Ilum

[Ilum| Siedlung | Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)

Für Leela, die die letzten fünf Jahre alleine gelebt hatte und deren soziale Kontakte sich auf das berufliche Umfeld beschränkten, war die bunte Truppe an Bord der Star Explorer zunächst recht anstrengend. Nicht nur ließ die räumliche Enge kaum Privatsphäre zu, wenn sie nicht die ganze Reise in ihrem Quartier verbringen wollte, zu allem Überfluß waren auch die Präsenzen der anderen als ständiges Hintergrundrauschen für sie wahrnehmbar. Mittlerweile fiel es ihr leicht, sie zu unterscheiden und Stimmungen aufzufangen, wenn sie sich darauf konzentrierte. Allerdings vermied sie das, soweit sie konnte. Leela empfand es ebenso unhöflich, ihre Mitreisenden auf diese Weise zu beobachten, wie sie es als aufdringlich empfand, andere mit ihren eigenen Emotionen zu belästigen. Tys Reaktion hatte ihr eindrucksvoll vor Augen geführt, dass sie für die Machtnutzer an Bord wie ein offenes Buch zu lesen war.
Unter Arkons Anleitung arbeitete die Padawan an ihrer geistigen Abschirmung und versuchte, wann immer sie konzentriert genug war, diesen unsichtbaren Schild zwischen sich und die anderen zu bringen. Ihre Hoffnung war, dass ständige Übung diesen Schutz irgendwann zum Reflex machen würde.

Als sie in der kleinen Lobby der Herberge wartete und die Zeit nutzte, um ihre Reisegefährten zu mustern, musste die Ärztin zugeben, dass - ihren Anpassungsschwierigkeiten zum Trotz - jene durchweg sehr angenehme und dezente Gesellschaft waren. Ty und Sam beschäftigten sich die meiste Zeit miteinander. Arkon war noch nie sehr gesprächig gewesen und bei Owen schien es ähnlich zu sein. Sarah war die ruhige und geduldige Lehrmeisterin, als welche Leela sie auf Coruscant kennengelernt hatte und ihr Schüler Ferak machte einen pflichtbewußten, fleissigen Eindruck, schien aber auch nicht übermäßig gesellig zu sein.
Und Makish? Unwillkürlich schlich sich ein Lächeln auf Leelas Gesicht, als sie dem blonden Mann einen Blick zuwarf. Zwecklos es zu leugnen: Sie mochte ihn. Gründe dafür gab es reichlich. Müßig darüber nachzudenken, ob es die kurzen Gespräche mit dem geist- und kenntnisreichen Beamten waren oder das gemeinsame Schweigen über der morgendlichen Tasse Caf. Möglicherweise und ganz am Rande - der Gedanke ließ Dr. Kaveri vom Halsansatz bis über beide Ohren erröten - hatte es auch ein wenig mit dem kraftvollen, durchtrainierten Körper des ehemaligen Soldaten zu tun.

Es war daher fast eine Erleichterung, dass ihre impulsive Entscheidung für das Doppelzimmer keine Fragen oder Kommentare provozierte. Zwar hätte die Ärztin mit Sicherheit eine vollkommen logische Begründung finden können, aber sich selbst konnte sie nichts vormachen: Da war absolut keine Logik im Spiel gewesen. Abgesehen von der verräterischen Röte äußerlich ruhig, nickte Leela knapp zu dem Vorschlag des Beamten, schmunzelte dann aber über seine merkwürdige Wortwahl.


"Eine Zimmerinspektion also... Sind Sie immer im Dienst, Herr Sonderermittler?"


Fast zeitgleich mit Makish griff die angehende Jedi nach ihrem Gepäck, zog sich aber überrascht zurück, als sich ihre Hände dabei für einen Augenblick berührten. Sie war nicht besonders gut darin, ihre eigenen Emotionen zu deuten - von fremden mal ganz abgesehen - aber das, was sie gerade gespürt hatte, ließ ihr Herz einen Moment aussetzen und dann umso schneller schlagen. Ein wenig wie bei der Panikattacke vor zwei Tagen. Nur dass sie sich ziemlich sicher war, dass es diesmal keine Angst war, die ihren Puls zum Rasen brachte. Daraufhin beeilte sie sich, ihren Rucksack zu schultern und die Tür hinter sich zu schließen, nachdem sie mit Makish das gemeinsame Quartier betreten hatte. Das Zimmer war zwar schlicht und funktional eingerichtet, entbehrte aber nicht einer gewissen Gemütlichkeit, die sich unter anderem in massiven Holzmöbeln und dicken, gestrickten Überdecken ausdrückte. Vor dem großen Kleiderschrank lag das weiße Fell eines offenbar großen und, wie Leela vermutete, einheimischen Tieres.


"Ich nehme die unteren Fächer, dann kannst du deine Sachen nach oben räumen."

Die Worte waren ein Versuch, die aufgeladene Situation mit einem sachlichen Kontext zu versehen, aber als sie sich zu Makish umwandte, fanden sich ihre Blicke wieder und sie stellte fest, dass er ihr in dem kleinen Zimmer viel zu nah war.

[Ilum| Siedlung | Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)
 
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[Ilum | Siedlung | Herberge | Bar im Erdgeschoss] Azamthoth, Sahra, Leela, Arkon, Owen und Mr. Gerahto, weitere Gäste (NSCs)

Die Antwort von Sahra auf das relativ komische Gefühl was Azamthoth verspürte, war genauso ungenau wie sein Gefühl, ob es nun nur der Trauerfall war oder etwas anderes konnte sie ebenfalls nicht sagen, allerdings sollten sie die Augen offen halten und Sahra bat ihn auch mit Ty morgen zum schiff zurück zu gehen, und im Notfall auch in den Orbit zu fliegen. Sahra sprach recht leise, was Azamthoth nicht unbedingt beunruhigte, da er schon einiges gesehen hatte, allerdings die Tatsache das auch sie vorsichtiger war beunruhigte ihn, als Sahra ihm zunickte erwiderte er dieses nicken um ihr zu zeigen das er verstanden hatte, daraufhin gab sie ihm eine Schlüsselkarte und ging in das Zimmer, welches sie für sich und Ty reserviert hatte. Kurz darauf, nach dem er sich umgesehen hatte, ging er ebenfalls, mit seinem wenigen Gepäck, auf sein Zimmer. Da er relative wenig dabei hatte hielt er es nicht für nötig seine Sachen groß einzuräumen, und nahm nur die Sachen heraus die er tatsächlich ständig benutzte, wie seinen Blaster und sein Datapad, worauf er entweder Programme bearbeitete oder etwas las. Nachdem er beides auf das Bett, was mehr eine einfache pritsche war gelegt hatte schaute er sich in dem Zimmer um, ob irgendwas Interessantes zu finden war, außer ein Holo, ein Schrank und die Pritsche hatte das Zimmer nichts zu bieten, was Azamthoth allerdings nichts ausmachte. Azamthoth machte das Holo an, und durchforstete dieses nach irgendetwas interessantem, was er sich anschauen konnte. Bis er endlich etwas gefunden hatte, eine Dokumentation über den letzten großen krieg in der Galaxie, waren wenige Minuten vergangen in welchen er sich es, so gut es ging, bequem gemacht hatte. Er konnte nicht sehr lange die Dokumentation schauen, da jemand einige Zeit, gegen seine Türe hämmerte, die stimme, welche er Sahra zu ordnete, fragte lautstark und ziemlich aufgewühlt nach ihm, auch die folgenden Worte, wärend er dabei war die Türe zu öffnen waren äußerst beunruhigend. Azamthoth packte seinen Blaster an seinen Gürtel, und ging auf alle viere, damit Ty auf seinen Rücken klettern konnte. Doch bevor sie aus der herberge raus gingen schnappte sich Azamthoth noch eine Jacke für Ty. Kurz darauf stürmte er die Treppe runter, und rannte ins Freie.

„Jacke anziehen, und Gesicht an meinen Rücken pressen, sonst tut es nachher weh.“

Nachdem Ty dies getan hatte, lief Azamthoth in Richtung des Schiffs, welches doch ein gutes stück abseits der Siedlung lag. Azamthoth erhöhte stetig das Tempo, bis er seine höchst Leistung im Sprint erreicht hatte, Er konnte den näherkommenden sturm zwar nicht sehen, allerdings spürte er ihn, da der Wind spürbar kräftiger wird, und auch der Schnee in sein Gesicht schlug. Sie würden das schiff kurz vor dem sturm erreichen, allerdings wusste keiner von ihnen wie schnell und wie stark der Sturm wurde, geschweige denn wie lange dieser anhalten würde. Trotz des immer dichteren Schnee Treibens hielt Azamthoth nicht an, um sich zu orientieren, da er wusste wo das Schiff stand konnte er auch die Richtung bestimmen. Sobald sie an dem Schiff angekommen waren, ließ Azamthoth die Rampe runterfahren und rannte, förmlich in den Schutz des Schiffs, er schloss ebenfalls so schnell wie er die Rampe geöffnet hatte, und ließ Ty von seinem Rücken.

„Na wie war der kleine Trip?“

Fragte Azamthoth scherzhaft, um die Stimmung wieder etwas zu heben, und um Ty abzulenken damit dieser nicht über die Aufregung gerade eben nach denkt. Azamthoth schüttelte sich kurz, um den Schnee von seinem schwarzen Fell zu bekommen und damit er schneller trocknete.

[Ilum | Nähe der Siedlung | StarExplorer] Azamthoth, Ty
 
Ilum-Siedlung- Juna´s Wohnkuppe- mit Ferak, Juna und 5U-S3

Die Szene, die sie vorfand, war merkwürdig. Das halb-kybernetische Wesen, das Sahra erst als Mädchen erkannte, als sie ihre Stimme hörte. Ferak´s Verhalten der Fremden gegenüber, trotzdem sie eine dunkle Aura hatte, wie sie sonst nur bei Sith zu finden war. Die Reaktion der jungen Frau auf ihr Eindringen in die Wohnung und die Erklärung ihres Padawans. Sahra verneigte sich erstmal vor der jungen Frau, die Ferak ihr als Juna Choway vorgestellt hatte.

"Bitte entschuldigen sie mein Eindringen. Die Nachricht meines Padawans war ... irritierend und ich befürchtete, dass er meine Hilfe vielleicht dringend bräuchte. Aber wie es aussieht hat er es ja bis hier hin gut gemeistert."

Sie lächelte ihren Schüler an und ihre Blicke trafen sich. Die ungestellte Frage darin war für Sahra sichtbar und sie nickte kaum merklich, während sie der Aufforderung der jungen Frau und ihres Padawans nachkam und sich setzte. Die Frau servierte ihnen Tee und sprach den Sturm draussen an. Sahra schüttelte den Kopf.

"Keine Sorge. Die Sensoren haben die Sturmzelle angezeigt. Sie ist nicht so gross. Ein paar Stunden, dann sollte sich der Schnee wieder legen. "

Sie nahm eine Tasse dampfenden Tee´s entgegen und legte die Hände darum, während sie ihren Padawan und die junge Frau ansah.

"Ein Asyl-Gesuch also. Nun. Als Vertreter des Ordens der Jedi nehmen wir dieses Gesuch erstmal mündlich entgegen. Sind also quasi Zeugen. Man müsste noch ein schriftliches Gesuch einreichen, aber das käme dann später. Und mit dem Gesuch stehen sie auch unter unserem Schutz. Was für meinen Padawan und mich jetzt jedoch wichtiger ist: Sie waren bei den Sith und wir spüren die dunkle Seite in ihnen. Das bedeutet: Wir sind dazu verpflichtet sie in Gewahrsam zu nehmen- im Falle von Widerstand sogar in Haft. Der Schutz der Zivilbevölkerung steht für uns an oberster Stelle. Wir müssen jede Gefährdung auf ein Minimum reduzieren. Ich bitte sie an dieser Stelle um Verständnis. "

Sahra blickte der Frau in ihr organisches Auge , bevor sie weiter sprach.

"Und als nächstes ist es unsere Aufgabe, sie dem Rat der Jedi vorzuführen, wo dann bestimmt wird, ob sie für die Zivilbevölkerung eine Gefährdung wären oder nicht. Wir dürfen sie nicht einfach hier lassen, auch wenn das hier ein neutraler Planet ist. Allerding: Wenn der Rat befindet, dass sie ungefährlich sind, dürfen sie natürlich jederzeit hierher zurück kehren."


Die Jedi lächelte die junge Frau an.

"Und wenn ich mir das hier so ansehe, denk ich, dass sie da keine Probleme bekommen sollten.Machen sie sich da jetzt keine Sorgen. Sie waren bei den Sith und ich sehe dort auch Waffen liegen. Was genau haben sie bei den Sith getan? Waren sie eine Schülerin? Und wie sind sie hier her gekommen?"


Sie blickte zu ihrem hochgewachsenen Padawan und grinste kurz.

"Und wo wir grad dabei sind: Jedi-Meisterin ist nicht ganz richtig. Ich bin "nur" eine Ritterin. Aber es reicht, um sich in der Galaxis durchzuschlagen."


Sahra zwinkerte den beiden jungen Wesen zu .

"Wir wollen doch ehrlich bleiben, nicht wahr?"

Ehrlichkeit...das war es auch, was Sahra von der jungen Miss Choway erwartete. Das war jetzt das Wichtigste, wenn sie ihr Ziel erreichen wollte. Die Vorgaben des Ordens waren in diesem Falle klar und wenn die junge Frau Pech hatte, würde sie im Tempel tatsächlich noch eine Inhaftierungszelle von innen sehen, bis der Rat für eine Anhörung Zeit hatte.

"Ich könnte dem Rat eine Nachricht schreiben, noch bevor wir loswandern. Vielleicht hätte dann jemand gleich Zeit, wenn wir auf Coruscant landen. Das würde ihnen weitere Unannehmlichkeiten vor Ort ersparen."

Da sie auch die Furcht in der jungen Frau spürte, hob sie beschwichtigend die Hände.

"Und wir könnten den Sturm jetzt nutzen, um ihre Chancen weiter zu verbessern, wenn sie möchten. Die Dunkelheit in ihrer Aura ist nur eine Moment-Aufnahme. Sie könnten bis zu ihrer Anhörung noch ein bisschen was daran ändern. Bis die dunkle Seite komplett verschwunden ist, wirds zwar noch nen Moment dauern. Aber die Tendenzen wären deutlich anders als jetzt im Moment. "


Dieses Angebot war- zugegeben- ein verborgener kleiner Test. Wenn sie den Sith wirklich den Rücken gekehrt hatte, würde sie sich voll und ganz auf die "Bereinigung" ihrer Aura einlassen. Als Sith wäre sie der dunklen Seite wohl zu ergeben, um sich wirklich emotional von ihr zu lösen. Sie würde dieser Verlockung von Stärke nicht entsagen. Deshalb sah Sahra jetzt neugierig zu der jungen Frau, wie sie wohl auf dieses Angebot reagieren würde. Hin und wieder warf sie auch ihrem Padawan einen Blick zu, auch wenn sie ihre Haupt-Aufmerksamkeit jetzt besser auf die junge Frau richten sollte.

Ilum-Siedlung- Juna´s Wohnkuppe- mit Ferak, Juna und 5U-S3
 
{Ilum-System, Ilum, Siedlung, an Junas Wohnkuppel | Juna Choway, 5U-S3, Ferak, Sahra Kenobi}


Es gab Dinge die waren mehr als absurd. Diese ganze Geschichte hier auf dieser Eiskugel war ungewohnt. Sie saß einfach nur schweigend da. Die beiden Jedi waren ihr einfach unheimlich. Es war ihr immer nur eine Sache beigebracht worden. Jedi sind Feinde. Jedi mussten sterben bevor sie selbst getötet würde. Doch nun saßen sie hier. Spätestens wenn der Sturm sich gelegt hätte würde es zu einer Entscheidung gekommen sein. Einer Entscheidung welche ihr ganzes Leben betreffen würde. Die Jedi welche regelrecht in ihre Wohnkuppel gestürmt war hieß Sahra Kenobi. Am Ende war es Juna ein wenig unangenehm so vor den Jedi zu sitzen. Vorsichtig legte sie auch weiterhin eine Hand auf Suse als wäre der Droide in der Lage diese berührungen spüren zu können. Wenn man sie trennen würde… Es wäre für Juna das Schlimmste was passieren konnte. So wartete sie erst einmal ab wie das Gespräch weitergeführt werden würde. Gerade jetzt wusste die Rattataki nur eines. Sie hatte das Gefühl Ferak vertrauen zu können und auch die Frau strahlte eine angenehme Ruhe aus welche leicht auf Juna abfärbte und zumindest das Zittern ein wenig reduzierte. Allgemein hoffte Juna einfach nur, dass es bei einem Kennenlernen blieb.

Erst ein paar Sekunden nachdem Sahra sich gesetzt hatte schaute Juna die beiden Jedi an. Man erkannte sehr gut wie unsicher sie in diesen Kreisen war. Sie kannte einfach diese Art der Zusammenkünfte nicht. Hier aber saßen sie nun. Drei Wesen welche einst auf zwei Seiten gestanden haben um das Schicksal einer Person zu erschließen. Langsam wanderte Junas Blick nach draußen, nur um dann auf das Bild von Tabby zu Wandern. Es legte sich ein unangenehmes Schweigen auf die Kuppel. Die verunsicherte, junge Frau versuchte irgendwie mit diesen ungewohnten Eindrücken fertig zu werden während die Jedi anfing Juna anzusprechen. Sie entschuldigte sich tatsächlich? Sie wirkte so freundlich. Wie ein scheues Gizka musterte sie ihr Gegenüber und versuchte wieder leicht zu lächeln.

“Ehm… schon gut… ich kenne das. Man erhält eine Nachricht die einem Sorgen bereitet… Man handelt dann nicht mehr rational sondern emotional…”

Sie senkte leicht beschämt den Blick. Am Ende war Juna als Reaktion zu aggressiv gewesen. Eigentlich hätte sie sich ruhiger geben müssen und nicht sofort in ihren Kampfmodus begeben dürfen. Vorsichtig trank Juna ein wenig von dem Tee und nickte langsam. Ihre Sorge bezüglich der Dauer des Sturms war also unbegründet. Es war eine gute Nachricht. So würden die Beiden hier nicht unnötig lange festhängen. Es wäre ihr auch ein wenig unangenehm gewesen, wären die Jedi nun eine längere Zeit von den ihren getrennt gewesen. Daher schien es vorerst nicht so schlimm zu sein.

“Das freut mich zu hören. Ich meine… Nicht dass Eure Reisegruppe sich unnötige Sorgen macht. Ich meine… wegen der Dunkelheit die ein wenig auf dieser Siedlung lastet… Wärt Ihr früher hier angekommen… Nun ja… es war schön hier… Ich bin froh hier gelandet zu sein…”

Juna lächelte wieder so weit es ihr noch möglich war. Den Blick hielt sie nun ein wenig besser stand. Jedoch senkte sich ihr Blick immer wieder. Genauso fasste ihre Organische Hand regelmäßig an die Kette welche Tabby ihr geschenkt hatte. Irgendwie gab es Juna Kraft und das nötige Selbstvertrauen nicht panisch in die nächste Ecke zu kriechen und verzweifelt zu wimmern. Jedoch ließen die folgenden Worte der Jedi Juna ein wenig aufhorchen. Sie würde unter dem Schutz der Jedi stehen? War es wirklich möglich? Konnte es wirklich passieren…? Tabby musste wohl gewusst haben, dass es nicht so schlimm war wie Juna gedacht hätte. Diese alte Frau… Wieder wanderte Junas unsicherer Blick zu dem Bild ihrer alten Freundin zurück zu der Kerze. Vielleicht gab es doch Hoffnung in dieser Galaxie? Doch dann kamen Dinge zu tragen die Juna Angst machten.

“Gewahrsam?”

Es war erst einmal nur dieses Wort welches sie hervor brachte. Sie redeten vom Schutz der Bevölkerung. Nervös schlang sie die Arme um sich bei der Erinnerung was dieses Wort damals bei den Sith bedeutet hatte. Plötzlich kehrte das nervöse Zittern zurück. Leichte Wellen entstanden in den Teetassen als wäre ein Stein hineingefallen. War sie wirklich eine Gefahr? Für sich? Für andere? Aber sie wollte niemandem mehr wehtun! Warum? Warum war sie überhaupt sowas geworden? Nein! Sie durfte nicht nachgeben. Durfte die Kontrolle nicht verlieren. Nicht jetzt. Nicht hier. Sie durfte der Dunkelheit nicht nachgeben! Niemals! Einatmen… Ausatmen… Ruhig bleiben. Langsam schaute sie auf und in die Augen der Jedi.

“Ich bin keine Gefahr. Ich will doch nur mein Leben führen. Ich will nicht wieder eingesperrt werden. Ich will nicht mehr leiden. Die Schmerzen durch diese… diese…”

Juna krallte sich an dem künstlichen Arm fest. Ihr kamen die Tränen. Sie erinnerte sich nun nur zu gut an das was man mit ihr gemacht hat. Gewahrsam hieß immer ein Teil ihres Körpers ersetzt zu bekommen. Weggesperrt zu werden bis sie wieder hatte töten, foltern oder schlimmeres tun müssen. Sie schüttelte mit dem Kopf. Das erste Mal in der Gegenwart der beiden Jedi war es mehr als deutlich, dass sie diese ganzen Implantate nie gewollt hatte. Dass man sie gezwungen hatte. Gegen ihren Willen all dies getan hatte. Sie wimmerte leise. Hatte immer mehr Angst. Was wenn ihre Meister auf Bastion doch recht hatten? Was wenn man sie nun nur weiterentwickeln würde. Zu einer Waffe welche man auf alles los ließe was dort draußen irgendwo herum liefe? In ihrem Auge stand die pure Panik. Sie würde sich nicht fangen lassen. Sie würde nicht einfach aufgeben. Gerade als sie aufstehen und sich verteidigen wollte begriff sie, dass Gewahrsam bei den Jedi vielleicht auch etwas anderes bedeuten könnte.

“Ich darf… Zurück? Ich will wirklich niemandem etwas böses. Fragt die Bewohner der Siedlung! Ich bin nicht böse. Ich will nicht mehr… Nicht mehr das tun wofür man mich so gemacht hat… Ich will doch nur dass die Schmerzen aufhören…”

Sie bekam immer mehr Angst. Angst alles zu verlieren, was sie noch hatte. Da war nicht mehr viel. Nur diese Wohnkuppel, ihre Erinnerungen und Suse. Langsam beruhigte sich Juna und stupste Suse leicht ein wodurch der kleine Droide wieder zum Leben erwachte. Fiepend schwebte er bei den Fragen auf den Tisch um Energie zu sparen. Es war vielleicht das Beste es den Jedi zu zeigen. Was sie getan hatte? Auf die Frage ob sie eine Schülerin gewesen war schüttelte sie mit dem Kopf und stand auf. Sie trat vor ihren alten Helm und kehrte damit zu den Jedi zurück. Unsicher senkte sie ihren Blick. Sie wusste nicht wie sie anfangen sollte.

“Ich war… Am Anfang eine Art Leibwache für meinen ersten Herren. Er war… ok… er hat mich nicht oft geschlagen. Nur wenn ich es verdient hatte… Abgesehen davon war es keine schlechte Zeit. Er hat mir ein paar Dinge beigebracht nachdem er mich auf Rattatak eingesammelt hatte. Wir wurden sowas wie Freunde. Er merkte, dass ich nicht dazu gemacht war eine vollständige Sith zu werden. Er war ein guter Mann…”

Sie musste kurz inne halten. Der Alte Mensch war wirklich nach und nach von einem Herren zu einer Art Vater geworden. Suse zeigte ein paar Aufnahmen. Juna noch ohne Implantate an der Seite eines alten Sith der wohl nah am Rande des Todes war. Wenn man es nicht besser wüsste hätte man denken können, dass Juna seine Schülerin gewesen wäre. Meist trug sie eine Art Lanze oder mehrere Schwerter. Es tat ein wenig weh daran zu denken. Aber das war nur der Anfang. So musste die ehemalige Jüngerin einmal durchatmen ehe sie weiter sprach.

“Ich war nie mehr als eine Jüngerin der Sith und doch behandelte er mich irgendwann wie eine Freundin… Ich weiß nicht warum… Bis er eines Tages… Durch mein Versagen starb. Ich konnte dem anderen Sith nichts entgegen setzen. So verlor er sein Leben und ich bekam einen neuen Meister. Ein Wesen welches von Technologie besessen war… Implantate… Prothesen… alles… Anstatt zu bewachen schickte er mich los… Ich war damals… anders als jetzt. Ich wurde schließlich seit ich denken kann dazu gebracht zu töten. Ich kannte es nicht anders... Es war ein… Gefühl der Leere wenn ich daran zurückdenke… er trainierte mich darin zu töten… Ich kann nicht kämpfen. Nicht gut. Ich kann nur Wesen töten…”

Juna’s Stimme wurde zunehmen leiser. Ihr Blick leer. Sie mochte diesen Teil ihres Lebens nicht. Aber die Jedi wollten wissen was sie getan hatte. Warum sie nun so war wie sie war.

“Am Anfang war noch alles normal. So lange ich funktionierte war mein Leben in Ordnung. Dann entkam mir das erste Mal ein Ziel… Zur Strafe nahm er mir erst einen Finger. Er führte mein Versagen auf die Schwäche meiner organischen Komponenten zurück. Jedes Mal wo ich versagte wurde es schlimmer. Irgendwann sollte ich ein Kind und seine Mutter töten. Das Kind sollte dem Orden der Jedi übergeben werden. Doch ich konnte es nicht. Warum sollte ich ein Kind… fast noch ein Baby töten? WIE?! Das ist falsch! Absolut falsch!”

Juna schluchzte und schlang die Arme um sich.

“Meinem Herren war es egal. Er wollte seinem Spion… Dem Vater Leid zufügen. Aber ich konnte doch kein wehrloses Kind töten! Ich werde niemals vergessen wie viel Angst dieses Kind hatte! Dieser Blick! Könnt ihr euch vorstellen was es in mir auslöste?! Ich bin gegangen. Ich dachte ich wüsste was mich erwarten würde… Doch ich war dumm. Als ich nach diesem Auftrag Bastion erreichte… Mein Herr war außer sich. Er hat mich so lange mit der Macht bearbeitet bis sämtliche Knochen gebrochen waren. Seine Droiden schnallten mich auf diesem Tisch fest. Er trennte mir erst meinen Arm ab… Dann öffnete er den Schädel. Ohne Narkose. Ohne Betäubung. Ich dachte ich würde wahnsinnig…”

Ihr ganzer Körper bebte. Immer stärker bäumte sich die dunkle Seite im inneren der jungen Frau auf. Das schwache Leuchten flackerte. Drohte von der Dunkelheit verschlungen zu werden. Erst jetzt konnte Juna den Ausmaß ihrer wahren schmerzen nicht mehr zurück halten. Sie litt. Litt unter den Erinnerungen und dem was man ihr angetan hatte. Sie hatte damals jegliche Hoffnung aufgegeben.


“Er wollte mich immer mehr zu einer Maschine machen. Noch ein letztes Mal ging ich los. Ein letztes Mal versuchte ich eine gute Untergebene zu sein.”


Langsam schlich sich eine Kälte in Junas Stimme welche von der dunklen Seite in ihr zeugte. Kurz war da etwas boshaftes in ihren Zügen wie man es viel eher von einer Sith und einem Wesen ihrer Herkunft erwartet hätte. Eine unheilvolle Dunkelheit ging von der Rattataki aus welche von ihrem seelischen Schmerzen und jeglicher negativen Emotion genährt wurde.

“Ich zog wieder los. Versuchte gnadenlos zu sein. Ohne Gefühle das zu sein was mir bestimmt war zu sein. Eine Mörderin. Ein Werkzeug der dunklen Seite. Ich operierte mehrere Monate auf dem Boden der neuen Republik. Mein letztes Opfer sollte ein Jedi sein… Aber wieder zögerte ich. Ich zögerte und versaute es. Er war stärker als ich. Am Ende war er siegreich während ich größtenteils unter Trümmern begraben war… Ich verstand nicht was los war. Ich erinnerte mich an das Kind. Flehte um Hilfe und er befreite mich. Es war die perfekte Gelegenheit. Ich war bereit diese Schwäche zu nutzen um meinen Auftrag zu erledigen. Ich wollte ihn töten…”

Juna schüttelte ihren Kopf und streichelte Suse langsam.


“Doch ich konnte es nicht. Nicht mehr. Ich weiß nicht was mich davon abhielt. Er ließ mich gehen. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nicht was er in mir gesehen hat. Es war mir egal. Ich kehrte zurück nach Bastion. Ich versuchte darüber nachzudenken… Am Ende blieb mir keine Zeit. Suse bekam mit was mein Herr plante… Er hatte nur Vorwand um Vorwand erzeugt um aus mir die perfekte Symbiose aus einem denkenden Wesen und einem Droiden zu erschaffen. Er wollte die perfekte Waffe für die Sith bauen. Ohne schwächen wie Emotionen oder unnötige Gedanken. Ich realisierte wie sehr ich ihm dabei geholfen hatte. Suse klaute sämtliche Pläne von meinen Implantaten ehe wir uns in meinen Jäger gesetzt haben und los geflogen sind…”


Juna war sich unsicher wie die Jedi reagieren würden. Sie war damals genau das was man sicherlich einfach vernichtet hätte. Eine kaltblütige Killerin. Man konnte regelrecht spüren wie die dunkle Seite geradezu gierig versuchte die Fänge in die Reste des Lichtes von Juna zu schlagen. Aber da wo es kurz so wirkte, als hätte die dunkle Seite triumphiert war noch immer dieser unerschütterliche Funke. Dieses schwache Licht. Bei einem normalen Wesen wäre es kaum aufgefallen, durch die ganze Dunkelheit wirkte es schon fast strahlend. Wie ein Stern an einem ansonsten komplett schwarzen Nachthimmel war dieses leichte Funkeln immer noch da.

“Wir erreichten die Hyperraum routen. Wir beide waren immer zusammen… Seit ich Suse in der Schrottpresse gefunden habe in die mich ein paar Jünger einst geworfen haben waren wir zusammen. Als wir von Bastion entkommen waren wussten wir das erste Mal nicht wohin wir gehen sollten. Auf Rattatak bestimmten meine Eltern, dass ich in den Arenen zu kämpfen hatte. Mein alter Herr wollte, dass ich stets an seiner Seite blieb. Mein letzter Herr sagte mir stets was ich zu tun hatte. Doch dann… waren wir plötzlich so frei wie nie… Dennoch wussten wir um unser Problem…”

Juna schaute nun die Jedi traurig an.

“Wir konnten nicht im Raum des Imperiums bleiben. Die Sith hätten uns sofort gefunden. bei der Republik um Hilfe bitten? Wir wussten, dass mindestens einmal eine Überwachungskamera klar erkannt hat. Wir wussten also… Dass wir vermutlich im Raum der Republik gesuchte Mörder waren. Uns blieb also nur die Reise in die unbekannten Regionen. Wir suchten einen einsamen Planeten… Ohne Einfluss einer der beiden Seiten… Nur durch einen Zufall fanden wir diesen Planeten…”

Juna lächelte traurig. Es war das erste Mal gewesen, dass die junge Frau zumindest annähernd so etwas wie Hoffnung gespürt hatte. Mit den letzten Sätzen war wieder mehr Ruhe in die Stimme von Juna eingekehrt.


“Wir wollten uns eigentlich in einer Höhle abseits der Siedlung nieder lassen. Wir hatte Angst um unser Leben. Wir kannten nur den Umgang des Imperiums mit Wesen wie uns. Als ich nur ein paar Vorräte kaufen wollte traf ich dann Tabby… Eine alte Frau welche in dieser Kuppel gewohnt hatte. Sie ließ mich während eines Sturms hier leben. Das erste Mal in meinem Leben wurde ich nicht wie eine Maschine behandelt. Das erste Mal war jemand nett zu mir. Ich bekam etwas was ich nie zuvor hatte. Eine Freundin und ein zu Hause. Die Bewohner dieser Siedlung nahmen mich auf. Halfen mir mich zurecht zu finden. Tabby half mir bei so vielem. Brachte mir bei zu Kochen… Kuchen zu Backen. Sie zeigte mir… dass es ein anderes Leben gibt. Ich war glücklich… Auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte war unsere gemeinsame Zeit begrenzt. Ich habe an ihrem Bett gesessen bis sie starb… Sie hat mir vieles gegeben… Sie hatte mir immerwieder gesagt… ich solle bei der Republik um Asyl bitten. Ich konnte es aber nicht. Einfach weil ich wusste was ich getan habe. Ich habe unschuldige Wesen getötet… Ich habe gefoltert… Teilweise musste ich dabei zusehen wie ich es tat… Ich habe das alles doch nicht gewollt…”


Völlig verzweifelt schaute Juna nun die beiden Jedi an. Jetzt wo sie ihre gesamte Vergangenheit noch einmal gezwungen war durch zu gehen war Juna selbst geschockt davon was sie getan hatte. Wie viel Leid sie verursacht hatte. Was würden die Jedi nun aber machen? Langsam rollte Suse zurück zu Juna und versuchte sie zu beruhigen. Der Kleine fiepte traurig und kuschelte sich regelrecht wieder auf ihren Schoß.



{Ilum-System, Ilum, Siedlung, an Junas Wohnkuppel | Juna Choway, 5U-S3, Ferak, Sahra Kenobi}
 
[Weltraum (Republik) | Im Hyperraum nach Ilum | Star Explorer | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Ferak, Sahra

Mit dem Hintergrund zu verschmelzen war eine Fähigkeit, die nicht wenige Lauerjäger im Laufe ihrer evolutionären Entwicklung perfektioniert hatten. Arkadi erinnerte sich an Dokumentationen über Tiere, die stundenlang, tagelang, sogar wochenlang an Ort und Stelle verharren konnten, für das bloße Auge nahezu unsichtbar, weil sie ihr Erscheinungsbild an ihre Umgebung angepasst hatten. Sie schlugen ohne Vorwarnung zu, schnell und entschlossen, und ihre Opfer wussten nicht einmal ansatzweise, was mit ihnen geschah. Was für Tiere galt, galt umso mehr auch für intelligente Lebewesen: Tarnung war eines der Grundprinzipien jeder bewaffneten Streitmacht, die etwas von ihrem Handwerk verstand. Aber es war eine Sache, sich Blätter an die Uniformen zu kleben und das Gesicht zu bemalen, um in einem Wald eine imperiale Patrouille zu attackieren, und eine andere, im sozialen Schlachtfeld zu verschwinden. Unauffälligkeit war das Stichwort, etwas, das dem blonden Mann während seiner Ausbildung immer und immer wieder eingetrichtert worden war. Mimik, Gestik, Erscheinungsbild, Kleidung, die Art, wie man sich bewegte und mit anderen sprach, all das musste für die Rolle angepasst werden, die man spielte, und einer der besten Rollen war die der banalen, langweiligen und daher scheinbar vorhersehbaren und ungefährlichen Durchschnittlichkeit. Ein Mensch von leicht überdurchschnittlicher Größe, dessen Frisur ungefähr den gegenwärtigen Trends entsprach und dessen Kleidung seriös und dessen Verhalten den sozialen Normen entsprechend war, fiel in einer Menge ebenso wenig auf wie in einer kleineren Gruppe. Er war schlicht und ergreifend nicht interessant genug, um aufzufallen – bis es zu spät war. Verbunden mit einer gewissen verbalen Zurückhaltung und einer kooperativen Haltung konnte man so problemlos Gruppierungen unterwandern, die auf Konformität setzten. Teilweise war es ganz hilfreich, dieses fade Gericht mit ein wenig Würze zu versehen, um es doch ein kleines bisschen interessanter zu machen und andere glauben zu lassen, sie wüssten nun alles, wenn sie hinter dieses „spannende“ Detail kamen. Im Fall von Makish Gerahto war dies seine militärische Vergangenheit und der gelegentlich aufblitzende Charme. Facetten, die seinen Charakter runder machten und es ihm erleichterten, unbequemen Fragen aus dem Weg zu gehen.

Entsprechend dezent verhielt sich der Agent während des ganzen Eincheckens in die örtliche Herberge – weder abweisend noch übertrieben schweigsam, aber ganz klar mit einer nüchternen, geschäftsmäßigen Grundhaltung und eher oberflächlichem Interesse an den Leuten und der Unterkunft. Die Wahrheit sah selbstredend anders aus: Aufmerksam und hochkonzentriert sog er jedes Detail wie ein Schwamm auf, von den Verhaltensweisen der Einheimischen, ihrer Sprechweise und ihrer Stimmung bis hin zum Aufbau des Gebäudes, den technischen Gegebenheiten und der Verortung von Ein- und Ausgängen. Nicht minder interessant war das Verhalten der Jedi-Gruppe, auch wenn Arkadi bei deren Beobachtung ganz besonders viel Vorsicht walten ließ. Im Zweifel war es besser, etwas zu verpassen, als zu früh aufzufallen und die Tarnung zu sprengen. Sein Eindruck, was die Hierarchien anging, verstärkte sich noch einmal: Meisterin Kenobi hielt die Zügel fest in der Hand und man machte, was sie sagte. Insbesondere ihr Padawan Ferak schien bestrebt zu sein, sich in ihren Augen zu beweisen – möglicherweise eine kulturell bedingte Frage von Ehre und Stolz. Zabrak waren hervorragende Soldaten, auf die man sich im Zweifelsfall immer verlassen konnte, eine Eigenschaft, die Arkadi während seiner Zeit auf dem Schlachtfeld zu schätzen gelernt hatte. Was den Rest der Gruppe anging, war es noch etwas zu früh für eine Einschätzung, auch wenn er glaubte, langsam die wichtigsten Muster und Eigenschaften erkennen zu können. Und dann war da natürlich noch Dr. Kaveri: Kühl, logisch, unnahbar. Jedenfalls konnte man das glauben, wenn man sie lediglich oberflächlich betrachtete, aber hinter der dunkelhaarigen Ärztin steckte weitaus mehr. Zwischen ihr und dem „Sonderermittler“ hatte sich in den letzten Tagen eine Sympathie entwickelt, die Arkadi – trotz aller Distanz, die seine Mission erforderte – als sehr angenehm empfand. Ob Gespräche, Schweigen über Caf oder Sparring, die Zeit mit der jungen Padawan war...schön und er hatte das Gefühl, dass es ihr ähnlich ging. Aus vielerlei Gründen verzichtete der Agent darauf, zu beharrlich nachzuhaken, und so quittierte er auch ihr Erröten und die fehlende „rationale“ Begründung für das Doppelzimmer lediglich mit einem freundlich-zurückhaltenden Lächeln und einem Nicken, das Zustimmung signalisierte. Auf ihren Scherz sprang er dann allerdings doch an und sein Schmunzeln wuchs ein wenig in die Breite.


„Gründlichkeit und Fleiß sind der Schlüssel zum Erfolg. So steht´s zumindest auf dem Plakat in der Dienststelle – das dort seit Jahr und Tag schief hängt, weil sich niemand die Mühe macht, es zu korrigieren. So viel also dazu.“


Der vermeintliche Beamte gestattete sich ein selbstironisches, leises Lachen, bevor er sich zusammen mit Dr. Kaveri an das Verstauen des Gepäcks machte. Der Moment, als sich ihre Hände berührt hatten, war auch an ihm nicht ganz spurlos vorbei gegangen – ihm wurde bewusst, dass er für einen Augenblick tatsächlich den Atem angehalten hatte, und ein verräterisches Kribbeln huschte immer noch über seine Haut. Arkadi räusperte sich und es kam ihm nicht ungelegen, dass seine Gegenüber rasch ihren Rucksack schnappte und das Zimmer aufsuchte, mit nur geringer Verzögerung folgte er ihr, seine Taschen in den Händen. Beiläufig registrierte er, dass sein Herz immer noch etwas schneller schlug, doch der erfahrene Geheimdienstoffizier ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und sah sich rasch und gründlich um. Schlichte Einrichtung, ein funktionales, aber nicht kaltes Design, aufgelockert durch die rustikalen Holzmöbel und eindrucksvolles Fell am Boden. Praktisch genug – das Zimmer würden seinen Zweck erfüllen. Arkadi stellte seine Taschen ab und überlegte einen Moment, aber seine Gedanken kamen nicht nicht, denn als sich Dr. Kaveri – als sich Leela – zu ihm umdrehte und sich ihre Blicke trafen, spürte der Agent einen Kloß im Hals. Da war es wieder, dieses Gefühl von Spannung, von Anziehung und Zuneigung. Nein, mehr als das. Es lag eine beinah fiebrige Energie in der Luft und Arkadi stellte fest, dass er der Padawan so nah war, dass er ganz schwach ihren Atem spüren konnte. Nah. Zu nah? Es war weitaus mehr als eine Frage der räumlichen Distanz, und der Agent versuchte, sich auf ihre Aussage zu konzentrieren.


„Hm-hm.“


Brachte er eilig hervor, doch zu mehr fehlten ihm im wahrsten Sinne des Wortes. Was sich in den letzten Tagen entwickelt hatte, schien sich in dieser Situation – allein in diesem Raum – mit einem Mal zu verdichten, sie hatten zum ersten Mal tatsächlich so etwas wie Privatsphäre. Arkadi hielt inne, als Leelas dunkle Augen ihn in ihren Bann zogen, eine beinah hypnotische Qualität, und sein Atem stockte erneut. Vieles ging in diesem Augenblick vor, das sich weder in Worte noch in klare Gedanken fassen ließ, aber vielleicht war das auch gar nicht wichtig. Wichtig war nur, dass der blonde Mann langsam die Distanz zwischen sich und Leela verringerte – darauf achtend, ob ihr das unangenehm war – und dann sehr behutsam seine rechte Hand an ihre Wange legte. Ein kaum merkliches wohliges Zittern ließ ihn innehalten, als seiner Fingerspitzen ihre Haut berührten, doch weiteres Zögern gab es nicht: Arkadi beugte sich nach vorne und in einer sanften, weichen Geste berührten die Lippen des blonden Mannes die der Padawan, als er ihr in die Augen sah. Vielleicht richtig. Vielleicht falsch. Vielleicht...einfach nur das, was es war.


[Ilum| Siedlung | Herberge | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)
 
Ilum-Siedlung-Herberge- Sahra´s und Ty´s Zimmer- mit Sahra

Ty hatte es sich gerade in der Herberge auf dem Bett bequem gemacht, als seine Mutter in der Nasszelle verschwand. Ganz auf die Doku über das Leben auf einer tropischen Welt vertieft, bekam er nur am Rande die Aufregung mit, die seine Mutter nach dem Eingang der Nachricht erfasste. Allerdings riss er sich von dem Bildschirm los, als seine Mutter sich regelrecht in ihre Kleider stürzte und noch nichtmal ganz angezogen aus der Tür stolperte. Auf dem Flur konnte er hören, wie sie gegen eine Tür hämmerte und Sam rief.

“Mom? Was ist denn los?”


wollte er wissen, doch da eilte sie schon an ihm vorbei und die Treppen Richtung Eingang runter. Der Junge sah ihr mit einer Mischung aus Neugier und Resignation hinterher. Wenn etwas spannendes passierte, erzählte sie es ihm nie. Oder eben erst, wenn alles schon vorbei war.
Im nächsten Moment stand Sam vor ihm, bewaffnet mit einem Blaster und auf allen Vieren. Wenn Sam angespannt war, ging er immer auf alle Viere, weil er dann schneller war.

“Was ist denn los?”

fragte Ty erneut, doch sein Freund drückte ihm nur eine dicke Jacke in die Hand, damit er sie anzog. Da auch Sam so nervös war, folgte der Junge seinen Anweisungen und kletterte warm eingepackt auf den Rücken des Shistavanen. Davon mal abgesehen konnte der schwarze Wolfsartige richtig sauer sein, wenn Ty ihm nicht gehorchte. Etwas, dass Sam wohl von seiner Mutter gelernt haben musste. Ty grub seine Hand in Sams Fell und hielt mit der anderen die Kaputze fest, die- zusammen mit dem Fell- soetwas wie ein Mini-Zelt gegen den eisigen Wind bildete. Die Hitze, die Sam trotz des Fells noch abstrahlte, hielt Ty auf dem kurzen Weg zur StarExplorer halbwegs warm. Kaum an Board des Schiffes, verriegelte Sam die Tür und fragte, wie ihm der Trip gefallen hätte. Ty stemmte die Hände in die Hüften.

“Der Aufenthalt in der Herberge hätte etwas länger sein können und ich wollte noch einen Hügel suchen und runter rutschen. “


beschwerte er sich, während Sam sich schüttelte. Ty seufzte und stapfte los in Richtung der Kabine seiner Mutter.

“Komm mit, Sam. Ich föhn dich trocken.”

Seine Mutter hatte einen Föhn, auch wenn sie ihn praktisch nie nutzte. Aber Ty hatte seinen Spass daran, das üppige Fell seines Freundes damit zu bearbeiten. Während er das Gerät fertig machte,sah er nochmal Sam an.

“Und ich will wissen, warum Mom so aufgeregt war. Ist was mit Ferak?”


Das wäre die einzig logische Erklärung, wenn der Padawan allein raus gegangen und noch nicht zurück war. Sein Blick wanderte durch das Badezimmer seiner Mutter. All das kannte er auswendig und auch wenn er die StarExplorer gern hatte, so hatte er sich doch auf den Aufenthalt in der Herberge gefreut. Fremde Unterkünfte waren für Ty immer ein Abenteuer.


“Und was wollen wir hier machen? Mom hatte was von einem Sturm erzählt und so wie das draussen gewindet hat, sitzen wir hier gleich für ne ganze Weile fest. Meinst du nicht, wir sollten die anderen auch noch warnen? Leela, Mr. Gerahto, Meister Revan und so? Wenn eine Gefahr droht, sollten sie es auch wissen, meinst du nicht?”


Zugegeben,das war ein schlechter Versuch, Sam von einer Rückkehr zur Herberge zu überzeugen. Trotzdem musste er es versuchen. Er hätte die Zeit ohne seine Mutter jetzt gut nutzen können, um das Gebäude bis in den letzten Winkel zu untersuchen. Seine Neugier kitzelte ihn in Bauch, auch wenn es seit seinem letzten Abenteuer im Tempel einen faden Beigeschmack hatte. Schliesslich war diesmal kein Ian da, um ihn bei einbrechenden Böden vor einem schlimmen Sturz zu bewahren. Ty lächelte, als er daran zurück dachte. Es war so cool gewesen, als Ian alles verlangsamt hatte und selbst die grossen Trümmer kaum noch Gewicht zu haben schienen. Nur das Spinnennest, das hätte es dann nicht auch noch gebraucht. Sein Blick wanderte zu Sam, der ihn von den Spinnen befreit hatte.


“Du, Sam? Hast du vor etwas Angst?”


fragte er plötzlich scheinbar aus dem Nichts heraus. Wenn er so an die Kabbelspinnen dachte, war die saubere Star-Explorer vielleicht doch die besser wahl. Hier waren keine Spinnen, aber vielleicht wären in der Herberge irgendwo welche gewesen. Ty atmete tief durch. Doch, es war gut, auf der StarExplorer zu sein.

Ilum-Siedlung-Landeplattform- StarExplorer- mit Sam.
 
[Ilum - Siedlung - Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)

Einmal getroffen, hinterfragte Dr. Kaveri ihre Entscheidungen ausgesprochen selten. Allerdings ging es dabei in der Regel auch nur um die Wahl des richtigen Notfallmedikaments oder des richtigen Sägeblatts für ihre Knochensäge. Auf diesen Gebieten vertraute sie ihrem Urteil absolut. Sie lag nicht falsch. Niemals. Aber hier auf Ilum und in der Gesellschaft von Jedi galten andere Gesetzmäßigkeiten. Es kam ihr vor, als müßte sie ganz neu lernen wie die Welt funktionierte. Und nicht zuletzt zweifelte sie inzwischen, ob sie selbst noch die war, die Lianna ein paar Wochen zuvor verlassen hatte. Sie, die Berechnende, die Berechenbare. Die, die nie um eine Antwort verlegen war und stolz auf ihre Selbstbeherrschung, sprang plötzlich im Drogenrausch vom Dach, betrank sich mit einhändigen Chiss (Riuen) und nun - vielleicht war das auch die unausweichliche Konsequenz all dieser Dinge - verliebte sie sich Hals über Kopf in den ersten charmanten, intelligenten und gutaussehenden Mann, der ihr über den Weg lief. Als ihr das durch den Kopf ging, erklang irgendwo aus ihrem Unterbewußtsein ein unbeschwertes Lachen und erinnerte Leela an ihr jüngeres Ich aus weniger dunklen Tagen.

Nicht auszuschließen, dass es wirklich einen Zusammenhang gab, zwischen den Veränderungen, die sie in sich spürte und dem Verlassen ihrer Heimat. Der Gedanke war ein wenig beunruhigend. Als ob sie nur aus dem langen Schatten von Kaveri Manor hatte heraustreten müssen, um... Ja, was eigentlich? Um ihre Selbstkontrolle abzulegen, wie einen alten Mantel? War das denn überhaupt erstrebenswert? Der jungen Frau blieb keine Zeit mehr, über eine Antwort auf diese Frage nachzudenken, weil Makishs Blick den ihren gefangennahm und das kleine Herbergszimmer mit einem Mal noch mehr zu schrumpfen schien - bis es nichts mehr gab, als sie beide.
Für einen atemlosen Augenblick nahm Leela den wenigen Raum zwischen sich und dem blonden Mann als eine beinahe physische Barriere war - ein Hindernis, dass sie verzweifelt überwinden wollte, aber nicht wußte, wie sie das anstellen sollte. Makishs Nähe stürzte sie in solche Verwirrung, dass sie jedes zusammenhängenden Gedanken beraubt, ihn nur aus großen, dunklen Augen anschauen konnte, als er das tat, was sie nicht konnte: Die Distanz zwischen ihnen überwinden, indem er einfach eine Hand ausstreckte. So einfach.

Unendlich erleichtert schloß Leela einen Herzschlag lang ihre Augen und ihre Brust hob sich für einen zitternden Atemzug. Makishs Fingerspitzen, die über ihre Wange strichen, ließen die dunkelhaarige Ärztin kurz erschauern, dann aber schmiegte sie sich mit einem kleinen Lächeln sacht gegen seine Handfläche und blickte zu ihm auf. Vor zwei Tagen war der Beamte noch ein Fremder gewesen, aber als er sich nun zu ihr beugte, kam sie ihm ein kleines Stück entgegen, bis ihre Lippen warm und weich die seinen berührten. Noch während Makishs Lippen auf den ihren lagen, kräuselten sie sich zu einem zarten Lächeln und die junge Frau schob ihn ein Stück von sich, um ihn überwältigt von dem Glück, dass sie fühlte, für einen Atemzug in die Augen zu schauen.


"Immer noch im Dienst, Mr. Gerahto?"


Leelas Lächeln wurde breiter, dann zog sie Makish wieder zu sich und in einen weiteren, leidenschaftlichen Kuss. So einfach.


[Ilum - Siedlung - Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)
 
[Ilum | Nähe der Siedlung | StarExplorer] Azamthoth, Ty

Auf die Frage von Azamthoth ob Ty der kleine Trip gefallen habe stemmte dieser die Hände in die Hüften und meinte das der Aufenthalt in der Herberge schon etwas länger hätte dauern können, zudem wollte er noch einen Hügel suchen und von dort runter Rutschen.

„loDnal DamojlaHbe' 'e' yIchaw', Ha' Dunge'nIS.“ („Das kannst du immer noch, aber erst wenn deine Mutter Entwarnung gegeben hat.“)

Antwortete Azamthoth in einem ernsten Ton wärend er Ty zu der Kabine von Sahra folgte als sie in der Kabine waren machte Ty den Föhn fertig, und stellte gleich die nächste Frage, doch dieses Mal hatte er keine Antwort, er wusste nicht warum Sahra sie beide zurück zur StarExplorer geschickt hatte, allerdings konnte es mit dem Unguten Gefühl zusammen hängen welches sie verspürt hatten.

„va, jISawbe' 'e' vIHar.“ („Ich weiß es nicht, ich gehe mal schwer davon aus das bei ihm etwas nicht stimmt.“)

Azamthoth wäre zwar auch viel lieber jetzt mitten im Geschehen, allerdings hatte er eine Andere Funktion, da er viel mehr der Beschützer von Ty war, als ein Krieger. Zumindest ist das derzeit so. Das sich Ty fragte was sie nun auf der StarExplorer machen sollen, war eine recht gute frage, da der Sturm mittlerweile direkt bei ihnen war und sie nicht mehr raus konnten bis sich der Sturm gelegt hatte. Die bedenken von Ty was nun aus den anderen wird, konnte Azamthoth nicht wirklich nachempfinden, da diese entweder Jedi waren oder sich doch recht gut alleine Verteidigen konnten.

„ben ra'wI' chu'wI' vIpoSmoHbogh, bochmeH mIw vIpoSmoHmeH, mIchha' vIvoqta'. 'a chuqmeH ghu'vamvaD Human lutu'lu'taH.“ („Dafür würde ich die Com Frequenz benötigen, um Kontakt mit diesen aufzunehmen. Ich denke aber, dass die sich auch schon gut verteidigen können.“)

Auch wenn es ihm Persönlich relativ egal war ob man nun die anderen Informiert wollte er es, wenn überhaupt nur für Ty machen, um diesen zu Beruhigen. Auch wenn er eher vermutete das Ty versuchte ihn davon zu überzeugen wieder zurück zu gehen, allerdings war dies so gut wie unmöglich bei dem Sturm, selbst wenn Azamthoth es wollte würden sie vor Ankunft bei der Unterkunft erfrieren. Allerdings konnten sie tatsächlich eine Information an den Rest der kleinen Gruppe schicken, um diese vor etwaigen gefahren zu warnen, die sie erwarten konnten.

„ngoQvam DachavtaHvIS, tlhopRa'wI' Daleghchugh, be'nI''a'lI' DaDalaHchu'mo'.“ („Du kannst mir ja nachher noch die entsprechende Frequenz geben, und ich Informiere die anderen dann was los ist und dass sie die Augen und Ohren offenhalten sollen.“)

Hängte er noch an, um noch mal zu unterstreichen das sie nicht zurück zur herberge gehen werden, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Vielleicht können sie sogar noch mit Sahra aushandeln, das se mit zu diesen Höllen dürfen, auch wenn die Chance dafür ziemlich gering war, so hatte Azamthoth nun genug zeit sich genügend Argumente auszudenken damit sie mit zu den Höhlen dürfen.

„'ach qechvam vIyajbej.“ („Ich werde aber noch versuchen das wir zumindest mit zu den Höhlen dürfen, damit wir hier nicht nur auf dem Schiff herumsitzen.“)

Auch wenn es nur ein versuch war, hoffte Azamthoth durch diesen das Ty sich etwas mehr freuen konnte und über den Kurzen Aufenthalt in der Herberge nicht mehr so viel nachdachte, und auch über die Vorfälle welche sie in diese Lage gebracht hatten. Nachdem Ty fertig war ihn trocken zu föhnen kramte er sein Com gerät raus, und versuchte eine Verbindung zu Sahra aufzubauen, dennoch hatte er nicht wirklich großes vertrauen, da der Sturm die Verbindung immer wieder unterbrechen konnte und auch das Signal nicht unbedingt verstärkte, dennoch versuchte er es.

„qaStaH nuq? qaSpu' nuq?“ („Was ist los? Was ist Passiert?“)

Fragte er, als er ein relativ starkes Signal hatte, dennoch war es ein bangen ob seine Fragen überhaupt zu Sahra durch gedrungen waren oder nur rauschen ankam. Nachdem er etwas gewartet hatte schaute er Ty erwartungsvoll an und rechnete damit das der Sturm keine richtige Verbindung zulässt und er es nochmal über die StarExplorer versuchen musste, da diese ein stärkeres Signal hatte als ein normaler Kommunikator

[Ilum | Nähe der Siedlung | StarExplorer] Azamthoth, Ty
 
Zuletzt bearbeitet:
Ilum-Landefeld bei der Siedlung-StarExplorer-mit Azamthoth

Die Antworten seines felligen Freundes waren nicht gerade die, die Ty hatte haben wollen. Offensichtlich hatte Sam sie nur auf der StarExplorer eingesperrt, weil seine Mutter mal wieder Panik geschoben hatte. Ty seufzte und machte sich- nachdem Sam halbwegs trocken war- auf den Weg in sein Quartier. Da hatte er sein Freunde-Buch und schlug es auf.

"Also, ich hab die Com-Frequenz von Leela. Wer ist denn noch in der Herberge? Mr. Gerahto , Meister Revan und Owen, oder?"

Ty überlegte, dass die Gruppe ziemlich verteilt war. Hoffentlich würde niemanden etwas passieren. Die StarExplorer bebte unter den Sturmböen und Ty lief zu einem der Fenster. Draussen sah man nichts mehr, ausser wirbelnden Flocken.

"Wir sind jetzt ganz allein auf der StarExplorer und keiner kann zu uns kommen."

Auf der einen Seite war das beunruhigend. Auf der anderen Seite...der Junge fing an zu grinsen.

"Komm, Sam. Wir starten eine Invasion!"

Er holte alles nötige aus seinem Zimmer und trug es zu den Werkbänken. Bevor er aber anfing, für Sam und sich einen fernsteuerbaren Bürstenrenner zu bauen, ging er ins Cockpit.Das Com dort war stark genug, um durchs Weltall zu senden. Also würder er damit ja wohl die Herberge erreichen, von der nichts zu sehen war. Ty startete die Aufnahme.

Nachricht an Leela Kaveri

Hallo Leela.

Mom hat irgendwie Alarm geschlagen und Sam hat mich in die StarExplorer gebracht. Wegen dem Sturm kommen wir hier jetzt erstmal nicht weg. Weisst du,was los ist?

LG
Ty


Ohne weiter zu zögern sandte er die Nachricht ab und sah dann zu Sam.

"So. Nachricht ist raus. Ich hoffe , sie kommt durch."


Ty blickte zum Fenster raus und der Anblick des Sturms war wirklich etwas furchteinflössend. Hoffentlich zog er schnell vorrüber.

"Hoffentlich wehts die StarExplorer nicht weg."


Ilum-Landefeld bei der Siedlung-StarExplorer-mit Azamthoth
 
[Ilum| Siedlung | Herberge | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)

Eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Geheimdienstoffiziers im Außeneinsatz – vielleicht sogar die wichtigste Fähigkeit von allen – war die Gabe, andere Lebewesen „lesen“ zu können. In der Lage zu sein, die Gefühle, Stimmung, Motive und Bedürfnisse anderer zu erkennen, war essentiell, und jeder Agent, der etwas seinem Beruf verstand, wusste das. Nicht umsonst hatte findige Köpfe, in der Regel psychologisch geschultes Personal, viel Zeit und Energie investiert, um herauszufinden, was Leute im speziellen Kontext der Spionage antrieb. Die häufigsten Beweggründe waren im Grunde simpel: Geld, Ideologie, Erpressung und Ego. Arkadi erinnerte sich an ein Beispiel aus seiner Ausbildung: Einen imperialen Offizier, der Zugang zu geheimen Informationen hatte, sah man sich erst einmal in aller Ruhe an, prüfte seine Lebensumstände, seinen geistigen Zustand, sein soziales Umfeld. Hatte er Geldsorgen? Dann waren Credits ein probates Mittel. Gab es bei ihm Zweifel und Unbehagen an der real existierenden Ungerechtigkeit im Imperium, hegte er abweichendes Gedankengut? Appelle an sein Gewissen konnten hilfreich sein. Vielleicht betrog er seine Frau und es existierten kompromittierende Holoaufnahmen, die seine Karriere und seinen Ruf zerstören würden. Oder aber er fühlte sich in seiner Tätigkeit nicht ausreichend geschätzt, wurde vielleicht von seinem Vorgesetzten gegängelt und suchte nach einem Weg, es diesem heimzuzahlen. Nicht selten gab es mehr als nur einen einzigen Zugangsweg und ein fähiger Agentenführer versuchte in der Regel, sich über möglichst viele Methoden die Zuverlässigkeit des Spions zu sichern. Ein Imperialer, der angesichts des brutalen Umgangs mit Nichtmenschen begonnen hatte, mit der Neuen Republik zu sympathisieren, wurde vielleicht noch zugänglicher, wenn man ihm anbot, ihn bei seinen Geldproblemen zu helfen und im Fall der Fälle ihm und seiner Familie die Flucht und ein neues Leben zu ermöglichen. Es war eine hochkomplexe, gefährliche Tätigkeit, ein stetiger Tanz auf dem Drahtseil, bei dem jeder Fehler der letzte Fehler sein konnte. Aber es war notwendig. Es musste getan werden, und somit hatte sich Arkadi diesem geheimen Krieg verschrieben, der nie in die Geschichtsbücher eingehen würde. Was immer notwendig war, würde der ehemalige Soldat tun – aber manchmal war alles, was es brauchte, um eine Verbindung zu jemanden aufzubauen, etwas scheinbar so einfaches wie Freundlichkeit, Sympathie und Verständnis, ein offenes Ohr und die Chance, sich jemanden gegenüber zu öffnen. Vielleicht lag das größte Geheimnis aber auch darin, dass es gar keine Täuschung sein musste. Kein Betrug, keine Illusion. Sondern...echt.

Das, was echt war, war der schwierigste Teil. Arkadi hatte nicht die Absicht, die Expedition der Jedi in irgendeiner Form zu sabotieren. Er war hier, um Informationen zu sammeln, Informationen, die der Orden vielleicht lieber für sich behalten wollte, die ihm aber – zumindest in den Händen des NRGD – nicht schaden würden. Im Grunde prüfte der blonde Mann, wie gut die Sicherheitsvorkehrungen der Machtnutzer waren, wie gewappnet sie gegen Infiltration und Überwachung waren. Der laxe Umgang mit Sith, ob Gefangene oder Überläufer, hatte Zweifel geweckt, ganz besonders bei der Sektion Null, die mit einem anderen moralischen Imperativ agierte als der Jedi-Orden. Kontrolle war unter diesen Umständen besser als Vertrauen, denn Vertrauen war ein Luxus, den man sich in Arkadis Metier nicht wirklich leisten konnte. Also war er hier, im Hintergrund, hörte zu, beobachtete und versuchte, zu verstehen. Aber das war nicht der ganze Auftrag. Der andere Teil seiner Mission, so furchtbar kühl das auch klingen mochte, war Dr. Kaveri. Leela. Sie wusste Dinge, die das Potential hatten, gewaltige Erschütterungen im Sicherheitsapparat der Neuen Republik zu verursachen, und auch wenn seine Vorgesetzten es nicht offen ausgesprochen hatten – sie taten das so selten - , so wusste Arkadi doch, dass er hier war, um ihre Loyalität zur Neuen Republik zu prüfen und sie wenn möglich zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Das war der kühle, rationale Part seiner Mission. Aber nicht der einzige. Der Agent wollte, der Agent wünschte sich, der Agent hoffte, die dunkelhaarige Ärztin davon überzeugen zu können, dass sie auf der selben Seite standen, dass sie gemeinsame Ziele verfolgten. Sich selbst gegenüber konnte und musste er ehrlich sein: Er hatte eine tiefe Sympathie für die junge Padawan entwickelt, und das nicht erst seit dem Flug nach Ilum. Und es war diese Sympathie, diese Zuneigung, die ihn just in diesem Moment das tun ließ, was er tat. Ein wenig erschrak der Geheimdienstler vor sich selbst, als er sanft über ihre Wange strich und das Zittern ihres Körpers angesichts der liebevollen Berührung spürte, der Blick ihrer dunklen Augen lag auf ihm und schien alles zu sehen, alles zu wissen. Der Kuss, die Berührung ihrer Lippen, der kurze Moment der Distanz und dann das Glück, das aus ihren Worten sprach, das alles berührte Arkadi so sehr wie ihn noch nie zuvor etwas emotional berührt hatte. Er lächelte, fast ein wenig verschmitzt, doch in erster Linie einfach nur froh, und seine Stimme war leise und zärtlich, als er antwortete.


„Nicht im Dienst. Nicht hier und nicht jetzt.“


Sein Lächeln wuchs mit ihrem Lächeln und als die Ärztin ihn in einen leidenschaftlichen Kuss zog, ließ sich Arkadi darauf ein, ließ sich fallen und hielt sich einfach nur daran fest, wie sehr er sich darüber freute. Das Glück befeuerte die Leidenschaft, den Hunger nach mehr, nach Nähe und Intimität, und so dauerte es nicht lange, bis die Küsse und Berührungen des Agenten fordernder wurden, intensiver, als seine Lippen ihren Hals und ihre Schultern entlang wanderten und seine Hände begannen, über ihre Hüften zu streichen und an ihrer Kleidung zu nesteln. Federleicht fühlte sich Leela in seinen Armen an, als er sie hob und erst gegen eine Wand drückte und dann in Richtung des Betts brachte. Es war richtig. Es war...richtig.


[Ilum| Siedlung | Herberge | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)
 
/ Unbekannte Regionen | Illum-System | Illum | Siedlung | Junas Wohnkuppe | Ferak Koltari, Juna, 5U-S3, Sahra Kenobi\​


Der Wind außerhalb der Wohnkuppel nahm stetig zu, man konnte ihn heulen und an der Außenhaut rütteln hören. Im inneren war es angenehm warm, sie hatten Tee und Sahra begann damit Juna das weiter vorgehen zu erklären. Nicht nachdem sich beide beieinander entschuldigt hatten. Seine Meistern für ihr forsches eindringen und die Rattataki für ihr aggressive Grundhaltung. Eine Augenbraue des Zabrak wanderte leicht in die Höhe als er nun hörte was dem Flüchtling bevorstand, eine Anhörung vor dem Rat der Jedi, eine Verlegung von Illum nach Coruscant und im schlimmsten Falle Haft. Sicherlich war dies nur eine Möglichkeit, die nur dann ergriffen werden würde wenn es nicht anders ging. Und dennoch, würde eine Solche Androhung nicht jemanden der sich unsicher war was mit ihm passieren würde noch mehr verunsichern? Vielleicht sogar die bisher erreichten Schritte der Öffnung und Hinwendung zur Hellen Seite vernichten? Ferak atmete tief durch, konzentrierte sich auf den Raum und die Auren der Beiden Frauen. Er wollte mitbekommen sollte sich etwas in Juna verändern, irgendwie fühlte er sich für sie verantwortlich. Schließlich hatte sie sich ihm ergeben und so war es an ihm dafür zu sorgen das ihr nichts schlimmes widerfuhr, das diktierte ihm schon seine Ehre als Krieger. Und er spürte Angst und Verzweiflung von ihr, wie gerne hätte er ihr Trost gespendet, doch er wusste nicht wie. Am liebsten hätte er seine Aura ausgebreitet und sie darin eingehüllt, ihr mit seiner Aura, die im Gegensatz zu ihrer so rein wie frisch gefallener Schnee wirkte umschlossen, ihr zugeflüstert, sie müsse dies nicht alleine durchstehen, schließlich waren er und Meisterin Kenobi für sie da.

Als Sahra dann darauf hinwies das sie nur Jedi-Ritterin sei und noch keine Meisterin, öffnete der Dornenhäuptige seine Augen und blickte seine Meisterin an. Sie erwähnte, das sie doch ehrlich miteinander sein sollten und Ferak starrte sie weiter an. Er hatte nicht gelogen, sie war eine Meisterin, seine Meisterin. Das war alles was zählte, diese kleine Frau schickte einen erfahrenen voll ausgebildeten Iridonianischen Krieger auf die Bretter, aber sie war nur ein Ritter, kein Meister. Sie heilte Verwundungen in kürzester Zeit und gebot über eine wahre Fülle an Macht Kräften, aber sie war nur ein Ritter, kein Meister. Lächerlich!

Nun jedoch begann Juna von ihrem Lebensweg zu berichten, ihr kugeliger Droide rollte auf dem Tisch umher und die Rattataki redete von Emotionen und Erinnerungen gebeutelt. Mal war ihre Stimme nur ein flüstern, mal ein Schluchzen und ihr liefen die Tränen über die Wangen. Sie krallte sich an ihrem Kybernetischen Arm fest, als wolle sie ihn sich ausreißen, während sie von ihrem ersten Meister berichtete, der für sie eher eine Vaterfigur war als Herr und Meister. Sie berichtete von seinem Tod, wie sich nichts dagegen unternehmen konnte. Ferak verkniff sich den Kommentar, das wenn ihr damaliger Meister sie besser ausgebildet hätte sie ihn hätte verteidigen können. Er wollte sie nicht aus ihren Gedanken und ihrer Geschichte reißen.

Sie berichtete von Auftragsmorden, die sie für die Sith hatte durchführen müssen, sie war aufs Töten gedrillt worden, nicht aufs Kämpfen. Sie hatte eine gänzlich andere Philosophie verinnerlicht, nein eingeprügelt bekommen als er. Sie ging in einen Kampf um den Gegner zu töten und er ging in den Kampf um den Gegner zu schlagen, dafür musste man ihn nicht töten. Denn die größte Kunst war es einen Gegner zu besiegen ohne ihn wirklich zu bekämpfen. Nun folgten die berichte zu ihren ersten Fehlschlägen, zumindest in den Augen der Sith und ihres Herren Fehlschläge und die damit einhergehenden Strafen. Entsetzt wanderte der Blick des Zabrak von ihr zu Sahra und wieder zurück, erneut musste er sich beherrschen um nicht aufzufahren oder etwas zu kommentieren. Sie sollte es sich von der Seele reden und so nahm er einen Schluck Tee. Juna berichtete von einem Zusammentreffen mit einem Jedi, der sie besiegte und ihr danach noch half. Das Urteil ihres Herrn, von dem ihr Droide erfahren hatte und ihrer Flucht in die Unbekannten Regionen und rein zufällig auf diese Eiskugel namens Illum. Einen Planeten, zu dem es kaum bekannte Hyperraumrouten gab und auf dem es ein Heiligtum der Jedi gab. Das war kein Zufall, das war mehr als das, davon war der Padawan überzeugt. Der Flüchtling war erneut den Tränen nahe als sie noch einmal von der alten Frau namens Tabby berichtete, wie sie sich das erste Mal aufgenommen und geborgen gefühlt hatte. Nicht wie ein Ding behandelt, sondern wie ein denkendes, fühlendes Wesen.

Langsam wandte der Zabrak den Blick von Juna ab und sah seine Meisterin an, er bat sie quasi stumm um Erlaubnis, bevor er aufstand und den Tisch umrundete. Zunächst sah der Hüne auf die Kybernetisch veränderte junge Frau herab, bevor er ihr seine große Hand auf die Organisch Schulter legte und in die Hocke ging. Er schluckte einmal trocken und begann dann leise mit seiner tiefen Stimme zu sprechen.


Juna ich bin noch kein vollausgebildeter Jedi und ich spüre die Helle Seite in dir. Sie ist da tief in dir, was du getan hast waren furchtbare Dinge, doch hast du sie getan um zu überleben, nicht weil es deine Absicht war. Komm meditiere mit uns, lass diese Dinge hinter dir… und vielleicht, wenn du willst und Meisterin Kenobi es erlaubt. Zeige ich dir ein paar Bewegungsabläufe die mir helfen mich zu fokussieren, sie könnten dir auch helfen, von einem Killer zu… jemand anders zu werden.“

Ferak schaute die Rattataki an und versuchte sich an dem was er als Lächeln interpretierte. Er erhob sich und kniete sich dann einfach auf den Boden, er begann langsam und beständig zu atmen und hoffte das Juna und Meisterin Kenobi ihm bald folgen würden. Eine Gemeinsame Meditation, vielleicht eine wie sie Sahra und er auf dem Dach der Lagerhalle von Teth hatten, würde Juna sicherlich gut tun. Und danach, wer wusste das schon, würde ihre Aura vielleicht schon die Farbe von Krayt-Drachen Hörnern angenommen haben. Oder dieser kleine helle Stern wäre größer geworden, zumindest hoffte der Padawan dies.


/ Unbekannte Regionen | Illum-System | Illum | Siedlung | Junas Wohnkuppe | Ferak Koltari, Juna, 5U-S3, Sahra Kenobi\​
 
Ilum-Siedlung-Juna´s Wohnkuppel- mit Ferak und Juna

Der Sturm draussen gewann langsam an Stärke und Sahra hoffte, dass alle ihre Team-Mitglieder in Sicherheit waren.Aber die meisten waren ja erwachsen und der einzige Minderjährige hatte einen verantwortungsvollen Leibwächter. Also brauchte sie sich doch keine Sorgen zu machen. Das Ilum so ungemütlich werden konnte, war bekannt, aber Sahra hatte bei ihrem letzten Besuch wirklich Glück gehabt. Fürs erste konnte sie eh nichts tun, also konzentrierte sie sich auf die junge Frau vor sich. Sie war verängstigt. Verunsichert. Sahra fragte sich, was sie wohl erwartet hatte. Vor allem, als Sahra davon sprach, sie nötigenfalls unter Arrest zu stellen, schien pure Panik bei der jungen Frau auszulösen. Sahra hob darum schnell die Hände.

"Keine Panik. Ich informiere sie nur über diese Option, falls sie darüber nachdenken sollten, mich oder eines meiner Team-Mitglieder zu bedrohen. Solang das nicht der Fall ist, dürfen sie sich natürlich frei bewegen wie alle anderen auch.Ausserdem.."

Sie grinste Ferak an.

"...scheint mein Padawan einen Beschützerinstinkt für sie entwickelt zu haben. Also würd ich doch sagen, dass er für sie verantwortlich ist auf unserer Reise. Wenn sie also Fragen, Sorgen oder Bedüfnisse haben, wenden sie sich einfach an ihn. Er kann ihnen bestimmt helfen. Und wenn er nicht weiter weiß, weiß er zumindest, wen er um Hilfe bitten kann."

Es war ein Vertrauensbeweis an den Zabrak. Juna war mit der dunklen Seite verwoben und man wusste nicht 100%ig, wie sie sich verhalten würde. Aber Sahra glaubte daran, dass Ferak das managen konnte.
Wie um ihre Absichten noch einmal zu unterstreichen, bettelte das Mädchen quasi darum, einfach nur Leben zu dürfen und Sahra nickt verständnisvoll.

"Natürlich dürfen sie Leben. Soetwas wie Todesstrafe gibt es bei der Republik nicht und das Leben zu wahren ist oberste Priorität bei den Jedi. Also da müssen sie sich keine Sorgen machen."

Oberste Priorität...und Sahra war so grottenschlecht in der Umsetzung. Sie seufzte, wurde aber gleich wieder hellhörig, als die junge Frau von Schmerzen sprach.

"Die Implantate verursachen ihnen Schmerzen? Das sollte aber nicht sein!"

Sahra musterte die mechanischen Anhängsel der Frau, die viel zu viele waren.

"Ich bin Heilerin und wir haben sogar eine Ärztin im Team. Wenn der Sturm sich legt, könnte sie mal einen Blick darauf werfen. Ich bin keine Ärztin und sehe sowas vielleicht etwas anders. Und ... "

Die Jedi dachte einen Moment nach, ehe sie weitersprach.

"Naja, wenn das Asyl durch ist... vielleicht gäb es eine Möglichkeit, ihnen eine Behandlung zukommen zu lassen. Ich habe gehört, dass auf dem Gebiet der Klon-Forschung ziemlich viel möglich ist. Man könnte vielleicht eine Gen-Probe von ihnen nehmen und die fehlenden Körperteile nachziehen. Ich kann mir halt vorstellen, dass sowas ne ganze Weile dauert und auch nicht ganz billig ist. Aber ich würde es zumindest mal versuchen."

Es war ein Vorschlag an die junge Frau. Sahra wollte sich nicht ausmalen, was Juna schon alles mitgemacht hatte, doch in den nächsten Minuten erfuhr sie mehr davon, als ihr lieb war. Was das Mädchen erzählte, unterstrich Sahras Meinung von den Sith und ihr Unverständnis, warum der Rat Radan einfach so machen ließ. An einigen Stellen in Juna´s Lebenslauf atmete Sahra tief ein und warf ihrem Padawan einen ernsten Blick zu. Die Grausamkeiten der dunklen Seite, die in Juna´s Erzählungen deutlich wurden, unterstrich die Wichtigkeit der Arbeit der Jedi-Schatten. Diese jagten und töteten solche Kreaturen. Nachdem das Mädchen mit ihrer Geschichte fertig war, war Sahras Mund trocken und sie trank erst einmal einen Schluck Tee, während ihr Padawan bereit mit viel Einfühlungsvermögen auf die junge Frau einredete. Ihr Hilfe anbot. Sahra lächelte den Zabrak an und man sah den Stolz in ihrem Blick. Er hatte ein gutes Herz und würde ein sehr guter Jedi-Ritter werden. Vielleicht würde er nicht ganz den Rats-Vorstellungen entsprechen, weil er eben doch Gefühle hatte. Aber dafür war sie wohl selbst verantwortlich, weil sie es ja auch nicht wahr. Wie würde die Rätin Horn auf dieses Mädchen reagieren? Sahra wusste es nicht. Sie konnte nicht wie jemand anders reagieren. Nur wie sie selbst. Und darum nickte sie bei dem, was ihr Schüler sagte.

"Ferak spricht weise und ich befürworte alle Techniken, die ihnen jetzt in dieser doch anspruchsvollen Zeit helfen, wieder Hoffnung zu bekommen. Zu meditieren ist jetzt eine sehr gute Idee. Nur ich würde es vielleicht etwas anders formulieren. Ich glaube nämlich, dass "Killer" der falsche Begriff für sie ist. Ich habe einen Killer kennen gelernt, seine Absichten und seinen Antrieb gesehen und das fehlt bei ihnen. Sie haben all das- wie Ferak schon gesagt hat- nicht aus Spass oder Machtgier getan. Sie wurden gezwungen und manipuliert. Also würde ich diese Meditation unter die Fahne der Befreiung stellen. "


Sahra erhob sie sich, als Ferak sich bereits auf den Boden hockte und mit seiner Meditation begann. Sie trat ein Stück vom Tisch weg und hob eine Hand. Der Tisch mit allem was drauf stand erhob sich vom Boden, ebenso wie der Stuhl, auf dem sie gerade noch gesessen hatte. Beide schwebten ein Stück zur Seite und setzten dann beinahe lautlos auf dem Boden auf. Kein Tropfen Tee wurde vergossen. Eine saubere Levithation. Dann machte sie eine einladende Geste zu dem jungen Mädchen , sich zu ihnen auf den Boden zu setzen.

"Ich weiss nicht, welche Erfahrungen sie schon mit solchen Meditationen haben, Miss Choway. Darum würde ich sie gerne etwas anleiten und auch Ferak eine Aufgabe geben. Ausserdem bitte ich sie um Erlaubnis,sie mit der Macht berühren zu dürfen. Ich will sehen, ob ich meine Heiler-Fähigkeiten nicht nutzen kann, um ihnen zu helfen. Sie müssen keine Angst haben. Ferak ist auch schon in den Genuss gekommen und kann ihnen sicher bestätigen, dass ich da keinen Unfug mache. "

Sie lächelte, als sie sich ebenfalls hinsetzte. Als Juna sich hinsetzte, hielt sie ihr eine Hand hin.

"Berührungen sind zwar nicht nötig, aber vielleicht würden sie sich sicherer fühlen, wenn sie "Halt" hätten. "


bot sie der jungen Frau an und hielt auch ihrem Padawan eine Hand hin. Es war kein Muss, nur ein Angebot. Dann sah sie der jungen Frau in die Augen. Sie bemühte sich, beide Augen anzusehen und sich nicht nur auf das Organische zu beschränken. Schliesslich wusste sie nicht, was Juna über das mechanische Auge wahr nahm und ob sie sich nicht abgestossen fühlte, wenn sie ein Teil von ihr ignorierte.

"Also. Wenn sie bereit sind, schließen sie erstmal die Augen. Atmen sie. Fühlen sie, wie ihr Körper sich ganz natürlich zum Rhytmus ihres Atems bewegt. Wie die kühle Luft durch ihren Hals zieht, wenn sie einatmen. Und , vielleicht möchten sie etwas genauer hinfühlen, bis wohin die Luft kühl ist und ab wann sie Körpertemperatur erreicht hat. Beobachten sie ihren Körper eine Weile dabei, wie er atmet. Ganz ohne das sie irgendwas dazu beitragen müssten. Ohne, dass sie etwas steuern müssten. Und weil das so schön von alleine läuft, können sie sich jetzt auf andere Körperteile konzentrieren. Ich sehe, dass sie zittern. Zittern kommt von Anspannung, die durch Angst oder Aufregung ausgelöst wird. Suchen sie diese Anspannungen und lösen sie sie. Es gibt im Moment garnichts, worum sie sich Sorgen machen müssten. Nichts, wovor sie Angst haben müssten. Sie sind umgeben von Freunden und Liebe. Sie können sich einfach fallen lassen und müssen garnichts tun. Und falls sich doch wieder eine Sorge oder vielleicht sogar Angst nähern sollte, atmen sie einmal ganz tief ein und pusten sie sie nach draussen in den Sturm, wo sie weit, weit weggeweht werden. Fühlen sie sich wohl. Ganz entspannt. Und wenn sie etwas fühlen, was sie vielleicht noch nicht kennen, dürfen sie dieses Gefühl gerne beobachten. Was es macht, wie es wirkt. Es kann ihnen garnichts passieren. Sie sind geborgen in absoluter Sicherheit."


Ihre Stimme war immer ruhiger und leiser geworden, damit sie genau diese Ruhe in dem Mädchen auslöste und sie in eine leichte Trance führte. Ein Zustand, in dem man gut arbeiten konnte.

"Wenn sie sich wohl fühlen und ihnen bewusst ist, dass sie in Sicherheit sind, können sie anfangen an ihrer Befreiung zu arbeiten. Ihre Angst sind die dicken Ketten, die sie immernoch mit ihrer Vergangenheit verbinden. Stellen sie sich diese Ketten so deutlich wie möglich vor. Wie sie aussehen. Aus was sie gemacht sind. Ihr Gewicht. Ich möchte, dass sie sich darauf konzentrieren, diese Ketten abzuwerfen. Lösen sie die Verriegelungen und lassen sie sie fallen. Spüren sie, wie mit den Ketten auch das Gewicht der selbigen von ihnen abfällt. Werfen sie die Ketten ab, bis sie sich so leicht fühlen wie eine der kleinen Schneeflocken im Sturm draussen. "

Sahra wandte ihren Blick von dem Mädchen ab und sah Ferak an.

"Ferak darf seine Machtsinne jetzt auch ausweiten. Er ist ein Jedi. Das Licht! Er hat ja vorhin schon gesagt, dass er das Licht in Miss Choway gespürt hat. Den Kern, den es zu befreien gilt. Also könnte er ja schonmal anfangen, die Dunkelheit um diesen Kern herum zu erhellen. Sein Licht darauf zu werfen und es zurück zu drängen. Vielleicht kann er Miss Choway ganz in sein Licht einhüllen. Der Angst und der Verzweiflung mit Wärme, Geborgenheit und Hoffnung entgegentreten. Sich darauf zu konzentrieren, dieses dunkle Dickicht sanft aber bestimmt auszudünnen."

Sie wartete noch einen Moment ab,ob Ferak Hilfe bräuchte, ehe sie selbst die Augen schloss und sich in die Macht fallen ließ. Sie spürte Juna und spürte Ferak, der tatsächlich begann, ihren Worten folge zu leisen. Aber während Ferak sich um Juna´s Geist kümmerte, streckte Sahra ihre Machtfühler nach Juna´s Körper aus.

"Keine Angst. Es ist alles in Ordnung.Keiner wird ihnen weh tun."

Sagte sie noch einmal leise zu Juna und berührte sie sanft in der Macht. Taste behutsam nach den organischen Teilen und danach, wie diese mit den mechanischen Teilen verbunden waren. Es war eine perfide Arbeit, die man dann an der jungen Frau vorgenommen hatte. Offensichtlich war da mehr als nur bloßes Handwerk ausgeübt worden. Teilweise verschwammen die Grenzen, was darauf hindeutete, dass die Macht genutzt worden war, um Körper und Maschine möglichtst eng miteinander zu verbinden. Sahra tat erstmal garnichts ausser zu untersuchen. Sie versuchte zu erspüren, wo die Grenzen verliefen und versuchte herauszufinden, ob sie nicht irgendeinen Mechanismus auslöste, wenn sie versuchen würde, diese Verbindungen etwas zu lösen. Sie befürchtete irgendeinen Schutz-Mechanismus, der dem Mädchen doch noch Schmerzen zufügte. Zunächst fand sie nichts, was auf sowas hindeutete. Was sie aber sehr wohl spürte, war die permanente Reizung, die die mechanischen Teile auf die Nerven des Mädchens ausübten. Die Nerven waren dadurch so sensibel, dass jedes "Mehr" an Reizung ausreichte, um Schmerzen zu verursachen. Und sei es nur ein psychischer Reiz wie eben Angst oder Trauer. Man hörte ja oft, das seelischer Schmerz auch zu körperlichem Schmerz führen konnte. Dass es bei Juna so war, war offensichtlich. Also setzte Sahra an der Stelle an. Allerdings konnte sie das nicht einfach so tun. Sie zog sich erstmal zurück und öffnete die Augen. Um Ferak möglichst nicht in seiner Konzentration zu stören, rückte sie etwas näher an Juna heran.

"Bleiben sie in diesem schönen entspannten Zustand. Ich werde sie jetzt Berühren und ihnen helfen, sich hinzulegen. Alles weitere erkläre ich ihnen dann. Lassen sie sich von meinem Wurschteln hier garnicht stören. Es ist alles in Ordnung."


Sie sah sich um und entdeckte eine Wolldecke und ein Kissen auf einem Sofa. Sahra holte sich beides, breitete die Decke auf dem Boden aus und legte das Kissen darauf.

"Ich werde sie jetzt an den Schultern berühren. Sie werden sich dadurch aber nicht stören lassen sondern sich nur noch weiter entspannen."


murmelte sie leise und berührte die Frau an den Schultern. Sie drehte sie etwas um und legte sie dann sanft auf dem Kissen ab. Den Rest der Decke wickelte sie etwas um die junge Frau, damit sie nicht auskühlte. Dann legte sie ihr eine Hand auf die Schulter.

"Ich werde ihnen jetzt dabei helfen, etwas tiefer in diese schöne Entspannung zu fallen. Ihnen kann garnichts schlimmes passieren. Versprochen. Lassen sie es einfach geschehen. Lassen sie sich treiben."

Dann begann sie, Juna´s Bewusstsein leicht einzudämmen.

"Entschuldigung."

sagte sie leise in Ferak´s Richtung, weil sie seine Arbeit dadurch vielleicht etwas erschwerte. Sie würde Juna nicht ganz tief in eine Trance schicken. Nur so weit, dass ihr Schmerzleitsystem zu träge zum arbeiten wurde. Ferak würde dann immernoch arbeiten können, auch wenn es nicht mehr so klar war, Juna´s Aura zu erspüren. Nur wenige Augenblicke später konnte man meinen, das Juna tief schlief. Ihr Atem ging ruhig und gleichmässig, auch wenn sie von ihrer Umgebung jetzt vielleicht nichts mehr mitbekam. Zur Sicherheit überprüfte Sahra noch einmal den Puls. Er war normal. Nicht übermäßig langsam, wie es bei einer Tiefschlaftrance der Fall war. Zufrieden damit schloss sie wieder die Augen und konzentrierte sich auf die Nervenenden, die mit den mechanischen Teilen interagierten.Traute sich jetzt, sie mit der Macht sanft zu berühren. Sie waren vielleicht über Jahre nur grobe Impulse gewohnt, die sie als Schmerzreiz an Juna´s Gehirn weitergeleitet hatten. Sahra schob die Macht jetzt dazwischen. Legte sie wie eine heilende, schützende Membran um die gereizten Nervenenden und erlaubte ihnen damit, sich das erste Mal seit langem wieder zu beruhigen. Sich zu regenerieren. Den Schmerz erstmal zu vergessen. Diese Prothesen mussten weg, soviel war eindeutig klar. Wenn sie dort blieben, wo sie waren, würden sie den Körper des jungen Mädchens mit der Zeit soweit schädigen, dass ein Weiterleben vielleicht unmöglich wurde. Aber das konnte sie unmöglich machen. Dafür brauchte sie professionelle Hilfe und einen Ersatz, den das Mädchen dann auch brauchen konnte. Aber darum würde sie sich später kümmern. Erstmal würde sie dafür sorgen, das Juna sich besser fühlte, wenn sie aufwachte. Und mit Ferak´s Arbeit würde sie sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch besser fühlen.

Ilum- Siedlung-Juna`s Wohnkuppel- mit Ferak
 
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[Ilum - Siedlung - Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Owen, Arkon, Anwohner (NSC)

Sich jemandem nahe zu fühlen, sich einem anderen zu öffnen, war noch immer ungewohnt für Leela - und dass, obwohl sie schon für die noch recht frische Bekanntschaft mit dem Chiss Riuen über den ein oder anderen Schatten gesprungen war. Vermutlich lag es an dessen unverblümter Art, über ihre und seine eigenen Gefühle zu reden. Etwas, das die stille Ärztin zunächst beinahe schockiert, dann aber schließlich doch aus der Reserve gelockt hatte.
Das war mit Makish auf eine merkwürdige Art anders. Gleichzeitig vertraut und verschlossen waren da Dinge, um die sie in ihren Gesprächen einen Bogen machten. Einvernehmlich Themen streiften, aber nicht vertieften, andere ganz ausließen. In ihrer beider Blicke und Gesten lag eine Vertrautheit, als würden sie sich schon lange kennen, und doch stand etwas zwischen ihnen, dass wirkliche Nähe verhinderte. Leela konnte es nicht benennen, aber nach jedem Gespräch, nach jedem verbalen Geplänkel, wurde sie sich schmerzlich dieser Leerstellen bewußt. Jene Teile von Makishs Persönlichkeit, die unzugänglich blieben, genauso, wie die dunklen Seiten ihres eigenen Ich. Und jedesmal wuchs die Sehnsucht, sich dem anderen ganz zu offenbaren. Nichts mehr zurückzuhalten, nichts zu verstecken.

Woran sie mit Worten scheiterten, davon sprachen ihre Körpern in dem kleinen Herbergszimmer nun um so deutlicher. Nach dem ersten noch vorsichtigen, sanften Kuss trafen sich ihre Lippen mit einer hungrigen Intensität, als hätten sie ihr ganzes Leben auf diesen Moment gewartet erneut. Für einen unendlichen Augenblick gab es für Leela nichts mehr, außer Makishs Händen, seinem Atem und seinen Lippen auf ihrer Haut. Tief atmete sie seinen Geruch ein, fuhr mit ihren Fingerspitzen durch die kurzen Haare des blonden Mannes, ließ sie über seinen Nacken wandern und weiter, auf der Suche nach noch mehr Nähe, mehr nackter Haut, mehr... Makish. Als seine kräftigen Hände ihre Hüften umfassten, er die junge Frau anhob und ihre Füße den Kontakt zum Boden verloren, war er ihr einziger Halt - und mit einem Mal zuckte eine Erkenntnis in Leela auf. Ein Erinnerungsfragment brannte wie eine Sternschnuppe eine grelle Spur durch ihren Geist und verblaßte wieder, von der wilden Zärtlichkeit des ehemaligen Soldaten zurückgedrängt, bevor die junge Padawan es genauer betrachten und einordnen konnte.

Von etwas aufgewühlt, das sie nicht verstand, barg Leela ihr Gesicht an Makishs Brust, eingehüllt in seine Wärme, während er sie zum Bett trug. Ihr Puls raste und sie versuchte, den entflohenen Gedanken zurückzuholen, aber er war fort.


"Makish..."


Das zärtliche Flüstern war Frage und Bitte zugleich, doch Leela war sich nicht sicher, ob sie jetzt - oder jemals - eine Antwort wollte. Oder vielmehr Gewissheit, denn die Antwort auf die ungestellte Frage waberte schon am Rande ihres Bewusstseins. Und der dunkelhaarigen Padawan wurde bewußt, dass jene greifbar gewesen war, seit sie sich zum ersten Mal über die Aura des Beamten gewundert hatte, die so vertraut auf sie gewirkt hatte. Makishs Küsse hinterließen eine feuchte Spur auf ihrer Brust und sie wölbte sich ihm mit einem leisen Seufzen voller Begehren entgegen, bevor sie zitternd ihre Hände an die Seiten seines Gesichts legte und seinen Blick suchte.


"Makish..."


Beinahe ängstlich, aber voller Zuneigung sah Leela den schlanken Mann nur an. Die Frage hing zwischen ihnen...

[Ilum - Siedlung - Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Owen, Arkon, Anwohner (NSC)
 
[Ilum| Siedlung | Herberge | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)

Körperliche und emotionale Nähe von einander zu trennen war für viele Lebewesen schwierig. Und noch schwieriger war es, Nähe gleich welcher Art von dem zu trennen, was die Pflichterfüllung verlangte. Arkadi hatte Caf mit imperialen Sympathisanten getrunken und charmant mit ihnen geplaudert, Gespräche über das Wetter, die Familie und die große Politik geführt und dabei nie die Karten auf den Tisch gelegt, nie enthüllt, dass er jedes Wort wie ein Schwamm aufgesogen und auf verwertbare Informationen untersucht hatte. Jedes noch so winzige Detail konnte nützlich sein, nicht selten waren es die Kleinigkeiten, die zu Fallstricken wurden. Der Major im Ruhestand, der bei einem Glas Wein erwähnte, wie problematisch der Sand auf einer bestimmten Welt für seinen AT-AT gewesen war, die pro-imperiale Journalistin, die von ihrem durch Schmiergelder finanzierten Einkaufstrip erzählte, der scheinbar harmlose zivile Angestellte, der bei einer Unterhaltung unter Menschen durchblicken ließ, was er von seinen nichtmenschlichen Kollegen hielt – sie alle besaßen Teile des Puzzles, das ein Geheimdienstoffizier wie Arkadi zusammenfügen musste. Der blonde Mann hatte so etwas schon Dutzende Male gemacht, verschiedenste Masken getragen und Rollen gespielt und es nie, nie persönlich werden lassen. Das war, so hatte man es ihm während seiner Ausbildung immer wieder eingeschärft, unprofessionell und gefährlich, und um der Wahrheit die Ehre zu geben war es ihm nicht schwer gefallen, Distanz zu anderen zu wahren. Nähe bedeutete nämlich auch, sich den eigenen Dämonen stellen zu müssen. Aber dieses Mal war es anders. Leela war anders. So sehr es auch versuchte, Arkadi konnte nicht verhindern, dass es echt war, was zwischen ihnen passierte – so echt, wie es in einem Umfeld voller Geheimnisse, Intrigen, Verrat und Misstrauen sein konnte. Darin lag die Gefahr. Darin lag die Sehnsucht. Die Padawan und er, sie kannten sich und kannten sich doch nicht, öffneten sich und hielten sich doch vor einander verborgen. Es war die Ähnlichkeit, die ihn so faszinierte, der Abgrund zwischen ihnen, der doch manches Mal überwindbar schien. Und in diesem Augenblick war alles, was Arkadi wollte, sich fallen zu lassen.

Lippen fanden Lippen, Haut fand Haut, in einer stürmischen, fast verzweifelten Heftigkeit, die ihm den Atem stocken ließ und ihn schier überwältigte. Es war so, als wären Dämme gebrochen, als würde nun alles, was zuvor sorgfältig verborgen gewesen war, sich unerbittlich einen Weg bahnen. Arkadi küsste Leelas Hals und Schultern, während seine Hände an ihrer Kleidung zerrten, die dunkelhaarige Frau an sich zogen und in die Luft hoben. Sie fühlte sich federleicht an, beinah zerbrechlich, doch der ehemalige Soldat wusste – wusste ganz genau – dass dem nicht so war. Sie hatte Dinge erlebt und überstanden, die andere Lebewesen niemals verwunden hätten, und war nur noch stärker daraus hervorgegangen. In so vieler Hinsicht war Leela ungeheuer stark und diese Stärke war ein Teil der Faszination, die sie auf ihn ausübte, von der er mehr wollte, so viel mehr – und sich nahm. Schnelle Schritte brachten die beiden Liebenden, in eine innige, stürmische Umarmung gefesselt, zu dem Bett im Hotelzimmer und sie ignorierten beflissen dessen gequältes Knarren, als sie es einer anderen Verwendung als der Ruhe und Erholung zuführten. In der Kälte von Ilum bitter nötige Kleidung wurde abgestreift und achtlos bei Seite geworfen, in diesen Momenten bloß ein lästiges Hindernis, eine Barriere zwischen sich und dem anderen. Als die Narben an Leelas Körper sichtbar wurden, deren Ursprung Arkadi kurz stocken ließ, und die Padawan seinen Namen – seinen falschen Namen – wie eine Frage voller Wissbegier und Sorge zugleich flüsterte, als der Blick ihrer dunklen Augen den seinen suchte, wusste der Geheimdienstoffizier nur eine Antwort: Einen Kuss, der ihre und seine Lippen schloss und tröstend und voller Leidenschaft die gezeichneten Stellen ihres Körpers liebkoste, wie eine Wiedergutmachung. Von diesem Augenblick an waren Worte nicht mehr die Sprache, die beide benutzten, sondern die Bewegungen ihrer Körper, die fiebrige Hitze, die Laute aus ihren Mündern und das Geräusch von Haut, die leidenschaftlich Haut berührte. Es war eine Sprache, die ohne Fehler und Widersprüche auskam, ohne Zweifel und Unklarheiten, und sie mündete in Sätzen mit Ausrufezeichen, mit überwältigender Freude und Glück, die Arkadi die Ärztin in die Arme schließen und sie an sich schmiegen ließ.

Es war das überwältigende Gefühl der Glückseligkeit, des sich gefunden haben, das Arkadi in diesen Augenblicken alles unglaublich intensiver wahrnehmen ließ. Nicht der geschulte, kühle Blick eines professionellen Agenten, sondern die einfache und doch so komplexe Erfahrung des Geruchs von Leelas Haar, der Wärme ihres Körpers, des Funkelns in ihren Augen und des Lächelns auf ihrem Gesicht. All das und noch so viel mehr ließ den blonden Mann zufrieden sein – mehr als das: Glücklich. Vorsichtig, als könnte diese zarte Berührung alles zerstören, strich er über die Wange Padawan, betrachtete sie aus blauen Augen, denen in diesem Moment die Kälte eines Arkadi und die scheinbare Aufgeschlossenheit eines Makish gleichermaßen fehlte. Stattdessen lag etwas darin, das der Agent nur den allerwenigsten zuteil werden ließ: Gefühle. Genuine Gefühle.


„Ich wünschte...ich wünschte, es wäre alles weniger kompliziert...und einfach so wie jetzt. So wie jetzt.“


Flüsterte er und wusste, dass er gerade etwas ausgesprochen hatte, was in seinem Metier wertvoller als Gold war: Die Wahrheit. Die Wahrheit war gefährlich. Sie konnte Staaten stürzen und Kriege auslösen, Karrieren beenden und Bündnisse zerstören. Sie musste gehütet werden wie ein Augapfel, durfte niemals in die falschen Hände fallen. Das war ihre Macht – die erschreckende Macht der Wahrheit, die darin der Liebe gleich kam. Zwei Seiten der selben Medaille...gefährlich und mächtig gleichermaßen.


[Ilum| Siedlung | Herberge | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)
 
{Ilum-System, Ilum, Siedlung, an Junas Wohnkuppel | Juna Choway, 5U-S3, Ferak, Sahra Kenobi}


Die beiden Gäste waren langsam nicht mehr so Furcht erregend wie Juna sie noch am anfang empfunden hatte. Sie hatte einfach nur eine endlose Furcht gehabt. Allerdings war es genau diese Furcht welche sie nun wieder einnahm. Es bestand die Gefahr inhaftiert zu werden. Langsam schlang sie die Arme um sich. Sie wollte nicht weg gesperrt werden. Unweigerlich kroch die Furcht wie ein alles verzehrendes Monster in ihrem Rücken hoch. Die Erinnerungen an Bastion und den Dingen welche ihr dort widerfahren waren ließen sie zusammen sacken. Auf einmal kam ihr die Wohnkuppel viel zu klein vor was sich darin äußerte, dass Juna den Droiden auf ihren Arm nahm und anfing geradezu rastlos auf und ab zu gehen wobei sie hin und wieder kaum merklich den Kopf schüttelte. Sie musste sich einfach bewegen. Alleine um ihrem Kopf klar zu machen, dass sie genug Platz hatte sich zu bewegen.

Coruscant war ein Ort welcher ihr Angst machte. Dieser Planet war für Juna selbst jetzt das Zentrum ihrer Feinde. Doch waren demnach nicht auch die beiden Jedi hier ihre Feinde? Mit einem Mal blieb Juna bei ihrem Helm und den Waffen stehen. War es nicht ihre Aufgabe diese beiden Wesen zu bekämpfen. Ihr Puls beschleunigte sich. Wenn sie schnell genug zuschlug hatte sie eine Chance oder? Sie würde in der Lage sein beide zu töten und verschwinden zu lassen. Niemand würde etwas bemerken! Langsam streckte Juna eine Hand in die Richtung der Waffen aus, hatte dann aber kurz ein Gefühl als würde eine warme Hand auf ihrer Schulter spüren. Kurz glaubte Juna das Gesicht Tabbys vor sich zu sehen und wie diese den Kopf schüttelte. Sie wusste nicht wann es passiert war. Irgendwann als sie geendet hatte mit ihrer Vergangenheit hervor zu treten stand plötzlich der Zabrak vor ihr. Sie musste sich gesetzt haben. Spürte nun wirklich eine warme Hand auf ihrer Schulter. Seine Worte rissen nur mehr und mehr diese alten Wunden auf. Abermals krallte sie sich an dem kybernetischen Arm fest. Wünschte sich dass dieser einfach nur noch verschwinden würde. Die Schmerzen erschienen langsam unerträglich. Sie machten Juna langsam wahnsinnig. Sie wollte nicht sterben. Wollte doch nur leben. Selbst wenn ihr Leben hier nur kurz wäre. Sie würde nicht eine Gefangenschaft durch eine andere ersetzen. Wieder verspürte sie den Drang die beiden Jedi anzugreifen. Doch was würde es bringen? Außer noch mehr Leid? Noch mehr Probleme? Was sollte es bringen jetzt anzugreifen außer die restlichen Leute auf sie aufmerksam zu machen? Jetzt gab es noch die Hoffnung, dass sie mit einem blauen Auge davon kommen könnte. Daher Nickte sie nur stoisch mit einem leeren Blick. Durch die Panik und Ängste gepaart mit dem Drang zu töten erschien es fast so als wäre das Licht komplett erloschen. Als hätte sie aufgegeben.

Am Ende reagierte Juna etwas verzögert auf die Worte Sahras mit einem Blick der ihren inneren Schmerz widerspiegelte. Kurz gar von Hass zerfressen schien ehe Juna langsam anfing wieder ihre Atmung zu kontrollieren. Instinktiv kämpfte sie selbst jetzt wo das Licht in ihr erlöschen schien gegen die Dunkelheit an. Als wäre ihr Geist einfach zu stur, selbst jetzt wo ihre Niederlage gegen die dunkle Seite mehr als deutlich erschien, zu akzeptieren verloren zu haben. Mit dem Kampf um die eigene Ruhe kniete sich Juna nun zu Ferak der scheinbar versuchte zu meditieren. Die Aussage bezüglich der Implantate ließen Juna derweil knapp nicken.

“Meine Herren glaubten fest daran, dass ich dadurch nur stärker würde. Mich auf den richtigen Pfad bringen. Die Implantate müssen schmerzen damit ich nicht weich werde…”

Die Stimme klang kurz unnatürlich verzerrt. Es war ein Satz den man quasi in sie rein programmiert hatte sodass ihre Stimme mehr einer Maschine als einem Wesen aus Fleisch und Blut glich. Sie blinzelte ein paar Mal und fasste sich an den Kopf welcher ihr nun wieder so viele Schmerzen bereitete. Sie keuchte leicht. Wusste nicht was sie sagen sollte. Nickte dann aber langsam und suchte nun wieder den Blick der Jedi.

“es… tut… mir Leid… ich weiß nicht…”

Wo vorher der antrainierte Hass in ihren Augen gestanden hatte war nun wieder Verzweiflung zu erkennen. Verzweiflung durch die Zwänge welche ihre Vergangenheit in ihrem Geist verankert hat.Ihre Angst richtete sich gegen sich selbst und gegen ihre Gäste. Die Aussicht einen Arzt konsultieren zu können waren positiv. Hoffnung. Da war sie wieder Hoffnung irgendwann die Schmerzen los zu werden. Die Aussicht darauf diese Dinge los zu werden ließen die Mundwinkel leicht hoch zucken. Juna schaute den Zabrak etwas unsicher an. Sie nickte weiterhin bei den Worten der Jedi und schloss ihre Augen. Sie hatte so oft in ihrer Gefangenschaft eine ähnliche Position eingenommen. Ihre Atmung kontrolliert und sich auf Dinge fokussiert die ihr halfen. Konzentrierte sich auf ihre Wünsche und Träume. Auch wenn es nicht leicht war. Selbst jetzt nicht wo die Dunkelheit diese Hoffnung die Quelle all dessen was dieses bisschen Licht genährt hatte wie so oft verschlungen hatte. Man konnte spüren wie die Atmung der Rattataki ruhiger wurde. Wie die bis gerade noch zunehmende Kälte langsam wieder wärmer wurde. Langsam veränderte sich wieder etwas in Juna. Ihr Geist stemmte sich weiter gegen die Einflüsterungen der Dunkelheit. Jene Stimmen die sie dazu verleiten wollten die Jedi anzugreifen ignorierte sie nun völlig. Kurz blitzte nur ein schwacher Funke auf. Als würde jemand versuchen mit Steinen ein Feuer zu entfachen und dabei kläglich scheitern. Doch langsam entfachte abermals eine kleine Flamme. So wie zu dem Zeitpunkt wo sie einander das erste Mal getroffen hatten. Langsam öffnete Juna ihr Auge und schaute die Jedi an. Sie hatte, ohne dass Juna es bemerkt hatte den Tisch irgendwie beiseite geräumt und sich vor ihr hingekniet. Etwas unsicher schaute die Rattataki die Hand an welche man ihr hinhielt. Die Worte der Jedi ließen Juna leicht zögernd nicken ehe sie die Hand nicht physisch ergriff welche man ihr nun hinhielt. Vorsichtig nickte sie immer wieder bei den Worten. Ihr mechanisches Auge war inaktiv. Zu störend empfand Juna die Daten welche das Implantat ihr immer zu quasi direkt in den Kopf lenkte. So schloss sie ihre Augen und ging auf das ein was die Jedi ihr sagte.

Langsam beruhigte sich die Atmung Junas weiter. Sie fühlte ihren Körper. Die leichten Bewegungen bei jedem Atemzug. Es war schwierig sich auf die Atmung in dieser Intensität zu achten. Jedoch war es nicht unmöglich. Im Gegenteil. Mit jeder Sekunde erschien es ihr leichter. Selbst das Zittern schien sich langsam zu reduzieren sobald Juna klar wurde, dass zumindest jetzt und hier das Umfeld in dem sie war zumindest Sicher erschien. Wollte man sie töten, dann hätten die Jedi jetzt ihre Chance nutzen können, aber es kam kein Tod. Kein Ende. Nein. Sie war hier sicher. Unter Wesen welche vielleicht irgendwann Freunde sein konnten? Wieder spürte sie selbst wie ihr warm wurde. Als würde etwas sie in den Arm nehmen. Eine warme Aura. Ähnlich wie die kälte der Dunkelheit, dem was die dunkle Seite genannt wurde. Nur dass es sich warm anfühlte. Als würde man aus einem Kellerverlies in das warme Licht der Sonne treten. Juna versuchte dieses Gefühl zu verstehen. War dies Geborgenheit? War dies dieser Frieden der angeblich eine Lüge war? Wie konnte dieses Gefühl eine Lüge sein? Es fühlte sich an als würde sich ihr Geist erweitern. Ihr Horizont wuchs ins unermessliche gemessen an dem was Juna bis jetzt gewohnt war.


Entsprechend der Weisung der Jedi versuchte Juna die Ketten verbildlichen. Plötzlich fühlte es sich so an als wäre sie so sehr in den Ketten eingeschnürt als würden sie einen quälend engen Kokon um sie herum bilden. Sie wogen schwer. Als wären sie aus einem unnachgiebigen, schwarzen Stein geschaffen. Einen Stein der quasi nicht zerstört werden konnte. Doch hier und da waren sie. Risse in der sonst so glatten Oberfläche. Sie wandte sich. Kämpfte. Aber es half nichts. Sie sackte innerlich gefangen zusammen. Ihre Kraft wollte schwinden. Das konnte es doch nicht sein! Sie musste doch entkommen können. Kurz bildete sich ein Ebenbild Tabbys ab genauso von Suse. Irgendwie legten sie Juna eine art Feile in die Hand. Hilflos schaute Juna dabei zu wie die beiden langsam verschwanden. Was nun? Was sollte das? Die Feile war aber noch da. War das die Lösung? Juna wollte frei sein. Sie wollte nicht mehr so existieren! Es gab nur einen Weg diese Ketten los zu werden… Langsam fing Juna an zu feilen. Auch wenn es ewig dauern würde. Auch wenn sie nur quälend langsam voran kam. Die Zeit schien hier nicht zu existieren. Während sie ewig lange das erste Kettenglied durchtrennt hatten war für Juna eine Ewigkeit vergangen während draußen vielleicht nur wenige Minuten vergangen waren. Doch langsam löste sie so ihre Ketten. Auch wenn sie das Gefühl hatte Jahrhunderte bereits in diesem Zustand gewesen zu sein. Auch wenn sie verzweifelte. Auch wenn die Frage aufkam ob es das wert wäre. Während dieser Arbeit hatte Juna das Gefühl Ferak bei sich zu spüren. Spürte seinen Geist, aber auch jenen der Jedi. Langsam fielen die Ketten von ihr. Sobald die letzte Kette gefallen war sackte Juna auf die Knie. Atmete. Schnell. Hastig. Als würde dieses Abbild das erste Mal Luft bekommen. Nur nach und nach bemerkte Juna die Abstinenz sämtlicher Kybernetik. Sie starrte ihren Körper an. Als würde sie ihn das erste Mal in diesem Zustand sehen. Sie lachte. Sprang ein wenig auf und ab. Wenn die Jedi dieses Abbild sehen könnten konnte man das erkennen was Tabby auch ohne Macht hat erkennen können. Junas inneres war einfach nur ein Mädchen. Ein Mädchen das mental noch sehr Jung war und lediglich durch das was man ihr angetan hatte verdorben schien. Allerdings der Kern, eben der grundlegende Charakter welcher unter all dem Begraben war, war rein und unschuldig. Erst die auch durch die Implantate manipulierten Gefühle verzerrten das Ich der Rattataki. Es musste sich für die Jedi anfühlen, als würde das Licht im inneren der Rattataki regelrecht explodieren. man konnte das Gefühl fast greifen. Die Freiheit. Vorsichtig versuchte sie ihren eigenen Geist nach den beiden Gästen auszustrecken. Alles wirkte so angenehm. Auch wenn die Dunkelheit noch immer stark war, so schien das Licht in ihrem inneren das erste Mal stark genug sich ihr entgegen zu stellen. Juna spürte wie Sahra ihre Machtfühler nach ihr ausstreckte. Auch wenn sie kurz zurück schreckte, so öffnete sich Juna dem ganzen. Fast so wie sie es im inneren der Wohnkuppel getan hatte.

Die Jedi legte Juna hin welche nun langsam und immer mehr zur Ruhe kam und auch in ihrem Inneren weiter versuchte mehr über sich selbst zu erfahren. Dieses Gefühl war so angenehm. Warm. Ausschließlich angenehm. Langsam legte sich Juna auch so in ihrem Geist auf den Rücken und starrte nach oben wo ein rötlicher Himmel war. Sie wusste nicht mehr wo sie dieses Schauspiel gesehen hatte. Ob es aus einer realen Erinnerung oder einem Traum stammte. Jedoch fühlte Juna sich einfach nur glücklich.

“War es das was du gesehen hast?”


Flüsterte sie sich mehr selbst eine Frage zu welche sie nun am liebsten ihrer alten Freundin gestellt hätte. Ohne zu merken, dass sie die Worte selbst im inneren der Wohnkuppel gesprochen hatte. Auch wenn das Misstrauen noch nicht ganz abgeklungen war, so folgte Juna den Anweisungen und ließ sich fallen. Denn selbst wenn, ja selbst wenn dies nun ihr Ende wäre, wäre sie glücklich gewesen bei ihrem Ableben. So trat ihr Bewusstsein immer mehr in eine Art schlaf ein. Einen Schlaf, welcher Juna in eine Umgebung brachte welche angenehm war. Wo sie keine Angst mehr hatte. Die Panik nicht vorhanden war. Sie entspannte sich. War nicht mehr Sklavin ihrer Schmerzen. Was die Jedi von alledem mitbekommen würden wusste Juna nicht. Sie interessierte sich auch jetzt gerade nicht dafür. Sie wollte zumindest das Glück genießen. Sich darauf einlassen. Auch wenn jede Zelle ihres Körpers sich dessen bewusst war, dass sie nach dem Aufwachen vermutlich wieder die alten Schmerzen hätte. Das alte Leid, jedoch hier und jetzt würde Juna sich dem was sie wahrnahm voll und ganz hingeben. Ihr innerstes war wie eine Quelle des Lichtes. Langsam konnte man erkennen, wie stark und rein das Naturell der Rattataki war. Wie viel Kraft ihr Geist aufgewandt hatte um zumindest diesen reinen Kern zu bewahren. Trotz der Folter, trotz des Leids hatte ihr Geist stets diesen Kern beschützt. Fast als hätte er gehofft eines Tages auf Wesen wie die beiden Jedi zu treffen, die ihn erretten würden. Nein. Juna war nicht verdorben. Nur ein Wesen welches künstlich auf einen Pfad gezwungen war den ihr Innerstes zutiefst ablehnte. Da war keine Lust zu töten. Unter all den Schichten welche ihren Charakter ausmachten konnte man immer stärker die Reue spüren. Bei jedem Mord, bei jedem Wesen welches sie hat foltern Müssen spürte man die Reue. Selbst dann wo man mittels Hormone und der Implantate ihr dieses Verhalten als gut zu verkaufen. Man hatte tatsächlich versucht mit künstlich injizierten Stoffen vor zu gaukeln, dass es ihr gefallen würde. Jedoch war nun der Beweis erbracht, dass Juna eben nicht dazu bereit gewesen war. Jedoch konnte man auch spuren dessen erkennen, was der Plan ihres Herren gewesen war. Die Perfekte Attentäterin zu erschaffen. Die perfekte Mörderin. Alles schien darauf ausgelegt zu sein, sollte die Notwendigkeit bestehen, aus Juna quasi komplett eine Maschine zu machen welche nur tat was man ihr sagte. Ein Naiver Geist wie der ihre aus Sicht der Sith war wie gemacht dafür. Formbar. Leicht in eine beliebige Form zu pressen. Allerdings war es Juna gewesen welche durch ihren reinen Geist einen Strich durch die Rechnung machte. Wenn man die Ausmaße der Manipulationen erkannte, dann war es regelrecht ein Wunder, dass die Sith keinen Erfolg in ihrem Handeln hatten. Dass Juna selbst jetzt noch nicht komplett verloren war. Es war klar zu erkennen, dass Juna mit der richtigen Anleitung und ohne die Implantate in der Lage wäre eine gute Jedi zu sein. Doch würden dies auch die beiden Besucher bemerken? Bei all dem Licht was gerade von ihrem Inneren ausging war stets klar, dass Juna in Wachzustand wieder quasi von der Dunkelheit eingehüllt wäre. Jedoch war nun die Struktur klarer. Das Licht war nicht schwach. Es wurde nur sehr stark von der Dunkelheit angegriffen, sodass sie sich wie ein Kokon um den Hellen Kern legte und ihn damit ohne tieferes Eindringen teils komplett verborgen war. Begraben unter dem Meer aus Dunkelheit. Als wäre dort wo ihr Kern ist nur pure Finsternis, jedoch jetzt in diesem Moment schien dieser Kern zumindest kurz freigelegt zu sein. Wie ein Diamant den man aus seinem Käfig in einer Höhle befreit hatte.




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Er hatte sich in der Wohnkuppel auf dem Boden niedergelassen, seine Augen waren geschlossen und dennoch sah er den Raum und die beiden Frauen darin klar vor sich. Eine dunkle Gestalt und eine helle, die dunkle war immer wieder von Schlieren aus grau durchzogen, fast so wie sich auftürmende Gewitterwolken. Gewitterwolken, die die Sonne verbargen und ihr Licht fast nicht durchließen. Hier und da zuckte ein Blitz durch die Wolken, ein Licht das zwar Hell war aber destruktiv wirkte. Dagegen war die helle Gestalt wie der Himmel an einem kalten Wintermorgen, klar, kalt erfrischend und so rein das die Lungen beim Einatmen kurz brannten. Ferak ließ sich etwas tiefer in die Macht fallen, als er von Juna hörte was ihre Herren über Schmerzen und Stärke gesagt hatten. Ein schnauben entfuhr ihm und brummend sagte er:

“Schmerzen zu ertragen hilft einem Stärke zu finden, doch permanent führen sie zu einer Schwäche. Deine Herren waren nicht gut…“

Der Padawan brach ab, er wollte der Rattataki keine Vorträge halten, er selbst hatte in seiner Ausbildung und auch danach schmerzen ertragen müssen, gelernt sich, seinen Körper und seinen Geist abzuhärten. Doch dies war wirklich nur zum Stählen des jungen Kriegers gedacht gewesen und nicht um ihn leiden zu lassen. Nicht so wie das was die Sith mit Juna getan hatte und durch die Implantate noch immer taten.

Meisterin Kenobi begann damit Juna in eine Meditation zu führen und nach einiger Zeit erlaubte sie ihm sich mit seinen Sinnen auszuweiten, sie einzuhüllen und dem Flüchtling zu helfen. Er sollte ihr Helfen das Licht in sich zu finden und zu stärken, die Dunkelheit zu bekämpfen und ihre Ängste lindern. Und so atmete der Zabrak tief durch und drang in den Strom der Macht ein der sie alle verband. Er ließ sich mitreißen, wie von einem Wildbach und steuerte nur so viel das er in der Mitte der Stroms blieb. Von hier aus sammelte er die Macht um sich und weitete sich und seine Aura aus um die dunkle Aura neben sich einzuhüllen. Nicht wie eine Lawine, die alles erstickte, eher wie eine warme Decke oder ein Pelz vor einem Feuer. Doch noch fehlte dieses Feuer, er bemerkte wie funken aufstoben, doch es fehlte der Zunder und der Wind. Mit dem Ausatmen seines Körpers blies er leicht auf die dunkle von Angst verknotete Aura, um dem Funken beim Glimmen zu helfen. Der Funke glomm und wurde eine kleines Flämmchen, doch diese beleuchtete nun die Ketten die sich wohl um Junas Geist schlangen, die sie niederdrückten und banden. Er gab dem Flämmchen mehr Zunder, ließ er heller und wärmer werden damit Juna die Schwachstellen in ihren Ketten sehen konnte, denn er traute sich nicht mit Kraft ihre Ketten anzugehen. Er hätte es sicherlich gekonnt, doch was hätte er ihr damit angetan? Sie musste sich selbst befreien und wenn alles was er für sie tun konnte war ihr das Licht zu halten damit sie arbeiten konnte, dann würde er dies tun. Unermüdlich arbeitet die junge Rattataki an ihren Fesseln, unermüdlich drang die Dunkelheit auf sie ein, doch er war bei ihr, stand mit seiner Aura bei ihr und hielt die Flamme, leuchtete ihr und hielt die Schatten fern. Er, Ferak war als Wächter ausgebildet worden und so stand er nun Wache und wenn es ein Äon dauern würde.

Doch letztendlich viel das erste Kettenglied den Bemühungen Junas zum Opfer und mit einer Eruption aus Licht zerbarst auch der Rest der Ketten und eine helle Aura stand vor dem Zabrak. Klein, zierlich und dennoch kräftig. Leise murmelte er:


“Da bist du ja, h’sletret ku.“ (kleine)

Der Padawan freute sich für sie, auch wenn er merkte das er es schwerer hatte bei ihr zu bleiben, da seine Meisterin etwas tat, was ihn aussperrte. War er froh das die Rattataki diesen ersten Schritt geschafft hatte. Ihre Aura schien sich entspannt zur Ruhe zu betten und Ferak versuchte sich noch einmal in diese sinnbildliche Decke einzuhüllen die er mit seiner Aura schuf, bevor er sich leise und Langsam zurück zog. Er wollte ihr einen Teil Privatsphäre lassen.

Auch von weiter weg betrachtet wirkte ihre Aura nun heller, stärker, fast so wie die Sonne von Hochnebel verschleiert wurde. Es war hell, es gab einen Leuchtenden Kern der durch den Nebel stieß und mit genug Zeit die Schatten und das Dunkel zerfasern lassen würde.

Der Padawan schlug seine Augen auf und sah seine Meisterin lange an, er wartete auf ein Zeichen das sie nicht mehr hochkonzentriert am Arbeiten war. Dann begann er leise zu flüstern, was bei seiner Stimme fast wie das leise brummen eines Bärs wirkte.


“Ich konnte sie sehen, sie war direkt vor mir… den Kern ihrer Aura. Wie ein Mädchen das zum…. Zum ersten Mal die Sonne sieht. Es war… unglaublich…“

Ferak stockte da er einen Kloß in seinem Hals spürte, was war nur los mit ihm? Er faste sich ins Gesicht und hatte Feuchtigkeit an seinen Finger, warum weinte er? Er legte den Kopf schief und sah Sahra fragend an.

“Könnt ihr mir das erklären?“

Verständnislos hielt er seine von Feuchtigkeit glänzenden Fingerspitzen seiner Meisterin entgegen. Dem Zabrak war das Konzept des Weinens bei Trauer nicht unbekannt, aber warum liefen ihm im jetztigen Moment Tränen über die Wangen?


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Es lief besser,als sie erwartet hatte. Die junge Frau nahm die Heilung und die Fürsorge dankbar an. Öffnete sich dem, was geschah. Wollte diese Veränderung. Und so geschah die Veränderung. Langsam, doch unaufhaltsam wie ein Lavastrom. Sahra konnte spüren, wie Juna gegen die Dunkelheit und ihre Ketten ankämpfte und wie Ferak ihr beistand. Dem Mädchen Kraft,Zuversicht und vor allem Halt gab. Plötzlich geschah etwas, dass dem Entstehen einer Sonne glich. Einer Sonne, deren Kettenreaktion in Staub und Dunkelheit plötzlich zündete. Auch Ferak hatte das natürlich wahrgenommen und begrüßte den "Kern" von Juna, was Sahra schmunzeln ließ. Er machte es richtig!
Kurz bevor Juna in die Trance glitt, fragte sie jemanden eine Frage, die Sahra eine Sekunde irritierte. Dann verstand sie. Die alte Dame vom Holobild musste das gute Herz in Juna schon zuvor erkannt haben. Warum sonst hätte sie Juna sonst geholfen? Sahra blickte mit einem Lächeln auf das Bild der Verstorbenen und dankte ihr unbekannterweise und im nachhinein für ihren Blick hinter die Kulissen. Juna hatte noch einen weiten Weg vor sich. Aber sie hatte jetzt den ersten Schritt getan und würde mit etwas Unterstützung und Beharrlichkeit ihr Ziel erreichen. Und vielleicht lag dieses Ziel sogar im Jedi-Orden.
In den nächsten Stunden konzentrierte sich Sahra auf die Heilung von Juna´s organischem Körper. Das Mädchen würde definitiv eine Veränderung spüren, wenn sie erwachte. Eine Positive. Ihre Schmerzrezeptoren waren zuvor so überreizt gewesen, dass winzigste Reize gereicht hatten, um ihr weh zu tun. Der mentale Schmerz hatte seinen Beitrag dazu geleistet. Jetzt hatte sich das ganze System erholen können und Juna hatte mit Ferak's Hilfe auch auf mentaler Ebene Stress und Schmerz abbauen können. Selbst wenn die Implantate ihr jetzt wieder zusetzen sollten, würde sie es für eine Weile besser verkraften.
Der Sturm um die Kuppel wurde langsam leiser, was Sahra zum Anlass nahm, ihr Arbeit fürs erste zu beenden und Juna in einen normalen Schlaf fallen zu lassen, aus dem sie aufwachen konnte, wenn sie ausgeschlafen hatte. Einmal tief durchatmend öffnete sie die Augen und erblickte Ferak, der immernoch in der Runde sass und sie ansah. Er schilderte ihr seine Wahrnehmung, bis seine Stimme rau wurde und Tränen seine Wangen herab liefen. Sahra lächelte verständnisvoll, bis er eine seiner Tränen mit der Hand abwischte und ihr hinhielt. Er verstand diese Reaktion nicht, was überraschend und logisch gleichermaßen war. Als Krieger war es wohl nicht üblich, Emotionen zu zeigen. Aber keine Ausbildung konnte das Wesen einer Person derart ändern. Ferak hatte einfach ein gutes Herz, dass hinter einer Rüstung aus Transpari-Stahl schlug.

"Tränen sind nicht nur Zeichen der Trauer, Ferak. Tränen sind ein Zeichen, dass du gerade mehr fühlst, als du es bisher kennst. Und das kann auch Freude und Erleichterung sein. Und auch Liebe. Jetzt nicht unbedingt diese Liebe, bei der man dann Händchen haltend durch die Stadt schlendert. Es gibt ja noch andere Formen. "

Ihr Blick wanderte zu dem schlafenden Mädchen.

"Die Macht geht seltsame Wege und verbindet manchmal zwei Wesen miteinander. Das du Juna so schnell in deinen Schutz gestellt hast, könnte durchaus ein Zeichen dafür sein. Dadurch bist du auch emotional mit ihr verbunden und ihr Schicksal berührt dich."

Sie lächelte ihren Padawan an und hob jetzt mahnenden den Finger.

"Ich finde es gut, dass du deine Emotionen zeigst. Allerdings musst du lernen zu unterscheiden zwischen Mitgefühl und Mitleid. Mitgefühl ist wichtig. Es ist das, was dich dazu veranlasst hat, Juna unter deinen Schutz zu stellen. Mitleid könnte auch ein Auslöser für deinen Tränen jetzt sein. Weil du gesehen hast, wie Juna wirklich ist und was sie schon die ganze Zeit hätte sein können. Wär sie im richtigen Umfeld gewesen. Dieses Mitleid hindert dich auf der einen Seite an sinnvollen Aktionen und kann dich lähmen. Auf der anderen Seite kann es dich auch schnell zu Wut führen. Vielleicht zu Wut auf jene, die Juna das angetan haben. Lass es nicht so weit kommen, dass die Gefühle dein weiteres Handeln bestimmen. Behalte die Oberhand. Geh aus der Situation raus, die dich belastet-so wie jetzt gerade. Geh ins Bad. Wasch dir die Tränen ab. Atme ein paar Mal tief durch. Dadurch bekommst du räumlich und emotional wieder bisschen Abstand. Das Leid ist Juna widerfahren, nicht dir! Du bist dafür nicht verantwortlich. Aber du kannst und hast ihr geholfen, das Leid zu lindern. Das ist das, was wichtig ist! Und wenn du das verinnerlicht hast, sieh weiter. Wie kannst du Juna weiter helfen, weil um die geht es gerade. Nicht um die Sith, die zu sowas fähig sind. Du wirst sehen, dass dir das helfen wird, deine innere Mitte wiederzufinden."

Die Jedi strich mit einem Lächeln eine weitere Träne von Ferak´s Wange und nickte dann in Richtung Gang.

"Geh."


Sie selbst blickte auf das halb kybernetische Mädchen runter und hoffte, dass ihre Zukunft jetzt besser, hoffnungsvoller war. Sie war bei weitem nicht mehr so dunkel wie vor der "Behandlung". Etwas, dass sogar nichtmachtsensitive Personen wie Mr. Gerahto zu einer anderen Reaktion verleiten dürfte.
Etwas später hatte sich alles beruhigt. Der Schneesturm war vorbei und es fielen nur noch ganz sachte ein paar Flocken. Ferak hatte sich beruhigt und war wieder der Fels in der Brandung, den sie gewohnt war. Auch Juna war inzwischen aufgewacht, wenn auch noch nicht voll und ganz wieder in der Gegenwart gelandet. Das würde sich aber spätestens ändern, wenn die eiskalte Luft Ilum´s ihre Lungen füllte.

"Alles in Ordnung mit dir?"

fragte Sahra trotzdem nochmal nach und lächelte, ehe sie mit dem Daumen Richtung Tür zeigte.

"Wenn ja: Wir haben noch bisschen was zu tun und ich würde gern los. Wenn wir in den nächsten zwei Stunden aufbrechen, schaffen wir es mit etwas Glück noch vor Einbruch der Nacht bis zu unserem Ziel. Dann wären wir morgen am frühen Nachmittag wieder zurück."

Als sie das erste Mal bei den Höhlen waren, hatte sie die Tour mit den anderen Rittern und Padawanen an einem Tag gemacht. Aber sie waren sehr früh am Morgen aufgebrochen, hatten nicht kurz zuvor noch nen Heil-Marathon absolviert und das Wetter war auch besser gewesen, auch wenn sich das in den nächsten zwei Stunden auch noch so ergeben konnte. Aber bis zum Abend hin und zurück, das würden sie nicht mehr schaffen. Eine Nacht in den Höhlen zu verbringen, war jetzt aber auch keine schlechte Idee. Sahra sah Ferak an und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Oh ja, die beiden würden noch eine Überraschung erleben heute Abend.Erstmal aber zückte Sahra ihr Comlink und öffnete einen Kanal zu allen Expeditions-Teilnehmern.

Sahra an alle

Ich hoffe, ihr habt den Sturm gut überstanden und seit nicht eingeschneit. Da wir nicht zum Schneemann-bauen hergekommen sind, würde ich bitten, dass sich alle in den nächsten 30 Minuten an der StarExplorer einfinden für ein kurzes Meeting, bevor es dann richtig los geht. Vielen Dank und bis gleich.

Sahra

Das schickte sie ab und sah Juna an.

"Miss Choway, sie können später nochmal hier her kommen und sich eine Tasche packen mit Kleidung oder was sie sonst noch so brauchen. Erstmal würd ich sie gern den anderen vorstellen und abklären, wie das mit ihnen weitergeht. Nicht, dass sich da jemand komisch aufspielt. Es sollen sich alle benehmen, auch wenn ich nicht daneben stehe. "

Sie machte eine gespielt muffelige Geste, grinste aber im nächsten Augenblick. Dann sah sie auf die Waffen, die wohl der jungen Frau gehörten.

"Was sie damit machen, müssen sie überlegen. Sie können die Waffen hier lassen. Wenn sie sie mitnehmen wollen, möchte ich sie aber bitten, die Waffen mir oder Ferak anzuvertrauen. Erstens haben wir Minderjährige an Board, da möchte ich nicht so viele Waffen rumliegen haben..."

Dann blickte sie lächelnd zu Juna.

"Ausserdem ist es uns Jedi verboten, unbewaffnete Personen anzugreifen oder gar zu töten. Mit diesem Wissen fühlen sie sich ohne Bewaffnung vielleicht wohler an Board. Und meine Team-Mitglieder auch."

Schliesslich waren alle soweit bereit und Sahra machte eine einladende Geste, dass ihr Padawan und die junge Frau vorrausgehen sollten. Ferak kannte den Weg zur StarExplorer und Sahra konnte so alles im Blick behalten. Und drüber nachdenken, wie sie die Expedition jetzt am besten organisierte.

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Ruhe, Frieden all das hatte sie nie kennen gelernt. Nur das Leid durch ihre Schmerzen. Die Kämpfe in der Arena und das Training welches zwischen denen lag. Ihr ganzer Körper schien die Ruhe welche die beiden Jedi nun verursachten regelrecht in sich auf zu saugen. Die sonst angespannten Muskeln welche schon kurz vorm Bersten schienen entspannten sich zunehmend. Juna selbst war in sich gekehrt. Wie in einem Traum. Als würde sie das erste Mal in ihrem Leben einen ruhigen Schlaf haben. Ihr Geist kam endlich zur Ruhe. Sie konnte die Aura Feraks spüren. Auch wenn sie ihn nicht sehen konnte, so war sie doch in der Lage etwas zu spüren. Richtig zuordnen konnte sie es aber nicht. Ohne die Ketten wirkte alles so leicht. Doch da war noch etwas. Eine Sache welche sie selbst nicht würde kontrollieren können. Juna war immer noch eine Verbrecherin. Viele Wesen in der Galaxie würden vermutlich vorziehen, wenn eine gefährliche Frau wie Juna besser weg gesperrt würde. Oder schlimmeres. Nach und nach beruhigte sich die Aura der jungen Frau. Die Aura erholte sich. Die Erholung stärkte den Geist der Rattataki welche leicht anfing zu lächeln. In ihrem Inneren sah Juna jene Wesen welche die sie in ihrem Herzen immer mit sich tragen würde. Ihren einzigen Freund auf Rattatak den sie damals in der Arena hatte töten müssen. Ihren ersten Meister welcher auch wie ein Vater war und auch Tabbi. Der ersten Person die an sie wirklich geglaubt hatte. Sie nickten ihr zu. Juna war so gerührt, dass selbst ihr Körper vor Sahra und Ferak darauf reagierte indem auch bei ihr eine Träne ihr verbliebenes Auge herunter kullerten.

Juna schlief noch als der Sturm abflachte. Irgendwann kehrte aber auch sie in die Realität zurück. Nervös und etwas orientierungslos schaute sie sich um. Doch am Ende erkannte sie die Wohnkuppel wieder. Etwas fehlte aber. Da war etwas was nicht mehr da war. Irritiert schaute Juna den kybernetischen Arm an. Die Schmerzen. Die Schmerzen waren nicht mehr da. Zumindest nicht mehr so extrem wie zuletzt. Sie waren ein so großer Teil ihres Daseins geworden. So normal, dass die Abstinenz des Leids Juna im ersten Moment überforderte. Die Stimme Sahras holte sie aus ihren Gedanken und diese erntete einen Blick welcher sehr vielsagend war, ja so viel beinhaltete. Langsam, gar zaghaft nickte Juna und starrte auf die künstlichen Fingergelenke. Warum? Diese Frage stand ihr in das verbliebene, organische Gesicht geschrieben. Auch wenn durch die ganze kybernetik noch immer ein Aussehen vorherrschte als hätte die dunkle Seite persönlich dieses Mädchen ausgespuckt, so erkannte man in den nicht mechanischen Teilen langsam das Mädchen was sie hätte sein können, wenn die junge Frau niemals Bastion hätte betreten müssen. Die Anweisungen nahm sie mit einem etwas unsicheren Nicken an. Man erkannte die Angst vor dem was kommen könnte.

Mit einem sehr schnellen Tempo sprang sie auf und ließ das erste Mal ein wenig durchblicken wozu sie in der Lage wäre, wenn sie wirklich ernsthaft kämpfen würde. Man konnte durch die flüssigen Bewegungen erahnen dass sie ihr Training sie wirklich zu einer schrecklich effizienten Mörderin hatte werden lassen. Nach einem knappen Nicken jedoch huschte sie schnell los ehe sie mit einer Tasche vor Sahra und Ferak stand. Sie hatte nicht viel eingepackt. Aber ein wenig was zum Naschen und ein wenig Tee in einer Art Thermoskanne. Aus Gewohnheit, welche selbst Tabbi ihr nicht hatte austreiben können baumelten ihre beiden Kurzschwerter am Gürtel. Genauso wie der Helm welcher sich stets in einer Tasche oder Rucksack an ihrem Körper befand waren diese Dinge immer bei ihr. Suse hatte sie derweil in die Kapuze gepackt damit er weiter “schlafen” könnte. Wenn man so wollte stand eine bizarre Mischung aus Schulmädchen und Attentäterin vor den beiden welche den Blick eines niedlichen Kathhundewelpen hatte den man gleich zum Spaziergang mit raus nehmen würde. Bei Sahras weiteren Worten allerdings schaute sie unsicher runter an den Gürtel und fing an abzuwägen. Auf der einen Seite wäre sie ihnen dann ausgeliefert. Auf der anderen Seite… Diese Beiden Personen hätten Juna während des Schlafens beseitigen können. Ein wenig zögerlich, jedoch nicht widerwillig löste sie die Schwerter von dem Gürtel und hielt sie den beiden anderen hin.

“Ich bekomme sie aber wieder wenn ich… zurück darf oder?”

Man konnte eine gewisse Unsicherheit alleine durch die Stimme erkennen. Am Ende waren diese Schwerter bisher immer die Lebensversicherung des Mädchens gewesen. Deswegen fiel es ihr nun auch schwer sie einfach so anderen Wesen in die Hand zu geben. Sie waren ein wichtiger Teil ihrer Selbst geworden. Wenn alle Hoffnung verloren wären, waren zumindest noch ein Satz Messer in dem kybernetischen Arm versteckt. Erst jetzt bemerkte Juna so wirklich wie extrem man ihre Effizienz im Töten in der Kybernetik wiedererkennen konnte. Aber das war ein Teil welchen sie besser den beiden Jedi nicht zu früh offenbarte. Bei der Bemerkung mit dem Kind nickte Juna langsam.

“Ich weiß. Der kleine Junge der bei Eurer Ankunft sich in den Schnee geworfen hat. Dazu noch einen sehr pelzigen mitreisenden, eine nett aussehende Frau und ein Mann der sehr steif wirkte…”

Juna lächelte ein wenig. Sie hatte durch Suse die Gruppe beobachten können. Der Kleine piepte frech in der Kapuze des Mädchens welches anfing zu Grinsen. Zumindest soweit es mit ihrem Gesicht möglich war.

“Ich kann durch Suse Wesen beobachten ohne dass ich in der nähe sein muss… Ich habe dadurch gesehen wie ihr hier angekommen seid… Eigentlich hatte ich gehofft mich lange genug verstecken zu können bis ihr weg wart… Ich brauchte noch etwas Schokolade für den Kuchen und…”

Junas Auge öffnete sich kurz etwas weiter ehe sie los stürmte. Man hörte ein kurzes Klimpern ehe sie mit etwas in der Hand zu den anderen zurück kehrte. Sie wollte schließlich einen guten Eindruck machen. Daher konnte ein Geschenk nicht falsch sein. Und wer konnte schon Schokoladenkuchen widerstehen. Mit einem Behältnis indem der Kuchen noch eine gewisse Zeit warm bleiben würde kehrte Juna zu den beiden Jedi zurück und lächelte.

“Ich hoffe sie mögen Kuchen.”

Damit ging Juna, komplett in die schwarzen Roben gehüllt nach draußen und atmete tief durch. Kurz wandte sie sich in die Richtung in der das Grab Tabbys lag. Sie verneigte sich leicht ehe sie mit den beiden Jedi mitging. Es wirkte merkwürdig. Die beiden Jedi und das in schwarz gekleidete Mädchen. Inzwischen schwebte auch Suse wieder wie gewohnt neben Junas Kopf während diese die Kapuze aufgesetzt hatte. Die Luft tat ihr gut. Zusammen gingen sie los. Juna folgte Ferak durch das Dorf. Sie wollten also zu ihrem Schiff. Ein wenig war sie aufgeregt. Wie würde es wohl von innen aussehen? Aber auf der anderen Seite…

“Seid ihr nicht alle zu der Herberge gegangen? Warum gehen wir dann zu dem Schiff?”

Juna wirkte durch diese Sache ein wenig verunsichert. Jedoch vertraute sie ihren Begleitern so weit. Dennoch blieb eine gewisse Unsicherheit. Am Ende war sie offiziell auf dem Papier noch eine Sith. Sie vertraute sich so gesehen ihren Feinden an. Auch wenn ihre Feinde in wenigen Stunden mehr gutes für Juna getan hatten als ihre eigene Fraktion in ihrem bisher ganzen Leben. So überwog die Hoffnung und Juna versuchte selbstbewusst mit den beiden Jedi das Schiff zu erreichen. Nur einmal hielt sie kurz an einer Wohnkuppel inne wo sie sich hin kniete. Ein paar Kratzer waren zu sehen. Langsam richtete Juna sich auf und nickte Suse zu. Ohne ein Wort gewechselt zu haben und nur durch einen ernsten Blick wie es für außenstehende schien sauste der Droide los damit man bescheid wusste, dass die Wohnkuppeln wieder angegangen worden waren. Kurz schaute Juna dem Droiden nach. In der kurzen Zeit konnte sie dem Droiden einen Befehl übermitteln und sich wieder den Jedi zuwenden ehe sie lächelte und mit ihnen den restlichen weg zu dem Schiff, welches sich Star Explorer nannte, zurück legte. Kurz vor dem Schiff war auch der kleine Droide zurück welcher sich in Junas Kapuze legte welche diese für ihn extra absetzte. Man konnte klar erkennen, dass sie ein eingespieltes Team waren und einander vertrauten. Allerdings auch, dass der Droide lange Junas einziger Freund gewesen sein muss.



{Ilum-System, Ilum, Siedlung, an der Star Explorer | Juna Choway, 5U-S3, Ferak, Sahra Kenobi}
 
[Ilum - Siedlung - Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Owen, Arkon, Anwohner (NSC)

Fünf Jahre... diese ganze Zeit... Niemand hatte ihr geglaubt, und doch sie war überzeugt, dass in jener Nacht, als Kaveri Manor brannte und ihre Eltern starben, jemand da gewesen war, der sie ins Freie gebracht hatte. Sie hatte nach der Person gesucht und auf eigene Faust ermittelt, Gefallen eingefordert, aber ihre Bemühungen waren ohne Ergebnis geblieben. Die ermittelnden Behörden blieben dabei, dass ein technischer Defekt für den Brand verantwortlich war und sich niemand auf dem Gelände befunden hatte, außer ihr, ihrem Vater Ranjit und ihrer Mutter Solveig. Dass ihre Erinnerungen an das schreckliche Ereignis lückenhaft waren, trug nicht zur Glaubwürdigkeit ihrer Version der Geschichte bei und am Ende zweifelte sie beinahe an sich selbst. Beinahe. Fragmente, Bruchstücke aus jener Nacht tauchten immer wieder aus den Tiefen ihres Gedächtnisses auf, die Leela darin bestärkten doch richtig zu liegen.
In den vergangenen Tagen war das Wissen langsam in ihr Bewußtsein getröpfelt, dass es tatsächlich Makish gewesen war, der sie damals vor den Flammen gerettet hatte. Der Gedanke ließ sie innerlich zittern, lag er doch gefährlich nahe an der Quelle ihrer Angst und ihres Schmerzes. Aber die große Erschütterung blieb aus. Vielleicht war sie schon darauf vorbereitet gewesen, seit sie Makish zum ersten Mal gesehen hatte, vielleicht hatte auch ihr Unterbewußtsein versucht sie zu schützen und ihr diese Erkenntnis so lange vorenthalten, bis sie ertragbar war.

Dr. Kaveri war die meiste Zeit ihres erwachsenen Lebens alleine gewesen, und sie hatte dabei ihre Unabhängigkeit immer für eine Selbstverständlichkeit und Stärke gehalten. Niemanden zu brauchen, niemandem verpflichtet zu sein. Aber in dem Moment, als Makish und sie einander berührten, erkannte sie, dass diese Vorstellung eine Illusion war, die nur solange Bestand gehabt hatte, bis sie auf den einen Menschen traf, der ihr bewies, dass sie ohne ihn nur die Hälfte eines unvollständigen Ganzen war. Noch nie hatte sich Leela auf diese Weise zu jemandem hingezogen gefühlt, noch nie jemanden so sehr begehrt, wie den ehemaligen Soldaten. Verzweifelt wünschte sie, sich geirrt zu haben und wußte doch in dem Augenblick, dass es nicht so war, als es nichts mehr zwischen ihnen gab, außer der Luft, die sie atmeten. Makishs Blick, die Art, wie er ihre Narben liebkoste - jede seiner Gesten war Antwort und Bestätigung. Aber was immer auch zwischen ihnen stand: Sie würde nicht zulassen, dass es sie trennte.

Es war ein verwirrender, schmerzhaft schöner, kaum auszuhaltender Mahlstrom aus Gefühlen, in das sich Leela mit Makish stürzte, sich mitreißen ließ, ohne zu wissen, wohin sie trieb. Jeden bewußten Gedanken von sich weisend, um nur noch zu fühlen und die Kontrolle aufzugeben - abzugeben an Makishs hungrige Lippen und Hände, schloß Leela ihre Augen. Sperrte die Welt aus und überließ sich dem Rausch ihrer Bewegungen und der feuchten Wärme ihrer Körper, bis sie sich erschöpft in seine Armbeuge schmiegte und den Schweiß von seiner Haut küßte. Bevor die Zeit für Worte zurückkam und mit ihr die Realität und die brennenden Fragen, wollte die junge Frau diesen Moment auskosten. Jeden Atemzug, der ihre Haut kühlte und jeden Herzschlag, dem sie lauschte. Makishs Glück, das für sie in der Macht strahlte, wie eine Wintersonne - fern und weiß. Und ihr eigenes, das sie kaum fassen konnte.

Als er zärtlich über ihre Wange strich und sie in seinen unglaublich blauen Augen nichts als seine offene Zuneigung sah, erwiderte sie erschüttert seinen Blick und schluckte gegen den Kloß in ihrem Hals an, der ihr drohte, die Luft zu nehmen.


"Du hast recht: Es ist kompliziert. Und es ist... unvernünftig. Aber es ist, was es ist."

[Ilum - Siedlung - Herberge] Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Owen, Arkon, Anwohner (NSC)
 
[Ilum| Siedlung | Herberge | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)

Glück war flüchtig. Glück war zerbrechlich. Glück war kompliziert. Und je stärker man versuchte, es festzuhalten, desto schneller entglitt es einem zwischen den Fingern und löste sich in Staub auf. Also versuchte es Arkadi gar nicht, versuchte nicht, nachzudenken, zu verstehen, zu rationalisieren, sondern ließ einfach zu, was geschah. Es war beängstigend, auf diese Weise Distanz und Kontrolle aufzugeben, aber auf eine ungeheure Art auch befreiend. So vieles stand zwischen ihm und anderen Lebewesen, Lebewesen, die seine Erfahrungen nicht gemacht hatten, die nicht wussten, welche Schrecken die Galaxis bereithielt – und welche Opfer notwendig waren, um diese Schrecken aufzuhalten. Und noch viel mehr stand zwischen ihm und Leela: Der lange Schatten der Vergangenheit. Ein brennendes Haus, der erstickende Geruch von Rauch, das Prasseln von Feuer, das gequälte Knarren von einstürzenden Gebäudeteilen, dem Geheimdienstoffizier kam es so vor, als könnte er die Hitze wieder spüren, den Druck auf seinen Lungen und das Pochen in seinem Kopf. Was geschehen war, war geschehen, daran konnte niemand etwas ändern. War es notwendig gewesen? Diese Frage war eine von vielen, die ihn nachts nicht schlafen lief, die ihn seinen Caf mit Schmerztabletten füllen ließ. Vielleicht war es notwendig gewesen. Vielleicht auch nicht. Eines aber wusste der blonde Mann: Zumindest eine seiner Entscheidungen damals war auf jeden Fall die richtige gewesen. Fast beschämt von der Zuneigung, der Leidenschaft und der Sympathie, die Leela ihm entgegenbrachte, konnte Arkadi nicht anders, als so zu denken und sich auf die Gefühle, auf das körperliche und das geistige Glück einzulassen, bis selige Ermattung ihn an die Padawan geschmiegt ruhen ließ. Sie war wunderschön, in ihren dunklen Augen lag eine Stärke, die jede Zerbrechlichkeit Lügen strafte, und es war nicht zuletzt diese Stärke, die ihn so faszinierte. „KRYPTA weist eine außergewöhnlich hohe Resilienz auf und demonstriert wiederholt einen starken Drang zu unabhängigem Denken und Handeln“, so die trockene, bürokratische Sprache ihres psychologischen Profils. Arkadi wollte und konnte nicht in Worte fassen – weder trockene noch liebevolle – was er nun dachte, denn er hatte Angst, es zu zerstören, wenn er es aussprach.

Also tat er etwas, was er schon seit langer, langer Zeit nicht mehr getan hatte: Den Augenblick genießen, den Frieden und das Glück, die Wärme von Leelas Körper und das Lächeln auf ihren Lippen. Es gab nichts, was diesen Moment zerstören konnte, und doch hielt der ehemalige Soldat unbewusst den Atem an, als die junge Jedi seinen Blick erwiderte und etwas sagte. Kompliziert. Unvernünftig. Ja, das war es. Das war es wirklich. Aber es war auch wunderschön...und richtig. Arkadi lächelte, erst zaghaft, dann voller Freude, küsste Leela und zog sie an sich, als könnte er so diesen Moment für immer festhalten. Der Zustand der Glückseligkeit würde nicht ewig anhalten – konnte nicht ewig anhalten – aber für die nächsten Stunden würde nichts daran rütteln. Tatsächlich war es erst das Surren des Komlinks, das Arkadi auf andere Gedanken brachte, und nicht ganz ohne Widerwillen stand er auf und aktivierte das Gerät – nicht, ohne zuvor Leela einen sanften Kuss auf die Stirn zu geben. Rasch las der Agent, was eingetroffen war,, und setzte sich auf die Bettkante.


„Eine Nachricht von Meisterin Kenobi. Sie bittet darum, dass sich alle in den nächsten 30 Minuten bei Ihrem Schiff einfinden, damit man das weitere Vorgehen besprechen kann. Ich...ich würde gerne hier bleiben, aber das wäre nicht richtig. Wir haben einen Job zu erledigen.“


Der schlanke, sportliche Geheimdienstoffizier griff nach seiner Kleidung und legte auch die von Leela bereit, bevor er die Hand der dunkelhaarigen Padawan drückte und sie vorsichtig nach oben zog. Sein Gesichtsausdruck war ernst und konzentriert, aber in seinen blauen Augen zeigte sich dennoch die Zuneigung, die er für sie empfand.


„Bereit, wenn Sie es sind, Dr. Kaveri.“


Merkte er in einem ruhigen, glatten Tonfall an, bevor ein dünnes Lächeln über seine Lippen huschte. Es wurde Zeit, aufzubrechen. Persönliches Glück war nicht – war niemals – wichtiger als das höhere Wohl, und so machte Arkadi keine Anstalten, zu trödeln. Eingehüllt in feste Winterkleidung, den Blaster an seiner Hüfte, verließ er zusammen mit Leela die Herberge, stapfte durch den Schnee und den eisigen Wind, während die StarExplorer langsam, aber sicher näher rückte.


[Ilum| Siedlung | Auf dem Weg zur StarExplorer | Arkadi Duval alias Makish Gerahto, Leela, Sam, Ty, Owen, Arkon, Sahra, Anwohner (NSC)
 
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