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Vandelhelm

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Quentin Tiegart, 30. Juni 2011.

  1. Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25. November 2013
  2. .:: Vandelhelm | Steel City Prime | Gouverneurspalast | Zentralbüro | Quentin Bartholomäus Tiegart ::.



    Mit schier unendlicher, imperialer Geduld unterzeichnete Quentin Bartholomäus Tiegart, seines Zeichens Gouverneur von Vandelhelm, das letzte Dokument des Stapels. Der Verwalter hasste diese Form der administrativen Arbeit. Nahrungsmittel-Rationierung anhand der neuesten Populations-Auswertungen. Als ob nicht klar war, dass zunächst die Menschen und dann die Nichtmenschen mit Nahrungsmittel-Importen versorgt werden müssten. Gouverneur Tiegart schraubte nach erledigter Arbeit die Kappe seines immens teuren Schreibgerätes zu, um ein Austrocknen zu verhindern. Dieser Stift mit den goldenen Intarsien und filigranen Quarzeinlagen war das Begrüßungsgeschenk zu seinem Dienstantritt hier auf Vandelhelm gewesen. Eine diplomatische Abgesandschaft der hiesigen Monarchie war in prunkvollem Aufmarsch erschienen, hatte mit Goldbaumblättern um sich geworfen und mit Protz anzugeben versucht. Der Gouverneur hatte sie höflich empfangen, die Geschenke mit einem huldvollen Lächeln entgegen genommen und das Adelspack dann schnell und direkt hinauskomplimentiert. Damals, vor nicht ganz zwei Jahren, die ihm nun wie eine Ewigkeit vorkamen. Quentin Bartholomäus Tiegart schüttelte den Kopf, drapierte den Schreiber in seine Halterung zurück und dachte über die vergangene Zeit nach. Die Zeit seiner Deportation - so zumindest nannte er es.

    Zwei Jahre auf diesem unglaublich hässlichen Stück Welt kam einer lebenslangen Gefängnisstrafe gleich. Quentin hielt sich selbst für qualifiziert genug eine Welt vom Formate Corellias im Alleingang zu verwalten. Er war Advisor und Administrator, wenngleich er bürokratische Schriftwechsel hasste. Seine wahre Stärke lag in der Expansion. Die Erweiterung der planetaren Kapazitäten. Nur hier war sein Talent vergeudet. Sah niemand in der imperialen Verwaltung sein Können? Seit seiner Ankunft auf Vandelhelm hatte er die jährlichen Exportquoten von wertvollen Erzen und Legierungen über die Firma Toral Engineering fast um fünfundzwanzig Prozent steigern können. Das durfte doch keinem Statistiker entgangen sein. Immerhin wurden hier kriegswichtige Rohstoffe abgebaut und in das gesamte Reich verschifft. Aus den Materialien von Vandelhelm konnte Grundstoffe für Sternenschiffe gewonnen werden.

    Resignierend blickte sich der Mann im bestem Alter um. Sein Hauptarbeitsplatz war der majestätische Schreibtisch im alt-vandelhelmschen Luxus-Holzstil. Romantische Schnitzarbeiten und komplizierte Drechselein hatten aus dem klobigen Ungetüm ein wahres Prachtstück gemacht. Kombiniert mit den hypermodernen Computereinlässen war es ein wahrer Genuss, hier seine Zeit zu verbringen. Aus ähnlichen Materialien waren Wandschränke, Regale und Sideboards gearbeitet. An den Wänden hingen die verschiedensten Kulturgüter dieser Welt: Gemälde, erzene Gesichtsmasken, Statuetten und abstrakte Skulpturen. Hier und da bisweilen von Displays oder Lichtbahnen visuell unterstützt. Quentin Bartholomäus Tiegart ließ den Blick aus dem breiten, bodentiefen Panoramafenster wandern, der ihm eine Aussicht auf Steel City Prime ermöglichte .. die selbsternannte Hauptstadt dieser Welt. Eine künstlich aus dem Boden gestampfte, urbane Hybridengestalt aus Wohnstatt und Industriemaschinerie. Die Abgase der Fertigungs- und Verarbeitungsstrassen stiegen bis zu einer gewissen Höhe und breiteten sich dann einem Nebel gleich aus. Dieser grauschwarze Dunst hing permanent wie eine Wolke über der Stadt. Doch mit der Zeit gewöhnte sich der Körper daran. Alles roch nach Schwermetall.

    Die Konzentration des imperialen Verwalter kehrte in das Hier und Jetzt zurück, als sich die schwere, mit weiteren Schnitz- und Einlegearbeiten verzierte Haupttür öffnete und der silberne Protokoll- wie Assistenzdroid Threefive-Zero in dieser typischen Menschen imitierenden Art des Ganges hereinwatschelte. Sein auf Hochglanz polierter Korpus stellte ebenfalls die bizarr-skurrile Kopie eines Humanen dar. In der linken Hand führte er einige Filmsiplast-Dokumente mit sich, während in der Rechten ein Tablett samt dampfender Tasse schwebte. Direkt nach dem Eintritt bellte des künstliche Leben blechern los.


    "Gouverneur Tiegart, Sir ... hier die aktuellsten Förderzahlen, Sir. Und Ihr Nachmittags-Tee, Sir."

    Quentin Bartholomäus Tiegart gönnte sich einen kurzen Blick aufs Chrono, welches bestätigte, was der Droide von sich gab. Erschreckend, wie schnell die Zeit verging. Diese Administrations-Arbeit raubte sie zu Hauf. Als der Droide sowohl den Tee, wie auch die aktuellen Zahlen ablegte, nickte der Gouverneur zum Dank kurz und widmete sich den Unterlagen. Doch ungefragt sprach die Protokolleinheit wieder.

    "Gouverneur Tiegart, Sir. Commodore Maxim Sovietskii hat um Audienz am morgigen Tage gebeten. Soll ich einen Termin in Abstimmung mit ihren sonstigen Terminen vereinbaren?"

    Nun musste der Verwalter wirklich nachdenken. Commodore Wer? Er erinnerte sich beim besten Willen nicht an einen derartigen Namen. Oder war ein neuer Gast im System und wollte in üblicher Art und Weise um die Gunst des Gouverneurs betteln und winseln? Der braunhaarige Mann mit den grauen Schläfen warf die Stirn in Falten und rekapitulierte. Ein Commodore?

    "Gehört diesem Commodore die Kampfgruppe im System?"

    Die Frage stellte der Gouverneur in erster Linie sich selbst, doch die Rezeptoren und Sensoren des Droiden fingen sie gleichwohl auf, weshalb die silberne künstliche Einheit direkt zu einer ungebetenen Frage ansetzte. Krächzend und rauschend fügten sich Buchstabe an Buchstabe, Wort an Wort.

    "Ja, Sir. Commodore Sovietskii ist Kommandeur der Kampfgruppe des System. Sein Flaggschiff ist ..."

    Weiter kam das imitierte Leben nicht, denn der Verwalter fuhr ihm rüde dazwischen. Er hasste es, wenn ihn Metalleinheiten verbesserten, belehrten oder unterwiesen. Er selbst stellte die Spitze der Evolution auf diesem Planeten dar. Nicht nur weil er Mensch war. Er war Imperialer. Er war Gouverneur. Ein menschlicher imperialer Gouverneuer.

    "Ja, ja, ja ... genug. Ich kenne mich aus in MEINEM System. Raus jetzt!"

    Die Betonung lag natürlich auf dem Besitz schaffenden 'meinem'. Und Quentin Bartholomäus Tiegart legte großen Wert auf gesonderte Intonierung. Immerhin wusste er nun, wer der Commodore war. Doch das Flaggschiff? Eine gute Frage. Etwas beiläufig schob er die neuesten Förderquoten beiseite und rief auf seiner Terminalkonsole die aktuellen Daten der System-Kampfgruppe auf. Fünf Schiffe standen ihm zur Verfügung, im Falle des Falles. Das Flaggschiff des Commodores war ein Victory-I Sternzerstörer mit dem Namen 'Soyuz'. Nicht gerade beeindruckend. Weder der Name, noch die Flotte an sich. Natürlich war es eine ungeheure Schlagkraft, die dem Gouverneur indirekt zur Verfügung stand. Doch er war niemals zufrieden mit dem, was er hatte. Ginge es nach ihm, würde eine Hundertschaft kapitaler Schiffe unweit seines Orbits kreisen. Immerhin konnte er sich auch auf die hiesigen Bodentruppen verlassen. Auf seine persönliche Leibstandarte. Auf die übrigen Truppen, die seine Machtposition im Ernstfall sichern sollten. Und auf seinen Sicherheits-Chef. Personenschützer. Dienstbaren Lakaien. Ein kurzes Lächeln stahl sich auf das Antlitz des Verwalters. Kurzerhand traf er einige gewichtige Entscheidungen. Quentin Bartholomäus Tiegart betätigte den Kommunikationskanal zum Vorraum.

    "Threefive-Zero ... der Commodore erhält eine Audienz. Morgen. Vor den anderen Bittstellern. Und schick mir Tatum her. Ich will einiges besprechen!"

    Gouverneur Tiegart wartete nicht auf die akkustische Bestätigung seines metallischen Dieners. Er schloß den Kanal und lehnte sich zurück. Der Tee! Er würde fast schon zu kalt sein.


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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Juni 2011
  3. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [Hyperraum – VIN Relentless – Quartier] Commodore Cailen Bruscen

    Quentin Bartholomäus Tiegart, ein weiteres Mal öffnete die brünette Offizierin die Akte des Gouverneurs, die sie in den letzten Tagen schon sooft gesichtet hatte. Immer weiter auf der Suche nach dem Punkt, der sie von ihrem Vorhaben abbringen konnte, aber es ließ sich nichts finden. Vandelhelm schien nahezu perfekt. Der Gouverneur war vielleicht nicht beliebt, aber eben doch sehr effizient und ohne Zweifel ehrgeizig, das unterstrich die außerordentliche Steigerung des wertvollsten Exportguts, das jene so unbedeutende Welt zu bieten hatte – Erze und Legierungen.

    Die strategische Lage des Planeten selbst war ebenso ein Grund, weshalb Vice Admiral Nerethin diese Welt als Standort für eine neu zu entstehende Produktionsanlage, als auch eine Fliegerakademie ausgewählt hatte. Gelegen an der Rimma Handelsroute konnte man von hieraus problemlos umliegende Welten mit neuen Jagdmaschinen und Piloten versorgen, als auch kernwärts RichtungYag’Dhul. Vandelhelm besaß genug strategische Tiefe um nicht direkt die Auswirkungen eines republikanischen Vorstoßes entlang der Rimma Handelsroute zu spüren, falls sich dies eines Tages ergab. Im Gegenzug bot es selbst aber eine ideale Ausgangsposition, um als Truppensammelplatz zu dienen, wenn das Imperium gegen den Sullust und umliegende Welten vorgehen wollte.
    Umfasst wurde das System von einem weitläufigem, extrem dichten Asteroidenfeld, was erst zu der späten Entdeckung dieser Welt geführt hatte und ebenso eine natürliche Verteidigung bot, da nur kleinste Schiffe das Feld im Hyperraum passieren konnten. Große Schiffe waren gezwungen den Hyperraum zu verlassen und das Asteroidenfeld an der extra dafür geschaffenen Schneise zu passieren. Welche natürlich schwer bewacht war, ebenso nahm die Commodore an, dass im Asteroidenfeld zahlreiche Minen angebracht waren, als auch Geschützstellungen welche die Schifffahrtsschneise mit todbringenden Geschossen eindecken konnten.

    Die große Frage war, was Vandelhelm an Infrastruktur, Produktionskosten und auch Fördergeldern zu bieten hatte. Ebenso war die Sicherheit der Produktionsstätte ein wichtiger Aspekt, wobei hierbei die Flotte, insbesondere das Sternenjägercorps selbst Abhilfe schaffen konnte, auch wenn Cailen Bruscen diesen Punkt in einem Gespräch selbstständig erst spät erwähnen würde.
    Eine Entscheidung konnte aber nur der Gouverneur selbst treffen, ob er die Errichtung einer Akademie als auch einer Produktionsstätte genehmigen wollte, denn immerhin vermochte es seine Welt zu einem Prioritätsziel werden zu lassen, sollten die Kampfhandlungen auch entlang der Rimma Handelsroute erneut entfachen. Was realistisch betrachtet wohl nur eine Frage der Zeit war, umso wichtiger waren die nötigen Schritte um darauf bestmöglich vorbereitet zu sein.

    Den sanften Ruck, welcher den Rücksturz ins System ankündigte, nahm die Commodore bewusst wahr, schloss die Akte auf ihrem Datenpad und stand auf, um sich zu strecken, bevor sie sich auf dem Weg zur Brücke machte. Line Captain John Herrick würde die Formation, der drei schweren Kreuzer (Relentless, Apocalypse und Salvation), bereits den Kurs auf die Passage durch das Asteroidenfeld aufnehmen lassen.
    Auf der Brücke herrschte das erwartete, geschäftige und effiziente Treiben, was man von einer gut ausgebildeten Brückencrew erwarten durfte und Cailen gesellte sich zum Kommandant des Schiffs an den Holoprojektor, wo dieser ihr zunickte Man hatte sich als erstes darauf geeinigt unnötige Protokollarien sein zu lassen, zumal sie selbst mehr Gast an Bord war, denn Kommandogewalt ausübte.

    Auch der Commodore erschloss sich, welch hoher Blutzoll ein Angreifer zu erwarten hatte, wenn er sich durch die Passage kämpfen müsste.


    „Sir, wir haben die Freigabe erhalten, wir dürfen passieren.“ Mit einem zufriedenen Nicken nahm der Captain der Relentless dies zur Kenntnis. „Navigation, bringen sie uns rein.“

    „Hoher Orbit, bevor sie ihr Kommunique versenden wollen?“, fragte der Line Captain sie leise. Ein von einem Schmunzeln begleitetem Nicken, als auch ein „Wie immer, Captain.“ Bestätigte seine Vermutung. Die Vermutung lag nahe, dass der Gouverneur über die außerplanmäßige Ankunft von drei schweren Kreuzern im System informiert wurde und die Commodore sah es durchaus als psychologischen Vorteil an, ihren Gegenüber eine zeitlang im Unklaren zu lassen. Ungeduld, als auch Neugier waren Faktoren, welche sie für sich arbeiten lassen konnte.

    [Vandelhelm System – Asteroidenfeld - Schifffahrtspassage – VIN Relentless – Brücke ] Brückencrew, Line Captain John Herrick und Commodore Cailen Bruscen
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juli 2011
  4. .:: Vandelhelm-System | Victory-I Sternzerstörer "Soyuz" | Brücke | Commodore Maxim Sovietskii & Crew ::. Commodore Maxim Sovietskii



    Der alternde Commodore war tief in den Polsterung seines Kommandositzes versunken, während er die aktuellen Daten auf seinem Datapad überflog. Wie immer konnte er keinerlei großartige Neuerungen feststellen. Von Vandelhelm selbst gab es nur die Bestätigung eines Besuchtermines beim Gouverneur. Maxim Sovietskii, immerhin Commodore der hiesigen System-Kampfgruppe, war es leid tatenlos auf der Brücke seines uralten Victory-Sternzerstörers zu hocken. Er war möglicherweise kein junger Mann mehr, aber ein zahnloser Wolf war er beileibe nicht. Maxim Sovietskii würde sterbend kämpfen, soviel war dem rustikalen Mann mit der Unerschütterlichkeit der Taiga klar. Und als erstes würde er dem Gouverneur gut beireden. Er wollte noch einmal den sprichwörtlichen Säbel aus der Scheide reissen und mit wehenden Fahnen in die Schlacht reiten. Sein altes Roß, die "Soyuz", würde ihm dabei wie immer gute Dienste leisten. Seit über 18 Standardjahren hatte Commodore Sovietskii das Oberkommando über diesen vernarbten Sternzerstörer inne. Zunächst als Captain, später dann als Kampfgruppen-Kommandierender. An Bord der "Soyuz" ging das Gerücht herum, dass beide ähnlich zäh und dickköpfig waren. Die Technik des überalteten Sternenschiffes bockte genauso regelmäßig, wie ihr Kommandant. Dennoch waren beide durchaus noch rüstig.

    Der Commodore laß gerade gelangweilt eine weitere Passage der üblichen Fehleranalyse des Hauptcomputers, als plötzlich eine schrille Alarmsirene von der Hauptsensorik kam. Der alte Offizier schnellte in die Höhe und bellte, einem greisen Hofköter gleich, in seinem harten Akzent los. "Was ist hierrr los?", fragte er, wobei das 'R' über die Normalität hinaus hart gerollt wurde. Eine typische Eigenart des bärbeißigen Mannes. "Lieutenant Dfoz, was ist das fürrr ein Gekrrreisch?", wollte der breitschultrige Offizier wissen. Der Angesprochene, ein junger Lieutenant vom Ausbildungsplaneten Carida, hantierte an einigen Knöpfchen und antwortete dann etwas überhastet. "Sir ... drei schwere Kreuzer der Vindicator-Klasse sind soeben ins System eingedrungen. Imperiale Kennungen, aber wir wurden weder informiert, noch gerufen, Sir. Soll ich sie kontaktieren?"
    Doch der ergraute Veteran in der hochdekorierten Uniform schüttelte mit eisernem Gesicht den Kopf. Derlei Spielchen hatte er in den vergangenen dreißig Jahren in der Flotte schon zu oft gespielt. Er hatte mehr dieser kleinen Machtspielchen bereits wieder vergessen, als diese jungen Kommandeure jemals lernen würden.
    "Nein, Lieutenant. Rrrufen Sie die übrrrigen Schiffe derrr Kampfgrrruppe und errrmahnen Sie sie zurrr Zurrrückhaltung. Diese Krrreuzerrr sind sicherrrlich Gäste des Gouverrrneurrrs und errr will uns auf diese Weise testen. Aberrr nicht mit Maxim Sovietskii, mein Lieberrr.", diktierte der Commodore, während er den Hals reckte und sich versteifte. Die alten Knochen knackten bei der Bewegung und "Maxim spürte wieder einmal seine alte Kriegsverletzung - ein nettes Souvenir an eine Enterbegegnung mit einem republikanischen Berserker. Er hatte vergessen, welcher Rasse dieser Unhold angehört hatte. Geblieben war ihm eine gut zwanzig Zentimeter lange Narbe über die rechte Schulter, die sich nun seit Jahr und Tag meldete. Natürlich stets im falschen Augenblick. Der Commodore ging zu seinem Kommandopult und erkannte nun auf dem Bildschirm die drei flackernden Punkte, die die Neuankömmlinge darstellten. Beinahe hätte er sich ein Lächeln gegönnt. Doch nur beinahe. "Lieutenant, signalisierrren Sie derrr Impavido und derrr Von Clausewitz, dass sie die Türrr zumachen sollen. Zangenbewegung hinterrr die Krrreuzer. Die Strrriderrr und die Alacorn sollen in unserrrem Schatten bleiben."
    Mit dieser Anweisung hatte er den eigenen Vindicator-Kreuzer seiner Kampfgruppe strategisch günstig hinter die anonymen Gäste geschickt. Und auch seine taktisch wertvollste Waffe - den Interdictor-Abfangkreuzer 'Impavido'. Mit einem Carrack Kreuzer und einer Lancer Frigatte im Rückraum würde er eine hübsche Überraschung bieten. Natürlich hatte der Commodore nicht vor, hier eine Reiberei vom Zaum zu brechen, aber für den alternden Mann war es eine Verletzung des Stolzes, in 'sein' System zu kommen und sich nicht anzukündigen. Also hielt er für besonders clever, hier eine Weltraum-Version von Dejarik zu spielen. Erschwert wurde dieses Manöver jedoch durch den Asteroidengürtel, der das System schnell zu einer todbringenden Falle machte. Doch die lange Zeit, die die Kampfgruppe hier stationiert war, hatte sie heimisch werden lassen. Jeder Schiffskommandant kannte die Eigenarten der im Raum trudelnden Erzklumpen.

    Mit einem wohlig-zufriedenen Gefühl im Bauchraum nahm der alte Commodore zur Kenntnis, wie sich die zwei agilen Schiffe aus der Formation lösten und im Inbegriff waren, im Bogen hinter die drei Vindicator-Kreuzer zu steuern. Im Geiste vermerkte Maxim Sovietskii, dass er diesen Schachzug beim Gouverneur zur Ansprache bringen würde. Der alte Wolf hatte noch Zähne. Und im Moment zeigte er sie.





    .:: Vandelhelm-System | Victory-I Sternzerstörer "Soyuz" | Brücke | Commodore Maxim Sovietskii & Crew ::. Commodore Maxim Sovietskii
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Juli 2011
  5. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [Vandelhelm System – VIN Relentless – Brücke ] Brückencrew, Line Captain John Herrick und Commodore Cailen Bruscen


    Man hatte die Passage durchs Asteroidenfeld durchquert und konnte nun auch mehr mit den Sensoren erfassen, als Störungen und Sensorikgeister, hervorgerufen durch die metallreichen Asteroiden. Das System erstreckte sich nun relativ offen vor dem Kreuzerverband, wobei hin und wieder einzelne Asteroiden, oder auch kleinere Gürtel jener Brocken auf dem Taktikhologramm abbildeten. Flottenverbände, welche hier operierten mussten also auf der Hut sein, was ebenfalls unzweifelhaft bedeutete, dass wenn der Systemkommandant auf Zack war, sein Verband mit allen Eigenheiten vertraut war. Cailen Bruscen verschaffte sich schnell einen Überblick über lokale Kampfgruppe und wandte sich schon vom Taktikhologramm ab.

    Erst das „Ma’am, ich denke das sollten sie sich lieber ansehen.“, durch Line Captain Herrick ließ die brünette Offizierin innehalten, um dem Taktikhologramm erneut ihre Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. „Was zum…“ Die linke Augenbraue der Commodore wanderte in ungeahnte Höhen.
    „Die beiden Kreuzer führen eine klassische Zangenbewegung aus, der Rest hält sich vorerst zurück.“, kommentierte Herrick für sie das Geschehen. „Mit unseren IFFs ist alles in Ordnung?“ Eventuell lag ein technischer Fehler vor, der eine Identifizierung erschwerte oder verhinderte. „Ja, Ma’am, wir wurden unzweifelhaft als Kreuzer der imperialen Kriegsflotte idenitifiziert, ebenso haben wir die anwesenden Schiffe identifiziert und diese mit unseren Informationen aus den Datenbanken abgeglichen. Die Systemkampfgruppe ist vollzählig.“

    Cailen seufzte leise, da wollte jemand unbedingt ihren Auftritt ruinieren, indem er den harten Mann markierte, aber sie konnte sich schlecht herumschubsen lassen und dadurch eine Gefährdung ihrer Autorität an dieser Stelle eingehen. Was auch immer der Sektorkommandant – den Daten die sie aufrief zufolge ein gewisser Commodore Sovietskii – für ein Spiel spielen wollte, war sie wohl gezwungen mitzuspielen, um das Gesicht zu wahren.

    „Kampfstationen, Notstarts vorbereiten.Verkündete sie mit einem eisernen Blick auf die Anzeige. „Keine Waffenfreigabe.“ Man wollte keinen Zwischenfall hervorrufen, und schon gar nicht das Feuer auf verbündete Einheiten eröffnen. Der Line Captain gab indes ihre ruhig gesprochenen Worte, lauter weiter, und kümmerte sich um die Umsetzung dieser.

    Die beiden konkurrierenden Kreuzer hatten sich indes hinter ihren Verband gesetzt, in einer Gefechtssituation würde sie nun beidrehen lassen und auf Konfrontationskurs gehen, aber das hier war nur eine Art Wettbewerb der Sorte, wer zuerst blinzelt verliert. Was ihr Gegenüber vermutlich nicht wusste – wer sie war. Die stellvertretende Leiterin des Sternenjägercorps, und als solche hatte sie Zugriff auf Daten lokaler Verteidigungsflotten und Basen, welche sie auch aufrief, wobei sie fast ein mitleidiges Lächeln unterdrücken musste. Es war das Bild einer typischen Garnisonsstreitmacht, veraltete Jagdmaschinen – insbesondere die Soyuz schien so alt zu sein, dass sie immer noch Z-95 als Jagdmaschinen verwendete - sekundäre, wenn nicht sogar erst tertiäre Versorgung mit Ersatzteilen und Ersatzmaschinen. Sie im Gegenzug hatte die freie Auswahl an Staffeln gehabt, auch wenn man ihr einen Sternenzerstörer verweigerte. Daher die drei schweren Kreuzer, bei den Jagdmaschinen war sie aber auf Nummer sicher gegangen, so dass sie im Fall der Fälle ein Ass im Ärmel hatte.


    „Alle Einheiten sollen ihre Staffeln starten, Markierung des Abfangkreuzers als Primärziel. Wir behalten uns vier Staffeln als Jägerschutzschirm. Relentless Staffeln gehen in die Offensive, sie sollen den Kreuzern ein bisschen Angst machen.“

    Die Relentless spuckte eine Staffel TIE Defender, als auch eine Staffel Raketenboote aus, die Salvation eine Staffel TIE MKII, als auch eine weitere Staffel Raketenboote, die Apocalypse begnügte sich mit zwei Staffeln MK IIs. Was eine Bedeutende Verschiebung des Kräftegleichgewichts darstellte, sie könnte allein durch den geschickten Einsatz der beiden Raketenbootstaffeln die Verteidiger zu einer Ansammlung von Trümmerteilen verdammen. Ein weiterer Blick auf die Jagdmaschinenzusammenstellung der Verteidigungsflotte ließ sie sachte den Kopf schütteln, es war nicht einmal ein Fehler des Systemkommandanten, ganz im Gegenteil, eigentlich konnte sie ihm nachfühlen, hatte sie selbst doch auch einige Zeit Dienst auf einer abgewrackten Zollkorvette tun müssen. Das was sich hier bot - der gravierende Kräfteunterschied nur bedingt durch Jagdmaschinen, war nur einer der unzähligen Gründe, warum man die Produktion moderner Jagdmaschinen forcieren musste, und Vandelhelm war eine ausgezeichnete Ausgangsbasis dazu. Genau genommen, bot sich hier die Gelegenheit für einen weiteren Punkt in ihrer Argumentation, sollte sich der Gouverneur gegen eine Produktionsstätte erwehren wollen.

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    Zuletzt bearbeitet: 2. Juli 2011
  6. .:: Vandelhelm-System | Victory-I Sternzerstörer "Soyuz" | Brücke | Commodore Maxim Sovietskii & Crew ::. Commodore Maxim Sovietskii



    Eben noch hatte der alte Wolf seine Zähne gebleckt - im nächsten Moment hatte er das Gefühl, dass sein Biß all seine Kraft verloren hatte. Anstatt das sich der Kommandeur der Kreuzer-Flottille mit dem taktischen Einkesselungsmanöver hatte geschlagen gegeben, ließ er nun die Hölle losbrechen. Die Hangars der Vindicator-Kreuzer spuckten Dutzende von Schiffen aus. Auf dem Kontrollmonitor des alten Commodore begann es in allen Regenbogenfarben zu tanzen und blinken. Maxim Sovietskii wußte kaum wie ihm geschah. Diese kleine taktische Finesse sollte eigentlich nur eine gewisse Geste darstellen .. doch nun schien die Situation zu eskalieren. Maxim Sovietskii wurde schlagartig die Tragweite seiner Entscheidung bewusst. Wärme stieg in ihm auf. Er schnaufte schwer. Doch es war an der Zeit, hier einige Befehle zum Besten zu geben. Ruhte er eben noch halb gebückt über seinen Konsolen und gab den Anschein, dass er der alte Mann war, für den ihn alle hielten, richtete sich der Commodore nun auf und sprach mit seinem harten Akzent. "Commanderrr Tyvon, Starrrtbefehl für die Staffeln 'Dynamo' und 'Torrrpedo'. Wirrr lassen uns hierrr nicht fürrr dumm verrrkaufen. Signal an die Flotte - sie sollen Feuerrr mit Feuerrr bekämpfen. Wir schiessen jedoch nicht, bevorrr die Krrreuzerrr oderrr die Jägerrr das Feuerrr errröffnen. Und prrrüfen Sie die Kennungen dieserrr Schiffe!", sprach der Commodore barsch zu seinem 1O. Selbiger jedoch schluckte schwer, als er auf seinem veralteten Terminal die Daten des Dreier-Geschwaders erkannte. Räuspernd meldete er sich zu Wort.
    "Commodore Sovietskii, Sir. Die Kreuzer sind die Relentless, die Apocalypse und die Salvation. Und sie schleusen TIE-Defender, MKII's und Raketenboote aus, Sir. Das sind alles hochmoderne Maschinen. Deflektorgeschützte Jagdmaschinen, Sir. Sollen wir wirklich ein derartiges Risiko eingehen und eine Eskalation forcieren, Sir?", gab er mit Besorgnis zu Protokoll. Der hartgesichtige Commodore blickte weiterhin starr auf seinen Monitor. "TIE-Defenderrr? Was ist denn das fürrr eine Teufelei? Wirrr führrren hierrr einen imperrrialen Sterrrnzerrrstörrrerrr, Commanderrr. Unterrrschätzen Sie diese alte Dame nicht!", verbesserte ihn der Veteran. Doch der 1O ließ an dieser Stelle nicht locker und setzte energischer als zuvor nach.
    "Sir, wir selbst haben eine Staffel TIE-Fighter und ein gemischtes Kontigent aus allerlei Jägern. Unter anderem uralte Z-95 Kopfjäger. Beide Staffeln sind zudem unter Sollstärke. Die Jägerkontigente der übrigen Schiffe sehen da nicht besser aus. Die Interdictor dort tragen das Feinste vom Feinen, Commodore. Ich denke wir sollten sie rufen."
    Maxim Sovietskii schnaufte verächtlich aus. Ihm war es zuwider hier einfach klein bei zu geben. Andererseits war die Argumentation des 1O natürlich richtig. Der Commodore hatte schon seit langen Jahren keinerlei technische Memos mehr gelesen und war, was die technologischen Errungenschaften der Imperialen Flotte anbelangte, gelinge gesagt so veraltet, wie sein Victory-Sternzerstörer. Genauso war es um seine taktischen Finessen bestellt. Er war ein Mann der alten Schule. Seine Ausbildung hatte vor fast einem halben Jahrhundert stattgefunden. Er war nicht mehr auf dem neuesten Stand und genau das wurde ihm an dieser Stelle brühwarm unter die Nase gerieben. Wahrscheinlich von einem gelackten, Jung-Offizier, der mehr Zeit damit verbrachte, sich Pomade ins Haar zu schmieren, als auf der Brücke seinen Dienst zu verrichten. Dennoch kam der harte Veteran nicht umhin, ein wenig Neid und Beachtung für den Mit-Offizier zu empfinden - natürlich neben der Tatsache des eigenen verletzten Stolzes. Letztendlich hatte Commander Tyvon natürlich Recht. Zum einen war es absolut nicht im Sinne des Commodore, hier einen Kampf anzufangen, zum anderen war die drückende Überlegenheit der Begleitmaschinen ein Machtmittel, dass er schlichtweg nicht wegdiskutieren konnte.
    "Manchmal muss man ein Schaf den Wölfen opferrrn, wenn die Herrrde überrrleben soll.", gab der harte Hund zum Besten. Sein 1O verstand nicht recht und legte den Kopf fragend schief. "Sir?"
    "Die Jägerrr sollen drrrin bleiben. Rrrufen Sie die Krrreuzerrr und überrrmitteln Sie dem Kommandeurrr meine Glückwünsche fürrr dieses kluge Manöverrr. Rrrichten Sie ihm aus, dass ich hoffe, ihn beim Gouverrrneurrr perrrsönlich zu trrreffen.", antwortete Maxim Sovietskii seinem stellvertretenden Offizier. Dann widmete sich der alte Wolf wieder dem Monitor. Immer noch konnte er nicht recht glauben, was sich hier so schnell abgespielt hatte. Wieso waren die Kreuzer ohne Grußmeldung ins System eingedrungen. Warum hatten sie die 'Soyuz' nicht identifiziert? Wieso wurde einem Commodore der Imperialen Flotte keine Aufwartung gemacht? Und warum hatten drei Kreuzer der Vindicator-Klasse derart neuartige Jägerstaffeln an Bord? Fragen über Fragen, die dem eisenharten Kommandeur keine Ruhe ließen.





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  7. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [Vandelhelm System – VIN Relentless – Brücke ] Brückencrew, Line Captain John Herrick und Commodore Cailen Bruscen

    Erst durch den unruhigen Blick, den der Kommandant des Kreuzers ihr zuwarf, realisierte Cailen Bruscen, wie sehr sie die Möglichkeit zur Eskalation der Situation erhöht hatte, wenn ihr Gegenüber nicht nachgab. Einerseits war sie dankbar dafür, dass der Captain nicht offen Kritik äußerte, zum anderen wäre ein Einbringen von Bedenken vorher durchaus legitim gewesen. Das Kommandieren von Verbänden war nicht ihre Stärke, sondern vielmehr Raumjägertaktiken, als auch Organisation, wie auch ein gewisses diplomatisches Geschick. In der Vorgehensweise des Systemkommandanten, Commodore Sovietskii hingegen hatte sie sich herausgefordert gefühlt, und dies als ein Problem verstanden, dass sie lösen musste, dazu hatte sie jedoch nicht versöhnliche Worte gefunden, sondern hatte ihm die Daumenschrauben angelegt, um zu schauen wer zuerst klein bei gab.

    Die Vernunft diktierte, dass Sovietskii dies erkennen konnte und musste, die gestarteten Raumjäger deklassierten alles, was er aufzubieten hatte. Vorausgesetzt er hatte nicht noch irgend ein Ass im Ärmel, dass sie bis dato nicht erkennen konnte und ihm zuviel Rückgrat verlieh, so dass er nicht ‚blinzeln’ würde.

    Neben ihr verschränkte Line Captain Herrick die Arme und veränderte unruhig seinen Stand, als die Distanz der beiden Staffeln zum Abfangkreuzer unaufhaltsam schrumpfte, bald schon würden sie in Reichweite für eine Zielerfassung für Torpedos und anderen Marschflugkörpern sein. Den Punkt, den Bruscen so lapidar als ‚Angst machen’ bezeichnet hatte, konnte hier ein Gefecht vom Zaun brechen. Ein Seitenblick seinerseits offenbarte die vollkommen ruhige, aber auch konzentrierte Gesichtsmimik der Commodore, so als wäre sie sich ihrer Sache unendlich sicher. Vielleicht war sie es wirklich, vielleicht zeigte sie ihre Zweifel schlicht nicht.

    Der Punkt an dem die Kreuzer der Systemverteidigung ihre Jagdmaschinen starten mussten war verstrichen, was zur Andeutung eines Lächelns auf den Lippen der brünetten Commodore führte, noch bevor man die Nachricht von der Soyuz erhielt – Übermittelte Glückwünsche und die Hoffnung auf ein Treffen als Gäste des Gouverneurs.


    „Geben sie Entwarnung, und rufen unsere Jagdmaschinen zurück, bis auf die Bloodletters, sie sollen als CAP fungieren.“ Diese MKII Staffel würde sich somit mit dem System vertraut machen können und eine Kampfpatrouille sollte nichts Unübliches darstellen. „Signalisieren sie der Soyuz, dass wir uns für das spontane Manöver bedanken und gratulieren sie zu ihrer Wachsamkeit, als auch Risikobereitschaft. Machen sie ebenso deutlich, dass wir im Falle eines Angriffs unsere Kreuzer der Autorität des Systemkommandanten unterstellen.“

    Das sollte als versöhnliche Geste mögliche negative Gefühle Commodore Sovietskiis, ihr gegenüber zumindest reduzieren, wenn nicht sogar ein paar Sympathiepunkte landen (das die beiden Staffeln als sie die Kreuzer passierten, zur Anerkennung mit den Flügeln wackelten, würde ihr sicherlich auch niemand negativ ankreiden). Man musste sich ja nicht mehr Feinde machen, als notwendig, auch wenn sie zugleich demonstriert hatte, dass sie sehr wohl wusste ihre Ellenbogen zu benutzen.

    „Bringen sie uns in einen geostationären Orbit über Steel City Prime.“

    Aus dem kurzen Intermezzo ließ sich durchaus Kapital schlagen und mit ein wenig Geduld und der richtigen Portion Glück, würde sich eventuell der Gouverneur selbst melden. Andernfalls, würde sie in einer oder zwei Stunden selbst die Kommunikation herstellen, und um einen Gesprächstermin ersuchen.

    [Vandelhelm System – VIN Relentless – Brücke ] Brückencrew, Line Captain John Herrick und Commodore Cailen Bruscen
     
  8. Kornair

    Kornair Gast

    [Vandelhelm | Steel City Prime | Gouverneurspalast | Sicherheits – Zentrale| Dukes Büro] Tatum Duke

    Tatum saß in seinem Sessel vor dem guten Dutzend Bildschirmen, die die sensibelsten Bereiche des Palastes zeigten. In dem abgedunkelten Raum spielte er gedankenverloren mit dem Halbvollen Glas seines Nachmittags Brandys. Er hatte einige der Verschlüsse seiner Rüstung gelockert. Seit seiner Scheidung war Duke dazu übergegangen das Eine oder Andere Glas zu sich zu nehmen. Es machte ihn ruhiger. Das hieß zwar nicht dass er sich betrank aber er erhielt einen Gewissen Alkoholischen Grad in seinem Blut. Über einen der Bildschirme liefen gerade die Status Meldungen der Wachen und der Palast Miliz. „Die Miliz,“ dachte sich Tatum. „Bauern und Schürfer die Soldaten spielen. Ihre einzige Aufgabe besteht darin einen Etwaigen Aggressor solange aufzuhalten bis die Leibstandarte sich Formiert hatte. Kurzum sie waren entbehrliches Kanonenfutter.“

    Duke wollte gerade sein Glas erneut füllen als sein Comlink piepte. „Ja was gibt’s?“ Meldete er sich. „Sir hier ist Threefive-Zero. Der Gouverneur wünscht sie zu sprechen.“ „Ja gut ich bin unterwegs.“

    Der man von Fondor schnallte seine Rüstung wieder fester und nahm sein Comlink an sich. Er schaltet den Ohrempfänger an und verließ sein Büro. Er durchquerte die Sicherheits-Zentrale des Palastes und schritt durch die Gänge des alten Gebäudes. Hier hatte einst der König dieses Planeten Residiert, bevor sich das Imperium dieser Welt angenommen hatte und sie Zivilisiert hatte. Überall fand sich Protz und Prunk, doch wo andere Residenzen vielleicht Edelhölzer verarbeitet hatten war hier auf Metalle und Stein zurückgegriffen worden.
    Sgt. Duke nickte den Beiden Wächtern der Leibstandarte „Red Iron“ zu, die die Doppeltür zum Büro des Gouverneurs bewachten. Einer der Beiden öffnete ihm die Tür und mit klackenden Schritten betrat Duke das Büro. Er nahm Haltung an und salutierte. Zwei Meter vom Schreibtisch und somit von Gouverneur Tiegart entfernt machte er Meldung:


    „Supreme Seargent Duke meldet sich wie Befohlen, Sir.“

    [Vandelhelm | Steel City Prime | Gouverneurspalast | Zentralbüro ] Tatum Duke & Quentin Bartholomäus Tiegart
     
  9. .:: Vandelhelm | Steel City Prime | Gouverneurspalast | Zentralbüro | Quentin Bartholomäus Tiegart ::.



    Der Gouverneur von Vandelhelm sah müde von seiner Arbeit auf. Etwas eher als erwartet war sein persönlicher Leibwächter erschienen. Quentin Bartholomäus Tiegart war sicher, dass er immense Tränensäcke aufweisen musste. Doch das war nun von eher nachrangiger Bedeutung. Gerade hatte er sich durch Stapel von Bittsteller-Gesuchen gearbeitet. Natürlich konnte er den Großteil der Wünsche unter Aufbringung diverser imperialer Paragraphen abschmettern. Doch hier und da waren die Ansprüche berechtigt. Das bedeutete, er müsste gewisse Gelder flüssig machen, um in die Infrastruktur zu investieren. Das wiederum würde sicherlich seiner eher mangelnden Beliebtheit zu Gute kommen. Andererseits müsste er in seinem Quartalsbericht an das imperiale Verwaltungsministerium eben jene Investition erwähnen. Und sei es in einem Nebensatz. Ein beinahe unmenschlicher administrativer Aufwand. Dennoch sprach nichts gegen die Subventionierung zweier Schulen in Steel City Prime. Schwerwiegender waren hingegen waren die Sanierungsmaßnahmen in Cloud City. Bedingt durch die permanenten Erztransporte gab es primär in Cloud City immense Abnutzungserscheinungen an öffentlichen Gebäuden. Doch eben jene Erzlieferungen waren nicht nur die Hauptexport-Güter, sondern zeitgleich auch die Hauptsteuereinnahmen des Planeten und damit das finanzielle Fundament von Vandelhelm. Dieses Material, beinahe zu achtzig Prozent durch die interstellare Firma 'Toral Engineering Corporation' verhüttet und verarbeitet, war weiterhin das persönliche Ticket zu Macht und Ruhm. Irgendetwas sagte Gouverneur Tiegart, dass die Erze und Legierungen die Möglichkeit waren, seiner politischen Karriere einen wahren Hyperraumsprung zu verpassen.
    Quentin Bartholomäus Tiegart kehrte wieder zurück in die Gegenwart. Sein persönlicher Vollstrecker, Tatum Duke, dem er den klangvollen Rang eines 'Supreme Sergeants' verpasst hatte, war eine wichtige Geheimwaffe für den Gouverneur. Der hinterlistige Verwalter konnte auf die Loyalität des ehemaligen Sturmsoldaten bauen. Immerhin war Vandelhelm, resp. der Dienst hier, die einzige Möglichkeit des harten Militärs, weiterhin dem Imperium im Einsatz dienen zu können. Die Wahl des Ranges war einer einfachen Finesse aufgesessen. Gouverneur Tiegart liebte klangvolle Sondertitel. Egal in welcher Form. Es war ein Stilmittel, um Untergebene enger an sich zu binden, gefügig zu machen. Und der Verwalter bediente sich dieser Option mehr als nur gern. Ein halbes Dutzend besonders klangvoller Eigennamen hatte er schon ausgehoben. Auf einem ehemals monarchisch konsulidierten Planeten war es ein probates Mittel. Natürlich gab es noch immer die 'Erwählten', jene Abkömmlinge der Begründer-Familien Vandel und Helm, die namensgebend für System und Zentralplaneten waren. Doch der Gouverneur hatte bei Dienstantritt durch gnadenlose Härte durchgegriffen und die diversen, fast schon göttlichen, Verehrungen zu einer Art spirituellen Einzigartigkeit gemacht. Heute war es um die offene Hierarchie klar bestellt. Sollte sie in ihren Herzen Heilige tragen, wie sie wollten, solange die vierzig Millionen Einwohner von Vandelhelm sich der Allmacht des Imperiums bewusst waren.

    Der Blick des Verwalters ruhte auf dem sehnigen, muskulösen Mann in der schwarzen Körperpanzerung vor seinem Schreibtisch. Bei dieser Art Treffen legte der Gouverneur Wert darauf, dass Duke keinen Helm trug. Quentin Bartholomäus Tiegart wollte seinem Gegenüber stets in die Augen sehen, um dort mehr zu erfahren, als Worte sagen konnten. Sein treuer Ex-Sturmsoldat kam diesem Wunsch natürlich nach.


    "Sergeant Duke, ich empfange schon bald den System-Kommandanten. Ich erwarte deshalb, dass sie meine Leibstandarte entsprechend instruieren. Ich will perfekte Koordination und ein Schauspiel, dass diesem Flotten-Wolf zeigt, wer hier die eiserne Hand des Imperiums verkörpert. Ich hoffe ich habe mich klar ausgedrückt."

    Die Dringlichkeit dieses besonderen Wunsches ließ keinerlei Zweifel an der brisanten Bedeutung des Termines aufkommen. Quentin Bartholomäus Tiegart wollte hier glänzen. Durch eine Machtdemonstration mit seinen 'Red Iron'-Sturmtruppen. Gerade einmal ein Bataillon stand dem Gouverneur dieser weißgepanzerten Elite-Truppen zur Verfügung. Aber sie hatten hier auf Vandelhelm einen schier legendären Status erreicht. Dafür sorgte unter anderem auch eine wohlstrukturierte Propaganda des Verwalters. Er liebte es über diverse Mittelsmänner und Informanten verschiedene Gerüchte über die Effizienz und Grausamkeit seiner Soldaten zu streuen. Seine Sturmtruppen stellten die Basis seiner administrativen Herrschaft dar. Natürlich war der Stolz des Imperators selten in reale Zwischenfälle verwickelt - zu wertvoll waren die Elitesoldaten.

    Gerade als Quentin Tiegart seinem Supreme Sergeant noch einige Anweisungen geben wollte, schrillten grelle Alarmsirenen auf. Farbige Warnsymbole tanzten über die Monitore auf seinem Schreibtisch. Der Gouverneur blickte skeptisch drein und warf die Stirn in Falten. Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Ein Aufstand? Ein gescheitetes Attentat? Noch ehe er sich selbst seine Frage beantworten konnte, schob sich Threefive-Zero, der chromverzierte Assistenzdroide in den Audienzraum. Mit quitschenden Gliedmaßen und wankendem Gang watschelte er in typischer Metallmannmanier auf den Gouverneur zu.


    "Sir, wir haben soeben drei unangekündigte Schiffe mit imperialer Kennung im System geortet. Commodore Sovietskii scheint ebenfalls überrascht worden sein. Unsere Sensoren sprechen von mehreren taktischen Manövern ... GEGENEINANDER! Sir, was sollen wir nur tun?"

    Eine gute Frage. Der Gouverneur selbst war für einem Moment schlichtweg sprachlos. Und ratlos obendrein. Was sollte eine unangekündigte Flotille in seinem System? Man hätte ihn informieren müssen. Man hätte es ankündigen müssen. Nein, mehr noch. Man hätte ihn als Gouverneur von Vandelhelm um ERLAUBNIS bitten müssen, in sein System eindringen zu dürfen. Wer auch immer der Kommandant dieser Flotte war, erdreistete sich förmlich, den Verwalter herauszufordern.

    Oder aber es war ein unplanmäßiger Besuch. Quentin Bartholomäus Tiegart schluckte schwer. Hatte er einen Fehler begangen? Einen Fehler, der die Verwaltung verärgert hatte? Oder hatte er gar den Zorn einer mächtigen Einzelperson auf sich gezogen? Dem harten Verwalter wurde mulmig.


    "Sende Grußfloskeln und gib die Koordinaten der Landeplattformen unweit des Palastes. Wir freuen uns, den Kommandanten der Flotte als unseren Gast willkommen zu heißen. Und ... Commodore Sovietskii darf sich ebenfalls dazu gesellen. Er wird sicher wissen wollen, wer da in seine Verteidigung gerauscht ist."

    "Sir, es hat den Anschein, als hätte sich der Commodore den Ankömmlingen ... nun .. geschlagen geben müssen, wäre es ein Ernstfall gewesen."

    Nun wurde Tiegart ganz anders. Wenn jemand mit drei Kreuzern durch die lokale Verteidigung brechen könnte, bedeutete das nur eins: Das ein wahrer Könner das Kommando hatte. Das wiederum hieß, dass jemand von Bedeutung etwas vom Verwalter wollte. Eine bedeutende Ikone? Ein Politiker mit großem Einfluß? Oder war er ungewollt ins Fadenkreuz der Sith geraten. In Quentin verkrampfte sich alles. Wenn hier nun einer dieser machtvollen Mysthiker erschien. Vor seinem geistigen Auge sah der Gouverneur, wie sein eigener Kopf über den Schreibtisch rollte und sich dabei immer mehr vom zuckenden Restkörper entfernte. Die nächsten Stunden würden zu einer wahren Qual werden, soviel war sicher.


    .:: Vandelhelm | Steel City Prime | Gouverneurspalast | Zentralbüro | Quentin Bartholomäus Tiegart & Tatum Duke ::.
     
  10. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [Vandelhelm System – VIN Relentless – Brücke ] Brückencrew, Line Captain John Herrick und Commodore Cailen Bruscen

    „Ma’am wir erhalten eine Transmission von der Oberfläche, nicht der Gouverneur selbst, aber aus dem Gouverneurspalast. Sie werden eingeladen und man freut sich in Kürze über ihre Landung.“

    Quentin Bartholomäus Tiegart hatte also angebissen, wenngleich verhalten und um Zurückhaltung bemüht. Zielstrebig, ehrgeizig, effizient und doch ausgestattet mit einem vernünftigen Grad an Vorsicht. Cailen Bruscen korrigierte ihren bisherigen Eindruck des Verwalters und des Vandelhelm Systems erneut nach oben, es schien ganz so, als hätte ihre Vorgesetzte wieder einmal ihren guten Instinkt bewiesen. Manchmal konnte es fast unheimlich sein. Auf der anderen Seite, wusste die Commodore aber, dass sie selbst die Hauptlast der Aufgaben trug, Nerethin gab nur grob die Richtung vor, sie selbst sorgte dafür, dass man Schritt für Schritt tat und unter der Vice Admiral hatte sie auch das Gefühl, dass dies gewürdigt wurde. Schließlich hatte diese ihr mehr und mehr Freiheiten und Privilegien zugestanden, als auch bereits zweimal befördert.

    Cailen Bruscen war Karrieretechnisch genau dort, wo sie sein wollte und würde sie weiterhin jene Erfolge vorzeigen, würde Nerethin ihr kaum den Weg verbauen. Ganz im Gegenteil, sie vermutete, dass die Admirälin ihr den Posten als Oberkommandierende des Sternenjägerkorps irgendwann überlassen würde, um eine der bedeutenden Flotten zu kommandieren.

    Die Commodore zwang ihre Gedanken von dieser Zukunftsvision, denn dies war alles noch in weiter Ferne, es galt heute im hier und jetzt Ergebnisse zu erzielen, damit sich diese Zukunft eines Tages ergeben konnte.


    „Bereiten sie mein Shuttle vor und informieren sie den Palast des Gouverneurs über meine baldige Ankunft.“ Die Worte gingen ganz eindeutig in Richtung Kommunikation.

    „Line Captain, sie haben das Kommando.“

    Mit diesen Worten, als auch entschlossenen Schritten, verließ die Mittdreißigerin die Brücke, sah kurz bei ihrem Quartier vorbei, wo sie die bereits vorbereitete Tasche abholte, diverse Datenchips einsteckte, als auch ihr wichtigstes Utensil, den Datenblock.
    Im Hangar angekommen war ihre Fähre, als auch die Eskorte durch vier Defender bereits abflugbereit, für den Personenschutz gesellten sich zehn Sturmtruppen zu ihr hinzu, auch wenn sie für einen Moment überlegte auf diese zu verzichten. Allerdings konnte sie es nicht einschätzen, ob der Gouverneur ihr die Abwesenheit von Leibwachen als Stärke oder Leichtsinn auslegte. Daher würde sie es sicher spielen und wie nahezu alle hochrangigen Flottenoffiziere ihre eigene kleine Leibgarde dabei haben.

    Der Flug an sich war recht ereignislos, wenngleich der Blick aus dem Fenster der Fähre einiges mehr über Vandelhelm, als auch den Gouverneur offenbarte. Vandelhelm bestand hauptsächlich aus Wüste und Gebirgen, hier und da gab es Bergbausiedlungen und an anderer Stelle Ballungszentren zur Verarbeitung der gewonnenen Rohstoffe. Insgesamt wirkte der Planet wenig lebensfreundlich und trist. Die Residenz des Gouverneurs bestach dadurch umso mehr, durch den ausschweifenden Palast, inklusive einer liebevoll gepflegten Grünanlage, mehrere Kilometer außerhalb der Hauptstadt. Für aufrührerische Zeiten verfügte er allerdings über eine hohe Mauer (welche vermutlich ebenso über versteckte Selbstschussanlagen verfügte), welche die gesamte Anlage umschloss, als auch vier Landefelder.

    Nachdem die Fähre aufsetzte, verließen zuerst vier der Sturmtruppen das Shuttle, um das Landefeld zu sichern, und mögliche Gefahren auszumachen, nachdem keine – wie zu erwarten – vorhanden waren, verließ auch die brünette Commodore ihre persönliche Fähre und betrat die Bildfläche.

    [Vandelhelm System – Gouverneursresidenz – Landefeld ] ???, Leibgarde und Commodore Cailen Bruscen
     
  11. .:: Vandelhelm | Steel City Prime | Gouverneurspalast | Landefeld | Empfangskomitee & Commodore Cailen Bruscen samt Leibgarde ::.



    Gerade war Cailen Bruscen zusammen mit ihrer insgesamt zehn Mann starken Leibgarde aus Sturmtruppen auf dem Landefeld erschienen. Ihre Fähre gab pfeiffend letzte Druckasugleiche der Dämpfer von sich, als schlagartig unweit des persönlichen Landefelds des Gouverneurs die Türen des Palastes mit einem höllischen Quitschen aufglitten. Einem molochartigen Maul eines finsteren Monstrums gleich, gab der Eingang den Blick in eine schwarze Grotte Preis. Dann vernahm man direkt das Geräusches militärischen Gleichschrittes. Hallend. Gleichmäßig. Rhythmisch. Wieder und wieder. In der gleißenden, erbarmungslosen Hitze der strahlenden Sonne gab es ein reflektierendes Funkeln. Dann spie die große Pforte eine Doppelreihe von weißgepanzerten Soldaten des Imperiums aus: Imperiale Sturmtruppen. Angeführt von einem komplett in schwarzem Panzer verschlossenen Mann, dessen schwerer Schnellfeuerkarabiner über die rechte Schulter geschnallt verharrte. Mehr und mehr der persönlichen Leibstandarte des Imperiums kam hier zu Tage. Auf eine kurze Anweisung hin, nahmen sie im Spalier Aufstellung. Offenbar sollte hier auf eindrucksvolle Art und Weise für einen angemessenen Empfang gesorgt werden. Der schwarzgepanzerte Anführer der Truppe näherte sich der Commodore und salutierte zackig. Unter dem gedunkelten Sturmtruppenhelm klang die Stimme des Mannes blechern und als spräche er in einen leeren Karton.

    "Im Namen des Gouverneurs heiße ich Sie willkommen. Ich bin Supreme Sergeant Tatum Duke und möchte Sie ..."

    Eine minimale Pause folgte, als sich der Supreme Sergeant vergewisserte, dass er mit dem Rang von Cailen richtig lag. Erst nach der Sicherheit durch die Rangabzeichen an der Uniform fuhr er fort.

    "... Commodore zu dem Verwalter geleiten. Für Ihre Sicherheit können wir uns verbürgen. Wen darf ich dem Gouverneur vorstellen, Ma'm?"

    Der ehemalige Sturmkommando-Soldat verhielt sich ziemlich professionell und kühl. Auch schien er keinerlei Überraschung zu verspüren, hier eine Commodore der imperialen Streitkräfte zu empfangen. Möglicherweise war es auch schlichtweg nicht seine Aufgabe, darüber großartig nachzudenken. Noch während er auf eine Antwort der hochrangigen Offizierin wartete, kündigte das Donnergrollen starker Triebwerke die Ankunft eines weiteren Schiffes an. Aus der oberen Stratosphäre grellten die Feuerbahnen von Antriebsmodulen auf. Langsam aber sicher schickte sich ein Landeschiff an.

    "Oh, sieht nach Commodore Sovietskii aus."

    Auch dieser Erkenntnis verkündete Tatum wie ein kühles Understatement. Entweder war er wirklich ein sehr disziplinierter Mann oder er war ein guter Schauspieler. Andererseits konnte er auch einfach nur gut informiert sein. Während die Landefähre des System-Kommandanten sich dem Anwesen des Gouverneurs zu nähern, piepte das ComLink von Duke auf. Da er im inneren des Helms Befehle empfang, war es für Aussenstehende nicht klar zu vernehmen. Einzig das Nicken des Kopfes war zu sehen. Kurz darauf ergänzte der Supreme Sergeant etwas.

    "Der Gouverneur bittet Sie, sich schon zu ihm zu begeben. Wir werden Ihnen und Ihren Männern natürlich Zimmer zur Verfügung stellen."

    So wie es schien, wollte der Verwalter zunächst einmal den unbekannten Gast bei sich begrüßen. Das wiederum war eine Art Affront gegenüber Commodore Sovietskii. Andererseits war dessen Ankunft vielleicht aus eigenem Antrieb bewusst verzögert worden. Der Supreme Sergeant deutet mit der rechten Hand auf die breite Öffnung im Palast. Scheinbar erwartete er nicht wirklich einen Einspruch der Commodore.


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  12. Elysa

    Elysa Fleet Commander Premium

    [Vandelhelm System – Gouverneursresidenz – Landefeld ] Tatum Duke, Red Iron Guards, Leibgarde und Commodore Cailen Bruscen

    Cailen Bruscen, war sich der gewünschten Wirkung, zu beeindrucken, warnen, Respekt zu bekunden und gleichzeitig aber auch von der Macht des Gastgebers zu überzeugen, bewusst, den der Aufmarsch des Ehrenspaliers bei ihr auslösen sollte, doch das allein bedeutete nicht, dass sie sich dessen entziehen konnte. Jeder freute sich über ein wenig Anerkennung und nach den Jahren der Schinderei, die nicht gewürdigt worden waren, fühlte sich dies hier definitiv verdient an. Imperiale Präzision, nichts anderes konnte den Aufmarsch der Sturmtruppler beschreiben und auch der Auftritt des im Gegenzug schwarz gepanzerten Anführers verfehlte seine Wirkung nicht. Beeindruckend und einschüchternd, ein probates Mittel, um sicher zu stellen, dass dieser – vermutliche - Anführer der Truppe, den nötigen Respekt verschaffen und auch Furcht verbreiten konnte.

    Den Salut erwiderte die Flottenoffizierin ebenso schneidig.


    „Danke, Supreme Sergeant.“ Kein Rang den es so in der imperialen Armee gab, aber es signalisierte ganz offensichtlich die Sonderstellung des Sergeants. Für den Moment vermerkte sie sich dieses Detail lediglich.

    „Commodore Cailen Bruscen.“


    Beantwortete sie schlicht die Frage, ohne weiter ins Detail zu gehen, schließlich würde sie den Grund ihres Hierseins nicht mit dem Soldaten besprechen.

    Das Ehrenspalier war eine nette Geste, doch ebenso verstand Cailen die unterschwellige Botschaft die der Gouverneur ihr damit signalisierte. Er war der Herrscher des Systems und sie musste immer noch zu ihm kommen. Und ebenso gab es ihm die Möglichkeit herauszufinden, wer sie war. Denn derzeit besaß sie den Vorteil, dass sie seine Akte eingesehen hatte, er selbst jedoch nichts über diesen unerwarteten Gast – sie selbst – wusste. Vollkörperpanzerungen hatten ebenso auch den Vorteil, dass nicht alles was man sagte auch nach Außen dringen würde, so hätte Duke ihren Namen, als auch Rang problemlos weitergeben können, ohne das sie etwas davon mitbekam, auch wenn er nun neben ihr her schritt. Der Gouverneur würde dadurch zumindest einen Einblick erhalten können, wer sie war und welchen Teil der Flotte sie vertrat, wenn er nicht sogar einen Livefeed durch eine Helmkamera oder ähnliches hatte. Man konnte unmöglich wissen, was für technische Hilfsmittel alle in einem Helm angebracht waren, insbesondere, falls dieses Truppenkontingent, die Leibgarde des Gouverneurs darstellte, währen sie wohl mit dem Besten von Besten ausgestattet. Die Vermutung lag zumindest Nahe.

    Die zweite Fähre, als auch den Umstand, dass dies wohl der Systemkommandant war nahm sie ebenfalls zur Kenntnis und sie kam nicht umher kurz zu ringen, ob man nicht doch warten sollte, denn die Commodore war durchaus interessiert ihren Gegenpart kennen zu lernen. Aber sie konnten den Gouverneur schlecht warten lassen, also nickte sie sachte und antwortete.


    „Natürlich, ich hatte nicht vor Gouverneur Tiegart warten zu lassen.“

    Und folgte dem Supreme Sergeant weiter. Die Gelegenheit den Commodore zu treffen würde sich schon ergeben. Ihr Begleiter führte sie in den, man musste es einfach Palast nennen und schlussendlich auch in das Büro des Gouverneurs. Welches geprägt war von edelsten Hölzern, sei es nun der unzweifelhaft wertvolle Schreibtisch kombiniert mit der Funktionalität der modernen Technik, oder den zahlreichen Kunstwerken, dieser Raum strahlte Kultiviertheit, Reichtum aber auch Eleganz aus, ebenso den Willen genau dies zur Schau zu stellen. Quentin Bartholomäus Tiegart musste viel von sich halten. Aber das kam nicht von ungefähr, denn immerhin war er einer unter wenigen tausend Personen, die diesen sehr priviligierten Rang innehatten. Und damit das Schicksal eines gesamten Planeten maßgeblich beeinflusste.

    Auch wenn sie es nicht musste, so präsentierte die brünette Offizierin nun vor dem Gouverneur, einen Paradeplatz Salut, der jeden Ausbilder mit Stolz erfüllt hätte.


    „Gouverneur Tiegart, Commodore Cailen Bruscen. Ich freue mich ihre Bekanntschaft machen zu dürfen.“

    Natürlich musterte sie ihn, genauso wie er sie musterte, wenngleich das so unauffällig wie möglich geschah, aber es war nur natürlich, dass man versuchte sich ein Bild seines Gegenübers zu verschaffen.

    [Vandelhelm System – Gouverneursresidenz – Büro des Gouverneurs ] Supreme Sergeant Tatum Duke, Gouverneur Quentin Bartholomäus Tiegart und Commodore Cailen Bruscen
     
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    Der Gouverneur hatte natürlich mit Aufmarsch seiner 'Red Iron'-Leibstandarte unter dem Kommando von Supreme Sergeant Tatum Duke alle nötigen Informationen bezogen. Ein schneller Kontrollblick auf seinen Datenspeicher hatte ihm zumindest einige Informationen über die Commodore geliefert - so das er nun nicht vollkommen sorglos und unvorbereitet in das Gespräch ging. Als die überraschend bezaubernde Dame in seinem Büro in leibhaftiger Gestalt erschien, war es an Gouverneur Quentin Bartholomäus Tiegart, sich seinerseits in Schale zu werfen und aufzuplustern. Cailen Bruscen salutierte, was der schneidige Verwalter mit einem latenten Hauch von non-militärischer Fahrlässigkeit erwiederte. Dann bat er seinen Gast gestenreich, sich zu setzen.

    "Bitte, Commodore Bruscen, setzen Sie sich. Machen Sie es sich bequem. Darf ich Ihnen etwas kommen lassen? Wasser? Tee? Etwas anderes? Möchten Sie sich gar stärken?"

    Der Gouverneur, in bester Uniform samt fast schon paradetauglicher Mütze, räusperte sich kurz und fuhr dann fort. Offenbar hatte er etwas vergessen und war gewillt, diesen furchtbaren Fauxpas schnellstmöglich nachzuholen.

    "Aber, wo sind meine Manieren? Herzlich willkommen auf Vandelhelm, diesem meinem beschaulichen Verwaltungsbereich."

    Mit diesen freundlichen Worten, die nichts anderes waren als das verbale Gift einer politischen Viper, deutete er auf die riesigen Panorama-Scheiben, die Blick auf das entfernte Steel City Prime gaben. Dieser Palast war einer von mehreren Verwaltungssitzen, die der Gouverneur regelmäßig ansteuerte. Aufgrund seiner geschichtlichen Brisanz war der Adelssitz einer alteingesessenen Familie hier jedoch sein liebster Aufenthaltsort. Kurz musterte der Verwalter die dunkelhaarige Commodore. Eine Frau im besten Alter stand vor ihm, was ihm wieder einmal die Frage aufzwang, wie zum Teufel innerhalb der Hierarchien des Imperiums gearbeitet wurde. Während er selbst in der Bedeutungslosigkeit dieses staubigen Haufen Schlackes verwelkte, hatten bezaubernde Schönheiten das Kommando über ganze Flotten. Eine seltsame Wandlung. Oder besser: Eine seltsame Fügung des Schicksals.

    Noch interessanter würde diese Unterhaltung werden, wenn er zum Kern des Anstoßes käme: Den Grund für das Erscheinen der Commodore. Allein die Tatsache, dass hier kein machtkorrumpierender Sith zu Gast war, stimmte den Gouverneur fröhlich und ließ ihn Oberwasser bekommen. Auch war der Auftritt der Offizierin bisher ruhig, besonnen und dezent ausgefallen. Ebenfalls gute Anzeichen dafür, dass er sich niemandes Groll zugezogen hatte. Möglicherweise ließ sich aus dem Gespräch noch Kapital schlagen.
    Dies konnte jedoch nur geschehen, wenn Commodore Sovietskii so lange wie möglich aus dem Kern der Sache gehalten würde. Gouverneur Tiegart rechnete fest damit, dass sich der alte Wolf in seiner Ehre gekränkt fühlen würde. Entweder würde er nach Vergeltung krakeelen oder aber er würde Commodore Bruscen mit finsteren Blicken abstrafen und von Zeiten berichten, in denen Frauen höchstens zum Putzdienst auf imperiale Kriegsschiffe gelassen wurden. Vor geschätzten tausend Jahren also.
    Es galt also, den System-Kommandanten, ein wenig aus dem Gespräch fern zu halten. Hier konnte man auf die harte, rüde Tour vorgehen oder es mit spitzfindigen Gesten und Komplimenten machen. Für ersteres war der bärbeissige Offizier zu stolz, für letzteres zu unempathisch. Also half nur die dritte Methode: Plumbe Polemik.


    "Entschuldigung, Commodore."

    Dieser hauchzarte Ausbruch an Etikette ermöglichte es dem Gouverneur einerseits, einen Befehl an seine Leibstandarte auf digitalem Weg zu senden, andererseits konnte er die Antworten der Offizierin um einen Bruchteil verzögern. Das gab ihm die Gelegenheit, sich einen Plan anhand der ihm zugrunde liegenden Informationen zu erstellen.

    Die Tatsache, dass eine namhafte Commodore ihn unangekündigt besuchte und den hiesigen System-Flotten-Kommandanten bloßstellte, bedeutete, dass Cailen Bruscen ihr Handwerk verstand. Wenn er sich recht an die Ausführungen seines Supreme Sergeants und des Droiden entsann, hatte die Commodore modernstes Gerät im All aufgefahren. Das wiederum sprach für die Dringlichkeit der Angelegenheit. Vielleicht war das hier sein Ticket nach Corellia. Oder Bastion. Vielleicht war es aber auch nur der Wunsch, das Asteroidenfeld von Vandelhelm als Trainings-Parcour für neue Rekruten zu enteignen. Nein, er würde auf die Antwort der Dunkelhaarigen warten müssen. Klarheit war von Nöten.



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  14. Elysa

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    Die Begrüßung die Cailen erhielt war indes sehr freundlich, höflich und der Gouverneur gab sich bescheiden, ebenso erweckte es nicht den Anschein als müsste sie gegen Vorurteile bezüglich Frauen in der Flotte ankämpfen. So also nahm sie die Mütze, die Flottenoffiziere in nahezu allen Rängen seit Jahrzehnten trugen ab und setzte sich wie angeboten erst einmal. Das lange dunkelbraune Haar war mit einem Zopf gebändigt.

    „Danke, nein. Für den Moment nichts. Ich denke bis zur nächsten Mahlzeit halte ich ohne weiteres durch.“

    Die Antwort gab ihr auch einen weiteren Moment, um das nächstgelegene Kunstwerk kurz zu betrachten, eine metallene Zeremoniemaske, bevor sie sich wieder voll und ganz auf Quentin Tiegart konzentrierte und zum eigentlichen Punkt kam.

    „Ich bin hier auf Vice Admiral Nerethins, Oberkommandiere des Sternenjägercorps, Geheiß, der ich als Adjutantin und Stabschefin in diesen Belangen diene.“

    Sie lehnte sich ein wenig zu ihm, beinahe so als würde sie etwas Geheimes oder Vertrauliches mit ihm teilen wollen.


    „Ich möchte ganz offen sein, wir haben Vandelhelm in die engere Auswahl von Planeten einbezogen, die für uns in Frage kommen könnten, in Hinblick auf die Errichtung neuer Produktionsstätten für Jagdmaschinen, als auch eine Pilotenakademie, um diesen Teil des imperialen Raums mit neuen, modernen Staffeln zu versorgen.“

    Die Flottenoffizierin begegnete den Blick des Gouverneurs forschend, zugleich selbstsicher und hielt seinem Blick auch stand.

    „Das Szenario, was sich über ihrer Welt geboten hat, ist nur allzu typisch für Welten des Rands. Technische Unterlegenheit, insbesondere in der Raumjägeraufstellung, was die Sicherung von Systemen, Hyperraumrouten und die imperiale Expansion allgemein erschweren, wenn nicht sogar behindern. Somit ist das ein Umstand, dem das Korps große Priorität zukommen lässt, um die imperiale Vorherrschaft zu gewährleisten.“

    Nunmehr lehnte sie sich wieder zurück, verstummte kurz, bevor sie weit ausholte um die Lage zu verdeutlichen.

    „Das offensichtlichste, Beispiel, was ich ihnen geben kann ist ein Überfall auf einen imperialen Konvoi, unweit von Vandelhelm, die Systemflotte könnte sicherlich reagieren, allerdings würde sie damit das System selbst exponieren, als auch wäre die Reaktionszeit durch die umständliche Navigation durch das Asteroidenfeld, bevor ein Eintritt in den Hyperraum denkbar würde, viel zu hoch. Das heißt also für den Moment, dass Piratenbanden oder republikanische Flottenkontingente hier relativ leicht frei Hand hätten. Wenn sie die Systemflotte entsenden, schickt die Republik einfach ihre Jagdstaffeln, welche das Asteroidenfeld aber per Hyperraumsprung durchqueren können und hätten dadurch eine freie Wahl an Zielen im System selbst. Die Alternative ist, dass sie nicht auf Notrufe reagieren, was aber ihren Teil des Weltraums gefährlicher werden lässt und insbesondere ihre Exporte gefährden könnte. Würde ihre Systemflotte nun über moderne Staffeln verfügen, könnte ein Teil davon entsendet werden, um auf einen Notruf zu reagieren, gleichzeitig würden genügend Kräfte im System verbleiben, um einen effektiven Schutz zu bieten.“

    Ein Szenario, dass sie selbst – wäre sie auf Feindseite, so versuchen würde zu verwirklichen. Die fehlende Flexibilität der Systemflotte, war die größte Schwäche und genau dort würde sie ansetzen.

    „Sicherlich hätten sie im Falle von aufkommenden Piratenbanden die Möglichkeit bei ihrem Moff Unterstützung durch die Sektorflotte anzufordern, aber das würde sich – so vermute ich als Laie – weniger gut in den Augen des Vorgesetzten machen, da man leicht den Eindruck erhalten könnte, sie selbst würden nicht in der Lage sein, eigenständig auf solche Bedrohungen zu reagieren.“

    Und niemand meldete sich gerne freiwillig als unfähig seine eigenen Probleme zu beheben.

    „Meine Aufgabe ist es also indes auszuloten, inwiefern die Bereitschaft und der Wille vorhanden sind, als auch ob die nötigen lokalen Infrastrukturen gegeben sind. Vandelhelm hat sich durch seine hervorragende Qualitäten an Erzen und Legierungen hervorgehoben. Die Frage ist, ob sich diese Produktion weiterhin erhöhen lässt, um eine Produktion vor Ort verwirklichen zu können, da der größte Teil dieser Exporte an die Toral Engineering und ein Großteil der Restsumme an Fondor geht und ein Einbruch hierbei nicht akzeptabel wäre. Ebenso, steht die Frage im Raum, inwiefern sie bereit sind solch eine Unternehmung zu unterstützen.“

    Ob sie dies nun finanziell, personell oder auch mit der Einbringung persönlicher Ressourcen meinte, ließ sie bewusst offen.

    [Vandelhelm System – Gouverneursresidenz – Büro des Gouverneurs ] Supreme Sergeant Tatum Duke, Gouverneur Quentin Bartholomäus Tiegart und Commodore Cailen Bruscen
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juli 2011
  15. [Vandelhelm System - Lambda-fähre der "Von Clausewitz" im Anflug auf den Planeten] Fregattenkapitän Samuel Vimes Pilot der Fähre (NSC)

    "Was für eine Zeitverschwendung, erst der Alarm wegen der 3 Kreuzer, dann die Überreaktion vom Commodore und jetzt soll ich ihn auch noch zum Gouverneur begleiten. Dabei gab es so viel zu tun. Die Minen im Asteroidenfeld schalten sich nicht von allein in den Standby-Modus. Und die Felsbrocken, welche von den Traktorstrahlen eingefangen wurden, um als Projektile die feindlichen Schilde zu schwächen und gleichzeitig als Deckung für die Jäger zu dienen, mussten auch wieder kontrolliert ins Feld zurückgebracht werden. Das einzig gute war, dass die Neuankömmlinge mal wieder so reagiert hatten wie erwartet. Aber was soll einen schon nach den vielen Dienstjahren noch überraschen." dachte sich Samuel. "Wahrscheinlich muss ich den Commodore nachher mal wieder aus irgendetwas heraushauen. Aber was tut man nicht alles für seine Freunde."

    Samuel kontrollierte erneut, ob seine Uniform in irgendeiner Weise nicht perfekt aussah, doch alles schien zu stimmen. Wenn ihn seine lange Dienstzeit etwas gelehrt hatte, dann das viele im Imperium sehr auf den äußeren Schein achteten. Vor allem die Zivilbeamten.

    "Sir, die Fähre des Kommodore ist bereits gelandet und er lässt ausrichten, dass wir uns beeilen sollen."

    "Gut, dann lassen wir unseren Vorgesetzten mal nicht länger warten. Bringen sie uns so schnell es geht runter."

    Sich die Sensordaten in Erinnerung rufend, sprach Samuel eher mit sich selbst.

    "Bestimmt ist der Besuch bereits beim Gouverneur. Ich hoffe, wir erhalten den Befehl für einen Fronteinsatz, sonst hätte ich wirklich die Lehrtätigkeit an der Akademie aufnehmen können, anstatt hier auf diesen Drecksball aufzupassen."

    "Sir?" begann der Pilot etwas verwirrt.

    "Nichts, nichts, Leutnant Kellarov, sehen sie nur zu das wir ordentlich runterkommen. Nicht wie beim letzten Mal mit ihren Stunteinlagen. Sie sind ein guter Pilot, aber noch einmal solche Stunteinlagen wie beim letzten Transport und die Strafe wird höher sein als nur das Deck zu schrubben."

    Die Augen vor Schreck aufreissend, wendete sich der Pilot wieder seinen zu und begann den wohl sanftesten Landeanflug seiner Karriere. Kurz nach dem Aufsetzen ging Samuel noch einmal zum Piloten und legte ihm die Hand auf die Schultern.

    "Gute Arbeit, Leutnant, warten sie im Offizierscasino auf weitere Befehle. Und ziehen sie dem Bodenpersonal nicht wieder die Hosen aus beim Sabbacc."

    Kaum war die Fähre aufgesetzt, als Sam auch schon den Öffner der Rampe betätigte. Eine letzte Kontrolle der Uniform und er ging die Rampe runter um sich bei seinem vorgesetzten Offizier melden zu können.

    [Vandelhelm System - Gouverneursresidenz - Landefeld] Fregattenkapitän Samuel Vimes Pilot der Fähre (NSC)
     
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    Schweigen. Stille. Die nussbraunen Augen ruhten auf der Commodore. Der Gouverneur faltete die Hände vor sich auf der Tischplatte. Nur das feine Mundwinkelzucken bewies, dass Quentin Tiegart überhaupt noch unter den Lebenden weilte. In seinem Kopf tobte ein wahrer Sturm an Gedanken. War er anfänglich von einem Tadel von höchster Stelle ausgegangen, wurde ihm nun ein wahres Fest unterbreitet. Wieder und wieder überdachte er die sich ihm bietenden Möglichkeiten. Eine Pilotenakademie, samt Produktionsstätte für Jagdmaschinen. Damit würde dieser bedeutungslose Haufen Sternenmüll mit einem Mal zu einer zentralisierten Anlaufstelle. Es würde ein System von imperiums-weiter Bekanntheit werden. Nicht länger wäre es Vandelhelm, die Zulieferstätte für Legierungen und Erze. Nein, es wäre Vandelhelm - Pilotenakademiesystem und Fertigungsstätte von imperialen Jägern. Obendrein würden die hiesigen Förderungen vor Ort verwendet. Keine Eskortierungsanträge mehr für ausserplanmäßige Lieferungen. Keine schwierigen Verhandlungen mehr mit Vertretern diverser Verhüttungsfirmen. All das hätte ein Ende. Es würde unkomplizierter werden. Schneller. Effizienter. Das Mundwinkelzucken mutierte zu einem feisten Grinsen, einem Acklay-Gebiß nicht unähnlich.

    "Liebste Commodore Bruscen, Sie sehen mich hier schlicht begeistert. Schon lange hatte ich mir erträumt, die hiesigen Werftanlagen erweitern zu können. Ihre Argumentation trifft bei mir auf Gegenliebe. Ich verstehe leider nicht annähernd soviel wie Sie von Taktik in Raumgefechten, dennoch scheint es mir schlüssig. Natürlich müsste zunächst ermittelt werden, welche Subventions-Gelder diesbezüglich frei gemacht werden könnten. Selbstverständlich werde ich alle freien Mitteln meines Systems zur Erweiterung der Anlagen benutzen."

    Quentin Tiegart überlegte kurz. Ging er zu schnell vor? War er etwa einer kleinen Probe aufgesessen? Nein, keineswegs. Er musste und wollte hier klar Stellung beziehen. Mit entschlossenem Gesichtsausdruck fuhr er fort.

    "Fondor wird keineswegs mit Lieferengpässen rechnen müssen. Mit Toral Engineering werde ich sprechen. Möglicherweise lassen sich einige vertragliche Lieferquoten neu aushandeln. Ich werde mit der hiesigen Niederlassung der Firma umgehend einen Termin ausmachen. Immerhin dient es zum Wohle des Imperiums."

    Der Gouverneur ging im Kopf die möglichen Ausgaben durch. Sicherlich, die Investionen würden gewaltig sein. Gerade die Erweiterung der Werftanlagen würden ein Vermögen verschlingen. Und eine Pilotenakademie errichten zu lassen, wäre ebenfalls überaus kostspielig. Allerdings - je nach anfänglichem Bedarf könnte man eine der zahlreichen königlichen Ex-Residenzen umbauen lassen. Gewisse Kapazitäten an Rekruten dürften dabei natürlich anfangs nicht überschritten werden. Schwieriger wäre wohl die Verhandlung mit Toral Engineering Corporation. Sie kaufte einen Großteil der Erze und Legierungen auf, um sie dann nach einer Zusatzbehandlung, an Schiffswerften und Fabrikationsstandorte weiterzuverkaufen. Nun würde Quentin Tiegart der Firma klar machen müssen, dass die Verarbeitung auf Vandelhelm selbst würde stattfinden müssen. Vielleicht war der riesige Konzern jedoch bereit, seinerseits zu expandieren und den hiesigen Standort mit Verarbeitungs-Anlagen zu festigen. Dies würde sich schon bald herausstellen.

    "Commodore Bruscen, ich denke Vice Admiral Nerethin hat eine perfekte Wahl mit Vandelhelm getroffen. Die Kapazitäten für eine Pilotenakademie der Flotte sind ohne weiteres vorhanden. Die Werftanlagen warten schon seit Jahren auf eine Erweiterung. Wenn es nach mir ginge, könnte es direkt morgen mit den Umbaumaßnahmen losgehen. Verzeichen Sie mir meine flappsige Wortwahl ... aber ich sprühe vor Begeisterung."

    Der harte, wie aalglatte Verwalter schenkte der Commodore ein weiteres Lächeln und legte verbal nach.

    "Bitte, Commodore Bruscen, seien Sie heute mein Gast. Ich würde gern eine spontanes Bankett einberufen. Ein, zwei lokale Würdenträger. Auch Commodore Sovietskii wird sicherlich erfreut sein, Sie kennen zu lernen."

    Anscheinend war es dem Gouverneur sehr ernst mit seinem Anliegen. Die bloße Vorstellung, bald ein wichtiger Bestandteil militärischer Schiffsproduktion zu sein, verzückte Tiegart schier.


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  17. Elysa

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    Die Commodore hatte mit Vielem gerechnet, angedeutetem mildem Interesse, oder gar Desinteresse, den Versuch zu feilschen wo es nur ging, und insbesondere die eigenen wahren Interessen und Sichtweisen zu verbergen. Aber was sich ich bot, davon hatte sie nicht zu träumen gewagt. Eine mit offenen Armen empfangene Kooperation, der Gouverneur selbst griff ihr Voraus und machte sich bereits erste Gedanken, wie man vorgehen müsste. Tiegart selbst würde die Ressourcen des Vandelhelmsystems, als auch seinen persönlichen Einfluss einbringen, de facto deutete er an, das Projekt unter seine eigene Schirmherrschaft zu stellen. Entgegen der leisen nagenden Stimme, die sie auch weiterhin zur Vorsicht gemahnte, ließ sich Cailen Bruscen von der Begeisterung und dem Enthusiasmus des Gouverneurs anstecken und erwiderte sein Lächeln.

    „Ich bin mir sicher, dass Vice Admiral Nerethin ihre volle Unterstützung zu schätzen und würdigen weiß. Ich werde dies in meinem Bericht hervorheben und nachdem ich mich mit den gegebenen Infrastrukturen vertraut gemacht habe und diese meinen bisherigen Informationen entsprechen, bin ich zuversichtlich, dass Vandelhelm große Veränderungen erleben wird.“

    In der Tat standen die nötigen Materialien für die Konstruktion mindestens einer planetaren Raumjägerbasis bereit und man hatte auch bereits Pläne für Konstruktionsstätten vorbereitet, welche aber natürlich je nach baulichen Möglichkeiten und Gegebenheiten angepasst werden müssten. Ebenso konnte sie selbst diese Entscheidung treffen, Nerethin hatte ihr dabei freie Hand gelassen und Vandelhelm war von vornherein ein Favorit gewesen. Die zugesicherte Unterstützung und auch wie offen Quentin Bartholomäus Tiegart sich einzubringen gedachte um dieses Projekt zu verwirklichen, bestärkte sie nur in dem Gefühl bereits fündig geworden zu sein.

    „Wir Beide sollten in den nächsten Tagen erörtern, wie schnell sich mögliche Produktionsstätten errichten lassen würden und auch ob orbitale oder Bodengebundene Konstruktionsstätten sinnvoller sind. Generell würde ich davon ausgehen, dass die Defensivkapazitäten des Systems aufgestockte werden müssten, um eine Produktionsstätten und Ausbildungszentren zu schützen. Ebenso wäre eine Prognose interessant, wie viele benötigte Materialien tatsächlich für die Raumjägerproduktion freigestellt werden können, ohne ihre jetzigen Handelsvereinbarungen zu belasten.“

    Ein Bankett, um etwas zu feiern, dass der Gouverneur schon in seiner Tasche wähnte, ein Teil wollte sich sträuben, denn es bot ihm die Möglichkeit ihr Gesuch offen anzukündigen und je nach Wortwahl diese Ankündigung so zu drehen, dass sie kaum noch ablehnen konnte. Das wäre allerdings nur ein Problem falls sie ablehnen wollte. Mit minimaler Verzögerung nickte sie also.

    „Sehr gerne werde ich ihr Angebot annehmen, insbesondere auch um mögliche Sicherheitsaspekte mit ihrem Systemkommandanten durchzusprechen. Commodore Sovietskiis mir bis dato bekannte Handlungen legen nahe, dass er ein wachsamer, erfahrener und intelligenter Offizier ist. Und wenn wir in die Planungsphase überschreiten, wird es notwendig sein, ihn mit einzubeziehen, er kennt das System am Besten und weiß um taktische Eigenheiten, die mir und Anderen womöglich entgehen würden.“

    Ebenso würde es notwendig sein, auszuloten, wie vertraut der Systemkommandant mit modernen Jagdmaschinen und Raumjägertaktiken war, denn es würde nichts helfen diesem modernes Gerät vorzusetzen, wenn er nicht wusste wie er es am Besten verwendete. Aber das waren Bedenken, die vorerst nicht im Vordergrund stehen sollten, daher bildete sich ein angedeutetes Lächeln.

    „Ich habe mich generell, auf einen mehrtätigen Aufenthalt vorbereitet, zum Einen um zu sichten, und dann auch bereits erste Planungsschritte durchzugehen, um so wenig Verzögerung wie möglich entstehen zu lassen, sobald die Entscheidung getroffen wurde.“


    Generell hatte sich Cailen auf ein wenig „bezahlten Landurlaub“ gefreut, aber was sie im Landeanflug von Vandelhelm bis dato sehen durfte, machte keinen sehr spektakulären Eindruck.

    „Wie offiziell soll dieses Bankett werden?“

    Hakte die brünette Flottenoffizierin nun mit einem Hauch von Skeptik in der Stimme nach, nur um sich direkt zu korrigieren.


    „Es geht schlicht um die Wahl der Abendgarderobe.“

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    Alles entwickelte sich hervorragend. Exzellent. Vorzüglich. Natürlich oblagen der Commodore noch die üblichen Routineprüfungen in Sachen Infrastruktur, Realisierbarkeit und der hiesigen Kapazitäten, doch in genau diesen Bereichen war sich Quentin Tiegart mehr als nur sicher. Die Population von nur vierzig Millionen Einwohnern ließ Vandelhelm mehrere urbane Ballungszentren haben. Die übrige Oberfläche des Planeten war primär von Bergen, Wüsten und Ödnis geprägt - Platz war demnach ohne weiteres vorhanden. Die erhöhte Schwerkraft des Planeten wäre ebenfalls eine ideale Ausbildungsvorraussetzung für Flotten-Rekruten, würde sie doch gewisse Belastungsszenarien gekonnt simulieren. Im Grunde ideale Vorraussetzungen für die Installation einer Akademie. Auch die Werftanlagen im Orbit, momentan für die Produktion zweier Raumyacht-Typen und einer vandelhelm'schen Frachterklasse ausgelegt, waren ohne weiteres erweiterbar. Natürlich zu entsprechenden Geldmitteln. Doch der Vandelhelmer an sich war fleissig, arbeitete hart und sauber und murrte selten. Das war auch der Grund, warum der Verwalter mit Beginn seiner Dienstzeit konsequent erhöhte Förderquoten für die hiesigen, wertvollen Erze hatte erreichen können. Den Vandelhelmern lag es nicht im Blut zu revoltieren oder sich zu beschweren. Der Gouverneur hatte die lokalen Firmen durch kleinere subventionelle Finanzspritzen angehalten, die Arbeiter an den besseren Quoten mit Erfolgsboni zu beteiligen. Das sorgte für Motivation und zusätzlichen Fleiß. Das dem Imperium selbiges durch zusätzliche Steuereinnahmen und größere Absatzmöglichkeiten auf dem Interstellar-Markt zu Gute kam, musste nicht jeder dieser Kleingeister wissen.
    Im Grunde war alles gerade zu perfekt vorbereitet. Und das ungewollt. Oder besser: Ohne direkte Pläne seiner Vorgesetzten oder etwaige Gedankengänge der Flotten-Oberen zu kennen. Im Hinterkopf hatte der Gouverneur stets darüber nachgedacht, massiv zu investieren.

    Als die Commodore den Verwalter nun nach dem Bankett fragte, sann er kurz über die Möglichkeiten nach, die er hatte. Ohne Zweifel würde der Systemkommandant an der Feierlichkeit teilnehmen. Zum einen, weil es einem Mann von seinem Ruf zustand. Zum anderen, weil Quentin Tiegart es kaum erwarten konnte zu sehen, wie die beiden Commodores aufeinander prallten. Ein wahres Treffen der Generationen. Und sicherlich auch mit unterschiedlichen Auffassungen ausgestattet. Das würde ein Fest werden. Ein Fest auf dem Fest. Unbemerkt kehrte die alte Selbstsicherheit in die Denkweise des imperialen Beamten zurück. All die Unsicherheit, die Skepsis und die Paranoia war wie weggefegt.
    Er plante weiter, hoffte darauf, dass der hiesige Deputy Director, Vertreter von Toral Engineering Corporation, ebenfalls zugegen sein konnte. Ausserdem sollte er mindestens einen Abgesandten der Adelsfamilie zu Vandelhelm einladen. Zwar waren diese royalen, zumeist inzestiösen Gestalten ein wahrer Lusttöter in Sachen angeregter Themenabende, doch die fast heidnische Verehrung der Einwohner ließen keine politischen Diskrepanzen zu.


    "Commodore Bruscen, die Banketts hier auf Vandelhelm sind zumeist üppige, prunkvolle Events. Ich dekorativer die Garderobe, desto mehr Blicke werden Sie ernten. Und Blicke sind hier gleichbedeutend mit Gesprächspartnern. Sollten Sie keine passenden Garderobe an Bord haben, werde ich selbstverständlich einen Schneider beauftragen. Sie glauben gar nicht .. wie possierlich fleissig die Vandelhelmer sind. In Stunden zaubern sie die schönsten Dinge .."

    Natürlich tat man das als fleissiger Vandelhelmer, denn jeder auf dem Planeten kannte die horrorartigen Geschichten um drakonische Strafmaßnahmen seitens der imperialen Verwaltung bei Nichtgefallen. Nicht umsonst hatte die 'Red Iron'-Sturmtruppe einen legendären Ruf. Selbiger beruhte nicht auf Nächstenliebe, Güte und Hilfsbereitschaft. Der Gouverneur war der Auffassung, dass etwas Nachdruck stets die Produktivität des Einzelnen steigern konnte.

    Während er seine Aufmerksamkeit der Commodore schenkte, gab er mit flinken Fingern einige Befehle an seinen Assistenzdroiden Threefive-Zero durch. Selbiger sollte umgehend die Einladungen an einige spontan feierwillige Gäste von Rang und Namen versenden. In diesem Falle konnte sich der Verwalter auf das künstliche Leben verlassen. Der Droide war den speziellen Bedürfnissen politischer wie adliger Etikette angepasst worden. Notwendige Veränderungen, wollte man an einem zurückgebliebenen Ort wie Vandelhelm längerfristig aktiv sein.
    Und genau das würde sich bald ändern. Zurückgeblieben. Nie wieder. Bald schon könnte dieser Ort zu einer kriegswichtigen, kriegsentscheidenden Institution werden. Neue Helden des Imperiums würden ihre Ausbildung hier erhalten. Die Schiffswerften und -werke würden Jagdmaschine um Jagdmaschine ausspeien und damit die Flotte verstärken. Dem Gouverneur ging das Herz auf vor wohliger Vorfreude. Natürlich würde er die Produktionszahlen der Werften regelmäßig persönlich in Augenschein nehmen. Und mit aufkommender Bedeutung vom Standort Vandelhelm, würde auch die Militärpräsenz vor Ort zunehmen. Das bedeutete, der Gouverneur würde endlich regelmäßig Paraden zu seinen Ehren abhalten können. Ausserdem würden politische, wie militärische Würdenträger zu Gast sein. Ja, endlich bekam er die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ihm zustand. Vandelhelm würde rein von der Bedeutung her einer Kernwelt nicht unähnlich sein. Und Quentin Tiegart war hochentschlossen, dem Projekt seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Seine Pläne würden dem Imperium zu Ruhm und Ehre gereichen.



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  19. Elysa

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    Mit der vom Gouverneur gegebenen Beschreibung der Bedeutung von Prunk auf einem Bankett bezweifelte Cailen Bruscen, dass dieses in einem kleinen, bescheidenen Rahmen bleiben würde.

    „Vielen Dank, für die Information, dann wird es wohl doch die Galauniform werden müssen. Gut dass ich immer eine dabei habe, ein Schneider ist somit also nicht notwendig, aber danke für das Angebot.“

    Es war immer gut vorbereitet zu sein, gerade auf solchen „diplomatischen Missionen“ hatte es nicht nur seine Vorteile sondern bewahrte einen auch vor unangenehmen, peinlichen Momenten wo man auf den guten Willen des Gastgebers angewiesen war, welche zwar oft durchaus gegeben schien, dafür umso katastrophaler ausfallen konnte, wenn man jenen im falschen Moment verweigert bekam.

    „Ich vermute sie wollen sich bis zum Bankett noch ein wenig ausruhen. Der Gästeflügel wurde für sie vorbereitet, Supreme Sergeant Duke wird sie gerne dorthin geleiten und wenn sie Annehmlichkeiten vermissen, informieren sie einfach einen meiner Bediensteten, man wird sich sofort darum kümmern.“

    Cailen erhob sich, denn auch wenn es freundliche Worte waren, so komplimentierte sie jene doch erst einmal hinaus. Was jedoch verständlich war, der Gouverneur würde einiges vorbereiten müssen und ganz davon abgesehen, ein paar ruhige Stunden nur für sich selbst wären eine willkommene Abwechslung und würden ihr erlauben die Anlage ein wenig zu erkunden.

    „Das ist sehr umsichtig von ihnen, danke.“

    Antwortete sie ruhig, um sich danach die Offiziersmütze wieder aufzuziehen und dem imperialen Verwalter erst einmal zum Abschied die Hand zu schütteln. Dies schien nach dem bisherigen, viel versprechenden Gespräch angemessener als erneut zu salutieren.

    „Ich möchte mich auch schon einmal für ihre zuvorkommende Kooperation bedanken und freue mich sie in ein paar Stunden wieder zu sehen.“


    Schließlich folgte sie dem schwarz gepanzerten Sergeant aus dem stillvoll eingerichteten Arbeitszimmer und versuchte sich den Weg dorthin so gut wie möglich einzuprägen, und ein Gefühl für das Anwesen zu bekommen. Es war in jedem Fall älter als die Anwesenheit Tiegarts im System und ebenso stilvoll eingerichtet wie das Arbeitszimmer.

    Duke war nicht gerade Jemand der redseligen Art, was einem Mann in seiner Position gut zu Gesicht stand, und sprach erst, als er verkündete, dass man im Gästeflügel angekommen war, wo er sie kurz herumführte und sich verabschiedete, nachdem Bruscen sich bei ihm bedankt hatte.
    Die brünette Offizierin haderte im Moment mit sich selbst, ob zu erst ihrer paranoiden Ader nachgeben wollte und nach Wanzen und Kameras suchen sollte, oder ob sie doch erst einmal ihre Sachen auspackte und dann einfach ihre Abteilung Sturmtruppler mit der Untersuchung beauftragen sollte. Zweiteres war ungleich eleganter, da sie selbst dabei nicht persönlich auf den Füßen des Gouverneurs herumtrampeln würde, sondern eben ihre Leibwache, von denen erwartet wurde, dass sie um die Sicherheitsbelange ihrer Schutzbefohlenen kümmerten.

    Das Schlafzimmer war traumhaft eingerichtet, ein großes, kunstvoll verziertes Himmelbett, Holzvertäfelung, sogar ein Schminktisch, ein Ganzkörperspiegel, als auch der Zugang zum Bad. Ein in der Wand eingelassener, begehbarer Kleiderschrank. So ließ es sich doch wahrlich leben! Nur eine Sache empfand Cailen als durchaus störend. Ein Portrait des Gouverneurs lächelte ihr entgegen und es sah beinahe so aus, als blicke er auf das Bett. Die Offizierin verschränkte die Arme vor der Brust und betrachtete skeptisch das, zwei Meter von ihr entfernte, Bild. Auf der Plakette darunter stand „Gouverneur Quentin Bartholomäus Tiegart – Bild gestiftet durch die dankbaren Bürger von Steel City Prime“. Nach Kurzem schüttelte sie mürrisch den Kopf und betrat den Wohnraum, wo ihr ebenfalls ein Bildnis von Tiegart auffiel. Einige Minuten später war klar, in jedem Zimmer, außer den Badezimmern befand sich ein Portrait des imperialen Verwalters. Was sie davon halten sollte, wusste die Commodore schlicht nicht, war es ein Zeugnis von Selbstverliebtheit oder hatte er schlicht sooft mit Personen von Rang zu tun, die seinen Namen nicht kannten oder vergaßen? Über die kommenden Tage hinweg würde es sich wohl zeigen.

    Was sie wieder zu dem Gedankengang führte, was sie nun von ihm halten sollte. Zumindest an den Worten des Gouverneurs zweifelte die Commodore nicht, bis dato hatte er alles getan, um ihr zu gefallen und schien ebenso erpicht darauf wie sie selbst, Vandelhelm zu einem kriegswichtigen Planeten auszubauen. Auch wenn seine Motive vermutlich anderer Art waren als ihre. Solange man aber ein gemeinsames Ziel hatte, konnte ihr seine Motivation gleichgültig sein.


    [Vandelhelm System – Gouverneursresidenz – Gästeflügel ] Commodore Cailen Bruscen
     
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    Und nun war der Gouverneur wieder allein. Eigentlich schade. Denn Cailen Bruscen könnte Quentin Tiegart nach wie vor bewundern. Sein Konterfei hing in jedem erdenklichen Zimmer im Gästeflügel. Und das vollkommen zurecht. Er war Quentin Bartholomäus Tiegart. Kein Irgendwer. Er wäre bald der Schirmherr der neuen, imperialen Jagdmaschinenproduktion. Unter seiner eisernen Faust würde das neue Rückgrat der imperialen Staffeln geformt. Wenn das kein Grund für eine monumentale Statue wäre, welcher war es denn dann? Der Gouverneur lehnte sich zufrieden sinnierend zurück, legte die Fingerspitzen aneinander und dachte nach. Die letzte Stunde war ein wahrer Hochgenuß gewesen. Es war sein unbestreitbarer erster Schritt auf dem Weg an die Spitze. Er wahrer sprichwörtlicher Meilenstein. Quentin überlegte, für einige Momente die Augen zu schließen, doch er besann sich eines besseren. Immerhin galt es, ein Bankett zu planen. Natürlich übernahm der Assistenzdroid Threefive-Zero die ennervierenden Einladungsmodulitäten. Aber der Verwalter entschied schließlich letztlich, was wann wie organisiert wurde. Gerade als sich der imperiale Beamte einigen Comverbindungen widmen wollte, sirrte die Sprechanlage auf: Threefive-Zero. Etwas übersättigt von der Bedeutung des künstlichen Lebens, bestätigte er dem Empfang auf dem Kontrollpult.

    "Bitte entschuldigen Sie, Sir. Aber Commodore Sovietskii ist in Begleitung vom Commander Vimes vorstellig und bietet um ein Gespräch."

    Natürlich! Dem Gouverneur fiel es wie Schuppen von den Augen. Der Commodore, Kommandant der hiesigen Systemflotte, hatte ja um einen Termin gebeten. Bevor er von Commodore Bruscen deklassiert worden war. Eine gehässige Freude bemächtigte sich seiner. Es wäre geradezu entzückend, Sovietskii klar zu machen, dass eben jener Kommandant nicht nur etwa halb so alt war, wie der alte bärbeißige Wolf, sondern obendrein auch noch dem zarten, schwachen Geschlecht angehörte. Quentin Tiegart wusste um die chauvinistische Einstellung des Veteranen. Nun, ehrlich gesagt, war sie seiner eigenen Einstellung nicht unähnlich. Aber im Gegensatz zum Militär, wusste der Gouverneur, wann er seine eigenen Einstellungen diplomatisch geschickt zu überspielen hatte. Schauspielerei war für eine fundierte Lüge unumgänglich. Das würde natürlich ein alter Raumfahrer wie Sovietskii niemals begreifen. Der Verwalter betätigte die Verbindung zum Droiden.

    "Ich empfange die beiden Herren mit großer Freude. Immer rein, in die gute Stube."

    Der Beamte war überzogen freundlich. Scheinheilig. Heuchlerisch. Er war eine sich windende Schlange. Und dennoch bestach er durch einen besonderen Charme, der es nicht jedem leicht machte, die Maskerade zu durchschauen. Vor allem nicht grobschlächtige Tötungsmaschinen wie es der alte Commodore eine war.
    Lange brauchte der Gouverneur nicht warten, bis die doppelflüglige Tür aufgestoßen wurde. Herein kamen zwei Männer gesetzteren Alters. Den vorderen erkannte Quentin Tiegart nicht nur anhand seiner Uniform und den Abzeichen, sondern in erster Linie am harten, zerfurchten Gesicht als den Commodore. Ihm folgte ein Mann vom Range eines Commanders. Logischerweise schlußfolgerte der Verwalter clever: Maxim Sovietskii, gefolgt von Samuel Vimes. Beides Parteien der hiesigen System-Kampfgruppe. Nun war das gesamte Geschick des polemischen Beamten gefordert.


    "Ah, meine Herren. Willkommen in Steel City Prime. Es ist mir eine Ehre."

    Eine offene, freundliche Begrüßung. Doch scheinbar verpuffte sie am unsichtbaren Panzer des Commodore. Dessen Miene war eine steinerne Büste. Nein, dieser Mann war keine einfache Person. Und gerade als der Gouverneur dies dachte, tobte der harte Knochen barsch los.

    "Gouverrrneurrr Tiegarrrt, ich muss protestierrren. Wieso musste ich derrrarrrt lange warrrten? Und wo ist dieserrr Flottenkommandant? Ich muss ihn sprrrechen. Das ging dorrrt drrraussen nicht mit rrrechten Dingen zu!"

    Im Hinterkopf machte der Verwalter den Vermerk, dass er die beiden Commodores nebeneinander setzen würde beim Bankett. Das würde umso unterhaltsamer. Doch nun galt es erst einmal, die erste Offensive des alten Wolfes zu überstehen.

    "Commodore Sovietskii, wie schön das Sie hier sind. Sie müssen aber zeitgleich entschuldigen. Dringende Angelegenheiten zwangen mich, Sie ein wenig warten lassen zu müssen. Verzeihen Sie mir. Aber seien Sie gewiß, dass ich mich schon bald als erkenntlich zeigen werde. Ich begleiche meine Schulden stets. Doch bitte, tragen Sie vor, was Sie vorzutragen haben. Und dann nehmen Sie sich bitte die nötige Zeit, denn heute abend gebe ich ein Bankett und ich wünsche Ihre Teilnahme."

    Ein entwaffnendes Haifischlächeln folgte, dass es dem Commodore unmöglich machte, die Bitte abzuschlagen. Der Gouverneur deutet mit einem Nicken auf die freien Stühle vor seinem mächtigen Schreibtisch. Das Offiziersduo kam dieser Bitte logischerweise im Rahmen der üblichen Etikette nach. Dennoch war der Verwalter überrascht, dass der Commander .... Vimes, richtig ... das Commander Vimes sich nicht aktiv an der Unterhaltung beteiligte. Quentin Tiegart beschloß, dies zu ändern. Doch zunächst antwortete der Commodore.

    "Nun, Gouverrrneurrr Tiegarrrt, ich komme dieserrr Einladung gerrrn nach. Vielleicht habe ich dann die Möglichkeit, mit dem Flotten-Kommandanten zu sprrrechen. Ich möchte zu gerrrn wissen, was fürrr eine Teufelei da aufgefahrrren wurrrde und warrrum hierrr in m... das System eingedrrrungen wurrrde."

    Also war es tatsächlich so, dass Commodore Sovietskii nach wie vor im Dunkeln tappte. Das amüsierte den Gouverneur irgendwie. Informationen konnten ein teures, weil seltenes Gut sein. Und Tiegart liebte es, mehr zu wissen, als sein Gegenüber. Abgesehen von der fantastischen Neuigkeit, die Commodore Cailen Bruscen mit ins System gebracht hatte, war der unangekündigte Systemeintritt sicherlich nicht gemäß der Protokolle erfolgt. Die Verärgerung von Sovietskii war verständlich, besonders nach der Deklassierung durch die überlegene Taktik der jungen Frau. In dieser Wunde zu bohren wagte sich der Gouverneur.

    "Nun, Sie werden sicherlich Zeit bekommen, sich die Situation genau erläutern zu lassen, Commodore. Auch der Flottenkommandant ist Gast des Banketts. Aber genug von heute Abend. Commander, ich glaube wir beide hatten noch nicht das Vergnügen. Ich hoffe hier im Vandelhelm-System ist alles nach Ihren Vorstellungen. Garnisonsdienst ist ja nicht für jeden Offizier etwas."

    Damit traf er wohl den Nagel auf den Kopf. Doch der Gouverneur nahm selten ein Blatt vor den Mund. Es sei denn, die Situation erforderte dies.


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