Korriban (Horuset-System)

[ Sithwelten / Horuset-System / Korriban / Ödland / Düne mit Schiffswrack ] Sikarius, Ne'im, Adria und Sharoh, sowie ein Karkarodon

Mit ausdruckslosem Gesicht musterte Sikarius das Vibromesser, das er soeben von Adria geschenkt bekommen hatte. Es war ein hübsches Modell mit ziemlich langer Klinge. Verziert mit ziemlich viel Kitsch, aber das lag wohl daran, dass das Mädchen es ausgesucht hatte. An sich war es nichts was er sich gekauft hätte und doch lag es gut in der Hand und versprach durch so ziemlich alles zu schneiden, was er sich nur wünschen konnte. Es war wohl die teuerste Stichwaffe, die er je in der Hand gehabt hatte und das alles nur, weil sie vom Imperator zu einer Imperialen Ritterin ernannt worden war. Mit Leibrente und allem drum und dran. Bei ihren Worten entrang sich unwillkürlich ein gefährliches Brummen seiner Kehle. Er erinnerte sich daran, wie er selbst beim Anblick des imperialen Herrschers von Fern auf die Knie gefallen war. Er wäre bereit gewesen diesem mächtigsten Wesen des Universums jeden Wunsch zu erfüllen. Und dennoch war er für seinen Kampf gegen Kal Fraan nicht geehrt worden. Aber dafür seine verdammte SCHÜLERIN!

Eine Sekunde lang wog er die Klinge in seiner Linken, dann riss er sie plötzlich ruckartig in die Höhe und mit einem Zischen flog die Waffe über seine Schulter und landete irgendwo hinter ihm im Sand.

„Ich brauche keine Geschenke von fremdem Geld, Mädchen.“

, sagte Sikarius tonlos und verengte irritiert sein Auge, als sie plötzlich halb nackt vor ihm stand.

„Zieh dir was an, sonst brennt dir die Sonne gleich ein zweites Arschloch.“

Abschätzig wedelte Sikarius mit der Hand in Richtung des Karkarodon und bedeutete Adria sich dessen passende Wüstenkleidung überzuziehen.

„Ne’im, Sharoh, holt die Bikes und den Speeder her. Wir bleiben nicht mehr lange.“

Während die beiden Taten wie geheißen, beobachtete Sikarius Adrias Kleidertausch mit dem Fisch und kniete sich dann selber nieder, um es zu befragen.

Es dauerte keine zehn Minuten, bis er sich mit einem gewinnenden Grinsen wieder erhob. Das Alien war tot und lag noch immer ausgiebig blutend im feuchten Sand, doch er hatte Antworten. Antworten für die er vermutlich Cal glatt ein zweites Mal zerquetscht hätte, doch immerhin wusste er, wohin er zu gehen hatte.

„Adria, du fährst mit Ne’im im Speeder. Sharoh, wie gehabt. Folgt mir.“

Sikarius hatte keine große Lust auf Smalltalk irgendeiner Art. Die Information von Janus‘ Überleben hatte ihm einiges gegeben, worüber er nachdenken musste. Und so war er froh, als er sich an die Spitze des kleinen Konvois setzen konnte und so schnell es der Speeder hergab in die in Erfahrung gebrachte Richtung brauste. Gegen Nachmittag legten sie rast ein, während der er sich etwas abseits der Gruppe hielt und finsteren Blickes in die Ferne starrte. Als schließlich der Abend hereinbrach, krampften seine Beine, doch das Navigationsgerät des Speeders sagte ihm, dass es nicht mehr weit war.

Die Landschaft hatte sich verändert. Haushohe Dünen waren alten Fabrikruinen gewichen und weglose Wüste einer zugewehten Straße. Wie abgebrochene Finger ragten Schornsteine und Kräne in die Höhe, in einem staubigen rot angestrahlt von der immer tiefer sinkenden Sonne. Hier und dort standen die skelettierten Hüllen ausgeschlachteter Industriefrachter, halb bedeckt von dem alles erstickenden Staub. Selten lugten die sterblichen Überreste größerer Wirbeltiere zwischen den Gebäuden hervor.

Schließlich hob der Mörder den rechten Arm zum Zeichen, dass die anderen anhalten sollten und brachte selbst sein Bike nahe der massiven Metalltür einer hoch in den Himmel aufragenden Lagerhalle zum Stehen. Einen Augenblick lang wartete er, bis Sharoh, Adria und Ne’im sich um ihn herum versammelt hatten.

„Der Ort, den wir treten ist nur Eingeweihten bekannt. Es ist wichtig, dass wir unauffällig sind. Wir müssen den Eindruck erwecken, dass wir uns auskennen. Wenn jemand fragt, wir sind Grabräuber und sind auf der Durchreise zu unserem nächsten Ziel. Wenn es stimmt was der Fisch gesagt hat, fluktuiert die Kundschaft genug, dass wir nicht auffallen sollten.“

, kurz hielt Sikarius inne und überlegte wie er sie aufteilen sollte.

„Adria, deine Aufgabe ist es einen Abyssiner namens Docspel aufzuspüren. Nur aufspüren. Ich will wissen wo er sitzt, nicht mehr nicht weniger. Wenn du ihn aufschreckst wird er sich verpissen und dann sehen wir ihn nie wieder. Und das würde mich ziemlich anpissen. Ne’im, du schaust dich generell nach den Gegebenheiten um. Was sind Fluchtwege, wo stehen die Speeder, alles Relevante. Wenn du versuchst abzuhauen werde ich deinen Schäden auf die Größe einer Walnuss reduzieren. Das da drin ist ein raues Pflaster, du tätest sowieso gut daran in meiner nähe zu bleiben, wenn du nicht bei lebendigem Leib gefressen werden willst. Sharoh, es ist mir egal was du machst. Besauf dich, trainier oder halt dich an mich. Such dir was aus.“

Kurz sah er die drei der Reihe nach an, bevor er sich wieder der Stahltür zuwandte und sie mit einem unwirschen Stoß öffnete. Im „Innern“ bot sich ihnen ein eindrucksvolles Bild. Das Dach der Lagerhalle war komplett eingestürzt und die hohen Wände warfen ihre Schatten über ein Gewirr aus Stahlträgern, Sand und ausgeschlachteten Maschinen. Geradeaus führte ein schmaler Weg zu dem was wohl einmal der Unterstand des Aufsehers gewesen sein musste. Eine Treppe führte zwei Stockwerke in die Höhe zu dem Konstrukt, das wie ein Wunder von dem Einsturz verschont geblieben war. Oranger Schein fiel aus seinen Fenstern und erhellten einige provisorisch aufgestellte Container zu seinen Füßen, zwischen denen sich einige dunkle Gestalten bewegten.

„Willkommen in Züszoc, Unterschlupf allen Gesetzlosen westlich von Dreshdae.“


[ Sithwelten / Horuset-System / Korriban / Züszoc / Eingang ] Sikarius, Ne'im, Adria und Sharoh
 
[Horuset-System | Korriban | Dreshdae | Improvisierter Gouverneurspalast] - Saphenus

Kaltes Wasser prasselte auf sein Gesicht und wusch den Dreck des Wüstensandes von seiner Haut. Das Abwasser färbte sich rot und wurde erst nach Minuten wieder klar. Sein ausgemergelter Körper begann leicht zu zittern und seine spärlichen Härchen stellten sich auf, doch Saphenus genoss die Kälte. Sie befreite seine Gedanken und ließ ihn entspannen. In dieser Kälte fühlte er sich wohl. Wärme gaukelte ihm nur eine Geborgenheit vor, die nicht existierte. „Es gibt keinen Frieden!“, flüsterte Saphenus und spuckte das Wasser aus, das ihm dabei in den Mund floss.
Sein Schüler machte bereits Fortschritte, seine natürliche Begabung für die Macht förderte seinen Umgang mit und sein Verständnis für sie. Dennoch spürte der magere Zabrak, dass Venris‘ Weg noch sehr weit sein würde. Er glaubte zu verstehen, was es bedeutete, der Dunklen Seite der Macht zu dienen, doch noch begriff er kein Wort davon. Noch war er nicht bereit, sein ganzes Denken und Handeln der Dunkelheit unterzuordnen. Eines Tages würde Venris eine Entscheidung treffen müssen.


Saphenus trat aus der Dusche und ließ das kalte Nass hinter sich. Er trocknete sich ab und hüllte sich in die schmucklos schwarzen Roben, die man immer an seinem Körper sah. Talitha war nicht hier. In den letzten Tagen und Wochen war es ihr gelungen, eine gewisse emotionale Bindung zu Jennifer McCarthy aufzubauen, die hier als Gast wider Willen ihr Leben fristete. Saphenus sah diese beginnende Freundschaft durchaus kritisch, auch wenn er wohlwollend zur Kenntnis nahm, dass sich Jennifers Depression dadurch verbesserte. Er konnte keine Geisel gebrauchen, die von dem Gedanken an Selbstmord besessen war. Talitha konnte ihrerseits das ihr innewohnende Bedürfnis ausleben, anderen Lebewesen zu helfen. Saphenus wusste, dass er ihr diese Eigenschaft niemals austreiben konnte, denn diese Eigenschaft verband sie erst mit dem grausamen Zabrak. Sie war der Grund dafür, dass sie sich an ihn gebunden hatte und nicht mehr von ihm loskam. Der rationale Teil ihres Bewusstseins wusste, dass ihre Mühen vergeblich waren. Der emotionale Teil konnte jedoch nicht davon ablassen. Die prekäre Situation der Bevölkerung Korribans auf der einen und der Arbeiter auf der anderen Seite hatte Talithas Interesse geweckt. Jennifer stieg begeistert darauf ein.

Saphenus war mit Lom Fey verabredet. Der Pau’aner wartete schon im Kommunikationsraum auf ihn und reichte ihm nach einer angemessenen Begrüßung ein Datapad. Wortlos nahm Saphenus es entgegen und las die verschlüsselte Nachricht in Windeseile. Prada nahm seine Entschuldigung offenbar an und gab daraufhin zu, dass Fondor nicht ergiebig gewesen war. Trotz der einflussreichen Persönlichkeiten und unzähligen Ehrengäste hatte es keinen Raum für neue Kontakte oder Verbindungen gegeben. „Was ein Jammer.“, dachte Saphenus verächtlich. Es bestätigte ihn noch einmal in seiner Sichtweise, dass der überwiegende Teil der Führungspersönlichkeiten im Imperium nutzlos war. Sie luden nicht nur den Feind ein, was an und für sich schon ein Frevel gegenüber der Dunklen Seite war, sondern sonnten sich lieber in ihrer eigenen Erbärmlichkeit, anstatt dem Wohl des Imperiums selbst zu dienen. Ein Großteil von ihnen würde sich noch ängstlich umsehen, wenn erst der Wandel kam und über sie alle hinwegrollte. Dann gab es kein Entkommen mehr.


Prada bot ein weiteres, persönliches Gespräch an. Zwar konnte er nicht selbst nach Korriban kommen, doch eine Unterredung per Holo-Konferenz war im Bereich des Möglichen. Skeptisch verengte Saphenus sein Auge. Er wusste nicht, wie tief die Geheimdienste ihre Finger in seinem Netzwerk hatten. Hatten sie Zugriff auf seine Übertragungen? Mit Sicherheit. Er durfte also nicht so offen reden, wie er es gewohnt war.


„Lom Fey, stell eine Verbindung zu Dubrillion her!“ Saphenus wollte sich die Chance trotzdem nicht entgehen lassen. Prada war in den Rängen der Verwaltung aufgestiegen und zum Sektoradjudanten befördert worden. Ihm standen nun größere Ressourcen und mehr Mittel zur Verfügung, sodass eine weitere Zusammenarbeit mit ihm noch größere Früchte tragen konnte. Unnötigerweise strich Saphenus seine Robe glatt, während eine Verbindung aufgebaut wurde. Pradas Sekretariat leitete ihn nach wenigen Augenblicken zu dem frisch gebackenen Sektoradjudanten weiter und als dessen holografisches Abbild erschien, nickte Saphenus zur Begrüßung mit dem Kopf.


„Sektoradjudant Prada. Meinen herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Beförderung. Sie haben sie sich verdient und ich könnte mir keinen besseren Kandidaten für diese Position vorstellen. Lassen Sie mich Ihnen noch einmal eine Entschuldigung für meine verfrühte Abreise übermitteln. Die Umstände ließen mir keine Wahl. Ich muss zugeben: es gab einen Moment, an dem ich nicht erwartet habe, dass wir beide uns noch einmal lebendig begegnen werden.“


Saphenus‘ Gesicht versteinerte sich kurz als er an die Angst dachte, die er angesichts der nahenden Konfrontation mit seinem Meister empfunden hatte. Fondor, und damit auch der ehemalige Gouverneur, war ihm in diesem Augenblick völlig gleichgültig gewesen.


„Es betrübt mich, dass sich Fondor im Weiteren nicht von Wert entpuppt hat. Die Ankunft der republikanischen Delegation hat wohl nicht nur uns den Appetit verschlagen. Sagen Sie mir: diese abtrünnigen Verräter sind am Ende nicht doch noch hingerichtet worden? Vermutlich nicht, sonst befänden wir uns wohl wieder im Krieg mit der Republik.“ Saphenus machte eine abwertende Handbewegung, die zum Ausdruck brachte, dass es schlimmeres gab als das.


„Wie ist es Ihnen in der Zwischenzeit ergangen?“


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Korriban, in der Wüste im Nirgendwo: Adria, Sharoh, Fel/Sikarius, Ne`im, Karkarodon


Man konnte nie wissen, ob Hybris hier war oder nicht und dazu hatte dessen Schüler dieses fiese Grinsen?! Sie war beim Ritual dabei gewesen, als Sharoh seine blauen Schuppen verpasst bekommen hatte und hatte nie wieder etwas Merkwürdigeres gesehen! Sie hatte ihn leiden sehen! Sie hatte ihren Meister für dessen Schuppen leiden sehen! Über Hybris machte niemand Scherze. Jeder fürchtete ihn! Hybris war definitiv nicht hier! Wo Hybris seinen Fuß hinsetzte, erstarten die Leute alle in Angst und Schrecken, auch die Machtnutzer, bis auf den Imperator natürlich, ....und Dunkelheit zog sich über das Land. Sharoh war ein Experiment der Sith wie sie es eins gewesen war. Adria und Sharoh verband mehr, als er ahnte. Er könnte ihr deshalb sympathisch sein, wenn da nicht die Sache gewesen wäre, als ihr Meister gegen ihn hatte kämpfen müssen. Daher verstand sie nicht, was hier vor sich ging!? Waren Fel und Sharoh plötzlich dicke Freunde oder wie? Wo war Hybris? Adria tastete Sharoh frech mit der Macht kurz ab. Der war niemals fertig! Er war ohne Meister hier? Oder, war er von Hybris verbannt worden? Wollte er von Fel weiter ausgebildet werden? Fragen über Fragen ergaben sich! Sharoh nannte ihn auch Meister!? Argwöhnisch sah sie zu ihm rüber.

“Wieso ist Sharoh hier bei dir? Seid ihr plötzlich dicke Freunde? Klär mich mal bitte über den Stand der Dinge auf!?” ,

forderte sie ihren Meister auf, sie aufzuklären. Als dessen Schülerin sollte sie schon wissen, wer gerade momentan Feind und Freund war! Sollte er Sharoh plötzlich in die Kategorie Freund eintakten, wäre sie nicht nur überrascht, sondern könnte sein Vertrauen in ihn auch nicht teilen. Argwöhnisch sah sie weiterhin zu ihm hinüber. Der brüllte gerade: ”Wach auf Prinzessin!” Fast hatte sie gedacht, er spricht von ihr. Sein Glück, dass dem nicht so war!

Dann überreichte sie ihrem Meister ein Geschenk. Kurz beäugte er es. Sie hätte es wissen müssen. Er nahm es nicht an. Warum eigentlich? Und weshalb hatte er so gefährlich gebrummt? Eigentlich wusste sie es auch. Doch, was konnte sie dafür? Hatte sie Fel ausgeladen oder der Imperator? Sie wollte, dass er auch etwas erhält und wenn es nun aus ihren Händen war! Sie wusste, was er geleistet hatte und wie hoch sein Anteil am Sieg gegen die Yevs gewesen war! Ihm widerfuhr großes Unrecht!

Als es Adria zu heiß wurde und sie sich einfach allem Überflüssigen entledigte, und gerade ihr langärmliges Shirt über den Kopf zog, hatte er plötzlich das Messer weg geworfen. Ähm? Sie war irritiert und gerade beschäftigt. Sonst hätte sie das gute Messer im Flug mit der Macht greifen und zu sich levitieren können. Aber so!? Außerdem, was hatte er nur? Warum wollte er, dass sie wieder etwas anzog und sich zu Tode schwitzte? Ok, die Sonne war vielleicht etwas viel für ihre ungebräunte Haut, denn sie hatte gerade Zeit beim Imperator in den düsteren Mauern des Tempels verbracht und davor viel in einem dunklen , aber beleuchteten Panzer gesessen und Zeit zum Sonnen war da auch wirklich nie gewesen! Immerzu dieses Kämpfen gegen lästige Yevs! Und davor war sie wieder im düsteren dunklen Tempel der Sith gewesen und dazwischen im finsteren Weltraum. Und von Sonnencreme hatte Adria noch nie etwas gehört! Was, sie sollte die blöden Klamotten von diesem stinkenden Alien, mit dem sich Sharoh gerade beschäftigte, anziehen?


“Der stinkt doch nach Fisch! Das ist doch ein Witz, oder!?”,

fragte sie mit gefährlichem Unterton, welcher aber auch wegen des weggeworfenen Messers aufkam. Sie zog rasch ihr Shirt wieder an. Allerdings war ihr Kopf sehr ungeschützt. Also, griff sie sich aus dem Grund und um ihrem Meister ein wenig zu gehorchen, ein langes Tuch und wickelte sich das rotbraune Tuch um den Kopf. Es stand ihr erstaunlich gut. Sie nahm noch dessen Brille zum Schutz gegen den Sand. Die war besser als ihre eigene Sonnenbrille. Sie nahm auch dessen Wasserflasche.

Dann war da noch das Messer und es ärgerte sie, dass er es nicht angenommen hatte. Es wurmte sie total! Sie suchte es mit der Macht, fand es ein ganzes Stück abseits im Sand hinter ihm. Sie levitierte es zurück zu sich und steckte es in ihren Stiefel. Dann nahm sie es eben! Man kaufte in der Regel Dinge zum Verschenken, die einem selbst gut gefielen. So auch das Messer!

Fel kündigte unterdessen an, dass sie weiterziehen würden. Er ordnete an, dass Sharoh und Ne`im die Speederbikes und den Speeder holen sollten. Adria besah sich nun doch noch den Umhang des Gefangenen und fand dessen Umhang auch besser. Es roch eigentlich doch nicht wirklich nach Fisch. Sie nahm den! Er war sandfarben und war ohne Ärmel, aber mit Kaputze und war aus feinem Material. Sie machte ihren Gürtel über den Umhang, so dass er tailiert war. Naja, sie hatte zwar erst herum gemotzt, aber dann doch zu den Klamotten gegriffen. Sie schmollte aber noch. Wegen dem Messer!

Sie sollte mit Ne`ìm fahren. Sie hätte lieber ein Bike genommen. Typisch, die Frauen sollten mit dem Ding herumkurven. Was sollte aus dem Gefangenen werden? Da Ne`ìm schon am Steuer saß, setzte sie sich daneben.


“Keine Sperenzchen, Schätzchen!”

Demonstrativ glitt ihre Hand zum Lichtschwertgriff. Sie grinste finster.

Adria hätte nicht gedacht, dass es so ewig dauern würde, ehe sie ankamen. Sie wusste auch nicht wirklich, wo es hingehen sollte. Sie fragte nicht nach. Sie folgten Sikarius einfach. Hauptsache er wusste, wo er hinwollte. Sie hatte auch keine Angst, dass sie sich verlieren könnten. Sie hatte ja den Machtsinn und ihre enge Verbindung zu ihrem Meister. Ne`ìm und sie schwiegen sich an. Irgendwann, wie aus dem Nichts fragte Adria sie ziemlich direkt:


“Glaubst du, dass Janus Sturn auch der wahre Janus Sturn ist? Und, wie ist er so?”

Unterhaltung tat gut. Adria war langweilig und angewidert von dem, was die Umgebung bot. Die Landschaft war...trostlos, eintönig, irgendwann schrottig, staubig und es war heiß. Abwechslung tat daher gut. Nach Stunden nur eine Pause! Bei der Rast wollte ihr Meister offensichtlich alleine sein. Er hatte wohl einiges zu verdauen. Einmal die Sache, dass sein ehemaliger Meister noch atmete und ihm offensichtlich auf den Fersen war. Dann, dass er mit einer Sache angegeben hatte, die nicht der Realität entsprach, denn er hatte seinen Meister Sturn nicht getötet! Dann, dass er vom Imperator nicht eingeladen worden war und ihm damit Rittertum und regelmäßige Kohle und Ansehen verwehrt blieb. Adria ließ ihm lieber Zeit für sich! Sie blieb bei den anderen Beiden.

“Warum bist du nicht bei deinem Meister Hybris?”,

wollte Adria nun von Sharoh wissen und nahm einen Schluck aus ihrer Wasserflasche.

Dann setzten sie den Weg fort. Irgendwann hob Fel endlich den Arm zum Halten. Sie hielten vor einer Lagerhalle. Sie stiegen aus und versammelten sich um Sikarius.

Sie sollten so tun, als wenn sie sich hier auskennen würden. Adria nickte schwach. Auskennen? Wo? Hier? In der Lagerhalle, die nicht einmal ein Dach mehr hatte? Dann verteilte Fel Aufgaben. Adria sollte einen gewissen Docspel ausfindig machen. Wo? Etwa hier? Sie sprach ihre Frage nicht aus, aber in ihrem Gesicht stand sie geschrieben! Hoffentlich rannte hier nur einer seiner Spezies herum!? Allerdings hatte sie von Abyssiner noch nie gehört! Und, daher auch keinen Blassen, wie so einer aussehen könnte. Ausfindig machen! Gut! Sie sollte es unauffällig tun. Fel erklärte ihr alles recht bildlich. Sie wollte nicht, dass er angepisst sein würde. Das war er doch schon mehr, als es erträglich war! Daher wollte sie achtsam sein und den Typen unauffällig aufspüren. Sie nahm ihr Com-Link und tippte rasch etwas ein.


“Wie alt ist der ungefähr? Irgendwelche besonderen Merkmale? Augenklappe, Brille, Bart, ständig Pfeife im Mund, Riese oder Zwerg, dick oder dünn, Gebrechen, mechanische Körperteile, auffällige Narben, keine Zähne oder auffällige Goldzähne, Glatze oder ...?”

In dem Moment hatte Adria eine Holonetantwort zu Abyssinern auf ihrem Com-Link bekommen.

“Die sind ja fast so hässlich wie die Yevs!”,

rutschte es ihr heraus.

“Einäugige Riesen! An Hässlichkeit kaum zu überbieten! Ah ja!”

Sie war nun im Bilde und einiges hatte sich von selbst erklärt.

Nachdem auch die zwei Anderen was zu tun bekommen hatten, öffnete Fel die Tür. Und, was würde er tun?

“Was machst du eigentlich in der Zeit, Meister?”

Adria lief los, um einen Abyssiner zu suchen. Sie trennten sich. Sie lief geradeaus. Wo beginnen? Am besten in der Kneipe! Adria steuerte die erste Kneipe an. Sie ging einmal durch. Hier waren komische schmierige üble Gestalten drin, auch ein Zahnloser, der sie fast gierig musterte. Adria bekam das Kotzen! Aber, ein Abyssiner war nicht darunter.

Adria kam an einem Spielkasino vorüber. Keins von der edlen Sorte! Aber nicht gerade klein! Sie ging auch hier durch die Reihen. Es war voll hier. Es gab lautes Stimmengewirr. Sie erinnerte sich, wie sie gegen Darth Bor im Kartenspiel gewonnen hatte. Ein erheitertes Grinsen wollte sich auf ihr Gesicht bahnen. Sie unterdrückte es mühsam und sah ihn plötzlich von weitem an einem der Tische sitzen. Ob er es war? Sie lief zum Tisch. Hier wurde ein Spiel gespielt, welches sie nicht kannte (Roulett). Sie beobachtete das Spiel und ihn nebenbei ganz unauffällig. Was wollte ihr Meister von ihm? Adria schickte ihrem Meister eine mentale Botschaft.


“Er sitzt am Spieltisch im Casino, wenn es nicht mehr von seiner Sorte gibt.”

Sie ließ das hässliche Alien, der hoffentlich dieser Docspel war, nicht aus den Augen. Auch er war in Wüstenkluft gehüllt. Um seinen Kopf ein Tuch in beige. Das Spiel verfolgte sie aber auch interessiert. Er setzte gerade alles auf Rot. ...Und gewann! Gierig zog er alle Spielchips zu sich. Ein Nautolaner war pappesatt und kapitulierte entnervt. Ruckartig erhob er sich vom Spieltisch, dass sein Stuhl umfiel und verließ das Spiel und das Casino. Wie viel Geld er wohl verloren hatte?


Korriban, Züszoc, Spielcasino am Rouletttisch: der gesuchte Abyssiner und Adria und viele weitere Spielende und Zuschauer
 
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[Horuset-System | Korriban | Dreshdae | Improvisierter Gouverneurspalast] - Saphenus; Agustin Prada als Hologramm

Das holographische Abbild des verbündeten Gouverneurs verschränkte seine Arme hinter dem Rücken. Das hier war keine Unterhaltung zwischen Verrätern oder Putschisten sondern unter alliierten Dienern des Imperators, die einen lockeren und zwanglosen Meinungsaustausch pflegten. Saphenus stützte sich indes mit beiden Händen auf dem Knauf seines Gehstocks ab, weshalb er deutlich krummer als sein ehemaliger Amtskollege vor dem Projektor stand.

„Nein, im Gegenteil haben sich meine Bedenken sogar ins Gegenteil verkehrt.“ Der düstere Schatten auf Saphenus‘ Gesicht verschwand und ein Lächeln deutete sich entlang seiner Mundwinkel an. „Die Gefangenen sind wie geplant auf Korriban eingetroffen. Habt meinen Dank dafür. Sie leisten erstaunlich produktive Einheit. Zwar fürchtet sich mein hiesiger Armeekommandant vor den kurz- und mittelfristigen sozioökonomischen Auswirkungen, aber…“ Saphenus machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich teile seine Bedenken nicht. Die Population ist getrennt von Korribans Einwohnern unter Kontrolle. Ich möchte einen Austausch zwischen ihnen gerne verhindern. Den Gefangenen sollte ohnehin klar sein, dass es keinen Ausweg gibt. Korriban bietet keine sicheren Verstecke und die einschlägigen Schmugglerrouten verlaufen weit abseits des Horuset-Systems. Ich vertraue zudem darauf, dass sie durch die Erfahrungen auf Dubrillion bereits diszipliniert worden sind.“ Jetzt grinste Saphenus breit. Er konnte sich angesichts des schmeichelhaften Spitznamens, den der ehemalige Gouverneur des Planeten trug, vorstellen, was die Gefangenen bereits in ihrem kurzen Leben durchleiden mussten.

Prada ging auf Saphenus‘ Frage ein und antwortete, dass ein Teil der imperialen Gesandten sogar mit der republikanischen Delegation auf Tuchfühlung gegangen sind. „Verräter.“, dachte Saphenus verächtlich, doch angesichts der unsicheren Kommunikation sprach er es nicht laut aus. Das würde er sich für den Tag der Abrechnung aufheben. „Ein trauriges Schauspiel, in der Tat. Ich hoffe, dass keiner Ihrer Freunde daran teilgenommen hat? Es wäre ein Jammer, wenn jemand deshalb in Ihrer Gunst sinken würde. Zumindest haben wir beide nichts verpasst.“, kommentierte Saphenus Pradas ebenfalls verfrühte Abreise.


Prada berichtete davon, wie er unmittelbar nach seiner Rückkehr die Nachricht von seiner Beförderung erhalten hat. Ein Zwinkern verriet dem Zabrak, dass der Suizid von Pradas Vorgänger wohl kaum aus freien Stücken erfolgte. Die Miene des Sith blieb jedoch regungslos. „Lassen Sie mich Ihnen meine ehrliche Anteilnahme an diesem Verlust ausdrücken. Sicherlich war Ihnen Ihr Vorgänger wie ein Mentor. Es ist immer wieder eine Schande, wenn treue, ehrliche und kompetente Diener des Imperators aus dem Leben scheiden.“ Wieder zuckten Saphenus‘ Mundwinkel, doch er konnte sich das Lachen in letzter Sekunde verkneifen. Offenbar schreckte der frisch gebackene Sektoradjudant nicht davor zurück, sich selbst die Finger schmutzig zu machen. Eine Eigenschaft, die Saphenus sehr zu schätzen wusste.


Prada berichtete davon, dass er die ersten Stunden in seinem neuen Amt bereits für die ersten Weichenstellungen im Myto-Sektor genutzt hatte. Bedeutend war, dass es Prada gelungen war, seinen Stellvertreter und Verbündeten zu seinem Nachfolger auf Dubrillion zu machen. Saphenus nickte anerkennend. Das Hologramm rückte einen Stuhl ins Aufnahmefeld des Projektors und nahm auf diesem Platz. Eine Zigarette erschien in seiner Hand und feine Rauchschwaden hüllten das Hologramm ein. Saphenus verzichtete auf den Versuch, sie mit seiner Hand weg zu wedeln. „Ich vertraue auf Ihre Entscheidung, was Ihren Nachfolger angeht. Lassen Sie mich noch einmal betonen, wie wichtig mir die Zusammenarbeit mit Ihnen und natürlich auch dem Gouverneur von Dubrillion ist. Ich werde mich mit Gouverneur Clanton in Zukunft eng abstimmen.“


Anschließend erkundigte sich Prada nach Saphenus‘ eigenem Wohlergehen. „Wie ich bereits erwähnt habe, verläuft der Bau des neuen Tempels nach Plan. Ich bin zuversichtlich, dass er zu gegebener Zeit abgeschlossen sein wird. Ich werde nicht vergessen, Ihnen eine Einladung zu seiner Einweihung zukommen zu lassen. Die Umstände, die mich auf Fondor zur überhasteten Abreise gezwungen haben, haben sich letzten Endes ins Gute gekehrt. Mein ehemaliger Meister hat mich angesichts meiner Leistungen in den Rang eines Exekutors im Orden der Sith erhoben. Mir stehen nun weitaus mehr Möglichkeiten und Ressourcen zu, um meine und die Pläne meiner Verbündeten zu verwirklichen. Ich konnte eine Allianz schmieden, die für uns alle vorteilhaft sein wird.“ Saphenus legte eine Pause ein und verdeutlichte damit, dass er nicht über die Details dieser Allianz sprechen konnte. Prada musste ihm ein Stück Vertrauen entgegenbringen und sich auf seine Worte verlassen. „Unsere künftige Zusammenarbeit sollte sich also durch unsere beiden Beförderungen demnächst umso mehr auszahlen…für uns beide.“


[Horuset-System | Korriban | Dreshdae | Improvisierter Gouverneurspalast] - Saphenus; Agustin Prada als Hologramm
 
[Horuset-System | Korriban | Dreshdae | Improvisierter Gouverneurspalast] - Saphenus; Agustin Prada als Hologramm

Aufständische, Verräter, Republiktreue…egal welchen Namen man ihnen gab, Saphenus hatte kein Mitleid für sie. Sie gehörten zusammengepfercht und eingesperrt, ausgebeutet und verheizt. Ihr einziger Wert bestand darin, mit harter, stundenlanger Arbeit für ihren Verrat an den Idealen des Imperiums zu büßen. Der Sith wusste, dass sein neuer Tempel auf einem Fundament aus Schweiß, Blut und Tränen gebaut wurde und es kümmerte ihn nicht. Seine einzige Sorge galt den Unruhen, die durch die Gefangenen entstehen konnten und eben diese Unruhen galt es zu verhindern und zu unterbinden. Ihnen musste klar sein, dass jeder weitere Versuch, sich gegen die imperiale Ordnung aufzulehnen, erbarmungslos bestraft wurde.

Saphenus nahm an, dass die dubrillianische Gastfreundschaft bereits dafür gesorgt hatte, den Willen der Gefangenen zu brechen und sie gefügig zu machen. Dennoch warnte Prada vor einem blinden Auge und mahnte Vorsicht und Wachsamkeit an. Argwöhnend kam Saphenus der flüchtige Gedanke, dass seine neuen Arbeiter doch nicht nur aus Gebrochenen bestanden. Sofort wuchs die Paranoia in ihm. Gab es absichtlich platzierte Intriganten und Spione unter ihnen, die seine Position schwächen und seinen Einfluss schmälern sollten? Innerlich schüttelte Saphenus den Kopf. Prada brauchte das Bündnis mit ihm sicher genau so sehr wie er. Der Sektoradjudant gewann keinen Vorteil dadurch, sich Saphenus zum Feind zu machen. Er war auf die Verbindungen zum Orden angewiesen. Es sei denn, ein anderer Sith hatte in der Zwischenzeit Kontakt zu ihm aufgenommen. Wieder schüttelte Saphenus innerlich den Kopf und vertrieb diese dunklen Gedanken.


„Ich frage mich, was in den Köpfen dieser Rebellen vor sich geht.“, fragte Saphenus gespielt nachdenklich. „Sie müssen doch wissen, dass jeder Widerstand sinnlos ist und von der imperialen Ordnung gnadenlos niedergeschlagen wird. Welchen Sinn hat es, für scheinbare Freiheit und leere Versprechen sein eigenes Leben zu riskieren und in letzter Konsequenz auch zu verlieren? Sie geben sich einer illusorischen Perspektive hin und werden dadurch von sich selbst verraten. Es ist doch paradox: in ihrem Kampf gegen das Imperium müssen sie nun eben jene Bauwerke errichten, die für das Imperium stehen. Ironie der Geschichte, möchte man meinen.“

Saphenus glaubte, einen kurzen Anschein von Bedauern auf dem Gesicht des Verwalters zu sehen und kniff irritiert sein Auge zusammen. Er erinnerte sich daran, dass Prada selbst aus einfachen Verhältnissen stammte. Doch im Gegensatz zu den verlorenen Seelen der Gefangenen war es ihm gelungen, sich aus seiner Lage zu befreien und emporzusteigen. Das unterschied ihn von diesen trostlosen Gestalten.


Prada stellte klar, dass es sich tatsächlich um vermeintliche Freunde und Verbündete gehandelt hat, die der republikanischen Delegation die Ehre erwiesen haben. Sofort erschien ein verächtlicher Ausdruck auf Saphenus‘ Gesicht. Prada betonte, dass er diese Figuren einer genauen Prüfung unterziehen musste, bevor er wieder enger mit ihnen zusammenarbeiten konnte. Bestätigend nickte der Sith.
„Es ist traurig, wie schnell sich selbst Mitglieder einer Elite blenden lassen können. Es ist widerlich, sich der Republik auf so oberflächliche Weise anzubiedern. Mein einziger Trost ist die Hoffnung, dass die Zerstörungsgewalt der Allegiance neue Furcht in den Köpfen der republikanischen Militärs wachsen lässt. Uns allen ist klar, dass der Friede nicht auf ewig andauern wird. Eines Tages wird es Krieg geben und dann müssen wir über die technologische Übermacht verfügen!“ Saphenus stapfte mit seinem Gehstock auf den Boden.


Auch Prada musste sich angesichts Saphenus‘ Anteilnahme am Versterben seines Vorgängers zusammenreißen, um nicht laut zu lachen. Das ließ wiederum die Mundwinkel des Sith zucken. Er verbarg sein kurzes Lachen schnell in einem gekünstelten Husten. Dann jedoch hob Prada entschuldigend die Hand und kurz darauf war ein Knacken zu hören. Misstrauisch legte Saphenus den Kopf schief. Jetzt wusste er mit Sicherheit, dass die Kommunikation zwischen ihnen nicht sicher war und er genauestens auf seine Worte achten musste.


Prada beglückwünschte ihn anschließend zu seiner Beförderung und betonte, wie wichtig ihm die künftige Zusammenarbeit sowohl zwischen dem Myto-Sektor und Korriban als auch zwischen Dubrillion und Korriban war. Saphenus nickte bestätigend.


„Sie werden sicherlich beeindruckt sein, wenn der Tempel erst vollendet ist. Er wird Korriban einen Teil seines alten Glanzes zurückgeben. Ich freue mich schon auf ein persönliches Gespräch…ohne lästige Insekten.“ Er zwinkerte Prada einäugig zu. „Mr. Lanez hat sich leider noch nicht bei mir gemeldet. Allerdings komme ich gerade erst von einer wichtigen Mission zurück und bin noch nicht über alle eingegangenen Nachrichten voll im Bilde. Es mag also sein, dass er mir bereits geschrieben hat. Ich bin mir sicher, dass er seinen Teil der Vereinbarung einhalten wird. Ich vertraue darauf, dass ihm die zukünftige Kooperation mit Ihnen und mir wichtig ist.“ Ein Rückzieher würde seiner Gesundheit nicht guttun, schloss Saphenus gedanklich.


„Auch den Verlauf des yevethanischen Aufstandes konnte ich leider aus den genannten Gründen nicht mehr mitverfolgen. Es erfreut mich aber zu hören, dass der Anführer seiner gerechten Strafe zugeführt wurde. Es gibt wahrscheinlich keine Mitschnitte seiner Hinrichtung, oder?“


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Kriegerisch ballte Prada seine Hand zu einer Faust und lachte. Noch zogen die beiden ungleichen Verwalter nicht in den Krieg, auch wenn diese Geste den Anschein erweckte. „Vielleicht befinden wir uns schon in einem Krieg. In einem Krieg gegen uns selbst, gegen den Rest der Galaxis…“, dachte Saphenus. Er wusste, dass es viele Figuren gab, die auf ihr Scheitern wetteten. Er würde ihnen nicht das Vergnügen machen, ihren Gewinn einzustreichen. Prada hatte mit Shartovs Tod und dem Aufstieg innerhalb der imperialen Hierarchie bewiesen, dass er in der Lage war, auch aussichtslose Situationen zu meistern. Saphenus war das mit seiner eigenen Beförderung ebenfalls gelungen.

Prada beschrieb die Furcht in den Gesichtern der republikanischen Delegation und erwärmte mit diesen Worten Saphenus‘ kaltes Herz. Er war betrübt, diesen erheiternden Anblick verpasst zu haben. Trotzdem konnte er den Ekel, den er schon ob ihrer Anwesenheit empfand, nicht unterdrücken.
„Ich freue mich auf den Tag, an dem die Allegiance die Republik mit allem, wofür sie steht, vernichten wird. Dann sind diese altruistischen Spinner endlich mit der Hellen Seite der Macht vereint. Davon träumen sie doch schon ihr Leben lang. Zumindest haben wir uns nicht die Blöße gegeben und Vertreter der Jedi…“, Saphenus spie dieses Wort geradezu aus, „…eingeladen. Sie vor mir stehen zu sehen, hätte mich den letzten Rest meiner Zurückhaltung gekostet. Wissen Sie, einst war ich selbst verblendet und habe die Jedi abgöttisch verehrt. Als Kind habe ich jede Anekdote, jedes Halbwissen und jede Geschichte über sie geradezu aufgesogen und in mich aufgenommen. Sie waren meine Helden, meine Vorbilder. Bis sie mich verraten und ihr wahres Wesen gezeigt haben. Uns Sith wirft man Grausamkeit vor, doch das stimmt nicht. Wir folgen nur dem Weg der Macht und ihrem Willen. Jeder, der nur zuhört, weiß das. So wie Sie: Sie haben kein Mitleid vor den Schwachen, denn nur den Starken ist es bestimmt, sich über alle anderen zu erheben. Die Jedi hingegen verraten die Natur der Macht. Mir wurden die Augen geöffnet und dafür schäme ich mich nicht. Denn umso mehr weiß ich, weshalb die Jedi ausgelöscht gehören!“ Saphenus‘ Auge glomm gelb, während er das sagte. Sein ganzer Körper schrie nach Zerstörung und Gewalt.


Prada lobte Saphenus‘ Engagement und den Fortschritt, den er bereits erreicht hatte. Der Sith nickte bekräftigend.
„Ignavius‘ Name wird schon bald in Vergessenheit geraten sein. Er gehört aus den Geschichtsbüchern gestrichen und niemals wieder erwähnt. Es stimmt mich immer noch traurig, dass sein Tod nicht noch langsamer, noch schmerzhafter war. Er ist viel zu leicht gestorben!“ Er machte eine Pause und zuckte dann mit den Schultern. „Mr. Lanez‘ Engagement auf Korriban ist weiterhin herzlich Willkommen und ich freue mich schon darauf, die Details mit ihm zu erarbeiten. Ich bin mir sicher, dass er ein Mann ist, der zu seinem Wort steht.“


Prada offenbarte Saphenus, dass es Sith waren, die den Aufstand der Yevethaner mit der Hinrichtung ihres Anführers beendet haben. Ein Grinsen schlich sich ob dieser Tatsache auf sein Gesicht. Pradas Hände huschten über die Konsole und wenige Augenblicke später erschien auf einem separaten Bildschirm ein Video. Es zeigte einen der Yevethaner, grässliche Geschöpfe, flankiert von einem jungen Mann und einer jungen Frau. Ein Schwert und ein Lichtschwert hielten den Yevethaner, der erschöpft und verzweifelt wirkte, in Schach. Für einen gescheiterten Anführer gab er ein jämmerliches und unwürdiges Bild ab. Die junge Frau sprach ein paar pathetische Worte, dann wurde Fraans Ende auch schon besiegelt. Als das Video stoppte, starrte Saphenus noch einige Sekunden auf den Bildschirm. In Gedanken versunken strich er sich über sein Kinn. Er hatte die Frau schon einmal gesehen. Captain Carr hatte ihm ein Bild von ihr gezeigt, das von einer Überwachungskamera am Raumhafen aufgenommen worden war, als er ihm von zwei Sith berichtete, die Korriban besucht und versäumt hatten, sich persönlich beim Gouverneur vorzustellen.


Prada merkte an, dass der Mann von Dubrillion stammte und die Frau aussähe, als sei sie in der Pubertät. „In der Tat…“, antwortete Saphenus gedehnt. „Dubrillion scheint große und mächtige Söhne hervorzubringen.“ Wieder machte er eine kurze Pause. „Die Frau…kennen Sie ihren Namen? Wie es der Zufall so will, weilt sie derzeit auf Korriban. Sie ist vor nicht allzu langer Zeit hergekommen. Ein anderer Sith ist ihr vorausgereist…vielleicht ihr Meister? Sie wirkt zu jung, einen eigenen Schüler zu haben. Auf der anderen Seite wirkt sie auch zu jung, um den Anführer eines Volkes zu töten. Ich habe noch nicht mit ihr gesprochen. Sie hat es versäumt, sich mir vorzustellen. Dieses Gespräch werde ich nachholen müssen. Immerhin weilt eine Heldin auf meinem Planeten.“ Saphenus‘ Stimme ließ keinen Aufschluss darüber zu, ob er das ernst meinte oder sarkastisch war. „Zumindest sind die Yevethaner und ihr kleiner Aufstand Geschichte.“


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Pradas ungewöhnlich offene Frage ließ Saphenus stutzen. Wieder spürte er die Paranoia, die sich in seinem Inneren regte und unweigerlich fragte sich der Sith, was der Verwalter bezweckte. Keine Frage beschränkte sich jemals nur auf ehrlich gemeintes und offen bekundetes, persönliches Interesse. Bei jedem Wort schwangen Hintergedanken mit, die mal konkreter waren und mal nicht.

„Man kommt nicht umhin, diesen Fehler zu begehen, wenn man in der Republik aufwächst.“, antwortete Saphenus gedehnt und überlegte noch, wie viel von seiner Vergangenheit er bereit war, preiszugeben. Auf der anderen Seite schämte er sich ihrer nicht, denn sie war die Grundlage seines Hasses und damit seines Ehrgeizes und seiner Stärke. Die geheimdienstlichen Dossiers, die es über seine Person mit Sicherheit gab, beinhalteten diese Informationen ohnehin. Man konnte aus ihnen keinen Vorteil schöpfen, dessen war sich Saphenus plötzlich sicher. Prada teilte seinen Hass auf den Orden der Jedi ohnehin. Mit donnernder Stimme ereiferte er sich über die republikanische Lügenpresse, die die Jedi als Heilsbringer er Galaxis glorifizierte und insbesondere der jungen Bevölkerung Illusionen in den Kopf setzte, die sie gefügig und willfährig machen sollten.


„Sie scheinen meinen Hass auf die Jedi ganz besonders zu teilen. Vielen sind sie nur ein Dorn im Auge, weil sie ihre Fähigkeiten und ihren Einfluss auf unsere Kriegsführung fürchten. Ihre Abneigung geht jedoch weiter als das. Gestatten Sie mir die Frage: haben Sie selbst schon ihre eigenen, persönlichen Erfahrungen mit den Jedi gemacht? Ich selbst bin als Kind auf die republikanische Propaganda hineingefallen und wollte den Jedi mein Leben widmen. Meine Eltern haben meine Machtbegabung schon früh erkannt, dann aber vor mir und allen anderen geheim gehalten und verleugnet, bis ich sie selbst nicht als real wahrgenommen habe. Ich habe Bibliotheks- und Informationswissenschaften auf Taris studiert und nach meinem Abschluss eine Arbeit als Bibliothekar aufgenommen. Schriften der Jedi waren mein Fachgebiet, wenn es auch schwierig war, als Nicht-Jedi an sie herangekommen. Ich war naiv und verblendet, bis ich eines Tages von der Dunklen Seite der Macht befreit wurde. Es gibt keinen Frieden, nur Leidenschaft. Durch Leidenschaft erlange ich Stärke. Durch Stärke erlange ich Macht. Durch Macht erlange ich den Sieg. Durch den Sieg zerbersten meine Ketten. Die Macht wird mich befreien. Diese Worte sind keine hohlen Phrasen, die wir unseren Schüler aufgeben, um sie zu ärgern. Sie sind die Essenz dessen, wofür die Sith stehen! Glauben Sie mir, in diesen Worten steckt ein Versprechen: die Jedi werden eines Tages ihr Ende finden. Ich habe nicht gelogen als ich davon gesprochen habe, dass wir auf den brennenden Ruinen des Jedi-Tempels auf Coruscant stehen werden.“

Pradas Neugierde war offensichtlich geweckt, interessiert fragte der Sektoradjudant nach Ignavius‘ näheren Todesumständen. Ein Grinsen schlich sich auf Saphenus‘ Gesicht, als er den Moment noch einmal Revue passieren ließ. „Er hat sich jedes Tricks und jeder Falle bedient, die er in seinem Repertoire hatte. Sein Verstand war jedoch durch seinen jahrelangen Alkoholismus degeneriert, sodass es ihm nichts geholfen hat. Tief in dem alten, nun zerstörten Tempel haben wir uns einander im Kampf gestellt. Schlussendlich hat mein Lichtschwert seinen fetten Wanst durchbohrt und ihn getötet. Ein viel zu schneller, gnadenvoller Tod, das muss ich im Nachhinein zugeben.“ Saphenus verschwieg, dass sich Ignavius Sith-Geistern und Sith-Magie bedient hatte, um sein Leben zu sichern. Als Sith wollte er die Geheimnisse des Ordens hüten und für einen unsicheren Kommunikationsweg waren sie ohnehin nicht gedacht.


Prada kannte den männlichen Part, der die Hinrichtung des Yevethaner-Anführers durchgeführt hatte und wollte ihn in naher Zukunft kontaktieren. Er riet Saphenus, indes mit der jungen Frau aus dem Video zu sprechen, denn offensichtlich war sie stark in der Macht. Saphenus selbst war sich dessen noch nicht so sicher. Eine Hinrichtung konnte jeder durchführen. Die Frage war nun, welchen Anteil die Sith an den vorausgegangenen Kämpfen gegen die Yevethaner gehabt und welche Rolle sie während des Angriffs gespielt hatte. „Sie und ihr Meister…“, Saphenus ging instinktiv davon aus, dass es sich bei dem zweiten Besucher Korribans um ihn handelte, „…werden bald die Gelegenheit haben, sich mir persönlich vorzustellen. Das gebietet die Höflichkeit, möchte ich meinen. Ich bin der Gouverneur dieses bescheidenen Planeten, sie offenbar Helden des Imperiums…Ja, ein persönliches Gespräch wäre angemessen und angebracht.“ Dann erinnerte sich Saphenus an ein weiteres Detail, das ihm von Captain Carr berichtet worden war und dem er mangels Interesses zunächst keine Bedeutung zugemessen hatte. „Die junge Frau, wurde sie nicht aufgrund ihrer Verdienste im Kampf gegen die Yevethaner in den Ritterstand oder so etwas ähnliches erhoben? Auf dem Bild, das mir von ihr gezeigt wurde, trägt sie den Orden an einer Kette um den Hals. Scheint ganz stolz gewesen zu sein, ihn zu präsentieren.Saphenus‘ Tonfall ließ erkennen, das ihn das nicht beeindruckte.


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Saphenus konnte den Funken Enttäuschung, den er empfand, nicht verleugnen. Er ließ ihn sich nicht anmerken, doch er spürte ihn in sich drin. Trübte das seine Beziehung zu dem verbündeten Verwalter? Wahrscheinlich nicht, denn selbst ohne eine persönliche Begegnung mit den Jedi teilte er seinen Hass auf sie. Flammend, emotional und erregt fluchte und schimpfte er über sie, verteufelte ihre fadenscheinige Moral und steinigte sie dafür, heimlich den Senat und die Republik selbst zu beeinflussen. Er unterstellte ihnen, heimlich nach der Herrschaft über die Galaxis zu streben und Saphenus wollte ihm nicht widersprechen. Die Jedi waren ein Virus, das sich verbreitete und ihre arglosen Opfer mit ihrer Krankheit infizierten. Sie verbreiteten die Lüge von der Hellen Seite der Macht und tischten Märchen auf.

Prada redete sich immer mehr in Rage, er wurde immer erfüllter von seiner Wut. Die Hand zu Fäusten geballt geriet er kurz ins stocken und wirkte plötzlich zutiefst nachdenklich. Saphenus verfluchte, dass sie über Hologramme kommunizierten, blieben ihm doch so die Eindrücke verwehrt, die ihm die Macht über den Verwalter sonst vermitteln würde. War es die Wut, die ihn innehalten ließ, war es eine plötzliche Eingebung oder schlichte Paranoia, weil er zu viel gesagt hatte? Auch wenn der Zabrak versuchte, die Mimik und Gestik des leidlich guten holografischen Abbilds zu interpretieren, gelang es ihm nicht.

Dann fand der Mensch seine Sprache wieder und Saphenus wurde klar, weshalb er gestockt hatte. Zutiefst persönlich berichtete er von seinem Vater, der seine eigene Unfähigkeit verleugnet und sein Heil bei den Jedi und im Alkohol gesucht hat. Eine interessante und durchweg armselige Kombination, doch zumindest in Teilen erinnerte sie ihn an sich selbst. Auch er war den Lügen der Jedi verfallen anstatt sein Schicksal in seine eigene Hand zu nehmen. Wie lange hat er seine Augen davor verschlossen, dass Je’ana mit Fremden schlief anstatt mit ihm? Plötzlich war er ihr dankbar, denn erst ihr Verrat hatte seine Augen geöffnet.


Prada lief aufgeregt und geladen auf und ab. In diesem Moment brauchte Saphenus die Macht nicht, um zu wissen, dass der Verwalter nicht gelogen hatte. Sie waren ehrlich zueinander, weil sie eine ähnliche Vergangenheit hatten und sich beide selbst aus dem Morast der Galaxis gezogen hatten. Saphenus selbst war von dem Respekt, dem er einem Nicht-Sith plötzlich entgegenbrachte, zutiefst überrascht.


„Eines Tages wird die Welt die Augen öffnen und sehen, was die Jedi wirklich sind. Glaub mir. Die Welt wird sich gegen sie erheben und sie all das Leid erfahren lassen, dass sie selbst erdulden musste. Der Senat, der Kanzler, sein Kabinett…alle, die von den Jedi kontrolliert und manipuliert werden, werden fallen. Sie haben keine Zukunft, ihre Zeit läuft langsam aber sicher ab.“ Unwillkürlich war Saphenus zum Du übergegangen. Er scherte sich nicht mehr um Höflichkeit und Anstand, denn jetzt ging es für beide um mehr. Dieser Moment verfestigte ihre Allianz stärker, als es jedes Abkommen hätte tun können. „Dein Vater ist ein Narr. Das einzige, wozu er gut war, war, dir zu zeigen, was wahre Stärke und Verantwortung für dich selbst bedeutet. Durch sein schlechtes Beispiel ist es Dir gelungen, dich über die breite Masse emporzuheben. Du sollst eine Enttäuschung sein? Er ist selbst eine. Für uns alle kommt der Tag, an dem wir uns über unsere Eltern und ihre Ideal erheben. Meine Eltern haben mich mein Leben lang kleingehalten, meine Fähigkeiten verleugnet und selbstsüchtig dafür gesorgt, dass sie nicht zur Gänze ausreifen können. Ich musste selbst für mich sorgen. Sie sind kürzlich gestorben, habe ich das erzählt? Eine wahre Tragödie.“ Mehr musste Saphenus nicht sagen damit Agustin verstand, was er damit ausdrücken wollte. „Man muss sich von alldem befreien, das einen fesselt und am Boden hält. Erst wenn man seine Flügel ausbreiten kann, kann man fliegen! Wir Sith wissen das. Indem wir töten und foltern, indem wir Stärke belohnen und Schwäche bestrafen, sind wir am ehrlichsten. Die Jedi glauben, mit ihrer verkommenen Moral die Überhand zu erlangen, doch wir werden ihnen zeigen, was es bedeutet, über die Macht zu verfügen.“ Saphenus streckte seine Hand aus und ließ einen dunkelblauen Blitz in die Wand neben ihm fahren. Er zuckte über das Metall und verschwand schließlich in einem Funkenregen.


„Wir werden unseren Feinden gemeinsam ein Ende bereiten, das in die Geschichtsbücher eingehen wird.“, versprach Saphenus und nickte bekräftigend, als Agustin Ignavius‘ Tod kommentierte. Saphenus wusste nicht, wie Agustins Amtsvorgänger gestorben war, doch anscheinend hatte es ihn nicht so sehr befriedigt, wie er gehofft hatte.


Unsicher wirkte der Verwalter erst wieder, als Saphenus von dem Ritterorden berichtete, den die junge Sith aufgrund ihrer Verdienste erhalten hatte. Er gab zu, darüber nichts zu wissen und einen kurzen Augenblick freute sich Saphenus darüber, wenigstens über einen kleinen Wissensvorsprung in der Hinsicht zu verfügen. Verklausuliert gab Agustin dem Sith zu verstehen, erst die gesamte Situation zu bedenken und erst dann mit der jungen Ritterin zu sprechen. Der Ritterorden wurde von Allegious höchstpersönlich angeführt und man musste davon ausgehen, dass sie ihm treu ergeben waren. Saphenus verstand Agustins Bedenken.


„Ich möchte ihr auf jeden Fall den Respekt zukommen lassen, der ihr gebührt!“, betonte Saphenus während er dachte, dass ihr Titel ihm am Arsch vorbeiging. „Ich bin mir sicher, dass nur eine sehr dringende und wichtige Angelegenheit dazu führen kann, dass eine Sith ihres Ranges nach Korriban kommt. So wichtig ich es finde, sich bei solch einem Besuch persönlich vorzustellen, so möchte ich diese Angelegenheit nicht unnötigerweise stören oder sogar behindern. Zu ihrem eigenen Schutz habe ich bereits dafür gesorgt, dass sie von meinen Soldaten beschützt…“, er vermied das Wort beschattet, „…werden. Bis diese Sith ihre Geschäfte erledigt hat, wird sie sicher sein.“


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Agustin sprach ihm mit kalter Stimme sein Beileid aus. Saphenus wusste, dass der Verwalter verstanden hatte und nickte bloß. Das Beileid war nicht ernst gemeint, die Worte nicht mehr als leere Hülsen. Sie waren nur die Bestätigung dafür, dass Saphenus‘ Aussage so übertragen wurde, wie sie gemeint war: er war der kaltblütige Mörder seiner eigenen Eltern. Er dachte an den Moment zurück, in dem er ihnen das Leben nahm und versuchte zu fühlen, was er in diesem Augenblick gefühlt hatte. Nicht weniger als zutiefst empfundene Befriedigung erfüllte ihn und er wusste, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Indem er sie aus seinem Leben getilgt hatte, hatte er sich selbst von den Dämonen befreit, die sie ihm als Kind in den Kopf gesetzt hatten. Ihre fehlgeleiteten Lehren waren nun nur noch eine Erinnerung.

„Sie werden in meinem Herzen weiterleben.“, antwortete Saphenus und sein Gesicht blieb ausdruckslos. „Mögen Deine Eltern von ihrem Schicksal verschont bleiben und ein langes, erfülltes Leben führen.“ Er wusste nicht, ob Agustin ebenfalls den Tod seiner Eltern, offenbar besonders den seines Vaters, wünschte oder ob er für sie einen anderen Plan hatte. Viele Wege führten zum Ziel und möglicherweise lag Agustin mehr daran, seinen Vater zu demütigen und diskreditieren, anstatt ihn zu einem einfachen und endgültigen Ausweg zu führen.


Agustin erging sich weiter über die Jedi und ihre verfehlte Ideologie. Eindrucksvoll teilte er den Hass auf sie, den auch Saphenus empfand und der sie beide noch enger aneinanderschweißte. Hass war der beste Kleber für ein Bündnis, befand Saphenus in Gedanken. Treue, Moral, Freundschaft und Liebe bedeuteten nichts, wenn man einen tief empfundenen Hass teilte.
„Oh, das werden sie. Ich freue mich schon jetzt auf den Tag, an dem ich einem Jedi gegenüberstehen werde. Ich werde ihnen zeigen, was es heißt, über die Dunkle Seite der Macht zu verfügen!“ Er ballte seine rechte Hand zu einer Faust, während die linke seinen Gehstock fest umklammerte und dessen Spitze auf den Boden drückte. „Aber: wie sagt man so schön? Vorfreude ist die schönste Freude und noch werden wir uns gedulden müssen, bis unser Tag kommt. Das verschafft uns Zeit, uns auf den großen Krieg vorzubereiten. Die Allegiance war mit Sicherheit nur der Anfang. Unser Imperator ist weise und voraussichtig: er wird bestimmt schon die nächste Waffe in der Hinterhand haben, um die Republik zu vernichten und das Imperium zur Herrschaft über die Galaxis zu führen!“


Agustin stimmte Saphenus zu. Die Sicherheit der imperialen Ritterin stünde an oberster Stelle und genieße Priorität. Insofern war es nur konsequent, ihr treue Soldaten zum Schutz an die Seite zu stellen. Dass diese Soldaten Saphenus‘ Gäste nur beschatteten und überwachten war ein Detail, das hier keine Aufmerksamkeit genießen musste. Anschließend erkundigte sich Agustin, ob Saphenus aktuell selbst einen Schüler habe. Saphenus nahm sich einen Augenblick, um nachzudenken. Er hatte in der Tat einen neuen Schüler und allein diese Tatsache musste kein Geheimnis sein. Selbst wenn Venris dadurch im schlimmsten Fall selbst zur Zielscheibe wurde, so musste er es als Herausforderung begreifen und beweisen, dass er ihr gewachsen war. Wenn er starb, hatte er versagt. Darüber gab es keine Diskussion.

„Der jungen Ritterin wird auf Korriban kein Leid geschehen. Wer wäre ich, andere Sith wissentlich und bewusst in Gefahr zu bringen?“ Theatralisch schüttelte Saphenus den Kopf und gönnte sich ein kurzes Lächeln. „Ich habe einen Schüler, ja. Du wirst ihn nicht kennen und noch spielt sein Name ohnehin keine Rolle. Er muss erst noch beweisen, dass er würdig ist, ein Sith zu sein. Er muss es sich erst verdienen, dass er vorgestellt wird.“ Saphenus zuckte mit den Schultern. Er selbst war für seinen Meister nur eine Schachfigur und so lange nützlich, wie er zu seinem größeren Plan beitragen konnte.


Saphenus warf einen flüchtigen Blick auf das Chronometer an der Steuerungskonsole. Die Zeit war weit fortgeschritten und während ihres eindringlichen Gesprächs wie im Fluge verstrichen. Innerlich seufzte der Zabrak.
„Ich möchte Deine Zeit nicht über die Gebühr beanspruchen. Ich nehme an, dass Dich Deine neuen Aufgaben bereits einspannen und darauf warten, dass Du Dich ihnen zuwendest. Ich hoffe, dass wir alsbald die Möglichkeit haben, noch einmal unter vier Augen und von Angesicht zu Angesicht miteinander zu sprechen. Ich bin mir sicher, dass ein solches Gespräch nur förderlich für unsere zukünftige Zusammenarbeit sein kann.“


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Agustin bestätigte, dass seine Anwesenheit an anderer Stelle erwartet wurde. Ihr Gespräch war damit an seinem Ende angelangt. „Vergiss niemals: wir beide blicken in eine strahlende Zukunft. Es sind die anderen, die am Abgrund stehen!“, flüsterte Saphenus und sah dem Verwalter dabei tief in die Augen. Er duldete bei seinen Verbündeten keine Selbstzweifel, so gering sie auch ausgeprägt sein mochten. „Ich freue mich schon auf unser nächstes Gespräch. Der neue Tempel wird Dich beeindrucken. Das verspreche ich Dir. Lang lebe der Imperator.Saphenus erwiderte die förmliche Grußformel, danach erlosch das holografische Abbild des Menschen. Er starrte noch einige Sekunden dorthin bis er sich schließlich abwandte. Das Gespräch war äußerst produktiv und aufschlussreich gewesen. Obgleich sie keine verbindlichen Abmachungen oder Verträge geschlossen hatten, waren sie sich persönlich nähergekommen. Saphenus glaubte sich nun in der Lage, seinen Verbündeten besser einschätzen zu können. Je besser das vermochte, desto unwahrscheinlicher wurde es, überraschend verraten zu werden. Das sicherte Saphenus‘ eigene Existenz.

Wenige Stunden später stand Saphenus allein in der Wüste. Das Tal der Dunklen Lords wurde von einem Felswall eingeräumt, der einen natürlichen Schutz bot, das Tal isolierte und gleichzeitig dazu diente, ein Netz aus weit verzweigten Höhlensystem und Gräbern zu beherbergen. Auf diesem Fellswall stand Saphenus nun und blickte auf die unzähligen Lichter der Baustelle, die inmitten des Tals thronte. Dort wurde das Fundament für Korribans Aufstieg gelegt. Saphenus spürte die unzähligen Seelen, die in dem provisorisch errichteten Camp ihr Leben fristeten. Aus der Ferne betrachtete schien sich dort ein undurchschaubarer Ameisenhaufen zu befinden. Alles wuselte durcheinander.

Saphenus stützte sich auf seinen Gehstock und ließ seine Gedanken kreisen. Sein Plan schien aufzugehen. Der Bau kam fristgerecht voran, in Dreshdae herrschte Ruhe, der Kult entwickelte sich und Antrafflan, sein ungebetener Hausgast, war still. Gleichzeitig wusste Saphenus, dass er sich inmitten eines explosiven Pulverfasses befand. Finanziell bewegte er sich trotz der großzügigen „Spenden“, die er bisher aus unterschiedlichen Quellen erhalten hatte, in einem Rahmen, der ihm keine große Bewegungsfreiheit versprach. Die Arbeiter, die ihm von Dubrillion geschickt worden sind, brachten einen Geist nach Korriban, der die Grundlage für Aufruhr und Rebellion bilden konnte. Sie hatten nichts zu verlieren und konnten viel gewinnen. Währenddessen schaute die einheimische Bevölkerung in Dreshdae argwöhnisch auf das Tal der Dunklen Lords und die Neuankömmlinge herab. Die Arbeiter brauchten ihre Kräfte für den Tempelbau, doch es durfte ihnen nicht besser gehen als den einfachen Männern und Frauen in Dreshdae. Das sicherzustellen war ein Spagat, den Saphenus kaum leisten konnte. Seufzend realisierte er, dass er ein Problem geschaffen hatte, dessen Lösung er nicht kannte.

Er musste sich eingestehen, dass Korriban drohte, ihm über den Kopf zu wachsen. Er stand auf wackeligen Beinen und jeder Fehler war geeignet, ihn mitsamt seinen Ambitionen zu vernichten. So gern er sich auch über Ignavius erhob, im Moment trennten beide nur der Wahnsinn und das besiegelte Schicksal des ehemaligen Gouverneurs.

Saphenus ließ sich auf den Boden sinken und verschränkte die Beine im Schneidersitz. Der Fels unter ihm war kühl. Er schloss die Augen und atmete langsam und tief ein und aus. Er spürte, wie die Dunkle Seite auf Korriban lebte und pulsierte. Sie strebte danach, die Grenzen des Planeten und des gesamten Horuset-Systems zu verlassen und sich in alter Pracht in der gesamten Galaxis unbehelligt von der Hellen Seite auszudehnen. Ihr gesamtes Bedürfnis war, ihre ureigene Dominanz wiederzuerlangen.


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[ Sithwelten / Horuset-System / Korriban / Züszoc / Eingang ] Sikarius, Ne'im, Adria und Sharoh

Auf Adrias Fragen ob Docspel irgendwelche besonderen Merkmale aufwies, zuckte Sikarius nur die Schultern. Keiner der Idioten, die er zum Thema des Kopfgeldjägers ausgequetscht hatte, hatten auch nur annähernd irgendwelche besonderen Merkmale fallen gelassen. Alle hatten gesagt Abyssiner aber keiner hatte gesagt was für einer.

„Keine Ahnung. Sag mir einfach, wenn du einen findest und dann sehen wir weiter.“

, gab Sikarius kurz angebunden zurück und warf sich die Kapuze über den Kopf. Er hatte beschlossen Adria erstmal machen zu lassen. Ganz entspannt. Wenn der Kerl jetzt nicht hier war würde er schon noch kommen. Und am unauffälligsten verhielt sich, wer nicht fragte, sondern beobachtete. Adria machte sich von dannen und auch Sharoh trennte sich von der Gruppe um auf die Speeder aufzupassen, wie er sagte. Lediglich Ne’im blieb in Sikarius‘ Dunstkreis, wurde jedoch ignoriert, da sie augenscheinlich nichts Interessantes zu sagen hatte, sondern einfach fügsam folgte.

Ohne Eile schlenderte der Mörder durch die Trümmer der eingestürzten Lagerhalle, seine Machtsinne weit ausgestreckt, während er versuchte ein Gefühl für den Ort zu bekommen. Züszoc war nicht so groß wie Dreshdae, doch schienen sich an dieser Oase in der Wüste das Leben nur so zu tummeln. Es gab gleich mehrere Hotspots, die Kneipe voraus einer davon. Die Stimmung war größtenteils ausgelassen, die Anwesenden in Feierlaune, entweder weil sie zwischen den Dünen fündig geworden waren, oder sich ihren Misserfolg bereits schön gesoffen hatten. Zwischen den eingestürzten Stahlträgern lagen sie hier und dort, betäubt, unfähig sich zu rühren. Einen Augenblick lang überlegte Sikarius einem von ihnen mit unsichtbaren Fingern die Kehle nach innen zu drücken, doch der bloße Gedanke langweilte ihn.

Ohne Ziel führte ihn sein erster Weg in die Taverne, wo er sich einen Drink bestellte und mit dem Rücken an die Bar gelehnt das Treiben verfolgte. Ein paar Typen hatten sich einen Gand geschnappt und damit begonnen ihn hin und her zu schubsen. Der kleine Insektoid protestierte lautstark, doch seine Peiniger lachten nur. Im Gegenteil. Mit jedem Protest schienen die Stöße nur noch härter zu werden. Mit ausdruckslosem Gesicht warf der Mörder der Twi’lek neben ihm, die das Treiben ebenfalls verfolgte.

„Was würdest du an seiner Stelle machen?“

, fragte er das Mädchen und schaute zurück zum Kampf. An sich interessierte ihn die Antwort wenig, doch vielleicht hatte sie etwas Interessantes zu sagen, während sie auf Adria warteten. Mit milder Faszination verfolgte er, wie der Gand unvermittelt einen Blaster zog, dann jedoch umgehend von hinten eine Flasche auf den Kopf gedonnert bekam und zu Boden ging. Körperflüssigkeit war aus dem beschädigten Stück Exoskelett herausgebrochen und begann damit eine Lache um seinen Körper zu formen.

Grade überlegte Sikarius ob er zu einem pseudophilosophischen Dialog ausholen sollte, er hielt jedoch just in diesem Augenblick eine mentale Nachricht von Adria. Sie hatte ihn – oder zumindest etwas – gefunden.

„Die Geschichte hat wohl ne ganz einfache Moral. Sei nicht klein.“

, sagte Sikarius und stieß sich vom Tresen ab. Ein paar Credits zum Bezahlen ließ er zurück.

Der Weg führte sie in eine Art Casino. In einem verrauchten und schummrigen Zelt hatten die Bewohner von Züszoc mehrere Reihen mit Einarmigen Banditen, Sabbacctischen und sogar einen großen Roulettetisch aufgestellt. Dort stand auch Adria und musterte mehr oder weniger unauffällig einen Abyssiner, der grade den Gewinn seines Lebens einzufahren schien. Aus Lautsprechern in den Ecken dröhnte basslastige Musik und hatte sicherlich ihren Einfluss auf die Stahlkugel, die über das bunte Rad des Spiels wirbelte.

Unwillkürlich zuckten Sikarius‘ Finger zu seinem Gürtel, bereit dem hässlichen Alien ins Gesicht zu springen, doch er beherrschte sich. Docspel war unter seinesgleichen, auf seinem Gebiet. Ihn jetzt anzugreifen war vermutlich eine denkbar schlechte Idee. Konnte er ihn anquatschen und für die gesuchten Informationen bezahlen? Vielleicht. Nur von was bezahlen? Das einfachste wäre wohl am Glücksspieltisch was zu erspielen, doch er hatte keinen Einsatz! Plötzlich fiel sein Blick auf Adrias Stiefel, aus dem jetzt der Griff des Messers herauslugte, das sie ihm vorhin versucht hatte anzudrehen. Blitzschnell tippte er ihr auf die Schulter an ihrer anderen Seite, duckte sich hinter ihrem Rücken durch und fischte mit sicherem Griff das wertvolle Vibromesser aus ihrem Stiefel.

„Kriegst gleich wieder.“

, murmelte er ihr zu und war, bevor sie reagieren konnte, auf die Chipausgabe in der Nähe des Tisches getreten. Ihren Protest geflissentlich überhörend, hatte er das Ding gegen eine nicht geringe Summe Chips getauscht. Unwillens lange herumzueiern setzte er alles auf Null und schon ging die nächste Runde los. Die Scheibe drehte sich, die Kugel flog und mit unsichtbaren Fingern griff der Mörder hinaus. So unauffällig wie er konnte lenkte er den Ball, bevor er etwas abrupter als gewohnt auf der Null zu liegen kam. Mehrere Spieler am Tisch holten geschockt Luft, als der Spielleiter mit ausdruckslosem Gesicht damit begann die 48-fache Menge der gesetzten Chips auf den Tisch zu legen, während der Einsatz der anderen in ein dunkles Loch zu seiner Linken geschaufelt wurde. Ohne eine Miene zu verziehen wischte Sikarius seinen Gewinn in seine Umhängetasche und trat auf den Abyssiner zu, dessen Blick bereits auf ihm ruhte.

„Ziemlicher Glückswurf, eh?“

, sprach der Abyssiner Sikarius an, noch bevor dieser vor ihm zu stehen gekommen war.

„Ziemlich.“

, gab der Mörder trocken zurück.

„Willst du dir nen Anteil verdienen?“

Augenblicklich wanderte die Augenbraue über den einsamen Auge nach oben, während der Nichtmensch misstrauisch die Arme vor der Brust verschränkte.

„Kommt drauf an. Was muss ich tun?“

„Mir drei Fragen wahrheitsgemäß beantworten.“

Sikarius spürte das Misstrauen in seinem Gegenüber und machte sich bereit Gegenmaßnahmen zu treffen, sollte der Abyssiner irgendetwas Krummes versuchen.

„Informationen Kosten. Ich will deinen ganzen Glückswurf. Schieß los.“

Der Mörder streckte die Hand mit seiner Tasche aus, sodass der Abyssiner danach greifen konnte, ließ jedoch nicht los.

„Bist du Docspel der Kopfgeldjäger?“

„Ja.“

Sikarius spürte keine Lüge in seinem Gegenüber.

„Vor Jahren hattest du den Auftrag zwei Menschen zu finden. Ein Mann und eine Frau, Sylvia und Mathis mit Namen. Du solltest ihnen ein Holocron abjagen. Wer war dein Auftraggeber?“

Docspel zuckte. Er erinnerte sich, doch es widerstrebte ihm zu antworten. Kurz wanderte sein Blick zu der Tasche mit Casinochips.

„Ein Mann namens Darth Halberd.“

Nun war es an Sikarius zu zucken. Er kannte den Namen. Wenn er sich nicht irrte, dann hatte er vor langer Zeit einen von Halberds Schüler ermordet. Doch dass er jetzt wieder auf den Namen stieß musste Zufall sein.

„Wo kann ich ihn finden?“

Diesmal zog sich die Stille lange. Sikarius‘ Auge starrte in das von Docspel und keiner schien nachgeben zu wollen. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit gab der Abyssiner nach.

„Die letzte Nachricht von ihm kam von einem Ort namens Artek. Finden kann man ihn überall wo es Ruinen gibt.“

Docspel log nicht. Zufrieden nickte der Mörder und ließ die Tasche los. Grußlos drehte er sich auf dem Absatz um und wandte sich zum Gehen. Kurz bevor er die Tür erreicht hatte drehte er sich noch einmal um, griff mit der Macht nach dem Vibromesser, dass gehorsam zum Leben erwachte und wirbelnd in seiner Hand landete. Hinter ihm erhoben sich wütende Rufe, doch da hatte der Mörder den Laden schon verlassen.

„Hier hast du.“

, sagte er zu Adria und drückte ihr das Messer vor die Brust.

Zufrieden mit sich und der Welt streckte Sikarius sich. Zwar hätte er es bevorzugt den Kopfgeldjäger umzubringen, doch er hatte die Informationen und das war das wichtigste. Grade wollte er Sharoh eine mentale Nachricht schicken, doch da sah er den Trandoshaner schon vor sich – ohne Speeder. Begleitet wurde er von einer Gruppe Menschen in abgewetzten, imperialen Uniformen. Was zur Hölle ging da vor?!

Die Hand an seinem Lichtschwert ging er auf die Gruppe zu, doch keiner von denen hatte seine Waffe gezogen. Schließlich trat einer – offenbar der Anführer – vor.

„Der Gouverneur gewährt eine Audienz. Wir werden Sie jetzt zu unserer Fähre begleiten. Ihre Speeder sind bereits verladen.“

Der Ton des Menschen ließ keinen Widerspruch zu. Eigentlich hatte Sikarius andere Pläne, doch andererseits hatte er wenig Lust es sich mit den hiesigen Behörden zu verscherzen. Da hatte er bereits genug Feinde. Nach kurzem Alibiprotest zuckte er die Schultern und folgte den Soldaten zu ihrer Lambdafähre.


[ Sithwelten / Horuset-System / Korriban / Züszoc / Platz ] Sikarius, Ne'im, Adria und Sharoh, sowie Soldaten des Gouverneurs
 
[Horuset-System | Korriban | Tal der Dunklen Lords | Aussichtsplattform] - Saphenus; 2nd Lieutenant Elliot; Corporal Huxley (NPCs)

„Wunderschön, nicht wahr?“, flüsterte Saphenus. 2nd Lieutenant Elliot nickte fleißig. „Wunderschön, Mylord.“, wiederholte er, doch Saphenus hörte nicht zu. Seine Hände ruhten auf dem warmen Metall der Brüstung, die sie vor dem Abgrund vor ihnen bewahrte. Die Aussichtsplattform, auf der sie sich befanden, ragte ungefähr 50m in die Höhe. Sie stand am Rand der Baustelle und war nur über einen Lift zu erreichen. Von dort genoss man einen herrlichen Blick über die Baustelle selbst und das Tal der Dunklen Lords dahinter. Hier oben wurde der Wind kaum noch von den Felswänden des Tals gebremst und ließ Saphenus‘ tiefschwarzen, jedoch mit feinem, rotem Sand bedeckten, Umhang flattern. Gleichzeitig schien Horuset auf sie herab und trieb ihnen Schweißperlen auf die Stirn.

Der dritte Mann in ihrer Runde, Corporal Jacob Huxley, stand unberührt neben Saphenus. Man sah ihm an, dass er am liebsten gleichgültig mit der Schulter gezuckt hätte, doch seine militärische Disziplin verbot ihm das. Still wartete er darauf, dass man das Wort an ihn richtete. Saphenus gönnte sich noch ein paar Sekunden, in denen er hinunterschaute. Wie kleine Ameisen wuselten die Arbeiter dort unten scheinbar orientierungs- und führungslos umher. Manche schleppten Material herbei, andere bearbeiteten es mit ihren Werkzeugen.


„Wie ist der Stand der Dinge, Corporal?“, fragte Saphenus dann plötzlich und warf Huxley einen kurzen, eindringlichen Seitenblick zu. Der Mensch zuckte nicht einmal. „Besser als gedacht, schlechter als gewünscht.“, antwortete er. „Und das heißt?“ „Die Kultisten sind motiviert, das muss man ihnen der lassen. Der Sieg über Ignavius hat sie berauscht. Manchmal etwas zu sehr. Sie halten sich für unverwundbar und ich arbeite daran, ihnen diese Einstellung auszutreiben. Sie glauben, nichts könne sie mehr besiegen und darunter leidet ihre Disziplin. Das ist aber kein Problem, das man nicht aus der Welt schaffen kann. Nach einigen Monaten harten Trainings wird aus ihnen eine ansehnliche, kleine Truppe werden.“ Saphenus nickte. „Ich bin mir sicher, dass Sie sich Ihre größte Mühe geben.“, antwortete er und ein drohender Unterton lag in seiner Stimme. Er brauchte den Kult. Captain Carr machte mehr und mehr deutlich, dass er nicht mehr für die Sicherheit der Arbeiter sorgen wollte oder konnte. Saphenus‘ Einfluss auf den Befehlshaber der imperialen Armee war nie sonderlich groß gewesen. Das bisschen, das seine Meinung bisher gezählt hatte, schwand zudem zusehends. Saphenus brauchte eine schlagkräftige Truppe, die ihm loyal war und seinem Befehl bis in den Tod folgte.


„Wir werden uns bald wieder unterhalten. Ich erwarte regelmäßige Berichte über die Fortschritte, die Sie erzielt haben. Wenn Sie Erfolg haben, und davon gehe ich doch aus, werde ich Sie reich belohnen.“ Huxley salutierte und verließ die Aussichtsplattform. Saphenus und Elliot blieben zurück. Eine knappe halbe Stunde verging, in der keiner von beiden etwas sagte. Dann gab Elliots Com ein sanftes Piepen von sich. „Eure Gäste sind jetzt auf dem Weg zu Euch, Mylord.“, sagte Elliot. Er klang aufgeregt. „So viele Sith an einem Ort. Wie aufregend, oder?“ Er konnte es sich nicht verkneifen, seiner Aufregung Ausdruck zu verleihen. Saphenus zuckte mit den Schultern. „Viel zu oft endet es in Intrigen, Heuchelei und Mord.“, sagte er tonlos und schon verspannte sich der 2nd Lieutenant. Ihm schien erst jetzt bewusst zu werden, dass er mit seinem Herrn alleine auf einer Aussichtsplattform stand, die er kaum verteidigen konnte. Kam es hier zu einem Kampf, konnte er nicht für den Schutz des Gouverneurs sorgen. Saphenus konnte ihm diese Gedanken aus seinem Gesicht lesen und lachte. „Wenn sie etwas Komisches versuchen…lass die Plattform einfach abschießen. Wer das überlebt, hat es verdient.“, witzelte er. Elliot wurde daraufhin noch blasser.


Es dauerte nicht lange und die Umrisse einer Lambda-Fähre zeichneten sich am Horizont ab. Sie wurden langsam größer und schon hörte man auch das Geräusch der Triebwerke. Die Fähre landete in der Nähe der Aussichtsplattform und Saphenus spürte die Präsenz der Sith in ihrem Inneren. Er dachte an Agustins Worte zurück. Dort unten befand sich ein Mitglied von Allegious‘ persönlichem Ritterorden. Seine Recherchen hatten offenbart, dass Allegious selbst dem Orden, einem elitären Zirkel angeblich verdienter Mitglieder des Imperiums, vorstand. Saphenus wusste nicht, wie sehr sie indoktriniert waren und er traute ihnen nicht. Gleichzeitig war zu er zu der Erkenntnis gelangt, dass der entstellte Sith, der vor der Ritterin angekommen war, der Meister war.


„Ich will mit ihm vorerst alleine sprechen. Die anderen sollen unten warten und die Gastfreundschaft deiner Kameraden genießen.“ Elliot nickte und gab den Befehl weiter. Wieder setzte sich der Aufzug in Bewegung. Saphenus beobachtete die Gestalten, die aus der Fähre stiegen. Er streckte seine Sinne aus und lächelte zufrieden. Die junge Frau, die Ritterin, war eine Schülerin, auch wenn sie schon sehr erfahren war und vermutlich auf der Schwelle zur Beförderung stand. Eine weitere Aura berührte Saphenus‘ Gedächtnis und angestrengt überlegte er, wo er ihr schon einmal begegnet war. „Jaa…“, flüsterte er gedehnt und erinnerte sich an seine Begegnung mit Darth Hybris auf Korriban. Von seiner eigenen Nervosität und Angst überlagert, hatte er die Aura nur am Rande wahrgenommen. Er war sich jedoch sicher, dass sie es war, die sich an Bord von Hybris‘ Schiff befunden hatte. Eine weitere Aura war roh und ungestaltet. Ein Jünger, nicht mehr.


Saphenus drehte sich um und lehnte sich mit vor der Brust verschränkten Armen gegen das Geländer. Die Plattform vibrierte sanft, während sich der Aufzug quietschend in die Höhe quälte und schließlich stoppte. Von zwei Soldaten flankiert stand Saphenus nun ein Sith gegenüber, der das Attribut hässlich ebenso verdiente wie er selbst. Seine graue Haut machte der Blässe des Zabrak Konkurrenz und das gleichsam fehlende, rechte Auge weckte in Saphenus Erinnerungen an die düsteren Katakomben des Sith-Tempels. Die Verstümmelungen des fremden Sith reichten jedoch noch weiter: eine Brandnarbe zierte dessen rechte Gesichtshälfte und auch das rechte Ohr war nicht mehr vorhanden. Ebenso musste der rechte Unterarm durch eine Prothese ersetzt werden.


„Bei der Macht, ist der Kerl hässlich.“, dachte Saphenus und musste innerlich grinsen. Nach außen jedoch ließ sein Gesicht keine Regung erkennen. „Willkommen auf Korriban.“, sagte er stattdessen schlicht. „Mein Name ist Saphenus. Gouverneur von Korriban und Exekutor im Orden der Sith.“ Saphenus machte sich nicht die Mühe, seine Präsenz in der Macht zu verringern. Sie befanden sich auf seinem Planeten, die Rollen sollten klar verteilt sein. „Es freut mich immer wieder, die Bekanntschaft eines Pilgers zu machen, der nach den Wurzeln der Sith sucht. In Deinem eigenen Überschwang hast Du wahrscheinlich vergessen, Dich mir persönlich vorzustellen. Ich kann es nachempfinden. Als ich hier ankam und den damaligen Gouverneur kennenlernte…nun, offensichtlich verlief dieses Treffen nicht besonders gut. Für ihn jedenfalls.“ Saphenus grinste breit. „Ich bin mir aber sicher, dass es uns beiden anders ergehen wird. Immerhin scheinen wir jetzt sehr viel…gemeinsam zu haben.“ Er deutete auf die leere Augenhöhle in seinem Gesicht. „Und offensichtlich umgibst Du Dich mit Dienern, dessen Herr du nicht alleine bist.“ Saphenus musste gestehen, dass er neugierig war, warum sich einer der unten wartenden Sith in Hybris‘ Raumschiff befunden hatte. „Gestatte mir die Frage: was treibt euch nach Korriban?“


[Horuset-System | Korriban | Tal der Dunklen Lords | Aussichtsplattform] - Saphenus; Darth Sikarius; 2nd Lieutenant Elliot (NPC), zwei Soldaten (NPCs)
 
[ Sithwelten / Horuset-System / Korriban / Lambdafähre ] Sikarius, Ne'im, Adria und Sharoh, sowie Soldaten des Gouverneurs

Der Flug wohin auch immer verlief mal wieder schweigend. Sikarius nutzte die Gelegenheit über das nachzugrübeln, was Docspel ihm gesagt hatte. Halberd hatte ihn beauftragt das Holocron Siks wiederzubeschaffen. Doch sicher hatte der Kerl nicht allein gehandelt, oder? Hatte er das, wäre er für den Mörder wertlos. Ein einzelner Kriegerkontakt war es nicht wert das wertvolle Artefakt aufzugeben. Dennoch musste er ihn finden und genau das in Erfahrung bringen. Und im Zweifel konnte er seine Kräfte mit einem weiteren Sith messen. Das Duell mit Sting war anregend gewesen, doch wurde es allein dadurch entwertet, dass beide Sith es lebend und unverletzt überstanden hatten. Den Archäologen in einem gottverlassenen Winkel der Galaxis zu stellen und anzugreifen hatte etwas…Anregendes.

Die nächsten Schritte waren klar. Herausfinden wo und was dieses Artek war und es dann nach Ruinen durchforsten in denen sich Halberd verstecken konnte. Vielleicht konnte er daraus ja auch noch eine Prüfung für Adria machen. Das Mädchen war mächtig geworden, das spürte er. Eigentlich war sie schon lange über die Schwelle hinaus, auf der er selbst zum Krieger befördert worden war. Dennoch stand sie in seinem Schatten, war wenig proaktiv und ließ ihn machen. Sikarius hatte sie in seinem Dunstkreis toleriert als sie sich selbst nicht hatte wehren können und als er ihr täglich etwas beigebracht hatte. Doch jetzt war die Situation anders. Sie war ihm untergeordnet und musste das machttechnisch eigentlich nicht sein.

Noch während er grübelte setzte die Fähre auf und die kleine Gruppe Sith trat einmal mehr hinaus in Horusets mörderische Strahlen. Das Shuttle hatte sie in einer Art Baustelle abgesetzt, am Fuße eines gigantischen Turmes aus Durastahl. Die Soldaten wiesen Sikarius an mitzukommen, baten jedoch den Rest der Gruppe an der Fähre zu warten.

„Das ist meine Schülerin, du Pfeife. Wo ich hingehe, geht sie mit!“

, schnauzte er den wortführenden Soldaten an, doch der schüttelte nur entschuldigend den Kopf und wies darauf hin, dass es sich um einen persönlichen Wunsch des Gouverneurs handelte. Unwillig brummte der Mörder und funkelte den Kerl aus seinem Auge heraus an, doch er war nicht willens wegen dieses Details jetzt eine Szene zu machen.

„Adria, du wartest hier. Das sollte nicht zu lange dauern. Wenn irgendeiner von diesen Schwachmolchen irgendetwas Krummes versucht, haust du ihnen von mir eine runter, ja? Persönlicher Wunsch des geehrten Gasts des Gouverneurs.“

Sharoh nickte er noch kurz zu und an Ne’im verschwendete er keinen Gedanken, dann machte er sich auf den Weg zu dem wackelig aussehenden Aufzug, der hoch auf die Plattform führte. Quietschend setzte das Ding sich in Bewegung. Durch die Transparistahlscheiben hatte er einen einigermaßen eindrucksvollen Ausblick über die Umgebung. Sie befanden sich wieder im Tal der dunklen Lords, das war klar. Zu seinen Füßen erstreckte sich eine ausgedehnte Baustelle, auf der Arbeiter wie Ameisen hin und her wuselten. Was genau sie da bauten wusste er nicht.

Schließlich kam das Aufzugding oben an. Langsam schoben sich die Türen auseinander und der Mörder wunderte sich fast schon, dass nicht mindestens eine Handvoll Schrauben zu Boden fiel. So hoch aufgerichtet wie es ihm seine knapp ein Meter fünfundsiebzig erlaubten trat er auf die Plattform und versuchte den heißen Sturmwind zu ignorieren, der prompt an seiner schwarzen Wüstenkleidung riss.

Ihm gegenüber standen drei Gestalten. Zwei Menschen in Uniform und der klapprigste Zabrak, den Sikarius jemals gesehen hatte. Fast zwei Meter hoch, ragte der Kerl ordentlich über dem Mörder auf, doch sein Körper schien diese unverschämte Größe durch die Abwesenheit jedweder Muskelmasse kompensieren zu wollen. Die Kleider hingen an ihm wie an einer schlecht drapierten, anorexischen Kleiderpuppe und verliehen dem „Gouverneur“ das Aussehen einer schon ziemlich klapprigen Vogelscheuche.

Unverhohlen musterte der Mörder ihn von oben bis unten, während ihm immer mehr Details auffielen, die seinen Blick nur noch abschätziger werden ließen. Zusammengesackte Körperhaltung, lächerlich kleine Hörner und Tätowierungen, die im Grundschulmalkurs entstanden zu sein schienen machten nicht den Eindruck eines besonders furchteinflößenden Sith. Lediglich die Aura sprach eine andere Sprache. Der da war mächtiger als Sikarius. Definitiv. Ein Executor auf dem besten Weg zum Lord und doch…der Mörder versuchte vergebens ihn ernst zu nehmen. Er konnte sich einfach nicht vorstellen wie die Bohnenstange da ihr Lichtschwert zog und versuchte ihm damit den Kopf abzuhacken.

Mit bemüht ausdrucksloser Miene, seine eigene Aura ausreichend abgeschirmt um seine Emotionen nicht zu verraten hörte er dem „Gouverneur“ zu wie der sich vorstellte und ihn auf Korriban willkommen hieß. „Gouverneur“ Saphenus also, tatsächlich ein Executor. Und auch einer der sich direkt im gefühlt zweiten Satz dazu genötigt fühlte sich mit dem Mord am letzten Gouverneur zu brüsten. Alibimäßig drückte er dann noch die Hoffnung aus, dass er sich mit dem Mörder nicht prügeln musste und wies auf ihre Gemeinsamkeiten hin, während er auf Sikarius‘ fehlendes Auge deutete. Das entlockte dem Mörder, der sich bis dahin ausgeschwiegen hatte, ein belustigtes Schnauben.

Schließlich wies Saphenus noch auf die Tatsache hin, dass sich Sikarius mit den Dienern anderer Leute zu umgeben schien, was durchaus seine Richtigkeit hatte. Und dann fragte er doch noch was der Mörder eigentlich auf Korriban trieb. Kurz überlegte der Mörder wie er antworten sollte. Schon jetzt ging ihm das betont freundliche, salbungsvolle Getue seines Gegenübers gehörig auf den Sack und er beschloss da einfach nicht mitzuziehen. Sollte dieser Saphenus doch sauer werden, dass sein dummes Spiel nicht mitgespielt wurde. Was wollte der schon tun? Böse gucken und ihn mit Sand bewerfen? Ach, wo denn!

Darth Sikarius.“

Er betonte seinen Titel besonders.

„Krieger im Orden der Sith. Du liegst doppelt falsch. Ich bin weder ein Pilger, noch habe ich vergessen mich vorzustellen. Mir war nicht klar, dass dieser Müllhaufen der Geschichte überhaupt von irgendetwas verwaltet wird. Zu deiner Ehrenrettung hoffe ich doch, dass heute dein erster Tag im Job ist?“

Demonstrativ wies er mit seiner gesunden Hand auf die Ödnis um sie herum, bevor sein Blick auf die quicklebendige Baustelle zu ihren Füßen fiel.

„Och wie schön, du hast angefangen deine persönliche Sandburg zu bauen. Süß. Okay, sagen wir seit gestern im Amt. Ist auch okay.“

Der Mörder zuckte mit den Schultern und räusperte sich.

„Und ob wir so viel gemeinsam haben weiß ich noch nicht. Wer hat dir dein Auge ausgestochen? Dein Tätowierer? Grobmotorisch genug scheint der ja gewesen zu sein. Und was meine Diener angeht…so sind es entweder meine Gefangenen, Diener des gleichen Herren wie ich oder nur mir unterstellt. Der Trandoshaner ist Schüler von Darth Hybris und folgt mir aus freien Stücken.“

Abschätzig warf Sikarius einen Blick auf seine Fingernägel.

„An sich hätte ich dir die Frage nicht gestattet, aber da du sie nun schon einmal gestellt hast…keinen mystischen Scheiß oder Seelensuche, oder sowas. Ich habe einen Kopfgeldjäger aufgesucht. Was man von denen will weißt du ja vermutlich.“


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[Horuset-System | Korriban | Tal der Dunklen Lords | Aussichtsplattform] - Saphenus; Darth Sikarius; 2nd Lieutenant Elliot (NPC), zwei Soldaten (NPCs)

Der Wind zerrte an den Körper des kleinen Kriegers, der das erbarmungslose Klima Korribans offensichtlich nicht gewöhnt war. Er versuchte zwar, sich zu seiner vollen und überhaupt nicht imposanten Größe aufzurichten, dennoch überragte Saphenus ihn selbst nach vorne gebeugt deutlich. Beide schwitzten unter dem heißen Strahl Horusets, doch nur Saphenus genoss es. Hier oben war er Zuhause, hier thronte er und herrschte über seine Welt. Dieser Sith würde daran nichts ändern.

Darth Sikarius, wie er sich vorstellte und sogleich anmaßte, einen der ältesten Titel der Sith für sich zu beanspruchen, verbarg seine Emotionen gut. Saphenus streckte seine Sinne aus, doch er fühlte nichts. Mit Gewalt vermochte er vielleicht in den Kopf des Menschen einzudringen, aber damit provozierte er gleichzeitig den offenen Kampf. Noch war Saphenus‘ Neugierde zu groß. Er wollte wissen, was den entstellten Sith nach Korriban trieb, insbesondere mit einer so zahlreichen Begleitung. Dennoch, sich Darth zu nennen war eine Ehre, die nur den wenigsten zuteil werden sollte. Saphenus hatte bisher außer seinem Meister, der sich den Titel wahrlich verdient hatte, niemanden getroffen, der ihn für sich beanspruchte. Sanfter Ärger regte sich in dem Zabrak. Genug, um ein leichtes Kribbeln in seinem Bauch zu erzeugen. Zu wenig, um ihn die Beherrschung verlieren zu lassen.

Wie Saphenus geahnt hatte, war der Sikarius ein Krieger, jedoch weder ein Pilger noch jemand, der es schlichtweg vergessen hatte, sich vorzustellen. Anstatt den dankbaren Ausweg aus seiner unhöflichen Misere zu nehmen, spuckte er also in die dargebotene Hand. Einen Augenblick fragte sich der Zabrak, ob er ebenso ungehobelt auf jene Sith wirkte, die sich auf ihr Gehabe etwas einbildeten. Unweigerlich musste er an einen Grafen denken, den er einst auf Bastion kennengelernt hatte.

Der Sikarius erging sich nun sogar in Beleidigungen und bezeichnete Korriban als Müllhaufen der Geschichte. Saphenus stützte sich betont gelassen auf seinen Gehstock, doch in ihm wuchs der Wunsch, den Sith einfach über die Brüstung zu werfen. Er kontrollierte sich jedoch und wartete ab. Der Neuankömmling interessierte ihn. Die ganze Konstellation, die seine Ankunft begleitete, warf zu viele Fragen auf, die beantwortet werden wollten. Warum kam er hierher, warum reiste er mit einer Heldin des Imperiums und war selbst aber keiner, welche Verbindung hatte der unten wartende Sith zu Darth Hybris…

Der Sikarius plapperte weiter, titulierte die Baustelle als Sandburg, verhöhnte seinen Tätowierer und sprach am Ende offen von Darth Hybris. Saphenus ließ es sich nicht anmerken, doch alleine die Tatsache, dass der Sikarius den Namen seines Meisters kannte, veränderte fast alles. Die einzige Frage war, wie er zu ihm stand. Dass der Sikarius einen Kopfgeldjäger suchte, geriet beinahe zur Nebensache.


Saphenus nahm sich einen Augenblick, bevor er antwortete. Dabei ließ er seinen Blick demonstrativ über die klapprig wirkende Plattform hinunter zur Baustelle schweifen.


„Geht ganz schön tief runter.“, begann er leise und sah den Sikarius danach direkt an. „Du bist also einer der einfachen Sorte.“, fuhr er fort. „Damit kann ich leben. Das stocksteife Geblubber wird auf Dauer anstrengend. Zu viel Gerede, zu wenig Getue. Zu viele Drohungen, zu wenig Blut.“ Er grinste breit. „Und trotz deiner Unhöflichkeit und deines begrenzten Verstandes für Gelegenheiten, neue Freunde, oder Verbündete, zu finden, gebe ich dir sogar recht: Korriban IST ein Müllhaufen. Noch. Aber das würdest du nicht verstehen. Für dich hoffe ich nämlich, dass es dein erster Tag als Krieger ist. Viel mehr Körperteile kannst du kaum noch verlieren und der Weg bis hin zum Lord ist sehr weit.“ Saphenus grinste noch breiter. „Mein Auge habe ich im Kampf verloren. Hast du dir deines etwa beim Essen selbst mit der Gabel ausgestochen? Und ja, die Tätowiererin war grobmotorisch.“ Jetzt lachte er laut. „Du erwähnst Darth Hybris…ist dir mein Meister bereits über den Weg gelaufen? Ich hoffe, dass du unter ihm gelitten hast. Das waren seine besten Lektionen. Ich diene ihm noch immer und das alles hier…“, Saphenus machte eine ausladende Geste, „…ist Teil seines größeren Plans. Fühlst du dich etwa mächtiger als der Zirkelgroßmeister der Alchemisten?“ Saphenus wusste, dass er spekulierte. Doch kein Krieger, der Hybris persönlich getroffen hatte, verließ dieses Treffen ohne Furcht und Respekt vor dem Alchemisten. Wenn der Sikarius ihm gegenübergestanden hatte, dann fürchtete er sich. Im besten Falle sogar so sehr, dass er sich bei dem bloßen Gedanken an ihn einnässte.


„Welche Fragen ich stelle, ist meine Sache. Zu deinem Glück musst du mir nichts gestatten. Sei kein Idiot: selbst wenn du den Kampf gegen mich überleben würdest, müsstest du erst einmal von diesem gottverdammten Planeten entkommen und es wäre zu schade, wenn dich die imperiale Armee vom Himmel ballern würde!“ Saphenus‘ Stimme wurde betont nachdrücklicher. Er tolerierte das flapsige und unverschämte Verhalten des Sith, doch am Ende des Tages war einer von beiden mächtiger. Die Hierarchie musste gewahrt bleiben.


Saphenus sah dem Sikarius ins Auge. Es war merkwürdig, dass sie sich gegenseitig einäugig anstarrten. Es schaffte eine Gemeinsamkeit, wo sonst keine waren. Auch wenn der Sikarius nicht gewillt war, sie anzuerkennen.


„Zu schade, dass du nicht vorher zu mir gekommen bist. Einem Ordensbruder helfe ich grundsätzlich gerne. Das ist dir wohl nicht in den Sinn gekommen.“ Saphenus zuckte verächtlich mit den Schultern. „Und ja, das weiß ich. Die meisten Kopfgeldjäger enden ausgeweidet und aufgespießt, wenn sie sich mit einem Sith treffen. Leider hast du vergessen, welchen Kopfgeldjäger du suchst und viel wichtiger, weshalb. Also…ich bin ganz Ohr.“, sagte der Zabrak und sah dabei deutlich auf die verstümmelte Gesichtshälfte des Sikarius.


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Korriban, Züszoc, Spielcasino am Rouletttisch: der gesuchte Abyssiner und Adria und viele weitere Spielende und Zuschauer



Adria hoffte, nicht so lange auf Sikarius warten zu müssen, denn sie wollte hier nicht anwurzeln. Sie ließ das Alien nicht aus den Augen und versuchte unauffällig zu sein. Letzteres war leichter gesagt als getan. Rasch wurde sie von der Seite angequatscht. Hier wäre doch nichts los, aber im Discotempel einige Zelte weiter. Ob sie nicht mitkommen wolle? Neben ihr stand ein durchaus attraktiver junger gutaussehender Mann mit dunklem Haar, einen Kopf größer als sie. Adria kam ganz kurz ins Grübeln. Verlockend war das schon! Wann durfte sie schon mal zur Disco?! Doch, der Befehl ihres Meisters war klar und deutlich gewesen! Sie wollte ihn nicht wieder erzürnen. Sie wollte noch von ihm lernen! Und, da gab es dieses unsichtbare Band zwischen ihr und ihm. Er war mehr für sie als nur ein Meister. Sie hatte schon einmal alles aufs Spiel gesetzt! Alles, wegen Tom! Nein! Und genau das sagte sie auch mit felsenfester Überzeugung:

“Nein! Verpiss dich! Ist auch gesünder für dich!”

Ihren letzten Tanzpartner hatte Fel schließlich umgebracht. In dem Moment war auch schon Fel mit dieser Tussy namens Ne`im im Schlepptau da. Dieser ging an ihren Stiefel, so komisch wie das war, und konnte nun doch das exklusive Messerchen gebrauchen. In Adria kam Groll hoch. Was, er wollte es verscherbeln? Ihr stockte der Atem. Doch, da Fel komische Ideen hatte, und sie ihn schließlich kannte, ließ sie ihn machen, ohne einzugreifen. Was hätte es auch genutzt?! Sie konnte ihm immer noch eine Szene machen! Erstmal schmollte sie nur und beobachtete die Szenerie.

Ihr Meister wollte Spielen? Jetzt wurde es spannend! Er setzte alles auf eine Zahl?! Ausgerechnet auf Zero! Woher wusste er, dass das gut war? Hatte er eine Ahnung? Doch Adria kam schnell dahinter. Er nutzte die Macht. Sie konnte es spüren und konnte mitverfolgen, was er tat. Raffiniert! Wenn sie mal Knete brauchen würde, wusste sie jetzt, wie sie es machen musste. Warum war sie nicht selbst darauf gekommen? Vermutlich, weil sie die Macht in den letzten Jahren immer nur im Kampf oder Überlebenskampf angewendet hatte. Ihr Meister gewann, wie konnte es anders kommen! Und, nun hatte er Docspel in der Hand. Adria trat hinter ihren Meister. Er schaufelte Massen an Geldchips zu sich. Sie hielt ihm den Rücken frei. Solche Momente wie dieser waren nicht ungefährlich und Adria konnte es spüren. Es hingen Wut und Missgunst in der Luft. Ihre Hand war nicht grundlos in der Nähe ihres Lichtschwertgriffes.

Fel bot dem Alien einen Handel an. Er wollte Infos! Und, er erhielt sie. Darth Halberd? Wer zum Henker war das denn? Da sie immer noch uneingeweiht war, tappte Adria nach wie vor im Dunkeln. Sie konnte sich auf alles keinen Reim machen. Vor allem nicht, als die Namen Sylvia und Mathis fielen? Bilder tauchten vor ihrem geistigen Auge auf. Schreckliche Bilder. Es rieselte ihr eiskalt den Rücken hinunter. Sylvia auf dem Kopf hängend! Das Gesicht verweint! Den Hals aufgeschlitzt! Überall war Blut! Es war über ihr freundliches Gesicht gelaufen, über ihr Haar, hinunter auf den Boden! Und, das blutige Messer lag in Adrias Hand! Sie erschauderte unwillkürlich. Adria hatte schon etliche Leben genommen. Auf dem Schlachtfeld! Aber Sylvia….! Sie war so nett gewesen! Fel hatte es so gewollt! Weitere Bilder zogen an ihrem geistigen Auge vorbei. Das brennende Haus der Beiden! Adria hatte das Haus gemocht! Ein Haus mit einer Schaukel davor!

Es ging um das Holocron und das dieser Kopfgeldjäger zu den Beiden geschickt worden war. Die Zwei hatten sich nicht grundlos im Dschungel auf Noe versteckt. Dennoch konnte Adria das alles nicht zusammenbringen. Sie hoffte, dass ihr Meister mit ihr noch Klartext sprechen würde. Auch über Sharoh! Auch diese Antwort war er ihr schuldig geblieben! Wenn sie ihm eine ernsthafte Hilfe und Partnerin sein wollte, müsste er sie einweihen!

Sie verstand nicht, warum Fel ihm alles an Geld überließ. Auch, wenn es ihm wenig bedeutete, so war es nicht völlig sinnlos. Geld zu haben vereinfachte vieles.

Zumindest bekam Adria ihr Messer wieder. Sie war zufrieden, die Spielhallen-Kasse wohl weniger. Allerdings die Vorstellung, als Fel das Messer zu sich levitiert hatte, sorgte dafür, alle erstarrt zurück zu lassen, ohne dass sie sich trauten, die Drei am Gehen zu hindern. Dennoch lag Adrias Lichtschwert beim Gehen für alle gut sichtbar in ihrer rechten Hand, bereit, jederzeit in Sekundenschnelle entfacht zu werden. Sie verließen ohne Zwischenfälle das Zelt. Es war ein Wunder, gar untypisch, dass Fel diesmal keinen verbrannten Scherbenhaufen und `zig Leichen hinterließ.

Hieß das jetzt, dass es nach Artek gehen würde? Artek, noch nie gehört!

Doch, man erwartete sie! Man zwang sie, sich dem Gouverneur vorstellen zu müssen. Okay! Sie flogen fast die gleiche Strecke zurück, aber es ging schneller, da das Tempo höher war. Man schwieg sich an.

Sie stieg aus und stellte sich selbstverständlich an die Seite ihres Meisters. Doch zu ihrer Verblüffung sollte sie hier warten müssen. Er wollte nur Fel empfangen. Im Grunde hätte sie gekränkt sein müssen, ging das gegen ihre Person! Immerhin war sie imp. Ritterin! Wie war das? Ihr Titel und ihr Orden um ihren Hals sollten ihr alle Türen öffnen? Pah! Aber, sie war eher besorgt. Sie wusste, dass ihr Meister gut auf sich selbst aufpassen konnte, er war stark in der Macht, doch kannten sie nicht die Stärke des Gouverneurs von Korribans! War er ein Sith? Ein Militär? Wie viele Personen würden Fel empfangen? Er sollte alleine kommen, doch war auch er allein!? Auch ihr Meister reagierte aufgebracht. Treffen mit anderen Sith, sollte er einer sein, waren oft nicht ohne! Letzten Endes mussten sie sich fügen. Fel ging allein. Sie musste warten. Sie setzte ihre Sinne verstärkt ein. Wollte wissen, ob es ihm gut ging. Und sie fühlte, dass der Gouverneur ein mächtiges Wesen war. Natürlich wagte sie nicht, ihn ab zu tasten! Soviel hatte sie in der Zeit im Tempel gelernt. Sie war ja nicht lebensmüde!


Korriban, an der Großbaustelle zum neuen Palast: Adria, Sharoh und Neìm und Soldaten und Bauarbeiter und weiter weg Fel/Sikarius und Saphenus
 
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Dieser Saphenus reagierte anders als Sikarius es erwartet hatte. Statt wie Sharoh wütend über die unverschämen Kommentare des Mörders zu werden blieb er ruhig und schwieg sogar einen Augenblick bis er antwortete. Der Moment der Stille gab den Worten eine Gelegenheit vom Wind fortgetragen zu werden. Sich gegenseitig taxierend standen die Sith sich reglos gegenüber, während die Soldaten im Hintergrund unruhig ihre Gewehre befummelten. Wenn der „Gouverneur“ sie nicht beschützte waren sie hier oben Schutzlos ausgeliefert. Bevor sie auch nur angelegt hatten, könnte Sikarius sie einfach von der Plattform fegen und dann beobachten wie sie unten auf dem roten Sand auf feuchte Kleckse reduziert wurden. Doch dazu würde es erst einmal nicht kommen. Natürlich hatte der Mörder flapsig geantwortet und damit Stärke demonstriert, doch er hatte eigentlich wenig Lust sich einen neuen Feind zu verschaffen, so unbedeutend seine leitende Position auf diesem Planeten auch immer war.

Schließlich öffnete der andere Sith seinen Mageren Mund und kommentierte wie weit es doch runter ging von hier oben. Amüsiert zog Sikarius die Augenbrauen hoch. Offensichtlich hatten sie an etwas ähnliches gedacht, wenn sie auch zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen waren. Der Mörder war fest davon überzeugt, dass der Saphenus ihn unterschätzte. Sicher, der Exekutor war ihm vermutlich an reiner Macht deutlich überlegen, doch er hatte den ein odere anderen Trick abseits des generellen Lehrplans im Ärmel.

Saphenus fuhr fort. Er kommentierte, dass der Mörder wohl einer von der einfachen Sorte war, er jedoch ohnehin stocksteif-höfliches Gelaber anstrengend fand. Auf sein breites Grinsen erwiderte der Mörder auch ein gekünsteltes Lächeln. Eins von der Sorte, die darauf gemützt waren als falsch wahrgenommen zu werden. Eines das ganz genau ausführte, wie tief genau der Typ seinen vertrockneten Zungenlappen in Sikarius After versenken konnte.

Schließlich gab der „Gouverneur“ Sikarius sogar Recht. Korriban war ein Müllhaufen. Noch. Der Sith hatte offensichtlich vor mehr daraus zu machen als jetzt überhaupt möglich erschien. Auch gab er einen Kommentar zu den fehlenden Körperteilen des Mörders ab, dass dieser nur mit einem Augenrollen qittierte. Wenn er das Lichtschwert dieses Armleuchters mit seiner Rechten an der Klinge packen und ihn über die Brüstung schleudern würde, würde der noch Auge machen!

Auf den schwachen Konter und die Verteidigung seiner Augenverletzung musste der Mörder dann jedoch ebenfalls laut lachen.


„In was für einem Kampf denn? Hast du es dir mit deinem Gehstock ausgestochen, als du dich mit einem Kathhund um diesen abgenagten Knochen hier geprügelt hast?“

, sagte er, doch der „Gouverneur“ war noch nicht fertig. Und jetzt hatte er tatsächlcih etwas Interessantes zu sagen – etwas Furchterregendes sogar! Auch er diente Hybris. Auf einmal spürte Sikarius den stechenden Blick des Lords in seinem Rücken. Mehr denn je war er umgeben von dessen Dienern, doch er durfte sich erst recht jetzt keine Schwäche anmerken lassen. An seinem Kiefer zuckte ein Muskel, doch das war die einzige Reaktion, zu der er sich hinreißen lies.

„Was ein Zufall. Auch ich diene Lord Hybris. Auch wenn es mich wundert, dass er sich ausgerechnet mit einem Krüppel wie dir abgibt. Gab es auf Iridonia niemanden mit ein bisschen mehr...hmm...Biss? Oder sind deine ganzen besseren Artgenossen auf wichtigere Gouverneurposten verteilt? Bisher erschien mein Meister mir nicht wie jemand der Mitleidspöstchen verteilt, aber vielleicht steckt ja doch ein weicher Kern in der harten Schale...“

Saphenus fuhrt fort und und appelierte an Sikarius‘ „gesunden“ „Menschenverstand“ und stellte klipp und klar fest, dass sollte er einen Kampf gegen den „Gouverneur“ gewinnen, würde er vermutlich vom Milität im Orbit abgeschossen werden. Trotzig zuckte der Mörder die Schultern.


„Ein paar wütende Uniformgurken scheren mich nicht. Wäre nicht das erste Mal. Wenn du mal das Oberhaupt einer Kriegerkultur unter deren Arsch heraus abstichst und davon kommst, kannst du mir meinetwegen mit deinen undisziplinierten Salatköpfen drohen.“

Durchdringend starrten die Sith sich gegenseitig in das unversehrte Auge. Herausfordernd, die Brust breit herausgestreckt stand Sikarius vor seinem Gegenüber. Noch immer wusste er nicht was genau er von diesem Saphenus halten sollte, doch schwach und unbeherrscht schien er zumidest nicht.

Schließlich gab der Exekutor sich eine Spur versöhnlicher. Nur halb ironisch zog er Sikarius damit auf, dass er einem Ordensbruder doch nur helfen wollte und forderte dann weitere Details zu Sikarius‘ Vorhaben ein.

„Der spezielle Kopfgeldjäger scheint durchaus Erfahrung damit zu haben von Sith nicht ausgeweidet zu werden. Docspel heißt der Mann. Nicht dass ich glaube, dass dir das irgendetwas helfen würde.“

‚Oder du damit etwas anfangen kannst‘, fügte Sikarius stumm hinzu.

„Ich habe von ihm Informationen über einen Archäologen bekommen, dem ich eine professionelle Frage zu einem bestimmten Artefakt stellen möchte. Frag nicht was, denn das geht dich absolut garnichts an.“

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Saphenus spürte die Nervosität der beiden Soldaten hinter dem Sikarius und auch 2nd Lieutenant Elliot wurde unruhig. Sie mussten sich fühlen, als wären sie in einem Käfig mit zwei Bestien gefangen, die sich jeden Moment gegenseitig an die Gurgel gehen und zerfleischen konnten. Ihre Einschätzung war gar nicht mal so weit hergeholt, auch wenn Saphenus selbst wenig motiviert war, hier oben einen offenen Kampf vom Zaun zu brechen. Vielmehr enttäuschte ihn die abgrundtief feindselige Haltung des Sith, der jeglichen Respekt und jede Achtung vor dem Orden zu missen schien. Die abwertenden Ansichten über das Erbe der Sith, die Verleugnung von Geschichte und Tradition waren Symptome des Verfalls und der Idiotie. In Anbetracht des bevorstehenden Krieges gegen die Republik und die Sith konnten sie sich derartige Dinge nicht leisten.

Auch den Verlust seines Auges kommentierte der Sikarius abwertend, dabei hatte er offensichtlich die gleiche Verletzung erlitten und musste wissen, welche Folgen sie hatte. Saphenus gestattete sich ein Seufzen.
„Hat dir deine vorlaute Art jemals weitergeholfen?“, fragte er offen und musterte den Sikarius dabei von oben bis unten. Seinen Verstümmelungen nach zu urteilen, war das nicht der Fall. „Deine Schüler mögen die Art vielleicht witzig und amüsant finden. Irgendwann wirst du aber bei jemandem anecken, der dich mit einem Fingerschnippen umbringt. Deine Fähigkeiten als Krieger können dem nichts entgegensetzen.“

Als Saphenus den Namen seines Meisters aussprach, zuckte der Kiefer des Sikarius für den Bruchteil einer Sekunde. Sofort breitete sich ein Lächeln auf Saphenus‘ Gesicht aus. Zwar versuchte der Sith, Darth Hybris‘ Rolle herunterzuspielen und sogar ins Lächerliche zu ziehen, aber seine wahren Gedanken hatte er schon längst verraten. „Spar dir die Scharade.“, sagte Saphenus und ein drohender Unterton lag in seiner Stimme. „Ich weiß, dass Darth Hybris über diese Kritik an ihm selbst nicht erfreut wäre. Du magst hier, alleine, so zu tun, als könnte dich niemand besiegen, aber wir beide wissen, dass das nicht der Fall ist. Ich bin von Hybris persönlich ausgebildet worden. Er hat jeden meiner Schritte im Orden begleitet und mir Dinge beigebracht, die er selbst perfektioniert hat. Du magst ihm zwar, genauso wie ich, dienen. Ich jedoch habe unmittelbar von seinem Wissen profitiert.“


Das Gespräch begann den Zabrak zu langweilen. Dem Sikarius war offensichtlich nichts daran gelegen, sich Verbündete zu verschaffen und damit sein eigenes Leben zu erleichtern. Vielmehr schien er darauf aus zu sein, sich so viele Feinde wie möglich zu verschaffen. Saphenus irritierte, dass sich Darth Hybris mit ihm abgab. Selbst als stupider Befehlsempfänger schien der Sikarius nicht geeignet, denn es mangelte ihm offenbar an Respekt und Loyalität. Innerlich zuckte Saphenus mit den Schultern. Er verstand die Entscheidung zwar nicht, doch Hybris verfolgte mit Sicherheit einen Plan.


Wieder stellte der Sikarius seinen Trotz offen zur Schau und verleugnete die Bedrohung, die die imperiale Armee für ihn darstellte. Er spielte offenbar auf die Yevethaner an, als er das Oberhaupt einer Kriegerkultur erwähnte. Saphenus tat verwundert.


„Ach, ist das so?“, fragte er. „Auf den Videos, die verbreitet wurden, ist nur deine Schülerin zu sehen. Du nicht. Ebenso wenig wurdest du für deine Heldentaten ausgezeichnet während deine Schülerin sogar in Allegious‘ persönlichen Ritterorden aufgenommen wurde. Eine Konsequenz deines losen Mundwerks vielleicht?“ Saphenus machte eine wergwerfende Handbewegung. „Offen gestanden interessiert es mich jedoch einen Dreck, wie du dich benimmst. Ich weiß, dass du mit deinen Manieren nicht sehr weit kommen wirst. Wahrscheinlich hast du bis hierhin schon genug Feinde gewonnen, sodass ich mich nicht in ihre Reihen gesellen muss. Irgendjemand wird dich eines Tages töten während ich in der Hierarchie des Ordens immer weiter aufsteige. Insofern spielen auch deine durchaus lustigen Beleidigungen keine Rolle.“ Er zwinkerte dem Sikarius zu.


Der Sikarius nannte schließlich den Namen des Kopfgeldjägers. Er sagte Saphenus tatsächlich nichts, doch bisher hatte er sich auch nicht mit dem Abschaum beschäftigt, der auf Korriban seine Geschäfte tätigte. Sie waren ein Problem, dem er sich eines Tages annehmen würde. Doch der war noch weit entfernt. Vorerst gab es dringlichere Aufgaben für den Gouverneur. Der Sikarius fuhr fort und erwähnte einen Archäologen, der wohl das übergeordnete Ziel zu sein schien.

„Nein, der Name sagt mir tatsächlich nichts. Besonders bedeutend oder wichtig scheint er also nicht zu sein.“, begann Saphenus und zuckte mit den Schultern. Sein Interesse war nun wirklich nicht geweckt. „Und natürlich werde ich fragen: welchen Archäologen suchst du? Dieses Spiel können wir übrigens den ganzen Tag spielen: du gibst mir eine Information, ich frage nach, du wirfst mir nur Brotkrumen hin, also frage ich weiter…je länger du hierbleibst, desto länger hält es dich von dem ab, das du zu tun gedenkst.“


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Der Wind hier oben war mörderisch. Selbst auf dieser Höhe trug er einzelne Sandkörner mit sich, die in jeden Zentimeter entblößte Haut bissen. Kurz hatte Sikarius daran gedacht einen Machtschild aufzubauen, um das regelmäßige, durchaus irritierende Stechen zu unterbinden, doch dann hatte er sich dagegen entschieden. Der Saphenus hatte ebenfalls keinen errichtet und vermutlich wäre es als Schwäche rübergekommen, wenn Sikarius sich hätte von ein paar kleinen Steinchen ins Bockshorn jagen lassen.

Der Saphenus antwortete auf die Provokationen des Mörders mit einem Seufzen. Rundheraus fragte er, ob ihm dessen „vorlaute Art“ jemals weitergeholfen hatte und stellte fest, dass er irgendwann jemandem gegenüberstehen würde, der ihn mit einem Fingerschnipsen ins Jenseits befördern würde. Ausdruckslos starrte ihn der Mörder aus seinem zerstörten Gesicht heraus an. Er würde es niemals zugeben, doch der Kommentar hatte einen Nerv getroffen. Ja, das war ein Problem. Und an sich konnte es sogar für ein Umdenken bereits zu spät sein. Auf der anderen Seite konnte er sich auch nicht vor diesem Müllverwalter in den Staub schmeißen und Speichel lecken. Das könnte ihm so passen!

„Nö.“

, gab der Mörder schulterzuckend zurück. In gespielter Gleichgültigkeit verzog er den Mund und drehte scheinbar Machtlos die Handflächen nach oben.

„Auf der anderen Seite hat es noch keinem arroganten Hurensohn etwas gebracht mich zu unterschätzen.“

Fügte er noch hinzu und dachte daran wie er seinem ehemaligen Meister einen Steinaltar ins Gesicht geschleudert hatte. Das war ein guter Tag gewesen, auch wenn er bitter dafür gezahlt hatte.

Auch auf seine Sticheleien gegen Hybris reagierte Saphenus selbstsicher und stellte fest auf jeden seiner Schritte im Orden von dem Sithlord persönlich begleitet worden zu sein. Unwillig zuckte Sikarius‘ Kiefer. Er konnte Hybris nichts entgegensetzen und sie beide wussten das. Auch musste er ihn wohl oder übel soweit respektieren es nicht zu weit zu treiben. Zwar glaubte er ihn mit dem ein oder anderen Trick überraschen zu können, doch das musste er ja nicht ausreizen.

„Du kannst dich noch so anstrengend, so imposant wie Hybris wirst du nie.“

, gab Sikarius lahm zurück und verfluchte sich gleich dafür, dass ihm nichts Cleveres eingefallen war. Und doch war Saphenus noch nicht fertig. Schnippisch wies er sein Gegenüber daraufhin, dass seine Schülerin für die Heldentat ausgezeichnet worden war und nicht er. Augenblicklich flammte der Zorn auf, den der Mörder nur mühsam verborgen hatte.

„Ach halt doch den Rand, du Gesichtsfotze! Trotz allem ist meine Schülerin höher dekoriert als dein dürrer Arsch es jemals sein wird! Außerdem brauche ich keine beschissene Medaille von irgendeinem abartigen Alien! Ich allein habe Kal Fraan ermordet und die richtige Trophäe um das auch zu beweisen!“

Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, so hätte er sich laut verfluchen können. Anders als der Exekutor hatte er sich zu einem wütenden Ausbruch verleiten lassen und damit die Konversation verloren. Verdammte Scheiße!

Schließlich forderte der Saphenus auch noch weitere Details zu Sikarius‘ Vorhaben ein. Inzwischen wollte der Mörder dieses selbstgefällige Arschloch nur noch hinter sich lassen und Halberd suchen gehen, wo auch immer der sich versteckte!

„Ich such nen Kerl namens Darth Halberd. Ich gehe nicht davon aus das du den kennen solltest. Soll sich an einem Ort namens Artek herumtreiben. So, kann ich jetzt gehen?“


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Der Sikarius antwortete mit einem gefälligen „Nö“ auf Saphenus‘ Frage und unterstrich dieses kleine Wort mit einer theatralischen Geste. Unwillkürlich musste der Zabrak sein verbliebenes Auge verdrehen. Der Sikarius log und selbst jemand, den die Macht vollkommen verlassen hatte, wusste das. Jemand, der beleidigend und großspurig durch die Welt zog und sich nicht darum scherte, wen oder was er vor sich hatte, machte sich automatisch Feinde. Im schlimmsten Fall wusste der Sikarius also nicht einmal um diese Tatsache und war damit schlichtweg unglaublich dumm.

Der Sikarius schob dem kleinen Wort noch eine Beleidigung hinterher. Saphenus hatte also doch einen Nerv getroffen. Er grinste breit.
„Ich unterschätze dich nicht, keine Sorge. Ich werde allerdings auch nicht den Fehler machen und dich überschätzen. Dein großes Mundwerk macht mir keine Angst, ebenso wenig deine Drohungen und deine Beleidigungen. Im Gegenteil: für den Moment finde ich sie recht amüsant.“ Damit sagte Saphenus nicht ganz die Wahrheit. Zwar faszinierte es ihn, wie jemand wie sein Gast es geschafft hatte, bis hierhin gekommen ohne getötet worden zu sein, doch auch seine Geduld war endlich.


Als Saphenus den Namen seines Meisters erneut aussprach, zuckte Sikarius‘ Kiefer erneut. Beide wussten, dass Saphenus eine Schwachstelle gefunden hatte. Ironischerweise teilten sie diese beide. Zwar ging der Zabrak davon aus, dass er für Alchemisten einen größeren Wert besaß als der unberechenbare Sikarius, doch auch er wollte sich nicht vor ihm für dessen Tod rechtfertigen müssen. Saphenus graute es vor dem Gedanken, Hybris Rede und Antwort stehen zu müssen.


„Ich habe von dir einen clevereren Konter erwartet. Vielleicht ein Wortspiel mit im Po Sand, wo wir schon hier auf Korriban sind.“ Saphenus machte eine ausladende Geste und lachte dabei. „Also halten wir fest: keiner von uns möchte Hybris erklären, wieso wir den anderen verletzt oder getötet haben. Das klingt doch nach einer wunderbaren Basis für eine tiefe und innige Freundschaft, meinst du nicht auch?“, fuhr er anschließend fort. Seine Worte trieften nur so vor Sarkasmus.


Als Saphenus die Auszeichnung von Sikarius‘ Schülerin erwähnte, wurde dieser zornig und schimpfte wutentbrannt drauf los. Das Duell, wer von ihnen sich zuerst zu einer emotionalen Geste hinreißen ließ, hatte der Sikarius also verloren. Amüsiert beobachtete Saphenus, wie der Sith zunächst seine Schülerin in Schutz nahm nur um anschließend die Auszeichnung selbst herabzuwürdigen. Offenbar sprachen Neid und Unverständnis aus ihm und ehrlicherweise fragte sich auch Saphenus, weshalb seine Schülerin in den Orden der Imperialen Ritter aufgenommen worden war, der Sikarius aber nicht. Andererseits sprach das Verhalten des Sith Bände. Wer wollte schon jemanden ehren und in seine persönliche Garde aufnehmen, der im nächsten Moment wegen einer Kleinigkeit völlig toben konnte? Jähzorn, Argwohn und Unberechenbarkeit waren keine Eigenschaften, die Allegious‘ persönlichen Dank verdienten.

Als der Sikarius dann weitersprach, drohte Saphenus den Boden unter seinen Füßen zu verlieren. Er hörte lediglich die Worte „Darth Halberd“ und „Artek“. Blitzschnell entbrannte der Funken Zorn, den Saphenus immer mit sich trug, und entwickelte sich zu einem Feuersturm, der seinen ganzen Körper erfasste. Sein Auge glomm so gelb, dass es schien, als würde es brennen. Seine Hände begannen zu zittern und plötzlich schien sich dieses Zittern auf die gesamte Aussichtsplattform zu übertragen. Das Metall ächzte und quietschte. Eine Schraube löste sich und flog in einem endlos wirkenden Fall nach unten. Für den Bruchteil einer Sekunde war Saphenus wieder im Tempel auf Bastion und irrte durch die Katakomben. Er stürmte in den Kerker, in dem Talitha gefesselt an der Wand hing, kraftlos und dem Tode nahe. Er hörte sie den Namen ihres Peinigers hauchen und er hörte, wie sich die schwere Kerkertür öffnete. Er sah, wie Halberds Schüler in eben jener Tür zerquetscht wurde. Dann spürte er Talithas zerbrechlichen Körper in seinen eigenen, seltsam stark anmutenden Armen und spürte ihre kalte Haut, als er ihr zärtlich über das Gesicht strich.


„Du kannst nicht gehen!“, donnerte Saphenus‘ Stimme und übertönte mit Leichtigkeit den pfeifenden Wind. „Und wenn du Darth Halberds Freund bist, wirst du nirgendwo mehr hingehen!“ Die Perversion der Macht, die Aura der Dunklen Seite, ging wie ein Sturm von Saphenus aus. Immer stärker begann die Aussichtsplattform zu wanken. Nackte Angst erfasste die drei Soldaten. Sie wichen vor ihm zurück bis in den Aufzug hinein, der jedoch plötzlich seinen Dienst versagte. Saphenus ging erst einen und dann einen zweiten Schritt auf den Sikarius zu. Jedes Mal schossen kleine Blitze aus seiner Hand, zuckten über den Gehstock und schlugen in den Boden ein. Nur allzu bereitwillig ergab sich Saphenus dem puren Zorn, den er schon bei der Erwähnung von Halberds Namen empfand. Er war das letzte lose Ende, das ihn noch mit den ersten Schritten im Tempel verband und er gehörte vernichtet.


„Sprich!“, brüllte Saphenus. „Ist Halberd dein Freund…oder dein Feind?!“


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Blasiert versicherte Saphenus dass er Sikarius keinesfalls unterschätzte. Im Gegenteil, er würde auch nicht den Fehler machen ihn zu überschätzen. Tatsächlich gab er an, vom Gehabe des Mörders amüsiert zu sein. Selbstredend trug auch das nicht unbedingt zur guten Laune des Kriegers bei, doch er beherrschte sich. Kurzerhand überging er den Kommentar und ignorierte auch die siegestrunkene Stichelei bezüglich des tatsächlich ziemlich lahmen Konters.

Nur auf die sarkastische, aber vermutlich dennoch zutreffende Aussage, dass keiner der beiden sich bezüglich des Tods des anderen erklären wollen würde nickte er. Hybris war so ziemlich der einzige Grund, warum er tatsächlich denkbar wenig Lust hatte, dem Gouverneur seineBe magere Haut von den Knochen zu schneiden.

Schließlich gab der Mörder nach und begann die Gründe für sein Hiersein etwas näher auszuführen. Doch kaum hatte er den Namen Halberd ausgesprochen, ging in seinem Gegenüber eine jähe – und äußerst beunruhigende – Veränderung vor sich. Wie ein Fettbrand den man mit Wasser versucht hatte zu löschen, bäumte sich die Aura des gebrechlichen Zabraks auf und sein verbleibendes Auge leuchtete hässlich gelb aus. Sikarius schwankte, als die Plattform quietschend ruckte. Wie Tinte breitete sich die pervertierte Aura aus und dem Mörder standen die Haare zu Berge. Ja, es war offensichtlich bei wem der Zabrak gelernt hatte. Wie Donner übertönte die eigentlich nicht wirklich bemerkenswerte Stimme den tobenden Wind und brüllte ihn an, dass er nicht gehen durfte. Und wenn er der Freund des Sith war würde er niemals gehen dürfen.

Erschreckt bauschte sich auf die Aura des Mörders auf, verbarg sich jedoch instinktiv hinter der so oft geübten Barriere. Flackernd verschwand er komplett in der Macht, während seine Gliedmaßen sich versteiften und sein Geist hektisch nach Fluchtmöglichkeiten suchte. Sikarius spürte, wie sich die Dunkle Seite kampfbereit in ihm regte, doch ein weiteres Mal eher von kochender Angst getrieben, als von flammender Wut. Konnte er sich mit dem Gouverneur messen? In offenem Kampf sicher nicht. Aus den zittrigen Händen flackerten Blitze, die der Mörder in dieser Form noch nicht gesehen hatte.

Adria zu mir!

Sandte er gedankenschnell eine Nachricht an seine Schülerin. Auf Sharoh durfte er nicht zählen. Saphenus brüllte weiter. Mit furchteinflößender Stimme gebot er dem Mörder zu sprechen, doch dieser hatte schon längst keine Ambitionen in dieser Lage zu verweilen. Tief atmete er ein, kanalisierte seine Macht und riss sich den linken Arm vor die Augen. Für einen Moment sah er die Äderchen in seinen Augenlidern, als irgendwo in der Nähe des Gesichts des Gouverneurs eine kleine Kugel aus Licht explodierte. Doch der Mörder verlor keine Zeit. In der Macht weitestgehend unsichtbar fuhr er auf dem Absatz herum und hechtete zum Rand der Plattform. Ohne zu zögern warf er sich über die Brüstung, packte mit der Rechten die Verstrebungen und schwang sich an eine Position – wie er hoffte – hinter dem Saphenus.

Was nun. Adria war noch nicht bei ihm und in einem offenen Kampf würde ihn der Gouverneur vermutlich an die Wand schmieren. Er musste Zeit schinden. Zeit schinden und ihn dann hinterrücks erwischen. Denn dafür brauchte er Adria!

„ICH KENNE HALBERD NICHT!“

, rief er nach kurzem Zögern dem Gouverneur zu. Der Wind riss an seinen Worten und verfälschte ihre Richtung.

„OB ER LEBT ODER NICHT IST MIR LATTE!“

, fuhr er fort und versuchte in der Macht zu erkennen was der Gouverneur grade tat.

„ICH BRAUCHE INFORMATIONEN! UND VERMUTLICH WIRD DER KERL DAS NICHT ÜBERLEBEN!“


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