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Toong'L

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Tinya Fox, 24. September 2007.

  1. Tinya Fox

    Tinya Fox back to the roots

    Toong'L
    ____________________________


    [ Infos zum Planeten: Toong'L (engl.) | Toong'L (dt.) ]

    [ Besonderheiten: Raumstation "Roadrunner" ]

    [ Zugehörigkeit: Neutral ]​
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. November 2013
  2. Tinya Fox

    Tinya Fox back to the roots

    - Weltraum um Toong'l - Anflug auf "Roadrunner Station - "Dark Crusade" - mit Vincent, Lance im TIE folgend -

    Sichtlich schwer fiel es den beiden, sich voneinander zu lösen. In seinen Augen glaubte Tinya kurz Bedauern aufblitzen zu sehen und eine Aura tiefer Sehnsucht umwaberte die beiden Verbundenen. Tinya spürte, wie sich ihre Nackenhärchen aufstellten und ein Welle heißen Verlangens in ihr aufstieg, als Vincent seine Stirn an die ihre presste und die Finger zärtlich über ihre Haut gleiten ließ. Nie zuvor hatten sie solcherlei Gefühle durchdrungen, wie sie jetzt in ihr aufwallten. Kleine elektrische Schläge kitzelten ihre Haut, jede Pore öffnete sich unter der Berührung und entließ kleine Schweißtropfen, die jedoch kaum zur Abkühlung gereichten. Die Glut in ihr - schon länger entfacht und nun zur Flamme der Leidenschaft emporgezüngelt - drohte ihr einen Augenblick lang Verstand zu rauben. Still schloss sie die Augen, blendete die Geräuschkulisse aus und genoss einzig und allein die Nähe zu ihm. Worte bedurfte es keiner mehr zwischen ihnen - jeder wusste nun vom anderen und dies zu wissen, war ein unendlich wunderbares und schönes Gefühl.
    Doch seine seit langer Zeit bisher einzige Geliebte - die ?Crusade? - reagierte boshaft und eifersüchtig und der Alarm steigerte sich, bis er unerträglich wurde und einem die Ohren klingeln ließ. Mochte es auch sein, dass diese Dringlichkeit, mit der die ?Crusade? ihren Besitzer rief, ein reines Sicherheitsfeature war - Tinya glaubte darin die Wut einer enttäuschten Liebe erkennen zu können, was natürlich Quatsch war. Ganz bestimmt war es nur die Projektion ihrer Enttäuschung auf einen leblosen Gegenstand.
    Der Hapaner atmete noch einmal tief aus und löste sich dann von ihr. Kurz noch drückte sie seine Hand, bevor der Abstand zwischen ihnen beiden sich wieder soweit vergrößerte, dass es keinerlei Berührungspunkte mehr zwischen ihnen gab. Nur ungern gab sie ihn frei und nur sehr widerwillig setzte sie sich wieder aufrecht in ihrem Sitz zurecht. Alles war wieder wie Minuten zuvor - es war der gleiche Anblick und doch war alles ganz anders. Und in einem letzten Blick, den Vincent ihr zuwarf - bevor er sich wieder den Kontrollen zuwandte, konnte sie deutlich lesen, dass er nicht anders fühlte als sie.
    Irgendwie beschwingt fühlte sie sich, leicht, abgehoben, schwerelos, auf weiche allerfeinste Seide gebettet und glücklich.
    Der Station, die dann näher kam, schenkte sie kaum Beachtung. Erst als Vincent sie dann anmeldete, bereitete sie sich innerlich darauf vor, das soeben Geschehene zurückzudrängen und ihren Blick auf das nun vor ihnen Liegende zu lenken.
    Tinya ertappte sich kurz bei dem Gedanken, dass es vielleicht einfacher wäre, wenn Lance nicht mit ihnen gereist wäre, aber andererseits wäre es ohne seinen TIE und dessen Bedürfnis nach Modifikationen nie zu der überraschenden Offenbarung ihrer wahren Gefühle gekommen - Tinya glaubte nicht, dass Vincent ihr in Anwesenheit von Lance seine Geschichte erzählt hatte. Jetzt also wusste sie um das Geheimnis seiner Einsamkeit ........

    Allzu rasch hatten sie dann an der Station angedockt und allzu schnell war die Zeit ihrer Zweisamkeit fürs Erste vorbei. Tinya blieb noch einen Moment lang sitzen, nachdem die ?Crusade? sanft in einem der kleineren Hangars der Station aufgesetzt hatte - lächelnd und versonnen, einfach nur glücklich.
    Während der Hapaner dann die Maschinen des Bombers herunterfuhr, schwebte Lance mit Hilfe der Repulsoren auf dem Platz direkt neben ihnen ein. Nur wenige Sekunden blieben ihnen noch, bis der ehemalige Falcon aussteigen konnte und sie wieder ein Kleeblatt bilden würden - Tinya seufzte tief und stand dann auf. Kleine elektrische Schläge trafen sie wieder, als sie beim Aussteigen ?zufällig? Vincents Hand fand , fest zudrückte, ihm ein vielsagendes Lächeln schenkte, dann wieder losließ und die inzwischen geöffnete Rampe der ?Crusade? gänzlich hinunterschritt. Butterweich waren ihre Knie, obwohl sie immer noch zu schweben glaubte und sie eigentlich schwerelos sein sollte.

    Lance kam ihnen schon entgegen und man beschloss, keine Zeit zu verlieren und sich unverzüglich auf den Weg zu machen - nur wohin? Tinya war mit ihren Gedanken eigentlich noch irgendwo ganz anders, unfähig sich zu orientieren und sie folgte den beiden Männern - blind für die Geschehnisse um sie herum, die auf den relativ belebten Gängen stattfanden. Dann und wann trafen sich ihrer und Vincents Blick - heimlich und versteckt, möglichst so, dass es ihr Begleiter nicht bemerken sollte. Zu gern nur hätte sie gejubelt, ihr Glück herausgeschrieen. Doch zu jung und zu zerbrechlich noch schien ihr die zarte Blüte ihrer Liebe zu sein - zu kostbar, um allzu verschwenderisch mit ihr umzugehen.

    Richtig wach wurde Tinya dann erst wieder, nachdem sie plötzlich ein unbehagliches Gefühl beschlich und ihr ein hinkender Mann auffiel, der sie zu verfolgen schien. Die Kapuze seines altmodischen und abgetragenen Umhangs tief ins Gesicht gezogen, war es ihr unmöglich ihn zu erkennen oder gar Vermutungen über seine Persönlichkeit anzustellen. ?Ich leide an Paranoia - ganz bestimmt sogar? versuchte sie sich selber zu beschwichtigen, nachdem der Verfolger eine andere Abzweigung genommen hatte als sie. Außerhalb ihres Gesichtsfeldes war er nun, er hatte eine andere Richtung eingeschlagen - und doch kam ihr dieses Hinken bekannt vor und weckte schlechte Erinnerungen.
    Tinya stolperte, nachdem sie sich wieder und wieder umgesehen und vergewissert hatte, dass sie nun unbehelligt unterwegs waren. Ungeschickt fing sie sich im letzten Moment ab und stellte erleichtert fest, dass sie ihren Zielort erreicht hatten: eine Art Werkstatt, ?Reparaturen aller Art - günstig, schnell, unbürokratisch? - genau das, was sie brauchten.

    Schnell wurde man sich handelseinig und während Lance sich mit einem Mechaniker wieder zurück in den Hangar begab, beschlossen Tinya und Vincent sich ein wenig umzusehen. ?Nein, sie würden sich gewiss nicht langweilen und er solle sie per Comlink verständigen, wenn der TIE soweit fertig sei? versicherten sie grinsend dem ehemaligem Falcon, bevor dieser ging.
    Als sie sicher war, dass Lance außer Sichtweite war, zögerte Tinya nicht länger, ergriff die Hand des Kopfgeldjägers und zog ihn mit sich. Ihr Ziel war ein unbelebterer Ort, unweit von jener Werkstatt - eine kleine grüne Oase mit Blick zu den Sternen durch ein rundes Panoramafenster.....


    ?Komm? sagte sie noch und blieb dann abrupt stehen: der hinkende Mann stellte sich ihnen plötzlich in den Weg und zog langsam die Kapuze ab. Sie offenbarte ein alterndes, vernarbtes Gesicht, müde Augen mit Schattenrändern und einen fast zahnlosen Mund. Dennoch zuckte Tinya erkennend zurück: Brad (NPC), es war der alte Brad!

    Schneller als sie reagieren konnte, hatte er mit gierigen Fingern nach ihrem linken Arm geschnappt und entblößte mit überraschend kräftigem Griff ihren Unterarm. Ihr Pulloverärmel gab den Blick frei auf eine hässliche, fast vollkommen runde Narbe - etwas, was sie fast vergessen hatte und an das sie nie mehr erinnert sein wollte.

    ?Dacht? ich mir?s doch, Prinzesschen. Schämst dich wohl für deine Vergangenheit, was??

    Sein übelerregender Mundgeruch - verursacht durch faulende Zahnstümpfe - schlug Tinya entgegen und nahm ihr den Atem. Sie wand sich aus seinem Griff und trat einen Schritt zurück. Böse funkelte sie den Alten an. Schreckliches Leid hätte er ihr beinahe angetan - doch er musste büßen dafür und so wie er aussah, hatte er das schon ein ganzes restliches Leben lang getan. Seine Feindseligkeit ihr gegenüber musste in all den Jahren ins Unermessliche gestiegen sein.

    ?Was willst du? Selber schuld bist du an deinem Schicksal , du Narr!?

    Seltsam mutig fühlte sie sich gerade, was nur durch die Anwesenheit von Vincent zu erklären war. Nie würde der alte Brad es wagen, sie wieder im Beisein eines anderen Mannes anzufassen - nie wieder! Die Lehre, die er damals daraus gezogen haben dürfte, sollte für den Rest seines Leben genügt haben. Auch die Bedrohung, die allein durch sein Wissen über ihre Vergangenheit ausging, hatte sich inzwischen in Nichts aufgelöst. Wäre sie noch beim Imperium, hätte Entdeckung den Tod bedeutet, so aber war sie wieder genau dort gelandet, wo sie hergekommen war - fast.
    Die Vergangenheit schreckte sie nicht mehr und sie musste sich nicht mehr wegen ihrer Herkunft fürchten. Vermutlich ging das dem alten Brad auch gerade auf, denn er verzog angewidert sein Gesicht.


    ?Achso, so ist das also.?

    Sein Blick wanderte zwischen ihr und ihrem Begleiter hin und her. Langsam begann er sich wieder zurückzuziehen.

    ?Mach?s gut Prinzesschen, pass auf deinem Prinzen auf - die sind meist so kurzlebig. Gehabt euch wohl, Prinzesschen.?

    Und mit einer hämischen Geste der Verbeugung zog er sich endgültig zurück und verschwand in der Menge. Tinya merkte, wie sie flammend rot anlief, während sie ihm nachstarrte. Wütend war sie nun, wütend und traurig. Warum nur musste sie ihm nach all den Jahren ausgerechnet hier und ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt über den Weg laufen.
    Ruppig zog sie ihren Pulloverärmel wieder herunter und wandte sich um.


    ?Gehen wir, bitte ....?

    - Tonng'l - Roadrunner Station - mit Vincent
     
  3. Vincent Valentine

    Vincent Valentine desert(ed) son

    .::Toong?l.Anflug auf Roadrunner Station.Scythe|Tinya::.

    Es dauerte nicht lange und die beiden Schiffe setzten in einem Hangar der Roadrunner Station auf. Ugnaughts watschelten auf kurzen Beinen sofort heran und schleppten Auftankvorrichtungen mit sich, rollten Schläuche aus die den Treibstoff in die Tanks des Schiffes pumpen sollten und entzündeten sich dann völlig sorglos eine Zigarette, direkt neben dem brennbaren Treibstoff. Wenn das mal gut ging, dachte sich der Hapaner und erhob sich langsam aus seinem Sitz. Griff sich im hinausgehen seinen Umhang und warf ihn über die Schultern. Geschickt wurden die Schnallen geschlossen und der Hapaner hatte sich wieder verhüllt. Nicht das er aus ästhetischen Gründen sonderlich viel Wert darauf legte, aber irgendwie fand er es doch ganz? Schmuck. Und zudem hatte es einen netten Effekt auf andere, wenn sie nur einen Teil des Gesichtes sahen. Ein überaus besserer als wenn das ganze Gesicht unter einer Kapuze verschwand. Und hin und wieder war es wirklich amüsant den Gegenüber direkt anzusehen, während der immer nervöser wurde, weil er nicht alles sah, sondern nur den steinharten Blick seiner Augen. Im Moment blickte er definitiv nicht so, hatte zu dem auch seinen Kragen nicht geschlossen, jedenfalls nur teilweise sodass man seinen Mund noch sehen konnte.

    Es war unglaublich wie gut es ihm mit einem Mal zu gehen schien. Auch wenn nur eine Person zu sehen bekam, wie es nun wirklich um ihn stand. Denn er war nicht gewillt es sofort in die Welt hinaus zu schreien. Und das obwohl er sich so unbeschreiblich fühlte. So, als stünde er an Bord eines Schiffes das nun aufbrach in ein völlig neues Land, noch eher, er verließ dieses Schiff in einem fremden Land, das aber doch so etwas wie Heimat war.
    Es in Worte zu fassen, was er empfand, oder wie er empfand, wäre schlichtweg zuviel und nicht möglich gewesen. Daher begnügte er sich damit in seinen Gefühlen aufzugehen und sich einfach wohl zu fühlen. Die kurze Berührung von Tinya sorgte dafür, dass sich seine Nackenhaare kurz aufrichteten und ein Schmunzeln in seine Züge schlich. Er war verliebt. Aufrichtig, ehrlich und tief verliebt.
    Das er
    so aus seiner Misere heraus kommen würde, hätte er nun auch nicht gedacht. Vor allem da alles so unscheinbar angefangen hatte. Kopfgeldjäger fängt Beute. Und jetzt, jetzt hatte er sich in seine ehemalige ?Ware? ? als was er sie auch nur für kurze Zeit angesehen hatte - verliebt.

    Leichten Herzens steig er aus der Crusade und gab mit Zeige und Mittelfinger schnell den Sicherungscode ein, das auch ja niemand in seinem Schiff herumwühlen würde. Sollte man die Crusade jetzt öffnen ohne den Code zu können, würde es fast umgehend ein ziemlich nerviger Alarm losgehen. Nerviger noch, als der Rückfallalarm.
    Im Hangar selbst sah es noch genauso schlimm aus, wie damals, als er sich hatte den neuen Schildgenerator einbauen lassen. Öl Flecken an allen möglichen Stellen, teilweise übel verrostete Jägerwracks am Ende des Hangars. Uglies die fast immer in Paaren irgendwo geparkt waren. Eine wirkliche Piratenstation eben.
    Der Abschaum der Galaxis.
    Der Dreck, der an den Stiefeln der oberen Schicht klebte. Und doch diejenigen, die die wahre Natur der Galaxis wirklich verstanden. Fressen oder gefressen werden, ein anderer Grundsatz herrschte nicht. Tag ein Tag aus lebten sie nach diesem Motto und hatten eigentlich nie wirklich ihre Ruhe oder Zeit auszuspannen. Vor allem nicht hier. Aber auch wenn man sich den derzeitigen Krieg einmal ansah, sah es nicht sonderlich viel anders aus. Vincent selbst kümmerte das alles herzlich wenig. Die beiden Fraktionen regierten in so großem Stil, das viele einfach darin verloren gingen oder gar nicht erreicht wurden. Gerade in den Randbereichen der Galaxis. Wobei er jedoch zugeben musste, dass es Hapes unter der Republik nicht schlecht ergegangen war. Wie dem auch sei. Vince fühlte sich an dem Ort wo er gerade war ? Parteiangehörigkeitstechnisch ? zu 100% richtig. Das auch schon bevor er seine Gefühle zu Tinya realisiert hatte. Das Ganze machte die Sache jetzt nur umso angenehmer und schöner.

    Es dauerte nicht lange und da kam auch schon Lance den beiden entgegen. Nun wieder vereint machte sich das Trio auf den Weg zur Werkstatt, in welcher man sich um die nötigen Dinge am Tie von Lance kümmern sollte. Die Werkstatt, welche auch Vince damals aufgesucht hatte und die ihm den Schildgenerator eingebaut hatte. Wenn sich nicht allzu viel geändert hatte, was er auf Grund des anscheinend vollkommen gleich gebliebenen äußeren Zustandes der Station annahm, würde man dort relativ kostengünstig die nötigen Modifikationen bestellen können. Und als sie schlussendlich angekommen waren, nach einem längeren Fußmarsch, auf welchem er Tinya immer wieder heimlich Blicke zugeworfen hatte. Ganz so als wäre es verboten, das sich gerade diese zwei ineinander verliebten. Eigentlich war er doch aus dem Alter, das ihm so etwas ?peinlich? sein musste, schon lange raus, oder? Mit mittlerweile 37 Jahren war er wirklich alt genug, nicht derart schüchtern zu agieren. Aber irgendwie war es im Moment auch ganz was anderes. ?Auch wenn das jeder sagen würde, wenn man ihn derart konfrontieren würde.- Immerhin hatte Tinya unbedingt zu Lance gewollt. Vielleicht hatte sie auch die ein oder anderen Gefühle für selbigen gehegt und ihn jetzt durch ständiges turteln auszugrenzen, wäre auch nicht gerade freundlich. Immerhin hatten sie ihn von sich aus mitgenommen. Gut. Von ihr aus, lächelte er in Gedanken.

    Mit Lance wurde dann ausgemacht, das während er sich um sein Gefährt kümmerte, die Beiden sich ein wenig die Beine vertreten und die Station besichtigen würden. Kaum war dieser mitsamt einem Angestellten der Firma aus ihrem Blick entschwunden, ergriff Tinya seine Hand und zog ihn hinter sich her. Ob der stürmischen Art und dem wohl dahinter steckenden Gedanken die Zeit, die sie nun zu zweit hatten, effektiv zu nutzen, musste der Hapaner schmunzeln.
    Wie konnte man sich nicht in sie verlieben?
    In ihre Augen, die mal mehr, mal weniger blau oder grün schimmerten, ihre Haare die die Gewohnheit hatten wie Gold zu glänzen, Lippen die Sanftheit versprachen, als läge man schon halb im Paradies. Ein Lächeln, das selbst einen Rancor besänftigen würde. Und eine Ausstrahlung, die einem Engel glich, der sich versehentlich ins Diesseits verirrt hatte.

    Und mit einem Mal wurde ihm bewusst, wie sehr es ihn erwischt hatte. Das er überhaupt hatte Zweifeln können
    nicht in diese aufgeweckte und doch so tiefgründige, ehemalige Imperiale verliebt zu sein. Und ein um?s andere Mal wurden seine Gedanken, so schön sie auch waren von etwas unliebsamen unterbrochen. Irgendjemand machte sich einen Jux daraus sich den Beiden in den Weg zu stellen. Zerlumpt und alt. Und als die Kapuze des Bettlers, von selbigem zurück gestriffen wurde, offenbarte sich das typische Gesicht eines mittellosen, armen Menschen der sein Dasein in den Gängen einer Raumstation oder den Gassen einer Stadt fristete. Aber an diesem hier schien mehr zu sein, denn der Schritt den Tinya plötzlich zurück machte, offenbarte so etwas wie Furcht vor etwas, das sie kannte. Und da das dann doch nur dieser Kerl sein konnte, hatte sie ihn wohl schon mindestens einmal gesehen. Vincents Augen hatten sich augenblicklich zu dünnen Schlitzen verengt und seine Hand ruhte auf seiner Waffe. Eine falsche Bewegung und der Kerl hätte drei rauchende Löcher in der Brust.
    Doch in dem Moment hatte er auch schon den Arm von Tinya ergriffen und sich somit effektiv aus der Schussbahn, beziehungsweise Tinya in die Flugbahn der Schüsse manövriert. Um sie herum floss der Storm aus Passanten weiter, als sei her nichts sonderlich seltsames am geschehen, genau genommen war es das auch nicht, nur hin und wieder wenn wirklich mal jemand erschossen oder abgestochen wurde, dann hielt man an. Leichenfledderer knieten sich und so weiter und so fort?

    Alles was hier von statten ging war ein alter Mann der den Unterarm einer Frau entblößte. Moment mal! Kurz fixierte er die Stelle an der er Tinya berührt hatte, konnte aber keine Verletzungen in jedweder Form feststellen, was dafür sorgte das er seine Waffe doch nicht zog. Die Narbe aber fiel ihm dennoch auf. Vince erschien sie seltsam symmetrisch. Er verschwendete jedoch keinen weiteren Gedanken ob der Situation daran und war mehr als erleichtert als Tinya sich aus dem Griff des Mannes entwand und einen Schritt zurück machte. Beschützend, beruhigend und Kraft spendend legte er eine Hand auf ihre Schulter und beschloss nur im Notfall einzuschreiten. Tinya war stark genug das hier auch allein zu überstehen. Und es schien bereits so, das er schon wieder auf dem Rückzug war, der komische Kauz.

    Und dem war tatsächlich so. Auch wenn er ihm liebend gern für die Bemerkung des ?Prinzen? eine gelangt hätte, widerstand er und wand sich stattdessen Tinya zu. Die auch sogleich bekundete gehen zu wollen. Vince beschloss mit ihr den bis eben noch angesteuerten Punkt nun wirklich anzulaufen, umrundete aber das in der Mitte des geschaffenen Platzes angepflanzte Grünzeug und ließ sich mit ihr in unmittelbarer Nähe eines Fensters nieder durch welches man Toong?l sehen konnte.


    ?Sieht wohl so aus als wäre heute der große Tag der Vergangenheitskonfrontationen...? Meinte er mehr im Scherz und zu sich selbst als zu Tinya, die sichtlich angeschlagen von dieser Begegnung dreinblickte. ?Hey.? Meinte er dann schließlich nach einer kurzen Pause und deutlich einfühlsamer als zuvor. Woraufhin Tinya reagierte, mit einem einfachem, wegen der Hintergrundgeräusche der anderen Passanten, fast kaum hörendem ?Hm.? Und blickte ihn nun offen an.
    Vince indessen ergriff ihre Hand und zog sie langsam zu sich und schloss sie langsam in seine Arme. Seine mechanische Hand, samt Arm, legte sich dabei sanft um ihre Schultern, während die aus Fleisch und Blut an ihren Hinterkopf wanderte.

    ?Wieso macht dir die Begegnung denn so zu schaffen? Hat?s was mit der Narbe zu tun?? Dankbar darüber, dass er nicht die stumpfsinnige Frage was denn los sei, oder wer das gewesen war hatte losgelassen, behielt er sie noch immer in seinen Armen. Ihm tat diese Umarmung vielleicht genauso gut wie ihr.
    Wenn sie ihr gut tat?


    .:: Toong?l.Roadrunner Station.Scythe|Tinya ::.
     
  4. Tinya Fox

    Tinya Fox back to the roots

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent

    Während Vincent sie sanft zu dem von ihr ausgesuchten Platz führte, versank sie wieder einmal in Grübeleien. So gehofft hatte sie, dass die Zeit ihrer Verzweiflung vorbei wäre, endgültig hinter ihr läge. Doch der alte Brad hatte sie nur allzu deutlich daran erinnert, dass noch wesentlich mehr Dinge in ihr Brach lagen, als sie vor sich zugeben wollte. Die Falcons - ja, das war nun ausgestanden. Jener jüngere Teil ihrer Vergangenheit vermutete sie, nun aufgearbeitet zu haben. Was noch ausstand, waren die Geschehnisse vor ihrer imperialen Zeit. Wie dumm von ihr, geglaubt zu haben, dass die Zeit alle Wunden heilte. Wegelaufen war sie lediglich und nun hatte dieser alte Narr alles wieder hervorgezerrt und die Dunkelheit abermals heraufbeschworen.
    Bilder bahnten sich mit brachialer Gewalt ihren Weg in ihr Bewusstsein und trübten ihre Augen - bis sie erkannte, dass es lediglich Tränenflüssigkeit war, die ihr die Sicht vernebelte. Nur Tränen .......
    Es war die Anwesenheit Vincents, die sie vor einem erneuten Abdriften in tiefe Depressionen bewahrte. Die bestimmte Sanftheit, mit der er sie zu sich hinzog, holte sie wieder zurück an den wunderschönen Ort, an dem sie sich gerade befanden. Ungewöhnlich für eine hauptsächlich von Piraten und Gesindel bevölkerte Station, war jener Platz geradezu das Paradies inmitten eines von Stürmen heimgesuchten Ozeans. Als der Hapaner sie schließlich in seine Arme schloss, überkam sie ein Gefühl des Angekommenseins und der Geborgenheit - ein Gefühl, welches sie bisher nie oder nur recht selten gekannt hatte. Vincents Zärtlichkeit, mit der er ihre Haare durchwuschelte, die Wärme, die von ihm ausging, ließ sie ruhiger werden und die Augen schließen. Noch tiefer vergrub sie ihren Kopf schließlich in seinen Armen und hielt ihn dann ihrerseits fest umschlungen. Nein, sie wollte nicht, dass dieses Umschlungensein jemals aufhörte. Selbst seine Frage nach der Narbe, die unweigerlich kommen musste, schaffte es nicht, sie wieder aus der Bahn zu werfen. Außerdem - wie sollte sie auch, schließlich hatte sie eben genauso unbefangen nach seiner Hand gefragt - nichtahnend, welch grausames Schicksal dahinter steckte.
    Ein paar Minuten verharrte sie noch so, vergraben in die Geborgenheit seiner Umarmung, bevor sie sich sanft aus dieser befreite, Vincent noch einmal lange ansah und dann den Kopf dem Fenster zu wandte. In dem folgenden tiefen Atemzug schöpfte sie Kraft und begann dann zu sprechen - immer noch ohne den Hapaner anzusehen.


    “Indirekt ja. Diese Narbe ist eine Erinnerung an meine Vergangenheit, genauso wie deine Hand ein Vermächtnis der deinigen ist.”

    Langsam wandte sie den Blick ab von dem Planten unter ihnen und ließ ihn dann in den geheimnisvollen Augen des Hapaners ruhen.

    “Dreizehn war ich damals. Die Seele eines Kindes, gefangen in dem Körper einer ausgereiften Frau. Der alte Brad stellte mir nach - immer und immer wieder, bis Morris ihn mit einem Schuss ins Bein in letzter Sekunde stoppte. Davon scheint er sich nie wieder erholt zu haben.”

    Sie stockte. Vor ihrem geistigen Auge sah sie den entsetzten Ausdruck in Morris Gesicht, der noch immer die Blasterpistole in der Hand haltend, auf den widerlichen Alten starrte, der sich an ihr vergreifen wollte. Sechzehn war er damals gewesen, drei Jahre älter als sie und doch ebenso noch ein Kind, wie sie damals. Seine Reaktion hatte ihn selber verblüfft, es war das erste Mal gewesen, dass er auf jemand geschossen hatte. Tinya senkte den Blick kurz, schluckte und fuhr dann fort.

    Morris und ich wurden später dann ein Paar, bis ...bis er bei einem illegalen Rennen umkam. Für mich gab es darauf hin nichts mehr, was mich noch dort hielt.”

    Dort, ja das war jetzt die Sache mit der Narbe. Ihr Blick wanderte auf ihren linken Arm und sie zog den Pulloverärmel wieder zurück und starrte auf diesen fast kreisrunden Makel auf ihrer Haut.

    “Unter dieser Narbe verbirgt sich ein Brandzeichen, ein Erkennungszeichen des “Bear-Clan”, der mich im Alter von drei Jahren auf Yag D’hul aufgesammelt hatte - so wenigstens wurde mir erzählt. Piraten sind das, Piraten übelster Sorte. Von Anfang an war ich das “Prinzesschen”, keine Ahnung warum - vielleicht weil ich, anders als üblich, nicht in den Clan hineingeboren war. Von jeher war das DAS Schimpfwort gewesen, mit dem man mir deutlich machte, wie wenig ich dazugehörte - trotz des Brandmals. Ich musste das Abzeichen unkenntlich machen, als ich damals zum Imperium ging und da ich kein Geld für eine heimliche Operation hatte, fiel mir nichts besseres ein, als ein weitere Brandwunde darüber zu setzen.”

    Unwillkürlich verzog sie das Gesicht. Ziemlich deutlich spürte sie noch immer den brennenden Schmerz dort, als sei es erst gestern gewesen. Doch die Stelle war verheilt, körperlich verheilt seit vielen Jahren schon. Nur die seelischen Wunden waren immer noch nicht ganz verschwunden.
    Tinya zog den Pulloverärmel wieder über den Arm, zuckte zusammen, als fröstele es sie und blickte dann Vincent wieder in die Augen. Augen, in die sie sich unrettbar verliebt hatte. Ja, heute schien der Tag zu sein, den das Schicksal sich dazu auserwählt hatte, zwei verlorene Seelen wieder zu finden und zusammenzuführen. Tinya lächelte, auch wenn sie ein wenig Angst davor hatte, dass der Hapaner wegen ihrer Herkunft erschrocken sein könnte.


    “Jetzt kennst du also auch meine Vergangenheit, Vince. Eine Piratin bin ich, eine Piratenprinzessin.”

    Zum ersten Mal gelang es ihr, dieses Wort ohne einen Hauch von wehmütiger Erinnerung auszusprechen. Sie verlor sich in den unergründlichen Tiefen seiner Augen, ihr Blick verschwamm wieder und sie spürte ein brennendes Verlangen ihrer Lippen, sich endlich mit denen von Vincent zu vereinigen .....

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Oktober 2007
  5. Vincent Valentine

    Vincent Valentine desert(ed) son

    .::Toong?l.Anflug auf Roadrunner Station.Scythe|Tinya::.

    Es dauerte einen Moment bis Tinya reagierte, aber dann hob auf sie ihre Arme und schloss sie um Scythe der bereit seine Augen geschlossen hatte und nun seinen Kopf langsam an ihren lehnte. Offenbar hatte auch sie noch mit inneren Dämonen zu kämpfen. Was ihn wehmütig stimmte. Er wollte nicht das es ihr derart ging. Die beiden hatten sich nun endlich gefunden und sollten eher glücklich miteinander sein, denn nun ihrer Vergangenheit nachzuhängen. Aber wer konnte es ihr gerade jetzt verübeln. Sie war eben erst wieder damit konfrontiert worden. Und er selbst würde wohl auch nicht regungslos auf eine Situation reagieren, in welcher mit seiner speziellen, Tinya bereits gebeichteten Geschichte konfrontiert würde. Und deshalb ließ er sie einfach gewähren, versuchte sich weiterhin keine Gedanken darüber zu machen wie es sein sollte, sondern begann am Zustand des Jetzt zu arbeiten. Es nützte ihr weitaus mehr, wenn Vincent ihr beistand, als das er sich selber darüber aufregte und betrübt war, dass sie gerade jetzt nicht glücklich lächelnd dasaßen und eng umschlungen die Aussicht genossen. Er war einstmals ausgezogen um die Galaxis zu verbessern und die Galaxis verbesserte man nicht nur indem man die Kriminellen aus dem Weg schaffte, sonder auch, wenn man denen half, welchen es gerade aus anderen Gründen schlecht ging. Und ganz besonders am Wohlergehen von Tinya lag ihm dieser Tage sehr, sehr viel. Vielleicht sollten sie beide einfach einmal abstand gewinnen? Abstand vom ganzen Trubel der Galaxis und sich irgendwohin zurückziehen, wo sie so schnell nicht davon eingeholt wurden. Er grübelte einen Moment darüber wohin man gehen könnte, bis ihm der nahezu perfekte Ort einfiel.
    Doch bevor der Hapaner seine Gedanken weiterspinnen konnte, war es Tinya die sich nun langsam aus der Umarmung zog und gerade aufrichtete. Sie blickte ihn an und wand dann, einen tiefen Atemzug nehmend ihr Gesicht dem Fenster zu.

    Vince interpretierte das Luftholen als indirekten Beginn ihrer Geschichte und wartete darauf, dass sie nun begann. Was sie dann, erfreulicherweise auch tat. Sicherlich waren die Fakten die sie darlegen würde, ihre Geschichte, ihre Vergangenheit, offenbar auch nicht die schönste, aber erfreulich war einfach die Tatsache das sich die beiden nun endlich wirklich kennen lernten. Verhalten und Reaktionen des anderen schienen bereits vertraut aber über das, was sie vor ihrem Aufeinandertreffen gemacht hatten, hatte nur Vince über die Karriere von Tinya beim Imperium gewusst. Sie hatte von ihm wahrscheinlich noch weniger erfahren. Hin und wieder hatte er mal etwas erwähnt, aber sonst. Nun gut. Er verbannte seine Gedanken und öffnete sich ganz den Worten, die nun aus dem Mund der Frau klangen, die er so sehr liebte, das es wahrlich ein Wunder war, das er sie nicht schon längst mit einem Kuss beglückt hatte. Irgendwie war immer wieder etwas dazwischen gekommen.

    Dann begann sie zu erzählen. Und erst verstand er nicht ganz, wer nun dieser Morris sein sollte, doch die weiteren Ausführungen brachten die Sache in ein deutliches Schema. Tinyas Freund, Seelenverwandter und später auch Beziehungspartner.

    Mit dreizehn Jahren bereits derartigen Dingen ausgesetzt zu sein, war mit Sicherheit keine angenehme Sache. Allein das nachstellen musste ihr damals, als sie noch ein Kind gewesen war, wohl das Leben zur Hölle gemacht haben. Und dann jetzt wieder mit diesem Kerl konfrontiert werden, war nicht gerade die angenehmste Sache. Doch dann kam sie, von den Erklärungen zu der Person des alten Mannes von eben, abschweifend, zu der Herkunft der Narbe. Und er musste unwillkürlich wieder an Hapes denken. Sicher, das was ihr widerfahren war, war unschön und nicht wünschenswert, aber offenbar hatte sie ein Problem damit, als Piratin angesehen zu werden. Das und das nachstellen des Alten schienen ihre Probleme zu sein. Ob sich hinter dem Leben bei diesem Bear Clan noch mehr verbarg und außer der ?Beschimpfung? als Prinzessin mehr geschehen war, konnte er nicht sagen und er würde vorerst auch nicht nachhaken. Denn so sehr es sie zu stören schien, dass sie als Pirat bezeichnet werden könnte, so war er doch nichts anderes als der Nachfahre von Piraten. Die gesamte hapanische Kultur war vor mehr als 4000 Jahren von Piraten gegründet worden. Und es gab noch viele in der Bevölkerung die sich damit rühmten. Die Hapaner waren wagemutig, kühn und trotzten jeder Gefahr, so lobpreisen sie sich oft in Schenken und Kneipen. Aber das war nicht die Obere Schichte, nicht der Adel der nach außen hin selbstverständlich bekannter war. Und wohl auch das Bild vom Hapes Konsosrtium prägte. Doch im endeffekt waren sie nichts anders, als eine ehemalige Piratengemeinschaft. Piraten die die schönsten Frauen aus der Galaxis entführt hatten und sich mit diesen fortgepflanzt hatten.
    Dadurch, das der Hapes Cluster lange zeit quasi ?dicht? war, war es dazu gekommen das durch den beschränkten Gen Pool ein jeder Hapaner heutzutage mit scheinbar übernatürlicher Schönheit gesegnet war.

    Vince konnte ein Schmunzeln seinerseits unterdrücken. Wartete noch einen Moment ab, nachdem sie erklärt hatte, was sie wirklich war. Eine Piratenprinzessin. Sein Mienenspiel behielt er im Griff und nachdem sie ihn nun anblickte, zeigte er keine großartigen Regungen, außer ein kurzes schließen seiner Augenlieder. Dann wand er den Blick von ihr ab und sah nun seinerseits aus dem Fenster. Nach Worten suchend, wie er beginnen konnte, zeigte sich auf seinem Gesicht so etwas wie mürrische Anstrengung. Dann begann er langsam und emotionslos zu sprechen.


    ?Wirklich? interessant. Da denke ich, ich nehme eine Imperiale Elite Pilotin gefangen, dann stellt sie sich schlussendlich als Piratenprinzessin heraus. Ich muss zugeben das ich ziemlich überrascht bin?? Er machte Pause nachdem er ihr einen kurzen Seitenblick gewidmet hatte, der keine genaue Bestimmung seines Gemütszustandes zuließ und blickte dann wieder aus dem Fenster.
    ?Offenbar? nun, du scheinst nicht zu wissen wie wir Hapaner zu Piraten stehen??
    So langsam musste er nun aber zum Schluss kommen, sonst, da war er sich sicher, würde da ja am ende noch blutig enden, dachte er scherzhaft und löste dann endlich und mit Sicherheit zur großen Erleichterung von Tinya sein Geschwafel auf, indem er auf den Punkt kam.
    ?Dir hat noch niemand gesagt, das das Hapes Konsortium von Piraten gegründet würde?? Dabei wand er ihr nun den Blick zu und warf ihr ein Grinsen entgegen, das nur ein Wort zu schreien schien. Pirat! Typisch schief und lässig, zugleich herausfordernd und entwaffnend. Anziehend auf Frauen, für Männer das typische Grinsen das nach einer Herausforderung folgte. Oh ja, der Pirat steckte den Hapanern noch im Blut. Und dagegen konnte sich keiner wehren?

    .:: Toong?l.Roadrunner Station.Scythe|Tinya ::.
     
  6. Tinya Fox

    Tinya Fox back to the roots

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent

    Als sie geendet hatte, zeigten sich Falten auf Vincents Stirn - geradeso, als ob er diese nachdenklich runzeln wollte. Dann wandte er sich von ihr ab und sah seinerseits aus dem Fenster. Tinya erschrak, als sie dann sein Gesicht sah, welches sich im Transparistahl spiegelte und ihre Stimmung war im Keller, der zärtliche Augenblick gänzlich vorüber. Einen Augenblick lang wirkte seine Miene furchtbar kalt, abweisend und hart - war es falsch gewesen, ihn über ihre Vergangenheit aufzuklären? Hatte er etwas gegen Piraten? Natürlich, er war ja ausgezogen, um gerade solches Pack zu fangen und für etwas mehr Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen. Die Szene erinnerte sie furchtbar deutlich an die Abschiedszene mit Jace auf der ?Pride?. Gesindel hatte dieser gesagt und Pack gemeint! Ja Pack und da gehörst du auch hin, Tinya Fox. Zum Abschaum vom Abschaum - selbst ein Mitglied der Black Sun zu werden bist du nicht würdig. Wie dumm von ihr, bis vor wenigen Minuten noch geglaubt zu haben, dass sie angekommen war, endlich eine Heimat gefunden hatte. Sie hätte es besser wissen müssen - es lief geradezu lächerlich ähnlich ab, wie bei den Falcons. Gerade, als sie geglaubt hatte sicher zu sein, fing wieder alles an aus dem Ruder zu laufen und ihre Träume zerplatzten wie eine Seifenblase.
    Was er dann sagte, musste ja unweigerlich kommen: er hatte etwas ganz anderes erwartet - natürlich, eine Frau mit Charakter und blütenweißer Weste. Hatte sie sich so in ihm getäuscht? Liebte er sie nicht um ihrer selbst Willen - weil sie nun eben einmal war, wie sie war? Beurteilte er nach Schein und nicht nach Sein? Nein Tinya, das kann nicht sein, wenn dem so wäre, dann hättest du dich nie und nimmer in ihn verliebt - NIE - NIEMALS!
    Und doch sprach gerade alles dafür. Der Blick, den er ihr dann kurz zuwarf schien alle ihre Befürchtungen zu bestätigen. Tinya spürte wie Tränen in ihre Augen stiegen - diese scheiß? Tränen, die immer dann kamen, wenn sie es am allerwenigsten brauchen konnte.
    Als er dann wieder aus dem Fenster sah, schaffte er es sogar, alles noch schlimmer zu machen, als es eh schon war. Nein, sie wusste nicht, wie Hapaner zu Piraten standen. Woher denn auch? Ihr Leben hatte sich auf den verrufensten Raumstationen und heruntergekommensten Stadtvierteln irgendwelcher abgelegen Planeten abgespielt. Meist war der Clan sogar unter sich geblieben, auf gekaperten alterschwachen Schiffen und in zusammengebauten Sternenjägern, gerade noch so zusammengehalten von einer relativ phantasievollen Lackierung. Dieses Leben - ständig auf der Flucht - hatte es ihr zwar immerhin ermöglich zur Elite-Pilotin einer imperialen Staffel aufzusteigen. Dieses Leben war Fluch und Segen zugleich gewesen . ...immer schon und immer noch. Aber dieses Leben würde sie auch immer wieder einholen .......

    Es war also wieder einmal soweit und Tinya wollte sich stumm erheben, um aufzustehen und zu gehen. Sie hatte die Hoffnung aufgegeben, noch einmal ihrer Vergangenheit entrinnen zu können und war nun bereit sich in ihr Schicksal zu fügen - vielleicht wäre sogar ein Geschäft mit dem alten Brad nötig, um sich durchzuschlagen und um von hier weg zu kommen. Egal, sie war jetzt ganz tief unten, diesmal sogar gänzlich ohne eine Hoffnung, die sie am Leben erhalten und zum Weitermachen motivieren konnte......
    Oh, sie hatte sich gerade so schön in ihrem Selbstmitleid gesuhlt, als Vincent sie angrinste. Ja, er grinste und das nicht gerade unfreundlich. Es war eines dieser Grinsen, welches er in der kurzen Zeit ihres Zusammensein immer öfter gezeigt hatte, welches Tinya so sehr liebte und welches so wohlige Gefühle in ihr hervorrief.
    Und erst da rekapitulierte sie noch einmal seine letzten Worte, die sie nicht mehr wahrgenommen hatte - offenbar auch, weil sie gerade nicht zu ihrem Denkschema passen wollten.
    So stand sie nun plötzlich unendlich dumm da und starrte ihn an. Tränen bedeckten ihre Wangen und ihr ging auf, dass er das alles gar nicht so gemeint hatte. Einen Scherz hatte er sich erlaubt, einen elenden, hundsgewöhnlichen Scherz. Und sie hatte es nicht bemerkt. Dünnhäutig wie sie immer noch war, hatte sie das alles persönlich genommen und ... ach Vincent, du bist selber einer - ein Pirat!
    In ihren tiefsten Inneren begann es plötzlich zu brodeln - ein Lachen bahnte sich seinen Weg. Ein glückliches und befreites Lachen wollte aus ihr herausbrechen und in die ganze Galaxis hinaus. Doch so leicht wollte sie es ihm dann doch nicht machen. Foppen hatte er sie wollen und Tinya hatte nicht gelernt damit umzugehen. Verdammt, Vince, du wirst es nicht leicht haben mit mir .....Doch erst einmal wirst du büßen. Sie warf all ihre erschreckend schlechte Schauspielkunst in eine Waagschale und blickte ihn böse an.


    ?Mach so was nie wieder mit mir! Ja? Hörst du? NIE WIEDER!?

    Ihre Worte kamen so heraus, wie beabsichtigt - böse, voller Groll, der niemals besänftigt werden konnte. Dann - nachdem nun sie ihn eine angemessene Zeit hatte schmoren lassen, erst wütend gegen seine Brust getrommelt hatte, sich abwandte und ihn wieder anfunkelte - umarmte sie ihn, drückte ihn, so fest sie nur konnte und flüsterte in sein Ohr:

    ?Ich liebe dich, du ....?

    Sie lockerte den Griff wieder, lehnte sich ein Stück zurück und sah ihm lange und intensiv in die immer so geheimnisvoll schimmernden Augen.

    ?.....Pirat! Du bist ein widerlicher Schuft und das weißt du. Worauf hab ich mich da bloß eingelassen.?

    Dann endlich brach es aus ihr heraus - dieses Lachen, mit dem sie die ganze Welt umarmen wollte ......

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent
     
  7. Vincent Valentine

    Vincent Valentine desert(ed) son

    .::Toong’l.Anflug auf Roadrunner Station.Scythe|Tinya::.

    Ihre Reaktion war, zumindest anfangs, etwas anders als er erwartet gewesen, doch deutlich schlimmer als er sich das ganze erdacht hatte. Vince wollte selbstverständlich nicht das es ihr dadurch schlechter ging und sie sich nicht willkommen fühlte, oder sie annahm das er sie auch nur ein Stückchen weniger mögen, gar lieben würde, weil sie einstmals – vielleicht bald ja wieder – eine Piratenprinzessin war. Ganz ehrlich. Er würde ziemlich gut damit leben können. Und wo er den Gedanken so drehte und wendete, gefiel er ihm sogar recht gut. Ziemlich gut. Die Frage war lediglich, ob Tinya sich wehren würde, wenn er sie nun als seine Piratenprinzessin bezeichnete. Das Vincent damit nicht meinte, dass sie faktisch ihm gehörte, sollte klar sein. Dennoch. Er würde sich nicht allzu schnell an derartiges herantasten. Denn dieser Begriff war doch deutlich vorbelastet bei ihr und somit vielleicht nicht sonderlich willkommen. Aber als er dann die letzte Pause eingelegt hatte, für einen Moment hatte er Angst bekommen das sie aufstehen und gehen würde. Sicher, der bogen war vielleicht etwas überspannt worden, aber er hatte das Rätsel immerhin noch aufgelöst. Sichtlich änderte sich jedoch nichts an der Situation. Und wieder verging ein Moment der ihm nicht sonderlich geheuer war, aber er blieb dabei. Würde sich so leicht nicht wieder von seinem Vorhaben abbringen lassen. Schlussendlich war er ja nun auch nicht irgendein Haustierchen. Was jetzt nicht heißen sollte, das er, wenn er feststellte das es ihr wirklich schlecht ging, nicht klein beigeben würde. Er würde sich entschuldigen, sicher.

    Als dann die leichte Verwunderung und die sichtliche Aufgelöstheit von ihrem Gesicht wichen, meinte er, es wäre durch gestanden. Doch Tinya fuhr ihn böse an und mahnte ihn dies ja nie wieder zu tun. Und für einen unendlichen langen Moment lag ihm die Entschuldigung schon auf den Lippen. Aber irgendwie wollte das nicht so ganz stimmen. Auch wenn sie ihn ein wenig mit ihren Händen bearbeitet, es war doch etwas zu halbherzig. Der Hapaner beschloss jedoch nichts zu sagen und einfach sie ihre Sache durchziehen zu lassen. So wusste er wenigstens, das sie das nun doch ausgehalten hatte. Zumal, wenn sie nun ihn ihrerseits hinter’s Licht führen wollte, war sie auch bereit darauf einzugehen und hatte ihm womöglich schon verziehen. Doch dann wand sie sich ab und schenkte ihm ein Funkeln, das selbst dem abgebrühten Piraten in ihm etwas ins wanken geraten ließ. War… war das vielleicht doch nicht gespielt? Hm. Er geriet ins trudeln und wollte den Mund öffnen, wollte sie nun fragen ob er zu weit gegangen sei. Doch ehe er sich versah fiel sie ihm um den Hals. Und flüsterte ihm schlussendlich ins Ohr. Und allein der Klang ihrer gehauchten Worte ließen selbst ihn alles vergessen und wieder auf eine transzendentale Ebene des puren Glückes schweben. Wo der Hapaner nicht wirklich gerne weg wollte. Doch er konnte ja nicht einfach so teilnahmslos da sitzen bleiben und Tinya an einer lebenden Leiche herumnesteln lassen. Nein. Er würde die Zweisamkeit mit ihr genießen nicht, die Wonne für sich behalten und allein auskosten. Bevor er ihr sagen konnte, dass es ihm da nicht anders ging, setzte sie jedoch, nun etwas lockerer lassend, nach der stürmischen Umarmung, fort. In das Lachen welches sie einstimmte, stieg Vincent mit ein und nach diesem kleinen Zwischenereignis, war es nun er, der die Worte der sprach. Ihre letzten Worte konnte er nicht umhin mit einem dieser Grinsen zu beantworten, eher er sprach.

    „Ich weiß.“ Meinte er nun, so lässig er konnte, bei seinem pochendem Herzen und blickte ihr, nun mit einem erwachten Feuer in die Augen, das er jetzt nicht mehr zurückhalten würde, direkt in die Augen. Schimmerndes rot, traf auf strahlendes blau, als sie sich kreuzten. „Hey, was fragst du mich das. Bis eben wusste ich ja nicht mal, das wir auch auf kultureller eben gut zusammen passen!“ Trotz des gespielten Untertons, und dem kurzen abschweifen von Vincent lag etwas in der Luft – hin und wieder als knistern bezeichnet – das unverkennbar zwischen ihnen passierte. Unverkennbar von der Hand zu weisen war und sich jetzt – endlich – nicht mehr würde stoppen lassen. Sie beide schienen es zu wissen und, noch immer in der leichten Umarmung befindend, näherten sich die zwei Verliebten mit ihren Gesichtern immer weiter.

    Dieses Mal strebte Tinya jedoch nicht nach seinem Ohr, oder seiner Schulter, wie zuvor als er ihr einfach nur halt gegeben hatte. Vincent hätte das wohl dieses Mal auch nicht zugelassen. Dieses Mal, hatten beide eine andere Intention. Und, es schien wie eine Ewigkeit, endlich fanden sich die Lippen der Beiden. Vincent hatte das Gefühl das irgendjemand zu gütig gewesen war und die Galaxis vorübergehend auf Pause geschaltet hatte. Sodass dieser Moment eine kleine Ewigkeit einnehmen würde. Die Lippen der Frau, die er mittlerweile so sehr liebte, liebkosten die seinen in einer Symbiose, die so schnell von keinem der beiden gebrochen werden wollte. Oh, wie er diese Frau liebte. Es war unbeschreiblich. Die sanften Berührungen mit ihren Lippen hatten den Mann so sehr gefangen genommen, immer mehr schien er aus dem hier und jetzt zu gleiten. So sanft und weich. Zärtlich Berührungen, die als Gleitflug anfingen und in seinem Herzen als Hyperraumreisen endeten. Sanft, aber bestimmt zog er Tinya, ohne ihren Kuss zu unterbrechen, enger an sich.
    War es wahrhaft möglich sich derart in einen anderen Menschen zu verlieben? Hatte er zu lange ohne Liebe gelebt? Ohne andere Menschen? Wer wusste das schon? Vincent hatte endlich wieder etwas gefunden für das es sich zu leben lohnte. Jemanden, für den er kämpfen würde, für den er einstehen und den er verteidigen würde. Aber auch jemanden, dem er seine Liebe schenken konnte, jemand, zu dem er kommen konnte um sich fallen zu lassen. All diese Dinge. Wenn Liebe Berge versetzen konnte, war er dabei einen Planeten neu zugestalten.
    Dieser Moment stand als Zeugnis für die banale Fehlentscheidung des Mannes sich für ein Leben ohne Gefühle zu entscheiden. Nicht das ihm dies alles im Moment durch den Kopf rauschte. Nein. Der war leer gefegt. Sämtliche Gedanken waren fort. Alles war vergessen. Seine und ihre Vergangenheit. Die Begegnung mit diesem alten Kerl. Die Station um sie herum. Die Passanten. Die Crusade. Es gab nur Vincent und Tinya. Tinya und Vincent. Mehr als diese beiden und ihre Liebe füreinander war nicht nötig, um diese Galaxis weiter lebenswert zu machen, das hatte er nun erkannt…



    .:: Toong’l.Roadrunner Station.Scythe|Tinya ::.
     
  8. Tinya Fox

    Tinya Fox back to the roots

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent

    Die Welt um sie herum war plötzlich weg, aufgelöst und vergangen in einem Strudel verwirrender Gefühle, die Tinya überspülten. ?Ich weiß? hatte er geantwortet und dann .....dann war es geschehen. Einfach so und ohne Vorwarnung. Heiß ersehnt war er gewesen, aber die Wucht, mit der sie dann getroffen wurde, überrollte sie vollkommen. Dieser Kuss schien die Erfüllung all ihrer Träume zu sein, versprach Dinge, deren Existenz sie nie auch nur im entferntesten erahnt hatte, weckte Begehren und Verlangen. Und diese Sehnsucht gleichsam mit dem anderen zu verschmelzen schien auch Vince ergriffen zu haben, denn er zog sie nur noch näher an sich heran und Tinya ließ es geschehen. Für diesen Moment war alles andere plötzlich so unwichtig, so klein und so ...Tinya suchte in Gedanken noch nach den richtigen Worten und ließ sich dann endlich fallen .....tief ....ganz tief.....bis......

    Nach einer kleinen Ewigkeit wachte sie auf wie aus einem Traum, den sie beide zusammen geträumt hatten. Immer noch eng umschlungen lagen sie sich in den Armen und Tinya sog tief den Duft seiner Haut ein und horchte auf den schnellen Rhythmus seines Atems. Langsam und vorsichtig öffnete sie die Augen - behutsam und sachte, als wolle sie den Zauber des Augenblicks nicht durch die leiseste unbedachte Bewegung zerstören, denn nur allzu deutlich klingelte ihr noch der Rückfallalarm der ?Crusade? in den Ohren. Nichts und niemand hatte jetzt noch das Recht ihre Zweisamkeit zu stören oder sollte es gar wagen, sie auseinander zu reißen. Der Strom der vorbeieilenden Passanten drang nun zwar wieder deutlicher an ihr Ohr - da ihre Sinne wieder bereit waren, Eindrücke von der Welt um sie herum hereinzulassen - aber die Abgeschiedenheit ihres stillen Winkels bot immer noch eine kleines paradiesisches Nest für ein frisch verliebtes Paar.
    Ja, sie hatten sich ineinander verliebt und sich dieses endlich gestanden, hatten es ausgesprochen und nun erschien es ihr gerade so, also wären sie immer füreinander bestimmt gewesen. Piraten, beide waren sie Piraten - die Sache, für die sich Tinya immer geschämt hatte, sollte nun zu ihrem größten Glück geworden sein.
    Sachte befreite sie sich aus der engen Umarmung, vorsichtig , so als ob sie Vince nicht wecken oder gar aus seinen Träumen reißen wollte. Sie wollte sein Gesicht sehen, wollte ihn lächeln sehen oder weinen, wollte sehen, wie es ihm ging, mochte .....ihn anlächeln und noch einmal küssen und mit ihm verschmelzen ......

    Dieser zweite, süße Kuss bestätigte ihrerseits sein Versprechen, besiegelte ein unausgesprochenes Bündnis zweier Liebender. ?Ich werde bleiben, solange es dauert? - es war jener Satz gewesen, der Tinya zu einem neuen Leben verholfen hatte und ihr Halt gegeben hatte, in den Zeiten des Sturms. Sie wusste nun, dass weitere Stürme kommen würden, es war noch nicht vorbei und der von ihr missgedeutete Scherz von eben, hatte ihr nur allzu deutlich vor Augen geführt, dass ihre Vergangenheit niemals vorbei sein würde, sondern immer ein Teil ihres Lebens sein würde. Sie würde lernen müssen, damit umzugehen und mit der Hilfe ihres Kopfgeldjägers sollte das zu schaffen sein. Von einem auf den anderen Moment hatte sich ihr Leben auf den Kopf gestellt - sie war nicht mehr alleine und unsicher, sondern sie waren von nun an zu zweit. Zusammen mit all ihren unbewältigten Problemen ihrer Vergangenheit, die nicht plötzlich gelöst waren, aber die sie nun vielleicht leichter bewältigen konnten.

    Wieder war es Tinya, die sich aus dem Kuss löste und sich leicht nach hinten beugte, damit sie in seine geheimnisvollen Augen sehen konnte. Hatten alle Hapaner solche Augen? Oder nur die, die noch den Piraten in sich spürten? Oder gar nur er? Tinya musste unwillkürlich lächeln ob des unwichtigen Gedankens, der gerade durch ihren Kopf ging.


    ?Ich liebe dich!?

    Zärtlich ergriff sie die Hände von Vince - seine echte Hand und die Prothese - und sie wiederholte die Worte von eben, hätte sie hinausschreien können und sie wünschte sich in jenem Moment sehnsüchtig und tatsächlich auf eine einsame Insel inmitten eines stürmischen Ozeans.

    ?Hallo ihr.?

    Eine Stimme drang urplötzlich in diese Idylle ein, eine Stimme, die nicht unpassender hätte sein können. Lance stand plötzlich bei ihnen und Tinya fragte sich erschrocken, wie viel er wohl mitbekommen hatte.

    ?Ihr habt euch aber gut versteckt, es hat verdammt lange gedauert, euch zu finden.?

    Ein verlegenes Grinsen zierte jetzt sein Gesicht und die Ex-Falcon wusste, dass sie sich nicht weiter zu verstecken brauchten. Wie viel Zeit mochten sie in ihrem Paradies verbracht haben, ohne dass die Zeit um sie herum gnädig angehalten hatte?

    ?Ich ..äh, ich wollte euch nur sagen, dass mein TIE noch etwas länger braucht. Einige Ersatzteile fehlen und es kann noch Tage, wenn nicht gar Wochen dauern. Ihr müsst nicht auf mich warten, wie ich sehe kommt ihr auch gut ohne mich klar.?

    Wieder ein Grinsen seinerseits. Böse schien er nicht zu sein und wenn, ließ er es sich nicht anmerken. Tinya löste sich langsam gänzlich von Vincent, stand auf und ging auf ihren ehemaligen Staffelkameraden zu. Irgendwie hatte sie das Gefühl vor einem erneuten Abschied zu stehen.

    ?Ich weiß nicht, Lance. Ich habe keine Ahnung, ob wir warten können. Vince??

    Hilfesuchend sah sie sich nach dem Hapaner um. Es war wirklich keine Entscheidung, die sie treffen konnte. Tinya hatte kein Ziel vor Augen, keinen Auftrag, den sie zu erledigen hatte. Sie hatte alle Zeit der Welt und ihr war es egal, wo sie diese verbringen sollte - es musste nur ein Ort sein, an dem Platz für sie und Vince zusammen war. Sonstige Bedingungen stellte sie keine mehr an ihr zukünftiges Leben ......

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent, Lance
     
  9. Vincent Valentine

    Vincent Valentine desert(ed) son

    .::Toong?l.Roadrunner Station.Scythe|Tinya::.

    Vince tänzelte über der Galaxis und unter ihr zugleich, aber doch vollkommene schwärze gehüllt und nur von dem wunderbarsten Licht, das er jemals gesehen hatte, erhellt. Langsam wabernd zogen Wellen des atemberaubenden Lichtspiels über sein Gesicht und kreierten Muster die man unter normalen Umständen niemals erblicken können würde. Er jedoch sah es. Und von einem auf den anderen Moment, wurde ihm bewusst, das das nicht die Galaxis war, die so selig auf ihn herab und zugleich von unten her strahlte. Dies was er hier erlebte passierte nicht irgendwo auf einer anderen Ebene der Existenz. Das was sein Innerstes.
    Ruhe. Zufriedenheit. Gelassenheit. Freude. Liebe. Lust.
    Und mit jeder Woge des Lichts, die über das Gesicht des Hapaners hinweg zog, wechselten die Emotionen in ihm. Jede Sekunde eine andere und zugleich doch alles mit einem Mal. Völlige Ausgeglichenheit, obgleich es durch den vor entzücken, in seinem Kopf explodierten Thermozünder, nur Chaos in seinen Gehirnwindungen gab. Und wiederum dachte er an nichts anders als an sie. Tinya. Diese Frau hatte ihm einfach so, scheinbar mit einem Wink ihrer Hand alle Sorgen genommen. Hatte ihn in ihren Bann gezogen und er hatte es erst gemerkt, als es schon kein zurück mehr gab. Wobei das weniger ärgerlich, denn erfreulich war.

    Wieso eigentlich gerade Tinya? Durfte man diese Frage überhaupt stellen? Nun. Im Grunde, war das schon etwas seltsam. Würde er sich gerade nicht in dieser Lage befinden. Wäre es wohl weitaus weniger skurril als in diesem Moment. Aber da der Hapaner gerade weitaus andere Dinge in seinem Kopf ausbrütete, stellte er sich diese Frage nicht. Und er würde es wohl auch nie tun. Denn eine solche Frage musste man nicht beantworten. Es war ungefähr dasselbe mit dem Sinn des Lebens. Warum sind wir hier? Woher kommen wir? Wie entstand das Universum? Woher kommt die Macht? Und alles andere... Wichtige Frage, zweifelsohne? aber einer Antwort nötig? Nein.
    Manche Dinge
    waren eben einfach.
    Es gab nun einmal unveränderliche Konstanten in der Galaxis. Die Schwerkraft, die Lichtgeschwindigkeit, die Macht. Dinge die unveränderlich waren und so auch die Liebe. Liebe brauchte keinen Grund. Keine Rechtfertigung. Das Leben selbst benötigte so etwas auch nicht. Also wieso sollte eine Sache, eine Einstellung wie die Liebe, einen Grund für ihr Erscheinen, oder ihre Existenz benötigen?

    Es ist, was es ist.

    Langsam nur löste sich die Verbindung zwischen den Beiden, als Tinya ihren Kuss nun gänzlich auflöste. Doch stellte sich kein Bedauern oder derartiges empfinden ein. Eher Vorfreude auf den nächsten Moment der Zweisamkeit. Und als er dann wieder in ihre Augen blickte. Der rechte Mundwinkel hob sich zu einem schelmischen Grinsen. Seine kleine Piratenprinzessin. Aber bevor er etwas erwidern konnte, meldete sich noch jemand zu Wort. Und zwar einer, den er zugegeben, ziemlich vergessen hatte. Tinya kannte ihn ja noch aus ihrer Zeit beim Imperium, aber er. Er hatte ihn ja gerade mal vor zwei, vielleicht drei Tagen kennen gelernt. Und somit war er ihm irgendwo in seinen Erinnerungen für einen Moment wirklich abhanden gekommen. Eigentlich peinlich. Doch er machte sich nichts weiter draus. Schalt sich in Gedanken einen alten Mann der einfach nicht mehr so ganz bei Sinnen war, nach derartigen Höhenflügen, wie er sie gerade durch gestanden hatte, was er dann auch weniger ernst meinte, jedenfalls das mit dem alten Mann.

    Fragte sich im nächsten Moment, was Lance wohl gesehen hatte? Dessen zweiter Kommentar offenbarte dann, das er ziemlich offensichtlich ?genug? gesehen hatte um zu wissen was Sache war. Nun. Dann mussten sie sich wenigstens nicht verstecken oder irgendwie klären wie sie weiter damit umgehen würden. Doch über die Spannung in ihm, wie viel er nun gesehen haben möge, erreichte der Sinn seiner vorangegangenen Worte erst später sein Gehirn. Wochen? Nun. Bei aller Liebe, solange würde er nicht warten. Zwei Tage wären das Maximum gewesen, da es aber kein absolutes Limit nach oben gab und schon explizit Wochen, sprich, der Plural gebraucht worden war, fasste der Kopfgeldjäger den Entschluss das sie wohl aufbrechen würden, nur wohin? Warten konnten sie generell, das ja. Aber es würde nichts bringen. Sollten sie die zwei Tage warten und es dauerte letztendlich länger, hätten sie die Zeit verschwendet. Verschwendet an einem Ort der nicht gerade der angenehmste war.

    Es war mehr ein Zufall und eher durch die Enthüllungen von eben geleitet, dass er spontan an Hapes denken musste. Seine Heimatwelt. Mit einem Seitenblick zu Tinya überlegte er kurz und befand, dass sich die Beiden eine Auszeit redlich verdient hatten. Die Ereignisse der letzten Zeit waren einfach ein wenig zuviel des Guten gewesen. Der Hapaner beschloss nun einfach für sie beide, dass sie einen Ausflug machen würden. Urlaub wenn man so wollte. Nun wo er wusste, was er sagen konnte, erhob er sich langsam und trat zu den beiden, noch während er die zwei Schritte machte, stellte Tinya die entscheidende Frage. Wenn man es so nennen mochte?


    ?Nun. Ich würde warten, wenn wir eine genauere Angabe hätten. Nimm?s mir nicht übel, aber das ist zu schwammig. Tinya und ich werden aufbrechen. Ich geb? dir noch meine Comfreuenz, dann kannst du uns falls nötig kontaktieren.?

    ?Gut, ich muss dann auch schon weiter, wir ? der Mechaniker und ich ? wollten uns noch mal den TIE ansehen und alles durchchecken. Ist ziemlich genau der Junge. Naja, ich denke... das ist dann wohl für?s Erste der Punkt, an dem der Abschied gekommen ist.?

    Vincent nickte lediglich und reichte dem Mann seine Hand, während Tinya ihn umarmte und noch kurz ein paar Worte mit ihm wechselte. Dann war er auch schon entschwunden. Vincent blickte ihm noch kurz hinterher, dann wand er sich Tinya zu und zog sie sacht, mit beiden Händen an der Hüfte eng zu sich. Und erst da fiel dem Mann von Hapes auf, dass zwischen ihnen doch ein gewisser Größenunterschied bestand. Doch Vincent verwarf es für den Moment, da der Blick in ihre Augen ihn wieder unter eine Art Bann legte.
    Im Moment, wo sie gerade erst herausgefunden hatten, wie der andere nun empfand, war es noch derart? berauschend. Wie lange es anhalten würde? Hoffentlich, solange es dauert, dachte der Hapaner mit einem kurzen sehnsüchtigen Blick, der jedoch nicht traurig erschien.


    ?Jetzt, nachdem wir eindeutig Zeit für uns haben. Beginnt, nach all dem Trubel in wenigen Stunden unser Urlaub? was meinst du? Wäre ein Besuch auf der einstmaligen Piratenhochburg Hapes ein gutes Reiseziel??

    Die Antwort konnte er nicht abwarten, beugte sich hinab und gab ihr einen sanften Kuss auf die Lippen. Denn, er war ihr noch ein paar Worte schuldig geblieben, die er eben dank Lance, nicht hatte erwidern können.

    ?Ich liebe dich auch, meine kleine Piratenprinzessin!? Sprach er zärtlich zu ihr und lächelte sie dann, nun ihre Antwort abwartend, an. Aber musste er wirklich darauf warten? Vincent war sich fast sicher, dass sie diese Auszeit genauso sehr brauchte wie er?


    .:: Toong?l.Roadrunner Station.Scythe|Tinya ::.
     
  10. Tinya Fox

    Tinya Fox back to the roots

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent, Lance

    Sie hatte recht gehabt mit ihrer Vermutung - wieder einmal stand ein Abschied bevor.
    Vince hatte keine Geduld oder Zeit, ein ungewisse Zeitspanne lang auf der Station festzusitzen und Tinya konnte ihn nur zu gut verstehen. Gerade hatten sie sich ihre Liebe gestanden, staunend festgestellt, dass sie zueinander passten und scheinbar auch gehörten und die ?Roadrunner Station? war nicht gerade der Ort, an dem die ehemalige Falcon und Piratin die folgenden Tage oder gar Wochen verbringen wollte.
    Sie hätte es getan - Lance zuliebe, aber sie war auch nicht sonderlich traurig darüber, dass der Kopfgeldjäger sich dagegen entschied.
    Auch war bevorstehende Abschied lange nicht so schmerzlich, wie die vorherigen, die sie hinter sich gebracht hatte. Im Gegensatz zu allen anderen Abschieden war sie in Bezug auf Lance mit sich und dem Betreffenden im Reinen. Eine Aussprache hatte stattgefunden und nun, da sich alles vollends aufgelöst hatte, fiel es Tinya zwar nicht leicht weiterzuziehen, aber es stürzte sie auch nicht in erneute Verzweiflung. Lance gehen zu lassen tat weh - so weh wie es eben tat, einen guten Freund zurückzulassen. Doch sie tat es in dem Wissen, dass es eine Hoffnung auf ein Wiedersehen gab, welches einmal nicht von Selbstzweifeln geprägt sein würde.
    Trotz Vincent, der inzwischen an ihrer Seite stand, umarmte sie den ehemaligen Staffelkameraden noch einmal herzlich, löste sich dann, nahm seine Hände in die ihren und hielt sie einen Augenblick länger fest als nötig.


    ?Ich wünsche dir alles gute Lance. Pass auf dich auf, versprichst du mir das? Ja??

    Mehr Worte kamen nicht über ihre Lippen und erwartungsgemäß liefen ihr wieder Tränen übers Gesicht - doch dieses Mal schämte sie sich ihrer nicht. In diesem Fall schienen sie ihr einfach nur normal und der Situation angemessen zu sein - und Normalität, war etwas, was in letzter Zeit nur selten ihr Leben bestimmt hatte.
    Lance nickte ihr zu als Erwiderung und löste sachte seine Hände aus ihrem Griff. Dann drehte er sich um und ging. Tinya schaute ihm mit gemischten Gefühlen hinterher....


    .....bis Vincent sie plötzlich zu sich zog und der Blick in seine Augen allen Schmerz vergessen ließ. Tinya musste den Kopf tief in den Nacken legen, so beachtlich war der Größenunterschied zwischen ihnen - der Größen- und der Altersunterschied - aber sie hatte beschlossen darüber hinwegzusehen. Liebe war dazu imstande, so manches zu überwinden - selbst die Eigenwillig- und Trotzigkeit einer ehemaligen imperialen Elitepilotin. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht .....

    Dann horchte sie auf: Urlaub? Urlaub - welch seltsames Wort. Nicht dass Tinya die Bedeutung des Wortes fremd oder unzugänglich war, nein das nicht. Aber Urlaub, das hieß freie Zeit zur Verfügung zu haben und war etwas, was sie noch nie in ihrem Leben genossen hatte. Urlaub ...Tinya drehte das Wort in Gedanken hin und her, besah es sich von allen Seiten ganz genau und strahlte dann ihren Hapaner an.
    Doch sie bekam erst einmal keine Gelegenheit zu einer Antwort. Stattdessen beugte sich Vince zu ihr herab und küsste sie sachte. Und schließlich setzte er ihre Unterhaltung von vorhin fort.
    Meine ?Piratenprinzessin? nannte er sie. Tinya lief ein kleiner Schauer den Rücken hinunter. Das Wort bekam auf einmal einen ganz anderen Sinn ....klang plötzlich so vertraut und ganz und gar nicht mehr hämisch und gemein.
    Immer noch standen sie eng umschlungen da, wieder vertieft in eine Welt, die nur ihnen beiden zu gehören schien. Tinya schmiegte sich noch enger an Vince heran, umschlang ihn und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust.


    ?Lass mich mal überlegen. Hm .... Du meinst damit, dass wir beide? Nur wir beide alleine? Und niemand sonst? Und die Zeit gehört nur uns beiden ganz alleine? Zeit ganz alleine für uns??

    Sie grinste in sich hinein. Trotz der Verabschiedung von Lance war sie überhaupt nicht mehr traurig, kein kleines bisschen mehr. Nein, sie war urplötzlich sogar zu so etwas wie Scherzen aufgelegt, zögerte die Antwort hinaus, die Vincent längst kennen sollte. Relativ schnell jedoch lockerte sie die Umarmung wieder, trat einen kleinen Schritt zurück und blinzelte den Kopfgeldjäger an.

    ?Ja, das wäre sicher das beste Ziel, was man sich denken kann.?

    Sie lächelte, glücklich, zufrieden, gelöst.

    ?Jetzt gleich??

    - Toong'l - Roadrunner Station - mit Vincent
     
  11. Vincent Valentine

    Vincent Valentine desert(ed) son

    .:: Toong’l.Roadrunner Station ::.
    .:: Scythe|Tinya ::.

    Ihre Antwort entlockte ihm ein schmunzeln das undurchschaubar eindeutig war. Bedurfte damit als keiner weiteren Worte. Er ließ zu, das sie sich aus seiner Umarmung löste und schlug dann, vorerst ohne zu antworten den Weg zur Crusade ein, was ihr wohl dämmern ließ das es sehr wohl, jetzt gleich los gehen würde. Wieso sollten sie sich auch weiter hier aufhalten. Auf Toong’l und dessen Roadrunner Station hielt sie nichts mehr. Daher würden sie sofort aufbrechen. Nach Hapes. Die von Meeren und wunderschöner Landschaft durchzogenen Hauptwelt des Hapes Sektors. Seine Heimat. Ein grinsen bei dem Gedanken an die Schönheit seiner Heimatwelt, offenbarte sich, als er dachte, dass Tinya gut dorthin passen würde. Wer weiß… vielleicht würde er ja seiner Mutter einen Besucht abstatten? Wenngleich man meinen konnte das das ob der Tatsache das er mit Tinya gerade frisch ‚zusammen’ war, doch etwas verfrüht war. Aber wer sagte denn, das er diesen Besuch tätigen würde nur um Tinya vorzustellen? Er hatte seine Mutter schon lange nicht mehr gesehen. Zuviele Jahre waren seither in die Galaxis gezogen und es würde gut tun, vertrautes wieder zu sehen. Und er brannte darauf Tinya seine Heimat zu zeigen. Eine Welt die nun auch in gewissem Maße ihre Heimat wurde. Allein schon die Tatsache, dass sie ebenfalls wie Pirat war, prädestinierte sie dafür.

    „Ach ich weiß nicht… in ein zwei Wochen vielleicht, ich hab ja gar nichts gescheites zum anziehen…“ Murmelte er dann leicht nachdenklich während sie durch die Gänge schlenderten und sich immer weiter der Crusade näherten. Schlang dann seinen Arm um Tinyas Schulter. „Natürlich jetzt gleich. Wir fliegen sofort los und von hier aus, ist es auch nicht sonderlich weit. Vielleicht einen halben Tag, mehr nicht und dann… dann sind wir im Urlaub.“ Grinste er breit. Die Erholung die die beiden dort erlangen würden, war ein wahrer Segen. Denn die letzten Ereignissein seinem und auch ihrem Leben waren doch mehr als nur umwerfend und neu orientierend gewesen.
    Auszeiten waren immer gut. Vor allem dann, wenn man sich auch an einen Ort zurückziehen konnte, der genügend Raum und Privatsphäre bot. Und genau solch einen würden sie anlaufen. Er hatte seine Wohnung schon Ewigkeiten nicht mehr betreten. Selbst mit seiner verstorbenen Frau war der Hapaner nicht dort gewesen. Lediglich ein kleiner Droide hatte dafür gesorgt das alle 3 Tage das nötigte geputzt wurde. Er hatte nur immer wieder das Geld überwiesen, das er auch dort weiterhin wohnen konnte, sofern es nötig werden sollte, einmal eine Auszeit zu nehmen. Und jetzt. Jetzt kam dies wie gelegen.


    „Ich glaube Hapes wird dir gefallen. Und in meiner Wohung sieht es, das verspreche ich hiermit, besser aus, als auf der Cursade – als du das erste Mal an Bord kamst!“

    Schnitt er in ernstem Ton ab und blickte sie dann, so als wolle er sie überzeugen an. Ehe die Miene brach und sich ein Grinsen in seine Augen schlich und seine Mundwinkel krümmte. Urlaub. Wie lange hatte ER schon keinen mehr gemacht? Wie auch immer. Sie erreichten die Crusade und bestiegen das Schiff sofort und verschwendeten keine Zeit damit noch irgendetwas anderes, als das Schiff zu starten, zu tun. Bevor er sich im Sitz des Piloten niederließ, küsste er Tinya noch einmal milde auf die Wange.

    „Nächster Halt: Hapes! Entspannung, ruhe und natürliches Ambiente mit einbegriffen!“
    Die Repulsoren zündeten und die Crusade hob ab…


    .:: Toong’l.Roadrunner Station – An Bord der ‘Dark Crusade’ ::.
    .:: Scythe|Tinya ::.
     
  12. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [Toong?l ? ISD Avenger ? Kommandobrücke ] Line Captain Iran Soran, Brückencrew und Elysa

    Seit zwei Tagen schon befand sich die Avenger im Raum um den Planeten Toong?l, das die Ankunft des imperialen Kreuzers die anwesenden unabhängigen Raumfahrer ? um nicht zu sagen, Piraten und Schmuggler ? ganz schön aufgescheucht hatte, die Besatzung und Gäste der Roadrunner Station an den Rand einer Massenpanik brachte, dessen war sich die brünette Sith vollkommen bewusst gewesen als sie den Hyperraumsprung hier her befehligt hatte. Nur zu gut konnte sie sich an die Zeiten als Schmugglerin erinnern, dennoch schien es, als wäre es eine halbe Ewigkeit her. Elysa hob den Blick von ihrem Datapad ? nicht wegen der kriminellen Energie die von den Besuchern der Raumstation ausging, war sie hier, sondern aus der Notwendigkeit heraus eine Tarnung zu haben.

    Die Raumstation lag in einiger Entfernung, das geschäftige Treiben hatte in den letzten Tagen ein wenig nachgelassen, obwohl der Sternenzerstörer keinerlei Maßnahmen ergriffen hatte in irgend einer Weise in den normalen Tagesablauf einzugreifen. Dennoch schien allein die Präsenz der Avenger eine gewisse Ordnung in das Chaos zu bringen.

    ?Lady Nerethin.? Erklang die Stimme des Line Captains neben ihr, noch während die Angesprochene ihm den Kopf zu wandte fuhr er fort. ?Die Bloodlust und die Vengeance sind auf Position, wenn unser Zielobjekt sein gewohntes Muster einhält dürfte es sich morgen in unserer Hand befinden.? Die in eine ranglose, schwarze Flottenuniform gekleidete Sith nickte sachte. ?Ich denke wir sind uns Beide sicher, dass irgendetwas ungewöhnliches hinter dieser ganzen Sache steckt, womöglich ist etwas unbedeutendes, aber wir müssen jedem Hinweis, so klein er auch sein mag, nachgehen.?

    Nicht umsonst hatte man Hunderte von Aufklärungsdroiden in diesem Gebiet des Äußeren Rands verteilt, die regelmäßig Meldung über verschiedenste Schiffssichtungen und unerklärliche Phänomene lieferten. Wenn man Glück hatte, war dies ein erster brauchbarer Hinweis auf die geheime Jedibasis, wenn es denn nur eine Basis war.
    Der Kommandant des Kreuzers stimmte ihr nickend zu:
    ?Natürlich, auch wenn sich unsere Suche, als sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen entpuppt hat. Die anderen Verbände, die ebenfalls mit dieser Aufgabe betraut wurden konnten auch keine brauchbaren Ergebnisse liefern.? Der bereits ergraute Mitfünfziger machte eine kurze Pause. ?Unter uns gesprochen, die Galaxie ist zu groß, selbst wenn die gesamte imperiale Flotte danach suchen würde, bräuchte man immer noch eine gehörige Portion Glück um diese vermeintliche Basis innerhalb von zehn Jahren zu finden.? Wieder konnte Elysa ihm nur Recht geben, der Captain der Avenger hatte sich als verlässlicher, guter und weitsichtiger Kommandant herausgestellt, der durchaus bereit war mit den Sith zu kooperieren. ?Vielleicht haben wir ja eben dieses Glück.? Sie hatte bei weitem genug Zeit abseits der Machtzentren der Galaxie verbracht, es wurde Zeit nach Bastion zurück zu kehren. Aber nicht mit leeren Händen.

    Ein rascher Blick auf das Chronometer der Brücke erinnerte sie an eine weitere Pflicht die sie wahrzunehmen hatte.
    ?Ich denke es wird Zeit unserer Scharade ein wenig mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Bereiten sie drei Landungsfähren vor, der Administrator der Roadrunner Station erwartet meinen Besuch innerhalb der nächsten Stunde und ich möchte ihn nicht enttäuschen. Ich denke die letzten beiden Tage haben ihn nervös genug gemacht, um sich meinem Angebot ohne große Widerworte zu fügen.? Der Kommandant der Avenger delegierte ihr Anliegen an einen jungen Ensign weiter, als Elysa die Brücke bereits verließ.

    Im Hangar angekommen, konnte sie noch beobachten wie sich der letzte Trupp Sturmtruppen in eine der beiden Sentinel-Klasse Landungsfähren begab. Die schlanke Corellianerin selbst ging an Bord des Lambdashuttles, nickte dem Sturmtruppencaptain kurz zu, während sich bereits die Landeklappe schloss. Unmittelbar nachdem sie sich erhoben hatte ging ein kaum merkbarer Ruck durch das Shuttle, nur durch das Sichtfenster konnte man erkennen, dass der Transporter wendete und sich elegant aus dem Hangar schob. Kurz darauf folgten auch die klobigeren Truppentransporter der Sentinel-Klasse. Ebenfalls durch das schmale Sichtfenster konnte Elysa erkennen, wie sich eine Staffel Tie-Advanced in jeweils Vierergruppen um einen der Transporter in Eskortformation begab. Das und die Präsenz der Avenger sollte jedem nahe legen, dass ein aggressives Vorgehen gegen die Fähren nicht geduldet werden würde.

    Während des kurzen Transits erlaubte sich die brünette Sith, eine Abschweifung ihrer Gedanken. Needa war aus ihrer Reichweite verschwunden, was ihre Pläne zwar zurückwarf, nicht jedoch unbrauchbar machte. Sie hatte den verhältnismäßig guten Ruf, denn sie in der Flotte genoss ausbauen können, galt sie doch als vernünftige Sith. Das Kommando über ihre kleine Einsatztruppe hatte man ihr über besondere, weit reichende Befugnisse ermöglicht. Natürlich war sie sich vollkommen bewusst, dass sie bei diesem Kommando sehr genau beobachtet würde und Berichte über ihre Aktionen an das Oberkommando weiterleitete. Bisher hatte sich die Zusammenarbeit als fruchtbar erwiesen, wenngleich man keine Erfolge mit der eigentlichen Mission zu verbuchen hatte. Dennoch hatte sie sich einiges an Erfahrungen im Kommandieren der Großkampfschiffe aneignen können und somit das Wissen und die Erfahrung, die Needa ihr übermittelt hatte ausgebaut. Das hatte sie bei einem simulierten Manöver durchaus bewiesen, als sie mit der Avenger die Vengeance und die Bloodlust vernichtet hatte.

    Ein erneuter Ruck forderte Elysas Aufmerksamkeit im hier und jetzt. Die schöne Corellianerin schnallte sich los und begab sich an der Spitze der Sturmtruppen zur Landeluke und betrat als erstes den Hangar. Einige Ugnaughttechniker standen in der Ecke und unterhielten sich schnatternd, während einer von ihnen immer wieder zu den Landefähren deutete. Auch wenn sie diese wahrnahm, so glitten ihre Augen schnell weiter zu den circa zwanzig Bewaffneten. Menschen, Rodianer, Sullustaner und auch ein Trandoshaner ? vermutlich angehörige der ?Sicherheitsabteilung? der Roadrunner Station ? die Rausschmeißer, welche sich mit der Situation nicht recht anfreunden konnten.

    ?Captain, ein Trupp soll den Hangar sichern, ein weiterer Trupp den Weg zum Besprechungssaal, der letzte Trupp schaut sich die Station an, wir wollen ein wenig auftrumpfen ? ich will nicht das Zweifel aufkommen, wer derzeit die Kontrolle über die Station hat.? Der Sturmtruppencaptain neben ihr nickte kurz, unmittelbar darauf war das Klicken eines Koms zu vernehmen und der erste Trupp machte sich daran, unter den argwöhnischen Augen der Stationssicherheit den Hangar und die Transporter zu sichern. Am Rande bemerkte sie, wie zwei Sturmtruppler die Ugnaughttechniker wegscheuchten, die mit Wartungsgerät und Betankungsschläuchen bewaffnet sich den Fähren genährt hatten. Scheinbar hatte die Gier über die Vernunft gesiegt. Elysa´s Lippen formten ein freudloses, beinahe spöttisches Schmunzeln, bevor sie zu dem Sicherheitstrupp begab.

    ?Ich nehme an, sie sind das Begrüßungskomitee, wenn sie so freundlich wären uns zum Administrator dieser unabhängigen Raumstation zu führen.? Meinte sie mit der Andeutung eines freundlichen Lächelns ? es schadete nie höfflich zu sein, im Notfall könnte sie immer noch andere Seiten aufziehen. ?Das gefällt mir nicht!? meinte der Trandoshaner in ruppigem Tonfall. ?Das muss es auch nicht, es dient nur zu ihrer eigenen Sicherheit, sehen sie der Kommandant der Avenger könnte es missbilligend auffassen, sollte dieser Delegation etwas zustoßen und im Regelfall bilden Sturmtruppen für gewöhnliche Kriminelle eine gewisse Abschreckung. Sie sehen also, es ist nur zu ihrem Besten.? antwortete sie mit einem nonchalanten Lächeln. Der hochgewachsene Trandoshaner grummelte etwas in seiner eigenen Sprache, bevor er nickte. ?Also gut?? Nicht, dass er wirklich etwas dagegen ausrichten konnte. Der Gang zu den persönlichen Quartieren des Administrators gestaltete sich sehr schweigsam, der einzig wirklich zu vernehmende Ton war das Klacken der Stiefel der Sturmtruppler, die alle paar Meter einen kleinen Posten von je zwei Soldaten einrichteten und ansonsten hinter dem Trandoshaner und Elysa herschritten. Der Sicherheitstrupp der Station war im Hangar geblieben.

    [Toong?l ? Roadrunner Station ? Gänge ] ?Der Trandoshaner?, Sturmtruppen und Elysa


    (Anmerkung: Aktuelle und folgende Geschehnisse sind mit der Orga beider Flotten abgesprochen und genehmigt.)
     
  13. Elysa

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    [Toong?l ? Roadrunner Station ? Quartier des Administrators ] Elysa

    Einen gewissen Geschmack musste sie dem Administrator der Roadrunner Station zugestehen, sein Quartier? oder vielmehr seine Suite war vornehm, den Reichtum nur subtil betonend, als auch elegant eingerichtet. Noch war sie allein, so nahm sich Elysa die Freiheit heraus eine der hölzernen Skulpturen genauer in Augenschein zu nehmen. Das musste Mogandirholz sein, schwarz wie Kohle schien es das Licht beinahe zu schlucken und für gewöhnlich ertrug man es nicht lange direkt darauf zu blicken, bis auf einige Rassen, die ein anderes Farb- oder Sichtspektrum hatten als Menschen. In gewisser Art und Weise war es Verschwendung eine solch filigrane Figur zu erschaffen, die nur Wenige über einen längeren Zeitraum betrachten konnten. Mit einem leisen Zischen öffnete sich eine der Türen, was Elysa dazu veranlasste aufzusehen und ihren Blick dem Neuankömmling zuzuwenden. Das ebenmäßige Gesicht der dunkelhaarigen Sith wandelte sich zu einem fragenden Ausdruck. ?Ich hatte Administrator Arsan Reyths erwartet.? Gab sie ohne lange Umschweife von sich.

    Die attraktive, blauhäutige Twi?lek schmunzelte freundlich.
    ?Ich fürchte das wird nicht möglich sein.? Bevor Elysa zu mehr kam, als die linke Augenbraue skeptisch zu heben fuhr sie fort. ?Wenn ich mich vorstellen dürfte ? Miara Askar. Sehen sie, die Ankunft der Avenger hat einiges an? sagen wir einmal alten Spannungen wiederbelebt, was im darauf folgenden zum Ableben Arsans geführt hat.? Die brünette Corellianerin nickte sachte. ?Ich verstehe und sie sind somit die Begünstigte der jetzigen Situation. Nun, ich hatte zwar damit gerechnet mit jemand anderem zu sprechen, aber da sie nun die Kontrolle über die Station haben, sollten wir uns unterhalten. Elysa Nerethin, Sonderbeauftragte der imperialen Flotte.? Die Twi?lek nickte sanft und deutete auf einen einladenden Sessel. ?Ich schlage vor wir setzen uns, kann ich ihnen etwas zu trinken anbieten?? Elysa verneinte das Angebot durch ein leichtes Kopfschütteln bevor sie sich setzte.

    ?Nun, kommen wir direkt zum Grund meines Hier seins. Da sie sicherlich über den Verlauf des Krieges informiert sind, wird es sie nicht sonderlich schockieren zu erfahren, dass das Imperium die vorherrschende Macht in unserer Galaxie ist. Dennoch sind zahlreiche Planeten der Republik ergeben und wehren sich heftig gegen die Aufnahme ins galaktische Imperium. Unterstützt werden diese Aufsässigen von den so genannten Jedi-Rittern ? ich bin mir sicher sie haben schon von ihnen gehört??
    Nur ein bestätigendes, aufmerksames Nicken folgte und Elysa fuhr fort. ?Das Imperium sieht in diesen Jedi eine Gefahr für den allgemeinen Frieden und die Stabilität. Derzeit führen wir zahlreiche Unternehmungen durch die letzten verbliebenen Jedi aufzuspüren und zu neutralisieren.? Es folgte erneut ein aufmerksames Nicken, bevor Miara Askar ihre Stimme zu einer Frage erhob: ?Die politischen Gegebenheiten sind mir durchaus bekannt, doch stellt sich mir die Frage, was sie von mir und meiner bescheidenen Raumstation erwarten?? Ein schmales Lächeln blitzte um Elysas Lippen auf ? diese Twi?lek war gut, sie verstand sich sehr wohl auf ihr Geschäft. Vielleicht war es sogar besser, dies mit ihr zu regeln als dem verstorbenen Administrator.

    ?Informationen. Sehen sie, ihre Klienten kommen weit herum, es gibt so einiges an Gerüchten. Ich möchte das sie und ihre Bediensteten die Augen und Ohren offen halten und das Imperium informieren, sollten sie von Jediaktivitäten in diesem Gebiet des Rands erfahren.? Die blauen Augen der Twi?lek leuchteten für einen Moment auf. ?Sie wittert die Chance auf Profit.? Ging es Elysa unmittelbar danach durch den Kopf. ?Es soll ihr Schaden nicht sein.? ?Selbstverständlich sollen ihre Mühen nicht unentgeltlich sein, jeder Hinweis, der zur Ergreifung oder den Tod eines Jedis führt, durch das Imperium oder durch die Hand ihrer Klienten wird finanzielle Kompensation ergeben.? Die schlanke Corellianerin pausierte kurz und ließ ihren Blick bedeutungsschwer durch den Raum gleiten, welches der Twi?lek natürlich nicht entging. ?Sollten sie sich entgegen jedweder Vernunft entscheiden mein Angebot auszuschlagen, wird sich das Imperium gezwungen sehen eine permanente Präsenz in diesem System zu schaffen.? Was gleichbedeutend war mit dem finanziellem Ruin der Raumstation, der Blick der Twi?lek machte deutlich, dass sie sich dessen Bewusst war. Ebenso, war die Administratorin sich darüber bewusst, das Elysa dieses Wissen besaß. ?Sehen sie, wir werden das Imperium natürlich gerne nach unseren bescheidenen Möglichkeiten unterstützen. Einige Informationen einzuholen sollte kein großer Aufwand sein und der Anreiz dafür Entlohnung zu erhalten, werden auch meinen Klienten erfreut zur Kenntnis nehmen.?

    Damit war der Kernteil des Gespräches abgeschlossen und man hatte eine für beide Seiten tragbare Übereinkunft getroffen. Nicht, dass sich die Sith wirklich großartige Informationen davon erhoffte, doch so erweiterte sie die Informationsquellen des Imperiums und erhielt nach Außen eine Tarnung aufrecht. Sollten tatsächlich Daten der Roadrunnerstation dazu führen Jedi zu ergreifen ? tot oder lebendig, wäre dies ein angenehmer Vorteil. Das Gespräch ging noch eine Weile weiter, lediglich Smalltalk der keinerlei verwertbare Information enthielt, bevor sich Elysa verabschiedete und sich auf den Rückweg zum Hangar machte, die neue Administratorin der Roadrunner Station begleitete sie dabei.

    ?Ich muss gestehen, dass ich den Abzug der Sturmtruppen durchaus genieße.? Gab die Twi?lek unverblümt von sich. ?Ist schlecht fürs Geschäft nehme ich an?? führte Elysa den angesprochenen Gedanken fort, so das Miara sanft mit dem Kopf nickte. ?Ich befürchtete schon, dass einer meiner Klienten dem Imperium zu nahe getreten wäre und die Station sich in akuter Gefahr befand, doch Glücklichweise war dies nie der Fall.? ?Sie spielt vor den Augen aller die souveräne Administratorin, die sich mit der Imperialen gut gestellt hat. Das wird ihre derzeit vermutlich noch unsichere Position sichern.? Folgerte die brünette Corellianerin aus dem Gebären ihrer Gastgeberin. ?Nun wir werden noch einen weiteren Tag im System bleiben, es werden einige Routinewartungsarbeiten an der Avenger durchgeführt, sollten sich mit unserer Vereinbarungen unvorhergesehene Probleme ergeben, können sie mich solange noch kontaktieren.? Für den winzigen Moment eines Lidschlags schlich sich der Ausdruck von Unbehagen in die Mimik der Twi?lek, welches Elysa mit einem Hauch von Zufriedenheit erfüllte. Sie hatte die Zügel in der Hand, das sollte Miara Askar nie vergessen.

    Im Hangar angekommen, verabschiedete man sich mit freundlichen Floskeln voneinander, während die Sturmtruppen bereits wieder an Bord der Fähren gingen, nur ein kleiner Trupp blieb noch im Hangar, um diesen solange im Auge zu haben, wie die Befehlshaberin der Operation noch nicht an Bord ihres Shuttles war. Nachdem Elysa das Lambdashuttle betreten hatten, zogen sich auch die letzten Sturmtruppen ins Innere ihrer Fähre zurück. Wo der Captain auch schon von Elysa erwartet wurde.
    ?Ihr Eindruck Reynards?? Der Soldat nahm unüblich den Helm ab bevor er antwortete und sich mit der Linken durch die kurzen, braunen Haare strich und bestimmend mit dem Kopf schüttelte. ?Die Station bedeutet Ärger, wir haben uns ein wenig umgesehen. Das ist einfach ein riesiger Umschlagsplatz für alle möglichen illegalen Güter. Verdammt, es würde mich nicht mal wundern, wenn man dort einen Turbolaser für ein kapitales Schiff erwerben könnte. Sollte es aber notwendig sein, können wir die Station relativ leicht unter minimalen Verlusten stürmen, wir haben Aufzeichnungen über die Gangsysteme und vorgesehenen Verteidigungsstellungen gemacht. Einziges Manko ist, dass wir nicht unbedingt abschätzen können mit wie viel Widerstand zu rechnen wäre. An Bord der Station trägt wirklich jeder ne Waffe und der ein oder andere hat sicherlich ein ganz spezielles Spielzeug?? Die Sith nickte nachvollziehend. ?Ich weiß was sie meinen, ich habe es auch gesehen. Das mag aber auch daher ruhen, dass sich die Verhältnisse mit unserem Auftauchen im System verschoben haben.? Sie legte eine kurze Pause ein, bevor sie den Soldaten erneut ansprach. ?Aber wie kommt es, dass sie an Bord der Fähren waren, das Stormcommando der Avenger war für diese Operation nicht vorgesehen?? Der Angesprochene blickte kurz zur Seite und kratzte sich verlegen am Kopf. ?Ach? das ehm? sagen wir mal wir waren jemandem noch was schuldig und wäre es wirklich zu nem Kampf gekommen, hätten sie sich verdammt gefreut das wir da waren und nicht die 918.te.?

    Elysa nahm die Aussage mit einem Schmunzeln hin. Line Captain Iran Soran nahm die Besonderheiten des Storm Commandos hin und er hatte seine Gründe, diese Männer und Frauen gehörten zu der absoluten Elite des Imperiums, nicht jeder Sternenzerstörer verfügte über einen Trupp dieser Soldaten. Das Anti-Force-Commando hatte einst seine Anwärter aus deren Reihen rekrutiert und das wollte was heißen.
    ?Dann wollen wir mal nach Hause?? meinte Elysa zu den Piloten, welche nickten und das Schiff so sanft wie möglich aus dem Hangar dirigierten.

    [Toong?l ? Weltraum ? Fähre ] Captain Reynards, 557.te und Elysa
     
  14. Elysa

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    [Toong’l – ISD Avenger – Kommandobrücke ] Line Captain Iran Soran, Brückencrew und Elysa

    Wieder in ihrer - in den letzten Monaten so vertraut gewordener – Umgebung, der Brücke der Avenger, fand sie sich im Büro des Kommandanten wieder. Line Captain Soran widmete sich gerade einem Datenblock und einem schwarzen Tee, natürlich sah er auf, als die Sith den Raum betrat und er nickte ihr zu – auf weitere Ehrenbezeichnungen verzichtete er in solch vertrauter Atmosphäre. „Darf ich fragen, was ihr Besuch ergeben hat?“ Elysa nickte behutsam, während sie so frei war sich eine Tasse aus einem kleinen Schrank zu nehmen, um sich dann ebenfalls von dem Tee einzugießen. Gespräche in solcher Umgebung hatten oft genug positive Erkenntnisse über den Kommandanten der Avenger hervorgebracht und sie schätzte jene Konversationen.

    „Nun ich denke unsere Tarnung steht, es gab eine Machtverschiebung auf der Station, eine Twi’lek in noch recht jungen Jahren scheint nun für die Roadrunner Station verantwortlich zu sein. Sie macht einen recht ambitionierten und fähigen Eindruck. Sie will nicht, dass das Imperium hier Fuß fasst und ihr die Geschäfte versaut, deswegen wird sie jegliche Informationen die ihr zu Ohren kommen weitergeben. Ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist wieder eine weitere Informationsquelle die wir uns eröffnet haben.“ Soran nickte leicht, erhob jedoch Einspruch: „Ich bleibe dabei, die Frage ist nach wie vor, wie zuverlässig diese Quelle ist. In meinen Augen ist sie nicht viel wert.“ Elysa setzte sich gegenüber des Captains in einen der noblen Sessel. „Dieses Gespräch haben wir schon geführt Captain Soran. Schmuggler und Piraten bekommen sehr viel mit, wenn man ihnen nur den richtigen Anreiz gibt, können sie eine große Hilfe bedeuten.“ Verteidigte sie ihre Position, doch der Kommandant wollte sich nicht so leicht geschlagen geben. „Es ist krimineller Abschaum, den ich lieber heute als morgen vom Angesicht der Galaxie tilgen wollen würde. Sie unterminieren den Frieden und die Stabilität des Imperiums, wenn gleich nicht in dem Maße wie es die Republik und die Jedi tun. Wir sollten jegliche Quellen der Ablehnung imperialer Prinzipien neutralisieren.“

    Elysa lächelte amüsiert. „Ich kann ihre Position verstehen, dennoch bleibe ich dabei, dass das Imperium sich die Hilfe dieser zweifelhaften Gesellschaft sichern sollte, solange es noch Überbleibsel der Republik gibt. Zum Einen um zu verhindern, dass sie sich mit der Republik zusammen tun, zum Anderen um ein Auge auf sie haben zu können. Hier und da einen Kaperbrief ausstellen, und wir lassen sie sogar einen Teil unserer Arbeit machen. Hinzu kommt das aus der puren Gegebenheit, dass es Piraten gibt, die Notwendigkeit eines Schutzes gegen sie besteht und dieser Schutz Captain sind sie… im Weiteren Sinne die imperiale Flotte. Die Flotte ist ein Garant für Sicherheit, vielleicht überlegen sich einige Planeten ja noch einmal dem Imperium beizutreten, wenn sie selbst nicht mehr her einer Piratenplage werden. Es gibt so viele Optionen Nutzen aus den zwielichten Elementen der Galaxie zu ziehen, die das Leben vieler imperialer Soldaten rettet, dass wir sie nicht einfach von der Hand weisen können.“ Die brünette Sith konnte nicht nur durch die Macht spüren, dass sich in Soran Widerstand gegen ihre Worte bildete, sondern auch seiner skeptischen Miene konnte man dies ablesen. „Ich weiß, dass was sie sagen hat Hand und Fuß, aber es fühlt sich falsch an. Sehen sie, das hat nichts ehren – oder ruhmhaftes an sich.“ „Captain…“ unterbrach die schöne Corellianerin ihren Gesprächspartner, „…ich bin mir sicher, dass wir uns Beide bewusst sind, das Krieg ein schmutziges Geschäft ist. Zu viele Leben auf beiden Seiten verlöschen vergebens, für die eine oder andere Ideologie. Manch einer ist nicht einmal davon überzeugt, und doch stirbt er genauso wie ein glühender Anhänger des Staatsapparates dem er angehört. Ich sehe meine Verantwortung als Befehlshaberin darin, das Leben meiner Soldaten zu schützen, eigene Verluste so gering wie möglich zu halten. Ebenso einen langwierigen Konflikt zu vermeiden, der beide Seiten ausblutet, so wie es seit Jahrzehnten der Fall ist. Ich weiß das lässt sich leicht sagen und wesentlich schwieriger gestalten, zumal sich die Republik als wehrhafter erwiesen hat als viele angenommen haben. Jetzt erst stehen wir am Rande eines Sieges über sie. Ich möchte nicht wissen wie viele imperiale Soldaten dafür gestorben sind, ebenso wenig möchte ich wissen wie viele dieser Tode vermeidbar gewesen wären, wenn man Dritte für seine Zwecke eingesetzt hätte oder weniger zögerlich vorgegangen wäre.“

    Line Captain Soran leerte mit einem letzten Schluck seinen Tee, stellte die Tasse behutsam auf seinem Schreibtisch ab. „Das ist einer der Gründe, warum ich sie nicht zum Feind haben wollen würde, Lady Nerethin. Ich halte mich für einen guten Kommandanten und einen ehrenvollen Mann, ich halte Ehrenhaft zu sein nicht für eine Schwäche, sondern für eine Stärke. Sie hingegen sehen eine Schwachstelle und würden nicht zögern sie auszunutzen.“ Es folgte eine lange Pause, in der Soran die Sith lange musterte, bevor er fortfuhr: „Ich vermute einmal, weil wir so sind wie sind bin, bin ich lediglich Kommandant eines Sternenzerstörers und sie meine derzeitige Vorgesetzte. Vermutlich muss es Leute mit jener Einstellung geben, um diesen Konflikt zu beenden. In der Flotte, insbesondere in der Admiralität gibt es diese Züge oft genug. Doch denke ich, dass der Grat zwischen Notwendigkeit und Grausamkeit sehr schmal ist, ich würde ihn nicht bestreiten wollen, ich bin froh über mein reines Gewissen.“

    Die Angesprochene schwieg eine ganze Weile, während sie mit dem Löffel in den letzten Resten des Tees rührte. „Notwendigkeit und Grausamkeit sind zwei interessante Aspekte die sie da anführen, manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass sie gemeinsam auftreten. Notwendige Grausamkeiten können einen Krieg rasch beenden, ein einzelner vernichtender Schlag, mit solcher Härte und Brutalität geführt, dass sie den Feind lähmt, ihn den Willen zum Kampf nimmt, rettet zahlreiche Leben – auf beiden Seiten. Worum sich unser Gespräch dreht, ist was für einen jeden von uns vertretbar ist – sie haben Recht, wenn sie sagen sie wollen ihre weiße Weste nicht beflecken, damit sie Nachts in Ruhe schlafen können – sie kämpfen gegen Soldaten die sehr wohl wissen was es bedeutet Krieg zu führen. Ich kann vor meinem eigenen Gewissen mehr vertreten als sie selbst, davon bin ich überzeugt, doch das bedeutet nicht, dass ich Grausamkeiten gut heiße, ganz im Gegenteil. Wir stehen für das Imperium ein, die Flotte ist mehr als nur ein militärischer Apparat des Imperiums, es ist ein Aushängeschild für unsere Ideologie. Das Imperium kann es sich nicht leisten, Herausforderungen ungeahnt zu lassen, das würde die eigene Stabilität und das dazugehörige Vertrauen in unsere Gesellschaftsform erschüttern. Im Imperium gibt ein jeder Bürger einen Teil seiner eigenen Freiheit auf, für den Preis der Sicherheit in Frieden leben zu können unter den wachsamen Augen eines Souveräns, der über sie wacht und beschützt. Ich bin auch durchaus bereit zuzugeben, dass dies in der Praxis nicht immer hervorragend funktioniert hat, dennoch ist es das Gesellschaftssystem nachdem unsere Leben ausgerichtet sind. Sie, ich… wir arbeiten darauf hin die Galaxie unter einem Herrscher zu einen. Einem Herrscher der Streitereien unter seinen Völkern nicht duldet, zum Schutze aller. Doch bis wir diesen Punkt erreicht haben, dürfen wir in unserer Entschlossenheit nicht wanken. Massenmord heiße ich durch diese Aussage dennoch nicht gut – der Einsatz des Todessterns bei Corellia wäre Massenmord gewesen. Ein Einsatz des Todessterns bei Borleias wäre etwas anderes gewesen – und hätte seinen Demonstrationszweck in meinen Augen dennoch erfüllt. Ein unangreifbares Werkzeug des Imperiums, dass das best gesichertste System der Republik vernichtet hat. Das hätte niemand ignorieren können.“

    Line Captain Soran lächelte leicht. „Sie haben vermutlich Recht, dennoch bleibe ich bei meiner persönlichen Meinung, ich bin froh das ich nicht derjenige bin der darüber entscheidet, wo Notwendigkeit zur Grausamkeit werden muss.“ Elysa lächelte ebenfalls andeutungsweise. „Ich halte sie für einen guten Kommandanten, sie passen auf ihre Leute auf und gehen keine unnötigen Risiken ein, das schlägt sich in ihrer Dejarikspielweise nieder, doch dies ist ebenso der Grund, warum sie oft genug verlieren. Man muss bereit sein Opfer zu bringen…“ ‚Dieser Mann hätte wunderbar zu Needa gepasst, Ehre und Pflichtgefühl. Perfekte Soldaten, abgesehen von ihrem Hang zum reinen Gewissen.’ Die Corellianerin lächelte sanft, ihre Worte entschärfend. „… aber lassen wir dies, es ist denke ich ersichtlich geworden, dass wir Beide grundverschiedene Sichtweisen diesbezüglich vertreten und nicht davon abrücken werden.“ Der Kommandant der Avenger nickte amüsiert. „Es ist schön zu sehen, dass wir immer wieder zu diesem Punkt kommen, an dem es weder vorwärts noch zurück geht. Wissen sie, ich muss sagen, dass mich ihre Akzeptanz dessen sehr überrascht hat, heißt es doch im Flottenmund, dass die Sith darauf bedacht sind ihre Meinung mit jedweder Härte durchzusetzen.“ Während Elysa sich erhob, strichen ihre Gedanken kurz in die Vergangenheit. „Betrachten sie mich lieber nicht als den Regelfall, es gibt genug die es so handhaben, wie sie es einst von mir befürchteten. Man könnte oft genug annehmen diese Ordensbrüder und Schwestern hätten vergessen, dass wir auf der gleichen Seite in diesem Konflikt stehen.“ Nun folgte von ihrer Seite aus eine lange Pause, während ihr Blick zu dem Panoramafenster schweifte. „Needa hat das Anti-Force-Commando nicht ohne guten Grund ins Leben gerufen, er wollte lediglich seine Offiziere, seine Flotte schützen und genau dies wurde ihm als Verrat ausgelegt. Needa wäre der Letzte, der das Imperium verrät, auch wenn er die große Gesamtheit der Sith hasst.“ Gedankenverloren lag ihr Blick noch einige Zeit auf dem Anblick der Galaxie, die sich vor ihr erstreckte. ‚Needa hätte womöglich die Sith verraten, aber sie haben ihm auch allen Grund dazu gegeben, allen voran Menari.’ Diesen Gedanken konnte sie nicht so ohne weiteres verdrängen. „Ich danke ihnen für ihre Zeit Captain Soran.“ Ein freundliches Lächeln des Mitfünfzigers quittierte ihre Worte. „Gerne doch Lady Nerethin. Heute Abend im Offizierscasino findet ein gemütlicher Umtrunk auf das zweijährige Bestehen der Avenger statt, ich wollte sie nur noch einmal daran erinnern, dass sie herzlich eingeladen sind und ich eine Abwesenheit ihrerseits als grobe Verletzung meiner persönlichen und der Ehre meines Schiffs betrachte.“
    Nun war es an ihr zu Schmunzeln. „Keine Sorge Captain ich werde da sein, aber erwarten sie bitte nicht, dass ich ihnen in feiner Abendgarderobe Gesellschaft leiste.“ Elysa war sich bewusst, dass sie den Kommandanten nicht gesondert darauf hinweisen musste, dass man am nächsten Tag Phase Zwei ihrer derzeitigen Operation in Angriff nehmen wollte. Er hatte die Maxime das Jubiläum gemäßigt zu feiern längst ausgegeben.

    [Toong’l – ISD Avenger ] Besatzung und Elysa
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2007
  15. Elysa

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    [Toong’l – ISD Avenger – Gänge ] Besatzung und Elysa

    Eiligen Schrittes durchmaß Elysa den Gang zu Brücke, Line Captain Soran hatte ihr mitgeteilt, dass ihre Präsenz auf der Brücke erbeten wurde. Mit dem typischen Zischen öffnete sich das Schott zum Kommandozentrum der Avenger und gewährte ihr den Blick auf das geschäftige Treiben – mehr als es in den letzten Tagen der fall war. Ihren Weg zum Kommandanten, der nachdenklich vorm Brückenfenster des Sternenzerstörers stand, an verschiedenen Kommandoständen vorbei, fand sie entsprechend schnell – immerhin war dies nicht der erste Sternenzerstörer, der unter ihrem Kommando operiert hatte. Die ersten Monate der Mission hatte sie auf der Vengeance verbracht, wo sie sich intensiv mit dem inneren Aufbau des Sternenzerstörers, als auch sämtlich zur Verfügung stehenden technischen Informationen zu den eigenen, ebenso zu den feindlichen Einheiten und Schiffstypen beschäftigt hatte.

    „Line Captain.“ Begrüßte sie Soran mit einem Nicken. Der ältere Mensch wandte sich ihr halb zu und erwiederte die Respektsbekundung.Lady Nerethin, Captain Lamorra hat uns vor wenigen Minuten kontaktiert, sie haben Phase Eins erfolgreich beenden können.“ Ein zufriedenes Lächeln zeichnete sich kurzzeitig auf Elysas fein geschwungenen Lippen ab. „Hervorragend, dann haben sich unsere Vermutungen bestätigt. Wer auch immer dahinter steckt, hat diese Aufgabe lange genug durchgeführt, um in ein Schema zu verfallen.“ Der Kommandant der Avenger nickte kurz angebunden, nicht ohne weitere Bedenken zu äußern. „Es könnte sich immer noch als etwas vollkommen anderes herausstellen, als wir annehmen… oder vielmehr uns erhoffen.“ Was nicht von der Hand zu weisen war. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir unsere Tarnung aufrechterhalten. Sobald die Queen of Staves im System ist, werden sie wissen, ob mehr dahinter steckt, oder nicht.“ Erläuterte die brünette Corellianerin weitere Einzelheiten des Plans, welche Line Captain Soran durchaus bekannt waren, immerhin hatten er und die Angehörige des Sith Ordens gemeinsam daran gearbeitet. Die regelmäßig geflogenen Patrouillen jedoch als Transitmittel zwischen den Sternenzerstörern zu nutzen, war gerissen, das musste er neidlos eingestehen.
    Auch wenn es weder ihr eigener, noch Sorans ursprünglicher Plan war, den Transporter "Queen of Staves", welche die Bloodlust aufgegriffen hatte, in ihre Gesamtstrategie einzuarbeiten. Lt. Lane Gaveger hatte man diesen Umstand zu verdanken. Die Geheimdienstlerin sah in dem gekaperten Transporter eine Möglichkeit, dem Schiff und der vermeintlichen Besatzung einen zweifelhaften Ruf anzudichten und auszuarbeiten, welchen man später einmal als vermeintlichen Grund für die Verfolgung durch imperiale Einheiten nutzen konnte.

    So hatte sie sich also, unterstützt von weiteren Angehörigen des Geheimdienstes, mit dem Schiff und einiges an – wie man so schön bei der Flotte sagte – Konterbande, in einen – wie Elysa es aus vorherigen Erfahrungen kannte – Heidespaß gestürzt und dem Schiff zu einer mehr als zweifelhaften Reputation verholfen, noch dazu war der corellianische Transporter mehrmals imperialen Patrouillen entgangen (welch Zufall ;P). Es war ebenso bekannt, dass imperiale Einheiten nach jenem Schiff die Augen offen hielten. Und eben dieser Umstand, würde einen hervorragenden Vorwand für die Avenger bieten in ein kaum benutztes System zu springen.
    „Ich weiß, ich weiß wir werden nichts dem Zufall überlassen, Lady Nerethin.“ ,versicherte Soran ihr erneut.

    Nur wenige Minuten später befand sich die schlanke Corellianerin im Hangar, ihre Pilotenmontur hatte sie mittlerweile angelegt, auch wenn es nach all der Zeit ein seltsames Gefühl war. Ein weiteres Mal überprüfte sie die Ausrüstung, bis sie schließlich zufrieden nickte, um sich dann, dem ihr zugewiesenen Jäger zu widmen. Sicherlich, die Hangarcrew hatte ihre Arbeit vermutlich mindestens ebenso gewissenhaft gemacht wie sonst – aber alte Angewohnheiten legte man so schlecht ab. Zuerst umrundete sie das Angriffskanonenboot, um sich von äußeren Mangeln ein Bild zu machen, inspizierte im Folgenden den Hyperraum – und Sublichtantrieb. Bei ihrer Suche nach Fehlern nahm sie sich alle Zeit, der Welt. Erst als sie sich sicher war, dass von außen nichts was auf falsche Wartung hinwies ersichtlich war, nickte sie sachte – sich wohl bewusst, dass die Techniker welche die Raumjäger der Gargoyles warteten, jede ihrer Bewegungen wahr nahmen.
    Im Cockpit brauchte Elysa eine Weile, um sich die Funktion aller Gerätschaften in Erinnerung zu rufen. Das Innendesign imperialer Schiffe wich dann doch sehr von denen ab, die sie einst nutze, als die ehemalige Schmugglerin noch viel aktiv geflogen war. Auf einen geringen Erfahrungsschatz mit Tie-Interceptoren konnte sie zurückgreifen, doch waren in dem von Cygnus Spaceworks entworfenem Schiff weitere Bedienungselemente – im Wesentlichen jene für Schild und Hyperraum. Vielleicht hätte sie doch das Angebot der Piloten aufgreifen und sich erst einmal im Simulator mit dem Jäger vertraut machen sollen. Auf den zweiten Blick jedoch konnte sie einige Parallelen zwischen dem Cockpit des Kanonenbootes und einer Fähre der Lambda-Klasse ziehen. Es folgte ein rascher Blick auf das Chrono 06:47 Coruscantstandardzeit, das hieß ihr blieben noch ein paar Minuten, um die Systeme zu checken. Alle vier Triebwerke zeigten eine grüne Statusanzeige, der Hyperraumantrieb kündete auch von seiner Funktionalität. Schilde auf 100%, die Rumpfpanzerung war ebenso in einwandfreiem Zustand. Dann folgte eine Überprüfung der Waffensysteme, beide Taim & Bak KX5 Laser waren einsatzbereit, welche sie direkt koppelte. Die beiden Borstel NK3 Ionenkanonen, waren ebenfalls einsatzbereit, auch hier erfolgte eine Koppelung. Die Energiewaffensysteme waren einsatzbereit und aufgeladen. Die beiden Torpedowerfer waren entgegen des Namens mit Abfangraketen für den Kampf gegen feindliche Raumjäger bestückt, was die Trägheit des Kanonenbootes in Nahkämpfen mit anderen Jägern zu einem gewissen Grad kompensieren würde. Bordcomputer, HUD als auch Sensorik lieferten ebenfalls zufrieden stellende Werte. Elysa erwartete nicht in ein Gefecht verwickelt zu werden, dennoch war es beruhigend zu wissen, dass ihr Jäger im Fall der Fälle bestmöglich gerüstet war.


    „Hier Avenger Raumkontrolle, Gargoyle Neun und Zehn, bitte bestätigen.“ Erklang es durch ihre Kopfhörer. „Hier Neun, alle Systeme Grün.“ Erfüllte ihr Flügelmann - und laut Kennung ihr Rottenführer – die Aufforderung. „Zehn, bestätige volle Einsatzbereitschaft.“ Ihre eigene Stimme wurde moduliert und erklang als die der eigentlichen Pilotin – welche derzeit auf der Vengeance stationiert war, sie würde das Kanonenboot zurück zur Avenger bringen. Nichts würde darauf hin deuten, dass auch nur eine einzige Person den Sternenzerstörer der Imperiumsklasse verlassen hätte. „Sie haben Starterlaubnis und Neun, sorgen sie diesmal dafür, dass sie einen Start nach Vorschrift hinlegen. Der CAG (Commander Air Group) sieht es nicht gerne, wenn sie mit maximaler Beschleunigung starten.“ Es folgte lediglich ein Klicken des Koms als Bestätigung von Neun.

    Behutsam erhöhte sie die Energiezufuhr für die Antigravsysteme des Kanonenbootes, um nahezu unmittelbar nachdem der Jäger sich sanft erhoben und die Landekufen eingezogen hatte, die Triebwerke hinzuzuschalten und mittels gemäßigtem Schub aus dem Hangar zu gleiten. Als der Anblick den sie schon so oft gesehen hatte sich ihres Sichtfeldes bemächtigte überkam sie wieder das angenehme Gefühl, dass sie früher so geschätzt hatte. Freiheit und die Galaxie zum Greifen nahe, sie konnte jeden Ort erreichen. Doch nunmehr war es kaum noch ein Schatten der Vergangenheit, sicherlich verband Elysa immer noch viel mit dem Fliegen, aber es war längst nicht mehr eine Form der Selbstfindung wie es früher einmal der Fall war. Nahezu intuitiv brachte sie ihren Raumjäger leicht versetzt hinter Neun.
    „Gehen auf Hyperraumvektor 148 in Raumgitter 74, Flugkontrolle bitte bestätigen.“ Elysa überprüfte noch einmal ihre Hyperraumdaten und bestätigte rottenintern, Gargoyle Zehn hätte dies auch getan. - „Avenger Flugkontrolle, bestätigen Vektor – lassen sie sich nicht zuviel Zeit, wenn sie was Seltsames bemerken geben sie es durch und stellen nicht wieder eigene Nachforschungen an. Missionsparameter sind Patrouille und Aufklärung, nicht Kampfeinsatz, geschweige denn Raumüberlegenheit.“ Innerlich konnte sich die brünette Sith ein Schmunzeln nicht vergleichen, es war überall das Gleiche – Piloten und ihr ausgeprägtes Ego. „Hyperraum in drei, zwei… eins.“ Verkündete sie den Timer über die Rottenfrequenz, um bei „Null“ angelangt den Hyperraumantrieb zu betätigen. Mit der Aktivierung des Hyperraumantriebs wandelte sich die Galaxie zu weißen Linien, um dann in einen bläulichen Strudel überzugehen, welcher das unverkennbarste Zeichen war, im Hyperraum zu sein. Die Rotte würde einen Dreiecksprung zur Vengeance machen, wieder um jegliche Nachvollziehbarkeit, seitens aufmerksamer uneingeweihter Augen der laufenden Operation, im Keim zu ersticken.

    [Hyperraum nahe Toong’l – Kanonenboot – Cockpit (wo sonst :braue)] Gargoyle Neun & Zehn (Elysa)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2007
  16. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [ Weltraum in relativer Nähe zu Toong?l ? Kanonenboot ? Cockpit (wo sonst)] Gargoyle Neun & Zehn (Elysa)

    Der dritte und finale Sprung hatte die Rotte Kanonenboote einige Parsecs von Toong?l entfernt aus dem Hyperraum geführt, die schweigsamen Weiten der Galaxie wurde jedoch von einem Sternenzerstörer der Imperiums-Klasse und einem Abfangkreuzer durchbrochen. Majestätisch lagen die beiden kapitalen Schiffe nahe beieinander im leeren Raum. Das todbringende Potential des Sternenzerstörers gepaart mit der Möglichkeit den Gegner zum Kampf zu zwingen war der Schrecken eines jeden Kommandanten der mit unterlegenen Streitkräften in eine solche Konfrontation zog. Glücklichweise waren die Vengeance und die Bloodlust imperiale Schiffe und sie waren genau dort, wo sie sein sollten.

    Elysa scannte mit den Sensoren ihres Raumjägers die Umgebung, konnte aber außer den erwarteten Objekten keine Auffälligkeit entdecken.
    ?Kanonenbootrotte Gargoyle 5 bittet um Landevektor für die Vengeance.? Kontaktierte sie den Sternenzerstörer, während sich der Jagdbomber, besagtem Schiff immer weiter näherte. Die HUD-Anzeigen aufmerksam im Auge behaltend erhöhte sie den Schub auf ein Maximum, was dem Sternenflügler zu einer Geschwindigkeit von 90 MGLT verhalf. Für neuere Raumjäger waren 90 MGLT nahezu lächerlich, doch das Design des Kanonenbootes war längst nicht mehr neu, war es doch der erste Serienmäßige imperiale Raumjäger mit Schilden und Hyperraumantrieb. Dennoch nahmen diese Jäger einen wichtigen Aspekt wahr, eigneten sie sich doch hervorragend als Jagdbomber ? Angriffe auf kapitale Schiffe oder Raumstationen, als auch der Kampf mit feindlichen Raumjägern war mit dem Kanonenboot ohne weiteres möglich ? insbesondere der Kampf gegen feindliche Bomber wie den Y- oder B-Wing scheuten Kanonenbootpiloten selten. Beweglichere Raumjäger waren dagegen schon ein kritisches Thema, doch konnte der imperiale Jäger dank seinen starken Schilden relativ lange gegen modernere Jäger ausharren.

    Die Kommunikationspause fiel Elysa als unangenehm lang auf, gerade wollte sie erneut eine Anfrage starten, als die Vengeance eine Antwort übermittelte.
    ?Hier Flugkontrolle Vengeance, wir haben etwas länger gebraucht, um ihre Authentizität verifiziert, Landeerlaubnis für den Haupthangar gewährt. Wir übermitteln den Vektor. Flugkontrolle Ende.?
    Elegant glitten die beiden Kanonenboote in den Hangar, die verlängerten Flügel waren bereits im Begriff zusammenzuklappen ? ähnlich wie bei einer Lambdafähre. Elysas Blick durch die Pilotenkanzel offenbarte ihr das gekaperte Shuttle, es trug leichte Kampfspuren davon. Ein aktiver Scan zeigte jedoch keine größeren Schäden und die Techniker des Sternenzerstörers waren bereits dabei jene Zeugnisse aggressiver Handlungen zu tilgen.

    Nachdem sich die brünette Sith aus dem Cockpit und der Überlebensausrüstung ihrer Pilotenmontur befreit hatte, wurde sie auch schon von einem hoch gewachsenen, mit hageren Gesichtszügen versehenen Lieutenant im Hangar erwartet. Noch während sie die Sprossen zum Flugdeck hinunter stieg, richtete er erste Worte an sie.
    ?Captain Lamorra ist erfreut sie an Bord willkommen zu heißen Lady Nerethin. Ich darf ihnen mit Stolz verkünden, dass sich die Besatzung des Schiffs lebend in unseren Händen befindet. Das Verhör hat bereits begonnen da der Captain davon aus ging, dass sie so schnell wie nur möglich mit der Operation fortfahren wollen.? Elysa nickte sachte, neben dem Offizier her schreitend und sie war sich sicher, dass der Weg nicht zur Brücke, sondern ins Tiefenverhörzentrum der Vengeance führte. Lamorra nahm seine ihm zugeteilte Aufgabe sehr ernst. Wo Line Captain Soran gemäßigt vorging, um die Möglichkeiten abzuwägen, hatte sich der Kommandant der Vengeance als rücksichtsloser Flottenoffizier und Mensch offenbart, der seine Ziele um jeden Preis versuchte durchzusetzen, ganz gleich über Wesen Leiche sein Weg führte.
    Beide hatten für die ehemalige Schmugglerin ihren Nutzen. Soran war der bessere Kommandant und seine Crew stand bedingungslos loyal zu ihm. Captain Lamorra hingegen war zwar sicherlich kein schlechter Kommandant, dennoch ein wenig einfallslos was taktische Finesse betraf. Dies machte er jedoch im Regelfall durch brachiale Gewalt und Übermacht wett. Noch dazu besaß er keinerlei Gewissen, das ihn in dem Maße limitierte - doch trug das nicht zur Beliebtheit bei seiner Crew hinzu -, wie Sorans. Der Kommandant der Vengeance würde jeden Befehl ausführen. Jeden. Das die Beiden keine große gegenseitige Sympathie füreinander hegten war offenkundig, doch man hatte sich arrangiert.


    Ihre Gedanken bezüglich der beiden Kommandanten unter ihrem Kommando beiseite schiebend, forcierte sie ihre Aufmerksamkeit ins hier und jetzt.
    ?Sie sagen also, sie haben bereits erste Erfolge erzielt?? fragte Elysa mit einer hochgezogenen Augenbraue und der dazugehörigen Skepsis in der Stimme.
    ?In der Tat.? Bestätigte die blonde Lieutenant des Geheimdienstes. ?Sehen sie, ich möchte nicht unvermittelt darauf schließen, dass die Frau das schwächste Glied in der Kette war. Sagen wir einfach ich habe sehr schnell den entsprechenden Hebel gefunden, um ihren Widerstand zu brechen.? Scheinbar genoss Lt. Lane Gaveger den Moment der Überlegenheit, denn es entstand eine lange Pause, bevor sie weitere Erläuterungen anstellte. ?Die medizinische Untersuchung hat ergeben, dass sie im zweiten Monat schwanger ist. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie vielleicht bereit ist, ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzten, aber das ihres Kindes?? Die schöne Geheimdienstlerin schüttelte verneinend den Kopf. ?Nein, das kann keine werdende Mutter verantworten. Mit diesem Wissen war es relativ leicht das Benötigte von ihr zu erfahren und sie zur Kooperation zu bewegen.? Elysa empfand es als unangenehm, Informationen nur Bröckchenweise zugespielt zu bekommen und ergriff dementsprechend das Wort. ?Vielleicht fangen sie mit ihren Erläuterungen von dem Moment an, da dass Shuttle in den Realraum gezogen wurde, Lieutenant.? Den subtil bedrohlichen Unterton, als auch ihren kühlen, reservierten Blick schien Lt. Gaveger richtig zu deuten und verfiel zurück in ihre Rolle als imperiale Offizierin.

    ?Captain Lamorra hat wie vorgesehen den Hyperraumvektor, den unsere Sonden nahe des Asteroidengürtels ermittelt haben, mit dem Abfangfeld der Bloodlust belegen lassen. Nahe den Rändern des Feldes waren Rund um die Uhr Kanonenboote und Angriffstruppentransporter stationiert. Die Crew wusste nicht einmal wirklich wie ihnen geschah ? urplötzlich wurden sie aus dem Hyperraum gezogen, keine halbe Minute später waren die Kanonenboote in Reichweite und haben den Transporter ionisiert, um kurz darauf geentert zu werden. Dieser Teil der Operation hat nicht einmal fünf Minuten gedauert ? sie waren zu überrumpelt, um wirklich Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Besatzung des Versorgungsshuttles ? wie wir mittlerweile wissen ? besteht aus vier Personen, eine menschliche Frau und drei menschliche Männer. Commander Avez Drace führt das Kommando, Lt. Dilane Harting ist seine Stellvertreterin. Die beiden Anderen sind lediglich die Piloten ? Flight Officer Pesh Stones und Flight Officer Nask Devrens. Sie gehören laut ihrer Aussagen zu einer Versorgungseinheit.? Die schlanke Sith hatte aufmerksam gelauscht und nickte nun sachte, während in ihren Gedanken sich erste Grundzüge eines Plans formten.

    ?Was genau sie versorgen weiß sie nicht, sie vermutet aufgrund des Frachtmanifests eine technologisch fortgeschrittene Anlage, ich habe das überprüfen lassen und würde auch zu dem Schluss kommen. Ebenso hat sie uns die genaue Lage offenbaren können ? die Republik hat die Basis ganz bewusst im Asteroidenfeld versteckt. Die mineralreichen Gesteinsbrocken sorgen irgendwann dafür, dass man den Kontakt zu einem Schiff im Asteroidenfeld einfach verliert, ebenso ist natürlich die Basis nicht zu orten, wenn man nicht weiß wo man suchen muss. Sie hat ebenso gestanden, dass sie nie weiter als den Hangar in die Basis eingedrungen sind und somit keine Auskunft darüber geben kann. Die Sicherheitsvorschriften sind scheinbar recht streng, gepaart mit der Lage und der Mühe welche sich die Republik macht, die Basis verborgen zu halten würde ich sagen wir haben was ziemlich wichtiges gefunden. Die Jedi Basis wird es allerdings nicht sein, sie versorgen den Stützpunkt bereits über vier Jahre. Mehr Informationen haben wir nicht.?, endete Lt. Gaveger.

    ?Ich will sie sehen.? Gab Elysa in gedämpften Tonfall zu verstehen. Die Geheimdienstlerin nickte sachte und bedeutete ihr in einen kleinen viereckigen Raum zu folgen. In dem Zimmer befand sich lediglich ein metallener Tisch, die Deckenbeleuchtung und zwei Stühle, auf einem davon saß eine mittelgroße Schwarzhaarige, hübsch aber keine außergewöhnliche Schönheit. Die blauen Augen blickten Elysa mit einer Mischung aus Abscheu, Furcht und einer Müdigkeit ? die über das Bedürfnis nach Schlaf hinausging ? entgegen. Die brünette Sith setzte sich ihr gegenüber, legte die Fingerspitzen aneinander und beobachtete ihre Gegenüber ein zeitlang, bevor sie das Wort erhob. ?Ich bin Elysa Nerethin, Angehörige des Sith Ordens. Ich bin über ihre Situation im Klaren und möchte ihnen ein Angebot machen, dass sich für sie attraktiver gestalten wird, als dass des Geheimdienstes. Derzeit kooperieren sie weil ihr Kind bedroht wird. Diese Drohung kann ich nicht rückgängig machen, denn es ist das Einzige was ihre Aufrichtigkeit garantiert. Ich möchte, dass sie uns helfen die Einrichtung zu infiltrieren und aufzubringen. Was ich ihnen im Gegenzug anbieten kann ist, dass sie dem Tod ihres ungeborenen Kindes und der Kriegsgefangenschaft entgehen. Sie können im Imperium ein neues Leben anfangen, je nach dem was wir auf der Station offen legen, wohl situiert. Nach Möglichkeit werden wir ihnen sogar die Möglichkeit geben ihren Lebenspartner zu kontaktieren und ihn von den Vorzügen des Imperiums zu überzeugen. Somit muss ihre Familie nicht auseinander gerissen werden.? Erneut folgte eine Zeit des Schweigens, welches diesmal jedoch von der Gefangenen ausging ? Elysa forcierte ihre begrenzten empathischen Fähigkeiten auf die Schwarzhaarige, doch konnte sie in dem Strudel aus Angst, Abscheu, Hoffnung und Vorsicht keine klaren Schlüsse ziehen.

    ?Was garantiert mir, dass sie ihr Wort halten, nachdem sie haben was sie wollen?? waren die ersten Worte, welche Lt. Harting an Elysa richtete. ?Ich fürchte ich kann ihnen nur mein Wort geben, einem Vertrag oder einer ähnlichen schriftlichen Festhaltung würden sie ebenso anzweifeln. Tatsache ist, dass sie noch leben und wir ein Druckmittel haben, welches sie nicht ignorieren können. So unmenschlich es sich anhören mag, aber ich vertraue darauf, dass sie genug über die Fähigkeiten der Sith gehört haben, dass sie nicht im Verlaufe der Operation auf die Idee kommen die Republik zu warnen. Indem sie uns unterstützen, tun sie dem Imperium einen großen Gefallen, dessen wir uns erinnern werden. Verrat hingegen wird auf eine gänzlich andere Weise belohnt. Ich denke das Wissen darum, dass sie den Tod ihres Kindes zu verantworten hätten, sollten sie das Imperium hintergehen wird für sie eine größere Strafe sein als der Tod.? Die Schwarzhaarige schluckte trocken auf ihre Worte hin und für den Moment hatte Elysa den Eindruck, sie würde versuchen über den Tisch hinweg die Sith anzugreifen. Doch die Vernunft siegte: ?Also gut, ich halte mein Wort und sie ihres. Ich werde ihnen helfen an Bord der Basis zu kommen und sie nach meinen Möglichkeiten zu unterstützen.?

    [ Weltraum in relativer Nähe zu Toong?l ? ISD Vengeance ? Tiefenverhörzentrum] Lt. Lane Gaveger, Lt. Dilane Harting und Elysa.
     
  17. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [ Tandron-Asteroidengürtel – mehrere Parsecs von Toong’l entfernt - gekapertes Shuttle] Lt. Lane Gaveger, Lt. Dilane Harting, Commander Jon Star und Elysa

    „Hier Shuttle Delta Echo Niner, übermitteln Sicherheitscode.“
    Die brünette Sith blickte ein weiteres Mal, seit beginn der Operation, musternd zu Lt. Harting, welche gerade den genannten Code eingab und ihn mit minimaler Sendeleistung übermittelte. Die kooperationswillige Republikoffizierin hatte bisher ihre Aufgaben zur Zufriedenheit erfüllt, die Schwarzhaarige hatte das Shuttle an den ursprünglichen Koordinaten aus dem Hyperraum fallen lassen und war ebenso darum bemüht gewesen, eine Begründung für die Abwesenheit ihrer drei Kollegen zu finden. Ein Blick aus dem Cockpitfenster gab die Sicht auf die genannten automatischen Verteidigungsanlagen der versteckten Basis frei. Harting hatte Recht, man sah sie nur, wenn man wusste wonach man suchen musste. Diese Station war generell sehr gut versteckt, nahezu in der Mitte eines ausgedehnten, ruhigen und minerallastigen Asteroidenfeldes. Ein Scan würde nichts ergeben, was auf eine Anomalie hinweisen würde, irgendjemand hatte sich große Mühe gemacht, jegliche Hinweise auf die Basis zu verschleiern. Es wurde Zeit zu erkunden weshalb.

    Immer näher glitt das Shuttle an den großen, im Durchmesser sicherlich mehr als Einhundert Meter messenden Asteroiden heran, als sich an einer Stelle ein zweiflügeliges Tor offenbarte, nur dadurch zu erkennen, dass es sich öffnete. Die brünette Sith ließ sich in die Macht fallen und weitete ihre Sinne, um durch jenes mysteriöse Kraftfeld nach Lebewesen zu tasten. Um die Siebzig Lebewesen erspürte sie an Bord der Station, was in etwa den Spekulationen gleich kam, welche man in Anbetracht der Menge der Nahrungsmittel vermutet hatte. Nachdem das die Lambdafähre durch die Magnetabschirmung des Hangars war, schloss sich hinter ihnen das Hangartor auch sogleich wieder. Elysa nutzte die Zeit bis zur Landung, dazu sich ein wenig umzusehen. Der Hangar war vergleichsweise klein, zwei weitere Fähren befanden sich im Inneren, wohl um in einer Notlage die Basis zu evakuieren. Ein kleiner Trupp Republiksoldaten befand sich ebenfalls im Hangar, in der Zahl acht – man rechnete scheinbar nicht mit Schwierigkeiten. So wie es sein sollte. Die schlanke Corellianerin erlaubte sich ein schmales Lächeln. Es wurde Zeit für ein wenig Schauspielerei.
    Mehrere der Soldaten spannten sich innerlich an, als sie mehrere ihnen unbekannte Gestalten aus der Fähre kommen sahen. Einige legten ganz offen auf die Neuankömmlinge an und der dünnhaarige Sergeant spiegelte wohl für den gesamten Trupp seine Skeptik und Misstrauen wieder.
    „Stehen bleiben. Identifizieren sie sich!“ Elysa blickte mit fragendem Blick zwischen ihr, Lt. Gaveger und Commander Star, hin und her. Die Beiden trugen ebenfalls gut aufgelegte Mienen der Überraschung.

    „Sie gehören zur Ersatzcrew.“ Die Stimme der schwarzhaarigen Lieutenant, klang nicht einen Moment brüchig, oder anzweifelhaft, als sie in den Hangar trat. Der Anblick der vertrauten Offizierin ließ die Soldaten entspannen und auch die mürrischen Gesichtszüge des Sergeants, nahmen einen weniger unfreundlichen, doch noch lange nicht als freundlich zu wertenden, Ausdruck an. Lt. Harting reichte dem Truppführer einen Datenblock, mit dem Frachtmanifest und den letzten Neuigkeiten. „Ersatzcrew sagen sie?“ gab der Sergeant fragend von sich. Die Schwarzhaarige nickte bedeutungsvoll. „Das Tursaanfieber haben sie sich eingefangen, ich hatte das zweifelhafte Glück, es schon mal zu haben und bin somit immunisiert. Aber glauben sie mir, das ist keine angenehme Geschichte.“ Ein stumpfes Nicken und er musterte erneut die drei ihm unbekannten Personen.
    „Dann erkläre ich ihnen mal wie das hier läuft, für den Fall, dass Lt. Harting das noch nicht gemacht hat. Sie laden lediglich aus, und platzieren die Frachtcontainer in den dafür vorgesehenen und eingezeichneten Bereichen. Die sind unterteilt in Nahrungsmittel, medizinische Versorgungsgüter, technisches Equipment und Sonstiges. Bevor sie fragen was Sonstiges ist. Alles was nicht unter die vorher genannte Aufgliederung fällt, zählt als Sonstiges. Ich hoffe ich habe mich klar ausgedrückt. Wenn keine Fragen sind, fangen sie an.“ Erklärte der Truppführer in befehlsgewohnter, säuerlicher Tonlage.

    Da es offenkundig keine Fragen von den Neulingen gab, machten sich vier Soldaten an die Sicherung des Hangars, während der Rest von dannen zog. Die vier Besatzungsmitglieder des Versorgungsshuttle machten sich daran die Frachtcontainer auszuladen und in die dafür vorgesehenen Bereiche im Hangar zu transferieren. Elysa warf nach einiger Weile einen Blick auf ihr Chronometer, es konnte nicht mehr lange dauern.


    [ Tandron-Asteroidengürtel – mehrere Parsecs von Toong’l entfernt – geheime Basis - Hangar] Lt. Lane Gaveger, Lt. Dilane Harting, Commander Jon Star, Elysa und zwei Wachsoldaten.

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    [Raum um Toong’l – nahe Roadrunnerstation)] Gargoyle Neun & Zehn


    Die beiden Angriffskanonenboote glitten nahezu sanft in den Realraum, ihre vermeintliche Patrouille war abgeschlossen und so begab man sich auf einen Kurs zur ISD Avenger. „Hier Kanonenbootrotte fünf, wir sind zurück. Keine Auffälligkeiten in den zugeteilten Sektoren, alles ruhig.“ Urplötzlich heulte der Annäherungsalarm in beiden Schiffen auf, nur durch ein rasches hochziehen der Jäger, entging man einem weiteren Schiff, dass aus dem Hyperraum kam. Ein nicht mehr ganz frischer corellianischer Transporter, ein YT-2400. Er trug einiges an Kampfspuren, als auch – offensichtlich – militärische Waffen, generell schien die Signatur des Schiffes nicht mehr viel Ähnlichkeit mit der verkaufsfertigen Variante des Modells zu haben.

    „Was zum…“ und einige weitere Flüche erklangen von Gargoyle Neun. „Hier Avenger Raumkontrolle. Willkommen zurück. Was ist denn bei ihnen los, was solche Ausdrücke auf einer offiziellen imperialen Frequenz zu suchen haben?“ Der CAG des Sternenzerstörers, zuständig für sämtliche Raumjäger an Bord des imperialen Kreuzers, und nicht gerade ein Freund von Neuns Eskapaden. Gargoyle Zehn antwortete für ihren Rottenkommandanten. „Ein ziviler Frachter hat uns fast gerammt Sir – ziemlich hoch gezüchtet. Corellianisches Design.“ Für einen kurzen Moment herrschte Stille, scheinbar wog der CAG weiterführende Befehle ab, bevor er genau diese durchgab. „Das mag zwar ein neutrales System sein, aber zeigen sie ein bisschen Präsenz, erinnern sie die daran, wer hier das Sagen hat.“ Das war doch mal ein Befehl, den Gargoyle Neun nachvollziehen konnte. „Bestätige Avenger, Präsenz zeigen.“ Mehr als nur ein wenig Vorfreunde schwang in den Worten des Piloten mit. Nahezu zeitgleich rollten beide Sternenflügler in einem nach links, um sich in einem weiten Bogen dem besagten Transporter zu nähern. Die Entfernung zwischen den Schiffen wurde zusehendes kleiner und die technologisch fortgeschrittenen Gefechtscomputer ermittelten Sensordaten über Flugvektor, Geschwindigkeit, Systembereitschaft und nicht zuletzt die ID des Schiffs. Zehn wunderte sich innerlich bereits, warum die Computer solange brauchten um die Daten der Sensorik auszuwerten. „*******. Neun, der ist heiß.“ Instinktiv brachte die Pilotin die Waffen des Kanonenbootes online und feuerte eine Salve ihrer Ionenkanone in die Heckschilde des Transporters. „Avenger, das ist die „Queen of Staves“, initiieren Angriffsmanöver Gamma und bitten um Verstärkung.“

    Nachdem die Heckschilde des YT-2400 aufgeglüht waren, um den Beschuss durch die Ionenkanonen des Kanonenbootes zu absorbieren erhöhte sich die Geschwindigkeit des Transporters. Das erschreckende für Gargoyle Neun und Zehn war wohl eher, dass beide Eskortvierlingslasergeschütze herum schwangen und den beiden Raumjägern einen tödlichen Hagel aus Laserschüssen entgegen sandte. Ebenso änderte der Pilot des Transporters ganz offenkundig den Kurs und ging auf einen Austrittsvektor. Gargoyle Neun war indes nicht untätig gewesen, sondern hatte die Schilde nach vorne fokussiert und wich dem Beschuss in keinster Weise aus. Erst als die Zielerfassung für Raketen einen durchdringenden Ton von sich gab, riss er den Jäger aus der Schussbahn und betätigte den Auslöser für die gekoppelten Raketenwerfer. Zehn pumpte weiterhin in stetigem Strom bläuliche ionisierende Strahlen hinüber zur "Queen", während sie dem meisten Beschuss des Vierlingsgeschütz, was sie fokussiert hatte auswich. „Verstärkung ist auf dem Weg.“ Erklang es im gleichen Moment aus ihren Lautsprechern, als zwei Abfangraketen das Heck des Transporters trafen und ihn heftig erschütterten. Doch die Schilde hielten, ihre eigenen jedoch schwanden mit jedem Treffer weiter. Nun schaltete Zehn ebenfalls auf die Raketen und sandte dem Transporter ohne lange auf die Zielerfassung zu warten zwei der besagten Marschflugkörper entgegen. Eine geschickte Drehung des nunmehr seine Agilität unter Beweis stellenden Transporters, ließ die Raketen ins Leere laufen. Noch während Zehn vor sich hin fluchte, verschwand die „Queen of Staves“ im Hyperraum. „Verdammt. Avenger, wir haben sie verloren. Sie sind entkommen.“ – „Negativ Gargoyle Zehn. Wir errechnen gerade ihren Hyperraumvektor – der Tandron-Asteroidengürtel, ist das einzige was in der Bahn liegt – entweder sind sie dorthin, oder im leeren Raum. Wir nehmen die Chance wahr. Wir übermitteln ihnen die Daten. Halten sie das Schiff um jeden Preis auf. Wir schicken ihnen weitere Patrouillen zur Verstärkung.“ Die beiden Piloten bestätigten den Befehl und begaben sich auf den gleichen Hyperraumvektor wie die „Queen of Staves“.

    [Raum um Toong’l – nahe Roadrunnerstation)] Gargoyle Neun & Zehn
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2007
  18. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [ Tandron-Asteroidengürtel – mehrere Parsecs von Toong’l entfernt – geheime Basis - Hangar] Lt. Lane Gaveger, Lt. Dilane Harting, Commander Jon Star, Elysa und zwei Wachsoldaten

    Rötliches Licht, begleitet von einem durchdringenden Warnsignal tauchten den Hangar in einen nahezu surreal anmutenden Ort. Die beiden Soldaten welche das Zugangsschott der Basis sicherten, nahmen ihre Aufgabe nunmehr, um einiges ernster als noch wenige Momente zuvor. Die Verlademannschaft jedoch war sichtlich irritiert und hielt in ihrer Arbeit inne. Natürlich konnte man sich vorstellen, was der Alarm zu bedeuten hatte, da man sogar darauf spekuliert hatte. Imperiale Einheiten waren im System und würden mit ihrer Jagd auf die „Queen of Staves“, und das spätere Auftauchen der Avenger, den Start des Shuttles verhindern. Ebenso konnte man sich sicher sein, dass in dieser Zeit kein Kommunikationssignal die Station verlassen würde. Was es im Regelfall sowieso nie tat – zumindest den bekannten Sensoraufzeichnungen der Überwachungsdroiden zufolge nicht. Im absoluten Notfall jedoch konnte man sicherlich Hilfe herbeirufen. Ebenso zweifelte Elysa nicht daran, dass es einen Selbstzerstörungsmechanismus gab. Genau diesen galt es auszuschalten – oder aber diejenigen, welche ihn auslösen konnten.

    „Was ist denn hier los?“ verlangte Lt. Harting zu wissen. Einer der Soldaten, der sein Komlink bereits gezückt hatte, bedeutete ihr einen Moment zu warten, während er leise hineinsprach. Die schlanke Corellianerin nutzte den Moment, um sich noch einmal die Positionen der Überwachungskameras bewusst zu werden. Sollte es wider erwarten zum Kampf kommen, mussten sie so schnell wie möglich aus dem Hangar hinaus, zum Kommandodeck.
    „Es scheint so als gäbe es einen Zwischenfall, wenn sie fertig ausgeladen haben, werden sie nicht starten können.“ Beantwortete der Soldat die Frage der Schwarzhaarigen. Elysa trat näher zu dem Soldaten, welche dies wohl als bedrohliche Geste auffasste und legte mit dem Blasterkarabiner auf sie an. Die brünette Sith hob als Zeichen ihrer friedlichen Intention die Hände. „Ich wollte nur fragen, ob das auch ein bisschen genauer geht. Ich persönlich bin nicht gerne im Unklaren…“ bevor sie groß dazu kam weiter zu sprechen, genügte ein kleiner telekinetischer Impuls in der Macht, und der Abzug des Karabiners wurde betätigt. Sich nun vollkommen der Macht öffnend, erwartete sie förmlich den Aufschlag und bündelte ihre Konzentration an der Stelle, wo der Karabinerbolzen sie traf und herumriss. Die Zähne aufeinander beißend versuchte sie den Schmerz so gut es ging zu ignorieren, sie wusste das ihre Gabe es ihr erlaubt hatte den größten Teil der schadhaften Energieentladung zu absorbieren – dennoch brannte es mörderisch. Auf diese kurze – beinahe zu kurze – Distanz war die Wucht des Angriffs stärker als sie vermutet hatte. Es fiel ihr nicht schwer leise schmerzhaft zu wimmern, während sie hörte wie im Hintergrund Waffen gezogen wurden und Anschuldigungen hin und her flogen. Sie konnte durch die Macht die Verwirrung des Soldaten spüren, der sie „angeschossen“ hatte und innerlich gratulierte sie sich auf sarkastischste Weise zu der „hervorragenden“ Idee sich anschießen zu lassen, um aus dem Hangarbereich hinaus zu kommen.

    „Verdammt noch mal, rufen sie einen Arzt!“ brüllte die blonde Geheimdienstlerin. „Und nehmen sie die Waffen runter, ALLE!“ Wenngleich ihre Aufforderungen die Gemüter nicht wirklich beruhigten und auch nicht dazu beitrugen, dass die Waffen, die man gegenseitig auf sich gerichtet hatte gesenkt wurden, sorge es doch dafür, dass es zu keinen weiteren Verletzten kam.
    Die Stirn auf den kalten Metallboden des Hangars pressend, erinnerte Elysa sich ihrer bitter erlernten Lektion auf Naboo – wo sie das erste Mal ihre Heilung beschleunigte. Sie folgte dem Schmerz in ihrem Inneren, folgte den Impulsen der Qual, der ihrem Körper und Bewusstsein verriet, dass sie angeschossen worden war. Dort angekommen, wurde sie sich der Schäden mehr als bewusst. Zahlreiche Zellen waren verbrannt und angestorben und es dauerte einen Moment, bis sie den gesunden Rand gefunden hatte. An dieser Stelle musste sie ansetzen, die Zellen an den Intakten dazu anregen sich zu regenerieren, den Gesunden nachzustreben. Unterstützt durch die Macht, konnte dies sehr schnell bewerkstelligt werden und genau darum kümmerte sich die angeschossene Corellianerin. Erst regte sie eine Zelle nach der Anderen an, bald schon sprang der Prozess auf die Umliegenden, so dass sie schlussendlich nur noch einer Zelle den Stimulus geben musste, und die Umliegenden mitzogen.

    Am Rande ihrer Wahrnehmung bekam Elysa mit, wie man sie auf eine Bahre hievte und sie den Hangarbereich verließ. Ihr zugegebenermaßen sehr improvisierter Plan war aufgegangen, sie hätte gelächelt, wenn es nicht so verdammt weh tun würde. Jeglicher Versuch weiter ins Innere der Basis zu gelangen wäre zu auffällig gewesen, die Sicherheit der Station war ziemlich ausgereift und hatte nicht sie selbst gesagt, man musste auch bereit sein Opfer zu bringen? Und da sie jeden der Anderen noch brauchte, war sie die logische Konsequenz gewesen.


    [ Tandron-Asteroidengürtel – mehrere Parsecs von Toong’l entfernt – geheime Basis – Gänge auf dem Weg zur Krankenstation ] Commander Jon Star, Elysa und zwei Wachsoldaten
     
  19. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [ Tandron-Asteroidengürtel – mehrere Parsecs von Toong’l entfernt – geheime Basis – Krankenstation ] Kel'Dor Arzt, Commander Jon Star, Elysa und zwei Wachsoldaten

    „Sie haben verdammtes Glück gehabt.“ Meinte der nichtmenschliche Arzt zu ihr, als er ihr den Bactaverband, auf die beschädigte Bauchoberdecke legte. Elysa zischte schmerzhaft durch die Zähne, den Kopf gegen die Kopfstütze der Liege drückend. Ein Teil war sicherlich Schauspielerei, aber der andere Teil war sehr real. Sie ließ den Schmerz zu, unterdrückte ihn nicht, um ihre Rolle so überzeugend wie möglich darzulegen. Die schlanke Sith ließ ihren Blick durch den klinisch reinen und weisen Raum streifen und entdeckte zwei weitere Personen darin. Einer der Soldaten, welcher sie mit Hilfe von Commander Star in die medizinische Einrichtung gebracht hatte, und eben besagten Commander. „Ich hätte nicht gedacht, dass man einen Schuss aus solcher Nähe überleben kann…“ brachte der Kel’Dor Mediziner weiter vor – scheinbar hatte er nicht oft etwas zu tun, und Elysas Unglück schien ihn dankbarerweise ein wenig aus dem Trott herauszureißen. „… sie müssen zäher sein, als sie aussehen.“ Ein spöttischer Gedanke, fand den Weg durch den Schmerz. ‚Wenn der wüsste.’

    „Wann… werde ich wieder…“ die brünette Corellianerin versuchte sich aufzurichten, gab den Versuch jedoch rasch wieder auf und gab einen unterdrückt, schmerzhaften Laut von sich. „So schnell mal nicht, das steht fest. Sie wissen scheinbar nicht, welches Glück sie hatten und wie ernst ihre Lage ist. Ich denke sie werden mindestens eine Woche auf der Krankenstation sein, da eine Behandlung mit Bacta nicht notwendig ist und der Kommandant das nicht für angemessen hält.“ Elysas Mimik verfinsterte sich und eine gehörige Portion Sarkasmus floss in ihre Worte ein. „Wie nett von ihm… wie war sein Name, für den Fall, dass ich mich bedanken will?“ Ein tadelndes Tsetsetse folgte auf ihre Worte. „Ich glaube nicht, dass General Reece für sie Zeit finden wird. Ich denke derzeit hat er andere Sorgen… wie wir alle.“ Die Angeschossene blinzelte ein, zweimal verwirrt. „Wie meinen?“
    Der Kel’Dor sah sich einen Moment um, scheinbar unsicher wie er fortfahren sollte. „Nunja, es sind nur Gerüchte, wir sind ja nur Wissenschaftler, über die militärische Sicherheit werden wir so gut wie nie informiert.“ Er beugte sich ein wenig näher, wobei seine Stimme leiser wurde. „Aber… unter uns. Es scheint so, als gäbe es Ärger im Asteroidenfeld. Man munkelt Imperiale.“ Elysa nickte verstehend.

    „Doc, wie geht es ihr?“ erklang es von weiter hinten. Scheinbar hatte der Kommandant des Stormcommandos der Vengeance ebenfalls eine Frage für den Mediziner, welcher ihm kurz bedeutete zu warten. Dann überprüfte er noch einmal die Werte seiner Patientin und nickte, bevor er sich zu dem vermeintlichen Ladetechniker begab, um ihn über den aktuellen Stand zu informieren. Zeit, welche die Sith nutze, um sich genauer im Raum umzusehen. Drei weitere, unbenutzte medizinische Liegen, ein Bactatank und weitere diverse medizinische Einrichtungsgegenstände, welche sie nicht einwandfrei identifizieren konnte. Was jedoch viel wichtiger war, sie konnte keine Überwachungskameras entdecken und der Soldat an der Tür schien mit seinen Gedanken leicht abwesend zu sein. Dennoch hatte er ein Auge auf den Techniker (Cmd. Star), der mit dem Kel’Dor sprach. Stumm ging Elysa ihre neu erworbenes Wissen und die darauf als logische Konsequenz beruhenden Schlussfolgerungen durch. Mit größter Wahrscheinlichkeit befinden sich der besagte General und vielleicht noch sein Stellvertreter im Besitzt der Selbstzerstörungscodes. Dass wissenschaftliches Personal darüber verfügte, konnte sie aufgrund der Äußerung des Mediziners, so gut wie ausschließen. Des Weiteren brauchte sie mindestens eine weitere Stunde, bis ihre Heilungsfortschritte weit genug waren, um in einem Zustand zu sein, an dem sie sich uneingeschränkt bewegen konnte. Dann konnte sie losschlagen.

    Ebenso hoffte Elysa, dass die blonde Geheimdienstlerin die Ablenkung im Hangar genutzt hatte, um sich eventuell Zugang zum Netzwerk der Basis zu verschaffen. Lt. Harting war eine Unbekannte – wie mochte sie es aufgefasst haben, dass ihre mögliche Vollstreckerin von einem einfachen Soldaten außer Gefecht gesetzt worden war? Andererseits, hätte sie das Infiltrationsteam auffliegen lassen, würde Commander Star nicht so lebhaft mit dem Kel’Dor reden. Die Brünette schüttelte kurz den Kopf, gegen die Betäubungs – und Schmerzmittel musste sie auch etwas tun. Aber die chemischen Verbindungen mittels der Macht in ihrer Blutbahn aufzubrechen, und somit schneller abzubauen, war für Elysa kein großer Aufwand.


    „Sie braucht Ruhe, wie ich ihr selbst bereits sagte, würde ich eine Woche veranschlagen. In vier Tagen, ist sie vielleicht soweit, dass sie ohne große Einschränkung das Bett verlassen kann. Der Umstand, dass sie genauso wenig bereifen wollen, wie die Patientin, dass sie halbtot ist, wird nichts daran ändern, dass ihr Körper aber eben jenen Zeitraum braucht. Das werde ich dem Kommandanten auch klarmachen müssen.“ Konnte sie mit geschlossenen Augen vernehmen. Eines musste man dem Kel’Dor lassen, er sorgte sich wirklich sehr um seine Patienten. „Ich denke für sie ist es besser, wenn sie zurück in den Hangar gehen. Der General wird ihnen, dann schon seine Entscheidung mitteilen.“ Ein Murren des Mannes, Schritte und zwei Zischen der Tür zeugten davon, dass Elysa – welche sich tief in die Macht vielen ließ, um ihre Heilung zu beschleunigen - nunmehr mit dem Wachsoldaten alleine war.

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  20. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

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    Natürlich gab es immer noch kleinere Ungereimtheiten in ihrem provisorischen Plan. Wenn sie die Personen ausschalten wollte, welche über die Möglichkeit verfügten eine Selbstzerstörung der Basis zu initiieren, musste sie diese erst einmal finden. Wieder einmal musste sie sich im Stillen bei dem nichtmenschlichen Mediziner bedanken, hatte er doch offenkundig werden lassen, dass er mit dem General sprechen würde. Auch wenn Elysas Fähigkeiten in diesem Bereich der Macht eher durchschnittlich waren, gelang es ihr relativ Mühelos, mental der Präsenz des Kel’Dors zu folgen. Auch wenn die Menschen und Nichtmenschen an Bord der Station, im Gegensatz zu einem Machtsensitiven, nur als Kerzen in der Finsternis zu verstehen waren, so unterschieden sich nichtmenschliche Präsenzen, doch glücklicherweise genug von Menschlichen. Genug auf jeden Fall für die Brünette, dass grob Einordnen konnte, wohin sich der Arzt begab. Mehrere Meter über und vielleicht Zwanzig Meter rechts von ihr. Während sie in einem tranceähnlichen Zustand über ihren Regenerationsfortschritt wachte, behielt sie ebenso, immer die Präsenz des Arztes vor ihrem geistigen Auge. Der Nichtmensch hatte sich als zwar ungewollte, dennoch brauchbare Informationsquelle erwiesen.

    Nachdem einige Zeit vergangen und Elysa mit ihrem Heilungsfortschritt soweit zufrieden war, sah sie sich erneut in der Krankenstation um. Der Soldat, stand nach wie vor an der Tür und auch sonst war alles beim Alten. Ein Blick auf ihr Chronometer verriet ihr, dass wohl an die Neunzig Minuten vergangen waren. Es wunderte sie zwar, dass der Arzt nicht zurückgekehrt war, aber er befand sich derzeit in der Umgebung von etwa zehn bis fünfzehn weiteren Personen – vielleicht einer Pause. Elysa setzte sich betont langsam und gequält auf, auch wenn sie keinerlei Schmerzen mehr hatte, derzeit galt es das Mitleid oder die Fürsorge des Soldaten zu wecken.
    „Hey, Lady der Doc meint, sie sollen nicht aufstehen.“ Mit schmerzverzehrtem Gesicht schob sie ihre Beine von der Liege, so dass ihre Zehenspitzen den kalten Metallboden berührten. Ihr Aufpasser, machte seine ersten Schritte auf sie zu, während die schlanke Corellianerin zu ihm aufsah. „Ich weiß, aber solange sie keine bessere Idee haben, helfen sie mir vielleicht zur nächsten Toilette.“

    Einen unschlüssigen Moment lang schien der Wachsoldat abzuwägen, dann jedoch stellte er den Karabiner an die Wand und begab sich zu ihr, um sie zu stützen. „Ich schätze mal, das ist in Ordnung.“ Gab ihr Wächter leise von sich, während sich Elysa filmreif mit seiner Hilfe Richtung des WCs schleppte. Was folgte, war eigentlich schon zu einfach. Mit der Linken riss sie ihm das Headset vom Kopf, während sie sich nunmehr schneller, als der Soldat es vermochte, und wohl höchstens von einem Jedi erwartet hätte, bewegte. Die Finger der anderen Hand griffen nach seinem Blaster, fanden ihn und warfen ihn einige Meter weiter zu Boden. Jetzt erst fing der überraschte Soldat an sich zu bewegen – seiner Waffen beraubt, ballte er seine Hände zu Fäusten und hob sie um seien Kopf zu schützen. Aber er war zu langsam, Elysas erster Hieb zertrümmerte ihm die Luftröhre, um etwaige Hilferufe im Keim zu ersticken, der Zweite kraftvolle Treffer ging auf den Solarplexus, was ihm die verbliebene Luft aus den Lungen trieb und ihn zusammenklappen ließ. Etwas Unverständliches röchelnd ging er zu Boden, während sein Blick ungläubig und fragend auf der Sith lag. Die braunen Augen beobachteten mit kaltem Glanz die letzten Momente des Soldaten, sie hatte dies ganz gewiss nicht genossen, er wäre nie ein auch nur ansatzweise ebenbürtiger Feind gewesen. Sie nahm dem Soldaten den Waffengurt ab, ebenso durchsuchte sie ihn nach etwaigen Codezylindern, wobei sie allerdings nicht fündig wurde. Danach verstaute sie den leblosen Körper in der Toilette, nahm den zuvor zu Boden geschleuderten Handblaster auf, überprüfte routiniert den Ladezustand der Energiezellen und stellte ihn auf Betäuben, um ihn dann ins Holster rutschen zu lassen.

    Das Headset, hob sie kurz ans Ohr – da keine außergewöhnliche Meldung durch die Frequenz ging, nahm sie an, dass sie weiterhin unentdeckt waren. Schließlich zückte sie ihr eigenes Comlink und kontaktierte Lt. Gaveger, darauf hoffend, dass die Republikaner nicht so paranoid waren die Coms innerhalb der Basis abzuhören, wenn doch sollten sie zumindest an der militärischen Verschlüsselung kurz zu tun haben.
    „Hier Nerethin, ich bin auf der Krankenstation, konnten sie etwas in Erfahrung bringen?“ formulierte sie hoffend, während sie sich bereits zu dem medizinischem Terminal begab, vielleicht konnte sie von dort aus etwas einsehen. „Sie haben uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt.“ Erklang die Stimme der blonden Agentin. „Ja, ihren kleinen Aufruhr konnte ich nutzen. Ich habe begrenzten Zugang zum Netzwerk, aber erwarten sie keine Wunder, wenn die mich entdecken, können sie mich jederzeit aus dem Netzwerk werfen. Ist ziemlich gut gesichert…“ gab sie mit einem schnalzenden Geräusch zu.

    „Ich brauche einen Grundriss, und wenn sie es irgendwie einrichten können, schicken sie Commander Star zu mir. Was ist mit Harting?“ Es dauerte einen Moment, bevor die Agentin wieder etwas verlauten ließ. „Harting schläft, ich war mir nicht sicher, ob sie die Operation gefährden würde und Risiko haben wir hier genug. Star ist auf dem Weg.“ Wieder eine kleine Pause. „Haben sie einen Datenblock zu Hand, dann übermittle ich ihnen die Pläne der Basis.“ Elysa musste nicht lange suchen, auf dem Schreibtisch befand sich, was sie brauchte. „Sie müssen die Daten dann lediglich vom Comlink auf das Datapad überspielen. Wo Überwachungskameras sind, kann ich ihnen nicht sagen, die Daten sind aus einer Datei, für neue Mitarbeiter und da sind die nicht eingeteilt. Aber wir scheinen wirklich was Interessantes gefunden zu haben. Experimenteller Reaktor, Waffentesthalle… um nur ein paar Dinge zu nennen.“ Die ehemalige Schmugglerin tat wie geheißen und rief danach selbst die Pläne auf, schaute sich die Ebene an, auf der sie sich befand, schließlich die Ebene darüber, wo sie den Sicherheitsbereich fand. Stimmte ziemlich genau damit überein, wo der Mediziner war.

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