Coruscant

Coruscant - Jedi-Tempel – auf dem Weg zum heiligen Berg – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes

Hey! Alisah hatte mit einer direkten Antwort von Wes gerechnet und dabei nicht unbedingt mit ner Netten. Aber das Ribanna sie gleich so anbuffen würde.
Ne, also echt nicht. Gerade die nette Ribanna! Hm, hatte sie es sich jetzt auch noch mit ihr verscherzt? Alisah verzog ärgerlich die Mundwinkel. Aber eher aus Ärgerlichkeit sich selbst gegenüber. Wann würde sie endlich lernen ihre blöde große Klappe zu halten. Man sollte doch meinen, dass ihr alter Meister ihr das durchaus auf die harte Tour ausgetrieben hätte. Aber nein, die große Klappe kam irgendwie immer wieder durch und meistens in den unmöglichsten Situationen. So wie gerade eben.


Ähm…

Begann Alisah und wollte erst abwiegeln aber im Grunde fand sie, das sie recht hatte. Man musste doch nicht gleich zum Äußersten greifen. Außerdem, das was Ribanna da gerade gesagt hatte,
„Es handelt sich hier um Ungeziefer, die schlimmstenfalls Krankheiten verbreiten könnten. Sie müssen getötet werden! Das ist doch wohl in unser aller Interesse! Dringend! Sie könnten beißen!“
, hatte Alisah, außer dem Teil mit dem Beißen, fast Wortwörtlich aus dem Mund eines Sith gehört, der damit allerdings Jedi meinte und nicht Ratten. Doch das jetzt hier zu erwähnen war sicher nicht gut.
Außerdem, Ribanna hatte offensichtlich richtig Panik vor den Viechern. Oh man dann hätte sie mal in den Katakomben im Orden sein müssen. Da waren Ratten direkt Kuscheltiere gegen das was sich dort rum trieb. Andererseits war Alisah nun auch nicht die Vorsitzende des galaktischen Rattenfanclubs. Also …
Booo! Wow! Was war das denn? Mit einem Mal flammte das Rattennest vor ihnen lichterloh auf.
Viele der Tiere stoben angesengt oder halb brennend auseinander. Einige entkamen jedoch nicht. Man hörte wie sie in den Flammen zugrunde gingen und es stank nach verbranntem Fell und Fleisch
Doch wieso brannte es jetzt überhupt?
Wie geschah das…?
Ribanna? Nicht absichtlich getan?


Warst du das?

Fragte Alisah ungläubig und sah in das entsetzte Gesicht der Padawan.
Nicht absichtlich? Gerade eben hatte sie aber für genau so was plädiert, da wäre es doch durchaus logisch…
Nein! Ribanna war viel zu entsetzt als das sie das echt mit Absicht getan hat und die Tatsache, dass die Viecher noch immer litten machte sie anscheinend noch mehr fertig.
Alisah erinnerte sich an den ersten den sie getötet hatte. Auch ne abscheuliche Kreatur die ihr ans Leben wollte aber sie hörte noch heute sein letztes Keuchen. Es waren genau solche Moment in die ein Sithmeister seinen Schüler brachte, um ihn ab zu stumpfen gegen das Leid Anderer. Klar, es waren nur Ratten. Trotzdem.
Alisah wollte nicht zulassen das Ribanna, von der sie hoffte sie irgendwann vielleicht auch Freundin nennen zu dürfen, diesem Trauma noch mehr ausgesetzt war. Sie schob Ribanna und Tara etwas bei Seite und beförderte das brennende Rattennest mit einem Machtstoß über die Kante eines nahen Schachtes. Es war sicher nur ein Luftschacht und sehr schmal aber wohl auch tief denn das infernalische Quietschen war nicht mehr zu hören und es brannte auch nicht mehr im Gang, was den Vorteil hatte, das die Luft hier unten nicht noch schlechter wurde.


Ähm, ich glaub dir!
Es war nämlich meine Schuld.
Ich hät dich nich so auf die Palme bringen dürfen.
Tschuldigung!
Ich wollte ja auch nicht dich...


Erklärte Alisah kleinlaut und schielte dabei kurz zu Wes.

Ja, also, na ja, du musst aber keine Angst vor ihnen haben! Ratten sind eklig aber es gibt echt viel schlimmere… Also, ähm, n Machtnutzer kann die sich eigentlich schon vom Hals halten ohne Angst haben zu müssen.
Ich kann dir zeigen wie du sie einfach von dir weg schupst im Notfall. Also, ohne Feuer oder so! Und Ähm…


Sie sah wieder kurz zu Wes. Würde er etwas dagegen haben, dass sie Ribanna so was zeigte?

…also auch ganz ohne große Gewalt oder so!

Alisah scharrte etwas verlegen mit einem Fuß über den Boden. Das ganze Chaos hier war wohl wirklich ihre Schuld.
Aber ein Gutes hatte es. Sie wusste jetzt was Ribanna tolles konnte und sie wollte das Ribanna wusste wie klasse sie das fand.


Aber echt Ribanna! Du kannst Feuer machen? Das is sooo toll! Kannst du noch andere Elemente manipulieren?

Also, echt, wenns mal kalt wird bleibst du gaaanz dicht bei mir! Du wirst meine Lagerfeuerentzündungsbeauftragte!
Okay?


Sie grinste Ribanna jetzt an und hoffte die Stimmung wieder ein ganz kleines bisschen gehoben zu haben!

Coruscant - Jedi-Tempel – auf dem Weg zum heiligen Berg – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes
 
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Coruscant, Jeditempel, Katakomben: Alisah, Ribanna, Wes, Rick, Radan, Tara, Duska, Keeda


Ribanna wünschte, es wäre nicht passiert. Sie fühlte sich zum Heulen. Und schon wurde sie von Alisah gefragt, ob sie dies gewesen sei. Am liebsten hätte sie in dem Moment laut geschrien. Ribanna verwünschte sich selbst. Ob die Jedi sie dafür bestrafen würden?! Ängstlich sah sie Alisah an. Hoffentlich würde das Feuer nicht übergreifen! Hier lag so viel Sperrmüll und anderes leicht brennbares Zeug herum. Sie konnte einfach nichts sagen. Ihr Mund blieb erstarrt verschlossen und sie stand wie gebannt ebenso erstarrt herum. Es fühlte sich furchtbar an. Sie fühlte sich so schuldig. Die Ratten brannten und was, wenn das Feuer über greifen würde wie ein Strohfeuer! Ein Flächenbrand, der den ganzen Jedi-Tempel erfassen und in Windeseile nieder brennen würde! Sie wäre dann schuld! Sie hätte dann das Feuer entfacht und den Jedi-Tempel abgefackelt. Sie würde negativ in die Geschichte der Galaxis eingehen! Ribanna hatte rasch darauf hingewiesen gehabt, dass es ohne Absicht gewesen war. Schwer atmete sie laut ein und aus. Sie hatte das Gefühl, der Boden würde unter ihr wanken und gleich nachgeben. Vielleicht würde sie gleich ohnmächtig werden? Sie bekam sogar Schweißausbrüche und einen flauen Magen. Wenn man erlebt hatte, dass man wegen seiner dummen Gabe fast auf dem Scheiterhaufen gebrannt hätte, war diese vielleicht übertriebene Reaktion doch wohl verständlich. Außerdem hatte Ribanna ein ängstliches Naturell.

Aber, Alisah wollte ihr wohl helfen und vielleicht auch etwas zeigen. Etwas, was ohne Feuer ging. Und sie machte ihr etwas vor, das sehr leicht aussah, aber wohl ganz gewiss nicht für Ribanna. Die Anwärterin spürte die Macht nicht einmal. Alisah schubbste mittels der Macht das brennende Nest in einen Schacht. Dort würde das Feuer wohl erstickt werden. Somit waren sie dieses Problem erstmal los und der Jedi-Tempel würde wohl doch noch ein Weilchen stehen. Das war ein gutes Gefühl!

Doch plötzlich meinte Alisah, dass sie ihr glaubte und obendrein fügte sie hinzu, dass es ihre Schuld gewesen wäre. Überrascht und ungläubig sah Ribanna auf und muss einen ziemlich verblüfften Gesichtsausdruck gehabt haben. Also, mit diesen Worten hatte sie jetzt nun gar nicht gerechnet. Die Ex-Sith erwähnte den Spruch von sich vorhin und entschuldigte sich sogar bei ihr. Ribanna wollte etwas sagen, doch versagte ihr die Stimme und so klappte nur ihr Mund auf und zu. Sie musste ziemlich sprachlos gewirkt haben. Die Padawan hatte es verneinen wollen, da sie sich nur vor diesen Ratten fürchtete und deshalb das Feuer entfacht hatte, aber nicht, weil Alisah sie auf die Palme gebracht hatte. Es war aus Panik heraus passiert. Angst und Panik waren sehr starke gewaltige Gefühle! Sie hatten diese dumme Gabe in ihr zum Ausbruch gebracht. Stattdessen, da ihr offensichtlich die Stimme versagte, schüttelte sie leicht mit dem Kopf, weil sie für ein heftigeres Schütteln schier keine Kraft aufbringen konnte. Sie fühlte sich wie gelähmt. Alles an ihr fühlte sich so taub an.

Doch Alisah schien sie zu verstehen, da sie nun davon sprach, dass sie keine Angst zu haben bräuchte. Sie klang fast mütterlich einfühlsam zu ihr und Ribanna nickte. Es tat gut, dass sie sich um sie kümmerte. Die letzten Sekunden hatten auf sie wie lange Minuten gewirkt oder eigentlich wie Stunden und sie hatte sich so verloren und einsam gefühlt. Wie eine Verbrecherin! Wie ein Feuerteufel! Voller Schuldgefühle! Immer noch stand sie wie ein begossener Pudel da, die Schultern nach vorne hängend, gesenkter trauriger Blick und nun schluchzte sie auch noch auf. Ribanna schämte sich im nächsten Augenblick und wünschte, sie wäre unsichtbar. Sie fühlte aller Augen aus der Gruppe auf sich gerichtet und davon wurde ihr jetzt richtig heiß.

Doch plötzlich lobte Alisah sogar Ribanna, für das, was sie konnte. Sie fragte doch tatsächlich, ob sie noch mehr Elemente manipulieren konnte. Die ganze Anspannung und nun diese Worte, verursachten bei ihr nun sofort einen Tränenausbruch. Es war dermaßen ergreifend! Sie konnte sich die Schwangere sehr gut als Freundin vorstellen.


„Nein, ich denke nicht. Bislang zeigte sich meine Affinität nur beim Feuer. Und dies macht mir Angst. Ich kann es nicht beherrschen. Es passiert eher spontan. Meine Mutter gab mit mir an. Ich wurde deshalb Tempeldienerin der Feuergöttin Daja und am Ende sollte ich ihr dafür geopfert werden. Auf dem Scheiterhaufen! Ich floh!“

Ribanna wischte sich die Tränen aus ihrem Gesicht und suchte nach einem Taschentuch.

„Irgendwie wünschte ich manchmal, ich besäße diese Gabe nicht! Bisher brachte sie mir nichts Gutes!“

Sie schnaubte heftig in ihr Taschentuch. Das Auszusprechen tat aber irgendwie gut und ihre anfangs dünne Stimme war am Ende kräftiger gewesen. Es ging ihr wieder besser.
Daraufhin ließ Alisah einen witzigen Spruch los und jetzt musste Ribanna doch lächeln. Ihr Blick streifte lächelnd auch alle Anderen reihum.

Es ging weiter und Ribanna lief nun vor Alisah und nach Tara. Der heilige Berg rief. Wes führte die Gruppe wieder an. Nach einer ganzen Weile roch es komisch. Nach und nach wurde es wieder verqualmter. Ein Stückchen weiter brannte es plötzlich lichterloh. Leider war eine brennende, um ihr Leben flitzende Ratte bis hier her gelaufen und mitten im Sperrmüll, der sich hier nun brennend türmte, verendet. Wieder war es für Ribanna ein Schlag ins Gesicht. Auch dies hatte sie verursacht! In dem Moment wechselten wild die Gefühle in ihr und wallten auf und ab. Es waren alles ziemlich negative und verzweifelte Gefühle, die in Selbsthass und Wut einhergingen. Der Tempel würde nun doch nieder brennen! Verflucht! Ihr Blick blieb erstarrt darauf hängen und sie dachte daran, wie gut es wäre, Wasser zum Löschen, angesichts der Feuerwand zu haben und plötzlich hörte sie Meeresrauschen, sie spürte die Wasserspritzer der Wellen auf ihrer Haut und fühlte ihre Füße sanft und kühl umspült und es roch nach Regen. Als ihr Blick wie von selbst zum Wasserrohr darüber hochwanderte, platzte es spontan und eine nasse Dusche löschte das Feuer. Sofort wanderte ihr zunächst wieder erschrockener Blick zu Alisah. Doch wegen der aufkommenden Erkenntnis, dass sie scheinbar auch eine Gabe zum Wasser hätte, begann sie sie immer breiter anzulächeln. Diese Gabe hatte sich heute auf Grund starker Emotionen zum ersten Male gezeigt und war nur durch ihren Blick verursacht worden, allerdings hatte die machterfüllte Umgebung im Jedi-Tempel auch dazu erheblich beigetragen.

Doch der Zustand der Freude währte nur kurz. Das Wasser lief unermüdlich weiter aus dem fetten Rohr und war im Begriff, die Katakomben unter Wasser zu setzen. Wo war hier der Haupthahn?! Hoffentlich wusste jemand Rat!



Coruscant, Jedi-Tempel, im überfluteten Kellerraum: Wes, Duska, Allisah, Ribanna, Tara, Rick, Radan, Keeda
 
Coruscant, Jedi-Tempel - Notfallgeneratorraum - Tara, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes

Wes erwartete ja von Alisah gar keine hilfreiche Antwort, was den Kristall betraf, aber er musste zugeben, dass sie womöglich nicht ganz Unrecht hatte. Tatsächlich war gut möglich, dass der Ausfall einen viel profaneren Grund hatte, was natürlich nichts daran änderte, dass sie ihn wieder zum Funktionieren bringen oder ersetzen mussten, wenn sie die Energieversorgung des Tempels wiederherstellen wollten.

Keeda bedauerte, dass die neuen Herren von Coruscant nicht etwas mehr Ehrfurcht vor dem Tempel gehabt hatten, aber Wes wusste, dass dergleichen zu erwarten gewesen war. Es konnte zwar wahrscheinlich jeder, der aufgeschlossenen und unvoreingenommenen Verstandes den Tempel betrat, spüren, an welchem besonderen Ort er war, doch diese Leute waren innerhalb des Apparates, der das Imperium ausmachte, dünn gesäht, und selbst unter den Sith gab es nicht viele, die über genügend Verständnis der Macht verfügte, um zu erkennen, an welchem besonderen Ort sie hier waren. Sie kannten nur ihr Streben nach persönlicher Macht und Gewinn und sahen nur die Ikone des Feindes, weiter reichte der Horizont vieler Sith nicht. Und was die Obdachlosen und anderen vom Imperium vernachlässigten anging, denen konnte man ohne
hin keinen Vorwurf machen.

»Nun, es gibt nicht wenige, welche die Schattenseiten des Imperiums deutlicher zu spüren bekommen haben als andere. Leute, für die es in der ach so tollen neuen Ordnung keinen Platz gibt, oder jene, die der Sucht verfallen sind und eigentlich Hilfe benötigen. Ich kann ihnen keinen Vorwurf daraus machen, dass sie hier Zuflucht gesucht haben. Gewissermaßen hat der Tempel in unserer Abwesenheit die Aufgabe der Jedi alleine weitergeführt: den Schwächsten Schutz und Zuflucht zu gewähren. Man kann dem Imperium seine Engstirnigkeit zum Vorwurf machen, aber andererseits ist es für uns vielleicht besser, dass sie diesen Platz verlassen haben, anstatt ihn für seine eigenen Zwecke nutzbar zu machen,«


Erklärte der Taanaber seiner Padawan. Dass Alisah in Sachen fehlendem Verständnis und geistiger Offenheit in guter Sith-Tradition stand, bewies sie gleich im Anschluss. Wes bemühte sich, sie zu ignorieren und kümmerte sich demonstrativ nur um Keedas Frage.


»Ich weiß es nicht. Ich habe versucht, ihn mir vorzustellen, aber ich habe ihn nie gesehen und bin gespannt. Ich hoffe, es gibt überhaupt etwas zu sehen, aber soweit ich weiß, wurden anfangs nur kleine Schreine und Tempel auf den Hängen des Berges errichtet, später größere Anlagen und der heutige Tempel entstand etappenweise außenrum. Ich denke, dass sich die Bauweise noch das eine oder andere Mal ändern wird, bis wir wirklich in der Nähe der Oberfläche sind und wahrscheinlich gibt es auch nicht überall Durchgänge in die älteren Schichten, ich versuche mir auf der Karte ein Bild davon zu machen.«


Vielleicht war es auch eine Art von Labyrinth, was Wes gefallen würde. Über Jahrtausende gewachsene alte Gemäuer, völlig anders als die gewohnten Räumlichkeiten, die der Orden zu seiner Padawanzeit hauptsächlich benutzt hat, fand er unheimlich spannend. Aber offenbar nicht jeder. Alisah, die sich offensichtlich ignoriert fühlte, versuchte den Jedi-Rat noch etwas offensiver zu provozieren, zu Wes' Überraschung von der übernervösen Ribanna eingebremst, so dass Wes die beiden sich selbst überließ und lieber vorneweg vor sich hin grinste. Wenn die Ex?-Sith nicht schon den einen oder anderen nützlichen Beitrag geleistet hätte, müsste er sich aber langsam tatsächlich fragen, warum sie sie tatsächlich mitgenommen hatte, außer dem schweigsamen Duo Radan und Rick Gesellschaft zu leisten.

Im Grunde tendierte Ribanna schon fast zur Hysterie, und dass dies kein guter Zustand für eine untrainierte Machtbegabte war, bewies sie nur wenig später, als sie spontan ein Rattennest in Brand setzte und sich vollkommen überflüssig dafür entschuldigte. Wes' Ansicht nach wären sie einen guten Schritt weiter, wenn sie das mit allen anderen Nestern wiederholen könnte, aber die Chalactanerin schien ehrlich verstört. Wieder einmal führte das dazu, dass die janusköpfige Alisah plötzlich wieder ihre andere Seite zeigte, Ribanna in Schutz nahm und sich selbst die Schuld gab. Sie bot sogar an, ihr zu zeigen, wie sie sich die Bohrratten mit Machtstößen vom Hals halten konnte. Sie gab sich anschließend sogar richtig freundschaftlich, nur von der Technik Pyrokinese hatte sie bei den Sith offensichtlich nicht gehört.


»Ja, versuche ruhig zu bleiben, Ribanna. Ich weiß, die Eingeweide des Tempels mögen in diesem Zustand unheimlich, furchteinflößend wirken und diese Ratten sind tatsächlich nicht nur schädlich für die Bausubstanz, sondern auch etwas eklig. Was du gemacht hast, nennt sich als Machttechnik Pyrokinese und dass du diese spontan anwendest, deutet nicht nur auf ein Talent in dieser Richtung hin, sondern vor allem auch auf den emotionalen Ausnahmezustand, in dem du dich gerade befindest. Sith bauen auf solchen spontanen Ausbrüchen auf und versuchen, diese zu verstärken, bei den Jedi aber lernst du, sie zu kontrollieren. Versuche dein inneres Gleichgewicht wiederzufinden, werde ruhig, atme tief durch und denke an etwas schönes. Daran, wie dieser Ort einmal aussehen könnte, oder an den Tempel auf Chalacta, irgendwas. Und mach' dir wegen dem Strohfeuer da keine Sorgen.«

Anschließend wandte er sich an Alisah, auch wenn es ihm schwerfiel:


»Danke! Ribanna ein wenig von der Macht beizubringen ist eine gute Idee, wenn es euch unter diesen Bedingungen gelingt. Wenn sie lernt, die Macht gezielt zu benutzen gibt es weniger dieser unkontrollierten Energie, die dann auf diese Weise ausbricht. Außerdem kann sie sich dann sicherer fühlen und wird dadurch bestimmt ruhiger.«

Dass Ribanna mithören konnte, störte Wes in dem Fall nicht groß. Durch Alisah war sie jetzt hoffentlich zumindest ein wenig ruhiger und sie konnten den Weg durch die zwar vor Qualm beißende Luft ansonsten ungestört fortsetzen. Leider währte der Zustand nicht lange, als sich vor ihnen eine Wand aus Flammen auftat. Ribanna wirkte durch diese Entdeckung aufs Neue verstört, wohingegen Wes wusste, dass der Tempel schon ganz andere Sachen überstanden hatte, aber bevor irgendjemand etwas unternehmen konnte, hatten sich die starken Emotionen bereits an einem Wasserrohr entladen, welches platzte, so dass sich ein starker Schwall über das eigentlich weitgehend harmlose Feuer, mit dem Wes notfalls ganz alleine fertig geworden wäre, ergoss und sie stattdessen eine nicht aufhören wollende Wasserfontäne hatten, die nicht nicht so leicht in den Griff zu bekommen war. Jetzt war es Wes, dem die immer hysterischer wirkende Ribanna langsam auf die Nerven ging.

»Ruhig bleiben,«


Sagte er und meinte damit auch sich selbst, nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass sich seine Schuhsohlen schon im Wasser befanden.


»Wir bekommen das in den Griff, aber es wird wirklich allerhöchste Zeit, dass deine Ausbildung beginnt. Der Boden gehört ohnehin gereinigt, nur die Art und Weise ist etwas ineffizient! Aber der Schwall kommt aus dieser Richtung, das heißt, dorthin müssen wir gehen, wenn wir ihn abstellen wollen, und am besten versuchst du momentan, dir nichts zu stark zu wünschen, vor allem keinen offenen Himmel, Ribanna


Versuchte Wes einen Scherz und marschierte dann in die Richtung, aus der die Wasserleitung kam, voraus.


Coruscant, Jedi-Tempel - beim Wasserrohrbruch - Tara, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes
 
Coruscant, Jedi-Tempel - beim Wasserrohrbruch - Tara, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes

Er war die ganze Zeit still gewesen. Zu sehr nahm ihn das ganze hier mit. Positiv, so wie auch etwas Negativ. Dieser Ort schien ihn wie eine Wolke zu umschließen und zu benebeln. Die Wolke bestand dabei aus Gefühlen, welche ihn gerade einnahmen. Beruhigend und wohl tuend waren Radans Worte, welche ihn auch lächeln und mit einen

"Ja, danke Meister."

antworten ließen. Wenig förderlich war es jedoch, das Rick das Gefühl hatte, was bekanntes zu spüren. Auch kam ihm hier und da was bekant vor, obwohl er hier vorher nie gewesen war. Als er einmal in Richtung einer Tür blickte entfuhr ihm auch ein leises

"Vater?"

dabei achtete er nicht darauf ob Alisah oder Radan es hören konnte oder nicht, versuchte er doch immer genau hinter ihnen zu sein um nicht verloren zu gehen. Was ihm eher beunruhigte war das er auch noch was anderes, bekanntes spürte. Etwas dunkles. Jedoch war es sich nicht sicher. So behielt er es erst mal für sich und folgte der Gruppe.

Coruscant, Jedi-Tempel - beim Wasserrohrbruch - Tara, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes


(OP: Tut mir leid wenn ich so wenig von mir hören lasse und dann auch nur so kurz schreibe. Hab im Moment viel um die Ohren. Möchte aber im RPG bleiben, hoffe es ist nicht schlimm wenn ich mich etwas kurz halte)
 
- Coruscant - City - Wingston Tower - Penthouse - Großer Wohnraum - Mit Alad Wingston -

Es war gut möglich, dass er mit ihr spielte, dass er ihr nicht wirklich eine Chance geben wollte ihr Anliegen vorzutragen, sondern nur darauf wartete sie Schachmatt zu setzen. Zweifel brachten Giselle jedoch nicht weiter und überhaupt war es längst zu spät für sie.

"Mr. Wingston, ich weiss was Sie von mir halten, oder glaube es zu wissen."

Die Vahla scheute sich nicht davor, Alad Wingston direkt in die Augen zu blicken. Wenn sie etwas niemals verlernen wollte, dann war das, ehrlich und aufrichtig für sich selbst einzustehen.

"Mir ist klar, dass ich hier nicht willkommen bin. Sie dulden mich, weil Sie wissen, dass Sie sich sonst mit Exodus überwerfen würden."

Giselle machte eine Pause. Sie hatte bereits einige Thesen aufgestellt, zu viele vielleicht. Starke Männer mochten es nicht, gesagt zu bekommen was sie dachten, analysiert und durchschaut zu werden und es war auch nicht Giselles Absicht, das zu tun, doch sie konnte sehen, dass es möglicherweise ein wenig danach klang.

"Vermutlich werden Sie es mir nicht glauben, aber ich wollte ursprünglich niemals nach Coruscant kommen."

Schwenkte sie ihre kleine Rede auf ihr eigentliches Anliegen. Es auszusprechen war ganz und gar nicht einfach, nicht weil es Giselle nicht gefallen hätte um Hilfe zu bitten, sondern weil das ernste Augenpaar sie noch immer so kühl musterte.

"Ich habe Exodus begleitet, weil er mich darum gebeten hat und jetzt... jetzt sitze ich hier fest. Ich komme nicht mehr hier weg."

Der letzte Funken Sicherheit schwand aus Giselles Stimme. Sie war sich ihrer Situation längst bewusst, doch es laut auszusprechen, nicht nur vor sich selbst, machte sie verwundbar. Sie konnte Exodus gegenüber behaupten, dass sie alleine zurecht kommen würde, doch das stimmte nicht, nicht so lange sie hier war.

"Sir, Sie können sich denken, dass ich nur wenige Geldmittel besitze, doch Ich bitte Sie nicht um Credits."

Und doch war sie zu einer Bettlerin geworden, in gewisser Weise.

"Sie besitzen viele Schiffe. Alles was ich benötige, ist eine Möglichkeit, Coruscant zu verlassen, diskret und schnell... und ohne dass Exodus im Vorfeld davon erfährt."

Und wenn sie fort war, würde sie Alad Wingston ewig dankbar sein, auch wenn ihm das kaum etwas bedeuten würde. Giselles Herz flatterte unruhig vor Nervosität. Alles hing von diesem Gespräch ab und davon, dass der Präsident dieses Millionenunternehmens anbiss. Er würde sich fragen, was für ihn dabei heraus sprang, warum er ihr helfen sollte. Nun, Giselle hatte eine Antwort für ihn. Sie konnte nur nicht abschätzen, wie ihm diese gefallen würde.

- Coruscant - City - Wingston Tower - Penthouse - Großer Wohnraum - Mit Alad Wingston -
 
[ Coruscant – Obere Ebenen – Wingston Corporation – Penthouse | mit Giselle ]

Ihre Art gefiel ihm nicht. Sie unterstellte ihm Gedanken und Motive als hätte sie ihn, die Situation hier zu Hause und seine Beziehung zu Exodus schon innerhalb der kurzen Zeit, die sie nun hier war, komplett durchschaut. Diese Art ärgerte ihn vor allem deshalb, weil sie Recht hatte. Er duldete sie, weil er das ohnehin angeknackste Verhältnis zu seinem Sohn nicht weiter belasten wollte. Zwar sagte und zeigte er Exodus seine Meinung, wies ihn gelegentlich darauf hin, dass ein zweiter Versuch mit Yuna eine viel lohnendere Investition von Zeit und Energie wäre. Doch Giselle rauszuschmeißen würde zu einem Eklat führen, der nicht annähernd mit den kleineren Diskussionen über die richtige Frau an Exodus‘ Seite zu vergleichen sein würde. In diesem Licht erschien ihr nun vorgetragenes Angebot zusätzlich attraktiv. Sie bot ihm eine Möglichkeit sie loszuwerden, ohne dass ihm dafür der schwarze Peter zugeschoben werden konnte. Sie wollte von Coruscant verschwinden. Von selbst, ohne seine offensichtliche Einwirkung. Er sollte ihr bloß ein Schiff stellen, mehr nicht. Alad Wingston zog in einer Mischung aus Neugier und Verwunderung die Augenbrauen hoch. Diese Frau war clever, das musste er eingestehen. Sie verkaufte ihm ihre Bitte mit der Erinnerung daran, weshalb er in dieser Hinsicht auf sie angewiesen war und wieso ihm, trotz allem Geld und aller Macht, auf sich allein gestellt die Hände gebunden waren. Alad musterte die Frau, die ihm gegenüber saß genauer. Er konnte nicht unbedingt behaupten, dass er ihre Geschichte sofort glaubte. Zu viele Puzzleteile, die er sich zuvor über die Vahla zurechtgelegt hatte, passten nicht mehr in das neue Bild, das sie ihm hier bot. Es war durchaus vorstellbar, dass Exodus sie davon überzeugt hatte, mit nach Coruscant zu kommen, nachdem sie ihm auf Fresia einige schöne Stunden bereitet hatte. Aber wieso war sie mitgekommen, wenn sie nun schon wieder weg wollte? Es passte nicht zusammen. Oder irgendwas hatte sich verändert.
Nach einer langen Pause antwortete er.


„In Ordnung.“

Er löste sich aus seiner Regungslosigkeit und zog ein Comlink aus der Brusttasche seiner Weste. Mit wenigen Klicks manövrierte er sich zu einer Übersicht der nächsten Touren ihres Tochterunternehmens Wingston Travel Business. Die Vahla könnte bei der Crew einer der Luxus-Yachten untergebracht werden und auf einem passenden Planeten abgesetzt werden. Der Aufenthalt würde für sie wenig luxuriöses an sich haben, aber darum hatte sie schließlich auch nicht gebeten.

„Sie kriegen ihr Schiff.“

Seine Augen wanderten über die Liste an Flügen, deren Zielorten und Zwischenstationen. Es würde sich definitiv etwas Passendes finden lassen, wenn sie keine allzu speziellen Wünsche an ihr Ziel hatte. Er nickte, mehr zu sich selbst als zu der Vahla. Dann löste sich sein Blick von dem kleinen Display und Alad sah erneut hoch zu Giselle.

„Wenn Sie mir eine Frage beantworten können.“

Wieder machte er eine ausgedehnte Pause und beugte sich leicht nach vorne. In seinem Blick lag etwas raubtierhaftes.

„Wieso?“

[ Coruscant – Obere Ebenen – Wingston Corporation – Penthouse | mit Giselle ]
 
[Coruscant System | Orbit von Coruscant | Kampfverband 'Jela' | LTK "Massive" | Deck 1 | Quartier des Captains] Meister Agoch, Padawan Vajetsi


Sehr aufmerksam hörte Bru-Th seiner neuen Padawan zu, konzentrierte sich auf die blanken Worte selbst, ihre Betonung, und selbstverständlich auch Levices Gebaren. Sie wählte ihre Worte sorgsam aus und feilte gedanklich an jeder Formulierung. Mal sah die von Lianna stammende Frau an ihm vorbei, mal betrachtete sie abwesend ihre Hände oder lächelte ironisch, während Levice von ihren akuten und bisherigen Erfahrungen mit der Meditation berichtete. Bru-Th sagte nichts, sondern legte nur nachdenklich seine linke Hand vor den Mund, denn es war wichtig, dass sie bei der Reflexion des Erlebten nicht gestört oder verbessert wurde. Erst, als Worte und Gedanken zusehends auseinander divergierten, hielt Bru-Th den Moment gekommen, sich zu äußern:

"Auch auf mich hat der gleichmäßige, unterschwellige Klang eines Sternenschiffs eine beruhigende Wirkung. Es hilft, sich von dem Hier-und-jetzt los zu sagen, seine Gedanken auf das innere Selbst zu lenken, jedenfalls bei den meisten Jedi, mit denen ich darüber gesprochen habe. Mache dir diesen Umstand weiter zum Vorteil, indem du vielleicht versuchst an einem anderen Ort an Bord zu meditieren, wo die Maschinengeräusche präsenter oder subtiler sind. Betrachte sie wie ein Rampe, die dir hilft, dich in dein Innerstes einzufinden. Mit der Zeit, da bin ich mir ganz sicher, wirst du sie nur noch selten, und irgendwann überhaupt nicht mehr brauchen, Levice."

Noch während Bru-Th seiner Padawan gut zuredete, und ihr für die Zukunft Mut machte, stand er auf und bedeutete Levice, sich ebenfalls vom Boden zu erheben. Die Kerze erlosch und parallel aktivierte Bru-Th die normale Beleuchtung des Quartiers wieder, auch wenn er sie noch gedimmt ließ, damit sich die Augen an die neue Helligkeit langsam gewöhnen konnten. Das indirekte Licht, dass von mehreren, in den Wänden montierten Deckenflutern kam, hatte eine warme Farbe und hüllte den Raum in ein behagliches Licht. Zu Levice gewandt erklärte der hochgewachsene Corellianer freundlich, aber bestimmt:

"Stell doch die Kerze dort drüben bitte wieder ins Regal. Für heute, genügt es."

Diese Tätigkeit war nicht so einnehmend, dass Bru-Th nicht wagte weiter zu sprechen, und in gewisser Weise war es auch ganz gut, dachte er, dass sie ihn nicht direkt ansehen konnte, als er auf eines ihrer letzten Worte noch einmal zu sprechen kam. Obwohl es beiläufig klang, hatte er es jedoch darauf seit längerem abgesehen, die darin enthaltenen Unstimmigkeiten an die Oberfläche zu befördern. Recht leise, mit einem leicht schneidenden Unterton, wiederholte Bru-Th:

"Es macht dir Schwierigkeiten los zu lassen, sagtest du, Levice, ... doch du meintest, es macht dir Angst, nicht wahr?"

Bru-Th wartete, bis sich ihre Blicke wieder trafen, und jetzt regierte auch in seinem Gesicht der Ernst, wenn auch zu gleichen Teilen mit Verständnis.

"Du weißt, dass du keine Angst haben musst, noch weniger Angst haben solltest, denn auf lange Sicht, führen solche Emotionen an einen Ort, der wenig Gutes hervorbringt, Padawan. Ich verstehe, dass du Angst davor hast, dich in die Macht fallen zu lassen, sich ihr hin zu geben, auch das ist üblich zu Beginn. Doch darüber musst du hinweg kommen. ... Ich wollte wissen, wie weit du in der Ausbildung voran geschritten bist, und ich meine, nun einen Überblick zu haben. Deine erste Aufgabe lautet daher, dich dieser Angst zu stellen."

Diese so simpel anmutende Aufgabe war nicht fair und schon gar nicht einfach, doch damit ein Schüler innerlich wuchs, musste man ihm Aufgaben stellen, die auch das Potential hatten, daran wachsen zu können. Zweifelsohne würde Levice nicht genau wissen, wie sie die Aufgabe bewältigen oder in Angriff nehmen sollte, doch er war fest davon überzeugt, dass sie dies mit der Zeit leisten konnte. Es würde vielleicht einige Monate dauern, doch ihr selbst die Angst zu nehmen, konnte nur sie selbst. Mit gekonntem Griff zog Bru-Th rasch einige Falten aus seiner Uniform, auch wenn Ernst die Früchte seiner Anstrengungen wohl bestenfalls mit einem 'befriedigend' bewertete hätte, dann nahm Bru-Th in einem der drei Sessel platz, die um einen kleinen gläsernen Tisch drapiert waren. Auf dem Tisch lagen Levices Testergebnisse. Als auch seine Padawan sich gesetzt hatte, schlug Bru-Th die Mappe auf, legte eine handschriftliche Notiz darin zur Seite und schaute wieder auf, wobei er seinen Kopf leicht schräg legte.

"Das abschließende Dossier, das Lt. Niosta angefertigt hat, ist fast fünf Seiten lang. Du bekommst es gleich zur Einsicht, doch die Eckpunkte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen möchte ich mit dir kurz erörtern." Der Blick des Jedi verschwand wieder in der Mappe. "Grundsätzlich, hast du in fast allen Bereichen überdurchschnittlich abgeschlossen, insbesondere bei den Reaktionstests, den Tests der körperlichen Belastbarkeit und dem vernetzten Denken auf Zeit. ... Das war soweit auch von einer Jedi zu erwarten. Interessant für dich dürfte jedoch sein, dass Lt. Niosta auch bei den Astrogations- und Navigationsaufgaben deine Ergebnisse als sehr gut erachtet hat, ebenso wie bei den anwendungsbezogenen Tests im Teilbereich Medizin."

Bru-Th schlug die Beine übereinander und ließ die Ergebnisse kurz auf seine Padawan wirken, bevor er mit erhobenem Zeigefinger fortfuhr:

"Lt. Niosta empfiehlt gerade heraus entweder eine Laufbahn als medizinischer Offizier der Reserve oder als Navigationsoffizier der Reserve, um die Ergebnisse auf den Punkt zu bringen. ... Du musst wissen, Levice, dass ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden bin und mich dir ohne Weiteres in jede dieser Laufbahnen vorstellen könnte. ... Doch um ehrlich zu sein, möchte ich, dass du auf der Brücke tätig bist, deswegen wirst du eine Ausbildung zum Navigationsoffizier beginnen, sobald wird das Wukkar-System erreicht haben."

Dass Levice bei dieser Entscheidung vielleicht selber gern ein Wörtchen mitgeredet hätte, konnte Bru-Th sich durchaus vorstellen, doch besaß sie nach seinem Dafürhalten nicht die nötige Erfahrung und Einsicht, um so eine Entscheidung ihn ihrem eigenen Sinne treffen zu können. Vielleicht, so gestand er sich selbst, spielte bei dem Entschluss auch mit, dass er wollte, dass Levice ihn bei der Erfüllung seiner Pflicht sah, um so vielleicht ein gutes Beispiel geben zu können. Eine Notwendigkeit, seine Entscheidung vorerst zu begründen, sah Bru-Th jedoch nicht, und so erklärte er weiter:

"Ich erwarte von dir, dass du dir eine Offiziersuniform aushändigen lässt, mit den Schulter- und Rangabzeichen eines Ensigns, das ist der unterste Offiziersrang, Levice. Technisch gesehen, stehst du damit über jedem Mannschaftsdienstgrad, doch sollte dir klar sein, dass du damit auch eine große Verantwortung übernimmst. Lerne hart, sowohl in der Akademie auf Wukkar, als auch an der Seite von Lt. Tills, deinem Ausbilder in praktischen Angelegenheit an Bord der Endurance, dann wird sich rasch Erfolg einstellen ... Und wo wir schon beim Thema sind, wir brechen noch heute Abend auf."


[Coruscant System | Orbit von Coruscant | Kampfverband 'Jela' | LTK "Massive" | Deck 1 | Quartier des Captains] Meister Agoch, Padawan Vajetsi

[OP: Wäre cool, wenn du die Reise ins Wukkar-System im nächsten Post beschreiben könntest.]
 
Coruscant, Jedi-Tempel - beim Wasserrohrbruch - Tara, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes


Tara versuchte ruhig zu bleiben. Immerhin hatte Wes das immer wieder gepredigt und ihr verschiedene Beruhigungstechniken gezeigt, bei der ihr die Macht helfen konnte. Glücklicherweise funktionierte dies mittlerweile ziemlich gut, es sei denn es handelte sich um Dinge, die ihre Tochter betrafen. Da versagte jede Jedikunst.

Daher ließ sich Tara nicht provozieren, als Alisah das Leben der Ratten in Schutz nahm und dabei offensichtlich behaupten wollte, dass sie sich nicht jedihaft verhielten. Auch die Tatsache des brennenden Nestes, welches Ribanna ungewollt entzündet hatte, brachte Tara nicht aus der Ruhe, auch wenn sie verblüfft war, was die Frau konnte und was mit der Macht so möglich war. Das man damit sogar Feuer entzünden konnte, war ihr bis vor kurzem noch völlig unbekannt gewesen. Immerhin entsorgte Alisah schnell das Nest, so dass der reizende Qualm nicht weiter ihre Lungen schädigte. Doch schnell erreichten sie einen Müllberg, welcher nun ebenso brannte. Tara griff bereits nach ihrem A99-Aqua-Atemgerät, welches auch vor giftigen Dämpfen schützte, doch da platzte auch schon eine Rohrleitung und Ribanna wurde immer aufgelöster, während sich der Gang mit Wasser füllte. Vielleicht brauchte sie das Atemgerät ja doch noch. Tara sah, wie Wes versuchte Ribanna zu beruhigen und als sie nun weiter durch das Wasser wateten, um die Wasserleitung irgendwie schließen zu können, gesellte sich Tara neben Ribanna und legte ihr aufbauend den Arm um die Schulter.



“Hey, alles ist gut! Niemand ist zu Schaden gekommen! Aber Wes hat recht...du solltest dich beruhigen und vor allem...denk nicht, dass du hier alleine bist! Immerhin sind wir alle auch noch da und Wes ist sogar im Rat! Du musst uns nicht alle aus Panik heraus retten! Es ist schön, wenn du uns helfen willst, aber im Moment schießt du über das Ziel hinaus. Wir können das Problem auch lösen. Bleibe einfach ruhig und dann weiß man, was zu tun ist. Aber...ich habe leicht reden….aber ich kann dich verstehen. Ich war früher auch sehr emotional und bin es heute in punkto meiner Tochter noch immer. Früher war ich so wütend, dass Gegenstände zu Wurfgeschossen wurden. Ein paar Ma habe ich dabei meinen Meister sogar am Kopf getroffen. Er hat mit mir einiges einstecken müssen. Eingeschlossen sein Haustier Waldemar. Ich habe mit der Macht sein Aquarium zerstört und mit dem vielen Wasser sogar fast das Schiff von Wes. Ein Wasserschaden ist bei Raumschiffen überhaupt nicht gut- hat er zumindest gesagt!”


Erklärte Tara und musste grinsen.


“Suche dir gedanklich etwas...was dich beruhigt und denke daran, wenn du aufgewühlt bist und wärme dich mit der Macht- natürlich ohne dich dabei an zu zünden, versteht sich- aber Wärme wirkt beruhigend.”


Meinte die Togruta zu ihr und lächelte sie freundlich an.


“Aber...nimm dich in Acht vor Alisah. Ich...denke es sind Vorurteile, weshalb ich sie irgendwie nicht leiden kann...insbesondere wegen meiner Vergangenheit bezüglich meines Kindes, aber...lerne lieber etwas von mir oder Wes...oder Keeda als von ihr, okay? Ich habe vorhin euer Gespräch mit angehört. Sie hat im Grunde nichts falsches gesagt...ihre Erklärung war sogar richtig...aber...mir gefällt es nicht, dass sie dir etwas beibringen will.”


Mit diesen Worten wandte sich Tara von Ribanna ab.


Lange mussten sie durch das Wasser noch laufen, bis sie plötzlich die Kanalisation des Tempels erreichten.



“Irgendwie habe ich mir den Ausflug in den Tempel anders vorgestellt. Ich hoffe, die schönen Stellen des Tempels wirst du uns noch zeigen, Wes. Aber vielleicht ist es so rum besser als anders rum. So sind die positiven Eindrücke die Letzten.”


Beruhigte sich Tara selbst, als der Gestank sie immer mehr nervte.


“Vielleicht sollten wir doch das Atemgerät benutzen. Das schützt uns vor giftigen Dämpfen.”


Schlug die Jedi-Padawan vor und setzte es sich in den Mund und war bisher froh, dass ihre kniehohen Stiefel sie vor dem braunen Wasser schützte.


“Da drüben ist eine Schaltkonsole!”


Tara suchte sich einen Weg dort hin und dies immer so, dass das Wasser niemals ihre Hose erreichte.


“Wow! Die Kanalisation hat noch Strom! Naja, jene ist wahrscheinlich auch verbunden mit der Kanalisation des Bezirks.”


Mit ein paar Handgriffen schloss sie das Leck, in dem sie die Wasserzufuhr zu einigen Teilen des Tempels einfach unterbrach. Es handelte sich sowieso nur um das Abwasser und nicht um das Frischwasser.


“Okay, das Problem sollte gelöst sein! Aber meint ihr...wir sind hier richtig? Befindet sich der Berg unter der Kanalisation?”


Fragte Tara ungläubig und sah sich um. Immerhin war die Kanalisation jedoch nicht allein das Werk von humanoiden Wesen. Die Decke war aus Felsen und dieser Schacht war in den Berg geschlagen worden.


“Obwohl...wenn man sich mal so richtig umsieht...sollten wir es nicht mehr weit haben.”


Meinte Tara und folgte einfach den befestigten schmalen Wegen, neben den stinkenden Kanälen und versuchte so wenig wie möglich zu sprechen, um das Atemgerät so wenig wie möglich absetzen zu müssen.


Schließlich kamen sie an einen Lift an, der ziemlich alt wirkte. Es war mehr eine Hebebühne, als ein moderner Lift.

Die Padawan drückte auf die Schaltkonsole und jene sprang sogar an.



“Entweder ist hier Notstrom oder die Stromzufuhr gehört nicht mehr zum Tempel. Hier geht es jedenfalls runter...glaube ich.”


Äußerte die Togruta unsicher und wartete bis alle die Plattform betreten hatte und aktivierte dann den Aufzug und jener fuhr sie jedoch nach oben und nicht nach unten. Oben angekommen war es dunkel und nicht weniger stickig. Doch sie standen unerwarteterweise wirklich auf Gestein.


“Wahnsinn...ich hätte niemals geglaubt je irgendwo ein Stückchen Erde auf Coruscant zu finden.”


Meinte Tara und scharrte ein wenig mit den Füßen.


“Das stundenlange laufen in den verborgenen Gängen des Tempels hat sich offensichtlich gelohnt. Die vielen Treppen werden aber sicher morgen als Muskelkater zu spüren sein. Ich hoffe, wir nehmen uns von hier unten dann aber ein Lufttaxi und fliegen wieder zu einem der Landeplattformen. Hoch laufe ich diese vielen Stunden sicher nicht!”


Beschloss Tara sofort und sah sich um. Nur wenige Schritte weiter gab es ein paar steinernde Säulen mit ein paar Schriftzeichen.


“Schaut mal!”


Rief Tara voller Euphorie aus und konnte nicht leugnen, dass es nun doch endlich spannend wurde. Zwischen den Säulen zeigte sich ein zum Teil bereits zerstörter Eingang. Viel Geröll versperrte den Weg doch Tara zwängte sich neugierig durch eine Lücke und dachte im Moment nicht im geringsten darüber nach, dass hier Einsturzgefahr sein könnte. Kaum betrat sie den alten Eingangsbereich, leuchtete plötzlich etwas immer stärker auf und ein Hologramm begann sich aufzubauen und erleuchtete die kleine Halle mit seinem bläulichen Licht. Ein männlicher Cereaner in Jedi-Robe stand mit gefalteten Armen mitten im Raum und flackerte stark, als gäbe es einige Unterbrechungen in der Stromzufuhr.


“Willkommen, Fremdlinge! Willkommen im Jedi-Orden! Als Jedi wirst du lernen große Kräfte einzusetzen- doch du darfst sie niemals für persönliche Zwecke nutzen! Um das Leben eines Jedi zu führen, musst du den Jedi-Kodex befolgen. Er lehrt dich, mächtig zu werden und zugleich selbstlos zu bleiben. Für die Jedi sind drei Dinge grundlegend: Disziplin, Wissen und die Macht!

Disziplin: Deine Aufgaben als Jedi müssen stets Vorrang vor deinen eigenen Wünschen haben. Daher hast du keinen Besitz und darfst dich nicht emotional binden: Wenn ein Jedi sich mehr um etwas oder jemand anderes sorgt als seine Mission, könnte er falsche Urteile fällen und die Galaxis gefährden.

Die Macht: Ein Jedi muss die Macht studieren und im Einklang mit ihr leben. Du musst sie kontrollieren können, mit ihre reden und ihren Willen kennen. Wenn du mit der Macht verbunden bist, verfügst du über große Stärke, die du weise nutzen musst.

Wissen: Als Jedi wirst du Wissen und Weisheit bei dir und anderen zu schätzen lernen. Du musst Wahrheit von Lüge unterscheiden können und Informationen sammeln, um Probleme zu lösen und Streit zu schlichten.

Es gibt keine Gefühle, es gibt Frieden.

Es gibt keine Unwissenheit, es gibt Wissen.

Es gibt keine Leidenschaft, es gibt Gelassenheit.

Es gibt kein Chaos, es gibt Harmonie.

Es gibt keinen Tod, es gibt nur die Macht.


Habt ihr noch weitere Fragen, Jedi aus der fernen Galaxie? Was führt euch zu uns?“


Tara blieb der Mund offen stehen und sah zu Wes und den anderen, die ihr mittlerweile gefolgt waren.


“Meister? Ist das ein uraltes Holocron?”


Flüsterte Tara Wes ehrfürchtig zu und sah zu dem Hologramm, welches auf einem verzierten Sockel stand..


Coruscant- Berg-Jedi-Tempel der früheren Zeit-Eingangshalle mit Holocron auf einem Sockel-alle
 
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Coruscant, Jedi-Tempel, im überfluteten Kellerraum: Wes, Duska, Alisah, Ribanna, Tara, Rick, Radan, Keeda


Es konnte nicht mehr schlimmer kommen, dachte Ribanna und fand alles entsetzlich fatal und vor allem peinlich! Um ihre Stiefel, zum Glück hatte sie welche an, schwamm nun aller mögliche Unrat! Sogar Spritzen! Tote Ratten! Kot! Alles umspülte ihre Beine!

Doch die Anderen beruhigten sie alle! Bereits beim Feuer hatte Wes gesagt, dass es nicht schlimm sei, sie hätte Talent für die Machttechnik Pyrokinese, doch Jedi würden sich beherrschen oder so. Ribanna war so aufgeregt gewesen, dass sie kaum den Worten folgen konnte. Sie sollte auf jeden Fall ruhig bleiben oder werden und tief durchatmen und an etwas Schönes denken. Bloß ihr fiel nichts ein! Wenn sie an Chalacta dachte und sich jetzt etwa den schönen Tempel vorstellen wollte, sah sie das Feuerritual vor Augen! Es hatte sie jedes Mal in Rage gebracht.

Nun war ihr das schon wieder passiert und jetzt wurde das Kellergewölbe überflutet. Tara meinte, es sei doch niemand zu Schaden gekommen. Ja, wenigstens etwas Gutes! Auch meinte sie, dass sie doch nicht alleine sei und es ruhig mal den Anderen überlassen sollte, alle zu retten bzw. die Herausforderungen zu meistern. Ja, Ribanna sollte sich wirklich mal zurück nehmen. Aber, Tara erwähnte auch selbstkritisch, dass sie sie verstehen könnte und zählte ihre Fettnäpfchen auf, in die sie getappt war und was ihr alles so passiert sei. Da kam schon allerhand zusammen. Sie hatte ihrem Meister Dinge an den Kopf befördert. Autsch! Als Tara dies erwähnte, wanderte Ribannas belustigter Blick unwillkürlich zu Wes. Ein Aquarium an Bord eines Raumschiffes zerstört?! Jetzt musste Ribanna doch schmunzeln und sie brachte froh, dies zu hören, heraus:


„Was, ein Aquarium?! Ihr hättet die Schwebelosigkeit einschalten sollen! Dann wären große Wasserblasen herumgeschwebt samt Fischen, aber vielleicht hätte dies geholfen, das Raumschiff zu retten, allerdings wärt ihr auch umhergeschwebt. Wer ist Waldemar? Hieß so ein Fisch?“

Jetzt schmunzelte Ribanna fast spitzbübisch. Sie stellte sich die Sache sehr witzig vor. In dem Moment wurde ihr leichter ums Herz. Sie war also nicht der einzige Tollpatsch der Jedi-Geschichte!

Auch Wes beruhigte sie auf spaßige Art und Weise. Der Boden gehörte gereinigt, aber nicht unbedingt so oder so ähnlich meinte er zu ihr und dies ließ wieder ein verlegenes Lächeln über ihr Gesicht huschen und ihre Angespanntheit wich. Langsam aber sicher hörte ihr Puls auf zu rasen und ihr Herzschlag normalisierte sich, die Muskeln entkrampften und ihr Atem wurde langsam und ruhig. Doch auch er meinte, dass sie sich nichts mehr wünschen sollte, da nur Unsinn bei raus kam, wie sich gerade gezeigt hatte und das ihre Ausbildung langsam beginnen sollte. Ja, auf ihre Ausbildung freute sie sich sehr. Sie nickte nur. Sie mussten wohl in die Richtung, aus der der widerliche Wasserschwall kam. Ja, das war sinnig!

Tara meinte nun zu ihr, dass sie sich Wärme vorstellen sollte, ohne sich selbst in Flammen zu setzen. Das versuchte Ribanna gleich in die Tat umzusetzen. Sie dachte an ihre Zieh-Mutter und ihr wurde warm ums Herz, das Feuer der Geborgenheit und Liebe wurde von ihr entfacht. Die starke Traurigkeit und der Herzschmerz wegen ihres Ablebens waren einem wohligen Erinnerungsgefühl und Akzeptanz gewichen.

In den Kellergewölben stank es zeitgleich furchtbar nach Kloake und sie würden wohl alle den schrecklichen Gestank annehmen. Er führte zum Würgereiz und wirkte, da er so streng war, regelrecht zu Verätzungen der Luftwege, wenn es auch zum Teil Einbildung war!

Doch nun trat Tara nah an Ribanna heran und riet ihr, nichts von Alisah zu lernen! Verblüfft schaute die Anwärterin hoch. Man hatte ihr bislang im Leben beigebracht, den Leuten eine weitere Chance zu geben und dies hatten sie den Gläubigen auch so nahe gebracht und eingeflüstert und gelehrt. Sie selbst war noch jung und naiv, doch war das im Sinne der Jedi, was Tara ihr gerade riet? Bislang hatte Alisah ihr nichts Falsches beigebracht, wie Tara selbst zugab. Alisah war so freundlich. Sie würde doch hoffentlich keine bösen Hintergedanken haben. Ribanna wusste nun nicht, wie sie sich verhalten sollte. Leicht irritiert ging sie weiter und schwieg, während die Gedanken durch ihren Kopf rasten. Sie wollte sich nicht dazu äußern. Sie fand dies das Klügste. Sie würde versuchen, einen Mittelweg zu finden. Sie würde die Jedi um Rat bitten, aber Alisah eine Freundin bleiben. Allerdings hatte Alisah von sich aus, als Erste ihr geholfen und ihr etwas gezeigt. Sollte sie dies ablehnen?! Wohl kaum! Das Leben konnte kompliziert sein!

Sie mussten ewig durch die elende Brühe laufen und auch Tara erwähnte nun, dass sie sich dies anders vorgestellt hätte. Tara schlug vor, das Atemgerät zu benutzen. Ribanna hatte keins. Sie hatte so gut wie nichts eingepackt. Daher hielt sie sich nun ein Taschentuch vor Mund und Nase.

Irgendwann kamen sie am Etappenziel an und Tara drehte den Hahn zu und somit konnte das Wasser nun nicht noch mehr steigen. Ribanna war nun deutlich erleichtert und wirkte richtig aufgedreht.

Nun sollte es weiter zum Berg gehen. Sie war richtig zappelig und es konnte ihr gar nicht schnell genug dahin gehen. Immer noch konnte sie sich den Berg nicht wirklich vorstellen. Sie liefen jetzt alle auf einem schmalen Seitenweg hintereinander neben der Kanalisation lang. Ribanna hatte Angst in die Brühe zu fallen, da es wirklich schmal war und rutschig obendrein. Es war natürlich besser, als weiter durchs Abwasser zu waten. Sollte man aber ausrutschen, dann würde man allerdings nicht nur mit den Stiefeln in der Brühe stehen, sondern wohl völlig darin baden. Schaurig ekliger Gedanke! Ribanna versuchte ihn beiseite zu schieben. Ein Blick zur Decke zeigte an, dass der Berg nicht weit sein konnte. Sie war bereits felsig.

Irgendwann betraten alle eine alte Hebebühne. Statt runter brachte sie alle hoch hinauf. Dort standen sie dann tatsächlich auf einem Berg mitten im Tempel. Das war seltsam und merkwürdig! Tara zeigte auf alte Schriftzeichen und Säulen. Fasziniert stand Ribanna nur da. Das sie heute noch sowas Schönes sehen würden, wer hätte dies gedacht. Dennoch stanken alle nach Kloake. Ribanna sehnte sich nach einem Bad. Sie standen hier, geschichtsträchtig und anmutig vor den Ruinen des alten Tempels und stanken, was das Zeug hielt.

Dennoch war es ein unbeschreiblicher Augenblick. Besonders, als sie alle am verfallenen Eingang ankamen. Ein Hologramm ging an. Ein alter Jedi-Meister begrüßte sie alle. Er hielt eine Willkommensrede. Ribanna lauschte ihm ganz andächtig. Es war ein wundervoller Augenblick und dafür hatten sich die Strapazen gelohnt. Und dann spürte Ribanna es endlich auch-die Macht.



Coruscant, Jedi-Tempel, oben auf dem Berg vor Tempelruine-Eingang mit Hologramm: Tara, Wes, Ribanna, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Duska
 
Schriftliche Com-Nachricht von Nevis Li von Lianna an Tara Li auf Coruscant:

Libbe Mute!

Isch hahbe schreibeen gelörnt. Gud was?

Wie gäht es dir? Mir gäht es gud!

Meine Lärrerin sagkt, daz isch nooch fiil übben muz! Sie sagkt, isch habbe eine Schwesche! Die schpinnt doch! Isch bin doch nischt schwach! Isch habbe geßtern Timo mein Lischtschwärt auf den Kopff gehauen, daz er ganz fiel weinen muzzte. Soo starck binn isch. Sie sagkt, daz ich sonzt sizen bleibbe.

Bite schike die Genähmiguk fürs Somerkemp. Sonst darf isch nischt mid farren! Es izt ein Tauntaun-Reitkemp hir in der Nehe am See. Luis hat jätzt schon Anngstschisss.

Isch habb disch libb. Deine Nevis


Ende der Nachricht
 
Coruscant - Jedi-Tempel – auf dem Weg zum heiligen Berg – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes

Hey, das Ribanna jetzt los weinte, war eigentlich nicht so gedacht gewesen. Doch anscheinend lösten die Tränen auch irgendwie eine deutliche Anspannung und Ribanna erzählte von sich.
Ja, solche Fähigkeiten konnten bestimmt ängstigen. Alisah war mit ihren Fähigkeiten aufgewachsen und es war nie etwas Besonderes gewesen. Mama war selbst ein Machtnutzer und wusste mit Alisah und Adrian um zu gehen. Es war selbstverständlich gewesen. Allerdings waren sie, als ein gravierendes Problem auftrat auch in einen Tempel abgeschoben worden. Ja, es war der Jeditempel gewesen und keiner hatte sie da verbrennen wollen. Aber es war auch ein gravierender einschnitt gewesen. Wie schlimm musste es da für Ribanna gewesen sein.
Geopfert werden! Verbrannt werden! Ja, da wars verständlich das Ribanna Angst hatte, selbst vor den eigenen Fähigkeiten.
Aber anscheinend hatte der kleine Witz Ribanna schon wieder etwas beruhig und jetzt mischte sich auch endlich Wes ein!
Wurde ja auch Zeit, dass der endlich mal was tat und Ribanna beruhigte. Wenigstens das machte er dann sogar recht gut. Das hieß, bis auf den Moment wo er die blöden Raten wieder an sprach. Alisah verdrehte da gespielt empört die Augen, verkniff sich aber einen entsprechenden Kommentar denn einiges Anderes was er da erklärte fand sie schon ganz passend und außerdem, irgendwie hatte sie sich ja eigentlich nicht in diese Jedi interne Ausbildungssache ein zu mischen. So gesehen erwartete sie jetzt sogar einen Rüffel, weil sie Ribanna angeboten hatte ihr was bei zu bringen. Wieder einmal irritierte Wes sie jedoch mit seiner Reaktion, als er ihre Idee Ribanna was bei zu bringen gut fand und sich bedankte. Fassungslos sah sie ihn eine Weile lang an und selbst die Halbe Sindflut, die Ribanna bald darauf auslöste überging Alisah. Es gab genug, die sich darum kümmerten. Also nickte sie nur knapp und schwieg vor sich hin.
Bei nächster Gelegenheit würde sie ihr Versprechen einlösen und Ribanna ein bisschen was zeigen, damit die sich sicherer fühlen konnte.
Im Moment allerdings war es Tara, die sich Ribanna direkt zu wandte, ihr gut zuredete und wenn Alisah das richtig sah sogar die Grundlagen einer Entspannungstechnik erläuterte.
Okay, dann hielt sie sich wohl wirklich am besten zurück, zumal Tara sie noch immer verabscheute.
Denn Alisah bekam ein Par Gesprächsfetzen zwischen Tara und Ribanna mit und das „...nimm dich in Acht vor Alisah.“ traf sie doch schon sehr. Sie lies ihren Kopf hängen und trottete schweigsam hinter den Anderen her, während es immer weiter nach unten ging. Irgendwann wurde das Wasser abgesperrt und ihre Füße waren nicht mehr bis zu den Knöcheln im Wasser aber ansonsten fand sie nicht, dass es hier besser oder gar dem Anlass der Örtlichkeit entsprechend andächtiger wurde. Ne es wurde nur felsiger. Toll!
Alisah‘s Stimmung war nahezu auf dem Nullpunkt und dann waren sie da! Steinsäulen und ein verfallener Tempel. Nicht sehr beeindruckend wenn man es nur mit den Augen betrachtete. Aber ein Machtnutzer sah das nicht nur so. Ein Machtnutzer fühlte die Kraft dieses Ortes und Alisah fühlte, dass sie es nicht wert war hier zu sein!
Tara schien im Gegensatz zu ihr jedoch aufgedreht und fast schon fröhlich als sie sich durch den verfallenen Eingang zwängte. Alisah hielt sich zurück und gingerst einmal bloß bis zum diesem Eingang und spähte hinein während sich eine Holoaufzeichnung aktivierte.
Der Kodex!
Sie hatte ihn auch einmal gelernt und kannte damit die Worte. Aber sie hörte auch was das Hologramm sagte. Jedi! Es sprach die Jedi an! Dieser Ort war nur für sie und auch wenn Alisah im tiefsten Grund ihres Herzens hoffte irgendwann wieder einmal zu dieser Gemeinschaft zu gehören, so wusste sie, dass sie es noch nicht tat. Sie war hier eine Fremde! Ein Störfaktor! Vor ihr musste man sich in acht nehmen!
In Andeutung kommender Tränen zitterte Alisah Kinn kurz. Dann schnaufte sie, zog leise die Nase hoch und wischte sich verstohlen über die Augen während sie sich die aufsteigende Feuchtigkeit in ihren Augen verkniff und einen Schritt weiter in den Tempel ging. Die Anderen sollten ihre Verunsicherung nicht bemerken. Trotzdem hielt Alisah sich zurück, setzte sich dann leise nahe dem Eingang auf einen Felsen und konnte dann doch nicht ganz den Mund halten und flüsterte mehr für sich als das es für die Ohren der Anderen gedacht war.


Das is aber echt die gaaanz alte Version des Kodex! Danach sind die meisten der heutigen Jedi auch keine Vollkommenen.

Im nächsten Moment biss sie sich selbst auf die Unterlippe. Wieso verdammt noch mal konnte sie ihre blöde Klappe nicht einfach mal halten!

Coruscant - Jedi-Tempel – Tempel der früheren Zeit-Eingangshalle mit Holocron auf einem Sockel – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes
 
- Coruscant - City - Wingston Tower - Penthouse - Großer Wohnraum - Mit Alad Wingston -

Sie war überrascht, dass es so einfach ging. Giselle hatte mit einer größeren Hürde gerechnet, mit mehr Widerstand. Sie war bereit gewesen, einiges dafür zu tun, Alad Wingstons Hilfe zu erhalten, sogar erpresst hätte sie ihn. Doch das war gar nicht nötig. Er überlegte nur kurz und die Aussicht, Giselle los zu sein, war offenbar Antrieb genug für ihn, ihrer Bitte nachzukommen. Sie hatten einen Deal und Giselle musste ihm nicht drohen, an die Öffentlichkeit zu gehen und einen Skandal zu verursachen. Es wäre ihre letzte Trumpfkarte gewesen, die jetzt in ihrem Ärmel stecken blieb. Nur eines wollte Alad Wingston dann doch noch wissen: wieso?

Giselles Blick suchte das Ungewisse, die Leere, die ihr versprach, dass niemand über sie urteilen würde. Leute taten das, wenn sie nervös oder unsicher waren. Sie wichen anderen aus. Eigentlich war sie bereit gewesen, sich zu offenbaren, alles auf diese eine Karte zu setzen, Trumpf oder nicht, doch jetzt wo es soweit war, hatte sie auf einmal Angst. Da war dieses Geheimnis in ihr, das sie hütete und noch mit niemandem geteilt hatte. Was, wenn Alad es nicht verstehen würde, oder sein Pflichtgefühl gegenüber Exodus stärker sein würde als sein Wunsch, sich Giselle zu entledigen? Sie wusste, dass sie ihm nicht trauen konnte und jetzt, so kurz vor dem Ziel, war das Risiko zu groß, dass er sie doch auffliegen ließ. Sie holte tief Luft und suchte nach einer Lüge, die greifbar und glaubhaft genug war, um ihre Verzweiflung, sich an Alad zu wenden, zu rechtfertigen. Es gab keine, keine die sie nicht verstrickt hätte in Widersprüche und Ungereimtheiten. Giselle rieb sich eine Schläfe und spürte plötzlich wieder ihre Müdigkeit. Als sie ihren Blick wieder hob, musste diese auch in ihrem Gesicht zu sehen sein. In Alads Augen stand indes noch immer seine Frage. Wieso?


"Weil Exodus mich nicht liebt."

Sagte sie dann doch die Wahrheit, oder einen Teil davon. Es war der ungefährliche, aber auch der traurige Part.

"Und weil ich nicht die bin, für die Sie mich halten."

Wenn es nur so einfach wäre, dachte sie. Wenn es doch nur diese beiden Gründe wären. Sie wäre niemals zu ihm zurück gekommen, ginge es nur um sie.

"Alderaan."

Giselle wechselte das Thema. Jetzt gerade hatte sie die Möglichkeit, alles zu besprechen, das für sie wichtig war.

"Ich habe... Familie dort."

Es stimmte, auch wenn es nicht die Art von Familie war, an die man üblicherweise bei der Erwähnung einer solchen dachte. Morten aber war ihr Ehemann und würde es immer sein, ganz gleich was zwischen ihnen geschehen war. Und ihre Freunde... wen sonst sollte sie als ihre Familie bezeichnen, wenn ihre eigene sie verbannt hatte?

"Je früher wir aufbrechen können, desto besser."

- Coruscant - City - Wingston Tower - Penthouse - Großer Wohnraum - Mit Alad Wingston -
 
Coruscant - Jedi-Tempel – Tempel der früheren Zeit-Eingangshalle mit Holocron auf einem Sockel – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes

Radan hatte schon eine ganze weile geschwiegen. Er überlegte Fieberhaft ob es eine gute Idee gewesen war Alisah mitzunehmen und ob er die Mission nicht selbst hätte ablehnen sollen. Er wusste das sich hier bereits Spannungen aufbauten. Spannungen die ihm nicht gefielen. Ganz und gar nicht. Radans rückehr hatten sie akzeptiert doch Alisah akzeptieren sie nicht. Radan war selbst auf die dunkle Seite gewechselt und vermutlich hatte er schlimmere Dinge getan als Alisah. Der einzige Unterschied war das er zuvor ein Jedi war. Das war jetzt nicht wirklich ein nennenswerter Unterschied. Er blieb nah bei Alisah und stuppste sie in der MAcht an. Wollte ihr eigen das er genau für sie da war.

"Das einzige was den Jedi vom Kodex bleibt ist die Tatsache das viele noch verbohrter sind als zu ihren anfängen"

Erklärte Radan grimmig doch im Gegensatz zu Alisah war ihm dieser satz nicht heraus geruscht. Er sagte stehts was er dachte und diese Diskussion war in Richtung Wes abgezielt. Vielleicht würde sich Wes endlich dazuentschließen dieses Thema mit ihm zu diskutieren und akzeptieren das er Alisah liebte und das es keinen Sinn machte ihr überwiegend zu Misstrauen oder Radan von ihr trennen zu wollen. Vielleicht wäre es klüger gewesen Wes zur seite zu nehmen und es zu diskutieren. Doch er war noch nie ein Fan von Geheimnissen.

"Bis auf die wenigen die in das Herzen eines anderen Menschen sehen und sich in diesen verlieben können"

sagte Radan leise und schenkte Alisah ein lächeln. Er legte einen Arm um sie und sah nun besorgt aus.

"alles in Ordnung bei dir?"

Er spielte natürlich auch auf das Kind an doch das würde er nicht offen aussprechen müssen. Alisah verstand ihn gut genug.

Coruscant - Jedi-Tempel – Tempel der früheren Zeit-Eingangshalle mit Holocron auf einem Sockel – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes
 
Coruscant, Jedi-Tempel - beim Wasserrohrbruch - Tara, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes

Zum Glück schien das vereinte gute Zureden bei Ribanna zu wirken. Besonders, da Tara es schaffte, mit einem Schwank aus ihrer Padawanzeit das Thema zu wechseln und die Menschin aus Chalakta so auf andere Gedanken zu bringen. Die Zerstörung des Aquariums, oh ja! Waldemar hatte der Togruta den Fauxpas nie verziehen, er reagierte immer irgendwie… pikiert in ihrer Gegenwart. So pikiert, wie ein Seestern wirken konnte eben, als ob er gespürt hätte, wessen Machtanwendung in erregtem Zustand für die Demolierung seines Heimes verantwortlich gewesen wäre.

»Waldemar ist mein Haustier, ein Corellianischer Amphibienseestern. Tara hat sein Aquarium in einem ähnlichen Zustand fehlender Ausgeglichenheit zerstört. Das Abschalten der künstlichen Gravitation hätte natürlich geholfen, aber wir sind nicht wirklich auf Schwerelosigkeit eingerichtet. Alles, und ich meine alles, wäre durch das Schiff geschwoben und du hättest das entstehende Chaos nachher sicher nicht aufräumen wollen, glaub' mir,«

Gab Wes im selben Ton zurück. Was ihm aber auffiel war, dass Tara Alisah ebensowenig (oder gar noch weniger) zu vertrauen schien wie er. War seine Haltung ihr gegenüber so offensichtlich? Wobei die Togruta einen reichlich eigenen Kopf hatte und sich in ihrer Meinung von ihm nur selten beirren ließ. Man konnte also eher sagen, dass sie schon zu zweit waren. Überhaupt schien es eine Kluft zu geben zwischen Wes, seinen Padawanen und den Anwärterinnen und dem Pärchen bestehend aus Radan und Alisah, und wer mitten zwischen den Fronten gefangen war, war der arme Rick, der Wes auch dementsprechend leid tat.

Bezeichnenderweise war es nämlich der Jedi-Rat, der, während sie durch die Gänge in Richtung Kanalisation stapften, als einziger Ricks leise gemurmeltes »Vater« hörte oder hören wollte, so dass er sich zurückfallen ließ und dem Jungen die Hand auf die Schulter legte. Intuitiv blickte Wes in Richtung der Tür, in die der weißhaarige Junge eben zuvor gesehen hatte.


»Hast du etwas gespürt, Rick? War dein Vater hier?«

Erkundigte sich der Taanaber, in leichter Sorge um den stillen Jungen.

Als sie weiter vordrangen, wurde der Kloakengestank so penetrant dass sie, angefangen von Tara, die Atemmasken aufsetzten, um sich davor zu schützen. Wes tröstete sich damit, dass dies vermutlich bedeutete, dass sie bald am Ziel des kleinen Flusses waren, der sich um ihre Füße und Knöchel herum gebildet hatte. Er sollte recht behalten – sie erreichten einen Raum, mit einer Schaltkonsole, in dem das Wasser, wie könnte es auch anders sein, besonders hoch stand. Mutig und ekelresistent bahnte sich seine Togruta-Padawan aber einen Weg durch die seichten Stellen, so dass es ihr gelang, das Malheur schließlich zu beenden.

Weiter ging es, immer tiefer in immer ältere Teile des Tempels vordringend. Der Bereich, in dem sie sich nun aufhielten, war erkennbar älter als der Rest des Bauwerks und erinnerte mehr an einen Bergwerksstollen als an einen Gang, aber tatsächlich fand sich hier eine uralte Hebebühne oder ein archaischer Lift, der - offenbar von einer anderen Energiequelle gespeist wurde als die jüngeren Teile. Er brachte sie weiter nach oben, so dass sie die Kanalisation hoffentlich ein für alle Mal hinter sich lassen konnten. Es gab nicht viele gute Einsatzzwecke für mechanische Scheußlichkeiten wie Droiden, aber die Abwassersysteme des Jedi-Tempels wieder instandzusetzen war definitiv einer davon.

Schließlich erreichten sie einen großen offenen Hohlraum. Es war stockdunkel und im Lichtschein der Leuchtstäbe konnte man ausmachen, dass sie tatsächlich am heiligen Berg angekommen waren, welcher komplett vom Tempel umbaut war. Hinter ihnen lag auch eine enorm hohe, aus uralten Blöcken gemauerte Wand, deren oberes Ende sich nicht ausmachen ließ. Irgendwo weit über ihnen, wusste er, musste sich eine Deckenplatte oder eine Art Gewölbe befinden, aus welcher nur noch die Spitze des Berges herausragte, auf welche später jedoch der mittlere der fünf Türme des Tempels gesetzt worden war. Schade, dass sie so wenig Licht hatte, denn der Anblick wäre sicherlich gigantisch gewesen. In der Macht war er es auf jeden Fall, das mystische Energiefeld, welches die Grundlage der Existenz der Jedi bildete, war hier stärker als an jeden anderen Ort, den Wes kannte. Dieses Gefühl musste er genießen, er musste diese unbändige Kraft durch sich fließen lassen und sprach ein kleines Mantra, um sich noch mehr für sie zu öffnen.


»Eh-eh-oh eh-oh,«

Wiederholte er leise mehrere Male und er fühlte sich nach jedem Durchgang jünger und frischer als zuvor, bis Tara seine Aufmerksamkeit wieder auf sich lenkte.

»Fällt das jetzt unter ›positive Eindrücke‹, Tara? Es werden noch einige weitere folgen. Dabei ist die Tatsache, dass wir hier natürlichen Boden unter den Füßen haben, auf Coruscant, geradezu unbedeutend verglichen mit dem, was dieser Ort in der Macht darstellt. Nehmt euch die Zeit und spürt sie – wer dann noch Muskelkater bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen, zumal wir für den Rückweg nach oben hoffentlich die Turbolifte des Tempels benutzen können,«

Erklärte Wes und schwelgte im Gefühl, das die Macht ihm hier an diesem mystischen Ort gab, anders konnte er es nicht sagen.

Es war anschließend ebenfalls Tara, die im Lichtkegel ihres Leuchtstabs einen schmalen Durchgang entdeckte. Reste eines antiken Portals bezeugten, dass dieser eine gewisse Signifikanz haben musste, so dass sie ihn aufsuchten. Sie mussten sich durch das Geröll zwängen, besonders Wes, aber der Fund dahinter war es wert: eine kleine, alte Halle, die mitten in den heiligen Berg gehauen worden war und in der Mitte ein archaisches Holocron auf einem Berg. Wes nickte nur auf Taras diesbezügliche Frage hin, er war völlig fasziniert vom Anblick dieses immer noch faszinierenden kleinen Wunderwerks.

Und wie es immer so war, wo ein wahrhaft wunderbarer Moment war, fand sich immer auch jemand, der ihm mutwillig zerstörte. Es war nicht einmal Alisah, obwohl sie wieder einmal versuchte zu provozieren. Mit aufsässigen jungen Gören konnte Wes umgehen, die hatte er selber. Vollkommene Jedi, pff! Heutzutage gab es ja wenig genug brauchbare Sith…

Nein, es war Radan, der an diesem Zentrum der hellen Seite Worte voll Dunkelheit und Zorn sprach. Kam es Wes nur so vor oder wurde es gerade einige Grad kühler im Raum? Jedenfalls klangen der Satz in den Ohren des Jedi-Rates wie Donnerhalls mit einer von ihm so empfunden sekundenlangen, geradezu beängstigenden Stille, dadurch beendet dass er mit seiner Frau tuschelte.

Es war schon eine Weile her, dass Wes einmal wirklich in Rage gewesen war. Er hatte sich mit Tara, Flynn, Brianna und diversen anderen Padawanen gekabbelt, aber das war nicht dasselbe wie in diesem Augenblick. Nicht einmal bei der Zerstörung von Waldemars Aquarium war er wirklich sauer gewesen. Wie konnte Radan ihm das nur antun? Was er aussprach waren die Worte eine Sith, so es je welche gab, und das hier und jetzt! Wollte sein alter Schüler ihn dafür strafen, dass er trotz der Bedenken der anderen Räte wieder einen vollwertigen Jedi-Ritter aus ihn gemacht hatte? Denn plötzlich wirkte Alisah geeigneter, eine Jedi zu sein als er es war, und das hieß einiges!


»Was genau willst du damit sagen, Radan?!«

Platzte es aus Wes heraus, bevor er es schaffte durchzuatmen und die helle Seite auf sich wirken zu lassen. Das Holocron war für den Moment vergessen; der Taanaber hatte gute Lust, Radan hier und jetzt hinauszuwerfen. Er hatte es nicht verdient, sich an einem solchen Ort aufzuhalten! Aber die Konzentration auf die außergewöhnlich starke Präsenz der hellen Seite an diesem Ort zeigte dann doch Wirkung. Eh-eh-oh eh-oh… schließlich schaffte es der Jedi sogar, auf die in Alisahs Worten vorhandene Wahrheit einzugehen.

»Ich kenne keinen vollkommenen Jedi und ich bezweifle, dass es jemals einen gegeben hat, Alisah. Falls sich einer doch dafür hält, ist er wahrscheinlich schon auf dem besten Weg zur dunklen Seite. Das ist unser Kodex, eine ältere Version zwar, aber das ist er, unsere Herausforderung, unsere Bürde. Ein vollkommener Jedi wäre dagegen nicht auf einen Kodex oder auf Regeln angewiesen.«

›Ein guter Jedi braucht keine Regeln, warum habe ich dann so viele?‹, soll ein bedeutender Jedi-Philosoph vor langer langer Zeit einmal gesagt haben, erinnerte sich Wes nun. Hey, dieser Ort half sogar seinem Gedächtnis auf die Sprünge!

Coruscant, Jedi-Tempel - beim Wasserrohrbruch - Tara, Keeda, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes
 
Coruscant, Jeditempel -:- Katakomben -:- Wes, Tara, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Keeda


Erschrocken zuckte Keeda zurück, als das Rattennest urplötzlich Feuer fing und das Quieken der sterbenden Insassen durch den engen Gang echote. Ein übler Geruch nach verbrannter Haut und schwelendem Fleisch kroch ihr in die Nase – ein Blick in die Runde und es wurde klar, wer das Feuer offenbar ausgelöst hatte. Ribanna? Die Togruta legte den Kopf schief. Gut, etwas in die Richtung war zu erwarten gewesen, nach ihrem Ausbruch vorhin, doch sie betonte, es sei unabsichtlich geschehen und war sichtlich aufgelöst. Bevor die Padawan ansetzen konnte, hatte Alisah schon die Schuld auf sich geladen – eine überraschende Geste, hatte Keeda so etwas doch nicht von ihr erwartet – und nutzte einen Machtstoß, um das brennende Nest in einen nahen Schacht zu befördern. Wes beruhigte Ribanna zusätzlich und mehr gab es wohl nicht zu sagen – sicherlich war der Gedanke nicht sehr angenehm, gerade eine gesamte Rattenfamilie ausgelöscht zu haben, doch sie mussten den Tempel ohnehin von dem ganzen Getier befreien. Das war vielleicht nicht die diplomatische Lösung gewesen, aber was konnte die frühere Tempeldienerin für ihre Vergangenheit? Auch wenn die Togruta nicht verstand, warum die meisten Menschen so heftig auf die Nager reagierten. Es waren Ratten, keine (nicht-)menschenfressenden Raubtiere.

So oder so war es angenehm, von den Überresten des Nestes wegzukommen – immerhin verschwand der Gestank – allerdings wurde die Luft Schritt für Schritt stickiger. Hoffentlich erreichten sie bald den genannten Berg... Obwohl die Luft dort unten theoretisch noch schlechter sein musste. Keeda tat es ihrer Mitpadawan gleich und nahm sich nach einigen Abzweigungen auch einen Zug Luft aus ihrer Atemmaske. Sie folgten dem Korridor, der sich durch das Innerste des Tempels wand, bis selbiger ein wenig weiter wurde. Ein quälendes Quieken weckte ihre Aufmerksamkeit – eine Ratte hatte den Sturz durch den Schacht offenbar überlebt und rannte nun mit brennendem Fell durch den Gang, hinterließ eine Spur aus schwärzlichem Fell und Panik. Das war allerdings nicht das Hauptproblem. Keedas Blick wanderte weiter und sie verzog ihr Gesicht: Das Tier war in seinem Wahnsinn in einen Haufen Sperrmüll und Geröll hineingeklettert, wobei das Feuer gleich auf das trockene Material übergegangen war und eine prasselnde Feuerwand bildete, die ihnen den Weg versperrte.
Nicht allzu schlimm, dass ließ sich mit einem...


„Ahm...“

Was war das eigentlich an ihrer Schulter? Irritiert strich sie über ihre Kleidung und stockte.


„Ahm!“


Wasser...? Die Macht hatte sich derzeit um Ribanna verstärkt und pulsierte kurz auf, als der Blick der Anwärterin an die Decke glitt. Die Togruta bekam eine leise Idee, was nun folgen würde...
Ihr Kopf schnellte nach oben und gerade noch unterdrückte sie einen Aufschrei, machte einen großen Schritt zur Seite, bevor ein Wasserschwall aus einem rostigen Rohr über ihnen den Boden flutete. Gut, es waren nur einige Zentimeter Brühe, allerdings hatte die Leitung nicht vor, sich einfach wieder zu verstopfen – das Wasser stieg weiter und bald stand Keeda knöcheltief in dem Gemisch. Doch sie hatte für den Moment andere Probleme, beispielsweise ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Kurz hatte sie gedacht, der ganze Gang würde überflutet werden und die Schrecksekunde reichte, um panisch zu werden. Was, wenn es hier wirklich überschwemmte Gänge gab und sie hindurchtauchen müssten? Ohne sie! Und falls es der einzige Rückweg war?
Ohne sie! Kein Wasser, kein verdammtes Wasser!

Zitternd strich sie über ihre Lekku, die aufgewühlt zuckten und schloss die Augen, versuchte tief durchzuatmen, was nur teilweise gelang. Einen Schritt vorwärts, einen weiteren. Nicht auch noch den Anschluss verlieren. Zu viel Wasser für einen Tag.
Vorsichtig reihte sie sich wieder in die Gruppe ein und verdrängte das ganze Gefühlsmischmasch – es wäre ihr peinlich gewesen, hätte jemand etwas davon mitbekommen. Einfach nicht mehr daran denken... Es würde schon gut gehen! Keeda straffte die Schultern und legte ein wenig Entschlossenheit in ihren Gang. Sie waren auf dem Weg zu einem Berg, nicht zu einem See, was stellte sie sich so an? Leider reichte ihre Entschlossenheit nicht, sich auch noch in die Gespräche miteinzubringen, weshalb sie einfach still hinter den anderen hertappte und Tara fast umarmt hätte, als selbige am Ende des Ganges die Wasserzufuhr schloss.


“Okay, das Problem sollte gelöst sein! Aber meint ihr...wir sind hier richtig? Befindet sich der Berg unter der Kanalisation? Obwohl...wenn man sich mal so richtig umsieht...sollten wir es nicht mehr weit haben.”

Keeda erbleichte. Unter der Kanalisation?!

„Sarlacc. Ich hasse die Welt.“


grummelte sie und schüttelte den Kopf. Was? Was hatte Tara gerade gesagt? Sie hatte sie nicht verstanden... Nein... Aus den Gedanken, aus dem Sinn! Keeda stellte sich taub und verbannte einfach alle Gedanken an irgendwelche Berge unter Wasserkanälen, heftete sich an die Fersen ihrer Mitpadawan und seufzte, als sich die Kanalisation vor ihnen auftat. Sie mussten wohl oder übel einem schmalen Seitenweg folgen, zu dessen Seite die stinkenden und Weiß-Shili-wie-tiefen Kanäle flossen. Nein, sie wollte es gar nicht wissen!

Beleidigt, dass die Macht heute nicht unbedingt mit ihr war, krallte sich die Togruta an die Wand zu ihrer Linken und machte immer nur kleine Schritte nach vorne, konzentrierte sich dabei auf den schmutzigen Boden und nicht auf die Brühe neben ihr. Da konnte man bestimmt gut ertrink- NEIN konnte man nicht, was dachte sie da schon wieder. Zitternd schob sie sich weiter und als die Gruppe plötzlich langsamer wurde, prallte sie ausversehen gegen Rick, zuckte erschrocken zusammen und krallte sich an ihm fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Erst Sekunden später bemerkte sie, an wem sie sich da festhielt und die weißen Linien auf ihrer Haut erröteten leicht.


"Tut mir Leid...!"

Für die Atemmaske hatte sie leider keine Zeit, weswegen die Togruta einfach so lange wie möglich die Luft anhielt, aber besser, den Gestank einzuatmen, als darin zu baden! Vielleicht übertrieb sie auch maßlos... Die nahende Plattform, die nach einer Weile in Sichtweite kam, war jedenfalls mehr als eine Erlösung. Keeda beschleunigte ihre Schritte und grinste, als sie endlich wieder auf sicherem Boden stand. Triumphierend atmete sie ein und bereute es sogleich, als der Geruch der Kanalisation ihre Atemwege durchdrang. So hatte sie sich den Tempel vorgestellt!


Entweder ist hier Notstrom oder die Stromzufuhr gehört nicht mehr zum Tempel. Hier geht es jedenfalls runter...glaube ich.”


Skeptisch spähte Keeda in die Tiefe neben dem Aufzug, drehte sich dann um und betrachtete die wässrige Brühe. Nein. In tiefster Überzeugung, die richtige Entscheidung zu treffen, sprang sie in den Aufzug und wartete bis der Rest der Gruppe sich ebenfalls eingefunden hatte und ihr glücklicherweise die Sicht auf die Kanäle versperrte. Den Gedanken, gleich auf einem Berg zu stehen, über dem das Abflusssystem des Tempels verlief und somit Massen an Wasser hatte sie vollkommen verdrängt – die Aufregung überwiegte nun. Sie würden in wenigen Minuten das Herz des Tempels sehen... Wie viele Jedi hatten jemals die Ehre gehabt? Langsam und mit einem herzzerreißenden Quietschen schob sich der Aufzug...nicht in die Tiefe? Nein, im Gegenteil: Sie gewannen stetig an Höhe und Keeda fiel ein gefühlter Tempel vom Herzen. Also mussten sie doch nicht unter die Kanäle! Die Padawan schloss die Augen und beruhigte sich ein wenig, nutzte die Fahrt, um der Macht näher zu kommen. Immer noch war das Umfeld erfüllt von den Schritten und Geschichten älterer Machtnutzer und irgendwas... Irgendetwas überlagterte gerade ihre Machtsicht. Aber was?

In diesem Moment rastete die Hebeplatte ein und die Plattform leerte sich. Keeda wartete einen Moment, stolperte dann vorwärts. Das musste das Fundament des Tempels sein. Die Macht pulsierte in einem stetigen Rhythmus, blendete sie und füllte ihren gesamten Körper aus.
Überwältigt hielt sich die Togruta an dem Ausgang der Platte fest und machte einen ersten Schritt, konnte den felsigen Untergrund spüren. Erde! Sie hätte nicht erwartet, jemals auf der Erde Coruscants zu stehen!


„Ich hätte nie gedacht, dass der Tempel auf dem ursprünglichen Boden von Coruscant erbaut worden ist... Komisches Gefühl, irgendwie!“

Erst jetzt betrachtete die Togruta den Berg losgelöst von dem Eindruck in der Macht. Zwar reichten die Leuchtstäbe nicht aus, um das gesamte Ausmaß zu sehen, doch es reichte ihr, um den Anblick zu genießen. Die Luft schien beinahe zu summen, so stark konnte man die Machtpartikel mittlerweile wahrnehmen... Keeda hatte nie etwas Vergleichbares gesehen.

Es blieb jedoch nicht beim Bestaunen des Berges – Tara hatte einen engen Durchgang inmitten einiger Felsen gefunden, den sie jetzt passierten und sich in einer uralten, steinernen Halle wiederfanden. Ein Holocron befand sich im Herzen des kleinen Saals, das nun leuchtete und die Gestalt eines Nichtmenschen annahm. Selbiger erhob nun die Stimme und seine Worte wurden durch den Schall verstärkt – er zitierte den Kodex und begrüßte sie im Tempel.

Keeda lächelte. Jetzt waren sie wirklich im Tempel angekommen – es hatte sich doch gelohnt, den weiten Weg in Kauf zu nehmen! Wie alt musste das Holocron sein? Wie alt musste der Berg sein?
Die Togruta atmete ein und...wandte sich sogleich um, als Alisah einen Kommentar abgab, der eher fehl am Platz war, Radan das Ganze noch übertrumphte. Ein wenig verärgert verschränkte sie die Arme. Bisher hatte sie sich nicht wirklich getraut, nachzufragen, aber irgendwo mochte sie Alisah und sonst würde sie sich das noch ewig fragen:


„Ähm, der Kodex stellt meiner Meinung nach eher ein Lebensziel dar, nach dem wir uns richten sollen und der uns zu besseren Jedi machen kann. Man kann sich doch dazu denken, dass wir alle nur Nicht- oder Menschen sind und alle mal Fehler machen, demnach kann niemand komplett vollkommen sein!"

Die Padawan überlegte kurz, sprach dann weiter:

"Ich... Das wollte ich eh schon lange fragen: Ihr seid mir eigentlich ziemlich sympathisch, obwohl ich euch kaum kenne, aber warum seht ihr immer nur das Negative am Orden? Warum wollt ihr dann überhaupt im Orden bleiben? Ich meine, es ist notwendig, dass irgendwer die schlechten Seiten erkennt, aber warum macht ihr es einfach nicht besser und beschwert euch nicht nur darüber?“


Keeda legte den Kopf zur Seite und betrachtete das Paar. Sie verstand die Einstellung der beiden einfach nicht und hoffte, eine Erklärung zu finden.


Coruscant, Jeditempel -:- Im Herzen des Tempels ~ Beim Holocron -:- Wes, Tara, Alisah, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Keeda
 
Coruscant, Jedi-Tempel, Heiliger Berg-Alte Tempelruine: Wes, Radan, Ribanna, Tara, Keeda, Alisah, Rick, Duska


Ribanna wusste nun endlich, was Wes, Alisah und alle Anderen gemeint hatten. Es war ein wohliges wärmendes angenehmes Gefühl, welches einen umgab, sanft berührte, streichelte, umarmte, durchflutete. Die Anwärterin war froh, es nun auch endlich wahrzunehmen und war richtig stolz, fühlte sie sich nun auch hierher passend. Man sah es Ribanna auch an. Sie strahlte, so sehr, dass man ihr ansah, wie gut sie sich fühlte, auch wenn man kein Machtnutzer gewesen wäre.

Sie lauschte den Worten des Jedi-Meisters der Holocronaufzeichnung genau. Er sprach von Gelassenheit und Ribanna dachte daran, dass sie dies unbedingt üben musste, wieder so gelassen wie im Daja-Tempel zu werden. Doch dort war ihr Leben von Eintönigkeit und Tristesse geprägt gewesen. Das neue Leben war aufregender, bot aber mehr Situationen sich aufzuregen und dann passierten solche Dinge wie vorhin mit dem Feuer und dem Abwasserrohr. Ribanna wollte unbedingt an sich arbeiten.

Es war ein umwerfender, geradezu magischer Augenblick, fand Ribanna, aber der große Moment wurde empfindlich gestört. Anstatt dem Holocron-Jedi-Meister Fragen zu stellen, wie er anbot, kam es zu einem Streit, könnte man sagen. Die Stimmung kippte in dem Moment, als Radan das Wort ergriff. Ribanna hatte nicht mitbekommen, ob er es eigentlich nur zu seiner Frau Alisah oder zu Wes oder allen gesagt hatte und er hatte auch nicht besonders laut gesprochen und doch hatten es alle verstanden.

Radan machte eine unschöne Bemerkung gegen die Jedi und dies an diesem magischen Ort, einem besonderen Ort für Jedi. Und war er nicht selbst ein Jedi? Er hatte doch gerade einen Schüler, den Rick genommen, oder etwa nicht? Hatte er dies wirklich so gemeint? Gab es verbohrte Jedi? Ribanna hatte bisher nur Wenige kennengelernt und diese waren alle recht nett, normal und umgänglich gewesen. Ribanna wunderte sich mächtig. Oder, hatte er die spitze Bemerkung nur gesagt, weil er glaubte, dass seine Frau nicht richtig zur Gruppe gehörte bzw. nicht gut genug integriert war? Das konnte man doch eigentlich nicht sagen, oder? Was hatte ihn so verärgert? Hatte Ribanna etwas nicht mitbekommen, weil sie so andächtig der Holonachricht gelauscht und die Macht zum ersten Mal so richtig gespürt und alles so genossen hatte?

Wes reagierte empfindlich darauf. Man konnte es dem Jedi-Rat nicht verübeln! Er fragte Radan, was er damit sagen wollte. Dann erklärte er, dass kein Jedi vollkommen war und wer sich als vollkommen hielt, war wohl kein Jedi mehr. Man musste wohl zeitlebens an sich arbeiten und zu einer Jedi-Persönlichkeit erst werden, Schritt für Schritt. So verstand dies Ribanna jedenfalls. Und als Anleitung gab es den Kodex. Es war wie ein Leitfaden, der einen auf seinem Weg begleitete, damit man nicht vom Weg abkam.

Keeda sagte dann mit anderen Worten, was Ribanna gerade gedacht hatte. Ribanna schenkte deshalb Keeda ein Lächeln. Dann stellte Keeda Alisah und Radan eine provokante Frage, die nicht zu unrecht gestellt wurde. Dies hätte sie Keeda gar nicht zugetraut. So viel Courage! Warum redeten sie alles so schlecht und machten alles mies?! Ok, die Ratten hatte Ribanna auch blöd gefunden, weil sie sich vor ihnen gefürchtet und geekelt hatte, auch das Abwasser, doch dies war ihre eigene Schuld gewesen, aber dies hier oben war besonders und schön. Sie verstand auch nicht, warum die Zwei oder auch nur Radan hier herum motzte. Konnten sie es nicht einfach genießen und auf sich wirken lassen? Doch Ribanna wollte dazu nichts sagen. Sie war neu hier, verstand vielleicht auch nicht alles, was hier vor sich ging und hatte selbst im Keller für genug Chaos gesorgt. Ribanna hielt sich lieber zurück. Man musste sich nicht in alles einmischen. Außerdem hatte Alisah ihr vorhin beigestanden und geholfen, da wollte sie ihr jetzt nicht in den Rücken fallen. Sogar die Schuld hatte Alisah auf sich genommen, als Ribanna das Rattennest entzündet hatte, weil sie meinte, sie hätte sie zu sehr in Rage gebracht. Alisah und Radan waren ein Paar. Sie gehörten zusammen. Was man dem Einen vorwarf, traf auch den Anderen genauso. Nein, Ribanna hielt sich auf jeden Fall raus.

Ribanna ging stattdessen zu Tara und berichtete ihr freudig:


„Ich habe es gespürt! Die Macht! Endlich! Ich dachte schon, ich schaffe es nie. Wes hatte recht. Sie ist hier gewaltig stark zu spüren. Hier oben habe ich sie nun endlich gespürt!“

Glücklich sah sie Tara an und fügte hinzu:

„Wollen wir den Holo-Jedi-Meister etwas fragen? Bloß was? Mir fällt gerade nichts ein? Vielleicht könnten wir ihn zu dem Kristall befragen!?“



Coruscant, Jedi-Tempel, Heiliger Berg-Alte Tempelruine: Wes, Radan, Ribanna, Tara, Keeda, Alisah, Rick, Duska
 
Coruscant - Jedi-Tempel –heiliger Berg – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes

Vielleicht hatte es aber auch keiner mitbekommen, was sie da grade vor sich hin gesagt hatte. Die Hoffnung blieb ihr allerdings nicht lange denn Radan reagierte und sattelte sogar noch einen drauf.
Es konnte nicht gut sein das er die anderen Jedi verbohrt nannte auch wenn Alisah den ein oder anderen Jedi schon damals als Padawan gekannt hatte auf den das durchaus zutreffen würde. Es aber den anderen an den Kopf zu würfeln, das war schon etwas ... hm etwas gewagt und brachte Alisah dazu sich sorgen zu machen, das Radan sich wegen ihr alles versaute. Ihr war natürlich aufgefallen wie sehr es ihn jedes Mal störte, wenn jemand an ihr zweifelte und anscheinend baute sich der Ärger darüber immer mehr in ihm auf.
Einerseits liebte sie ihn dafür, dass er sich so um sie sorgte und alles was sie betraf auch auf sich bezog. Andererseits fürchtete sie, das sein stolz ihn Dinge tun lies, die nicht gut waren. Nicht für ihn und auch nicht für sie.
Sie war nun mal eine Exsith und die Exschülerin des Imperators.
Leise seufzte sie, lehnte sich aber erst einmal an seine Schulter als er sie in den Arm nahm und fragte ob alles in Ordnung wäre.


Es geht uns gut!

Antwortete sie leise und lächelte ihn an bevor es jetzt Wes wohl langsam zu reichen schien und er Radan zur Rede stellte. Einen Moment lang glaubte Alisah die Spannung zwischen den Beiden direkt fühlen zu können, dann jedoch antwortete Wes ihr auf ihre Frage von der sie eigentlich gehofft hatte, das sie unter ging, die aber dann wiedermal zum Stein des Anstoßes wurde. Und was er antwortete war nicht mal schlecht. Sie fand jedenfalls keinen Punkt über den sie die Nase rümpfen könnte. Das hieß, bis auf die Auseinandersetzung mit Radan, die sie absolut verhindern wollte, weil es im Grunde ihre Schuld war. Radan wollte sie schützen! Er fühlte sich in seiner Ehre gekränkt weil man an ihr zweifelte. Und es schadete ihm. Nein, sie und ihre Vergangenheit durften ihm nicht schaden also mischte Alisah sich ein und wandte sich zuerst an Radan, legte ihm eine Hand auf seine Brust und sah ihn liebevoll an.

Schatz, ich weiß was du sagten willst und ich weiß was du fühlst genau wie du in mein Herz sehen kannst. Aber auch wenn es mir nicht immer gefällt, ich versteh die Anderen. Ich würde wahrscheinlich genau so reagieren. Ich hab sogar schlimmer reagiert als ich noch ne Padawan war. Damals hab ich Dinge über meinen Dad gesagt, ohne dass ich ihn auch nur einmal kennen gelernt hatte. Weißt du, nachdem was zwischen Jedi und Sith steht, da is das kein Wunder und auch wenn du es nicht sehen willst weil du mich liebst, ich war viel tiefer in der Finsternis verstrickt als du. Mein Weg muss länger sein! Ich selbst will das er länger ist, damit ich sicher bin das Er keine Macht mehr über mich hat.
Aber du bist mein Licht. Mein strahlender Held. Mein Vorbild!
Bitte!


Sie hob ihre Hand und strich ihm sachte über die Wange.

Auch wenn mich Einiges traurig macht und ich manchmal auch denke, das es unfair ist, sie meinen es nicht böse. Sonst wäre ich bestimmt nicht mit hier. Wenn sie mir nicht vertrauen würden, wenigstens etwas, dann wäre ich noch immer eingesperrt oder gleich der Jurisdiktion der Republik übergeben worden.

Sie blickte ihm noch einmal tief in die Augen. Er musste einfach ihr Licht bleiben. Er durfte sich nicht verfinstern und sich dem Ärger hingeben, den sie in ihm spürte. Sie alle brauchten Hoffnung.
Und er durfte sich nicht für sie mit Wes anlegen. Also wandte sie sich nun zu Wes um und zog ein bisschen verlegen den Mundwinkel schief.


Radan meint es nicht böse! Er will mich nur beschützen!
Er ist mein Mann und unheimlich stolz! Und nach allem was wir erlebt haben ...

Er will uns nur beschützen.


Sie strich kurz über ihr mittlerweile leicht gerundetes Bäuchlein.

Radan war so froh seinen alten Meister wieder zu sehen und mit ihm hier her gehen zu können.
Bitte!...


Sie sah zwischen den Beiden hin und her.

Ich bin oft etwas vorlaut!
Aber ihr dürft euch nicht wegen mir entzweien.


Ganz zum Schluss blieb Alisah's Blick direkt in Radan's Augen hängen und sie sah ihn bittend an.
Dann wandte sie ihren Blick aber zu Keeda hinüber, die auch auf Alisah's anfängliche Bemerkung geantwortet hatte und dann noch etwas nach schob, das Alisah grübeln ließ.
Sie wollte schon lange fragen? Alisah würde immer das Negative sehen?
Tat sie das wirklich? Eigentlich gab sie nur ab und an ein paar Kommentare ab. Zugegeben, nicht immer die Optimistischsten und gerade hatte eine ihrer Bemerkungen dafür gesorgt das Wes und Radan sich in die Haare bekamen. Hm, irgendwie hatte Keeda schon so ein bisschen recht.


Ähm, ...

Begann Alisah und trat einen Schritt von Radan weg auf Keeda zu.

Du hast es noch nicht mitbekommen! Oder?
Also, ich... na ja, ich war eine Sith!
Ich hab verstanden, dass mein Weg mich fehl leitete und jetzt bin ich so zu sagen auf Bewehrung!
Und, also, ich sehe eigentlich nicht nur das Negative. Wenn das so wär, wär ich nicht zu den Jedi! Ich bin nur leider manchmal einfach zu misstrauisch. Und auch meine zynische Seite hab ich noch nicht ganz so im Griff. So bin ich einfach. Aber ich tu keinem was, auch wenn ich versteh, dass das Manche noch von mir denken.


Sie schielte kurz zu Tara hinüber und dann zu Wes aber ihn sah sie nicht lange an. Sie wollte nicht, das gleich wieder jemand dachte, dass sie provozieren wollte. Na und Keeda sprach jetzt auch mit Tara und irgendwie war Alisah Tara dankbar, dass sie die Aufmerksamkeit wieder von ihr weg leitete. Sie lächelte ihr kurz zu, und zog sich wieder zurück.
Das hier war vorrangig für die Jedi


Coruscant - Jedi-Tempel –heiliger Berg – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes
 
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Tara war fasziniert von der Aufzeichnung des Hologramms und war genauso überwältigt von all dem, was sie mit der Macht hier wahrnehmen konnte. Es war schwer zu beschreiben, doch es fühlte sich irgendwie richtig und irgendwie beruhigend an. Ja, endlich begann der Trip hier im Tempel Spaß zu machen. Glücklich und zufrieden starrte sie zu dem alten Jedi-Meister auf und überlegte was sie ihm sagen sollte, doch das alles war so überwältigend, dass ihr überhaupt nichts einfiel. Doch leider wurde die Ruhe schnell zerstört. Alisah gab einen unschönen Kommentar ab, der leider durch die Halle widerschallte und Radan setzte auch noch einen drauf. Wes wirkte sehr ungehalten darüber und Tara’s Lekku verkrampften sich unangenehm, als sie sah wie erbost ihr Meister über die Worte von Radan war. So hatte sie ihn noch nie erlebt! Tara verfolgte schweigend das Streitgespräch und Alisah war es, die schließlich beschwichtigende Worte aussprach und die ganze Reaktion der Beiden versuchte zu erklären. Keeda zeigte sich dabei auch wenig schüchtern und hakte direkt nach welche Probleme sie hatten. Das hätte sie ihrer Mitpadawan nie zugetraut. Bis eben hatte sie deutlich gezeigt welchen Respekt sie vor Wasser hatte und nun wirkte sie um Jahre älter und sprach wie ein Jedi-Meister. Tara nickte anerkennend zu ihr, da sie Keeda sonst eigentlich mehr zurückhaltend erlebt hatte. Blühte sie endlich auf oder lag es nur an den Schwingungen der Macht hier unten? Als der erklärende Blick von Alisah auf Tara traf, wandte die Padawan sofort beschämt den Blick ab und tat sofort beschäftigt an irgendwelchen Schriften an den Säulen. Natürlich war Tara bewusst, dass die junge, schwangere Frau merken musste, dass sie ihr nicht vertraute. Vielleicht sollte sie Alisah genauso direkt etwas fragen wie Keeda. Zum Beispiel ob die Frau auch bei Entführungen bei Kindern beteiligt gewesen war und wie viele Lebewesen sie bereits auf dem Gewissen hatte. Durfte man so etwas fragen? Immerhin würde sie sich besser fühlen, wenn sie die Wahrheit wüsste, die vielleicht milder ausfiel, als das was sie sich im Geiste ausmalte.


Doch ehe sie fragen konnte, stand plötzlich Ribanna neben ihr und erzählte ihr glücklich, dass sie die Macht spürte und das sie den Jedi-Meister im Holocron unbedingt etwas fragen wollte, nur nicht wusste was.



„Ja, hier spürt man sie gewaltig. Nur schade, dass einige von uns scheinbar nicht mit diesen positiven Empfindungen klar kommen.“


Meinte Tara und meinte damit Radan und Alisah.


„Ich hoffe, sie kriegen sich wieder ein. Und hoffe…sie stellen nichts Dummes an. Aber hey, du hast Recht. Wir könnten den Jedi-Meister wirklich nach der Energieversorgung fragen. Ich muss sagen…ich würde ihn gerne auch sooo viel fragen, aber jetzt, wo man endlich die Gelegenheit hat, so fällt mir überhaupt nichts ein… . Ärgerlich, nicht wahr?“


Fragte sie Ribanna und lächelte sie freundlich an.


Hallo, Meister…? Ich bin Padawan Tara Li und wir sind hier, um die Energieversorgung des Tempels wiederherzustellen. Unser Energiekristall scheint durchgeschmort zu sein oder so. Somit haben wir keinen Strom mehr im Jedi-Tempel. Können sie uns helfen?“


Fragte Tara neben Ribanna stehend, während die Anderen noch im Gespräch mit Radan und Alisah verwickelt waren.


„Ich bin Meister Torn Norris. Ein Kristall kann nicht durchschmoren, jedoch aber von der dunklen Seite verdorben werden. Ein Kristall dieser Größe benötigt aber viel negative Energien um verdorben zu werden. Um den Prozess umzukehren, benötigt ihr ebenso viele Jedi. Eine gemeinsame Meditation sollte helfen. Sollte der Kristall jedoch zerbrochen sein, so findet ihr in der Erde des heiligen Berges ebenfalls Energiekristalle. Doch seid auf der Hut! Es gibt nicht mehr viele von ihnen und erst recht nicht dieser Größe, um ein ganzes Bauwerk so mit ökologischem Strom zu versorgen. Geht nicht leichtfertig mit den Kristallen um! Sie haben einen enormen Wert aufgrund ihres Alters und ihrer Seltenheit.“


Erklärte der Meister geduldig und Tara hörte dem Meister aufmerksam zu und sah Ribanna freudig an und sah dann an ihr vorbei und winkte Keeda zu sich.


Keeda! Zeige doch bitte dem Jedi-Meister den Kristall! Ich denke, gemeinsam können wir ihn durch Meditation wieder „reparieren“. Komm schnell!“


Rief die Padawan euphorisch zu ihrer Mitpadawan und fuhr dann herum, als sie plötzlich fremde Präsenzen spürte, die sich dem Eingang näherten. Tiefe Stimmen , die sich ihnen näherten und grelle Lichtkegel bestätigten ihre Gefühle.


„Da kommen welche!“


Zischte Tara den Anwesenden zu und griff zu ihrem neu erbauten Lichtschwert. Sofort fiel ihr die Spähsonde ein, die Wes vorhin zerstört hatte. Die Leute waren ihnen offensichtlich gefolgt.


5 Männer, die aussahen wie Schmuggler, so bewaffnet wie sie waren, zwängten sich durch den Eingang und zeigten sich alles andere als ehrfürchtig vor dem Tempel. Der eine rauchte, der andere spuckte auf den Boden und die anderen drei lachten, als wären sie gerade von einer Feier gekommen. Die Blaster richteten sie allerdings sofort auf alle anwesenden Jedi.



„Hey, ihr Hüter der Friedens! Danke, dass ihr uns zu dieser Schatzkammer gebracht habt. Das habt ihr wirklich gut gemacht, aber jetzt raus hier! Wir wollen doch niemandem weh tun, nicht wahr Kumpel’s?“


Sprach der Zabrak eindringlich und warf seinen Müll achtlos auf den Boden und trat ihn auf dem Boden fest, während seine Feuerwaffe die ganze Zeit auf Wes zielte und seine Leute ihm lachend zustimmten.


Tara sah eingeschüchtert zu Ribanna und sah sie mit fragendem Blick an, was das wohl für Leute waren.


Hast du eine Waffe?“


Tuschelte sie ihr leise zu.


Coruscant - Jedi-Tempel –heiliger Berg – mit Tara, Keeda, Radan, Rick, Ribanna, Duska und Wes
 
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Tara pflichtete ihr bei, da auch sie überwältigt von den Gefühlen und von der Intensität der Macht schien, die hier so gewaltig zu spüren waren. Doch sie verwies auch gleich auf Alisah und Radan. Sie hoffte, dass sich alle bald wieder einkriegten.

„Ja, ich auch. Ach, bestimmt!“

Und sie schien besorgt zu sein, denn sonst würde sie sich nicht äußern, dass sie hoffe, dass sie nichts Dummes anstellen würden. Ribanna bekam in dem Moment einen Schreck, denn an sowas hatte das friedfertige Mädchen noch gar nicht gedacht oder auch irgendwie in Erwägung gezogen.

„Ich hoffe ja wohl nicht! Das wäre ja furchtbar!“,

und sah förmlich entgeistert Tara an. Doch Tara wandte sich jetzt dem Holo-Meister zu. Sie meinte, dass Ribanna recht hätte, man könnte ihm die Frage zur Energieversorgung stellen. Auch fügte sie zustimmend an, dass auch ihr keine weitere Frage im Moment einfiel und dass dies schade wäre. Ribanna lächelte und nickte. Es schien also nicht nur ihr so, sondern offensichtlich Mehreren so zu gehen.

„Ja, später werden uns scharenweise, geradezu Unmengen an Fragen einfallen und dann ist es zu spät. Wenn man dies geahnt hätte, hätte man sich darauf vorbereiten können und sich einige Fragen im Vorfeld gründlich überlegt. Es ist wie verflixt und zugenäht, aber weitere Fragen fallen mir augenblicklich nicht ein. Wir werden uns sicherlich später ärgern, davon bin ich überzeugt! Dennoch ist die Frage zur Energieversorgung immerhin eine wichtige Frage von großer Bedeutung für unseren Auftrag!“,

stellte Ribanna fest. Tara stellte sich dem Jedi-Meister ordentlich vor und stellte ihm die Frage. Ribanna stand erwartungsvoll daneben und dachte, dass sie froh war, dass dies Tara machte, denn sie wäre dafür wohl zu ängstlich und schüchtern gewesen, denn obwohl es sich um eine Holo-Aufzeichnung handelte, war der alte Jedi-Meister irgendwie Respekt einflößend. Aber Tara machte das schon!

Postwendend kam die Antwort. Der Jedi-Meister stellte sich als Meister Norris vor und begann seine Erklärungen. Es gab eine simple Art und Weise den Kristall wieder zum Strahlen zu bringen, doch waren sie dafür genügend Jedi? Und würden Leute wie die Neulinge Rick, Duska und sie selbst genügend beitragen können? Und er erwähnte, wo man sich neue Kristalle beschaffen könnte. Interessant! Wer hätte damit gerechnet! ?

Eilig rief Tara Keeda herbei, die den Kristall die ganze Zeit getragen hatte. Ribanna war dies gar nicht aufgefallen, noch hatte sie es mitbekommen, als sie ihn genommen hatte, aber Ribanna hatte ja auch zu der Zeit völlig neben sich gestanden, so dass dies kein Wunder war. Keeda sollte dem Holo-Meister den Kristall, der jetzt eher wie ein normaler Stein wirkte, zeigen. Doch genau in dem Augenblick bekamen sie unerwünschten Besuch und es bahnte sich sofort Ärger an.


Fünf Halunken, dreckig, speckig, mit tiefen Stimmen und grimmigen Gesichtern standen auf einmal vor ihnen. Es roch sofort nach Ärger! Tara griff sogleich zu ihrem Lichtschwert. Ribanna merkte die Furcht in ihr hoch klettern und sie begann heftig zu zittern. Berechtigt, denn die ungehobelten Männer mit den schlechten Manieren zielten mit ihren Blastern auf sie! Der Anführer, scheinbar war es ein Zabrak, wenn Ribanna sich nicht irrte, denn sie hatte noch nie einen in natura gesehen, sprach sie alle an und befahl ihnen zu verschwinden. Sie hatten ihnen also als Wegweiser gedient. Na, toll! Die Kristalle schienen sehr kostbar und wertvoll zu sein und würden wohl auf dem Schwarzmarkt eine Menge Geld einbringen. Ribanna hatte davon gehört, dass für Geld gemordet wurde. Waren dies etwa solche üblen Typen? Ribanna schaute die Ängstlichkeit aus dem Gesicht. Als Ribanna sich dafür entschieden hatte, eine Jedi werden zu wollen, hätte sie nicht gedacht, dass sie solche Situationen ertragen und erleben würde! Niemals hätte sie gedacht, dass sie dabei mit solchem Abschaum konfrontriert werden würde! Nie im Leben wäre ihr dies auch nur im Traum eingefallen!

Ribanna wechselte einen Blick mit Tara, die nach wie vor neben ihr stand und Tara schien ebenso verängstigt und eingeschüchtert, wie sie selbst zu sein. Dann tuschelte ihr Tara fragend leise zu, ob sie eine Waffe hätte. Ribanna nickte so unauffällig wie möglich. Doch was sollte Ribanna jetzt nehmen, sollte sie lieber zum Blaster greifen oder zum Trainingslichtschwert? Sie entschied sich für das Lichtschwert, da sie damit schon mal geübt hatte, auch wenn es sich dabei um ein Holzlichtschwert gehandelt hatte. Doch mit einem Blaster hatte sie noch nie geschossen. Die Frage war, ob ein Trainingslichtschwert als Waffe taugte? Ribannas Finger tasteten sich zittrig nach dem Griff vor, umschlossen ihn und dann wartete Ribanna der kommenden Dinge ab.


In dem Moment begann einer der üblen Zeitgenossen auf die Füße der Jedi-Truppe zu schießen, genauer gesagt auf die der Männer, im Klartext auf Wes, Rick und Radan, um ihren Worten mehr Gewicht zu verleihen und sie davon zu überzeugen, dass sie es ernst meinten, als sie gesagt hatten, dass sie sich schleunigst verziehen sollten. Dabei lachte er wie verrückt.


Coruscant, Jedi-Tempel, Heiliger Berg-Tempelruine: Tara, Wes, Alisah, Ribanna, Rick, Radan, Dusca, Keeda und fünf üble Schmuggler (NPCs)
 
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Wenn die Vahla schauspielerte, dann tat sie es gut. So viel musste Alad immerhin eingestehen. Sie wirkte müde, vielleicht erschöpft von dem Planeten oder seinem Sohn. Ihre Gesichtszüge zeigten die Anzeichen einer strapaziösen Zeit, von physischem und psychischem Kummer. Wenn Alad sie nicht gekannt hätte, er hätte Mitleid mit ihr empfunden, denn der Auftritt war von der Form her sehr überzeugend. Inhaltlich allerdings weniger. Er durchschaute sie spielend, trotz dieser glaubwürdigen Fassade. Exodus liebte sie nicht, das war der Grund für sie zu gehen, sagte Giselle. Damit bediente sie genau den Eindruck, den er bisher von ihr gehabt hatte. Sie wollte seinen Sohn verführen – und dies war ihr nicht gelungen. Jetzt steckte sie hier fest, wohlwissend, dass sich Exodus nicht auf sie einlassen würde. Auf Alderaan – ihrem Wunschziel – würde sie sich den nächsten reichen Mann suchen. Es passte alles zusammen. Nun, bis auf zwei Details vielleicht. Einerseits hatte sein Sohn auf Alad den Eindruck gemacht, sehr wohl mehr für die grazile Vahla zu empfinden, als sie nun behauptete. Ein Umstand, den er ihr gegenüber allerdings tunlichst verschweigen würde. Er wollte ihr keinen neuen Impuls zur Hoffnung verschaffen, jetzt wo sie gerade dabei war aufzugeben. Andererseits überraschte ihn mit welcher Offenheit sie ihm nun begegnete. Es ergab eigentlich keinen Sinn. Wieso sollte sie ihm so offen sagen, dass sie bloß hinter der Zuneigung seines Sohnes her war? Es lag doch auf der Hand, dass dies geschah um ein Leben in Luxus genießen zu können.

„Sie sind also nicht die, für die ich sie halte?“

Wenn es überhaupt noch möglich war, lehnte er sich ihr aus seiner raubtierhaft vorgebeugten Haltung noch ein wenig weiter entgegen. Sein Blick drohte sie zu durchbohren.

„Ist das so?“

Für drei Sekunden hielt er diesen Blick, dann lehnte er sich wieder in der Couch zurück. Von Entspannung war in seinen Zügen jedoch keine Spur. Die zusammengepressten Lippen und die Furche zwischen seinen Augenbrauen ließen sein Gesicht hart wirken. Erst als er wieder begann zu sprechen, wurde die Härte von Überheblichkeit abgelöst.

„Wie kommt es dann, dass das alles viel zu gut zusammen passt?

Der alte Mann schürzte nachdenklich die Lippen.

„Sie wollen gehen, weil mein Sohn sie nicht liebt, sagen Sie.“

Das Comlink, mit dem er eben noch überprüft hatte, mit welchen Flügen er Giselle von dem Planeten bringen könnte, legte er geräuschvoll auf den Glastisch zwischen ihnen. Es sollte heißen: Noch haben Sie mich nicht überzeugt.

„Für mich klingt das danach, als wären Sie genau die, für die ich Sie halte: Eine jener Frauen, die meinen Sohn für sich gewinnen wollen, um von seinem Status, seinem Geld und seinem Leben zu profitieren.“

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