Militärgeschichte

Ach, und wie war das noch gleich mit Pakistan? ;)

Naja,
die Taliban haben sicher Unterstützer in Pakistan und anderen islamischen Ländern.
Aber das ist ganz sicher kein Vergleich zu den Mudschaheddin. Die wurden von den USA und anderen westlichen Ländern ordentlich gepampert.
Waffenlieferungen für mehrere Milliarden $ pro Jahr und Ausbildungsprogramme etc etc pp.
Etwas gleichartiges gab und gibt es für die Taliban nicht.
 
Na weil sich die von den Sowjets installierte Regierung immerhin noch über 2 Jahre halten konnte zB.

Naja, das lag m.E.n. aber u.a. ander immer noch währenden Unterstüzung durch die UDSSR(so zogen die Sowjets entgegen der Vereinbarungvonn Gen die Militärberater nicht zurück und lieferten auch noch Waffen.) und an der Uneinigkeit der Mudschahedin.
Die Uneinigkeit und der Bürgerkrieg zwischen Massoud und Hekmatjar haben m.M.n. die Tailban erst möglich gemacht.

Wenn die NATO/USA abziehen gebe ich Karsai und Co keine 2 Wochen bis sie weg sind.

Wenn die Abziehen sollten sie den Bürgermeister von Kabul gleich mitnehmen.
Sonst wird er wie Nadschibulla an einem Laternenmast enden.
 
Naja, das lag m.E.n. aber u.a. ander immer noch währenden Unterstüzung durch die UDSSR(so zogen die Sowjets entgegen der Vereinbarungvonn Gen die Militärberater nicht zurück und lieferten auch noch Waffen.) und an der Uneinigkeit der Mudschahedin.
Die Uneinigkeit und der Bürgerkrieg zwischen Massoud und Hekmatjar haben m.M.n. die Tailban erst möglich gemacht.

Ja sicher.
Aber trotzdem halte ich die Karsai Regierung für wesentlich kurzlebiger wenn der Westen abziehen sollte.

Wenn die Abziehen sollten sie den Bürgermeister von Kabul gleich mitnehmen.
Sonst wird er wie Nadschibulla an einem Laternenmast enden.

Ich glaub da kümmert der sich schon selbst drum rechtzeitig zu verschwinden. :cool:

PS: UdSSR wird mit kleinem d geschrieben, ist ja schliesslich die Kurzbezeichnung für die "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken".
 
PS: UdSSR wird mit kleinem d geschrieben, ist ja schliesslich die Kurzbezeichnung für die "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken".

Und wenn ich das mit Y schreibe kann Dir das auch egal sein:D:):D
Moses wird auch groß geschrieben, und ich kenne hier einen User der es klen schreibt.:D:D:D

Zum Thema des Threads :

Wie ich im "Lese-Thread" erwähnt habe habe ich jetzt in den letzten Wochen mehrere Bücher von Sowjet-Marschällen gelesen. Tschuikow,Rokossowski,Konew und Wassilewski.
Und Schukow habe ich ja schon lange gelesen, ebenso Jeremenko.
Was mich doch immer wieder sehr entäuscht ist die Tatsache was diese Männer für Unwahrheiten verbreiten.
Allesamt Könner ihres Fachs und Sieger des Krieges. Aber ihre Bücher sind voller Lügen und Halbwahrheiten.
Ich lese da immer,auch bei Berichten über die ersten Monate des Krieges der Sowjet-Union gegen Deutschland von massiven Verlusten der Wehrmacht an Menschenmaterial und Kriegsmaterial und von in Pank flüchtenden deutschen Einheiten.
Ich frage mich wie es dieser Streitmacht gelungen ist tausende von Kilometern in die UDSSR vor zu stoßen, die UDSSR an den Rand der NIederlage zu bringen und in den ersten Kriegsmonaten ca. 300 sowjetische Divisionen zu vernichten. Wenn sie doch ständig in Panik geflohen sind.
Auch die Verluste an Kriegsmaterial die die Marschälle angeben sind einfach ein Witz.
Laut Schukow und Wassilewski wurden in den ersten Kriegshalbjahr mehr deutsche Panzer vernichtet als überhaupt im Einsatz waren.
Würde die Zahl stimmen die Wassilewski alleine für die Schlacht um Moskau angibt hätte man von deutscher Seite bereits im Januar 1942 sagen müssen "Das wars"
Schade das solche militärischen Könner als Autoren so versagen müssen.
Und das ohne Not.
 
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Heute vor genau 130 Jahren, am 04.01.1882 wurde der letzte Generalstabschef des japanisch/kaiserlichen Heeres, General Yoshijiro Umezu geboren.
Der General war u.a. in den Jahren 1936 bis 1938 Vize-Kriegsminister Japans in den Jahren 1938 bis 1939 Oberbefehlshaber der 1.Armee in China, in den Jahren 1939 bis 1944 Oberbefehlshaber der Kwantungarmee.
1945 war der General Oberbefehlshaber der 1. Armee und Chef des Generalstabes des japanischen Heeres.
General Umezo lehnte eine eine Kapitulation Japans ab und wollte den Krieg gegen die USA und deren Verbündeten fortführen. Dazu nahm er auch eine Invasion der japanischen Hauptinseln in kauf.
Umezu wollte den USA einen solch hohen Blutzoll abfordern daß für Japan günstige Friedensbedingungen erreicht werden konnten. Er konnte sich jedoch mit Großen Kriegsrat und beim Tenno nicht durchsetzen.
General Yoshijiro Umezu war es dann auch, der am 02.09.1945 an Bord der USS Missouri die Kapitulation Japans unterzeichen.
Obwohl zunächst in den Ruhestand versetzt wurde der General von den Amerikanern verhaftet und beim Tokioer Kriegsverbrecherprozess als ein Haupangeklagter vor die Richter gezerrt und am 12.11.1948 zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der hochausgezeichnete General verstarb am 08.01.1949, vier Tage nach seinem 67 Geburtstag an Darmkrebs.

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Sie hat Krieg geführt, deshalb will ich sie hier erwähnen, auch wenn sie zugleich eine religiöse Figur ist. Aber sie ist auch eine militärische Person.
Heute vor genau 600 Jahren, am 06.01.1412 wurde die spätere Nationalheilige Frankreichs, Jeanne d'Arc , geboren.
Die Frau sollte jedem normalen Menschen in Grundzügen bekannt sein.
Hier ein kurzer Lebenslauf von ihr :

Ein junges Mädchen hoch zu Ross, in schimmernder Rüstung, mit Helm und Schwert. So reitet sie, in Bronze gegossen, auf hohem Sockel, in Orléans, in Reims und Rouen und vielen anderen Städten des Landes. Jeanne d’Arc, Johanna, die Jungfrau von Orléans, ist Frankreichs Nationalheilige, jeder kennt sie, jedes Schulkind, und im Laufe der Geschichte rückten alle, Konservative wie Reformer, Kleriker wie Aufklärer, nur zu gern in ihre mythische Aura.

Dramatiker aller Länder – Shakespeare, Schiller, Shaw, Brecht – ließen sie auf der Bühne auferstehen, Voltaire hat sie verspottet, der voltairesche Freigeist Anatole France sie kritisch verehrt. Verdi widmete ihr eine Oper. Filmstars von Ingrid Bergman bis Milla Jovovich gaben ihr auf der Leinwand Gestalt. So grandios erscheint sie, so spektakulär ihre Geschichte, dass man sie für eine bloße Sagenheldin halten könnte.

Doch sie hat gelebt, und ihre Geschichte ist wahr. Vor genau 600 Jahren, am 6. Januar 1412, kam sie in dem lothringischen Ort Domrémy an der Maas zur Welt. Sie war angekündigt worden: Eine alte Prophezeiung besagte, dass eine Jungfrau aus dem Volke Frankreich retten werde, nachdem eine Königin aus der Fremde es fast zugrunde gerichtet habe. Wer die Königin war, wusste man, denn die spielte ihre unheilvolle Rolle seit 1385. Elisabeth aus dem Hause Wittelsbach, genannt Isabeau de Bavière, Gemahlin König Karls VI. von Frankreich, konspirierte offen mit dem Feind. Vielleicht wurde ihr armer Mann darüber wahnsinnig. Jedenfalls stieg Isabeau an der Seite des geistig umnachteten Monarchen zur Regentin auf und verhandelte mit dem Hause Burgund, das dem englischen König Unterstützung versprach bei seinem Griff nach der französischen Krone. Isabeau ging so weit, den eigenen Sohn und Thronfolger Karl für illegitim zu erklären, um den Weg für den englischen Prätendenten frei zu machen.

Als Englands König Heinrich V. das französische Heer 1415 bei Azincourt in den Sumpf getrieben und vernichtet hatte, rollte ihm Isabeau den roten Teppich aus: Sie gab ihm ihre Tochter zur Frau und huldigte ihm als künftigem Herrscher. Frankreich, vom Bürgerkrieg zwischen den Herzogtümern Orléans und Burgund zerrissen und drauf und dran, sich den Engländern zu unterwerfen, hatte sich selbst aufgegeben. Nur noch ein Wunder konnte sein Schicksal wenden. Und das Wunder geschah.

Sendet sie der Himmel? Oder die Hölle?

Was Krieg bedeutete, erfuhr Johanna früh. Die Fehden zwischen dem abtrünnigen Haus Burgund und dem königstreuen Haus Orléans, die Feldzüge der Engländer, die ihren Besitz auf dem Festland stetig zu erweitern strebten, bis hin zur Unterwerfung des gesamten Landes, mit einem Wort: der 1337 begonnene, später so genannte Hundertjährige Krieg ließ kaum eine Gegend im schönen Frankreich unverwüstet. Auch Johanna, Tochter eines wohlhabenden Bauern, musste mit der Familie ins Nachbardorf flüchten, weil marodierende Horden Domrémy heimsuchten.Sie war 13, als sie zum ersten Mal die Stimmen der heiligen Katharina, der heiligen Margarethe und des Erzengels Michael hörte, die ihr später den Auftrag gaben, Frankreich zu retten. Anfangs redeten sie ihr eher allgemein ins Gewissen: Sie solle fromm und rein leben. Später wurden sie fordernder. Zum Stadthauptmann des nahen Vaucouleurs solle sie gehen und ihn um eine Eskorte bitten. So geleitet, werde sie nach Chinon weiterziehen, wo Isabeaus verstoßener Sohn Karl, der Dauphin, Hof hielt.

Danach dann die erste große Aufgabe: Sie sollte das von den Engländern eingeschlossene Orléans befreien. Nachdem der Feind von der Insel schon den gesamten Norden Frankreichs inklusive Paris in seine Gewalt gebracht hatte, zielte er jetzt auf das Rückzugsgebiet des Dauphins – und so weit durften die Engländer keinesfalls vorstoßen. Orléans an der Loire, die den Norden vom Süden Frankreichs trennt, war die Stadt, auf die es ankam. Nach der Rettung von Orléans würde Johanna Karl nach Reims geleiten, ihn dort zum König krönen lassen und so die vollendete Tatsache schaffen, die den Anspruch der Engländer auf Frankreichs Thron zunichtemachte.

Was für ein Plan! Binnen eines Jahres sollte sich die 17-Jährige aus der Provinz, die weder lesen noch schreiben konnte und vom Militärischen nichts wusste, zu einer Feldherrin entwickeln, die Schlachten entschied und als Königsmacherin die politischen Gewichte ihrer Zeit verschob. Das klingt wie ein Wunder. Und es wäre vollends unbegreiflich, wenn man – wir, die Nachwelt, aber auch weiland die Zeitgenossen – sich nicht der Kraftquelle Johannas bewusst würde: Sie sah sich als Sendbotin Gottes, die Seinen Auftrag ausführte, als Werkzeug des Allmächtigen und so auch selbst mächtig.428 begann ihre Mission. In Vaucouleurs lebte ein Onkel. Sie gab daheim an, sie wolle ihn besuchen, um der Tante zu helfen, die einer Entbindung entgegensah. Der Onkel nahm Johanna freundlich auf und war wohl der Erste, der ihrem Zauber erlag. Denn er führte sie tatsächlich zum Herrn von Beaudricourt, dem Stadthauptmann von Vaucouleurs. Der schickte das Mädchen umgehend nach Hause. Johanna aber kam wieder. Und wieder. Am Ende gab Beaudricourt ihr die gewünschte Eskorte für den Ritt nach Chinon, ein Pferd, ein Schwert und Männerkleider. Und sagte zum Abschied: »Es geschehe, was geschehen soll.«

Der Weg zum Hof des Dauphins war weit, circa 500 Kilometer, und er führte großenteils durch angloburgundisches Gebiet. Johanna und ihr Trupp brauchten elf Tage, meist ritten sie nachts, am 24. Februar 1429 waren sie in Chinon. Wieder musste Johanna warten. Was sie denn vom Fürsten wolle, fragten die Torwächter, während sie skeptisch auf das Empfehlungsschreiben Beaudricourts schielten. »Ich habe zwei Aufträge vom Himmelskönig«, antwortete die Jungfrau. »Erstens, die Belagerung von Orléans aufzuheben, zweitens, den Dauphin zur Krönung nach Reims zu führen.«

Dass Karl auf diese Nachricht hin nicht in schallendes Gelächter ausbrach, lag auch daran, dass die Jungfrau mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erworben hatte. Man redete von der »Pucelle«, dem »Mädchen«, der »Jungfrau«, man gedachte auch der Prophezeiung. Und Karl – was blieb ihm anderes übrig, als auf ein Wunder zu hoffen. Er befand sich in jammervoller Lage: von der eigenen Mutter verleugnet (der Vater, Karl VI., war bereits 1422 gestorben), von den Engländern bedrängt, von den Burgundern verfolgt, vom Volk beargwöhnt und von den Häuptern des Adels verlacht. Die Mittel für einen kümmerlichen Rest von Hofhaltung musste er von den Vasallen borgen. Also: Her mit dem seltsamen Mädchen!

In jener Zeit war Wunderglauben normal, alle Menschen, ob hoch oder niedrig geboren, waren sich gewiss, dass der Herrgott ins Leben eingriff, und die Pucelle konnte sehr wohl seine Sendbotin sein. Allerdings gab es da ja noch eine unterirdische Gegenkraft: den Teufel. Auch der konnte die so vorlaut und männlich auftretende Johanna geschickt haben. Und so blieb Karl auf Distanz, als er das Mädchen im Schlosssaal empfing. Sie aber trat furchtlos vor ihn hin: »Ich sage Euch, dass Ihr der wahre Erbe Frankreichs und Sohn des Königs seid.«

Die Sache mit dem Teufel musste gleichwohl geklärt werden. Also sandte man Johanna zum Examen nach Poitiers, wo eine Kommission von Geistlichen sie prüfte. Sie antwortete auf alle Fragen frisch, direkt und manchmal frech, wie es ihre Art war. Auf die geistliche folgte die körperliche Untersuchung: Frauen vom Hofe schauten nach, ob Johanna auch wirklich eine Jungfrau sei. Das musste sie sein, denn die Lehre der Heiligen Mutter Kirche besagte, dass eine unberührte Frau nicht vom Teufel besessen sein konnte. Das Resultat war in beiden Fällen entlastend für die Pucelle. Sie erwies sich in den Examina als gute Katholikin – und als virgo intacta. Der Dauphin durfte sich mit ihr einlassen.

Sie diktierte ihren berühmten Brief an die Engländer: »König von England und Ihr, Herzog von Bedford, der Ihr Euch als Regent des Königreichs Frankreich bezeichnet, gebt dem König des Himmels sein Recht und überlasst der Jungfrau, die von Gott hierher gesandt wurde, die Schlüssel aller guten Städte, die Ihr in Frankreich eingenommen und geschändet habt. Ich bin gesandt, um Euch, Mann für Mann, aus Frankreich hinauszuschlagen. Wenn Ihr gehorcht, werde ich Gnade walten lassen. Aber wenn Ihr die Verkündigung Gottes durch die Jungfrau nicht glauben wollt, so werden wir ein solches Kriegsgeschrei erheben, wie man es in Frankreich seit tausend Jahren nicht mehr gehört hat...«

Als das Heer gesammelt war, erhielt die Jungfrau eine Art Tross. Ihre wichtigsten Mitstreiter hießen Louis de Coutes, Étienne La Hire, Jean d’Aulon und Jean d’Alençon. Diese Männer hielten Johanna als Mensch und Kriegerin bis zu ihrem Ende die Treue. Einige von ihnen sagten später in dem zweiten der beiden großen Prozesse um ihre Person übereinstimmend aus, dass die Nähe zur Jungfrau und das gemeinsame Lager im Biwak niemals ein körperliches Begehren nach ihr entzündet hätten. Johanna war die Sendbotin Gottes – keine Frau, sondern ein kämpfender Engel.

Am 29. April 1429 gelangte sie mit des Königs Soldaten an die Loire nahe Orléans. Der Zeitpunkt passte: Engländer und Burgunder waren in Streit geraten, die Burgunder hatten ein größeres Truppenkontingent abgezogen. Rund um die Stadt und den Fluss waren von den Engländern Bollwerke errichtet worden, von denen aus sie die Zugänge kontrollierten. Johanna wollte direkt auf den Feind losstürmen, aber die alten Kämpen bevorzugten taktische Manöver. Vor allem warnten sie davor, die Loire zu überqueren, der Wind stehe ungünstig.

Da hob die Jungfrau ihre Standarte, und der Wind drehte. Dieses sogenannte Wunder an der Loire findet sich in allen Chroniken, und wo wir heute von einem Zufall sprechen, da waren die Soldaten, die französischen ebenso wie die englischen, und vor allem die Einwohner der Stadt zutiefst überzeugt vom Walten Gottes. Die Jungfrau zog mit ihren Männern in die belagerte Stadt ein, und es gelang ihr und den Königstreuen samt der jetzt zum Kampf entschlossenen Bevölkerung, die Engländer innerhalb von wenigen Tagen in die Flucht zu schlagen. Johanna wurde verwundet, beteiligte sich aber nach kurzer Rast weiter an den Kämpfen.

Die Leute auf der Straße küssten die Hufe ihres Pferdes und reichten ihr die Kinder, auf dass sie sie segne. Johanna wurde zornig. Statt sich ihr an den Hals zu werfen, sollten die Menschen zum Herrgott beten! Die Unduldsame hatte nur eins im Sinn: mit Karl nach Reims zu ziehen.

Den Weg dorthin musste man freikämpfen, er führte durch das Gebiet des Feindes. Jeannes Gefährten, ihr Knappe und auch ihre Brüder, die inzwischen zu ihr gestoßen waren, sagten später, dass sie kaum etwas gegessen und alle freie Zeit mit Gebet und dem Besuch der Messe verbracht habe. Am Kriegsrat nahm sie manchmal teil – viele ihrer Kameraden bewunderten ihren Sinn für Strategie, besonders was schwere Geschütze betraf. Anderen wieder schwoll der Kamm, wenn sie mit ansehen mussten, wie der – so meinten sie – ihnen zustehende Ruhm ihr zukam. Der König schätzte sie, aber ihre Position blieb prekär. Einen militärischen Rang bekleidete sie nicht. Als Karl hinter ihrem Rücken mit den Burgundern verhandelte und sie davon erfuhr, rief sie wutentbrannt, dass es nichts gebe, was Burgund umstimmen könne, als eine Niederlage.Der Zug nach Reims, auf dem die Engländer aus Jargeau, Troyes, Patay und Auxerre verjagt wurden, setzte den Siegeslauf fort. Am 16. Juli 1429 betrat eine strahlende Johanna mit dem Dauphin die Stadt der Krönung. Man hatte keine Zeit für Vorbereitungen gehabt, und wie stets trieb die Jungfrau zur Eile. Selbst die Königskrone fehlte, sie lag in Saint-Denis bei Paris, und dort herrschten (noch) die Engländer. Eine Ersatzkrone fand sich im Domschatz von Reims.

Johanna stand in ihrer Rüstung und mit der Standarte beim Altar, als Karl die Weihe empfing. Der bedankte sich bei ihr mit einem Adelsbrief, aber als sie später in Gefangenschaft geriet, tat er nichts für sie. Es sollte noch ein paar Jahre dauern, bis dieser junge König und sein Haus Valois ihre Macht gefestigt hatten. Wider Erwarten entwickelte sich der halt- und mittellose Prinz zu einem starken Monarchen, der seinen Herrschaftsbereich arrondierte und unter dessen Ägide der Hundertjährige Krieg 1453 ein Ende fand.

War Reims für Karl der Anfang, war es für Johanna der Anfang vom Ende. Ihre Stimmen hatten sie nach Reims geführt, nun waren sie verstummt. Jeanne aber wollte weiterkämpfen, wollte den letzten Engländer vertreiben.

Ihr Marsch auf Paris scheiterte furchtbar. Sie selbst erlitt eine Verwundung am Schenkel, ihr Knappe starb, die Standarte fiel in den Staub. Nach weiteren glücklosen Attacken wurde sie am 23.Mai 1430 bei Compiègne von einem burgundischen Soldaten gefangen genommen und für ein hohes Lösegeld an die Engländer verkauft.

Denen lag viel daran, das unheimliche Mädchen ein für alle Mal zu diskreditieren und zu vernichten. Denn wenn sich im Inquisitionsprozess herausstellte, dass sie vom Teufel kam, war auch Karls Krone nichts mehr wert. Johannas Passion begann. Sie wurde von Gefängnis zu Gefängnis verschleppt, zuletzt lag sie angekettet in einem finsteren Turm zu Rouen, wo sie nicht, wie es ihr zugestanden hätte, von weiblichen Wärtern, sondern von männlichen Bütteln bewacht wurde. Es gab Versuche, ihr Gewalt anzutun. Vergeblich bemühten sich die alten Kampfgefährten um ihre Freilassung.

Der Prozess begann am 9. Januar 1431, und er war ein politischer Prozess. Zum Chefankläger hatten die Engländer Pierre Cauchon bestellt, den Bischof von Beauvais. Dieser Mann kam von der Pariser Universität und hielt es, wie seine Kollegen dort, mit den Engländern. Aus dem Umkreis der proenglischen Universität stammten weitere Prozessführer und Beisitzer, alles in allem eine stattliche Riege von sechzig Geistlichen, die nun die ganz auf sich gestellte Jungfrau – sie blieb auf eigenen Wunsch ohne Anwalt – der Ketzerei zu überführen hatten. An die zwanzig Mal musste sie vor Gericht erscheinen (die letzten Verhöre fanden im Kerker statt) und immer dieselben Fragen beantworten.

Ihr letztes Wort auf dem Scheiterhaufen ist »Jesus«

Im Kern ging es um Johannas Weigerung, »sich der streitbaren Kirche zu unterwerfen«. Damit war gemeint, dass sie den Priestern die Deutungsmacht über ihre Stimmen zubilligen müsse, sich also von dem, was sie als ihren göttlichen Auftrag verstand, zu distanzieren habe, wenn die Kirche es verlangte. Dazu war sie nicht bereit. »Ich glaube wohl, dass die streitbare Kirche nicht irren oder fehlen kann. Aber meine Worte und Taten übergebe und überlasse ich allein Gott, der mich tun hieß, was ich getan habe.«

Mit dieser Haltung war Johanna verloren. Sie wurde exkommuniziert. Das Urteil, zu dessen Vollstreckung sie der weltlichen Gerichtsbarkeit überstellt wurde, hieß Tod auf dem Scheiterhaufen. Aus Angst vor dem Feuer widerrief sie, nahm jedoch gleich darauf ihren Widerruf zurück. Am 30. Mai wurde sie auf Rouens Marktplatz verbrannt. Ihr letztes Wort war: »Jesus«. Ihre Asche wurde in die Seine gestreut. Die Engländer waren es zufrieden.

Die Franzosen nicht. Zwanzig Jahre später strengten sie einen Revisionsprozess an, in dem Johanna rehabilitiert wurde. Karls Königtum war jetzt von dem Makel reingewaschen, sich den Künsten einer Hexe verdankt zu haben. Nun waren die Engländer düpiert, aber sie konnten nichts mehr dagegen machen, denn ihre französischen Besitzungen wurden ihnen eine nach der anderen entrissen.

Bleibt die Frage, ob die Kirche tatsächlich nur ein Werkzeug der Engländer gewesen war. Männer wie der Böhme Jan Hus und der Engländer John Wiclef hatten Roms Autorität bereits offen angegriffen. Jetzt wollte sie allen weiteren Ketzereien einen Riegel vorschieben, und Jeanne schien ein probates Opfer, das abschreckende Wirkung versprach. Cauchon und seine Beisitzer waren, bei allen politischen Rücksichten und Einflüsterungen seitens der Engländer, wirklich davon überzeugt, hier einer gefährlichen Ketzerin das Handwerk zu legen.

In der Tat hatte Johanna von Orléans etwas Neues in die Geschichte Europas gebracht, hatte sie zwei Entwicklungen im Ansatz vorweggenommen: den Patriotismus und die Reformation. Ihre Leidenschaft für das französische Königsblut und die Einigung des Landes war unerhört und unbekannt. Kriege führte man im ausgehenden Mittelalter noch nicht zur Verteidigung eines Vaterlandes, sie waren Fehden zwischen Dynastien. Mit dem Kampfruf der Jungfrau »Für Gott und den König!« gelangte ein neuer Geist in die Kriegführung. Dass sie aber dazu noch selber mit Gott und seinen Engeln sprach, ohne die Kirche um Deutung zu bitten, trug ihr den heiligen Zorn der Geistlichkeit ein und brachte sie schließlich auf den Scheiterhaufen. So war denn sie, die sich zu Recht eine gute Katholikin nannte, in gewissem Sinn eine erste Protestantin.

Die Kirche hat sich später besonnen und die rebellische Tochter in Gnaden wieder aufgenommen. Sie war einfach zu berühmt, zu beliebt und zu erfolgreich. Die Kirche segnet den, der ihr zu Diensten fährt, wie Goethe sagt – da konnte ihr die postum rehabilitierte Ketzerin Johanna nur nützen. 1909 wurde sie von Papst Pius X. selig- und 1920 von Benedikt XV. heiliggesprochen.

Quelle :Zeit Online.

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Hermann Hoth wurde nur für Kriegsverbrechen 15 jahre lang eingesperrt nach dem II Weltkrieg.

Wurde er nicht.
Generaloberst Hoth wurde zwar zu 15 Jahrewn Haft verurteilt(von einem Siegergericht das ihm und vielen anderen Angeklagten die verbrieften Rechte nach der HLO und den Genfer Konventionen verweigerte).Allerdings wurde der Generaloberst bereits 1954 aus der Haft entlassen.
Also nix mit 15 Jahren eingesperrt.

Und auch wenn die Vorwürfe der Kriegsverbrechen zutreffen, so ist ein Kriegsverbrecher nicht auch gleich ein Nazi.

Auf jeden Fall hat er den Komissarbefehl in vollem Umfang weitergegeben und stand dem "Wirken" der Einsatzgruppen im Rücken der Front durchaus wohlwollend gegenüber.

Zum einen ist ein Krieg der Waffen auch immer ein Krieg der Worte.
Deswegen würde ich die Worte Hoths nicht überbewerten.
ich könnte hier einige Zitate von alliierten generalen erwähnen, die ähnliches ausgesagt haben.
Zum anderen bedeutet die Weitergabe eines Befehls noch nicht auch dessen Ausführung.
Generalfeldmarschall von Manstein lies den Befehl auch an seine untergebenen Einheiten weiter geben, verbot aber dessen Ausführung.

Generalobert Guderian lies den Kommisarbefehl ausführen, wurde deswegen aber niemals belangt.
 
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Heute vor genau 70 Jahren,am 17.01.1942 verstarb mit Generalfeldmarschall Walther von Reichenau einer der fähigsten, aber auch einer umstrittensden Offiziere des deutschen Heeres.
Der spätere Feldmarschall wurde am 18.10.1884 in Karlsruhe als Sohn des Generalleutnants z.D. Ernst von Reichenau geboren.Sein Vater,ein gelernter Artillerist war damals einer der führenden Balistiker des Deutschen Reiches.
Walther von Reichenau trat am 14. 03.1903 nach Bestehen des Abiturs als Fahnenjunker in das Deutsche Heer ein. Er kam dabei zum 1. Garde-Feldartillerie-Regiment. Am 18.08. 1904 wurde er in diesem Regiment zum Leutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 19.08. 1903 festgelegt. Er besuchte 1904 auch die Kriegsschule.Reichenau war ein sehr sportlicher Offizier und einer der wenigen Offiziere die auch mit den Mannschaften in der Freizeit Sport trieben.
So spilete er mit den Soldaten seiner Batterie Fußball, was sich für einen Offizier der damaligen Zeit nicht ziemte.Im Jahre 1910 machte Reichenau eine Reise nach Süd-Amerika, wo er einen Mann aus dem La-Plata vor dem Ertrinken retten konnte. Dafür erhielt er mit Rettungsmedalie am Band seinen ersten von vielen Orden.Er war übrigens der einzige GFM, der das Sturmabzeichen trug. Am 18.08.1912 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Ersten Weltkrieg war er anfangs als Batterieführer noch beim 1. Garde-Feldartillerie-Regiment im Einsatz. Am 28..111914 wurde er zum Hauptmann befördert. 1915 wurde er dann in den Generalstab des Feldheeres versetzt. Ende 1915 wurde er dabei als Ib bei der 47. Reserve-Division eingesetzt und später als 1A bei der 7.Kavallerie-Schützendivision. Im Krieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen auch mit weiteren Orden ausgezeichnet. Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde er noch im Grenzschutz Ost in Schlesien und in Pommern. eingesetzt. Später wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er anfangs Führer einer MG-Kompanie vevor er dann im Generalstab des Wehrkreiskommandos VI eingesetzt wurde. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann beim Stab vom Artillerieführer VI eingesetzt. 1924 wurde er dann im Generalstab der 3. Division der Reichswehr eingesetzt. Dort wurde er auch zum Major befördert, wobei das Randienstalter auf den 01.07.1923 festgesetzt wurde. Im Frühjahr 1927 war er dann im Stab des Gruppenkommando 1 im Einsatz. Am 01.10. 1927 übernahm er als Nachfolger von dem damaligen Oberstleutnant und späteren generaloberst Friedrich Fromm als Kommandeur die 5. Nachrichten-Abteilung. Als solcher wurde er am 01.04.1929 zum Oberstleutnant befördert. 1930 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er als Chef des Stabes bei der Inspektion der Nachrichtentruppen (In 7) eingesetzt. 1931 wurde er dann zum Chef des Stabes der 1. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er am 01.02.1932 zum Oberst befördert. Am 01.02.1934 wurde er zum Generalmajor befördert. Er wurde jetzt wegen seiner Nähe zur NSDAP im Reichswehrministerium eingesetzt. Dort wurde er zum Chef des Ministeramts ernannt. Im Juni 1934 unterstützte Reichenau die Aktionen der SS gegen die SA. Am 01.07. 1935 wurde er dann zum Chef vom Wehrmachtsamt ernannt. Am 01.10.1935 wurde er zum Generalleutnant befördert. Bei der Enttarnung der erweiterten Verbände der Wehrmacht, wurde er am gleichen Tag zum Kommandierenden General des VII. Armeekorps ernannt. Als solcher wurde er dann am 01.10. 1936 zum General der Artillerie befördert. 1936 befand er sich auch auf einer Auslandsreise in China. Am 01. 03.1938 übernahm er im Zusammenhang mit der Blomberg-Fritsch-Affäre als Oberbefehlshaber das Gruppenkommando 4 in Leipzig. In dieser Stellung nahm er an der Besetzung des Sudetenlandes und der Tschechoslowakei teil. Reichenau kann als erster politischer General der Wehrmacht bezeichnet werden. Von 1938 bis 1942 war Reichenau auch Mitglied des IOC. Bei der Mobilmachungim August 1939 wurde er zum Oberbefehlshaber über die 10. Armee ernannt. Diese Armee führte er dann zu Beginn des 2. Weltkrieges in den Polenfeldzug. Dort wurden ihm zuerst beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Für die Leistungen der Armee im Polenfeldzug wurde ihm am 30.09.1939 persönlich durch Adolf Hitler das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen., und einen Tag später, am 01.10.1939 wurde er zum Generaloberst befördert.
In Polen selbst wurde der spätere Feldmarschall sogar noch wegen der Morde der SS an den polnischen Juden und Zivilisten bei Hitler persönlich vorstellig und protstierte dagegen. Auch schritt er hart gegen Solaten seiner Armee ein, welche sich zu Gewalttaten an Juden und Zivilisten hinreissen ließen.
Er lies einen auch einen Offizier der in Polen während des Frontbesuchs von Leni Riefenstahl wahlos in eine Menschnmenge feuern lies vor ein Kriegsgericht stellen und degradieren.
Schwer vorstellbar in Anbetracht seiner Worte und Taten in Krieg gegen die Sowjet-Union.
Nach dem Polenfeldzug wurde seine Armee bei der Überführung in den Westen zur 6. Armee umbenannt. Er blieb weiter deren Oberbefehlshaber. Dann führte er die Armee in den Westfeldzug, in dessen Verlauf Walther von Reichenau am 28.05.1940 die belgische Kapitulation entgegen nahm. Nach dem Westfeldzug wurde von Reichenau auf der Reichstagssitzung vom 19.07.1940 zum Generalfeldmarschall befördert. Auch bei Beginn des Ostfeldzuges im Sommer 1941 führte er seine Armee im Rahmen der Heeresgruppe Süd.. Am 21.09 1941 wurde er erneut namentlich in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht genannt: "Im Verlauf der ostwärts Kiew im Gang befindlichen Umfassungsschlacht haben die Armee des Generalfeldmarschalls von Reichenau und die Panzerarmeen der Generalobersten von Kleist und und Guderian starke Teile des umzingelten Feindes vernichtet und jetzt schon 150000 Gefangene eingebracht, sowie 151 Panzerkampfwagen, 602 Geschütze und unübersehbares Kriegsmaterial erbeutet."
Hier zeigte sich jetzt das andere Gesicht des überzeugten Natiionalsozialisten Walther von Reichenau.
So verhinderte er nicht nur das Massaker in Babi Yar durch das Sonderkommando 4a nicht(wozu er als Hinhaber der vollziehenden Gewalt wäre verplichtet gewesen), sondern unterstützte die Aktion auch noch.
Zuvor hatte er am 22.08.1941 in der Stadt Bila Zerkwa 90 jüdische Kinder erschiessen lassen
Als besonders bezeichnend für die Art Reichenaus gilt der sogenannte Reichenau-Erlass vom 10. .10.1941 über das Verhalten der Truppe im Ostraum:
[Stempel: Geheim]

Oberkommando der Heeresgruppe Süd H.Qu., den 12.10.1941
Ia Nr. 2682/41 geh.


[Stempel: Zum Kriegstagebuch
Anlage Nr. 1032]


An

A.O.K. 11
A.O.K. 17
Pz.A.O.K. 1
Befh.rückw.H.Geb. Süd

nachr.: Mil.Befh. Ukraine
A.O.K. 6 (ohne Anlage).


In der Anlage gebe ich einen Befehl vom 10.10.41 des
Oberbefehlshabers der 6. Armee über "Verhalten der Truppe
im Ostraum" zur Kenntnis, mit dessen Inhalt ich mich voll einver-
standen erkläre.

Ich stelle zur Erwägung, im dortigen Befehlsbereich, sinn-
gemäße, den örtlichen Verhältnissen angepaßte Weisungen zu er-
lassen, sofern dies noch nicht geschehen ist. Mit Rücksicht auf
die bevorstehende Überwinterung und die geringen Kräfte in den
rückwärtigen Gebieten ist die noch vielfach anzutreffende Sorg-
losigkeit und Weichheit nach dem eigentlichen Kampf nicht tragbar.

- 1 Anlage -

[Unterschrift: von Rundstedt]


Nach Abgang:
Hr.Gr.Süd, Ia
Ib
Ic
Koluft
Gen.d.Pi.
Bv.T.O.
Nachr.Führer
Gen.St.Gr. z.b.V.
IIa (mit Neb.Abdr. für H.Qu.)
III
Bef.Stelle Süd - Gen.Qu.






Abschrift!


Armee-Oberkommando 6 A.H.Qu., 10. Oktober 1941.
Abt. 1 a - Az. 7




Betr.: Verhalten der Truppe im Ostraum.


Hinsichtlich des Verhaltens der Truppe gegenüber dem
bolschewistischen System bestehen vielfach noch unklare
Vorstellungen.

Das wesentlichste Ziel des Feldzuges gegen das jüdisch-
bolschewistische System ist die völlige Zerschlagung der
Machtmittel und die Ausrottung des asiatischen Einflusses
im europäischen Kulturkreis.

Hierdurch entstehen auch für die Truppe Aufgaben, die
über das hergebrachte einseitige Soldatentum hinausgehen.
Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den
Regeln der Kriegskunst, sondern auch Träger einer uner-
bittlichen völkischen Idee und der Rächer für alle Besti-
alitäten, die deutschem und artverwandtem Volkstum zuge-
fügt wurden.

Deshalb muß der Soldat für die Notwendigkeit der harten,
aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles
Verständnis haben. Sie hat den weiteren Zweck, Erhebungen
im Rücken der Wehrmacht, die erfahrungsgemäß stets von
Juden angezettelt wurden, im Keime zu ersticken.

Der Kampf gegen den Feind hinter der Front wird noch
nicht ernst genug genommen. Immer noch werden heimtücki-
sche grausame Partisanen und entartete Weiber zu Kriegs-
gefangenen gemacht, immer noch werden halbuniformierte
oder in Zivil gekleidete Heckenschützen und Herumtreiber
wie anständige Soldaten behandelt und in die Gefangenen-
lager abgeführt. Ja, die gefangenen russischen Offiziere
erzählen hohnlächelnd, daß die Agenten der Sowjets sich
unbehelligt auf den Straßen bewegen und häufig an den
deutschen Feldküchen mitessen. Ein solches Verhalten der
Truppe ist nur durch völlige Gedankenlosigkeit zu
erklären. Dann ist es aber für die Vorgesetzten Zeit,
den Sinn für den gegenwärtigen Kampf wachzurufen.

Das Verpflegen von Landeseinwohnern und Kriegsgefangenen,
die nicht im Dienste der Wehrmacht stehen, an Truppen-
küchen ist eine ebenso mißverstandene Menschlichkeit wie
das Verschenken von Zigaretten und Brot. Was die Heimat
unter großer Entsagung entbehrt, was die Führung unter
größten Schwierigkeiten nach vorne bringt, hat nicht der
Soldat an den Feind zu verschenken, auch nicht, wenn es
aus der Beute stammt. Sie ist ein notwendiger Teil un-
serer Versorgung.


- 2 -


Die Sowjets haben bei ihrem Rückzug häufig Gebäude in
Brand gesteckt. Die Truppe hat nur soweit ein Interesse
an Löscharbeiten, als notwendige Truppenunterkünfte er-
halten werden müssen. Im übrigen liegt das Verschwinden
der Symbole einstiger Bolschewistenherrschaft, auch in
Gestalt von Gebäuden, im Rahmen des Vernichtungskampfes.
Weder geschichtliche noch künstlerische Rücksichten
spielen hierbei im Ostraum eine Rolle. Für die Erhaltung
der wehrwirtschaftlich wichtigen Rohstoffe und Produktions-
stätten gibt die Führung die notwendigen Weisungen.

Die restlose Entwaffnung der Bevölkerung im Rücken der
fechtenden Truppe ist mit Rücksicht auf die langen emp-
findlichen Nachschubwege vordringlich, wo möglich, sind
Beutewaffen und Munition zu bergen und zu bewachen. Er-
laubt dies die Kampflage nicht, sind Waffen und Muni-
tion unbrauchbar zu machen. Wird im Rücken der Armee
Waffengebrauch einzelner Partisanen festgestellt, so ist
mit drakonischen Maßnahmen durchzugreifen. Diese sind
auch auf die männliche Bevölkerung auszudehnen, die in
der Lage gewesen wäre, Anschläge zu verhindern oder zu melden.
Die Teilnahmslosigkeit zahlreicher angeblich sowjetfeindli-
cher Elemente, die einer abwartenden Haltung entspringt,
muß einer klaren Entscheidung zur aktiven Mitarbeit gegen
den Bolschewismus weichen. Wenn nicht, kann sich niemand
beklagen, als Angehöriger des Sowjet-Systems gewertet und
behandelt zu werden. Der Schrecken vor den deutschen
Gegenmaßnahmen muß stärker sein als die Drohung der um-
herirrenden bolschewistischen Restteile.

Fern von allen politischen Erwägungen der Zukunft hat der
Soldat zweierlei zu erfüllen:

1) die völlige Vernichtung der bolschewistischen Irr-
lehre, des Sowjet-Staates und seiner Wehrmacht;

2) die erbarmungslose Ausrottung artfremder Heimtücke
und Grausamkeit und damit die Sicherung des Lebens
der deutschen Wehrmacht in Rußland.

Nur so werden wir unserer geschichtlichen Aufgabe ge-
recht, das deutsche Volk von der asiatisch-jüdischen
Gefahr ein für allemal zu befreien.

Der Oberbefehlshaber:

gez. v. Reichenau
Generalfeldmarschall


Für die Richtigkeit der Abschrift:
gez. - Höttges
Leutnant

Besonderst ist hier sein Verweis auf die Beute als wichtiges Versorgungsmittel zu beachten.
Ebenso sein Verbot der Verpflegung der Zivilbevölkerung.
Danach wäre er nach der HLO verpflichtet gewesen.




Berühmt auch sein Tagesbefehl als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd vom 20.12.1941 :
Der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd
H.Qu., 20.12.1941.

T a g e s b e f e h l.

Stalin hat am Jahrestage der bolschewistischen Revolution befohlen, daß jeder Deutsche auf russischem Boden getötet werden müsse, hat also den absoluten Vernichtungskrieg verkündet.
Die Moskauer Heeresberichte sprechen seit dieser Zeit nie mehr von Gefangenen, sondern melden nur noch phantastische Zahlen von Toten, die der Feind niemals hat sehen können. Ferner rühmen sie russische Truppen, weil sie deutsche Offiziere und Soldaten "niedergemacht" haben. Auch dabei werden beliebige Zahlen genannt.
Auch in der härtesten Kriegsführung von Soldat gegen Soldat ist es bisher nicht üblich gewesen, einen Gegner "niederzumachen". Aus der offiziellen russischen Darstellung geht zum mindesten das Mordgelüst ihrer völlig vertierten Führung hervor.
Deutsche Soldaten! Ihr habt den Russen lang genug als willenloses Werkzeug in der Hand seiner Kommissare kennen gelernt. Er ist im Stand, jede Gemeinheit zu begehen. Ich fühle mich verpflichtet, Euch diese Tatsachen mitzuteilen, damit Ihr genau wißt, was Ihr von der roten Bestie zu erwarten habt.
Denkt in jedem Kampfe daran und, wenn es hart auf hart geht, so verkauft Euer Leben so teuer als möglich, bis zur letzten Patrone. Lebt dieser Geist weiter in Euch, dann wird auch künftig jeder Ansturm des roten Gesindels vor unserer Linie blutig enden.



Zum OB der Heersgruppe Süd wurde er am 01.12.1941 ernannt, nachdem der bisherige OB, Generalfeldmarschall Gerd von Runstedt, entgegen Hitlers Befehl bei Rostow einen notwendigen Rückzug eingeleitet hatte.
Als Reichenau Gefechtsstand der Heeresgruppe Süd eintraf stoppte er sofort diesen Rückzug, mußte jedoch bereits einen Tag später nach Rastenburg melden :
Der Russe bricht in die überbeanspruchte dünne deutsche Front ein.Wenn eine Katastrpohe vermieden werden soll, muß die Front zurück verlagert bis hinter den Mius. Es geht nicht anderst, mein Führer.

Auch zeigte von Reichneau seinen eigenen Soldaten gegenüber Härte.
So sprach er der 46.Infanterie-Division völlig zu Unrecht die soldatische Ehre ab und sperrte alle Beförderungen und Auszeichnungen.

Was war geschehen ?
Die 46.Infanterie-Division unter Generalleutnant Kurt Hiemer welche im Verband des XXXXII.AK im Rahmen der 11.Armee im Winter 1941 auf der Krim kämpfte bekam vom Kommandieren General des XXXXII.AK, Generalleutnant Hans Graf von Sponeck entgegen eines Armeebefehls den Befehl die Halbinsel Kertsch zu räumen um nicht vernichtet zu werden.
Die Division, die vom Armeebefehl nichts wußte tat das, was ihr das vorgesetzte Generalkommando befahl und räumte die Halbinsel Kertsch.
Walther von Reichenau, nunmehr Oberbefehlshaber der Heersgruppe Süd unter deren Befehl die 11.Armee stand erlies folgenden tagesbefehl an die 46.ID.
Ich spreche der 46. Division für das schlappe Zufassen bei der Anlandung der Russen auf der Halbinsel Kertsch sowie ihren übereilten Rückzug aus der Halbinsel die soldatische Ehre ab. Auszeichnungen und Beförderungen sind bis auf weiteres gesperrt. gez. von Reichenau
Generalfeldmarschall

Der Obebefehlshaber der 11.Armee, der damalige General der Infanterie und spätere Generalfeldmarschall Erich von Manstein versuchte mehrfach diesen Befehl zurück nehmen zu lassen was von Reichenau ablehnte
Am 15.011942 erlitt GFM von Reichenau beim Waldlauf einen Schlaganfall. Daraufhin sollte er zur Behandlung in das Reich gebracht werden. Am 17. 01. 1942 wurde er dann mit dem Flugzeug von Poltawa nach Leipzig gebracht, um dort behandelt zu werden. Bei der Zwischenlandung in Lemberg wurde Reichenau anscheinend schwer verletzt. Während des Weiterfluges ist er dann verstorben. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis im Beisein von Reichsmarschall Göring und Generalfeldmarschall Rundstedt auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt.
Mit ihm starb ein Mann, der sicherlich nicht frei von Schuld war, dessen militärischen Leistungen jedoch auch nicht übersehen werden sollten.

Hermann Göring, der als Ranghöchster Soldat der Deutschen wehrmacht die Trauerrede hielt beendete diese mit den Worten :
Niemals wird dieser gewaltige Kampf vergessen, und niemals mit diesem Kampf der Name des Generalfeldmarschalls von Reichenau

Adolf Hitler lies zum Tode Reichenaus folgenden Tagesbefehl an die Truppe verlesen :

Soldaten!
Am 17.Januar(1942) starb an den Folgen eines Schlaganfalls der Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe, Generalfeldmarschall von Reichenau. So wie er im Leben der Bannerträger der Gedanken einer neuen Zeit war, so stand er im Kriege an der Spitze seiner Mannschaft, oft an den vordersten Brennpunkten des Kampfes. das Sturmabzeichen auf seiner Brust verbindet ihn besonderst eng mit euch, meine Frontsoldaten. Den ewigen Soldatentugenden verschaffte er durch den Schwung seiner mitreißenden Führerpersönlichkeit einen neuen Glanz dadurch, daß er sie in die neue Zeit stellte und sich ihrer Mittel bediente. Generalfeldmarschall von Reichenau war in der Geschichte der erste Führer einer Panzerarmee. Ich habe sie ihm im Polenfeldzug anvertraut.
Er führte sie zum Siege.



Noch eine kurze Erwähnung zur Demütigung der 46.Infanterie-Division.
Nach dem Tode Walther von Reichenaus bekam diese Division von dessen Nachfolger als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, Generalfeldmarschall Fedor von Bock ihre Ehre wieder.
Dieser lies am 30.01.1942 vor den angetretenen Kompanien der 46.ID folgenden Tagesbefehl verlesen :
Ich spreche der 46. Division für die seit Anfang Januar hervorragenden Leistungen bei den Abwehrkämpfen in der Landenge meine ganz besondere Anerkennung aus und sehe entsprechenden Vorschlägen für Beförderungen und Auszeichnungen entgegen.“

– gez. von Bock, Generalfeldmarschall


GFM von Reichenau :
reichen.jpg
 
Heute vor genau 70 Jahren, am 20.01.1942 fand in einer Villa am Großen Wannsee die wohl schrecklichste Versammlung statt, die jemals im deutschen Namen stattfand, die sogenannte Wannseekonferenz. Auf dieser Konferenz wurde unter dem Vorsitz des Chefs des Reichssicherheitshauptamtes und stellvertretenden Reichsprotektors von Böhmen und Mähren, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Reinhard Heydrich, die Maßnahmen zur Vernichtung der europäischen Juden und deren Durchführung. Die 15 Teilnehmer der Versammlung einigten sich auf die organisatorischen Maßnahmen zur sogenannten "Endlösung der Judenfrage".
Die zu ermordende Anzahl der europäischen Juden wurde auf 11 Millionen veranschlagt. Da die Erschiessung so vieler Menschen sehr teuer werden würde und die Munition der Front fehlen würde einigte man sich auf die Tötung in den VLs mit Gas. Dies erschien den Teilnehmern billiger.
Obwohl bereits mit dem Beginn des Krieges gegen Polen, Jugoslawien und der Sowjet-Union die systematische Ermordung der Juden durch die Einsatzgruppen der SS angelaufen war, markiert die Konferenz einen wichtigen Punkt des Holocaust. Hier wurde der in der Weltgeschichte einmalige fabrikmäßige Völkermord beschloßen.
Die Teilnehmer waren folgende Personen :

SS-Obergruppenführer und General der Polizei Reinhard Heydrich

SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann

Staatssekrätär des Generalgouvernement Josef Bühler

Der damalige Saatssekretär im Reichsjustitzmimisteriums und spätere Präsident des Volksgerichsthofes Roland Freisler

Der Chef des Chef des Rasse- und Siedlungshauptamtes der SS, der damalige SS-Gruppenführer und spätere SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Otto Hofmann

Der Ministerialdirektor in der Parteikanzlei der NSDAP,der damalige SS-Oberführer und spätere SS-Brigadeführer und Generalmajor der SS Gerhard Kopfler

Der Staatssekretär in der Reichskanzlei Friedrich Wilhelm Kritzinger

Der damalige SS-Sturmbannführer und spätere SS-Standartenführer Rudolf Lange als Fachmann für Massenhinrichtungen

Der Reichsamtsleiter des Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete Georg Leibbrandt

Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amts Martin Luther

Der Staatssekretär im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete Alfred Meyer

Der Chef der Gestapo, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Heinrich Müller(Gestapo-Müller)

Der Staatssekretär im Amt des Beauftragten für den Vierjahresplan Erich Neumann

Der damalige SS-Oberführer und spätere SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im Generalgouvernement Karl Schöngarth

Der Staatssekretär des Reichsinnenministeriums Wilhelm Stuckart .
 
Gibt es in diesem Forum eigentlich noch Spezialisten für antike Militärgeschichte (Römerzeit u.Ä.), oder zumindest Interesse daran?
Ich habe gestern das Buch "Titan" von Robert Harris gelesen, welches zwar hauptsächlich das Leben Ciceros behandelt, aber immer wieder auch Pompeius Magnus erwähnt, welcher unter den römischen Feldherren ja so etwas wie ein Superstar gewesen sein scheint.
Er soll ja seinerzeit die Außmaße des römischen Imperiums massiv erweitert und sehr viel Kriegsbeute in die Kassen Roms gespült haben.
Jetzt würde ich gerne mehr über das Leben und Wirken Pompeius' sowie anderer berühmter römischer Feldherren und deren militärische Praktiken erfahren, und wollte deshalb mal nachfragen ob jemand vielleicht Empfehlungen für gute Bücher hat?
 
@Lord Sol
Gnaeus Pompeius war einer der wenigen Personen die den Zusatz "Magnus"(der Große) bereits zu Lebzeiten im Namen führen durften. Er gilt als einer der besten Feldherrn der römischen Geschichte und m.W.n. nach bis zur Schlacht bei Pharsalos noch nie eine Schlacht verloren.
Diese Schlacht durfte er eigendlich auch nicht verlieren aber es kam anderst.
Er stieg unter Sulla auf und führte mehere Kriege für Rom. U.a.schlug er die Unruhen in Judäa nieder.

Ich habe Dir mal eine kurze Biographie über ihn rausgesucht.

Gnaeus Pompeius Magnus
 
@Lord Sol

Das habe ich nicht gesehen:wallb:motz:wallb:motz


Dir helfe ich auch noch mal. Das war mir eine Lehre:D:D

Desweiteren bin ich der Meinung daß Lord Sol zerstört werden muß:p
 
Heute vor genau 300 Jahre, am 24.01.1712 wurde der spätere König Friedrich II. von Preussen, genannt Friedrich der Große, geboren.
Friedrich wird am 24.1.1712 in Berlin als Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelms I., des späteren Soldatenkönigs, und dessen Gemahlin Sophie Dorothea geboren. Der Vater fordert für Friedrich eine strenge militärische und religiös geprägte Erziehung, die kaum Freiraum für dessen schöngeistigen Neigungen lässt. Sein Erzieher, der Hugenotte J.E. Duhan de Jandun, setzt sich darüber hinweg, und unterrichtet den Kronprinzen auch in Latein, Französisch, Literatur. Als der König davon erfährt, wird Duhan verhaftet, Friedrichs Bibliothek eingezogen. 1728 beginnt Friedrich heimlich mit dem Flötenunterricht bei J.J. Quantz. Die Konflikte zwischen dem tyrannischen, nur aufs Militärische und aufs Ökonomische fixierten Vater und dem Kronprinzen spitzen sich immer mehr zu. Brutale körperliche und seelische Züchtigungen sind an der Tagesordnung und veranlassen den Kronprinzen 1730 zu einem Fluchtversuch, der vereitelt wird. Das vom König eingesetzte Militärgericht verweigert ein Todesurteil für den Kronprinzen. Um ein Exempel zu statuieren, wird dessen Freund und Helfer Hans Hermann von Katte vor den Augen Friedrichs in Küstrin hingerichtet. Der Kronprinz, zunächst arretiert, wird ab 1731 in Küstrin in das Verwaltungswesen eingeführt, erhält dann 1732 als Oberst eines Infanterieregiment in Neuruppin. Am 12.6.1733 findet auf Befehl des Vaters die Heirat mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern statt. 1736 zieht das Paar ins Schloss Rheinsberg, ein Geschenk des Vaters. Hier im Schloss, das von Knobelsdorff um- und ausgebaut wird, verlebt Friedrich in geistvoller, kunstliebender Gesellschaft seine unbeschwertesten Jahre. Sein Interesse an seiner Gattin ist minimal, seine Zuneigung gehört eher dem männlichen Geschlecht, ohne das jemals geklärt wurde ob Friedrich homosexuelle Beziehungen unterhielt.

1738 komponiert Friedrich seine erste Sinfonie, der Komponist C.H. Graun ist seit 1735 in seinen Diensten. 1739 schreibt Friedrich, der bereits mit Voltaire korrespondiert, den “ Antimachiavell“, einen Tugendkatalog des aufgeklärten Idealmonarchen, den er wenig später selbst ad absurdum führt.

Am 31.5.1740 wird Friedrich II. nach dem Tod seines Vaters preußischer König. Er erfüllt zunächst die Erwartungen an einen aufgeklärten Monarchen mit zahlreichen populären Reformen und Aktivitäten. Er ordnet die Abschaffung der Folter und des Ertränkens von Kindesmörderinnen an, verfügt, dass staatliches Getreide zu geringen Preisen an die Bevölkerung verkauft wird, hebt die Zensur auf, gründet eine deutsche und eine französische Zeitung, veranlasst, dass Geistesgrößen in die Residenz geholt und Akademien wieder arbeitsfähig werden, lässt den Bau eines Opernhauses vorbereiten. Seine Gemahlin Elisabeth Christine verbannt ins Schönhausener Schloss im Norden Berlins. Eheliche Beziehungen finden nicht statt, die Ehe bleibt kinderlos.

Im Oktober 1740 tritt mit dem Tod von Kaiser Karl VI. eine Wende ein, die sowohl Friedrichs Leben als auch die Existenz Preußens entscheidend beeinflussen wird. Friedrich, der die Thronfolge der Kaisertochter Maria Theresia nicht anerkennt, beginnt am 16. Dezember den 1.Schlesischen Krieg und annektiert die österreichische Provinz Schlesien. Am 11.6. 1742 wird im Berliner Frieden Preußen der größte Teil Schlesiens und die Grafschaft Glatz zugesprochen.

Noch im Winter 1742 findet die Einweihung der königlichen Oper in Berlin statt.

Am 7.Juni 1744 besetzt Friedrichs Armee Ostfriesland, im August beginnt er den 2.Schlesischen Krieg, der am 24.12.1745 durch den Frieden zu Dresden, der den schlesischen Besitz erneut bestätigt, beendet wird. Bei der Rückkehr nach Berlin wird Friedrich erstmals als "Der Große“ bezeichnet.

1746 veranlasst Friedrich II. den Beginn einer Justizreform. Am 1.Mai 1747 wird Schloss Sanssouci, nach Plänen des Königs von Knobelsdorff erbaut, eingeweiht.

1747 beginnt der Trockenlegung des Oderbruchs die 1753 abgeschlossen wird. Bis 1786 finden über 300.000 Kolonisten im Königreich in ähnlich kultivierten Gebieten eine neue Heimat. 1748 erfolgt das Verbot des Bauernlegens, das nur zögerlich umgesetzt wird.

Von 1750 bis 1753 hält sich Voltaire in Sanssouci auf. Friedrich und er trennen sich im Streit.

Am 29.8.1756 beginnt Friedrich II. den 3.Schlesischen Krieg, auch der Siebenjährige genannt. Preußen steht der übermächtigen Phalanx der drei Großmächte Österreich, Russland und Frankreich gegenüber. Das Ende seiner Existenz scheint unausweichlich, als „das Mirakel des Hauses Brandenburg“, der Tod der Zarin Elisabeth, Preußen rettet. Ihr Nachfolger Peter III., ein Verehrer Friedrichs, schließt einen Waffenstillstand, der Friede von Hubertusburg am 15.2.1763 bestätigt endgültig den schlesischen Besitz. Friedrich, in den Kriegen frühzeitig gealtert, erhält im Volk den Beinamen, der „Alte Fritz“.

1766 gründet der König mit französischen Spezialisten eine neue Steuerbehörde, die “Regie“. Sie soll mit einem ausgeklügeltem System und einer für die einfachen Leute unerträglichen Besteuerung vieler Waren und Genussmittel des täglichen Bedarfs dafür sorgen, dass die vom Krieg ausgeplünderten Kassen wieder aufgefüllt werden.

1769 wird der Bau des Neuen Palais in Potsdam, der einzige Repräsentativbau unter Friedrich II., beendet. 1770 bestätigt der König Immanuel Kant, den er ansonsten ignoriert, als Professor in Königsberg.

1772 erhält Preußen bei der ersten polnischen Teilung Westpreußen und andere Gebiete. Friedrich darf sich nun „ König von Preußen“ nennen. 1778 marschieren preußisch-sächsische Truppen zur Unterstützung bayerischer Ansprüche in Böhmen ein. Der Feldzug bleibt ergebnislos.

Die letzten Jahre des Königs sind geprägt durch schriftstellerisch-historisch-philosophische Arbeiten, aber auch durch von Altersmüdigkeit geprägter Lyrik. Die Reform des allgemeinen Landrechts bleibt 1784 im Entwurfsstadium stecken. Der kinderlose König bestimmt seinen Neffen, Friedrich Wilhelm, von dem er allerdings nicht viel hält, zum Nachfolger.

Am 17.8.1786 stirbt Friedrich II. in Sanssouci. Er wird, anders als von ihm angeordnet, in der Potsdamer Garnisonkirche beigesetzt. Erst 1991 wird der Sarg nach mancherlei Irrfahrten auf der Terasse in Sanssouci neben den Jagdhunden des Königs beigesetzt.

Friedrich II. hinterlässt eine Armee von 150.000 Mann, eine gut funktionierende Verwaltung und einen trotz der Kriegsverluste beträchtlichen Staatsschatz.

Quelle :rbb Preußen-Chronik | Friedrich II. von Preußen

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Heute vor genau 40 Jahren, am 24.01.1972 wurde auf der Insel Guam der ehemalige japanische Unteroffizier Shoichi Yokoi von Fischern
gefangen.Er hatte sich 28 Jahre lang im Dschungel von Guam versteckt um nicht vor den US-Amerikanern kapitulieren zu müssen.
Shoichi Yokoi ist nach Leutnant Hiroo Onoda der japanische Soldat, der sich nach dem Ende des II.WK am zweitlängsten versteckte.
Bei seiner Rückkehr nach Japan bat er um Verzeihung das er lebend zurück komme.

yokois.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Am 8. Februar 1820 erblickte in Lancaster/Ohio William Tecumseh Sherman das Licht der Welt, der zu einem der bekanntesten Kommandeure im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) werden sollte.
Sein Vater Charles Robert Sherman, ein erfolgreicher Anwalt, starb im Jahr 1829 und hinterließ eine Witwe, Mary Hoyt Sherman, mit elf Kindern. Durch den frühen und überraschenden Tod seines Vaters kam der junge William im Alter von neun Jahren zu Pflegeeltern, der Familie von Thomas Ewing, ebenfalls Jurist sowie Senator seines Heimatstaates Ohio. Auf Ewings Empfehlung hin besuchte Sherman die US-Militärakademie in West Point, die der 1840 erfogreich beendete. Zu seinen Klassenkameraden gehörten unter anderem George H. Thomas und William S. Rosecrans, mit denen er später im Sezessionskrieg zusammen dienen sollte.
Als Leutnant kam er 1840 zum 3. US-Artillerie-Regiment, mit dem er im zweiten Semiolenkrieg (1835-42) diente. Im Gegensatz zu vielen seiner ehemaligen Kameraden aus West-Point nahm er jedoch nicht am Amerikanisch-Mexikanischen Krieg (1846-48) teil, da er zu dieser Zeit einen Posten in der Militärverwaltung in Kalifornien inne hatte. Dort erlebte er unmittelbar den großen Goldrausch mit, und verdiente sich nebenher durch Bodenspekulationen ein ansehnliches Vermögen.
1850 heiratete er Eleanor Boyle Ewing, eine Tochter seines Ziehvaters, und schied 1853 im Rang eines Captains aus dem aktiven Militärdienst aus. In den Folgejahren versuchte er sich als Bankier und Jurist in Kaloifornien sowie in St. Louis, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. 1859 wurde er Präsident der Militärschule in Alexandria, Louisiana, der heutigen Louisiana State University.
Mit dem Ausbruch des Sezessionskrieges erhielt er sein Offizierspatent zurück und wurde am 14. Mai 1861 im Range eines Colonels mit dem Kommando des 13. US-Infanterieregiments betraut. Mit diesem Regiment nahm er an der ersten Schlacht am Bull Run (Manassass) teil, der ersten größeren Auseinandersetzung des Krieges, welche in einem Desaster für die frisch aufgestellten und unerfahrenen Unionstruppen endete. Trotz der Niederlage hatte Sherman seine Truppen jedoch gut geführt und war trotz einer leichten Verwundung an Knie und Schulter auf seinem Posten geblieben. Dies beeindruckte Präsident Lincoln, der Sherman am 17. Mai zum Brigadegeneral der Freiwilligen ernannte.
Als solcher wurde er nach Kentucky entsandt, einer der sogenannten Grenzstaaten, die zwar in der Union verblieben, in denen aber dennoch die Sklaverei gestattet war. Sherman befand sich zu dieser Zeit jedoch in einer Lebenskrise und litt – wie viele seiner Verwandten ebenfalls – unter Depressionen und Selbstzweifeln seiner Aufgabe dort nicht gewachsen zu sein. Daher wich er mit seinen zahlenmäßig überlegenen Truppen immer wieder Gefechten aus, und bombardierte gleichzeitig Washington mit Eingaben und Anfragen. Dies führte zunächst zu einer Versetzung nach St. Louis, Missouri und schließlich zu einer Freistellung vom Dienst durch Henry W. Halleck, dem Kommandeur des Wehrbezirks Missouri.
Nachdem sich Sherman in seiner Heimatstadt Lancaster, Ohio erholt hatte, erhielt er am 1. März 1862 das Kommando über die 5. Division der Tennessee-Armee, die von Ulysses S. Grant geführt wurde, mit dessen weiterer Laufbahn die Sherman’s eng verknüpft sein sollte.
Bereits im April sollte auf Sherman die nächste Bewährungsprobe warten, und zwar in der Schlacht bei Shiloh. Weder Grant noch Sherman rechneten dort mit einem Angriff, sodaß die Unionstruppen von den Konföderierten unter Albert Sidney Johnson und P.G.T. Beauregard zunächst völlig überrumpelt und aus ihren Feldlagern vertrieben wurden. In der ersten Nacht der Auseinandersetzung schlief Beauregard, der sich bereits als der sichere Sieger wähnte, sogar in Sherman’s erbeutetem Zelt. Doch diesesmal behielt Sherman die Nerven. Obwohl er in den chaotischen Umständen zeitweilig den Kontakt zu einigen seiner Einheiten verlor und leicht verwundet wurde gelang es ihm seine Truppen zu ordnen und am nächsten Tag zum Gegenangriff zu führen. Shiloh war mit 2000 Toten sowie 20.000 Verwundeten die bisher verlustreichste Schlacht des Krieges gewesen, jedoch war es den Unionstruppen durch das beherzte Vorgehen von Grant und Sherman gelungen eine fast sichere Niederlage in einen Sieg zu drehen. Obwohl Grant in der Folgezeit wegen seines Fehlers am ersten Tag der Schlacht unter öffentlichen Druck geriet – es ging das Gerücht um, er sei betrunken gewesen – sollte der Karriereweg dieser beiden Generäle von nun an steil nach oben gehen.
Am 1. Mai zum Generalmajor befördert nahm Sherman, nun an der Spitze des XV. Korps weiterhin unter Grant ab Dezember an mehreren Versuchen teil, den strategisch überaus wichtigen Verkehrsknotenpunkt Vicksburg am Mississippi einzunehmen. Die Stadt fiel schließlich am 4. Juli 1863, wodurch die Union nunmehr den kompletten Mississippi kontrollierte und eine ideale Ausgangsposition für Vorstöße ins Kernland der Konföderation besaß.
Für Sherman ging der Triumph von Vicksburg jedoch mit einer persönlichen Tragödie einher, da sein 9-jähriger Sohn Willie kurz darauf an Typhus verstarb.
Unterdessen war Grant zum Befehlshaber aller Unionstruppen auf dem westlichen Kriegsschauplatz (Wehrbereich Mississippi) befördert worden, und Sherman folgte ihm als Kommandeur der Tennesseearmee nach. Als solcher führte er die Armee in die Schlacht von Chattanooga (23.-25. Nov. 1863), welche einen großen Sieg für die Union bedeutete und den Bundestaat Tennessee vollständig unter deren Kontrolle brachte.
Im Frühjahr 1864 schließlich wurde Grant zum Oberbefehlshaber aller Unionstruppen ernannt und von Präsident Lincoln auf den östlichen Kriegsschauplatz berufen, um dort gegen den härtesten Widersacher der Union – Robert E. Lee und dessen Nord-Virginia-Armee – zu kämpfen. Und wieder sollte Sherman Grant auf dessen Posten folgen, und Oberbefehlshaber der Armeen im Westen werden. Um dem Süden endgültig den Todesstoß zu versetzen und den Krieg zu beenden, ersannen Grant und Sherman die Strategie, den Feind an beiden Fronten gleichzeitig zu attakieren, und so endlich die zahlenmäßige Überlegenheit des Nordens auszuspielen. Währen Grant Lee im Osten in eine Reihe blutiger Schlachten verwickelte, welche die Unionstruppen immer näher an die konföderierte Hauptstadt Richmond, Virginia führten, marschierte Sherman mit drei Armeen (Cumberland (Thomas), Tennessee (McPherson) und Ohio (Schofield)) und insgesamt 100.000 Mann in Georgia ein, mit dem Ziel dessen Hauptstadt Atlanta zu erobern. Die konföderierte Tennessee-Armee, zunächst unter Joseph E. Johnston, dann unter John B. Hood, im Verhältnis 2:1 unterlegen, konnte nur hinhaltenden Widerstand bieten und war immer wieder gezwungen sich zurückzuziehen, sodaß Atlanta schließlich am 2. September 1864 fiel. Dieses Ereignis hatte auch weitreichende politische Folgen. Die Wiederwahl Lincoln’s im Jahr 1864 hatte zeitweilig auf sehr wackligen Füßen gestanden, da es Grant im Osten trotz einer Reihe sehr verlustreicher Schlachten (Wilderness, Cold Harbor) nicht gelungen war, Lee entscheidend zu schlagen. Die Bevölkerung war kriegsmüde und tendierte eher zu Lincoln’s Herausforderer McClellan, der einen Verhandlungsfrieden mit dem Süden bevorzugte. Der Fall von Atlanta war jedoch der lang ersehnte große Erfolg auf dem Schlachtfeld, der die öffentliche Meinung kippen ließ, und Lincoln die Wiederwahl im November sicherte.
Am 15. November 1864 verlies Sherman mit ca. 60.000 Mann Atlanta und begab sich auf seinen Marsch zum Meer, dessen Ziel die Hafenstadt Savannah in Georgia war. Dabei erwies sich Sherman als einer der ersten „modernen“ Generäle, da er mit einer damals vorherrschenden Militärdoktrin brach und weitab seiner Nachschubbasen in feindlichem Territorium operierte, wobei seine Soldaten „aus dem Land“ lebten und bei ihrem Vorrücken systematisch die Lebensgrundlage der einheimischen Bevölkerung und somit die wirtschaftliche Grundlage um Krieg zu führen zerstörte. Ein Vorläufer quasi des totalen Krieges, der eben nicht mehr nur die Soldaten auf den Schlachtfeldern traf, sondern genauso die Familien in der Heimat bedrohte. Die nunmehr im Verhältnis 3:1 unterlegenen Konföderierten Truppen, nunmehr wieder unter Johnston, waren kaum noch in der Lage nennenswerten Widerstand zu leisten, sodaß die Stadt Savannah am 21. Dezember kampflos in die Hände der Unionstruppen fiel.
Von Savannah aus zerteilte Sherman das Territorium der Konföderation ein weiteres Mal, als er im Frühjahr 1865 zu einem weiteren Marsch durch South- und North-Carolina aufbrach. Besonders in South-Carolina hausten Sherman’s Truppen noch schlimmer als in Georgia. da dieser Staat sich im Dezember 1860 als erster von der Union losgesagt hatte und somit als Wiege der Sezession und dem damit verbundenen Krieg galt. Am 17. Februar erreichten Sherman’s Armeen Columbia, die Hauptstadt von South-Carolina, welche am selben Tag noch in Flammen aufging und fast vollständig niederbrannte. Wie schon im Fall von Atlanta konnte später nicht mehr genau gesagt werden, was die Zerstörung ausgelöst hatte. Einige Zeugen sprachen von durch die Unionstruppen gelegte Brände, andere von Konföderierten, die bei ihrem Rückzug Baumwollballen und anderes kriegswichtiges Material in Brand setzten. Von Columbia aus zog Sherman weiter durch North-Carolina, wo sich die Zerstörungen jedoch arg in Grenzen hielten, da der Staat als einer der letzten aus der Union ausgetreten war. Ziel war es, nach Virginia zu marschieren, und Lee’s Nord-Virginia-Armee in den Rücken zu fallen, wozu es jedoch nicht mehr kam, da Lee am 9. April 1865 bei Appomattox die Waffen streckte. So blieb Sherman zunächst in North Carolina, wo er am 26. April die Kapitulation der Überreste von Johnstons Tennessee-Armee entgegen nahm.
Bei der Siegesparade am 24. Mai 1865 in Washington D.C. marschierte Sherman zusammen mit 60.000 seiner Soldaten aus den westlichen Armeen, die er geführt hatte. Während die meisten der Soldaten danach aus dem aktiven Dienst ausschieden blieb Sherman in der Armee. Am 25. Juli 1866 wurde er zum General-Leutnant (3-Sterne General) befördert und kämpfte in den Indianerkriegen.
1869 sollte er schließlich ein letztes Mal Nachfolger seines Freundes Grant auf einem Posten werden, als er zum 4-Sterne-General befördert wurde und Grant, der zum Präsident gewählt worden war, als Oberbefehlshaber des Heeres nachfolgte. Am 8. Februar 1884 schließlich nahm er seinen Abschied und ließ sich in New York City nieder, wo er am 14. Februar 1891 starb.
In seinem Leichenzug lief sein ehemaliger Widersache Joseoh E. Johnston mit, der trotz der eisigen Temperaturen im Februar 1891 aus Respekt auf eine Kopfbedeckung verzichtete. Dadurch erkältete sich Johnston so stark, daß er kurz darauf an einer Lungenentzündung verstarb.

Sherman’s Rolle bleibt bis heute umstritten. Während er im Norden als Held gilt, dessen Feldzüge entscheidend dazu beitrugen den Bürgerkrieg siegreich zu beenden, so ist er im Süden, besonders in Georgia und South-Carolina, bis heute verhasst, aufgrund seiner harten Art der Kriegsführung. Er selber bemerkte dazu einmal:

„Wir kämpfen nicht nur gegen Armeen, sondern auch gegen ein feindseliges Volk, und wir müssen die Alten und die Jungen, die Reichen wie die Armen, die harte Hand des Krieges genauso spüren lassen wie ihre Armeen. Ich weiß, dass mein jüngster Marsch durch Georgia in dieser Hinsicht wahre Wunder gewirkt hat. Tausende, die von ihren Lügenblättern zu dem Glauben verführt worden waren, dass wir die ganze Zeit geschlagen würden, erkannten die Wahrheit und haben keinen Appetit darauf, diese Erfahrung zu wiederholen.“

Ich denke rückblickend kann man heute sagen, daß Grant und Sherman in der Tat als erste „moderne“ Militärführer gesehen werden können, die erkannten, daß das Zeitalter der napoleonischen Krieggsführung zu Ende war und an die Stelle ritterlich geschlagener Schlachten auf grüner Wiese kräftezehrende Materialschlachten sowie ein totaler Kriegseinsatz zur Zerstörung wirtschaftlicher Ressorucen getreten waren. Diese Doppelstrategie - Grant ließ die konföderierten Truppen des weit dünner besiedelten Südens ausbluten, während Sherman das Hinterland verwüstete - brachte schließlich den Erfolg und das Ende des 4-jährigen Schlachtens, nachdem die Grants Vorgänger auf dem östlichen Schauplatz stets die eine große Entscheidungsschlacht, bzw. die Eroberung der feindlichen Hauptstadt gesucht hatten, und regelmäßig an Lee gescheitert waren.

Sherman's ungewöhnlicher zweiter Vorname ist übrigens der Begeisterung seines Vaters für den legendären Häuptling Tecumseh (1768 - 1813) aus dem Volk der Shawnee entsprungen.
Als literarische Figur tritt Sherman u.a. in dem mehrfach ausgezeichneten Roman "Der Marsch", des amerikanischen Schriftstellers E.L. Doctorow in Erscheinung, der von Sherman's Marsch zum Meer handelt. (sehr empfehlenswert!)

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C.
 
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@Roter
Am 08.02.1824 wurde der spätere Brigadier-General der CSA,Barnard Elliott Bee geboren.
Bee war der Mann dem späteren General Thomas Jonathan Jackson den Namen "Stonewall" verlieh.
Dies geschah bei der ersten Schlacht am Bull Run.
Bis heute wird gerätselt ob Bee dies aus Bewunderung oder Ärger über das Verhalten Jacksons sagte.
Da Bee in der Schlacht fiel ist es bis heute eine ungelöste Frage.
Auf jeden Fall behielt Jacksaon sowie seine Brigade den Namen "Stonewall" als Ehrennamen bei.


Ich würde gerne ein paar Worte zu einer Schlacht sagen die heute vor 75 Jahren ihren Abschluss fand mit der Befreiung einer Stadt vom roten Terror.
Aber ich fürchte man würde mich dafür in Stücke reissen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Roter
Am 08.02.1824 wurde der spätere Brigadier-General der CSA,Barnard Elliott Bee geboren.
Bee war der Mann dem späteren General Thomas Jonathan Jackson den Namen "Stonewall" verlieh.
Dies geschah bei der ersten Schlacht am Bull Run.
Bis heute wird gerätselt ob Bee dies aus Bewunderung oder Ärger über das Verhalten Jacksons sagte.
Da Bee in der Schlacht fiel ist es bis heute eine ungelöste Frage.
Auf jeden Fall behielt Jacksaon sowie seine Brigade den Namen "Stonewall" als Ehrennamen bei.

Das stimmt. Im Verlaufe der Schlacht geriet Bee's Brigade in schwere Bedrängnis und musste zurückweichen, wobei Bee den berühmten Ausspruch “Look at Jackson's brigade! It stands there like a stone wall” tätigte.
Fakt ist, daß Jackson zwar keinen Entlastungsangriff führen lies, sondern seine Brigade in der Tat einfach nur dort stand, aber es ist ebenso Fakt, daß sich Bee's fliehende Einheiten an Jacksons's Stellung sammeln und zum Gegenangriff übergehen konnten, was der Schlacht eine entscheidende Wendung gab.

Ich würde gerne ein paar Worte zu einer Schlacht sagen die heute vor 75 Jahren ihren Abschluss fand mit der Befreiung einer Stadt vom roten Terror.

Dieser "Befreiung" folgte allerdings ein lupenreines Kriegsverbrechen sowie ein Massakar an ca. 10.000 Zivilisten, insofern ist es müßig, hier von einer Befreiung zu reden.

C.
 
Dieser "Befreiung" folgte allerdings ein lupenreines Kriegsverbrechen sowie ein Massakar an ca. 10.000 Zivilisten, insofern ist es müßig, hier von einer Befreiung zu reden.

Es kam in vielen Kriegen nach der Eroberung oder auch Rückeroberungen zu solchen Dingen.
Trotzdem werden diese in der Geschichtsschreibung als Befreiung bezeichnet.
Kommt wohl immer auf den an der sie begangen hat.

Desweiteren ist die Zahl von 10 000 umstritten.
Das nur mal der Richtigkeit halber.
 
Heute vor genau 70 Jahren, ab 14.02.1942 erlies das britische Luftfahrtministerium die Generaldiraktive Nr.5, die sogenannte Area Bombing Directive.
Ziel dieser Direktive war das Flächenbombardement aler deutschen Großstädte mit dem Ziel den Krieg durch diese Schläge aus der Luft zu gewinnen.

Zum Anlaß dieses Jahrestages hier eine kurze Zusammenfassung des Luftkrieges :



Luftkrieg (Thema)

Schon den Siegern des 1. Weltkriegs war bewusst, dass in einem künftigen Krieg die Entscheidung an der "dritten Front", in der Luft, fallen würde. Nicht von ungefähr untersagten sie den Besiegten die Luftrüstung, was aber schon die Reichswehr durch Kooperation mit der Roten Armee zu umgehen verstand, ehe Hitler dann im Zuge seiner Revisionspolitik zu offenem Ausbau der Luftwaffe überging. Sie sollte Rückgrat seiner Strategie des Blitzkriegs werden und erhielt hohe Priorität. Zum OB wurde auch deswegen der zweite Mann im Staat, Hermann Göring, ernannt, der unter anderem Udet, Student und Milch zu Mitarbeitern machte.

Ihr Auftrag aber sah eine fast gänzlich auf taktische und operative Einsätze abgestellte Luftkriegführung vor, sodass der Aufbau einer strategischen Bomberwaffe versäumt wurde und in der Luftschlacht um England der erste schwere Rückschlag kam. Hier praktizierte die deutsche Luftwaffe erstmals die neue Art der Kampfführung, die heute gemeint ist, wenn von Luftkrieg gesprochen wird: die Bomberoffensive ohne Ansehen der Ziele und Opfer. Von den Nachtangriffen auf London und Coventry führt ein direkter Weg nach Hamburg und Dresden. Die Rechnung aber, man könne die Moral des Gegners durch wahllosen Terror brechen, ging weder hier noch dort auf.

Während die öffentliche Meinung in England nach den "Blitz"-Monaten von 1940/41 Vergeltung forderte, hatte das britische Bomber Command einen schweren Stand. Anders als die deutschen Bomber brauchten die Wellingtons und Blenheims nicht nur über den Ärmelkanal zu springen. Der lange Anmarschweg behinderte ihre Aktionen. Insbesondere die Tatsache, dass die damals existierenden Funknavigationssysteme für eine Lenkung des Zielanfluges über solche Entfernungen absolut ungeeignet waren, ließ ihre Aktionen gegenüber den deutschen Luftschlägen unbedeutend erscheinen. Anfang 1942 jedoch erschienen ein Mann und eine Maschine auf der Bühne des Krieges, die dieses Bild gründlich ändern sollten: Luftmarschall Harris und die Avro Lancaster.

Harris hatte schon in den 1920er Jahren eine Kampfflieger-Schwadron geführt und war nach Natur und Karriere eher ein Anhänger des Präzisionsangriffs auf Sicht. Der Entschluss der britischen Führung zu Flächenbombardements stand aber längst fest, und zwar nicht nur zum Zweck der Vergeltung. Objektive Gründe kamen hinzu: Tagesangriffe hatten sich als zu verlustreich erwiesen; Geleitschutz durch Jäger schien auf dem langen Anmarschweg zu der Zeit technisch unmöglich; die Trefferquote bei Nachtangriffen war so gering, dass nur Flächenwürfe Erfolg versprachen. Nach dem Eintritt der USA in den Krieg waren die Alliierten entschlossen, irgendwann auf das europische Festland zurückzukehren - bis dahin galt es, Deutschland auf jedem nur möglichen Weg zu schwächen; Bombardierung war für lange Zeit das einzige, was die auf ihrer Insel isolierten Briten tun konnten.

Harris war ein Mann, der ein einmal gesetztes Ziel gradlinig und rücksichtslos anging. Er glaubte daran, das Deutsche Reich ohne jede Aktion zu Lande friedensbereit bomben zu können, obwohl Großbritannien unter dem "Blitz" bewiesen hatte, dass die Moral der Zivilbevölkerung sich unter Terrorangriffen eher festigte. Sein Argument: Ein diktatorisch regiertes Volk muss anfälliger sein als wir.

Als er am 22.2.1942 seinen Dienst antrat, war die Stimmung im Bomber-Kommando schlecht. Was Harris brauchte, um seinen Auftrag ungehindert auszuführen, war ein spektakulärer Erfolg. Nicht nur die eigene Nation, auch der neue Verbündete Amerika musste überzeugt werden, dass eine Luft-Offensive gegen Deutschland Erfolg versprach. Seine Rechnung: Wenn er alle Maschinen, auch Schulflugzeuge, zusammenholte, käme er auf 1000 Bomber. In der Nacht zum 31.5.1942 griffen beim Unternehmen "Millennium" fast 1000 britische Bomber Köln an. Die Angreifer, die 44 Flugzeuge verloren, blieben zunächst im Unklaren über das Ausmaß der Zerstörungen; Aufklärer konnten am nächsten Tag keine Fotos machen, weil eine gewaltige Rauchwolke 4500 Meter hoch über der Stadt lag. Wenig später war klar: 106 vorausgegangene Luftangriffe auf Köln hatten bis dahin nur einen Bruchteil der nun verursachten Verwüstungen erreicht. Harris hatte seine gesamte Streitmacht bis zum letzten Mann aufs Spiel gesetzt. Auch in anderer Hinsicht stellte Köln die Weichen für die weitere Entwicklung. Was auf der einen Seite eine der mitleiderregendsten Tragödien der Menschheitsgeschichte wurde, stellte sich auf der anderen Seite zunächst einmal als ein technisches und organisatorisches Problem dar.

Die 1000-Bomber-Streitkräfte für Köln mussten von 53 verschiedenen Basen in Südostengland aufsteigen, sich zu bestimmten Gruppen sammeln und innerhalb von 98 Minuten einen festgelegten Punkt passieren, um ihre Bomben ins Ziel zu werfen. Etwa die Hälfte der zusammengekratzten 1000-Bomber-Flotte stellten die zuverlässigen Wellingtons, aber im Bomberstrom war auch ein neues, sonores Brummen zu hören, das in den folgenden Jahren das bestimmende Geräusch des nächtlichen Luftkriegs über Deutschland werden sollte: Es stammte von den vier Merlin-Motoren des Avro-Fernbombers Lancaster.

Fast 8000 Lancaster wurden gebaut; diese Zahl wurde noch übertroffen von einem Flugzeug, das seinen Hersteller zunächst an den Rand des Ruins brachte, dann aber zu einer mächtigen Expansion führte: die Boeing B-17 Flying Fortress (Fliegende Festung). Vom Juni bis Dezember 1942 flogen knapp 900 dieser Maschinen über den Atlantik nach England; sie bildeten den Kern der 8. US-Luftflotte. Anders als die britischen Verbündeten verfolgten die amerikanischen Luftstreitkräfte von vornherein das Konzept des Präzisionsbombenangriffs, bei Tag und in geschlossener Formation. Obwohl noch bis zum Ende des Krieges die beiden Luftwaffen auch andere Bomber gegen das Deutsche Reich flogen - bei den Engländern etwa die viermotorige Halifax, bei den Amerikanern die ebenfalls viermotorige Liberator und die zweimotorige Marauder -, wurden die Namen dieser beiden Flugzeugtypen zu den Synonymen des Luftkriegs "Round the Clock" (Rund um die Uhr): bei Nacht die Reihenwürfe aus den Bomberströmen der Lancaster, bei Tag die Bombenteppiche aus den dichtgestaffelten Verbänden der B-17.

Diese "Arbeitsteilung" wurde offiziell auf der Casablanca-Konferenz beschlossen und das Ziel der Luftoffensive so formuliert: "Fortschreitende Störung und Zerstörung der militärischen Struktur Deutschlands und die Unterhöhlung der Moral seiner Bevölkerung bis zu einem Punkt, an dem die Fähigkeit, bewaffneten Widerstand zu leisten, entscheidend geschwächt ist." Fast ungehindert von deutschen Bombern, die nun vom Nordmeer bis Afrika und in den weiten Räumen Russlands kämpften, lief längst die britische Flugzeugproduktion auf höchsten Touren. Dazu kam nun die gewaltige industrielle Maschinerie der Vereinigten Staaten. Präsident Roosevelt nannte im Dezember 1942 die Flugzeugproduktion der USA: monatlich 5500 Stück.

Die Nachtjagd war es (neben der Flak), die im Luftkrieg über Deutschland zunächst beträchtliche Erfolge erzielte und den Dienst im britischen Bomberkommando zu einem unkalkulierbaren Risiko machte. Von den 44 Total-Verlusten beim 1000-Bomber-Schlag gegen Köln gingen 36 auf das Konto der Nachtjäger. Sie vollendeten damit ihren 600. Abschuss. Bis zum September desselben Jahres waren es 1000, bis zum März 1943 schon 2000 zumeist viermotorige Bomber. Zunächst, als die Engländer auf breiter Front einzufliegen pflegten, warteten die Nachtjäger (v.a. zweimotorige Maschinen vom Typ Me 110 und Ju 88) entlang der nach ihrem Chef benannten Kammhuber-Linie über Funkfeuern, bis Bodenradar sie an die einfliegenden Feindmaschinen heranführte. Als Antwort auf die Taktik der Bomberströme wurden die Jäger dann mehr und mehr mit Bordradar ausgerüstet, mit dessen Hilfe sie kämpfend im Bomberstrom "mitschwimmen" konnten.

Der Aufbau der 8. US-Luftflotte ging nur langsam voran; die Briten trugen noch lange die Hauptlast des Kampfes, ehe am 27.1.1943 der erste amerikanische Großangriff gegen Ziele in Deutschland begann. Die folgenden elf Monate bewiesen zweierlei: Die amerikanischen Verbände waren in der Lage, bei Bodensicht mit ihren Bombenteppichen eine bisher nicht gekannte Treffergenauigkeit zu erreichen; vergleichsweise kleine Einheiten verwüsteten Fabriken, Hydrierwerke und Verschiebebahnhöfe. Und: Selbst die waffenstarrenden Fliegenden Festungen - ein Verband von 18 Maschinen konnte die Feuerkraft von rund 200 überschweren MG auf jeden angreifenden Jäger konzentrieren - würden ohne Jagdschutz über Deutschland vernichtende Verluste erleiden. Die deutsche Jagdabwehr kämpfte mit dem Mut der Verzweiflung. Zum ersten Mal wurden im Luftkampf erfolgreich Raketen eingesetzt. Insbesondere die einmotorige Fw 190 erwies sich als gefährlicher Gegner von vernichtender Feuerkraft.

Der Versuch der Amerikaner, die Luftherrschaft über Deutschland zu erringen, scheiterte zunächst blutig. Ihre steigenden Verluste gipfelten in der Katastrophe von Schweinfurt am 14.10.1943. Von 291 Maschinen, die einen Angriff auf die Kugellagerfabriken flogen, wurden 60 abgeschossen, 17 gingen unterwegs verloren und 121 wurden beschädigt. Die Tagbomber-Offensive wurde abgebrochen, nicht zuletzt wegen der sinkenden Moral der Besatzungen.

Zu dieser Zeit war der Beschluss zur Invasion gefasst. Sie würde ohne Luftüberlegenheit kaum gelingen. Die Tagesangriffe mussten also wieder aufgenommen werden, und die einzige Möglichkeit hieß: Jagdschutz bis zum Ziel und zurück. Dieses technische Problem war lange für unlösbar gehalten worden. Die Begleitjäger mussten nicht nur fähig sein, eine gewaltige Benzinlast mitzuschleppen. Für den zu erwartenden, fast ununterbrochenen Kampf mussten sie außerdem riesige Munitionslasten an Bord nehmen - und dabei manövrier- und steigfähig genug bleiben, um es mit den Fw 190 und Me 109 aufnehmen zu können.

Die Antwort hieß P-51 Mustang, sie wurde in Stückzahlen in den US-Fabriken hergestellt, die Göring bis zum Schluss bezweifelte. Aber von Dezember 1943 an erschienen die Maschinen in ständig wachsenden Schwärmen an der Seite der Viermotorigen über Deutschland und entschieden in kurzer Zeit die Schlacht. Inzwischen hatte das britische Bomber-Kommando konsequent den einmal eingeschlagenen Weg verfolgt. Er führte Ende Juli 1943 zu einem vorläufigen Gipfel, den Luftangriffen auf Hamburg mit dem Decknamen "Gomorrha". Alle Maßnahmen des Luftschutzes erwiesen sich als wenig sinnvoll. Die Menschen erstickten in bombensicheren Bunkern ebenso wie in notdürftig abgestützten Kellern. Die meisten versäumten hier wie in anderen Städten den Zeitpunkt zur Flucht: bevor der Feuersturm Orkanstärke erreichte.

In der ersten Hälfte des Jahres 1944 entschieden die Amerikaner mit ein paar gewaltigen Schlägen die Luftschlacht über Deutschland. Die 8. Luftflotte, nun von General Spaatz geführt, erschien unter dem Schutz ihrer Jäger fast täglich über dem Reichsgebiet. Mit dem Vordringen der Alliierten in Italien griff von dort immer stärker auch die 15. US-Luftflotte in den Kampf ein. Am 20.2.1944 begann die "Big Week" (Große Woche) der Alliierten: In 1000-Bomber-Schlägen zerstörte die US Army Air Force Europe (USAAFE) große Teile der Flugzeugindustrie, während in der Nacht die RAF die Arbeiter mit ihren Familien tötete oder ausbombte. Mit ungeheurem Aufwand wurde die deutsche Flugzeugproduktion nun in unterirdische Höhlen und Tunnels verlagert, und es gelang sogar, den Ausstoß durch die Mobilisierung aller Kräfte in nie gekannte Höhe zu jagen. Aber der nächste Schlag der Amerikaner galt der Kraftstoffversorgung. Bombenteppiche trafen die Ölfelder in Ploesti, die Donau wurde aus der Luft vermint, um Öltransporte zu verhindern, und schließlich vernichteten Präzisionswürfe die Hydrierwerke in Deutschland. Von Juni bis September sank die monatliche Benzinzuteilung für die deutsche Luftwaffe von 160 000 t, der Mindestmenge, auf 30 000 t. Dies bewahrte die RAF an einem entscheidenden Punkt vor einer Niederlage.

Inzwischen nämlich hatte sich das Verlustverhältnis umgekehrt, die ungeschützt einfliegenden Nachtbomber wurden Opfer der immer perfekter werdenden Nachtjagd. Allein in der Nacht zum 31.3.1944 wurden von 700 Bombern, die Nürnberg angriffen, 95 über Deutschland abgeschossen. Zwölf weitere gingen wegen ihrer schweren Beschädigungen in England zu Bruch. Aber als am 6.6.1944 die Invasion der Alliierten in der Normandie begann, bestand an ihrer Luftherrschaft über der "Festung Europa" kein Zweifel mehr. Der Bombenhagel auf Deutschland steigerte sich mit dem Luftangriff auf Dresden am 13./14.2.1945 zu einem Höhepunkt, der der nationalsozialistischen Propaganda in letzter Stunde noch Munition für Durchhalteparolen lieferte.

Angesichts der eigenen Bedrohung durch V l und V 2 und unter dem Eindruck der grausigen Funde in den befreiten Konzentrationslagern meldete sich im alliierten Lager Kritik am Konzept des Bomber Command nur zögernd. Rückblickend jedoch wird auch in der angelsächsischen Literatur der unbeschränkte Luftkrieg in seinen gnadenlosen Auswüchsen unter die Kriegsverbrechen gerechnet. Denn den Krieg entschied nicht der Flächenterror, sondern die alliierte Luftüberlegenheit über den Schlachtfeldern.
Quelle :Lexikon des II.Weltkrieges

Hier noch ein paar Bilder von Bombern des Luftkrieges :

He 111 :
he111_12.jpg


Avro Lancaster :
lanc.jpg


B-17 Flying Fortress :
300px-B17-F-45-VE.jpg
 
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