Kashyyyk, Trandosha (Kashyyyk-System)

[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] mit Midlo

"Niemand hier"

Ja, das hatte Hade auch schon bemerkt. Oder war besser gesagt noch im Begriff, es zu bemerken. Ihren verdutzten Gesichtszügen war jedenfalls zu entnehmen, dass sie eindeutig etwas anderes erwartet hatte.

Dann ging das Licht aus. Hade hörte Midlo neben sich fluchen und fuhr herum, sah jedoch absolut nichts. Das nächste, was sie wahrnahm, war ein ersticktes, schmerzerfülltes Gurgeln. Irgendwo sackte jemand zu Boden.
Ruhe folgte.
Eine trügerische Ruhe. Die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm.
Einen Sekundenbruchteil zu früh verriet sich der Angreifer durch zu lautes Auftreten. Damit gab er der Kopfgeldjägerin Zeit, instinktiv zur Seite zu springen. Der Sprung endete abrupt und viel früher als geplant. Wand! Sie schrammte Schmerzhaft an irgendetwas Kantigem vorbei in dem Versuch, noch weiter auszuweichen. Es war verdammt eng hier...

Hade zog den Abzug ihres Blasters. Sie hatte zwar keine Ahnung, wohin sie zielte, doch der Feind stand in so unmittelbarer Nähe frontal zu ihr, dass sie ihn gar nicht verfehlen konnte. Tatsächlich ging er sofort zu Boden – betäubt.

Der Devaronianer schrie! Hade wirbelte Herum. Doch obwohl sich ihre Augen inzwischen an die Finsternis gewöhnt hatten, konnte sie nur schemenhaft dunkle Flecken vor einer noch dunkleren Fläche ausmachen. So konnte sie ihrem… Freund?!... unmöglich helfen!
Mit spitzen Fingern stellte sie das Visier ihres Blasters um. Es war derjenige, den Blaine ihr geschenkt hatte. Und der hatte ihn von Borga dem Hutten bekommen, um seine beste aufstrebende Twee’lek-Tänzerin zu beschützen. Glücklicherweise hatte sich der Hut seinen Spaß auch etwas kosten lassen.
Da! Endlich! Die Nachsicht-Einstellung!
Mit zwei gezielten Schüssen in den Rücken des Trandoshaners, der mit Midlo beschäftigt war, setzte sie auch diesen außer Gefecht.

Durch das Visier hindurch war nun auch ihr gehörnter Kollege zu erkennen.
“Alles klar?“, fragte Hade atemlos, den Blaster noch immer vor dem Gesicht.

[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] mit Midlo
 
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[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] Hade, Midlo

Unerwartet stoppte die Axt seines Gegners. Verdutzt beobachtete Midlo, wie der über zwei Meter große Trandoshaner vor ihm zusammenbrach. Bevor der Devaronianer sich lange fragen über den Grund Gedanken machen musste, erschien Hade mit gezücktem Blaster über ihm.
Hoffentlich hatte sie Kroossst nicht getötet, dachte er. Was war er nur für ein erbärmlicher Kämpfer, dass er sich von einer Frau retten ließ.
Erregt und unter starken Schmerzen antwortete Midlo lautstark auf die Frage seiner Begleiterin:
"Diese Echse hat sich beinahe meine Hörner geholt und du fragst mich, ob alles klar ist? Vielleicht schießt du das nächste Mal etwas eher!"

Nach diesen Worten beruhigte sich der Gehörnte schnell wieder und fuhr in einem sachlichen Tonfall fort: "Sag Zenex, er soll die Mandies losschicken!"

Zenex. Wahrscheinlich hatte dieser verräterische Gullipud am Ende Kroossst von ihrem Kommen erzählt, spekulierte Midlo in Gedanken. Dummerweise hatte er sich in diesem Falle schon einmal verschätzt, weshalb er sich wieder auf das Wesentliche konzentrierte.

"Sag ihm, dass wir erfolgreich waren!"

Ein überhebliches Grinsen erschien auf Midlos Gesicht, welches aber schnell wieder verschwand, als er sich des silbrigen Blutes bewusst wurde, das durch seine Finger hervorquoll. Seine Oberbekleidung war bereits getränkt mit dem roten Lebenssaft. Plötzlich mit dem Tod durch Blutverlust konfrontiert begann der Devaronianer hektisch auf Hade einzureden: "Bacta! Hörst du? Ich brauche Bacta. Etwas um die Blutung zu stillen. Irgendwas. Schnell! Du wirst das volle Kopfgeld nicht erhalten, wenn ich nicht überlebe. Verstehst du? Er..."

Midlo stockte. Er spürte, dass er gleich ohnmächtig werden würde. Einen Moment noch kämpfte er dagegen an. Dann ließ er sich in die Dunkelheit fallen, wo es keine Schmerzen mehr gab.

[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] Hade, Midlo
 
[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] mit Midlo

Ja, Hade fragte Midlo, ob alles klar war. Auch angesichts der Lage, in der er sich eben noch befunden hatte. Gerade wegen seiner Lage! Was sollte sie denn bitte sonst fragen?

“Das… das hätte ich ja, aber ich bin nicht dazu gekommen. Ich konnte nichts sehen, und… ich habe die Nachtsichtfunktion nicht sofort gefunden, und...“

Bis eben war alles sehr schnell gegangen. Die Sinne der Kopfgeldjägerin waren zum Zerreißen gespannt gewesen. Sie hatte instinktiv gewusst, dass jede noch so kleine Unachtsamkeit unweigerlich zu ihrem Tode führen konnte. Oder zumindest zu einer abermaligen Versklavung, die sie möglichst vermeiden wollte. Ohne ihr Augenlicht war sie so sehr gehandicapt, dass sie verloren war, wenn auch nur ein Quantum Konzentration an etwas anderes, als ihr Überleben, verschwendet wurde. Das schloss selbst Todesangst mit ein.

Jetzt, nach dem erfolgreichen Kampf gegen – wahrscheinlich - Kroossst, ließ diese adrenalingeflutete Konzentration nach. Sie entließ Hade in einen Zustand plötzlicher, fast schwindelerregender Erschöpfung. Ihre Knie begannen, unkontrollierbar zu zittern. Und noch ehe sie einen klaren Gedanken fassen konnte, ertappte sie sich dabei, sich vor Midlo zu rechtfertigen.
Sein Befehl, Zenex zu informieren, machte ihrem Redefluss ein abruptes Ende. Stattdessen kramte sie unverzüglich in ihrer Jackentasche nach dem Communicator. Irgendwie war sie froh, im Moment nicht selbst denken zu müssen.

Der plötzliche Schock Midlos traf die empathische Hade hart und völlig unerwartet. Sie zuckte zusammen und konnte von Glück reden, nicht aus Versehen den Abzug der Waffe zu betätigen, die sie noch immer wegen des Nachtsichtgeräts vor ihr Gesicht hielt.
Der Devaronianer begann, sich mit hektischer Stimme zu erklären. Er brauchte Bacta. Offensichtlich war er schlimm verwundet. Und das war nicht alles. Der... der glaubte allen Ernstes noch immer, sie und Zenex wollten ihn des Geldes wegen loswerden!

Dabei war der Halbubesin das Kopfgeld momentan völlig scheißegal! Sie stand mutterseelenallein in der stockdunklen Pilotenkanzel eines fremden, feindlichen Raumschiffes. Zwischen den betäubten Körpern zweier Trandoshaner, die jederzeit wieder zu sich kommen und sie überwältigen konnten. Und des zusammengebrochenen Körpers des einzigen Verbündeten, der sie in den Bauch dieses stählernen Monstrums am Fuße der Mammutbäume Kashyyyks, in den Schattenlanden, die vor wilden Bestien nur so starrten, begleitet hatte. Es war eine Szene wie aus einem Horrorstreifen! Und dieses Mal spürte Hade, wie Panik in ihr aufwallte wie eine dunkle Woge eiskalten Wassers, die ihren klaren Verstand hinfortzuspühlen drohte. Dieses Mal würde sie es nicht so lange schaffen, die Nerven zu behalten!

Mit hektischen Bewegungen drückte die nervöse Kopfgeldjägerin die Sprechtaste ihres Comgeräts.


Comnachricht an Zenex​


Zenex? ZENEX!“, keuchte sie, “Wir haben es wahrscheinlich geschafft, Kroossst zu überwältigen! A-aber… es gibt Schwierigkeiten! Midlo ist… verletzt… ist zusammengebrochen… ich, ich kann nichts sehen! Das Licht ist aus! Im, im Cockpit. Hier irgendwo, iiiih, ah, hier,… liegen noch die betäubten Körper. Und… und… i-ist bei euch alles ok? Ich komme jetzt raus! Du musst mir helfen, die Leute hier rauszubringen. Midlo braucht Hilfe! Wo zum Henker steckt dieser Muuurgh?“

Comnachricht an Zenex - Ende


[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] mit Midlo
 
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[Kashyyyk, Schattenlande, Rand des Lagers]- Zenex

Zenex starrte auf das Comlink in seiner Hand, das Hade ihm zugeworfen hatte, dann auf die sich bereits entfernenden restlichen Mitglieder ihrer kleinen Gruppe, dann wieder auf das Comlink – und kam sich reichlich dämlich vor. Hinter ihm die wuchernden Schattenlande, vor ihm ein Lager voller blutrünstiger Möchtegernechsen, und über ihm womöglich eine ganze Armee schlecht gelaunter Imperialer, die nur darauf wartete ein paar Regimegegner zu verhaften und auf möglichst kreative Art zu verhören. Und was fiel Hade ein? Sie übertrug ihm die Aufgabe, das wahrscheinlich temperamentvollste Wesen auf diesem Planeten in getürkte Verhandlungen zu verwickeln.

“Verhandlungen. Klar.“

Wenig überzeugt hob er das Comlink und starrte es an als handelte es sich bei diesem Gerät um seinen persönlichen Erzfeind, wählte dann jedoch jene Frequenz an, auf der sie vermuteten, den obersten Sklavenhändler erreichen zu können.

“Hier spricht der offizielle Gesandte der… äh… intergalaktischen Kopfgeldjägergilde… ich rufe… Krooosst…“

Eine ganze Weile tat sich überhaupt nichts, dann jedoch – obwohl der Falleen es zunächst für statisches Rauschen hielt – erreichte ein Zischen und Spucken ihn über den Kanal. Er verstand es natürlich nicht – die Sprache der primitiven Trandoshaner gehörte mitnichten zu seinem ohnehin limitierten Sprachschatz.

“Ja, ja, klar… hör mal, Freundchen. Ich sitz hier mit dem örtlichen imperialen Colonel… nein, Gouverneur… und erstaunlicherweise ist der ebenso wie wir der Ansicht, dass deine schuppige Haut eher als Wanddekoration zu gebrauchen ist, anstatt das schöne Kashyyyk weiterhin zu verschandeln. Wenn du dich uns also nicht freiwillig ergibst dann… schickt er seine Truppen. Und er hat viele.“

Wieder ein Zischen, dieses Mal lauter und – ganz offenkundig – ungehaltener. Offenbar ging Krooosst tatsächlich davon aus, dass Zenex ihn verstand, und verzichtete daher auf den Gebrauch von Basic. Falls er es überhaupt sprach.

“Jaaa, das Imperium. Kein verlässlicher Handelspartner, was? Aber vielleicht sind sie ja gnädig… vielleicht…“

In diesem Moment waren aus dem Dunkel vor ihm die ersten gutturalen Rufe zu hören, die auf eine Jagd oder ähnliches schließen ließen. Hoffentlich kündeten diese von einem Ablenkungsmanöver – etwa durchgeführt durch den andernfalls nutzlosen Togorianer – und nicht vom Scheitern der Hauptaktion.
Seufzend unterbrach Zenex die Verbindung zum Anführer ihrer Widersacher mit einem entschlossenen Knopfdruck.


“War sowieso ein langweiliges Gespräch…“, murmelte er halblaut, wohl wissend, dass ihn abgesehen von den umher kriechenden Bewohnern dieses Teil der Schattenlande niemand hören konnte.
Angestrengt spähte er in Richtung der grob erkennbaren Umrisse jenes Schiffes ihm ebenso wenig wie jede andere geläufigen Bauart, doch auf diese Distanz ließ sich kaum erkennen, was dort geschah. Und wenn er Ordo und seinen schweren Truppen gegenüber zugab, dass die Dinge eventuell nicht gut standen, machten diese sich am Ende noch einfach aus dem Staub…
Nervös tastete Zenex nach der Waffe, die er bei sich trug – war es noch seine eigene? Er hatte es vergessen – und befingerte den Abzug der gesicherten Pistole. Wie lange sollte er auf Rückmeldung warten? Eine Stunde, zwei oder bis er die Schmerzensschreie seiner dann ehemaligen Partner hören konnte? Möglicherweise ließ Krooosst mit sich reden… doch nach der Nummer mit dem imperialen Gouverneur war das doch eher unwahrscheinlich. Zenex hätte seine Stimme verstellen sollen.
Als dann sein Comlink sich wieder knackend zu Wort meldete, hätte er vermutlich beinahe einen Herzanfall erlitten – Hades Worte jedoch bestätigten ihm immerhin, dass die Ware gesichert worden war. Und dass ihre beiden „Partner“ es allem Anschein nach nicht schaffen würden. Ausgezeichnet. Er hoffe, die Halbubesin wusste, wie man das Ableben des Hornkopfes effizient beschleunigen konnte…


“Hm, ja… ich rufe dann… die Hilfstruppen…“

Und einen kurzen Frequenzwechsel später:

“Achtung, Schaft an Speerspitze: der Flederfalke ist im Nest, das Paket kann abgeholt werden.“

Stand nur zu hoffen, dass dieses Kauderwelsch für die gepanzerten Wahnsinnigen auf Ordos Schiff einigermaßen militärisch genug geklungen hatte…
Übertrieben umständlich verstaute er das Comlink in seiner Tunika, löste seine Waffe aus dem Halfter, überprüfte ihre Ladung und entsicherte sie, ehe er sich – langsam – näher an das Schiff der Sklavenhändler herantraute. Von Trandoshanern war nichts zu sehen, ebenso wenig von anderen Wesen, die sich mit Kroossst verbündet hatten. War die List tatsächlich so perfekt aufgegangen? Man mochte es kaum glauben.
Eine Bewegung ließ Zenex mit atemberaubender Geschwindigkeit herumfahren und mehrere Schüsse in die Dunkelheit abgeben, die die gespenstische Szenerie kurz in flackerndes Licht tauchten. Ein gedämpfter Schrei war zu hören und irgendetwas fiel zu Boden – näheres hinsehen jedoch offenbarte keinen Trandoshaner, sondern einen mittelgroßen Wookiee. Offenbar war einer der Sklaven den ausnahmsweise funktionierenden Reflexen des Falleen zum Opfer gefallen.
Achselzuckend wandte Zenex sich der heruntergelassenen Rampe des Schiffes zu. Schwund. Unvermeidbar bei derartigen Operationen.
Im Inneren des Schiffes – in dem unheimliche Stille herrschte und wo er einen Trandoshaner-Kadaver fand, der fast bestialisch ausgeweidet worden war (offenbar das Werk befreiter Sklaven) – orientierte der Falleen sich kurz, um die Richtung des Cockpits ausmachen zu können. Er bewegte sich vorsichtig – hinter jeder Kiste konnte ein Feind lauern.
Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis seine Geduld belohnt wurde und der Lauf seiner Waffe direkt auf einen augenscheinlich vor Angst schlotternden Twi’lek zeigte.


„Bitte tun Sie mir nichts!“, keuchte der mit seinen zwei Kopftentakeln wenig ansehnlichen Nichtmensch. Zumindest sprach er Basic, was Zenex davon abhielt, ihn sofort zu erschießen. Unauffällig justierte er seine Waffe von „Töten“ auf „Betäuben“.

„Ich… ich regele für Kroossst nur das Finanzielle! Ich hab nie einen Sklaven misshandelt, wirklich! Bitte… bitte werfen Sie mich denen nicht vor!“

In der Stille an Bord des Raumschiffes hallte selbst der Betäubungsschuss in Kombination mit dem Geräusch des zusammensackenden Twi’leks lange nach. Theatralisch wirbelte Zenex seinen Blaster in der Hand – ein lange (vermutlich länger als das eigentliche Schießen) geübtes Kunststück, obwohl ihn leider niemand sah – und blies über die Mündung.

“Seh’ ich so aus, als ob mich das interessiert?“

Die letzten Schritte bis hin zum Cockpit legte er jetzt beinahe lässig zurück, vollkommen überzeugt davon, dass ein vollkommen verängstigter Twi’lek die schlimmste Gefahr war, die ihm hier noch drohte. Nicht mal die Tatsache, dass die Mandalorianer augenscheinlich auf sich warten ließen, konnte ihm jetzt noch die Laune verderben.
Folglich befand sich ein breites Grinsen auf seinen Zügen, als er die panisch wirkende Hade, einen außer Gefecht gesetzten Kroossst (zumindest vermutete er diesen in einem der reglosen Trandoshaner zu Hades Füßen) und einen offenbar kurz vor dem Exitus stehenden Midlo vorfand. Normalerweise war es Zenex unangenehm, Blut zu sehen – in diesem Fall jedoch war er zu einer Ausnahme mehr als bereit.


“Der Provinzadmiral und seine Durastahlsoldaten sind auf dem Weg…“, informierte er seine Partnerin gelassen.
Einer der Trandoshaner am Boden regte sich plötzlich, was Zenex dazu veranlasste, ganze fünf Betäubungsschüsse in seinen ein dankbares Ziel bietenden Körper zu jagen. Ungeachtet der verminderten Intensität der Schüsse lag der den Entladungen eines Blasters eigene Ozongestank sofort in der Luft..


“Sonst alles klar hier?“

[Kashyyyk, Schattenlande, Sklavenschiff, Cockpit]- Zenex, Hade, Midlo, bewusstloseTrandoshaner
 
[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] mit Midlo und Zenex

Nun sah sich einer nur das Grinsen an, mit dem dieser selbstgefällige, grüne Schnösel die Szenerie betrat. Regelrecht provokant. So machte man sich keine Freunde! - Trotzdem war Hade froh, ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Zenex!”

Stieß sie erleichtert aus. Sie erkannte ihren Partner in dem spärlichen Licht, das inzwischen die Pilotenkanzel füllte. Die erste Handlung nach Ende des Gespräches mit dem Falleen war gewesen, die Türe in offener Position zu verankern, sodass Hade auch ohne Blaster etwas erkennen konnte. Die zweite, Midlo in Richtung des Ausgangs zu ziehen. Dies gestaltete sich schwieriger als erwartet, denn der Devaronianer samt Ausrüstung war nicht unbedingt ein Fliegendgewicht.

Noch ehe die Kopfgeldjägerin auf die Zuckungen des am Boden liegenden Trandoshaners reagierte, hatte Zenex ihn bereits fünf weitere Male erschossen. Ob der Kerl jetzt tot war? Auf jenen Fall waren vier Schüsse davon unnötig gewesen.
Unbeeindruckt hockte die Halbubesin sich neben Midlo ab und packte ihn irgendwie so an der Brust, dass der durch die Wunde entstehende Transportschaden relativ klein bleiben würde… oder zumindest sollte.


”Schnell. Hilf mir lieber, ihn hier rauszubringen, statt da dumm rumzustehen. Bevor uns noch irgendwer - oder irgendwas - hier findet! Sind die Mandies unterwegs? Wir brauchen Hilfe bei Kroossst und den ganzen anderen. Die müssen auch noch raus!”

Zenex’ selbstverliebtes Auftreten hatte Hades panischen Kopf schlagartig wieder ganz schön abgekühlt. Wenn er glaubte, in ihr jemanden zu haben, der sich nach einem strahlenden Retter sehnte, dann täuschte er sich gewaltig. Viel eher regte sie sich darüber auf, überhaupt jemals Schwäche gezeigt zu haben. Wenn das gleich so eiskalt ausgenutzt wurde, um sich zu profilieren! Aber das passierte ihr bestimmt nicht noch einmal…

[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] mit Midlo und Zenex
 
- [Kashyyyk - Schattenlande - Wald nahe dem Lager der Trandoshaner

Nachdem er die Trandoshaner ausgeschaltet hatte, ging Muuurgh sofort zur Korvette Kroosssts um Hade und Midlo zu helfen.
Zu seiner Überraschung waren die Wachen zwar alarmiert aber nicht verstärkt worden, weshalb das Eindringen in sein früheres Gefängnis für ihn kein Problem darstellte.

In der Korvette schlug er sofort den Weg in Richtung der Pilotenkanzel ein, jederzeit darauf vorbereitet zu fliehen, falls sich Hade und Midlo hatten erwischen lassen.

Die wenigen noch anwesenden Wachen denen er unterwegs begegnete erwiesen sich als kein Hindernis, da sie viel zu überrascht waren, von einem Sklaven angefallen zu werden.

In der Pilotenkanzel war überraschenderweise kein wilder Kampf in Gange, wie Muuurgh gedacht (und, aus Rachegelüsten, auch gehofft) hatte.

Dem Anschein nach, war der Kampf gegen Kroossst bereits zu Gunsten der Angreifer entschieden worden.
Während Zenex mitten im Raum stand und mit qualmendem Blaster auf einen am Boden liegenden Trandoshaner zielte, beugte sich Hade über Midlo, der scheinbar verwundet geworden war.

Wahrscheinlich schoss Zenex deshalb noch auf den schon am Boden liegenden Sklavenhändler ein.

Muuurgh eilte, nachdem er die Situation überblickt hatte, zu Hade um ihr beim Abtransport des Devorianers zu helfen, während Zenex eher amüsiert zu Midlo schaute, was Muuurgh stutzig machte.

In dem Glauben, Zenex sei durch die Verletzung seines Kameraden außer Fassung geraten, fragte Muuurgh die Ubesin [Hade] ,ob sie Midlo hinaus oder auf die Krankenstation schaffen sollten.



[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Pilotenkanzel] mit Midlo, Hade und Zenex
 
[Kashyyyk - Schattenlande - Korvette - Gänge] Muuurgh, Midlo, Hade

Schließlich trugen Hade und Muuurgh den Verwundeten aus dem Schiff, was selbst für den Togorianer einige Anstrengung bedeutete. Devaronianer waren aufgrund ihres dichten Körperbaus schwerer als die meisten anderen Humanoiden und Midlo war nicht gerade von kleinem Wuchs. Auf dem Weg begegneten sie ein paar Mandalorianern und als sie die corellianische Korvette endlich verließen, schienen die Söldner bereits alles unter Kontrolle zu haben. Der Bereich um das Schiff war vollständig gesichert. Ordo war mitten unter seinen Männer und koordinierte die Truppe. An einer Stelle hatte man die gefangenen Trandoshaner zusammengetrieben. Viele von ihnen hatte man betäubt und gefesselt.
Von all dem bekam Midlo nichts mit. Selbst als man ihn auf der verbrannten Erde des Lagers niederlegte, regte sich der erschlaffte Körper nicht. Erst als sich einer der Mandalorianer an seiner Wunde zu schaffen machte, erwachte Midlo wieder. Ihn ebenso erwachter Panik riss er seine Augen weit auf und starrte direkt in das T-Visier. Sofort versuchte aufzustehen und den Mandalorianer mit einem Arm von sich wegzustoßen.


"Bleib liegen! Ich bin Heiler", sprach der Gepanzerte in seiner Sprache und drückt Midlos Arm mit spielerischer Leichtigkeit zurück auf den Boden. Midlo wollte dem dem angeblichen Heiler eine Verwünschung entgegenbrüllen, doch seine Kräfte verließen ihn und er wurde wieder bewusstlos.

[Kashyyyk - Schattenlande - Lager] Muuurgh, Midlo, Hade, Zenex, Paíx
 
[Kashyyyk, Schattenlande, Sklavenschiff, Cockpit]- Zenex, Hade, Midlo, bewusstlose Trandoshaner

Gerade wollte Zenex sich zu einem affektierten Seufzen hinreißen lassen - warum musste Hade sich immer wieder als alles andere als knallhart kalkulierende Geschäfts…halbubesin erweisen? – doch in diesem Moment geschahen mehrere Dinge auf einmal.
Der entlaufene Sklave mit dem einprägsamen Namen betrat das Cockpit (Zenex versuchte, das Blut, das er an sich trug, zu ignorieren, da es ihn nicht im Geringsten so sehr erfreute wie das des Devaronianers) und kurz darauf wuchs die Geräuschkulisse ringsherum auf ein Ausmaß an, welches mehr als deutlich signalisierte, dass ihre schwere Verstärkung nunmehr eingetroffen war. Zenex’ Mund zuckte im Anflug eines überraschten Lächelns. Sie hatten es tatsächlich geschafft.

Den Rest überließ Zenex jener Person – Ordo – die ein erhöhtes Interesse daran zu haben schien, zu organisieren, herumzukommandieren und über den Dingen zu stehen. Die zugegebenermaßen Furcht einflößend wirkenden Mandalorianer wickelten das Lager der Sklavenhändler mit einer Effizienz ab, die den imperialen Sturmtruppen alle Ehre gemacht hätte. Doch von diesem alles nur verkomplizierenden Faktor sahen sie glücklicherweise nichts…
Da Hade nach ihren Erlebnissen im Cockpit und im Kampf gegen Kroossst scheinbar noch etwas durch den Wind war, nahm Zenex es schließlich an sich, mit dem Führer der Mandalorianer zu verhandeln – er hatte nur einen Teilerfolg. Zwar schaffte er es, dass Midlo an Bord der Korvette verfrachtet wurde, vollbrachte es im Gegenzug jedoch nicht, die lukrative Ware für den Transport auf der Uba zu deklarieren. Angesichts der Feuerkraft seiner Verhandlungspartner verzichtete er jedoch darauf, sich über diesen Umstand allzu lange zu beklagen… vermutlich besaßen die gepanzerten Krieger in ihren Helmen ohnehin eine Art Stummschaltung, was erklären durfte, warum sie seiner ungeheuren Überzeugungskraft nicht erlagen.
Bevor er zu Hade zurückkehrte machte er ein letztes Mal halt bei dem Togorianer. Fair wäre es vermutlich, ihm eine Passage weg von diesem Planeten anzubieten, oder zumindest etwas Geld – doch Fairness lag dem Falleen noch ferner als Bescheidenheit.


“Wenn du nicht auf diesem Planeten bleiben willst, wenn das Imperium herausfindet, dass einer seiner Vasallen ausgeschaltet wurde… frag den Provinzadmiral, ob er dich mitnehmen kann“, riet er dem pelzigen Nichtfalleen nur und fügte mit einem süffisanten Grinsen hinzu:

“Vielleicht musst du ihnen ja nur die Mujafrüchte schälen und die Rüstungen polieren…“

Unter leicht hämischem Gelächter kehrte er schließlich zu seiner temporären Partnerin zurück. Jetzt musste er nur noch aufpassen, dass diese sich nicht um ihren redlich verdienten Anteil am Kopfgeld prellen ließ…

“Nun, das wäre dann geschafft“, stellte er selbstgefällig fest und warf einen kurzen Blick auf einen Käfig voller benommen wirkender Trandoshaner, die in diesem Moment von den Mandalorianern verladen wurden. Die meisten heimischen Sklaven indes waren verschwunden – aber vielleicht sorgte dieser Profit mindernde Umstand als Ausgleich dafür, dass die Wookiees sie bis zum Abflug in Ruhe ließen.

“Zeit, hier zu verschwinden, Captain.“

[Kashyyyk, Schattenlande, ausgehobenes Sklavenjägerlager]- Zenex, Hade, Midlo (KO), Muuurgh, Mandalorianer, bewusstlose Trandoshaner
 
[Kashyyyk - Schattenlande - ausgehobenes Sklavenjägerlager] mit Midlo, Ordo, Muuurgh und Zenex

Nachdem ihnr und Muuurgh der nasse Sack namens Midlo abgenommen wurde, trat Hade ein paar Schritte abseits, um dem plötzlichen Lärm zu entkommen und dabei niemandem im Weg zu sein. Die Schattenlande waren nicht unbedingt ein Paradies und die Mandaloreaner kamen definitiv schneller voran und machten den allgemeinen Abflug eher möglich, wenn keine irritierten Kopfgeldjäger andauernd ihren Weg kreuzten.

Außerdem schien Zenex die Verhandlungen aufgenommen zu haben. Sie hörte “Großho.. äh, Midlo”, “Uba”, “Sicherer Transport”, “…von daher wäre es wirklich besser, wenn wir Kroossst…” und “Sie machen einen großen Fehler!” aus seinem Gespräch mit Ordo heraus.
Na, war doch klar gewesen, dass der darauf nie im Leben einging! Was auch immer dieser Trandoshaner ihren Auftraggebern getan hatte, die Mandie-Soldaten waren auf jeden Fall stärker in die Sache verwickelt als Hade und ihr falleenischer Partner. Vielleicht stand sogar noch ein weiteres Kopfgeld auf Kroossst aus. Aber darum zu kämpfen und die schwarze Sonne zu hintergehen wäre ein mehr als törichtes Unterfangen für einen Neuling wie sie.
Blieb nur zu hoffen, dass die Black Sun auch sie nicht verriet und leer ausgehen lies! Den nächsten Auftrag würde sie sich definitiv allein raussuchen! Gut, vielleicht würde sie sich mit Zenex absprechen. Aber wirklich nur mit ihm. Sofern er an ihrer Seite blieb. Verübeln konnte sie ihm seinen Abgang jedenfalls nicht, wenn der Auftrag jetzt genug abwarf.
‘Allerdings‘, dachte sie mit einem schiefen, heimlichen Grinsen in seine Richtung, ‘schätze ich dich eher so ein, dass du nach 48Stunden in der Kneipe völlig pleite wieder angekrochen kommt!’

Als Zenex sich schließlich von seinem mandaloreanischen Gesprächspartner abwandte und Blickkontakt mit der halbubesischen Kopfgeldjägerin suchte, hatte die es gerade geschafft, ihren Blaster wieder auf Normalmodus umzustellen. Endlich kein Spielzeug mehr in der Hand! Es fühlte sich gut an.

Mit einem Nicken und einem freudloses Grinsen quittierte Hade alle Worte des Falleen. Sie dachte nicht im Traum daran, Muuurgh oder irgend einem anderen von denen einen letzten Gefallen zu schulden. Diese Sache war für sie beendet. Der Rest konnte sehen, wo er blieb - vor ihr und Zenex stand jetzt jedenfalls schon die nächste Herausforderung: Der Marsch zurück zur Uba.

Das Kanonenboot der Mandaloreaner befand sich längst im Hyperraum, als der umgebaute YT-2000-Frachter der Kopfgeldjägerin es endlich schaffte, sich in die Lüfte zu erheben. Die müde Halbubesin nahm sämtliche Baumkronen auf ihrem Weg ins All mit und war heilroh, endlich den Copiloten einschalten zu können.


[Kashyyyk - Orbit, auf dem Weg nach The Wheel] mit Zenex

---> weiter auf: The Wheel!
 
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Kashyyyk - Rwookrrorro -Landeplattform/ Mit meinem Haustier Kargara
Es war für diese Jahreszeit recht warm auf Kashyyyk.
Ich selbst befand, wie fast jeden Nachmittag, an der Landeplattform und bastelte an meinem Delta-7B Aethersprite-Klasse Sternjäger den ich vor zirca drei Wochen aus dem Schlamm geborgen hatte. ich hatte ihm, neben der neuen schwarzen Lackierung, auch noch ein Hyperraum modul, einen besseren Schildgenerator, stärkere Geschütze und zusätzlichen Stauraum verpasst. Der leere Platz der eigentlich mit einer R2-Einheit besetzt wäre musste für das Hyperraum modul herhalten. Endlich war es soweit. Endlich konnte ich Kashyyyk verlassen. Kargara, mein Haustier saß währenddessen auf der Cockpit-Scheibe und wartete darauf das es endlich losging. Ich ging in mein Haus, öffnete meinen Schrank und zog meinen Kampf-/Pilotenanzug über, Mein Vibroschwert und mein Blastergewehr schnallte ich auf meinen Rücken. Meine DC-15 Plasterpistole verstaute ich in einem Gürtelholster. Langsam ging ich auf meinen Jäger zu. Ryarrk, mein bester Freund, hielt mich noch kurz auf und übergab mir wortlos seine Armbrust und eine Nachricht:
"Brius, ich hoffe wir sehen uns bald wieder. Du bist der einzige Mensch der jemals in unseren Clan aufgenommen wurde, Deshalb ist es für alle schwer das du nun gehst. viel Glück.
in liebe Ryarrk." Er umarmte mich noch kurz und verschwand darauf. Ich öffnete die cockpit-Scheibe meines Jägers und stieg ein. Kargara setzte sich in einen für seine größe passenden Sitz welcher sich hinter dem des piloten befand. Ich warf die Triebwerke an und flog von Kasyyyk weg, ohne Bestimmten Kurs, ohne Ziel, einfach nur Weg.
 
.:: geostationärer Orbit von Kashyyyk :: an Bord des Dreadnaught-Kreuzers "Expendable" :: Mannschaftsmesse :: HATE-Squad inklusive Kommissar Kell Bommbassa ::.


Der massiv überholungsbedürftige Dreadnaught-Kreuzer 'Expendable' hing fast reglos im geostationären Orbit der Waldwelt Kashyyyk. Der anthrazitgraue Anstrich des einst mächtigen Kriegsschiffs hatte schon bessere Tage gesehen. Narben von alten Schlachten trug der Kreuzer fast wie Orden zur Schau. Die feiste Triebwerkssektion schwieg - einzig die Positionsaggregate sorgten für eine stabile Positionsgarantie. Im Inneren des ehemals stolzen Kreuzers sah es nicht besser aus - rostige Luken, restaurationsbedürftige Panele und vom Zahn der Zeit gezeichnete Innenwände. Das gesamte Kriegsschiff schrie nach einer grundlegenden Überarbeitung. Doch dafür war es keineswegs vorgesehen. Neben dem üblichen Lärm an Bord eines imperialen Kreuzers gesellte sich das lautstarke Geschrei derber Männerstimmen zu dem Sammelsurium an Lauten. Sogar das stete Wummern aus dem Maschinenraum wurde bisweilen von triumphalem Gebrüll übertönt.

In der Mannschaftsmesse hatte sich ein halbes Dutzend älterer Männer eingefunden. Alle waren sie angetan in leichte Panzerung, wie man sie an Bord eines interstellaren Schiffes trug. Nicht allzu klobig, nicht allzu sperrig - aber doch von gewissem Schutz. Die illustre Runde bildete einen Anblick, der jedem Ausbilder der imperialen Armee einen cholerischen Anfall entlockt hätte. Feuerwaffen lagen ungesichert offen auf Tischen herum. Credits sammelten sich auf selbigen ebenfalls. Schwerer, blauer Rauch von Zigaretten und Zigarren hing in der Luft. Das Aroma wurde ergänzt durch schweren, offenbar selbstgebrannten Alkohol. Im Hintergrund hämmerte harte Musik aus einem Wiedergabegerät. Und überall konnte man das imperiale Logo auf den Bekleidungen erkennen. Auch wenn dieses Schauspiel kaum real erschien .. doch diese Männer hier waren Teil der Armee des Imperators. Satzfetzen flogen durch die Luft, während das halbe Dutzend scheinbar Sold beim Sabacc-Spiel verzockte. Die Zusammensetzung dieser Spielrunde war farbenfroher und obskurer, als man sich vorstellen konnte. Doch eines hatten alle Männer gemein - sie waren vom Leben als Soldaten gezeichnet. Narben, Entstellungen und verhärmte Gesichter waren die auffälligsten Merkmale.

Private Ada Kobashii blickte über den Rand seiner Karten und spähte misstrauisch in die Runde. Er wusste um die Verschlagenheit seiner Squad-Kameraden. Sie alle waren aufgrund diversester Vergehen zur sogenannten 'Hate-Squad' versetzt worden. Dies war die einzige Möglichkeit dauerhaftem Arrest oder schlimmerer Bestrafung zu entgehen. Dienst in einer Strafeinheit war hart, schlecht bezahlt und die Ausrüstung war meist das allerletzte. Zu sehen schon an dem Kreuzer, der sie nach Kashyyyk gebracht hatte. Unter der strengen Aufsicht von Kommissar Kell Bommbassa würde das Squad, als Teil der 815. Infanteriedivision, hier ein spezielles Eignungsverfahren absolvieren müssen. Der kleingewachsene Mann von Corellia - scheinbar stammten alle Mitglieder der Einheit von dort - wusste über diesen wilden, barbarischen Planeten nur, dass hier Wookies lebten. Wookies, baumlange haarige Geschöpfe bar jedweder Kultur, aber mächtige Kämpfer. Der Nahkampfgott war gespannt auf diese Auseinandersetzung. Doch zunächst müsste er seine hart verdienten Credits gegen diese verdammten, riesigen Blutsauger hier in der Messe verteidigen.


"Los, lasst knacken. Ich muss daheim viele, viele, viiieeele hungrige Mäuler stopfen."

Der kleine, schlitzäugige Mann zupfte an seinen Spielkarten herum und beäugte weiterhin misstrauisch die Szenerie. Er wusste, dass sie alle unter dem finsteren Blick des Kommissars agierten. Aber als Strafsoldat war man eh das Letzte vom Letzten. Sie alle waren der Bodensatz. Sie waren entbehrlich. Ihnen stand eine Zukunft als Kanonenfutter bevor. Man würde sie in Krisenherde schicken, zu Brennpunkten und in aussichtslose Situationen. Aber das würde diese harten Kerle nicht schrecken. Heute nicht und auch in Zukunft nicht.

Kaum das sich linkerhand von Ada Kobashii etwas bewegte, schnellte die linke Hand des zierlich wirkenden Mannes im besten Alter zu seiner am Oberschenkel befindlichen Vibrodolchscheide. An seinem Körper trug er insgesamt fünf dieser Halterungen. Seine leichte Blasterpistole lag einige Meter entfernt. Hier war keine kritische Situation, die Atmosphäre war gut. Aber die fast intuitiven Reflexe konnte der Private keineswegs unterdrücken. Zur Beschwichtigung schenkte Ada den Mitspielern ein breites, künstliches Lächeln.
Mit etwas Glück würde er in dieser Runde ordentlich Credits gewinnen. Kobashii mochte Credits. Sie waren seine große Achilles-Ferse. Sie waren im Grunde der kausale Zusammenhang seiner Strafversetzung. Er liebte Credits sogar. Er wollte immer mehr und mehr. Schließlich hatte er Kosten. Immense Kosten. Dafür müsste er aber noch besser spielen - denn die Karten auf seiner Hand waren nicht gerade vielversprechend.


"Wer hat diesen Mist eigentlich ausgegeben? Immer den kleinen Mann von der Insel über den Tisch ziehen, hum?"

Die Entrüstung war sprichwörtlich. Sein ganzes Leben war der Private aufgrund seiner geringen Statur unterschätzt worden. Bösartige Zoten und Sprüche konnte man erdulden, aber Geringschätzigkeit von Vorgesetzten waren stets ein Schlag ins Gesicht. Nun, Ada Kobashii hatte im Laufe der Jahre gelernt, ungleich härter zurückzuschlagen. Er war verteufelt nochmal eine Kampfmaschine. Aber es war nicht schlecht, dann und wann unterschätzt zu werden - das hatte ihn die Erfahrung gelehrt. Und mit diesem Faktor würde er auch in Zukunft spielen. Nur nicht unbedingt bei Sabacc.


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Das war doch scheiß.e! Schlimmer konnte es eigentlich ja gar nicht mehr kommen. Strafkompanie. Weil mal aus Versehen was hoch ging. Desric hatte wirklich schon viel erlebt, aber wegen dem bisschen Kawumm sich gleich so aufzuregen überstieg sein Verständnis einfach maßlos. Ha. Genau... Maßlos.Das Wort hatte der verkriffte Colonel auch immer wieder benutzt, während er mit feuerrotem Kopf vor ihm gestanden hatte und um sich brüllte wie ein rasender Gundark. Und jetzt fristete er hier auf diesem uralt Kriegsschiff. Nicht das er etwas gegen Dreads hatte. Allerdings war die Expendable schon vor seiner Geburt alt gewesen und ihr Innenleben passte sich nach und nach dem äußeren Eindruck an. Wenn die Jungs aus der Werft nicht aufpassen würde, würden sie wahrscheinlich bald mit riesigen Löchern in dem Ding durchs Weltall eiern. Wie das enden würde, war ja wohl klar. Aber wen sollte das schon kümmern? Immerhin waren sie ja nur die Strafkompanie. „Sir, Sir! Einer unser Dreads ist an Altersschwäche verreckt!“ Wer war denn an Bord, würde irgendwer, irgendwann fragen und der junge, aufstrebende Offizier würde sagen: „Teile der 815ten Infratridivision. Die 88te Strafkompanie, Sir!“ Und mit einem Schulterzucken würden sie dann endgültig abgeschrieben und einfach vergessen. Ganz großes Grav-Ball! Wütend schnaubte Desric und drückte seine Zigarette im Aschenbecher nur mäßig aus, während er mit der anderen Hand bereits die nächste aus seinem Päckchen fingerte.

Die 88te Strafkompanie. HATE-Squad. Seine neue Truppe. Und für die äußeren Umstände hätte es schon deutlich schlimmer kommen können. Immerhin hätte es gut sein können, dass er hier mit absoluten Volldeppen rumsaß. Ein paar Grenzdebile die nicht wussten aus welchem Ende ihres Körpers sie schei.ssen, beziehungsweise kotzen sollten. Stattdessen saß er hier mit Corellianern! Und um die Quote zu halten war selbst der Kommissar den man ihrer Einheit zugeteilt hatte von da. Alles in allem passte das HATE-Squad super zu ihrem neuen Schiff. Verbraucht und von unzähligen Schlachten gezeichnet, aber trotzdem die vermutlich zähsten Kampfschweine dieser Galaxis. Desric wurde aus seinen düsteren Gedanken gerissen, als der Kurze(Ada Kobashii) sie dazu antrieb endlich anzufangen. Der ausreichend am Sprengstoff geschulte Desric Madine, rückte seinen Granatengurt zurecht, der ihm quer über die nackte, behaarte Brust hing.


„Mach mal halblang, Kurzer. Aus dir kommt niemals genug raus um auch nur ein Maul zu füllen.“

Knurrte der pessimistische Sprengstoffexperte von Corellia in die Richtung des Schlitzäugigen und kippte den undefinierbaren Inhalt seines Schnapsglases seine Kehle runter. Das kurz danach entstehende warme Brennen in seinem Rachen kommentiert er mit einem zufriedenen Brummen und zündete sich die nächste Zigarette an. Das der Aschenbecher den ihre Truppe benutzt schon halb am überquellen war, kümmerte weder ihn, noch die anderen Raucher. Neben den diversen Gläsern und Flaschen die auf dem Tisch standen, zusätzlich zu einem Haufen Creditchips und mehrerer Blasterpistolen lag direkt vor Madine dessen E-11 noch auf der Kante und zielte direkt auf sein Gegenüber. Ohne wirkliche Intention, aber Vorsicht war immer besser. Vorischt und eine große Waffe...

„Wenn sie dich über'n Tisch ziehen fällt auch nichts um, Kurzer.“

Mit einem Blick auf seine Karten hätte aber auch genausogut Desric den Geber verfluchen können. Vermutlich war's der verdammte Bommbassa gewesen. Diesen Kommissaren war als Bestrafung doch alles zuzutrauen. Und damit es ihnen eben so richtig schön scheiß.e ging, manipulierte er auch noch ihr Sabacc Spiel. Wenn das so weiter gehen würde, bis ans Ende aller Tage, na dann gute Nacht! Vorher würde Bommbassa von einem Sprengsatz den er unter seinem Bett anbringen würde verdampft werden und sie könnten endlich gepflegt eine Runde ihren Sold verprassen...

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Strafkompanie – die letzte Station in der Imperialen Armee, bevor man endgültig und eiskalt in den gewissen Tod geschickt wird. Nach etlichen Disziplinarmaßnahmen und einer Degradierung befand sich nun auch Daclif Novar in diesem Bodensatz. Ohne irgendeine ausschweifende Erklärung hatte man den muskulösen Kerl nach dem letzten Arrestaufenthalt einfach in die Strafkompanie versetzt, auf einen rostigen Dreadnaught verladen und irgendwohin – am Rande des imperialen Territoriums – geschickt. Seit mehreren Stunden kreiste die „Expendable“, so hieß das ramponierte Kriegsschiff, um den grünen Dschungelplaneten Kashyyyk.

Doch diesen Punkt interessierte Novar nicht. Selbst in seiner sehr langen Dienstzeit als Corporal der Scout Trooper hatte er sich nie dafür interessiert wohin man ihn schickte. Warum sollte ihn das also nun in einer Strafkompanie interessieren? Denn noch immer war der recht muskulöse Schwarze mit der polierten Glatze davon überzeugt, dass er allein das Imperium in seinen Grundfesten zusammen hielt. Kein Offizier, kein Sith und selbst der Imperator vollbrachten nicht Tag für Tag die Arbeit, die er – mit etwas gutem Willen – verbringen konnte! Daclif war imperial, nur schien sein Ego stets ein paar Probleme mit der jeweiligen Obrigkeit zu haben.

Zusammen mit fünf anderen Männern aus seinem neuen Trupp – dem HATE-Squad – saß Daclif um einen kleinen Tisch aus grauem Durastahl in der Mannschaftsmesse. Der bläuliche, beißende Rauch von Zigaretten und Zigarren lag in der trockenen Luft, während auf dem äußerst dreckigen Tisch ein paar Flaschen mit selbstgebrannten Fusel standen. Dazu lagen etliche ungesicherte Waffen um diese Männer herum. Daclif hatte sich, nachdem er zwei nörgelnde Crewman vertrieben hatte, einen Stuhl geschnappt und das schwere RT-97C gegen seine linke Schulter gelehnt. Da sich der gesamte Trupp in Bereitschaft befand, trug er selbstverständlich die gewöhnliche Ausrüstung dieser Einheit: einen zerkratzten Brustpanzer, schwarze Stiefel und einen Allzweck-Gürtel. Nur die beiden Ärmel hatte er herausgerissen, damit er seine Tätowierung – das imperiale Logo auf dem linken Oberarm – zeigen konnte.

Wie durch Geisterhand wanderte die fette Zigarre in seinen rechten Mundwinkel, nachdem er noch einmal einen kräftigen Zug genommen hatte. Sein Blick glitt zu den eigenen Karten, die er lässig in der rechten Hand hielt. Mittelmäßig – so stufte er momentan seine Chancen auf einen Sieg bei dem Spiel ein. Plötzlich öffnete der Kleine (Ada Kobashii), der ebenfalls ein Teil der Runde war, seinen Mund. Trieb mit seiner piepsigen Stimme die anderen Soldaten an. Sofort blaffte einer der anderen (Desric Madine) zurück. Rau war der Umgangston und dünn die Sprüche. Schweigend nahm Daclif noch einen Zug von seiner Zigarre, bevor er ein paar Credits auf den dreckigen Tisch warf. Danach ging sein Blick zu dem Typen, der außer einem Sprengstoffgürtel nichts trug, um die behaarte Brust zu verdecken.


„Oh Mann, ein Altherren-Club ist nichts gegen euch“, knurrte er und blies die nächste blaue Wolke in Richtung des Kleinen. „Ich erhöhe! Kurzer, kannst du da mithalten?“

Im Anschluss kratzte sich der Schwarze am Hintern. Irgendwie konnte er auf diesen kleinen Stühlen nicht richtig sitzen. Immer wieder zwickte es ihm im Schritt. Schwerfällig erhob sich der schwarze Muskelprotz, legte sein Gewehr zur Seite und griff nach dem halbvollen Glas. Rasch stürzte er den brennenden Fusel herunter, rülpste laut und setzte sich dann wieder – für die nächsten vier oder fünf Minuten – auf den kleinen Stuhl. Noch immer schien man sich bei den Zügen Zeit zu lassen. Daclif musterte noch einmal die Anwesenden, nahm die Zigarre aus dem Mund und aschte kurz ab. Dabei fiel die hellgraue, fast weiße Asche einfach auf den Boden der Mannschaftsmesse.

„Boar, bei diesen kleinen Stühlen kann man kaum ordentlich sitzen“, beschwerte sich Daclif Novar plötzlich. „Was für Sitzpinkler sind denn auf diesem Schiff? Meine Fresse...“

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Eine Mannschaftsmesse wie viele andere auf unzähligen anderen Kriegsschiffen des Imperiums. Nun vielleicht nicht ganz so wie auf anderen. Nicht nur die hier versammelten Männer auch der Gesamte Raum wirkte alt und verbraucht. Rost und Falten wohin man sah. Gefühlt waren hier mehrere Hundertjahre Fronteinsatz anwesend und eines ähnlich hohen Verbrechens Potential wie auf Kessel. Kessel war das passende Stichwort Dolph hatte die Wahl gehabt Lebenslang Kessel oder bis zum Ende seines Lebens bei der 88ten Strafkompanie.

Dolph sah auf sein wirklich miserables Sabacc-Blatt, welches er in der Linken hielt und drehte sich mit der Rechten eine neue Zigarette. Auf seinen Zügen spielte ein Humorloses Grinsen. Welches sich nicht in seinen kaltblickenden Augen widerspiegelte. Ihr Kommissar saß an einem anderen Tisch und trank seinen Corellianischen-Kaf. Arrogant lächelnd beobachtete er die Szenerie am Tisch des HATE-Squad. Er war nun für diesen Haufen Abschaum zuständig auf das sie zum Sterben antraten. Wieder flogen einige Credits in den Pott. Dolph führte seine Zigarette zum Mund und zündete sie an. Nach einem tiefen erholsamen Zug Steiß er eine Säule blauen Rauches aus. Seine Rechte viel nun auf seinen zuverlässigen Rawk Chopped es beruhigte ihn diese Waffe an der Hüfte zu tragen. Er spürte jeden Kratzer und jede Narbe im Griff seiner Waffe. Die Imperialen Waffen waren zwar effektive Tötungswerkzeuge aber in keinster Weise elegant oder ästhetisch. Wenn man schon jemanden "Beförderte" dann sollte das doch wohl mit Stil geschehen.

Der schwarze Körperpanzer des blonden Hünen knarzte als dieser sich nach einer seiner Bierdosen reckte, die er unter seinem Stuhl abgestellte hatte. Seine neuen Kammeraden begannen sich soeben wieder einmal um die Karten zu streiten. Und auch Ram begann in die Hasstirade einzustimmen:
„Schon wieder solche Drecks Karten. Damit kann man ja keinen Jawa hinterm Droiden hervorlocken. Was glaubst du Fuselpanscher eigentlich wen du hier vor dir hast? Das kannst du mit den Sissis von der Flotte machen.“

Dolph hatte seine Karten auf den Tisch geworfen und hatte seine linke Hand wie Zufällig auf sein fast Macheten artiges Messer gelegt. Dies war die Dritte Zuspitzung des Spiels seit sie vor 2 Stunden begonnen hatten.

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HATE-Squad. 88. Strafkompanie. Nun war er hier. Und der Grund dazu war so simpel wie einfach: ER war DER Frauenheld in seiner alten Kompanie gewesen. Er war es, der jede Frau dazu brachte, dass zu tun, was er gewollt hatte. Er hatte den natürlichen unwiderstehlichen Charme eines corellianischen Straßenjungen, gepaart mit seinem Dreitagebart und seiner verrauchten und Whisky geprägte Stimme bekam er einfach jede Frau rum. Doch irgendwie sahen das seine Vorgesetzten anders. Nachdem er bei der Belagerung von Ord Trasi einfach jede Sanitäterin und Krankenschwester geknallt hatte, ist sein kommandierender Offizier damals ausgerastet und hatte ihn verwarnt. Wahrscheinlich war der Colonel eifersüchtig gewesen, weil er nicht so gut aussah, nicht von Corellia stammte und auch keine erotische Whiskystimme hatte. Und was Rayf überhaupt nicht verstand, war dass sich jemand darüber aufgeregt hatte, dass er einer Offizierin Schlafmittel in ein Trinkglas gegeben hatte und sie dann in seine Kabine getragen hatte und dort ... nun ja. Der Gentleman genießt und schweigt. Der Offizierin hatte das gefallen, denn jede Frau - egal woher sie kam - stand auf Rayf Alder - und Rayf stand auf jede Frau. Nach dieser Aktion wurde er vom Colonel hier her versetzt. Und so wie die illustre Runde hier aussah, war Rayf hier um diesen Loosern zu zeigen wie man Frauen richtig verführte, abschleppte und ihnen dann das Hirn aus dem Schädel f*****. Einen Teil zu seiner auf Frauen anziehende Wirkung führte Rayf auch auf seine geile schwarze Uniform zurück. Doch leider waren momentan keine Frauen in der Messe. Also zeigte der Straßenjunge von Corellia seinen neuen Kameraden wie man richtig Sabacc spielte. Beziehungsweise wie man dabei richtig betrog. Rayf war Kartengeber und hatte mal wieder ein hervorragendes Blatt zusammengemischt - für sich natürlich. Und natürlich war der Würfel auch so gezinkt, dass er keine fünf zeigen würde und somit würde sein Blatt auch nicht an Wert verlieren.

Rayf sah kurz zum Kommissar herüber, der dafür zu sorgen hatte, dass er und seine Kameraden auch für den Imperator starben und nicht desertierten oder sonst was taten. Rayf zuckte die Schultern, besser als auf der Straße wo man von kleinen Asiaten - genauso wie dem da drüben - drangsaliert wurde. Ob der Kommissar den extra corellianischen Zusatz schmeckte, den Rayf in seinen Kaffee getan hat - Eigenproduktion. Genauso wie der Whisky, den alle hier tranken. Und da der Whisky von einem Corellianer gebrannt worden war, war dieser auch corellianischer Whisky. Grinsend sah Rayf zu wie die Anderen sich schon beleidigten. DAS war eine richtige Kampfeinheit. Als der Schwarze (Daclif Novar) aufstand und rülpste meinte der Inselbewohner nur: „Alter, du stinkst ja aus dem Maul wie ’ne ganze Banthaherde aus dem Arsch. Das Maul eines Sarlaccs ist ja nix gegen dich.“
Gespielt empört wedelte Rayf den Geruch „weg“ und beugte sich nach vorne um jeden seiner Kameraden noch corellianischen Mondschein nachzuschenken. Dabei hielt er das leichte E-Web Gewehr, dass auf seinem Schoß lag mit der einen Hand fest. Nachdem er allen nachgeschenkt hatte, nahm er sich wieder eine Zigarette und zündete sie mit seinem Sturmfeuerzeug. Er nahm einen tiefen Zug, viel besser als dieser Banthadunggeruch gepaart mit Sarlacc. Als sich noch jemand beschwerte (Dolph Ram) begann Rayf schallend zu lachen.

„Junge, die Flottensissis haben doch schon längst nichts mehr, dass sie verspielen können. Und ihr? Ihr seid Corellianer und könnt anscheinend auch nicht spielen. Leute, trinkt lieber noch ein wenig Whisky. Echter Corellianischer!“

Rayf zeigte demonstrativ auf die neu gefüllte Becher. Wenn die wüssten, aus was der alles gebrannt wurde. Der Griff um sein Blastergewehr wurde fester, die Situation begann sich zu zu spitzen. Vielleicht sollte er doch mit den Flottensissis spielen. Am besten mit den Frauen, da hätte er auch nichts dagegen, wenn der Einsatz die Kleidung am Leib war. Es wäre ein besserer Anblick, als der Oberkörper des Deppen (Desric Madine), der ihm gegenüber saß und sein E-11 auf ihn gerichtet hatte. Er warf ein paar Credits in die Tischmitte und meinte nur:

„Ich geh mit!“

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Das war die reinste Farce. Jeder dieser Armee-Halunken war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Trickbetrüger und Falschspieler. Aber keiner von ihnen würde Ada Kobashii über den Tisch ziehen können. Soviel stand für den Mann mit den geschlitzten Augen fest. Schnell huschten seine Augen erneut über den Kartenrand. Ada selbst war passionierter Glücksspieler. Diese besondere Leidenschaft suchterzeugender Brisanz war ein Grund für seine finanziellen Haushaltsdefizite. Und die wiederum standen in direktem Zusammenhang mit diversen Korruptionsvorwürfen. Was sollte denn ein winzig kleiner Mann von Corellia auch tun, wenn die Geldhaie wieder einmal vor der Tür standen. Da musste man(n) auch als einfacher Soldat der imperialen Armee zu alternativen Geldeinnahmen greifen - ganz klar. Während seine neuen Zwangs-Kameraden jeder für sich mit besonderen Charaktereigenschaften brillierten, deren Intensität so manchem Etikette-Lehrer den Schweiß auf die Stirn getrieben hätte, schätzte der Nahkampfwunderknabe seine Chancen in diesem Spiel ab. Auf der einen Seite hatte er kein besonders gutes Blatt parat - auf der anderen Seite war er ein verdammt guter Bluffer. Es war an der Zeit die Flexibilität der lustigen Runde zu erörtern.

"Passt mal auf, ihr Sitzriesen ... wenn ich jetzt noch fünfzig Mücken drauflege .. geht ihr dann mit oder schreit ihr nach euren Tuskenmüttern?"

Offene Beleidigungen waren ein probates Mittel, um im Gesicht seines Gegenüber lesen zu können. Sicherlich würden diese Muskelberge Ada unterschätzen. Wie so viele andere auch. Und dann - ja dann, würde er sich seine Taschen füllen und der Rest des Squads würde dumme Gesichter machen. 'Moment!', ging es dem blitzschnellen Soldaten da durch den Kopf - 'noch dümmer?'. In sich feixend griff Kobashii in seinen Stapel Währung und warf das angekündigte halbe Hundert in den Topf. Nun würde es interessant werden.

"Was haltet ihr eigentlich von der Theorie das mit größerer Muskelmasse die Hirnleistung proportional sinkt? Ich meine, wenn ich mir euch so betrachte .. kann ich froh sein, wenn ich eine Antwort erhalte."

Natürlich würde eine derart offene Zurschaustellung des eigenen Vorwitzes ebenso bösartige Antworten zu Tage fördern - aber so etwas gehörte zum Alltag eines Strafsoldaten. Ada ordnete die Karten in seiner Hand neu. Nicht, das es notwendig gewesen wäre, aber dies war ein weiterer spieltaktischer Winkelzug vom schlitzäugigen Mann. Hauptsache die Mitspieler konnten nicht schlau aus den Regungen werden. Verwirrung war eins seiner liebsten Stilmittel.
Kurzerhand griff der Corellianer nach seinem verschmutzten Glas und leerte selbiges ebenso wie seine neuen Kameraden. Der bernsteinfarbene Inhalt des Trinkgefäßes brannte sich mit der Hitze einer aktivierten Lichtschwertklinge einen Weg durch seine Eingeweide. Kurz musste sich Ada die vom Zigarettenrauch tränigen Augen reiben. Er selbst war kein regelmäßiger Konsument von Lungenbrötchen. Wenn es zur Situation passte, griff er jedoch auch zu Glimmstengeln. Doch in eine körperliche Abhängigkeit wollte er sich nach all den Jahren nicht begeben - dafür war sein Leib zu sehr seine wertvollste und gefährlichste Waffe. Diese Einstellung sprach ihn jedoch beileibe nicht von Lastern frei.


"Diese Gläser sind auch viel zu unhandlich. Wer hat denn so große Hände, um sie komplett zu umschließen?"

Die nächste Ablenkung, wieder mit Hilfe von öffentlicher Problembehandlung seiner Körpergröße. Natürlich war es Ada total egal, wie groß Gläser waren. Er war nicht viel kleiner als der Durchschnitt - aber er liebte es, auf diesem Thema herumzureiten, wie eine H**e von Nar Shaddaa auf einem brünftigen Freier. So untermauerte er konsequent unterschätzt zu werden. Niemand wußte ja, zu welch unglaublichen Leistungen sein Körper in der Lage war. Das er förmlich jedweder physikalischer Grundlage spottend herumwirbeln konnte. Seine neuen, hassenswerten Kameraden würden es über kurz oder lang feststellen ... müssen. Aber bis dahin könnte er noch so manchen Scherz auf ihre Kosten einbringen.


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Die Karten in der rechten Hand, die Zigarette im linken Mundwinkel steckend wanderte sein Blick auf die Zahlen, den Pot und am allerwichtigsten, den Inhalt der Flasche Fusel. Die war noch recht gut gefüllt, also kein Grund vorzeitig auszusteigen und eine kurze geordnete Kampfformation in Richtung Bar aufmarschieren zu lassen. Eigentlich war nichts schlimmer, als Sabacc zu spielen, gezinkte Karten zu haben an einer Stelle und dann noch keinen Alkohol. Mürrisch brummte Desric in sein Blatt und zog an der Zigarette, ohne sie in die Finger zu nehmen. Finster dreinblickend, was bei dem Corellianer ein Dauerzustand war. Gute Laune oder Lächeln war für Desric das absolute Fremdwort. Schadenfreude und arrogantes Grinsen wurde auch nicht durch die Kontraktion bestimmter Muskelgegenden in seinem Gesicht angezeigt. Hin und wieder gönnte er sich lauthals schallendes Lachen. Wenn er mal wieder jemandem zeigte wie ein Fernzünder richtig eingesetzt wurde. Als Schlagwaffe. Bei dem Gedanken daran, wie er seinem Vorgesetzten damals mit eben solcher Gerätschaft ins Gesicht gezimmert hatte, schnaubte Desric kurz auf und klappte dann seine Karten zusammen, als sich der Schwarze auf einmal, nach kurzem Gemeckere erhob.

„Hört sie euch an die Prinzessin! Kann nicht auf dem Stuhl sitzen!“

Der anschließende Laut wäre bei normalen Menschen vermutlich als Lachen zu bezeichnen gewesen, während es sich bei Desric einfach wie ein rauer, dumpfer Ton anhörte. Der abgehackt und ohne lange zu dauern raus geschoben wurde. Wenngleich man es ihm nicht ansah, fühlte er sich doch recht wohl. Menschen um sich, die man verstand, die bodenständig geblieben waren und genauso wie er einem ehrlichen Handwerk nachgingen. Personen die auf sich achteten und dafür sorgten das Dinge erledigt wurden. Menschen die für etwas kämpften: Das Imperium. Wundervoll, nicht wahr? Die Strafkompanie 88. Das neue Ausflugsziel schlechthin. Sollte man alles ausblenden, das sie hier an diesen Ort gebracht hatte. Und dann spitzte sich die Lage wieder zu, wurde dieses Mal aber recht schnell gelöst als Rayf ihnen allen wieder etwas eingoss. Das war glimpflicher abgelaufen als die halbe Schlägerei von vor 20 Minuten wo auf einmal alles gestanden und sich nach einem typischen corellianischen Patt wieder gesetzt hatte. Desric warf seine Karten auf den Tisch und kippte das neue Glas runter. Drückte die Zigarette aus und fingerte nach der Papierschachtel in einer der zahlreichen Seitentaschen seiner Hose. Wenig später stieg der blaue Qualm wieder auf.

Und dann, auf einmal, kamen doch tatsächlich nach und nach mehrere Offiziere in die Messe geströmt. Die Blicke die in Richtung HATE-Squad abgeschossen wurden, waren unterschiedlichster Natur. Die meisten allerdings sahen offen und sie verabscheuend auf die Soldaten herab. Waren sie doch das fleischgewordene apokalyptische Szenario von Ordnung, vor dem es jeden Ausbilder graute. Weiter darüber nachdenken konnte er allerdings nicht, da der kurze, Kobashii, meinte eine große Schnauze haben zu müssen.


„Was hälst du von der Theorie: Ich stopfe so lange Granaten in dich rein bis ich keine Lust mehr habe und drücke dann auf den Zündknopf?“

Der Kommentar mit den Gläsern stieß bei Desric auf pures Unverständnis. Zu groß? Fragend blickte er das Glas in seiner Hand und dann den Kurzen an. Was für einen Müll laberte der bekloppte Gundarkbeischläfer eigentlich?

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Noch einmal brannte der selbstgebrannte Fusel seine trockene Kehle herunter. Kein einziger Muskel in dem kantigen Gesicht rührte sich. Mit einer Miene, die seine Langeweile und die schlechte Laune ausdrückte, die der ehemalige Elitesoldat verspürte, musterte Daclif einen der Kerle, die gerade den Mund aufgemacht hatten. Der Typ mit dem hässlichen Dreitagebart (Rayf Alder) hatte ihn natürlich angeblafft. Sofort weiteten sich die riesigen Nasenlöcher des Schwarzen. Wollte diese halbe Portion etwa die nächste Schlägerei erleben? Statt einer pfiffigen Erwiderung, die in diesem Fall – und in dieser Runde – quasi eine echte Wunderwaffe gewesen wäre, zog er bloß sämtlichen Speichel in seiner Mundhöhle zusammen und spie diese Flüssigkeit geräuschvoll aus. Danach griff er wieder nach dem Glas als dieses schnell gefüllt wurde.

„Corellianischer Whisky?“, fragte Daclif missgelaunt nach. „Das Zeug scheint eher irgendwelcher Fusel zu sein, den man auf Nal Hutta, im Bauch einer fetten Hutt-Königin, gebrannt hat.“

Erneut spuckte der Schwarze aus. Dann glitt sein Blick kurz zu dem anwesenden Kommissar, der in den nächsten Stunden – mehr würden die meisten Flaschen, die mit ihm an diesem dreckigen Tisch saßen, eh nicht überstehen – über diese Einheit wachen würde. Ziemlich süffisant lächelte der weiße Glatzkopf in der typischen Uniform. Selbstverständlich glaubte Novar noch immer daran, dass man ihn aus dieser Einheit holen würde, wenn er sich denn anstrengen würde. In seinem Weltbild konnte das Imperium nicht so einfach einen Elitesoldaten – und das war er; beim Imperator! – verheizen. In diesem Moment begann wieder der schmächtige Kurze mit seiner nervigen Stimme.

„Nur weil ich schwarz bin, reißt ihr euer Maul so auf“, knurrte Daclif und sah in die Richtung des Soldaten, der nur einen Sprengstoffgürtel als Bekleidung für den Oberkörper trug. „Und Kurzer... ich zeige dir mal was rohe Gewalt, mit dem richtigen Gehirn, ausrichten kann!“

Lässig sog er an seiner fetten Zigarre und blies erneut den Rauch in Richtung des Kleinen. Dann sah Daclif wieder auf seine Karten. Noch immer hatten sich seine Chancen auf den ziemlich vollen Pott weder großartig verbessert, noch dramatisch verschlechtert. Trotzdem schien sein gestecktes Ziel – die Verdopplung seines Soldes – aus unerfindlichen Gründen in weite Ferne geraten zu sein. Etwas misstrauisch musterte er auf einmal den blonden Hünen (Dolph Ram). Zu schweigsam – im krassen Gegensatz zu dem kleinen Plappermaul – erschien ihm der Kerl. Dann fiel sein Blick auf den Kerl, der die Karten gegeben hatte. Insgeheim musste er sich eingestehen, dass auch dieser Typ für seine schlechten Chancen auf den Gesamtsieg verantwortlich war. Nachdenklich sog er wieder an seiner Zigarre.

Doch sehr viel weiter konnte der Schwarze, dessen Schritt schon wieder kniff, nicht denken, denn auf einmal strömten mehrere Flottenoffiziere in die Messe. Dreckig lachte Novar, gönnte sich den nächsten, brennenden Schluck und musterte dann diese Kerle, die mit ihren oliv-grauen Uniformen auf Anhieb wie geleckt aussahen. Ein weiteres Mal wanderte seine Zigarre – ohne einen einzigen Handgriff zu tun – von dem einen Mundwinkel zum anderen. Plötzlich fiel ihm eine Frau unter den Flottenoffizieren auf. Toller Vorbau und ein runder Po, der Daclifs Geschmack traf – diese beiden Eigenschaften besaß diese Offizierin. Unwillkürlich fuhr sich der Schwarze mit seiner Zunge über die dicke Oberlippe. Sogar die Augen leuchteten. Seit Tagen – nein, Monaten! – hatte er keine Frau mehr unter sich gehabt. Noch einmal lachte er dreckig.


„Leute, nun kommt etwas Niveau in unseren Altherren-Club“, brummte er und biss auf die Zigarre. „Ihr kümmert euch um diese Geleckten und ich mich um die Dame – schein' hier eh der einzige Gentleman zu sein...“

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Der kleine Asiat hatte Eier in der Hose, das musste Rayf zugeben. Rayf wusste, dass dieser überhaupt keine Chance hatte den Pott zu gewinnen, denn Rayf war der Kartengeber und wenn man Sabacc auf corellianische Art spielte, gewann immer der Kartengeber den aktuellen Pot. Doch anscheinend war Rayf hier der einzig wahre Corellianer, denn der kleine Asiat erhöhte noch den Einsatz, anscheinend dachte er, er könnte Rayf damit einschüchtern, bei den Anderen konnte das eventuell klappen, doch nicht bei Rayf - der corellianische Frauenheld. Es würde ihn nicht wundern, wenn es auf jedem Planeten vom Deep Core bis zum Inner Rim einen kleinen Rayf Alder gab, der natürlich auch ein Frauenheld und geiler Hengst werden würde wie der Vater es war. Die Frauen waren so glücklich ein Kind von Rayf bekommen zu haben, dass sie sogar ihm verboten hatten Kontakt zu ihnen aufzunehmen - die Kinder sollten nicht zu cool werden. Sonst würde bald die komplette Menschheit nur noch aus Alders bestehen. Es war aber Rayf egal. Solange die Kinder nur Geschichten hören würden, würde mit jeder neuen Erzählung eine Heldentat hinzukommen und bestehende Heldentaten noch bombastischer und spektakulärer - und damit noch realer - werden.

„Ich gehe mit dem Kurzen mit und erhöhe noch einmal um fünfzig Mücken.“

Erwiderte der endgeile und einzig wahre Corellianer und warf einen Credchip in die Mitte des Pottes. Dann sah er den Schlitzi ein wenig genauer und böser an. Meinte hier einen auf Macho und Alphamann machen zu müssen und sprach einen die geistigen Leistungen ab.

„Pass ma’ ’uf Kleener.“ hauchte Rayf mit seiner Whiskystimme in Richtung des Zwerges. „Es is’ schon längst erwiesen, dass das Hirn - je höher es auf dem Körper liegt - bessere Leistungen erbringt. Weißte, Höhenluft belebt die grauen Zellen. Wenn damit net klar kommst, kannste ja zurück in den Schiffskindergarten gehen, da wo de her gekommen bist.“

Nach einem tiefen Zug an der Zigarette fügte er hinzu: „Gehört so Kleingemüse wie du eigentlich nicht ins Gewächshaus? Siehst auch so bleich aus, vielleicht brauchste ein wenig Sonne.“ Er lächelte den Asiat gespielt fürsorglich an und widmete sich wieder dem Spiel.

Zu kleine Gläser? Der Asiat war ja schlimm.

„Wenn du net so schwer heben kannst, geh’ und hol’ dir ’nen Strohhalm. Den findest du da, wo es den Brei für Zahnlose gibt.“

Meinte der Obermacker und Alphamann von Corellia und zeigte lässig mit einem Daumen nach hinten zur Bar. Dann kam ein Kommentar des Halbnackten Verrückten, der eigentlich schon längst hätte erschossen werden müssen. Er war weder so cool wie Rayf noch so gut aussehend wie er. Und das alles müsste doch ausreichen um sofort erschossen zu werden, anstatt noch eine Chance in der Strafkompanie zu erhalten. Rayf schüttelte leicht den Kopf. Der Kommentar war immerhin lustig. Er stellte sich vor wie der Asiat mit einem lauten Plopp in einen roten Blutfleck verwandelt wurde und musste dabei leicht grinsen.


Dann widmete sich Rayf wieder den Neger zu. „Ja, Mann, das is’n echter Corellianischer Whisky. Mensch, wenn ein Corellianer den brennt, ist er corellianisch und wenn dir das nicht reicht kann ich ja noch rein wi*****, dann haste echte corellianische Gene da drin.“

Unverständlich schüttelte er den Kopf. Immer diese Ansprüche dieser ehemaligen Sturmtruppen. Waren doch alles Sissis, die nach ihrer Mama schrieen, wenn die Klimaanlage in ihrer Rüstung ausfiel. Zum Glück hatte Rayf nie eine Mama kennen gelernt, nach der er schreien konnte. So ist er wenigstens ein echter Mann geworden. In diesem Moment kamen einige gelackte Flottenoffiziere in die Messe hinein, darunter auch eine richtig geile Stute, die ihrem Ausdruck zu urteilen von einem echten Hengst - wie Rayf einer war - geritten werden wollte und musste. Ihr Gesicht schrie gerade danach und Rayf wusste, dass sie es wollte. Auf den dummen und unqualifizierten Kommentar reagierte er nur im Aufstehen: „Junge, bis du bei ihr komplett drinnen ist die schon längst wieder trocken geworden. Zu blöd wenn man nen zu langen Pullermann hat.“

Rayf grinste den Schwarzen entwaffnend an und ging - sein E-Web umgehängt, seine Scoutblasterpistole im Halfter steckend - lässig zu den Offizieren, die schon entgeisterte Blicke in seine Richtung warfen, rüber. Nur die Frau schien glückliche und anschmachtende Blicke in Richtung Rayf zu werfen. Ja es kam ein echter Mann zu ihr hin. Er war nicht so eine Flasche oder ein Weichei, wie diese Flottensissis da, oder seine Kameraden, so halbe Portionen.

Betont lässig, legte Rayf sein ungesichertes leichtes E-Web auf dem Tisch ab und richtete den Lauf auf den Offizier mit dem meisten Lametta. Er genoss die Schweißperlen die sich auf der Stirn des Offiziers bildeten. Alles Memmen und Looser und Versager, alle nicht so coole Corellianer wie er. Dann wandte er seine komplette Aufmerksamkeit und Konzentration der geilen Brünetten zu. Er konnte es riechen. Ihr ganzer Körper verzehrte sich nach ihm, so wie eine läufige Stute wollte sie genommen werden. Und dass sie noch die Augen verdrehte und mit ihnen rollte, bestätigte Rayf noch mehr: Ihr missfiel es, dass sie nicht schon mit Rayf allein war und all die lästigen Offiziere um sie herum waren. Sofort packte Rayf einen seiner überlegenen Anmachsprüche aus und sprach sie mit seiner erotischen Whiskystimme an:
„Na, Süße. Was machsten hier mit diesen ganzen Pussys von der Flotte? Die können’s dir doch alle gar nicht geben. Weißte was, geh doch mit mir in den Null-G-Trainingsraum, dann stoß ich da mal so richtig ins Becken, dass du dabei so richtig feucht wirst.“

Er konnte gar nicht auf ihre Reaktion achten, da ist schon ein Flottensissi aufgesprungen hatte Rayf nach hinten gestoßen so, dass dieser über einen Stuhl flog. Es wurde im Raum so still, dass man nur noch die Maschinen des alternden Schlachtschiffes hörte.

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Kell Bommbassa, war der eisenharte Kommissar, dessen bloße Präsenz dafür sorgen sollte, dass sich die Mitglieder der Strafeinheit 'HATE-Squad' nicht gegenseitig zerfleischten. Und das sie wenigstens die Missionsziele halbwegs zufriedenstellend erbringen würden. Doch schon mit Eintreffen auf den altersschwachen Dreadnaught und der ersten Inspektion dieses untauglichen Haufens, hatte der emotionslose Kommissar an der Umsetzung dieser Zielsetzung gezweifelt. Und das Verhalten dieser uniformierten Wilden schien von Sekunde zu Sekunde degenerativer zu werden. Im Grunde konnte man damit rechnen, dass sie sich gegenseitig an die Kehle gehen würden. Spätestens, wenn einer dieser dümmlichen Disziplinlosen wirklich zu Falschspiel greifen würde. In seiner akkuraten, makellosen und fleckenfreien Uniform machte Kell Bommbassa einen unglaublich strengen Eindruck. Doch all die exekutive Präsenz, die er verkörperte, war scheinbar nutzlos in Anbetracht der hirnresistenten Barbaren. Nicht genug damit, dass hier während der Einsatzbereitschaft massiv selbstgebrannter - und damit illegaler - Fusel konsumiert und horrende Soldsummen verzockt wurden, nein das linguistische Niveau trieb jedem halbwegs gut erzogenen Imperialen die Schamesröte ins Gesicht. Einzig, gegen derartige Protokollverstöße gab es keinerlei angemessene Bestrafung für Strafsoldaten. Wie sollte man derartig fehlgeleitete Individuen züchtigen, war das einzig erreichbare Lebensziel doch das vorzeitige Ableben. Dem Kommissar oblag es, Exekutionen vor Ort durchzuführen, doch dieses Privileg würde er sicherlich nicht wegen derartiger Vergehen ausnutzen. Nur wenn die Missionsziele in Gefahr waren, würde er leichte, moralunterstützende Aktivitäten in Betracht ziehen.

Kell Bommbassa, Abkömmling einer hart arbeitenden Familie mit Wurzeln im Schiffsbaugewerbe, beobachtete die frivolen Anzüglichkeiten des Squads. Doch erst als sich der fast kahlköpfige Delinquent mit den Sexualdelikten in der Akte - der Kommissar hatte alle Personaldateien eindringlich studiert - sich in aller Tollpatschigkeit in die Reihen der Flottenoffiziere warf, intensivierte der imperiale Aufseher seine Observation. Sollte es hier zu einer Eskalation kommen, müsste der Kommissar klar Stellung beziehen. Womöglich würde er sogar für die Strafeinheit Partei ergreifen - immerhin war das Missionsziel hier auf Kashyyyk von oberster Stelle als mit dem Prädikat 'wichtig' belegt worden. Insofern müsste hier abgewägt werden. Andererseits würde der imperiale Aufseher Verluste innerhalb der imperialen Reihen zu verhindern wissen. Keinesfalls dürfte hier mehr anfallen, als ein wenig blutige Nasen. Aus reiner Vorsicht griff der durastahlharte Mann in der makellosen Uniform unter seinen schwarzen Mantel und legte die Hand um den Griff seines schweren Dienstblasters. Für den Fall der Fälle wollte er gewappnet sein. Doch noch schwieg der Kommissar.



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