inneren fühlte sich der Bastioner einfach noch zu viel sehr als der normale Pilot, der er vor Jahren mal gewesen war. Und dieser insgeheime Umstand schien dem Mitarbeiter der KOMENOR in die Hände zu spielen.


    „Mit solchen Aktionen untergraben Sie meine Autorität!“, sagte der Captain im zornigen Ton, wobei sein Blick den anderen förmlich durchbohrte. „Das Protokoll schreibt eine uniforme Lackierung der im Einsatz befindlichen Sternjäger vor und ich bin nicht bereit wegen irgendwelcher Eitelkeiten nun den Kopf hinhalten zu müssen!“ Er schnaubte. „Ein formaler Verstoß gegen die Statuten! So spielen Sie Feskin ja regelrecht in die Hände.

    Doha schmunzelte; war beinah sogar amüsiert. Um seinen Einspruch zu untermalen, hob er kurz die rechte Hand abwehrend, bevor er entgegnete: „Nun beruhigen Sie sich doch, Thiuro. Soweit ich die 'Historie' Ihrer Einheit kenne, ist diese Eigenheit keine Seltenheit. Vor der Schlacht um Corellia ließ Ihr Vorgänger, Jacen Foster, die Spitzen sämtlicher Solarflächen der TIE/D rot lackieren. Ein Pilot – ich glaube, es war sogar Ihr Flügelmann, Thiuro – färbte sogar seinen kompletten Sternjäger um.“ Triumphierend schüttelte der KOMENOR-Kontaktmann den Kopf. „Nein, Captain, in diesem Fall belebe ich bloß ein altes Gewohnheitsrecht der 'Wolves' wieder. Die Staffel ist einfach der Inbegriff der Elite unseres geliebten Sternjägerkorps und dementsprechend kann das herkömmliche Protokoll bloß in Teilen für Sie und Ihre Staffelmitglieder gelten.“ Es begegneten sich die Blicke. „Ich könnte an dieser Stelle natürlich auch noch Ihre irreguläre Uniform anführen...“

    Genau in diesem Moment offenbarten sich für Aiden schonungslos die wahren Machtverhältnisse in der Flugeinheit, die nominell unter seinem Kommando stand, und zwangsläufig stellte sich ihm die Frage, ob er überhaupt jemals die vollständige Befehlsgewalt inne gehabt hatte. Kurzzeitig glaubte er in Dohas Blick eine Art zufriedene Genugtuung erkennen zu können als dieser sich plötzlich aus dem Stuhl erhob. Mit einer flüchtigen Bewegung straffte der KOMENOR-Kontaktmann seine graue Uniform. Dabei zeichnete sich dessen Wohlstandsbauch für ein paar Sekunden deutlich ab. In aller Ruhe begann der Mensch, der von Byss stammte, an durch das Büro zu tigern, während er offenbar in der Zwischenzeit seine Gedanken sammelte. In diesem Augenblick war der Bastioner schlicht zu perplex, um seinem Gegenüber irgendeine Erwiderung an den Kopf zu schleudern. Fraglich war nur noch, ob Doha nun zum endgültigen Stoß ausholen würde. Würde er die Machtverhältnisse nun für die Ewigkeit zementieren?

    Er blieb stehen, fokussierte mit seinem Blick erneut den Captain und sagte dann:
    „Die KOMENOR hält ihre Hand schützend über diese Einheit – vergessen Sie das nicht, Thiuro. Sie glauben vielleicht, dass Sie durch Ihre Taten zu Rang und Namen gekommen seien. Jedoch ist dem nicht so! Allein die Propaganda hat Sie groß gemacht. Persönlichkeiten wie Kratas, deVries oder Nerethin würden sich nie mit Ihnen und Ihren Gesellen abgeben, wenn sie nicht unser Flüstern dazu veranlasst hätte.“ Der Ton war giftig. Sage Doha hatte den Unterschlupf verlassen, der ihn bisher unscheinbar hat wirken lassen, und präsentierte nun dem Piloten gegenüber seine wahre Gestalt. Ein mächtiges Monstrum – das war er! „Vergessen Sie Ihre Helfer nicht, Thiuro. Meine Behörde allein steht zwischen Ihnen und Feskin. Er wird Sie zerdrücken.“ Nun stützte sich der dicke Uniformierte provokant auf dem Tisch ab. Nur wenige Zentimeter trennten sein Gesicht samt Schnauzer von dem rasierten Gesicht des anderen. „Es ist beschlossene Sache, dass die 'Wolves' mit ihren Maschinen jederzeit zu erkennen sein sollen. So lehrt man den Feind das Fürchten! Und ordentliche Bilder für die Heimat gibt es auch. Sie, Thiuro, spielen dieses Spiel mit. Deshalb werden Sie vor dem Start – wie einige andere Staffelmitglieder – in die Kameras sprechen. Das Imperium sehnt sich nach Helden, und wir haben sie. Haben Sie mich verstanden?“

    [: Ord Canfre-System :||: Achte Gefechtsflotte; Vierte Flottille; Zehnte Kampfgruppe :||: VEN „Defender“ | Deck Sechs | Büro des Staffelführers :||: Captain Aiden Thiuro und Sage Doha :]

    [OP: Wer sich für ein Interview in Pilotenmontur und TIE/D als Hintergrund hergeben möchte, kann das gerne tun. Ich würde an dieser Stelle vorschlagen, dass wir etwa zur Ankunft im Iridonia-System springen. Man darf dann also gerne den entsprechenden Thread eröffnen. :)]
     

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