Mrlsst (Mennaalli-System)

Horatio

Gerissenster Strippenzieher der Galaxie
Mrlsst
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[ Infos zum Planeten: Mrlsst (engl.) | Mrlsst (dt.) ]

[ Zugehörigkeit: Imperium ]

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Namhafte Lokalitäten

Mennaa – Text folgt noch

Mrkeesh – Text folgt noch

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Besonderheiten

Text folgt noch

 
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Der adlige Imperiale hielt die ledernen Zügel in der rechten Hand als sein zimtfarbenes Reittier, eine stattliche Tandreed-Stute, mit einem Mal in einen leichten Trab fiel und zügig den kleinen Hügel empor zu steigen, um so zum Rest der winzigen Jagdgesellschaft aufzuschließen. Ein verräterisches „Oh!“ entglitt ihm dabei. In jenem Moment ruderte er zu allem Überfluss auch noch mit dem linken Arm, um das Gleichgewicht zu behalten und nicht – zur Belustigung aller anderen Teilnehmer – aus dem Sattel zu fallen. Obwohl seine Bemühungen letztlich in der Tat glückten und er auf dem breiten Rücken des edlen Tieres sitzen blieb, erntete er trotz allem das belustigte Kichern seiner rothaarigen Begleiterin. Sie schmunzelte ihm schelmisch zu, lenkte dann ihren Hengst mühelos zu ihm und ließ sie dann – auf dem Scheitelpunkt des Hügels – in einen gemächlichen Schritt fallen. Bloß noch wenige Meter trennte sie von ihrem „Reiseführer“, der sie in die Wildnis von Mrlsst entführt hatte, und den restlichen Teilnehmern.

„Es ist schön, dass ich dich habe zum Lachen bringen können“, giftete Horatio grummelig, während er die Zügel– wieder etwas straffer hielt. „Wie hast du mich zu diesem Jagdausflug bloß überreden können? Weder den Umgang mit Reittieren beherrsche ich, noch bin ich ein geübter Schütze. Was soll ich also hier?“

Die Sith-Lady rümpfte ironisch die hübsche Nase. Dann entgegnete sie gewohnt spitzzüngig: „Tja, hättest du dich gestern Abend – bei dem Umtrunk mit dem selbst gekelterten Rotwein der Nafeels – nicht so sehr mit der Beteiligung an dieser Blood Carver-Jagd gebrüstet, wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen.“ Ihre smaragdgrünen Augen funkelten ihn dabei ganz herausfordernd an. „Darüber hinaus ziemt es sich für ein Blaublut, dass es reiten und an solch einer Unternehmung teilnehmen kann.“

Bevor er ihr über die Möglichkeit hatte, Widerspruch zu erheben, gab die ambitionierte Dame ihren Tandreed-Hengst kurz die Sporen, ließ sie im Trab zum Rest aufschließen und ließ den missgelaunten Sector Adjutant auf diese Weise – jedenfalls für den Moment – hinter sich. Horatio, sein Tier weiter den Scheitelpunkt entgegen reitend, sah ihr mit düsterer Miene nach. Ja, was hatte er sich nur dabei gedacht zu zusagen? Hatte er dem Wein tatsächlich so gut zugesprochen? Brummend kratzte er sich mit der freien Hand am breiten, glatt rasierten Kinn und verfiel dabei ins Grübeln. Dass seine Stute schnaubend seine paar Artgenossen begrüßte, bemerkte er zu diesem Zeitpunkt schon nicht einmal mehr. Nein, um den tatsächlichen Ablauf genau zu rekonstruieren, kreisten seine Gedanken in dieser Sekunde einzig und allein um den gestrigen Tag.

In Begleitung von Alaine Aren, die ihm seit ihrem Reiseantritt auf Thyferra offenkundig nicht mehr von der Seite zu weichen schien, hatte der imperiale Regionalverwalter am vorherigen Tag – gegen Mittag Standardzeit – Mrlsst betreten. Das Kurzstrecken-Passagierschiff der Firma „Core Fly Ltd.“, das Woche für Woche auf dem langen Shapani Bypass zwischen Achillea und Mrlsst pendelte, hatte sie am Raumhafen der planetaren Hauptstadt Mennaa gewissermaßen abgesetzt. Doch im Vergleich zu jenen Kapitalen, die Horatio im Laufe seines bisherigen Lebens in den vermögenden Kernwelten und nicht minder reichen Kolonien schon besucht hatte, hatte diese Stadt auf ihn wahrlich nicht den Eindruck einer zivilisierten Metropole gemacht. Beinah jeder Boulevard und jedes Gebäude schien hier, mitten im grünen Dschungel, eine ganze Nummer „kleiner“ zu sein – und so hatte ihn das aus den vogelartigen Mrlssi bestehende Empfangskomitee im ersten Moment auch eher belustigt. Zum Glück hatte sich der adlige Verwalter trotz dieser ersten Reaktion soweit im Griff, dass es zu keinem öffentlichen Affront kam.

Deutlich beeindruckender fand er hingegen das private Anwesen der Gastgeber. Denn anders seine meisten Kollegen residierten Shesa und Beshenal Nafeel nicht in irgendeinem Gouverneurspalast in Mennaas überschaubaren Zentrum, sondern in einem geräumigen Klippenhaus etwas außerhalb der Stadt, das ihn von der Bauart her ein kleines Bisschen an seine eigentliche Heimat, Brentaal IV, erinnerte. Mrlsst Governor begrüßte die beiden Angereisten herzlich, führte sie kurz durch das Haus und ließ ihnen anschließend genügend Zeit zum Beziehen der Zimmer. Danach wurden kurzerhand die Ställe für die Tandreed-Zucht, der Zwinger für die überaus exotischen Jagdhunde von Crait und Lothal sowie der zum Grundstück gehörende Weinberg begutachtet. Dabei trafen sie nicht nur den kräftigen Major General und zwei weitere Gäste, unscheinbare Zivilisten, sondern sie genehmigten sich in der hauseigenen Kelterei auch den ersten alkoholischen Umtrunk an diesem Tage. Etwa zum Dinner schlossen sich – auf Shesa Nafeels Einladung hin – dann noch ein paar weitere Personen dieser Runde an.

Der adlige Verwalter, der sich mit der freien linken Hand kurz die pochende Schläfe massierte, um den hartnäckigen Kater zu vertreiben, versuchte sich kurz an die Namen der Gestalten zu erinnern, die man ihm gestern im Laufe des Tages vorgestellt hatte. Auf den ersten Blick handelte es sich um eine ziemlich kuriose Zusammenstellung, die das Ehepaar Nafeel da getroffen hatten. Neben Athena Toral, mit der er schon vor einigen Tagen bei der Regatta im Fondor-System, dem „Seven Houses' Cup“ flüchtig Bekanntschaft geschlossen hatte, hatten die Gastgeber folgende „Persönlichkeiten“ auf ihr Anwesen eingeladen: Den schlaksigen Moff des unbedeutenden Zenox-Sternhaufens, Idiian Fenn, den baldigen Kastellan der Festungswelt Chasin, Brigadier Tame Cardan, eine Vertreterin von Sienar höchstselbst, Moryne Lann, eine „politisch interessierte“ Kunst-Mäzenin, Jenna Tess Oldin, ein äußerst fader, untersetzter Investor auf Bassrado, Goran Duine, und eine hünenhafte Muun vom InterGalaktischen Bankenclan, Ras Kishor. Was hatten diese Personen mit ihm gemeinsam? Warum wollte man ihn bei diesen Treffen dabei haben?

Beshenal Nafeel, der ein militärisches Binocular in seinen Pranken hielt, drehte sich zu Horatio um, grunzte belustigt und sagte dann:
„Ah, Mister Kraym. Schön, dass Sie so zügig zu uns aufschließen konnten.“ Er reckte das wackelige Doppelkinn in Richtung des Dschungels vor ihnen. Mrolev ließ mich gerade wissen, dass die Vulptex eine Witterung aufgenommen haben.“ Er grinste höhnisch. „Fast wie auf Batorine, was?“

„Das können Sie wohl laut sagen, General“, brummte der Sector Adjutant und versuchte mit einem schiefen Lächeln den Schein zu wahren.

Der Gastgeber behielt sein Grinsen einen Moment bei. Dann wandte er sich an alle:
„Um das Wild da raus zu jagen, sollten wir drei Gruppen bilden. Athena, schließen Sie sich ruhig Lady Aren und Mister Kraym an. Ihre Gruppe wird die linke Flanke nehmen.“ Die beiden Damen nickten. Goran, Sie kommen mit Mrolev und mir – und bleiben dementsprechend in der Mitte.“ Der feiste Bergbau-Investor, der gerade seine vor Schweiß glänzende Stirn mit einem Stofftaschentuch abtupfte, nickte ebenso. Tame und Idiian, Sie übernehmen gemeinsam die rechte Flanke.“

Laut jaulten die Vulptex, schlugen sichtlich an und zerrten deshalb ganz nervös an den Leinen. Das haarige, wolfsartige Wesen Mrolev, das Beshenal Nafeel offensichtlich diente, ließ seinen Blick ein letztes Mal über die grüne, unberührte Landschaft schweifen. Danach hielt es einige Sekunden lang die pechschwarze Nase in den kaum merklichen Wind. Nachdem es sich auf diese ungewöhnliche Art und Weise einen „Überblick“ verschafft zu haben schien, gab es zwei weiteren Mrlssi, die noch bei der kleinen Jagdgesellschaft geblieben waren, ein Handzeichen. Fiepsend reagierten die beiden vogelartigen Geschöpfe, deuteten ein Nicken an und flitzten dann – so schnell die kleinen Füße sie tragen konnten – in Richtung ihrer Artgenossen los. Abermals grunzte das Wolfswesen. Doch dieses Mal klang es zufrieden.

Bevor der Major General aber das abschließende Zeichen zum Beginn der Hetzjagd gab und sein Sportgewehr von der Schulter nahm, wandte er sich plötzlich noch einmal überraschend an die rothaarige Sith:
„Lady Aren, in Verehrung Seiner Majestät und Ihres Ordens möchte ich Ihnen noch eine ganz besondere Ehre zuteil werden lassen.“ Er deutete auf die drei deutlich größeren Jagdtiere. „Bitte nehmt diese drei jungen Loth-Wölfe. Ich denke, Ihr werdet angenehm überrascht sein … So viel sagte man mir jedenfalls...“

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Bevor das wolfartige Wesen das Horn ertönen ließ und auf diese Weise die Hetzjagd eröffnete, ließ der verkaterte Sector Adjutant seinen Blick zu dem vor ihnen liegenden Dschungel wandern. Unter ihm tänzelte die Tandreed-Stute unruhig umher, während die für die Jagd abgerichteten Vulptex, die Major General Beshenal Nafeel mitgenommen hatte, wiederholt jaulten und kläfften. Dass sie in der Zwischenzeit schon eine Witterung aufgenommen hatten, konnte man auch daran erkennen, dass es mindestens zwei Mrlssi pro Tier zum Halten der Leinen brauchte. Wegen der Kopfschmerzen, die er aufgrund seines derzeitigen Zustandes verspürte, verzog Horatio bei all diesem Lärm säuerlich das Gesicht. Worauf hatte er sich bloß eingelassen? Wiederholt kam ihm diese Frage in den Sinn – und eine zufriedenstellende Antwort hatte er nicht parat.

Die rothaarige Sith-Lady, die deutlich sicherer im Sattel saß, beugte sich ein wenig zu dem Adligen herüber. Ihre rubinroten Lippen deuteten ein leichtes Lächeln an als sie zu ihm sagte:
„Mal sehen ob deine Stute mit meinem Hengst mithalten kann, Horatio.“ Während sie ihm einen herausfordernden Blick zuwarf, tätschelte sie beiläufig den Hals ihres Tandreed. „Oder möchtest du etwa am Ende der Herr in dieser Runde sein, der sich von einer Frau hat schlagen lassen?“

„Bei solch frechen Worten, Alaine, überlege ich, ob ich mich nicht lieber an Athena als Gesellschaft halten soll“, entgegnete der adlige Verwalter.

Ihr herausfordernder Blick ruhte weiter auf ihm.
„Die Haltung, sich zu drücken, steht dir nicht. Das passt überhaupt nicht zu dem Bild, das ich von dir habe.“

„So?“, hakte er überrascht nach.

Sie lachte auf und das Schmunzeln, das ihr hübsches Gesicht zierte, wurde ein wenig lasziver.
„Ja. Bislang ging ich eigentlich davon aus, dass du zu dem ehrenwerten Schlag 'Mann' gehörst, der sich nicht vor einer Herausforderung drückt. Muss ich dieses Bild nun etwa doch revidieren?“

Dem Impuls, die Miene mürrisch zu verziehen, folgte Horatio nicht. Denn diese Genugtuung wollte er ihr nicht geben. Jedoch konnte er sich natürlich in ihrem Fall nicht sicher sein, ob sie nicht durch ihre angeborene Verbindung zu diesem ominösen Phänomen, das landläufig als „Macht“ bezeichnet wurde, doch irgendwelche verräterischen Schwingungen von ihm aufgenommen hatte. Sowohl das zweideutige Schmunzeln ihrer vollen Lippen als auch der herausfordernde Blick blieben jedenfalls erhalten. Als glückliche Fügung für den Verwalter ergab sich aber, dass genau in diesem Augenblick das Jagdhorn schmetternd erklang und die paar vogelartigen Mrlssi, die zu Fuß die Jagdgesellschaft begleiteten, die bellenden Vulptex mit einem Mal frei ließen. Die geübteren Teilnehmer gaben ihren Tandreed kurz darauf die Sporen und ritten – begleitet vom euphorischen Wiehern ihrer Tiere – den kleinen Hügel herab in Richtung Dschungel.

Selbstverständlich gehörte die Sith-Lady zu jenen, die ihr Reittier sogleich zum stürmischen Galopp trieben und so tollkühn den Hügel herabstürmten. Athena Toral, Muunilinsts derzeitige Statthalterin, war ihr aber – mit einem ebenso halsbrecherischen Tempo und dem Gewehr in der Hand – dicht auf den Fersen. Die mürrische Miene beibehaltend, den unschönen Fluch, den er gerade auf der Zunge hatte, jedoch herunterschluckend, folgte der Verwalter den beiden vorpreschenden Frauen, indem er seine Hacken genauso in die Seiten seiner Tandreed-Stute drückte. Sie quittierte sein Tun direkt mit einem sehr empörten Wiehern, machte einen kleinen Satz, der dem überraschten Horatio beinah den Magen umdrehte und ihm darüber hinaus einen grünen Stich verpasste, und nahm dann genauso an Tempo zu wie ihre Artgenossen.

Obwohl sich der Ritt den kleinen Hügel herab für Horatio äußerst holprig anfühlte – und sein Gesäß nur noch mehr schmerzen ließ –, gewann er relativ schnell wieder die Kontrolle über die Stute. Sein Blick richtete sich nach vorn. Die Vulptex, die pfeilschnell auf den Dschungel zu flitzten und dabei laut kläfften, schreckten schon das erste Wild – rehartige Wesen – auf. Sicherlich von Angst erfüllt sprangen die Tiere ins Unterholz, um sich auf diese Weise rasch in Sicherheit zu bringen. Doch die flinken Jagdhunde folgten ihnen mühelos und so mancher Teilnehmer nutzte diese Gelegenheit auch gleich, um sich mit seiner Waffe vertraut zu machen. Begleitet von einem lauten, markanten Knall feuerten sie „blind“ einen Schuss ins dunkle Unterholz.

Da sich zwischen dem Hügel, wo die Jagd ihren Anfang genommen hatte, und dem Dschungel eine flache Ebene von mehreren hundert Metern erstreckte, beschleunigte die Stute immer mehr. Horatio hielt die Zügel fest in der einen Hand – so wie man es ihm am Morgen gezeigt hatte. Das Gewehr, das ihm Beshenal Nafeel vor dem Ausritt ausgehändigt hatte, hatte er jedoch noch geschultert. Denn zur Zeit hatte er noch keinen blassen Schimmer wie er beim Reiten schießen sollte. Und da ihm schon allein der Umstand auf dem Rücken des Tandreed zu bleiben momentan einen Großteil seiner Aufmerksamkeit kostete, hatte er auch keinen freien Gedanken zum Überlegen. Derzeit konnte der Sector Adjutant lediglich die Zähne zusammenbeißen und versuchen weiter zu seinen beiden kühnen Begleiterinnen aufzuschließen.

Sowohl bei Alaine als auch bei Athena war keinerlei Zögern zu erkennen als sie ihre galoppierenden Reittiere in das Unterholz lotsten. Zwar schreckten sie eine Schar Tropenvögel auf, die sich in den Baumkronen der umliegenden Bäume niedergelassen hatten, aber daran schienen sie sich nicht zu stören. Horatio murmelte einen Fluch und folgte ihnen kurz darauf. Das Herz in seiner Brust schlug laut und ein paar Tropfen Schweiß glänzten auf seiner Stirn. Immerhin hatte er schon Probleme die Tandreed-Stute auf ebener Fläche zu kontrollieren. Wie sollte er sie dann erst durch den Dschungel führen? Kaum hatte sich diese Frage in seinem Bewusstsein gebildet und ein kleines Bisschen von seiner kostbaren Aufmerksamkeit abgezwackt, da schlug ihm auch schon plötzlich die erste Ranke ins Gesicht.


„Verdammt!“, brummte Horatio ganz schön verärgert, während der leichte, rote Striemen, der ihm nun quer über das Gesicht lief, einen Moment lang höllisch brannte.

Seine Stute schien aus irgendeinem Grund Notiz von diesem Vorfall genommen zu haben. Denn erst fiel sie von allein in einen Trab und anschließend ging sie fließend zum Schritt über. Laut schnaubte sie, nickte den Kopf und spitzte ihre Ohren. Horatio, der sich mit der freien Hand die gerötete Stelle rieb, ließ unwillkürlich die Zügel etwas lockerer. Gelegentlich war das knirschen kleiner Ästchen zu hören, sobald ein Tandreed-Huf sie zertrat. Irgendwo in der Ferne bellten die Vultpex und weitere Schüsse knallten. Sobald der brennende Schmerz in seinem Gesicht halbwegs abgeklungen war, sah sich der Imperiale wieder um. Durch den Vorfall, der ihn gut zwei, drei Minuten hatte „blind“ reiten lassen, schien er jegliche Orientierung verloren zu haben. Keine Spur von Alaine. Keine Spur von Athena. Keine Spur von Beshenal Nafeel. Keine Spur von den Jagdhunden. Keine Spur von den Mrlssi. Und plötzlich raschelte es im nah gelegenen Unterholz.


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Elegant und selbstsicher saß die junge imperiale Gouverneurin im Sattel ihres Tandreedreittieres. Ihre schwarzen, ledernen Reitstiefel drückte sie leicht in die Steigbügel und versuchte dabei die Unsicherheit zu verbergen, dass sie diese Art Tier bisher noch nicht geritten hatte. Während ihrer Offiziersausbildung und auch ihrer Zeit auf dem Eliteninternat auf Bastion hatte sie zwar das Reiten gelernt, aber es war schier unmöglich dabei jedes Tier zu behandeln, auf das man in der Galaxis stoßen konnte. Nichtdestotrotz schien sie sich hier weniger ungeschickt anzustellen als Horation Kraym, Sector Adjutant des Jaso-Sektors.

Sie hatte ihn vor einiger Zeit auf Fondor getroffen und nun schienen sich ihre Wege erneut zu kreuzen. Der Einladung zu diesem Jagdausflug konnte sie sich kaum entziehen, war es doch ideal um Kontakte zu knüpfen und dem Altherrenverein – der nun mal das Imperium größtenteils regierte – zu zeigen, dass auch sie selbst durchaus in der Lage war etwas zu leisten. Neben ihren schwarzen Reitstiefeln trug sie schwarze, thermoisolierende Kleidung, die sie vor der Hitze des Planeten schützte. Darüber trug sie eine leichte, schwarze Körperpanzerung, wie es bei imperialen Offizieren im Außeneinsatz üblich war. So wie Athena es auch erwartet hatte, hatte sie sich deshalb einige chauvinistische Sprüche anhören müssen, aber solange ein Muun des Bankenclans hier anwesend war, solange traute sie niemanden über den Weg und verließ sich lieber selbst auf ihre eigene Sicherheit. Glücklicherweise konnte sie hier den imperialen Chauvinismus zu ihrem Vorteil nutzen, der sonst immer zum Nachteil gereichte und jeder anwesende Mann glaubte die Geschichte, der ängstlichen Frau. An ihrem Reittier waren zwei Köcher befestigt. In einem war ein corellianischer Bogen, in dem anderen die entsprechenden Pfeile – für Gelegenheiten in denen sie lautlos töten musste. In ihrem Gürtelholster trug sie eine Sorosuub X-30 Lancer Präzisionsblasterpistole, die durchaus auch für die Jagd geeignet war, während am Haltegurt über ihre Schulter ein Czerka Arms Model 38 Gewehr hatte. Es war ein Projektilwerfergewehr, perfekt geeignet für die Jagd und ein Auftragswerk. Das Gewehr war genau an sie angepasst und sorgte für eine außergewöhnliche Präzision beim Schießen, da es genaustens an ihren Körper und ihre Bewegungsmuster angepasst war.

Sie zügelte ihr Reittier bis zum Stillstand, als sie neben General Nafeel zum Stehen kam und dieser – so wie sie es von einem chauvinistischen Offizier erwartet hatte – belustigt die Ankunft des Sector Adjutanten kommentierte.

Die junge Frau sondierte durch ihr Zielfernrohr die nähere Umgebung und hielt dabei Ausschau nach den Tieren, die sie jagten. Sie sah nicht wirklich etwas von Interesse und schulterte ihr Gewehr anschließend wieder.

Einige Zeitlang hörte Athena den Anwesenden noch zu und hob nur irritiert die Augenbraue, als sie mitbekam, wie Lady Aren den Sector Adjutanten neckte und provozierte. Sie wollte gar nicht wissen, was hier vor sich ging und gab ihrem Tandreed die Sporen, als das Horn zur Jagd bließ. Sie folgte der rothaarigen Lady, die mittlerweile ihre eigenen Jagdhunde bekommen hatte und verschwand mit ihr am Fuße des Hügels in den üppigen Dschungel. Athena schmiegte sich dabei langsam an den Körper des Tieres an, um zu verhindern, dass sie von Ästen, Zweigen und anderen Hindernissen verletzt werden konnte. Das Tier verlangsamte von allein seine Geschwindigkeit und die Bastionerin richtete sich langsam wieder auf und sah sich im dichten Urwald um. Mit einem tiefen Atemzug zog sie die Luft ein und schloss kurz die Augen. Der Geruch erinnerte sie an ihre Ausbildung und die Zeiten, die sie während ihrer Ausbildung im Feld verbracht hatte. Rückblickend betrachtet dachte sie gern an diese Zeit zurück, auch wenn sie mit Strapazen und unangenehmen Sozialkontakten verbunden war, aber immerhin hat diese Zeit sie ins Heute gebracht, den Ort, an dem sie aktuell war. Und sie genoss es. Stellte sich all die Blicke vor, wie nun all jene blickten, die an ihr gezweifelt hatten. Ihre Mitschülerinnen auf dem Bastioner Internat, die anderen Kadetten auf Corulag ... Sie grinste und führte mit sanftem Druck ihrer Beine gegen den Rücken des Reittieres das Tier in eine sanfte Biegung um einen gigantischen Urwaldriesen herum. Ein Blick nach hinten und sie stellte fest, dass Horatio Kraym nicht mehr hinten ihnen war. Mit der linken Hand griff sie den Zügel des Tandreed und stoppte das Tier, ehe sie mit der rechten Hand ihre Blasterpistole griff und entsicherte. Sie ließ ihr Reittier auf der Stelle wenden und ritt zurück, folgte vorsichtig den Weg zurück, in der Hoffnung ihren Begleiter zu finden. Sie folgte einigen verschlungenen Pfaden und Biegungen, zumindest interpretierte sie ihre Umgebung so. Einige Minuten lief ihr Tandreed im Schritt durch den Dschungel, bis sie aus der näheren Umgebung ein Knurren hörte. Erneute zügelte sie das Reittier und klopfte beruhigend mit ihrer Hand den Hals des Tieres. Vorsichtig näherte sie sich dem Ursprung des Geräusches und nachdem Sie einige undurchsichtige Abschnitte des Unterholzes durchquert hatte sah sie sich Horatio Kraym und einem Nexu mit einer ihr unbekannten Musterung gegenüber.

Das weibliche Tandreed des Sector Adjutanten scheute, als es von dem knurrenden Nexu umkreist wurde, während das Raubtier seinen Kopf gesenkt hatte und sich zum Sprung bereit machte.

Die Gouverneurin zögerte nicht lange, sie hob ihren Blaster, zielte und drückte ab, gerade noch rechtzeitig, als das Nexu sich mit den Hinterläufen vom Boden abdrückte und auf den männlichen Verwalter zusprang.

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Irgendwann auf seiner etwa einwöchigen Reise von Thyferra nach Fondor – an Bord der „Lagunes of Spira“, einem erstklassigen Kreuzfahrtschiff der „Core Fly Ltd.“ – hatte Horatio Kraym I. die in seiner Kabine ausgelegten Werbeprospekte über den Tapani-Sektor (inklusive der Freien Welten) in die Hand genommen und ein bisschen darin geschmökert. Selbstverständlich thematisierte eines der ziemlich dünnen Flimsiplast-Heftchen auch den Planeten Mrlsst. Die Werbetexter des interstellaren Reiseunternehmens priesen dem Kunden diese Welt ganz überschwänglich als Paradies mit weißen Stränden aus feinstem Sand, azurblauen Meeren und bunten Lagunen an. Darüber hinaus schwärmte man in dem Prospekt auch über die tropischen Temperaturen, die eine Wohltat für Körper und Geist seien, und die überaus gastfreundliche Kultur der einheimischen Mrlssi. Ein wahres Elysium voller exotischer Erlebnisse – Das war wohl die gewünschte Quintessenz der auf Flimsiplast abgedruckten Texte.

Doch in dem Moment, als irgendetwas die umliegenden Büsche zum Rascheln und seine Tandreed-Stute zum Scheuen sowie nervösen Schnauben brachte, assoziierte der ranghohe Regionalverwalter mit Mrlsst keinerlei paradiesische Gedanken. Seiner (leicht verkaterten) Meinung nach handelte es sich bei dieser Welt um eine dunkle, grüne Hölle. Derweil er ungelenk mit den Zügeln das unruhige, zimtfarbene Reittier wieder unter seine Kontrolle zu bringen, ließ Horatio den Blick angespannt von einem wedelnden Farn zum nächsten wandern. Zwischenzeitlich glaubte er gelbe, funkelnde Augen in den finsteren Schatten zu sehen und von irgendwoher ein tiefes Knurren zu hören, sodass sich bei ihm mit einem Mal sämtliche Nackenhaare aufstellten.

Seine Stute tänzelte aufgeregt vor und zurück, bäumte sich vor so manchem Farn ein wenig auf und schwenkte öfters den Kopf unruhig von einer Seite zur anderen. Horatio, der keinerlei nennenswerte Übung im Reiten besaß, hatte in diesem Augenblick große Mühe im Sattel sitzen zu bleiben. Durch diese Tortur, letztendlich nicht von dem Tandreed herabzufallen, schmerzte sein Hintern nach einer Weile zunehmend. Instinktiv straffte der adlige Imperiale die Zügel und zog sie ein wenig an seine Brust, während er sich gleichzeitig in die Steigbügel stemmte und eine kerzengerade Körperhaltung annahm. Darauf reagierte die aufgebrachte Stute aber ziemlich ungehalten. Weiterhin ganz unruhig tänzelte sie zwischen den Bäumen, den Lianen und Farnen umher.


„Was ist nur mit einem Mal los mit dir?“, brummte der Sector Adjutant nicht minder ungehalten.

Und kaum hatte er diese Frage ausgesprochen, sprang auch schon ein fauchender Schatten aus dem Unterholz. Nur die blitzschnellen Reflexe der Tandreed-Stute – sowie eine gehörige Portion Glück – ließen den katzenartigen Angreifer an seiner Beute vorbei springen. Wiehernd machte das Reittier zwei, drei nervöse Schritte, um instinktiv ein paar Meter zwischen sich und das knurrende Raubtier zu bringen. Etwa zur selben Zeit starrte dessen menschlicher Reiter den angriffslustigen Störenfried ganz perplex an. Da er die letzten zwei Jahrzehnte vorwiegend auf urbanen Planeten wie Coruscant verbracht hatte und davor im Exil auf der verödeten Welt Vjun aufgewachsen war, kannte Horatio Tiere eigentlich bloß von Hologrammen und aus zoologischen Gärten. Was für eine Art „Katze“ er da vor sich hatte, konnte er demzufolge nicht auf Anhieb bestimmen.

Knurrend umkreiste die Raubkatze die Tandreed-Stute samt deren Reiter, stieß mit seinem ziemlich breiten Maul, das voller spitzer Zähne war, ein Fauchen aus und wedelte zudem bedrohlich mit dem haarlosen Schwanz. Gleichzeitig zog es immer engere Kreise um seine Beute. Seiner zimtfarbenen Stute blieb in diesem Moment zur Abwehr potenzielle Angriffe nur übrig, dass sie sich wiehernd auf die Hinterbeine stellte und mit den beiden Vorderläufen nach der Katze schlug. Jedoch duckte sich das Raubtier ausgesprochen gekonnt unter den beschlagenen Hufen hinweg. Und mit jedem neuen Versuch, der für die Katze eher glücklos verlief, wurde dessen Fauchen von Mal zu Mal ein ganzes Stückchen bedrohlicher. Folglich war es bloß eine Frage der Zeit bis der katzenhafte Angreifer zum finalen Sprung auf seine Beute ansetzte.


Sein Herz schlug in diesem Augenblick ungewöhnlich rasant. Zudem hatte sein Gesicht mit einem Mal jegliche Farbe – selbst den grünen Stich vom Kater! – verloren. Und seine Hände fühlten sich nicht nur eisig an, sondern waren mittlerweile auch schweißnass. Der rettende Gedanke, zu seinem Gewehr zu greifen, ordentlich zu zielen und dann ohne eine weitere Sekunde zu verschwenden den Abzug zu betätigen, kam ihm in dieser Situation nicht. In Gegenwart dieses fauchenden Fellknäuels schien er zur Salzsäule geworden zu sein. Momentan reagierte sein Körper eigentlich bloß instinktiv auf die unruhigen Bewegungen der Tandreed-Stute, um nicht von deren Rücken zu fallen. Zu mehr schien der Sector Adjutant nicht fähig zu sein.

Derweil sein Körper in diesem Moment jäh in eine Schockstarre verfallen zu sein schien, arbeitete sein Bewusstsein – gewissermaßen im Angesicht des Todes – auf Hochtouren. Vor seinem geistigen Auge tauchten nämlich mit einem Mal seine politischen Widersacher auf, um ihn zu verhöhnen. Er blickte dabei zuerst in das bleiche Gesicht von Olan Semur. Durch den Aufstand der Vratix hatte er die sich bietende Gelegenheit genutzt, sich seines Vorgesetzten zu entledigen. Doch nun schien die Gestalt, die schon zu Lebzeiten mehr einem wandelnden Untoten geglichen hatte, ihn abermals mit ihrem gewohnt süffisanten Lächeln zu bedenken. Eine Hand, die zusehends skelettierte, richtete der tote Verwalter auf den lebenden Nachfolger. 'Du wirst mir schon bald folgen.' – Mehr hörte Horatio ihn nicht sagen.

Denn das Gesicht des Toten verblasste und an dessen Stelle trat Rhenya Aldines Antlitz. Hochmütig musterte die Tapani den adligen Imperialen. Bei den Friedensverhandlungen auf Umbara hatte sie ihm innerhalb der imperialen Delegation als ranghöchste Vertreterin des Zwanzigsten Supersektors vorgestanden und aus dieser Position heraus – aufgrund seines Verhandlungsgeschicks – politisches Kapital geschlagen. Erst bei der Übereinkunft zwischen Thyferra und Bacrana, bei der Grand Moff Nicadamus Stadd sie ebenfalls als temporäre Wortführerin eingesetzt hatte, hatte er sie gemeinsam mit Larissa Dysart öffentlich übertölpeln können. Höhnisch grinsend nahm die Dame, die plötzlich das Rangabzeichen einer Sektorverwalterin trug, auf einem thronartigen Stuhl Platz, zückte eine Schneekugel, die ein gut leserliches „Imperial Bacta“-Emblem beinhaltete, und zerdrückte diese mit der bloßen Hand. Derweil das rubinrote Blut zwischen ihren Fingern hervorquoll, richtete sie den Blick auf ihn: 'Nun stehst du mir nicht mehr im Weg.'

Kaum berührte der erste Blutstropfen den imaginären Boden in seinen Gedanken hörte er plötzlich das lautstarke Trampeln schwerer Militärstiefel. Horatio hob den Blick und sah sich mit einem Mal jäh von gerüsteten CompForce-Soldaten umzingelt. Zwischen ihren Reihen öffnete sich kurz darauf ein Spalt und zwei ältere, beinah greise Herren traten in Erscheinung: High Commissioner Jaspeer Brishen und Grand Moff Nicadamus Stadd. Beide lächelten eisig. Denn nicht nur ihm hatten sie in den letzten Monaten allerhand Steine in den Weg gelegt, sondern auch schon seinem Vater. Der ranghohe Bedienstete des Imperialen Sicherheitsbüros hatte schließlich dafür gesorgt, dass Helius Kraym III., sämtlicher Reputation beraubt, ins Exil nach Vjun verbannt worden war. Und der Herr über den Zwanzigsten Supersektor benutzte den Vater nun Jahre später, um sich den aufstrebenden Sector Adjutant gefügig zu halten. Der greise Supersektorverwalter, der wohl zu den mächtigsten Persönlichkeiten im gesamten Imperium zählte, präsentierte den abgeschlagenen Kopf des Vaters. 'Mit dem Tod der Marionette hat diese Schande der Regionalverwaltung keinerlei Recht auf Leben mehr', verkündete der Alte triumphierend und öffnete die Hand.

Doch bevor der Kopf einen knappen halben Standardmeter nach unten gefallen war, wechselte auch schon die Szenerie. Horatio fand sich plötzlich in seinem Gouverneursbüro auf Thyferra wieder und ihm gegenüber stand mit einem zufriedenen Grinsen – soweit man das bei dessen nichtmenschlicher Physiognomie überhaupt bestimmen konnte – Vilnok Moor gegenüber. Der republikanische Senator von Vinsoth hatte bei den Nachverhandlungen eine Möglichkeit gefunden ihn zu erpressen, um auf diese Weise deutlich bessere Konditionen bei der angedachten Verteilung von Bacta für die Neue Republik herauszuschlagen. Mit dem dröhnenden Lachen, das dieser Kreatur eigen war, stapfte sie selbstbewusst auf den perplexen Menschen zu. Hinter dem imperialen Verwalter tat sich mit einem Mal ein Abgrund auf. Begleitet von einem lauten Knall, der einem Schuss nicht unähnlich war, stieß der massige Chevin-Bulle ihn ohne jegliches Zögern herunter und rief ihm dabei mit lauter Stimme noch nach: 'ICH! HABE! GEWONNEN!'

Erst als sein Körper auf einmal vollkommen ungebremst auf den harten, lehmigen Dschungelboden aufschlug, realisierte sein Geist sogleich, dass er nicht träumte. Ein jegliche Gedanken vertreibender Schmerz durchzuckte – ausgehend von seinem rechten Bein – seinen gesamten Körper und ließ ihn unwillkürlich aufschreien. Etwa zur selben Zeit bemerke er den haarigen, stinkenden Fremdkörper auf seiner Brust und die letzten paar Sekunden, die sein Bewusstsein auf Abwegen verbracht hatte, kamen allmählich in sein Gedächtnis zurück. Die Raubkatze, die knurrend um seine Tandreed-Stute und ihn geschlichen war, hatte am Ende tatsächlich zum finalen Sprung angesetzt, aber jemand war aus dem Unterholz geprescht. Es hatte einen Knall gegeben und ein lebloses Fellknäuel, das ihn an der Brust getroffen hatte, hatte ihn von seinem Reittier heruntergerissen.

Nach der Starre und dem Schreck noch immer etwas orientierungslos sah sich Horatio um, während er mit der rechten Hand die tote Katze von seiner dumpf schmerzenden Brust schob. Mit Sicherheit würde ihn in den nächsten Tagen eine Prellung an diesen Augenblick erinnern. Begleitet von einem missgelaunten Ächzen setzte sich der Sector Adjutant – unter Schmerzen im rechten Bein – auf, um mehr Überblick zu bekommen. Ein zweites Tandreed hatte sich zu seiner noch immer aufgebrachten Stute gesellt und auf dessen Rücken saß Athena Toral. Eine rauchenden Blasterpistole hielt sie in der Hand. Hatte sie ihm gerade das Leben gerettet? Ein wenig verwundert sah er zu der Statthalterin von Muunilinst auf. Dann versuchte er langsam aufzustehen.

„Da bin ich Ihnen wohl zu allerhand Dank verpflichtet, Miss Toral, sagte er in ihre Richtung und biss dabei die Zähne zusammen als er das rechte Bein belasten wollte. „Ich wusste gar nicht, dass Sie so eine Meisterschützin sind. Alle Achtung.“

Er biss die Zähne zusammen als er anschließend zu seiner Stute humpelte. Das zimtfarbene Reittier schnaubte protestierend als er nach den Zügeln griff. Und als er dann das rechte Bein belastete, um den linken Fuß in den Steigbügelhalter zu stecken, japste er plötzlich verräterisch nach Luft. Eine gewisse Röte stieg ihm ins Gesicht als er sich mit aller Kraft in den Sattel hievte. Das war eindeutig nicht sein Tag. Diese Erkenntnis kreiste ihm jäh durch die Gedanken. 'Offensichtlich hätte ich doch lieber auf dem Anwesen bleiben sollen', dachte er und versuchte den Schmerz, der von seinem Bein aus in den ganzen Körper strahlte, zu ignorieren. Behutsam trieb er dann seine Stute an, um seiner Retterin etwas näher zu kommen. Sein Blick fiel auf die tote Raubkatze.

„Das dürfte wohl der erste Abschuss an diesem Tag sein“, bemerkte er und zuckte leicht zusammen als es auf einmal wieder in den Büschen raschelte. Statt einem weiteren Raubtier traten kurz darauf zwischen den Farnen aber zwei plappernde Mrlssi auf, die sich um das tote Tier kümmerten.

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Sowohl das Glas exquisiten Rotwein in seiner Hand als auch das formidable Essen, das er zuvor im Salon genossen hatte, stimmten den adligen Verwalter ein bisschen milder. Denn der Reitunfall, der sich beim vorherigen Jagdausflug ereignet hatte, schien in diesem Moment in der Tat fast vergessen zu sein. Zusammen mit den anderen Gästen, die aus den verschiedensten Bereichen der imperialen Gesellschaft kamen, sowie den beiden Gastgebern, dem Ehepaar Beshenal und Shesa Nafeel, saß er nun in deren Bibliothek. Da sich das luxuriöse Anwesen tapanischer Bauart an einer Klippe befand und die südliche Front in diesem Zimmer ausschließlich aus bestem Transparistahl bestand, konnte man jederzeit einen wunderschönen Blick auf Mrlsst scheinbar endlosen Ozean werfen. Ein wenig gedankenverloren schwenkte Horatio Kraym I. sein halbvolles Weinglas und nippte von Zeit zu Zeit daran, während er – durch das gewaltige Fenster hindurch – die funkelnden Sterne am Nachthimmel zählte.

Der adlige Sector Adjutant wurde jäh aus seinen abschweifenden Gedanken gerissen als auf einmal Brigadier Tame Cardan, der künftige Kastellan von Chasin, mit seiner sehr tiefen, rauen Stimme das Wort ergriff. Ohne Umschweife – wie für einen langjährigen Militär üblich – richtete er sich direkt an den in einem ledernen Ohrensessel sitzenden Hausherren:
„Kamerad, obwohl ich den heutigen Jagdausflug wirklich genossen habe und einem vorzüglichen Dinner nie abgeneigt bin … wie man zweifellos sehen kann“, er tätschelte seinen fülligen Leib dabei demonstrativ, „möchte ich nun doch gerne wissen, weshalb wir uns heute hier eigentlich versammelt haben.“

„Neue Zeiten voller Wagnisse und Veränderungen stehen dieser Galaxie bevor
, antwortete Shesa Nafeel, Mrlsst amtierende Statthalterin, anstelle ihres Ehemannes. Ein schelmisches Lächeln zierte dabei ihr helles Gesicht. „Der Friedensvertrag von Umbara war eine Initialzündung. Bloß haben das die konservativen Köpfe auf Bastion nicht erkannt. Sie bewegen sich weiter in ihren ausgetretenen Pfaden anstatt die Gelegenheit beim Schopf zu greifen!“ Bei diesen Worten funkelten ihre grünen Augen verschwörerisch. „Dank unserer eigenen Stellung sowie den Kontakten, die wir Tag für Tag pflegen, können das ändern. Darum sind wir hier.“

Obwohl die Verwalterin bei ihrer ersten Begegnung schon in ein ähnliches Horn gestoßen hatte, um ihn nach Mrlsst zu locken, hob Horatio überrascht eine Augenbraue, stellte sein Glas vorsichtig auf einem kleinen Tischchen ab und blickte dann – ein kleines Bisschen ungläubig – in die Runde. Die getroffene Auswahl kam ihm „etwas“ kurios vor. Immerhin hatten die Eheleute Nafeel neben Alaine Aren, Athena Toral und seiner Wenigkeit bloß den Moff eines unbedeutenden Sektors (Idiian Fenn), den baldigen Kastellan einer Festungswelt (Tame Cardan), eine Sienar-Managerin (Moryn Lann), eine Kunst-Mäzenin (Jenna Tess Oldin), einen Investor (Goran Duine) und ein nichtmenschliches Mitglied des InterGalaktischen Bankenclans (Ras Kishor) hierher eingeladen. Kein Konservativer – und erst recht kein Hardliner oder Extremist – würde dieses Aufgebot ernst nehmen. Dafür erschien die Auswahl auf den ersten Blick einfach zu willkürlich zu sein.

„Ich möchte die Teilnehmer dieses abenteuerliche Stelldicheins selbstredend nicht beleidigen“, warf Horatio mit spitzer Zunge ein. „Doch mehr als ein 'Kabinett der Kuriositäten' – hinsichtlich unserer Herkunft, Lebensweisen und Tätigkeitsfelder – sehe ich hier nicht. Ich kann demzufolge verstehen, dass Bastions Konservative dieser 'Gemeinschaft' keines Blickes würdigen...“

Major General Nafeel schnaubte hörbar abfällig, leerte das gut gefüllte Cognac-Glas in seiner Hand in nur einem Zug und erwiderte anschließend provokant: „Dann sind Sie wohl doch ein verkappter Konservativer, Kraym. Nicht fähig zu hören. Nicht fähig zu sehen. Nicht fähig zu denken.“

Einen ziemlich kindisch anmutenden Starren-Wettbewerb lieferten sich die beiden Herren für einen kurzen Augenblick. Doch während dem ranghohen Offizier dessen Grimm anhand der dunklen Röte im Gesicht deutlich anzusehen war, beließ es der Verwalter bloß bei einem eisigen Lächeln. In den letzten Jahren hatte Horatio – zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten – Militärangehörige treffen „dürfen“. Julan Aldine, Verun Bel, Alynn Kratas, Liran Panos und Larek Ravine – Wenngleich die eine oder andere von diesen Begegnungen doch eigentlich ganz zivilisiert vonstatten gegangen war und seinen politischen Zielen in die Hände gespielt hatten, konnte man trotz allem nicht behaupten, dass er die Streitkräfte inzwischen mehr schätzen würde. Hinter seiner Fassade aus Nettigkeiten und Höflichkeiten besaß er noch immer die Auffassung, dass diese Uniformierten allenfalls als einfache Figuren in seinen intriganten Plänen fungierten. Warum sollte dann ausgerechnet Beshenal Nafeel die wohl gerühmte Ausnahme darstellen?

„Zwistigkeiten bringen uns nicht weiter, meine Herren“, schaltete sich dessen Ehefrau ein und warf beiden Streithähnen einen bitterbösen Blick zu. Dann wandte sie sich wieder allen Anwesenden zu und fuhr fort: „Wir, die das Imperium zu einer noch besseren Gesellschaft reformieren wollen, sind in diesen Tagen noch immer in der Minderheit. Ja, manche von uns konnten sich in all den Jahren eine kleine Machtbasis aufbauen. Doch sobald eine oder einer von uns etwas ändern möchte, muss er sich sogleich gegen eine konservative Mehrheit behaupten. Selbstverständlich behaupte ich nicht, dass in der Vergangenheit keine Reformen im Kleinen möglich waren. Hier und da konnten wir von Zeit zu Zeit – in unserem begrenzten Rahmen – Akzente setzen. Jedoch blieb uns seit den Tagen der Proklamation der große Sprung versagt!“

Die Muun nickte zustimmend. „Jeder Streit, den wir untereinander ausfechten, schwächt nur unsere Position, während es deren Position stärkt. Wir schöpfen das uns eigentlich zur Verfügung stehende Potenzial nicht aus, weil wir keine Synergien bilden. Jedoch kocht sein eigenes Süppchen … und so überlassen wir die große Politik den anderen.“ Sie musterte den Sector Adjutant. „Mister Kraym, als Einzelner haben Sie auf Thyferra 'Großes' bewirken können. Sie haben nicht wie Ihr Kollege Prada die eigene Bevölkerung in einem sinnlosen planetaren Bürgerkrieg verheizt, sondern Sie konnten die Vratix an den Verhandlungstisch holen. Frieden für Mitbestimmung – Das war Ihre Lösung für den aufflammenden Konflikt.“ Ein paar Anwesende nickten. „Möchten Sie diese Möglichkeit nicht auch anderen Völkern im Galaktischen Imperium zur Verfügung stellen? Möchten Sie militärisches Kriegsgerät nicht lieber im Kampf gegen äußere Bedrohungen sehen als zum blutigen Unterdrücken der eigenen Leute?“

„Falls Sie tatsächlich beim Gründen einer neuen Idee; einer neuen Bewegung dabei sein wollen, Mister Kraym, griff Shea Nafeel den Faden plötzlich auf und wechselte sich so mit der schlanken, gräulichen Bänkerin ab, „Dann nehmen Sie sich noch einen Schluck Rotwein oder Cognac, suchen sich ein bequemes Plätzchen in dieser Bibliothek und beteiligen sich an diesem historischen Moment.“

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Die Landung von Michael und den Gardisten war schon einige stunden her, und auch das Bankett welches exquisites essen zu bieten hatte lag etwas zurück. Michael und die anderen Gäste waren mittlerweile in der Bibliothek gelandet und hatten alle entweder Wein oder Cognac in der Hand. Bis lang redeten die Gäste und Gastgeber entspannt mit einander, allerdings bemerkte Michael einen Mann, welchen er bis lang noch nicht kennen lernen durfte, welcher in Gedanken vor dem Fenster stand und rausschaute. Wärend sich Michael immer noch versuchte sich irgendwie zu orientieren, und zu ordnen wer, wer war fing ein Mann zu sprechen, dieser sprach nach dem Wissen von Michael zu dem Hausherrn. Er meinte das er den vorherigen Jagdausflug so wie das anschließende Dinner genossen hatte, allerdings frage er sich, so wie wahrscheinlich viele in dem Raum, weshalb sie hier waren, besonders Michael wusste nicht weshalb er hier war, da er eine andere Politik vertrat als die hier anwesenden Personen. Anstatt die Hausherren antwortete dessen Frau. Sie erzählte was von einer Veränderung die der Galaxis bevor stand, besonders der Friedensvertrag von Umbara sei eine Initialzündung gewesen, nur konnten anscheinend die Politiker auf Bastion dies nicht erkennen, wodurch sie diese Gelegenheit, einen wirklichen frieden zu erlangen nicht erkannten. Anscheinend konnten aber sie es mit ihren Kontakten ändern, Michael selbst sah dies nicht unbedingt so, er wusste das die Republik und das Imperium immer noch zu verfeindet waren als das sich ein Politiker auf beiden Seiten dursetzen konnte um sowas zu bewegen. Einer der Männer blickte in die kleine runde, es waren Vertreter aus verschiedenen Gebieten des Imperiums. Der Mann, welcher gerade noch die gruppe beugt hatte fing an etwas kritischer zu sprechen, dieser meinte das er die Teilnehmer dieser Runde nicht beleidigen wollte, allerdings sah er anscheinend nichts weiteres als ein „Kabinett der Kuriositäten“ hier in diesem Raum. Zudem konnte er auf Grund dessen verstehen weshalb sich die Konservativen sie nicht scherten, der Hausherr unterbrach den Mann, und fuhr ihn provokant an. Michael musste schmunzeln wärend er dem Hausherrn zuhörte, welcher seinen gegenüber als Verkappten Konservativen betitelt, der Name der danach viel war Michael allerdings bekannt, Kram, dieser war nach Michaels wissen im Jason-Sektor tätig. Nachdem der Hausherr fertig gesprochen hatte begann ein Starr-Wettbewerb, dies kannte er nur von seinen Kindern, weshalb er dieses Verhalten mehr als nur unerwachsen und unreif fand. Dies taten die beiden Männer so lange bis sich die Frau die Hausherren einmischte und die beiden, erwachsenen Kinder, zu Vernunft brachte. Sie erklärte das sie immer wieder mal etwas schaffen würden, allerdings sich immer wieder gegen die Konservative Mehrheit bewähren mussten was nicht immer klappte. Zudem erklärte sie den anwesenden im Anschluss das jeder kleine Krieg unter ihnen sie schwächt und die Konservativen stärkt. Daraufhin sprach sie direkt zu Sector Adjutanten Kraym, er war anscheinend der einzige der etwas auf Thyferra bewegen und erreichen konnte. Dieser hat anscheinend nicht so wie der Kollege Prada, ein weiterer Sector Adjutant, einen Aufstand durch Verhandlungen beendet, Michael hatte gehört das Prada den aufstand Brutal niedergeschlagen hatte. Allerdings wusste Michael nicht das Kraym ein ähnliches Problem durch Verhandlungen regeln konnte, was Michael schon erstaunte, anscheinend war Kraym nicht der Typische Imperiale Verwalter. Die Frau fragte im Anschluss ob er dies nicht auch bei anderen Welten bezwecken möchte, anstatt Imperiales Kriegsgerät auf die Köpfe der eigenen Bevölkerung gerichtet zu haben. Nachdem die, gräuliche, Dame geendet hatte fing die Hausherrin wieder an zu sprechen, und forderte Kraym auf sich noch einen Schluck Rotwein oder Cognac zu nehmen und bei der Gründung von einer neuen Idee und einem solchen historischen Moment sich zu beteiligen. Michael tat ein paar schritte in die Richtung der kleinen Gemeinschaft und räusperte sich hörbar.

„Entschuldigen sie das ich sie bei diesem historischen Moment unterbreche, allerdings wenn sie selbst nicht unbedingt militärisches Kriegsgerät fördern wollen und dementsprechend nicht unbedingt Freund des Militärs sind, weshalb kann ich hier mehr als nur einen Militär erkennen? Zudem haben sie, so nehme ich an ebenfalls Planetare Streitkräfte, welche für Recht und Ordnung sorgen sollen.“

Michael deutete auf die beiden offensichtlich Hochrangigen Offiziere, bevor er weitersprach.

„Außerdem frage ich mich schon seit geraumer Zeit weshalb ich ebenfalls eingeladen wurde. Immerhin vertrete ich nicht dieselbe Politische Meinung wie sie.“

Michael stellte sein Wein glas auf einen Tisch, welcher in seiner reich weite war, und tat einen weiteren Schritt auf die gruppe zu.

„Das Sector Adjutant Prada die Aufstände gewaltsam niederschlagen hat lassen ist berechtigt, wenn man sich nicht anders zu helfen weiß, oder wenn man einfach nur ein Verwalter ist der sich einen Dreck um seine Bevölkerung schert. Auch ich habe auf Borosk gegen Terroristen gekämpft und auf meinen Befehl sind Menschen gestorben, nicht nur in meiner Zeit als Imperialer Verwalter, sondern auch in der Zeit als ich Offizier der Imperialen Kriegsmarine war. Ich habe Befehle gegeben und befolgt, das schließt ebenfalls angriffe gegenüber anderem Schiff ein.“

Nachdem Michael fertig gesprochen hatte und dies alles in einem eiskalten und gefühlt regungslosen Gesicht nahm er sein Weinglas wieder in die Hand und nahm einen kleinen schluck von dem Rotwein.

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OP.: Ich hoffe der Post passt soweit.
 
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Bevor der Sector Adjutant irgendetwas sagen konnte, schaltete sich auf einmal eine weitere Person (Michael von Berchem) in die Diskussion ein, die bis zu jenem Moment noch überhaupt gar nicht in Erscheinung getreten war: „Entschuldigen Sie, dass ich Sie bei diesem historischen Moment unterbreche. Allerdings, wenn Sie selbst nicht unbedingt militärisches Kriegsgerät fördern wollen und dementsprechend nicht unbedingt Freund des Militärs sind, weshalb kann ich hier mehr als nur einen Militär erkennen? Zudem haben Sie, so nehme ich an ebenfalls planetare Streitkräfte, welche für Recht und Ordnung sorgen sollen.“ Der Fremde machte eine kurze Pause, um seinen Worten den nötigen Raum zum Wirken zu geben. Dann fuhr er fort: „Außerdem frage ich mich schon seit geraumer Zeit, weshalb ich ebenfalls eingeladen wurde. Immerhin vertrete ich nicht dieselbe politische Meinung wie Sie.“

Beinah gleichzeitig richteten sich die Blicke jener, die sich in der Bibliothek des Nafeel-Anwesens aufhielten, auf den Fremden. Der breitschultrige Mensch, der wohl an die fünfzig Standardjahre alt war, stand noch in der Tür und schien sich gerade genauso umzuschauen. Ein vogelartiger Mrlssi-Hausangestellter hielt sich neben ihm auf. Verlegen fiepste das Wesen, deutete eine Verbeugung an und schickte sich anschließend an die Tür zur Bibliothek – selbstverständlich von außen – wieder zu schließen. Da der Fremde bei seinem Einwurf auf den Major General und den Brigadier General gedeutet hatte, wanderte der Blick des einen oder anderen Anwesenden flüchtig zwischen den drei Herren hin und her. Ras Kishor, die Repräsentantin des mächtigen InterGalaktischen Bankenclans, wirkte – zumindest auf den Sector Adjutant des Jaso-Sektors – unbeeindruckt. Vielleicht lag diese Einschätzung aber auch daran, dass er die Physiognomie der Muun nicht (richtig) lesen konnte.

„Wer soll Ihrer Meinung nach kein Freund des Militärs sein?“, fragte die äußerst hellhäutige Muun und griff beiläufig mit ihren langen, grazilen Fingern nach dem Weinglas. Nachdem sie kurz an dem kredenzten Rotwein genippt hatte, fuhr sie in aller Seelenruhe fort: „Ich glaube, ein jeder von uns ist dankbar für die Sicherheit und Ordnung, die planetare Sicherheitskräfte und das Militär Tag für Tag gewährleisten. Doch trotz dieses Respekts, den wir den Damen und Herren in Uniform jederzeit – und zudem gern – entgegen bringen, sollte man die Möglichkeit, an gegebener Stelle anzubringen, nicht verstreichen lassen. Denn so wie man Finanzpakete immer noch ein bisschen besser gestalten kann, kann man auch unsere Gesellschaft immer weiter optimieren. Und dafür braucht es das nötige Quäntchen an Selbstreflexion...“ Sie stellte das Glas wieder ab und ließ den gelangweilten Blick zu dem mit einem funkelnden Saphir besetzten Ring an ihrem Finger wandern, während der Fremde zu einem Tischchen ging, wo eine halbvolle Karaffe und weitere Gläser standen. „Bevor ich aber weiter mit Ihnen parliere, Mister, hätte ich schon gern gewusst, mit wem ich es hier zu tun habe.“

Sogleich sprang die Hausherrin, Governor Shea Nafeel, ein. Das säuerliche Zucken der Mundwinkel war bloß den Bruchteil einer knappen Sekunde zu sehen gewesen. Dann hatte sie ihre Mimik wieder voll und ganz unter Kontrolle. Mit weiterhin freundlicher Stimme stellte sie den Fremden vor: „Meine Damen und Herren, darf Ich Ihnen Michael von Berchem vorstellen? Seit Kurzem ist er Borosk neuer Statthalter – und wandelt damit gewissermaßen in den Fußspuren des aufsteigenden Sterns der Regionalverwaltung im Achten Supersektor, Aren Vayliuar.“ Sie nickte dem Fremden zu als dieser sich ein Glas Wein eingoss. Weiterhin butterweich klang ihre Stimme als sie im Anschluss daran das Wort an ihn direkt richtete: „Ich glaube, Sie sitzen wohl einem Irrtum auf, guter Freund. Mit Sicherheit lehne ich mich nicht aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass in diesem Raum niemand vollkommen deckungsgleiche Interessen, Positionen und Ziele mit einem anderen Anwesenden hat. Irgendwo unterscheiden wir uns alle. Und das ist auch gut so.“ Mit ihren smaragdgrünen Augen musterte sie ihn. „Ketzerisch gesagt: Es ist keine Schwäche 'divers' zu sein, sondern eine Stärke. Unterschiedliche Meinungen bergen unterschiedliche Ideen. Darum sind Sie hier, guter Freund.“

Horatio musterte die Gastgeberin. Um diese bunte Gemeinschaft zur selben Zeit an den selben Ort zu bekommen, hatte sie sich offensichtlich ganz schön ins Zeug legen müssen. Planetare Statthalter standen innerhalb der imperialen Rangstruktur zwar nicht ganz „unten“, aber ihre Mittel waren trotz allem ziemlich begrenzt. Kaum ein Governor besaß außerhalb seines eigenen Machtbereichs irgendwelche nennenswerten Kontakte. Residierte man dann noch auf einem eher unwichtigen Planeten im Nirgendwo, waren der Einfluss und das politisches Kapital mit Sicherheit noch ein ganzes Stück geringer. In diesem Punkt hatte Shea Nafeel sozusagen Glück. Immerhin verfügte Mrlsst über eine renommierte Forschungseinrichtung des Imperialen Militärs und war zudem ein Mitglied der Freien Welten im Tapani-Sektor. Jedoch hätte der adlige Verwalter nie damit gerechnet, dass ihre Kontakte – trotz des gegenseitigen Bekanntmachens mit Athena Toral bei der Regatta – tatsächlich bis in den Achten Supersektor reichten. Diese Tatsache musste er in der Tat neidvoll anerkennen.

Der Sector Adjutant richtete seine ganze Aufmerksamkeit noch einmal auf Borosk neuen Statthalter und versuchte den Eindruck, den er über diese Person soeben gewonnen hatte, mit den Details, die er über dessen Residenzwelt wusste, in Einklang zu bringen. Da er sich bislang für Planeten kaum interessierte, die sich nicht im Inneren der Galaxie befanden, war sein Wissen um Borosk natürlich nicht besonders groß. Nur dunkel erinnerte er sich an die eine oder andere Meldung. Zudem glaubte er zu wissen, dass der Planet in erster Linie für seine Industrie bekannt sei. Doch hatte ihm nicht sein ehemaliger Geheimdienstkontakt auf Coruscant, Jaysh Brask, irgendetwas im Zusammenhang mit dessen Behörde, dem Imperialen Geheimdienst, erzählt? Dem Impuls, beim unweigerlichen Entgleiten des Gedanken den Kopf zu schütteln, widerstand er im letzten Moment.

Nach einer kurzen Pause führte von Berchem das Gespräch fort:
„Das Sector Adjutant Prada die Aufstände hat gewaltsam niederschlagen lassen, ist berechtigt, wenn man sich nicht anders zu helfen weiß oder wenn man einfach nur ein Verwalter ist, der sich einen Dreck um seine Bevölkerung schert.“ Sämtliche Blicke waren auf ihn gerichtet. „Auch ich habe auf Borosk gegen Terroristen gekämpft und auf meinen Befehl sind Menschen gestorben. Nicht nur in meiner Zeit als imperialer Verwalter, sondern auch in der Zeit als ich Offizier der Imperialen Kriegsmarine war. Ich habe Befehle gegeben und befolgt, das schließt ebenfalls Angriffe gegenüber anderen Schiffen ein.“

„Ich kenne Agustin Prada persönlich“, schritt nun Horatio abermals in das Gespräch ein. „Bei den Friedensverhandlungen auf Umbara sind wir uns das erste Mal begegnet. Und ich habe ihn dort als einen überaus engagierten Unterhändler erlebt, dem das Wohlergehen des Galaktischen Imperiums am Herzen liegt. Er hat an seinem Tisch letztlich genauso zäh mit den Rebellen gerungen wie ich an meinem. Konservativ mag er sein. Jedoch hat er das nötige Quäntchen an Pragmatismus, was man in diesen Zeiten braucht.“ Er bedachte sowohl Borosks Statthalter als auch die nichtmenschliche Bänkerin jeweils mit einem kühlen Blick. „Ich würde also nicht davon ausgehen, dass er sich nicht anders zu helfen wusste. Genauso wenig würde ich nach dem Zusammenarbeiten auf Umbara behaupten, dass ihn die Bürger nur einen 'Dreck' interessieren. Sie beiden sollten in diesem Punkt wohl Ihre Zunge hüten, Misses Kishor und Governor von Berchem.“ Nachdem er diese Warnung ausgesprochen hatte, wandte der Verwalter seinen Blick von Borosk Statthalter und der Munn ab und richtete den Blick auf die Gastgeberin. „Der Abend mag noch jung sein – und vielleicht haben sich für später ja noch weitere Gäste angekündigt –, aber ich würde nun doch gerne wissen, was für einen 'historischen Moment' Sie vorhin angedeutet haben, Misses Nafeel.“

Horatio hatte wieder sein Weinglas in der Hand und ging ein paar Schritte auf das Panoramafenster zu. Nur dumpf war das Rauschen der Brandung zu hören. Manchmal krachten die Wellen mit einer Kraft an die felsige Steilküste, dass man glaubte das Brechen von Knochen zu hören. Weil er seine Kindheit im Exil auf Vjun verbracht und später etliche Jahre auf dem vom Imperium kontrollierten Coruscant gelebt hatte, hatte er eine besondere Faszination für die Natur entwickelt. Derweil sich in der Bibliothek die Anwesenden unterhielten, erwachten am finsteren Nachthimmel mehr und mehr Sterne. Ein weiteres Mal nippte der Verwalter an dem Wein, rollte die Flüssigkeit in seinem Mund bedächtig hin und her und kostete so das sich entfaltende Aroma in seiner ganzen Pracht aus. Dann drehte er sich wieder den Anwesenden zu.

„Das Galaktische Imperium befindet sich – wie schon gesagt – in einer Phase des möglichen Umbruchs“, griff Shea Nafeel das eigentliche Thema des Treffens wieder auf. „Nach all den Jahren im ständigen Kriegszustand haben wir endlich Frieden mit den Rebellen schließen kpnnen. Doch diese friedliche Phase wird nicht konstruktiv genutzt! Statt unsere Gesellschaft durch Reformen weiter voranzutreiben und auf diese Weise unserer Anspruch, die führende Sternennation der Galaxie zu sein, gerecht zu werden, verlieren wir uns nur in lokalen Konflikten, während im Herzen unseres Reiches ein grausamer Virus wütet. Potenzial, das in Frauen und Fast- sowie Nichtmenschen schlummert, lassen wir ungenutzt, weil es uns eine verbohrte Ideologie vorschreibt. Demokratie wird im Großen wie im Kleinen abgelehnt, obwohl wir so bei unseren Nachbarn und Verbündeten mehr Akzeptanz schaffen könnten. Der Adel krallt sich im Tapani-Sektor und in weiteren Regionen fest, obwohl dessen Qua-Geburt-Legitimation längst vergangen ist. Auf Bastion konzentriert sich jegliche Macht, was offensichtlich zu einem Schrumpfen des Reiches führt. Viele Dinge liegen im Argen. Jedoch scheint sich weit und breit niemand zu finden, der etwas an diesen Zuständen ändern möchte.“ Sie ließ den Blick von Gesicht zu Gesicht wandern. „Das Galaktische Imperium braucht eine Stimme der Vernunft. Das Galaktische Imperium braucht uns. Indem wir all die uns zur Verfügung stehenden Mittel – sei es Gelder, Kontakte oder andere Dinge – bündeln, können wir Hier und Jetzt den Grundstein für eine Denkfabrik legen. Ein Thinktank gegen die konservative Mehrheitspolitik und für notwendige Reformen der imperialen Gesellschaft.“

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Nachdem Michael seinen Einwurf zu Ende geführt hatte, und sich die Anwesenden mehr oder weniger wieder etwas orientiert hatten fing eine Muun an zu sprechen und fragte wer nach seiner Meinung kein Freund des Militärs sei. Die Frau nahm ihr Weinglas und nippte kurz an dem Wein, bevor sie weitersprach. Sie meinte das sie alle froh sein, dass die Soldaten und Soldatinnen Täglich für Sicherheit und Ordnung sorgten, allerdings könne man auch wie bei einem Finanzpakt die Gesellschaft stehts weiter optimieren. Michael fand den Vergleich den die Muun Dame hervorgebracht hatte nicht sonderlich gut, da man Geld und Lebewesen nicht im Geringsten vergleichen konnte. Noch bevor Michael sich selbst vorstellen konnte übernahm dies Misses Nafeel, sie meinte sogar das er in die Fußstapfen, von Sector Adjutant Aren Vayliuar trat, Michael konnte sich ein leichtes lächeln nicht verkneifen. Nachdem Shea Nafeel eine kurze Pause gemacht hatte, sprach sie weiter. Auch Misses Nafeel meinte das Michael sich irre, da in diesem Raum niemand deckungsgleiche Interessen verfolge, und dies sei auch gut so. Nachdem sie ihn etwas gemustert hatte fuhr sie weiter fort, sie meinte das es keine Schwäche sein muss “Divers“ zu sein, es könne auch eine Stärke sein. Michael nickte leicht zustimmend, bevor er einen kleinen schluck des Weins nahm, nachdem Michael des Weiteren ebenfalls kritisierte Militärische Mittel gegen die Bevölkerung zu richten und als einen kleinen Vergleich den Sector Adjutanten Prada dafür verwendete schaltete sich auch Prompt dessen Kollege Sector Adjutant Kraym ein, und meinte das er Prada selbst kennen gelernt hatte. Zudem meinte Kraym das Prada sich sehr wohl um das Imperium und um die Bevölkerung sorge, was man bei den Verhandlungen auf Umbara sehen konnte. Der letzte Satz, von diesem, welcher direkt an Misses Kishor, die Muun, und Michael ging war die Warnung das sie sich zurückhalten sollen und ihre Zunge hüten sollten. Man konnte dies allerdings auch als Drohung sehen, allerdings würde dies auch nichts bringen. Darauf hin wollte er von der Gastgeberin erfahren weshalb sie nun hier sein. Noch bevor die Gastgeberin etwas sagen konnte wand sie Kraym ab, und ging zu dem Panorama Fenster, bevor er sich nach kurzer zeit wieder umdrehte, und Misses Nafeel anfing zu sprechen. Nachdem sie das eigentliche Thema wieder aufgegriffen hatte, meinte sie das es endlich mit den Rebellen gab, nur nutzte man diese Friedenszeit nicht aus, um das Imperium wieder zu der führenden Sternennation zu machen welche sei eigentlich ist, man würde sich in Lokale Konflikte verlieren wärend ein tödlicher Virus in den Kernwelten sein Unwesen treibe. Man ließe das Potenzial welches in Frauen, so wie in Fast- und Nichtmenschen schlummere keinen Platz zum Entfalten. Man würde Demokratien ablehnen, obwohl diese zu mehr Akzeptanz bei den Nachbar Staaten wecken würde, der Adle würde sich an den alten Rechten, welche sie einst genossen haben fest halten, sie wollten die alten Strukturen nicht abgeben wollen. Das sich die Macht auf Bastion konzentriert würde dem Imperium ebenfalls schaden, da dies zunehmend schrumpfe, wenn es so weiter ginge. Michael nickte zustimmend, als Misses Nafeel meinte das niemand etwas an diesen Zuständen ändern möchte, es war wahrscheinlich die Angst vor der Veränderung, welche viele hatten, weshalb sie sich dann doch zurückhielten. Sie blickte jeden kurz an, bevor sie weiterredete, man benötige eine Stimme der Vernunft, man benötige die hier anwesenden Personen dafür. Man müsse alles was ihnen zur Verfügung stand bündeln und damit einen Grundstein für eine Denkfabrik legen. Ein Thinktank gegen die konservative Politik, damit man Reformen in die Wege leiten könne, welche längst überfällig sein.

„Sie sagten gerade noch das man sich in interne Konflikte verstrickt, allerdings wenn wir gegen die konservative Politik vorgehen um Reformen durch zu setzen legen wir damit ebenfalls den Grundstein für einen großen Internen Konflikt, nicht nur den Grundstein für eine Denkfabrik.“

Michael nahm einen weiteren Schluck aus seinem Wein Glas, bevor er weitersprach.

„Außerdem muss ich feststellen das es sich hier um läute handelt die sich unter ‘normalen‘ umständen nie getroffen hätten, aber wie sie schon sagten kann dies auch eine Stärke sein und nicht gleich eine Schwäche. Falls jemand zu diesem Treffen Fragen stellt, könnte man vielleicht denken das man den Sturz des Imperators Plant. Immerhin haben wir Vertreter des Militärs, eine Vertreterin des Bankenclans, und drei Verwalter, zwei welche auf Welten sind welche wichtigen Standorte des Militärs beinhalten, dementsprechend auch Kontakte haben. Des Weiteren einen Sector Adjutanten, welcher Kontakte zu gleich rangigen hat, und höher rangigen. Klingt in meinen Ohren nach einer Verschwörung. Moderate und Reformer in einem Raum versammelt, die Idee an sich ist gut, allerdings die Zusammensetzung, vor allem die verschiedenen Politischen Richtungen machen mir Sorgen.“

Michael war bewusst das man dieses Treffen als eine Verschwörung und im schlimmsten Falle sogar als die Planung eines Putsches sehen konnte sehen konnte, was für alle anwesenden Wort wörtlich den Genick Bruch bedeuten würde.

„Ich würde zwar meine Mittel gerne zur Verfügung stellen, allerdings bedeutet dies für mich noch mehr ärger, als ich eh schon habe. Ich möchte deshalb eine Garantie von ihnen haben.“

Michael zielte dabei auf etwas ab, was man sich weder mit Geld noch mit Macht erarbeiten konnte, er wollte das was man nur bekam, wenn man sich bewies. Loyalität, von läuten die ihm ärger einbrachten. Er wollte verbündete haben, welche auch entsprechende Mittel haben, er wusste er könne diesen Personen kreis jeder Zeit zum Teufel jagen und einfach gehen, und wenn er wollte gegebenenfalls noch etwas schaden. Noch bevor man ihm antworten konnte richtete er sich direkt an die Hausherrin und den Hausherren.

„Entschuldigen sie, aber bevor wir weiter machen hätte ich noch eine kleine Frage. Dürfte ich hier rauchen?“

Es war fast schon Provokant diese frage zustellen, allerdings wollte Michael sehen wie alle anwesenden auf diese Frage reagierten, Michael selbst war es eigentlich egal ob er rauchen darf oder auch nicht.

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Stille breitete sich für einen Moment lang unter den Anwesenden in der Bibliothek aus. Jeder dachte über Shea Nafeels Vorschlag, eine reformistische Denkfabrik zu gründen, nach. Natürlich wog auch der adlige Sector Adjutant die Vor- und Nachteile solch eines formellen Bündnisses ab. Denn bisher hatte er bloß mit Larissa Dysart, der Statthalterin von Bacrana, in aller Öffentlichkeit eine „Allianz“ geschlossen – und sich so gewissermaßen den Unmut des Grand Moff auf sich gezogen. Schließlich hätte nach dessen damaligen Plänen nicht er in der Sonderwirtschaftszone glänzen sollen, sondern eigentlich dessen offizielle Vertreterin Sector Adjutant Rhenya Aldine. Sollte er also heute abermals das Risiko eingehen, sich öffentlich zu einem Zusammenschluss zu bekennen, und unter Umständen sich wieder die Finger zu verbrennen? Er zögerte.

Eine ihm wohl bekannte Stimme wisperte ihm in diesem Moment überraschend ins Ohr:
„Ich kenne deine Gedanken, Horatio.“ Eine kurze Pause. „Ich kann dein Zögern spüren.“ Die rothaarige Sith-Lady trat mit einem eitlen Lächeln auf den Lippen in das Sichtfeld des Verwalters. Ihre hellgrünen Augen musterten ihn. „Du möchtest Veränderungen? Dann fasse den Entschluss! Dann packe diese Gelegenheit beim Schopf!“

Der von Brentaal IV stammende Adlige unterdrückte ein Schnauben. Seit sie vor mehreren Wochen gemeinsam Thyferra verlassen hatten, hatte ihn die attraktive Corellianerin kaum eine Sekunde lang aus den Augen gelassen. Sowohl an Bord des Passagierschiffs Lagunes of Spira als auch auf dem Planeten Fondor war sie nach einer Weile stets dort aufgetaucht, wo er sich gerade aufhielt. Er hatte somit unter ständiger Beobachtung gestanden – und nun schon wieder! Glücklicherweise hatte sich Horatio soweit unter Kontrolle, dass seine Hände den Wunsch, sich zu Fäusten zu ballen, nur durch ein flüchtiges Zucken andeuteten. Ein Funkeln in ihren hellgrünen Augen sowie das selbstbewusste Lächeln deuteten jedoch darauf hin, dass die Sith auch diese Gefühlsregung registriert hatte. Alaine Aren nickte ihm noch einmal bekräftigend zu, nippte dann schmunzelnd an ihrem Wein und ging im Anschluss ein paar Schritte weiter, um sich scheinbar das eine oder andere Buch anzuschauen.

Michael von Berchem, Borosk neuer Statthalter, brach letztendlich das Schweigen und vertrieb mit seiner kräftigen, tiefen Stimme die eingekehrte Stille.
„Sie sagten gerade noch, dass man sich nicht in interne Konflikte verstricken soll. Allerdings, wenn wir gegen die konservative Politik vorgehen, um Reformen durchzusetzen, legen wir damit ebenfalls den Grundstein für einen großen internen Konflikt; nicht nur den Grundstein für eine Denkfabrik.“

„Sie scheinen sich wirklich noch nicht besonders lange auf politischen Parkett zu bewegen, was?“, warf Horatio sogleich bissig ein, um sich dem im ihn schwelenden Ärger ein wenig Luft zu machen. In diesem Moment erschien ihm der Fremde ein passender „Blitzableiter“ zu sein. „Politik lebt vom Konflikt. Unterschiedliche Interessen konkurrieren miteinander und am Ende obsiegt der Stärkere beziehungsweise der Clevere. Damit wir unsere Ideen durchgesetzt bekommen können, werden wir folglich zwangsläufig – wie Sie, mein Freund, schon festgestellt haben – die Konfrontation mit den Konservativen und Hardlinern suchen müssen.“ Er musterte den anderen Verwalter. „Der vorherige Aufruf, den Sie anscheinend mitbekommen haben, galt allein dieser Gruppe. Wir schwächen unsere Position, wenn wir uns erst selbst zerfleischen und sich dann nur noch unsere kläglichen Reste der Mehrheit stellen. Der 'große interne Konflikt' wird somit durch diese Gründung forciert. Man soll es als Kampfansage an die konservative Mehrheit verstehen.“

In ihm brodelte ein unbestimmter Zorn. Kaum hatte er den letzten Satz laut ausgesprochen, leerte er in einem Zug das Weinglas und stellte es auf das Tischchen. Das Gros der Anwesenden musterte ihn eingehend. Bestimmt hatten sie bei ihm mit so viel „Feuer“ für die Sache nicht gerechnet. Doch der Sector Adjutant hatte sich eigentlich bloß etwas Luft machen wollen. Genau aus diesem Grund war sein Blick zum Schluss auch nicht mehr auf den Governor gerichtet, sondern auf die rothaarige Sith, die gerade völlig unbeeindruckt in einem antiquarischen Buch schmökerte. Sie sah nicht einmal zu ihm auf. Durch die brodelnde Wut, die er gerade verspürte, kribbelte es letztendlich sogar in seinen Fingerspitzen und die leeren Gläser, die auf dem kleinen Tischchen standen, klirrten mit einem Mal ganz leise. Genau in diesem Moment legte ihm Athena Toral eine Hand auf die Schulter.

Mit gelassener Stimme sagte sie in die Runde:
„Ich sehe das wie Horatio.“ Dann probierte sie den Whisky, einen edlen, teuren Tropfen von Corellia. „Bei der Armee pflegten wir zu sagen: Position beziehen, Zielen und Feuern. Mit den richtigen Vorbereitungen können wir diesen Kerlen sicherlich einen eiskalten Schlag versetzen.“

„Richtig, meine Liebe“
, stimmte Beshenal Nafeel, der beleibte Hausherr, in seinem Ohrensessel zu. „Wenn wir unsere Ideen tatsächlich umgesetzt sehen wollen, dürfen wir den 'Streit' mit anderen Parteien nicht scheuen. Genau aus diesem Grund brauchen wir kompetente Verwalter in unseren Reihen.“

Borosk Statthalter ließ die Erwiderungen kurz auf sich wirken. Dann sagte er: „Außerdem muss ich feststellen, dass es sich hier um Leute handelt, die sich unter 'normalen' Umständen nie getroffen hätten. Aber wie sie schon sagten, kann dies auch eine Stärke sein und nicht gleich eine Schwäche.“ Er nickte in Richtung der Gastgeberin. „Falls jemand zu diesem Treffen Fragen stellt, könnte man vielleicht denken, dass man den Sturz des Imperators plant. Immerhin haben wir Vertreter des Militärs, eine Vertreterin des Bankenclans, und drei Verwalter - zwei, die auf Welten sind, welche wichtigen Standorte des Militärs beinhalten. Dementsprechend auch Kontakte haben. Des Weiteren einen Sector Adjutanten, welcher Kontakte zu gleichrangigen hat, und höherrangigen.“ Sein Blick war bei dieser Aufzählung von Person zu Person gewandert. Dass der Governor dabei Moff Idiian Fenn ausgelassen hatte, ließ diesen etwas empört schnauben. „Klingt in meinen Ohren nach einer Verschwörung. Moderate und Reformer in einem Raum versammelt, die Idee an sich ist gut, allerdings die Zusammensetzung, vor allem die verschiedenen politischen Richtungen machen mir Sorgen.“

Von Berchems Bedenken ließ man die nötige Zeit zum Wirken. Die Anwesenden gingen dafür kurz in sich, um dessen Erwiderung „argumentativ“ abzuklopfen. Konnte man dieses informelle Treffen – und dessen grundsätzlich anvisierte Ziele – wirklich für eine Verschwörung gegen den Imperator halten? Erweckte diese zwölfköpfige Gruppe, die aus Mitgliedern der verschiedensten Bereiche der imperialen Gesellschaft bestand, tatsächlich den Eindruck irgendwelche Umsturzpläne erreichen zu wollen? Potenzielle Gegner einer solchen politischen Bewegung mochten womöglich den Vorwurf, hierbei handele es sich um eine Verschwörung, vorbringen, um die Ambitionen schon in dieser sehr frühen Phase im Keim zu ersticken. Doch würden sie damit erfolgreich sein? Mit ein wenig Glück konnte immerhin Horatio auf die schützende Unterstützung seines Gönners, Moff Heremus Barnip, hoffen. Den weitreichenden Einfluss ihrer mächtigen Familie hatte mit Sicherheit Athena Toral in der Hinterhand. Und Alaine Aren war schon allein aufgrund ihrer Position im Sith-Orden bestimmt geschützt. Mitglieder dieser sektenartigen Gruppierung, die ein Staat im Staat darstellte, genossen schließlich allerhand exklusive Privilegien.

„Indizien für eine Verschwörung – egal welcher Art, aber im Speziellen gegen den Imperator – kann ich hier nicht sehen“, entgegnete schlussendlich der Moff des Zenox-Sternhaufens und ließ sich in dem zweiten altmodisch wirkenden Ohrensessel nieder. „Bislang haben sich hier bloß ein paar dem Imperium treu ergebene Bürger zusammengefunden, um in einem ziemlich zwanglosen Rahmen zu diskutieren wie man die stagnierende Gesellschaft durch die eigenen Ideen voranbringen kann. Um diese Fortentwicklung zu ermöglichen, wurde hier bislang nur erörtert, ob man sich dafür am besten zusammenschließen sollte.“ Er musterte von Berchem. „Niemand sprach davon den Imperator zu stürzen. Ich schätze, dafür sind die Erinnerungen, welches Leid Janem Menaris Machtgier über das ganze Imperium gebracht hatte, noch zu frisch.“

Der etwa fünfzigjährige Governor sprach davon ungerührt weiter. „Ich würde zwar meine Mittel gerne zur Verfügung stellen, allerdings bedeutet dies für mich noch mehr Ärger als ich eh schon habe. Ich möchte deshalb eine Garantie von Ihnen haben.“

„Eine Garantie?“, fragte der Sector Adjutant überrascht nach. Für einen kurzen Augenblick konnte man in seinem Gesicht die Fassungslosigkeit sehen, die er in diesem Moment verspürte. „Sie haben noch nicht einmal ihre Mittel etwas genauer benannt. Des Weiteren deuten Sie an, dass Ihnen Ärger auf Borosk im Nacken sitzt. Und dann wollen Sie ernsthaft irgendwelche Garantien haben?“

Horatio musterte den Statthalter. Einige Minuten zuvor hatte die Gastgeberin fast beiläufig erwähnt, dass von Berchems unmittelbarer Vorgänger, ein gewisser Aren Vayliuar, ein aufsteigender Stern im Achten Supersektor sei. Hatte dieser den amtierenden Governor als Steigbügelhalter benutzt? War der fünfzigjährige Muskelprotz am Ende nicht mehr als ein Werkzeug? 'Möglicherweise haben sich die beiden nicht im Guten getrennt', überlegte der adlige Verwalter. 'Und nun sucht dieser Kerl nach einer Möglichkeit Rache an dem neuen Superstar der Regionalverwaltung zu nehmen.' Bei diesem Gedanken widerstrebte es dem Sector Adjutanten mit einem Mal noch mehr, dem Fremden wirklich seine Unterstützung zu geben. Im Gegensatz zu Larissa Dysart, die hinter den Kulissen durch seine alleinige Kontrolle über das Bactamonopol ihre Position im Brak-Sektor hatte stärken können, saß Michael von Berchem offensichtlich nicht sicher im Sattel. Im schlechtesten Fall war er in ein paar Monaten schon wieder Geschichte.

„Wenn Sie eine konkrete Unterstützung wollen, sollten Sie lieber mit offenen Karten spielen“, fuhr Horatio aus diesem Grund in Richtung des rauchenden Verwalters fort. „Was für Probleme haben Sie auf Borosk? Und welche Sicherheiten können Sie uns gewähren?“

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Auf die Anmerkung von Michael das es zu einem internen Konflikt kommen könnte, falls man einen offensichtlichen Angriff gegen die konservativen startete fragte der Sector Adjutant provokant ob Michael noch nicht lange in der Politik war. Michael behielt sein eiskaltes Gesicht bei, allerdings wanderte eine Hand an die Handschuhe, welche an seinem Gürtel hingen. Doch anstatt sich hinreißen zu lassen und vielleicht einen Fehler zu begehen nahm er die Hand nur hinter den rücken und hielt sich mit dieser an dem Gürtel fest. Er hörte Kraym nur noch beiläufig zu, allerdings so gut das er mitbekam das dieser meinte das Politik vom Konflikt lebt, zudem würde der stärke beziehungsweise der Clevere gewinnen. Sie müssen wohl oder übel einen Konflikt mit konservativen und den Hardlinern eingehen. Der Verwalter meinte im Anschluss noch das man sich nicht gegenseitig zerfleischen solle, um dann geschwächt anzutreten, mit der Gründung die gerade mehr oder minder statt fand würde so oder so ein Konflikt entstehen.

„Ich glaube nicht, dass sie mich verstanden haben. Den Frieden den wir gerade haben ist so instabile das der kleinste funken reicht um das Feuer des Krieges wieder zu entfachen. Wir befinden uns in einem Rüstungskrieg, besser gesagt in einem Kalten Krieg. Wenn wir jetzt einen internen Konflikt losschlagen, ist es denkbar das wir uns schwächen und damit noch mehr Stellungen verlieren. Wir müssen geeint stehen, egal welche Politische Meinung wir haben, wenn man uns, das Imperium, geeint sieht sind wir stark, wenn jede Politische Richtung, jeder Verwalter nur für sich kämpft sind wir schwach und angreifbar, sehen sie sich die Inkompetenz der Verwalter im Koornacht-Cluster an. Sehen sie sich die Verluste der Planeten Alderaan und Manaan an, diese sind durch Fehler und interne Konflikte entstanden. Wenn wir das ganze nun nur noch in groß machen was wird dann wohl passieren? Die, wie sie sie nennen Rebellen können dies ausnutzen und angreifen und uns einen tödlichen Schlag versetzen. Übrigens sind es keine Rebellen mehr seit dem man sich mit diesen läuten an einen Tischgesetzt hat um Verhandlungen auf zu nehmen.“

Nachdem wieder etwa stille eingekehrt war meldete sich eine junge Frau zu Wort, sie meinte das sie Kraym zustimmte, nachdem sie etwas von dem Whisky probiert hatte fuhr sie fort und zog gleich die Armee mit ins Spiel, bei der Armee hieß es wohl immer „Position beziehen, Zielen und Feuern“ dabei gab es anscheinend unterschiede zwischen Flotte und Armee, da dies nicht auf die Flotte zu traf. Auch der Hausherr pflichtete der jungen Frau bei, dieser führte ebenfalls aus das sie den Streit nicht schauen sollten, und aus diesem Grunde auch kompetente Verwalter in ihren Reihen benötigten. Als Michael seine bedenken äußerte und dabei jeden anschaute fing einer an empört zu schnauben, Michael ließ sich allerdings dadurch nicht aus der ruhe bringen. Nachdem jeder einzelne die Worte von Michael auf sich ein wirken hat lassen fing einer der anwesenden wieder an zu sprechen, dieser meinte das er keinerlei Anzeichen oder Indizien führ eine Verschwörung sah, und meinte das sich bis lang nur Bürger trafen um zu diskutieren und zu erörtern wie man die Gesellschaft voran bringen könne. Nachdem auch dieser Michael gemustert hatte sprach er weiter und meinte das niemand davon sprach den Imperator zu stürzen, was er auf die Machtgier von Janem Menaris zurück zu führen sei. Nachdem Michael im Namen seiner Familie und ihrer Interessen ihre mittel zur Verfügung gestellt hatte, allerdings dafür eine Garantie wollte fragt auch sogleich der Sector Adjutant Kraym überrascht nach. Dieser war anscheinend Fassungslos, was Michael allerdings nicht sonderlich interessiert, nur die aussage das Michael seine Mittel noch nicht mal benannt hatte ließ ihn wieder aufmerksamer werden, außerdem meinte dieser das ihm nach seiner Andeutung ärger im Nacken sitz und fragte anschließend für Michael ziemlich Provokant klingen das Michael ernsthaft irgendwelche Garantien haben möchte. Kraym musterte Michael erneut, wahrscheinlich dachte er gerade darüber nach was die Ziele von Michael waren, allerdings konnte man diese aus seinen Ausführungen nicht heraus finden, ausschließlich die Vorstellung von Misses Nafeel könnte man so interpretieren das Michael und sein Vorgesetzter nicht sonderlich gut getrennt haben, dies war zwar in einem gewissen maß korrekt, allerdings waren dies nichts als Vermutungen welche man anstellen konnte. Michael machte keine große Sache drauf das er sich erst wieder in den Politischen Alltag und dessen Gegebenheiten einfühlen musste, allerdings verfolgte er das ziel das Imperium wieder mächtig zu machen, und auch das man Fast- und Nichtmenschen so wie Frauen dieselben Chancen gibt wie Menschen. Als Michael die Gastgeberin gefragt hatte ob er Rauchen dürfe nickte diese nur, und Michael nahm eine Zigarette aus dem Zigarettenetui, um sie sich so gleich an zu zünden. Nach einiger Zeit brach Kraym wieder das schweigen und forderte von Michael, falls er konkrete Unterstützung will, mit offenen Karten zu spielen, im Anschluss fragte dieser welche Art von Problem er denn auf Borosk habe, und welche Sicherheit er ihnen anbieten könne.

„Ich glaube sie haben etwas falsch verstanden, auf Borosk habe ich keine Probleme, zumindest keine erwähnenswerte, und den Ärger bekomme ich selber gelöst, da kann mir niemand bei helfen, zumindest nicht sie. Nehmen sie das bitte nicht als Beleidigung. Das größere Problem für mich wären die Folgen falls dieses Vorhaben scheitern sollte.“

Michael machte eine kurze Pause, um einen Zug von der Zigarette zu nehmen und einen schluck aus dem Weinglas zu nehmen, bevor er weiterredete.

„Die Sicherheit die ich ihnen anbieten kann, ist mein Wort und das meiner Familie, genauso wie meine Mittel, das beinhaltet ebenfalls meine Garde. Zudem kann ich meine Kontakte, zum Militär, Geheimdienst und weiteren Imperialen Institutionen anbieten. So wie Finanzielle Mittel. Für weitere Mittel der Familie von Berchem dürfen sie gerne meinen Vater darum bitten.“

Michael schaute sich erneut die Gesichter der anwesenden Personen an, und auch wenn sie in Uniform waren ihre Namenschilder, sein Blick blieb beide er Frau, mit dem Vergleich zur Armee Hängen. Toral, der Name war ihm durch aus bekannt, Commodore Toral war der Kommandierende Offizier bei Cal-Seti, wo auch derzeit Michaels Mann kämpfte.

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Unaufhaltsam schritt der Abend voran. Etwa eine gute Stunde war inzwischen schon vergangen seit die eher ungewöhnliche Gesellschaft aus Kultur, Militär, Politik und Wirtschaft ihr Dinner im Salon beendet und sich dann gemeinschaftlich in die Bibliothek zurückgezogen hatte. Sofern man nicht zu sehr dem gereichten Cognac, Rotwein oder Whisky zugesprochen hatte, konnte man den gebratenen Fisch, der nach allen Regeln der tapanischen Haute Cuisine zubereitet worden war, noch immer auf der Zunge schmecken. Derweil draußen der scheinbar endlose Ozean weiterhin mit lauten, dumpfen Schlägen – Welle für Welle – die Steilküste bearbeitete und dabei jedes Mal etwas Gestein hinfort spülte, kam im Inneren des Nafeel-Anwesens die Unterhaltung langsam zum eigentlichen Anliegen der ganzen Veranstaltung. Die beiden Gastgeber hatten all diese Leute persönlich angesprochen und eingeladen, um mit ihnen zusammen eine Denkfabrik für Reformer und Moderate zu gründen. Doch allem Anschein nach galt es bis zum finalen Akt noch ein paar Hürden zu nehmen.

Lässig blies Borosks neuer Statthalter blauen Dunst in die Luft, nachdem er kurz an seiner Zigarette gezogen hatte.
„Die Sicherheit, die ich Ihnen anbieten kann, ist mein Wort und das meiner Familie; genauso wie meine Mittel. Das beinhaltet ebenfalls meine Garde. Zudem kann ich meine Kontakte zum Militär, Geheimdienst und weiteren imperialen Institutionen anbieten. Sowie finanzielle Mittel. Für weitere Mittel der Familie von Berchem dürfen sie gerne meinen Vater darum bitten.“

„Ein gutgemeinter Rat von jemanden, der weiß wie man Credits hin und her schiebt, mein Freund“
, schaltete sich plötzlich Goran Duine, ein Investor von Bassrado, recht belustigt ein und faltete seine fleischigen Hände vor dem ziemlich breiten Wanst. „Wenn Sie seriös wirken möchten, mein Freund, sollten Sie auf den Verweis Ihrer Familie verzichten. Denn selbst wenn Sie das Lieblingskind Ihres Vaters sind, muss er nicht jede Ihrer Albernheiten tolerieren. Möglicherweise missbilligt er ja Ihre Beteiligung an dieser 'Idee'. Dann können Sie mit einem Mal nicht mehr mit den Millionen prahlen, die Ihre Familie ihr Eigen nennt. Mein Ratschlag: Bleiben Sie somit lieber bei Ihrem Wort, Ihrer Garde, Ihren Kontakten und Ihren eigenen finanziellen Mitteln.“

Bei dieser Posse schüttelte Horatio leicht mit dem Kopf. 'Welcher Fünfzigjährige gibt vor Fremden schon freiwillig – und ohne dabei rot zu werden – mit dem Geld seiner Familie an?', fragte er sich und ließ den Blick abermals auf dem rauchenden Governor ruhen. 'Entgegen seiner Worte kann sein eigenes Vermögen nicht besonders groß sein, wenn er so stark auf die Familie baut.' Im Gegensatz zu Michael von Berechem, der anscheinend wohl behütet im Galaktischen Imperium aufgewachsen war und seine Karriere bei Militär und Regionalverwaltung ohne große Widrigkeiten gemacht hatte, hatte der Sector Adjutant durch die Exilierung seines Vaters lernen müssen, dass man sich am Ende nur auf das verlassen konnte, was man durch eigenes Handeln „geschaffen“ hatte. Band man sich zu eng an andere Familienangehörige, rissen sie einen unweigerlich mit in den Abgrund, wenn sie mit einem Mal stürzten. 'Möglicherweise hat dieser Kerl ja genau diese tödliche Abhängigkeit erkannt und fürchtet sich nun vor genau diesen Konsequenzen.'

Nur kurz beschäftigte sich Horatio mit diesem Gedanken. Dann wanderte seine Aufmerksamkeit zu dem Investor. Sowohl beim Jagdausflug als auch beim Dinner hatte der adlige Sector Adjutant zwar bloß ein paar Worte mit dem feisten Unternehmer gewechselt, aber durch die beiden Damen, die er nun schon ein kleines Bisschen länger als den Rest kannte (Alaine Aren und Athena Toral), hatte er über den ganzen Tag hinweg erfahren, dass Goran Duine sein beträchtliches Vermögen vor allem als „Business Angel“ auf wirtschaftlich wichtigen, teils aber unterentwickelten Welten mehrte. Da diese Tätigkeit jedoch sehr anfällig für Geldwäsche war – und er immer mal wieder im Verdacht stand, zwielichtige Kontakte zur Unterwelt zu besitzen –, hatte er sich wohl über die Jahre „Freunde“ bei der Finanzaufsicht und anderen ähnlich gearteten Behörden der Zentralregierung erkauft. Dadurch hatte er manchmal etwas mehr Spielraum und konnte – insbesondere in der Expansionsregion oder dem Mittleren Rand – als gönnerhafter Wohltäter auftreten.

Moryne Lann, die politisch interessierte Mäzenin, meldete sich auf einmal zu Wort.
„Trotz allem ist der Ausgangsgedanke, den Mister von Berchem aufgeworfen hat, nicht verkehrt. Sollten wir heute tatsächlich den Entschluss fassen, zukünftig gemeinschaftlich politisch aktiv zu werden, setzten wir uns unwillkürlich einem gewissen Risiko aus.“ Sie warf dem Investor für einen flüchtigen Moment einen vielsagenden Blick zu. Offensichtlich hatte sie ähnliche Geschichten über Duine gehört. „Eine 'Absichtserklärung' oder irgendetwas in der Art sollten wir meines Erachtens nach alle am Ende von diesem Abend unterschreiben. So haben wir die gegenseitige Gewissheit, dass wir bei aufziehendem Ärger Verbündete sowie deren Ressourcen in der Hinterhand haben.“

Die tapanische Dame, die ganz grazil auf einem Hocker saß und von Zeit zu Zeit – ganz damenhaft – eine Zigarettenspitze zu ihrem Mund führte, mochte auf den ersten Blick auf unbedarfte Personen ziemlich unscheinbar wirken, weil sich ihr ganzer Einfluss allem Anschein nach bloß auf imperiale Künstlerkreise in den inneren Regionen der Galaxie beschränkte. Doch Horatio, der aufgrund der in der Kindheit genossenen Bildung an Kunst interessiert und auf Thyferra immerhin mit Quellia El'jai Marnel, einer verwitweten Matronin, gut bekannt war, wusste mehr über diese Frau. Moryne Lann hatte in den letzten zwei Jahrzehnten nämlich nicht nur nichtmenschliche Künstler wie Ethea Caileta Nynie, einen koorivarischen Maler, im Galaktischen Imperium berühmt gemacht, die Alderaanische Klassik zu einem Revival geführt und saß hier in den Freien Welten der „Gesellschaft zur Förderung der schönen Künste und der imperialen Kultur“ vor, sondern sie hatte über all die Jahre wohl auch mehrere sehr verlässliche Beziehungen zur KOMENOR aufbauen können. Während seiner Zeit auf Coruscant – als er noch nicht dessen Statthalter gewesen war – war er ihr einmal bei einer Gala über den Weg gelaufen. Mehr als ein oberflächliches Gespräch, das mit allerhand Höflichkeiten gespickt war, war zwischen den beiden aber nicht entstanden. Bis zu seinem Eintreffen auf Mrlsst hatte er sie kein weiteres Mal angetroffen.

Shea und ich hatten im Vorfeld eh daran gedacht, dass am Ende dieser abendlichen Diskussion ein 'Gesellschaftsvertrag' – als offizielles Dokument – stehen sollte“, sagte Beshenal Nafeel mit ruhiger Stimme und trank den letzten Schluck Cognac aus seinem Glas. „Eine Absichtserklärung kann also gerne ein Teil davon werden. Falls das keinen der Beteiligten ein Problem darstellt.“

Für einen kurzen Moment lang hielt erneut Schweigen Einzug in der geräumigen Bibliothek. Jeder nutzte noch einmal die Gelegenheit, um tief in sich zu gehen. Wollte man diese Verpflichtung allen Ernstes eingehen? Wollte man sich wirklich vertraglich an diese Personen binden? Mit den meisten Anwesenden hatte Horatio inzwischen mindesten einen ganzen Tag verbracht, aber „kennengelernt“ hatte er trotzdem keinen so richtig von ihnen. Für den sehr ambitionierten Sector Adjutant waren sie noch immer nicht mehr als selbst denkende Werkzeuge, die er zum Erreichen seiner Ziele benutzen konnte. Doch würde diese Sichtweise trotz der Zusammenarbeit weiterhin Bestand haben? Indem er seine Unterschrift am Ende dieses Abends unter diesen „Vertrag“ setzte, kettete er sich unweigerlich an die anderen. Die Abhängigkeit, die er bei Michael von Berchem zuvor noch strikt abgelehnt hatte, würde er dann selbst eingehen. Abermals zögerte der adlige Imperiale.

„Bevor wir uns aber unserer gegenseitigen Unterstützung versichern, liebe Freunde“, fuhr der Major General mit seiner tiefen Stimme fort und sah dabei in die Runde. „Sollten wir erst einmal grob die Ziele abstecken, die wir überhaupt gemeinsam erreichen wollen. Was soll der zentrale Schwerpunkt dieser Denkfabrik sein? Welche Ziele lassen sich davon ableiten? Und von welchem Standort aus soll die ganze Sache aus angegangen werden?“

Bei diesem Vorschlag widerstand der Sector Adjutant nur mit Mühe und Not dem Impuls die Miene säuerlich zu verziehen. Denn nun musste er eine Entscheidung treffen: Inwieweit sollte er sich der Gemeinschaft öffnen? Shea Nafeel hatte ihn während des „Seven Houses Cup“ im Fondor-System angesprochen, weil er vorgeblich die Situation der auf Thyferra heimischen Vratix verbessert und so einen blutigen Bürgerkrieg auf der Bacta-Welt verhindert hatte. Jedoch war das nie die eigentliche Intention für sein Handeln gewesen. Er hatte seinen vorgesetzten Widersacher Olan Semur aus dem Weg räumen wollen. Und indem er den insektoiden Einheimischen eine kleinere Beteiligung an der auf dem Planeten gelebten Scheindemokratie gewährt hatte, hatte er sich auf diese Weise bequem in eine sehr vorteilhafte Position für den finalen Schlag bringen können. Nein, ihm lag nicht besonders viel an nicht- oder fastmenschlichen Rechten – Solange sie nicht seinen Zwecken nützten. Wenn er die Möglichkeit hatte, Reformen innerhalb des Imperiums anzustoßen, würden diese auch eher auf potenzielle Gegner abzielen. So hegte der Sector Adjutant beispielsweise schon seit einigen Jahren einen gewissen Groll gegen den Sith-Orden und dessen Privilegien. Deren (weltliche) Macht würde er beschneiden, hätte er die Gelegenheit dazu. Doch konnte er das in dieser Runde ansprechen?

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Nachdem Michael seine und die Mittel seiner Familie etwas angeschnitten hatte, meinte einer der Geste, ob er ihm ein Rat geben dürfe. Michael schaute zu dem Mann der gerade eben noch gesprochen hatte, es war ein fettleibiger und an eine Kugel erinnernde gestallt gewesen, Michael schaute diesen etwas abschätzig an, aber nickte Schluss endlich um ihm dies zu erlauben. Dieser meinte das er, wenn er seriös wirken möchte, nicht auf die Familie verweisen solle, denn auch wenn er vielleicht das Lieblings Kind seines Vaters sei müsse dieser nicht alles tolerieren was er machte. Michael musste etwas lächeln, er wusste das sein Vater und seine Familie hinter ihm standen, da sein Vater ihn zu den Treffen geschickt hatte. Der Mann führte seinen ratschlag weiter aus, und meinte das er falls dies eintraf er nicht mehr mit den Millionen seiner Familie Prahlen könne, und lieber bei seinen Mitteln bleiben sollte.

„Wenn sie das nächste Mal mit mir sprechen werden sie mich mit einem Entsprechenden Rang, Sprich Gouverneur, ansprechen, oder sie setzen ein Herr vor meinen Familien Namen. Haben sie mich verstanden?“

Man konnte nur an der leicht veränderten Stimmlage von Michael merken das es ihn förmlich zum Kochen brachte, wenn man ihn dauern mit meinem Freund anspricht, dass es Gouverneurin Nafeel tat war ihm gleich, da diese Persönlichen kontakt zu seinem Vater hatte. Etwas später fing eine Frau, welche ebenfalls rauchte, an zu sprechen und meinte das sie Michael recht geben müsse, was seine bedenken an gingen weshalb sie, nachdem sie sich den Mann mit welchem Michael gerade noch geredet hatte angesehen hatte, eine Absichtserklärung vorschlug, welche jeder Unterschrieb. Der Mann von Shea Nafeel meinte darauf hin, dass sie beide im Vorfeld so wieso schon an einen Gesellschaftsvertrag gedacht haben, welches als ein Offizielles Dokument dienen solle, nachdem der Mann einen Schluck aus seinem Glas genommen hatte meinte dieser noch das eine Absichtserklärung gerne ein Teil von dem Gesellschaftsvertrag werden könne.

Erneut wurde der Raum still, alle überlegten sie ob es schlau war mit den anderen anwesenden einen solchen vertrag einzugehen. Da Michael keinen aus diesem Raum kannte viel es ihm schwer diese auch einzuschätzen, der einzigen Person der er überhaupt etwas über den wag traute war die Gastgeberin Frau Nafeel, da dies anscheinend Kontakt zu seinem Vater hatte und dieser sogar ihn hier zu diesem Treffen geschickt hatte. Noch bevor jemand eine Entscheidung treffen könnte und auch diese laut aussprechen konnte fing der Mann wieder an zu sprechen. Dieser meinte das sie erst einmal ihre Ziele abstecken sollten, welche sie erreichen wollen. Daraufhin stellte er einige fragen zu dem Thema, über welche sich jeder Gedanken machte, zumindest sollte sich jeder Gedanken dazu machen. Michael musste nicht unbedingt lange überlegen was für ihn wichtig war was sie mit der Denkfabrik erreichen sollten, es war zwar ein Thema was ihn selbst teilweise betraf, was er ziemlich schnell gelernt hatte.

„Ich würde die gleich die Gleichberechtigung aller vorschlagen, dies würde bei der sexuellen Orientierung anfangen und bei Fast- und Nichtmenschen aufhören.“

Es konnte für jemanden, der anders ist, im Imperium schwerer sein als für die sogenannten „normalen“ Personen, weshalb es für Michael auch schon eine Angelegenheit ist welche er immer gerne diskutierte, da er in einigen Punkten selbst betroffen war. Michael nahm noch einen Zug von der Zigarette, er behielt den Rauch kurz im Mund, und atmete dann ein, bevor er diesen wieder ausatmete.

„Für den Standort würde ich etwas Zentral an der Macht Liegendes vorschlagen, da diese meistens mehr Einfluss haben, da kann man aber im Detail nachher noch mal reden.“

Michael selbst war es egal wo der Standort sein würde, solange die Denkfabrik etwas erreicht, was sie mit Sicherheit wird immerhin sind einflussreiche Vertreter der freien Wirtschaft und des Imperiums anwesend.

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Nachdem Beshenal Nafeel seine Fragen kurzerhand in den Raum gestellt und der laufenden Debatte so eine neue Richtung gegeben hatte, herrschte für einen Moment nachdenkliches Schweigen in der Bibliothek. Dass sie einige Gedanken vorsichtig hin und her wälzten, konnte man dem Großteil der Anwesenden in der Tat ansehen. Mancher Beteiligter schien von den gerade gestellten Fragen sogar derart „überrumpelt“ zu sein, dass er – etwas verlegen – an seinem alkoholischen Getränk nippte, um auf diese Weise nicht sofort eine Antwort geben zu müssen. Von den Gastgebern mit Sicherheit nicht bewusst provoziert, zeigte sich in diesem Augenblick ein Problem der reformistischen Kräfte des Galaktischen Imperiums: Es gab keine einheitliche Vision. Beinah jeder, der irgendwie mit der gegenwärtigen politischen beziehungsweise gesellschaftlichen Lage haderte, konnte sich einfach zu diesem Lager zählen.

Derweil er in Gedanken taktische Abwägungen machte, ließ er seinen Blick langsam von Gesicht zu Gesicht wandern. Welche Vorstellung konnte er für seine eigenen Zwecke nutzen? Wer würde sich als wertvoller Verbündeter im Machtkampf gegen die Sith herausstellen? Wessen Gesellschaft sollte er nach diesem Treffen lieber meiden? Über den ganzen Tag hinweg – vom Jagdausflug an über das Dinner bis hin zu diesem Umtrunk in der Bibliothek – hatte er sich nach und nach einen genaueren Eindruck über die Anwesenden verschaffen können. Manche waren dabei in seiner Gunst gestiegen, während andere in seiner Wahrnehmung nur noch marginale Randerscheinungen waren. So baute er nach diesem langen Tag zum Beispiel noch mehr auf Governor Athena Toral. Muunilinst mochte – allein aus Thyferras Blickwinkel betrachtet – zwar am anderen Ende des Imperiums liegen. Jedoch schätzte der Sector Adjutant ihre eigentliche Strahlkraft so stark ein, dass ihr Handeln mit Sicherheit bis in den Zwanzigsten Supersektor reichen konnte.

Borosks Statthalter, der weiter seine Zigarette rauchte, machte als erster einen Vorschlag. In seinem Tonfall klang eine gewisse Betroffenheit mit als er sagte:
„Ich würde die Gleichberechtigung aller vorschlagen. Dies würde bei der sexuellen Orientierung anfangen und bei Fast- und Nichtmenschen aufhören.“

Unwillkürlich hob Horatio verwundert eine Augenbraue. Die Auswahl kam ihm irgendwie komisch vor. Sah man von der möglichen Diskriminierung durch die imperialen Institutionen ab, hatten die beiden Punkte – die sexuelle Orientierung und die Spezieszugehörigkeit – eigentlich nur sehr wenig miteinander gemein. Der adlige Verwalter, der seit knapp einem Standardmonat im Jaso-Sektor für Innere Sicherheit und Justiz zuständig war, hatte viel mehr den Eindruck, dass Von Berchem durch das Verquicken mit dem in dieser Runde deutlich verpönten Rassismus seiner tatsächlichen Absicht, dem Egalisieren der sexuellen Orientierung, mehr Gewicht verleihen wollte. Mancher Anwesender nickte ihm in diesem Moment auch schon zustimmend zu. 'Ziemlich fadenscheinige Taktik', dachte der Sector Adjutant lakonisch und goss sich noch einen kleinen Schluck Rotwein ein. Da er bislang eher den Eindruck gehabt hatte, dass man stillschweigend jegliche sexuelle Orientierung tolerierte, konnte er mit diesem Vorschlag nicht besonders viel anfangen.

„Inwiefern werden Sie denn aufgrund Ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert, Governor?“, fragte Horatio stoisch, während er das Weinglas ganz leicht schwenkte. Ein weiteres Mal ließ er den Blick auf Borosk neuem Statthalter ruhen. „In den gut zwanzig Jahren bei der Regionalverwaltung ist mir bisher noch kein entsprechender Fall untergekommen. Ich habe auch noch nicht von einem solchen Fall gehört. Viel mehr habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich die Institutionen in der Regel nicht für solche Dinge interessieren, solange man es ihnen nicht dreist auf die Nase bindet. Höchstens die Medien zerreißen sich hin und wieder das Maul.“ Schmunzelnd fügte er hinzu. „Leider kann man Klatschreporter nur schwer an die Kandare nehmen … Da spreche ich leidgeprüft aus Erfahrung.“

Selbstverständlich konnte der Sector Adjutant nicht wissen, ob der Coruscanter Klatsch von vor ein paar Jahren, dass Horatio eine recht schlüpfrige Affäre mit dem Holo-Sternchen Corusca Yacoubian gehabt habe, wirklich bis in den tapanischen Sektor vorgedrungen war. Immerhin war er zu jenem Zeitpunkt – als Statthalter des einstigen Juwels der Galaxie – allenfalls eine eher lokale Berühmtheit gewesen. Sah man einmal vom Kampf gegen den dortigen Widerstand ab, hatte er im Hinblick auf die große Bühne des Galaktischen Imperium mit seiner Politik vor Ort kaum Akzente gesetzt. Somit handelte es sich in diesem Moment um ein Glücksspiel, ob der eine oder andere seine Anspielung tatsächlich verstehen würde. Er räusperte sich.

„Governor Von Berchem denkt meiner Meinung nach aber in einer Sache in der Tat in die richtige Richtung“, fuhr Horatio fort, nachdem er sich verlegen geräuspert hatte. „Wir müssen mit den uns gegebenen Mitteln jenen unter die Arme greifen, die durch konservative Politik zur Zeit besonders stark ausgebremst werden. Ich rede aber nicht von den Fast- oder Nichtmenschen, sondern von dem in vielen Bereichen grassierenden Chauvinismus.“ Sein Blick sprang bewusst von einer anwesenden Frau zur nächsten. „Unter den derzeitigen Umständen stellen Frauen wie Elysa Nerethin eine echte Ausnahme dar. Die Menschheit, die laut der Propaganda der KOMENOR die Krone der Schöpfung sein soll, verschenkt damit Generation für Generation an Potenzial. Daran sollten wir arbeiten.“

Obwohl das Entmachten der Sith – und der damit einhergehende eigene Aufstieg – sein eigentliches Anliegen waren, war ihm dieser Punkt trotz allem auch wichtig. In der Vergangenheit hatte er schon die eine oder andere dienstbeflissene Verwalterin allen Widrigkeiten zum Trotz angeleitet. Während seiner letzten Coruscanter Jahre zum Beispiel Sally Terrik. Den Sprung zum Lieutenant Governor hatte sie nach den Ereignissen auf Thyferra zwar geschafft. Jedoch währte ihr Glück trotz allem nur so lang, so lang Heremus Barnip, der Moff des Jaso-Sektors, seine Hand schützend über sie hielt. Früher oder später würde sie – genauso wie Shea Nafeel – im Getriebe der Regionalverwaltung stecken bleiben. Seine Chancen, dass sich die hier anwesenden Frauen für seine Agenda aussprachen, standen somit nicht schlecht. Schließlich mussten sie sich der Frage stellen: Wer möchte nicht voran kommen?

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Einige der Anwesenden nahmen Michaels Vorschlag recht gut an, und drückten ihre Zustimmung durch nicken aus. Hauptsächlich der Sector Adjutant Kraym war anscheinend etwas verwirrt, was Michael allerdings nicht sonderlich störte, da jeder zu diesem Thema seine eigene Meinung hatte, auch wenn man diese nicht immer laut sagte. Allerdings die worte die der Mann tatsächlich aus seinem Mund ließ ließen Michael nun aufhorchen, Kraym war anscheinend bis lang kein einziger fall, in seinen zwanzig Jahren bei der Regionalverwaltung untergekommen. Es war zwar verständlich, da die meisten ihre Sexualität so gut wie es nur ging versteckten, allerdings kann dies auch tatsächlich sein, weshalb Michael ihn erst mal weitersprechen ließ, dieser meinte das die Institutionen eher nicht interessierten welche Orientierung man hatte, solange man es ihnen nicht unter die Nase rieb, ausschließlich würden sich die Medien sich darauf stürzen, was tatsächlich stimmte.

„Ich stimme ihnen zu, bei den Medien kann man recht wenig machen, allerdings habe ich selbst erlebt wie man mehr oder weniger aktiv diskriminiert wird. Da müssten sie einfach nur in meine Akte schauen. Ich habe es in der gesamten Zeit bei der Flotte nur zu einem Lieutenant Commander gebracht, und dies lag nicht an mangelnder Kompetenz, auch in der Regional Verwaltung geht es schleppender voran, als wie zum Beispiel bei anderen da können sie sich gerne einen aussuchen. Und dies liegt wohl kaum an mangelnder Kompetenz. Belassen wir es aber dabei, ich möchte da nicht unbedingt ins Detail gehen, allerdings kann man diesbezüglich aber auch eine unter Organisation ins Leben rufen.“

Antwortete Michael kühl, und bemühte sich so gut es auch ging seine aufkochenden Gefühle nicht zu zeigen, was ihm recht gut gelang, nur seine angespannte rechte Hand konnte auf seinen Gemütszustand hinweisen, zumindest hoffte Michael dies. Die nächsten worte aus dem Mund des Imperialen Verwalters waren allerdings wieder bessere, da er nun auch einen Vorschlag erbrachte, welchen Michael ebenfalls unterstützen konnte, auch wenn Kraym nach seiner Meinung tatsächlich die Fast- und Nichtmenschen etwas zu sehr in den Schatten stellte, allerdings meinte dieser das man etwas gegen den Chauvinismus unternehmen solle, da man durch diesen Generationen von Potenzial verschwende. Michael nickte ausschließlich, um den anwesenden mit zu teilen das er zustimmte, auch wenn er vermutete das es dem Mann um etwas anderes ging als das was er sagte. Dennoch war es nicht die Sache von Michael zu wissen was in dem Kopf des Mannes vor ging, es ging ihn tatsächlich auch nichts an, selbst wenn er es wissen wollte. Dennoch würde er wohl noch, dass ein oder andere Mal mit dem Mann sprechen, um gegebenenfalls eine stärkere Allianz einzugehen, immerhin war es immer gut Personen in einer Macht Position zu kennen, mit welchen man sich vielleicht sogar verstand. Michael leerte sein Glas, und füllte dieses erneut mit etwas Wein nach, auch seine Zigarette drückte er in einem Aschenbecher aus, bevor er sich wieder zu den anderen Anwesenden drehte. Was wohl in den köpfen der anderen Vorging? Überlegen diese wohl noch was sie beitragen wollen, oder warten sie darauf, wie die kleine Diskussion zwischen den Beiden Männern weiter ging? Egal was es war, es wurde erneut etwas ruhiger in der Bibliothek, auch Michael überlege seinen nächsten Schritten, so wie bestimmt jeder anwesende hier, besonders der Adlige Verwalter hat es Michael angetan, was sich wohl hinter der Fassade des Verwalters verbarg? Michael war jemand der gerne die Tatsächliche Person kennen lernen wollte und nicht den Verwalter mit seiner Kühlen Art, da man jeden durch ein Persönliches Gespräch besser kennen lernte, und man dann auch seine nächsten Schritte erahnen konnte. Michael nahm erneut eine Zigarette aus dem Edlen Zigarettenetui, und steckte sie mit seinem Sturmfeuerzeug an, er konnte mit einer Zigarette deutlich besser nachdenken, als ohne. Eine Erklärung weshalb dies so war, hatte er nicht, und es war ihm auch recht egal, solange es wirkte.

„Meine Damen und Herren. Verstehen sie die frage nicht falsch, aber was ist mit dem Sith-Orden, mit ihren Mandaten, durch welchen sie sich sogar über den Willen eines Admirals oder Generals stellen können? “

Bestimmt hatte schon so ziemlich jeder mal darüber nachgedacht, er hatte sogar schon mal das vergnügen sowas mit zu erleben, als er noch im Aktiven dienst war. Es war eine Erfragung, welche er ungerne noch einmal erleben wollte, da dieser Sith gravierende Fehler gemacht hatte, welche vielen Soldaten das Leben kostete.

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Nachdem sich Borosks amtierender Statthalter, Michael von Berchem, und der künftig für Justiz und Innere Sicherheit im Jaso-Sektor zuständige Sector Adjutant, Horatio Kraym I., in der Runde kurz für ihre jeweiligen Anliegen ausgesprochen hatten, meldete sich natürlich auch der eine oder andere Anwesende zu Wort, um ebenso für die eigene Sache zu werben. So plädierte Jenna Tess Oldin zum Beispiel für mehr Kunstfreiheit, während sich Goran Duine und Moryne Lann eine deutlich weniger von imperialen Behörden kontrollierte Wirtschaft im Sinn hatten. Die Nafeel-Eheleute setzten sich hingegen für mehr (Freiheits-)Rechte für die nichtmenschliche Bevölkerung ein. Eigentlich blieben in diesem Augenblick bloß Sith-Lady Alaine Aren, Muunilinsts Governor, Athena Toral, Moff Idiian Fenn und Brigadier Tame Cardan in ihren Absichten undurchsichtig, weil sie sich kaum zu diesem Thema äußerten. Höchstens ein zustimmendes Nicken oder ein ablehnendes Kopfschütteln war hier und da von deren Seite zu bemerken.

Das Vorschlagen flaute in der überschaubaren Runde gerade ein bisschen ab als sich Von Berchem plötzlich wieder zu Wort meldete. Er hatte die nächste Zigarette in der Hand als er ganz unvermittelt sagte:
„Meine Damen und Herren, verstehen sie die Frage nicht falsch, aber was ist mit dem Sith-Orden? Mit ihren Mandaten, durch welchen sie sich sogar über den Willen eines Admirals oder Generals stellen können?“

Bei dieser unerwarteten Äußerung verschluckte sich Horatio an dem Schluck Rotwein, den er kurz zuvor zu sich genommen hatte. Er hustete kurz auf und klopfte sich leicht auf die Brust, während er den Blick instinktiv zu der rothaarigen Sith-Lady wandern ließ. Eine unnahbare Kälte ging von der attraktiven Machtanwenderin aus. Mit Sicherheit brauchte sie ihre rechte zierliche Hand nur für den Bruchteil einer Sekunde zu einer Faust ballen, um jäh das Leben des rauchenden Uniformierten zu beenden. Da der Governor erst kurz vor dem Zurückziehen in die Bibliothek zu ihnen gestoßen war, hatte er sich – im Gegensatz zu all den anderen – selbstverständlich kaum ein eigenes Bild von den Anwesenden machen können. Zwar ging der Sector Adjutant in diesem Fall davon aus, dass Shea Nafeel ihren Bekannten im Vorfeld grob über jeden Einzelnen ins Bild gesetzt hatte. Doch bestimmt hatte sie so eine ungestüme, plumpe Art seinerseits nicht erwartet.

Bevor der Adlige irgendetwas auf diese Frage entgegen konnte, hakte auf einmal Idiian Fenn – leicht irritiert – nach:
„Sie belieben zu scherzen, richtig?“ Der hagere Moff musterte den Ex-Militär mit einem strengen Blick. „Vorhin fabulierten Sie etwas von einem verschwörerischen Eindruck, weshalb Sie große Vorbehalte hatten und gar nicht an diesem Treffen teilnehmen wollten … und nun wollen Sie allen Ernstes vorschlagen, dass wir uns auf die künftige Agenda, den 'Kampf' gegen Seine Majestät und dessen Mandate, schreiben könnten?“

Derweil der Sektorverwalter anschließend etwas gereizt auflachte und dabei ungläubig seinen Kopf schüttelte, ließ Horatio unauffällig seinen Blick von Gesicht zu Gesicht wandern. Der überwiegende Teil der Anwesenden schien in diesem Moment ähnlich wie Moff Fenn zu reagieren. Nachdem man bloß wenige Minuten erst jegliche verschwörerischen Ambitionen vehement abgestritten hatte, war der Spielraum für solche gewagten Ideen selbstverständlich nur sehr, sehr klein. Verärgert biss der adlige Imperiale die Zähne zusammen. 'Tumber Ex-Militär', grollte er in Gedanken Borosk neuem Statthalter. 'Als wäre mein Vorhaben nicht schon schwer genug, musst du mir natürlich noch mehr Steine in den Weg legen.' Da sich Von Berchem selbst als zu den „Moderaten“ zugehörig bezeichnet hatte, fragte sich der Sector Adjutant in diesem Moment, was der Kerl mit solch einem Vorschlag bezweckte. Hatte ihm in einer seiner früheren Blechdosen ein Sith irgendwann einmal etwa in die Suppe gespuckt?

„Der Abend ist schon ziemlich vorangeschritten“, merkte Horatio an, bevor der Statthalter zu einer Erwiderung ansetzen konnte. „Und bestimmt steckt den meisten von uns noch der heutige Ausflug in den Knochen. Bevor ich also unfreiwillig einem Duell beiwohnen muss, dass zwischen all diesen Büchern stattfindet, sollten wir uns lieber wieder auf den eigentlichen Grund dieser Zusammenkunft konzentrieren: Den Gründungsvertrag für unsere Denkfabrik skizzieren.“ Er gähnte demonstrativ hinter vorgehaltener Hand. „Sobald die Punkte, mit denen wir alle leben können, aufgeschrieben und unterzeichnet sind, würde ich mich dann nämlich gerne zu Bett begeben.“

Shea Nafeel nickte dem Adligen dankend zu. „Ich denke auch, wir sollten nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren.“ Selbstbewusst trat die blonde, resolute Verwalterin in die Raummitte, drehte sich einmal im Kreis und sagte dann: „Lasst uns endlich über die geäußerten Vorschläge abstimmen, den Gründungsvertrag aufsetzen und unterzeichnen.“ Ihr Blick fiel auf ihren Mann. „Die eine oder andere Idee, die heute keine Mehrheit bekommt, können wir auch im Laufe der nächsten Jahre noch in Angriff nehmen, wenn wir uns mit unserer Arbeit eine Grundlage aufgebaut haben.“

Das Gros der Anwesenden murmelte zustimmend und so ließ man die kreative Phase des Sammelns von Ideen hinter sich, um mit dem trögen Part des Abstimmens fortzufahren. Beflissen wiederholte Mrlssts Statthalterin die jeweils geäußerten Vorschläge – ausgenommen der Sache mit dem Sith-Orden – noch einmal. Danach wurde einfach per Handzeichen votiert. Unnötig kompliziert wurde das ganze Prozedere, weil man sich für mehrere Dinge aussprechen konnte – und einige Teilnehmer das auch rege taten. Innerlich verdrehte Horatio bei jeder einzelnen Abstimmung die Augen. Erneut führte ihm das Leben schonungslos vor Augen wie „unpraktisch“ eine Demokratie war. Satt einfach von „Oben“ herab eine passable Agenda zu bestimmen, feilschte der eine oder andere Anwesende zwischen den jeweiligen Durchläufen um letzte Stimmen für seinen Vorschlag.

Letztlich einigte man sich darauf, dass die Denkfabrik künftig auf eine Verbesserung der Lage der (menschlichen) Frauen, mehr Rechte für Fast- und Nichtmenschen, weniger Zensur in der Kultur und mehr Liberalität in der Wirtschaft hinwirken sollte. Weil der Großteil der Gründungsmitglieder im oder nahe dem Tapani-Sektor tätig war, beließ man den Sitz der Gemeinschaft erst einmal auf Mrlsst. Sollten später aber weitere Reformer tatsächlich zu ihnen stoßen und ihr Einfluss gewachsen sein, war ein Umzug nach Bastion nicht ausgeschlossen. Zuletzt verpflichteten sich die Anwesenden noch zur zeitnahen Zahlung eines höheren Mitgliedsbeitrags, um mit diesen Geldern ein offizielles Institut nach imperialen Recht zu gründen. Selbstverständlich versicherte man sich außerdem auch noch der gegenseitigen Unterstützung. Schon bevor die Tinte der letzten Unterschrift trocken war, schüttelten die ersten Anwesenden gegenseitig ihre Hände. Die „Loge von Mrlsst“ war geboren.

Als das Händeschütteln und Umarmen begann, glaubte Horatio ein Déjà-vu zu haben. Schlagartig glaubte er sich an Umbara, während der Friedensverhandlungen, erinnert zu fühlen. Damals hatten sich Imperiale und Rebellen genauso die Hände gereicht und eine ziemlich ausgelassene Stimmung hatte geherrscht – jedenfalls vor den anwesenden Kameradroiden und Journalisten. Hatten sie mit den an diesem Abend geschlossenen Gründungsvertrag eventuell genauso eine tickende Zeitbombe geschaffen wie mit dem riesigen Dokument, das seit Monaten die beiden interstellaren Großmächte in seinem Würgegriff hielt und letztlich für mehr Destabilität sorgte? Derweil der eine oder andere noch zu einem „Schlummertrunk“ in der Bibliothek verweilen wollte, verabschiedete sich Horatio höflich und suchte sein Quartier auf. Schon seit einer Weile rief Thyferra nach ihm – und auf Ewig konnte er diesen Ruf nicht ignorieren.


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Die nächsten Vorschläge von den anderen Beteiligten anwesenden Trafen wie erwartet nicht bei allen auf ein offenes Ohr, allerdings hörte Michael jedem genau zu, um abzuwägen was er für richtig hielt und was für ihn nicht wirklich kluges. Doch als er die Frage in den Raum warf wie die Anwesenden das Thema Mandate der Sith behandeln wollten wurden ihm einige nicht erfreute blicke zu geworfen, was ihn allerdings nicht sonderlich beeindruckte, da er solche schon zu genüge erhalten hatte und diese ziemlich gut ignorieren konnte, so das er immer noch Sachlich blieb und nichts an seine Person heran ließ. Auch wenn man dieses Thema nicht unbedingt besprechen wollte fanden einige Militärs dieses Thema hoch Brisant, nur die anwesenden fanden es anscheinend für einen äußert schlechten Scherz, da ihm von mehr als einem ein böser blick entgegengebracht wird und ein Moff, erwiderte das er im ernst nun tatsächlich gegen die Mandate seiner Majestät dem Imperator vergehen wolle. Noch bevor Michael antworten konnte warf der Sektor Adjutant, mit welchem er gerade eben noch diskutiert hatte, schlichtende worte in beide Richtungen und wollte so verhindern das er gleich ein Duell zwischen den beiden Verwaltern miterleben musste, und lenkte die Diskussion wieder in die Richtung die für ihn die richtige war, auch die Gastgeberin wollte das man sich nun wieder auf die wesentlichen Dinge konzentriere. Kurz darauf wurde eine Abstimmung vorgenommen, in welcher man sich öfters melden konnte, weshalb alles noch komplizierter wurde. Doch zum Schluss wurde sich mehr oder minder darauf geeinigt, dass man die Denkfabrik für die Verbesserung der Lage der Menschlichen Frauen, mehr rechte der Fast- und Nichtmenschen, für weniger Zensur in der Kultur und mehr Liberalität in der Wirtschaft verwänden wolle. Es war auch logisch, dass der Sitz dieser Denkfabrik erst mal auf Mrlsst verbleibt, da die meisten anwesenden aus diesem Sektor kamen, was für Michael recht sein sollte. Auch der recht hohe Mitgliedsbeitrat sollte zeitnah gezahlt werden, damit man mit diesem Geld eine offizielle Institution nach dem aktuell geltendem Imperialen Recht gründen konnte. Im Anschluss unterschrieben alle noch den „Vertrag“ um sich der Denkfabrik zu verschreiben, und im Anschluss wurden auch freudig die Hände geschüttelt, und mit einem weitern glas von dem guten Rote Wein besiegelte auch Michael die Gründung der „Loge von Mrlsst“ der er sich soeben angeschlossen hatte. Das ganze Bild erinnerte ihn an die Liveübertragung von dem Friedensvertrag von Umbara, wo das Imperium mit den Rebellen Frieden geschlossen hatten. Er war zwar nicht Persönlich anwesend, allerdings als er sich wieder an diese Übertragung erinnerte, erinnerte er sich ebenfalls an das Gesicht des Sektor Adjutanten Kraym. Dennoch sagte er nichts, und warf diesem auch keinen auffälligen Blick zu, wärend er vertieft in Gedanken war, bemerkte er nicht, dass die Gastgeberin Miss Nafeel an ihn herantrat, erst als sie ihre Hand auf seinen Oberarm legte bemerkte er das jemand vor ihm war.

„Grüßen sie ihren Vater von mir bitte, sobald sie ihn wiedersehen.“

„Aber natürlich. Wenn ich fragen darf, woher kennen sie meinen Vater?“

„Durch seine Musik.“

Erwiderte die blonde Frau mit einem Lächeln, bevor sich die beiden die Hände schüttelten, und sie wieder von ihm wegtrat. Noch bevor es den Schlummertrunk gab verabschiedete sich Sector Adjutant Kraym von den anderen, und verließ langsam die Bibliothek, wärend einer der Gardisten von Michael in der Galarüstung und dem Rapier am Gürtel diese zielstrebig betrat, und direkt vor Michael zum Stehen kam.

„Wat is het?“ („Wat is het?“)

„Een zekere meneer Cillian zei me u te vertellen dat ze zijn opgeroepen voor de geplande onderhandelingen over Alderaan en Manaan.“ („Ich soll ihnen von einem gewisser Herrn Cillian ausrichten das man sie zu den Geplanten Verhandlungen um Alderaan und Manaan gerufen hat.“)

„Oké, bedankt.“ („Okay, vielen Dank.“)

Daraufhin verließ der Mann wieder die Bibliothek und ließ die anwesenden wieder alleine, und auch Michael plante nicht mehr so lange wach zu bleiben, und sich demnächst ein Nachtquartier zu suchen.

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[: Mennaalii-System | Mrlsst | nahe Mennaa | Kliff der Stürme :||: Nafeel-Anwesen | auf dem Weg zum Raumhafen | Gleiter | Alaine Aren :]

Vieles war in den letzten Wochen geschehen. Die Ereignisse hatten sich fast überschlagen und an Ruhe war nicht wirklich zu denken gewesen. Vieles war Alaine durch den Kopf gegangen – hatte ihr Denken verändert und ihre Handlungen. Die Regatta war interessant gewesen und ebenso die Einsätze. Viele Unterhaltungen mit den Adeligen des Tapani-Sektors trugen dazu bei, dass Alaine das Gefühl nicht los wurde hier her zu gehören. Die Verbundenheit mit diesem Volk erschien ihr weit aus tiefer wir alles andere was sie bisher erlebte. Sie konnte nicht sagen woran es lag – konnte es nicht festmachen – und dennoch, dennoch war es so als ob sie hier her gehörte. Ihre Empfindungen hatte sie lange Zeit verschlossen, nun brachen sie in einer Form an die Oberfläche die sie nicht nachvollziehen konnte.

Sie saß in ihrem Gleiter, der sie zum Raumhafen bringen sollte. Die langen wohlgeformten Beine übereinander geschlagen. Sie trug ein schwarzes Kostüm aus teurem exquisitem Stoff. Der Rock endete im Sitzen ein gutes Stück über ihren Knien, war eng geschnitten und brachte – wenn sie stand – ihren runden Hintern gut zu Geltung. Der Blazer passte wie angegossen, wobei der Ausschnitt einen guten Einblick auf ihren großen vollen Busen zuließ. Sie trug eine hübsche Kette, deren Ende kurz über dem Tal ihrer Brüste endete. Ihr langes rotes Haar viel ihr in weichen wellen über die Schultern hinab nach unten. Sie trug ein unaufdringliches Parfüm. Ihre Hände lagen auf ihren Knien. Die rothaarige Schönheit schloss für einen Augenblick ihre smaragdgrünen Augen.

Ihr kam Horatios Reitunfall in den Sinn, bei dem sie zugegen gewesen war. Sie hatte weitere dieser Tiere vertrieben und sich dann liebevoll um den Verletzten gekümmert, der sich am Knöchel verletzte. Er war nicht völlig gebrochen gewesen, dennoch soweit in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie ihn heilen musste. So vieles war geschehen! Ihre Beziehung –wie auch immer man es nennen wollte – veränderte sich. Sowohl sie als auch Horatio waren sich in vielem sehr ähnlich. Sie beide griffen nach Macht. Waren geschickt darin ihr Spiel zu spielen um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen und sie wusste, dass noch viel mehr Potential in ihnen beiden lag. So sehr sie Horatio zu Anfang auch verachtet – ihn gehasst hatte – musste sie nun erkennen das diese Verachtung etwas völlig anderem gewichen war. Dies war ein Grund warum sie ihm nun nachfuhr. Sie wollte ihn verabschieden, da er doch Mrlsst verlassen würde, während sie hier blieb um einer Einladung von Jacen zu folgen.

Für den jetzigen Augenblick jedoch schweiften ihre Gedanken um Horatio und sie ertappte sich dabei, dass sie ihn nicht gehen lassen wollte. Etwas was sie erschreckte. Ihre Gefühle für ihn hatten sich grundlegend verändert. So grundlegend, dass sie sich für einen Augenblick auf die Lippen biss. Warum nur konnte sie diesen Mann nicht einfach aus ihren Gedanken verbannen!? Die Antwort darauf war so einfach, so banal und dennoch wollte Alaine sie nicht wahr haben. Sie hatte im Laufe ihres Lebens schon Gefühl für Männer gehabt, doch waren jene nie tief gewesen und endeten in Affären. Ihre Gefühl für Aden Valores waren anders gewesen und dennoch nicht so wie bei Horatio nun. Wieder biss sie sich auf die Unterlippe. Alaine beherrscht ihr Spiel, sie hatte gelernt sich zu nehmen was sie wollte, gar brauchte. Nicht zu Unrecht konnte man eine Femme Fatal in ihr sehen und bisher hatte ihr dies genügt. Es hatte ihr gefallen!

Der Gleiter bog langsam in die Private Landebucht der Gouverneurin ein und Alaine erkannte Horatio, der soeben aus dem Gefährt gestiegen war. Ihre Reaktion bestand darin sich erneut auf die Unterlippe zu beißen und sich zu wünschen Gewalt über ihren Körper zu haben, der sie schändlich verriet. Also atmete sie tief durch, nutze eine Übung um sich zu beruhigen. Genau richtig, denn ihr Gleiter kam zum Stehen und man öffnete ihre Tür.

Alaine stieg verführerisch aus, setzte ihren rechten Fuß, welcher in einem schwarzen hochhackigen Schuh steckte auf und lächelte ihren Fahrer dankbar an. Sie bat ihn kurz zu warten und lief dann auf Horatio zu, der sich in diesem Augenblick zu ihr umdrehte, überrascht sie zu sehen. Ihre vollen roten Lippen formten sich zu einem bezaubernden Lächeln als sie vor ihn trat.

„Ich konnte nicht umhin dich persönlich zu verabschieden“, begann Alaine und blickte Horatio in die Augen. „Es wäre mehr als nur unhöflich gewesen, besonders nach allem was wir erlebt haben. Ich gestehe, dass mir unsere Zusammenarbeit fehlen wird, die bisher sehr erfolgreich war und ich glaube, dass wir beide noch eine ganze Menge erreichen würden.“

Sie schenkte ihm ein warmes Lächeln. „Ich wünschte du würdest noch etwas bleiben, auch wenn ich weiß, dass deine Verpflichtungen Vorrang haben. Ich würde dich gern begleiten – wie du sicherlich weißt – allerdings habe ich noch einiges zu tun, nicht zuletzt da es wohl scheinbar um ein Geheimnis geht, welches gelüftet werden soll. Wenn du dich erinnerst viel der Name Orsini“, meinte Alaine. „Es scheint als ob dieser Name etwas mit mir zu tun haben könnte.“

Alaine seufzte leise und lächelte erneut. Nun stand sie hier, Horatio gegenüber, ihm in die Augen blickend und… Was sie nicht wirklich wahr haben wollte wurde nun kristallklar. Er bedeutete ihr sehr viel mehr als sie gewollt hatte. Die Anziehung war magisch und ebenso erotisch. Ob es nur für sie so war oder auch für ihn wusste sie nicht. Doch eines war eindeutig für sie. Alaine Aren fühlte sich nicht nur Sexuell zu Horatio hingezogen, nein, da war noch um einiges mehr. Dieser Erkenntnis traf sie wie ein Faustschlag ins Gesicht. Er würde ihr fehlen und dies so sehr, dass ihr Herz bebte. Wie hatte es nur dazu kommen können!? Sie wusste es nicht und letztlich spielte es auch keine Rolle.

Ihrem Instinkt (vor allem aber auch ihren Gefühlen) folgend legte sie ihre rechte Hand an seine Wange, streichelte diese ehe sie sie in seinen Nacken schob, diesen streichelten und sich ihre Lippen auf die seinen senkten. Warme weiche Lippen küssten die seinen. Gefühlvoll sanft und dennoch leidenschaftlich zog sich der Kuss einen Augenblick dahin. Nicht länger als ein zwei Wimpernschläge und dennoch lang genug um ihm zu zeigen, dass jener Kuss eine Bedeutung hatte. Sanft löste sie ihre Lippen von den seinen, blickte in sein überraschtes Gesicht und lächelte.

„Wir könnten gemeinsam so viel mehr erreichen als wir ahnen. Vielleicht solltest du darüber nachdenken, Horatio und vergessen das du mich für etwas verachtest was ich nicht bin“, flüsterte sie, ließ ihre Hand von seinem Nacken über seine Wange und kurz über seine Lippen gleiten ehe sie ihn losließ.

[: Mennaalii-System | Mrlsst | Raumhafen | persönliche Landebucht der Gouverneurin | Alaine Aren, Horatio Kraym & Fahrer :]
 
- P-Vier, Protokolldroide der P-Vier-T-Reihe

[: Kernwelten : Tapani-Sektor : Freie Welten : Mennaalii-System : Mrlsst :]
[: Meenaa : Downtown : Imperialer Lustgarten : Springbrunnen :]
[: P-Vier und sein Besitzer (Conte Andromias) :]

Seine Programmierung ließ solche Gedankengänge eigentlich nicht zu. Doch könnte sich P-Vier tatsächlich über die in seine Software eingebauten Einschränkungen hinwegsetzen, würde ihm seine eigeneLogik wohl sagen, dass sein Zustand, ein Droide ohne jegliche Empfindungen zu sein, gewiss nicht die schlimmste Existenz war. Denn im Gegensatz zu seinem Besitzer, Conte Jarik Andromias, saß er bei diesem heißen Wetter nun nicht schwitzend auf einer Parkbank und musste irgendwelche Insekten von seinem mit Puderzucker bestäubten Plundergepäck vertreiben. Nein. Er stand einfach teilnahmslos daneben, war schon nach einigen Minuten des Wartens kurzerhand in den Ruhemodus gewechselt und starrte seitdem mit seinen Photorezeptoren in die Ferne, während ein paar kleinere Programme im Hintergrund dienstbeflissen seine jegliche Speicher aufräumten oder verschiedenste Routinediagnosen durchführten.

P-Vier war als Vertreter der P-Vier-T-Reihe ein handelsüblicher Protokolldroide. Höchstens das auf seiner Brust prangende Wappen des Hauses Barnaba hob ihn von anderen Modellen seiner Serie ein kleines Bisschen ab. Bevor er vor wenigen Wochen in Conte Andormias’ Dienste gekommen war – und eine vollständige Speicherlöschung erhalten hatte –, hatte er den Erzählungen nach wohl einige Jahrzehnte lang für die Familie Lamere – also: das Haus Barnaba selbst – gearbeitet. In den letzten Tagen hatte er seinen ziemlich exzentrischen Besitzer so manches Mal in diesem Zusammenhang in dessen Büro laut fluchen gehört. Doch seitdem einem Gespräch mit dessen Bekannten Jacen Foster, ebenfalls ein Getreuer des Hauses Barnaba, schien der Conte wieder ausgeglichener zu sein. Zwar machte sich P-Vier nicht besonders viel aus solchen emotionalen Schwankungen – Menschen waren dafür offensichtlich berüchtigt –, aber „gesund“ waren sie mit Sicherheit nicht!

Entsprechend seiner Programmierung bereinigte der Protokolldroide im Ruhemodus nicht nur seine Speicher, sondern glich auch den integrierten Terminkalender mit der vorherrschenden Uhrzeit ab, um im Zweifel seinen Besitzer zu erinnern. Obwohl Menschen überaus komplexe Geschöpfe waren, schienen sie etwa im selben Maße auch vergesslich zu sein. Denn dem Grunde nach musste P-Vier den Conte an jede Kleinigkeit erinnern. Zum Beispiel sollte sich der Mensch in diesem Moment mit einer gewissen Lady Alaine Aren zu einer persönlichen Unterredung treffen. Zugegeben: Der Conte befand sich dieses Mal immerhin schon am richtigen Ort. Schließlich hatte man für diesen Termin den Lustgarten von Mennaa als Treffpunkt vereinbart. Jedoch konnte er sich nur schwer vorstellen, dass es sich nahe dieses plätschernden Springbrunnens – außerdem noch auf einer harten Parkbank sitzend – gut besprechen ließ. Sonst bevorzugte der kleine, untersetzte Tapani für solche Gespräche eher vornehme Herrenclubs mit bequemen Sesseln.

Da seine Programmierung – abseits etwaiger Fragen zur Etikette – keinen großen Platz für mögliche Stilfragen zuließ, hatte P-Vier natürlich keine besondere Meinung zur Wahl des Treffpunktes. Es lag seiner Einschätzung nach kein wirklicher Verstoß gegen irgendwelche imperialen beziehungsweise tapanischen Normen und Sitten vor – Das reichte ihm, um keine Einwendungen gegenüber seinem Besitzer geltend zu machen. Sein laufendes Diagnoseprogramm nahm gerade seine Photorezeptoren etwas genauer unter die Lupe, was bei diesen für einen kurzen Moment zu einem leichten Flackern führte, als der Conte plötzlich mit einem lauten „Oh“ von seiner Bank aufsprang, seine Finger rasch mit einem aus der rechten Jackentasche gezogenem Stofftuch säuberte und dann freudig strahlend in Richtung Springbrunnen watschelte. Zwei, drei Hundertstel nach dem Bemerken beendete P-Vier sogleich den Ruhemodus, stoppte jegliche Diagnose- und Reinigungsprogramme und stapfte dann schweigend dem Tapani hinterher.

Jarik Andromias, der Conte von Garobi, hatte eine leicht nasale Stimme als er mit einem Mal – ein bisschen überschwänglich – die rothaarige Fremde begrüßte:
Lady Aren, es ist mir wahrlich eine große Freude, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind. Beim Stapellauf vor ein, zwei Wochen hatten wir leider keine Gelegenheit gehabt ausführlich miteinander zu sprechen. Ich hoffe, heute haben wir etwas mehr Zeit…“ Er verneigte sich höflich vor ihr.

{Signore, ich muss Sie darauf hinweisen, dass ein Handkuss in der corellianischen Gesellschaft bei Weitem nicht so verbreitet wie hier, in tapanischen Gefilden.}, wandte P-Vier, den man bislang nicht vorgestellt hat, mit mechanisch montoner Stimme ein, nachdem er sich entsprechend seiner Programmierung (im Rahmen seiner eingeschränkten Möglichkeiten) ebenfalls verneigt hatte.

Der Conte kicherte. „Genau darum möchte ich mich ja mit ihr unterhalten, P-Vier.“ Dann wandte er sich an die Rothaarige. „Lady Aren, Darf ich Sie zu einem kleinen Spaziergang durch diesen Lustgarten einladen?“

[: P-Vier, sein Besitzer (Conte Andromias) und eine rothaarige Fremde (Lady Aren) :]
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