Coruscant

Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian Eowyn

Ian bemerkte nicht, wie Eowyn ihn berührte, auch spürte er nicht, wie sich ihre Hand an seinem Oberschenkel festkrallte. Nicht einmal den Ausruf seines Namens bekam er mit, so konzentriert starrte er auf die Buchstaben, die so fremd, so wenig zu entziffern waren. Ob es Sekunden, Minuten oder Stunden dauerte, bis er seine Sprache wieder fand, Eowyn ansah und ihr kurz sagte, was in dem Brief stand, ihn ihr entgegen hielt, damit auch sie sich versichern konnte? Der Dunkelhaarige wusste es nicht zu sagen. Eowyn erwiderte seinen Blick, starrend, wiederholte flüsternd das Wort, dass so schwer wog, dass so viel Macht barg, wiederholte es ein weiteres Mal und nahm Ian dann fest –sehr fest – in den Arm. Diesmal benötigte Ian keine Zeit, um darauf zu reagieren, das war zu universell, zu deutlich, in keinem Fall falsch zu deuten und Eowyns Berührung verhinderte, das seine Schockstarre von vorhin, wieder siegen konnte. Auch er umarmte Eowyn, klammerte sich an sie und versuchte, während er genau das tat, gegen seine Tränen zu kämpfen und das verrückte Gefühl, dass ihn jetzt erreichen wollte, gleich mit zu bekämpfen. Straffreiheit. Er würde leben. Sie würden ihn nicht hinrichten. Das bedeutete, dass da eine Zukunft war. Das bedeutete, dass da eine Zukunft war! Keine Angst mehr davor, vielleicht schon morgen erschossen zu werden. Keine Angst mehr um Eowyn – darum, was geschehen würde, wenn er sie zurücklassen musste. Denn genau das, sie zurück, sie alleine zu lassen, würde nicht mehr passieren. Die Jedi mochten ihn einst abgehlehnt haben, aber jetzt gaben sie und die Republik ihm ein neues, ein zweites Leben. Die Chance der Chance. Ians Augen waren geschlossen, während er noch immer versuchte, all das zu fassen, irgendwie zu verarbeiten, zuzulassen, aber sein Verstand war überfordert. Eowyn war diejenige, die sich zuerst ein bisschen löste, die lachte, so befreit lachte und eben jene Freiheit, von der er zu Träumen nicht gewagt hätte, erwähnte. Sie hatte so Recht, mit allem, was dann folgte. Auch wenn Ian nicht wusste, wen er anrufen könnte oder wollte, mit jeder andern Aufzählung lag Eowyn so richtig.

Auch Ian lächelte, als Eowyn seine Wange berührte, diesmal zuckte er nicht zusammen, denn ihr Blick war weich und voller Zuneigung, ebenso Ians.

„Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll,“ sagte er schließlich, als er mit seiner Hand nach Eowyns griff. „Das ist einfach…“ Ein Wunder? Ein Wunder mehr?
„Aber das ist gut, denn ich möchte, ich will unbedingt mit dir nach Tirahnn. Eowyn, das ist…“ Er sah auf ihre Hände, lächelte, schüttelte noch immer voller Unglauben den Kopf.
„Ich weiß nicht, wie ich ihnen danken soll. Ich… ich muss ihnen danken, aber ich weiß nicht wie,“ hob er schließlich wieder den Blick. „Vielleicht…“ Ian geriet erneut ins Stocken, ehe er beinahe nervös mit Eowyns Hand spielte. „Meinst du, ich soll darum bitten, ein Jedi werden zu dürfen?“ Würde das zeigen, wie dankbar er ihnen war? Würde er damit wenigstens einen kleinen Teil seiner Dankbarkeit zum Ausdruck bringen können? „Ich meine, schließlich haben sie mir all das ermöglicht, Eowyn, sie geben mir diese Chance. Diese… diese große, diese riesige Chance. Das ist,“ er schüttelte den Kopf, suchte nach Worten, „das ist mehr, als ich in Worte fassen kann. Das ist, als hätten sie mir ein Leben geschenkt. Ein Leben mit dir.“ Nicht nur ein paar Monate oder Jahre, sondern ein ganzes Leben.

Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian Eowyn
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian

Ich fände es auch schön, wenn wir gemeinsam dorthin fliegen könnten
, meinte Eowyn leise, noch immer lächelnd. Tirahnn, gemeinsam mit Ian... Sie würde ihm ihr Elternhaus zeigen können, ihre Schule... Mellah. Mellah besuchen... Und sie würden Abstand bekommen, um über alles nachzudenken. Darüber, wie sie mit der Sache mit Duval umgehen würden, gemeinsam. Jetzt erschien plötzlich alles so viel... machbarer. Sicher, es war eine Bedrohung, aber sie waren zu zweit, sie hatten das Recht des Gesetzes hinter sich... Sie hatten es bis hierher geschafft, da würde doch nicht solch ein kleiner, dahergelaufener Agent alles zerstören können?
Sie schüttelte lächelnd den Kopf, als Ian von Dankbarkeit sprach. Der Rat brauchte sicher kein "Danke" - Ian hatte es ihnen schon längst gesagt, indem er sich bis zur Erschöpfung beim Heilen abrackerte. Aber Ian war noch nicht fertig, und seine nächsten Worte kamen so überraschend, dass Eowyn erst dachte, sie hätte sich verhört. Ian - ein Jedi? Sie erinnerte sich dunkel, überzeugt abgewunken zu haben, als Wes sie irgendwann darauf angesprochen hatte... Oder auch nicht? Unwichtig. Ian, ein Jedi? Sprachlos starrte sie ihn an. Das war das allerletzte, das ihr in den Sinn gekommen wäre - nicht, weil er nicht geeignet war, sondern weil sie sich absolut, zweihundertprozentig sicher gewesen war, dass er niemals nie in den Orden eintreten würde, der ihn damals abgelehnt hatte. Niemals. Da waren so viele Spannungen, so viele Schwierigkeiten... Es schien ihm auch schwer zu fallen, das alles anzusprechen - kein Wunder.

Ja, es war eine Chance - aber es war nicht alleine den Jedi zu verdanken, Ian hatte
selber genug dafür gekämpft. Er hatte selber den richtigen Weg gewählt, die Jedi und die Republik hatten nur erkannt, wie sie am besten handeln sollten. Und ja, natürlich war all das jetzt zu überwältigend - es prasselte auf ihn ein. Sie hatten mit einem Entschluss gerechnet, aber... Nun Gewissheit zu haben war etwas, das völlig neue Perspektiven öffnete. Die Galaxis schien, obwohl sich draußen nichts geändert hatte, für ein paar Minuten in einem völlig anderen Licht. Ja - sie hatten ein neues Leben, ein Leben zu zweit. Es war ein Geschenk, eines, das sie beide nutzen sollten und auch würden. Aber...

Ich bin auch dankbar. So unglaublich dankbar... Eowyn nahm ihre zweite Hand und legte sie auf Ians, der ihre erste Hand hielt, und drückte sie sachte. Noch immer liefen hin und wieder langsame Tränen ihre Wangen herunter - Tränen der Freude. Wann hatte sie zuletzt solche vergossen? Aber es waren hauptsächlich nicht die Jedi, nein, hauptsächlich hast du diese Chance dir selbst zu verdanken, Ian, und es ist so wichtig, dass du das siehst! Sie sah ihm intensiv in die Augen. Das hier ist jetzt ein Neuanfang, dein Neuanfang, und du kannst tun und lassen, was auch immer du willst - was du willst, alleine du. Wenn du ein Jedi werden möchtest, wenn du das wirklich willst und es dein Wunsch ist, nicht aus Dankbarkeit oder weil du das Gefühl hast, es würde von dir erwartet - dann, ja, dann solltest du das tun. Du bist jetzt wirklich frei, Ian. Sie nahm ihre zweite Hand und berührte wieder Ians Wange, spürte, wie sie ihre Stimme langsam nicht mehr unter Kontrolle hatte und wie diese begann, zu zittern. Das bedeutet, dass du so handeln solltest, wie du es für richtig hältst. Keine Grenzen mehr, zumindest nicht innerhalb der Legalität. Keiner, der dich zu etwas zwingen wird. Nun ja, zumindest nicht innerhalb der Republik. Aber ob Ian dieses Gefühl noch kannte? Jahrelang hatte er getan, was von ihm erwartet wurde, jahrelang hatten Mauern ihn zurückgehalten. Freie Entscheidungen treffen... ob er das noch konnte? Auch ich nicht. Ich erwarte nicht, dass du dich uns anschließt, Ian - wenn du es tun willst, dann tue es aus freien Stücken. Man würde ihn aufnehmen - dessen war sich Eowyn fast sicher. Es war nur die Frage, ob Ian das wirklich wollte.
Sachte strich sie mit dem Daumen über seine Wange.
Ich liebe dich, flüsterte sie und lächelte, während eine erneute Träne ihr Gesicht hinablief. Ich liebe dich, egal, was du tust. Auch, wenn er nach Bastion gehen würde. Dessen kannst du dir sicher sein.

Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn

Tirahnn war der Ort, den Ian, als er vorgeschlagen hatte, für ein paar Tage zu verschwinden, ins Auge gefasst hatte. Eowyns Geburtsplanet, ihre erste Heimat. Der Ort, an dem ihre Eltern begraben waren – der Ort, den er schon alleine deswegen besuchen musste und jetzt, mit einem mal war da die Möglichkeit, genau das zu tun. Es immer tun zu können, wenn die Zeit es zuließ. Tirahnn. Ian lächelte, allein bei dem Gedanken, denn das Bild das Eowyn ihm einst gezeigt hatte, das Bild ihrer Kindheit, tauchte vor seinen Augen auf. Und dieses Mal würde er derjenige sein können, mit dem sie dort war und mit dem sie lachte. Der Ort würde sie ihm näher bringen – auch wenn das kaum noch möglich war. Doch Tirahnn würde erlauben, tiefer in Eowyns Vergangenheit blicken zu können, etwas mit ihr teilen zu können, dass so unendlich wichtig war. Wurzeln. Familie. Heimat im Herzen. All das, all das ermöglichten ihm Republik und Jedi. Ihm, einem Verräter, einem Massenmörder. Einem Menschen, der schon längst erschossen hätte werden sollen. Oder müssen.

Es kostete Ian Überwindung, Eowyns Blick standzuhalten, als sie davon sprach, dass diese Chance auch sein Verdienst war.

„Ich habe sie dir zu verdanken, Eowyn,“ kam es dann und jetzt konnte Ian nicht verhindern, dass auch ihm die Tränen entwichen. „Ohne dich hätte ich das niemals geschafft.“ Wenn er sie auf Nar Shaddaa nicht getroffen hätte, sein Leben wäre so anders verlaufen und vielleicht, nein, bestimmt, hätte sich alles wiederholt. Aber Eowyn hatte ihm geholfen, mehr als das, sie hatte seine Augen und sein Herz geöffnet. „Ich habe gedacht, es würde enden. Alles. Ich war so sicher, ich war so sicher, schon auf Nar Shaddaa, als ich vergessen wollte. Eowyn, ich… ich hatte abgeschlossen und dann… Dann...“ Da waren zu viele Worte, zu viele Gedanken und zu viel Unfähigkeit, sie in Worte zu fassen, sie überhaupt zu sammeln. „Ich weiß nicht, wie viele Wunder ich noch aushalte,“ sagte Ian dann, halb lachend, halb weinend. „Das ich dich gefunden habe, war eines. Das jemand wie du, jemanden wie mich lieben kann, war ein noch größeres, aber dass ich jetzt die Möglichkeit habe, dass all das nicht bald wieder endet…“ Gab es eine Steigerung für Wunder? Waren wahrgewordene Utopien nicht Überwunder? Jetzt war es Ians Stimme die unter den Tränen der Freude brach. „Ich habe schon fast alles, was ich will.“ Sie. Er hatte sie. „Und ich will mit dir alt werden.“ Und er würde es werden können. Nicht nur 36. „Was die Jedi betrifft… ich…ich weiß nicht. Ich weiß nur… wenn all das mit dem Virus überstanden ist, lass uns nach Tirahnn gehen, nur für ein paar Tage, ich muss, ich will dort hin. Ich muss mit deinen Eltern sprechen,“ und es war nicht lächerlich, an einem Grab zu stehen und dort zu sprechen. „Das alles, dass… Eowyn, jetzt kann ich vielleicht, endlich beweisen, was ich so lange nicht geglaubt habe. Was… so lange keinen Sinn ergeben hat.“ Ian schluckte, verschluckte sich beinahe an seinen eigenen Worten, lächelte, lachte, kämpfte sieglos gegen seine Tränen. „Das ist ein Geschenk. Ein Wunder und ein Geschenk.“ Er würde sich bedanken. Bei ihnen allen, das war das Mindeste, was er tun konnte. Das Mindeste.

Auch Ian hob dann seine Hände vorsichtig zu Eowyns Wangen. „
Ich danke dir,“ kam von irgendwo aus seinem Herzen, „ich danke dir und wenn ich sage, dass ich dich auch liebe, dann scheint das so völlig untertrieben und vielleicht ist es das auch.“ Schatz. Wunder. All das – es war so unbegreiflich, etwas gefunden zu haben, was nicht nur als verschollen, sondern als nicht existent galt. „Jetzt müssen wir nur noch das Virus besiegen und wenn das geschafft ist, wenn das wirklich geschafft ist…“ Dann waren alle Möglichkeiten offen. Dann war alles möglich. „Dann habe ich vielleicht endlich die Möglichkeit, mir wieder in die Augen zu sehen und wenn das wieder geht, dann kann ich mir vielleicht verzeihen, ein bisschen und dann… dann kann ich alles werden.“ Auch ein Jedi. Sicher, ein sehr seltsamer. Einer, von dem man nur das Heilen lernen konnte und das ‚Pass auf, nie so zu werden‘, aber wenn das seine Aufgabe sein sollte – dann war er das den Jedi und der Republik schuldig.


Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn
 
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[Core | Corusca-System | Orbit von Coruscant | Militärstation der Neuen Republik | An Bord der "Ilum" | Agent Leland Fontaine; Senator Rupert Fensa; Jedi-Ritterin Brianna Kae]


Senator Fensa war wohl fürs erste mit der Diplomatie am Ende und stellte sich der Jedi entschieden entgegen. Er wollte sich nicht so behandeln lassen - was durchaus verständlich war - aber er schien seine Position etwas zu überschätzen. Bevor jedoch die gesamte Situation weiter eskalieren konnte, betrat eine Nautolanerin den Raum. Sie stellte sich etwas leise und fast schön Schüchtern vor. Ein amüsantes Gegenteil zu Brianna, wie ihm schien. Als diese die Nautolanerin Bailee dann auch noch als ihre Padawan vorstellte, musste Leland innerlich grinsen. Sie wirkten wie ein ziemlich ungleiches Paar. Aber sie hatten sich gefunden und vielleicht hatte die Jedi ja wirklich nur einen schlechten Tag erwischt.

Stumm beobachtete er, wie die beiden sich begrüßten und kurz keimte die Hoffnung in ihm auf, dass die gesamte Situation sich dadurch etwas beruhigen konnte.

Doch da hatte er sich geirrt. Quasi noch im selben Atemzug machte sie Wende und fixierte sich sofort wieder auf Senator Fensa. Ihr Ton wurde nun ziemlich scharf und eine lange Schimpftirade regnete auf den Politiker ein. Wenigstens schaffte es Brianna während ihres Wutausbruches weitere Details über die Mission zu verraten. Diese machten es ihm möglich, sich etwas von der komischen Stimmung die nun im Raum herrschte abzulenken. Ein offizieller Besuch war das Ganze. Das stellte es natürlich in ein anderes Licht. Aber er fand es nun umso sträflicher, dass er nicht über dieses Detail informiert worden war. Gut, dass sie ohne Waffen reisen sollten war zwar auch ein Problem, aber nur ein recht minimales für ihn, wie er fand.

Er horchte erst wieder auf, als es nun um die Widerstandsgruppe ging, die sie kontaktieren wollten. Brianna hatte ganz Recht, dass er da ins Spiel kam. Doch bevor er zum fachlichen Gespräch ansetzte, wollte er die Lage noch etwas beruhigen.

"Bevor ich auf den Widerstand eingehe, möchte ich noch kurz etwas anderes loswerden", räusperte er sich und wartete kurz, bis er sich der Aufmerksamkeit sowohl von Brianna als auch von Senator Fensa sicher war. "Ich denke sie beide haben ihre persönlichen Standpunkte ausreichend klar gemacht. Aber ein persönlicher Streit wird uns hier nicht weiterhelfen. Es wäre also von Vorteil, wenn wir uns von nun an nur noch auf fachlicher Ebene, nicht aber auf persönlicher Streiten könnten."

Er machte eine weitere kurze Pause. Ob dieser Satz wohl ausreichte, die beiden zu beruhigen, sodass sie fürs erste nicht weiter verbal aufeinander losgingen?

"Nun also zu der besagten Widerstandsgruppe. Mein letzter Stand war, dass durch die lokale Geheimdienstzelle eine Kontaktaufnahme mit der Gruppe erfolgt ist. Leider hatten wir seither keinen Kontakt mehr zur Zelle und wissen daher nicht, ob bereits ein Treffen zustande gekommen ist oder ob eines geplant worden ist. Es besteht also auch noch immer die Gefahr, dass wir hier auf eine Falle zusteuern, was unser Vorgehen noch vorsichtiger machen sollte."

Es gab noch immer so viele Unwägbarkeiten und Risikofaktoren, die sie nicht erahnen konnten.

"Ich würde als Vorgehen eigentlich empfehlen, dass wir zuerst versuchen die Geheimdienstzelle zu kontaktieren. Sollte das wider erwarten aus welchen Gründen auch immer nicht möglich sein oder sollte so kein Kontakt mit dem Widerstand zustande kommen, dann würde ich erst danach auf eine Kontaktierung ihrerseits warten. Wie sie vielleicht nachvollziehen können, Ritterin Kae, bin ich ein Freund davon, die vor mir liegenden Situationen bestmöglich zu kennen und dadurch die damit verbundenen Risiken möglichst optimal einschätzen zu können."

Hoffentlich verstand die Jedi worauf er hinaus wollte. Es war schön und gut und sicher nicht unmöglich, dass der Widerstand einen Weg hatte, sie während der Verhandlungen zu kontaktieren, allerdings wollte er sich alleine darauf nicht verlassen.

"Als weiteres Gefahrenrisiko kommt noch hinzu, dass die imperiale Scheinregierung momentan eine Art Ausnahmezustand verhängt hat. Wie weit dieser geht ist allerdings für uns nicht abschätzbar, aber ich rate zu äußerster Vorsicht, sollten wir einmal auf dem Planeten angekommen sein. Mit feindlichen Geheimdienstaktivitäten ist zu rechnen."

So könnte er fast noch Stunden weitermachen, doch er wollte es fürs erste einmal dabei belassen.

"Um noch ein paar andere wichtige Informationen einzuholen: Ich war der Meinung, dass die Delegation etwas größer geplant ist. Werden denn noch weitere Teilnehmer dazu stoßen oder bleibt es bei dieser Besetzung?", wollte er wissen.


Zwar hätte er nichts dagegen, wenn es sich nur um eine kleine Delegation handeln würde, jedoch würden etwaige Beobachter es leicht haben, sie alle im Auge zu behalten, was Geheimaufträge natürlich umso schwieriger machte. Und beobachtet würden sie werden.

"Was auch noch einer gewissen Klärung bedarf ist die Frage nach Waffen. Halten sie es für angemessen oder nötig, Waffen nach Alderaan zu schmuggeln Ritterin Kae? Denn gewisse Teile meiner Ausrüstung werde ich so oder so nur unbemerkt von feindlichen Augen nach Alderaan bringen können."

Leland wollte dabei fürs erste nicht zu sehr ins Detail gehen. Sowohl die Jedi als auch der Senator mussten nicht über jede technische Spielerei, die die Forschungsabteilung des Geheimdienstes ihm mit auf den Weg gegeben hat Bescheid wissen.



[Core | Corusca-System | Orbit von Coruscant | Militärstation der Neuen Republik | An Bord der "Ilum" | Agent Leland Fontaine; Senator Rupert Fensa; Jedi-Ritterin Brianna Kae, Bailee Troisi]

Sorry, habe erst nachdem ich den Post fertig hatte gesehen, dass Rupert auch schon gepostet hat o.o Daher gehe ich auch überhaupt nicht auf ihn ein :/ Ich hoffe ihr könnt das verschmerzen :)
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – Ahna Rigby, Rornan Elliundi (NPCs) und Wes

Für den Moment beschränkte sich Wes darauf, der Konversation zwischen Ahna und Rornan lediglich zuzuhören. Eine Sitzung mit so vielen Räten (wie hoffentlich noch eintreffen würden) hatte den Vorteil, dass der Taanaber einmal nicht den Ton angeben musste, eine angenehme Abwechslung, die er auch auskostete.

»Was Kae angeht: ich habe sie im Traum auf Alderaan gesehen. Ich weiß nicht genau, was sie dort tat und was die Macht mir damit sagen will. Nur dass sie dort sein muss, davon bin ich überzeugt.«

Inzwischen war Joseline eingetroffen und wirkte etwas abgehetzt. Wes hatte nicht so früh mit ihr gerechnet, bzw. war sich nicht sicher gewesen, ob sie es überhaupt schaffte mit der langen Reise und den ganzen Kontrollen im Orbit von Coruscant. Natürlich bekam eine Jedi-Rätin da Prioritätsbehandlung, aber trotzdem. Eigentlich müsste sie sich ärgern, dass sie sich umsonst so beeilt hatte, aber das schien nicht der Fall zu sein. Stattdessen freute sie sich, wieder hier zu sein. Der Jedirat verbeugte sich knapp vor Joseline, wie es die Höflichkeit gebot, bevor er sie begrüßte.

»Willkommen auf Coruscant, Joseline! Zum ersten Mal wieder im Tempel zu sein fühlt sich schon besonders an, nicht wahr? Bei der Macht, wenn man bedenkt, dass wir Padawane waren, als wir vertrieben waren und jetzt sieh uns an. Aber es wäre schöner, wenn nicht das Schicksal Coruscants oder im schlimmsten Fall der ganzen Galaxis in unseren Händen läge.«


Dabei nahm Wes einen Schluck aus seiner Tasse Kaf. Dabei fragte die blinde Rätin nach, ob es sich beim dem Gesprächsschnipsel, den sie mitbekommen hatte, um den Plan handelte, wegen dem er die Ratssitzung einberufen hatte.

»Ja, Ahna bezog sich darauf, dass Ians Begnadigung unbedingt ein Geheimnis bleiben muss. Nur dann kann er in den Sithtempel zurückkehren, ohne Verdacht zu erregen.«


Ob es noch weitere Probleme an dem Plan gab, fragte Joseline und es war Ahna Rigby, die antwortete.

»Nun, ein nagelneues Problem haben wir jetzt natürlich: Ian kann sich mit sofortiger Wirkung frei bewegen. Das heißt, ob er nach Bastion geht, liegt nicht mehr wirklich in unserer Hand, da können wir beschließen, was wir wollen. Mehr als eine Chance werden wir nicht bekommen und diese möchte ich nicht wirklich allein in der Hand eines Sith-Überläufers wissen, der aufrichtig sein kann oder auch nicht. Man spielt nicht Sabacc mit dem Schicksal Coruscants, wie du es formuliert hast, Wes. Man stellt eine Hand zusammen, die in jedem Fall gewinnt.«

»Das wäre die Narrenreihe und ich frage mich, wer ist der Narr?«


Überlegte Wes laut ohne selbst wirklich zu wissen, worauf er hinauswollte. Sicher lag das am fehlenden Kaf, dachte er, und nahm noch einen Schluck. Anschließend sah er Joseline wieder an:


»Falls du auch einen Kaf brauchst, kann ich einen Droiden schicken – oder meine Padawan, falls keiner greifbar ist. Ich denke, wir haben noch Zeit.«

Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – Ahna Rigby, Rornan Elliundi (NPCs) und Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian

Ach, Ian...
Eowyn lächelte unter ihren Tränen und schüttelte den Kopf. Ich habe dir den Weg gezeigt, ja. Ich habe dir gezeigt, was du sein kannst - aber dich dafür entschieden hast du selber. Du bist die Schritte gegangen, die dafür notwendig waren. Aber weißt du... Wieder schüttelte sie den Kopf. Vielleicht ist das auch erst einmal egal. Sicher war sie sich da nicht - ihrer Meinung nach war es wichtig, dass Ian erkannte, dass ein Großteil der Veränderungen in seinem Leben aus seiner eigenen Verantwortung entstanden waren. Aber nicht an einem Tag wie heute, vermutlich... Diese Erkenntnis konnte auch auf später verschoben werden. Wenn auch nicht zu viel später. Sie strich noch einmal mit dem Daumen über seine Wange. Stell dein Licht nicht unter den Scheffel, flüsterte sie und gab ihm dann einen Stupser auf die Nase.

Eowyn lächelte noch immer und strich sanft Ians Tränen fort. Ich will das auch. Nicht alt werden... Sie schüttelte den Kopf und kicherte. Aber wenn es schon sein muss, dann doch mit dir zusammen. Dann ist es vielleicht nicht so schlimm, wenn ich irgendwann zehn Minuten von einem Ende des Zimmers zum anderen brauche. Sie wurde etwas ernster. Die Jedi, ihre Eltern, das Virus... so vieles auf einmal. So vieles, das sie jetzt überlegen mussten... Und hoffentlich, hoffentlich würde dieser Brief nun Ian dabei helfen, selbst zu heilen. Du musst das mit den Jedi nicht heute beschließen und auch nicht morgen. Und ich fliege gerne mit dir nach Tirahnn. Sie lächelte sacht. Ian wollte mit ihren Eltern sprechen... die meisten Männer würden wohl nicht im Traum darauf kommen, vor dunkler Erde zu stehen und ins Nichts zu sprechen, aber das waren die kleinen Dinge, die sie an Ian so faszinierten, die sie so mochte. Er war... aufmerksam. Vielleicht lag es auch daran, dass er ein Machtnutzer war - solche wussten, dass es mehr gab als nur die Dinge, die sie sehen konnten, sie spürten es ja täglich. Der Tod hieß nicht immer, dass alles zu Ende war... genau wusste es niemand. Sie selbst war jahrelang nicht mehr bei den Gräbern ihrer Eltern gewesen, es würde sicher... guttun, sie wieder einmal zu besuchen, auch, wenn Eowyn das nicht brauchte, um mit ihrer Mutter zu sprechen.
Ein Wunder und ein Geschenk? Eowyn lachte leise.
Ein verfrühtes, wundervolles Geburtstagsgeschenk. Ich fürchte, meine Geschenke werden an dieses nicht im Ansatz heranreichen, also bloß nicht enttäuscht sein, hörst du? Ein wenig übermütig gab sie ihm einen erneuten Nasenstuber.

Dann wurde aber auch sie wieder ernst, als sie Ians Hände spürte, und schloss kurz die Augen. Es war ein wundervolles Gefühl... Leicht schmiegte sie sich an seine rechte Hand, während Ian seine Zukunftspläne sponn. Das Virus besiegen, sich selbst verzeihen, einen Neuanfang beginnen. Es klang so... positiv. Als wäre das Virus nun plötzlich eine seiner leichtesten Übungen, und auch, wenn Eowyn wusste, dass sie beide noch daran zerbrechen konnten, verstand sie, wieso Ian so fühlte. Die Republik hatte ihn begnadigt, waren nun nicht andere unwahrscheinliche Dinge genauso möglich? Sie öffnete wieder die Augen.

Ich danke dir auch, flüsterte sie, legte ihre Hand auf seine rechte und lächelte. Dafür, dass du nicht aufgegeben hast. Dass du gekämpft hast. Dass du dich deiner Vergangenheit gestellt hast. Dass du bei den Jedi geblieben bist. Und noch für so viele Dinge mehr... Und ich weiß, dass du alles werden kannst, wirklich alles. Sie schwieg einen Moment. Eine Sache hatte sie nicht ausgesprochen... Danke, dass du mich nicht alleine gelassen hast, dass du bei mir geblieben bist... Wie konnte sie, wenn sie wusste, dass er sie bald alleine lassen würde? Es klang so einfach, so leicht... das Virus besiegen. Einfach so. Zack, als würde man mit den Fingern schnipsen. Aber es war gut möglich, dass Ian dabei sein Leben lassen würde... und das wussten sie beide. Und zumindest Eowyn wusste, dass sie den Moment vermutlich zerstören würde, wenn sie es nun ansprach, aber es war, als ob in ihrem Kopf nur das Wort "Bastion" blinkte, rot, groß, unübersehbar, jetzt, wo die erste Euphorie langsam verflog.
Sie nahm Ians rechte Hand in ihre Hände, legte sie alle gemeinsam auf ihrem Schoß ab und hielt sie. Eine Sekunde blickte sie darauf, dann sah sie Ian in die Augen.

Du wirst gehen, nicht wahr?, fragte sie ruhig. Jetzt, wo dich niemand mehr aufhalten kann. Sie sprach Bastion nicht aus - aber Ian würde garantiert wissen, wovon sie sprach.

Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn

Vertrauen und Liebe. Ohne diese beiden Dinge – oder zumindest eines davon, wäre Ian gar nicht dazu in der Lage gewesen, überhaupt nur einen Schritt zu machen. Ja, er war die Schritte gegangen, aber nicht alleine, Eowyn hatte einen entscheidenden Anteil, hatte sie ihm doch erst den Schubs in die richtige Richtung gegeben. Ob er ohne sie, je diese Schritte auf sich genommen hätte? Vielleicht irgendwann – aber sicher niemals so schnell. Wenigstens konnte Eowyn sich diesmal eingestehen, dass sie aus dieser ganzen Sache nicht auszuklammern war. „Das tue ich nicht“, widersprach er daher beinahe sanft. „Du bist bei dieser Sache einfach wichtig für mich.“ Das musste sie einfach wissen.

Ian lachte, als er sich Eowyns Satz bildlich vorstellte. „
Ich würde dir den Platz im Schaukelstuhl frei machen, mit einer dampfenden Tasse Tee als Belohnung.“ Ein Bild, das er sich beinahe perfekt vorstellen konnte. Eowyn, mit gebeugtem Rücken und langen, weißen Haaren, er selbst vermutlich längst nicht mehr schlank, sondern mit einem kleinen, runden Bauch, von der vielen Schokolade. Sie würden Bilder haben – eine ganze Menge und sie sich oft, die schlotternden Knie gemeinsam unter eine alte Wolldecke ansehen. ‚Weißt du noch, damals…?`… und sie würden lachen, manchmal vielleicht sogar ein bisschen weinen und einfach glücklich sein. Es war das erste Mal, dass Ian sich diese Gedanken bewusst erlauben durfte, ohne dabei wehmütige Sehnsucht zu empfinden. Was auch immer geschah, wie gefährlich Missionen auch sein würden, die noch vor ihnen lagen, da war eine Zukunft. Eine mögliche Zukunft und allein der Gedanke war schön und wärmte Ian seltsam von innen.

Dass er das mit den Jedi nicht sofort entscheiden musste, war Ian bewusst. Wenn er sich für einen solchen Schritt entschied, musste er sicher sein, das richtige zu tun. Aber konnte er diesen Weg für eine nahe Zukunft noch ausschließen? Er war den Jedi etwas schuldig und der Republik und wenn er nur das Heilen näher brachte und nie einen Rang besaß – vielleicht war damit etwas getan. Geholfen. Ohne dass er sich dafür schämen musste, sich Jedi zu nennen. Ohne, dass jemand ihn im Stillen verachten konnte für das, was er einst gewesen war. Ein Heiler ohne Rang und Namen. Jemand, der einfach nur half, der keine Waffe berührte, der nicht aufstieg. Wenn da schon keine Strafe war, dann war wenigstens etwas dieser Art notwendig. „
Hals über Kopf werde ich das nicht entscheiden, aber es auch nicht mehr für alle Ewigkeit ausschließen.“ Denn war es nicht auch etwas, das er für Eowyn tun konnte? Sich ihrer Familie anschließen, damit sie nie wieder zwischen den Stühlen sitzen musste?

Sie lachte leise, dieses wunderbare Lachen, dass aus ihrem Herzen kam, dass sie so jung und unbeschwert machte. Ein Lachen, das er viel öfter hören wollte, einfach, weil es so selten kam, aber einen so besonderen Zauber innehatte. Ob sie wusste, wie schön sie war, wenn sie auf diese Art lachte? Wenn sich die kleinen Fältchen um ihre Augen bildeten und die Sorgen vertrieben, die manchmal so deutlich in ihrem Gesicht zu lesen waren?

„Das schönste Geschenk hab ich doch schon,“ lachte auch Ian, meinte seine Worte aber ernst. Die Republik und die Jedi mochten ihm die Möglichkeit einer Zukunft geschenkt haben. Aber Eowyn? Nun Eowyn hatten sie ihm nicht gezaubert. Und am Ende waren sie und er es, die daran arbeiten mussten, eine gemeinsame Zukunft zu haben. Ian hatte einfach das Glück, dass Eowyn sich für ihn entschieden hatte und dieses Glück würde er sicher nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Es war seltsam, als sie, sein kleines, großes, vielleicht riesiges, utopisches Wunder, sich bei ihm bedankte. Denn was hatte er schon groß getan?
„Am rosa Bantha werde ich scheitern,“ zuckte Ian dann, mit einem sehr überzeugten Grinsen die Schultern, als Eowyn schließlich ein anderes Thema zur Sprache brachte. Bastion. Wo niemand ihn mehr aufhalten konnte? Er musste lächeln – widererwartend, aber er musste lächeln.
„Da sind immer noch du und die Jedi, ich kann und ich werde nicht einfach gehen. Wes hat gesagt, dass er Rat darüber entscheidet und wenn sie nein sagen…“ Nun, würde er sich wirklich dagegen stellen? „Ich darf ihnen nicht in den Rücken fallen. Und ich werde so eine Entscheidung nicht ohne dich treffen. Ja, ich möchte gehen. Ich will gehen. Aber… nicht ohne eine Erlaubnis. Ich meine, wenn ich etwas falsch mache, mache ich die Chance für alle kaputt.“ Den Helden spielen – das war nicht das, was Ian wollte.


Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn
 
Coruscant - Jeditempel - Ebene 106 - Zasuna und Rilanja - Sarid, Levice, Eriu und NPCs in der Nähe

RIlanja hatte das Gefühl, dass sich die Sekunden wie alter Bugu-Pilz zogen, den sie als Kind gerne gekaut hatte. Sie hatte schon oft gehört, dass das Warten das Schlimmste an praktisch allem sei, insbesondere an Heldentum und grimmen Taten, auch wenn sie bisher nicht in der Lage gewesen war zuzuordnen was genau in diesem Zusammenhang “grimm” war. Wahrscheinlich etwas agamarianisches…
Sie stand an der Säule und versuchte sich nicht blöd vorzukommen, als eine kleine Ewigkeit lang nichts geschah. Die Jedi war sich ihrer Verbündeten grob bewusst, spürte ihre Meisterin und auch ihre Schülerin in der Halle, zumindest deren grobe Richtung. Sarid konnte sie sehen, Zasuna dagegen nicht - was mit etwas Glück Absicht war, denn sie glaubte nicht, dass ihre Padawan sich so einfach verstecken würde. Zumindest war das intuitiv ihr Eindruck, und darauf kam es bei Jedi doch an, oder?
War ihre intuitive Idee hier den Pausenclown zu geben ein Fehler gewesen? Oder war das ihr in letzter Zeit verkümmerter Sinn für destruktive Selbstkritik, auf den sie gerne verzichten konnte?
Irgendwie rechnete sie damit, dass in diesem Moment irgendwo eine Kamera auf ihr Gesicht zoomte, während ihre Stimme aus dem Off erklang und darüber referierte, was sie sich dabei gedacht hatte, und wie sie ja nicht hatte ahnen können, dass… Nun.... beispielsweise konnte unter den Verbrechern ein ehemaliger Baukontrolleur der Stadtverwaltung sein, der ihren Bluff sofort durchschaut hatte und in diesem Moment versuchte nicht laut aufzulachen während er sie mit einem Scharfschützen-Raketenwerfer ins Visir nahm.
Zu übertrieben? Vielleicht war einer ihrer Gegner auch ein Computergenie, der grade die Wahrheit über die Baustatik dieser Halle im Holonetz recherchiert hatte und jetzt dabei war seine Schergen zu instruieren die eigentlich die Decke stützenden Repulsorpaneele zu sabotieren um ihnen eine spektakuläre Flucht zu ermöglichen, während er manisch lachend mit dem Finger auf Rilanja zeigte…
Die Geschuppte verdrängte diese Gedanken mit Mühe und ohne es sich durch die üblichen Gesten anmerken zu lassen.
Während sie noch überlegte was sie noch tun konnte ohne offensichtlich preiszugeben, dass das alles ein Bluff war ergaben sich zwei der Diebe ihrer Meisterin, die sie nach draußen schickte - und gaben Rilanja so immerhin einen Ansatzpunkt.


Die beiden haben Glück gehabt. Will sonst noch jemand hier raus?

Es würde nicht funktionieren. Die Falleen konnte nicht sagen wieso, aber sie war sich ziemlich sicher, dass einigen ihrer Gegner wohl selbst Sith-Geister lieber waren als von Jedi verhaftet zu werden. Mit etwas Planung hätten sie eine tolle Show inszenieren können, mit herabfallenden Trümmern, bebendem Boden und den typischen Geräuschen versagender Technologie zur Untermalung. Aber dafür war es jetzt leider zu spät.
Was blieb ihr also? Ein kurzer Schrei von der links oben. Irgendjemand - ihr Gefühl sagte ihr es war ihre Padawan - hatte da jemand anderen - sie vermutete einen der Diebe - ihren Kampfstab nahegelegt.
Wenn sie nur wüsste was sie machen sollte? Weiter bluffen, und die Ungewissheit wie viele Jedi, vielleicht sogar Jedi-Attentäter, sich noch im Gebäude aufhielten ihr in die Hände spielen lassen? Oder die Scharade, die bereits zwei Verbrechern das Leben gerettet hatte, fallen lassen und zum akrobatischen Nahkampf übergehen?
Jetzt hilfesuchend zu Sarid zu schauen wäre mit Sicherheit kontraproduktiv. Nichts zu tun und sprichwörtlich Löcher in die Luft zu starren würde ihnen auch nicht helfen.
Rilanja griff mit der Macht heraus und tastete die Decke ab. Sie drückte sanft gegen ein paar der Deckenpaneele, die sie mit einem schönen Knirschen und Ächzen belohnten.


Wie siehts aus? Ihr habt keine Chance zu gewinnen. Wir sind euch überlegen, zahlen- und waffenmäßig. Und ihr wisst sicher, dass Jedi keine Gefangenen machen..

Und das stimmte auch. Immerhin waren sie keine Polizisten. Sie hielten Verbrecher vielleicht fest, bis die zuständigen Behörden eintrafen, aber nominell machten sie wirklich keine Gefangenen. Wenn ihre Zuhörer es so verstanden, dass Jedi niemanden am Leben ließen, dann war das doch sicher nicht ihre Schuld, oder?

Also bringen wir es zuende.

Sie holte zu einem weiten Schlag aus um die Säule vollends zu zerstören, als ein Ugnaught hinter einer Kiste hervorsprang und einen Blaster weg warf.

Ich will nicht sterben! Ich ergebe mich! Ich war nur für die Schlösser zuständig, ich…

Ausgerechnet ein Ugnaught. Erinneringen an den Piraten, den sie auf Alzoc III versehentlich getötet hatte kamen in ihr hoch. Doch die Übung, die sie seit der Häuserschlacht von Corelia im Unterdrücken unliebsamer Erinnerungen hatte, erlaubte es ihr die Bilder schnell zu verdrängen. Allerdings nicht schnell genug um ihr Lichtschwert rechtzeitig zu bremsen.
Die hellgrüne Klinge durchtrennte wie in Zeitlupe die letzte Stütze der Säule.
Die Falleen reagierte halb instinktiv, halb theatralisch. Sie streckte eine Hand nach der Säule aus, das Lichtschwert abwehrbereit in der anderen. Dann wackelte sie subtil an den Paneelen und Bruchstücken des oberen Teils und rief,


Dann verschwinde. Ich weiß nicht, wie lange ich sie halten kann…

Mit erhobenen Händen rannte der kleine Nichtfalleen eine Treppe herunter und schloss sich seinen Komplizen draußen an, nachdem er hoch erhobenen Hauptes durch das kau geöffnete Tor gegangen war.


Coruscant - Jeditempel - Ebene 106 - im Lagerhaus - Sarid, Levice, Eriu, Captain Tuo, NPC-Soldaten, Zasuna und Rilanja
 
Coruscant – Jedi Tempel – Ebene 106 – beim Lagerhaus - NPC-Soldaten, Eriu, etwas entfernt Levice, Sarid, Zasuna, Rilanja,





Langsam und vorsichtig bewegten sich die Soldaten mit Eriu in den hinteren Teil des Lagerhauses. Alles stand voller Kisten und machten das Weiterkommen schwierig. Eriu konzentrierte sich wieder auf die Lebenszeichen und folgte den Soldaten, die alles systematisch abliefen. Fast wäre er das ein oder andere Mal gegen eine Kiste gelaufen, wenn ihm einer der Soldaten nicht rechtzeitig an der Schulter zurückgehalten hatte. Das ganze klang eben einfacher als es tatsächlich war. Allerdings spürte der Sephi, dass seine Konzentration langsam nachließ. Immer häufiger musste er eine kurze Pause machen. Sie hörten einen Ruf aus der Nähe


„Verräter.“


Die Soldaten spannten sich an, aber das erwartet Gewitter aus Blasterfeuer blieb aus, lediglich ein paar Schüsse wurden abgegeben. Langsam gingen die Soldaten weiter und signalisierten Eriu zurück zu bleiben, der dies stumm abnickte und sich hinter einen Stapel Kisten zurückzog.
Der Sephie blickte den Soldaten nach und wartete angespannt. Weiter vorne tat sich noch etwas als sich noch einer der Verbrecher ergab. Das Vorgehen der geschuppten Jedi (Rilanja) funktionierte, auch wenn sich Eriu nicht sicher war, ob die Lügen, denn das mussten sie sein, richtig waren. Sagte sie tatsächlich die Wahrheit, würde sie gegen den Prinzipien der Jedi verstoßen, zumindest so wie der Sephi sie interpretierte. Er hatte den Gedanken noch nicht zu Ende ausgeführt, als er plötzlich etwas Kühles in seinem Nacken spürte.


„Keine Bewegung, Jediabschaum.“


Eriu schluckte und blieb regungslos stehen.



„Sie wissen, dass sie hier nicht herauskommen, Geiseln zu nehmen macht es für sie nicht b….“


„Schnauze!“

zischte die Stimme hinter ihm. Dann rief der Schmuggler etwas lauter in die Halle:


„Hey Jedi, netter Bluff mit der Decke, aber ich habe einen Gegenvorschlag. Ihr verlasst jetzt alle meine Lagerhalle und verpisst Euch ohne mich oder meine Mitarbeiter weiter zu belästigen. Dafür erschieße ich den Spitzohrigen hier nicht.“



Eriu spürte wie er am Kragen nach hinten dirigiert wurde und folgte den Anweisungen des Verbrechers, der sich in eine bessere Position brachte, schließlich konnte man ja nie wissen was diese Jedi so alles aus der Trickkiste kramten.






Coruscant – Jedi Tempel – Ebene 106 – hinten im Lagerhaus – Eriu und ein Schmuggler, Sarid, Rilanja, Levice, Zasuna und NSC weiter vorne
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - bei Kyran - mit Markus und Elise

Alisah lächelte breit. Das war schon nahezu ein Reflex wenn es, auch nur erwähnungsweise, um Kyran ging. Dann nickte sie und sah zu Elise hinüber.

Drei Wochen. So ungefähr jedenfalls. Denke ich.
Ein paar Tage fehlen mir in meiner Zeitrechnung.
Der Virus!
Deswegen kam er auch etwas zu früh und ist immer noch auf der Krankenstation. Aber er ist geheilt so wie ich. Und er wird immer stärker.


Für einen Moment verzog sie ihre Mundwinkel nach unten als sie den Virus ansprach dann jedoch nickte sie eifrig und stimmte Elise zu.

Ja, mein Sohn! Kyran!

Mittlerweile waren sie ja bei ihm angekommen und Alisa seufzte ganz leise. Er schlief.
Trotzdem strich sie im ganz sachte mir ihren Fingern über seine kleine Wange und gleichzeitig berührte sie ihn ebenso sachte in der Macht. Der kleine Mund verzog sich zu etwas, das Alisah als Lächeln interpretierte und sie spürte das er sich wohl fühlte.
Ein geplantes Kind? Überrascht sah Alisah zu Elise hinüber und dann zu Markus der merklich still geworden war und wohl die Babysache den Frauen überlassen wollte ( ;-) )


Ähm!

Versuchte Alisah Zeit zu gewinnen. Sollte sie sagen das alles so geplant gewesen war und sie alles im Griff hatte? Besser wäre es sicher. Erst recht um zu verhindern das Markus oder auch Elise den Zeigefinger erhoben. Dann jedoch verwarf sie den Gedanken, sie würde nicht flunkern. Niemals wenn es um Kyran ging. Wem nicht gefiel was sie sagen würde, der hatte eben Pech gehabt.
Also schüttelte sie energisch den Kopf.


Ne, ganz und gar nicht! Mich hat fast der Schlag getroffen!
Wir waren von Bastion geflohen. Radan war schwer Krank und ich hatte ihm geholfen zu den Jedi zu kommen. Danach hatte ich mich allein in die Randwelten verkrümelt und wollte erst mal mit mir zurechtkommen während ich vor Allegious weg rannte.
Und dann, dann wurde mir andauernd schlecht. Erst hab ich gedacht Allegious hätte mich doch noch erwischt und irgend einer seiner Assassinen hätte mir ein schleichendes Gift verpasst.
Aber es war Kyran! Mein kleiner Krümel!
Für ihn musste ich mein Leben wieder in den Griff kriegen! Kein rumreisen ohne Ziel und Aufgabe mehr!
Er hat mich dazu gebracht nach zu denken und Entscheidungen zu treffen!
Tja, hier bin ich jetzt und ich glaub, das "Abenteuer" fängt nun erst richtig an.
Also, geplant nicht! Aber überaus willkommen...


Nachdrücklich nickte Alisah während sie das sagte. Dann stockte sie kurz bevor sie leise glucksend lachte.

... und zum Glück kann ich mir nen anständigen Ammendroiden leisten!

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - bei Kyran - mit Markus und Elise
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian

Eine Tasse Tee? Oh nein, mein Lieber. Heiße Schokolade. Im Alter gucke ich doch nicht mehr auf meine Figur... da musst du mich schon nehmen, wie ich bin.
Eowyn grinste Ian an, versuchte, sich den romantischen Eindruck eines Alltags in vierzig, fünfzig Jahren vorzustellen - nicht den realistischen, der voller Schwärze war, bei dem sie beide womöglich nicht mehr lebten. Sie beide, vielleicht wie die Febs auf einem einsamen Außenposten der Jedi, den sie beschützten, und wo der Alltag nur so vor Ruhe und Langeweile strotze... Aber noch lag da so viel vor ihnen. Und egal was kam... sie musste positiv denken. Sie musste versuchen, daran zu glauben.

Sie lächelte sachte, als Ian das rosa Bantha erwähnte. Hey, ich finde, es ist dir schon außergewöhnlich gut gelungen. Das Flimsi mit der Zeichnung darauf hatte sie nie weggeworfen, würde es hüten wie einen Schatz. Es war eine Kleinigkeit... nichts besonderes. Aber genau das machte es für Eowyn aus. So gut wie alles an ihrer Beziehung zu Ian war... anders. Ungewöhnlich. Manche würden es vielleicht sogar unnormal, fast schon unnatürlich nennen. Dann waren es gerade diese ganz alltäglichen Kleinigkeiten wie dieses Blatt, die ihr ein Gefühl von Normalität vermittelten, ein Gefühl davon, dass sie beide vielleicht doch eine funktionierende Beziehung führen konnten, dass es allen Widrigkeiten zum Trotz klappen konnte.
Bastion gehörte zu genau diesen "Widrigkeiten". Bastion, das Virus... Wenn jemand wusste, wie sehr Ian all das verfolgte, dann war es wohl sie, und es war Eowyn mittlerweile klar, dass ihre Beziehung niemals funktionieren konnte, wenn Ian nicht alles versucht hatte. Einmal ganz davon abgesehen... dass er ja Recht hatte. Und sie ähnlich handeln würde, vermutlich, wenn sie diese einmalige Möglichkeit hätte... Ian lächelte, und das irritierte Eowyn. Bastion war so ein heikles Thema, und er lächelte? Sie hob dann eine Braue. Er würde dem Rat nicht in den Rücken fallen? Wenn sie ehrlich war, das hatte sie nicht erwartet. Sie konnte sich kein bisschen vorstellen, dass Ian auf Coruscant blieb und Däumchen drehte, weil der Rat ihm die Unterstützung versagte, allerdings... sie hatte sich vieles nicht vorstellen können. So oft schätzte sie Ian falsch ein, das wenigstens hatte sie mittlerweile gelernt und erkannt.
Dann aber lächelte sie ebenfalls. Nur leicht, ein kleines bisschen, aber das, was Ian sagte, klang so viel anders als ihre bisherigen Gespräche. Oder konnte sie nur anders zuhören als früher? Vielleicht war es von beidem ein bisschen... vielleicht hatten sie auch gelernt, sich anders auszudrücken, damit der andere sie besser verstand.
Zumindest hin und wieder.

Lieb, dass du das sagst, antwortete sie dann leise und sah auf ihrer beiden Hände, bevor sie wieder aufblickte. Aber ich werde dich nicht aufhalten. Ich will nicht, dass du gehst, versteh mich nicht falsch... Ein unsicheres Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, eines, dass sich Mühe gab, die Schwere zu vertreiben. Aber ich weiß, dass ich dich nicht halten kann, und ich weiß auch, dass es das beste ist - für dich, für die Republik. Die Jedi in mir weiß das genau, und die Partnerin... die weiß, dass du so nicht glücklich werden könntest, fügte sie fast flüsternd an. Außerdem... Eowyn lächelte kläglich. Meine Erlaubnis brauchst du ganz sicher nicht. Wir können, wir sollten darüber reden... aber letzten Endes entscheidest du für dich. Denn du musst mit deiner Entscheidung leben. Ich bitte dich nur... Sie sah ihm ernst in die Augen. Versprich mir einfach, auf dich aufzupassen.
Eowyn schwieg einen Moment, bevor sie den Augenkontakt löste und wieder sachlicher wurde.
Ich denke, dass der Rat sich nicht weigern wird. Ich weiß es nicht, natürlich... aber Wes klang ziemlich... verzweifelt. Er sieht keine andere Lösung... Wenn nicht ein Wunder geschieht und irgendjemand mit einer neuen Idee herausrückt, dann werden sie keine andere Wahl haben.

Sie zögerte. Da war noch diese andere Sache... war es so klug, es jetzt zu erwähnen? Nein, ganz sicher nicht. Es aber Ian vorzuenthalten war noch dümmer, und vor allem nicht fair und ehrlich. Da ist noch was... Langsam sprach sie es an, sah auf ihre Hände. Ich glaube nicht, dass es dazu kommt, denn mein Verhalten, über das der Rat noch urteilen wird, war keine Glanzleistung in letzter Zeit. Aber falls doch... Eowyn holte einmal tief Luft. Bitte nicht ausflippen, okay? Es ist nichts entschieden - aber Wes möchte, dass ich dich begleite. Es sei vielleicht nützlich... und, sie verzog das Gesicht, ich wäre raus aus dieser Situation mit Duval. Wie gesagt, ich denke nicht, dass der Rat dem zustimmen wird. Nicht nach dem, was in den letzten Tagen und auch Wochen war, und außerdem bräuchte man noch eine gute Tarnung. Jetzt sah sie Ian doch an. Aber ich wollte nicht, dass du über fünf Ecken von seinem Vorschlag hörst. Auch war sie sich nicht sicher, ob diese Idee so clever war, und Wes' Coverstory schien ihr nicht praktikabel. Sie konnte das verknallte Liebchen spielen, ja... aber gleichzeitig war sie eine Großmeisterin, und irgendjemand im Sith-Orden würde das vermutlich auch wissen. Man erwartete eine gewisse Intelligenz von einem solchen Rang, ein gewisses Können, außerdem noch selbstreflektiertes Denken - würde man ihr wirklich abnehmen, dass sie die Jedi wegen Ian einfach so verlassen hatte? Und spätestens, wenn man von ihr erwartete, ihre neuen Tendenzen unter Beweis zu stellen... konnte sie dergleichen tun, auch unter der Annahme, dass sie ihre Tarnung halten musste, um jeden Preis, damit sie das Virus vernichten konnten?
Sie wusste es nicht, und irgendwie... wollte sie es momentan auch nicht wissen. Vielleicht kämen nur Gedanken dabei heraus, die sie noch mehr erschrecken würden.


Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn

„Okay, heiße Schokolade. Mit Sahnehäubchen? Ersteres jedenfalls ist fest versprochen.“ Was ihre Figur betraf… „Weißt du, um deine Figur mache ich mir weniger Sorgen, als um meine.“ Einen alten Mann, mit mangelnder Kondition. Hatte sie sich nicht unlängst darüber beschwert? Am Ende würde sie diejenige sein, die sich zuallererst über ein kleines Schokoladenbäuchlein beschweren würde. Ian musste lächeln. Sie würde diejenige sein, die sich beschwerte. Ganz bestimmt. Eine gemeinsame Zukunft, rosa Banthas und zwischen alldem: Bastion. Seltsam, dass es, obwohl Bastion viel eher eine Last war, mit einem mal so einfach schien, darüber zu sprechen. Eowyn schien für einen Moment verwirrt, ihre in die Höhe gezogene Augenbraue war eigentlich ein recht eindeutiger Beweis dafür.
„Ich könnte Entscheidung treffen, mit der du absolut nicht einverstanden bist, Eowyn,“ gab Ian schließlich zu. Er musste mit der Entscheidung leben, sicher. Aber wie könnte er etwas tun, von dem er wusste, dass Eowyn nicht einverstanden war? Eowyn wollte, dass er versprach, auf sich aufzupassen? Jetzt war die Verwirrung auf Ians Seite. Das klang ganz so, als wäre da nicht die Idee, mit nach Bastion zu gehen. Als würde sie ihn alleine dorthin gehen lassen… Doch alles was Eowyn dann sagte, deutete darauf hin, als wäre sie wirklich dazu bereit, Ian alleine nach Bastion gehen zu lassen. Das war verwirrender als verwirrend und es barg eine Chance. Die nämlich, wirklich ohne sie zu gehen, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen.
Eowyn…“ Ian atmete aus, lächelte halb, „du bringst mich in ein Dilemma, weißt du das?“ Ein wenig verloren suchte er ihren Blick. „Bastion ist der letzte Ort, an dem ich sein will und es ist der allerletzte Ort, an dem ich dich dabei haben will. Eigentlich macht es mir Bauchschmerzen dir das zu sagen und eigentlich hätte ich jetzt die perfekte Gelegenheit gesehen, es niemals auch nur zu erwähnen. Aber…“ Ein langes, tiefes Seufzen unterbrach das, was er sagte. „Aber ich habe dir das elende Reflektieren und Absorbieren doch nur deswegen auf diese furchtbare Art und Weise näher bringen wollen, weil…“ Noch konnte er den Mund halten. Aber es wäre nicht richtig gewesen. „Eowyn, ich weiß, dass ich dich hier nicht festhalten kann und das es verrückt ist, zu glauben, ich könnte oder müsste dich vor allem beschützen. Ich habe nicht ausgeschlossen, dass du mit nach Bastion gehst. Ich wollte das, aber das wäre nicht mein Recht. Ich… will nicht, dass du dorthin gehst und meine Angst, dass dir dort etwas zustoßen könnte, ist so groß, dass ich sie kaum beschreiben kann, aber… Ich kann, ich darf, ich werde dich nicht aufhalten.“ Ian schloss Sekunden die Augen, denn hatte er gerade nicht zunichte gemacht, dass sie wirklich auf Coruscant blieb?
„Vielleicht wäre es sogar sinnvoll, wenn du mitgehst. Als Schatten wäre das vielleicht sogar die perfekte Aufgabe für dich. Und irgendwie wärst du ein doppelter Schatten. Denn… Bastion. Die Dunkle Seite, die Kammern Korribans.“ Ian schluckte und musste leise werden. „Ich weiß, was ich dir versprochen habe. Aber… der Sog dort wird anders sein, als hier.“ Ian musste nicht sagen, wie sehr er sich davor fürchtete, der Dunkelheit zu erliegen, sie würde begreifen. Eowyn würde auch so begreifen. „Außerdem habe ich eine seltsame Idee, die mir nicht gefällt, aber die vielleicht helfen würde.“ Hieß das, dass er bereit war, Eowyn zu opfern? Wollte Ian sich darüber überhaupt Gedanken machen? „Wenn ich dich als meine Geisel mitnehme, könnte ich erklären, warum ich so lange weg war. Ich hätte jemanden, der beinahe eine Rätin ist. Jemand, der kostbar für die Sith sein könnte. Ich könnte erklären, dass du mein Geschenk bist, für den Aufstieg als Lord. Ich meine, ich könnte behaupten, ich hätte dich um den Finger gewickelt, dabei wäre es mir nur um die Geheimnisse der Jedi gegangen. Das könnte ich erst dort verraten… um meine Glaubhaftigkeit zu stützen.“


Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – mit Wes, Ahna Rigby(NPC), Rornan Elliundi (NPC)

Wes verbeugte sich leicht als er sie begrüßte, eine Geste die Jo nicht nur in seine Richtung erwiderte, obwohl ihr allzu förmliches Verhalten nicht gefiel. Aber hier war einer jener wenigen Orte, an dem es ihr angebracht erschien wenigstens etwas förmlich zu sein. Oder war es einfach die Erinnerung an all die großen Jedi, die vor ihnen diese Hallen bevölkert hatten. Jedi wie ihren Meister ...
Wes schien ähnlich zu fühlen wenn sie seine Begrüßungsworte richtig interpretierte.


Ja, etwas ganz Besonderes und ich fragte mich gerade welches wohl der Platz meines Meisters war.

Ein kurzer gedanklicher Ausflug in die Vergangenheit, den ein kurzes, wehmütiges Lächeln von Jo begleitete, dann seufzte sie tief. Wes hatte natürlich recht. Die Rückkehr wäre schöner, wären da nicht die drängenden Probleme. Sie nickte also zustimmend und konzentrierte sich gleich auf die fortlaufende Unterhaltung. Ian Begnadigt! Sie freute sich für ihn und im Grunde war sie auch nie von etwas Anderem ausgegangen. Nicht nachdem wie er sich seit seiner Ankunft entwickelt hatte.

Und du hast Recht Ahna! Es ist essentiell für seine Sicherheit. Allerdings stellt sich mir in diesem Zusammenhang die Frage in wieweit wir die Organe der Republik über interne Entscheidungen der Jedi - und als Solches sehe ich diese Aktion - informieren oder in unsere Aktivitäten integrieren wollen und falls dies nicht erfolgt, wie wir die Geheimhaltung seiner Begnadigung begründen würden.

Genau, wenn sie die Republik erst einmal aus dieser Mission raushalten würden wie dann den Wunsch erklären und wenn nicht, wie konnten sie dann sicher sein, das ihre Aktivitäten nicht gänzlich durch Spione aufgedeckt würden. Die ganze Angelegenheit war ohnehin ein Mienenfeld, dass ihnen allen um die Ohren fliegen und irreparablen Schaden verursachen konnte.
Und nun kam Ahna auch noch mit weiteren Problemen! Ein Problem, das Jo so nicht sah.


Glaubst du es hat vorher in unserer Hand gelegen ob er geht?

Wenn ich mich nicht irre war es sein Vorschlag! Ich persönlich halte ihn nicht für Wankelmütig. Ich denke wir hätten eher das Problem wenn wir beschließen, dass er nicht gehen darf. Er wird gehen und wenn wir ihn ausschließen wird er nicht nur gehen und alle unsere Anstrengungen sind gefährdet, nein er wird auch das mühsam aufgebaute Vertrauen in uns verlieren!
Unsere Chance nicht wirklich allein in der Hand eines Sith-Überläufers wissen?
Das in vielen Dingen angebrachte Misstrauen der Schatten in allen Ehren aber, meine Meinung ist, er hat sich ein Mindestmaß an Vertrauen verdient oder sind all die Berichte die ich über seinen Einsatz hier gelesen habe nicht wahr?
Außerdem vertraue ich Eowyn's Einschätzung.


Als Jo den letzten Satz gesagt hatte glaubte sie fast schon das Luftholen zu einer Erwiderung hören zu können, also hob sie schnell abwehrend eine Hand um klar zu machen das sie direkt noch etwas dazu ergänzen würde ohne einen Einwurf zu zulassen.

Obwohl oder gerade weil sie involviert ist.
Wir sind Jedi! Wir vertrauen unseren Gefühlen.
Und was die Hand betrifft, die auf jeden Fall gewinnt, lasst mich da mit einem Gleichnis aus dem Sport antworten. "Wenn man die Meisterschaft im
Grav-Ball gewinnen will, lässt man seinen Spielführer nicht auf der Bank."
Meiner Meinung nach sollte Ian diese Mission und deren Planung führen! Und wir sollten hier nur entscheiden ob wir ihn in seinem Vorhaben unterstützen, bevor wir ihn dann in die Planung einbeziehen.
Sonst sind wir die Narren!


Wow! Sie merkte erst jetzt wie sie sich in Rage geredet hatte. Die Ratsversammlung war noch nicht einmal eröffnet und sie legte hier los und vielleicht war sie ja auch etwas zu direkt aber sie musste einfach loswerden, dass sie sich hier nicht in Misstrauen verzetteln durften. Sie stand hinter Ian und Eowyn und sie wollte das deutlich sagen.
Als sie Wes's Frage danach wer der Narr wäre aufgenommen hatte, hatte sie sich ihm zugewandt und nun entschuldigte sie sich auch.


Verzeiht, ich bin manchmal zu impulsiv und die Reise hat meinen Geduldsfaden außerdem etwas gekürzt.
Ja, ich wäre sehr dankbar für einen Kaff. Aber es reicht vollauf wenn ein Droide beauftragt wird. Nicht das es dann noch heißt der Rat hält sich seine Padawane als persönliche Diener.


Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – mit Wes, Ahna Rigby(NPC), Rornan Elliundi (NPC)
 
[Coruscant-System | Coruscant | Orbit | Frachter "Tidyrion" | Passagierabteil | Faith & Cpl Quin Ran-Wii, Pvt Allana Nex, Pvt Kryra Kronn, Pvt Taylor Tradeseeker]

Die Mega-Stadt, die den ganzen Planeten überzog, schimmerte in silbrigem Licht, als Faith einen Blick aus dem kleinen Sichtfenster des Hajen-Klasse-Frachters warf. Sie hatte gehört, dass dies an den großen Glasflächen an der höchsten Oberflächenschicht lag, die die Lichtstrahlen des Sterns reflektierten und so diesen einzigartigen Glanz in den Orbit warfen. Der Frachter, der zu den schnellsten Transportmitteln des Militärs der Neuen Republik gehörte, hatte die Strecke von Duro nach Coruscant in ungewohnt schneller Zeit zurückgelegt und lieferte hauptsächlich dringend benötigtes medizintechnisches Material für die Militärlazarette. Die fünf Personen, die im Passagierbereich platzgenommen hatten, stellten gewissermaßen die Zusatzfracht dar. Faith ließ ihren Blick über ihre Begleiter schweifen. Corporal Ran-Wii schlief seit Stunden, hielt dabei jedoch durch anhaltendes Schnarchen alle anderen davon ab. Selbst der – vor allem in der Magenregion -merkbare Austritt aus dem Hyperraum hatte es nicht vollbracht ihn zu wecken. Allana, Kyra und Taylor blickten mit ihren auf dunklen Rändern sitzenden Augen schlaflos ins Leere. Faith hoffte, dass man ihr ihre eigene Müdigkeit nicht ganz so sehr ansah. Einen Teil der Zeit hatte sie genutzt, um zu meditieren, wobei der Geist zum größten Teil in der wohligen Umarmung der Macht ruhte, während der Körper in einer Phase verbrachte, die dem Schlaf nicht unähnlich war.

„Die Landung verzögert sich“, tönte die Stimme des Kapitäns aus der offenen Cockpittür. Wir werden routinemäßig kontrolliert, bevor wir eine Landeerlaubnis erhalten.“

Faith entfuhr ein Seufzen und nickte verstehend. Zwar konnten die Piloten und der Navigator im Cockpit nichts davon sehen, doch sie war zu genervt, um ihre Stimme über das Tönen und Röhren der Fluggeräusche zu einer ausgesprochenen Antwort erheben zu können. Zwar mochte sie, bedingt durch ihre Kindheit, die Zeit im All eigentlich sehr, doch war sie nur schwer über die Entscheidung hinweggekommen, sie schon so früh von Duro abzuziehen. Zumal ihr niemand gesagt hat, was der Grund des Ganzen war. Sie schmollte sie vor sich hin, denn der Gedanke, dass sie Paru nie wieder sehen würde, hatte inzwischen einen festen Platz in ihrem Kopf eingenommen. Aus den Augenwinkeln nahm sie dabei wahr, dass sich in der oberen Ecke des Transparistahlfensters die Ausläufer eines Schiffes näherten. Sie konnte nicht sehen, um was für ein Schiff es sich handelte, hörte jedoch bereits wenige Minuten später die Geräusche eines Andockvorgangs. Die Füße vibrierten, als das letzte hohle Grollen über den Stahlboden übertragen wurde. Dann öffnete sich die Zugangsluke zum Frachter. Herein kamen drei leicht bewaffnete Marines, inklusive eines ithorianischen Unteroffiziers, der den Blick abwechselnd auf das Datenpad in seinen Händen und durch das Innere des Frachters schweifen ließ, ohne dabei die Passagiere zu beachten. Aus dem Laderaum erschien ein Duros, ebenfalls mit Datenpad bewaffnet. Kurz darauf waren beide in eine bilinguale Diskussion verwickelt, wobei sie sich nacheinander Zeilen auf den Datenpads vor die (nichtvorhandenen) Nasen hielten und von Zeit zu Zeit wild mit der freien Hand durch die Luft fuchtelten. Zu einer anderen Zeit hätte Faith dieses Schauspiel interessiert, vielleicht sogar höchst amüsiert verfolgt. Zu dieser Stunde musste sie sich jedoch schon sehr anstrengen, nicht laut zu fluchen und ihr Gesicht in den Händen zu vergraben. Quin Ran-Wii war inzwischen erwacht, nicht zu Letzt durch den Umstand, dass einer der Flottensoldaten ihre Haut mit einem Scanner abfuhr, vermutlich um sie auf das C-Virus, oder sonstige gefährliche Krankheiten zu untersuchen, die sie auf Coruscant gerade nicht zusätzlich noch gebrauchen konnten.

Nach etwa einer Stunde war das ganze Theater vorüber. Der Zustand von Crew und Passagieren wurde für unbedenklich erklärt und auch die diskussionswürdigen Abweichungen auf den Materiallisten schienen erledigt. Der Frachter tauchte in die Atmosphäre des Stadtplaneten ein. Nun würden sie nur noch den nervenzerreißenden Verkehr zwischen den Wolkenkratzern ertragen müssen und kämen baldmöglichst an ihrem provisorischen Quartier an.

Noch immer fragte Faith sich, was der ominöse Lieutenant Commander Duval von ihnen wollte. Der Rangbezeichnung nach handelte es sich um einen Kammeraden der Flotte. Aber was wollte die Flotte von ihr? Sollte sie das „Privileg“ erhalten, auf einem Schiff zu dienen, erhielte sie doch in erster Linie einen klaren Versetzungsbefehl, über den auch Major Vodo Bescheid gewusst hätte. Diese Geheimniskrämerei machte ihr Sorgen. Und bei Jedi, auch bei Padawanen, sprach das Bauchgefühl in der Regel Bände.

Als der Frachter schließlich sein Ziel erreichte, hätte Faith nicht noch verwirrter sein können. Als sich die Luke öffnete, wartete bereits ein riesiger Herglic in der Bekleidung eines Lagermitarbeiters. Faith, die bereits dahinter gewartet hatte, fuhr erschrocken vor der massigen Gestalt zurück, die sich ihrerseits durch die Luke ins Innere schob.


„2nd Lieutenant Navolon?“, fragte er, nachdem er sie abschätzend von Oben bis Unten betrachtet hatte.
Navalon…J…Ja?“, erwiderte sie zögernd.

Aus einer Tasche, die er an seiner Seite trug, zog er ein Bündel Kleidung heraus, die ihrer in Form und Farbe glich, gleichwohl die Größe naturgemäß einen erheblichen Unterschied aufwies.

„Bitte überziehen“, sagte er, während Faith das Bündel in die Hände gedrückt bekam. Sie sah erst an sich herab. Das Braun der Republikanischen Offiziersuniform unterschied sich nicht allzu sehr von dem Braun der Jacke, die sie überreicht bekam. Vorsichtig nahm Faith sie in Augenschein. Sie war simpel und auf der Brusttasche mit einem generischen anmutenden Logo bestickt unter dem die Worte „Duros Agricultural Imports“ zu lesen waren. Sie warf einen fragenden Blick in die Runde. War das ein schlechter Scherz?

In den Blicken der drei Privates und des Corporals war nicht weniger Verwunderung und Nervosität zu sehen, als sie selbst gerade ausstrahlen musste. „Okay…?“ Stotterte sie und warf sich die Jacke um. Der Herglic machte augenblicklich den Weg frei. Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen und trat durch die Luke ins Freie. Sie befand sich auf einer halb überdachten Landeplattform, ganz wie es auf Coruscant bei jedem beliebigen Handelsunternehmen der Fall war und blickte auf eben solches. Das schlichte, graue Gebäude der „Duros Agricultural Imports“ ragte vor ihr auf. Hinter sich vernahm sie erneut die Stimme des Herglic. „Verzeihung, nur Lieutenant Navalon.“ Als sie sich umsah, erkannte sie, dass ihre Untergebenen ebenfalls das Schiff verlassen wollten, daran jedoch gehindert wurden. Die massige Gestalt nahm sich eine verschlossene Kiste, die nahe der Frachtluke positioniert war und verließ den Frachter. So schnell, wie sie gekommen waren, schloss sich die Luke und der Frachter hob ab, mit Ran-Wii, Nex, Kronn und Tradeseeker, jedoch ohne sie.

„Wenn Sie mir folgen würden, Lieutenant. Lieutenant Commander Duval erwartet sie.“

[Coruscant-System | Coruscant | Obere Ebenen | Sicheres Haus des NRGD (Duros Agricultural Imports) | Ladebereich | Faith & gehemnisvoller Herglic]
 
.:: Coruscant | Untere Ebenen | Spielerviertel | Kneipe "Slith" | Cat mit Tico ::.


Cat amüsierte sich prächtig mit dem Kerl, der nach 50% Spießer aussah. Was die anderen 50% über ihn aussagten? Sie konnte es nicht genau definieren. Er war sympathisch, machte Scherze, hatte also einen guten Sinn für Humor, weshalb er auch über sich selbst lachen konnte. Das gefiel ihr. Sie selbst hatte eigentlich eher weniger zu lachen, wenn sie genauer darüber nachdachte. Meistens wirkte sie eher ernst und verhalten. Ihre Kollegen kannten sie überhaupt nicht so, wie sie sich an diesem Abend im Privaten gab. Dieses Gesicht zeigte sie kaum jemandem und er zählte doch in Wirklichkeit auch gar nicht, schließlich würde sie ihn nie wieder sehen. Er war nur eine flüchtige Bekanntschaft, mit der sie hier etwas längst überfällige Freizeit verbrachte, anstatt dauernd über die Arbeit nachzudenken. Sie würden hier etwas Spaß miteinander haben und dann wieder getrennte Wege gehen. Der Alltag würde sie schnell wieder einholen. Catherine konnte dann wieder die unnahbare Geheimdienstlerin geben, die sie nun einmal war und in Rollen schlüpfen, die sie selbst nicht wiederspiegelten. Undercover nannte man das. Oder war sie jetzt gerade undercover? War sie das hier wirklich? Oder war sie doch eher die andere, ernsthafte, strenge Frau? Kannte sie sich selbst eigentlich? Sie war sich darüber nicht ganz im Klaren. Vielleicht belog sie sich auch nur selbst, wenn es darum ging, wer sie wirklich war. Vielleicht war sie immer nur das, was sie vorgab zu sein und hatte gar keine eigene Identität.

Nun machten die beiden sich also bald in Richtung Jukebox auf. Ok, Catherine hatte die Führung übernommen, indem sie Tico an der Hand nahm und ihn zielstrebig durch die Gäste hindurch zur Tanzfläche lotste. Er schien nicht abgeneigt zu sein, sagte sogar selbst, dass er gerne tanzte und sie sich nicht vom Spießeraussehen irre führen lassen durfte. Dies bewies er indem er als erstes eine Münze einwarf, um das erste Lied auszusuchen und jenes sprach für einen guten Geschmack in Sachen Musik, was wiederum für den jungen Mann sprach. Catherine und er begannen ausgelassen zu tanzen. Es folgten noch weitere Runden und die Dunkelhaarige genoss jeden einzelnen Song, zu dem sie beide sich bewegten. Musik war wundervoll und das war wirklich etwas, das von ihr selbst kam: Ein Gefühl aus ihrem tiefsten Inneren. Der Rhythmus riss sie mit sich und ließ alle Sorgen auf einmal von einem abfallen und obwohl sie keinen Alkohol getrunken hatte, genoss sie diese Leichtigkeit der Nacht. Jene war nun schon weit fortgeschritten und eigentlich war es Zeit nach Hause zu gehen, aber Cat wollte ehrlich gesagt noch gar nicht auf wiedersehen sagen. Stattdessen holte sie ihnen kurzerhand einen weiteren Drink. Diesmal jedoch etwas starkes, um zu testen, wie trinkfest ihr Gegenüber war. Lächelnd reichte sie ihm das kleine Glas und prostete ihm zu: "Auf das Tanzen, das so gar nicht spießig ist?"



.:: Coruscant | Untere Ebenen | Spielerviertel | Kneipe "Slith" | Cat mit Tico ::.


[ooC: Sorry für die Einfallslosigkeit. Aber meine PC-Probleme sind nun endlich passé :) ]
 
Orbit von Coruscant – an Bord der Ilum, Besprechungsraum – Senator Fensa, Agent Fontaine, Bailee und Brianna

Äußerlich mochte Senator Fensa gelassen wirken und als (wie Brianna annahm) alter Politikhase beherrschte er diese Maskerade durchaus gut. Innerlich kochte er jedoch zweifellos. Es war nicht leicht, derart starke Gefühle vor einer Echani zu verbergen, bei einer derart routinierten Jedi-Heilerin wie der Silberhaarigen war es ein Ding der Unmöglichkeit. Seinen erhöhten Blutdruck konnte sie von hier aus spüren oder seinen Puls abzählen, falls das nicht noch langweiliger gewesen wäre als das, was der Politiker zu sagen hatte. Irgendwie witzig, wie sich die Dinge mit der Zeit veränderten. Vor einigen Jahren noch war es der damaligen Padawan Brianna schwer gefallen, sich überhaupt auf die Macht zu konzentrieren. Nach monatelangem Heilerinneneinsatz musste sie sich nun erst wieder daran gewöhnen, abzuschalten. Obwohl es ihr ein gewisses bösartiges Vergnügen bereitete, die Erregung des Senators zu spüren, wollte sie es eigentlich gar nicht so genau wissen. Es gab Leute, mit denen es Spaß machte zu streiten. Es gab welche, Talery zum Beispiel, bei denen es die Echani traurig machte. Es gab sogar Wesen, bei denen beides gleichzeitig zutraf – Bailee war eine von jenen. Bei manchen wusste sie nicht, was sie empfinden sollte, wie Janus. Wieso der attraktive Sith ihr schlagartig in den Sinn kam, wusste die Jedi nicht.

Beim Gekabbel mit Fensa dagegen empfand sie seltsamerweise gar nichts. Vielleicht lag es an seinem Beruf. Was war denn schon wirklich echt in der Politik? Die kleinlichen Streitereien und die künstliche Erregung über jeden vermeintlichen Lapsus der Gegenseite waren es sicherlich nicht. Genauso wenig war es das Gerede des Menschen, ein Freund der Jedi zu sein. Wieso würde er dann die erste Jedi, der er begegnete, so mies behandeln? Auch alles andere stritt er erwartungsgemäß ab, bevor er – erwartungsgemäß – erneut zum Angriff blies.

Er machte einen Schritt nach vorne, verkürzte die Distanz zwischen der Jedi-Ritterin und ihm und verletzte so den Bereich, den Brianna als ihre Intimsphäre betrachtete. Der Bereich, innerhalb dessen es ihr unangenehm war, war bei der Echani größer als bei vielen anderen Personen. Im Prinzip war es der gesamte Radius ihrer Schlagreichweite, wahrscheinlich eine genetische Sache bei ihrer Subspezies. Glaubte Fensa, sie auf diese Weise einschüchtern zu können? Er war recht groß, Brianna nach eigenem Empfinden eher klein. Es war ein gefährlicher Zug – ihr so nahezukommen und sie dann noch zu reizen war wie sich mit Bürste und einem Eimer voll Seifenlauge vor ein Nexu zu stellen und damit zu drohen, es zu waschen. Der Kesseldruck stieg in Brianna wie bei einem Schnellkochtopf. Es war sicherlich zu seinem besten, sich nach ein paar Sätzen wieder zurück auf seinem Platz zu setzen, denn Senator hin oder her, nicht einmal sie selbst hätte gewusst, was anderenfalls passiert wäre.


Ob Senator Fensa versuchte lustig zu sein, würde die Echanijedi wohl nie erfahren. Fest stand, dass er sich für etwas besseres hielt. Er wollte sich von der Jediritterin nicht genauso behandeln lassen, wie er im Gegenzug sie und forderte gleich im Anschluss den Respekt ein, den er ihr trotz ihres Ranges verweigerte? Es ärgerte sie, dass er seinen fetten A.... nur dieses einmal aus seinem Sitz gestemmt hatte, um sie zu beleidigen. Wenn er mal Kanzler war, durfte er vielleicht in seinem Stuhl sitzen bleiben, wenn eine Ritterin ihn begrüßte, was hoffentlich nie passierte.

In Gedanken hatte Brianna bereits eine gepfefferte Antwort parat, als Agent Fontaine zur Stimme der Vernunft wurde und beide ermahnte, sich von nun an auf die Sache zu konzentrieren. So ungern die Echani die Frechheiten des Möchtegerndiplomaten einfach so stehen ließ, bot der NRGD-Mann ihr doch die Gelegenheit, die erste zu sein, die den persönlichen Zwist der Mission zuliebe ruhen ließ. Sie würde als die Vernünftigere dastehen, wohingegen Fensa nach wie vor nichts zur Sache geäußert hatte außer Vorwürfe.


„Ich würde es überaus begrüßen, falls mein Versuch, unsere Mission zu erörtern, endlich Gehör fände. Es bringt uns nicht voran, wenn Ihr nur Eure Beleidigungen wiederholt, Senator Fensa. Zollt mir endlich den Respekt, den ich verdiene und ich werde den Gefallen gerne erwidern, so dass wir auf Alderaan erfolgreich zusammenarbeiten können, anstatt uns gegenseitig auf den Füßen zu stehen,“

Erklärte Brianna, die HoloNet-gestählt inzwischen einiges an Übung hatte, Personen diplomatisch zu begegnen, von denen sie sich in Gedanken ausmalte, wie sie sie verprügelte. Ein besonders schlimmes Exemplar war ihr bei der letzten Talkrunde im Studio bei Macy Seeker untergekommen. In Teilen der Republik schien es ihrem Eindruck nach immer noch schick zu sein, auf die Jedi herabzusehen und verbal auf sie einzudreschen, wozu der Senator von Metellos offenbar ebenfalls zählte. Spätestens seit den groß angelegten Einsätzen auf Denon und Corellia, vielen kleineren Missionen für die Republik war ein solches Verhalten absolut fehl am Platze. Mit der Mammutoperation auf Coruscant stellte sie nun ein gänzliches Absurdum dar.

Endlich ging es also zur Sache. Verwundert erfuhr Brianna, dass der NRGD bereits Kontakt mit dem Widerstand aufgenommen hatte, der ihren Informationen nach versuchen würde, die Jedi zu kontaktieren. Allerdings erreichte man nun die betreffende Zelle nicht mehr. Fontaine witterte eine Falle und auch Brianna hatte ein ganz mieses Gefühl bei der Sache. Das erste Positive an der ganzen Drecksmission war nun, dass der Agent in fachlicher Hinsicht mit ihr übereinzustimmen schien – bisher wenigstens.


„Davon wusste ich bisher nichts,“


Begann Brianna und fügte in Gedanken hinzu: ‚Aber ich heule deswegen nicht rum.‘


„Entweder sind es zwei verschiedene Gruppierungen innerhalb des Widerstands, oder der Widerstand hat ebenfalls den Kontakt zu dieser Zelle verloren, was ein sehr schlechtes Zeichen wäre. Den Kontakt zu Euren Leuten vor Ort herzustellen sollte daher unsere oberste Priorität darstellen. Ganz wie Ihr sagt, Agent: Information ist unsere Freundin. Wir sollten so viel wie möglich davon erlangen, um zu wissen, wie gefährlich die Lage vor Ort wirklich ist. Außerdem lässt es sich nicht gut verhandeln, wenn man im Vergleich zur Gegenseite mit Wissen im Nachteil ist.“

Speziell, wenn ihr Diplomat vom Dienst so gar nicht wusste, worum es ging. Dass inzwischen Ausnahmezustand auf Alderaan herrschte, kam nicht allzu überraschend, verbesserte die Situation aber nicht unbedingt und in Gedanken stellte sie sich bereits auf wahllose Schikanen seitens der imperialen Behörden ein. Auch der imperiale Geheimdienst würde voraussichtlich nicht untätig sein, was aufgrund des Kontaktverlusts zur NRGD-Zelle auch so stark zu befürchten gewesen wäre.


„Mit solchen Situationen komme ich klar, ich werde nur auf meine Padawan acht geben müssen. Ich hoffe, du fühlst dich bereit für eine potentiell gefährliche Mission, Bailee? Es tut mir leid, dass ich es dir nicht vorher sagen konnte. Ich hatte schon nicht mehr geglaubt, dass du noch kommst.“


Die Jediritterin war sich sogar einigermaßen sicher gewesen, dass sie es verbockt und die interessanteste potentielle Padawan bereits vergrault hatte. Bailee musste es ja noch irgendwie im allerletzten Moment aufs Schiff geschafft haben, sonst wären sie sich zwangsläufig vorher begegnet und Brianna hätte ihr alles erzählen können. Indes erwartete die Delegation noch weiteren Zuwachs, wie Agent Fontaine auch wusste.

„Korrekt. Wir erwarten noch einen Jedi-Diplomaten und eine weitere Jedi, die Euch unterstützen kann, Agent. Sie sind von Lianna aus unterwegs, daher erwarte ich, dass wir sie erst vor Ort treffen. Was eine Bewaffnung angeht: ich bin auch ohne eine tödliche Kämpferin, dazu brauche ich auch keine Jedikräfte. Daher denke ich, dass wir uns auf die Ausrüstung beschränken sollten, die Ihr benötigt. Je mehr wir zu verbergen suchen, desto größer das Risiko, nehme ich an. Das Imperium sollte besser auch gar nicht erst erfahren, dass es einen Geheimagenten in der Delegation gibt,“

Beantwortete sie die Frage, Waffen auf den Planeten zu schmuggeln. Im Grunde wähnte sie damit alles Wichtige als gesagt. Fensa war nicht wirklich wichtig und sie glaubte auch nicht mehr, dass er etwas zur Sache beizutragen hatte. Trotzdem sah sie ihn gerade extra kurz an.


„Gibt es sonst noch etwas? Anderenfalls würde ich mich mit Bailee auf mein Quartier zurückziehen. Diplomatische Verhandlungen bieten eine wunderbare Gelegenheit, die eigenen Machtsinne zu schulen, sind also perfekt für eine Padawan im Frühstadium ihrer Ausbildung,“

Betonte Brianna und lächelte Bailee dabei einladend ein. Auf Alderaan, befürchtete sie, würden sie nicht viel Zeit bekommen, in Ruhe zu trainieren – jedenfalls, wenn ihre pessimistischen Erwartungen eintrafen.

Orbit von Coruscant – an Bord der Ilum, Besprechungsraum – Senator Fensa, Agent Fontaine, Bailee und Brianna
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian

Der letzte Ort, an dem er sein wollte. Natürlich... Aber sie beide wussten, dass er vermutlich nur auf Bastion etwas herausfinden konnte. Was man wollte, und was man musste... nicht selten zwei unterschiedliche Dinge. Was allerdings das Dilemma war, von dem Ian redete - davon hatte Eowyn keine Ahnung. Die perfekte Gelegenheit, es nicht zu erwähnen? Oh oh. Unsicher sah Eowyn ihn an. Mit was hielt er hinter dem Berg? Leicht die Stirn kräuselnd sah sie ihn an. Das Reflektieren...?
Überraschend war aber dann, dass er eine Erkenntnis mit ihr teilte, über die sie zuvor noch unterschiedlicher Meinung gewesen waren, und das rechnete sie Ian sehr hoch an. Er konnte sie nicht festhalten, nicht vor allem beschützen? Er
schloss es nicht aus, dass sie nach Bastion ging? Äußerst überrascht sah Eowyn ihn an. Wo zuvor noch ein kategorisches Ablehnen gewesen war, war nun... Angst, ja, Angst und Sorge und auch Widerwillen, aber gleichzeitig hatte sie das Gefühl, es gäbe da mehr Respekt. Respekt vor ihrer eigenen Meinung und ihrer eigenen Entscheidung. Es tat irgendwie verdammt gut, das zu hören - auch, wenn es nur hypothetisch war, da sie vermutlich ohnehin nicht gehen würde. Konnte sie Ian das überhaupt antun?
Dann aber überraschte er sie noch mehr - auch, wenn Eowyn gedacht hatte, dass das kaum mehr möglich war. Es wäre sogar
sinnvoll? Hatte sie da eben richtig gehört? Es war, als hätte die Welt sich um einhundertachtzig Grad gedreht. Ja, was Ian ansprach, war wahr. Sie wollte es ich kaum vorstellen, wie es sein musste, wenn Ian zurück in den Tempel gehen würde. Es würde anders sein als hier. Die Verführung wesentlich stärker, allgegenwärtiger. Abgesehen davon, dass man es natürlich auch von ihm erwarten würde. Es würde hart werden - und vielleicht auch unmöglich. Vielleicht würde er daran zerbrechen. Etwas, das sie unbedingt besprechen mussten, bevor er flog... oder auch, zumindest kurz, jetzt.

Ich weiß, dass es hart wird. Eowyn sah ihm ernst in die Augen. Und ich weiß auch, dass es vielleicht unmöglich wird. Ich nehme an... es wird zumindest unmöglich, dieses Versprechen auf Bastion zu halten. Ian, du wirst sicher Erfahrungen machen, die dich an deine Grenzen und darüber hinausbringen werden. Du wirst vermutlich auch Dinge tun müssen, die nicht... die dir nicht gefallen. Jetzt. Aber egal, was auf Bastion geschehen wird - Eowyns Blick wurde noch intensiver - denk daran, was du mit bedeutest. Was ich dir bedeute. Und das wird helfen, damit du dich nicht verlierst. Wenn falls? du wiederkommst, werden wir daran arbeiten und alles auch aufarbeiten. Du wirst da durchkommen. Ich weiß, dass du das kannst. Ich weiß, dass du stark bist.

Eine seltsame Idee?
Eowyn starrte Ian an, als er seine Idee ausführte.
Was!?! Tonlos entfuhr ihr nur dieses eine Wort. Die Idee gefiel ihm nicht? Ach, welche Überraschung. Sie - Geisel. Kostbar. Ein Geschenk... Er... er spann. Er machte Witze. Gleich würde er grinsen... Nein. Das war sein Ernst. Und warum auch nicht - ganz objektiv betrachtet hatte er auch Recht. Diese Geschichte würde zwei Probleme auf einmal lösen - wie man sie in den Tempel bekam, und die Erklärung von Ians langer Abwesenheit. Objektiv betrachtet... war seine Idee perfekt. Sie wäre Ians Eintrittskarte zurück in seine alte Welt, sie würde ihm womöglich sogar Türen öffnen, die zuvor verschlossen gewesen waren...
Wann immer sie aber darüber nachgedacht hatte, mit ihm nach Bastion zu gehen, hatte sie sich... sicher nicht
so gesehen. Sondern aktiv... unterstützend... frei. Subjektiv betrachtet... Sie wäre bewegungsunfähig. Man würde sie festhalten. Man würde... shavit, man würde womöglich alles mögliche mit ihr anstellen. War Ian das klar? War ihm klar, wie verdammt gefährlich das sein würde? Und wie wenig sie sich würde wehren können? Sie wäre machtlos... Absolut machtlos.
Sie schluckte, starrte Ian weiterhin an. Ja... es musste ihm klar sein. Womöglich, wahrscheinlich, klarer als ihr selbst. Sie war zwar eine Schatten, sie kannte sie Sith, ihre Grausamkeiten, ihre Methoden - aber er war einer von ihnen
gewesen. Ganz sicher war ihm klar, was sie erwarten würde. Entweder, er setzte mehr Vertrauen und Respekt in sie, als sie noch vor zehn Minuten geglaubt hätte, oder aber, ihm war einfach klar, wie verdammt wichtig diese Mission war - und er war bereit, weiter zu gehen, als sie gedacht hätte. Was auch immer es war... erst einmal war es egal. Er hatte es vorgeschlagen. Es lag an ihr - und am Rat.

Diese Idee war allerdings mehr als nur seltsam, sie war... abartig. Alles in Eowyn sträubte sich. Sie sah grausame Bilder vor sich - Bilder, die sich mit denen, die sie in Ians Geist gesehen hatte, vermischten. Diese Qualen... Sie wäre... sie wäre krank, verrückt, wenn sie sich freiwillig in diese Situation begeben würde. Krank und verdammt verzweifelt. Und letzteres... traf allerdings definitiv zu. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde diese Mission mehr als nur ein wenig anstrengend werden. Sie würde da nicht heil wieder herauskommen, würde sie Ians Idee folgen. Wenn sie Glück hatte... dann würde sie wenigstens überleben.
Aber wenn es die beste Lösung blieb, eine Lösung, die sie ihrer einzigen Chance, das Virus zu vernichten, vielleicht näherbrachte... hatte sie dann nicht die
Pflicht, sich darauf einzulassen?
Eowyn wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, seit ihrer einen kleinen Reaktion. Sie hatte sich seither nicht gerührt, und plötzlich bekam sie das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen. Tief atmete sie ein. Sie wollte nicht. Nein, sie wollte nicht... nicht dieser Weg. Sie wollte nicht, sie konnte nicht. Sie konnte sich nicht in eine Situation begeben, in der sie nur Spielball war, die sie nicht beeinflussen konnte. Sie war dem Tod schon einmal so nahe gewesen, wie konnte sie das freiwillig noch einmal tun - so völlig schutzlos? So völlig...
Stop.
Sie musste die Entscheidung nicht jetzt treffen, nicht jetzt sofort. Niemandem würde es helfen, wenn sie jetzt in Panik geriet. Außerdem... musste der Rat zustimmen. Und vielleicht gab es ja auch noch eine bessere Möglichkeit... auch wenn Eowyn, tief in sich drinnen, befürchtete, dass es die nicht geben würde.

Die Idee ist... interessant, brachte sie heraus. Und hat durchaus ihre Vorzüge. Einige sogar. Eowyn atmete noch einmal tief ein und aus und schloss die Augen. Verdammt viele Vorzüge... Sie wäre bei Ian, konnte ihm vielleicht Sicherheit geben. Ein Anker sein. Und schlussendlich... wenn Ian etwas fand... würde er sie wieder mitnehmen können, hoffentlich. Es WAR möglich. Die Chancen waren gering... aber es war möglich... Nur... Ich habe einfach nur Angst, flüsterte sie und öffnete dann die Augen. Aber sollten wir uns für diesen Weg entscheiden... Sie versuchte sich an einem lahmen Witz. ...wäre Angst theoretisch nicht so falsch, oder? Immerhin würde es zu dieser Rolle passen... Für Ian hingegen wäre es wesentlich härter. Er durfte keine Angst zeigen... Kein bisschen.

Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn


Ian hatte das Versprechen nicht gegeben, um es zu brechen und Bastion, Bastion sollte keine Ausnahme sein. Er wollte helfen, nichts mehr als das, aber wenn das bedeutete, dass er Dinge tun musste, von denen er glaubte, sie nicht mehr zu können? Wäre er bereit dazu, seine Loyalität zu beweisen, wenn man von ihm verlangte, einen weiteren Mord zu begehen? Würde er jemanden töten um als echter Sith zu gelten, um in die Kammern zu kommen, um etwas zu finden, das ihnen helfen konnte, das Virus zu beseitigen? Einer gegen viele. Mehrere, gegen Milliarden? Ians erster Impuls war der, sich auf der Stelle abzuschirmen, denn mit Eowyns Worten, wuchsen Sorge und Angst. Hart. Hart war kein Ausdruck für das, was auf Bastion geschehen würde. „Ich war dort schon immer anders.“ Eigentlich von Anfang an. Ian hatte nicht zu denen gehört, die Jünger gequält hatten und wenn er einmal von Iouna absah und von dem, was er mit ihr getan hatte: Er hatte sich nicht mit Grausamkeiten beweisen müssen. Nie. „Ich habe keine Junger gequält und ich habe niemand, gegen niemanden ausgespielt. Sie wären dumm, wenn sie das mit einem mal von mir verlangen würden.“ War das die Angst, dass sie es doch tun konnten? Die Angst, am Ende zu versagen, weil er nicht konnte? Nein. Ian straffte die Schultern. Er würde die Sith überzeugen können, auch anders, er würde nichts tun, was er nicht tun wollte. Nein, er würde finden, was gefunden werden musste, ohne sich dabei zu verlieren. „Ich werde mich nicht verlieren,“ und er sagte es so fest wie nur möglich. So fest, um selbst daran zu glauben?

Dann kam seine Idee und mit der Idee unweigerlich die Frage, ob er hier nicht bereit war, Eowyn zu opfern. Eowyn als Geisel. Eine Geisel der Sith. Hatte Ian diesen Gedanken überhaupt zu Ende gedacht? Wenn Eowyn eine Geisel war, dann war sie eingesperrt – bei den Sith. Was, wenn sie Verdacht schöpften? Wenn sie etwas spürten? Was, wenn Ian nach einer Lösung suchte, während Eowyn den anderen hilflos ausgeliefert war? Was, wenn sie versuchen würden – er musste die Gedanken stoppen, auf der Stelle. Aber ein Stein, der ins Rollen gekommen war, auf einem abschüssigen Berg, was sollte ihn festhalten? Ian hatte die Augen längst geschlossen, als das Bild Ysims vor seinem inneren Auge auftauchte. Da waren zu viele Feinde im Orden. Es war das eine, sich ihnen auszuliefern, doch es war etwas anderes, Eowyn ihnen auszuliefern. Was war, wenn sie verlangen würden, dass er Eowyn tötete? Was war dann?
„Ich werde dich nicht opfern,“ kam die laute Antwort, die allein seinen Gedanken geschuldet war. „Und warum sollten sie eine Prüfung meiner Loyalität überhaupt verlangen?“ Ian sah Eowyn wieder an und wiederholte genau das, was er eben schon gesagt hatte. „Ich werde dich nicht opfern und… ich habe auch Angst.“ Was völlig untertrieben war. „Aber… wenn wir uns entscheiden, dann kann ich dich vor allem warnen und wenn wir uns dafür entscheiden, wird der Plan so gut sein, dass dir so wenig Gefahr wie möglich droht.“ Sie würde seine Geisel sein – Ians Geisel allein und er würde niemandem erlauben, dass er Eowyn auch nur ein Haar krümmte. Bloß… bloß was würde geschehen, wenn er Eowyn Allegious präsentierte? Wenn er sein ‚Päsentiertellergeschenk‘ überreichte? Dann hatte er keine Chance mehr. Dann hatte Eowyn keine Chance mehr. „Ich könnte behaupten, dass ich dich dort unten, in den Kammern zu einer Sith machen will. Damit du die Dunkelheit besser erkennst…“ Bröckelte da gerade seine ‚Idee‘? „Ich kann dich erst als Geisel mitnehmen und behaupten, dass es zwei Möglichkeiten gibt. Entweder, dass du zerbrichst oder aber, zu Sith wirst… indem ich dich in die Kammern mitnehme. Denn dort unten,“ Ian wollte nicht an dort unten denken, „sitzt die Angst in jeder Ecke, verlorene Seelen, die nach dir greifen…“ Die Kammern waren wahrlich kein Urlaubsort, im Gegenteil. „Du weißt, dass ich das nicht vorgeschlagen habe, um dich zu opfern? Du weißt, dass es nicht darum geht, dass ich versuche, eine Schuld mit allen Mitteln zu begleichen?“ Waren das Fragen oder Aussagen? Oder eine Hoffnung, die nun nicht mehr still war? „Ich werde dich nicht gegen die Lösung des Virus eintauschen,“ kam dann, leise, beinahe verzweifelt. „Was auch immer passiert, wie der Rat entscheidet, wie wir entscheiden, der Plan wird für alle Widrigkeiten eine Lösung beinhalten.“ Wie oft hatte er es gesagt? Es spielte keine Rolle, als Ian Eowyn ansah, nach ihren Hand griff, vielleicht zu fest. „Ich werde dich nicht opfern.“


Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian

Es war richtig - Ian hatte Eowyn auch schon gesagt, dass er niemals der "klassische" Sith gewesen war. Diese Gefahr war also gering, man würde nicht davon ausgehen, dass er plötzlich mordend und sinnlos quälend durch den Tempel lief. Auch wenn er sich vor gewissen Grausamkeiten eventuell nicht würde fernhalten können, zu hart war das Leben im Sith-Tempel - zumindest wenn stimmte, was Eowyn davon wusste. Aber es waren Dinge, die er würde abwägen müssen, und alles hießt noch lange nicht, dass er der dunklen Seite erneut verfallen würde. Vielleicht... vielleicht konnte er es tatsächlich durchhalten. Andererseits hatte Eowyn Angst, dass dieser Druck, diese Furcht vor weiteren Fehlern, ihn in Probleme und noch mehr zur dunklen Seite treiben konnte. Er durfte keine Erwartungen an sich stellen, die zu utopisch waren, um sie einzuhalten. Auch er war "nur" ein Mensch. Aber war das heute der richtige Zeitpunkt, um darüber zu reden? Eher nicht... dennoch sollte sie es unbedingt ansprechen, bevor Ian sich nach Bastion aufmachte. In einer Situation, die vielleicht etwas entspannter war. Wenn so etwas irgendwann mal vorkommen würde...
Sie nickte nur, wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Ian klang überzeugt, sich nicht zu verlieren, sie wollte ihm nicht seine Zuversicht nehmen, wenn sie echt war - auch, wenn sie selbst durchaus große Gefahr darin sah. Aber momentan fühlte sie sich nicht in der Lage, zu viele sensible Themen anzusprechen. Eines nach dem anderen...


Ians Idee zum Beispiel. Eowyn hatte Mühe, logisch nachzudenken und sich objektiv zu verhalten, zu sehr vereinnahmten sie ihre Ängste. Ians Vorschlag war so sinnvoll... Eowyn war eine Jedi, verdammt. Selbst Ian war in der Lage, seine Gefühle hintenanzustellen. Wieso sie nicht? Angst... Angst war ein Gefühl, das sie nicht beeinflussen durfte. Es gibt keine Gefühle... sie war kurz davor, diesen Satz zu hassen. Was wieder ein Gefühl war.
Ian riss Eowyn aus ihrem Gedankenkarussel, mit einem Satz, den sie so auf ihr Angstgeständnis nicht erwartet hatte.
Sie nicht opfern? Loyalität... Langsam setzte sich ein Bild zusammen. Der Gedanke, den sie vorhin kurz gehabt hatte... Ian musste ihn mehr verfolgt haben. Wieso? Recht hatte er damit, dass er hoffentlich zumindest etwas Einfluss haben würde. Bloß, würde das reichen? Sie warnen... Warnungen waren gut und schön, aber was half das am Ende? So wenig Gefahr wie möglich hieß im Sith-Tempel, dass sie wenigstens vielleicht ein paar Tage überleben würde. Welch wundervollen Aussichten... Sie nickte automatisch, während sie über seine Worte nachdachte. Abwesend antwortete sie:
Ich habe von den Kammern und Katakoben gehört... Er würde sie nicht opfern. Wieso war ihm das so wichtig? Sie hatte kein Wort davon gesagt. Kein einziges. Es waren seine Gedanken - und wenn man so etwas sagte, ohne Grund, wenn man ohne Grund etwas beteuerte... hieß das nicht eher, dass man sich selbst ertappt hatte? Jetzt sprach er sie direkt an, und Eowyn erwiderte seinen Blick stumm. Sie hatte diese Frage beiseite geschoben, als nicht relevant beurteilt. Aber jetzt, wo Ian sie so direkt fragte... wusste sie das? Wusste sie das sicher, gerade, wenn er so sehr auf dem Thema beharrte? Und wenn dem nicht so sein sollte... spielte es überhaupt eine Rolle? Das übergeordnete Wohl... der Grund, weshalb sie eine Jedi war. War das nicht viel wichtiger? Wäre sie nicht sogar einverstanden, sollte sie es nicht sogar sein, wenn Ian so denken würde? War nicht das, was er gerade sagte, der Knackpunkt? Vertraute er ihr diese Mission an, weil er sie für fähig hielt, weil er dachte, dass sie beide ein gutes Team wären, weil er ihr Können achtete und ihre Fähigkeiten... oder nur, weil sie ihm helfen würde, sein Ziel zu erreichen, egal wie? Wenn es letzteres wäre... Eowyn war sich nicht sicher, ob er sich dessen selbst bewusst wäre. Ian war mittlerweile so sehr in seinem Tunnel gefangen, der Tunnel, der nur ein Ziel hatte - seine Schuld tilgen, das Virus besiegen. Und sie würde ihn nach Kräften darin unterstützen - weil sie ihn liebte, und weil es das richtige war. Für ihn und für die Galaxis.
Er würde sie nicht eintauschen... Eowyn lächelte leicht, beinahe verbittert. Genau das war der Punkt. Genau das. Würde er nicht? Wenn doch... es wäre die schlimmste Entscheidung seines Lebens. Aber letzten Endes... ein Leben gegen vieles. Es wäre... richtig.
Ihr wurde kalt, als sie erkannte, dass sie sich in diesem Punkt tatsächlich nicht sicher war, wie Ian handeln würde. Und auch, dass sie zumindest jetzt, in diesem Moment, nicht wusste, was sie wollen würde - aber sollte das nicht klar sein? Eindeutig? Sie war eine Jedi. Auch, wenn sie die Roben nicht trug, wenn sie vielleicht nicht würdig war, diesen Titel zu tragen... sie war genug Jedi, dass sie zumindest die Lehren verfolgen sollte.
Und ein erster Schritt war es, Ian zu folgen.

Eowyn nickte, ignorierte Ians wiederholtes Erwähnen in Bezug auf das Opfer, ignorierte seinen festen Handdruck. Sie konnte darauf momentan keine ehrliche Antwort geben.
Okay. Wenn der Rat zustimmt... Sie schluckte, schloss einen Moment die Augen. Bin ich bereit. Hatte sie da gerade eben beschlossen, ihr eigenes Todesurteil zu unterschreiben? Es war ein Fehler. Ein großer Fehler...
Auch wenn ich bezweifle, dass wir für alles im Voraus eine Lösung finden können. Sie schüttelte den Kopf. Du wirst mich nicht vor allem beschützen können. Es werden unvorhergesehene Dinge eintreten, und ohnehin solltest du nicht zu viel Interesse an mir zeigen. Das wäre zu auffällig. Deine oberste Mission, Ian, und nun sah Eowyn Ian so drängend und ernst in die Augen, wie sie nur konnte, wird es sein, das Virus zu finden. Nichts anderes. Hörst du? Ich gehe dieses Risiko nicht ein, um am Ende ohne Erfolg dazustehen, oder noch schlimmer, ohne Erfolg und auch noch ohne Leben. Ich muss mich darauf verlassen können. Ich muss wissen, dass du immer weißt, was dein Missionsziel ist. Was nicht heißt, dass ich nicht dankbar wäre, wenn du mich mitnimmst, bevor du abhaust. Galgenhumor? Aber am Ende wissen wir beide, was dort auf dem Spiel steht. Von null auf hundert... sie hatte ihre Entscheidung getroffen, jetzt gab es kein Zurück, nicht, wenn der Rat zustimmte. Es war ähnlich wie auf Va'art... sie hatte auch dort gewusst, dass eine Entscheidung notwendig war. Ians Taten akzeptieren - oder nicht. Nun war es so ähnlich - alles für die Mission geben - oder nichts. Es gab kein dazwischen. Ich muss wissen, dass du mich im Zweifelsfall ignorierst. Kannst du das? Kannst du mir das versprechen? Sie wusste, was sie da von ihm verlangte. Andersherum wäre es nicht einfacher, aber ohne dieses Versprechen würde es nicht funktionieren. Außerdem würde es Ian vor Ort vielleicht wertvolle Sekunden geben, wenn er vor genau dieser Entscheidung stand. Er würde seinen Konflikt nicht auskämpfen müssen - er würde es schon jetzt getan haben.

Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Ian
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn

Wenn Ian an die Katakomben dachte, konnte da nur Angst kommen. Der Weg nach unten, die Gefühle, die Geister, all das. Eigentlich konnte Ian das, was dort unten war nicht beschreiben. Die Kammern Korribans musste man selbst erlebt haben und Ian kannte keinen Sith, der je von der Prüfung erzählt hatte, die sich dort unten abspielte. Denn welcher Sith gab freiwillig zu, dass er sich dort unten seinen schlimmsten Ängsten stellen musste? Natürlich, Eowyn hatte dort unten keine Prüfung zu meistern, sie musste ihre Hand nicht in diese Schatulle legen, aber der Ort war der gleiche. Nicht derselbe Raum, aber der gleiche Ort und in den Kammern gab es nichts, außer Dunkelheit und Angst und irgendwo die Lösung, nach der sie so händeringend suchten. Die Kerker waren nicht ohne Grund dort unten, denn auf diese Art ließen sich Feinde viel eher brechen. Ian wurde kalt – noch kälter, als ihm bewusst wurde, was das alles für Eowyn bedeuten würde. Ian hatte sich noch nicht genug Gedanken gemacht, hatte die Sache noch gar nicht zu Ende bedacht, nicht bis in den letzten Winkel gefeilt. Machte es nach außen hin aber nicht den Anschein, als wäre das ein Versuch, sich von seiner Schuld zu lösen? Um jeden Preis? Würde Eowyn das denken? Nein. Nein, das würde sie nicht. Sie beide wussten, dass Ian niemals rückgängig machen konnte, was geschehen war und auch ein Mittel gegen das Virus, das Mittel gegen das Virus würde nichts wieder gut machen. Um Widergutmachung ging es so wenig, wie um das Abtragen von Schuld. Die Republik mochte ihm die Amnestie gewährt haben, aber das bedeutete längst nicht, dass ihm damit Absolution erteilt worden war. Für ihn gab es keine Absolution.
Sie gab ihm keine Antwort. Glaubte sie…

„Glaubst du…“ Ian wurde weiß. „Du glaubst mir nicht,“ kam dann tonlos die Antwort, die sich wie Gewissheit und nicht wie eine Ahnung anfühlte. Sie glaubte wirklich, er war bereit dazu, sie auf Bastion sterben zu lassen? Sie glaubte wirklich, dass es darum ging, den Helden oder gar den Märtyrer zu spielen? Ian schüttelte den Kopf, noch vehementer, als Eowyn weiter sprach oder überhaupt wieder sprach. „Nein,“ kam es dann, vehement. „Nein, das verspreche ich dir nicht.“ Ian schüttelte den Kopf, noch immer bleich. „Das kann ich nicht.“ Können? Nein. Ian wurde lauter, ohne dass er es wollte. „Das will ich nicht.“ Ian entzog Eowyn seine Hand, stand langsam auf und lief auf und ab, sich über den Nacken reibend.
„Es kann nicht meine Aufgabe sein, eine Lösung für das Virus zu finden und dich am Ende sterben zu lassen. Das ist nicht meine Aufgabe.“ Abrupt blieb Ian stehen, sah dann zu Eowyn. „Das ist nicht meine Aufgabe, das ist nicht das, was ich will. Ich tausche dich nicht in echt gegen die Lösung des Virus. Ich werde das nicht tun.“ Schließlich… schließlich konnte er sich auch etwas anderes überlegen, sich eine andere Geschichte zurechtlegen. „Ich würde dich niemals bei den Sith zurück lassen.“ Wenn sie ihm bis eben nicht geglaubt hatte, dann jetzt. Jetzt musste sie ihm glauben. „Ich werde dich da unten nicht zurücklassen.“ Als stünde fest, dass sie gehen würden. „Außerdem steht nichts fest und diese Entscheidung können wir nicht in zwei Sekunden treffen, ich kann es nicht“ Sie brauchten die Erlaubnis vom Rat und sie brauchten einen Plan. „Wir brauchen jemanden, der uns hilft. Der dir im Ernstfall hilft. Die einzige Person, die auf Bastion sterben darf, bist nicht du.“ Ians Blick wurde eindringlich. „Wenn wir das wirklich machen, dann nicht ohne ein Auffangnetz. Eowyn, ich werde keinen Plan ausdenken, der dafür sorgt, dass du dem Tod direkt in die Arme läufst. Ich habe nicht überlegt dich mitzunehmen, damit das passiert, ich wollte dich gar nicht einbeziehen in diese Mission. Ich habe das nicht getan, um mir einen Vorteil zu verschaffen. Ich mache das…“ Es war verrückt. Weil er sie liebte – deswegen bezog er sie ein. Weil er wusste, weil er wusste, dass sie nicht tatenlos bleiben konnte und weil er wusste, dass er sie nicht anketten durfte. „Ich beziehe dich ein, weil du mir wichtig bist, Eowyn.“ Seine Stimme wurde wieder leise, diesmal nicht tonlos. „Ich mache das, weil ich dir zutraue, dich zu behaupten. Weil ich an dich glaube. Aber das heißt nicht, dass ich zulassen werde, dass du da unten stirbst.“
Ein Versprechen dieser Art konnte er ihr nicht geben – aber genau das war es, was sie hier einzufordern versuchte.


Coruscant – Jedi-Tempel, Iowyns Quartier, mit Eowyn
 
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