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Rendili

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Tomod Zuru, 11. Januar 2012.

  1. Tomod Zuru

    Tomod Zuru Gast

    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. November 2013
  2. Tomod Zuru

    Tomod Zuru Gast

    .:: Rendili-System | Rendili | Küstenstraße ::. <Tomod Zuru >​


    Die Sonne brannte vom Himmel, das Meer rauschte gegen die Klippen und eine Seevögel Kreischten während sie im Aufwind schwebten. Aggressiv röhrten die Turbinen des hochgezüchteten Oldtimer Rennspeeders auf und wie ein roter Blitz jagte er JG-8 Landspeeder über die Küstenstraße. Immer dicht hinter seinem Kontrahenten, einem blauen XP-38 Landspeeder von SoroSuub, bleibend. Der Leistung zufolge, die diese Maschine abrufen konnte war auch sie massiv modifiziert worden. Und so röhrten die Beiden Fahrzeuge dicht hintereinander her über die Küstenstraße. Am Steuer des JG-8 saß ein gutaussehender Mittdreißiger, der sein Gefährt mit roher Gewalt auf der Straße hielt. Vor ihm fuhr ein mittelgroßer, mittelschlanker und unauffälliger Mann. Eben der Perfekte Rebellenspion, da man sich weder sein Gesicht, noch seine Statur genau einprägen würde.

    Der Imperiale Agent Tomod Zuru, auf Rendili bekannt als Vertreter für BlasTech Industries, war bereits seit Zwei Wochen auf der Fährte des Rebellen. Und heute als er Pläne eines Imperialen Prototypen-Systems stehlen wollte, hatte die Falle zugeschnappt. Doch leider hatte der Rebell vorgesorgt und Verstärkung in Form einer Swoop-Gang mitgebracht. Diese hatten die Sicherheitskräfte von Rendili StarDrive beschäftigt, damit der Spion entfliehen konnte. Kurzerhand hatte sich Tomod an seine Fersen geheftet. Er konnte sich denken wohin der Spion fliehen wollte, in diesem Gebiet des südlichen Kontinents gab es viele verborgene Buchten, in denen man ohne Mühe ein Shuttle oder einen Jäger verstecken konnte. Das musste der Mann mit der Lizenz zum Töten mit allen Mitteln verhindern.

    Wieder einmal versuchte er seinen Kontrahenten von der Straße zu drängen, er schaltete in einen niedrigeren Gang und trat das Gaspedal durch so das die Turbinen noch lauter aufbrüllten. Er näherte sich dem blauen Speeder bis auf wenige Zentimeter und scherte dann aus, um ihn eine klippe hinab zu rammen. Doch schwerlast Gegenverkehr zwang ihn zum abbremsen und Tomod musste sich wieder hinter dem XP-38 einordnen. Er konnte noch beobachten, wie sich der Fahrer zu ihm umdrehte da schlug auch schon Blasterfeuer von hinten gegen den JG-8 Speeder. Zwei Mitglieder der Swoop-Gang hatten sie eingeholt und beteiligten sich nun an dem rennen auf Leben und Tod. Einer Näherte sich dem Heck von Tomods Speeder, der andere hingegen versuchte auf der Innenbahn auf die Höhe der Fahrerkabine zu gelangen.

    Tomod klappte die Mittelkonsole seines Speeders auf und ihm blinkten mehrere Knöpfe entgegen. Gut das die Imperialen Techniker die Fahrzeuge für Feldagenten umzurüsten pflegten. Der Agent des Sectors Auris drückte einen der weißen Knöpfe und eine Rauch nebelte den Speederbike Fahrer am Heck des SoroSuub JG-8 ein. In diesem Moment packte der andere Fahrer den Rahmen des Speeders und bekam auf Knopfdruck einen elektrischen Schlag, der ihn von seinem Gefährt schleuderte. Tomod Zuru griff unter den Beifahrersitz und förderte einen Kompaktblaster hervor. Den Model 22T4 über den Rückspiegel auf den Rauch hinter ihm richtend fuhr er weiter dem XP-28 hinterher. Doch der Swoop Fahrer kam nicht aus der Nebelwand und so zwang Zuru sein Fahrzeug erneut zu Höchstgeschwindigkeiten um den Rebellen Spion endlich zu erwischen.

    Hinter der nächsten Kehre kam das blaue Gefährt erneut in Sicht. Tomod zielte mit seinem Blaster und gab mehrere Schüsse auf das Heck des Landspeeders ab. Der Fahrer begann daraufhin mit wilden Ausweichmanövern, die ihn gefährlich nahe an die Abbruchkante der Klippe brachten. Diese Chance nutzend, forderte Zuru dem modifizierten Landspeeder alles ab, die Turbinen brüllten auf und der Speeder machte einen Satz um dann mit nahezu Höchstgeschwindigkeit den XP-38 zu rammen.

    Metall kreischte über Metall, eine Turbine riss sich aus ihrer Verankerung und beide Speeder stürzten 30 Meter in die Tiefe, auf die von den Klippen und Riffen aufgewühlten Gischt des Meeres zu. Die Beiden Fahrzeuge hatten sich verkeilt und Tomod Zuru konnte kurz sehen wie sich der Rebell panisch versuchte aus seinem Gefährt zu befreien. Spöttisch grüßte der Imperiale Agent, bevor er seinen Sitz per Knopfdruck aus dem JG-8 schoss. Nur um kurz darauf in den Gurten eines Fallschirms zu Hängen und mit anzusehen, wie beide Fahrzeuge aufgrund der Selbstzerstörung des Imperialen Fahrzeuges in den Flammen vergingen und der Rebell mit ihnen.



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    Eine Yacht schaukelte in der Brandung, unter einem Sonnensegel lag eine hübsche junge Frau auf einer gepolsterten liege. Ihre blonden Haare vielen ihr ungebändigt über die Schultern und über den leichten aus Vine-Seide gefertigten Bademantel. Eben jenen trug sie offen und zeigte einen ihrer Figur Schmeichelnden goldenen Badeanzug. Sie hielt ein Comlink in der einen und ein Glas mit Alderaanischem Wein in der andern Hand. „Ein Mann das fehlte mir hier draußen noch zu meinem Glück.“ Sagte sie gerade als ein Körper an einem Fallschirmhängend auf dem Deck Landete. Der Mann löste sich aus den Gurten des Schirms und sagte: „Ich benötige ihr Comlink.“ Nahm es ihr aus der Hand und sprach in das Gerät: „Sie ruft zurück.“Dann beendete er das Gespräch und begann einen Code einzugeben. „Wer sind sie?“ Fragte die Frau entrüstet. „Zuru, Tomod Zuru.“ Kam die Antwort des durchtrainierten Mannes. „Operation Xerox war erfolgreich Abholung am Riff in einer Stunde.“ Sprach Tomod in das Comlink als die Frau ihm ein Glas mit dem grünen Wein anbot. „Warum leisten sie mir nicht noch etwas Gesellschaft?“ Sagte die Dame mit einem umwerfenden Lächeln. „Abholung in Zwei Stunden. Zuru Ende.“


    .:: Rendili-System | Rendili | südliche Küste ::. <Tomod Zuru | Dame im goldenen Badeanzug >​
     
  3. Imperial NPC

    Imperial NPC OL Account

    :: Rendili-System :: Rendili :: Promenade nahe der Küste :: zwei ältere Männer ::​


    Über die Promenade wehte ein lauer Wind. Sanft streichelte er das saftig grüne Gras, das überall die schneeweißen Steinplatten mit der feinen Marmorierung umzingelte. Grazile Vögel schwangen sich kreischend in die Lüfte auf. Einzelne Wolkentupfer verzierten außerdem den Himmel, der in seinem schönsten Blau strahlte. Friedlich, idyllisch wirkte dieses Flecken Erde nahe Rendilis rauschender Küste. Gemächlich spazierten zwei ältere Männer diese Promenade entlang. Hier und da blieben sie für einen Moment stehen, bewunderten das Naturschauspiel und unterhielten sich dabei. An diesem ruhigen Ort wirkte der Krieg fern, obwohl der Planet, auf dem sie sich befanden, überall in der recht großen Galaxie für seine Vielzahl an Kriegsprodukten seit Jahrtausenden bekannt war.

    Tollkühn stürzte sich ein Seevogel gen Boden, ließ ein Kreischen verlauten, spreizte dann in letzter Sekunde beide Flügel blitzschnell und segelte knapp, ganz knapp über die Köpfe der beiden Männer hinweg. Lächelnd beobachtete der eine Herr den Flug dieses gefiederten Wesens. Seine hellbraunen Augen schienen für einen Augenblick vollkommen gebannt zu sein. Erst als sich sein gleichaltriger Begleiter mit einem höflichen Räuspern bemerkbar machte, konnte er sich lösen. Freundlich nickte er dem anderen zu, dann setzten beide ihren gemütlichen Spaziergang auf der Promenade fort. Doch für den Moment schwiegen beide Herren. Man genoss einfach die Ruhe. Schließlich hörte man das nahe Tosen der schroffen Brandung.


    „Und du bist dir sicher, dass man das neue Modell in der gegenwärtigen Situation nicht gebrauchen kann, Chaffrey?“, fragte auf einmal der eine Herr, der so naturbegeistert war. „Immerhin hat selbst Kuat Interesse an der Produktion bekundet. Und General Celda schien ebenfalls nicht abgeneigt zu sein.“

    Der Begleiter, ein ergrauter Mensch in oliv-grauer Militäruniform, räusperte sich: „Mein lieber Jett, du siehst die Sache einfach aus dem falschen Blickwinkel. Designer wie du sehen außer einem sehr schönen, aber nutzlosen Modell nichts. Wir, die Militärs, hingegen haben den Bezug zur Praxis. Seit Jahren setzt die Flotte schlicht auf mächtige Schlachtschiffe und nicht auf irgendwelche Träger oder billige Sternjäger. … Solche Taktiken nutzt höchstens der Rebell...“

    Schweigen umhüllte beide Männer. Jett Rekkon, der momentane Abteilungsleiter für Forschung und Entwicklung bei Rendili StarDrive, ließ seine Gedanken über die gesagten Worte kreisen, während sein Freund, Commodore Chaffrey Elgrin, seine Überlegenheit in militärischen Dingen genoss. Die beiden Männer kannten sich noch aus „Kindertagen“. Beide waren auf Rendili geboren, hatten hier gemeinsam die Schule besucht und waren anschließend zum Militärdienst angetreten. Chaffrey war anschließend bei der Imperialen Flotte geblieben und hatte dort Karriere gemacht, während Jett eine sichere Anstellung bei seinem derzeitigen Arbeitgeber fand, nachdem er den obligatorischen Dienst für das Galaktische Imperium beendet hatte. Meistens sprachen die alten Freunde über militärische Dinge nur auf solchen Spaziergängen. Gerade die Ablehnung der Gladiator-Klasse wollte dem alten Designer einfach nicht in den Sinn gehen. Besonders Celdas Meinung hatte ihn beeindruckt als man bei Rendili StarDrive darüber sprach. Immerhin war dieser junge General Teil des Oberkommandos der imperialen Streitkräfte.

    Ein paar Schritte war man gegangen, da setzte der ergraute Commodore erneut an: „Und zähle nicht so viel auf die Meinung von Celda. Der Kerl gehört zur Armee. Dort hat man keine Ahnung von den gewaltigen Schlachten, die man im Orbit austrägt. Ich glaube, Celda kann höchstens eine Korvette der Corellianer von einem echten Sternzerstörer unterscheiden.“ Kurz lachte Chaffrey Elgrin über seinen eigenen Scherz. „Wahrscheinlich hat ihm diese Hexe Nerethin diesen Mynock aufgesetzt. Eine Frau im Oberkommando – das war schon Kratas' Fehler. Meiner Meinung nach solltest du eher auf gestandene Flottenoffiziere wie Fyrestone, Fuller oder Bennett hören. Diese Männer sind zu Recht in diesem mächtigen Gremium und haben Ahnung – im Gegensatz zu dieser Nerethin oder diesem Celda.

    :: Rendili-System :: Rendili :: Promenade nahe der Küste :: zwei ältere Männer ::

    written by
    Aiden Thiuro
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Mai 2012
  4. Norin Asharra

    Norin Asharra Senatsbesucher

    [Hyperraum - Route nach Rendili – schwer angeschlagener Vindicator Kreuzer Behemoth – Offiziersquartier von Norin Asharra] Norin Asharra


    Er schrak hoch. Abermals war er über der Arbeit eingeschlafen. So würde er nie fertig werden bis sie das Rendili-System erreicht hatten. Die Arbeit musste delegiert werden. Die Minuten vergingen nur allzu rasch, während er eingenickt war. Schon wieder gähnte er und merkte, wie ihm die Lider schwer wurden. Es hatte keinen Zweck, so ging es nicht. Er aktivierte sein Com und stellte eine Verbindung zur Ersatzbrücke her.

    „Lieutenant Terius, falls Ihnen langweilig ist, können Sie die Aufzeichnungen, die während der Schlacht gemacht worden sind analysieren und gleichzeitig führen sie noch eine schiffsweite Analyse durch, lassen alle Systeme checken. Und rufen Sie mich, bevor wir den Hyperraum verlassen“, es war keine Bitte, sondern ein Befehl. Terius bestätigte nur knapp, woraufhin Norin die Verbindung trennte und den Maschinenraum rief. Dort erkundigte er sich nach dem Fortschritt der Reparaturen. So wie es aussah, würden sie doch nicht gleich auseinanderbrechen. „Wie sieht es mit den Schildgeneratoren aus? Falls sie Probleme machen, ziehen Sie wieder Energie aus dem Lebenserhaltungssystem, etwas Kälte wird uns nicht gleich umbringen.“
    „Momentan haben wir ausreichend Energie, Sir. Aber ich behalte die Option im Hinterkopf.“
    „Tun Sie das“, dann trennte er die Verbindung und gähnte herzhaft. Er nahm die Dienstmütze vom Kopf und legte sie auf den Tisch. Müde streckte er die Beine aus und schaute zur Cam hoch, die in einer Ecke knapp unter der Zimmerdecke gut sichtbar befestigt war. Er hasste dieses Teil und wie er es hasste. „Verpìss dich“, sagte er, nahm ein Kissen und warf es in die entsprechende Richtung. Es traf die Cam, ohne Schaden anzurichten. Danach ließ er die Listen, Listen sein und schloss die Augen. Auch wenn er nicht wirklich schlief, sondern in Erwartung schlechter Nachrichten nur döste, war es erholsam und verschaffte zumindest dem Körper Zeit, ein wenig zu regenerieren. Seine Gedanken jedoch liefen im Kreis. Jede seiner Entscheidungen ging er durch, redete sich zum Schluss schon ein, zu viele Fehler gemacht, zu viele Fehlentscheidungen getroffen, unnötig Leben riskiert zu haben. Norin Asharra hasste die Verschwendung von Ressourcen – und in der zurückliegenden Schlacht waren jede Menge davon verbraucht worden. Dann war da wieder diese feindselige Stimme in ihm, die ihn beschuldigte, aus lauter Feigheit den Rückzug angetreten zu haben. Scheinbar gab es kein Entrinnen vor dieser Stimme und er rechnete sich bereits Konsequenzen aus, wenn sie das Rendili-System erreichten. Der Commander war nicht erfreut über die Schäden an seinem Schiff und er würde weiter meckern, so viel war gewiss. Leichter würde das Leben unter Commander Mengsk nicht werden, dessen war er sicher. Nur konnte er nicht schon wieder um Versetzung ansuchen. Es war verdammtes Pech gewesen, dass der Commander verletzt worden und somit die Schlacht bewusstlos auf der Krankenstation verbracht hatte. Vielleicht hätte er, Norin, besser aufpassen sollen. Doch vor dem trudelnden Bomber, Norin wusste nicht einmal mehr, was für ein Modell es gewesen war, hatte es kein Entrinnen gegeben. Die weiteren Handlungen waren protokollgemäß abgewickelt worden, das war automatisch abgelaufen, ohne dass er nachdenken hätte müssen. Doch nun hatte er die Zeit dazu und er fragte sich, ob seine Befehle alle so klug gewesen waren. Feigheit vor dem Feind, vielleicht hatte die Stimme recht. Das wenigste was ihm blühte, war eine unehrenhafte Entlassung, alles andere blendete er lieber aus. Er wusste, wie im Kriegsfall mit feigen Offizieren verfahren wurde.

    Gerade malte er sich die schlimmsten Bilder aus, als sich die Brücke meldete.

    „Terius hier, Sir, es tut mir leid, Sie zu wecken, aber wir erreichen in dreißig Minuten das Rendili-System“, erklang die Stimme des Lieutenants, ein wenig verzerrt und abgehackt zwar, aber verständlich.

    „In Ordnung, bin gleich da. Der Maschinenraum soll die Schildleistung verstärken, bereiten Sie eine Nachricht an die Systemkontrolle vor, sobald wir in den Normalraum springen, absenden. Wir werden mit hochgefahrenen Schilden eindringen. Und evakuieren Sie sicherheitshalber alle Bereiche, die größere Strukturschäden aufweisen. Die Reparaturteams sollen sich von dort zurückziehen.“

    „Aye Sir“, bestätigte der Lieutenant und trennte die Verbindung.

    Er streckte sich, ging noch einmal in die Nasszelle und bespritzte sich das Gesicht mit kaltem Wasser, platzierte danach die Mütze an ihren angestammten Platz und lief zur Ersatzbrücke. Noch vor vor Commander Mengsk kam er dort an. Auf dem Weg dorthin traf er auf Reparaturmannschaften, die eifrig dabei waren, die schlimmsten Schäden auf ein Minimum zu reduzieren. Sie mussten hoffen, dass sowohl Schilde als auch Hülle die Belastung des Hyperraumfluges und die anschließende Rückkehr in den Normalraum aushielten. Die Belastung für das Material war dabei enorm.


    „Bleiben Sie sitzen. Sind die Analysen fertig?“, fragte er Terius, kaum dass er die kleine Ersatzbrücke betreten hatte. Stehen schien dem Exil-Courscanti angenehmer zu sein, denn er fürchtete, sobald er saß, erneut einzunicken.

    „Aye Sir. Alle Befehle wurden ausgeführt. Die Sensoren laufen momentan wieder so halbwegs, was heißt, wir können im Normalraum wieder „sehen“, die Kommunikation funktioniert, nur mit der Energieversorgung haben wir noch vereinzelt Probleme. Der Maschinenraum hat jetzt weitere Decks abgekoppelt, damit die essentiellen Systeme damit gespeist werden.“

    „Sehr gut. Wie sieht …?“, weiter kam er nicht, denn in diesem Moment öffnete sich die Tür zur Ersatzbrücke und spie Commander Mengsk, wieder in Uniform, und Major Manscherov aus. „Commander auf der Brücke“, rief ein Crewman eifrig, doch an der Geschäftigkeit auf der Ersatzbrücke änderte sich nichts. Norin hob die Augenbrauen, dann sagte er: „Für das Protokoll: Commander Mengsk übernimmt mit sofortiger Wirkung wieder das Kommando über die Behemoth.“ Erst jetzt wandte er sich an seinen Vorgesetzten, grüßte diesmal den Vorschriften entsprechend und sagte zu dem bärtigen Bastioner: „Sir, die Behemoth gehört Ihnen.“ Gedanklich fügte er noch hinzu: „Oder was davon übrig ist.“ Zur Krücke bemerkte er nichts, auch ersparte er sich jeden weiteren Kommentar über das Aussehen des Commanders, es wäre ohnehin zwecklos gewesen. Wenn Lieutenant Hanson meinte, Mengsk sei wieder diensttauglich, dann musste er sich damit begnügen.

    „Wir verlassen den Hyperraum in 3 ...2 ...1 ...jetzt!“, meldete eine Person von einer der zahlreichen Konsolen, ohne auch nur aufzublicken. Die Behemoth erbebte in der ruckartigen Abbremsung in den Normalraum. Norin schien es, als sei das Schiff von den weißen Schlieren des Hyperraums gepackt und in den Normalraum geworfen worden. Ein weiterer Ruck durchfuhr den Kreuzer. Der überstrapazierte Durastahl, sämtliche Legierungen, welche die Hülle bildeten, ächzten und knarrten, schienen sich zu verformen, zu dehnen und wieder zu schrumpfen, zumindest in der Einbildung des XO. Unbewusst ballte er die Hände zu Fäusten und biss fest die Zähne zusammen, denn er rechnete mit dem Schlimmsten, nämlich einem totalen Hüllenbruch.

    „Bereiten sie eine Nachricht zum Identifizieren vor, sobald wir gefragt werden wer wir sind will ich das sie sofort abgeschickt wird und wir so keinen Ärger erhalten!“, befahl der Commander, was den Mann an der Kommunikation sich herumdrehen ließ. „Die Nachricht wurde vorbereitet und mit der Rückkehr in den Normalraum an die Systemkontrolle abgeschickt, Sir“, gab der Mann Auskunft, wobei sein Blick kurz zu Norin wanderte, der die Hände nun in einer entspannt wirkenden Haltung hinter dem Rücken gefaltet hatte und dem Mann kaum merklich zunickte.

    „In Ordnung, Ensign Kenten, weitermachen. Ich gab den Befehl dazu, Commander, als noch niemand wusste, dass Sie wieder das Kommando übernommen haben.“ Damit spielte er auf den fehlenden Logbucheintrag an und bemängelte gleichzeitig, nicht über den Wechsel informiert worden zu sein, da er ihn und die folgende Befehlskette direkt betraf. So etwas konnte leicht ins Auge gehen, denn es hinterließ unklare Kommandostrukturen. „Maschinen stopp und in Warteposition gehen“, ordnete er noch an, dann biss er sich auf die Unterlippe, da er schon wieder den Commander übergangen hatte.

    Die Müdigkeit nagte noch schwer an ihm, ebenso die Selbstzweifel und er hoffte, das alles so lange verbergen zu können, bis sie ein Reparaturdock erreicht und er sich tatsächlich für einige Stunden zurückziehen konnte. Schlafen, dachte er und diese dumme Stimme zum Schweigen bringen. Schlafen, du Feigling, höhnte seine innere Stimme, während sie auf neue Befehle der Admiralität warteten.



    [Rendili System – schwer angeschlagener Vindicator Kreuzer Behemoth – Ersatzbrücke] Norin Asharra, Arcturus Mengsk, Brückenbesatzung
     
  5. Vargo Tan

    Vargo Tan Gast

    .:: Rendili-System | Systemrand | Schwerer Kreuzer der Vindicator-Klasse 'Hybris' | Brücke | Commander Vargo Tan samt Crew ::.



    Mit einem Ruck fiel der Schwere Kreuzer der Vindicator-Klasse in den Realraum zurück. Binnen sieben Stunden hatte man die Reise von Corellia bis ins Rendili-System hinter sich gebracht. In dieser Zeit war die 'Hybris' auf improvisierte Art und Weise instandgesetzt worden. Passend zum Verlassen des Hyperraums öffnete sich die Tür eines der beiden Turbolifte, die zur Brücke des Kreuzers führten und Commander Tan trat erfrischt, rasiert und gestärkt hinaus. Nach wie vor standen zwei Soldaten des Sturmtruppenkorps Wache, die sich abermals nicht regten, als der kommandierende Offizier sie passierte. Kaum das der hochgewachsene, wie bisweilen düster erscheinenden Kreuzerkommandant seinen Stiefel in den Sichtbereich pflanzte, erklang die Stimme von Lieutenant Commander Jourek Fyarr.

    "Commander auf der Brücke!", informierte der XO des Schiffes. Dieser Ausruf reichte aus, um für zackige Haltung bei den Besatzungsmitgliedern zu sorgen. Hier und da erkannte Commander Tan ein paar neue Gesichter - offenbar hatte sein Stellvertreter besonders erschöpfte Crewmitglieder durch Anderschichtige ersetzt. Auf Fyarr war Verlaß.

    "Weitermachen!"

    Der Befehl war einfach und hatte zur Folge, dass die Besatzung ihren üblichen Arbeiten nachkam. Mit Ankunft im Rendili-System hatte man einiges vorzubereiten. Die Auswertung der Schlachtprotokolle stand in der Prioritätenhierarchie ganz oben. Zudem mussten die übliche Routine-Inspektionen durchgeführt werden, wie auch eine adäquate Meldung bei der hiesigen Systemverteidigung. Doch bis es soweit war, musste sich der Commander erst einmal einen Überblick verschaffen.

    "Lieutenant Commander Fyarr, geben Sie mir einen ausführlichen Bericht!"

    Der stellvertretende Kommandant des Schiffes nickte kurz, räusperte sich und begann seinen Vortrag.

    "Sir, wir haben volle Energie für Antrieb und Waffensysteme. Allerdings hat eine Diagnose ergeben, dass die Schildgeneratoren steuerbords nicht mehr maximale Leistung produzieren. Laut Mechanikerbericht ist ein breitflächiger Kondensator-Austausch notwendig. Weiterhin gibt es noch immer Schwierigkeiten mit den Positionsdüsen, ebenfalls steuerbords. Darüber hinaus kann verkündet werden, dass wir keinerlei Raumjägerverluste über Corellia zu beklagen haben.", meldete der ambitionierte Lieutenant Commander. Gerade die letzte Aussage konnte per se einige Fragen aufwerfen, besaßen TIE-Jäger doch eine entsprechend hohe Verlustquote. Allerdings hatte Vargo Tan seine zwei Staffeln von Jagdmaschinen über Corellia bewusst nicht in die eigentliche Schlacht geworfen, sondern sie gezielt auf die Suche nach Raumkapseln, havarierten Schiffen und beschädigten Jägern geschickt. So hatten die vierundzwanzig TIE-Fighter blutige Ernten halten können, ohne selbst größeren Gefahren ausgesetzt zu werden. Ein weiterer kluger Schachzug, wie der Commander rückblickend befand.

    "Sehr gut! Kommunikation - wurden wir bereits von der Systemverteidigung gerufen?"

    "Nein, Commander. Bisher erfolgte keine Anfrage.", antwortete Lieutenant Marah Heleno, die Herrin über die Kommunikationsanlagen der 'Hybris'. Ihre leicht rauchige Stimme erzeugte beim Commander ein ansprechendes Gefühl. Jetzt, wo die Schlacht geschlagen war, konnte man sich durchaus wieder den angenehmen Seiten des Lebens zuwenden. Der Schnitt ihrer Uniform ließ die Lieutenant just in diesem Moment ganz besonders verführerisch wirken.

    "Ich verstehe. Öffnen Sie eine Subraumfunkverbindung! Senden Sie auch unsere imperiale Kennung!"

    "Bestätige, Commander. Verbindung steht in fünf .. vier .. drei .. zwei .. eins ..!", kolportierte die junge Offizierin mit angestrengtem Gesichtsausdruck. Für eine nähere Betrachtung blieb indes keine Zeit, wollte der Kreuzerkommandant doch die Ankunft seines Schiffes vermelden.

    "Hier spricht Commander Vargo Tan, Kommandant des Vindicator-Kreuzers 'Hybris', Teil der Ensatzkräfte der corellianischen Verteidigung - wir übermitteln unsere Transpondercodes und Kennziffern, bitten dabei um Erlaubnis die Werftanlagen anzusteuern!"

    Nun hieß es warten. Bis die Langstreckenscanner des Systems das im stellaren Vergleich winzige Schiff erkannten, konnte einige Zeit vergehen. Allerdings wurde Rendili traditionell mit einer Vielzahl von laserkanonenbewehrten Defensiv-Satelliten- und auch raketenbestückten Defensiv-Satelliten-Plattformen in den weiten des Systems bewacht. Je näher man an die Werften und Zentralwelt kam, desto schwerer wurde die Verteidigung. Mehrere Golan-Stationen unterschiedlicher Größe, sowie eine unbekannte Anzahl von Derilyn Defensiv-Plattformen, sowie militärischen Bavos-II-Raumstationen sorgten für eine Beinahe-Uneinnehmbarkeit des Systems. Bis man eine entsprechende Erlaubnis zur Annäherung hatte, wollte Vargo Tan die Effizienz der Systemverteidigung nicht näher erörtern. Allerdings mussten mittlerweile schon einige der geflüchteten Schiffen angekommen sein, weshalb es sicherlich entsprechende Notfallpläne und Zuweisungsabläufe gab. Man musste schlichtweg Geduld beweisen.

    "Lieutenant Commander, lassen Sie die Lambda-Fähre vorbereiten. Ich werde zeitnah mit Commodore Aser oder einem anderen Vorgesetzten sprechen müssen - weshalb keine weiteren Zwischenfälle tolerabel sind."

    "Natürlich Commander. Ich veranlasse die Vorbereitung persönlich, Sir.", erwiderte Fyarr rasch. Nichts konnte peinlicher sein, als zu einem Termin zeitverzögert zu erscheinen, nur weil die Transportmittel nicht richtig funktionierten. Die anstehenden Gespräche konnten extrem bedeutend für die Karriere des Commander sein. Es standen Belobigungen in Aussicht oder Beförderungen. Wenn nicht gar beides. Vargo Tan konnte es kaum noch erwarten, endlich die Anerkennung zu erhalten, die er verdiente.


    .:: Rendili-System | Systemrand | Schwerer Kreuzer der Vindicator-Klasse 'Hybris' | Brücke | Commander Vargo Tan samt Crew ::.
     
  6. Viktor

    Viktor Zivilist

    [Hyperraum nach Rendili, Strike-Kreuzer Ebon Star, Kapitainsquartiere] Viktor Orlov.

    Schreie. Ohrenbetäubendes Getöse. Viktor Orlov war wieder in den Eingeweiden Nar Shaddaas, seiner Heimatwelt. Es waren Erlebnisse aus seiner Kindheit. Bilder, die sich unauslöschlich in das Hirn des damals noch kleinen Jungen brannten. Auf dieser, „seiner“ Ebene, fernab jeden Tageslichts oder Hoffnung, wo sich nicht einmal mehr die Sicherheitskräfte hinwagten, tobte schon Monate lang hatte ein blutiger Bandenkrieg. Schießereien, Anschläge, Entführungen und Willkür waren zum grausamen Alltag geworden, in dem Bereich Nar Shaddaas, in dem der Anteil der menschlichen Bevölkerung bei gerade einmal 3% lag. Er wusste nicht mehr, wie viele Freunde er verlor. Von manchen war nicht mehr geblieben als ein Name. Ein Name, dem er kein Gesicht, geschweige denn noch andere Erinnerungen zuordnen konnte. Es war, als wäre es ein fremdes Leben, welches er im Traum beobachtete. Dieser Traum, oder besser Albtraum, diese grausame Rückblende in ein anderes Leben, die Ereignisse an diesem fernen Tag, waren anders. An diesem Tag wurde aus einem Bandenkrieg ein richtiger Krieg. Fremde, professionell ausgebildet und militärisch ausgestattet, kamen auf die Ebene. Tun, wozu die Behörden nicht in der Lage waren, dies waren ihre Worte. Diese Welt von der Geißel der Kriminalität befreien.

    Die Sprängsätze mussten unglaubliche Hitze erzeugt haben. Überall lag das Glas gesplitterter Scheiben, Überreste zerplatzter Fahrzeuge. Gebäude stürtzen ein, rissen teile der oberen Ebenen in Form gewaltiger Trümmerlavinen in die Tiefe. Geschmolzener Stahl rann Wasserfällen gleich in die Tiefe, oder sammelte sich zu zischenden und dampfenden, orangen Seen flüssigen Feuers. Und während die Welt brannte, stürmten schwer gepanzerte, maskierte Todeskorps von Block zu Block, Haus zu Haus, Etage zu Etage. Gleich ob Mensch oder Alien, Gangmitglied oder Dealer, fast willkürlich suchten sich die selbsternannten Gerechtigkeitshüter ihre Opfer. Die, die an Ort und Stelle exekutiert wurden, konnten sich glücklich schätzen. Andere wurden in die Pfützen geschmolzenen Metallen gestoßen, oder mit Kabeln an andere unglückliche Seelen gebunden, ehe man den ersten in die tieferen Ebenen warf.

    Der kleine Viktor fühle sich an diesem Tag völlig machtlos, gegen die unbeschreiblichen Gräuel, die er aus seinem Versteck, einem halb eingestürzten Appartements, beobachtete. War genau diese Machtlosigkeit der Grund, weshalb ihn diese verdrängten Bilder heimsuchten? Weil es die selbe Machtlosigkeit im Angesicht des unfassbaren war, das er auch nach dem Rückzug, der feigen Flucht von Corellia empfand? Diese Niederlage, die erste wirkliche Niederlage in seiner gesamten Laufbahn in der Flotte, traf den kräftigen Mann mit dem Oberlippenbart mehr mit, als er dachte.

    Er, der er einem todenden Mahlstrom aus Gewalt, Armut und Hoffnungslosigkeit entkommen war, wurde mit der Aufgabe betraut, Ordnung und Gerechtigkeit zu bringen. Billionen Menschen jenes Leid zu ersparen, welches er durchleiden musste. Die Hoffnungen und Träume unzähliger, ungeborener Generationen lagen auf seinem Schultern. Und er hatte sie enttäuscht. Wie viele gute, imperiale Bürger waren nun dank seines Scheiterns der Willkür und Barbarei des ungewaschenen Aliens ausgesetzt, so wie er einst?

    Die salutierenden Crewmitglieder der Ebon Star nahm der Commander auf seinem Weg von seinem privaten Quartier zur Brücke nur schemenhaft wahr. Wie? Wie konnte die imperiale Flotte geschlagen worden sein? Nicht ein, nicht zwei sondern dutzende Male. War es die Inkompetenz anderer, die ohne jeden Zweifel massiv vorhanden war? War sein geliebtes, wundervolles Imperium der Menschen bereits durchsetzt von Verrätern und Dissidenten? Reichte seine eigene Genialität nicht aus, um es aufzuwiegen?

    Er wusste, wenn er die Brücke betrat, würde ihn keine halbnackte Tänzerin erwarten, die aus einer Torte sprang. Doch in ermangelung von Alternativen und ob der Tatsache, das man in kürze Rendili erreichen würde, entschied er sich, es trozdem zu tun. Während ein „Commander an Deck!“ erschallte, fragte Orlov sich in einem Augenblick der Selbstreflektion, seit wann er so zynisch war.

    An seinem gewohnten Platz angekommen, gesellte sich auch schon der erste Offizier, der vom Commander meist einfach nur mir „Alexej“ angesprochen wurde, zu ihm. Und somit die vage Hoffnung, die grässlichen Gedanken verdrängen zu können.

    „Alexej, wie steht es um das Schiff?“ Wie sollte es wohl um das Schiff stehen? Man brach bisher noch noch auseinander und noch zischten auch keine Funken von den Konsolen.

    „Commander, der Rumpftreffer an einem der Verbindungsstücke war schwerer, als wir zunächst annahmen. Es ist nicht kritisch, doch Reparaturen in der Werft sind unumgänglich.“


    Aus einem unerfindlichen Grund schien sich das Gemüt Viktor Orlovs einfach nicht erhellen zu wollen. Selbst dann nicht, als die Ebon Star in den Realraum eintrat, Codes übermittelte und man in den Genuss imperialer Pracht kam.


    [Orbit von Rendili, Strike-Kreuzer "Ebon Star", Brücke] Viktor Orlov, Brückencrew.
     
  7. Imperial NPC

    Imperial NPC OL Account

    :: Rendili-System :: Rendili :: gemeinsamer Militärstützpunkt :: Büro des Hafenadmirals :: Hafenadmiral Antur Pell ::​


    Knapp zehn Kilometer außerhalb der überfüllten Hauptstadt Rendilis hatte das imperiale Militär vor zwanzig Jahren einen einzelnen Stützpunkt errichtet, der sich über die Jahre zu einer unabhängigen „Kleinstadt“ entwickelt hat. Das Gebiet verfügte mittlerweile über eigene Landeplattformen, Depots und Geschäfte. Man musste das Zivilleben als Militärangehöriger nicht vermissen, weil die meisten Lokalitäten als eigenständiges Pendant dort zugegen waren. Es hatte sich vor den Toren der riesigen Hauptstadt quasi eine „militärische Parallelgesellschaft“ etabliert. In vier Bezirke konnte man diese „Kleinstadt“ unterteilen. Den größten Teil nahmen dabei die beiden Branchen der Bodenstreitkräfte ein – reguläre Armee und Sturmtruppen. Eine befestigte Garnison stellte das zentrale Hauptquartier der hiesigen Generalität dar, während Truppenunterkünfte, Hangars für Walker und Panzer, mehrere Depots, ein riesiger Exerzierplatz und eine Vielzahl an Übungsplätzen diesen Bezirk letztendlich so ausdehnten. Bedingt durch die Größe der Landeplattformen, weitere Depots und eine eigenständige Basis folgten die Sternjäger als Nummer Zwei in der Bezirksrangfolge. Dagegen konnte die hiesige Sektoradmiralität mit ihren paar Gebäuden für Verwaltung und Unterkunft im Vergleich nicht viel dagegen setzen. Ein großes Militärkrankenhaus, ein paar „Militärhotels“ für Besucher sowie fünfzig allgemeine Depots für die Versorgung – mehr besaß der vierte, der „neutral“ Bezirk nicht und war damit der kleinste Teil des Stützpunkts.

    Durch das offene Fenster kam etwas frische Luft in das geräumige Büro. Grüne Pflanzen mit bunten Blüten reckten sich stillschweigend nach dem natürlichen Sonnenlicht, das durch die selbe Öffnung ebenfalls ins Innere drang. Ein massiver Schreibtisch aus dunklem Greelholz stand im Raum. Dazu gehörte ein bequemer Sessel aus teurem Ankaraxleder. Zwei Holo-Bilder zierten die grauen Wände, machten das Büro am Ende aber nicht „gemütlicher“. Eine lederne Sitzmöglichkeit samt kleiner Bar gehörte außerdem noch zum Inventar dieser Räumlichkeit. In diesem Büro arbeitete Antur Pell, der gegenwärtige Hafenadmiral Rendilis. Schwitzend und schnaufend saß der beleibte Flottenoffizier in seinem teuren Sessel und wälzte die neusten Berichte zur Systemverteidigung. Seit dem Angriff der Rebellen auf Corellia hatte Rendili seine Reserven mobilisiert, um im Ernstfall rasch gewappnet zu sein. Zudem ließ er – in Absprache mit der Sektoradmiralität – die Schiffe der Verteidigungsflotte in einem Abstand von einer halben Standardstunde Meldung machen, während sie patrouillierten. Der Mensch mit einem rostbraunen Backenbart legte gerade eine hauchdünne Flimsiplastseite zur Seite als sein Adjutant eintrat. Zackig salutierte der Captain.


    „Sir, Sensorstation 'Osk' meldet das Eintreffen von Kriegsschiffen imperialer Kennung“, berichtete ihm der Offizier. „Noch fand keine Meldung seitens dieser 'Ankömmlinge' statt.“

    Etwas phlegmatisch sah Admiral Antur Pell auf, während sich sein rasiertes Doppelkinn dabei kaum merklich bewegte. „Halten Sie unsere Einheiten in Alarmbereitschaft, Captain. Sollte das ein Trick der Rebellen sein, dann sollen sie diese feigen Hunde unsere Wachsamkeit spüren. … Ich werde Sie zur Kommandozentrale begleiten, Captain. Ich will mir die Sache mit eigenen Augen anschauen.“

    Kaum hatte er das letzte Wort ausgesprochen, schon hatte er sich grazil erhoben. Recht zügig ließ er Schreibtisch und Ledersessel hinter sich und stand neben dem jüngeren Flottenoffizier. Gemeinsam verließ man anschließend das Büro des Hafenadmirals. Während beide Männer durch den Korridor zur Kommandozentrale gingen, zupfte Pell grübelnd an seinem prachtvollen Backenbart. Hatten sie es mit verkleideten Rebellen zu tun oder handelte es sich um imperiale Kameraden? Er hasste diese Ungewissheit. Seitdem Denon gefallen war, mussten die Offiziere in den Core Worlds, die bis dahin recht unbesonnen ihren Dienst tun konnten, höllisch aufpassen. Denn mit jedem verlorenen System musste man eher mit einem Rebellenangriff auf den eigenen Stützpunkt rechnen. Kaum eine Person befand sich auf den Gängen. Die hauptsächliche Arbeit der Verwaltung fand eher in den großen und kleinen Büros statt. Pell störte sich nicht daran.

    Eigentlich glich die Kommandozentrale der Sektoradmiralität einer Schiffsbrücke. Denn man hatte man jeden einzelnen Zuständigkeitsbereich in Stationen gepackt und diese im Anschluss in diesem großen Raum separat verteilt. Höchstens das Fehlen von Gräben, die so typisch für die Brücken der Sternzerstörer waren, konnten einem imperialen Flottenoffizier etwas sauer aufstoßen. Jedoch hatte sich Antur Pell über die letzten fünf Jahre an diesen Anblick gewöhnt. Gerade als er seinen zweiten Schritt auf den Boden der Kommandozentrale machte, kündigte ihn plötzlich die lautstarke Stimme eines anwesenden Soldaten des Imperialen Flottenregiments an. Etliche Augen richteten sich sofort auf ihn. Der Hafenadmiral störte sich nicht daran. Schließlich musste man als Kommandant stets die Aufmerksamkeit seiner Untergebenen haben. Nachdem er einen Moment stehen geblieben war, um seine Anwesenheit wirken zu lassen, setzte er anschließend seinen beabsichtigen Weg in die Mitte der Zentrale fort. Dort wartete schon Commodore Ethea Calfan auf ihn, die mit strenger Miene kurz zu ihm sah und dann wieder ihrem schmalen Datapad die volle Beachtung schenkte.

    Mit einer einfachen Handbewegung entließ Admiral Pell den treuen Captain aus seiner Gesellschaft und näherte sich die letzten Meter der Flottenoffizierin allein. Selbst im „gedämpften Zustand“ war seine tiefe, kräftige Stimme problemlos für andere Anwesende hörbar.
    „Was können Sie mir Neues berichten, Commodore Calfan?“

    „Die angekommenen Schiffe haben sich als 'imperial' verifizieren können“, antwortete die robuste Blondine in der oliv-grauen Uniform. „Sie nutzen die aktuellen Codes der Core World-Flotten. Bei den Schiffen handelt es sich zu einem gewissen Teil um Mitglieder der Dritten Gefechtsflotte. Doch nicht alle 'Neuankömmlinge' konnten wir dieser Einheit zuteilen. Die Ermittlung bei zwei Einheiten (die Verstärkung für Corellia) dauert noch an. Gemeinsam haben aber alle Schiffe, dass sie Schäden aufweisen – zum Teil sogar massiver Natur.“

    Erneut zupfte der Hafenadmiral an seinem Backenbart. „Die Dritte? Chevron war mit der Dritten im corellianischen Sektor aktiv. … Beginnen Sie mit Protokoll Onith-Sieben. Zuteilung von Docks zur Reparatur in Abhängigkeit von Rang und künftiger Dringlichkeit. Danach weisen Sie die jeweiligen Kommandanten auf unser Protokoll Nen-Drei hin. Wir bieten Ihnen eigene Unterkünfte an, während sie auf Rendili verweilen. Nach Nen-Vier steht den ranghöchsten Offizieren zudem ein Abendessen mit der hiesigen Admiralität zu.“

    „Jawohl, Sir“, erwiderte die Commodore und salutierte dabei zackig.

    Kurz bevor der Admiral gehen wollte, drehte er sich noch einmal zu Ethea Calfan um.
    „Und weisen Sie außerdem die Kommandeure der jeweiligen Einheiten noch einmal darauf hin, dass sie sich mit der Übermittlung der Berichte gefälligst beeilen sollen. Ich will nicht, dass in ein paar Stunden eine Horde Rebellen vor unserer Tür steht.“

    :: Rendili-System :: Rendili :: gemeinsamer Militärstützpunkt :: Kommandozentrale :: Hafenadmiral Antur Pell, Commodore Ethea Calfan und einige Militärs ::

    written by
    Aiden Thiuro

    [OP: Schiffskommandanten erhalten jeweils eine Unterkunft, die über einen Raum mit zusätzlichem Bad verfügt. Die Kommandeure von Flottillen und höher haben etwas luxuriöse Unterkünfte. Der Rest wird wohl auf dem Schiff bleiben müssen oder sich ein „Militärhotel“ suchen müssen.]
     
  8. Arcturus Mengsk

    Arcturus Mengsk Captain der Imperialen Flotte

    [Rand des Rendili Systems- VIN Behemoth-Ersatzbrücke] mit Norin, Manscherov und Brückenbesatzung

    Asharra war bereits vorher auf der Brücke gewesen, und hatte schon die Nachricht an die Admiralität vorbereitet. Vorbildlich, wirklich. Das er jedoch, obwohl er an Arcturus das Kommando übergeben hatte, erneut Befehle verteilte machte das Plus gleich wieder zu einem Minus. Jeder sollte wissen wo sein Platz ist, wirklich jeder. Und dieser Platz musste verteidigt werden. Man sah dem jungen Mann an das er Müde war und sich selbst Ohrfeigen würde wenn er könnte.

    "Asharra, sie sind entlassen. Sie schlafen ja im stehen, legen sie sich hin wir brauchen keinen Offizier der nicht mal gescheit stehen an."

    schnauzte er seinen 1. Offizier an und konnte bereits die Erwiderung sehen die auf der Zunge des Mannes lag, auch die Hochgezogene Augenbraue zeigte was in ihm brodelte. Unverschämt knapp salutierte der Mann und drehte sich um um die Brücke zu verlassen, mit einer Haltung als habe er einen Besen verschluckt. Scheinbar als wolle er gegen die Anschuldigung Parolie bieten.

    "Commander wir bekommen eine Nachricht von der Admiralität herein, ich stelle durch."

    sprach der Mann an der Kommunikation und tippte einen kurzen Befehl ein, bevor die Lautsprecher auf der Zwischenbrücke die Nachricht abspielten.

    "Hier Militärstützpunkt, Rendili Sektor an VIN Behemoth, Dock 17 steht für ihr Schiff zur Reparatur bereit. Nach Protokoll Neun-Drei erhält Commander Arcturus Mengsk ein Zimmer in der Militärbasis. Ihr Bericht wird erwartet. Rendili Ende."

    "Bestätigen sie den Empfang und alle Energie auf die Triebwerke, ich will heute noch die Behemoth in einem Dock sehen."

    befehligte Arcturus und ging zu einer kleinen Kommunikationskonsole. Zwar war die Behemoth ein Schrotthaufen, dafür funktionierte, wenn auch Bruchstückhaft, die Schiffsinterne Kommunikation. Es wäre Unnötig die Besatzung auf Rendili warten zu lassen bis die Behemoth wieder Einsatzbereit ist.

    "Besatzung der Behemoth, hier spricht ihr Commander Arcturus Mengsk. Sobald sich die Behemoth im Dock befindet, steht es jedem Besatzungsmitglied, gleich welchem Rang, zu seinen Jahresurlaub einzulösen. Ich werde persönlich dafür Sorge tragen, das diejenigen welche ihren Urlaub nicht einlösen möchten eine akzeptable Unterkunft bekommen. Mengsk Ende."

    Mit dieser Nachricht würde er nicht nur die Verletzten nach Hause schicken um sich zu erholen, sondern auch die Moral aufrecht erhalten und Zeit die Verluste aufzufüllen. Mit einem Knopfdruck öffnete sich eine Karte des Rendili Systems, plus die Bahn die die Behemoth zurücklegen muss um ihr Ziel zu erreichen samt geschätzter Ankunftszeit. Nicht gerade wenig Zeit...

    ***Einige Stunden später***

    In seiner besten Uniform stand Arcturus auf einem Balkon in den Werften von Rendili. Bald nach dem Andocken der Behemoth hatte er sich von seiner Führungsebene verabschiedet. Krakov würde mit Hanson Urlaub auf einer Tropenwelt machen. Mongraz sicherlich ihren Freund besuchen, ein Bürositzer in der Verwaltung von Bastion. Kachinsky blieb auf Rendili, ebenso wie Manscherov. 89% der Überlebenden Besatzung hatte seinen Urlaub eingelöst, und versammelte sich nun bei den Fähren und Transportern um zuerst auf den Boden von Rendili überzusetzen, und von dort dann mit einem Transporter ihrer Wahl zu verreisen. Sobald die Behemoth wieder in einem Akzeptablen Zustand würde er sie über das Holonetz wieder zusammenrufen und erneut dem Imperium dienen. Was Asharra tun würde wusste er noch nicht, bisher hatte er noch nicht seinen Urlaubsantrag bekommen und hatte ihn beim Verlassen des Schiffes auch nicht gesehen. Genießend nippte Arcturus an dem Wasserglas was er erhalten hatte und blickte hinaus in die Unendlichen Weiten des Weltraumes. Corellia war eine Niederlage gewesen, ein Desaster. Eine Befleckung Imperialer Ehre. Die Rebellen würden dafür bezahlen, die Neue Republik wird eines Tages einen viel größeren Schaden davon tragen müssen.

    "Commander Mengsk?"

    fragte eine leicht zögerliche Stimme und zog die Aufmerksamkeit des älteren Mannes auf sich. Vor ihm stand ein junger Bursche, bestimmt erst frisch von der Akademie und nur hier um die niedersten Aufgaben zu erfüllen.

    "Folgen sie mir bitte, ich führe sie zu ihrer Fähre."

    Als Antwort darauf nickte Arcturus nur, leerte das Glas stellte gab es dem jungen Mann. Dieser nahm es nur entgegen, drehte sich um und marschierte mit Über geradem Rücken davon. Hinter ihm der Commander des Schrotthaufens Behemoth.

    [Rendili Systems-Orbit von Rendili-Orbitale Docks-Gang]mit einem jungen Offizier.
     
  9. .::| Rendili-System :|: Systemrand :|: Reste der Verteidigungsstreitkräfte Corellias :|: Imperium-II Sternzerstörer "Harbinger" :|: Brücke :|: Rear Admiral Devaar Thorne & Captain Wynhard Zalas |::.



    Die erdrückende Regungslosigkeit des luftleeren Raums im Rendili-System wurde jäh unterbrochen, als die Schwärze des Alls für den Bruchteil eines Augenblickes zu verformen drohte. Dann jedoch verließen mehrere Kriegsschiffe imperialer Herkunft den Hypperaum und fielen in den Realraum zurück - allen voran der alabasterfarbene Imperium-II-Klasse Sternzerstörer mit der Bezeichnung 'Harbinger'. Das mächtige Schlachtschiff - schwer gezeichnet von der Raumschlacht um Corellia - stellte das nominelle Kommandofahrzeug der Überlebenden dar. Funkensprühend und mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit übernahm der Sternzerstörer die Führung der kläglichen Reste einer einstmals stolzen Garnisonsflotte. Doch deren Herrlichkeit hatte einen empfindlichen Dämpfer erhalten - durch die ungestüme Wucht eines vollkommen unterschätzen Feindes. Der Rebell hatte mit Klauen und Zähnen gekämpft. Das Resultat aus diesem Kampf war simpel, wie erschütternd: Das Imperium hatte höchstwahrscheinlich keine Kontrolle mehr über das gesamte Corellia-System. Der Verlust eines solchen Machtbereiches war bedauerlich, aber strategisch kein Anlaß zur Panik. Zwar besaß Corellia eine Werftanlage von entsprechender Kapazität, allerdings stellte die Corellian Engineering Corporation traditionell nur kleine Militärschiffe herr - zumindest seit Stilllegung der Fertigungsflügel für das Corellianische Schlachtschiff. Bedeutender war allerhöchstens der wirtschaftliche Faktor, denn in der Zivilschiff- und Frachterproduktion war CEC galaxisweit führend, weshalb dem Imperium immense Steuereinnahmen entgingen.

    Von derart finanzgeschwägerten Überlegungen unbefleckt stand Rear Admiral Devaar Thorne auf der Brücke des beschädigten Kriegsschiffes und betrachtete aus den Panoramafenstern den Weltraum. Vor dem sichtlich erschöpften Offizier lag Rendili - ein System mit imperialer Werftwelt und Fluchtort der Verteidigungsstreitkräfte.
    Da man mittlerweile das Gros der Fehler- und Schadensmeldungen der 'Harbinger' gebändigt hatte, konnten die zahlreichen Brückencrewmitglieder dem Alltag an Bord eines Sternzerstörers nachkommen. Trotz ihrer routinierten Vorgehensweise erhob im Hintergrund Captain Wynhard Zalas, der Schiffskommandant, den Stimme.


    "Übermittlung der imperialen Kennungen an die hiesige Admiralität! Verweisen Sie auf den Status als Flaggschiff - Verifizierung unter Berücksichtugung der Standard-Parameter!", befahl der Offizier. Die Reise von Corellia bis nach Rendili hatte nur wenige Stunden gedauert - Zeit die man zur Erfrischung, einem Uniformwechsel und einer kleinen Stärkung genutzt hatte. Dennoch steckte den meisten Flottenmitglieder die Erschöpfung der Schlacht sprichwörtlich in den Knochen. Und von einer Erholungsphase war nichts zu sehen.

    Mit quälender Langsamkeit näherte sich der bisweilen als 'ImpStar Deuce' bezeichnete Sternzerstörer einer Vielzahl von Verteidigungsplattformen und defensiven Waffensystemen, die neben der Präsenz hiesiger Kriegsschiffe für eine enorme Sicherheit sorgten. Rendili als einstiger Hauptherstellungsort von Kreuzern der Dreadnaught-Klasse und den gewaltigen Victory-Klasse Sternzerstörern besaß eine enorme Bedeutung für die Imperial Navy - dementsprechend schwer war das System befestigt. Keiner an Bord des teilweise havarierten Schlachtschiffes hatte Zweifel daran, dass es dem Rebell hier wesentlich schwerer gefallen wäre, einen Sieg davon zu tragen. Auch das sprach für den geringen interstellaren Nutzen von Corellia. Doch der Verlust des Systems hatte dennoch bei vielen Offizieren eine kaum verheilende Wunde geschlagen. Die Moral der Flotte war am Boden, gewann der Rebell doch Schlacht und Schlacht. Was gebraucht wurde, war ein Sieg. Ein klarer Sieg. Ein eindrucksvoller Sieg.


    "Zuweisung der 'Harbinger' erfolgt. Koordinatenübertragung an die Navigation initiiert, Sir.", erklärte Lieutenant Coval. Ziel dabei war die gewaltige Defensiv-Raumplattform von Rendili StarDrive, die als zentrale Koordinations- und Verteidigungsstation diente. Die schiere Größe der Konstruktion konnte dabei auch die Mannschaftsmitglieder eines Sternzerstörers einschüchtern. Dennoch dauerte die Reise noch mehrere Minuten, die wie Äonen anmuteten. Die reduzierte Antriebsleistung war notwendig, um alle beschädigten Bereiche der 'Harbinger' ausreichend abschotten und versiegeln zu können, hatte sie doch erhebliche Schäden - vor allem im Frontbereich. Wenn jedoch alles nach Plan lief, gab es die Möglichkeit einer partiellen Instandsetzung des mächtigen Schiffes. Zwar gaben die Kapazitäten von Rendili StarDrive keine abdeckende Reparatur eines Sternzerstörers der Imperium-Klasse her, aber zumindest die gröbsten Beschädigungen ließen sich beheben.

    "Captain, wir erhalten Geleitschutz von zwei Staffeln TIE-Interceptoren der hiesigen Raumverteidigung - man geleitet uns zu unserem Ziel.", vermerkte einer der zahlreichen Offiziere im Steuerbord-Brückengraben. Offenbar wollten die hiesigen Kommandanten der Raumsicherheit mit Nachdruck dafür sorgen, dass man auch wirklich dorthin flog, wohin man sollte. Diese grundsolide Skepsis sprach einerseits für die Ernsthaftigkeit des Dienstes der Systemverteidiger, andererseits für die allgegenwärtige Bedrohung durch Rebellenkräfte. Vorsicht war schlichtweg erforderlich.

    Mit den vierundzwanzig Abfangjägern, die das eintausendsechshundert Meter lange Schlachtschiff flankierten, steuerte man zielsicher auf die über vier Kilometer hohe Raumstation zu. Dessen sanduhrförmige Gestalt verlieh zwar den Eindruck einer friedlichen Weiblichkeit, jedoch vergaß niemand an Bord der 'Harbinger' die technischen Daten eines solch stählernen Monstrums. Die von Rendili StarDrive produzierten Raumstationen konnten sich mühelos mit einem modernen Schlachtschiff messen und besaßen darüber hinaus noch ein Kontingent von zwölf Raumjägerstaffeln.


    "Rear Admiral Thorne - die hiesige Admiralität verweist auf das Zugeständnis eines Abendessens gemäß Protokoll Nen-Vier!", informierte Lieutenant Coval aus dem Backbord-Brückengraben. Die blonde Offizierin hatte sich während der Schlacht von Corellia als nützliches Sprachrohr erwiesen und würde eine entsprechende Wertschätzung durch den Rear Admiral erfahren - soviel stand für ihn fest.

    Plötzlich kam Leben in den Offizier von Thyferra. Mit einem gequälten Gesichtsausdruck fuhr er langsam herum - durch sein Hüftleiden natürlich etwas schwerfälliger, als bei einem gesunden Menschen. Dennoch versprühte der Kommandant der verbliebenen corellianischen Verteidigungsstreitkräfte eine enorme Kraft.


    "Zur Kenntnis genommen, Lieutenant. Lassen Sie eine Landefähre bereit machen und stellen Sie mir einen Bericht der Schlacht mit Hilfe der Protokolle und Meldungen zusammen. Es ist an der Zeit, die entsprechenden Stellen über den Verlust von Corellia zu informieren.", wies der 42jährige an. Ihm stand keine sonderliche angenehme Aufgabe bevor - doch es war seine dienstliche Pflicht, diese Bürde zu tragen. Seiner Anweisung wurde entsprechend schnell entsprochen, doch der Rear Admiral wartete auf keine verbale Bestätigung, sondern richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den sich nähernden Planeten Rendili, beziehungsweise die im Orbit befindliche Defensiv-Raumplattform.

    Selbige wurde nun in den letzten Zügen angesteuert. Im oberen Stationskranz, dem Docking Cluster, existierten sechs Andockstationen, die speziell für Schiffe im Terrordesign angelegt worden waren. So war es der 'Harbinger' ein Leichtes, ziel- und passgenau eine Parkposition einzunehmen. Mit einem finalen Ruck, gefolgt von einem dumpfen Knall, festigte das Schlachtschiff seinen finalen Halt. Sofort begann ein regeres Treiben als zuvor auf der Brücke des Sternzerstörers. Nun fing die eigentliche Arbeit an - musste man doch administrative, logistische und organisatorische Aufgaben initiieren. Der Rear Admiral hatte keinen Zweifel daran, dass die Besatzung des angeschlagenen Flaggschiffes auch ohne Befehle von ihm selbst korrekt handelte - zumal Captain Zalas direkt Anweisungen bellte.

    Eine knappe Stunde später erreichte Devaar Thorne in Begleitung von zwei Elite-Soldaten des Sturmtruppenkorps und mit einem ganzen Stapel Flimsiplast-Streifen, sowie mehreren Datenkarten den Hangar für Landefähren. Ein klassisches Shuttle der T-4a Lambda-Klasse stand schon bereit, die Piloten warteten einzig und allein auf den ranghohen Flottenoffizier. Während sich der Mann von Thyferra, angetan in seiner recht schlichten Admirals-Uniform, seufzend in einer Passagier-Sitzschale niederließ, bauten sich die Sturmtruppen stumm auf - sie würden ihm auf Tritt und Schritt folgen.

    Kurz darauf hob die Landefähre mit eleganter Behäbigkeit vom schwarzpolierten Boden des Hangars ab und ließ sich dank der Repulsortriebwerke aus dem riesigen Leib des Sternzerstörers manövieren. Mit flammenden Aggregaten nahm sie im Anschluß Kurs auf Rendili - befand sich dort doch der stadtähnliche Militärstützpunkt mitsamt der Hafenadmiralität. Der Flug selbst dauerte nicht mehr als dreißig Standardminuten - waren die Piloten doch geschult und im Besitz der konkreten Zielkoordinaten.

    Als das Lambda-Shuttle endlich auf dem Landefeld des militärischen Komplex landete, wartete bereits eine Abgesandtschaft der hiesigen Admiralität auf Thorne. Selbigem folgten - wie Schatten - die beiden weißgepanzerten Alptraumgestalten des Sturmtruppenkorps. Die Begrüßung durch das Empfangskomitee fiel recht knapp und wortkarg aus, was der Rear Admiral stumm begrüßte - würde er doch noch genug sprechen dürfen. Man führte den 42jährigen Mann von Thyferra ohne große Umstände durch endlos wirkende Gänge und Korridore, die nur vor imperialer Propaganda strotzten. Stolz hingen in regelmäßigen Abständen Banner und Wimpel mit dem Logo des Imperiums von der Decke, während Holoprojektoren unterschiedlichster Größe wieder und wieder Darstellung militärischer Fahrzeuge und Raumschiffe präsentierten. Humpelnd bewältigte der schlachterprobte Flottenoffizier die anspruchsvolle Wegstrecke, bis er schließlich in einen ausladenden Konferenzraum gebracht wurde. Selbiger wartete mit klassischer imperialer Einrichtung auf und bestach in erster Linie durch Praxisnähe. An eben jenem Ort wurden Thorne der hiesige Hafenadmiral mit Namen Antur Pell, sowie ein Commodore namens Ethea Calfan vorgestellt. Auch diese Begrüßung fiel mehr als knapp aus - was man sicherlich den wenig erbaulichen Umständen schulden musste. Mit einem Wink gab der Rear Admiral seiner persönlichen Eskorte die Erlaubnis, sich zu entfernen und das Trio nahm auf hochlehnigen Stühlen Platz. Kurz darauf betraten weitere Mitglieder der Streitkräfte des Imperiums den Raum, jedoch waren sie alle von vernachlässigbar niedrigem Rang - dienstbare Assistenten und Protokollanten. Der Rear Admiral begann seinen kurzen Bericht ohne Umschweife.


    "Meine Herren, ich bin hier, um einen kurzen Bericht abzugeben: Corellia ist verloren!", begann der Offizier der Flotte, der eine Musterkarriere sein Eigen nannte lapidar. Die Schwere seiner Worte war ihm dabei durchaus bewusst, doch es gab keinerlei Notwendigkeit, das Offensichtliche schönend zu umschreiben. Man hatte Corellia verloren. Zumindest aus Sicht der Imperial Navy. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Planet dem Rebell in die Hände fiel - es sei denn man konnte auf große Truppenkontingente zurückgreifen, was der Rear Admiral jedoch bezweifelte. Dafür war die imperiale Verstärkung zu gering gewesen. Irgendwo krankte das Galaktische Imperium.

    "Ich habe hier die vorläufigen Berichte zum Verlauf der Schlacht, inklusive der Datenkarten mit allen verlustig gemeldeten oder vermerkten Schiffen der Verteidigungsstreitkräfte.", fuhr Devaar Thorne fort. Eben jene Verlustlisten lasen sich wie fiktiver Bericht der Schande, war er doch angefüllt mit einer erschreckenden Menge an vernichteten Raumfahrzeugen. Jedes Schiff allein war schon ein trauriger Verlust, allerdings wurde die bloße Nennung der grundlegenderen Botschaft dabei nicht gerecht. Denn jedes zerstörte Raumschiff ging einher mit hunderten, ja tausenden Toten - allesamt Teil der Streitkräfte des Imperators. Melodramatisch formuliert war es ein Desaster. Ein verfluchter Alptraum.

    "Unter den zerstörten Schiffen und damit Teil der menschlichen Verluste sind auch Admiral Chavron und Vice Admiral Varol - beide hielten es für nötig, sich selbst in Rammangriffen zu opfern.", ergänzte der 42jährige mit kalter Neutralität. Nach wie vor hielt er eine solche Form der Kriegsführung für eine Verschwendung. Zwar war es eine Ehre, im Dienste des Imperiums sein Leben zu geben, allerdings nicht durch eine kopflose Handlung. Und genau als solches bezeichnete er den Freitod. Einen sinnlosen Freitod, der den Ausgang der Schlacht nicht beeinflusst hatte. Zumindest nicht im positiven Sinne.

    "Von Beginn an lässt sich folgendes berichten: Der Aufbau der Verteidigung ist als ausreichend zu bezeichnen - konnten wir doch großflächige Minenfelder installieren, auf drei Golan-Stationen und knapp einhundertsechzig Staffeln planetarer Raumjäger zurückgreifen, sowie einen w-165 Turbolaser einsetzen. Als die Patrouillenschiffe die Ankunft von Rebellen-Spähern meldeten, wurde Alarm gegeben. Corellia selbst war schon im Vorfeld abgeriegelt worden, um etwaige Einschleusungen von Spionen und Saboteuren zu verhindern.", begann Rear Admiral Thorne. Seine Präsentation der Schlacht erfolgte dabei aus einer Mixtur von Erinnerungen, Berichten, Befehlsvermerken und persönlicher Einschätzung. Die Auswertung der Schlachtprotokolle war etwas für Analytiker und Statistikspezialisten.
    Mit jedem erwähnten Wort jedoch zog sich die Kehle des Rear Admiral zu. Jede Erläuterung, jeder Satz führten dem Offizier vor Augen, dass die verlorene Schlacht möglicherweise nur ihm selbst anzulasten war. Seine Entscheidungen, seine Befehle, seine Überlegungen - all das hatte möglicherweise zu dem Resultat geführt, dass Corellia hatte in die Hände des Feindes fallen lassen.


    "Der Rebell sprang ohne Vorwarnung mit einem Supersternzerstörer der Executor-Klasse ins System, begleitet von Nebula- und Imperium-Klasse Sternzerstörern - dazu typische Träger-Einheiten aus Rebellenbeständen. Die feindlichen Einheiten mussten Geheimdienstaktivität genutzt haben, um abseits der Minenfelder ins System zu kommen - fortan rückte diese schwere Formation fast ungehindert vor. Alle Abwehrversuche scheiterten schon Beginn an, die zur Verfügung stehenden Einheiten konnten der Feuerkraft eines Supersternzerstörers nichts entgegensetzen. Zudem erschien eine zweite, zahlenmäßig größere Streitmacht der Rebellen im Korridor zweier Minenfelder - angeführt von einem überdimensionalen Sternenkreuzer moncalamarischer Fertigung. Über selbigen hat Captain Jericho, Kommandant der 'Annihilator' ein Dossier zusammengestellt.", sprach der Flottenmann von Thyferra weiter. Vor seinem geistigen Auge entstanden Bilder von kollabierenden Schilden, explodierenden Raumjägern und dem titanischen Supersternzerstörer. Man hatte keine Chance gehabt. Die Rebellen waren mit solcher Entschlossenheit und Schlagkraft vorgerückt, dass ihnen die Verteidiger nichts gleichwertiges hatten entgegen werfen können.

    "Im Anschluß konnte der Rebell aufgrund drückender Überlegenheit immer mehr Raum gewinnen. Zwar hat die Systemverteidigung für erhebliche Verluste auf Feindesseite gesorgt, spätestens mit der Vernichtung der ersten zwei Flottillen durch den Supersternzerstörer, sowie der vergeblichen Rammangriffe durch Admiral Chavron und Vice Admiral Varol, dessen Einschätzung der vorherigen Situation als katastrophal zu bezeichnen ist, konnte dem Rebell nicht mehr beigekommen werden. Die w-165 hat sich in dieser Situation jedoch als wertvoll erwiesen. Darüber hinaus erhielt der Feind von ehemals unabhängigen Elementen der 'Forces of Hope', sowie von hapanischen Kräften Unterstützung. Letzteres bitte ich dringend zu verfolgen!", fügte Rear Admiral Thorne bei. Diese knappe Zusammenfassung wurde dem Chaos der Schlacht nicht annähernd gerecht - war jedoch auch nicht mehr als ein kurzer Abriss. Die grässlichste aller Mitteilungen jedoch musste er noch machen. Jene, die mehr als alles andere den Ausgang der Schlacht beeinflusst hatte.

    "Zudem gilt es zu erwähnen, dass diverse imperiale Kommandanten den unehrenhaften Weg der Flucht gewählt haben - allen voran die gesamte Neunte Kampfgruppe unter Captain Villus Medvir! Der Mangel an Disziplin und Loyalität ist schlichtweg als eklatant zu beziffern.", erklärte er mit einer extrem neutralen Intonierung. Das Eingeständnis eines Offiziers auf Admiralsebene, dass die Moral der Flottenstreitkräfte als bestenfalls diskutabel eingeordnet werden mussten, bedrückte Devaar Thorne. Mehr noch, es belastete ihn regelrecht.



    ... Fortsetzung folgt ...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. Juli 2012
  10. ... Fortsetzung ...



    Noch ehe Hafenadmiral Antur Pell, dessen angestrengter Gesichtsausdruck auf eine entsprechende Konzentration schließen liess, eine Antwort präsentieren konnte, zückte Rear Admiral Thorne die Flimsiplast-Streifen und die Datenkarten. Beides schob er in Richtung des Hafenadmirals. Mithilfe eben jener Unterlagen war es möglich, ein halbwegs greifbares Bild der Schlacht schaffen zu können. Dennoch konnten bloße Fakten nicht zur Gänze begründen, wie die kriegerische Katastrophe ihren Lauf hatte nehmen können.

    "Diesen Auflistungen können Sie entnehmen, welch Schiffe wir als verloren sehen müssen. Ein detaillierter Bericht meinerseits wird beigefügt. Zudem wird auch ein umfangreiches Portfolio von Einschätzungen der beteiligten Offiziere.", gab der Flottenoffizier weiter zu Protokoll. Ihm allein oblag es, eine qualitative, qualifizierte Einwertung der überlebenden Schiffskommandanten einzureichen. Natürlich würde er sich auch dafür von einzelnen Flottillenkommandeuren Meinungen und Berichterstattungen einholen. Selbst in Zeiten wie diesen, welche mit Niederlagen und Rückschlägen aufwarteten, gab es immer wieder kleine Lichtblicke. Und eben jene mussten entsprechend gefördert, belohnt und belobigt werden - wollte man ihren Willen zum Kampf aufrecht erhalten.

    Die Datenkarten mit den Eindrücken, Fakten und Verlustlisten der Schlacht fanden schnell ein dankbares Lesegerät - gereicht von einem der zahlreichen namenlosen Offiziere niedrigeren Ranges. Binnen kurzer Zeit warf das kleine Stück Technik vor allem eines aus: Die traurige Bestätigung zahlreicher Verlust. Mit ihr einhergehend gleichzeitig der Beweis für die Unterlegenheit der imperialen Flotte in direkter Auseinandersetzung mit einer Rebellenflotte. Dem Vertreter der hiesigen Admiralität wurde die erschreckende Erkenntnis präsentiert.




    Ungeachtet der inkludierten Tode tausender treuer Flottensoldaten, war die pure Anzahl vernichteter Kriegsschiffe schon herber Schlag genug. Dem Hafenadmiral drohte nach Einschätzung Thornes die Gesichtsfarbe abhanden zu kommen. Der Umfang der Bedeutung dieser Niederlage war noch nicht exakt zu bestimmen - vor allem was die Moral der Navy anbelangte. Bei falscher Übermittlung der Neuigkeiten über den Verlust Corellias - vor allem aber der Art und Weise - konnte schnell ein Bruch in die Flotte kommen. Nichts war schlimmer im Militär, als mangelhafte Loyalität und rückläufige Disziplin. Gerade der gewaltige Kriegsapperat des Galaktischen Imperiums lebte von einer gnadenlosen Disziplin. Es war unabdingar, dass der Nimbus der Unbesiegbarkeit gewahrt blieb. Auf die Propagandamaschinerie des Imperators kamen arbeitsreiche Tage und Wochen zu - ohne dass sie es wussten.

    "Mir ist die Brisanz dieser Liste durchaus bewusst und ich vertraue auf die Diskretion der Schlachtbeteiligten, wie auch aller innerhalb dieses Raums. Admiral Pell, wir müssen einen Gegenschlag vorbereiten ... der Rebell ist angeschlagen! Den vorliegenden Aussagen gemäß ist der Supersternzerstörer mehr als nur schwer angeschlagen, darüber hinaus ist es uns gelungen, das Gros der feindlichen Schlachtschiffe zu zerstören oder wenigstens extrem schwer zu beschädigen! Mit einer geeignet großen Gegenoffensive fegen wir den Rebell aus dem System ...", kolportierte der Rear Admiral in einem Anfall feuriger Leidenschaft. Ihm war klar, dass eine derartige Streitmacht schlichtweg nicht zur Verfügung stand. Der Gesichtsausdruck des Hafenadmirals, immer noch von der Verlustliste erschlagen, sprach Bände und war selbsterklärend. Devaar Thorne konnte und brauchte sich keine Hoffnungen zu machen. Er konnte nur Berichte abgeben, seiner Meinung eine klare Form geben und diejenigen Schiffskommandanten loben, die sich seiner Meinung nach besonders verdient gemacht hatten. Vielen waren dies nicht, überwog doch die Enttäuschung über jene Offiziere, die ihr Heil in der Flucht gesucht hatten. Die daraus resultierende Frustration war unerträglich und allgegenwärtig.

    Der 42jährige Rear Admiral schluckte einmal mehr, betrachtete sein Gegenüber und überlegte angestrengt, welche Offiziere und Schiffskommandanten sich besonders bewährt hatten. In erster Linie musste er dafür sowohl seinen XO, Captain Wynhard Zalas, als auch den Interims-Befehlshaber der Achten Kampfgruppe, Captain Vylt Jericho, zu Rate ziehen. Letzterer hatte sich in erster Linie als standhafter Offizier und Kommandant erwiesen, während sein eigener Executive Officer sehr direkt mit den restlichen Schiffen der eigenen Kampfgruppe Kontakt gehalten hatte. Darüber hinaus gab es einige wenige Auserwählte, die ihren ganz persönlichen Anteil am Schlachtgeschehen hatten. Doch für derartiges Lob und entsprechende Erwähnungen blieb ausreichend Zeit. Erst einmal musste entschieden werden, wie und auf welchem Wege die Meldung vom Verlust Corellias vermittelt wurde. Rear Admiral Devaar Thorne kam sich unsagbar klein und bedeutungslos vor - erstmals überhaupt in seinem Dasein als Offizier der Imperial Navy.


    .::| Rendili-System :|: Rendili :|: zentraler Militärstützpunkt der Vereinigten Streitkräfte :|: Kommandobereich :|: Konferenzraum :|: Rear Admiral Devaar Thorne, Hafenadmiral Antur Pell, Commodore Ethea Calfan & weitere Militärs |::.
     
  11. || Rendili : Orbitalwerft : Lancer FRG ‚Vigilante’ : Brücke||
    Percaide, mit Brückencrew​

    Ruhe hatte Percaide während des mehrstündigen Hyperraumsprungs nach Rendili nicht viel gefunden– eine schnelle Dusche und ein Wechsel der Uniform kamen einer kurzen Erholung von der verlorenen Schlacht von Corellia am nächsten. Nach der erfreulichen Botschaft, dass die ‚Vigilante‘ trotz des relativ späten Eingreifens der Kampfgruppe in der Schlacht um Corellia sechsundzwanzig bestätigte Abschüsse erzielt hatte, jagte eine Schadensmeldung die nächste. Mindestens fünf der insgesamt zwanzig Vierlingslaserkanonen der Lancer-Fregatte waren infolge von Materialermüdung irreparabel beschädigt. Anscheinend hatten die Kanonen die Abnahme durch die Sicherheitsprüfer vor dem Abflug von Yaga Minor gerade so bestanden und ‚gerade so‘ war ein Ausdruck, der in dem Wortschatz der Kommandantin nichts zu suchen hatte.
    Die Hüllenschäden um den Antrieb, die vor dem Abflug nach Rendili noch vorläufig als unbedenklich eingestuft worden waren, hatten schwerwiegendere Auswirkungen auf Teile des Hyperantriebs gehabt, als es die Techniker vorausgesehen hatten. Der Sprung war mit einem so harten Ruck vonstatten gegangen, dass es mehrere Verletzte gegeben hatte und es sich herausstellte, dass die noch auf Yaga Minor reparierten Leitungsschäden fehlerhaft oder nur oberflächlich wiederhergestellt worden waren. Sowohl der Thorsen Energiefeldantrieb als auch die Kompensatoren des Hyperantriebs waren von Aussetzern befallen, die einen mehr als bedenklichen Anstieg der Temperatur der Brennkammern und Triebwerke verursachten. Die verantwortlichen Ingenieure versicherten ihr, dass bis zu Ankunft auf Rendili ein stabiler Hyperraumflug aufrecht erhalten werden konnte, doch die Stunden bis dahin verbrachte sie unter großer Anspannung. Für Wochen auf Sublicht zur nächsten Werft unterwegs zu sein, war neben der Explosion des Schiffes und dem Masseschatten eines Sterns oder Planeten aus dem Hyperraum zu fallen, die größte Katastrophe, die sie sich vorstellen konnte.

    Erst als die ‚Vigilante‘ mit einer dumpfen Erschütterung an einem der zahlreichen Auslegerarme einer Orbitalwerft andockte, hatte die Kommandantin das Gefühl, sicher angekommen zu sein. Das Schiff war im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Hyperraum gefallen, da die Motivatoren des Hyperantriebs an der Grenze ihrer Belastungsfähigkeit angelangt war. Wie sich in den Gesprächen mit dem technischen Bordpersonal herausgestellt hatte, war die Fregatte in aller Eile überholt und bereitgestellt worden, so dass nur die wichtigsten Mängel beseitigt worden waren, da man für einen Einsatz gegen Piraten keine extremen Belastungen für Bewaffnung und Schilde sowie den Hyperantrieb erwartet hatte. Für eine ausgewachsene Raumschlacht mit ernst zunehmenden Gegnern hätte die ‚Vigilante‘ eine längere und gründlichere Überholung gebraucht, und die Freigabe war unter einer teilweisen Verschleierung der wirklichen Zustände erfolgt, weil die Zeit gedrängt hatte. Percaide entdeckte diese Tatsachen, nachdem sie auf einer Aushändigung der Prüfberichte bestand – zwar war sie keine Technikerin, aber die standardisierten Protokolle wiesen erhebliche Lücken für die jeweiligen Prüfbereiche auf, waren aber mit ‚in Ordnung‘ oder ‚ausreichend‘ bewertet, so dass ihr Erster Offizier ihr schlichtweg keine Schadensmeldungen mitteilen konnte.

    Lieutenant Commander Neiron schmolz förmlich zu einem Häufchen Elend, als mit ihr in ihrem Bereitschaftsraum zusammen saß und die entsprechenden Berichte für Rear Admiral Thorne verfasste. Dieser Mann war erbärmlich - erst seine schwache Selbstdisziplin während der Schlacht und nun fehlte ihm das Rückgrat dafür, einzugestehen, dass er vor der Übergabe der Fregatte an ihr Kommando, hätte gründlicher arbeiten müssen.

    „In der Schlacht von einem überlegenen Feind vernichtet zu werden, ist die eine Sache, Lieutenant Neiron. Eine andere ist es, vernichtet zu werden, weil die eigenen Leute dabei versagt haben, zuverlässig und akkurat zu arbeiten. Dieses Schicksal hätte der ‚Vigilante‘ durchaus blühen können. Ich muss mich auf meinen Ersten Offizier blind verlassen können – erinnern Sie sich noch an den Zusammenhalt, von dem die Verräterin gesprochen hat? Wenn ich mir Sie und Ihr Verhalten ansehe, könnte es fast sein, dass sie Recht hat. Die Stärke des Imperiums hängt von jedem seiner Soldaten ab, vom Rekrut bis zum Admiral, und damit stehen auch Sie in der Verantwortung. Anscheinend sind Sie aber dieser Verantwortung nicht gewachsen, und ich frage mich ernsthaft, wie Sie es überhaupt in diese Position geschafft haben!“

    Weder hob die dunkelhaarige Bastionerin die Stimme noch hieb sie mit der flachen Hand auf den Tisch, wie sie es oft tat, wenn sie sich aufregte. Nur ihr Blick und der schneidende Unterton sorgten dafür, dass ihr Gegenüber zusammenzuckte. Er versuchte den Balanceakt, sie sowohl anzusehen, als auch dem strafenden Blick auszuweichen, in dem er das Holo des Querschnitts der Antriebssegmente betrachtete, welches neben ihr in Augenhöhe schwebte. Sie fand sein Verhalten äußerst ärgerlich.

    „Commander Theirys, ich bin dem Imperium genauso treu ergeben wie Sie und tue mein Bestes, um dafür zu kämpfen. Normalerweise waren die Prüfberichte, wie auch das Personal, immer zuverlässig, doch ich denke, dass die Arbeiten aufgrund der häufigen Einsatzwechsel in den letzen Monaten nicht so zufriedenstellend ausgeführt werden. Die Techniker stehen unter einem hohen Druck, Ma’am, menschliches Versagen…“

    Dieser Begriff gehörte auch den Reizwörtern, die Percaide zur Weißglut treiben konnte – es war ein Euphemismus für Disziplin- und Verantwortungslosigkeit, für Leute, deren Willensstärke zu wünschen übrig ließ. Während der Erste Offizier sprach, rief die Kommandantin der ‚Vigilante‘ ein Dokument als Holoprojektion auf ihrem Datapad auf und scrollte zu einer Seite, die die Bilder der Brückenoffiziere zeigte.

    „Genug davon! Natürlich werde ich in meinem Bericht auch eine Bewertung der Performance meiner Brückencrew während der Schlacht abgeben. Dazu gehört auch die Ihrige. Nehmen Sie das als Anlass über Ihre Einstellung zu Disziplin und Verantwortung nachzudenken, denn auch von Ihrem Verhalten hängen Leben und Tod der gesamten Mannschaft ab, was wiederum auf das gesamte Imperium zurückfällt. Sie können gehen.“

    „Ja, Ma’am. “

    Der Erste Offizier versuchte, sich aufrecht zu halten, als er den Bereitschaftsraum der Kommandantin verließ. Sie selbst ergänzte noch einige Bemerkungen zu dem Lieutenant Commander und verfasste eine förmliche Beschwerde über den desolaten Zustand, in dem man ihr die Lancer-Fregatte übergeben hatte.


    || Rendili : Orbitalwerft : Lancer FRG ‚Vigilante’ : Bereitschaftsraum||
    Percaide
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Juli 2012
  12. Norin Asharra

    Norin Asharra Senatsbesucher

    [Rendili-System – irgendwo im System - Vindicator-Kreuzer Behemoth - Ersatzbrücke] Norin Asharra, Arcturus Mengsk, Brückenbesatzung


    Er verließ nicht die Ersatzbrücke, Norin Asharra, nunmehr wieder XO auf der Behemoth, machte einen Abgang. Auf den Tod konnte er es nicht ausstehen, ins Bett geschickt zu werden als wäre er ein kleiner unfolgsamer Junge. Es gab noch Arbeit zu verrichten, bis sie die Rendili StarDrive Werft erreicht hatten. Berichte mussten verfasst und an Rear Admiral Thorne geschickt werden. Dennoch verkniff er sich eine Entgegnung bevor er der Ersatzbrücke den Rücken kehrte. Den Bogen wollte er nicht überspannen. Noch eine Versetzung aufgrund seines unbeherrschten, zum Teil lehrerhaften Verhaltens Vorgesetzten gegenüber, wollte er zum jetzigen Zeitpunkt nicht riskieren, es könnte ihn unter Umständen die Karriere kosten.

    Vor sich hin brütend stolzierte er in sein Quartier, legte sich vollständig bekleidet ins Bett und schlief sofort ein.



    Es schien ihm, als seien nur Minuten vergangen, da schallte die Stimme Commander Mengsks durch das Schiff, wohl eher Wrack, und weckte ihn. Norin glaubte, seinen Ohren nicht zu trauen und erst dachte er auch, er hätte sich verhört. So dauerte es eine Weile bis ihm die Tragweite des Gehörten bewusst wurde. Wie von einem Insekt gestochen fuhr er hoch, strich sich mit derselben Bewegung die Uniform glatt und eilte im Laufschritt zur Ersatzbrücke zurück.

    Das konnte doch nicht wahr sein. Er musste sich irren. Er musste sich verhört haben. Anders ging es nicht, er musste etwas falsch verstanden haben.

    „Lieutenant Terius, wo ist der Commander?“, fragte er in einem atemlosen Tonfall für den er sich gleich selbst tadelte, da er indizierte, es ginge um Leben und Tod, denn andernfalls hätte er auch das Com nutzen können.

    „Er verlässt soeben das Schiff, Sir. Äh … der Commander hat allen Urlaub erteilt, sobald wir angedockt haben und das haben wir vor zehn Minuten, Sir“, antwortete der Angesprochene mit einem verwunderten Unterton in der Stimme. Norin konnte geradezu die Frage heraushören, warum er sich hier befand, ignorierte den Ton allerdings.

    So lange hatte er also gebraucht, um die Durchsage zu verstehen, zu verdauen und darauf zu reagieren. Er griff sich an den Kopf, stellte fest, dass die Dienstmütze fehlte und verbiss sich gerade noch einen Fluch.

    „Falls schon jemand weg ist, muss er zurückkommen. Niemand verlässt das System. Es gibt keinen Urlaub, höchstens einen kurzen Landgang und alle halten sich in Bereitschaft. Verdammt …“, er verkniff sich eine weitere Bemerkung, die direkt auf die Fähigkeiten des Commanders gemünzt war.

    „Sir, noch ist keiner von Bord gegangen“, erklärte Lieutenant Terius weiter, was es ein wenig einfacher für Norin machte. Dennoch bebte er innerlich vor Zorn. Er wandte sich an die Kommunikation und sagte mit ruhigerer Stimme, als er sich fühlte: „Öffnen Sie eine schiffsinterne Verbindung. Ich will von allen gehört werden.“

    „Aye, Sir“, kam die Antwort erst, nachdem sich der junge Offizier umgewandt und den XO aus erstaunt aufgerissenen Augen angestarrt hatte. Er drehte sich wieder herum und kam der Aufforderung des stellvertretenden Schiffskommandanten nach, wenn auch zögerlich. „Verbindung steht, Sir.“

    „An alle. Hier spricht Lieutenant Commander Asharra. Hiermit ist jedweder Urlaub gestrichen. Wir befinden uns nach wie vor in Alarmbereitschaft. Jedes ungenehmigte Verlassen des Schiffes wird als Desertion gewertet. Bleiben Sie auf Ihren Positionen und warten Sie weitere Befehle ab.“

    Mit einem Kopfnicken zu dem wenig erfreut wirkenden Kommunikationsoffizier ließ er die Verbindung trennen. Er mochte es gar nicht, solche Anordnungen zu treffen, doch waren sie nötig, um im Bedarfsfall einsatzbereit zu sein. Wahrscheinlich handelte er sich damit großen Ärger mit Mengsk ein, höchstwahrscheinlich mehr als ihm lieb war und er sah sich im Geiste schon auf eine Zollfregatte zwangsversetzt. Doch auch das hielt ihn nicht davon ab, die Vorschriften einzuhalten und auf deren punktgenaue Durchführung zu achten. Er modifizierte Befehle, legte sie ein wenig anders aus, sodass sie zu den Gegebenheiten passten, aber er führte sie aus, selbst wenn das für ihn hieß, den Schiffskommandanten zu übergehen oder dessen Befehle außer Kraft zu setzen.

    „So, das war’s Leute. An die Arbeit. Sind sämtliche Berichte an Rear Admiral Thorne übermittelt worden, Lieutenant Terius?“ Fragend hob er die Augenbrauen und taxierte etwas jüngeren Mann, dessen Strin eben von einem feinen Schweißfilm geziert wurde. Er kam hier zwischen die Fronten in der Kommandostruktur. Norin wusste das, doch darauf konnte er keine Rücksicht nehmen. „Aye Sir, sämtliche Daten wurden an die Harbinger gesendet.“

    „Sehr gut. Dann warten wir jetzt die weiteren Befehle ab und Commander Krakov soll sich in meinem Quartier melden.“

    „Aye Sir“, kam es von der Kommunikation, die den Auftrag sofort ausführte und eine Meldung an den genannten Offizier weitergab.

    Norin indessen lief auf der Brücke herum und dachte nach. Was hatte den Commander nur getrieben, in so einer Zeit, Urlaube zu gewähren? Hatte er doch größere Verletzungen erlitten, als es den Anschein hatte? Warum hatte ihn diese Hanson wieder diensttauglich geschrieben, wenn er es offensichtlich nicht war? Fragen über Fragen und keine Antworten darauf. Da fiel ihm etwas ein, als er an Lieutenant Hanson dachte.


    „Wurden die Verwundeten schon abtransportiert?“

    „Aye, Sir. Sind gerade dabei“, antwortete Terius. „Die Ersten werden eben in Fähren verladen und in ein Militärkrankenhaus gebracht.“

    Der XO stand wieder auf, schaute sich um. Hier wurde jetzt gearbeitet. Es würde Gemurre geben, wahrscheinlich musste er sich noch vor Commander Mengsk für die Zurücknahme der Massenurlaube rechtfertigen. Bei diesem Gedanken wurde sein Gesicht eine Maske grimmiger Entschlossenheit. Wenn der Commander meinen sollte, sich deswegen zu echauffieren, dann war es eben so. Dafür nähme er sogar eine weitere Versetzung in Kauf, überlegte er weiter, selbst auf eine Zollfregatte zwischen Irgendwo und Nirgendwo.

    „Machen Sie hier weiter, Lieutenant Terius und informieren Sie mich, wenn es Schwierigkeiten gibt, weil der Urlaub aufgehoben worden ist.“ Er wandte sich schon zum Gehen, da fiel ihm noch etwas ein: „Wenn Commander Mengsk wieder erreichbar ist, möchte ich ihn sprechen.“

    In seiner Wut über die gewährten Urlaube, schoss er vielleicht übers Ziel hinaus, doch zu diesem Zeitpunkt war ihm das gleichgültig. Wichtig war, dass der Betrieb aufrecht erhalten werden konnte, sie jederzeit abrufbar waren, und ohne die ausdrückliche Erlaubnis von Captain Jericho oder Rear Admiral Thorne hatte er nicht vor, irgendein Besatzungsmitglied von Bord gehen, geschweige denn in ein anderes System reisen zu lassen.

    Als er in sein Quartier ging bemerkte er, wie schlecht die Stimmung an Bord war, denn zahlreiche Leute mussten ihre Pläne, die sie rasch gefasst hatten, neuerlich ändern. Norin ignorierte den einen oder anderen feindseligen Blick und ging in sein Zimmer. Der Commander hatte wirklich vorschnell gehandelt. Die Laune des XO verschlechterte sich zusehends, also wollte er sich mit etwas Musik ablenken.

    Eben suchte er im Datenspeicher nach entsprechender, stimmungsgeladener Musik, als der Türsummer einen Besucher meldete.

    „Herein“, sagte er beherrscht und ließ somit den Speicher, Speicher sein.

    Lieutenant Commander Krakov betrat das Quartier und er sah keinesfalls so aus, als wäre er erbaut über die Rücknahme des Urlaubs, noch darüber, hier erscheinen zu müssen. Noch bevor dieser sich ordnungsgemäß melden konnte, sagte Norin: „Setzen Sie sich und dann sagen Sie mir, warum hier alle so schnell und ohne das eigene Hirn einzuschalten auf Urlaub umschalten? Es handelte sich hierbei um einen Rückzug, der die Möglichkeit eines Gegenschlags indiziert, von einer Entspannung der Lage ist keine Rede.“

    Erwartungsgemäß blieb Krakov stehen, also blieb auch Norin wo er war und schaute sein Gegenüber einfach nur abwartend an.

    „Sir, ich dachte, Commander Mengsk hätte bereits weitere Informationen erhalten.“

    „Da haben Sie wohl nicht ganz zu Ende gedacht, Commander Krakov. Sie kennen das Prozedere bei einem Rückzug?“

    Der andere nickte, also sagte Norin, ohne weiter auf das alte Thema einzugehen: „Fragen Sie bei Lieutenant Hanson, ob sie Hilfe in der Krankenstation braucht, damit die Leute rascher in die Fähren kommen Und sorgen Sie dafür, dass es zu keiner Meuterei kommt, jetzt wo die Vergünstigungen gestrichen sind.“

    Krakov dachte eine Weile darüber nach. Wenn er es genau überlegte, hatte der Jüngere leider recht. Sie waren es so gewohnt, sich auf das Wort Commander Mengsks zu verlassen, dass sie wohl alle zu wenig mitgedacht hatten.

    „Ach ja, bevor Sie sich an die Arbeit machen, lassen Sie von der Küche Extrarationen an die Besatzung ausgeben, das etwas bessere Essen und zusätzlichen Kaf, aber keinen Alkohol.“

    „Aye, Sir“, sagte er nur knapp. Norin konnte nicht erkennen, was im Kopf des ehemaligen XO vorging, dann wandte dieser sich zum Gehen und verließ grußlos das Quartier.

    Nun endlich konnte er sich der Musik widmen, laute, harte Musik sollte es sein, etwas, das in den Ohren schmerzte. Bald fand er einen entsprechenden Titel, setzte sich aufs Bett und schloss die Augen. Während harte Trommelrhythmen sein Gemüt etwas kühlten, wartete er auf neue Befehle. Und wie er so wartete, sich von der Musik zudröhnen ließ, kam er zu dem Schluss, nicht feige davongelaufen zu sein.


    [Rendili-System – Orbit über Rendili - Rendili StarDrive Werft - Vindicator-Kreuzer Behemoth - Norins Quartier] Norin Asharra
     
  13. Arcturus Mengsk

    Arcturus Mengsk Captain der Imperialen Flotte

    [Rendili Systems-Orbit von Rendili-Orbitale Docks-Gang]mit einem jungen Offizier.

    Schweigend bewegte sich das Duo durch die großen Gänge der Werftanlage. Ihnen entgegen kamen alle möglichen Arten von Werftarbeitern, Offizieren, Bodentruppen der Schiffe welche es in die Werften geschafft haben. Ein heilloses Durcheinander, oft genug sah er auch mehr oder minder stark verletzte Menschen und auch einige Aliens, wie Mengsk mit einem schlecht gelauntem Blick bemerkte. Das manche Aliens es gestattet wurde auf den großen und zerstörerischen Schiffen des Imperiums zu dienen, grenzt an eine Blasphemie! Kurz vor dem Hangarbereich, mit der Fähre die ihn auf den Planeten bringen würde und den dutzenden Transportern für Material, Werftpersonal und seit kurzem die Überlebenden Besatzungsmitglieder der Corellia Flotte, kam ihm ein Mann mit dem Abzeichen der Werftarbeiter an der Brust entgegen gelaufen, scheinbar so etwas wie ein Vorarbeiter. Die Uniform wirkte sauber, die Haare sind Militärisch penibel geschnitten und das Gesicht hatte einige Narben von Verletzungen.

    "Handelt es sich bei euch um Commander Arcturus Mengsk Sir?"

    "Das können sie an meiner Uniform lesen mein Herr, mit wem habe ich es zu tun wenn ich fragen darf und was wollen sie?"

    "Ich bin der Vorarbeiter der für die Arbeiten an der Behemoth eingeteilt wurde Sir, und mich plagen 2 Sachen. 1. können wir nicht arbeiten wenn ihr Schiff noch voll mit Besatzungsmitgliedern ist, die Energie und Atemluft fressen. 2. ein gut gemeinter Rat, suchen sie sich ein Alternativschiff. Würde mich nicht wundern wenn wir die Behemoth ausschlachten weil eine Reparatur zu teuer wäre."

    "Verstanden, sie können wegtreten."

    antwortete der Ältere Mengsk mit einem Kloß im Hals, sah nur wie der Werftarbeiter salutierte und verschwand. Wieso waren seine Leute nicht von seinem Schiff runter? Sein Schiff würde wahrscheinlich auseinander genommen werden? Knurrend bat er um eine kurze Pause, und zog sein Comlink hervor. Schnell gab er die Nummer zu Krakovs persönlichem Comlink ein und hatte bereits fix eine Verbindung.

    "Krakov am Apparat, wie kann ich ihnen helfen Sir?"

    "Wieso sind alle noch auf dem Schiff? Um die notwendigen Reparaturen durchzuführen müssen alle von dort runter sein."

    "Asharra hat den Urlaub gestrichen, alle nur einen kurzen Landgang und sollen sich Bereit halten. Um keinen ärger zu provozieren habe ich es runtergeschluckt und helfe grade auf der Krankenstation."

    "Krakov hiermit gebe ich ihnen das Recht Asharras letzten Befehl zu wiederrufen, die gesamte Besatzung der Behemoth wird sich...."

    kurz hält er inne und blickt zum jungen Offizier, der Nervös an der Seite steht und wartet.

    "In welchem Abstand gehen Transporter zur Planetenoberfläche und in welchem Hangar?"

    "Ähm jede Stunde in Hangar 3 bis 5 Sir"

    eine gute Antwort, etwas womit sich arbeiten ließe. Kurz blickte er auf seinen Armchrono, dann wieder nahm der das Comlink an den Mund.

    "...die gesamte Besatzung wird sich zu einer vollen Stunde in einem der Hangars 3 bis 5 einfinden. Dort werden sie zur Planetenoberfläche gebracht und ich kümmere mich um eine passende Unterkunft. Bis alles weitere geklärt ist haben sie das Kommando. Wenn Asharra nochmals wagen sollte, meinen Befehl oder ihren zu widerrufen und neue zu geben werde ich ihn vor ein Militärgericht stellen das das klar ist! Der Urlaub mit Recht auf Verlassen des Systemes wird nur temporär auser Kraft gesetzt bis ein genauerer Blick der momentanen Situation möglich ist."

    "Verstanden Sir."

    beendete Krakov die Übertragung, Mengsk hatte die fiese Freude aus der Stimme des Mannes heraushören können. Selbst solch ein Gesetzfanatiker wie Asharra sollte wissen das die Behemoth samt Besatzung a) nicht kampfbereit ist und b) den Befehlen eines Vorgesetzten Folge geleistet werden soll. Eine Blasphemie, eine Ketzerei gegenüber der Disziplin die das Imperium durchtränkte. Asharra war jemand der sich nicht unterordnen konnte, dafür würde er sich bald verantworten müssen.

    "Lassen sie uns weitergehen."

    sagte er zu dem jungen ,,Führer" und sah wie sich dieser entspannte, jetzt da es für sie weiter ging. Schweigend legte das Duo den Weg bis zum Hangar 17-B zurück, wo sich eine Labmda Fähre befand, die nicht nur ihn sondern auch 4 weitere Schiffskommandanten befördern würde. Mengsk war der letzte, so das die Fähre sofort in Richtung Planetenoberfläche abhob. Während des Fluges hinab, nahm Arcturus eines der Datapads von einer Anrichte, auf dem Display war eine Ausgabe des Magazins ,,Flotte heute", eine Fachzeitschrift über Raumkreuzer, Fähren, Jäger und dergleichen. Auf dem Cover war eine neue Schiffsklasse angezeigt, Der Enforcer-Klasse Aufklärungskreuzer. Ein sehr hübsches Schiff, interessiert laß er sich die Beschreibung durch, die technischen Daten und alles was sich finden ließ.

    [Rendili Systems-Orbit von Rendili-Lanbdafähre]mit Offizieren, Piloten.
     
  14. Norin Asharra

    Norin Asharra Senatsbesucher

    [Rendili-System – Orbit über Rendili - Rendili StarDrive Werft - Vindicator-Kreuzer Behemoth - Norins Quartier] Norin Asharra



    Die letzten Takte des Stücks verklangen in einem harten Trommelstakkato, als Norins Com eine Audionachricht anzeigte. „Asharra, hier“, meldete er sich nachdem er es aktiviert hatte und sofort hörte er Krakovs Stimme. „Commander Mengsk hat mir bis auf Weiteres den Befehl über die Behemoth übertragen. Sie bleiben in Ihrem Quartier. Ihr Befehl wurde soeben rückgängig gemacht, die Besatzung wird evakuiert“, drang es kurz, knapp und gehässig an Norins Ohr.

    „Wie bitte? Wohin werden die Leute gebracht, in welcher Reihenfolge und mit welchen Shuttles? Weiß Admiral Pell von diesem Vorhaben?“, traute er seinen Hörorganen nicht, doch dieser eingebildete Mensch mit Namen Krakov, der in Norins Augen jedweden Respekt verloren hatte, hatte die Verbindung bereits getrennt.

    Wenn er vorher schon wütend gewesen war, so kochte er jetzt vor Zorn. Wie konnte man nur so wenig Weitblick wie Commander Mengsk beweisen? Er stand auf, schaltete die Musik nun aus, denn es hatte bereits das nächste Stück begonnen. Unruhig marschierte er in seinem Quartier herum. Ihm musste etwas einfallen, um diese verfahrene Situation zu entwirren. Die Kommandostruktur auf diesem Schiff war der reinste Misthaufen. Der Commander wechselte den Executvie Officer aus, wie es ihm gerade in den Kram passte, hielt sich an keinerlei Vorschriften, ignorierte offizielle Wege und machte auf potenten Kerl. Das nervte den Exil-Coruscanti. Nein, es nervte ihn nicht, es brachte ihn schier zur Weißglut. Wenn Commander Mengsk dachte, dass er Angst vor ihm hatte, dann würde ihn Norin enttäuschen. Er hatte schon schlimmere Typen erlebt als diesen bärtigen Bastioner mit der seltsamen Einstellung zum Imperium und zur Flotte.


    Noch immer voller Zorn ging er zur Zimmerecke wo die Cam angebracht war, einen Stuhl im Schlepptau, den er gut platzierte, sich dann darauf stellte und kurzerhand die Cam abmontierte. „Friss das mal und wenn du meinst, du kannst mir was anhaben, dann täuschst du dich“, grummelte er vor sich hin. Den Befehl hatte er zu Recht widerrufen. Im Kriegszustand Urlaube zu gewähren, war Nonsens. Die Leute ohne Plan vom Schiff zu bringen war noch dümmer. Wo sollten über eintausend Besatzungsmitglieder von jetzt auf gleich einen Platz bekommen? Was war mit Admiral Pell abgesprochen? Norin vermutete, dass der Admiral noch gar nichts von seinem Glück wusste, auf die Schnelle für die Besatzung der Behemoth Platz zu schaffen. Es wäre lächerlich, wenn nicht seine Karriere auf dem Spiel stände. Dann fragte er sich, was wichtiger war, seine Karriere oder die Flotte? Das letztere gewann bei seiner Überlegung, es hatte schon einmal gewonnen. Doch noch war er nicht schlüssig, was er machen sollte.

    Er ging ins Bad, wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser, dann schaute er in den Spiegel und betrachtete sich lange. Was er sah, war ein jugendlich wirkender Mittdreißiger mit etwas stumpfem braunem und akkurat geschnittenem Haar. Nur der Blick aus den grünen Augen zeigte seinen Zorn und eine Härte, die man ihm aufgrund seiner eher weichen Gesichtszüge nicht zutraute. Norin Asharra war hart zu sich selbst und auch zu anderen, doch nie verlangte er etwas, was er nicht selbst zu machen bereit war. Sein Sinn stand darauf, sich zu verbessern und nicht nur in karrieretechnischer Hinsicht, sondern auch auf persönlichem Gebiet. Er wollte sich weiterentwickeln, Wissen erwerben und an diesem Wissen auch andere teilhaben lassen. In diesem Sinne war er ein guter Lehrer gewesen und er hatte es mit aller Härte und gern gemacht. Dem Imperium treu verpflichtet, hatte er im Sinn des Gedankens an Ordnung und Recht gelehrt und handelte noch immer danach.

    Sein Blick wurde unergründlich, dann grinste er sein Spiegelbild an und kehrte in den Schlafraum zurück. Sofort zückte er sein privates Com, von dem er zu Recht annahm, dass es nicht überwacht wurde, und stellte eine Verbindung zu einem, ihm persönlich noch unbekannten Mann her, mit dem er allerdings schon gearbeitet hatte.

    Energisch tippte er eine Nachricht.



    *** Nachricht von Lt.Cdr. Asharra an Captain Vylt Jericho ***

    Sir, ich möchte Sie von den unhaltbaren Zuständen und der unklaren Befehlsstruktur an Bord des Vindicator Kreuzers Behemoth informieren. Commander Mengsk lässt soeben das Schiff räumen, wie mir scheint ohne Plan oder Admiral Pell von der Ankunft von über eintausend Besatzungsmitgliedern auf der Planetenoberfläche vorher informiert und um Genehmigung gebeten zu haben. Die Behemoth hat meiner Meinung nach keine Priorität mehr, da sie zu schwer beschädigt ist, um noch repariert zu werden. Ich ersuche Sie, für die Besatzung um klare und eindeutige Befehle, da mir selbst für den Moment jedwede Befehlsgewalt entzogen wurde.

    *** Ende der Nachricht ***


    Nun hatte er es doch gemacht, etwas, von dem er gehofft hatte, es nie zu müssen, er hatte einen Vorgesetzten bei einer höheren Instanz gemeldet. Doch war es nötig, um den Männern und Frauen auf der Behemoth eine klare Struktur zu geben. So wie es eben lief war es einfach nur Schwachsinn, es war schlichtweg falsch. Die Leute würden jetzt alle packen, keiner wusste, wann er an der Reihe war und er malte sich den Tumult an den Luftschleusen bereits aus. Auch später bei den Shuttles sah er ein ähnliches Chaos auf sie zukommen. Zuerst sollten die Verwundeten vollständig evakuiert werden, danach war immer noch Zeit für eine Räumung des Schiffs. Außerdem, wo sollten die Leute hin? Das war etwas, das ihn beschäftigte und nicht zur Ruhe kommen ließ. Wo sollten sie hin? Es gab noch nichts. Niemand wusste, was der Commander hier angerichtet hatte. Noch wusste niemand davon, aber bald würde es Captain Jericho wissen. Mit Gewissheit war es ihm beschieden, für Ordnung zu sorgen, wo er, Norin Asharra, versagt hatte. Nun hieß es auf eine Antwort des Captain zu warten oder auf eine andere Art der Reaktion.



    [Rendili-System – Orbit über Rendili - Rendili StarDrive Werft - Vindicator-Kreuzer Behemoth - Norins Quartier] Norin Asharra
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2012
  15. Vladimir Borchov

    Vladimir Borchov Lieutenant Commander

    Hyperraum nach Rendili :I: Kapitänsquartier der Marauder Korvette " Retribution " :I: Vladimir Borchov

    Es war bereits einige Zeit vergangen, dass die Korvette in den Hyperraum...geflüchtet? Nein, nein...mit einem taktischen Manöver aus dem Gefahrenbereich gebracht hatte. Man konnte es drehen und wenden, von allen Seiten betrachten, sogar es von innen nach außen und umgekehrt. Dies alles half jedoch nicht. Das Imperium hatte die Schlacht verloren, und diese Erkenntnis drängelte sich langsam durch die Hirnzellen des Kommandanten, als er vor seinem fertigen Bericht saß. Der Bericht war sauber auf Flimsiplast verfasst und entsprechend gebunden, damit sie unverzüglich, nach seiner Ankunft, auf den Tisch des Zuständigen landete. Er reflektierte die Schlacht vor seinem geistigen Auge, die Brücke, der Holotisch und die Bilder. Ein Exekutor und mehrere Schiffe der Sternenzerstörer-Klasse in der Hand der Republik. Es war seltsam mit seinen eigenen Mitteln und Waffen geschlagen zu werden. Das Imperium hatte diese Schlacht nicht nur einfach verloren, wie es in Scharmützeln durch Meuterei oder Verrat geschehen konnte. Nein. Nun wurden sie durch die erdrückende Mehrheit einfach niedergemacht. Sie waren mehr als nur "zu spät" eingetroffen, aber diese Momente, wo sie zur Kampfgruppe geeilt sind, reichten aus, um zu erkennen wie chaotisch die Situation war. Er dachte ebenfalls an die "Annahilator", welche versuchte gegen die M102 anzukommen. Es war ein ungleicher Kampf auf Seiten der "Annahilator", die Schilde des Schiffes wirkten unbezwingbar.

    Dies und einiges mehr schwirrte ihm im Kopf herum, waren aber doch in Forme des Berichtes gebündelt und weniger chaotisch verfasst. Der Bericht war mit allen Fakten gefüttert worden, welche ihm zur Verfügung standen. Von Sensorik, über die Kommunikation und sogar kurze Berichte der Raumjäger wurden unter die Lupe genommen, um ein durchweg klares Bild der Schlacht aus der Sicht der Korvette zu ermöglichen. Jedoch fehlte es dem Bericht etwas. Der Bericht war einfach...nur ein Bericht. Er enthielt nichts, was in irgendeiner Weise den Bericht besonders hervorheben würde. Es war ihm nicht wichtig, sich als besonderer Kommandant hervorzuheben. Er tat das, was alle anderen auch taten. Ihre Arbeit. Somit verstand er auch persönlich nie, warum manch Kommandant seinen Daumen darauf legen musste, was sie alles geleistet hatte. Jedoch war dies gerade zweitrangig. Irgendwas musste ihm entgangen sein. Irgendwas wichtiges.

    Er erhob sich von seinem Stuhl und spürte sofort wie im die Beine schwer wurden. Die kurze Zeit in der Schlacht hatten auch ihre Spuren von Anspannung und Nervosität hinterlassen, hätte man doch mehr als dutzende Geschützrohre auf sein Schiff richten können. Er entschied sich für einen kurzen Zwischen Stop in der Nasszelle, um erstmal neue Energie zu tanken und eventuelle, unangenehme, Gerüche ein vorzeitiges Ende zu bescheren. Nachdem er sich rasiert hatte, sowie eine ordentliche Uniform angezogen hatte, griff er zu der Offiziersmütze und rückte sie auf seinem Haupt zurecht.
    Zwar war das bleiende Gefühl in seinen Beinen immer noch nicht verschwunden, als er aus der Kajüte zum Turbolift schritt, war aber nicht mehr so unangenehm, wie vorher.


    Die Tür des Turboliftes öffnete sich und betrat die Brücke. Seine Anwesenheit blieb nicht lange unbemerkt. Der XO "Robert" ging seiner Pflicht nach und stand der Kommunikationsanlage mit dem Komm-Offizier "Orej", wandte sich aber schnell um und machte die Anwesenheit schnell publik.

    "Kommandant an Deck"

    Vladimir lies seinen Blick über die kleine Brücke der Marauder schweifen und bemerkte, dass hier und da neue Gesichter sich an den Konsolen befanden.

    "Rühren" - hieß die knappe, aber verständliche Anweisung.

    Er ging auf seinen XO zu und nickte ihm kurz freundlich zu.

    "Ihr seht überrascht aus XO...gibt es etwas?"

    Der XO nickte knapp und wandte sich wieder der Komm-Konsole zu.

    "Nun, Lieutenant Commander. Unser Komm-Offizier hat hier eine interessante Nachricht aus der Schlacht empfangen, Sir. Es handelt sich hierbei um die Breitband Nachricht der Rebellen."

    "Achja...diese. Ich geh davon aus, dass es sich um eine Rückzugsaufforderung geht? Dies ist für den Rebell ja nichts neues..."

    "Darum geht es in dieser Nachricht tatsächlich, Sir. Jedoch ist der Inhalt...interessant."

    "Interessant, XO? Ihr wollt mich doch auf den Arm nehmen...", das Wort "interessant" bei einer Nachricht der Rebellen, welche nicht zufällig die Baupläne für einen neuen Schiffstypen enthielt, stieß auf missfallen auf Seiten des Lieutenant Commander.

    "Der Text ist sehr imperial gehalten...anscheinend eine Verräterin des Imperiums. Ihr solltet euch es selbst anhören." Der XO reichte dem Commander eine kleine Com-Einheit, welche er an seinem Ohr befestigte. Er drückte kurz auf die Einheit und hörte sich die Nachricht an. Nach einer Weile nickte er kurz und nahm die Einheit ab, um sie dem XO zurückzureichen.

    "Dies ist durchaus..."interessant". Macht mir eine Kopie davon auf eine eigenständige Com-Einheit und bringt sie auf meine" Kajüte".

    So bezeichnete er immer die Kabine des zuständigen Kommandanten, welche sich mit den Kabinen oder Schlafsälen der Offizier bzw. Crew nicht viel nahm.

    "Schauen sie, welches Schiff diese Nachricht gesendet hat, XO"

    Der XO nickte kurz und salutierte. Die Kopie würde sicherlich bald auf seinem Tisch landen und eventuell auch der Schiffsname.

    Vladimir wandte sich ab und machte sich auf zur Navigation, welche nur einige Schritte weiter lag.

    "Navigation...wie weit ist es noch bis Rendili?"

    "Wir sollten in einer halben Stunde dort eintreffen, Sir"

    Er nickt langsam und wanderte zurück zur Kommunikation.

    "Orej, machen sie die nötigen Routinen bereit. Kennungen und so weiter...sie wissen schon."

    Mit dieser überragend präzisen Anweisung wandte er sich ab in Richtung Turbolift. Eine halbe Stunde...dafür sollte es reichen. Außerdem brauchten sie doch sowieso noch Ewigkeiten, damit sie in die Werftanlagen einlaufen dürften. Dies war offensichtlich und klar und dies konnte im Zusammenhang nur eines ergeben...eine kleine Portion Schlaf!

    Die Tür des Turbolifts öffnete sich langsam und er betrat seine Kabine. Als er den ersten Schritt in die Kabine setzte meldete sich aber ein anderer Teil seines Körpers die Aufmerksamkeit des Kommandanten an, welcher auch als Magen bekannt ist, mit dem schneidenden Gefühl des Hungers. Nun stand er vor einer grausamen Wahl. Entweder geht er nun etwas essen und verliert damit kostbare Zeit zum Schlafen oder er verzichtet auf das Essen und betritt die Werftanlagen mit dem Magen in den Kniekehlen. Er wog es kurz ab, was nun eventuell schlimmer wäre. Er entschied sich für das Essen. Er stieg erneut in den Turbolift und machte sich auf in Richtung Kombüse. Natürlich hätte er sich auch etwas zu Essen, über die Com hochbringen lassen können. Dies lag ihm jedoch nicht wirklich.

    Der kleine Essenausgaberaum der Marauder-Korvette war im weitgehendsten leer. Wer man nach dem Kampf doch eher damit beschäftigt neue Kräfte mit einer Portion Schlaf zu sammeln oder sich an der Reparatur von überladenen Kondensatoren kümmerte. Der Smutje war dem Lieutenant Commander schon immer sympathisch gewesen und heute stellte er dies wieder unter Beweis. Er schob dem Kommandanten ein Tablett mit corellianische Gemüse mit Charbotenwurzel und Kartoffelreis dazu. Da dies aber nicht genug war, kam noch eine Scheibe eines Bratenspießes dazu. Wahrscheinlich sollte man auf solch einem Schiff keine all zu luxuriöses Angebot an Essen erwarten, aber dennoch scheint es in der großen Galaxis Ausnahmen zu geben, welche nicht mal der Imperator zu erklären vermag.

    Er machte sich in aller Ruhen daran den üppig belegten Teller von allen Kohlenhydratträgern zu säubern. Zum Trinken gab es noch ein Glas mit Wasser dazu, kühles und sauberes, Wasser. Das aller erste was mach nach einer solchen Schlacht gebrauchen konnte war natürlich ein Glas Wasser. Dies war wichtig. Nach ruhigen Minuten hörte man wie eine Gabel auf den Tablett zurückgelegt wurde. Er erhob sich von seinem Platz und reichte dem Schiffskoch das Tablett zurück, bedankte sich, und machte sich wieder auf zu seinen privaten Räumen.

    Er öffnete die Tür zu seiner Kabine, mal wieder, und fand auf dem Tisch eine kleine Com-Einheit und ein einzelnes Stück Flimsiplast darunter. Der Lieutenant Commander kam nicht drum herum kurz lächeln zu müssen. Sein XO war einer der kompetentesten Leute die er lange gesehen hatte und er war darüber früh, dass er -sein- XO war, wobei es umgekehrt wohl keine besonders großen Unterschiede gegeben hätte. Es war aber nun so wie es ist. Nun schob die kleine Com-Einheit, mit einer kraftlosen Handbewegung zur Seite und lies seinen Blick über das Stück Flimsiplast gleiten, dabei stützte er sich mit seinen, nicht all zu kräftigen, Armen auf dem Tisch ab. Wer war diese Frau? Was sollte diese Rückgratlose Vorgehensweise in einer bereits gewonnen Schlacht? Vermutlich wollte sie sich einfach nur hervor tun mit einem "brillanten" Geniestreich. Jedoch war sie allen Anschein nach eine ehemalige Imperiale. Solche Dinge durften nicht toleriert werden. Er blickte wieder auf das Stück Flimsiplast und sah den Schiffstypen und die Energiesignatur. Der Mann beschloss sich erstmal eine Auszeit zu gönnen und stemmte sich wieder kurzerhand hoch, zog einen Stuhl heran und lies sich auf ihn nieder. Er zog die imperiale Offiziersmütze in sein Gesicht und machte sich daran erstmal ein kleine Portion Schlaf zu ergattern.

    *** Gefühlte 8 Minuten später... ***​

    Ein kurzer, sanfter Ruck ging durch die Korvette, der Marauder-Klasse.
    Die Com-Anlage erwachte zum Leben und riss den Lieutenant Commander aus dem kurzen Aufenthalt im Land der Ruhe und des Friedens, weit ab und Befehlsstrukturen, Papierkram und Müdigkeit.


    "Entschuldigen Sie, Sir. Wir haben den Raum über Rendili erreicht und beginnen die nötigen Kennungen zu senden" .
    In seiner Benommenheit heraus, schätzte Vladimir, dass es sich um die Stimme seines XO´s handeln musste. Er schob die Kappe wieder auf die Richtige Stelle, rieb sich die Augen und erhob sich von seinem kurzen Schlafplatz. Für ein Bett gab es erst später Zeit.

    Er stieg in den Turbolift, mal wieder, wie oft er eigentlich schon in der letzten Stunde in jenem? Die Tür öffnete sich und ein weiteres Paar aus Füßen betraten die Brücke der Marauder, die Transparistahlfenster zeigten mittlerweile kein farbenprächtiges Schauspiel aus blautönen, sondern die gähnende Schwärze des Alls und die Werftanlagen mit allen dazu gehörigen Defensivanlagen. Dahinter war auch noch die Welt Rendili zu sehen, mit Sonne und allem was man halt in einem solchen System zu erwarten war. Auf der Brücke war eine erneute Hektik zu spüren. Es waren neben der Marauder schließlich noch andere Imperiale Schiffe aus dem Hyperraum gefallen, welche jedoch sich erstmal nicht rührten, trotz schwerer Schäden.

    Nach einiger Zeit der Untätigkeit wendete sich der Komm-Offizier Orej der Navigation zu. "Rendili Hyperworks, Dock 11" Die Navigation nickte kurz und gab den Kurs ein, der Steuermann erledigte den Rest.

    Zusätzlich zur Marauder setzten sich auch weitere Schiffe des Imperiums in Bewegung in Richtung der Werften. Nach einigen Minuten legte sein Schiff an Dock 11 an und endlich auf sicheren Gebiet. Der Kommandant nickte dem XO kurz zu und machte sich auf dem Weg in Richtung Turbolift, zum etliche Male, um den Bericht zu holen. Das Stück Flimsiplast und die Com-Einheit über die Verräterin steckt er in eine Seitentasche ein und macht sich auf in Richtung Luftschleuse, dabei kam er mal wieder einem Aufenthalt im Turbolift nicht drum herum. Die Luftschleuse wurde gerade geöffnet und der Lieutenant Commander ging hinter 3 Technikern der Retribution die Rampe auf die Werft runter. Das Dock war natürlich nicht so groß, wie die der ISD´s. Aber dennoch fühlte es sich "groß" an, als er seinen Blick umherschweifen lies. Vladimir wurde bereits von einem imperialen Unteroffizier erwartet, zumindest kam jener mit schnellen Schritten auf ihn zu. Dieser war ebenfalls ein Mensch, nichts unübliches in der imperialen Navy. Der Unteroffizier salutierte kurz. Der Kommandant der Retribution begnügte sich mit einem Nicken als Erwiderung.

    "Guten Tag, Sir. Ich bin hier, um sie gemäß dem Protokoll Nin-Drei, daran Aufmerksam zu machen, dass ihnen für ihren Aufenthalt in Rendili eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird, Sir."

    "Nun...danke für die Information", hieß die kurze Antwort seitens der Kommandanten her.

    "Wenn ihr schon hier seid, könntet ihr auch so gut sein und diesen Bericht an die Nötigen Stellen weiterleiten?"

    "Natürlich, Sir"

    Die kleine Mappe mit dem Bericht wurde übergeben und der Unteroffizier salutierte kurz, wendete sich und verschwandt nach einer Weile in einem Ausgang. Er wandte sich seinerseits in Richtung einiger Techniker und ging auf Sie zu.

    "Meine Herren, tut mir einen Gefallen und prüft die Schild- und Waffenkondensatoren...ich befürchte der ein oder andere muss ersetzt werden."

    Die Techniker blickten sich kurz irritiert an und dann wandte sich einer, im Namen der Gruppe, an den Kommandanten.

    "Aye, Sir...werden wir"

    Vladimir nickte kurz "Danke" und wandte sich in Richtung einer Informationsstelle, nachdem er sich durchfragen musste und lies sich den Weg zu seiner Unterkunft beschreiben. Dort angekommen tat er erstmal das, was jeder normalen Mensch tun würde. Er macht sich Bettfertig und legte sich in das Bett der Unterkunft. Er schloss die Augen und dies wohl für eine längere Zeit.

    Rendili - Rendili Hyperworks :I: Vorzeitige Unterkunft :I: Vladimir Borchov
     
  16. Arcturus Mengsk

    Arcturus Mengsk Captain der Imperialen Flotte

    [Rendili Systems-Militärstützpunkt-Raumhafen-Lanbdafähre]mit Offizieren, Piloten, Auserhalb eine ganze Menge Personal.

    Nachdem die Fähre auf der Landeplattform des Militärkomplexes, durch das Sichtfenster hatte Arcturus einen Beeindruckenden Ausblick auf die Kleinstadt werfen können, gelandet war, wurden ihnen die Quartiere zugewiesen, Schlüssel ausgehändigt und sie dann dazu gedrängt bald die Berichte abzugeben. Keinesfalls Sachen die Arcturus nicht gefallen würden, wäre da nicht dieses nervige Pochen in seinem Hinterkopf, wie immer dann wenn große Gefahr im Verzug war. Lag dies an Asharra und seiner Eigensinnigkeit? Möglicherweise, nachdem die anderen Offiziere sich verabschiedet hatten wand sich Arcturus an den Mitarbeiter.

    "Können sie mir sagen wer hier das Logistische Kommando für Unterkünfte hat?"

    Einen Kurzen Moment scheint der Mann zu überlegen, bevor er genervt die Luft ausatmet.

    "Captain Sarsus Sir, er befindet sich im Verwaltungstrakt E-7 Büro 232."

    "Ich danke ihnen, einen schönen Tag."

    verabschiedete er sich, nahm seine Schlüsselkarte vom kleinen Pult und verschwand von der Landeplattform. An einer großen, blau leuchtenden Tafel an der Wand konnte er schnell den Weg zum Verwaltungstrakt E-7 finden. Nachdem er sich bei den Wachen am Eingang ausgewiesen hat, wurde er zu Büro 232 geleitet und direkt hinein geführt. Vor ihm saß ein Mann in etwa seinem Alter, einzelne weiße Haare durchzogen den braunen Bart. Das Licht der Deckenlampe wurde von der Glatze des Mannes gespiegelt und beleuchtete die dutzenden Aktenschränke an den Seiten.

    "Guten Abend Sir?"

    "Guten Abend Captain Sarasus, Commander Arcturus Mengsk von der VIN Behemoth."

    stellte er sich vor und schüttelte die Hand des Gleichaltrigen Mannes. Mehrere Falten bissen sich bereits in das Gesicht des Glatzenträgers, doch wohl eher durch übermäßiges Lachen als Frust.

    "Nun wie kann ich ihnen helfen Commander?"

    "Mein Schiff ist stark beschädigt, befindet sich in der Werf und wird momentan geräumt. Gut 2000 Mann müssen untergebracht werden für einen ungewissen Zeitpunkt, viele sind verletzt."

    "Das kommt etwas kurzfristig wenn sie meine Meinung wissen wollen, einen Vindicator befehlen sie? Ein Hübsches Modell, habe ich auch früher befehligt. Eine Räumung, wenn man alle Protokolle befolgt, dauert 6 Standardstunden sehe ich das richtig?"

    "Davon ging ich auch aus Sir."

    "Gut 6 Stunden, In der Zeit ließe sich etwas machen, wir haben Wohnkasernen um einige Tausend unter zu bringen, jedoch denke ich müssen wir sie verteilen auf mehrere von ihnen. In 8-12 Stunden hat die Besatzung der Behemoth ihre Unterkünfte. Geben sie mir einen Moment."

    bat der Mensch und wand sich einem Terminal zu, tippte 15 Minuten darauf herum bevor er sich wieder in seinen Sessel setzte und zu Arcturus blickte. Die Fingerkuppen aneinandergelegt.

    "Ich habe die ganze Wohnkaserne 3 für sie hinrichten können das reicht für knapp 1000 Leute, den Rest habe ich anders verteilt. Es wird sie aber einiges an Papierkram kosten. Ich habe ihnen auch ein Seitenzimmer hier hergerichtet damit sie sich darum kümmern können und die Crew informieren. Ein Mitarbeiter wird die Crew , wenn sie da ist, empfangen und sie zu den Kasernen geleiten. Ich werde auch die Admiralität darüber informieren. Haben sie fragen?"

    "Keine Captain, Ich danke für ihre gute Mitarbeit."

    "Bedanken sie sich noch nicht."

    meinte dieser nur und entließ Arcturus mit einem Wink. Dieser erhob sich, salutierte zackig und verließ sofort das Zimmer. Davor stand ein Mitarbeiter des Bürotrakts, dem das Wort ,,Laufbursche" auf die Stirn tätowiert schien. Leise und nervös brachte er Arcturus in ein kleines Wartezimmer, wo ein nicht gerade kleiner Stapel an Akten, Datapads und Disketten lag. Bevor er sich diesen Zuwand schrieb er eine Nachricht an Krakov.

    "Krakov,
    lassen sie sich Zeit mit dem Räumen der Behemoth, sobald die Prioritätsketten nach der Schwere der Schäden und Aufbauten zur Behemoth gekommen ist sollten sie bereit sein das Schiff zu verlassen. Bleiben sie solange oben und passen sie auf das niemand stirbt oder Ärger macht.In spätestens 12 Standardstunden will ich eine Meldung, ob die Werftverwaltung und die Admiralittä bereits zur Behemoth gekommen ist. Ich kümmere mich um die Unterbringung auf dem Boden.
    Mengsk Ende."


    [Rendili Systems-Militärstützpunkt-Verwaltungstrakt E-7-Wartezimmer]mit Verwaltungspersonal.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2012
  17. || Rendili : Rendili Star Drives-Orbitalwerft : Lancer FRG ‚Vigilante’ : Bereitschaftsraum||
    Percaide

    Der Bericht über den Schlachtverlauf an Rear Admiral Thorne ging der Kommandantin der ‘Vigilante’ flüssig von der Hand. Aus ihrer Warte hatte sie eine erfolgreiche Schlacht geschlagen, was man von dem Rest der imperialen Flotte nicht sagen konnte. Sie hatte mit ihrer vergleichsweise kleinen Fregatte ihre Aufgabe besser erfüllt als die Kommandanten großer Sternzerstörer, die entweder geflohen waren, oder eine Fehlentscheidung nach der anderen getroffen hatten. Die Verlustzahlen sprachen für sich und bestätigten ihre Ansicht, dass etwas mit diesem Imperium etwas falsch lief, was sich insbesondere am Verhalten von Lieutenant Commander Neiron und dem Zustand der ‚Vigilante zeigte.

    schrieb die Kommandantin am Ende ihrer Schilderung von Neirons Verhalten während der Schlacht. Mit diesen Zeilen waren der eigentliche Schlachtbericht und die Bewertung der Brückenoffiziere abgeschlossen. Auf dem Holo-Schirm des Computers erschien eine komplette Übersicht des fünfzehnseitigen Dokuments, welches die Bastionerin nach mehrmaligem Durchlesen für die Augen des Rear Admiral geeignet hielt und abspeicherte. Auf ihrem Gesicht spiegelte sich grimmige Entschlossenheit, als sie die Berichte über den Zustand der Vierlingslasergeschütze und des Hyperraumantriebs aufrief sowie jene Protokolle, aus denen hervorging, dass notwendige Prüfungen der Kondensatoren, des Thorsen-Energiefeldantriebs sowie der Alluvialdämpfer ausgelassen oder nur oberflächlich aufgeführt wurden.

    Zufrieden mit dem Anschreiben fügte Percaide die Anlage hinzu und klickte das Icon zum Senden der Nachricht an den Rear Admiral. Ihre persönlichen Gegenstände waren bereits gepackt, so dass sie nur noch das wartende Shuttle betreten musste, um die ramponierte Fregatte zu verlassen, an der bereits die ersten Wartungsarbeiten durch die Reparaturteams der Orbitalwerft begonnen hatten. Der Teil der Mannschaft, der nicht zur Aufrechterhaltung der schiffsinternen Abläufe gebraucht wurde, machte sich bereit, zum Landgang ausgeflogen zu werden, als sie schließlich den Hangar betrat. Die Brückenoffiziere, Lieutenant Commander Neiron, die Lieutenants Godolkynund Belsavis sowie die beiden Ensigns Camolas und D’ellaire hatten sich bereits versammelt, um in das andere Shuttle zu steigen. Sie nahmen Haltung an, als die Kommandantin in Sichtweite kam.

    „Meine Herren, wir haben trotz der Niederlage einen erfolgreichen Kampf geschlagen und auf diese Weise dennoch einen Sieg für das Imperium erzielt. Ich danke Ihnen für Ihre engagierte Pflichterfüllung bei diesem Einsatz und hoffe, dass Sie mit dieser Einstellung auch die nächsten Missionen bestreiten. Ich wünsche Ihnen eine erholsame Auszeit.“

    „Vielen Dank, Commander. Ich spreche auch im Namen der Brückenoffiziere, dass wir unter Ihrem Kommando eine gute Schlacht geschlagenhaben und wünschen Ihnen einen angenehmen Landgang“,

    ergriff der Erste Offizier das Wort, der seine Haltung wieder gefunden hatte und beinahe schneidig wirkte, als er etwas zu zackig salutierte. Die übrigen Offiziere folgten seinem Beispiel, was Percaide mit einem kühlen Nicken zur Kenntnis nahm, bevor sie die Rampe des Shuttles betrat. Es tat gut, im Passagierraum für sich zu sein und für die Dauer des Transits nach Rendili ihre Gedanken fernab der Niederlage, rückgratlosen Offizieren und Sicherheitsmängeln von Schlachtschiffe schweifen zu lassen. Sie dachte beim Anblick der grün-blauen Oberfläche daran, in Erfahrung zu bringen, ob es in der Nähe der Offiziersunterkünfte ein Schwimmbad gab oder ob sie sogar in der Nähe des Ozeans lag. Das würde ihr den nötigen Abstand geben, um später gestärkt den Dienst wieder anzutreten, wann immer es von Nöten war.


    || Rendili : Orbital : Shuttle zur Oberfläche||
    Percaide
     
  18. Norin Asharra

    Norin Asharra Senatsbesucher

    [Rendili-System – Orbit über Rendili - Rendili StarDrive Werft - Vindicator-Kreuzer Behemoth - Norins Quartier] Norin Asharra



    Der Commander schien wirklich nicht zu wissen, was er wollte. Eben wurde eine Durchsage gemacht, dass nun doch die gesamte Besatzung auf dem Schiff bleiben sollte, eben so, wie er, Norin, es befohlen hatte. Ärgerlich strich er sich durchs Haar. Das was hier ablief war … er verbot sich selbst den Gedanken daran. Abermals ging er zur Tür, betätigte den Öffnungsmechanismus und grinste den Mann dort an. Ja, er wurde als doch bewacht. Mengsk oder auch Krakov wollte wohl sicher gehen, dass er dem Befehl folge leistete und sich heraushielt. Nun, das würde er wohl für eine längere Zeit, so wie es aussah.

    Er hegte den vagen Verdacht, dass er seiner Karriere den letzten Tritt verpasst hatte.

    Ungeduldig war er, etwas das er nicht oft war, doch diesmal konnte er kaum an sich halten als er auf Antwort Captain Jerichos wartete. Niemals wäre er auf den Gedanken gekommen, sich gegen einen Vorgesetzten zu wenden, doch zwang ihn Commander Mengsk dazu, zumindest fühlte er sich noch immer genötigt, etwas zu unternehmen, um die Mannschaft vor so vielen widersprüchlichen und sich widersprechenden, sich selbst aufhebenden Befehlen, zu schützen. Die Crew wusste ja nicht mehr, wo es langging. Von einer Minute auf die andere änderte Mengsk seine Befehle. Wie würde das erst in einer Schlacht aussehen? Norin raufte sich das Haar. Daran durfte er gar nicht denken.

    Er tigerte in dem kleinen Quartier herum, marschierte von einer Ecke zur anderen und fragte sich, ob die Annihilator überhaupt den Sprung in und aus dem Hyperraum geschafft hatte, ob die Nachricht überhaupt eingegangen war, ob es etwas brachte, diese, ja, man musste es Beschwerde nennen, losgeschickt zu haben. Es war sinnlos darüber nachzugrübeln.

    Er ging zu seinem Spind, kramte darin herum und entnahm ihm schließlich eine Flasche Corellianischen Whisky, nicht gerade seine Lieblingsmarke, aber immerhin besser als kein Alkohol. Da er ohnedies suspendiert war, wollte er sich wenigstens einen oder zwei Gläser dieser bernsteinfarbenen und stark alkoholischen Flüssigkeit gönnen. Aus dem Bad holte er ein Wasserglas, befüllte es halb und schaute dabei dem öligen Inhalt zu, wie er langsam den Boden des Glases erreichte.

    Ein Brief an seine Mutter wäre auch fällig, überlegte er, während er den Inhalt langsam kreisen ließ und dabei die Schlieren betrachtete, die sich am Glas bildeten. Bedächtig hob er das Glas an den Mund und ließ einen Teil des Inhalt behutsam in den Mund gleiten. Eine leichte Schärfe legte sich auf seine Zunge und er schloss die Augen, um den Moment zu genießen, den Geschmackspapillen Zeit zu geben, den Inhalt zu transportieren, zu analysieren und an Hirn weiterzuleiten. Erst nach einer ganzen Weile schluckte er den Inhalt hinunter und öffnete die Augen.

    Mit dem Glas in der einen, der Flasche in der anderen Hand ging er zum Bett. Die Flasche landete auf dem kleinen Nachttisch und er selbst lümmelte sich ins Bett hinein, mitsamt den Stiefeln, so wie er war, nur die Dienstmütze lag auf dem kleinen Tisch einige Schritte weiter weg.

    Voll Ungeduld leerte er das Glas, stellte es zu Boden und verschränkte dann die Hände hinter dem Kopf. So saß er lange Zeit im Bett und dachte an nichts. Es war eine gute Möglichkeit zum Entspannen, ohne gleich schlafen zu müssen. Irgendwann holten ihn dann seine Befürchtungen wieder ein und er malte sich langweilige Bilder einer möglichen Zukunft aus.

    Es erboste ihn, dass er nun für die Wankelmütigkeit des Commanders hier saß und nichts tun konnte, außer warten. Fast die gesamte Schlacht hindurch hatte er die Behemoth sicher kommandiert und schlussendlich noch in Sicherheit bringen können und zum Dank dafür wurde er weder über irgendetwas informiert, zum Beispiel, als Mengsk das Kommando wieder übernommen hatte oder über die anderen Befehle. Er fand es mehr als unfair ihm selbst gegenüber, so übergangen zu werden. Doch das war ja schon seit seinem Eintreffen hier an Bord nicht anders gewesen. Mengsk wollte wohl wieder einen Laufburschen aus ihm machen, doch da würde der Wirt die Rechnung ohne ihn machen. Zur Not würde er eine weitere Versetzung beantragen und dafür sogar eine Degradierung in Kauf nehmen. Es war ihm einerlei. Lieber als Lieutenant irgendwo auf einer Zollfregatte den Nachtdienst mit dem Zählen von Frachtcontainern verbringen als noch einen Tag unter dem Kommando von Mengsk und Konsorten.

    Kaum hatte er diesen Gedanken zu ende gebracht, als er sich auch schon aufsetze, nach seinem Schreibzeug kramte und sich daran machte, ein Versetzungsgesuch zu formulieren. So etwas musste gut durchdacht und ausformuliert sein. Zeit dafür hatte er genug. Aber er sollte sich zuerst ein wenig abreagieren. Also schrieb er nur auf ein Stück Flimsiplast einige Stichwörter, damit er gleich das Wesentliche beisammen hatte, nahm anschließend sein persönliches Logbuch zur Hand und machte dort einige böse, sehr, sehr böse Eintragungen, die er anschließend wieder löschte.

    Sich ein weiteres Glas Whisky genehmigend, lümmelte er sich wieder ins Bett und trank in langsamen Schlucken den scharfen, öligen Inhalt.


    [Rendili-System – Orbit über Rendili - Rendili StarDrive Werft - Vindicator-Kreuzer Behemoth - Norins Quartier] Norin Asharra
     
  19. Arcturus Mengsk

    Arcturus Mengsk Captain der Imperialen Flotte

    [Rendili Systems - Militärstützpunkt- Wohnblock F-21 –Zimmer 13]allein

    Fomular um Fomular, Datapad um Datapad wurden von dem Commander bearbeitet, gelesen, ausgefüllt, abgegeben und Reihenweise Kaffeetassen geleert. Papierkram, Bürokratie, das schlimmste was das Imperium zu bieten hatte. Einige Stunden waren vergangen, die Sonne schob sich langsam über den Horizont hinab und Arcturus hatte endlich sein persönliches Quartier beziehen können. 3 Räume, ein Wohnzimmer mit Küchenzeile , Schlafzimmer und Bad. Schlicht eingerichtet, überall mit Symbolen des Imperiums verziert und alles andere als hübsch, das war die Kurze Zusammenfassung. Sachte pustete er über seine Kaffeetasse, er hatte vergessen die wievielte es jetzt war, bevor er knapp darin nippte. Er hatte die meisten Fomulare jetzt bereits abgearbeitet, seine Crew würde versorgt werden mit Unterkünften und in den Kantinen würden sie versorgt werden, wenn auch nicht gerade mit Luxusessen. Aber es würde reichen, die Mechaniker hatten ihm gesagt dass man auf dem ersten Blick der Behemoth nur noch wenige Chancen gab, die Crewmitglieder würden sich für ihre Credits etwas kaufen können und sobald er Gewissheit hatte das sie länger auf dieser Welt bleiben müssen würde er sich um Längerfristige Unterbringung und Versorgung kümmern. Jetzt hatte er aber andere Prioritäten, Prioritäten bezüglich der Führungsebene seines Kommandos. Asharra war kein passender 1. Offizier für ihn. Zu Widerspenstig, zu unabhängig, zu gefährlich als Ganzes. Er musste aus seiner Führungseben beseitigt werden, koste es was es wolle. Und Arcturus hatte genau die richtige Idee dafür…
    Einige Zeit später war der Bericht fertig und wurde abgeschickt, Asharras Schicksal war festgeschrieben. Selbst wenn es nicht sofort geschehen würde, etwas Schmiergeld würde immer helfen, von persönlichen Kontakten ganz zu schweigen. Gelassen setzte er sich in einen Sessel, drehte sich einmal um zu einem Fenster, mit perfektem Ausblick auf die sich langsam senkende Sonne. Wunderschön, wirklich wunderschön. Fehlte nur noch Geigenmusik als Untermalung. Von seinem Gürtel nahm er sein kleines Comlink und wählte die Nummer von Krakov heraus.


    „Krakov,
    schicken sie mir Asharra runter, sorgen sie dafür das er wie aus dem Ei gepellt aussieht und im Wohnblock F-21, Zimmer 13 findet. Sie haben weiterhin das Kommando über die Bereithaltung und das Geschehen auf der Behemoth.
    Mengsk“


    [Rendili Systems - Militärstützpunkt- Wohnblock F-21 –Zimmer 13]allein
     
  20. Norin Asharra

    Norin Asharra Senatsbesucher

    [Rendili-System – Orbit über Rendili - Rendili StarDrive Werft – stark ramponierter Vindicator-Kreuzer Behemoth - Norins Quartier] Norin Asharra


    Er trank einen weiteren Schluck des stark alkoholischen Getränks und lächelte leicht vor sich hin. Wenn er genau darüber nachdachte, war er ganz zufrieden mit seiner Leistung. Dass das der Commander anders sah, war zwar wenig nachvollziehbar, gar nicht schmeichelhaft, aber es passte zu dessen Charaktereigenschaften, zumindest dem, was Norin an Bord erlebt hatte. Mengsk war herrisch und unberechenbar, ob er auch ein guter Stratege war und was ihn dazu befähigte ein großes Schiff wie den Vindicator-Kreuzer zu kommandieren, hatte er nicht herausfinden können, dazu war er zu kurz auf der Behemoth. Der Exil-Courascanti, als den er sich selbst gern bezeichnete und der er in gewisser Weise auch war, da er schon vor der Machtübernahme des Imperiums dort gelebt hatte, überlegte weiter, ließ seine Gedanken treiben, nahm einen Schluck vom Whisky, stand dann auf und räumte die Flasche in den Spind zurück. Sich sinnlos zu betrinken war keine Lösung und mehr als zwei Gläser boten ihm keinen Genuss, auch verhinderte der Alkohol, dass er sich entspannen konnte und das wollte er jetzt. Als die Flasche verstaut war, zog er sich die Uniform aus, hängte sie in den Schrank zurück und putzte zuerst die Stiefel, sodass sie glänzten, dann ging er erneut zu Bett. Doch schlafen konnte er nicht. Stunde um Stunde verstrich und seine Gedanken gingen im Kreis herum. Das Bedürfnis, ständig aufs Chrono blicken zu müssen, konnte er nur mit viel Mühe unterdrücken, denn es brachte nichts. Die Zeit verstrich, auch ohne einen Blick auf das Zeitmessgerät.


    *** Ersatzbrücke der Behemoth – Wlademir Krakov und einige Crewmitglieder ***​

    Der wieder als XO eingesetzte Mittdreißiger saß auf dem Kommandostuhl der Ersatzbrücke und langweilte sich, gelinde gesagt. Es war nicht gerade aufregend, auf neue Befehle zu warten und schon gar nicht, wenn es dabei so gar nichts zu tun gab. Alles auf dem Schiff lief auf einen Abbau zu. Sie würden es verlassen und einem neuen zugeteilt werden, welches das sein würde, ließ sich nicht erahnen und schon gar nicht, wie es mit der Kommandostruktur weiterging. Aber Krakov fühlte sich wieder sicher in seiner Position, die er sich hart erarbeitet hatte. Sicher war Asharra kein Blödmann, aber mit ihm konnte man einfach nicht zusammen arbeiten, der Jüngere war schlicht und einfach ein Klugscheißer. Das Piepen seines Comlinks, riss ihn aus seinen Überlegungen. Er nahm es zur Hand und hob eine Augenbraue als er sah, von wem die Übertragung stammte, dann öffnete er die Nachricht und las mit Erstaunen weiter:

    „Krakov, schicken sie mir Asharra runter, sorgen sie dafür das er wie aus dem Ei gepellt aussieht und im Wohnblock F-21, Zimmer 13 findet. Sie haben weiterhin das Kommando über die Bereithaltung und das Geschehen auf der Behemoth.
    Mengsk“


    Ein gehässiges Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er die Nachricht entziffert hatte. Nun, das würde wohl für Asharra noch einen Dämpfer geben. Diesen Befehl würde er selbst weiterleiten, überlegte er, bestätigte und schloss dann den Kanal, um das Comlink wieder zu verstauen. Er stand auf, strich die Uniform glatt und gab dann ein paar Befehle, damit Asharra auch sicher an sein Ziel gelangen konnte. Das süffisante Grinsen, das entstanden war, als er die Nachricht gelesen hatte, wollte einfach nicht verschwinden. Aber es störte den harten Mann nicht im Mindesten.

    *** Quartierbereich – Asharras Quartier – Asharra allein ***​

    Endlich war er eingeschlafen und hatte einen guten Traum, einen sehr guten sogar. Mitten da hinein hörte er den Türsummer, der einen Besucher ankündigte, und ihn somit weckte. Norin fuhr in die Höhe, fiel vor Schreck aus dem Bett und blieb den Bruchteil einer Sekunde verwirrt liegen, dann war sein Hirn wieder klar, er stand auf und betätigte den Öffner, ohne zu bedenken, nur in Unterwäsche dazustehen. Er kam nicht einmal zum Blinzeln, da bevölkerte auch schon Krakov im übertragenen und für Norins Empfinden sogar im eigentlichen Sinn, sein Quartier und funkelte ihn feindselig an. Die Unsympathie beruhte auf Gegenseitigkeit, denn Norin war keineswegs gewillt, Krakov gegenüber klein beizugeben oder auch nur ein gutes Haar an dem Mann zu lassen.

    „Commander Mengsk befiehlt Ihnen, sich sofort auf dem Planeten und in seiner Wohnung im Wohnblock für gehobenes Personal im Block F-21, Zimmer 13 einzufinden. Und richten Sie sich ordentlich her, so wie Sie aussehen, machen Sie dem Imperium keine Ehre. Sie fliegen mit dem letzten Verwundetentransport auf die Oberfläche, er geht in dreißig Standardminuten vom Hangar 12 ab.“

    Damit drehte sich der neue alte XO auch schon wieder um und verließ Norins Quartier, ohne diesem auch nur die Gelegenheit zu geben, den Befehl zu bestätigen. Der Jüngere war froh über sein ausgezeichnetes Gedächtnis, denn sonst hätte er wohl kaum die Möglichkeit gehabt, sich alles zu merken. Rasch ging er ins angrenzende Bad, zog sich auch den Rest aus und stellte sich unter die Dusche, diesmal ließ er das Wasser eiskalt über sich laufen. Während er duschte, rasierte er sich gleichzeitig, rieb sich anschließend über das nun fast glatte Gesicht und stellte das Wasser wieder ab. Die Kälte hatte ihn erfrischt und er fühlte die Haut angenehm prickeln, auch die Reste des anregenden Traums waren nun verschwunden. Die Stiefel standen bereits blank geputzt bereit, worüber er froh war und er lobte sich selbst wegen seiner Weitsicht. Er zog sich an, richtete den Gürtel, dann die Rangabzeichen auf der linken Brustseite und setzte sich die Kappe auf. Danach verließ er sein Quartier, wo bereits zwei Soldaten standen und ihn begleiteten. Norin verkniff sich eine Bemerkung und auch den Gedanken daran, abgeführt zu werden. Mit langen Schritten lief er beinahe, um die Behemoth zu verlassen und den genannten Hangar rechtzeitig zu erreichen.

    Einer verließ ihn, als sie am Shuttle angekommen waren. Grußlos stapfte er von dannen, was Norin weder wunderte, noch ärgerte. Doch er zog eine Augenbraue hoch und betrachtete den anderen nachdenklich. Dann zuckte er mit den Schultern. Es machte nichts. Mit einer stummen Begleitung konnte er leben. Die Soldaten führten lediglich Befehle aus, so wie er es von ihnen erwartete. Im Hangar tat sich einiges, letzte Verwundete der Behemoth wurden an Bord gebracht, Personal lief herum, alles war sehr geschäftig. Doch der ehemalige XO achtete nicht darauf. So als wäre nichts Besonderes vorgefallen, stieg er die Rampe hoch und setzte sich auf den letzten noch freien Platz, sein Begleiter nahm neben ihm Aufstellung. Es dauerte nicht lange da begannen die Repulsortriebwerke ihre Arbeit. Langsam verließ der Shuttle den Hangar und der Flug durch die Atmosphäre auf die Planetenoberfläche begann.

    Er zwang sich, nicht auf das Verstreichen der Zeit zu schauen, denn er konnte es ohnedies nicht beeinflussen. Der Commander würde eben warten müssen, bis er eingetroffen war, außerdem wusste der Bastioner selbst, wie lange der Flug dauerte. Insgeheim ärgerte sich Norin, dass er auf den Planeten zitiert wurde. Doch andererseits erhoffte er sich so eine Klärung dieser sonderbaren Situation, die für ihn nahezu unverständlich ablief.

    Nur an der Änderung der Lautstärke und Vibration merkte er, wie schließlich das Shuttle langsamer wurde und auf der Landeplattform aufsetzte. Er wartete bis die Verwundeten abtransportiert waren und verließ erst dann den Transporter. Mit flottem Schritt stieg er die Rampe hinab und schaute sich dann um, sein Begleiter lief neben ihm her, doch der Flottenoffizier beachtete ihn nicht. Es sah aus wie auf jedem anderen imperialen Raumhafen. Rasch orientierte er sich und ging dann auf den Ausgang zu. Kaum hatte er das Gebäude verlassen, winkte er auch bereits einem Taxi, um sich zu der angegebenen Unterkunft bringen zu lassen. Mittlerweile war es tiefschwarze Nacht, erhellt durch zahlreiche Lichter. Eine lebhafte Geräuschkulisse untermalte die nächtliche Szenerie auf der Straße. Doch Norin ignorierte es. Ihm gingen zu viele Sachen im Kopf herum, die sich im Kreis drehten, sich schlängelten und in etwas veränderter Form von vorne begannen. Er kam zu keinem Schluss. Wie er es auch drehte und wendete, er ahnte, dass er einer sehr unguten Begegnung entgegeneilte.

    Vor dem genannten Gebäude hielt das Taxi, Norin bezahlte den Mann und stieg mit seinem Begleiter aus. Er ging zur Eingangstür und betätigte das mit der Nummer Dreizehn markierte Türsignal. Als er wartete, atmete er einige Male tief durch und versuchte, sich zu beruhigen, seinen Zorn im Zaum zu halten, der nach und nach wieder hochkam und ihn zu überrollen versuchte. Doch Wut war ein schlechter Ratgeber. „Wollen Sie jetzt wirklich mitgehen? Es ist doch völlig sinnlos, dass Sie mich bewachen“, sagte er zu dem Mann während er auf Einlass wartete. Der Mann schaute etwas verlegen wirkend an Norin vorbei und sagte dann: „Lieutenant Commander Krakov hat mir den Befehl erteilt, Sie sicher und in gutem Zustand zu Commander Mengsk zu geleiten, Sir. Tut mir leid.“
    Abermals wanderten die Augenbrauen des Coruscanti in die Höhe, doch nickte er dann. Krakov, das war einleuchtend. „Schon gut. Halten Sie sich im Hintergrund …“, er wollte noch etwas sagen doch da öffnete sich die Tür mit einem leisen Geräusch und gab den Weg ins Innere frei. „Na schön, dann wollen wir mal“, fuhr er fort, trat ein, wobei er seinem Begleiter unnötigerweise ein Handzeichen gab, ihm zu folgen. Die richtige Zimmernummer war rasch gefunden und bald stand er davor, sein Begleiter hatte abermals neben ihm Aufstellung bezogen. Norin warf ihm einen skeptischen Blick zu, dann zuckte er innerlich mit den Schultern und aktivierte den Türsummer. Sogar hier konnte er das Geräusch vernehmen, das er ausgelöst hatte. Warum der Commander nicht gleich die Tür geöffnet hatte, als er unten geläutet hatte, war ihm ein Rätsel, doch war es nicht wichtig, nicht sehr.

    Die Zeit schien sich zu dehnen, bis der Öffner betätigt wurde und Norin eintreten konnte, sein Begleiter blieb an der Tür stehen. Commander Mengsk saß mit dem Rücken zu ihm und schien die Aussicht zu genießen. Was er sah, war nett anzusehen. Der nächtliche Himmel hob sich schön von der Skyline der Garnisonsstadt ab, aber dieser Anblick vermochte Norin nicht zu fesseln. Er ging vor, bis er in der Mitte des Zimmers angekommen war, blieb stehen und nahm Haltung an. Die Spiegelung des Fensters zeigte ihm Mengsks verzerrt wirkendes Gesicht, das sich bärtig und finsterer als der Nachthimmel dem Neuankömmling präsentierte.

    „Commander Mengsk, Lieutenant Commander Asharra meldet sich wie befohlen“, machte er Meldung, wobei er akkurat salutierte. Seine Stimme hielt er so neutral wie möglich, stand dabei stramm und ließ nicht erkennen, was er von der Aktion hielt.


    [Rendili System - Rendili - Militärstützpunkt- Wohnblock F-21 –Zimmer 13] Norin Asharra, Arcturus Mengks, ein Soldat (NPC)
     

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