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Centares

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Brailor Khaine, 12. Dezember 2011.

  1. Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. November 2013
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    Es war eine miese Spelunke. Alles hier war schlecht. Die Gäste, die Einrichtung, die Getränke und der Inhaber. Das Publikum bestand aus Versagern, Betrügern, Halunken, Spitzbuben, Schmugglern, Schlägern und Süchtigen. Es war eine dieser Cantinas, vor denen man von klein auf gewarnt wurde. Die Luft war eine Mischung aus billigem Zigarra-Rauch, aus miesem synthetischen Alkohol und dem beißend-säuerlichen Gestank von Schweiß. Bei jedem Schritt drohten die Sohlen der Stiefel am Boden festzukleben. Sogar die Gläser waren fleckig und sicherlich ein wahrer Keimhort. Sakiyaner, diese dunklen Fastmenschen, huschten in dem diffusen Dämmerlicht umher. Hier wurde gehandelt, gefeilscht und getauscht. Bei illegalen Spielen wechselten Unsummen an Credits den Besitzer und angeblich kam es hier auch regelmäßig zu Blasterduellen. Das 'House of Joy' war ein ganz übler Ort. Und doch kam es Brailor Khaine vor, wie das Paradies. Endlich wieder unter anderen Lebewesen, endlich wieder frei bewegen. Drei lange Jahre hatte man ihn weggesperrt. Drei lange Jahre weg von der Freiheit des Alls, von Feiern, von Alkohol, von dem Geruch einer Frau. Drei Jahre in der Einsamkeit. Verpflegt zwar, aber innerlich gemartert ud gefoltert.
    Doch das war nun vorbei. Nun galt es wieder, das echte Leben in vollen Zügen auszukosten. Es zu genießen. Jeden Moment zu zelebrieren. Brailor Khaine leerte ein Glas von einem extrem bitteren Gesöff, das allerdings einen wundervollen, permanenten Nebel in seinem Kopf erzeugte. Seine rechte Unterarmschiene kratzte dabei scharf über die mehrfach gesplitterte Tischplatte. Sofort blieb der Blick des Mandalorianers an seiner ausgeblichenen Panzerung haften. Das einst satte Grün war einem schwachen grünweiß gewichen, ähnelte fast der Farbe von Maden. Es wirkte kränklich und verfallen - und passte damit letztlich zu Brailor. Noch während er sinnierte, näherte sich eine dunkle Gestalt - ein Sakiyaner - seinem Tisch. Zischelnd offerierte der schwarzhäutige Fastmensch sein Produkt.


    "Du willst kaufen Gree? Es Dir geben Kraft und machen Dich glücklich!", lobpreiste das Alien seine Ware. Kurzerhand zückte der Sakiyaner eine kleine Phiole mit purpurnem Inhalt. Spice - in der Abart Gree. Soviel wusste Brailor Khaine. Auch, weil er schon des öfteren auf derartigen Substanzen gewesen war. In seinem Leben hatte er viel konsumiert, hatte viel erlebt. Und genau diese Abhängigkeit von Drogen und Unterhaltungs-Stimulanzien war der Grund für seinen beruflichen Niedergang. Doch das war ihm in diesem Moment egal. Seine Konzentration, seine Aufmerksamkeit galt dem kleinen Gefäß. Er wollte es besitzen, wollte es haben.

    "Wieviel?", wollte der Mandalorianer wissen, dessen Helm neben ihm auf einem weiteren Stuhl ruhte. Während die Rechte des Kopfgeldjägers noch auf dem Tisch verweilte, wanderte die linke Hand fast unmerklich langsam zum Waffenholster an der Hüfte. Dort, wo seine modifizierte DL-18 Blasterpistole ihren Platz hatte. Man musste an solchen Orten mehr als vorsichtig sein.

    "Nur kosten dreihundert Credits. Aber nur republikanische Währung. Nichts von Imperium.", forderte der Hehler. Eine Dreistigkeit. Wirklich. Nicht nur das es eine völliger Wucherpreis war, nein, Brailor war lediglich noch im Besitz von einhundersechsunddreißig Credits. Seine restlichen Finanzen hatte die Gebühr der Raumhafenbehörde verschlungen. Natürlich kam den Kopfjäger in den Sinn, den Dealer hier und jetzt über den Haufen zu schiessen. Allerdings hätte das nur weiteren Ärger bedeutet. Und Schmiergeldzahlungen. Mit Geld, das er nicht hatte.

    "Verzieh' Dich!", giftete der Mann von Mandalore schließlich. Und er schloß die Augen, noch während sich die Finger seiner Linken um den Griff seiner vertrauten Blasterpistole legten. Der Sakiyaner fluchte in seiner Muttersprache und zog von dannen. Besser so. Ohne die Gegenwart der Stimulanzien ging es dem Söldner gleich wesentlich besser. Das Verlangen ließ zwar nicht nach, aber er verspürte keinen Tötungsdrang mehr. Nichts war unerträglicher, als der dauerhafte Wunsch, seine Sucht zu befriedigen. Möglicherweise würde ein weiterer Drink ihn auf andere Gedanken bringen. Langsam öffnete er die Augen, um sich nach der Bedienung umzusehen, als er im Eingangsbereich eine erschreckend vertraute Gestalt ausmachte. Eine Gestalt, die ihn an einige Treffen in der Vergangenheit erinnerte. Und an ausstehende Zahlungen. Brailor wurde warm und kalt zugleich. Die schmierige Gestalt kam überdies nicht allein ...


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  3. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

    [Centares | Muracie | Raumhafen] Mumba der Hutt

    Abermals war Mumba der Hutt nach Centares gereist. Er hätte nicht vermutet, schon so bald wieder hierher zu kommen. Doch als er erfahren hatte, dass Brailor Khaine hier gesehen worden war, hatte er nicht lange gezögert und sich auf die kurze Reise vom Wheel hierher gemacht. Es war ihm wichtig, den Menschen persönlich zu treffen und zu verhindern, dass er ihm gleich wieder durch die Finger schlüpfte. Khaine hatte es geschafft, drei Jahre lang völlig von der Bildfläche zu verschwinden und für tot zu gelten; nun wollte Mumba nicht riskieren, dass ihm dies abermals gelang. Immerhin ging es hier um eine ungeheure Summe Geld.

    Es ging hier nicht nur um irgend einen Schuldner. Khaine hatte es geschafft, Mumba eine größere Geldsumme schuldig zu bleiben, als er Anderen überhaupt jemals geliehen hatte. Der Ausfall von beinahe 150.000 Credits hatte vor einigen Jahren, als er selbst in finanzielle Bedrängnis gekommen war, den Untergang seines Geschäftes besiegelt und ihn in die Abhängigkeit zum Crath-Syndikat getrieben. Natürlich war dies nicht alleine Brailor Khaines Schuld; vor allem Fehlinvestitionen und einige wirtschaftliche Unwägbarkeiten hatten zu den enormen Verlusten geführt. Aber die Summe, die der Mensch ihm schuldete, hätte ihm damals den Hals retten können, zumindest redete er sich das ein. Dementsprechend handelte es sich bei dieser Sache um etwas Persönliches. Ein tiefer Groll, den Mumba lange Zeit gegen den säumigen Schuldner gehegt hatte, brodelte neuerdings wieder in ihm. Und es gab nur zwei Möglichkeiten, wie dieser innere Aufruhr besänftigt werden konnte. Das eine waren Credits, das andere war Blut.

    Blut war allerdings ein Problem. Brailor Khaine war Mandalorianer. Im Gegensatz zu Mumba hatte er zu kämpfen gelernt, und auch wenn der Hutt kein unfähiger Schütze war, konnte kein Zweifel daran bestehen, dass er in einem Kampf den Kürzeren ziehen würde. Aber auf eine Auseinandersetzung musste er jedenfalls vorbereitet sein: Niemand freute sich, wenn nach Jahren ein Schuldeneintreiber vor der Tür stand; und da mit Mumbas Tod auch die Schuld erlöschen würde, konnte ein einzelner Schuss dem Menschen knapp 150.000 Credits einbringen. Das Kopfgeld von 2.000, das vom Crath-Syndikat auf Mumbas Kopf ausgesetzt worden war, kam noch hinzu. Es war also nötig, sich zu schützen und auf eine Konfrontation vorzubereiten. Zu diesem Zweck trug der Hutt, der ansonsten niemals bekleidet war, eine bunte Weste, die alleine dem Zweck diente, ein Blasterholster zu verbergen. Das allein genügte jedoch nicht.

    Deshalb legte Mumba hier in Muracie, der Hauptstadt von Centares, einen Zwischenstop ein, anstatt direkt nach Old Town weiterzureisen, wo Khaine sich vermutlich aufhielt. Der große Raumhafen schien ihm das richtige Umfeld zu sein, um dafür zu sorgen, dass sich das Blatt zu seinen Gunsten wandte. Am liebsten hätte er sich Kampfdroiden gekauft, und er war sicher, dass hier welche zu bekommen waren. Aber als Fremder solche Quellen zu erschließen, kostete Zeit. Obwohl ihm dies überhaupt nicht behagte, musste er sich abermals auf lebende Söldner verlassen; alle inneren Alarmglocken schellten bei diesem Gedanken, denn für diesen Fehler hatte er zuletzt mit seinem gesamten Besitz und beinahe mit dem Leben bezahlt. Aber sie waren nunmal schneller und einfacher zu beschaffen als illegale Droiden, weswegen ihm kaum eine andere Wahl blieb.

    Schon eine Minute, nachdem er in Begleitung seines Protokolldroiden sein Schiff verlassen hatte, entdeckte er geeignete Kandidaten. Auf dem Hafengelände lungerten genug zwielichtige Gestalten herum. Mumbas Aufmerksamkeit galt zwei Klatooinianern. Sie gehörten einem Vasallenvolk der Hutts an. Somit gab es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie waren es gewöhnt, unter dem Befehl eines Hutt zu stehen und seinen Befehlen zu folgen; oder sie hatten allen Grund, Groll gegen Mumbas Volk zu hegen. In beiden Fällen würde ihre Antwort ziemlich direkt ausfallen, denn Klatooinianer waren nicht für ihre Subtilität bekannt, und diese beiden sahen nicht aus, als könnten sie eine Ausnahme darstellen. Jedenfalls brauchte er von diesen Leuten keine allzu große Heimtücke zu befürchten.

    Er schickte seinen Droiden zu den beiden, um ihnen mitzuteilen, dass er mit ihnen reden wollte. Er konnte nicht hören, was die Maschine mit den beiden Hafenarbeitern oder was auch immer die Kerle sein mochten beriet. Sie blickten skeptisch in seine Richtung, tauschten ein paar Blicke aus und besprachen sich kurz, bevor sie sich von den Containern erhoben, auf denen sie herumgelungert hatten, und in mäßigen Schritten herüber kamen.


    »Die Blechkiste sagt, Sie hätten Arbeit für uns«, sagte der kleinere der beiden auf Huttisch. »Ich hoffe, Sie verschwenden nicht unsere Zeit.«

    »So knapp und kostbar scheint sie nicht zu sein«, antwortete Mumba in derselben Sprache und musterte die beiden schmutzigen Kerle abschätzig von oben bis unten. »Ich habe Arbeit, aber nur für Leute vom richtigen Schlag. Ich will mich hier auf Centares mit einem alten Bekannten treffen und bräuchte jemanden, der mich begleitet.«

    »Aha, so. Und dieser Jemand ist nicht zufällig bewaffnet und wird auf Sie schießen, wenn wir ihn nicht zuerst erledigen?« Der Klatooinianer, abermals der kleinere der beiden, grinste vieldeutig. Der andere hingegen wirkte etwas stumpf und zeigte fast keine Regung, so als sei das, was Mumba erzählte, überhaupt keine Aufregung wert. Offenbar waren die beiden ein Volltreffer: Es schien nicht das erste Mal zu sein, dass sie sich mit derlei Aufträgen befassten.

    »Wenn die Sache so abläuft wie ich es mir wünsche, fällt überhaupt kein Schuss. Ich heuere euch nicht als Killer an, sondern in erster Linie nur, um respektgebietend auszusehen, damit er gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt. Es sieht so aus, als könntet ihr das schaffen. Aber schafft ihr es auch, ruhig im Hintergrund zu bleiben und euer Maul zu halten, während wir übers Geschäft reden?«

    »Wir können alles, wofür man uns bezahlt. Für Fünfhundert pro Kopf begleiten wir Euch, und für tausend mehr bringen wir ihn um.«

    »Ich gebe euch hundert pro Kopf. Dafür, dass ihr nur herumstehen müsst, ist das mehr als genug. Es reicht für einen Suff und eine Prostituierte oder zwei; mehr könnt ihr nicht erwarten.«

    »Das ist zu wenig, Mann. Wenn der Kerl wirklich so ungefährlich wäre, bräuchten Sie uns nicht, sondern würden alleine hingehen. Also kann's eben doch sein, dass irgendwer schießen oder stechen muss, und für hundert lasse ich mir keine Löcher in den Pelz machen.«

    Sein Begleiter - vielleicht sein Bruder, der Ähnlichkeit nach - grunzte eine Zustimmung, das erste Geräusch, das Mumba von ihm hörte.

    »Nun gut, zweihundertfünfzig für jeden von euch. Falls es zum Kampf kommt - zu einem Kampf, der nötig war und nicht von euch wegen des Geldes provoziert wird! - bekommt jeder nochmal zweihundert drauf, aber ihr entsorgt die Leiche unauffällig. Schlagt lieber zu, sonst suche ich mir andere. Es scheint hier genug Kerle von eurer Sorte zu geben.«

    »Gut, einverstanden. Zweihundertfünfzig, aber im Voraus.«

    »Hundert im Voraus, den Rest erst, wenn ihr eure Arbeit gut gemacht habt. Und auch nur, falls ihr eure Arbeit gut gemacht habt.«

    Mumba hielt dem Klatooinianer die Hand hin. Er hatte überhaupt kein Interesse an Körperkontakt mit diesem dreckigen, unzivilisierten Barbaren. Aber noch konnte er nicht so großspurig auftreten, wie er es wollte, und ein Handschlag war nunmal ein anerkanntes Symbol für einen bindenden Geschäftsabschluss. Auch wenn das seinen frisch angeworbenen Schlägern vielleicht nicht viel bedeutete.

    Sie schlugen ein, und wenige Minuten später startete die Stopgap mit nun drei Personen an Bord. Ihr Ziel führte sie jedoch nicht ins All. Die Bodenkontrolle hatte ihr einen Korridor für den Atmosphärenflug zum Hafen von Old Town gegeben. Der Frachter war nicht der schnellste; dennoch dauerte der Flug nicht lange. Mumba verbrachte ihn damit, den Klatooinianern noch ein paar Verhaltensregeln aufzuerlegen.

    Der Hafen von Old Town war kleiner als der von Muracie und nicht für den großen interstellaren Transit, sondern eher für planetaren Verkehr ausgelegt. Die Liegegebühren waren etwas niedriger, doch die Formalitäten waren dieselben. Das Schiff blieb mit dem Pilotendroiden an Bord auf dem Landefeld zurück, während sich Mumba, die Klatooinianer und der Protokolldroide mit einem gemieteten Gleiter auf den Weg in die Stadt machten.

    Finn's House of Joy war schnell gefunden. Es war eine dreckige Spelunke. Die Gerüche, die Mumba beim Öffnen der Tür entgegen schlugen, erinnerten ihn an alte Zeiten, sie ekelten und lockten ihn gleichermaßen. Es war genau die Art von Kneipe, die trotz unterschiedlicher Architektur, Einrichtung, Bedienung und Angebote stets die gleiche verruchte Stimmung verbreitete, egal in welchem Winkel der Galaxis sie lag, und in der man stets alte Bekannte oder alte Feinde treffen konnte. Oder alte Schuldner.

    Brailor Khaine saß alleine an einem schmutzigen Tisch. Trotz des Halbdunkels und des Dunstes war er leicht auszumachen, denn er stach durch seine Rüstung zwischen den anderen Besuchern der Spelunke deutlich hervor. In Mumbas Augen war es dumm, so auf sich aufmerksam zu machen. Selbst er als Hutt hätte zwischen den vielen Humanoiden in hier im Raum leichter untertauchen können als dieser mandalorianische Krieger.

    Khaine blickte in diesem Augenblick zur Tür und sah den Hutt und seine Begleitung. Ihre Blicke trafen sich. In seinen Augen spiegelte sich das Erkennen und die Überraschung. Als Mumba kurzentschlossen auf den Menschen zu kroch, flankiert von den beiden grimmig aussehenden Klatooinianern und gefolgt von dem tippelnden Droiden, zog er einige Blicke auf sich. Doch es war die Aufgabe der Söldner, dafür zu sorgen, dass niemand ihn belästigte: Er selbst konzentrierte sich völlig auf Brailor Khaine, jederzeit bereit, seine Waffe zu ziehen, um dem Mandalorianer zuvor zu kommen, falls es nötig sein sollte.


    »Brailor Khaine«, sagte Mumba ohne Gruß, als er den Tisch erreichte. »Ich hätte nicht damit gerechnet, dich nochmal wiederzusehen. Und es enttäuscht mich auch, in gewisser Weise. Der Tod wäre eine akzeptable Entschuldigung dafür gewesen, mit den Zahlungen in Rückstand zu geraten. Aber du lebst - das heißt, du hast keine Ausreden.«

    Während er dies sagte, rutschte er näher an den Tisch heran, während sich die Klatooinianer breitbeinig und mit verschränkten Armen postierten: Einer hinter Mumba, der andere in unmittelbarer Nähe Khaines. Die Drohung war unverkennbar, und der Hutt bemerkte, dass die beiden Kerle ihr Handwerk wirklich verstanden. Sie nahmen ganz die Haltung von Leuten ein, die es gewohnt waren, ernst genommen zu werden, und erweckten dabei gar nicht den Eindruck, gerade von der Straße angeworben worden zu sein. Mit entwas Glück hatte der Mandalorianer noch nichts von Mumbas Rückschlägen in der jüngeren Vergangenheit gehört und wusste nicht, dass dessen Macht deutlich nachgelassen hatte. In diesem Falle konnte er aus einer Position der vermeintlichen Stärke heraus mit dem Schuldner reden, und vor allem Drohungen erhielten ein anderes Gewicht.

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    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2011
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    Da war sie nun, die Situation, die man eigentlich nicht haben wollte. Ein unliebsames Aufeinandertreffen mit dem schmierigen Hutten. Und leider konnte sich Mumba sehr gut an die ausstehenden Zahlungen entsinnen. Mehr als gut. Über einhundertvierzigtausend Credits standen aus. Die Verzinsung tat ihr übriges dazu bei, das die Summe stetig anwuchs. Brailor Khaine hatte diese gewaltige Summe genutzt, um sein Schiff massiv auf- und umrüsten zu lassen. Nicht nur Technik, Waffen und Antrieb wurde überholt - auch falsche, fast perfekt imitierte IDs hatten entsprechende Unsummen verschlungen. Der Mandalorianer war abhängig von dem Zustand des Schiffes. Damals - vor seiner Einkerkerung - war das Schiff eines der modernsten und wendigsten in der Galaxis gewesen. Ideal zur Verfolgung etwaiger Ziele.
    Die Gegenwart des Hutten brachte den säuerlichen Gestank seiner schleimigen Absonderungen mit sich. Just in diesem Moment ärgerte sich der Kopfgeldjäger den Helm nicht zu tragen, denn ihm schossen Tränen in die Augen und sorgten für schlechtere Sicht. Noch schlechtere Sicht. Was Brailor jedoch wahrnahm, war die Anwesenheit einiger Schießbudenfiguren, die den Hutten flankierten. Typische Schlägervisagen einer typischen Schlägerrasse. Es war bezeichnend das sich dieser Untergrundwurm mit Abschaum umgab. Und bei dieser abfälligen Bemerkung im Geiste bemerkte der Kopfgeldjäger, das er sich damit auch selbst abstrafte. Wer, wenn nicht er selbst, war wohl Abschaum? Der schwere Kloß im Hals des Mandalorianers wanderte langsam gen Magengegend. Als Mumba den Vielgescholtenen ansprach und mit den Gegebenheiten konfrontierte, wurde dem Kopfgeldjäger ganz anders.


    "Mumba ... es ist mir beinahe eine Freude, Dich zu sehen.", begann der Mann von Mandalore erstmal gespielt lässig. Sein Ton jedoch verriet alle Anspannung. Die Linke, immer noch am Griff des DL-18 Blasters, war bereit in Windeseile loszulegen. Doch im Grunde hatte der Hutte hier Recht. Er hatte ein Anrecht auf die Gelder, ihm stand es zu, sich entsprechend zu gebährden. Wer hier im Unrecht war, lag auf der Hand. Und es missfiel Brailor, sich das eingestehen zu müssen.

    "Ich will ehrlich zu Dir sein, Mumba. Ich weiß, ich schulde Dir einen riesigen Batzen Credits. Und ich weiß auch, das ich nichts habe von mir hören lassen. Da musst Du Dich mit Deinen Anschuldigungen aber an die Falleen-Federation wenden. Die haben mich die letzten Jahre unter Verschluß gehalten. Bin gerade erst vor kurzem wieder rausgelassen worden. Und nun sitze ich hier, hab nur noch Kleingeld in der Tasche und hoffe, schnellstens einen Job zu kriegen.", gestand der völlig abgebrannte Kopfgeldjäger. Was sollte er dem Hutten hier etwas vormachen? Es war, wie es war. Also im Grunde zum speien. Den Mandalorianer kotzte es an, konnte an dieser Stelle jedoch nichts machen. Hätte er die Credits besessen, wäre Mumba der Erste, der sein Geld erhalten hätte. Doch aus den Rippen konnte er sich das Kleingeld nicht schneiden. Der Hutte jedoch konnte derartiges veranlassen. Von den säuerlichen Dämpfen leicht geblendet, hielt der Bountyhunter Ausschau nach den Handlangern des Gangsterbosses. Sollten sie Anstalten machen, sich zu rühren, würde Brailor kämpfen. Zwar war der Hutte im Recht, allerdings wollte der Mandalorianer nicht kampflos untergehen.

    "Wenn Dir etwas einfällt, wie wir diese Misere ändern, nur zu. Ich bin kein Di'kut. Ich weiß, das ich Dir etwas schuldig bin. Und das muss bereinigt werden ...", gab Brailor mit dem höflichsten Ton von sich, den er auf Lager hatte. Sich aus der Sache heraus zu reden hatte keinen Zweck. Heute nicht und morgen nicht. Mumba der Hutte war im Recht, hatte Recht und sollte seine verdammten Credits bekommen. Der Kopfgeldjäger von Mandalore konnte nicht mit viel bezahlen. Ausser seiner Tatkraft. Möglicherweise reichte dem schleimigen Halunken derartiges. Vielleicht hatte er eigene Aufträge für Brailor. Irgendwie jedoch zweifelte der Mandalorianer daran. Das wäre des Glückes ein wenig zuviel.

    Noch einmal sah sich der Unbehelmte um. Doch scheinbar hatte der Wurm ausser dem kleinen Gefolge keine weitere Verstärkung mitgebracht. Wenn es hier eskalieren würde, könnte es sogar zu Gunsten des Schuldners gehen. Brailor schätze die Klatooinianer als keineswegs professionell ein. Die bullengesichtigen Schläger wären leichte Beute - der Hutte selbst schon wesentlich zäheres Kaliber. Zudem kam, das die Falleen-Federation die meisten Spielereien seiner Rüstung entmunitioniert hatten. Es gab keine Dart mit Gift- oder Explosivköpfen mehr. Nur die Energiepacks der Waffen waren voll aufgeladen. Nur auf die konnte man im Falle des Falles zählen. Eine schöne Bescherung.



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  5. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

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    Mumba der Hutt betrachtete Brailor Khaine aufmerksam, während dieser sprach. Aus der Nähe betrachtet, wirkte er ziemlich mitgenommen aus. Er war noch nie ein hübscher Zeitgenosse gewesen, fand der Hutt. Doch nun machte er einen regelrecht verlotterten Eindruck, was vor allem daran lag, dass seine Rüstung so abgewetzt und ausgeblichen wirkte, als hätte sie die letzten drei Jahre auf einer Schutthalde zugebracht. Khaine hatte offenbar tatsächlich keine guten Zeiten durchgemacht, sondern war ziemlich weit unten angekommen.

    Mumba hatte beinahe so etwas wie Verständnis dafür. Auch er selbst hatte eine Reihe von Schicksalsschlägen hinnehmen müssen, die dazu geführt hatten, dass er letztlich vollends bankrott gewesen war, und nur mit viel Glück hatte er einen schnellen Ausweg aus dieser Misere gefunden. Aber dass es ihm schlecht ergangen war, bedeutete nicht, dass er einem Anderen aus reiner Nächstenliebe ein solches Schicksal ersparen wollte. Im Gegenteil. Jetzt befand er sich in einer Position der Stärke, also war ihm nun das Denken der eigenen Gläubiger weit näher als sein eigenes in seiner Zeit als Schuldner. Er hatte am eigenen Leib erfahren, was es hieß, verfolgt, gepfändet und in eine Art Schuldknechtschaft gezwungen zu werden, und konnte es gar nicht abwarten, irgend jemanden dafür büßen zu lassen, ob es nun seine Schuld war oder nicht.

    Allerdings kam er zu dem Schluss, dass bei dem Menschen nicht viel zu holen war. Er war ehrlich überrascht darüber, dass Khaine gar nicht versuchte, sich herauszureden. Gerade weil der Mandalorianer gar nicht versuchte, gegen seinen Gläubiger großspurig aufzutreten, wie es sonst in der Art von Leuten seines Schlages lag, machte deutlich, dass er am Ende war. Er besaß wahrscheinlich wirklich keinen Credit.

    Doch womöglich besaß er dennoch etwas von Wert.


    »Ich erinnere mich noch gut an dem Tag, an dem du dir das Geld geliehen hast. wolltest es doch alles in dein Schiff stecken; hast mir vorgerechnet, wie viel Gewinn dir das einbringen wird und wie schnell du zurückzahlen kannst. Die Rechnungen waren korrekt, sonst hättest du keinen Credit bekommen. Es war eine sichere Sache: Ich weiß nicht wie du es geschafft hast, trotzdem zu versagen.

    Ich habe dir damals gesagt, dass ich deinen gesamten Besitz als Sicherheit nehme. Was ist aus deinem Schiff geworden? Hast du es noch? Denn es wurde mit meinem Geld bezahlt - also rate mal, wem es jetzt gehört!«


    Ob es den Kahn noch gab und wo er sich befand, ließ sich jedenfalls mit geringem Aufwand herausfinden. Trotzdem lauerte der Hutt sehr gespannt auf Khaines Reaktion auf diese Forderung. Während er sprach, glitt seine Hand an den Saum seiner hässlich bunten Weste. Er war nur noch um Fingerbreite vom Griff seines Blasters entfernt. Wenn es tatsächlich zu einer Eskalation kommen würde, dann jedenfalls jetzt. Denn wenn Brailor Khaine überhaupt noch irgend etwas zu verlieren hatte, dann sein Schiff und mit ihm den kläglichen Rest seiner Unabhängigkeit. Aber falls der Kahn noch existierte, war er trotz des unvermeidlichen Wertverfalls aufgrund von Alterung und fortschreitender technischer Entwicklung wohl noch genug wert, um die Schulden zu begleichen.

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    Der grünhäutige Hermaphrodit hielt mit seinen Planungen und Forderungen nicht gerade hinter dem Berg. Letztlich keine Spur von diplomatischem Vorgehen, von Verhandlungs-Finesse oder gar geistreicher Konversation. Der Gangsterboss tat, was in die Situation erforderlich war: Er griff nach dem einzig wertvollen in Brailors Leben - seinem Schiff. Natürlich hätte der Kopfgeldjäger daran denken können, hätte wissen sollen, das Mumba der Hutte nicht aus Nächstenliebe zu einem entsprechenden Ruf gekommen war - und dennoch schockierte ihn die Forderung des beinlosen Wesens. Vielleicht schlichtweg deshalb, weil der Mandalorianer ohne sein geliebtes Fluggerät gänzlich ausserstande sein würde, sich entsprechend an eine Begleichung seiner Schulden machen zu können. Sein Blick wanderte von dem Hutten und dessen Schlägern hin zum fast traditionellen Helm der Beskar'gam, mit dem unverkennbaren T-Visier. Erinnerungen wallten in dem Kopfgeldjäger hoch und er musste für die Winzigkeit eines Augenblicks gegen das Verlangen ankämpfen, mit Hilfe seiner Blaster für das große Sterben zu sorgen. Doch letztlich stand Mumba zu, was er forderte. Brailor entfuhr ein resignierendes Seufzen.

    "Die 'Promethium' existiert noch und steht im Raumhafen, Landeplattform D-14. Ihre Systeme funktionieren einwandfrei - auch wenn sie zuletzt drei Jahre gestanden hat.", gab der mandalorianische Söldner mit einer fast gebrochenen Stimme von sich. Im Grunde konnte der Hutte alles nehmen, was er wollte. Den Verlust seines Schiffes jedoch würde der Mietling kaum verschmerzen können. Zuviel Arbeit, zuviel Herzblut und zuviel Geld - wenn auch meist fremdes - hatte er in das Vehikel investiert. Und nun wollte dieser schleimige Gangster es ihm entreissen. Das Tötungsverlangen kam noch ein mal, wurde jedoch jäh unterdrückt.

    "Mumba, ich kann Dir nichts vormachen. Ich habe momentan nicht die Möglichkeiten, Dir Dein Geld zurück zu zahlen. Wenn Du mir das Schiff nimmst, nimmst Du mir die letzte Option, Deine Credits zu besorgen. Allerdings bist Du dann um ein wunderbares, kampfstarkes Stück Technik reicher. Ich an Deiner Stelle würde mich über den Haufen schiessen lassen - weil ich im Falle einer Enteignung nicht wüsste, ob der ehemalige Besitzer keine Rachepläne schmiedet. Allerdings gebe ich zu bedenken, das ich ein verflucht guter Mann für's Grobe bin. Mit der richtigen Motivation, erledige ich Dir jeden Job ...", offerierte Brailor mit einem Mal in einem Anflug der Geschäftstüchtigkeit. Ein Umstand, der ihn selbst ein wenig überraschte. Natürlich, sein persönlicher Niedergang war ein Makel. Die Schulden, die Vorliebe für Laster jeder Art. All das ließ den Kopfgeldjäger in einem schlechten Licht dastehen. Allerdings hatte es auch andere Zeiten gegeben - und trotz seiner üppigen Konsumvergangenheit hatte sich Brailor seine Gefährlichkeit immer bewahrt. Er war ein verdammt guter Söldner, wenn es darauf ankam. Nur hatte das Schicksal ihm allzu oft einen Streich gespielt.

    "Im Grunde hast Du nur die zwei Möglichkeiten. Entweder Du nimmst mein Schiff und hast vielleicht die Schulden samt Unkosten eingespielt oder aber Du denkst ein wenig weiter. Wenn Du immer noch bestrebt bist, Dein Syndikat groß zu machen, wirst Du Feinde bekommen. Feinde, die Du loswerden kannst - wenn Du die richtigen Leute auf Deiner Seite hast. Daher wäre die zweite Möglichkeit die ...", sprach der Mann von Mandalore und erhob sich dabei. Nicht ohne derweil in Windeseile - kaum fassbar für einen halbwegs betrunkenen Mittdreißiger - seine DL-18 Blasterpistole zu zücken und grinsend auf einen der Klatooinianer zu richten.

    "... das Du einem Mann eine weitere Chance gibst, der schon ein paar Mal auf die Nase gefallen ist, jedoch immer wieder aufsteht. Mumba, wenn Du jetzt weise bist, hast Du einen sehr loyalen und sehr gefährlichen Mann auf Deiner Seite.", säuselte der Kopfgeldjäger mit einem eisigen Unterton. Genau diese Stimmlage ließ keinen Zweifel an der Echtheit seiner Worte. Und als Zeichen seines guten Willens, verstaute der Gerüstete seinen Blaster - natürlich nachdem er die Waffe kurz mehrmals am ausgestreckten Zeigefinger hatte rotieren lassen. Ein wenig Selbstinszenierung gehörte zum Geschäft.

    Dennoch hoffte der Mandalorianer innerlich inbrünstig, das der Hutte die sich ihm bietende Gelegenheit beim Schopfe packte. Ansonsten wäre der letzte Schluck Alkohol im Leben von Brailor wahrscheinlich dieses bessere Reinigungsmittel in dieser unsagbar schäbigen Spelunke. Doch diese Gedankenspiele ließ er äusserlich nicht erkennen.



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  7. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

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    Mumbas Antwort bestand in einem Lachen. Es war kein fröhliches, freundliches oder gar aufrichtiges Geräusch, das er da von sich gab, sondern ein dumpfes, in die Länge gezogenes Ha-Ha-Ha, das vor Hohn und Bosheit triefte. Viele im Raum wandten sich neugierig um, doch ein paar grimmige Blicke der beiden Klatooinianer ließen sie ihre Schaulust vergessen und wieder in die Gläser starren, um dem Gespräch auf unauffälligere Weise zu folgen; es war merklich ruhiger geworden in der Spelunke.

    »Brailor Khaine knurrte Mumba, als sein Lachen jäh endete,»Seit wann, glaubst du, bekommen säumige Schuldner von mir eine zweite Chance, nur weil sie nett danach fragen?

    Du hast völlig recht: Ich brauche Leute für mein Geschäft. Aber ich brauche fähige, zuverlässige Leute. Zu denen gehörst du nicht! Sieh dich doch an: Du bist schon ganz unten angekommen. Du bist doch nur noch ein Abklatsch des Mannes, der du früher einmal sein wolltest. Was kann ein Versager wie du schon für mich tun? Das Grobe? Das erledigt ein IG-86 zehnmal besser und gründlicher als ein Kerl, der wahrscheinlich nur deshalb nicht bis zum Rand mit gestrecktem Spice vollgestopft ist, weil ihm das Geld dazu fehlt.«


    Mumba genoss es, den Schuldner in dieser schlechten Verfassung zu sehen. Er genoss es, dass Khaine zum Bittsteller geworden war, der auf seine Gnade angewiesen war. Dementsprechend genoss er es auch, diese erniedrigende Tirade über ihn ablassen zu können. Den Mann so zu sehen, bereitete dem Hutt sogar so großes Vergnügen, dass seine Stimmung sich sogar tatsächlich etwas milderte. Während er sprach, dachte er über die Worte des Mandalorianers nach und befand, dass sein Vorschlag einige Reize hatte. Zumal Mumba eigentlich nichts dabei verlor. Im Gegenteil: Durch das Druckmittel, das die Schulden ihm Khaine gegenüber in die Hand gaben, konnte er aus einem Arrangement doppelt profitieren. Denn es bereitete ihm einen echten Hochgenuss, den verzweifelten Mann metaphorisch zu Kreuze kriechen zu sehen: Es vermittelte ihm das Gefühl von Macht und Überlegenheit und gab ihm einen Teil seines alten Selbstbewusstseins zurück. Er erinnerte sich auch daran, welchen Vorteil Sklaven gegenüber Droiden hatten: Sie hatten einen eigenen Willen, den man sich unterwerfen konnte.

    »Wenn ich dir nochmals eine Chance gäbe, Brailor, was würdest du dann tun? Meinst du denn, dass du in der Lage wärst, vernünftige Arbeit abzuliefern? Oder würdest du stattdessen in Löchern wie diesem hier herumlungern und die letzten brauchbaren Teile meines Schiffes versaufen?«

    Er rückte näher an den Mann heran, so dass sein übelriechender Atem diesem direkt ins Gesicht wehte, als er fortfuhr:

    »Also gut, lassen wir es darauf ankommen. Du wirst für mich arbeiten. Immerhin brauche ich einen Piloten für mein Schiff. Wenn du es tatsächlich schaffen solltest, deinen Kadaver nochmals aus dem Sumpf zu ziehen, wirst du es vielleicht irgendwann zurückkaufen können. Aber wenn du versagst - oder wenn du versuchst, mich über den Tisch zu ziehen - dann wird kein Gejammer der Galaxie verhindern können, dass es endgültig aus ist mit dir. Dann werde ich dir alles nehmen was du noch hast, es meistbietend verkaufen und das Geld demjenigen bezahlen, der sich die fantasievollste Behandlung für dich ausdenkt. Denke immer daran, Brailor Khaine: Du bist nicht der einzige Mann fürs Grobe im bekannten Raum. Und alle anderen werden nach dir suchen, wenn du es wagst, mich noch einmal zu enttäuschen!«

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    Der Hutte war ein gnadenloser Gangster. Nicht nur das er die präsentierte Wunde des Versagens nutzte, um ein mittelgroßes Schlachtschiff darin abzustellen - nein, er legte sogar noch nach und diktierte die Regeln. In dem gescheiterten Kopfgeldjäger brach eine kleine Welt zusammen. Diese Gestalt - einst wichtig und bedeutend für Brailor - verkam von einem Augenblick zum anderen zur einer Plage, einem Schreckgespenst. Der einstige Geldgeber wurde zu einem fordernden Ungetüm. Doch all diese bildhafte Polemik täuschte den Kopfgeldjäger nicht darüber hinweg, das Mumba der Hutte komplett richtig handelte. Er war es, der in dieser Situation bestimmen konnte. Er gab die Richtung vor. Und nur dem Wohlwollen des Gangsters war es zu verdanken, das Brailor überhaupt noch lebte. Zumindest jetzt. Innerlich ließ der Mandalorianer den Kopf hängen - allerdings war er zu stolz, das auch rein äusserlich zu tun. Kurzerhand straffte sich der nicht allzu groß geratene Mann von Mandalore.

    "Ich habe keinerlei Absicht, Dich zu betrügen, Mumba. Das ist meine letzte Chance, noch etwas zu bewegen, alte Schulden zu tilgen. Wenn Du etwas anorderst, mache ich es. Wenn Du einen Konkurrenten aus dem Weg geschafft wissen willst, werde ich das für Dich erledigen. Du befiehlst, ich folge.", flüsterte Brailor. Natürlich war es erniedrigend, vor diesem schleimigen Wurm derart zu buckeln. Doch es war die einzige Möglichkeit am Leben zu bleiben und sein geliebtes Schiff zu behalten - auch wenn der Hutte eine andere Definition der Besitzstandsregelung hatte. Der Kopfgeldjäger indes hatte schon zuviel Rückschläge erhalten, um nun vor Scham zu vergehen. Auch diese Wunde würde heilen - irgendwann. Spätestens dann, wenn alle Schulden getilgt waren. Dann jedoch würde er noch einmal mit Mumba sprechen. Unter vier Augen. Mit einem Blaster in der Hand.

    "Wenn Du mir genug Vertrauen entgegenbringst, werde ich immer abrufbereit sein. Hast Du das Vertrauen nicht - dann bring einen Sensor am Schiff an - oder schick ein paar dieser Schlägervisagen mit. Es ist mir letztlich gleich. Ich habe nicht jede meiner Zusagen einhalten können, das ist richtig. Aber mein Volk kennt den Begriff von Ehre. Und an manche dieser Kodexformen erinnere ich mich noch. Also sei Dir versichtert, Hutte, das ich nicht beabsichtige Dich zu prellen.", ergänzte der Mandalorianer. Natürlich war dem Hutten die Herkunft des Mannes bewusst, dennoch verzichtete Brailor einfach darauf, ihm die komplexen Ehrenvorstellungen der Mandalorianer zu erläutern. Es war schlichtweg deplatziert. Mit einem letzten Seitenblick zu einem der Klatooinianer dreht sich der Söldner abseits. Auch, um dem wiederlichen Atem des Hutten zu entfliehen. Kurzerhand griff Brailor nach seinem Helm. Mit einer tausendfach geübten Bewegung stülpte er ihn sich über den Kopf. Sofort verschwand der Gestank, der Lärm, das Chaos. Dafür wurde er selbst in eine Welt der digitalen Anzeigen getaucht. Vollgepackt mit elektronischen und sensorischen Spielereien, verlieht der Kopfschutz ihm fast eine allwissende Übersicht. Durch diverse Verzerrer klang seine Stimme nun fast mechanisch, anorganisch.

    "Also dann - ich bin hier fertig.", informierte der Gepanzerte. Wenn es schon nach der flachen Nase des Hutten ging, dann konnte dieser nun auch den weiteren Werdegang bestimmen. Immerhin hielt nichts - absolut gar nichts - an diesem Ort. Ausser vielleicht einen der grobgesichtigen Begleiter von Mumba zu erschiessen. Diese Aussicht erschien verlockend, war jedoch momentan nicht diskutabel. Es war mehr eine Option für einen späteren Zeitpunkt. Immerhin reichte es, wenn der Hutte sich an der Erniedrigung erfreut hatte. Die Klatooinianer hatten dazu allerdings kein Recht.


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  9. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

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    Befriedigt nahm Mumba der Hutt zur Kenntnis, dass Brailor Khaine keinen Widerstand leistete. Wie schwierig musste es für den Mandalorianer sein, in dieser Situation klein beizugeben. Früher einmal war er stolz gewesen, doch davon war nichts übrig, und es machte Mumba weiterhin Spaß, diesen gebrochenen Mann wie sein Eigentum zu behandeln. Es war die Art von Zeitvertreib, die er schon immer an seinem Lebensstil geschätzt hatte. Dass eine gewisse Gefahr damit verbunden war, weil er zweifellos den Rachedurst des Menschen herausforderte, war dabei nur die pikante Würze, denn im Augenblick war Khaine keine echte Bedrohung; natürlich bestand immer die Möglichkeit, dass der in die Ecke gedrängte Schuldner sich zu einer Verzweiflungstat entschied, doch zu einer wirklich geplanten, durchdachten und daher zehnmal bedrohlicheren Situation schien er im Augenblick gar nicht in der Lage zu sein. Solange er von Mumbas Gunst abhängig war, konnte er sich keinen eigenen Willen erlauben. Und bis sich das einmal änderte, sollte eigentlich wieder genug Personenschutz in Form von schwer bewaffneten Kampfdroiden vorhanden sein, um einer Konfrontation zuversichtlich entgegenzublicken.

    Es belustigte den Hutt, dass Khaine auf die mandalorianische Ehre zu sprechen kam. Es waren leere Worte aus seinem Mund, denn er war bereits wortbrüchig und unzuverlässig geworden. Aber es war typisch für die Schwachen, sich hinter dem Ruf ihres Volkes zu verstecken, dem sie selbst nicht gerecht werden konnten. Mumba hatte immer selbst für seinen Ruf gearbeitet, ohne sich darauf auszuruhen, dass sein ganzes Volk als geschäftstüchtig, listenreich und konsequent betrachtet wurde, beziehungsweise in weniger schmeichelhaften Synonymen davon. Trotzdem verzichtete er an dieser Stelle darauf, dem Mandalorianer noch einen Kommentar über seine vermeintliche Ehre aufzudrücken. Die Arbeit an dieser Stelle war erledigt, nun galt es wieder, sich wichtigeren Dingen zuzuwenden. Die Möglicheit, Brailor Khaine zur eigenen Belustigung zu demütigen, würde es auch in Zukunft noch geben.


    »Also gut, Khaine. Dann sieh zu, dass du dein Aas aus dieser Spelunke bewegst. Du hast zu arbeiten. Ich brauche jemanden, der dort draußen ist und die Augen und Ohren für mich offenhält. Deine vorrangige Aufgabe ist es, mich mit Informationen zu versorgen. Ansonsten halte dich bereit für Aufträge. Ich rufe dich wenn ich dich brauche, und ich erwarte, dass du dann zur Verfügung stehst. In der Zwischenzeit, sieh zu, dass du dir eine Beschäftigung suchst und Credits machst, sonst wird dein Schuldenberg niemals kleiner.

    Du kannst mich auf dem Wheel antreffen oder Nachrichten für mich hinterlassen. Ich erwarte, dass du regelmäßig deine Aktivitäten und Positionen meldest und mir mitteilst, wie ich dich erreichen kann. Und jetzt geh mir aus den Augen!«


    Mumba wollte hier bleiben, bis Khaine gegangen war. Dass er sich auf diese Weise einen Drink genehmigen konnte, war nur ein Nebeneffekt. Vorrangig ging es ihm darum, nicht gleichzeitig mit dem Menschen auf die Straße zu treten und auch nicht gleichzeitig mit ihm vom Planeten abzuheben. In beiden Situationen konnte er sich doch noch entschließen, seinen Schulden und Verpflichtungen mit einem Schuss aus seinem Blaster oder seinen Bordwaffen zu entgehen; gerade letzteres war nicht ungefährlich, da die Stopgap keine Waffen und Schilde hatte, um sich zu verteidigen. Insofern schien es die klügere Entscheidung zu sein, getrennt voneinander abzureisen.

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    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2011
  10. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

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    Zunächst wollte Mumba im House of Joy nur die Zeit totschlagen, um einen Sicherheitsabstand zwischen sich und seinen neuen Schergen zu bringen. Doch als Brailor Khaine verschwunden und ein Drink geleert war, wurde es dem Hutt schnell langweilig in dieser Spelunke. Er liebte den Müßiggang und hatte überhaupt kein Problem damit, die Zeit an sich vorüber streichen zu lassen, sofern das Umfeld passte - aber dies war hier nicht der Fall. Es gab an diesem Ort keine Art der Unterhaltung, die ihm zusagte: Zum Betrinken hatte er zu viel zu tun, die Musik traf nicht seinen Geschmack und er wollte sich auch nicht dazu hinablassen, mit den heruntergekommenen Leuten hier Smalltalk zu halten oder Karten zu spielen.

    Zuerst wollte er weitere ehemalige Geschäftspartner und Bedienstete kontaktieren, um endlich in Erfahrung zu bringen, welche Teile seines einstigen Netzwerks noch intakt oder zumindest reparabel waren. Aber die Anwesenheit der Klatooinianer störte ihn dabei, denn diese beiden Fremden würden so zu viel über ihn erfahren und zu tiefen Einblick in seine Geschäfte erhalten. Eine solche Unvorsichtigkeit konnte ihm leicht auf die metaphorischen Füße fallen. Er musste sich extrem zurückhalten, solange die Kerle in seinen Diensten standen. Es wurde wirklich Zeit, dass Droiden ihren Platz einnahmen: Verlässlich, gehorsam, schweigsam - und man konnte ihren Speicher löschen, um sie Dinge vergessen zu lassen. Zum Beispiel, dass er von Brailor Khaine mit seinem Namen angesprochen worden war, auf dessen Besitzer ein Preis ausgesetzt war. Eigentlich wussten die Klatooinianer schon jetzt deutlich zu viel...

    Sein Grübeln über die Vorzüge von Droiden brachte ihn auf eine Idee, wie er die Zeit sinnvoll nutzen konnte. Er hatte schon vorhin vermutet, dass es möglich sein musste, auf Centares illegale Waffen zu kaufen, unter anderem auch Kampfdroiden. Finn's House of Joy schien ihm der passende Ort zu sein, um mit den Erkundigungen nach möglichen Quellen zu beginnen.

    Er winkte den Wirt hinter der Theke hervor und zu sich, und als dieser auf die Geste nicht reagierte, legte er eine Creditmarke vor sich auf den Tisch, die den feisten Menschen sofort beflügelte, zu ihm zu kommen.


    »Was wollen Sie?« fragte der Mann, als die Marke in seiner schmutzigen Kleidung verschwunden war.

    »Nur eine Auskunft«, antwortete Mumba auf Huttisch, das von seinem Droiden ins Basic übersetzt wurde. »Ich bin auf der Suche nach technischen Geräten, die leider nicht überall zu bekommen sind.«

    »Falls Sie irgendwas Illegales meinen, kann ich Ihnen leider nicht helfen. Ich bin ein gesetzestreuer Bürger und habe mit Dealern und Hehlern nichts zu schaffen.«

    Das war natürlich eine Lüge. Eine ziemlich stümperhafte sogar.

    »Sehe ich aus wie jemand, der für die Behörden arbeitet?« fragte Mumba in ernstem Tonfall. »Abgesehen von meinen Einkäufen, habe ich nichts auf Centares laufen, was auf Sie zurückfallen könnte. Für Sie ist kein Risiko dabei und ich bezahle gut.«

    Zur Bekräftigung legte er eine weitere, wesentlich wertvollere Creditmarke auf den Tisch, zog sie jedoch rasch zurück, als der Wirt danach greifen wollte.

    »Sie bekommen Ihr Geld, wenn ich meine Informationen habe.«

    »Also gut«, raunte der Mensch. Er blickte sich verschwörerisch nach allen Seiten um und ließ sich dann auf dem Stuhl nieder, den Khaine vor kurzem verlassen hatte. Leise fuhr er fort: »Ich kenne da jemanden, der weiß, wie man ›seltene Technik‹ beschaffen kann. Kennen Sie das ›Impact‹ drüben am Hafen?«

    Mumba kannte es nicht, nickte aber dennoch. Er musste dem Menschen nicht allzu deutlich zeigen, dass er hier nicht ortskundig war. Wo sich das ›Impact‹ - vermutlich eine weitere Spelunke - befand, würde er schon in Erfahrung bringen.

    »Der Wirt, ein Gotal nahmens Lurd, ist ein Freund von mir. Sagen Sie, ich hätte Sie geschickt, und dass Sie zu C.T. wollen. Er stellt dann den Kontakt zu jemandem her, der Ihnen weiterhelfen kann.«

    Abermals griff der Mensch nach dem Geldstück, und diesmal ließ Mumba der Hutt ihn gewähren. Seine Intuition und Erfahrung hatten ihn nicht getrogen. Möglicherweise würde es ihm gelingen, auf Centares ein paar Dinge zu beschaffen, und wer wusste schon, ob sich damit vielleicht sogar eine lukrative Geschäftsverbindung herstellen ließ.

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  11. :: Centares System :: Centares :: Old Town :: Finn's House of Joy :: Brailor Khaine, Mumba samt Gefolge & Gäste ::


    Die Abstrafung durch den feisten Hutten hatte es in sich gehabt. Eben noch hatte sich Brailor Khaine dem wundervollen Halbrausch durch billigsten Fusel hingeben können - im nächsten war er willenlose Lakaie eines schleimigen Überwurms. Keine wirklich steile Karriere. Allerdings brachte diese neue Lebenssituation einen erquickenden vitalen Zustand mit sich. Und ehrlich gesagt - der Mandalorianer hing an seinem Leben. Trotz all der Fährnisse und Niederlagen, die er im Laufe der Zeit hatte einstecken müssen. Es war zwar ein entbehrungsreiches Leben, aber es hatte des öfteren seine Vorteile. Ob nun in den Armen einer **** oder der noch seeligeren Umarmung eines Vollrausches. Der eher unangehme Nebeneffekt war das Bündnis mit dem Hutten Mumba. Der war nicht nur die Ausgeburt der Hölle selbst - nein, er war auch noch im Recht. Und diese Tatsache war besonders niederschmetternd. Dennoch war der Kopfgeldjäger immer noch Herr seiner selbst - zumindest solange, bis der Schleimwurm ihn zu sich rief. Wie ein räudiges Haustier. Fast ungewollt ballte sich die Rechte des Mandalorianers zu einer Faust, während er durch den Vorderausgang der miesen Spelunke trat. Kaum das er in Old Town, einer der wohl schäbigsten Orte in der Galaxis, vom Nachtleben erfasst wurde, übernahmen Helmsensorik und kampfgestählte Reflexe ihren Dienst - trotz des verträglichen Schleiers, der sich um die Sinne des Söldners gelegt hatte.

    Sein Weg brachte den schwergepanzerten Mann von Mandalore auf direktem Weg zum Raumhafen. Dort stand der größte Schatz des Gefallenen - sein Schiff. Die 'Promethium' war das Ein und Alles von Brailor Khaine. Nirgends fühlte er sich wohler - in keiner Umgebung heimischer. Und dennoch kostete es ihn Überwindung, an sein Gefährt zu denken. Immerhin konnte Mumba, der Darmparasit der Galaxis, es jederzeit einfordern. Um alte Schulden zu tilgen. Oder dem Aufbau neuer Schulden zuvor zu kommen. Eine wahrlich unsagbar unbefriedigender Fakt. Unmerklich umklammerte seine Waffenhand den Griff seiner DL-18 Blasterpistole, kaum das er durch ein besonders niederträchtig und heruntergekommenes Viertel stapfte. Brailor verzichtete darauf, ein Speedertaxi für einen Transfer zu bezahlen. Zum einen, um im Falle einer Verfolgung mehr Ausweichmöglichkeiten zu besitzen, zum anderen aus Gründen finanzieller Engpässe. Heuer war es wichtig, jeden Credit doppelt zu bedenken, den er ausgab. Die Verschwendung auch kleinerer Mengen hatte ihn erst in diese Bredulie gebracht. Und noch tiefer in den Schlund der Schulden gezogen zu werden, hatte der Mandalorianer nicht vor.

    Zu seiner eigenen Überraschung verfolgte niemand den Kopfgeldjäger. Kein gieriger Kollege seiner Zunft hatte sich hier an seine Fersen geheftet. Eigentlich überraschend, rechnete der 36jährige doch mit einem Besuch eines Vertreters der Falleen-Federation. Mit einigem Elan - auch bedingt durch den Alkoholkonsum - krachte der Gepanzerte gegen den Terminal des Empfangs im kleinen, aber gut geordneten Raumhafen. Der Behördendroide richtete ohne Anzeichen von Überraschung oder Verwunderung die Photorezeptoren auf den Gerüsteten. Doch noch bevor das künstliche Leben eine Frage generieren konnte, meldete sich der Kopfgeldjäger selbst zu Wort.


    "Khaine. Mein Schiff steht auf der Landeplattform D-14.", verkündete Brailor mit knurrigem und durch den Helm verzerrtem Tonfall, während er seine ID, wie auch die Gebührenquittung überreichte. Behördliche Abläufe waren nervig, zeitintensiv und immens verzwickt - zumindest wenn man um anonyme Reisen oder schnelle Starts bemüht war. Hier jedoch schien alles problemlos zu laufen. Der Droide kontrollierte die ihm dargebotenen Informationen, glich die Quittung mit dem System ab und nickte dann bekräftigend.

    "Sie erhalten umgehend Starterlaubnis von der Flugleitkontrolle, Sir.", gab er von sich. Was an diesem schicksalsträchtigen Ort bedeutete, das jemand enorm wichtiges in sein Kom quarkte, kaum das die Triebwerke der 'Promethium' mit einem Fauchen erwachten. Darauf freute sich der Mandalorianer am meisten - an das erhebende Gefühl der leistungsstarken Antriebe. Und an die raubvogelhafte Eleganz, mit der man das Schiff durch die Wolkendecke jagen konnte. Hinter seinem T-Visier grinste der charmante Schurke im Ganzkörperpanzer. Kurz nickte er dem künstlichen Leben noch zu, dann begab er sich zum altersschwachen Aufzug, der ihn zu der entsprechenden Plattform brachte.

    Nur zwei Minuten nach der Kontrolle der Papiere durch den Droiden erreichte den massiv modifizierten HWK-290-Frachter. Dessen schnittige Form ließ das Herz des Kopfgeldjägers bei jeder Sichtung neuerlich schneller schlagen. Mit schnellen Schritten umrundete der Besitzer das Schiff, betätigte dann den Fernzünder zur Öffnung der Seitenluke - an einem Fach des linken Armpanzers.

    Mit einem Zischen glitt die Luke des leichten Frachters auf. Brailor betrat das Gefährt, entledigte sich seines Helmes und warf sich nur wenige Augenblicke später in den Pilotensessel. Einige schnelle Befehlseingaben folgten - darunter die Autorisierungs-Sequenz samt des entsprechenden Passwortes. Wenige Lidschläge später erwachte die stark modifizierte Maschine zum Leben. Der schwere wie kraftvolle Starscream-9 Ionenantrieb machte aus dem ehemaligen Brummen ein aggressives Fauchen. Sofort lächelte der Söldner in einem Anflug fast väterlichen Stolzes. Dann betätigte er mehrere Hebel und übernahm die vollständige Kontrolle der 'Promethium'. Als dann endlich die Freigabe seitens der Raumbehörde kam, verlor der Mann von Mandalore keine Zeit mehr. Bedingt durch den fast übertrieben leistungsstarken Antrieb schoß der HWK-290 in Windeseile durch die oberen Luftschichten und erreichte den Orbit. Derweil beauftragte der Kopfgeldjäger das durch ein optimiertes Droideninterface verbesserte Astro-Nagivations-Gerät, einen sicheren Hyperraumkurs nach Mandalore zu berechnen - in die Heimat. Es dauerte nur Sekunden, ehe der modifizierte Frachter mit einem Auflodern der Triebwerke in den Hyperraum sprang.



    :: im Hyperraum :: auf dem Weg nach Mandalore :: HWK-290 Frachter 'Promethium' :: Cockpit :: Brailor Khaine ::
     
  12. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

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    Zufrieden mit den Informationen, die er hier bekommen hatte, trank Mumba der Hutt noch in Ruhe seinen Drink aus, bevor er gemeinsam mit seinen Handlangern und dem Droiden das ›Finn's House of Joy‹ wieder verließ. Er tat dies vorsichtig, ließ die Klatooinianer vortreten und sah sich draußen erst einmal gründlich um, bevor er die Hand aus der Weste und damit vom Griff seiner Blasterpistole zog. Brailor Khaine schien nicht in der Nähe zu sein, und auch sonst niemand, der dem Hutt vielleicht Böses wollte. Für gewöhnliche Diebe und Schläger war er dank seiner bedrohlich wirkenden Begleiter sowieso nicht besonders interessant. Doch Khaine hätte er einen Hinterhalt schon zugetraut, mit dem der Mensch sich seiner Schulden entledigen und zugleich für die erlittenen Demütigungen rächen könnte. Dass er dies nicht tat, zeigte eigentlich nur, wie tief der einst stolze Mann gesunken war. Mumba war es nur recht.

    Sie bestiegen den Gleiter, mit dem sie auch gekommen waren. Eine Anfrage beim Navigationssystem führte zu der Erkenntnis, dass ein Ort namens ›Impact‹ nicht im offiziellen Kartenmaterial verzeichnet war, sofern der Wirt nicht den geologisch und touristisch bedeutsamen Einschlagskrater eines Meteoriten gemeint hatte, der zweihundertsiebzig Kilometer entfernt zu finden war. Erkundigungen bei Passanten fielen jedoch aufschlussreicher aus, und kaum zwanzig Minuten, nachdem er die eine Kaschemme verlassen hatte, kroch Mumba der Hutt schon durch die Tür der nächsten.

    Von außen betrachtet hätte diese Kneipe ein Zwilling des ›Finn's‹ sein können. Aber innen zeigte sich, dass die Schwerpunktsetzung eine andere war. Während das Hauptgeschäft dort aus starken Getränken, Glücksspiel und illegalen Substanzen bestanden hatte, schien man sich hier anderen Formen des Amusements verschrieben zu haben, wie die halb nackten weiblichen Humanoiden auf den Tischen zeigten. Dies war entweder ein Strip-Schuppen oder ein Bordell oder beides. Der Name ›Impact‹ gewann dadurch an Bedeutung.

    Mumba hatte sich nie auf sexuelle Weise für Humanoide interessiert. Sie unterschieden sich viel zu extrem von allem, was seiner Spezies als schön und attraktiv galt. Zwar schätzte er sie als Tänzerinnen und Akrobaten, da sie sich unzweifelhaft sehr geschmeidig und elegant bewegen konnten, aber ihr Äußeres empfand er nicht als anziehend. Daher war ihm ziemlich egal, was die Frauen hier alles entblößten, auch wenn es eine ganze Menge war. Er kroch auf direktem Wege zur Theke, an der eine immens dicke Menschenfrau überteuerte Getränke ausschenkte.


    »Was kann ich für dich tun, Hübscher?« fragte sie mit einem Tonfall und Gesichtsausdruck, die Mumba beinahe einen Schauer über den Rücken jagten. Offenbar war man hier auch nicht abgeneigt, die besonderen Wünsche von Hutten zu erfüllen, was ihn trotz seines verkommenen Wesens und seiner allgemeinen Hemmungs- und Sittenlosigkeit abstieß.

    »Nichts dergleichen. Ich suche Lurd

    Er sagte diese Worte auf Huttisch, doch bevor der Droide übersetzen konnte, antwortete die Frau schon. Das bedeutete nicht zwangsläufig, dass sie seine Sprache verstand. Sicherlich hatte sie nur den Namen herausgehört und sich den Rest denken können. Doch Mumba nahm sich dies zur Mahnung, sehr vorsichtig zu sein. Überhaupt war Vorsicht in diesem Schuppen besonders angebracht. Immerhin befand er sich im kriminellen Milieu eines ihm fremden Planeten, hatte vor sich nach illegalem Waffenhandel zu erkundigen, und die beiden Klatooinianer waren durch diverse nackte Körperteile abgelenkt.

    »Lurd ist ein vielbeschäftigter Mann, Schätzchen. Worum geht es denn?«

    »Um's Geschäft«, sagte der Hutt. »Ich komme gerade aus ›Finn's House of Joy‹ und man hat mich hierher verwiesen.«

    Diese Anmerkung, die allerdings der Übersetzung bedurfte, verfehlte ihre Wirkung nicht. Die Dicke setzte sich in Bewegung und verschwand hinter einem Vorhang, um nur Augenblicke später mit einem weißbärtigen, hageren Gotal zurückzukehren.

    »Ich bin Lurd«, sagte der Gotal. Was kann ich für Sie tun?

    »Ich bin auf der Suche nach Waren und habe gehört, dass C.T. sie beschaffen kann und dass Sie mir sagen können, wie ich Kontakt zu ihm aufnehmen kann.«

    »Finn hat das gesagt, hm? - Na gut. Für fünfhundert Credits in republikanischer oder imperialer Währung stelle ich den Kontakt her.«

    Bereitwillig zahlte Mumba diese Summe. Wie bei jeder Investition war ein gewisses unternehmerisches Risiko dabei, aber die zu erwartende Rendite war es allemal wert.

    Lurd winkte einer quasi unbekleideten Menschenfrau, die mit einem Tablett in der Hand einen Spießrutenlauf zwischen glotzenden Sehorganen und grabschenden Händen absolvierte, um Aschenbecher und Gläser einzusammeln.


    »Das ist Betty«, erklärte der Gotal. »Sie kann Ihnen helfen. Betty, dieser Gentleman will C.T. treffen. Zieh dir etwas über und bring ihn hin.«

    [Centares | Centares | Impact]Mumba der Hutt, klatooinianische Schläger, Lurd, Betty
     
  13. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

    [Centares | Old Town | Seitenstraßen in einem schlechten Viertel] Mumba der Hutt, klatooinianische Schläger, Betty

    Betty, wie menschliche die Bedienstete des Strip-Schuppens ›Impact‹ genannt wurde, führte Mumba den Hutt und seine Begleiter aus dem Lokal und dann durch ein Labyrinth aus engen, verwinkelten Seitengassen, die in tiefen Schatten lagen und kaum von künstlichem oder natürlichem Licht erreicht wurden. Mumba war nicht ganz wohl dabei. Er fürchtete einen Hinterhalt, der in einer solchen Situation natürlich nicht besonders unwahrscheinlich war. Er war hier fremd und wusste nicht wohin er gebracht werden sollte, verlor schon nach kurzer Zeit die Orientierung und hatte trotzdem das Gefühl, im Kreis herumgeführt zu werden. Er wurde immer unruhiger und hielt permanent die Hand auf dem Pistolengriff, doch nichts Schlimmes geschah. Sie erreichten schließlich ein Lagerhaus, vor dem Betty stehen blieb.

    »Hier ist es, meine Herren«, sagte sie mit mehrdeutigem Lächeln. »C.T. erwartet Sie bereits.«

    Dieser letzte Kommentar war sicherlich wörtlich zu nehmen. Wer auch immer sein potentieller Handelspartner war, er war bereits über sein Kommen in Kenntnis gesetzt worden. Man hatte die Zeit, die sie in den finsteren Gassen zugebracht hatten, offenbar sinnvoll genutzt. Das bestärkte ihn in seiner Vermutung, dass man ihn absichtlich über Umwege geführt hatte, um Zeit für Vorbereitungen zu gewinnen. Welche auch immer das sein mochten.

    Es entging Mumba nicht, dass die beiden Klatooinianer teils besorgte, teils verärgerte Blicke austauschten. Offenbar war auch ihnen die Sache nicht geheuer. Der kleinere, der auch schon früher das Wort geführt hatte, sprach seinen vorübergehenden Dienstherrn auf Huttisch an:


    »Boss, das war niemals Teil unserer Abmachung. Wir sollten nur bei Ihrem Treffen mit dem Mandalorianer dabei sein und aufpassen, dass er keinen Mist macht. Es war nicht vereinbart, dass Sie uns durch die halbe Stadt und von einer Spelunke nur nächsten schleppen. Für das hier bezahlen Sie uns zu wenig.« Er deutete dabei auf die Lagerhalle. Offenbar hatte er keine Lust, sie von innen zu betrachten.

    »Ganz recht, ich habe das ebenfalls nicht vorhergesehen. Ich brauche euch aber auch nicht länger. Hier habt ihr euer Geld.« Er bezahlte die beiden Mietlinge aus, die sich daraufhin zum Gehen wandten. Wohin sie verschwanden, konnte ihm egal sein. Ihnen traute er keinen Hinterhalt zu; dazu waren sie zu faul. Nun war er ganz ohne Schutz. Aber die beiden Kerle hätten ihm in einer echten Konfrontation sowieso nicht viel geholfen. Wenigstens musste er sich nun keine Gedanken mehr um sie machen, sondern sich nur noch um seine eigenen Belange kümmern.

    »Wären Sie dann soweit, Sir?« fragte Betty.

    Noch bevor Mumba antworten konnte, fuhr ein automatisches Rolltor nach oben, und trübes Licht fiel auf die Straße. Drinnen stapelten sich Kisten, Ballen und Normcontainer, wie man es von einem Lagerhaus erwarten durfte. Von draußen aus war niemand zu sehen, doch die Möglichkeiten, sich drinnen zu verstecken, waren schier unbegrenzt. Hier konnte eine ganze Kompanie auf ihn warten.

    Doch Mumba der Huttwar nicht hierher gekommen, um jetzt einen Rückzieher zu machen. Mit der Hand am Pistolenholster kroch er ins Innere des Gebäudes, woraufhin sich das Tor hinter ihm und der Menschenfrau schloss.


    [Centares | Old Town | schlechtes Viertel | Lagerhaus] Mumba der Hutt, Betty, unbekannte Zahl von Fremden
     
  14. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

    [Centares | Old Town | schlechtes Viertel | Lagerhaus] Mumba der Hutt, Betty, unbekannte Zahl von Fremden

    Es war fast vollkommen dunkel in der Halle. Betty führte den Hutt mit schlafwandlerischer Sicherheit zwischen den Kistenstapeln und Regalen hindurch. Offenbar kannte sie sich hier gut aus, was darauf hindetete, dass sie eng mit C.T. - wer auch immer hinter dem Kürzel steckte - zusammenarbeitete und mehr war als nur eine Botin, die gelegentlich potentiellen Kunden den Weg wies.

    Als sie tief genug in die Lagerhalle hinein gegangen respektive gekrochen waren, so dass Mumba hoffnungslos die Orientierung verloren hatte, flammte plötzlich helles Licht auf. Mit einem entnervten Murren zuckte der Hutt zusammen und kniff die riesigen grünen Augen zu, deren Pupillen sich sofort zu schmalen Schlitzen verengten. Zuerst sah er gar nichts, dann erkannte er die dunklen Silhouetten mehrerer Personen gegen das grelle Scheinwerferlicht, das genau auf ihn gerichtet war. Gleichzeitig griff Betty mit überraschender Geschicklichkeit zu und entwand ihm den Blaster, bevor er ihn noch ganz gezogen hatte. Ihr Timing war wirklich perfekt, die Gruppe war offenbar gut eingespielt. Mumba war in ihrer Hand. Spontan erinnerte er sich daran, dass ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt war und hoffte nur, dass diese Leute davon nichts gehört und ihn auch nicht erkannt hatten.


    »Willkommen«, sagte eine raue, weibliche Stimme. »Sie hatten um ein Treffen mit mir gebeten. Mit wem habe ich das Vergnügen?«

    Natürlich konnte Mumba nicht seinen echten Namen nennen, aus bekannten Gründen. Er entschied sich daher für den Decknamen, den er vor kurzem schon einmal auf Centares geführt hatte, nämlich als er hier sein Schiff gekauft und registriert hatte. Falls diese Leute die Möglichkeit hatten, amtliche Daten einzusehen, würden sie hier eine Bestätigung seiner Angaben finden.

    »Mein Name ist Nobba. Ich möchte zu C.T. - sind das Sie, oder hat man nur einen Handlanger vorgeschickt?«

    Der Scheinwerfer wurde in eine andere Richtung gedreht, so dass Mumba nun besser sehen konnte. Er erkannte vor sich einen Tisch, an dem eine Frau saß. Sie war menschlich oder zumindest menschenähnlich und sehr alt: Dünnes weißes Haar war zu einem ihre fleckige Haut lag in tiefen Falten. In der Nähe befanden sich mehrere brutal aussehende Schlägertypen, Mumbas Miet-Klatooinianern gar nicht unähnlich. Betty stand hinter der Alten, die Waffe des Hutt lag auf dem Tisch - unerreichbar für ihn, aber in Griffweite der Frau.

    »Ich bin es selbst. Was kann ich für Sie tun, Mr. Nobba antwortete die Greisin.

    »Ich bin auf der Suche nach kampftauglichen Droiden.«

    Interesse war in C.T.s bislang eher kalten Zügen zu lesen.

    »Da kann ich wohl behilflich sein. Bitte folgen Sie mir.«

    Die alte Frau erhob sich und ging leicht gebeugt voran. Mehrere ihrer Schergen eskortierten sie, den Hutt und Betty, die Mumbas Waffe wieder an sich genommen hatte, noch tiefer in die riesige Lagerhalle hinein.

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  15. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

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    Sie gingen eine ganze Weile durchs Halbdunkel, und abermals hatte Mumba den Eindruck, dass man ihn absichtlich über Umwege führte, um Zeit zu schinden und seine Orientierung zu stören. Zumindest Letzteres gelang ohne Probleme. Durch viele Richtungswechsel zwischen Regalen und Stapeln, die keineswegs immer in rechten Winkeln angeordnet waren, verlor er bald schon ein Gefühl dafür, aus welcher Richtung er gekommen war. Mehrere nebeneinanderliegende und direkt aneinander angrenzende Lagerhäuser waren miteinander verbunden, und mehrmals traten sie durch kleinere oder größere Türen in das benachbarte Gebäude. Doch ob sie dem Straßenverlauf folgen oder vielleicht längst wieder ins erste Lager zurückgekehrt waren, konnte der Hutt längst nicht mehr beurteilen.

    Endlich hielten sie an. C.T.s Schergen sorgten für etwas bessere Beleuchtung. Sie befanden sich im hintersten Winkel einer Halle, inmitten zahlreicher hoher Kistenstapel, von denen einige sicherlich nur Sichtschutz waren, während andere Ware zu enthalten schienen. Sie waren mit verschiedenen elektronischen und mechanischen Vorrichtungen vor fremdem Zugriff gesichert.

    Die alte Frau führte Mumba zu einer Stelle, an der mehrere etwa anderthalb bis zwei Meter große Kisten aufrecht standen, so dass man ihre Deckel wie Türen aufklappen konnte.


    »Dies hier könnte vielleicht Ihr Interesse wecken«, sagte die weißhaarige Greisin, als ein Gehilfe eine der Truhen öffnete. Mumbas TC-Droide übersetzte ihre Worte ins Huttische.

    In dem Behälter befand sich ein humanoid geformter, sandfarbener Droid mit schlankem Körperbau und langgezogenem Kopf. Ein B1-Kampfdroid? fragte sich Mumba. Er kannte die gängigsten Droidentypen und ihre Spezifikationen. Falls es sich tatsächlich um dieses Modell handelte, war das Angebot wertlos, denn solche Einheiten waren nicht selbständig und mussten von einem Zentralcomputer aus gesteuert werden; sie waren eher dumme Roboter als tatsächliche Droiden.


    »Kampfdroiden, OOM-Serie«, erklärte C.T. und zerstreute damit seine Zweifel. Äußerlich identisch mit der B1-Serie, waren diese Geräte doch wesentlich vielseitiger und konnten selbständig agieren. »Wir haben mehrere Exemplare der verschiedenen Typen auf Lager. Sind Sie mit den Fähigkeiten dieser Modelle vertraut?«

    »Ein wenig«, untertrieb Mumba. »Etwas Leistungsfähigeres haben Sie nicht? Ich dachte beispielsweise an IG-86 oder BX.«

    Die Züge der Frau verhärteten sich ein wenig und ihre Stirn legte sich in Falten.

    »Oder gleich ein paar Doridekas, was? Tut mir leid, damit kann ich nicht dienen. Die meisten unserer Kunden wollen Droiden zu ihrem Schutz, nicht um einen Krieg zu führen. Wenn Sie etwas mit mehr Feuerkraft oder für... speziellere Aufträge suchen, kann ich sehen, was ich beschaffen kann, aber im Augenblick sind diese Geräte das Beste, was Sie auf Centares kaufen können.«

    Mumba besah sich den Droiden genauer. Währenddessen klappten die Schergen auch weitere Kisten auf, die ebenfalls OOMs enthielten. Sie waren nicht farblich oder sonstwie markiert, so dass der Hutt nicht ausmachen konnte, bei welchem Gerät es sich um welche Variante handelte.

    »Ich habe Sicherheitsdroiden, Piloten und Kommandanten im Angebot« , sagte C.T. zur Antwort auf eine Frage, die er noch gar nicht gestellt hatte. »Die Kommandodroiden sind intelligenter und vielseitiger, aber auch kostspieliger als die Sicherheitsmodelle, die ein schlichtes, aber effizientes Kampfprogramm enthalten. Die Piloten bedürfen wohl keiner Erklärung. Alle Modelle sprechen Basic und sind in der Lage, Aufgaben innerhalb ihrer Primärprogrammierung selbständig auszuführen. Alle sind gut gewartet und laufen auf Werkseinstellungen.«

    Als nächstes erkundigte Mumba sich nach dem Preis. Dieser war nicht gering, und Feilschen stellte sich schnell als aussichtslos heraus. Zu seinem Leidwesen konnte er hier keine Quelle an Waffen für seinen eigenen Handel auftun: Was C.T. verlangte, waren Endverbraucherpreise, so dass für einen weiteren Zwischenhändler keine Gewinnspanne blieb. Aber zumindest für den persönlichen Gebrauch konnte er sich hier eindecken. Er hatte ein dringendes Bedürfnis nach Sicherheit in Form loyaler bewaffneter Wachen.

    »Ich nehme zwei Sicherheitsdroiden und einen Kommandanten dazu«, entschied er schließlich. »Können Sie sie zu meinem Schiff bringen?«

    »Natürlich. Gegen einen Aufpreis«, lautete die Antwort, mit der er bereits gerechnet hatte.

    Doch dagegen hatte Mumba der Hutt nichts einzuwenden. Seine bisherigen Ausgaben waren beträchtlich, dafür waren Schiff und Mannschaft nun aber ziemlich komplett. Er wählte zusätzlich einige Handfeuerwaffen für sich und die Droiden aus und vereinbarte einen Zeit- und Treffpunkt für die Übergabe.

    Mit einem Handschlag besiegelten C.T. und der Hutt das Geschäft, das auch dadurch nicht an Gültigkeit verlor, dass die alte Menschenfrau die Nase rümpfte und Mumbas übelriechende Hautsekrete sofort an der Jacke eines ihrer Gehilfen abwischte.

    Man brachte ihn schließlich nach draußen und Betty führte ihn zu dem Striptease-Schuppen zurück, wo sie aufgebrochen waren. Dort bestieg Mumba den gemieteten Gleiter und fuhr im Morgenlicht zum Hafen zurück, wo er sein Schiff so vorfand, wie er es verlassen hatte. Er war zufrieden mit seinem zweiten Besuch auf Centares. Brailor Khaine hatte in seinen Dienst treten müssen und hatte ihm zudem ein angenehmes Gefühl der Überlegenheit verschafft. Er hatte Geschäftskontakte geknüpft, wenn auch vermutlich nur unbedeutende. Und in der nächsten Nacht würde er drei Kampfdroiden bekommen.


    [Centares | Old Town | Hafen | YT-1760 Stopgap] Mumba der Hutt, Droidenmannschaft
     
  16. Mumba der Hutt

    Mumba der Hutt Toter Waffenhändler

    [Centares | Weltraum | äußerster Rand des Systems | YT-1760 Stopgap] Mumba der Hutt, Droidencrew

    Die Stopgap fiel wieder einmal aus dem Hyperraum. Erneut war einer der zahlreichen Einzelsprünge beendet, die zum Erreichen des Ziels notwendig waren. Nun musste der nächste Sprung berechnet werden, bevor auf einen kurzen Zwischenstop im Normalraum wieder eine Hyperraumreise folgen konnte. Was Mumba den Hutten an der Sache störte, war vor allem der Ort, an dem dies stattfand.

    Centares war einer der Orte, an denen er sich im Augenblick nicht aufhalten wollte. Nicht dass er etwas gegen das System an sich gehabt hätte. Im Gegenteil, er sah hier großes Potential für Geschäfte und hatte trotz der derzeitigen Lage diese Welt noch nicht aus seinen Zukunftsplänen gestrichen. Aber solange er verfolgt wurde, durfte er sich hier eigentlich nicht blicken lassen. Er hatte sich in der jüngsten Vergangenheit gleich zweimal hier aufgehalten, hatte sein Schiff gekauft, es hier registriert. Das hieß, dass ein geschickter Verfolger seine Fährte hierher verfolgen konnte. Es war nicht auszuschließen, dass jemand im Centares-System darauf wartete, dass die Stopgap und mit ihr Mumba erneut erschien. Er wusste ja nicht, wie klug und einflussreich seine Gegner waren. Aber da er dringend zu überleben wünschte, wollte er sie nicht unterschätzen.

    Der Aufenthalt in diesem System bedeutete also eine erneute Zitterpartie. An diesem Kreuzungspunkt bedeutender Reise- und Handelsrouten befanden sich zwangsläufig eine Menge Schiffe. Jedes davon konnte Feinde beinhalten. Obwohl sie an den äußersten Rand des Systems gesprungen waren - den fernsten Punkt, an dem die korrekte Berechnung eines Sprungs auf die Triellus Trade Route noch möglich war - kamen sie doch manchen dieser unbekannten Schiffe so nahe, dass diese sie erreichen konnten, bevor sie wieder verschwanden. Mumba verfluchte sich dafür, ein unbewaffnetes und schildloses Schiff erworben zu haben. Er hätte sich eigentlich denken müssen, dass dies Probleme bereiten musste. Ein Waffenhändler, der sich im Fall eines Angriffs nicht verteidigen konnte; wie absurd!


    »Ein Waffenhändler, der sich im Fall eines Angriffs nicht verteidigen kann - wie absurd!« schimpfte er laut und zur Verwunderung seiner Droiden, denen der Kontext fehlte, um seine Äußerung bewerten zu können. »Wenn dieses Geschäft abgeschlossen ist, lasse ich Kanonen einbauen. Oder ich kaufe mir gleich ein Schiff, das vor Waffen starrt wie ein Sternenzerstörer.«

    »DAS SCHEINT MIR EINE KLUGE MASSNAHME ZU SEIN, MASTER MUMBA«, antwortete der TC-Protokolldroide pflichtbewusst.

    »Ach, halt doch dein Maul!« grunzte der Hutt ungehalten. »Und sprich mich in Zukunft mit ›Euer Erhabenheit‹ oder so ähnlich an, verstanden?«

    »WIE EUER ERHABENHEIT WÜNSCHEN«, sagte der Droide ergeben.

    Wieder blieb ihnen ein Angriff erspart. Die Sensoren der Stopgap bemerkten nichts davon, dass jemand dem Schiff besondere Aufmerksamkeit widmete, es erfasste oder scante. Sie zeichneten auch sonst keine Auffälligkeiten auf. Als der Frachter wieder in den Hyperraum sprang, war Mumba der Hutt beinahe sicher, die Verfolger erfolgreich abgehängt zu haben. Mit weiteren Problemen rechnete er, wenn überhaupt, erst nach dem Eintreffen auf Junkfort Station.

    [Centares | Weltraum | äußerster Rand des Systems | YT-1760 Stopgap] Mumba der Hutt, Droidencrew

    [OP: Weiter im Thread Mid/Outer Rim]
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. August 2012

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