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Kaj'iia & Velvela Sikrithir

Dieses Thema im Forum "Organisationen und Mitglieder" wurde erstellt von Velvela, 21. Oktober 2007.

  1. Velvela

    Velvela The V - Lunatic on Air

    Name: Kaj’iia [gesprochen: Kasch’jia]
    Familienname: Sikrithir
    Rassenzugehörigkeit: Rattataki-Mensch Hybridin
    Herkunft: Rattatak
    Lebenszeit: 39 Standardjahre
    Familie: Vater: Shasstor (67) Mutter: Reva’thicon (63)
    Familienstand: Verheiratet Ehemann: Ska’jiinto (38) Tochter: Velvela (19)
    Körpergröße: 1.89m
    Farbe der Augen: braun-rötlich
    Farbe der Haare: rot
    Waffen: Kaj’iia besitzt zwei, für ihren Stamm typische Schwerter, welche auch in der Lage sind Lichtschwertern standzuhalten.
    Schiff/e: Derzeit besitzt sie kein eigenes Fortbewegungsmittel. Sei es nun Raumschiff, Landgleiter, oder etwas anderes.

    Erläuterungen:
    Wenn man aufzuzählen beginnt, was an ihr alles besonders hervorstechend ist, sollte man bei dem wohl wichtigsten, oder eher auffälligsten Merkmal ihrer Person anfangen. Ihre Größe, die für eine Frau doch sichtbar über dem Normalwert liegt. Was somit dazu führt das sie unter normalen Menschen sichtlich heraus sticht. Auf Rattatak, in ihrem Stamm, liegt die durchschnittliche Größe der Bewohner des Planeten so oder so etwas höher als normal üblich. Die heimischen Fast-Menschen – die Rattataki – zeichnen sich durch hellere Haut, Glatzen und, wenigstens leicht, überdurchschnittliche Körpergröße aus. So auch Kaj’iia. Die, als Rattataki-Mensch Hybride, jedoch nicht mit der sonderlich hellen Haut, oder einer Glatze kämpfen musste. Sie und einige, jedoch gering in ihrer Anzahl, andere Rattataki die ebenfalls nur Hybriden sind, oder mit einem Gendefekt zur Welt kamen, trugen Haare.

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    Da auf Rattatak nahezu immer irgendwo ein Stammesführer mit einem Opponenten, oder gleich mehreren Feinden ringt, herrscht auf diesem Planeten, der zudem äußerst unwirtlich ist, eigentlich immer Krieg. Sei es nun ein den Globus umfassender, oder nur einzelne Kontinente und Länder betreffender, irgendwo, steht die Bevölkerung immer unter Waffen. Kein sonderlich erstrebenswerter Zustand, zumindest nicht für alle Rattataki, die auf dem von Felslandschaften und Gebirgen überzogenem Planeten leben. Kaj’iia wurde auf der nördlichen Hemisphäre Rattataks geboren und gelangte so in eine noch unwirtlichere Gegend als die, der Hauptsiedlungsbereiche. Doch es war die Natur die derart unwirtlich war, nicht die Menschen, die es so machten. In ihrer Familie, war Kaj’iia das einzige Kind und hatte somit sämtliche Aufmerksamkeit auf sich ruhen, während sie Zeitgleich auch diejenige sein würde, die für den erhalt und die Weitergabe der Gene sorgen musste. Sprich, mit ihr lebte, oder starb die Familie aus, oder eben nicht. Der Stamm würde Leben, aber sie, ihre kleine Sippe würde sich dann im nichts der zahllosen Kriege und endlosen Familienfehden des Planeten verlieren.

    Die Sikrithirs hatten sich, eines Tages, hoch in den Norden zurückgezogen. Ein Gebiet das von harten Wintern heimgesucht wurde und fast unzugänglich war, doch auch hier wurden sie von den Kriegen der anderen erreicht. Nicht direkt durch deren Truppen aber es gab Zeiten da gingen ihnen bestimmte Handelsgüter aus. So kamen zum Beispiel keine Früchte mehr aus südlichen Gebieten, oder bestimmtes Gemüse aus dem Westen. Die Sikrithirs hatten zudem beschlossen nicht mehr aktiv an diesen Kriegen teilzunehmen. Lediglich zwei Bündnisse waren sie eingegangen, nämlich mit den beiden Stämmen, die direkt an den beiden Hauptpässen in die tyrianischen Gebirgszüge – welche der Sikrithir Stamm in beschlag genommen hatte – hinein, lagen. Erst wenn einer dieser beiden Stämme angegriffen wurde, würden auch sie einschreiten.
    Jahrhunderte kam es in den Bereichen der Sikrithir, der Undir und der Scantuus zu keinerlei Konflikten. Sie waren berüchtigt für die Zähigkeit ihrer Krieger und Kriegerinnen. Das unwirtliche Terrain, das feindliche Wetter und die harte Natur hatten diese drei Stämme, die Sikrithir am Meisten, verändert - auch äußerlich. Die jetzt lebenden Nachfahren der Stämme waren allesamt größer, als normale Rattataki, wiesen auf Grund des reichlich limitierten Genpools viel mehr Hybriden auf, die man schnell an ihrer Kopfbehaarung erkannte, aber auch andere Dinge hatten sich verändert. Durch die so lange währende Abgeschiedenheit hatten sich die Stämme mit dem Frieden angefreundet und hegten keinerlei Interesse daran ihre Hoheitsgebiete zu vergrößern oder andere einfach so aus Ehrheischerei heraus anzugreifen.
    Deswegen waren sie auch über jedes Jahr erfreut, das ohne einen Konflikt für sie, verging. Was auf Rattatak eine, zugegeben, Seltenheit war. Doch mit den Kriegern des Nordens wollten es auch nur wenige tollkühne und mutige aufnehmen. Es gab fälle da wurden einige Männer weit über zwei Meter groß. Trugen sie dann noch eine Haarpracht, lang und in dicken Zöpfen gebändigt auf dem Kopf, hatten ihren Oberkörper mit sikrithischen Knoten verziert, machten sie ein nicht gerade freundlichen Eindruck. Und auch die Waffen der Clans waren nicht sonderlich „gewöhnlich“. Die Sikrithir nutzten bevorzugt das Schwert für den Kampf, während sie den Bogen zur Jagd nutzten. Die Undir hatten die Kampfkünste mit dem Hammer verfeinert, während sie zur Jagd den Speer benutzten und die Scantuus hatten sich der Axtbeherrschung gewidmet und nutzten ebenfalls Pfeil und Bogen zur Jagd.
    Die dicke Haut, die langen, dicken und fülligen Haare, die starken Hände und deren kraftvolle Finger, die harten Gesichter, alles sorgte für ein rohes Bild der drei Stämme. Aber sie waren einerseits auch froh, dass sie nach außen hin dieses Bild warfen. So schürten sich die Gerüchte nur umso mehr.

    Untereinander herrschte ein warmer Umgang miteinander. Kaj’iia lebte mit ihren Eltern und denen ihres Mannes in einer ‚Wohnung’ zusammen. Dazu sollte erwähnt werden, dass auf Grund des mit fast nur Gebirgen übersäten Planeten die meisten Siedlungen auch direkt in selbige gehauen wurden. So auch die der Sikrithir. Verborgen unter den Gipfeln der tyrischen Berge und zugleich leicht zu erreichen für die Undir und Scantuus. Fast das gesamte Leben spielte sich unterirdisch ab. Doch es gab genügend Fackeln die die Gänge und Höhlen erhellten. Allzu tief unter der Erde befanden sich die Höhlen nun auch nicht, als das sie in völliger Dunkelheit liegen könnten. Tagsüber fiel an einigen Stellen das Licht herein. Während es bei einem Unwetter den Schnee oder Regen herein blies. Kaj’iia konnte sich noch genau daran erinnern wie sie vor Jahren immer mit ihrem Vater hinausgegangen war und den Kampf mit dem Schwert geübt hatte. Egal bei welchem Wetter und manchmal, nachdem dies nicht mehr passierte, stand sie wenn es schneite, oder regnete einfach am Höhleneingang, in diesem Falle jedoch Ausgang und blickte ihn das tosende Unwetter, das draußen über die Welt fegte.

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    Es kam schließlich wie es kommen musste. Krieg zog in die nördlichen Lange und die Undir wurden angegriffen. Selbstverständlich eilten die Sikrithir und die Scantuus ihren Freunden zur Hilfe und gemeinsam, unter nicht sonderlich großen, aber dennoch herben Verlusten, zwangen sie die Angreifer vernichtend zurück. Auch Kaj’iaa und Ska’jiinto, die gerade erst ihre Tochter erhalten hatten, in diesem Kampf mit. Leider war es dem Ehepaar nicht vergönnt sich danach – auch wenn es nur eine Zweckehe war - zurück zu ziehen und der Erziehung ihrer Tochter zu widmen. Es kam anders, schlimmer als erdacht. Offenbar hatten sich mehrere andere Stämme zusammengeschlossen und waren fest davon überzeugt, den drei nordischen Stämmen ihre Gebiete abzujagen und für sich zu beanspruchen. Aber ganz offensichtlich hatte man nicht mit derart heftigem Widerstand gerechnet und so dauerten die Kriege in den tyrianischen Bergen fast ein Jahrzehnt an. Es gab zwar nicht jeden Tag schlachten, dazwischen lagen meist Monate, doch die Blocke die errichtet worden war, sorgte dafür das sich einige Dinge, die für das normale Tägliche Leben gebraucht wurden immer wieder ausdünnten, wenn es eine Händlerkarawane mal nicht in die Berge schaffte. Schluss endlich gewannen die nordischen Stämme und vertrieben die Aggressoren, die nach so lange Zeit den Mut verloren hatten zu gewinnen.

    Aber der Friede hielt nicht lange an. Nur zwei Jahre später, noch nicht einmal halbwegs vom letzten Krieg erholt, marschierte die nächste Streitmacht auf. Und dieses Mal war es weitaus dramatischer, als beim letzten Mal. In diesem Krieg wurden die Undir so gut wie ausgelöscht und die Scantuus erlagen ebenfalls so hohen Niederlagen, das sie zusammen mit den Undir in die Gefilde der Sikrithir wanderten und dort, nachdem sie gerade noch so die entscheidende Schlacht gewonnen hatten, einen großen Stamm bilden würden. Kaj’iia jedoch hatte nun genug von all der Machtgier und all dem ringen um die Herrschaft über den Planeten, das sie nach langem überlegen zu einem Entschluss kam. Sie würde Rattatak verlassen. Da ihre Tochter jedoch bald ihr Ritual zum erwachsen werden gestattet bekommen würde, schob sie die Abreise noch für eine Zeit auf und wohnte dieser feierlichen Zeremonie noch bei. Nachdem Velvela aus der Wildnis wiedergekehrt war, ebenfalls wie ihre Mutter mit dem Teil eines Bärenfelles, war sie zu Tränen gerührt. Auch wenn sie die ehe nur eingegangen war um die Gene ihrer Familie weiterzugeben. Ein Kind veränderte das eigene Leben stark. Und selbst wenn Velvela nun in einer langen, bis in die morgen Stunden dauernden Feier zur Erwachsenen wurde, so tat es ihr weh sie dennoch zurück zu lassen. Doch Kaj’iias Entschluss stand fest. Rattatak, war nicht der Ort, an dem sie bleiben wollte. Nach einer langen Verabschiedung machte sie sich direkt am nächsten Morgen auf den Weg. Nur knapp zwei Wochen entfernt, gab es einen Raumhafen, an welchem Transporter anlegten auf denen man günstig von Rattatak wegkam. Und so begann Kaj’iias Reise durch die Galaxis. Eine Galaxis ebenso voller Krieg, voller Leid, aber auch eine Galaxis der Hoffnung…
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. April 2008
  2. Velvela

    Velvela The V - Lunatic on Air

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    Klirrend hämmerte die Klinge auf den Stahl des Gegners. Erzitterte heftig und rutschte mehrere Zentimeter mit einem ekelhaft schabenden Geräusch. Eine rote Strähne hing im Gesicht der Kämpferin mit zwei Schwertern. Von Blut durchnässt, klebte sie an ihrer Stirn und wirbelte nur leicht hin und her bei ihren Bewegungen. Bevor der Kontrahent der Kriegerin etwas unternehmen konnte, schnellte ihr zweites Schwert hervor und bohrte sich in den Verdauungsapparat des Mannes. Rotes Lebenselixier spritzte hervor und benetzte den linken Arm jener siegreichen Kriegerin. Feine Sprenkel an Blut zierten nun ihren Arm und schufen ein irrwitziges Muster als ihr Arm – da der Körper zu einer Drehung angesetzt hatte – mit herum schwang und einen Hieb von oben führte. Zeitgleich fing ihre andere Klinge einen weiteren Hieb ab um zu verhindern das ihr Bauch aufgeschlitzt wurde. Noch bevor man etwas erkennen konnte, zogen sich ihre Muskeln zusammen und ihr Bein – das rechte – zuckte mit dem Knie voran nach oben, kam seitlich und schmerzhaft am Oberschenkel des feindlichen Stammeskriegers an. Schmerz explodierte in seinem Kopf und er taumelte. Sie riss ihre Klingen zurück und führte zwei schnelle Hiebe. Einer fegte seine Klinge beiseite, der nächste trennte Verbindung zwischen Kopf und Rumpf zur Hälfte durch. Ein dumpfes Klatschen ertönte, als der leblose Körper in den schlammigen Untergrund fiel. Für einen kurzen Moment hatte sich eine Pause ereignet, sodass sie über das Schlachtfeld blicken konnte und mit einem grimmigen Lächeln festhielt, dass ihre Seite am gewinnen war. Überall ragten die hünenhaften Kämpfer der Nordstämme über die Angreifer hinaus. Äxte wurden geschwungen, geworfen, Schwerter zischten bei schnellen Hieben durch die Luft und schwere Hämmer zertrümmerten binnen Sekunden die schwersten Widerstände. Der Blick jener braunen Augen huschte zum Horizont, hin zu den Bergen, hin zur Heimat. Velvela – ihre Tochter – wartete bestimmt schon sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer Mutter. Noch würde sie nicht verstehen wo sie gerade war und warum sie hier kämpfte. Und Kaj’iia wünschte sich sie würde es niemals müssen.

    Ihr Atem ging schwer und stoßweise, aber kontrolliert. Langsam trat Schweiß hervor und mischte sich unter das bereits auf ihrer Haut klebende Blut. Mischte sich zu einem Sud der langsam ihre Haut hinab wanderte. Rote Bahnen blieben zurück und vereinzelte tropfte es von ihrem Kinn. Durch die Kälte dauerte es lange bis auf der bloßen Haut das Blut trocknete, was jedoch keinen Krieger des Nordens, oder des Südens gestört hätte. Es war ein Faktum, genauso wie der durch den Schnee stellenweise zum Schlammpfuhl mutierte Boden. Doch der Frost hatte dafür gesorgt, dass die größten Flächen festgefroren und nicht aufgewühlt waren. Sie garantierten sicheren stand. Doch die rothaarige Schwertkriegerin des Sikrithir Clans war davon weit entfernt. Zudem befanden sich auf dem Weg dorthin einige feindliche Krieger. Und einer derselbigen stellte nun fest, dass sie keinen Gegner hatte, mit dem sie focht. Noch während sich die Kriegerin diesem Opponenten zuwandte, atmete sie aus und beobachtete mit halber Aufmerksamkeit die dabei entstehende Dunstwolke. Neben den Baumkronen war jener Atem mit das einzige, was noch nicht rot gefärbt war – geschweige denn gefärbt werden konnte, im Angesicht der Schlacht. Seit Stunden kämpften sie jetzt schon und noch immer war kein Ende in Sicht. Die südlichen Stämme die angriffen waren überrascht von der Stärke und der Kunstfertigkeit der drei Nordstämme, doch ihre schiere Anzahl schien erdrückend. Bis vor einigen Minuten jedenfalls. Schwerter summten durch die Luft, auf das sie klirrend aufeinander prallten. Kaj’iias Gegner trat zu, traf aber nur die Rüstung, die ihre Beine bekleidete. Grimmig lachte sie auf um darauf folgend die gerüstete Faust in das Gesicht des bärtigen Mannes zu schlagen. Haut platzte unter der Wucht auf und er taumelte ein paar Schritte zurück. Die Kriegerin der Sikrithir nutzte die Chance und wagte einen Ausfall, entledigte sich ihres Gegners, doch übersah einen heranzischenden Hieb. In letzter Sekunde konnte sie noch einen Schritt zur Seite machen, aber es war bereits zu spät. Sengend heiß durchzuckte sie der schmerz, als kalter Stahl in weiches Fleisch schnitt. Sofort trat Blut aus der Wunde an ihrer Flanke hervor. Ein heiserer Aufschrei war die folge des Treffers und sie sackte kurz ein. Der Schmerz war überwältigend und solange sie nicht wusste wie schwer die Wunde war, schob sie alle Gedanken daran so gut es ging beiseite.

    Ausgezehrt und verletzt an einen Baum gelehnt hatte sich die rothaarige, hinter einige Verbündete zurückgezogen und versuchte wieder zu Atem zu kommen. Ihre Verletzung war nicht weiter gravierend. Nicht wirklich tief, aber so unglücklich getroffen das sie stetig blutete. Doch man hatte ihr schnell versichert, dass sie schnell behandelt werden könnte. Da man fürchtete, wenn man sie nähen würde, dass die Wunde bei dem kleinsten Bisschen an Anstrengung wieder aufplatzen würde, hatte man ihr in aller Eile einen Verbad angelegt. Schnell ein paar Heilkräuter mit etwas reinem Schnee vermengt und auf ein Blatt, das nun unter dem Verband direkt auf der Wunde lag, angebracht. Für einen Moment taumelte sie, nachdem die Kriegerin wieder aufgestanden war und sich der Heilkundig davon gemacht hatte, andere Verwundete in aller Eile zu versorgen. Sofern sie danach wieder in den Kampf eingreifen konnten. Kaj’iia selbst warf sich wieder in die Schlacht. Aggressiver und bestrebter den Kampf endlich seinem Ende entgegen zu führen, sammelte sie Krieger um sich, die sie dann, in einer fast 50 Kopf starken Gruppe, zum Zentrum der feindlichen Formation führte. Ein tollkühner angriff, der aber entsprechend für Ablenkung und Aufregung unter dem Feind sorgte. Aber umso dichter sie dem Zentrum kamen, umso zahlreicher wurden die Gegner und ebenso stärker wurden sie. Dennoch gelang ihr Vorhaben, erschlaffte Körper säumten den Weg ihrer provisorischen Truppe, was dem gegnerischen Anführer nicht entging. Und so wurde schon bald der Rückzug angeordnet. Lange hatte dieser Kampf nun angedauert. Im Morgengrauen, fast bei vollständiger Dunkelheit war der angriff erfolgt und jetzt färbte die Sonne den Himmel bereits rot. Hüllte die Gipfel ihrer Heimat in rötlichen Schimmer, der dem Blut auf ihrer Haut gleichkam. Die erste Schlacht, die länger als nur ein paar Stunden gedauert hatte, war erfolgreich für die Nordstämme verlaufen. Wie würden die nächsten ausgehen, jetzt da sie verletzt war und offensichtliche viele Nordmänner und Frauen ihr Leben gelassen hatten?

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  3. Velvela

    Velvela The V - Lunatic on Air

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    Es war nach all den Gesprächen noch immer seltsam. Gerade jetzt wo es passiert war konnte sie es kaum glauben. Und wo noch immer die Klänge der Musik von draußen hereindrangen, fragte sie sich, ob sie nicht vielleicht doch träume und diese surreale Ebene der Existenz ihr nur vorgaukelte sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, damit sie weiterhin in den Fängen des Schlafes blieb. Aber Kaj’iia wusste selbst, dass es Wirklichkeit war, was hier geschehen war, was hier geschah. Und deshalb blieb ihr Blick weiter auf die Flamme gerichtet, die vor ihr flackerte. Schatten auf ihr Gesicht warf, die es mit jeder neuen Bewegung ein wenig anders erschienen ließen und keines der entstehenden Gesichter passte zu ihr. Die Festlichkeit draußen, in der großen Höhle der Gemeinschaft, hatte sie schon vor einer guten Stunde verlassen. Und seitdem saß sie hier. Auf ihrem Bett. Unserem Bett., korrigierte sich die Kriegerin und brachte ein freudloses Lächeln zustande. Seltsam war wirklich das beste, zutreffende Wort. Sie verschmähte ihren Gatten nicht, noch verschmähte sie die Ehe, aber Kaj’iia hatte niemals aus Stammesbeziehungsgründen heiraten wollen. Verheiratet werden wollen. Verbesserte sie sich erneut in Gedanken. Schlussendlich war es nicht ihre Entscheidung gewesen ihn zu heiraten. Und wenngleich sie Ska’jiinto nicht ablehnte, so war es doch nur das verlangen nach sexueller Befriedigung die sie zusammen geführt hatte. Beide ohne Ehepartner, beide ohne wichtige Verpflichtungen für ihren Clan. Was es erleichterte eine Affäre einzugehen. Und das diese, bei einer Entdeckung auch akzeptiert würde. Aber deswegen gleich eine Ehe einzufädeln? Sie war gerade mal zwanzig Winter alt geworden. Seufzend sackte sie in sich zusammen. Wie Ska’jiinto die Sache sah? Im Grund war ihr das eigentlich egal. Viel mehr beschäftigte Kaj’iia der Umstand das man jetzt Nachwuchs erwartete. Und das war etwas was sie eigentlich mit dem Mann den sie wirklich, ehrlich und aufrichtige liebte, gemeinsam tun wollte. Und nicht mit dem, den sie in ihr Bett geholt hatte, weil er eben attraktiv war. Zugegeben, im Bett ergänzten sie sich gut, doch sonst war er ihr zu still. Ein wenig zu zurückhaltend.

    „Hier bist du.“

    Erklang die Stimme ein wenig zaghaft vom Eingang ihrer Höhle her. Sie erkannte ihn sofort. Zu oft schon hatte er ihr ins Ohr geflüstert, oder sich nach dem Akt, außer Atem, mit ihr unterhalten. Der schwarzhaarige Krieger trat langsam ein und ließ sich, in ihrer Nähe niedersinken.

    „Ich brauchte einfach ein wenig Ruhe.“

    „Ja, ich habe vorerst auch genug von Festlichkeiten.“

    Man konnte förmlich spüren, dass er noch mehr sagen wollte. Aber offenbar kam er nicht ganz aus seiner Schüchternheit heraus. Das war beinahe schon zu süß, dachte sich Kaj’iia. Vielleicht machten dem jungen Mann die zwei Jahre, die sie älter war, mehr zu schaffen als gedacht? Ihre Mundwinkel zuckten leicht. Wenn ja, wäre das wirklich süß.

    „Wie denkst du eigentlich über unsere Ehe? Du weißt das es nicht mein Wille, noch Wunsch war, was ich dir nicht vorwerfen will, geschweige das ich dich nicht mag, Ska’jiinto. Aber ich hatte nicht vorgehabt dich zu heiraten. Nicht jetzt, wer weiß was noch gekommen wäre.“

    Er brachte ein schwaches Nicken zustande und ein halbes Lächeln lag auf seinem Gesicht. Die Ironie, die sie in ihrer Ehe, die aus reiner Lust entstandene Beziehung, durch ihrer beider Eltern einfach so und ohne zu fragen vertieft worden war, entging ihm als nicht. Kaj’iia konnte sich noch gut daran erinnern wie ihre Eltern nach ihr hatten Rufen lassen. Und als sie dann, bei ihren Eltern angekommen, Ska’jiinto und dessen Eltern erspäht hatte, hatte sie anfänglich geglaubt sie würden geächtet, ihrer Beziehung wegen. Und der missmutige Blick des Mannes hatte sie in diesem Gedanken nur bestärkt. Aber dann hatten sie erklärt sie hätten sich dazu bereit erklärt ihre hochzeit auszugestalten und ihnen ihren Segen zu geben. In zwei Tagen würden sie dann verheiratet werden. Kaj’iia hatte sich nicht aufgelehnt. Aber in ihrem Kopf hatte Wut und Verzweiflung mit großer Fassungslosigkeit gerungen. Wie konnten sie das nur tun? Hatte die Frage gelautet, die sie sich immer wieder gestellt hatte. Jetzt konnte sie nur noch den Kopf darüber schütteln.

    „Ich bin nicht ganz so unglücklich darüber, wie du es vielleicht bist. Ich wollte genauso wenig wie du heiraten. Es hätte schlimmer kommen können, aber jetzt können wir nichts mehr dagegen tun. Aber ich bin, auf der anderen Seite, froh das es wenigstens du warst, mit der ich mich immerhin verstehe und das wir uns auf der körperlichen Ebene durchaus nahe sind, bezweifelst du wohl ebenso wenig wie ich.“

    Die Art und Weise wie er sprach, hatte sie schon immer ein wenig fasziniert. So ruhig, besonnen und intelligent. Er war wirklich ein guter Fang – wäre er denn einer gewesen – das musste man ihm lassen und er war unglaublich attraktiv. Was er in retour auch von ihr dachte und weswegen sie überhaupt aufeinander getroffen waren. Jetzt zuckten ihre Mundwinkel erneut, als er ihre Beziehung zueinander so nett umschrieb. Sie griff bestimmt nach seiner Hand und zog ihn neben ihren Körper, um mit seinen Augen auf einer Höhe zu sein.

    „Ja, da hast du recht, aber es verändert einfach alles. Man erwartet Nachwuchs von uns, wir müssen dem Clan jetzt mehr unter die Arme greifen als zuvor, aber der Hauptgrund wird wohl wirklich sein, dass ich keine Wahl dabei hatte.“

    „Die hatte ich auch nicht. Ich wusste ja nicht einmal was sie vorhatten, bis es dann in deinem Beisein offenbart wurde.“

    „Ziemlich hinterhältig für unsere Eltern, meine hatte ich nicht so in Erinnerung. Ich frage mich wie sie überhaupt dazu gekommen sind unsere Leben auf einmal so durcheinander zu werfen.“

    „Durcheinander werfen? Also bitte Kaj’iia. Eigentlich haben sie uns doch einen Gefallen getan. Jetzt brauchen wir uns nicht mehr nur des Nachts treffen. Niemand würde es wagen etwas gegen unser Verlangen und unsere Bindung zu sagen.“

    Die Art und Weise wie er das sagte und das leichte Wölben seiner Mundwinkel, riefen in ihr eine Gier hervor, die heiß wie Feuer in ihr brannte. In ihrem Gesicht manifestierte sich jetzt ebenfalls ein Grinsen, was sich nun auch bei ihm niederschlug. Sanft strichen ihre Fingerspitzen über seine Lippen.

    „An etwas anderes denkst du auch nicht, oder?“

    Murmelte sie beinahe im Flüsterton, doch mit genügend Erheiterung das er kurz auflachte. Was sie, bei seinen nächsten Worten ebenso tat, da er gut die Wahrheit traf.

    „Ich? Du bist doch selbst nicht besser.“

    Es gelang ihr für einen kurzen Augenblick empört drein zu blicken. Aber dann verflüchtigte sich das sogleich wieder und sie zog Ska’jiinto näher an sich heran. Fuhr noch immer mit den Fingerspitzen über die Haut seines Gesichts, ehe sie im Nacken ein wenig Druck ausübte, sodass er sich vorbeugte. Als sie sich küssten war alles andere mit einem Mal vergessen. Die Heirat, die neuen Erwartungen und alles andere, aber zugegeben reizte Kaj’iia der Gedanke, dass sie keinen allzu großen Hehl mehr aus ihrer Affäre machen mussten doch sehr. Und dann flammte jenes Verlangen, das bisweilen dafür gesorgt hatte, dass ihre Bekanntschaft von Dauer war, wieder auf. Vielleicht würde ja schon in dieser Nacht für die entsprechenden Nachkommen gesorgt…

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    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2008
  4. Velvela

    Velvela The V - Lunatic on Air

    “I'm a fighter. I've always been a fighter. The few times when I have been at leisure, I've been miserable.
    I want challenges, I crave them.”


    Name: Velvela
    Familienname:Sikrithir
    Rassenzugehörigkeit: Rattataki-Mensch Hybridin
    Herkunft: Rattatak
    Lebenszeit: 19 Standardjahre
    Familie: Vater: Ska’jiinto (38) Mutter: Kaj’iia (39)
    Familienstand: ledig
    Körpergröße: 1,76m
    Machtbegabt: ja
    Waffen: gestohlenes Schwert & Oriolanis Striker Pistole
    Schiff/e: Caprica

    Besonderheiten:
    Wie es bei ihrem Stamm möglich ist, hat Velvela einige Tätowierungen erhalten. Die wurden mit Hilfe von recht primitiven Werkzeugen gestochen werden und Farbstoffe die aus pflanzlichen Extrakten gewonnen werden nutzen. Die gewählten Pflanzen sorgen dafür, dass die Farbstoffe dieselbe Langlebigkeit haben, wie künstlich hergestellte. Velvela hat sowohl auf dem Rücken, auf den Armen und ihren Beinen diese Tätowierungen. Dabei stehen diese für die einzelnen Götter. Da Yranna und Lore genauso wie Huan und Saru Zwillinge sind, gleichen sich diese Farbmuster fast vollkommen. Nur hier und da gibt es kleinre Abweichungen, die einem nicht vertrauten, wahrscheinlich nicht einmal auffallen würden.

    Velvelas Kleidung offenbart einen Teil dieser Tätowierungen, durch deren besonderen Schnitt. Ihr Oberteil, das kürzer ist als ‚normale’ Kleidungsstücke und gerade so auch als bauchfrei bezeichnet werden könnte, offenbart die oberen Enden ihrer Beintätowierungen. Was zudem durch die wie das Oberteil ebenfalls eng anliegende Kamiz Hose geschieht, die deutlich tiefer sitzen als der Standard. Der Dupatta den sie noch trägt ist eine Art Schal, den sie um Kopf und Hals wickelt, wenn sie unterwegs ist, sodass nur ein Teil ihres Gesichtes offenbar wird.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2008
  5. Velvela

    Velvela The V - Lunatic on Air

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    Der Tag an dem ihre Mutter ging, hätte eigentlich einer der besten ihres bisherigen Lebens sein sollen. Die Feier, die mit der Zeremonie ihrer Ernennung zur Erwachsenen zusammenhing hatte gerade vor wenigen Stunden aufgehört, Velvela war nur vor wenigen Stunden schlafen gegangen, als ihre Mutter schon aufbrechen wollte. Zwar hatte sie durch die Kämpfe die es gegeben hatte und von denen man ihr immer wieder berichtete, schon eine Ahnung von Leid und Trauer, hatte es auch schon das ein oder andere Mal empfunden, doch war es da meist stumpft und kaum spürbar, da sie nie direkt betroffen war. Als ihre Mutter aber ging, war es beinahe unerträglich, die Person zu verlieren, die seit Anbeginn des eigenen Lebens an ihrer Seite gewesen war zu verlieren. Was aber konnte sie schon tun? Ihre Mutter ließ sich nicht überzeugen, noch umstimmen und außerdem für sie sorgen konnte, ja musste sie nicht einmal mehr. Velvela war erwachsen und damit allein für sich verantwortlich. Und so musste sie unsäglich betrübt, aber auch wütend das ihre Mutter nicht blieb, jene eine Frau die ihr am meisten bedeutete und zu der sie immer aufgeblickt hatte, ziehen lassen. Es war alles andere als leicht, trotz allem was sie für Velvela getan, was sie ihr beigebracht und warum sie letzten Endes gegangen war, all das konnten die Tochter nicht überzeugen es ihr zu verzeihen. Ihr Vater – Ska’jiinto – versuchte oft klar zu machen warum und wieso, doch konnte er die Gedanken, die verletzten Gefühle in Velvela niemals beseitigen. Sie war gewillt die ein oder anderen Dinge nicht mehr ganz so negativ zu sehen, aber vollendete Überwindung hätte ihrer Muter bedurft.

    Ob all der Gedanken bezüglich ihrer Mutter, von denen sie sich auch ablenken wollte, widmete sich Velvela besonders ausgiebig den Pflichten die sie nun auch zu erledigen hatte, sowie dem Kampfunterricht, den sie bei ihrem Vater nahm. Entgegen ihrer Mutter kämpfte er mit nur einem Schwert in der Hand, nutzte die zweite entweder für einen schweren Schild, oder aber eine weitere Waffe. Wenn letzteres dann bevorzugt eine Axt. Zwar herrschte noch immer Krieg und es war nach wie vor eine heikle Lage, dort oben in den Bergen der einstmals so mächtigen und Stolzen Clans, aber Velvela war dennoch dagegen weiter führende Lektionen zu erlernen die sich mit dem Tragen eines Schildes, oder einer zweiten Waffe befassten. Sie trainierte beide Hände eine Waffe zu führen und entwickelte so ein gewisses Geschick für den einhändigen Kampf mit einer Waffe, was sie und ihren Vater, die sie monatelang trainiert hatten sichtlich von dem fortgehen ihrer Mutter ablenkten. Nach knapp einem Jahr, jedoch kam es, das sie sich sehr bald um andere Dinge würden sorgen müssen als das fortgehen von Velvelas Mutter. Einmal mehr hatten sich einige Warlords vereint und wagten einen Angriff auf die Clans der Berge. Dieses Mal mit Erfolg. Die Schlacht wurde von den Feinden der Sikrithir gewonnen, die Frauen, Männer, Kinder, und Weisen der Siedlungen der Berge versklavt und verschleppt. Unter ihnen auch Velvela, die mit anderen, auch ihrem Vater, in den Süden geführt wurde. So verloren sich die Clans des Nordens, jede Familie wurde auseinander gerissen, da es sich um einige Warlords handelte und die ‚Beute’ einigermaßen gerecht aufgeteilt wurde. Velvela und Ska’jiinto hatten Glück das sie nicht getrennt wurden, waren aber sehr bald schon der Annahme das es durchaus auch keine Schande gewesen wäre in der Schlacht zu sterben, an Stelle dessen, was ihnen jetzt blühte. Das Leben in Sklaverei.

    Den Frauen jedoch mutete man nichts zu, da sie keine körperliche Arbeit leisten mussten. Lediglich die Versorgung der männlichen Sklaven die im Falle von Velvelas und Skaj’iintos Warlord, die eine von ihm erdachten Festung bauen sollten. Ein Bollwerk das sich in einem schlecht einzusehenden und noch schlechter einzunehmendem Tal befand. Die Rückseite direkt an die Berge anschließend würde es so gut wie unmöglich sein, diese Feste zu stürmen. Selbst an einen Fluchttunnel durch die Berge wurde gedacht, der jedoch wurde nur den wenigstens preisgegeben. Velvela erfuhr nur durch Zufall von anderen Frauen davon, die in diesem Bereich die Versorgung der männlichen Arbeiter betreuten. Kurzlebig und brüchig wie die Bündnisse auf Rattatak nun einmal waren, keimte verständlicherweise schnell Neid auf, auf die Festung die sich der Warlord in jenem Tal bauen ließ. Und so waren es zwei Brüder, beide ebenfalls Warlords, aber dauerhaft verbündet, die sich zusammen taten und die Feste an sich brachten. Entgegen ihres Vorgängers jedoch waren beide recht hitzige Gemüter und schnell gelangweilt, weswegen sie die ein oder anderen Vergnügungen für ihr Wohl und das der höher gestellten Krieger einführten. Unter anderem Gladiatorenkämpfe, die umso mehr Zufluss fanden, als bekannt wurde, dass sich auch einige Krieger der nordischen Clans unter den Sklaven befanden. Rag’ranar und Prando – die beiden Warlords – war herzlich egal wer nun in der nachträglich eingefügten Arena der Feste kämpfte, solange er lange und unterhaltsam kämpfte. Und so kam es relativ schnell, dass auch Velvela und ihr Vater nicht mehr unter den normalen Sklaven weilten, sondern ebenfalls als Kämpfer für die Arena benutzt wurden.

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    Ungeachtet dessen das die Kämpfe anfangs quälend waren, wurde es mit der Zeit etwas, das sie mehr und mehr davon ablenken konnte, wo sie war und unter welchen Bedingungen sie kämpfte. Velvela ‚dachte’ sich die Gesichter ihrer Gegner weg, für sie waren es immer und immer wieder Rag’ranar und Prando die sie erschlug, erstach oder was auch immer mit ihnen machte. Und wenn sie einmal nichts zu tun hatte, gestattete man den Gladiatoren wenigstens zu trainieren, auf das sich die Kämpfe auch weiter entwickelten und nicht immer gleich bleibend waren, was den beiden Warlords ja schnell missfallen könnte. Beide waren sie nicht nur schlichtweg Anführer großer Heere, sie selbst waren auch Kämpfer die nicht zu verachten waren, wenn nicht gar die Kämpfer der flachen Lande schlechthin, hatte ihr Vater einmal gesagt, bevor er starb. Aber mit einem wirklichen, echten Krieger der Berge könnten selbst sie es nicht aufnehmen, meinte er immer wieder. Was Velvela unbewusst sein Ziel gab, denn seit dem Tag an dem sie diesen Satz von ihrem Vater gehört hatte, fing sie an die Kämpfe zu nutzen, zu trainieren und darauf hin zu arbeiten, eines Tages über einen der beiden zu triumphieren. Denn aus der Gegend wo die beiden Brüder herkamen hatten sie auch den Leitsatz, behalte was du tötest mitgebracht. Deswegen brachte es einem jeden Gladiator den Besitz desjenigen ein, den sie besiegten. Würde Velvela über einen der Warlords siegen, würde alles über was er befehligt hatte, ihr gehören. Und eine Frau als Warlord war auf Rattatak auch schon lange keine Seltenheit mehr… man musste nur der entsprechend gute Kämpfer sein.

    Ska’jiinto hatte sich geweigert eines Tages geweigert weiter zu kämpfen, geschweige denn auch nur zu trainieren und so war es passiert das er in der Arena unterlag. Velvela war ‚froh’, dass es ein schneller Tod war und es nicht sie war, die damals sein Gegner gewesen war. Doch die Trauer, dass sie nun allein, ohne Familie dastand. Jeder andere Sklave hatte irgendwen, nur sie nicht, nicht mehr. Allein war sie zwar noch lange nicht, aber die Art und Weise wie sie ihre Eltern verloren hatte, nagte schwer an ihr und es war Velvela nicht gerade ein leichtes, sich wieder auf das Überleben zu konzentrieren. Denn letzten Endes ging es einzig und allein darum, bis zu dem Tag, an dem ihr Vater in der Arena starb stimmte das auch. Doch nachdem sie die Trauer überwunden hatte, war es nicht mehr nur das Überleben um das es ihr ging, Velvela wollte Rache, dafür das ihr Vater hatte sterben müssen, stellvertretend dafür das ihre Mutter Rattatak wegen des Krieges verlassen hatte, waren Rag’ranar und Prando doch zwei der übelsten und kriegsfreudigsten Warlords die Rattatak je gesehen hatte. Nur einer der vielen Gründe Velvelas dem Treiben der Beiden ein Ende zu setzen. Bevor es soweit kommen konnte, kam es nach knapp 3 Jahren erneut zu einem Krieg, der sich dieses Mal gegen die beiden Brüder richtete, die in den vergangenen Jahren immer mehr und mehr geplündert und wahllose gebrandschatzt hatten. Und so war es nicht verwunderlich das die Missachtung vorher relativ sicherer Grenzen, schnell in weiterem Leid endete. Die Schlacht um die Feste war chaotisch, denn die zwei Brüder hatten zwar zusammen ein großes Heer und zusätzlich noch die gut gesicherte Festung, waren selbst gute Kämpfer, dafür aber umso schlechtere Taktiker. Zudem waren sie so leicht reizbar, das nur knapp zwei Wochen Verhöhnung durch die Belagerer reichten, um sie nach draußen zu locken.

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    Zuletzt bearbeitet: 4. April 2008
  6. Velvela

    Velvela The V - Lunatic on Air

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    „Wach auf! Verdammt Velvela, wach auf!“

    Die zusätzlich an ihr rüttelnden Hände taten ihr übriges und beförderten das heranwachsende Mädchen augenblicklich in einen Zustand der Wachsamkeit und Bereitschaft, jederzeit mit einer Rolle, oder einem Sprung auszuweichen. Problematisch daran war nur, dass sie noch auf dem Boden lag und sich nur das Rollen wirklich realisieren ließ. Die Hände an ihren Schulter erkannte sie sofort, es warne Arjunas Hände. Die Frau, die sich nach dem Ableben ihres Vaters so gut sie es vermochte weiter um Velvela gekümmert hatte. Sie jetzt so aufgeregt, beinahe ängstlich zusehen beunruhigte sie. Was war los das sie sich so offensichtlich Sorgen machte?

    „Was ist denn los?“

    „Wir greifen an…“

    „Wir?!“

    „Nein, Rag’ranar und Prando natürlich, aber sie wollen alles was kämpfen kann als Reserve im Festungshof haben.“

    Mehr musste Arjuna einerseits nicht sagen, konnte sie andererseits auch nicht, da die ersten gepanzerten Soldaten der beiden Warlord Brüder herannahten und mit harschen Befehlen, die durch die raue Sprache des Planeten noch barscher Klangen, die Gladiatoren und anderen Sklaven auf die Beine zwangen und dann nach draußen drängten. Wie immer auf Rattatak herrschte Krieg und wieder einmal wurde der Ort an dem sie lebte angegriffen. Aber um die Festung tat es ihr nicht leid, kein Stück. Damals um die Heimat ihrer Berge war es ihr leid getan, aber die Schmerzen an jene Zeit hatte sie tief begraben und offenbarte sie niemandem mehr. Wozu auch? Alle die sie gekannt hatte starben, oder ließen sie zurück. Velvela war sich fast sicher das heute wieder jemand sterben würde, den sie kannte, der ihr vielleicht sogar ein wenig etwas bedeutete. Aber so war es nun einmal, so war es schon immer gewesen und man lernte einfach damit zu leben. Ganz offensichtlich war der Krieg etwas, das so tief verwurzelt war im Geist, dass er nicht abgestellt werden konnte. Velvela selbst hatte für den Krieg nichts übrig, nicht mehr nachdem ihr Vater und Mutter, Heimat und Familie entrissen worden war. Wieso sollte sie etwas, das ihr soviel genommen und nichts gegeben hatte, schätzen? Weit schlimmer war aber, dass es nun so aussah als würde sie mit hinein gezogen in einen Krieg, der nicht ihr eigener war. Was aber konnte sie schon tun? Wenn sie sich jetzt zur Wehr setzte, dann würde man sie sofort töten, fügte sie sich, so hatte sie immerhin die Chance ihre Rache zu bekommen, oder zu flüchten. Die Gedanken, die sie an die Rache tat jedoch waren in diesen Momenten viel, viel stärker. Lange hatte sie auch nur darauf gewartet einmal ohne Fesseln, nicht für die Arena aus den Bereichen der Gladiatoren heraus zu kommen und nun, unter eben diesen äußerst negativen Umständen war es soweit. Trotz der Tatsache, dass es sich hier um Gladiatoren von anderen Stämmen, oder ausgestoßenen der beiden Brüder handelte, schickte man ihnen nur eine knappe handvoll von Wachen. Zwar gepanzert und bewaffnet, aber bewaffnen sollten sich die Gladiatoren auch.

    Die sahen in ihrer Masse, vermutlich um die vierzig wenn nicht gar fünfzig Sklaven, endlich an der Schwelle zur Freiheit angekommen. Und so überrumpelten sie ihre Wächter, schlugen sie nieder, schenkten ihre Leben der großen Göttin Jassassakya. Sie waren nicht die einzige Gruppe Sklaven in dieser Feste und die familiären oder freundschaftlichen Bande die viele hatten, sorgten dafür, dass man die restlichen Gefangenen und Sklaven ebenfalls noch befreien wollte. Arjuna und Velvela in ihrem bestreben irgendwie zu flüchten natürlich auf sich gestellt, hatten sie doch nur noch einander, wollten die Sicherheit der Gemeinschaft jedoch nicht aufgeben, folgten daher dem Rest.


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    „Arjuna…“ Flüsterte Velvela der schwarzhaarigen Frau zu.

    „Arjuna… ich weiß wie hier rauskommen.“

    Abrupt blieb die groß gewachsene Frau stehen und blickte die junge Kriegerin der Sikrithir etwas verwirrt an. Immerhin war klar wie sie hier raus kamen. Mitsamt der anderen Gefangenen wollten sie die Mauern stürmen, nicht ohne sich vorzubereiten verstand sich und von den Mauern dann abseilen. Riskant aber durch das Überraschungsmoment ein sicherer Plan. Leider keiner, der überhaupt keine Verluste versprach, sondern nur wenige. Aber Velvela klärte ihre Gefährtin schnell über das auf was sie gesehen hatte. Einerseits schickte sie sich an nur zu flüstern, das sie kein anderer verstand, musste aber zugleich aufpassen, das ihre Worte sich nicht überschlugen und sie sich nicht verhaspelte.

    „Ja, ein sicherer Weg. Sicherer als über die Mauer! Als wir hier vor ein paar Jahren ankamen, bevor Rag’ranar und Prando hier waren, wurde die Festung noch gebaut und da habe ich von ein paar anderen Sklavinnen aufgeschnappt, das sie an einem geheimen Tunnel tätig seien und die Männer dort versorgten, die besonders harte Arbeit leisten mussten. Der Tunnel führt durch die Berge in die Sicherheit, ohne das wir an diesem Krieg teilnehmen müssen…!“

    Eifrig nickend blickte sie die ältere Frau an, die sichtlich hin und her gerissen war. Velvela aber hatte schon immer irgendwie geahnt das sie die Sikrithir schon seit einiger Zeit mehr als ihre Tochter betrachtete, als irgendetwas anderes. Velvela störte das nicht, einerseits wusste sie sie hatte jemanden der für sie da war, andererseits kam sie mit Arjuna auch so gut klar, wie mit einer Freundin. Sie beschlossen den anderen auch davon zu erzählen und machten sich dann, schnell auf die Suche nach den anderen Sklaven und Gefangenen. Nachdem sie jene befreit hatten, ging die Suche nach dem Geheimgang los. Draußen im Festungshof fragte man sich zwar schon wo die angeforderten Sklaven blieben, hatte aber weitaus besseres zu tun als Truppen zu entbehren, oder sich wirklich darum zu kümmern.

    „Das könnte es sein? Was meinst du Arjuna?“

    „Ich denke wir haben ihn gefunden, unseren Weg in die Freiheit.“

    Jener Kommentar entlockte einigen Kehlen sofort freudiges Lachen, das trotz allem noch immer gedämpft war. Und schon begannen die Dutzenden Krieger ihren Abstieg, die schmale in den Berg gehauene Treppe hinunter in die Finsternis. Nur durchzuckt von vereinzelt aufgetriebenen Fackeln die sie gesammelt und mitgenommen hatten. Es dauerte eine ganze Weile, aber nachdem die Treppe endlich hinter ihnen lag, wurde der darauf folgende Gang deutlich breiter und höher als der schmale Fluchtweg dort hinunter. Da es nur eine Richtung gab, in die der Gang verlief musste man nicht mehr großartig viel suchen um auch wirklich die richtige Richtung zu erwischen. Dennoch waren sie einige Stunden unterwegs und nach jenen gähnend langweiligen Stunden noch immer aufmerksam genug das sie den Weg hinter sich versperrten sodass ihnen, im Falle des Falles, nur bis zu jenem Punkt gefolgt werden konnte, wo der Fluchtweg endete. Sie schafften es ohne Zwischenfälle, was angesichts der vermutlich noch immer tobenden Schlacht um die Festung auch kein sonderlich großes Wunder war. Die einzelnen Gruppen jedoch lösten sich auf, strebten neue Heimaten an, bei eventuellen Verwandten, oder wie im Falle von Arjuna und Velvela, blieben einfach auf dem Kontinent den sie erreicht hatten und ließen sich irgendwo abseits nieder.

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    Irgendwo abseits war im Fall der beiden Frauen aber in nicht direkt unmittelbarer Nähe einer Stadt, die eine Raumhafen besaß. Und um genau zu sein kehrten sowohl Arjuna als auch Velvela bei einem Einsiedler ein, der seit Jahrzehnten alleine war und in seinen letzten Jahren, nicht nur der Hilfe bedurfte, sondern auch gerne der Einsamkeit entsagte, auf das er nicht zu trübselig in seinen Tod ging. Die beiden Frauen zögerten nicht lange, immerhin brauchten sie etwas zu essen, brauchten eine Unterkunft und für den älteren Mann noch mitzusorgen, war kein Problem für Nordfrauen wie sie es waren. Als eben solche identifizierte er Arjuna und Velvela ziemlich schnell, zählte dabei sogar deutlich mehr Aspekte auf, als es ein durchschnittlicher Rattataki gekonnt hätte. Sichtlich beeindruckt hatte er nun ihre Aufmerksamkeit und begann eine Geschichte zu erzählen, der in den kommenden Tagen und Wochen noch viele, viele weitere Geschichten folgten. Es war eine Zeit, in der viel Ruhe herrschte, war jenes Gebiet, jene Stadt doch einvernehmlich zur neutralen Zone erklärt worden und jeder Teil stand unter dem Schutz eines anderen Warlords. Teilweise war es sogar so geschickt gemacht, das der eine, den Bereich eines anderen bewachte, was mit Absicht so eingerichtet worden war, damit man ja keiner auf den Gedanken kam irgendwelche krummen Dinger zu drehen.

    Neben den ganzen Geschichten gab er beiden auch ‚Unterricht’ in den unterschiedlichsten Dingen, der Geschichte der Galaxis, brachte ihnen die technischen Geräte näher, die sie bei ihren Einkäufen sahen, Arjuna benötigte hin und wieder noch eine Lektion mehr, da sie, in ihrem doch etwas fortgeschrittenen Alter schon etwas festgefahrener war, als die noch junge Velvela. Für beide Frauen aber war es ein seltsamer Kontrast zu der Welt in der sie gelebt hatten. Die nördlichen Lande waren deutlich weiter zurück geblieben im Krieg versunken und hatten von einigen, wenn nicht gar so gut wie fast allen, Gerätschaften noch nichts gesehen. Im Süden und Osten kämpften sie schon mit Blastern und all den Waffen die die Moderne zu bieten hatte, in den restlichen Bereichen, vor allem im ehemaligen Gebiet der Sikrithir hatten die meisten nicht einmal von solchen Sachen gehört.

    Umso länger sie bei dem Alten blieben, umso deutlicher wurde, das sein Leben wirklich bald dem Ende entgegen ging. Sein letzter Rat an die beiden war, sie sollten am Besten den Planeten hinter sich lassen, eine neue Heimat suchen, da Rattatak sich nie ändern würde, nicht solange noch Krieg in der Galaxis dort draußen herrschte. Und solange dieser Krieg nicht enden würde, würde auch Rattatak ewig als Sinnbild des nicht tilgbar scheinenden Kriegsverlangens aller Lebewesen, das irgendwo in einem jeden verankert zu sein schien, im Krieg gefangen bleiben. Mehr scherzhaft meinte er, dass sie den Versuch ja wagen könnten, aber was würden zwei Frauen schon ausrichten können? Velvela jedoch begann etwas zu verstehen. Die letzten Worte ihrer Mutter, die Erklärungen dafür, warum sie ging, sprangen ihr wieder ins Bewusstsein und machten mit einem Mal wirklich Sinn. Sie tat sich noch immer schwer damit, konnte aber nicht von der Hand weisen das es wirklich so war. Das Rattatak eine Welt war auf der man nur schwer, wenn nicht, überhaupt nie, seinen Frieden finden würde. Aber war es klug einfach davon zu rennen? Sollte man sich wirklich einfach einen anderen Ort suchen an dem man seine Ruhe hatte und dann hätte sich alles erledigt? Mit dem Gedanken aber, dass die Heimat noch immer im Chaos versinke, konnte man doch nur schwer seinen eigenen Frieden finden? Was, wenn sie es doch versuchte und der Galaxis den Frieden wieder bringen würde? Die Republik kämpfte für all das, was sie hier auf Rattatak seit Jahren so sehr suchte, aber nicht fand. Die Idee war purer Irrsinn, doch bereits ab dem Punkt, wo Velvela sich die Chance ausrechnete das sie, mit dem Segen von Jassassakya, auf ihre Mutter treffen könnte… konnte sie fast an nichts anderes mehr denken. Nicht das sie ihrer Mutter vollkommen verziehen hatte, das nicht, doch wollte sie sie wenigstens einmal noch sehen, mit ihr Reden und versuchen die letzten Zweifel aus dem Weg zu räumen, die letzten Abneigungen die noch in ihr saßen. Andererseits aber auch um ihr zu sagen was passiert war nachdem sie gegangen war, was sie hätte verhindern können, wo sie hätte helfen können. Und nach langem hin und her, mehrere Wochen unterhielt sie sich mit Arjuna, auch dem Alten, der schlussendlich dahinschied und damit den Entschluss für Velvela festlegte, irgendetwas musste sie tun und solange in der Galaxis Krieg tobte, hatte sie – den Worten des Alten nach – immerhin ein Ziel an dem sie arbeiten konnte. Velvela konnte davon laufen, aber was würde es bringen? Sie würde keinen Frieden finden, wenn sie einfach davonrannte und das ließ ihr nur eine andere Wahl…


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