Suizid

Ach so, okay. Ich war irritiert, weil ich das weniger als Selbstmord denn als Opfer bezeichnen würde, wobei's im Grunde auf dasselbe hinaus läuft.
 
Ein ganz sensibles Thema. Ich war bis vor ein paar Jahren einer dieser Menschen die immer laut nölten " ALLES FEIGLINGE"!. Mittlerweile hat sich diese Einstellung nicht nur durch mein Berufsleben gewandelt. Vor zwei Jahren brachte sich die manisch depressive beste Freundin meiner Tante auf ziemlich heftige Art und Weise um. Sie sprang von der Möhnetal Sperre (die Jedihammer vielleicht aus der Kriegsgeschichte kennen dürfte so ganz nebenher).

Moehnetalsperre_Naherholungsgebiet.jpg


Die Frau hinterlies einen Ehemann und zwei kleine Söhne. Ich war am nächsten Tag an besagter Stelle (die im übrigen ein sehr sehr beliebtes Ziel für Selbstmörder in meiner Region ist) und hab mich genau an die Stelle gestellt von der sie gesprungen ist (der naja Reinigungswagen hing da noch). Und mir ging nur eines durch den Kopf - wie verzweifelt bzw. krank muss eine Frau/ein Mensch sein DA herunter zu springen?. Wie seelisch krank war diese Frau dafür die Söhne und den Mann zurück zulassen?

Nein ich bin keine mehr die Menschen die extrem verzweifelt bzw. psychisch krank sind mehr als Feiglinge verurteilt. Nun habe ich Mitleid mit ihnen und ihren Angehörigen.


Welche "Selbstmörder" mich immernoch extrem auf die Palme bringen (ich weis auch die sind im Grunde krank aber das Gefühl was ich hier habe ist irrational und einfach sehr subjektiv) sind jene die um ihre Familie und Partner zu erpressen/quälen und unter Druck zu setzen ständig mit einem Selbstmord drohen.
 
Intressantes Thema viele Leute begehen Selbstmord weil sie vielleicht auch krank sind also Depressionen haben oder hatten. Manchmal dauert so etwas sehr lange bis man es raus findet. Ich habe selber versucht mich umzubringen, ich gebe es jetzt offen zu. Ich bin noch rechtzeitig ist Krankenhaus gekommen und wurde behandelt. Ursache Schwere Depressionen... und diese Krankheit zu überwinden ist manchmal viel schwerer weil gar nicht glauben wie schnell man da rein rutschen kann.
 
Nun, die Suizid-Rate, ob bei Jugendlichen oder Erwachsenen, darf nicht abgewertet werden, kritisch ist jedoch, wenn man sich rein auf die Fälle beschränkt, die von den Medien hochgepuscht werden.
Klar, dass ein Jugendlicher, der sich von einer bekannten Autobahnbrücke stürzt und damit vielleicht noch zwei Fahrer in den Tod reißt, mehr Aufsehen erregt als einer, der sich still in den eigenen vier Wänden umbringt. Tatsache ist jedoch, dass kein Tod höhere oder geringere Verachtung verdient.
Ich finde es kritisch, Selbstmorde durch Sensationsgier zu missbrauchen. Viele Zeitungen spielen sich dann möchtegern psycho-analytisch auf und spekulieren wild über Hintergründe der Tat. Damit ist jedoch im Nachhinein kaum einem geholfen, zumal ja förmlich darauf gehofft wird, irgendeine abscheuliche Ursache könnte gefunden werden.
Oft sind die Gründe für Suizid augenscheinlich banal, aber gerade deshalb um so schlimmer. Leistungsdruck, Mobbing, fehlender Rückhalt der Familie sind meiner Meinung nach drei beispielhafte Grundpfeiler, die dazu führen können.
Da braucht es manchmal nicht noch eine dramatische Liebeskatastrophe oder schrecklichen Psychoterror, manchmal reicht schon das Gefühl, keinen Halt mehr zu finden oder sich selbst ungeliebt zu fühlen, um sich, im schlimmsten Falle, etwas anzutun.
Ignoranz und Wegschauen sind schlussfolgernd für mich also die Punkte, wo wir Schuld sein können, dass andere Menschen keinen Halt mehr finden.

So, und nun genug der Moralpredigt:D
 
Also bei mir gab es einmal vor ca. 7 Jahren eine 3 Monatsphase, in der ich richtig deprimiert war, nichts positiv lief, eher im Gegenteil, kaum Kontakt zu meinen Freunden hatte etc. ...
Schlimmer ist es dann nicht gekommen, ausgeprägte Soizidgedanken hatte ich nicht, irgendwie hatte sich dann alles von selbst reguliert, glücklicherweise...
 
Bei mir gibt es zwar immer wieder Phasen, in denen ich etwas deprimiert bin, aber bisher ging es niemals so weit, dass ich versucht oder daran gedacht hätte, meinem Leben ein Ende zu setzen.
Selbstmörder verurteile ich nicht, im Gegenteil; Ich habe Mitleid mit solchen Menschen, für die es scheinbar keinen anderen Ausweg gibt. Und natürlich mit ihren Angehörigen.
 
Suizid verurteile ich nicht, da ich nie weiss, was einen Menschen dahin getrieben hat und ich finde den Begriff Selbstmord ist schon eine negative Verurteilung. Ich weiss auch nicht ob ich je in die Situation kommen könnte wo es für mich eine ernsthafte Option ist. Und durch meine PTA-Ausbildung grad, weiss ich auch was ich nehmen müsste, um es schmerzlos, einschlafen und weg, die einzige Option für mich, zu machen.
 
Ich will mich ja nur ungern, als Threadausgräber betätigen, aber heute muss ich...

Folgendes:
Eine Freundin von mir hat vor 3 Monaten Selbstmord begangen. Es ist eifach schrecklich zu wissen, dass es sie nicht mehr gibt. Ich weiß dass sie depressiv war und auch in Behandlung, aber irgendwie hat sie das Leben anscheinend nicht mehr ertragen können. Ich denke bei ihr is so ziemlich alles schiefgelaufen, was nur geht. Auf Facebook hat kurz nach der Tat ihre beste Freundin eine Erklärung dazu abgegeben. Was mich daran schockiert ist, dass absolut niemand bis heute, sich anscheined je um des Mädel geschert hat. Da ist mir jetzt so richtig erst bewusst geworden, dass man auf FB für die meisten User eh nur eine Nummer ist, die den Freunde-Score hochhalten soll. Da sind viele "Freunde" dabei, die 300 oder mehr "Freunde" haben. Ich frag mich nur: Ist die Welt so kalt? Schert es keinen, wenn ein 19jähriges Mädel gestorben ist? Den engen freunden werf ich nix vor, wenn sie dort nix schreiben, die trauern ohnehin genug. Aber jene, für die das Mädel gut genug war, um ihren friendsscore zu erhöhen, denen ist nicht mal wert ein einfaches r.i.p. zu schreiben. Ich könnt kotzen.

Bleibt mir nur noch zu sagen:
Ich hoffe du hast jetzt deinen Frieden gefunden, den du im Leben so drigend gebraucht hättest. Die Welt hat ein zauberhaftes Wesen verloren.
 
So was wie Facebook oder auch Twitter würde ich niemals annehmen. Die Gefahr aus dem Netz angegriffen zu werden wäre mir zu gefährlich. Man wird dadurch eine offizielle Person und kann gemobbt werden oder noch schlimmer: jemand blackmailt euch. Blackmailing ist Informationen über euch im Netz zu verbreiten um euch zu schaden. Man wird das Opfer von völlig fremden Personen die euch im Netz auslachen wegen Dingen die sie über euch gelesen haben und euch nicht einmal kennen. Finger weg von Facebook und Co! Ich war selber Opfer von einem Mobber der mich online zum Idioten stempeln wollte. Waffe ist Ignoranz! Einfach ignorieren und Kommentare „übersehen“.
 
@Doublespazer
Man kann ur leicht auf Facebook betreffene Personen blockieren oder Freundschaft beenden. Habe ich auch schon getan mit einen der mich immer Beleidigt hat einfach blockieren oder Freundschaft beenden.
Cyber Mobbing ist schon eine schlimme Sache.
 
Ich war selber Opfer von einem Mobber der mich online zum Idioten stempeln wollte. Waffe ist Ignoranz! Einfach ignorieren und Kommentare „übersehen“.

Blackmailing ist doch Rufmord. Dagegen kann man vorgehen es gibt sogar ne Firma die sich auf das löschen von Rufschädigenden inhalten im Netz spezialisiert hat.
Mobber und co sind zu bedauern, loser die sich nur in der Gruppe stark fühlen und nie alleine klar kommen würden -.- und jemanden im Netz zu mobben ist viel einfacher weil man ja eine gewisse anonymität hat.

p.s. ich selber habe keinen grund selbstmord zu begehen (fals sich einer fragt warum ich dieses Thema angeklickt habe) von mobbing bin ich auch verschont geblieben.
Aber jeder kann ein Opfer werden, was man aber nicht machen darf ist sich in die "opfer-rolle" zu fügen.
 
Waffe ist Ignoranz!

Die beste Waffe gegen Mobber ist die eigene Faust im Gesicht des Mobbers! :klugs

Zum Thema:
Ernsthafte Selbstmordgedanken hatte ich soweit ich mich erinnern kann nicht.
Kann aber verstehen wenn jemand so verzweifelt etc pp ist das er/sie keinen anderen Ausweg mehr sieht. Obwohl einem eigentlich klar sein sollte das es zumindest in D mMn keine objektiven Gründe für Selbstmord geben sollte.
 
Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen das es hilft. :jep:

Hier muß ich Dir mal zustimmen.
In unserer Kindheit wurden Dinge, die heute mit dem künstlichen Modewort "Mobbing"(jeder der im Leben versagt fühlt sich heute gleich gemobbt)mit einer Katastrophe gleichgestellt werden auch mal so gelöst.
In 99 von 100 Fällen war die Sache damit gelöst. Und das Leben ging weiter.
Gehänselt wurde immer und wird immer.
So mancher wurde dadurch erst stark.
Aber heute ist ja jede Hänselei ein Fall für den Landeshauptpsyschologen.

Uns wurde in solchen Fällen gesagt "Wehr Dich gefälligst selber".
Und so geschah es und das war auch gut so.
 
Die Strategie mag vielleicht funktionieren, wenn es eine Einzelperson ist, die einem mobbt. Wenn dagegen eine Gruppe gegen einen vorgeht, wie es meiner Erfahrung nach eher der Fall ist, macht man die ganze Situation durch Fäuste nur noch schlimmer.

Zumal Gewalt meiner Ansicht nach grundsätzlich abzulehnen ist.
 
Die Strategie mag vielleicht funktionieren, wenn es eine Einzelperson ist, die einem mobbt. Wenn dagegen eine Gruppe gegen einen vorgeht, wie es meiner Erfahrung nach eher der Fall ist, macht man die ganze Situation durch Fäuste nur noch schlimmer.

Wenn es eine Gruppe ist schnappt man sich den Anführer.
Da meist beim mobben nur mitgemacht wird um selber nicht Opfer zu werden hält sich die Solidarität mit dem in ziemlich engen Grenzen.
Wenn man den Anführer also ordentlich aggressiv angeht zeigt man gleich und drastisch das man selbst kein "Opfer" ist und die anderen haben auf den Stress dann eh keinen Bock.

Zumal Gewalt meiner Ansicht nach grundsätzlich abzulehnen ist.

Sehe ich ja ähnlich.
Aber manche lernen es halt nur auf die harte Tour.
 
Grundsätzlich bin ich gegen Gewalt.
Allerdings gibt es Ausnahmefälle. Die wirklich Uneinsichtigen haben einfach mal einen auf das Brett verdient! Wer nicht auf die Vernunft hören will muss sie halt beigebracht kriegen. ;)
 
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