Tagespolitik allgemein

Ich hatte bei Twitter auch schon die Diskussion. Es wird wohl keinen idealen Weg geben mit solchen provokanten Aktionen umzugehen. Es ignorieren? Da kommt auch nur wieder was Neues. Es sanktionieren? Da kommt auch nur wieder was Neues. Also wie du es machst. :zuck:

Für mich persönlich ist die Sache glasklar. Es handelt sich um eine Krawall-Partei, die zu 99 Prozent aus Krawallbrüdern und zu 1 Prozent aus vielleicht ganz brauchbaren Politikern besteht. Der Erfolg dieser Partei leitet sich aus deren Fähigkeit ab, zu jeder Zeit polarisieren und provozieren zu können und Schlagzeilen zu machen. Sobald man anfangen würde, solche Aktionen zu ignorieren und gar nicht erst mit Aufmerksamkeit zu würdigen, würde dieser Effekt schneller verschallen als sie schauen könnten.

Die Geschäftsordnung durchzusetzen ist ein ganz anderes Thema, mir persönlich geht es hier mehr um die öffentliche Aufmerksamkeit. Und auch wenn man dazu neigt, der AfD Dummheit zu unterstellen: die sind äußerst gerissen und wissen, dass die öffentliche Diskussion um solche Aktionen ihnen in die Karten spielt. Selbiges gilt, wenn sich Politiker der Linken mit Antifa-Aufsteckern vors Rednerpult stellen. Das ist mMn alles kalkuliert, weil so frustrierten oder auch natürlich auch den politischen Rändern zugehörigen Wählern eine Anti-Haltung suggeriert wird, die in diesen Spektren sehr gut ankommt.
 
Provozierende Auftritte vor Parlamenten sind so alt wie die Parlamente selber.
Gab es schon im alten Athen oder im römischen Senat.
 
Sollen die mal machen. Kann man die AfD nicht nur nicht inhaltlich verstehen oder nachvollziehen, so setzt der bizarre Auftritt von Stefan Löw dem Ganzen auch noch mal einen drauf. Außer unverständlichem Gemurmel und "Wir XXXx xxxxx xXXXX doch xxxxxX Maskenpflicht!" ist dabei nichts rum gekommen.

Das IST eine Missachtung des Parlaments. So, der Typ hatte seine zwei Minuten und sechsundzwanzig Sekunden.* NÄÄÄÄÄCHSTER!

*Mehr wird dieser Versager Zeit seines Lebens in der Politik dieses Landes wohl auch nicht mehr auf die Kette kriegen.
 
Na ja, mein momentaner Eindruck von der AfD ist ja, dass die sich seit der Corona-Pandemie tagtäglich selbst entzaubert haben und deren Provokationen im Nichts verhallen- Gott sei Dank.
 
Die Türkei geht weiter in der Zeit zurück. Für die Hagia Sophia geht es zurück nach 1935, als sie zu einem Museum umgewidmet wurde. Diese Entscheidung wurde nun rückgängig gemacht, wie schon lange Jahre von den Islamisten gewünscht.
Schade. Die Hagia Sophia war mal ein schönes Beispiel dafür, wie man mit wechselvoller Geschichte umgeht, nämlich mit einem bewundernden, wenn auch neutralen, historischen Blick.

Die Türkei war mal in so vielen Dingen Vorreiter. Jetzt muss wieder eines ihrer Symbole religiöser Machtpolitik weichen.
Einerseits ist das sehr schade. Andererseits zeigt es aber auch, dass die Zeit der Religion in Europa sich langsam ihrem Ende neigt. Wenn man aus mangelndem Selbstwert auf solche Zeichen setzen muss um sich geil zu fühlen, dann hat man der Welt wirklich nichts mehr zu sagen.

Ich freue mich jetzt schon darauf, die Hagia Sophia wieder zu sehen, wenn sie wieder das Museum ist, das sie sein sollte, das die Geschichte Istanbuls in all seinen Facetten zeigt und feiert.
 
Als die UNION ihren Schwenk nach Links vollzogen hatte hatte ich die AfD ganz ehrlich mal als konservative Partei rechts der UNION angesehen die eine neue Heimat für die entäuschten Konservativen hätte sein können. So wie viele entäuschte Sozialdemokraten die LINKE als neue politische Heimat betrachtet haben hätte ich die AfD als neue politische Heimat betrachtet. Sogar noch die AfD von Frauke Petri.Aber dann passierte das,was bei allen Parteien rechts der UNION immer passiert ist.
Sie wurde von Subjekten unterwandert und faktisch übernommen die ich nicht als meine politische Heimat bezeichnen würde.
Ich hätte so gerne die UNION eines FJS oder eines Alfred Dreggers zurück.
 
Ich habe in den 1980ern Alfred Dregger nicht als zentrale Figur der Bundes-CDU wahrgenommen. Die Entscheidungsträger der CDU standen in der Mitte. Im Unterschied zu heute war die UNION in der Öffentlichkeit eine buntere Truppe, die Vielfalt der Strömungen präsenter. Dregger war präsent, stand aber am Rande.

Ich sehe die UNION im Vergleich zu anderen Parteien auch als eine eher nicht ideologische Partei an. Sie sieht sich als Volkspartei und Regierungspartei und hat sich im Laufe der Jahrzehnte entsprechend immer wiedergewandelt. Es ging der UNION immer eher darum, auf Herausforderungen der Gegenwart zu reagieren, Parteiprogramme abzuarbeiten.

Gesellschaftspolitisch war sie nach meinem Geschmack oft noch zu sehr in der Vergangenheit verhaftet, aber ihr Focus war hier auch auf die Wünsche ihrer Wähler ausgerichtet, die mehrheitlich eine solche Politik forderten. Und ihre Anzahl unter den Wahlberechtigten war groß.

Söder ist ein gutes Beispiel für ein Muster-Unions-Politiker: Er schaut, was die Wünsche des Wahlvolks sind und korrigiert auf dieser Basis seine Politik.

Die UNION hat meiner Meinung nach immer die Befindlichkeiten ihres Klientels widergespiegelt. Verändert sich deren Befindlichkeiten, verändert sich auch die Union. Sie hat den Anspruch, Volkspartei zu sein.

Persönlich: Ich habe als Kinder noch das Dorfleben der 1970er miterlebt. Die 1980er waren das erste Jahrzehnt, dass ich als ganzes bewusst erlebt habe. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich immer ein Leben in der Gegenwart vorziehen. Auch in den letzten 40 Jahren hat sich die Gesellschaft sehr gewandelt. Die Gesellschaft ist insgesamt viel freier geworden.
 
Als die UNION ihren Schwenk nach Links vollzogen hatte hatte ich die AfD ganz ehrlich mal als konservative Partei rechts der UNION angesehen die eine neue Heimat für die entäuschten Konservativen hätte sein können. So wie viele entäuschte Sozialdemokraten die LINKE als neue politische Heimat betrachtet haben hätte ich die AfD als neue politische Heimat betrachtet. Sogar noch die AfD von Frauke Petri.Aber dann passierte das,was bei allen Parteien rechts der UNION immer passiert ist.
Sie wurde von Subjekten unterwandert und faktisch übernommen die ich nicht als meine politische Heimat bezeichnen würde.
Ich hätte so gerne die UNION eines FJS oder eines Alfred Dreggers zurück.

Jedi mein guter, das kannst du abhaken.
Wenn die CDU das tun würde, wär sie erledigt.
Die Mehrheit der Bevölkerung ist froh für die freie und offene Gesellschaft die wir haben. Die CDU, die du beschreibst, steht für spießbürgertum, das zieht heut nicht mehr.
Die CDU muss ihre Mehrheiten, wie jede Volkspartei, in der Mitte suchen. Wenn sie sich auf die konservativen konzentriert landet sie bei den Prozenten die aktuell die SPD hat und die Grünen gewinnen dazu.
Weil eben nur weniger eine CDU von Dregger und FJS, oder gar Kohl zurück wollen.
Merkel hat, im Gegensatz zu vielen andern in der CDU, erkannt das die Gesellschaft offener und freier geworden ist, und sie hat dahin gehend die CDU umgestalltet. Das war vollkommen richtig.
Dies ändern zu wollen wäre auch nicht konservativ sondern reaktionär, und das is doch der unterschied ziwschen der CDU und der AfD. Die CDU ist eine konservative Partei (Wenn ich sie auch als sehr scheinheilig empfinde weil sie sich nicht an das C im Namen hält - die nächsten liebe predigen aber Menschen im Mittelmeer absaufen lassen, brav erklären man wäre christlich und möchte gottes schöpfen bewahren, aber dann zuschauen wie man den hambacher forst abholzt, und neue kohlekraftwerke fördern), die AfD ist eine rechtsextreme, reaktionäre Partei die auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.
 
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Als die UNION ihren Schwenk nach Links vollzogen hatte hatte ich die AfD ganz ehrlich mal als konservative Partei rechts der UNION angesehen die eine neue Heimat für die entäuschten Konservativen hätte sein können. So wie viele entäuschte Sozialdemokraten die LINKE als neue politische Heimat betrachtet haben hätte ich die AfD als neue politische Heimat betrachtet. Sogar noch die AfD von Frauke Petri.Aber dann passierte das,was bei allen Parteien rechts der UNION immer passiert ist.
Sie wurde von Subjekten unterwandert und faktisch übernommen die ich nicht als meine politische Heimat bezeichnen würde.
Ich hätte so gerne die UNION eines FJS oder eines Alfred Dreggers zurück.

So einfach ist das jetzt auch wieder nicht. Weder ist das größte Problem der SPD die Linkspartei, noch die AfD das der CDU. Es stimmt zwar, dass die CDU bei den letzten Wahlen viele Stimmen an Rechtsaußen abgeben musste, das mussten andere Parteien allerdings auch. Die reine Betrachtung der Wählerwanderung selbst ist nicht ausreichend, um politische Stimmungsbilder, Schlussfolgerungen und Perspektiven abzuleiten.

Nur zur Erinnerung: Es war die Merkel-CDU, die 2012 fast die absolute Mehrheit geholt hat. Franz-Josef Strauß passt so wenig in unsere Zeit wie die herbeigesehnten historischen Führungsfiguren anderer Parteien und Lager. Alleine die Spiegel-Affäre hätte heutzutage jedem Politiker das Genick gebrochen. Bedenke Amthor.
 
Spiel mir das Lied vom Tod. 66.000 Infizierte an einem Tag in den USA.

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Ein kurzer Realitätscheck:

Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland haben 2019 massiv an Mitgliedern verloren: Insgesamt traten mehr als eine halbe Million Katholiken und Protestanten aus den Glaubensgemeinschaften aus - so viele wie nie zuvor.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/anstieg-kirchenaustritte-101.html

Das Problem der Kirche ist nicht Erdogans Politik, sondern diejenige der Kirche selbst, die zwischen sozialem Desinteresse an Minderheiten, Geldverprasserei und Kindesmissbrauch regelmäßig hin- und hertingelt. Der Herr Weimer sollte dahingehend mal seinen Kompass wieder dringend einnorden. Dann müsste der auch nicht so viel wirres Zeug schreiben und ein weiteres Mal den Schwachsinn von den Flüchtlingsinvasoren heraufbeschwören:

Denn die Religionsbehörde Diyanet, die die Islamisierung der Hagia Sophia vorantreibt, hilft Erdogans Expansionsdrang auch im Ausland mit Missionseifer. Europa soll vom Balkan bis Deutschland planvoll islamisiert werden; die Flüchtlinge spielen dabei eine Schlüsselrolle, etwa mit von Ankara finanzierten Moscheebauten, um den geflüchteten Gläubigen in der Fremde "eine Heimat zu schenken". Erdoğans Lieblingszitat dazu stammt aus einem Gedicht von Ziya Gökalp: "Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette." Erdoğan versteht sich innen- wie außenpolitisch als religiöser Kulturkämpfer, als Schutzpatron der islamistischen Expansion.

Quelle: https://www.n-tv.de/politik/politik...-dem-Westen-den-Kampf-an-article21909138.html

Das war nämlich 2015 schon ganz schlimmer Humbug und das ist es auch heute immer noch. Und dass der Mann sich dann auch noch auf christliche Geschichtswurzeln 12 Jahrhunderte zurückberuft, ist schon ein Witz an sich:

Es geht Erdogan um die demonstrative Erniedrigung des Westens. Die Kirche ist ein kulturelles Monument der Christenheit, für 1123 Jahre wichtigstes Gotteshaus der Orthodoxen, 89 Kaiser wurden hier gekrönt und 125 Patriarchen prägten die Geschichte des christlichen Byzanz.
Quelle:

https://www.n-tv.de/politik/politik...-dem-Westen-den-Kampf-an-article21909138.html

Ein Schelm, wer auf den Gedanken kommt, dass dieses Gotteshaus in Byzanz eben nur deswegen überhaupt relevant für das Christentum ist, weil es mal so eine geringfügige historische Randnotiz, wie die Kreuzzüge, gab. Dieser Hintergrund konterkariert nämlich den ganzen Standpunkt Weimers in Bezug auf Erdogans Gebahren. Man kann Kritik üben, aber dann sollte man die Argumente bitte auch richtig sortieren.
 
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Ein kurzer Realitätscheck:



Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/anstieg-kirchenaustritte-101.html

Das Problem der Kirche ist nicht Erdogans Politik, sondern diejenige der Kirche selbst, die zwischen sozialem Desinteresse an Minderheiten, Geldverprasserei und Kindesmissbrauch regelmäßig hin- und hertingelt. Der Herr Weimer sollte dahingehend mal seinen Kompass wieder dringend einnorden. Dann müsste der auch nicht so viel wirres Zeug schreiben und ein weiteres Mal den Schwachsinn von den Flüchtlingsinvasoren heraufbeschwören:



Quelle: https://www.n-tv.de/politik/politik...-dem-Westen-den-Kampf-an-article21909138.html

Das war nämlich 2015 schon ganz schlimmer Humbug und das ist es auch heute immer noch. Und dass der Mann sich dann auch noch auf christliche Geschichtswurzeln 12 Jahrhunderte zurückberuft, ist schon ein Witz an sich:


Quelle:

https://www.n-tv.de/politik/politik...-dem-Westen-den-Kampf-an-article21909138.html

Ein Schelm, wer auf den Gedanken kommt, dass dieses Gotteshaus in Byzanz eben nur deswegen überhaupt relevant für das Christentum ist, weil es mal so eine geringfügige historische Randnotiz, wie die Kreuzzüge, gab. Dieser Hintergrund konterkariert nämlich den ganzen Standpunkt Weimers in Bezug auf Erdogans Gebahren. Man kann Kritik üben, aber dann sollte man die Argumente bitte auch richtig sortieren.

Vor allem hätte der gute Mann mal erwähnen sollen das Byzanz, wie Istanbul damals noch hieß, im vierten Kreuzzug von den Verbündeten Kreuzzüglern eingenommen und ausgeraubt wurde. Wenn er sich schon so auf die Geschichte beruft sollte man diesen Aspekt nicht ausblenden, aber das hätte wohl nicht in seine Argumentation gepasst.
 
Ich bin jetzt auch nicht unbedingt davon begeistert was da mit der Hagia Sophia passiert. Und ich glaube auch das Erdogan hier provozieren will.
Aber wir wollen doch im wahrsten Sinne des Wortes die Kirche im Dorf lassen.
Auch eine Moschee ist ein Haus Gottes. Und solange die Hagia Sophia weiter für jeden zugänglich ist geht auch für die Christen die Welt nicht unter.
Die Welt hat wahrlich im Moment andere Sorgen.
 
Ich bin jetzt auch nicht unbedingt davon begeistert was da mit der Hagia Sophia passiert. Und ich glaube auch das Erdogan hier provozieren will.
Aber wir wollen doch im wahrsten Sinne des Wortes die Kirche im Dorf lassen.
Auch eine Moschee ist ein Haus Gottes. Und solange die Hagia Sophia weiter für jeden zugänglich ist geht auch für die Christen die Welt nicht unter.
Die Welt hat wahrlich im Moment andere Sorgen.

Eben und man sollte nicht vergessen das es dem alten Herren wahrscheinlich ziemlich egal ist ob ich ihn Alah, jehova, Gott oder sonst wie nenne.
Immerhin ist er der selbe in den drei großen Weltreligionen. Es macht also keinen Unterschied ob die Haiga Sophia nun eine Moschee, eine Synagoge oder eine Kirche ist.
 
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