Quarzite

Quarzite
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[ Zugehörigkeit: Imperium ]

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Geschichte des Planeten:

Lange Zeit war Quarzite von den umliegenden Systemen unbehelligt geblieben, da jeder an der gefährlichen Atmosphäre des Planeten gescheitert ist oder keinen Wert in dem Versuch sah, diese zu meistern. Doch mit der Zeit entwickelten sich die Beluganer weiter und wollten, anders als die Kage, das Universum kennenlernen. So begannen sie den Bau eines Turbolifts mit einer angeschlossenen Raumstation, die einen Zugangspunkt von außen auf den Planeten liefern konnte. Doch dies führte gleichzeitig zu stärkeren Spannungen mit den Kage. Schon immer lagen die beiden Spezies auf Quarzite im Streit miteinander, doch durch den technologischen Aufschwung der Beluganer eskalierte die Lage und es herrschte ein offener Krieg.

Vor zwanzig Jahren trafen sich die obersten der beiden Spezies zum ersten Mal wieder und es wurde Frieden geschlossen. Von beiden Spezies sollte eine repräsentative Anzahl in den Rat aufgenommen werden und die Kage durften den Vize Gouverneur des Planeten stellen. Man schloss sich dem Imperium an. Quarzite exportierte seltene Kristalle und einige Metallarten. Allerdings auf Grund des technologischen Rückstands und der Weigerung der Kage, überhaupt Technologie zu verwenden, nur in kleineren Mengen.


Gouverneur:

Mit dem Eintritt zum Imperium übernahm der Cereaner Kion-Skara Labruzza den Posten des Gouverneurs auf Quarzite. Auf Grund seiner ablehnenden Haltung zu übermäßigem Technologieeinsatz war er bestens geeignet, den Planeten friedlich zu leiten. Die Zustimmung der Kage war ihm von Anfang an gesichert, zumal ein Kage auch als Vize-Gouverneur dienen würde.

Labruzza gilt als Reformer innerhalb der imperialen Verwaltung, der aber wenig Einfluss im Imperium hat. Ihm reicht der Aufstieg seines Planeten und ggf. der Aufstieg in den Sektorrang, aber höhere Ziele strebt er nicht an.

Er gilt als äußerst intelligent und zielgerichtet. Dabei behält er lieber das Gesamtkonstrukt Planet im Blick, als einzelne Sektoren gezielt auszubeuten.


Bewohner:

72% Beluganer
38% Kage


Namhafte Lokalitäten:


Raumhafen – Auf Grund des äußerst hohen Umgebungsdrucks ist das Betreten der Planetenoberfläche nicht möglich. Jedes Raumschiff, das in die Planetenatmosphären einzutauchen versucht, würde direkt implodieren. Die einzige Möglichkeit, auf bzw. in den Planeten zu gelangen, besteht über den Raumhafen und den angeschlossenen Turbolift zum Planeteninneren. Trotz der fortschrittlichen Technologie lassen sich die vier Turbolifte nur mit maximal 2 Personen pro Lift besteigen, was eine schnelle Belagerung des Planeten deutlich erschwert.

Untergrundbahnhof - Der Untergrundbahnhof stellt den Mittelpunkt von Quarzite dar. Hier kommen die Turbolifte des Raumhafens an und hier starten die Untergrundzüge zu den diversen Orten auf Quarzite. Unter anderem zu den Minen, zu Blanks Festung und zur Hauptstadt der Kage. Mit Hilfe der Untergrundzüge reisen die Bewohner und transportieren sie importierte oder zu exportierende Waren.

Blanks Festung - Blanks Festung war eine alte Festung aus Kriegszeiten und dient nun als Sitz des Gouverneurs. Die Stadt, die sich um die Festung herum gebildet hat, dient als Hauptstadt des Planeten und beherbergt den Großteil der beluganischen Bevölkerung. Hier werden die Untergrundzüge, Bergbaugeräte und Waffen produziert, sowie ein Teil der Kristalle weiterverarbeitet. 80% aller Beluganer leben im direkten Umfeld der Festung.

Krism Cave - Die Hauptstadt der Kage liegt in einer riesigen Kristallhöhle, weit abgelegen vom Gebiet der Beluganer. Kage sind für ihre Kampfausbildung bekannt, dafür sind sie aber technologisch nicht so versiert. Die Kage stellen den Vize-Gouverneur und haben 3 weitere Plätze im Rat der Elf. An Stelle der Untergrundbahnen verwenden die Kage weiterhin ihre Reittiere, die vielfüßigen Milodon.


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Besonderheiten

Quarzite hat einen extrem hohen Außendruck, der verhindert, dass man in den Orbit einfliegen kann oder gar auf dem Planeten landen kann. Die einzige Möglichkeit, den Planeten zu betreten, ist über den Raumhafen und den daran angeschlossenen Turbolift in den Planeten hinein. Die Planetenoberfläche ist sandig und von gewaltigen violetten Kristallen übersät. Das Leben findet rein in unterirdischen Höhlen von gigantischen Ausmaßen an.

Auf Quarzite gibt es zwei Spezies: die Beluganer, die etwa 72% der Bevölkerung ausmachen, und die Kage. Beide Völker lagen jahrhundertelang im Krieg miteinander, der vor wenigen Jahren geschlichtet werden konnte. Einwanderung von anderen Spezien ist auf Quarzite nicht gestattet, es sei denn der Gouverneur benötigt diese Personen.
 
[Quarzite | Krism Cave| Rathaus | Besprechungsraum A38 ] Moora Nima, Luumo Suli, Kaleen Safii und Frost Baal(NSC)

Für Moora Nima beginnt der Tag fast so wie jeder andere in den letzten Wochen. Besprechungsraum A 38, hier wird alles besprochen, was ausschließlich für das Leben der Kage relevant ist. Der Raum ist zu 100% abhörsicher, hat keine Fenster und liegt versteckt im inneren des Rathauses hinter zwei Geheimtüren versteckt. Der Raum ist nur wenigen bekannt, 8 Menschen um genau zu sein. Heute steht mal wieder die Landwirtschaft auf dem Plan.

"Nun
Luumo, wie geht es mit dem Ausbau der Lebensmittelbetriebe voran? Konnten die Probleme mit der Bewässerung der Topato Pflanzen behoben werden. Wie sieht es mit dem Wachstum der Bofa und Ahrisa Früchte aus?" Mit einem fragenden Blick wandte sie sich an den Landwirtschaftsminister. Ein älterer Kage mit viel Erfahrung in dem Bereich.

"Nun meine wehrte
Moora. Die Früchte wachsen sehr gut und ich denke, das wir in 3 bis 4 Wochen mit der Ernte beginnen können. Wir haben keine nennenswerte Verluste durch Ungeziefer oder Parasiten zu verzeichnen. Bei den Topato Pflanzen sieht es dagegen dürftig aus. Zwar wachsen die Pflanzen, aber nicht so gut wie erwartet. Vielleicht sollten wir doch unseren Fokus auf Antarianische Erbsen und Raum-Karotten legen."

Moora schaute sich die Daten auf dem Datapad an und kam zu einem ähnlichen Fazit. Doch woher bekommen wir noch mehr Saatgut dafür. Sie nickte, "Ich werde mich darum kümmern, entsprechendes Saatgut zu bekommen. In der Zwischenzeit forschen Sie doch bitte weiter an der Kultivierung der Alazhipflanzen."

Luumo nickte und verließ den Raum. Moora wandte sich nun ihrer rechten Hand zu. "Kaleen, kümmer du dich bitte um die Planung der neuen Ausbildungsanlagen und dem Stadt Kern in Höhle KZ-22-4A. Das ganze muss aber erstmal geheim bleiben. Maximal Brilo darf involviert werden. Er hat damals Krism Cave umgebaut und kennt sich gut aus. Ich werde mich mit Gouverneur Labruzza zusammensetzen und Saatgut erbitten. Wir sollten auch mit unseren Nachbarsystemen Kontakt aufnehmen. Dazu wirst du aber noch entsprechende Instruktionen bekommen. Vielen Dank meine liebe. "

Zusammen mit ihrem Leibwächter
Frost Baal verließ Moora den Raum und begab sich zu den Ställen. In zwei Stunden hatte Sie ein Treffen mit Gouverneur Labruzza in Blanks Festung und sie wollte auf keinen Fall zu spät kommen. Noch hatte sie bei ihm einen sehr guten Eindruck hinterlassen und das sollte sich nicht ändern. Auch wenn es Gerüchte gab, dass er bald abgelöst werden könnte. So begab sie sich zu ihrem eigenen Reittier und machte sich zusammen mit Frost auf den Weg nach Blanks Festung.

[Quarzite | Krism Cave| Rathaus | Besprechungsraum A38 ] Moora Nima, Luumo Suli, Kaleen Safii und Frost Baal(NSC)
 
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[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Moora Nima, Frost Baal, Gouverneur Labruzza (NSC), diverse Wachen, Diener

Mit deutlich schickerer Kleidung erreichten Moora und Frost Baal die Ratskammer in Blanks Festung. Die Sturmtruppen vor der Tür nicken ihr freundlich zu und öffnen die breite Tür lautlos. In der Ratskammer sind viele Diener unterwegs, die Snacks und Getränke servieren. Bislang sind noch keine Ratsmitglieder eingetroffen, nur der Gouverneur steht im Raum und begrüßt Moora freundlich.

"Ahh Moora, da seid ihr ja. Schön das wir noch kurz unter vier Augen reden können. Sie sollten mit Kelada Kontakt aufnehmen. Ich kann ihr wirken auf der anderen Planetenseite nicht mehr lange tolerieren, sorgt dafür, dass auch die Beluganer an neue Technologie und Nahrungvorkommen gelangen. Glaubt ihr etwa, ich bemerke euer handeln nicht?"

Moora setzte eine überraschte Mine auf und lächelte den Gouverneur herausfordernd an.

"Aber werter Gouverneur, sowas ist doch überhaupt nicht meine Absicht. Meine Wissenschaftler sind einfach versierter, was die Veredelung von Saatgut und den Anbau unbekannter Pflanzen angeht. Sobald wir entsprechende Erfahrungen gesammelt haben, werden wir die natürlich mit dem gesamten Planeten teilen."

Moora näherte sich dem Gouverneur und zwirbelte ihm an seinem Bart herum, was der Gouverneur auch ohne Probleme zuließ. Man konnte ihm anmerken, dass es ihn sichtlich amüsierte.

"Aber wenn wir schonmal alleine sind, wir sollten irgendwann zu zweit die Zukunft des Planeten besprechen. Ich denke es wäre für das Imperium und eure Laufbahn förderlich, wenn wir die Harmonie hier verbessern würden."

Doch bevor es zu einer Reaktion kommt öffnet sich die Tür erneut und die nächsten Ratsmitglieder betreten den Raum.

DERWEIL...


[Quarzite | Höhle KZ-22-4A] Kaleen, Brilo, mehrere Bauarbeiter (NSCs)

Auf Anweisung von Brilo arbeiten mehrere Trupps an dem Aufbau einer Schießbahn und mehrerer Barracken. Die Arbeiten gehen schnell voran und Brilo erweißt sich als wahrer Meister in der Planung dieses Ausbildungszentrums. Kaleen sieht ihm staunend zu, wie er Trupp für Trupp Anweisungen zu ruft und gleichzeitig per Kommunikator Nachschub und Baustoffe ordert. Immer wieder kommen Milodons mit Karren an der Baustelle an und liefern die bestellten Waren und Versorgungsmaterial für die Bauarbeiter.

"Sehr gute Arbeit Brilo, ich merke ich kann die Arbeiten voll und ganz in eure Hände legen. Ich kümmere mich um Nachforschungen zu unseren Nachbarsystemen. Ich hoffe ich finde im Archiv entsprechende Hinweise. Viel Erfolg euch hier weiterhin und wenn ihr was braucht, meldet euch."

Von Brilo kam nur ein nicken, bevor er sich wieder der Koordination der Arbeitsgruppen zuwandte. Kaleen ging zu ihrem Milodon und begann den Rückweg nach Krism Cave.

[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Moora Nima, Frost Baal, Gouverneur Labruzza (NSC), Ratsmitglieder


"Damit schließe ich die heutige Ratsversammlung. Ich bin erfreut über die Veränderungen und mit ihrer aller Leistung sehr zufrieden. Auch beim Imperium sind die Verbesserung hier auf Quarzite nicht unbemerkt geblieben."

Mit diesen Worten beendete Gouverneur Labruzza die Versammlung und verließ direkt den Saal. Auch Moora
begab sich direkt zusammen mit Frost Baal zu ihrem Milodon. Auf halber Strecke wandte sie sich an ihren Leibwächter.

"Es wird Zeit, die nächste Phase einzuleiten. Wählt vier Krieger aus und schickt sie in drei Tagen in den geheimen Besprechungsraum. Operation 'Lichtschalter' muss ein voller Erfolg werden."


Frost Baal nickte und schlug sich mit der Faust auf die Brust. Zehn Minuten später waren sie in den Stallungen von Krism Cave und beide begaben sich ins Rathaus.

[Quarzite | Krism Cave | Stallungen] Moora Nima, Frost Baal (NSC)
 
[Quarzite | Krism Cave | Rathaus | Besprechungsraum A38 ] Moora Nima, Kaleen Safii (NSC), Frost Baal (NSC)

Kaleen hatte Silas zu einer Notfallkonferenz in den geheimen Besprechungsraum gebeten. Sie sieht sichtlich besorgt aus und kommt direkt zur Sache.

"Es gibt beunruhigende Gerüchte die ich von meinem Kontaktmann beim ISB erfahren habe. Scheinbar plant das Imperium Gouverneur Labruzza zu ersetzen. Es gibt wohl einige belastende Holomitschnitte und Aussagen wichtiger Adeliger, die ihn schwer belasten und seine angeblichen Reformpläne offengelegt haben. Wer Nachfolger wird ist nicht bekannt, aber wir haben wohl noch Zeit. Angeblich soll dieser erst noch gefunden werden."

Die Miene von
Moora verfinsterte sich. Sie ging den Tisch ein paar man auf und ab, setzte sich an den Tisch und schlug fest auf den Tisch.

"Das kann doch nicht wahr sein. Jetzt wo ich ihn endlich um den Finger gewickelt hatte." Sie wandte sich an
Frost. "Frost, schicke bitte 2 deiner Leute in Blanks Festung. Wir brauchen eine Wanze im Zimmer des Gouverneurs und eine Wanze in der Holozentrale für Ratsangelegenheiten. Als Tarnung soll dem Gouverneur die Information gebracht werden, dass wir Kontakt mit Kaleda aufnehmen werden. Und dann begib du dich zum Raumhafen und mach mein Shuttle startbereit." Dann wandte sie sich Kaleen zu. "Kaleen, sende bitte eine Mitteilung nach Kaleda, dass ich mich mit dem Gouverneur oder dem Vize-Gouverneur zusammenzusetzen, um potenzielle Handelsbeziehungen zu verhandeln. Dann bereite bitte Operation Phönix und Operation Wanderzirkus vor. Vielleicht müssen wir unsere Pläne vorverlegen."

Die beiden verlassen umgehend den Raum, um ihre Aufgaben zu erfüllen.
Moora bleibt nachdenklich zurück. Ich es schon Zeit für Wanderzirkus? Wie würde das Imperium reagieren. Kann ich das Risiko eingehen? Dann geht sie an das Holocom, schaltet es ein, schüttelt den Kopf nachdenklich und schaltet es direkt wieder ab. "Wir warten einfach mal ab, wie sich die Sache entwickelt."

Daraufhin verlässt auch die den Raum und begibt sich in ihre Gemächer, zieht sich festlichere Kleidung an und rückt ihren Gürtel zurecht. Nachdem Makeup und Frisur gerichtet sind begibt sie sich zu den Stallungen, reitet mit ihrem Reittier und zwei Leibwächtern zur unteren Aufzugsschleuse. Dann richtet sie ihre Worte an die Leibgarde.

"Nehmt meinen Milodon zurück zurück nach Krism Cave. Ich weiß noch nicht wie lange ich weg sein werde. Frost erwartet mich oben, ihr könnt also zurückkehren."


Daraufhin steigt sie von ihrem Milodon ab und nickt den Sturmtruppen am Zugang zum Aufzug freundlich zu. Beide begrüßen sie mit gespielter Freundlichkeit und lassen sie in den Aufzug steigen. Nur 5 Minuten später erreicht sie den Raumhafen, wo Frost Baal sie bereits erwartete.

"Die 'Weißer Dolch' ist startbereit und auch von mir persönlich innen und außen durchsucht. Das Holokom funktioniert einwandfrei und hat auch die Spezialfunktionen erhalten, um die sie gebeten hatten. Sollen wir starten."

Moora nickte ihm zu und bestieg ihr Schiff. Frost nahm den Platz des Piloten ein, ein R3-Droide übernahm die Position des Piloten. Das Schiff startete ohne lange Wartezeit und nahm Kurs Richtung Aleen Minor.


[Quarzite | offenes Weltall | Weißer Dolch ] Moora Nima, Frost Baal (NSC), R3 (NSC)
 
[offener Weltraum | an Bord der T-4a Lambda-Fähre Sternstreif | auf dem Weg nach Quarzite] Kanto Garison, Halcyon Rak (NSC), Mellis Nival (NSC)

An Bord der Sternstreif war es still. Was kein Wunder war, denn es waren nur drei Personen an Bord. Das unterschwellige und leise Wummern der Hyperraumtriebwerke war im Laufe des Flugs zu einem kaum mehr auszumachendem Hintergrundgeräusch geworden. Kanto Garison saß lässig hingelümmelt in einem bequemen Sessel im kleinen Aufenthaltsbereich der kleinen Fähre und gab vor, sein Datapad mit Informationen über Quarzite zu studieren. Durch das offenstehende Schott zum Cockpit konnte er Halcyon Rak, seinen Telbun, sehen. Halcyon war für Kanto Mentor, Berater und Leibwächter in einem. Gerade schien er damit beschäftigt, den Bordcomputer für die Ankunft im Quarzite-System vorzubereiten.

"Halcyon, wie lange noch?"

"Zehn Minuten bis zum Fall aus dem Hyperraum, mein Herr. Vielleicht solltet Ihr euch bald fertig machen."

Erst seit neuestem war Halcyon dazu übergegangen ihn nicht mehr mein junger Herr zu nennen. Kanto musste schmunzeln. Mit über 30 vielleicht etwas spät, aber er sah es seinem Erzeuger nach. Seine Gedanken wanderten zu Mellis Nival, seiner Kammerdienerin, die mit Sicherheit im Frachtraum damit beschäftigt war, seine protzigste Verwaltungsuniform auf Hochglanz zu bringen. Fünf Minuten sollten reichen, sich angemessen in Schale zu werfen und sich optisch auf seinen Antritt als Gouverneur von Quarzite vorzubereiten. Es blieben ihm also noch vorher fünf Minuten, sich mental darauf vorzubereiten.

Quarzite… warum bei den sieben Höllen von Darus musste es dieser hässliche, unwirtliche und zu allem Überfluss auch noch ausschließlich von Nichtmenschen bewohnte Rohstoffplanet sein, den man ihm als seinen ersten Gouverneursposten anvertraute. Kanto hatte einige Holos gesehen. Die Aliens hausten dort in kargen unterirdischen Höhlen, weil ein Leben an der Oberfläche wegen des hohen atmosphärischen Drucks unmöglich war. Keine Sonne, keine Berge, keine Seen. Kanto sehnte sich jetzt schon nach seiner Heimatwelt Kuat, die Dank Terraformings ein wahres Paradies war.

Nun, es war klar, warum es Quarzite sein musste. Für den sektorverwaltenden Moff Salazin war er ein Unbekannter, ein unbeschriebenes Blatt. Lediglich durch die guten Beziehungen der Familie Garison war es überhaupt gelungen, Moff Salazin mehr oder weniger dazu zu zwingen, Kanto hier für eine erste Bewährungsprobe als Gouverneur einzusetzen. Und dann natürlich nur auf einem unbedeutenden Nest wie Quarzite. Er konnte nur hoffen, dass sein Vorgänger, dieser Kion-Skara Labruzza, sich den Gouverneurssitz entsprechen angenehm eingerichtet hatte. Schließlich war auch er kein Einheimischer gewesen.

Ganz im Gegensatz zu der Vize-Gouverneurin. Sie war eine Kage, Angehörige der minderen der beiden Spezies auf dem Planeten. Sie repräsentierte demnach diese Minderheit, und Kanto sollte entsprechend die andere, höherentwickelte und dominante Spezies, diese Beluganer, repräsentieren. So besagte es zumindest das theoretische Regierungsprinzip des Planeten, dass der Herrschaft des Imperiums einen pseudo-demokratischen Anstrich gab. In diesem Sinne gab es wohl auch so etwas wie einen Rat, der sich aus Sprechern der beiden Fraktionen zusammensetzte. Nach dem was Kanto von seiner Zeit in der Sektorverwaltung des Kuat-Sektors wusste, war so etwas oft lästig, aber für die Ruhe und Ordnung solcher Planeten von Vorteil…

Nun gut, man würde sehen. Er hoffte jedenfalls, dass diese Vize-Gouverneurin ihm keine großen Probleme machen würde. Am sinnvollsten war es wohl, sich zuallererst die Unterstützung der Beluganer zu sichern. Und er hoffte auch, dass sich sein Vorgänger Labruzza, schon aus dem Staub gemacht hatte. Ihm wollte er mit Sicherheit vorerst nicht persönlich begegnen.

Kanto legte das Datapad beiseite und stand auf. Zeit sich umzuziehen.

[offener Weltraum | an Bord der T-4a Lambda-Fähre Sternstreif | auf dem Weg nach Quarzite] Kanto Garison, Halcyon Rak (NSC), Mellis Nival (NSC)
 
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[Im Orbit von Quarzite | an Bord der T-4a Lambda-Fähre Sternstreif | Im Anflug auf den Raumhafen] Kanto Garison, Halcyon Rak (NSC), Mellis Nival (NSC)

Kanto Garison saß neben Halcyon Rak im Copilotensitz der Fähre. Die etwas steife Paradeuniform war eindeutig nicht dazu gemacht, längere Zeit zu sitzen, aber das würde auch gar nicht notwenig sein. Sie näherten sich bereits dem orbitalen Raumhafen von Quarzite und Kanto musste den Beluganern zugestehen, dass der Anblick dieser Ingenieursleistung auf gewisse Weise beeindruckend war. Das Gebilde ragte wie eine riesenhafte glitzernde Stecknadel aus dem dunklen Grau der Planetenoberfläche hervor, welches stellenweise von geisterhaftem rosa Leuchten schimmerte. In den einzelnen Strahlen des sternförmigen Kopfes, der sich gleichförmig langsam mit dem Planeten mitdrehte, befanden sich magnetisch abgeschottete Landebuchten. Eine solche flog die Sternstreif nun an.

„Die Nachricht über Ihre Ankunft ist wohl noch rechtzeitig angekommen, es sieht so aus als werden Sie erwartet.“

Halcyon Rak deutete auf eine kleine Ansammlung von Individuen, die jetzt im schnell näherkommenden Hangar zu erkennen waren. Diese Hangars waren nur groß genug, um einen leichten Frachter bequem aufzunehmen. Das erklärte zumindest teilweise, warum der Export von Quarzkristallen vom Planeten nur so schleppend war. Kanto machte sich eine mentale Notiz, sich dieses Problems anzunehmen. Nur wenn Quarzite für das Imperium an Bedeutung gewann, würde auch er für das Imperium an Bedeutung gewinnen.

Er erhob sich und ging in den Aufenthaltsbereich der Fähre. Das Empfangskomitee sollte ihn nicht auf dem Copilotensitz erspähen. Das wäre eines imperialen Gouverneurs unwürdig. Mellis Nival kam zu ihm und musterte ihn ein letztes Mal von oben bis unten, rückte seine Abzeichen zurecht und nickte dann zufrieden. Sie war keine Frau von vielen Worten, aber nun konnte sie offensichtlich nicht an sich halten.

„Eines echten Kuati würdig. Ich bin stolz auf Sie.“


Er schmunzelte, was ihn, wie er wusste, attraktiver aber auch hochmütiger aussehen ließ. „Und wir sind erst ganz am Anfang, meine liebe Mellis.“

Die sanfte Erschütterung der Landekufen, die auf festen Grund aufsetzten, war zu spüren und Kanto trat zur Ausstiegsrampe. „Halcyon! Zu meiner Rechten.“

Sein Mentor erschien aus dem Cockpit und postierte sich neben ihm. Mellis Nival eilte zu Halcyon, klopfte die ein oder andere Falte aus seiner Uniform und rückte seine Offiziersmütze zurecht, bevor sie sich auf Kantos anderer Seite aufstellte und die Rampe betätigte.
Mit einem Zischen und den charakteristischen Kondenswolken von entweichendem Druckmittel, senkte die Rampe sich langsam. Kanto wartete nicht, bis sich der Nebel vollständig verzogen hatte und schritt entschlossen voran in den Hangar. Er wollte einen Eindruck von Entschlossenheit und Selbstbewusstsein machen. Zu seiner großen Freude, die er sich selbstverständlich nicht anmerken ließ, hatte sich eine Gruppe Sturmtruppen links und rechts der Rampe postiert, die Karabiner zackig angelegt. Er nahm sie nur im Augenwinkel wahr, würdigte sie keines Blickes. Kurz musterte er das Komitee, dass ihn erwartete. Es bestand aus mehreren Beluganern. Ihr Körperbau war menschenähnlich und mit graubrauner, ledriger Haut überzogen. Zu erkennen waren sie vorallem an den seltsamen halbmondförmigen Auswüchsen, die seitlich am Kopf lagen, wo eigentlich die Ohren sein sollten. Außerdem hatten sie einen etwas abartigen, gespalteten Schnabelmund. Am Rand der Gruppe allerdings befand sich eine schlanke, grauhäutige Figur, die eine Kage sein musste. Sie sah etwas weniger seltsam aus. Bis auf ihre langen spitzen Ohren und die aschfahle Haut wirkte sie beinahe menschlich. Kanto nahm an, dass dies die Vizegouverneurin war. Offensichtlich wurde sie von den Beluganern aber dennoch als minderwertig angesehen, sie hatten sich provokant so aufgestellt, dass es die Kage eindeutig als Außenseiterin darstellte. Vielleicht wollte aber auch sie sich distanzieren.

Um gleich klarzustellen, dass er moralisch über solchem interkulturellen Gezänk erhaben war, ging er dennoch zielstrebig auf die Vizegouverneurin zu und verschränkte die Arme hinter dem Rücken. Er würde sich nicht dazu herablassen diesem Alien die Hand zu schütteln, wie es die Höflichkeit auf Kuat geboten hätte.

Moora Nimra? Ich bin erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen“, sagte er stattdessen knapp.

Sein gegenüber deutete ein knappes Nicken an, das nicht gerade unterwürfig wirkte.

"Willkommen auf Quarzite, Gouverneur Garison. Mein Name ist Kaleen Safii. Die Vize-Gouverneurin lässt sich entschuldigen. Sie ist zu einer diplomatischen Reise nach Kelada aufgebrochen, bevor sie von der Neubesetzung des Gouverneurspostens erfahren hat. In der Zwischenzeit vertrete ich sie. Ich bin mich sicher, dass ich all Ihre Fragen zu Quarzite beantworten kann."
Zu Kantos Missfallen war im Ton der jungen Kage keinerlei Unterwürfigkeit zu hören. Aber immerhin Respekt. Er nickte lediglich.

"Wann wird die Vize-Gouverneurin zurückkehren?"

"Der Zeitplan der Reise ist bewusst flexibel, je nachdem wie die Verhandlungen mit Kelada laufen. Aber in zwei bis drei Tagen wird sie höchstwahrscheinlich wieder hier sein."


Kanto nickte erneut. "Sobald sie wieder auf Quarzite ist, soll sie sich unverzüglich bei mir melden."

Mit diesen Worten ließ er die Vertreterin stehen und wandte sich den Beluganern zu, die zwar geduldig gewartet hatten, aber nach ihren Mienen zu urteilen davon empört waren, dass der neue Gouverneur zuerst mit der Kage gesprochen hatte. Zumindest soweit Kanto die Mienen dieser Aliens überhaupt beurteilen konnte.

"Wo ist Gouverneur Labruzza?" erkundigte er sich, wie als wäre er enttäuscht, seinen in Ungnade gefallen Vorgänger hier nicht anzutreffen. Das Gegenteil war jedoch der Fall.

Einer der Beluganer antwortete mit besorgter Stimme. "Der Gouverneur hat Blanks Festung und Quarzite heute völlig überstürzt verlassen! Nur seine engsten Vertrauten haben ihn begleitet. Die Umstände dessen sind uns schleierhaft. Das war kurz, nachdem bekannt wurde, dass Sie hier als sein Nachfolger antreten würden."

Kanto rieb sich in gespielter Nachdenklichkeit sein rasiertes Kinn. "Zu schade, eine geregelte Übergabe hätte uns sicher vieles hier erleichtert. Aber Kion-Skara Labruzza war schon immer ein Weichling, der jede Gelegenheit wahrnimmt, sich Verantwortung zu entziehen."

Damit ließ er dieses Thema fallen. Es wurden einige Worte der Höflichkeit gewechselt, wobei Kanto sich auf das mindeste Maß beschränkte. Bei den Aliens schien es sich um Mitglieder des planetaren Rates und ein, zwei sonstige Würdenträger zu handeln. Er vertraute darauf, dass Halcyon Rak sich die Namen und Funktionen dieser Personen merkte. Einer der Anwesenden fiel ihm jedoch ins Auge: ein Beluganer, dessen Aufmachung weniger festlich war wie die der Anderen, sondern etwas praktischer wirkte. Außerdem trug er eine Art Implantat anstelle seines linken "Ohr-Halbmondes", das von offensichtlichem Narbengewebe umrandet war. Kanto ließ einen der Würdenträger, der ihm gerade irgendein langweiliges Detail aus der Historie Quarzites erzählte, stehen und trat zu diesem absonderlichen Gesandtschaftsmitglied hin. Auffordernd ruckte er seinen Kopf in dessen Richtung.

"Und wer sind Sie?", verlangte er zu wissen.

Der offensichtlich schon ältere Alien verbeugte sich sparsam.

"Mein Name ist Rahuga Bal. Ich bin Vorsitzender der Technologiegilde auf Quazite. Unser Sitz ist bei Blanks Festung, ganz in der Nähe des Gouverneurssitzes."

Die Stimme des Wissenschaftlers klang verwittert, wie die eines lebenslangen T'bakrauchers aber seine Aussprache war präzise und gewählt. Kanto dachte an die Erhöhung der Kristalleexporte und den zu kleinen Hangar, in dem sie gerade standen.

"Sehr interessant. Kommt morgen um 9 Uhr Standartzeit in mein Büro. Ich werde auf die Dienste Ihrer Gilde zurückgreifen müssen, wenn ich aus diesem Planeten ein Juwel des galaktischen Imperiums machen will."

Nun gut, das mit dem Juwel war sicher etwas übertrieben, aber ein bisschen Motivation konnte nicht schaden. Rahuga Bal beschränkte sich darauf, sich erneut sparsam zu verbeugen.
Kanto drehte sich um und lies seinen Blick durch die Runde schweifen. Die Beluganer waren verstummt und beobachteten ihn aufmerksam. Kanto spürte, dass er von dieser Seite keine besonderen Schwierigkeiten zu erwarten hatte. Kaleen Safii stand schweigsam am Rand und beobachtete ausdruckslos die Planetenoberfläche. Die Kage war schwerer einzuschätzen.
Er wandte sich an alle Anwesenden und sprach mit befehlsgewohnter Stimme:

"Ratssitzung morgen um 12 Uhr Standardzeit. Alle Ratsmitglieder sind zur Anwesenheit verpflichtet." er sah noch einmal zu Kaleen Safii, die seinen Blick erwiderte. "Die Vize-Gouverneurin ist entschuldigt."

Er würde versuchen, die Zeit von Moora Nimas Abwesenheit nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen, wer auf welcher Seite stand, und wer für ihn ein Problem werden könnte.
Ohne jemand bestimmtes Anzusehen, verlangte er: "Und nun bringt mich zu Sitz des Gouverneurs."


[Im Orbit von Quarzite | Raumhafen] Kanto Garison, Halcyon Rak (NSC), Mellis Nival (NSC), Kaleen Safii (NSC), weitere NSC
 
[Quarzite | Krism Cave | Rathaus | Besprechungsraum A38 ] Kaleen Safii (NSC)

Nach der Ankunft des neuen Gouverneurs kehrte Kaleen umgehend nach Krism Cave zurück, informierte der Ratsmitglieder, die von den Kage gestellt wurden über die Neuigkeiten und begab sich dann direkt in den geheimen Besprechungsraum. Moora muss informiert werden und notwendige Schritte müssen ergriffen werden. Operation Wanderzirkus geht wohl ohne Moora und Frost in die nächste Phase. Dann nahm sie an dem verschlüsselten Holosender platz.

"Der Graf ist aus der Kirche gekommen und sein Kind folgte. Der wandernde Zirkus fährt weiter. Kein Zwischenstopp möglich. Zu viele Schlaglöcher."

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Nachricht abgefangen wird oder Kelada´s Holonetz nicht sicher ist, wird damit niemand etwas anfangen können. Danach änderte sie die Frequenz.

"Operation Wanderzirkus startet morgen früh, sei dabei. Erstmal passiv bleiben. Wechseln auf Ausweichfrequenz 3."

Das sollte erstmal reichen bis Moora wieder hier ist. Was sie wohl von dem neuen Gouverneur hält. Er machte zwar einen eher unerfahrenen Eindruck, aber er scheint motiviert zu sein. Das könnte förderlich sein. Sie grinste und verließ den Besprechungsraum in Richtung ihres Büro´s. Solange Moora nicht da ist, blieb mal wieder alles an ihr hängen. Aber alles zum Wohl der Kage und für Quarzite.

[Quarzite | Krism Cave | Rathaus | Besprechungsraum A38 ] Kaleen Safii (NSC)
 
[Quarzite | Blanks Festung | Gouverneursvilla] Kanto Garison

Kanto
blickte aus dem breiten Transparistahlfenster in seinem privaten Salon. Der Blick, der sich ihm draußen bot, war nicht besonders erhebend. Blanks Festung, die größte Siedlung auf Quarzite, befand sich in einer sehr großen Höhle, von der es mehrere Verbindungstunnels in das umgebende, weitläufige Höhlensystem des Planeten gab. Decke und Wände dieser Kaverne bildeten die charakteristischen Kristalle, die in sanften Rosa- und Violetttönen leuchteten und alles in ein Dämmerlicht tauchten. Das Fenster befand sich in der hohen Außenmauer der alten Festungsanlage, die von den alten Diktatoren Quarzites erbaut worden war und sich an eine Wand der gewaltigen Höhle schmiegte. Der Großteil der Beluganer wohnte innerhalb der ausgedehnten Festungsanlage, aber auch im Bereich vor den Mauern erstreckten sich viele kleinere Gebäude. Weiter draußen schienen landwirtschaftliche Flächen zu liegen. Kanto erkannte ausgedehnte Strukturen, die sich mit Feldern vergleichen ließen, wie er sie von Kuat kannte. Durchsetzt waren sie von offenen Wasserflächen, die allerdings auch auf irgendeine Art bewirtschaftet schienen, wie man an den Konstruktionen am Ufer und auf dem Wasser erkennen konnte.
In einem weiten Bogen zog sich die Leitlinie der Untergrundbahn über die Felder und Gebäude, bis sie in einem Durchlass der Festungsmauer verschwand. Gerade eben verließ eine Untergrundbahn Blanks Festung in Richtung Untergrundbahnhof, von wo auch er gestern Abend gekommen war. Es gab nur diese eine Linie fort von hier. Er würde sich über andere Verkehrsmittel erkundigen müssen. In den nächsten Tagen würde er sich über vieles erkundigen müssen.

Seine ersten Ziele waren es, die Loyalität der Bevölkerung gegenüber dem Imperium zu stärken und die Rohstoffexporte zu erhöhen. Zweiteres wollte er in Kürze mit Rahuga Bal von der Technologie-Gilde und später im Rat besprechen. Ersteres würde mit Sicherheit mehr Zeit und Feingefühl benötigen. Vielleicht wäre es sinnvoll, die beiden Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen und sich auf Seite der stärkeren zu schlagen. Das wären in diesem Fall die Beluganer, die nach dem bisherigen Eindruck auch die verlässlichere Gruppe waren. Auf lange Sicht wäre es jedoch unumgänglich, zumindest eine gewisse Anzahl Menschen auf dem Planeten anzusiedeln und diesen die wichtigen Positionen zu übertragen. Die Beluganer mochten technik-affin sein, aber für die Verwaltung einer Imperialen Kolonie brauchte es die Struktur, Ordnung und Weitsichtigkeit menschlichen Verstands. Nichts war lästiger und gefährlicher als die Kleinstaaterei, die zu entstehen drohte, wenn man den jeweiligen Heimatspezies zu viel Kontrolle überließ.

"Eins nach dem anderen." sagte der frischgebackene Gouverneur zu sich selbst und rückte den Kragen seiner Uniform zurecht.
Dann verließ er die Villa in Richtung Palast, wo sich die planetare Verwaltung befand. Der Gouverneurssitz schmiegte sich auf erhöhter Position an die Innenseite der Festungsmauer im unmittelbaren Umfeld des alten Palastes. Das ganze Palastviertel war über dem restlichen Festungsinneren gelegen und über zahlreiche Treppen und Lifte von dort zu erreichen. Auf den unteren Ebenen befanden sich die Wohnhäuser und Gewerbegebäude der Beluganer. Auf der mittleren Ebene lag das Handeslviertel mit der Endstation der Untergrundbahn, die von Märkten und den Häusern der Gilden der wohlhabenden Bevölkerung gesäumt war.
Zum Palast waren es nur wenige Schritte. Halcyon Rak hatte sich ihm wortlos angeschlossen und gemeinsam betraten sie die Ratskammer. Leider hatte er kein imposantes Büro, in welchem er Bittsteller gebührend empfangen hätte können. Dafür war dieser alte Palast nicht groß genug. Vielleicht würde sich ein Teil der Verwaltung irgendwohin auslagern lassen, um Platz dafür zu schaffen. Aber die Ratskammer war schlicht und geschmackvoll eingerichtet und Kanto nahm mit Befriedigung wahr, dass ein kleines Buffet mit Erfrischungen und Häppchen in- und auswärtiger Küche bereitstand.
Kanto und sein Mentor setzten sich mittig an der Längsseite der Tafel, der Eingangstür zugewandt und Halcyon aktivierte den eingebauten Holoprojektor. Bis Rahuga Bal von der Technologie-Gilde eintraf, gingen sie noch einmal kurz die Struktur der Quarzminen durch.

Wenige Minuten später betrat der alte Beluganer mit dem seitlichen Kopfimplantat die Ratskammer. Vor der Tafel blieb er kurz stehen und nickte den beiden zu. "Gouverneur Garison. Wie kann die beluganische Technologie-Gilde dem Imperium von Nutzen sein?"

"Rahuga Bal. Bitte setzten Sie sich."
Kanto wies dem Alien einen Platz ihm gegenüber. Dann neigte er den Kopf in Richtung Halcyon Rak und stellte ihn vor. "Dies ist Halcyon Rak, mein persönlicher Berater. Er hat Einsicht in alle meine Tätigkeiten und ist vertrauenswürdig." Dabei beließ er es und stieg ins Thema ein:
"Ich wollte mit Ihnen über die Infrastruktur Quarzites sprechen. Bei meinem Eintreffen ist mir aufgefallen, dass der Raumhafen lediglich über mehrere kleine Hangars verfügt. Das ist für den Export von Rohstoffen in einem Ausmaß, wie es das Imperium plant, nicht ausreichend. Was denken Sie, wie schnell der Raumhafen ausgebaut werden kann, sodass auch Frachter von der Größe eines GR-75 beladen werden können?"

Bal verschränkte die Hände auf dem Tisch und antwortete mit seiner verwitterten Stimme. "Das wäre zweifellos aufwändig und würde das eigentliche Problem nicht lösen. Die Engstelle sind die Turbolifts, die den Raumhafen mit dem Untergrundbahnhof verbinden. Es sind vier Stück in der Größe von kleinen Personenliften. Sie haben sie ja gesehen. Für die Planung und Konstruktion dieser, meines Wissens nach in der Galaxie einzigartigen Vorrichtung hat unser Volk über ein Jahrzehnt gebraucht. Die sehr unterschiedlichen atmosphärischen Drücke, die im Orbit und auf der Planetenoberfläche herrschen, machen es sehr komplex so etwas zu bauen. Dadurch sind wir auf eine so geringe Größe der Turbolifte beschränkt."

Kanto runzelte enttäuscht die Stirn. Was konnte so schwierig daran sein, einen überdimensionierten Turbolift zu bauen? Gut möglich, dass das die Fähigkeiten dieser Aliens überstieg. Aber er würde versuchen, Kontakt mit der wissenschaftlichen Abteilung auf Bastion aufzunehmen und sich eine zweite Meinung zu holen. Dort ein Forschungsprojekt in Auftrag zu geben überstieg jedoch seine Kompetenzen. Noch...
Vorerst würde er sich mit dem begnügen, was ihm lokal zur Verfügung stand.
"Also gut. Ich möchte trotzdem, dass Sie diesem Problem ihre Hauptaufmerksamkeit widmen. Der Rohstoffexport hat oberste Priorität um den Wohlstand und das Ansehen von Quarzite zu steigern. Nun zu meinem nächsten Punkt: Ich habe gelesen, die Hauptenergiequelle des Planeten sind die aerostatischen Generatoren. Erklären Sie mir deren Funktionsweise und eventuell nicht ausgeschöpftes Potenzial."


Zwei Stunden später entließ Kanto den Vorsitzenden der Technologie-Gilde. Er war teilweise erschüttert von der Rückständigkeit des Planeten. Von Rahuga Bal selbst hatte er einen guten Eindruck. Der Nichtmensch hatte alle seine Fragen präzise beantworten können und schien loyal. Wobei das für Kanto tatsächlich schwer zu beurteilen war. Er wünschte sich, er hätte eine Spezialistin für nichtmenschliche Kultur und Psychologie, die für derartige Einschätzungen behilflich sein könnte. Aber solche Wissenschaftler waren verständlicherweise rar. Wer beschäftigte sich schon gerne mit den sozialen Absonderlichkeiten von Aliens. Kanto schüttelte den Kopf. Am Ende würde das bewährte Zusammenspiel von Gier und Furcht die Loyalität der Beluganer sichern. So wie er es auf der verwaltungstechnischen Akademie gelernt hatte.

Da er den Vorsitzenden für einen pragmatischen Geist hielt, hatte er Bal auch nach einer persönlichen Einschätzung der politischen Lage auf Quarzite gefragt. Der Beluganer hatte ihm bestätigt, was er bereits vermutet hatte: Dass es immer noch starke Spannungen zwischen den Beluganern und den Kage gab. Die Kage waren die Minderheit, eher fortschrittsscheu und hatten nie die Vorherrschaft der Beluganer anerkannt. Nach Kantos Einschätzung ergab sich hier eine Gelegenheit, wie sie im Lehrbuch stand: Heimlich den Konflikt schüren, die beiden Fraktionen gegeneinander ausspielen. Dann die stärkere der beiden fördern und mit imperialer Unterstützung in die Vormachtstellung bringen und so an das Imperium binden. Ab dann musste man sie nur noch davon überzeugen, dass ohne die stärkende Hand des Imperiums ihre Stellung ins Wanken geraten würde, und die Loyalität war gesichert.

Mit diesen Aussichten sah der Gouverneur der, in einer Stunde anberaumten, Ratssitzung mit einer gewissen Vorfreude entgegen...

[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Wachen und Verwaltungsangestellte (NPCs)
 
[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Wachen und Verwaltungsangestellte (NPCs), Kaleen Safii (HOLO)

Kurz nachdem Kanto Garison mit seinem Gefolge die Ratskammer betreten hatten, piepste der Holoempfänger am Platz des Gouverneurs. Eine eingehende Nachricht aus dem Rathaus der Kage, ließ sich von der Anzeige ablesen. Gouverneur Garison drückte den Knopf zum Aufbau der Verbindung und sah zur Überraschung das Gesicht der Stellvertreterin von Vize-Gouverneuren Nima.

"Miss Safii, wenn ich mich recht erinnere? Gibt es Neuigkeiten von der Vize-Gouverneurin?"

"Oh ja, verehrter Gouverneur. Moora Nima lässt ihre aller herzlichsten Glückwünsche zu ihrer Ernennung als neuer Gouverneur ausrichten und ist untröstlich, dass sie zu ihrem Empfang nicht vor Ort gewesen ist. Sie berichtet von gut laufenden Verhandlungen mit Gouverneur Antares auf Kelada und fragt, ob sie nach eigenem Ermessen verhandeln darf, wie von ihrem Vorgänger angewiesen oder ob sei als neuer Gouverneur das Ganze vorher selber mit ihr oder dem Gouverneur von Kelada verhandeln wollen. Diese Früchte, die Kelada liefern würden, seien hervorragend und man würde gerne Durellium und Hfredium von Quarzite importieren. Haben Sie Anweisungen für Vize-Gouverneurin Nima oder soll ich ihnen die Codes für die Holoübertragung durchgeben, weil sie selber mit ihr Kontakt aufnehmen möchten."


Kaleens Gesichtsausdruck war ruhig und selbstsicher. Sie war gespannt wie der Gouverneur agieren wird? Gibt er Moora die selben Freiheiten, wie es schon Gouverneu Labruzza tat oder wird er sie an der kurzen Leine halten und ihren Handlungsrahmen einschränken.

[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Wachen und Verwaltungsangestellte (NPCs), Kaleen Safii (HOLO)
 
[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Wachen und Verwaltungsangestellte (NPCs), Kaleen Safii (HOLO)

Kanto nahm sich einen Moment Zeit, um die Frage zu überdenken. Grundsätzlich war es ihm zuwider, dass diese Vize-Gouverneurin so eigenständig agierte, vorallem weil er sie noch überhaupt nicht kannte, geschweige denn einschätzen konnte. Aber das Ansinnen ihrer Verhandlungen auf Kelada deckte sich absolut mit seinen eigenen Zielen, den Export hochwertiger Güter zu steigern. Die Diversifizierung in der Nahrungsversorgung konnte dabei nicht schaden. Er warf einen Blick zu der Auswahl an einheimischen Snacks, die an dem kleinen Buffet bereitstand. Nein, etwas mehr Abwechslung konnte überhaupt nicht schaden.
Er würde es Moora Nima also durchgehen lassen. Auf die Gefahr hin, dass sie es als Zeichen einer lachsen Führung interpretierte.


"Es wird nicht nötig sein, dass ich selbst mit Gouverneur Antares verhandle, Miss Safii. Diese Verhandlungen sind ganz in meinem Sinne, aber mich binden hier gerade ebenso wichtige Dinge. Dafür hat man ja eine Vize-Gouverneurin, nicht wahr?
Bitte richten Sie Gouverneur Antares meine Grüße aus. Lang lebe das Imperium!"


Er wartete noch kurz ihre Antwort ab, bevor er die Holoverbindung beendete. Mittlerweile war er doch sehr gespannt, diese Moora Nima persönlich zu treffen.

[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Wachen und Verwaltungsangestellte (NPCs), Kaleen Safii (HOLO)
 
[Quarzite | Blanks Festung | Ratskammer] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Wachen und Verwaltungsangestellte (NPCs), Kaleen Safii (HOLO)

Kaleen versuchte ihre Gefühlsregungen im Zaum zu halten und lächelte freundlich in den Holo-Bildschirm.

"Ich werde ihre Grüße an Vize-Gouverneurin Nima und Gouverneur Antares weiterleiten. Die Vize-Gouverneurin wird sich dann zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen, sobald sie die Verhandlungen beendet hat. Vielen Dank, dass sie sich die Zeit genommen haben. Wenn sie noch irgendetwas brauchen, melden sie sich einfach bei mir oder der Verwaltung von Krism Cave. Lang lebe das Imperium."

Damit beendete sie die Holo-Ubertragung. Diese letzten Worte kamen ihr nicht leicht über die Lippen. Sie war nie eine Befürworterin des Imperiums gewesen und das hatte sich in den Jahren auch nicht geändert. Dann wandte sie sich an den Computer und gab ein paar kurze Kommandos ein. Damit erhielt Frost Baal die Info, dass Moora die Zusage bekommen hat, Verhandlungen zu führen. Schauen wir mal, was sie dort aushandeln kann.

Danach verließ Kaleen den Besprechungsraum um die Bauarbeiten und Grabungstätten zu kontrollieren.

[Quarzite | Krism Cave | Rathaus | Besprechungsraum A38 ] Kaleen Safii (NSC)
 
[Quarzite | Blanks Festung | Gouverneursvilla] Kanto Garison

Kanto Garison
befand sich wieder in seinem privaten Salon und schaute aus dem breiten Transparistahlfenster auf die Siedlungen vor Blanks Festung hinab. Er hatte sich nach der Ratssitzung allein hierher zurückgezogen, um seine nächsten Schritte zu überlegen.

Der Rat hatte elf Mitgliedern, und setzte sich aus Gouverneur, Vize-Gouverneurin und sechs Beluganern sowie drei Kage zusammen. Die Verteilung der Sitze sollte die Anteile der beiden Bevölkerungsgruppen repräsentieren. Das Verhältnis hinkte allerdings, wie Kanto fand, weil die Vize-Gouverneurin ebenfalls eine Kage war. Die Kage waren also etwas überrepräsentiert. Was ihm aber im Grunde egal war, denn der gesamte Rat war ihm egal. Es handelte sich um eine typische scheindemokratische Institution, denn in Wirklichkeit lag die alleinige Macht beim legitimen Vertreter des Imperiums, also bei ihm. Der Rat diente nur dazu der Bevölkerung eine Illusion von Selbstbestimmtheit zu vermitteln. Und vorerst war er nützlich, um an Informationen zu kommen.

In diesem Aspekt war die Sitzung durchaus aufschlussreich gewesen und hatte teilweise bestätigt, was er bisher über die Einheimischen vermutet hatte. Die beluganischen Ratsmitglieder waren allesamt bemüht, sich ihm als unverzichtbare Partner für die Verwaltung des Planeten anzudienen. Von ihrer Seite erwartete er sich keinerlei Probleme, solange er ihnen das Gefühl gab, dass sie Einfluss auf ihn hatten.

Die drei anwesenden Kage – Vize Gouverneurin Nima war ja nicht anwesend gewesen – waren im Gegensatz dazu zurückhaltend aufgetreten, hatten nur auf Fragen geantwortet und die anderen Anwesenden kühl behandelt. Vielleicht lag das daran, dass ihre „Anführerin“ nicht da war und sie nicht wussten, wie sie sich verhalten sollten. Oder sie misstrauten ihm oder gar dem Imperium? Dem würde er nachgehen müssen. Sobald wie möglich wollte er der Hauptstadt der Kage einen Besuch abstatten: Krism Cave. Es war aber anscheinend gar nicht so leicht, dorthin zu gelangen. Es führte keine Untergrundbahn zu den Kage, was Kanto rätselhaft fand.
Er würde diesen Ausflug mit einer Exkursion verbinden, die er soeben der Bergbauministerin aufgetragen hatte für morgen zu planen. Das war eine der Beluganerinnen im Rat, Ratua Sas. Kanto musste sich zusammen mit seinem Berater Halcyon Rak einen Überblick über die Minen und die Infrastruktur verschaffen.
Vom Wissenschaftsminister Kaskai Donto, ebenfalls ein Beluganer, hatte er auf Nachfrage weniger Hilfreiches erfahren als von Rahuga Bal. Der Minister hatte offensichtlich wesentlich weniger Ahnung als der Vorsitzende der Technologiegilde und hatte den Posten wohl aus Prestigegründen inne. Kanto war er nur recht so.
Besonders langweilig war der Landwirtschaftsminister gewesen, ein Kage mit Namen Luumo Suli. Kanto hatte lediglich Dinge erfahren, die er schon aus den Berichten gewusst hatte, die er auf der Reise gelesen hatte. Wenn sich Politik mit so faden Dingen wie den Anbau von Feldfrüchten beschäftigte, ödete sie Kanto an…

Kanto drehte sich um betrachtete den Salon. Mellis Nival, die Kammerdienerin, kam mit der Umdekoration der Villa voran. Das allgemein vorherrschende Blau und Weiß wich nach und nach Karminrot und Beigetönen. Am Kopfende des Zimmers prangte das Familienwappen der Garison. Halcyon Rak hatte er losgeschickt, um sich in Blanks Festung umzusehen, unters Volk zu mischen und wen möglich einen bestechlichen Beluganer zu finden, der die Bevölkerung bespitzeln konnte.

Für ihn selbst blieb heute nur noch das Studium der Karten des Planeten. Er wollet morgen nicht völlig unvorbereitet zu den Minen starten.

[Quarzite | Blanks Festung | Gouverneursvilla] Kanto Garison
 
[Quarzite | Krism Cave | Rathaus | Besprechungsraum A38 ] Kaleen Safii (NSC)

Eilig hastete Kaleen Safii in den geheimen Besprechungsraum. Vor wenigen Minuten kam er Funkspruch in der Zentrale an, dass Moora Nima auf dem Rückweg war. Die Verhandlungen waren scheinbar erfolgreich und darüber sollte der Gouverneur erfahren. Gleichzeitig sollte Kaleen den zweiten Schritt von Operation Wanderzirkus in Gang setzen. Sie ging an den Holo Transmitter und stellte Ausweichfrequenz 3 ein.

"Die Zikaden sollen ihren Laut spielen und die Gedichte müssen in der Scheune der Spinne ins Netz gehen."

Kaleen musste lachen. Was wohl jemand denken würde, der diese Codewörter lesen würde, ohne zu wissen wofür sie stehen.

Keine zehn Minuten später fing die Abhörwanze in der Gouverneursvilla an zu surren. Beluganertechnologie, die beim Gouverneur eindeutig als solche zu identifizieren ist. Registriernummer und Protokolle sind entsprechen gefälscht worden, sodass alles auf die Technologiegilde deuten wird. Das Surren wird in unregelmäßigen Abständen widerholt, sodass sie irgendwann bemerkt werden muss, da war sich Kaleen sicher.

Danach stellte sie die Frequenz der Verwaltungszentrale in Blanks Festung ein und gab die Informationen über die bevorstehende Rückkehr von Vize-Gouverneurin Nima und die erfolgreichen Verhandlungen auf Kelada durch. Sie ließ außerdem ein Treffen zwischen Gouverneur und Vize-Gouvernuerin einrichten und ein Treffen der Handelsberater für den Tag danach einberufen.

Unbemerkt schlich sich ein Beluganer in das Zimmer von Rahuga Bal und plazierte Gesprächsprotokolle aus der Gouverneursvilla unauffällig auf dem Schreibtisch. Ebenfalls unbemerkt verließ er das Zimmer wieder und machte sich auf den Weg zu den westlichen Minen. Hier sorgte er durch kleinere Manipulationen dafür, das die Kühlaggregate in naher Zukunft ausfallen müssten. Zu diesem Zeitpunkt würde er schon lange wieder in den Örtlichkeiten der Technologiegilde sein, damit kein Verdacht auf ihn fallen würde. Auf dem Weg funkte er die entsprechende Bestätigung nach Krism Cave. Dann stellte er seinen Kommlink wieder auf eine passende Frequenz der Gilde.

Kaleen machte sich derweil auf den Weg in Höhle KZ-22-4A. Die Bauarbeiten liefen in vollen Zügen, die ersten Bewohner waren bereits eingezogen. Sie wandte sich direkt an den Vorarbeiter des Wegetrupps.


"Wie sieht es bei Ihnen aus? Wir erwarten in näherer Zukunft eine Inspektion durch den neuen Gouverneur. Sind die entsprechenden Verzweigungen zu unscheinbaren Minenschächten eingerichtet und entsprechen markiert worden?"

Der ältere Kage, gezeichnet von jahrelanger, harte Arbeit lächelte freudig.

"Wir haben acht Gänge fertiggestellt, der letzte Gang sollte spätestens morgen fertig sein. Vier Minenschächte wurden angelegt und mit Bergarbeitern versorgt. Einen Weg hierher wird so schnell niemand finden, der den Weg nicht kennt. Dafür ist die Gefahr sich zu verlaufen viel zu hoch. Selbst Bergarbeiter verlaufen sich noch vereinzelt in den Gängen und müssen geortet werden. Wann erhalten wir die neuen Zuteilungen?"

Kaleen nickte und schaute auf ihr Holopad am Arm.

"In drei Tagen können wir zwei weitere Familien hierhin umsiedeln. Wir erwarten die Ankunft weiterer Exilrückkehrer aus dem Outer Rim. Moora Nima wird sie auf dem Rückweg einsammeln und hierher geleiten. Sie wird von ihrer Leistung und der Leitung ihrer Kollegen erfreut sein. Machen Sie weiter so."

[Quarzite | Höhle KZ-22-4A] Kaleen, mehrere Bauarbeiter (NSCs)
 
[Quarzite | Kristallminen irgendwo zwischen Blanks Festung und Crism Cave] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Ratua Sas (Bergbauministerin NPC)

Gouverneur Garison befand sich auf seiner ersten Rundreise auf Quarzite. Seine kleine Entourage bestand aus wenigen Wachen, seinem Berater Halcyon Rak und der Bergbauministerin von Quarzite, einer Beluganerin namens Ratua Sas. Gerade hatten sie das kleine Verwaltungsgebäude einer der größten Minen des Planeten besucht und wandten sich nun dem Zugang in die Abbaustollen zu. Neben einem Hauptzugang schien es auch noch mehrere Nebenstollen zu geben, die in die breite Felswand der Höhle führten. Durch das Portal des Hauptschachtes gelangten sie ins Innere der Mine. Der große Vorraum war zusätzlich zu den auf Quarzite scheinbar üblichen, leuchtenden Kristallen von künstlichen Lichtquellen erhellt.

Die Bergbauministerin Ratua Sas erklärte:

"Ihr müsst wissen, Gouverneur, dass die Lichtkristalle geringen wert als industrieller Rohstoff haben. Die besonders reinen Quarze und seltene Metallerze - bei dieser Mine handelt es sich hauptsächlich um das in der Raumfahrtindustrie gefragte Durelium - leuchten allesamt nicht. Deshalb wurden Lichtkristalle teilweise hier in den Stollen installiert. Das künstliche Licht gibt es nur hier in der Eingangshalle. Es hilft, die Qualität der geförderten Erze zu prüfen. Die Arbeiter in den Stollen arbeiten in der Regel mit tragbaren Lichtkristallen."

Kanto beobachtete wie Arbeiter in den finsteren Stollen verschwanden, ausgerüstet mit einer Lichtkristall-Laterne und anderen Werkzeugen. Er hasste das ständige Zwielicht, dass aufgrund der spärlichen Kristallbeläuchtung in den Höhlen Quarzites üblich war. Seinen Tag in so einem dunklen Tunnel zu verbringen, nur mit einer mickrigen Laterne, stellte er sich furchtbar vor.
Soweit er erkennen konnte, waren die Arbeiter fast ausschließlich Kage. Er machte die Ministerin darauf aufmerksam.


"Ja, dies ist eine Mine, die traditionell den Kage gehört. In den letzten Jahren funktioniert die Zusammenarbeit aber meist recht reibungslos. Auch die Kage können die Credits gebrauchen, die durch den Verkauf der Rohstoffe eingenommen werden."

In diesem Moment schob sich ein Lastengleiter wie ein schwerfälliger Bantha aus einem der Stollen und kippte seine Fracht auf ein breites Förderband ab. Die Masse aus Gesteinsbrocken und Kristallen wurde unter mehrern Überbauten, auf denen Arbeiter das Material begutachteten, hindurch auf eine Rampe transportiert, von wo sie nach draußen rutschte. Kanto folgte dem Erz mit den Blicken.

"Wo liegt Ihrer Meinung nach die Engstelle, wenn es um die Produktionsmenge geht, Ministerin?"

Ratua Sas bewegte sich wieder in Richtung Eingang und antwortete:
"Nach meiner Einschätzung, werter Gouverneur, ist der Ertrag dieser Mine durch zwei Faktoren limitiert: Erstens, die Rückständigkeit der Kage, die sich weigern, höhere Technologie beim Abbau zu verwenden. Diese Einstellung ist tief in der Kultur der Kage verwurzelt und lässt sich wohl nicht ohne weiteres ändern."

"Das heißt, man müsste ihnen die Kontrolle über die Mine entziehen und Ihren Leuten übertragen,"
stellte Kanto unumwunden fest.

Die Beluganerin machte eine abwehrende Geste.
"Das wäre sich im Sinne unseres Volkes, aber es würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem erneuten Bürgerkrieg führen."

Kanto runzelte leicht angewidert die Stirn. "Das klingt, als hätten Sie Angst vor diesen Hinterweltlern..."

Die wulstigen Auswüchse an den Seiten ihres Kopfes wechselten ihre Farbe zu einem blassen Rosaton, was Kanto als Zeichen für Verlegenheit oder Beschämung wertete.
"Trotz ihrer technologischen Unterlegenheit sind die Kage hervorragende Kämpfer. So wie die Ablehnung gegenüber technologischem Fortschritt ist auch die Jagd und der Kampf ein essentieller Teil ihrer Traditionen. In vielen Jahren des Krieges ist es uns nicht gelungen, sie zu unterwerfen. Derzeit streben wir deshalb keinen Krieg an." Mit diesen Worten sah sie sich etwas nervös um, da etliche Kage in der Nähe waren.

Kanto wartete, bis sie wieder auf dem Vorplatz waren, bevor er weitersprach, ohne Ratua Sas dabei eines Blickes zu würdigen.


"Mit mehreren Batallions Sturmtruppen und einigen Regimentern schwerer Waffen sollte das doch wohl möglich sein."

Er bückte sich, um einen kleinen Lichtkristall aufzu heben und ihn in der Hand hin und herzudrehen.

Halcyon Rak meldete sich zu Wort.
"Gouverneur, mit Verlaub, eine größere Truppenzahl auf den Planeten zu bringen, würde aufgrund der Limitationen des Weltraumaufzuges sehr lange dauern und die Landung wäre sehr angreifbar. Und die Landung von schwerem Kriegsgerät ist dadurch schlicht unmöglich."

Verärgert schleuderte der den Kristall fort. Er zerbrach mit einem leisen Klirren auf dem Felsboden.

"Ja richtig, das ist mir für einen Moment entfallen." Er atmete hörbar aus, bevor er sich wieder der Bergbauministerin zu wandte.
"Was also war der zweite Punkt?"

"Zweitens, der Transport der Rohstoffe zum Untergrundbahnhof. Die Kage nutzen dafür Lastschlitten, die von Milodons gezogen werden. Deren Kapazität ist sehr begrenzt. Allerdings sind ihre Unterhaltskosten sehr gering."


Sie wieß auf große, stallartige Konstruktion am Rande der Höhle, in der sich zwei sehr große Insekten tummelten. In der Nähe befanden sich auch einige Repulsorschlitten mit darauf intsallierten Wannen.
Kanto machte sich zurück auf den Weg hinab zu ihrem Fahrzeug.

"In Ordnung. Ich werde mit Rahuga Bal darüber sprechen. Ich denke, langfristig ist es am sinnvollsten, das Untergrundzug-Netz auszubauen. Ich weiß, dass es von hier keine schnelle Trasse zum Lift gibt, aber ich halte eine zukünftige Anbindung von Crism Cave für unabdingbar. Und im Zuge dessen, wird sich auch ein Weg für eine Schiene hierher finden."

In leiserem Ton bemerkte die Beluganerin: "Eine Zuganbindung von Crism Cave? Die Kage werden von dieser Idee nicht erfreut sein..."

Der Gouverneur und seine Entourage bestiegen den kleinen Personentransporter und Kanto gab den Befehl, die Reise fortzusetzen. Der Beluganer am Steuer bestätigte: "Jawohl, Gouverneur. Nächstes Ziel: Crism Cave"


[Quarzite | Kristallminen irgendwo zwischen Blanks Festung und Crism Cave] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Ratua Sas (Bergbauministerin NPC)
 
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[Quarzite | offenes Weltall | Weißer Dolch ] Moora Nima, Frost Baal (NSC), R3 (NSC)

"Weißer Dolch an Quarzite Anflugkontrolle! Wir erreichen die Raumstation in 20 Minuten mit Vize-Gouverneurin Nima an Bord. Bitte bereiten sie die Aufzüge und unsere Milodon vor. Die Vize-Gouverneurin plant direkt nach Crism Cave zu reisen."


Frost Baal übertrug daraufhin die Geheimcodes, die die 'Weißer Dolch' als Schiff der Vize-Gouverneurin kennzeichnete.

"Verstanden! Geheimcodes empfangen und bestätigt. Bitte landen Sie auf Plattform B1."

Moora Nima bereitete sich derweil auf ihre erste Begegnung mit Gouverneur Garison vor. Laut den eingegangenen Informationen sollte sie sich aber eher auf den Top-Berater des Gouverneurs, Halcyon Rak, vorbereiten. Aber wenn die Operationen in ihrer Abwesenheit erfolgreich vorbereitet bzw. angelaufen waren, dann müsste sie sich keine Sorgen machen, so dachte sie sich.

Sanft setzte die 'Weißer Dolch' in der angeordneten Landebucht auf und Moora und Frost Baal machten sich auf den Weg zum Aufzug. Die stationierten Sturmtruppen salutierten gehorsam. Nach einer Ewigkeit waren sie im Planeteninneren angekommen und wie befohlen standen ihre beiden Milodon bereit.


[Quarzite | Westliche Minen | Versorgungsgebäude für Energiewandler ] diverse Techniker

Etwa fünf Minuten bevor das Shuttle von Moora Nima Quarzite erreichte, gingen in der Steueranlage der Energiewandler die Alarmleuchten an. Wie erwartet, sind beide Kühlaggregate ausgefallen und das System hat eine Notfallabschaltung der Energiewandler ausgeführt. So sehr sich die Techniker auch bemühten, kurzfristig war in der Mine kein Strom mehr vorhanden und die Technik der Beluganer streikte. Nur auf Grund der Kristalle und mechanischen Werkzeuge der Kage, gab es überhaupt noch gefördertes Erz. Ebenfalls waren nur noch die Milodon als einzige Transportmittel verfügbar. Zum Glück beschränkte sich der Ausfall auf den Bereich der Minen, sodass Weltraumaufzug und Schienenbahn nicht betroffen waren.

[Quarzite | Crism Cave | Amtssitz der Vize-Gouverneurin ] Moora Nima, Frost Baal (NSC), Kaleen Safii (NSC)

"Schön das sie wieder bei uns sind, Vize-Gouverneurin." Freudig begrüßte Kaleen Safii ihre Chefin und brachte sie kurz und knapp auf den neusten Stand. "Alle Operationen laufen zur vollsten Zufriedenheit. Allerdings berichten unsere Lauscher, dass der Gouverneur auf dem Weg hierhin ist. Scheinbar besucht er gerade die Minen zwischen Blanks Festung und Crism Cave. Er sollte in spätestens einer Stunde hier sein, wenn nichts dazwischenkommt." Bei der letzten Bemerkung zwinkerte sie und setzte ihr typisch schelmisches Lächeln auf, wenn es um die Geheimoperationen außerhalb von A38 geht.

Moora Nima nickte und lächelte ebenfalls. "Scheinbar lief es hier auch ohne mich ganz gut. Dann geh ich mal nach oben und warte auf unseren Gast. Ich brauche dich dabei Kaleen." Dann wandte sie sich an Frost Baal. "Schick deine vier besten Männer in Galauniform nach oben und zwei weitere hier unten an den Eingang. Der Gouverneur ist unverzüglich nach oben zu geleiten. Danach bring bitte Luumo und Brilo auf den neusten Stand, was die Ergebnisse von Kelara betrifft. Sie sollen Import und Export Leistung durchrechnen und auch mit Ratua Sas zusammenarbeiten. Brilo soll bitte auch einen Plan und eine Berechnung für den Ausbau der Raumstation und dem Bau eines Lastenaufzugs vorbereiten. Ich will diese Pläne schnellstmöglich mit Gouverneur Garison und Gouverneur Antares besprechen."

Beide nickten und gemeinsam gingen die beiden Frauen in das Audienzzimmer der Vize-Gouverneurin, um alles für die Ankunft des Gastes vorzubereiten. Frost Baal führte seine Befehle schnellstmöglich aus und begab sich danach in die Sicherheitszentrale von Crism Cave.

[Quarzite | Crism Cave | Amtssitz der Vize-Gouverneurin ] Moora Nima, Frost Baal (NSC), Kaleen Safii (NSC)
 
[Quarzite | Kristallminen irgendwo zwischen Blanks Festung und Crism Cave] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Ratua Sas (Bergbauministerin NPC)

Der kleine Personentransporter, in dem der Gouverneur und seine Entourage saßen, näherte sich einem tunnelartigen Durchlass, um die große Kristallkaverne zu verlassen. Kanto Garison schaute gerade zurück zu dem hell erleuchteten Verladeplatz und dem Mineneingang. Plötzlich fiel die künstliche Beleuchtung der Anlage aus und nur noch das fahle Leuchten der Kristalle an der Kavernendecke tauchte das große Portal der Mine in geisterhaftes Licht.

„Anhalten!“, befahl er. „Was hat das zu bedeuten?“

Ratua Sas, die Bergbauministerin, drehte sich um und schaute auch zur Anlage zurück. „Es scheint, als wäre die Energieversorgung ausgefallen.“

„Kommt das häufiger vor?“

„Nein, das ist ungewöhnlich“, stellte die Beluganerin fest.

Kanto schaute kurz zu seinem Berater Halcyon Rak. „Falls unser Zeitplan es erlaubt, werden wir noch einmal zur Mine zurückkehren.“

Halcyon warf einen Blick auf das kleine Datapad, das an seinem Handgelenk angebracht war, und nickte nur.
Kurz darauf stiegen sie vor dem kleinen, stockdunklen Verwaltungsgebäude aus. Der Aufseher der Mine, ein Kage, kam mit einer traditionellen Kristalllaterne heraus und ihnen entgegen.

„Was geht hier vor?“ wollte der Gouverneur wissen, noch bevor er den Aufseher erreichte.

Mit ruhiger Stimme antwortete der Kage: „Ein Stromausfall, Gouverneur. Verursacht, wie es scheint, durch einen Ausfall der Kühlaggregate. Zwei beluganische Techniker sind bereits auf dem Weg zum Wartungsraum.“

„Gut. Halten Sie mich auf dem Laufenden, wenn Sie mehr erfahren! Ich möchte wissen, wie es zum Ausfall kam und wie lange er andauern wird“
, verlangte Kanto.

Der Kage nickte nur und nahm ein Kom von seinem Gürtel. Ratua Sas trat an den Gouverneur heran.
„Gouverneur, ich denke Sie müssen sich nicht mit einer solchen Kleinigkeit aufhalten. Die Techniker werden den Defekt mit Sicherheit in Kürze behoben haben.“

„Das hoffe ich. Aber der Zeitpunkt des Ausfalls macht mich argwöhnisch. Vielleicht hängt diese Kleinigkeit irgendwie mit meinem Besuch hier zusammen“

Wenige Augenblicke später empfing der Aufseher eine Nachricht und teilte sie Kanto mit.
„Die Techniker melden, dass beide Kühlaggregate ausgefallen sind. In so einem Fall führt das System anscheinend eine Notfallabschaltung der Energiewandler aus. Da beide Aggregate komplett durchgeschmort sind und ausgetauscht werden müssen, wird es mindestens zwei Tage dauern, bis die Ersatzteile hier und eingebaut sind“, berichtete der Kage emotionslos.

Kanto musterte ihn skeptisch.
„Das scheint Sie nicht sehr zu beschäftigen.“

Der Aufseher zuckte mit den Schultern. „Ich habe bereits einige Milodon aus Crism Cave angefordert, die in Kürze hier sein werden. Mit ihrer Hilfe und dank unserer Laternen wird der Erzabbau nur kurzfristig behindert sein. Wir brauchen die beluganische Technik nicht, um hier zu Arbeiten.“

Kanto runzelte die Stirn und schwieg einen Moment.
„Ich verlange, dass Sie mir über den weiteren Verlauf hier Bericht erstatten. Auch will ich von den Technikern einen Bericht, wie es zu dem Ausfall dieser Kühlaggregate kommen konnte.“
Er bedachte den Kage mit einem strengen Blick, dem dieser, ohne mit der Wimper zu zucken begegnete. Diese verfluchten Nichtmenschen gehen mir mit ihrer Hochnäsigkeit gehörig auf die Nerven. Vielleicht werde ich beizeiten ein Exempel statuieren müssen. Aber zuerst muss ich mir noch einen besseren Überblick verschaffen. Und essenziell dafür ist der Besuch von Crism Cave.
Er drehte sich um, ohne sich zu verabschieden und stieg wieder zum Transporter hinunter. Auf dem Weg dorthin trat Halcyon Rak neben ihn.

„Mein Herr, soeben sind zwei Nachrichten eingetroffen. Der Offizier Zeerl von den Sturmtruppen am Raumhafen berichtet, dass Vize-Gouverneurin Nima eingetroffen ist. Sie hat sich umgehend auf den Weg nach Crism Cave gemacht.“

Kanto nickte. „Das trifft sich ja hervorragend. Und weiter?“

Halcyon senkte die Stimme. „Mellis Nival hat eine Abhörwanze im Salon der Gouverneursvilla gefunden. Das Gerät hatte offenbar einen Defekt und produzierte Störgeräusche. Sie hat die Wanze vorsorglich nicht angerührt und an Ort und Stelle gelassen.“

Leicht schockiert blieb Kanto kurz stehen, aber als die ganze Begleitung auch stehenblieb, ging er schnell die letzten Meter zu Transporter weiter. Während sie einstiegen, flüsterte Halcyon ihm zu: „Ich fürchte, wir haben hier niemanden, der herausfinden könnte, woher die Wanze stammt oder an wen sie sendet.“

Kanto rieb sich nachdenklich das Kinn.
„Ich werde Moff Thaler bitten, uns einen Geheimdienst-Agenten zu schicken. Ich habe das Gefühl, das wird nicht die letzte unangenehme Überraschung dieser Art sein."

Der Transporter setzte sich zum zweiten Mal in Richtung Crism Cave in Bewegung, seine Scheinwerfer die einzige verbleibende künstliche Lichtquelle in der Kristallkaverne.

[Quarzite | Kristallminen irgendwo zwischen Blanks Festung und Crism Cave] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Ratua Sas (Bergbauministerin NPC)
 
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[Quarzite | Crism Cave] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Ratua Sas (Bergbauministerin NPC), weitere NPCs (Fahrer und wenige Wachen)

Als der Personengleiter die große Kaverne von Crism Cave erreichte, erklang ein leiser Piepton aus dem Cockpit. Der Beluganische Pilot warf einen kurzen Blick nach hinten in den Fahrgastraum und sagte:
Gouverneur Garison, wir haben einen Funkspruch von Kaleen Safii erhalten. Vize-Gouverneurin Nima lädt Sie in ihren Amtssitz ein.“

Kanto nickte. „Gut. Bringt mich direkt zu ihr. Für einen Rundgang in der Stadt ist später auch noch Zeit.“

Der Pilot nickte nur und der Gleiter beschleunigte wieder und kam erst vor einem größeren Gebäude zum Stehen. Vor dem Eingang waren in traditionelle Uniformen gekleidete Wachen postiert.

Kanto sagte zur Bergbauministerin Ratua Sas: „Ich werde Sie rufen lassen, falls ich Ihre Hilfe benötige.“
Dann stieg er, gefolgt von Halcyon Rak aus dem Gleiter und erwartete ein Empfangskomitee.

[Quarzite | Crism Cave] Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Ratua Sas (Bergbauministerin NPC), weitere NPCs (Fahrer und wenige Wachen)
 
[Quarzite | Crism Cave | Amtssitz der Vize-Gouverneurin ] Moora Nima, Kaleen Safii (NSC)

Moora Nima und Kaleen Safii saßen auf dem Sofa in dem kleinen Büro der Vize-Gouverneurin, angrenzend an den Audienzsaal und besprachen das weitere vorgehen.

"Ich denke, ich sollte den Gouverneur persönlich in Empfang nehmen, anstatt ihn einfach hier nach oben führen zu lassen. Außerdem sollten wir einige von den Sturmtruppen dazu nehmen, damit er sieht, dass wir zu dem Imperium stehen. Was meinst du?"

"Eine gute Idee. Wir sollten auch von den neuen Früchten etwas vorbereiten. Wir sollten ihm direkt zeigen, wie wichtig ihr und eure Reise war.",
erwiederte Kaleen freundlich.

Mit einem kurzen Signalton meldete sich der Holokommunikator im Amtssitz von Moora Nima.

"Der Transporter des Gouverneur hat soeben Checkpunkt Bravo passiert und sollte in fünf Minuten da sein. Befehle?"

Moora nickte Kaleen zu, drückte den Knopf des Kommunikators und antwortete.

"Verstanden. Die Ehrengarde soll Stellung beziehen, sechs von uns und sechs Sturmtruppler. Ich komme selber hinunter und nehme unseren Gast in Empfang. Bereitet das Empfangszimmer vor, leichte Snacks und Getränke. Und eine von diesen neuen Früchten, kühl serviert."

Damit verließ sie den Raum, Kaleen wartete bereits an der Tür und die beiden machten gingen Richtung Eingangshalle. Dort warteten schon die Sturmtruppler und die Wachen der Kage. Die Eingangstür wird geöffnet und die Wachen treten heraus, bildeten einen Spalier, die Kage rechts und die Sturmtruppler links, ein blauer Teppich wird ausgerollt. Moora Nima wartete alleine an der Spitze dieser Formation, Kaleen wartete in der Halle.

"Salutiert!", rief Moora den Wachen zu, als der Transporter des Gouverneurs vorfuhr. Dann war es soweit, die Tür des Gleiters glitt auf und ein etwas größerer, stämmigerer Mensch aus dem Gleiter stieg, gefolgt von einem Weiteren Menschen. Das ist also Kanto Garison, dachte sich Moora und setzte ihr gelerntes, bezauberndstes Lächeln auf.

"Gouverneur Garison, es ist mir eine Freude euch endlich kennenzulernen und in Crism Cave begrüßen zu dürfen." Dabei hiel sie zunächst die Arme ausgebreitet um dann dem Gast die Hand entgegenzustrecken. "Folgt mir doch in den Audienzsaal." Sie machte eine einladende Geste in Richtung Eingang.

[Quarzite | Crism Cave | Amtssitz der Vize-Gouverneurin ] Moora Nima, Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Kaleen Safii (NSC), diverse Wachen und Bedienstete
 
[Quarzite | Crism Cave | Amtssitz der Vize-Gouverneurin] Moora Nima, Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Kaleen Safii (NSC), diverse Wachen und Bedienstete

Kanto blieb vor dem Gleiter stehen und beobachtete, wie die Sturmtruppen und Kage salutierten. An der Spitze des Spaliers von Wachen stand eine schlanke Kage mit langem, weißem Haar. Auch wenn die Kage einen den Menschen sehr ähnlichen Körperbau hatten, fand Kanto die kränkliche Blässe ihrer Haut und ihre seltsame Emotionslosigkeit abstoßend. Und trotzdem schaffte es die Vize-Gouverneurin mit ihrem bezaubernden Lächeln, dass er nicht, wie er eigentlich geplant hatte, ihre Begrüßung überheblich mit hinter dem Rücken verschränkten Armen kühl zur Kenntnis nahm. Stattdessen machte er einen Schritt auf sie zu und schüttelte die dargebotene Hand. Die Vize-Gouverneurin hatte einen kräftigen Händedruck.

„Die Freude ist ganz meinerseits, Vize-Gouverneurin Nima.“

Und während er ihr zum Eingang des Gebäudes folgte, fügte er nicht ganz glaubwürdig hinzu: „Sie haben eine… äh, beeindruckende Stadt hier.“

Sie betraten einen Saal, in dem Getränke und ein kleines Buffet bereitstanden. Kanto entdeckte auch Kaleen Safii, die er als Stellvertreterin Moora Nimas schon kannte. Sie begrüßte ihn mit der für sie typischen Kühlheit. Kanto und Moora setzten sich in gemütliche Sessel, ein Bediensteter stellte eine Auswahl vom Buffet auf einen kleinen Tisch zwischen ihnen. Halcyon Rak hielt sich im Hintergrund und schien die verschiedenen Speisen zu betrachten.

Der Gouverneur wählte eine kleine Pilznuss, die er schon von Blanks Festung kannte und als genießbar eingestuft hatte, bevor er sich an Moora wandte.

„Ich befinde mich gerade auf einer Exkursion zu den wichtigsten Bereichen des Planeten, um mir einen Überblick zu verschaffen. Ein Besuch in Krism Cave darf dabei selbstverständlich nicht fehlen. Unser nächster Halt wird der Untergrundbahnhof sein.“

Er nahm sich eine weitere Pilznuss und fuhr dann fort.

„Wie ist übrigens Ihre diplomatische Reise verlaufen? Kaleen Safii sagte mir, Ihr wolltet Handelsbeziehungen mit Kelada aufbauen. Das ist voll und ganz im Sinne des Imperiums.“

[Quarzite | Crism Cave | Amtssitz der Vize-Gouverneurin] Moora Nima, Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Kaleen Safii (NSC), diverse Wachen und Bedienstete
 
[Quarzite | Crism Cave | Amtssitz der Vize-Gouverneurin ] Moora Nima, Kanto Garison, Halcyon Rak (NPC), Kaleen Safii (NSC), diverse Wachen und Bedienstete

Nach der höflichen Begrüßung ging es hinein in den Amtssitz der Vize-Gouverneurin. Zu der eher geheuchelten Aussage über Crism Cave entgegnete Moora ihrem Gegenüber.

"Unsere Stadt ist traditionell und praktisch errichtet. Prunk und Glanz sind für uns unnötige Ausgaben, die wir vermeiden und stattdessen sinnvoll investieren. Aber seien sie versichert, unsere Sitzgelegenheiten sind komfortabel und unser Service schnell und zielgerichtet."

Im Audienzsaal angekommen, setzten sich die beiden Planetenführer in eine bequeme Sitzecke und ließen sich diverse Getränke und Speisen servieren. Moora nickte Kaleen zu, damit diese die Pogoyafrucht servieren konnte. Passend dazu lenkte der Gouverneur das Gespräch auf auf die Verhandlungen mit Kelada.


"Gut das sie das Thema ansprechen, werter Gouverneur, die Reise war sehr erfolgreich und mit ein wenig Planung und der Zuweisung von Personal und Material ein extremer Gewinn für das Imperium. Meine Berater erstellen gerade entsprechende Aufstellungen und Pläne in Absprache mit den Beluganern. Wir erhalten Saatgut für die Pogoyafrüchte von Kelada für die Versorgung unserer Bevölkerung."

Bei den Worten erschien Kaleen mit einem Tablett, auf dem sich zum einen zwei Gläser des Drinks befanden, die Moora auf Kelada serviert bekam, zum anderen Pogoyafrucht am Spieß, roh und gegrillt.

"Probieren sie ruhig einmal. Im Austausch für das Saatgut bekommt Kelada einen Rabatt auf den Einkauf von Hfredium und Durelium. Dazu müssen wir aber unsere Exportkapazität erweitern. Bislang sind wir durch den kleinen Aufzug limitiert und der Platz in der Raumstation müsste auch erweitert werden. Gouverneur Antares hat hier angeboten, entsprechende Mittel bereitzustellen. Wie stehen sie dazu?"

Moora war sich sicher, dass diese Informationen ihr Standing beim Gouverneur durchaus verbessern werden. Scheinbar scheint er eher den Beluganern zugewandt zu sein. Mal sehen ob dass so bleibt, wenn er die Quelle der Sabotagen bei diesen Walrosswesen findet. Aber der Tag ist noch jung, schauen wir mal ob der ehrenwerte Kanto Garison noch ein wenig auftaut.

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