Bastion

----> kommend von Weltraum

Hyperraum | kurz vor dem Hyperaustrittspunkt über Bastion | an Bord der Obsidian Gauntlet | Sedros und Darel


Die letzten Korrekturen der Anflugroute verliefen ohne besondere Zwischenfälle. Darel überprüfte ein letztes Mal die Freigaben der Flugkontrolle, übermittelte die im Navigationscomputer hinterlegten Identifikationscodes seines Meisters und bestätigte die ihm zugewiesene Landebahn, bevor sich die Sterne vor den Sichtfenstern langsam wieder zu einzelnen Lichtpunkten verdichteten und die Obsidian Gauntlet den Hyperraum verließ. Das gewaltige Verkehrsaufkommen rund um Bastion war selbst für ihn inzwischen kein ungewohnter Anblick mehr. Zahlreiche Schiffe unterschiedlichster Größe hielten sich an die exakt vorgegebenen Anflugkorridore, Patrouillen der imperialen Raumstreitkräfte überwachten den Raumhafen mit beinahe maschineller Präzision und zwischen all dem fügte sich auch ihr eigenes Schiff ohne Schwierigkeiten in den stetigen Strom ein. Darel arbeitete die letzten Anweisungen konzentriert ab, korrigierte mehrmals minimal den Schub und setzte die Obsidian Gauntlet schließlich sauber und nahezu erschütterungsfrei auf der zugewiesenen Plattform auf.

Erst als die Triebwerke langsam herunterfuhren und die Anzeigen nach und nach von Flug- auf Bodenbetrieb wechselten, erlaubte er sich einen kurzen, zufriedenen Blick über die Instrumente. Vor wenigen Wochen hätte ihn allein der Gedanke, ein Schiff unter den Augen der Flugkontrolle Bastions zu landen, noch erheblich mehr unter Druck gesetzt. Inzwischen fühlten sich viele Handgriffe bereits selbstverständlich an, ohne dass er dabei leichtsinnig geworden wäre.

Nachdem sämtliche Systeme ordnungsgemäß heruntergefahren waren, verließ Darel das Cockpit und traf wenig später an der Einstiegsluke wieder auf seinen Meister. Er hörte aufmerksam zu, während Sedros die erste Mission für beendet erklärte, und neigte respektvoll den Kopf, als dieser ihm für den heutigen Tag ausdrücklich Anerkennung aussprach. Das Lob fiel knapp aus, wie alles, was Sedros sagte, doch gerade deshalb maß Darel diesen wenigen Worten ein umso größeres Gewicht bei. Sein Meister verschwendete keine Anerkennung, um jemanden zufriedenzustellen, sondern sprach sie nur dann aus, wenn sie aus seiner Sicht verdient war. Genau deshalb nahm Darel sie schweigend an, ohne sie kleinzureden oder sich darauf etwas einzubilden.

„Ich danke Euch, Meister“, erwiderte er ruhig. „Ich werde Eure Erwartungen auch weiterhin nicht enttäuschen.“

Die anschließende Fahrt vom Raumhafen zum Sith-Tempel verlief ebenso ereignislos wie der Anflug. Während der Gleiter lautlos über die breiten Verkehrsachsen der Hauptstadt glitt, ließ Darel den Blick aufmerksam über die vorbeiziehenden Gebäude schweifen. Bastion wirkte nach außen hin unverändert. Die Straßen waren belebt, Händler gingen ihren Geschäften nach, zivile Gleiter bewegten sich in geordneten Bahnen durch den Himmel und selbst die gewaltigen Regierungs- und Verwaltungsgebäude vermittelten den Eindruck einer Welt, deren Alltag sich durch die politischen Spannungen der Galaxis kaum beeinflussen ließ. Hätte Darel nichts von den jüngsten Entwicklungen gewusst, wäre kaum ein Hinweis darauf zu finden gewesen, dass sich das Imperium inzwischen erneut im Krieg befand.

Am Tempel angekommen trennten sich ihre Wege schließlich. Sedros verabschiedete sich mit einem knappen Nicken und verschwand ohne weitere Worte in Richtung des Zirkels der Alchemisten, während Darel ihm noch einige Augenblicke mit dem Blick folgte, bis die hochgewachsene Gestalt schließlich zwischen den dunklen Korridoren des Tempels verschwand. Erst danach setzte auch er sich langsam in Bewegung.


Zum ersten Mal seit seiner Ankunft auf Bastion hatte ihm niemand unmittelbar eine neue Aufgabe erteilt. Weder wartete ein Trainingsraum auf ihn noch eine Lektion, eine Prüfung oder eine Reise zu einem unbekannten Ort. Sedros hatte ihm bewusst die Entscheidung überlassen, wie er die verbleibende Zeit nutzen wollte, und obwohl diese Freiheit auf den ersten Blick selbstverständlich erschien, stellte Darel rasch fest, dass sie sich ungewohnt anfühlte. Über viele Jahre hinweg hatten seine Eltern seinen Tagesablauf bestimmt, anschließend hatte beinahe jede Stunde unter der Anleitung seines Meisters gestanden. Nun lag es allein an ihm, zu entscheiden, womit er den Rest dieses Tages verbringen wollte.

Zunächst führte ihn sein Weg jedoch in sein Quartier. Nachdem sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, stellte sich jene angenehme Stille ein, die nur gelegentlich vom gedämpften Summen der Lebenserhaltung und der entfernten Betriebsgeräusche des Tempels unterbrochen wurde. Er stellte den Rucksack auf dem Tisch ab und begann ohne Hast damit, seine wenigen persönlichen Gegenstände auszuräumen. Der kleine Stein von Dxun fand seinen Platz auf dem Schreibtisch, unmittelbar daneben legte er die sorgfältig gereinigten Zähne der Cannoks und des Bomas ab, die er zuvor noch in ein schlichtes Stofftuch eingeschlagen hatte. Für Außenstehende mochten es lediglich Überreste erlegter Tiere sein. Für Darel waren sie Erinnerungen an seine erste Mission, seinen ersten eigenständig geführten Kampf und an einen Ort, der ihn in vielerlei Hinsicht verändert hatte.

Anschließend überprüfte er noch einmal sein Lichtschwert, entfernte sorgfältig den feinen Staub, der sich trotz aller Vorsicht noch in einzelnen Vertiefungen des Griffes gesammelt hatte, und verstaute die Waffe wieder an ihrem vorgesehenen Platz. Erst danach ließ er sich langsam auf den Stuhl am Schreibtisch sinken und verschränkte nachdenklich die Hände vor sich.

Seine Gedanken kehrten unweigerlich zu den Worten seines Meisters zurück.

Auf den ersten Blick hatte Sedros ihm lediglich einen freien Tag gewährt. Je länger Darel jedoch darüber nachdachte, desto weniger war er davon überzeugt, dass es tatsächlich nur darum ging. Sein Meister hatte ihn in den vergangenen Wochen kaum jemals etwas tun lassen, ohne dass sich dahinter eine Absicht verborgen hätte. Selbst scheinbar einfache Aufgaben hatten sich oft als Prüfungen herausgestellt, bei denen nicht das Ergebnis allein, sondern vor allem der Weg dorthin von Bedeutung gewesen war.

Möglicherweise verhielt es sich diesmal nicht anders. Wahrscheinlich wollte Sedros gar nicht wissen, ob Darel einen freien Tag genießen konnte. Vielleicht wollte er vielmehr sehen, wie sein Schüler mit einer Freiheit umging, die ihm niemand näher erklärte.

Dieser Gedanke beschäftigte ihn eine ganze Weile. Er hätte den restlichen Tag ohne Zweifel mit weiterem Training verbringen können. Ebenso hätte er sofort mit den ersten ernsthaften Versuchen der Levitation beginnen oder sich in die Bibliothek des Tempels zurückziehen können. Gleichzeitig hatte sein Meister ausdrücklich davon gesprochen, den Tag so zu verbringen, wie Darel es selbst für richtig hielt. Vielleicht gehörte genau das ebenfalls zur Ausbildung eines Sith. Nicht jede Entscheidung wurde von einem Vorgesetzten getroffen. Irgendwann musste jeder selbst erkennen, welche Prioritäten sinnvoll waren und welche lediglich aus Gewohnheit entstanden.

Langsam erhob sich Darel wieder von seinem Platz und ließ den Blick noch einmal durch sein ordentlich eingerichtetes Quartier schweifen. Er verspürte weder den Wunsch, den gesamten Tag hinter verschlossenen Türen zu verbringen, noch hielt er es für sinnvoll, sich sofort wieder in neue Übungen zu stürzen. Bastion war seit seiner Ankunft beinahe ausschließlich aus der Perspektive eines Schülers zu seinem Lebensmittelpunkt geworden. Vielleicht war genau jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, den Tempel einmal nicht als Unterrichtsort zu betrachten, sondern als das Zentrum eines Ordens, dessen Teil er inzwischen geworden war.

Mit diesem Gedanken verließ er sein Quartier und machte sich mit ruhigen Schritten auf den Weg durch die weitläufigen Hallen des Sith-Tempels, ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben und doch mit dem Gefühl, dass auch dieser Spaziergang Teil seiner Ausbildung werden könnte.


Bastion | Imperium | Bastion Center | Sith-Tempel | Darel
 
Bastion- Bonetown-NSC- Familie Veynar
Es war bereits später Abend und die Gassen von Bonetown waren in das fahle Licht der alten Neonröhren getaucht. Der Nieselregen verwandelte die trostlose Gasse in Schlammloch. Die meisten Leute hatten sich bereits in ihre Wohnungen verzogen. Nur einige zwielichtige Gestalten trieben sich auf den Straßen der kleinen Stadt herum. Einer von ihnen war Kasian Valerian, ein bekannter Drogenhändler. Mit einem dreckigen Grinsen auf den Lippen zog der schmierige Mann durch die Straßen und versuchte seine Wahre für ein paar Credits unter die Leute zu bekommen. Der junge Mann lehnte sich ein wenig frustiert gegen eine Hauswand und entzündete sich einen Killerstick. Während er dem Rauch der Droge verträumt zu sah erblickte er eine Person in einem zerfetzten Mantel. Solch eine Person hatte er in dieser Gegend noch nit gesehen. Bonetown war so klein, dass man sich hier eigentlich kannte.

Der junge Mann setzte sein schönstes Lächeln auf und trat etwas näher auf die Person zu. "Na mein Freund, du siehst aus als könntest du etwas Spaß gebrauchen-"

Gerade als er weiter reden wollte sah er in das Gesicht des Fremden und er wich entsetzt ein paar Schritte zurück. Das Gesicht des Fremden war vollkommen verstümmelt. Tiefe Narben, verätzte Stellen und ein fehlendes Auge.

"So So..." ertönte es unter dem Mantel. Die Stimme des Mannes schien gar nicht zu seinem Auftreten zu passen. Es war eine dunkle Stimme mit einem fast schmeichelnden Klang. Die unheimlich aussehende Gestalt trat etwas auf den Spice Verkäufer zu.

"Von wem kommt denn dein "Spaß" ?" fragte der entstellte Mann und griff in seine Tasche um Augenscheinlich ein paar Kredits aus seinem löchrigen Mantel zu ziehen.

"Das ist richtig gutes Zeug! Das kommt von Ventrillian höchst persönlich!"

Der junge Mann zog aus seiner Tasche ein kleines Fläschen mit roter Flüßigkeit und hielt es dem Fremden hin. Dieser zog seine Augenbrauen in die Höhe.

"Ventrillian noch nie gehört." sagte der Fremde und machte Anstalten nach dem kleinen Fläschen zu greifen, doch der Händler zog es schnell weg.

"Hey! Erst die Credits, dann die Wahre!" rief der junge Mann und trat etwas weiter weg von der Gestalt. "Du scheinst wohl nicht von hier zu kommen. Ventrillian ist der beste Unterhändler für Spice! Er hohlt das Zeug direkt aus Kessel! "

Der Fremde zog die Augenbrauen weiter in die Höhe. "Und was ist, wenn ich selbst im Geschäft bin?"fragte der Fremde. Seine Worte waren freundlich, doch irgendetwas in seiner Stimme hatte einen gefährlichen Unterton.

" Dann solltest du sehen, dass du hier ganz schnell Land gewinnst alter Mann! Ventrillian kann keine Konkurrenz leiden. "
Der alte Mann nickte langsam und strich sich über seinen ungepflegten langen Bart.
"Gut, gut, dann will ich dich für deine Mühen entlohnen. Hier hast du ein paar Credits."

Der Mann griff in seine Geldbörse, doch anstatt dem anderen die Credits zu überlassen, zischte eine Virboklinge in den Bauch des jungen Händlers. Dieser taumelte vor Schreck und Schmerz zurück und fiehl auf den nassen Boden. Der Fremde trat näher an ihn heran.

"Sag deinem Boss, dass Ich mein Geschäft zurück will. - Sag ihm Haris ist wieder da." sagte der Mann und nahm sich nun die Kapuze vom Gesicht. Feuerrote Haare waren im dunklen der Gasse zu sehen, ehe sich der Mann abwandte und seinen Weg fortsetzte.

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Die schwere Metalltür der Kapsel in den unteren Ebenen von Bonetown glitt mit einem protestierenden Quietschen auf. Kalte, feuchte Luft aus den Gängen mischte sich mit dem vertrauten Geruch von abgestandenem Essen und Spotchka. Haris Veynar stand im Rahmen, größer als in Maras Erinnerung.

„Na sieh mal einer an…“, sagte er leise. Aus dem kleinen Wohnbereich kamen zuerst Schritte. Janos,erstarrte mitten in der Bewegung, die Augen groß. Dann stürmte er los.

„Papa!“

Haris fing ihn mit einem tiefen, herzlichen Lachen auf, wirbelte ihn einmal durch die Luft und drückte ihn fest an sich. Die Narben verzog sich, als er lächelte – ein warmes, echtes Lächeln, das seine Augen fast erreichte.

„Schau dich an, mein Großer! Du bist ja schon fast so groß wie ich damals. Hast du auf deine Mutter und deine Schwestern aufgepasst, wie ich es dir gesagt habe?“

Janos nickte eifrig, das Gesicht in Haris’ abgetragener Jacke vergraben. „Ich habs versucht…“

„Gut so. Ein Veynar passt auf seine Familie au
f.“ Haris’ Hand strich über den Rücken des Jungen, fest, besitzergreifend. „Das ist mein Junge.“

Mara stand wie festgefroren am Durchgang zur winzigen Küche. Ihre Hände zitterten leicht, während sie die Kante der Arbeitsplatte umklammerte. Haris’ Blick wanderte zu ihr. Das Lächeln blieb auf seinen Lippen, aber etwas in seinen Augen veränderte sich.

„Mara“,
sagte er sanft. Zu sanft. „Hast du gut auf unser Heim aufgepasst?“

Die Worte waren liebevoll. Der Unterton war es nicht.

Mara schluckte. „Haris… die Kinder haben dich vermisst."
Mervin wurde von den Geräuschen aus dem Wohnzimmer angelockt und trat neugierig in die Küche. Er brauchte ein paar Sekunden. Dann trat er ganz langsam auf den Neuankömmling zu.Haris öffnete langsam seinen Arm und trat näher auf den Ältesten zu und noch bevor dieser es verhindern hätte können, wurde auch er in eine feste Umarmung gezogen. Nach einer Weile löste er sich aus der Umarmung.

„Wo ist Seris?“
Bastion- Bonetown-NSC- Familie Veynar
 
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