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[Literarisches Review] David Eddings: The Redemption of Althalus (dt.: Althalus)

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von Wraith Five, 17. Februar 2002.

  1. Wraith Five

    Wraith Five - Mitarbeiter

    Die dt. Version kostet knapp 50 DM, weswegen die engl. irgendwie vorzuziehen ist ;)...

    Ok, zum Buch: Der Autor ist David Eddings, den ich hier schon mehrmals empfohlen hatte. Das lässt einen mehr oder minder einen bestimmten Stil erwartet, nach dem die Story aufgebaut ist.
    Trifft auch hier wieder zu; wie bei Eddings üblich gibt es Götter, die auf der Erde wandeln (obwohl man nur einen regelmäßig sieht), ein Magie-System, das so einfach wie genial ist, und viele viele viele zwischenmenschliche Beziehungen.
    Bloß. Das Buch hat nur 800 Seiten. "Nur", fragt ihr? Die beiden anderen Fantasy-Serien Eddings' haben sechs bzw. zehn Bücher! Und die brauchte Eddings auch.
    Ich kann nicht verstehen, warum er hier alles in einen Band quetschen musste. Die Qualität leidet ganz erheblich darunter. Die vorher erwähnten "zwischenmenschlichen Beziehungen", die in den anderen Reihen so genial rüberkamen, funktionieren hier nicht, weil zu wenig Zeit besteht, sie richtig rüberzubringen. Überhaupt werden fast drei Viertel damit verschwendet, einen eigentlich völlig unwichtigen Krieg auszufechten, und erst am Schluss kommt es zur Konfrontation Ghend/Althalus.
    Die Charaktere sind sehr deutliche Mischungen aus der Bel/Mal und der El/Tam (Emmy ist Polgara/Aphrael, Althalus Garath/Belgarion, Andine Ce'Nedra, etc.), was zwar gut zur Story passt, aber auch irgendwie stört (wenn man dauernd an eine andere Welt erinnert wird).
    Und irgendwie ist doch alles viel zu leicht. Praktisch alle Gegenspieler sind völlige Idioten, es gibt im Buch nur zwei 'erschütternde' Szenen. Zufälle häufen sich. Der Krieg ist fast verloren (wobei die dabei anfallenden Toten auf beiden Seiten mit einem Schulterzucken abgetan werden), als man zufällig entdeckt, dass es nicht weit von der alten Befestigungsanlage einen Felsen gibt, der sich hervorragend zur Verteidigung eignet usw.

    Insgesamt gesehen war Althalus eine Enttäuschung, und obwohl das Buch ganz unterhaltsam ist (wenn man sich nur auf den Verlauf der Story konzentriert), kann jemand, der Eddings' andere Werke kennt, sich nicht so richtig daran freuen.

    Aber gut, vielleicht interessiert's ja doch jemanden. Die Story verläuft in etwa so:
    In der Bronze-Zeit (einer Fantasy-Welt) bekommt ein junger, recht erfolgreicher Dieb, den Auftrag, ein Buch zu stehlen (nicht, dass er wüsste, was ein Buch überhaupt ist). Da er in letzter Zeit eine ganz schöne Pechsträne hatte, was leichte Aufträge anging, hofft er, mit einem schweren sein Glück wiederzubeleben. Jedenfalls kommt der Dieb - mit Namen Althalus - bald an dem Haus an, wo seine Beute sich angeblich befindet... dieses steht allerdings nicht ganz so leer, wie man ihm weiß zu machen versucht hatte. Tatsächlich wird er, kaum drinnen, von der Göttin Dweia gefangengenommen. 2000 Jahre später, inzwischen haben die Menschen gelernt, Stahl zu produzieren, ist er ausgebildet genug, den Kampf gegen seinen früheren Auftraggeber aufzunehmen. Vorher muss er aber in der Welt umherziehen und sich seine Gefährten sammeln, die alle eine bestimmte Aufgabe auf dem Weg zur Vernichtung Daevas (dem Bruder-Gott von Dweia und dem ultimativen Feind im Buch) zu erfüllen haben...
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Februar 2002

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