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Tawarwaith

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Darth Hybris, 7. Juli 2014.

  1. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    Tawarwaith
    _________________________________________


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    [ Zugehörigkeit: Neutral ]


     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juli 2014
  2. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [CF: Weltraum(Imperium) - Leerer Raum - In der Nähe des unbekannten Planeten - Hybris Fury - Cockpit - Yelm und Hybris]


    Als die Fury endlich aus dem Hyperraum sprang, konnte es Hybris kaum noch erwarten. Anfangs war er von einer ewig langen Suche ausgegangen. Tagelanges Abwarten ohne wirklich sinnvolle Beschäftigung. Seine Experimente in den Laboren benötigten leider ihre Zeit und interessierten sich herzlich wenig für die Ungeduld des Sith Lords. Deshalb hatte er sich einen kleinen Cocktail aus berauschenden Bestandteilen zusammen gemixxt und war darauf vorbereitet gewesen eine ganze Weile lang geistesabwesend in seinem Bett zu liegen. Das es nun nicht dazu gekommen war, störte ihn nicht weiter, auch nicht das der Cocktail sich schon bald in seine Bestandteile auflösen würde und deshalb unwirksam wurde. Denn sein Ziel lag nun vor ihm. Der Droide hatte es schon gesagt und auch wenn Hybris ihn für seine „Höchstwahrscheinlich = Es ist so“ Aktion hatte rügen müssen, so war er der selben Meinung. Natürlich war dieser Frachtertyp weit verbreitet und wurde eben oft modifiziert. Doch zwei mal auf die exakt selbe Modifikation treffen und dann auch noch auf einer Route wo besagtes Ziel unterwegs sein sollte? Und dann sollte es nicht der gesuchte sein? Wie gesagt, er war es höchstwahrscheinlich. Und das spiegelte sich auch in seiner Erwartungshaltung wider, die gepaart mit seinem Machthunger für seine Ungeduld sorgte.
    Yelm hatte die Fury hinter dem Frachter aus dem Hyperraum gebracht und flog nun so langsam darauf zu, das seine Scanns abgeschlossen sein würden, bevor sie dort ankamen. Das hatte er Hybris eben noch erklärt und deshalb kniff der Sith die Lippen zusammen und wartete ab. Sobald Yelm etwas zu sagen hatte, sagte er es auch.

    „Ihr gesamtes System wurde überladen. Verursacher dürfte das Gebilde steuerbord vom Frachter sein. Es ist ebenfalls ohne Energie und nicht in der Datenbank zu finden.“
    Besagtes Gebilde tauchte auf dem Schirm auf und für Hybris wirkte es ziemlich … unförmig.
    „Aufbau und Größe sprechen für eine Mine, auch wenn die Bauteile nicht industriell gefertigt und zusammen gebaut worden sind. Eine improvisierte Mine, die darauf treffende Schiffe ausschalten soll. Bei der Entladung wurde aber einiges vom Schiff zerstört und laut den atmosphärischen Scanns gab es auf dem Frachter ein Feuer.“
    Hybris hörte nur zu, spürte aber wie der Ärgern in ihm aufstieg. Jede noch so kleine Überladung konnte die gesuchten Objekte beschädigen oder gar zerstören. Und dann das Feuer...
    „Scanns abgeschlossen. 4 Lebenszeichen an Bord, alle stabil. Ausnahmslos alle Systeme an Bord wurden ausgeschaltet, inklusive Lebenserhaltung und Schwerkraft.“
    „Deine Einschätzung der Lage?“
    „Da sich drei der vier Personen in der Nähe des Hauptantriebes befinden, gehe ich davon aus das sie bereits versuchen ihn wieder in Gang zu setzen. Sie können uns noch nicht bemerkt haben und dürften leicht zu überwältigen sein.“
    „KÖNNEN sie den Antrieb wieder reparieren?“
    „Höchst unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Es gibt dort, wie auch hier auf der Fury, eine gewisse Anzahl von Behältern an Bord, die nicht von den Sensoren durchdrungen werden können. Sie könnten daher auch gegen die Mine immun gewesen sein.“
    „Und diese Mine, ist sie tot oder könnte sie sich erneut hoch fahren?“
    „Sie könnte sich reaktivieren.“
    „Dann zerstöre sie und docke an das Schiff an. Gibt es sonst noch etwas das ich wissen müsste?“
    „Es gibt mindestens 11 weitere Objekte im geosynchronen Orbit, die vermutlich alle Minen sind. Sie strahlen keine Signatur aus und können bei einem Scann nicht erfasst werden. Dank der Mine vor uns konnte ich sie aber dennoch finden. Sie befinden sich aber nicht in unmittelbarer Nähe und werden es in den nächsten zwei Stunden auch nicht sein. Ansonsten gibt es nichts.“
    „Informiere mich, sollte sich etwas ändern.“


    Hybris verließ das Cockpit und konnte kurz darauf hören wie das rechte Geschütz einmalig feuerte. Seine Schüler inklusive Rope, der tatsächlich mal die Klappe hielt, standen bereits bei der äußeren Luftschleuse. Ohne nochmals etwas zu sagen öffnete Hybris diese und betrat den Bereich dahinter. Die drei folgten ihm und die schwere Drucktür schloss sich wieder zischend.

    „Wie ich sehe habt ihr mitgedacht und euch schon die magnetisierbaren Stiefel besorgt. Gut, die Atemmasken werdet ihr auch brauchen, denn es gab dort drüben ein Feuer. Die vier Crewmitglieder scheinen unverletzt zu sein und sind bereits dabei den Antrieb zu reparieren und werden sich vermutlich auch nicht so einfach ergeben.“
    Ein Ruck ging durch das gesamte Schiff und Yelm ließ unnötigerweise verlauten das sie angedockt hatten.
    „Der Frachter ist nicht besonders groß, also erwarte ich binnen weniger Minuten Ergebnisse.“
    Bevor Hybris die äußere Schleuse öffnete, tippte er einen Druckschalter an, den man gar nicht als solchen erkannte. Wie so ziemlich alle Ausrüstungsgegenstände waren auch die zwei Lumas, die er nun aus dem Fach hinter dem verborgenen Paneel nahm, gut versteckt. Sollte das Schiff mal geentert werden, würden die Eindringlinge erst einmal eine Weile brauchen um diese und andere nicht selten lebensnotwendigen Gegenstände zu finden.
    Die gut in eine Hand passenden Lampen waren stark genug einen zwanzig Meter langen Gang vollständig auszuleuchten, auch wenn man es vermeiden sollte mit nur einer davon einen ganzen Sternzerstörer durchsuchen zu wollen.

    Ares. Falls du eines der sechs Gegenstände findest, und sei es nur die leere Hülle, bring sie her bevor du weitere suchst.“
    Er warf dem Menschen noch ein Padd mit den entsprechenden Holobildern zu, damit er nicht sein Gedächtnis bemühen musste, und öffnete dann das äußere Schleusentor. Dahinter lag das natürlich noch verschlossene des Frachters, doch ein paar Augenblicke später hatte Hybris sie und auch gleich die dahinter liegende Innere mit der Macht zur Seite geschoben. Der dabei entstandenen ohrenbetäubende Lärm sorgte natürlich dafür das sie spätestens jetzt auf vorgewarnte Crewmitglieder treffen würden. Außerdem würden sich die Schleusen mit ziemlich Sicherheit nie wieder lückenlos schließen lassen. Was solls.

    „Los. Ihr habt zwanzig Minuten.“


    [Leerer Raum - In der Nähe des unbekannten Planeten - Hybris Fury - Äußere Schleuse - Hybris, noch in Sichtweite Ares mit Rope und Saphenus]
     
  3. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Hyperraum | Hybris Fury | Saphenus' Quartier] - Saphenus

    Dumpf spürte er das Schiff um sich herum. Der Hyperraumantrieb vibrierte, summte leise vor sich hin. Das Geräusch war wahrhaftig beruhigend, wie Meditationsmusik umhüllte es ihn und ließ seine Gedanken treiben. Raumschiffe….Saphenus konnte sich bisher nicht mit ihnen anfreunden. Ihm war seine geordnete Bibliothek stets lieber gewesen, das bunte Treiben auf den Raumhäfen widerte ihn an. Er erinnerte sich daran wie er einmal versucht hatte von zuhause abzuhauen. Es war kurz nach einem „klärenden“ Gespräch mit seinen Eltern gewesen, sie versuchten ihm klarzumachen, dass er sich dem Initiationsritus der Zabrak nicht stellen konnte, nein, es nicht durfte. Er verstand damals nicht warum, hatte geheult, war wütend. Nachdem er voller Aggressionen sein Zimmer verwüstet hatte, packte er wild entschlossen einige Sachen zusammen und verschwand mit einem bestimmten Ziel vor Augen: Dem Raumhafen von Taris. Genauso wie er sich an die Wut erinnerte, kam ihm nun die Angst in den Sinn, die er bei dem Anblick der Massen an unterschiedlichen Spezies empfunden hatte. Die dröhnenden Turbinen der Raumschiffe düsten über ihn hinweg, er wurde angerempelt und angemeckert, weil er andauernd im Weg stand. Es war erdrückend, plötzlich hatte er das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. So schnell wie möglich kehrte er nach Hause zurück, seine Eltern blickten ihn nur verständnisvoll an. So wie sie es immer taten, immer schienen sie Verständnis für ihn gehabt zu haben. Für ihn, der zwischen zwei Welten gefangen war. Saphenus spürte wie sich etwas in ihm regte, das nicht gut war. Er holte tief Luft und versank tiefer in der Macht anstatt diesem Gefühl nachzugeben. Er wollte nicht wütend sein auch wenn er merkte, dass er sich nicht mehr gut gegen das Monster wehren konnte. Das Monster, das eigentlich nicht mehr da war und ihn dennoch beherrschte. Es kroch nicht mehr in ihm herum, stattdessen war es wie ein Schatten, der auf ihm lag und jedes gute Gefühl zu ersticken drohte. Ein Feuer, das einen friedlichen Wald verschlang.

    Saphenus spürte seinen Mitschüler in der Macht, in einem der anderen Quartiere, vermutlich seinem eigenen. So sehr sich der Zabrak auch bemühte, sein Meister blieb weiterhin vor ihm verborgen. Auch wenn er vermutete, dass er wahrscheinlich im Cockpit war, es war ihm nicht möglich dort ein Lebewesen wahrzunehmen. Die Macht wurde nur von den unbelebten Gegenständen dort reflektiert, den Konsolen und Armaturen, dem kalten Stahl und Glas. Kaum wahrnehmbar waren nur noch die Würmer in dem Quartier 3, die übereinander krochen und ineinander verschmolzen. Kurz war er versucht dort hinein zu gehen und nach dem Experiment zu sehen, doch irgend etwas hielt ihn zurück. Er hatte Angst. War er zu weit gegangen indem er den Wurm in die Leiche überführt hatte, war das in Hybris Sinne gewesen? Wenn nicht, welche Strafe mochte dann noch auf ihn zukommen? Insgesamt musste er jedoch zugeben, dass er neugierig war. Sie waren schnell von Bastion aufgebrochen und auch wenn ihm nun die Stille des Weltalls umgab und ihn im Vergleich zu dem stetig auf ihn eindrückenden Wind nun entspannte, der Albtraum würde nicht ohne Grund diese Reise unternehmen. War das hier Teil ihrer Ausbildung oder verfolgte er eigene Ziele? Sofort schalt sich Saphenus selbst: sein Meister verfolgte immer eigene Ziele, sie selbst waren ein Teil seines Planes. Er durfte nicht den Fehler machen und Hybris‘ Zuwendung für Barmherzigkeit halten, versagte er würde das seinen Preis mit sich ziehen. Er öffnete die Augen. Mittlerweile kam es ihm vor als hätte er niemals zwei Augen besessen. Wie schnell man sich doch an Verstümmelungen gewöhnen konnte. Er merkte zwar, dass er gerade im Nahbereich Probleme mit dem stereoskopischen Sehen hatte, oftmals half ihm nur die Erfahrung vernünftig nach vor ihm liegenden Gegenständen zu greifen, doch mittlerweile hatte er sich darauf eingestellt. Einzig und allein sein Spiegelbild war immer noch schwer anzusehen. Sein Gesicht war noch ausgemergelter als zuvor, das Jahr in den Bergen hatte ihn viel gekostet. Doch abgesehen von der tiefschwarzen Augenhöhle wurde sein Gesicht von keinen Narben geziert, selbst die Explosion des Blasters vor den Toren des Tempels hatte keine hinterlassen. Gegen Ende des Jahres war ihm der Gedanke gekommen Hybris um ein künstliches Auge zu bitten, so etwas musste es doch in der Medistation geben. Damals wurde ihm gesagt er könne keines haben, doch vielleicht sah das jetzt anders aus. Doch die überstürzte Abreise machte ihm einen Strich durch die Rechnung und sein Gefühl sagte ihm, dort wo sie hinflogen gab es keinen Arzt, der so einen Eingriff durchführen konnte.

    Plötzlich tönte ein grelles Piepen durch sein Quartier und eine rote Lampe leuchtete am Intercom auf. Hybris rief sie zu sich. Sofort stand Saphenus auf, streckte sich noch kurz durch sodass seine Knochen knackten und verließ den Raum. Sein Meister hatte sich an dem Holoprojektor im Zwischenraum aufgestellt und schaute sie aus gelben Augen an. Auch wenn der pure Anblick nicht mehr so schlimm war wie der Totenschädel, der Blick des Albtraums jagte ihm immer noch einen Schauer über den Rücken. Ares kam zeitgleich mit ihm an, Saphenus nickte ihm nur kurz zu. Aus welchem Grund auch immer. Der Holoprojektor ließ das Antlitz eines Menschen erscheinen, es war ungepflegt und schien selbst als Hologramm zu stinken. Hybris erklärte ihnen, dass er das Ziel war oder besser, der Frachter den er befehligte. Sie waren also doch auf einer Mission, auf der ersten richtigen. Nervosität überkam den Zabrak. Während des letzten Jahres hatte er in mit dem Gedanken gelebt bald gegen seinen Mitschüler antreten zu müssen. Auch wenn er sich nie sicher war ob es dabei um Leben und Tod gehen würde, es hätte zweifellos Verletzungen nach sich gezogen. Nun war das hier kein Übungskampf. Noch wusste Saphenus nicht wie sie vorgehen würden, doch sollten sie gegen die Besatzung kämpfen müssen…nun, die Menschen würden ihren Tod nicht einfach akzeptieren und in sein Lichtschwert laufen. Noch dazu betonte der Albtraum, dass sie es mit keinem Amateur zu tun hatten, der Captain war schon mehrfach seinen Verfolgern entwischt. Ein Teil in ihm sagte, dass das mit Sicherheit keine Sith waren, dennoch beruhigte das Saphenus nicht. Er war zwiegespalten, er wollte sich messen, er spürte schon wie sich die Wut in seiner Magengegend sammelte, auf der anderen Seite fragte er sich ob er überhaupt schon wieder bereit war jemanden zu töten. Plötzlich überkamen ihn wieder die Gesichter Je’anas und des Jüngers, die Erinnerung an seine Albträume war lebhaft. Er fasste sich, vor seinem Meister durfte er diese Schwäche nicht zeigen.

    Sein Meister fuhr unbeeindruckt fort, den drei restlichen Mitgliedern der Crew schenkte er keine Beachtung. Vielmehr rückten nun die sechs Gegenstände in seinen Fokus, der Grund ihrer Mission. Sie sollten sie beschaffen, um jeden Preis. Sie waren wichtiger als das Schiff und Saphenus vermutete in Gedanken, wahrscheinlich auch wichtiger als Ares und er. Die Erwähnung Rakes bekräftigte ihn in dieser Vermutung. Was war wohl aus dem Feeorin geworden, er hatte ihn das ganze Jahr über nicht mehr gesehen. Offen gestanden hatte er auch keinen Gedanken an ihn verschwendet. Schließlich offenbarte ihnen Hybris noch ihre Rollen und Saphenus spürte, wie seine Hände anfingen zu zittern. Schnell versteckte er sie hinter seinem Rücken. Er sollte die Crew zusammentreiben während Ares nur nach den Gegenständen zu suchen hatte! Er alleine gegen drei….rein körperlich wäre das von vornerein ein aussichtloser Kampf.

    Hybris wehrte schnell noch die leidlichen Versuche Ropes ab ihn in ein Gespräch zu verwickeln und verschwand dann im Cockpit. Unschlüssig blieb er stehen. Zuerst wollte er Ares fragen wie sie vorgehen sollten, verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Saphenus trug alles am Körper, was er benötigte, seine beiden Lichtschwerter baumelten an dem Gürtel. Langsam begab er sich zur Luftschleuse. Er musste zugeben, Erfahrung hatte er nicht mit Entern. Er hatte Geschichten gelesen über Piraten, eine Zeit lang hatte er sich in kindlicher Naivität für das pseudoromantische Piratenleben interessiert. Würden sie jetzt genauso vorgehen wie in diesen Geschichten? Wenn ja hieß das, dass sie das andere Schiff zunächst unter Beschuss nehmen würden. Das Bild des lädierten Leichnams des Rodianers schoss ihm durch den Kampf, dieser war ebenfalls von einer Explosion erwischt worden. Würde ihn sowas auf dem Schiff erwarten? Dann erinnerte sich daran, dass die Piraten immer Atemmasken getragen hatten. Der Haushaltsdroide hielt sich offenbar bewusst im Hintergrund, Saphenus hatte das Gefühl er würde am liebsten ins Cockpit zu seinem Meister gehen anstatt sich mit dessen „Haustieren“ abzugeben. Saphenus setzte eine ernste Miene auf, zumindest versuchte er.


    „Du…Rope! Wo sind hier Atemmasken?“ Betont ließ Saphenus wieder seine Hand an sein Lichtschwert sinken auch wenn er wenig Lust auf eine weitere Auseinandersetzung hatte.

    „Das Haustier braucht nicht aggressiv zu werden, vielleicht sollte der Meister ihm lieber die Klauen stutzen!“, entgegnete der Droide und händigte ihm grummelnd die Atemmasken aus.

    „Gibt es sonst noch etwas Nützliches, das wir gebrauchen könnten?“, fragte Saphenus nun freundlicher und ließ seine Hände sinken.

    „Oh, das Haustier kann man aber schnell mit einem Leckerchen beruhigen, das muss ich mir merken.“,

    quietschte Rope vor sich hin, händigte ihnen dann aber tatsächlich etwas Nützliches aus: Magnetstiefel, die sie im Falle der Schwerelosigkeit auf dem Boden halten würden. Saphenus wäre niemals von sich aus auf die Idee gekommen sich die zu besorgen. Zuerst wollte er sich wortlos umdrehen, stattdessen murmelte er ein Danke. Dann ignorierte er geflissentlich die Antwort des Droiden. Irgendwann würde er schon sehen was er davon hatte.

    Die Stiefel waren schwer und gar nicht so einfach anzuziehen. Er vermied es absichtlich wieder den Droiden um Hilfe fragen zu müssen, so dauerte er es etwas bis er ihren Schließmechanismus verstanden hatte. Die Atemmaske war dagegen einfach über sein Gesicht gezogen, sofort wurde seine Nase mit dem Sauerstoff / Stickstoff Gemisch durchflutet. Auch wenn es wahrscheinlich genau die gleiche Luft war wie sie auch im Raumschiff herrschte, sie roch dennoch irgendwie synthetisch. Er atmete tief ein und aus. Hybris erschien und machte ihnen klar, dass auf dem anderen Schiff ein Feuer ausgebrochen und der Antrieb defekt war. Zumindest das spielte ihnen in die Karten. Ein Ruck, der Saphenus einen kleinen Schritt nach vorne machen ließ, verkündete, dass sie an das gegnerische Schiff angedockt hatten. Seine Hand wanderte wieder unbewusst zu seinem Lichtschwert und schloss es fest in die Hand. Unsinnig wenn man bedachte, dass er sowieso nicht damit umgehen konnte und sich lieber auf die Macht verließ. Dennoch gab ihm die Waffe Halt und das Gefühl von Macht. Sein Meister drückte Ares und ihm noch jeweils eine Lampe ihn die Hand, dann öffneten sich wie von Geisterhand die Schotten. Das Licht der Schleuse fiel fahl in die Gänge des anderen Raumschiffs und erhellte sie diffus. Vorsichtig leuchtete er in das Dunkel, für wenige Sekunden klang ihm noch die letzte Bemerkung des Albtraums in den Ohren. Zwanzig Minuten waren nicht viel wenn man überlegte was sie zu tun hatten. Nochmal warf er einen Blick auf Ares, dann tat Saphenus den ersten Schritt. Die Schwerkraft in dem anderen Raumschiff war tatsächlich aufgehoben, Saphenus spürte es sofort als die künstliche Gravitation wegfiel. Ich fiel auf, dass er gar keine Ahnung hatte wie das Raumschiff aufgebaut war oder wo der Antrieb mit den ¾ der Crew sein sollte. Die Lampe leuchtete den Gang vor ihm aus, Schatten tanzten an der Wand. Er hörte Ares‘ Schritte hinter sich, dazu die geschmeidigen Bewegungen des Droiden. Saphenus besann sich auf die Macht, sein verbliebenes Auge war ihm hier sowieso keine Hilfe. Immer weiter ließ er sein Bewusstsein schweifen bis er die ersten Lebenszeichen entdeckte. Es waren mehrere, dort musste also der Antrieb sein. Das vierte Lebenszeichen war in einem eigenen Raum, es wanderte schnell hin und her. Saphenus konnte nicht sagen wieso, ansonsten spürte er nichts. Auch wenn es ihm mittlerweile gelang seine Machtsinne routiniert einzusetzen, das beste Ergebnis bekam er immer noch wenn er in Ruhe meditieren konnte. Nun war er jedoch aufgeregt, er spürte die Herzen schnell in seiner Brust schlagen. Sein Kopf pochte und er musste sich konzentrieren. Die Hand klammerte sich fester um das Lichtschwert. Er fasste einen Entschluss: auch wenn es riskant war, er wollte sich zuerst mit dem Antrieb beschäftigen. Er wusste nicht wie wahrscheinlich es war, dass sie ihn reparierten, doch wenn es ihnen gelang und sie fliehen konnten…Hybris würde nicht begeistert sein. Noch dazu beschlich ihn der Verdacht, das vierte isolierte Lebenszeichen versuchte sich zu vergewissern, dass noch etwas hier war, oder er wollte etwas beschützen. Doch die Gegenstände waren nicht seine Aufgabe.

    Langsam schlich er sich vorwärts, die Stiefel pochten auf dem Metallboden. Saphenus hoffte inständig, dass die Crew das Geräusch nicht hörte auch wenn es ihnen nicht entgangen sein durfte, dass ein fremdes Schiff angedockt hatte. Mit seinen Sinnen behielt er die drei Gestalten im Antriebsraum fest im Blick, die Lampe leuchtete ihm den Weg aus. Er kam dem Raum immer näher und plötzlich erstarrten zwei der Lebenszeichen. Das dritte bewegte sich immer noch leicht, vielleicht reparierte es den Antrieb. Die anderen beiden verharrten regungslos, Saphenus war sich sicher: sie wussten, dass er kam. Die Tür zum Antriebsraum war geschlossen und der Zabrak ließ das Licht verschwinden. Er war aufgeregt, nervös, er war gleichzeitig angsterfüllt und voller Vorfreude. Freude?! Was war mit ihm los, vielleicht musste er verletzen, töten, er durfte keine Freude haben! Dennoch war dieses Gefühl da und es übernahm die Oberhand. Ein letztes Mal atmete er tief durch und nahm sein Lichtschwert noch fester in die Hand. Dann griff er mit der Macht nach der Tür und schob sie weit auf. Just in diesem Moment erglühte plötzlich ein rotes Glimmen, Notfalllampen leuchteten auf. Der Antrieb selbst blieb stumm doch zumindest die Notbeleuchtung war wiederhergestellt. Ein Blasterschuss zuckte neben Saphenus in die Wand, reflexartig ließ er sich fallen. Ungeschickt rollte er sich ab, kam wieder auf die Beine und aktivierte das Lichtschwert. Das Summen erfüllte den ansonsten stummen Raum und plötzlich tat sich nichts. Saphenus fixierte die drei Personen. Eine kniete in der Nähe des Reaktors, die anderen beiden flankierten ihn, beide hatten Blaster in der Hand. Einer davon war der Captain.

    „Ein Jedi.“,

    grummelte der und blieb regungslos. Damit hatten sie offenbar nicht gerechnet, denn er schien verwirrt zu sein. Oder täuschte er das vor, war das eine Falle? Saphenus kam in den Sinn, dass er noch keinen töten durfte, doch Verletzungen waren nicht verboten.

    „Was zur Hölle macht ein Jedi in diesem gottverlassenen Teil der Galaxis?“, brummte der Captain.

    „Ey, hab’n Jedis nicht immer so andere Lichtdinger, blau oder so?“, fragte der andere Mensch mit dem Blaster.

    „Halt’s Maul bevor du Schwachsinn erzählst. Jedi haben Lichtschwerter, Ende!“,
    fauchte der Captain.

    Saphenus dachte fieberhaft nach. Drei gegen einen war eine gefährliche Situation. Der Captain schien jedoch der hellste von allen sein, der andere macht nicht allzu viel her. Was konnte er tun. Er spürte die Wut in sich, dieser Mensch hatte ihn als Jedi bezeichnet. Er wusste nicht wieso, doch das machte ihn wütend, aggressiv. Er wollte ihm urplötzlich eine Lektion erteilen, die aufkeimenden Gefühle drohten seine Sicht zu vernebeln. Er und ein Jedi, pah! Er war kein Jedi, er war etwas Besseres, er war Sith. Das sollten sie wissen, sie sollten ihm gefälligst den Respekt zollen, der ihm als solcher gebührte! Ruhig, dachte er sich dann, doch er konnte die Wut nicht unterdrücken. Die Angst war wie weggeblasen. Er suchte nach dem Verstand des dümmeren Menschen, er richtete die Macht auf ihn. Mit einer Handbewegung flüsterte Saphenus:

    „Ich bin gefährlicher als ein Jedi, du solltest Angst vor mir haben.“

    „Ey, das hier is‘ keen Jedi, der…man, der ist gefährlich.“, flüsterte der wie hypnotisiert und ließ den Blaster sinken.

    „Was machst du da, du Schwachkopf.“, brüllte der Captain und sah sein Crewmitglied an.

    „Hast du Idiot vergessen was wir an Bord haben? Jedi hin und her, wir müssen den behämmerten Antrieb klarmachen und dürfen auf keinen Fall Zeugen hinterlassen!“

    Saphenus spürte wie der Effekt des Gedankentricks nachzulassen drohte, das Crewmitglied vertraute auf die Worte seines Captains und widerstand dem Einfluss der Macht. Der Zabrak nutze dennoch die Chance. Als der Captain immer noch den anderen Menschen anschaute, griff er nach der Waffe des Anführers. Die Macht schleuderte ihm sie aus den Händen. Sie raste geradewegs auf den anderen Bewaffneten zu und prallte gegen dessen Kopf. Die Machtgeschwindigkeit katapultierte Saphenus zwei Schritte nach vorne, absichtlich deaktivierte er das Lichtschwert und knallte es mit aller Kraft, die er aufbringen konnte in das Gesicht des Captains. Grunzend stolperte der nach hinten weg. Der Mann, der gerade noch den Reaktor reparieren wollte, stand aus der Hocke auf und stürmte geradewegs auf den Zabrak zu. Saphenus spürte wie ihn eine Faust im Gesicht streifte, er war nicht schnell genug um den Angriff auszuweichen. Das Adrenalin, das durch seinen Körper strömte, verhinderte jedoch, dass er Schmerzen spürte. Er fiel auf den Boden, sein Lichtschwert rutschte ihm aus der Hand. Schnell griff er nach seinem zweiten, dem Trainingslichtschwert und aktivierte es. Der Mechaniker kam schon auf ihn zu, Saphenus trieb die zwar gedämpfte, aber dennoch heiße Klinge in dessen Oberschenkel. Kleidung und Haut verkohlte, ein Schrei zuckte durch den Raum und hallte von den kalten Wänden wider. Der Mechaniker ging zu Boden, unglücklich schlug er mit seiner Schulter auf. So schnell Saphenus konnte rappelte er sich wieder auf. Das etwas dümmliche Crewmitglied lag noch auf dem Boden, es schien desorientiert zu sein. Der Captain war hingegen wieder auf den Beinen. Sein Blick fiel auf den Blaster, der am Boden lag, dann hechtete er zu der Waffe. Saphenus blieb stehen. Der Schrei beflügelte ihn, er genoss das Leid. Das Monster hatte nun die Oberhand, er konnte sich nicht wehren selbst wenn er es gewollt hätte. Auf einmal spürte er die Macht über sich hereinbrechen, der Ozean, der ihm sonst verschlossen war, lud ihn nun geradewegs zum Schwimmen ein. Er streckte seine Hand aus, das Lichtschwert legte sich quer vor seinen Körper. Dann richtete er die Macht auf den Captain. Noch bevor sich dessen Finger um die heiß ersehnte Waffe klammern konnten, blieb ihm die Luft weg. Etwas verschloss seine Luftröhre und verhinderte, dass frische Luft in seine Lungen strömen konnte. Saphenus hatte diese Technik noch nie an einem Lebenden ausprobiert und so gelang es ihm nicht die Trachea des Captains komplett zu verschließen. Dennoch, das war eine Stresssituationen und der Mensch atmete schnell um seine Muskeln während der Belastung dennoch mit Sauerstoff versorgen zu können. Hätte er ruhig und tief weitergeatmet, er hätte noch Luft bekommen. Doch so begann er zu hyperventilieren. Saphenus ging langsam zu ihm und schob den Blaster mit der Spitze seines Fußes von dem Menschen weg. Dann folgte ein weiterer Tritt in dessen Magengrube. Er spürte so langsam die Anstrengung, die es ihn kostete den Machtgriff aufrechtzuerhalten, doch die Schmerzensschreie des verletzten Crewmitglieds gaben ihm Kraft. Er genoss es. Dann beendete er dir Tortur, der Captain spukte sofort auf den Boden und rang nach Luft. Saphenus ließ seine Sinne wandern, er schöpfte aus dem Ozean und beförderte sein fallengelassenes Lichtschwert zurück in seine Hand und dann an seinen Gürtel. Es schwebte langsam zu ihm, doch er hatte keine Eile. Das etwas dümmliche Crewmitglied schaute ihn nur entsetzt an, es dachte gar nicht mehr daran nach dem Blaster zu greifen. Schnell ließ Saphenus die heiße Klinge über die beiden Waffen gleiten und machte sie damit nutzlos. Grinsend schaute er den „Schwachkopf“ an.

    „Denk nicht einmal daran etwas Dummes zu tun.“, sagte Saphenus langsam. Er hoffte die Drohung würde reichen ihn in Schach zu halten. Drei waren also geschafft. Sie waren alle benommen oder verletzt und zu sehr mit sich selber beschäftigt als dass sie Gegenwehr leisten konnten. Zumindest dachte Saphenus das. Plötzlich schob sich die vierte Gestalt in das rote Dämmerlicht der Notleuchten.

    „Ich mache dich fertig, damit kommst du nicht durch!“, brüllte der und stürmte dann auf Saphenus zu. Es war ein Berg von einem Menschen. Nicht so groß und stark wie Rake, dennoch mit mehr Muskeln als sich Saphenus jemals erträumen lassen konnte. Die Zeit reichte nicht sich mit Hilfe der Machtgeschwindigkeit zu retten, Saphenus wurde schlicht über den Haufen gerannt. Wieder fiel sein Lichtschwert zu Boden, doch dieses mal das Trainingslichtschwert. Hätte er klar denken können, wahrscheinlich wäre ihm durch den Kopf gegangen, dass es gut war zwei bei sich zu tragen. Bevor sich der Hüne nach ihm umdrehen konnte, aktivierte der Zabrak die gefährliche Klinge der richtigen Waffe und ließ sie durch die Luft sausen. Es musste aussehen als würde er mir nichts dir nichts in die Luft stochern, doch er traf. Jetzt senkte sich der heiße Lichtstrahl in das Fleisch seines Gegners anstatt es nur oberflächlich zu verbrennen. Mühelos glitt es durch die gestählten Muskeln und schmolz sie wie Butter. Brüllend krachte der Muskelberg auf den Boden. Doch anstatt sich sein Bein zu halten wie es das andere Crewmitglied getan hatte, kroch er auf Saphenus zu. Die gewaltigen Pranken zogen ihn stetig in Richtung des Zabrak bis er schließlich dessen Gewand zu spüren bekam. Er riss daran und Saphenus versuchte sich nun seinerseits wegzubewegen. Er durfte ihn nicht töten, auch wenn sein Körper wollte, dass er die heiße Klinge des Lichtschwerts in das Gesicht des Hünen trieb. So holte er aus und trat nach ihm, genau auf die Nase. Etwas knackte, doch unbeirrt zog der Mensch weiter an der Robe bis sie schließlich riss. Saphenus stand wackelnd auf und hetzte dann einige Schritte zurück. Vor ihm lagen nun die vier Menschen, einer kroch weiter auf ihn zu, ein anderer hielt sich ein Bein, einer schaute nur entsetzt als wäre er in der leibhaften Hölle gelandet und der Captain klammerte sich immer noch mit seinen Händen an seiner Kehle fest als versuchte er unsichtbare Hände von dort wegzuschieben. Saphenus Atem ging schnell, immer noch spürte er das Verlangen diesem Treiben mit einem Zucken seines Lichtschwertes ein Ende zu bereiten. Doch er widerstand und verließ den Raum. Die Tür schlug hinter ihm zusammen, das Energiebündel seines Lichtschwertes verschmolz das Schloss. Probeweise versuchte der Zabrak sie wieder zu öffnen, doch selbst mit der Macht gelang ihm das nicht. Die Crew war eingeschlossen. So sollte Ares genug Zeit haben nach den Gegenständen zu suchen wenn er sie nicht sogar schon gefunden hatte. Vorsichtig befühlte Saphenus seine Wange. Er blutete nicht und gebrochen fühlte es sich auch nicht an. Wahrscheinlich würde es nur wehtun. Zitternd befestigte er sein Lichtschwert wieder an seinem Gürtel sodass die beiden Griffe nun ruhig nebeneinander hingen. Mit einem Mal fiel die Wut von ihm ab. Er traute sich urplötzlich nicht einmal mehr die geschlossene Tür hinter sich anzuschauen, dumpf drangen Schmerzenslaute durch das Metall. Schnellen Schrittes begab sich Saphenus im fahlen Licht zurück zu der Fury. Er wollte so schnell wie möglich weg…


    [Leerer Raum | In der Nähe des unbekannten Planeten | Fremdes Schiff | Äußere Schleuse] - Saphenus
     
  4. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Leerer Raum - In der Nähe des unbekannten Planeten - Hybris Fury - Äußere Schleuse - Hybris, noch in Sichtweite Ares mit Rope und Saphenus]


    Mit geschlossenen Augen und seinen Machtsinn so weit ausgeweitet, das er den kompletten Frachter erfasste, beobachtete Hybris wie sich Saphenus der Gruppe beim Hyperraumantrieb näherte. Seine beiden Schüler hatten ein Jahr Zeit gehabt um ihre Fähigkeiten so weit zu verinnerlichen, das sie sie einsetzen konnten, als wären sie damit geboren worden. Auf ihrem jetzigen Level mussten beide Apprentice in der Lage sein ein Dutzend Nicht-Machtnutzer mit leichter Bewaffnung in Schach halten und schließlich auch besiegen zu können. Rein theoretisch. Hybris selber war schon vor seinem Leben als Sith ein Mörder gewesen, der ohne zu zögern alles nieder mähen würde, hielt man ihn nicht davon ab. Man hatte... und ihm dann im Orden ausgebildet. An die Einzelheiten konnte er sich freilich nicht mehr erinnern, doch das Ergebnis konnte er jede Sekunde seines Lebens sehen und spüren. Der Zabrak, der nun auf die Mannschaft traf, hatte keine solche Vergangenheit, hatte nicht diese gleichen psychischen Probleme wie Hybris. In der Hinsicht war er schwach und in den nächsten Minuten wurde dem Executor klar, wie wenig sein angebliches Monster in seinem Inneren doch wert war. Gefühle und Emotionen wallten wie bunte Wellen durch die Korridore bis zu dem Sith Lord und hinterließen genug Eindrückte, das er sich mit Hilfe seiner Phantasie ein recht gutes Bild von dem Kampf machen konnte. Dabei fühlten sich Angst, Wut und Überraschung bis hin zu Todesangst und Hoffnungslosigkeit sehr vertraut an. So vertraut, das er jedem dieser Dinge nicht nur eine Farbe, ein Geruch und eine ganz eigene Machtschwingung zuordnen konnte, sondern sogar andere Empfindungen herausfiltern konnte die zum Beispiel ein Apprentice übersehen würde. Schmerz war so eine. Angst und Hass waren deutlich zu erkennen und besaßen die Farbe blau und rot, während der Schmerz metallisch stumpf war, mit einer sehr speziellen Schwingung, die ganz am Rande seiner Wahrnehmung entlang schrammte. Je nach Stärke dieses „Signales“ wurde aus matt glänzend und aus fest flüssig. Verwandelte sich der Schmerz in Agonie und Überlebenskampf in Hoffnungslosigkeit, explodierten diese Schwingungen und überfluteten die Kammern in der Hybris Macht geboren wurde. Dieser zusätzliche Treibstoff befeuerte die Öfen und sorgten für einen Energieschub, der nur kurz anhielt, ihm dafür aber auch mächtiger machte. Er hatte diesen Umstand schon auf Thearterra genutzt, als diese Archäologin und der Padawan von ihm gefoltert worden waren. Ein wahrhaft diabolische Fähigkeit, die den Sith da zu eigen war. Und zwar allen, wenn man denn versiert genug war.
    Doch zurück zu Saphenus und seinem Kampf. Er überlebte, doch es war alles andere als einfach gewesen und Hybris musste ein Knurren unterdrücken.


    „Ein Jahr und der führt sich auf wie ein Anfänger“ flüsterte der Executor und blickte nach rechts, wo der Zabrak kurz darauf auftauchte. Alleine natürlich, wie der Sith wusste. Immer diese Missverständnisse.
    „Als ich sagte, das du die Crew zusammen treiben sollst, meinte ich damit natürlich das du sie her bringen sollst.“
    Er stieß sich von der Wand ab, an der er die ganze Zeit über gelehnt hatte und wand sich dem Apprentice zu. Geringschätzig musterte er diesen.
    „Du hast die Macht und ein Lichtschwert und doch sieht es so aus, als wäre allein dein überlegener Verstand dafür verantwortlich das du noch lebst und … gewonnen hast. Soll das eine Demonstration deiner Macht gewesen sein? Ist das alles was du entfesseln kannst?“
    Hybris ging an dem Zabrak vorbei, stieß ihn dabei nicht grade sanft mit der Schulter zur Seite und befahl ihm dann mit einer knappen Geste ihm zu folgen. Während seine beiden Schüler ihre gesamte Macht für ihre Aufgabe hatten nutzen sollen, konnte der Executor aus genug Reserven Macht schöpfen, um sich mit ihre Hilfe am Boden festzukleben. Das er diesen verfluchten Frachter nun doch betreten musste, nervte ihn ganz schön. Er war bisher aus einem sehr guten Grund solchen Todesfallen aus dem Weg gegangen. Egal wie mächtig er auch war, wenn das Schiff um ihn herum explodierte und er ins Vakuum gesogen wurde – falls er die Detonation überleben würde – konnte er wohl kaum davon ausgehen noch allzu lange zu leben. Auf der Fury war er noch relativ sicher gewesen, doch dieser Frachter... eine Todesfalle, ganz sicher. Wer auch immer diese Minen ausgesetzt hatte, konnte noch wer weiß was tun.

    Als sie schließlich kurz darauf bei der von Saphenus verschlossenen Tür angekommen waren, war Hybris derart wütend, dass sie ihm nicht lange widerstand. Ein schneller Schnitt mit dem Lichtschwert und die linke Seite der großen Tür wurde von der Macht zur Seite gedrückt. Kreischend und Funken sprühend wurde die simpel konstruierte Metallplatte einfach weggedrückt. Die vier dahinter sitzenden und liegenden Gestalten reagierten alle unterschiedlich oder gar nicht. Der muskulöseste von ihnen, der auf dem Bauch am Boden lag und ihm todesverachtend einen Blaster entgegen regte, bereute diese Entscheidung schon im nächsten Augenblick. Da Hybris grade so gar keine Lust auf Spielchen und Folter hatte, brach er einfach jeden einzelnen Knochen im Waffenarm des Mannes und wischte den kurz darauf ohnmächtigen Mann mit einer gereizten wegwerfenden Geste weg.
    Danach schwand jedweder Widerstand in den übrigen drei Crewmitgliedern.


    „Wie ich sehe gibt es tatsächlich noch Schwachköpfe in der Galaxie, die beim Anblick eines Siths, und sei es nur ein Schüler, noch an Gegenwehr denken. Du, Captain, du hast was das ich will und du wirst mir sagen wo es ist, sonst fange ich an Dinge aufzuzählen, die du noch nicht einmal in irgendwelchen abartigen Holofilmen gesehen hast. Und sollte es tatsächlich so weit kommen das ich diese Dinge in die Realität umsetzen muss, hast du bereits eine Linie überschritten, ab der du nicht mehr in der Lage bist über deinen eigenen Tod zu bestimmen.“

    Alle drei Männer wurden nun in die Luft gerissen und dort gehalten. Hybris baute sich vor dem ungepflegten Captain auf, sah auf ihn herab und wünschte sich dabei zweierlei. Natürlich wollte er die Gegenstände, doch hier waren vier Subjekte die man foltern konnte. An denen man herum experimentieren konnte. Das würde er sich auch nicht nehmen lassen. Zumindest nicht bei allen.

    „Schon gut … ich sage es euch … Lord.“

    Und das tat er. Ohne ihn auch noch ein einziges mal Schmerzen zufügen zu müssen, gab er alles preis was Hybris von ihm wissen wollte. Als Ares schließlich mit Hilfe der Informationen alle Teile gefunden und auf die Fury gebracht hatte, standen Saphenus und er immer noch im Maschinenraum des Frachters.
    Er ist gut darin seinen Verfolgern zu entkommen und sie sogar auszuschalten. Doch keiner von denen ist ihm nah genug gekommen, um ihn bedrohen und erpressen zu können … weshalb seine Feigheit nicht aufgefallen ist. Ich habe alles was ich wollte. Und das so schnell, das ich die Alchemisten mich vermutlich gleich zu einem vollwertigen Mitglied ernennen werden. Manchmal braucht man halt einfach nur Glück.
    Erst jetzt entließ er die drei in der Luft schwebenden Männer seinem Griff und sie plumpsten wie nasse Säcke zu Boden. Keuchend wanden sie sich wie verkrüppelte Insekten, wobei vor allem der Captain wie eine sich in Aas wälzende Made aussah. Hybris warf Saphenus einen Blick über die Schulter zu.

    „Töte die drei anderen. Captain, sie kommen mit mir und werden mir erzählen was hier passiert ist. Gefällt mir was ich höre, gibt es keinen Grund sie auch noch zu beseitigen.“

    Die beiden verließen den kleinen Maschinenraum, wobei der Captain voraus stolperte und dabei ständig hustete und würgte. Da er im Gegensatz zu den drei Sith keine Atemmaske besaß, fiel ihm das Atmen schwer. Dennoch schafften sie es bis zur Luftschleuse, wo der dicke Mann erlaubt wurde zusammen zu brechen und die Befragung liegend über sich ergehen zu lassen.
    Er hatte nicht viel neues zu berichten. Sie waren unplanmäßig aus dem Hyperraum gerissen worden und hatten sich dem Geisterplaneten gegenübergesehen. Obwohl ihre modifizierten Langstreckensensoren das Schwerefeld des Gasriesen registriert hatte, war der Pilot, der nach Ansicht des Captains an allem Schuld war und den Tod verdient hatte, dem Saphenus ihm grade bescherte, nicht darauf eingegangen und hatte den Kurs nicht geändert. Also waren sie direkt in eine dieser Minen geflogen, die, wie Hybris wusste, nicht von den Sensoren entdeckt werden konnten, sofern man denn nicht wusste wonach man suchen sollte. Und seitdem hatten sie eigentlich nur versucht den Antrieb wieder in Gang zu setzen. Ende der langweiligen Geschichte.
    Hybris ließ den Captain erst einmal liegen und wartete darauf das der Zabrak kam. Als er schließlich da war, bekam er sogleich seinen nächsten Anweisungen.


    „Du hast dir das Experiment mit dem Tank doch angesehen oder? Dort wo die Flechten drin sind. Schaff den Captain dort hin und stecke ihn in den Tank.“
    „Aber...“
    „Sie werden feststellen Captain, das der Tod ein Begleiter von mir ist, der weit aus gnädiger ist als ich.“

    Noch eine „nun mach schon“ Geste zum Apprentice und er schloss die Schleuse wieder. Übers Com kontaktierte er danach Yelm, woraufhin sich die Fury wieder von dem Frachter löste....

    [Leerer Raum - In der Nähe des unbekannten Planeten - Hybris Fury - Auf dem Weg zum Hauptraum]
     
  5. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Leerer Raum | In der Nähe des unbekannten Planeten | Fremdes Schiff | Äußere Schleuse] - Saphenus

    Sein Meister erwartete ihn bereits. Saphenus‘ Finger fuhren an den kühlen Wänden der äußeren Schleuse entlang als er sich anschickte wieder die Fury zu betreten. Sein Atem normalisierte sich wieder und das Angstgefühl, das Grauen über sein eigenes Handeln fiel von ihm ab. Wo er eben noch Unbehagen gespürt hatte als er daran dachte die Tür zu dem Antriebsraum wieder öffnen zu müssen, beschlich ihn nur Gleichgültigkeit. Entweder er oder sie. Wo diese plötzliche Erkenntnis herkam, das wusste er nicht. Was er wusste war, dass das Monster, oder die Teile von ihm, die ihm noch bewusst waren, gut darin war die klare Linie zwischen Gut und Böse verschwimmen zu lassen und ihm dabei half die Zweifel zu verschlucken und in Dunkelheit aufgehen zu lassen. Es war wie ein Gift, das langsam in den Ozean der Macht tropfte und ihm die Sicht verschwimmen ließ, eben wie seine Urteilsfähigkeit. Saphenus spürte diese Veränderung allzu deutlich in sich und noch kämpfte er dagegen an, versuchte sich zu erinnern aus welchem Grund er ursprünglich zu den Sith gegangen war. Doch er musste sich eingestehen, dass ihn das Jahr in den Bergen Bastions auf einen anderen Weg gebracht hatte. Längst ging es nicht mehr nur darum vor den Jedi zu fliehen, es ging um mehr. Er wollte Lernen, er musste lernen, er durfte nicht versagen und nachher noch seinen Platz an der Seite Hybris‘ verlieren. Wenn das bedeutete, dass er kämpfen musste, dann sollte es so sein. Er gehorchte nur den Befehlen seines Meisters, welche Wahl hatte er also schon? Mit diesem Gedanken drückte er seine Schultern durch und versuchte aufrecht zu stehen.

    Doch ein einziger Blick seines Meisters machte diese Haltung wieder zunichte. Die gelben Augen des Sith bohrten sich in die seinen, die Schelte ließ nicht auf sich warten. Stumm nickte er und wandte den Blick gen Boden, auch wenn sich Unmut in ihm regte. Sein Meister hatte nicht deutlich gemacht, dass die Crew auf die Fury kommen sollte. Vielmehr war Saphenus davon ausgegangen, dass der Albtraum nicht wollte, dass so ein Gesindel sein Schiff betrat. War es nicht viel eleganter diese Menschen auf ihrem eigenen Schiff unter Kontrolle zu behalten, so konnte man wenn nötig den gesamten Frachter zur Hölle bomben. Doch Saphenus wagte es nicht seine Gedanken laut zu äußern, es hatte sowieso keinen Sinn. Der Albtraum kam näher. Wo er eben noch an der Wand gelehnt hatte, trat er nun einen Schritt auf den Zabrak zu. Saphenus‘ anfängliches Selbstvertrauen von eben fiel gnadenlos in sich zusammen, der Blick des Albtraums genügte, er allein war schon bedrohlich genug. Während er noch überlegte was er auf die Frage seines Meisters erwidern sollte, stieß ihn dieser schon zur Seite und bedeutete ihm, ihm zu folgen. So schüttelte er nur stumm den Kopf und folgte dem Sith. Er wusste, eine Entschuldigung würde nichts bringen und Hybris im Zweifelsfall nur noch wütender machen. Er fragte sich was man denn von ihm erwartet hatte? Müssten sie nach dem Trainingsjahr wirklich schon so weit sein sich mit so vielen Gegnern gleichzeitig anzulegen, sich mit so vielen im Kampf zu messen? Woran lag es, dass er trotzdem nur knapp mit dem Leben entkommen war, setzte er nicht seine ganze Macht ein, fehlte ihm nur Erfahrung im Kämpfen oder…war er schlichtweg schwach? Der Gedanke macht ihn nervös. Sein Leben lang hatte er sich intellektuell den anderen überlegen gefühlt. Wie geringschätzig hatte er doch auf die Freunde Je’anas hinabgeblickt und jedes ihrer dummen Worte gehasst! Genau so wie er wusste, dass er körperlich schwach war, war er davon ausgegangen, dass diese Schwäche durch seine Intelligenz wettgemacht wurde. Irrte er sich, war er doch schlichtweg zu schwach um die Macht in ihrer ganzen Vielfalt nutzen zu können? Doch Hybris selbst hatte zugegeben, welches Potential in ihm steckte, ansonsten wäre Saphenus niemals sein Schüler geworden. Woran lag es also dann, übte er sich noch in Zurückhaltung, hatte er Scheu seine Fesseln abzulegen und die komplette Macht in ihm zu entfalten? Konnte er das überhaupt wagen? Er wusste, wenn das Monster einmal entfesselt war würde es nicht ruhen sondern nur Zerstörung und Chaos anrichten. Die Fragen brannten in Saphenus‘ Kopf, doch er traute sich nicht sie seinem Meister zu offenbaren. Er fürchtete seinen enttäuschten Blick und die Konsequenzen.

    Hybris hielt sich nicht damit auf selber Magnetstiefel anzulegen. Vielmehr nutzte er die Macht um sich in der Schwerelosigkeit am Boden festzuhalten. Schnellen Schrittes durchquerte er die Korridore sodass der Zabrak schon Mühe hatte ich zu folgen. Die Schwerelosigkeit war er nicht gewöhnt. Unruhe ergriff ihn je näher sie dem Antriebsraum kamen. Die Angst und der Widerwillen diesen Raum noch einmal zu betreten war verschwunden, dennoch war es merkwürdig. Gerade noch sperrte er die Crew dort ein nachdem er einige von ihnen verletzt hatte, schon kam er wieder und dann noch in Begleitung eines Sith, der sehr viel weniger Gnade üben würde als Saphenus. Um genau zu sein gar keine. In einer fließenden Bewegung erwachte das rote Lichtschwert seines Meisters fauchend zum Leben und schnitt mühelos durch das Metall der Tür zum Antriebsraum. Gierig wurde es verschlungen als dürstete es die Waffe nach mehr. Mit einem kräftigen Machtstoß wurde die Tür aufgerissen, als das geschah in Sekundenbruchteilen. Auch wenn er Hybris immer noch nicht selbst in der Macht spüren konnte, die Auswirkungen seines Handelns waren für Saphenus deutlich wahrnehmbar. Der Muskelprotz, der eben noch erbittert gegen ihn gekämpft hatte, besaß immer noch seinen Willen, sich zu wehren. Doch war er für Hybris keine Gefahr. Als sich der Blaster in die Höhe hob und drohte abgefeuert zu werden, spürte Saphenus das Brechen der Knochen in dem Arm, kurz darauf wurde der nun ohnmächtige Körper des Menschen zur Seite geschleudert. Laut krachend prallte er gegen die Wand und rutschte an ihr herunter. Saphenus konnte nicht anders als Hinsehen. Auf der einen Seite war es grausam, er konnte sich die Schmerzen vorstellen, die dieser Mensch gerade erlitten hatte. Auf der anderen Seite wollte er auch dazu in der Lage sein. Aufregung machte sich in ihm breit, ungeduldig wartete er auf noch eine Vorführung seines Meisters. Die Angst der anderen Crewmitglieder musste selbst für einen Nicht-Machtsensitiven zu spüren sein, besonders der geistig etwas zurückgebliebene Mensch stach da heraus. Er hatte sich eingenässt.

    Hybris Worte hallten eisern durch den Raum sodass selbst Saphenus, der sicher hinter seinem Meister leichtversetzt stand noch Gänsehaut bekam. Als sich die drei noch bei Bewusstsein befindlichen Gestalten in die Luft hoben, gefangen von der Macht, fiel ihr Widerstand in sich zusammen. Schnell plauderte der Captain, der sich eben noch siegessicher gefühlt hatte, aus, was Hybris wissen wollte. Für Ares sollte es nun ein Leichtes sein die Gegenstände zu bergen und sicher auf der Fury zu verstauen. Das bedeutete Macht. Der Albtraum erreichte so schnell das, was er wollte, es kostete ihn nur eine kleine Demonstration dessen, wozu er wirklich fähig war. Saphenus erinnerte sich an all die Situationen zurück in denen er gehänselt und schikaniert worden war. Man hatte ihn ausgelacht und als einen menschlichen Zabrak verhöhnt, der niemals die Stärke seiner Rasse besitzen würde. Wie deutlich waren in seiner Erinnerung die grausamen Worte der Freunde Je’anas, die nicht nur hinter vorgehaltener Hand flüsterten, warum sich eine so schöne Frau so einen wie sie geangelt hatte. Und je lauter dieses Flüstern wurde, desto mehr nahm Je’anas es als die Wahrheit hin bis sie ihn schließlich betrog. Wäre er damals so stark wie Hybris gewesen, hätte er die gleiche Macht besessen…sie hätte es niemals gewagt ihn zu hintergehen. Ihre Furcht hätte sie an ihn gebunden wenn schon nicht ihre Liebe. Es wäre niemals so weit gekommen, dass er wie ein Verbrecher von Taris fliehen musste. Wieder machte sich die Wut in ihm breit. Sie schien wie ein allwissender Begleiter immer dann aufzutauchen, wenn er Kraft brauchte. Saphenus argwöhnte, dass das Monster dahintersteckte, doch alle Zweifel wurden bald von dem Bild verschluckt, wie Je’ana in den Armen ihres Liebhabers lag. Schließlich fielen die Männer zu Boden und der Albtraum drehte sich zu ihm um. Kalt befahl er Saphenus die drei Crewmitglieder zu töten, dann verschwand er mit dem Captain aus dem Antriebsraum. Schnell verklungen ihre Schritte auf dem Boden und Saphenus war alleine, allein mit drei Gestalten, die dem Tode nun näher waren als dem Leben. Sein Atem pfiff durch die Maske. Er griff schon nach seinem Lichtschwert, da erschien ihm plötzlich das Gesicht Talithas vor Augen. Was…wieso gerade jetzt? Er spürte ihren anklagenden Blick auf sich ruhen. Sie würde das hier nicht gutheißen, doch wieso interessierte ihn, was sie dachte? Sie war nur Mittel zum Zweck gewesen, seine Chance den Händen des Scriptors zu entgehen. Doch so ganz stimmte das nicht. Sie war bereit gewesen dem Scriptor Widerstand zu leisten und gegen ihn vorzugehen, doch war sie von Edgar dazu gezwungen worden. Ihr Handeln war nur von Notwehr geprägt gewesen, was Saphenus nun im Begriff war zu tun konnte man nicht damit gleichsetzen. So zögerte der Zabrak nun die Klinge seines Lichtschwerts zu aktivieren. Die zwei Gestalten, die noch bei Bewusstsein waren, starrten ihn mit großen Augen und offenen Mündern an. Offenbar konnten sie nicht einordnen wieso er regungslos dastand. Hatten sie nun, da sie wehrlos waren, von ihm die gleiche Erbarmungslosigkeit erwartet? Saphenus sah immer noch in Talithas Gesicht, das sich sein Verstand einbildete. Doch schließlich gab er seinen Widerstand auf und die Dunkelheit ergriff ihn. Die Macht, die sein Meister eben demonstriert hatte, den Willen andere zu brechen und sich zu nutzen zu müssen, beeindruckte ihn und hinterließ seine Spuren. Wenn er genau so werden wollte, konnte und durfte er nicht zweifeln. Wäre er damals so wehrlos wie es nun die Crewmitglieder waren von den Jedi gefunden worden…sie hätten kein Erbarmen gezeigt. Somit erwachte nun sein eigenes Lichtschwert zum Leben, das Summen schallte bedrohlich durch den Raum. Einer der Menschen gab ein Wimmern von sich, doch Saphenus hörte es kaum. Langsam ging er zuerst zu dem Bewusstlosen. Er hob seine Hand, sie zitterte leicht und nach einem kurzen Zögern glitt die Klinge herab und trennte dem Menschen den Kopf von den Schultern. Mühelos schaffte das der Energiestrahl, dabei gab er zufriedene Laute von sich. Als er in der Macht spürte wie das Leben diesen Menschen verließ, befeuerte das die Dunkelheit in ihm. Das Gefühl machte ihn stärker, wie in einem Rausch fühlte er sich plötzlich mächtig und stark. Er genoss dieses Gefühl, viel zu leid war er es sich dem Gespött anderer auszusetzen. Selbst diese Besatzung hatte ihn zunächst für einen Witz gehalten, sie dachten sie könnten es mit ihm aufnehmen. Nun wollte er ihnen ihren Irrtum aufzeigen. Der Mechaniker versuchte von ihm wegzukriechen, seine Hand griff in Richtung Ausgang als wollte er sich selber dahinziehen. Doch daraus wurde nichts. Saphenus ergriff in mit der Macht und schon wieder wurde der Mensch in die Luft gehoben. Die glühend heiße Klinge glitt in seine Brust, vernichtete sein Herz. Saphenus zog Kraft aus den letzten, gequälten Atemzügen des Mechanikers und richtete seinen Blick schließlich auf den letzten. Nur noch der Dumme war übrig. Es schien als hätte dieser das Atmen vergessen, sein Gesicht war blau und Sabber floss aus seinem vor Schreck weit geöffneten Mund. Der Zabrak deaktivierte sein Lichtschwert und verstaute es sicher an seinem Gürtel. Langsam streckte er die Hand aus, suchte den Hals seines Opfers und drückte zu. Obwohl zwischen ihnen gut ein Meter Platz war, überwand er diesen Raum mit der Macht und nutzte sie, um den Kehlkopf des Menschen zuzudrücken, so wie er es eben noch bei dem Captain getan hatte. Doch nun hörte er nicht auf. Der Mensch besaß nicht mehr die Kraft sich zu wehren, langsam ging er zugrunde. Schließlich war Saphenus der einzige, der noch am Leben war. Langsam atmend sah er sich um, schließlich würdigte er die Leichen keines Blickes mehr und stieg über die aus den Angeln gerissene Türe hinweg als er sich auf den Rückweg machte. Dieses mal blieb das schlechte Gewissen aus, der Rausch hielt an. Wie gut es sich angefühlt hatte, das Gefühl der Macht. Im Augenblick verdrängte es all die Gedanken, die ihn an ihm zweifeln ließen.

    Sein Meister hatte sich des Captains noch nicht entledigt als Saphenus wieder zurück auf der Fury war. Der Mensch lag am Boden und keuchte vor sich hin, doch er hatte noch das Glück, oder Pech, noch am Leben zu sein. Hybris sprach von dem Experiment und kurz fürchtete er sein Meister würde ihn zurechtweisen, dass er dort Hand angelegt hatte, doch nichts dergleichen. Doch sein Meister sprach von dem anderen Experiment, denn an die Flechten konnte er sich nicht erinnern. Dennoch wollte er den Befehlen Folge leisten und bedeutete dem Captain mit einem leichten tritt aufzustehen. Wenn der Mensch einmal eine vor Stolz geschwellte Brust gehabt hatte, nun gab es davon keine Spur mehr zu sehen. Offenbar hatte er es eilig dem Blick des Albtraums zu entkommen trotz des ungewissen Schicksals, das ihm bevor stand. Als sie schließlich den zweiten Experimentierraum betraten ging ein Ruck durch die Fury, langsam bewegte sich das Schiff von dem Frachter weg. Saphenus schubste den Captain in den Raum hinein und mit einem Wink seiner Hand glitt diese zu. Hier gab keine Leichen, noch nicht, nur ein großer Tank, ähnlich denen in denen sonst Bacta war um die Verwundeten zu heilen. Nur hatte sich an der Scheibe von diesem bei näherer Betrachtung ein leicht bläulicher Schimmel abgesetzt. Saphenus wusste nicht was den Captain hier erwarten würde, doch es spielte auch keine Rolle.


    „Und ich dachte Sith wären ein Märchen…“,

    flüsterte der Captain in einem Ton, der seinen Unglauben deutlich machte. Er musste mit ansehen wie ein Albtraum Wirklichkeit wurde und ihn nun zu verschlingen drohte.

    „Hör mal, ich bin reich….wir haben viel Geld erbeutet.“


    Der Captain ergriff die letzte Möglichkeit, die er noch hatte.


    „Du hast die anderen getötet, sehr gut, dann bleibt für uns beide mehr zu teilen. Wenn du mir hilfst, glaub mir, du musst nie wieder einen Finger krumm machen.“

    Der Tonfall des Captains wurde immer verschwörerischer.

    „Lass mich nur am Leben…“


    Offenbar hatte der Captain tatsächlich die Hoffnung, dass er sich mit diesem plumpen Bestechungsversuch retten konnte. Er wollte sich seine Freiheit erkaufen, nur übersah er dabei etwas. Etwas, das ihn nicht retten würde, selbst mit allem Geld dieser Welt nicht.

    „Du Narr.“, flüsterte Saphenus. Seine Hand spielte mit dem metallischen Griff des Lichtschwerts.

    „Du kannst mir nichts bieten, das mich interessieren könnte. Hier geht es nicht um Geld, hier geht es um mehr. Um etwas, das du niemals verstehen wirst.“


    Die Machtgeschwindigkeit katapultierte den Zabrak nach vorne, gleichzeitig schloss er seinen Griff um den Menschen und drängte ihn gegen das Glas des Tanks. Der Captain keuchte und fing an zu wimmern.

    „Das kannst du nicht tun, das hier ist einfach nur grausam. Wenn, dann töte mich direkt.“, heulte er .

    Kurz flackerte wieder Talithas Gesicht in Saphenus‘ Geist auf, knurrend verdrängte er es.

    „Genau darum geht es doch, Captain!“


    Saphenus zwang sich zu einem Lächeln während eine Handbewegung den Tank öffnete. Ein kurzer Schrei entglitt den Lippen des Menschen, dann schloss sich der Tank auch wieder. Noch hämmerte er mit seinen Fäusten verzweifelt gegen das Glas, doch Saphenus wandte sich schon ab. Er wollte sich das hier nicht mit ansehen, er verspürte nicht die Neugierde, die ihn noch bei dem anderen Experiment ergriffen hatte. Als sich die Tür zu dem Experimentierraum hinter ihm schloss, schloss er die Augen und atmete durch. Er spürte die Präsenz des Captains in der Macht, doch er ignorierte sie. Er spielte keine Rolle mehr. Was eine Rolle spielte war die Frage warum ihm das Gesicht Talithas in den Sinn gekommen war, was verband ihn mit ihr? Er hatte sie seit über einem Jahr nicht mehr gesehen, sogar sein Versprechen gebrochen sie nach dem Jahr in den Bergen aufzusuchen. Nun war er wer weiß wie viele Lichtjahre entfernt und würde in der nächsten Zeit keine Gelegenheit mehr haben ihr zu begegnen. Was spielte sie nun also für eine Rolle? Ungeduldig verdrängte er diese Gedanken, sie mussten warten. Mit schnellen und großen Schritten begab er sich zurück in den Hauptraum. Bei dem Anblick des Holoprojektors, der vor gar nicht so langer Zeit noch die Gesichter der Crew des Frachters gezeigt hatte, musste er unwillkürlich über das Schicksal schmunzeln, das sie nun erlitten hatten.


    [Leerer Raum | In der Nähe des unbekannten Planeten | Fury | Hauptraum] - Saphenus
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juli 2014
  6. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Leerer Raum - In der Nähe des unbekannten Planeten - Hybris Fury - Aufenthaltsraum - Saphenus, Ares und Hybris]


    Ein paar Minuten standen alle drei Sith in dem Hauptraum des Fury und blickten sich von drei verschiedenen Seiten aus an. Ares hatte, bevor der Captain alles ausgeplaudert hatte, nichts finden können, doch das warf Hybris ihm nicht wirklich vor. Der dicke Mann in dem Tank mochte feige sein, doch er wusste auch wie er sich oder sein Eigentum verstecken konnte. Sofern er nicht von einer EMP-Mine getroffen wird. Die Objekte waren ausnahmslos so gut versteckt gewesen, das selbst Hybris sie nicht in der kurzen Zeit gefunden hätte. Hinter echten Wänden verborgen, hatte der Apprentice diese mit seinem Schwert aufschneiden müssen. Auf der anderen Seite stand der Zabrak, dessen erste Auseinandersetzung mit der Crew ziemlich bescheiden geendet hatte. Das er sie danach nur mit kurzer Verzögerung hingerichtet hatte, änderte nichts daran. Wehrlose abzuschlachten war schließlich nicht wirklich schwierig. Kurz um, seine beiden Schüler hatten bisher nicht beweisen können dass das eine Jahr nicht verschwendete Zeit gewesen war. Doch Hybris brauchte diesen Beweis. Er musste es vor sich selbst rechtfertigen können, denn ansonsten würden Zweifel aufkommen und das würde zwangsläufig dazu führen das er seine beiden Schüler weder sofort töten oder auf eine Selbstmordmission schicken würde. Niemand war es gestattet, dass er ihn dazu brachte seine eigenen Entscheidungen in Frage zu stellen. Niemand!
    Was gelogen ist. Auch wenn sie meine Erwartungen nicht erfüllen, ich habe zu viel investiert als das ich einfach so von vorn anfangen könnte. Sie müssen einfach weiter getrieben werde, der Entwicklungsprozess beschleunigt werden. Sie müssen leiden... permanent an ihre Grenzen stoßen...
    Ein Com-Signal unterbrach Hybris Gedankengang und er warf einen Blick auf den abgeschaltete Holoprojektor vor sich. Yelm befand sich eigentlich sogar in Hörreichweite, sodass sie miteinander sprechen konnte, würden sie nur ein wenig lauter kommunizieren als sonst. Doch wozu all diese sündhaft teure Technik kaufen und sie dann nicht auch benutzen? Er betätigte also den entsprechenden Aktivator und sah sich dem Gesicht des Pilotdroiden gegenüber. Alles was er sagte, kam gleichzeitig auch, wenn auch gedämpft, aus der Richtung des Cockpits. Irgendwie ein wenig lächerlich, doch keiner der Anwesenden würde lachen oder auch nur lächeln. Selbst dann nicht wenn Rope sich tanzend durch den Raum bewegen und die Hüften dabei kreisen lassen würde. Hybris nicht, weil sein Humor ein ganz anderer war und seine beiden Schüler würden sich einfach nicht trauen, sollten sie denn tatsächlich auf so etwas stehen.

    „Der Frachter wird von einem Traktorstrahl auf den Planeten gezogen. Meine Scanns haben die äußere Hülle des Gasriesen nicht durchdringen können, sodass ich nicht sagen kann wer dafür verantwortlich ist.“
    „Die Minen-Typen... und da ihre Sensoren auch nicht funktionieren werden... Yelm, bring uns zwischen den Strahl und den Frachter. Ich will wissen was dort unten ist.“
    „Sir, da wir nicht wissen wie tief wir in die Gasschichten...“
    „Dann modifiziere die Systeme entsprechend. Das Schiff wird doch wohl ein wenig Druck stand halten oder nicht.“
    „Eine Zeit lang, ja.“
    „Dann fang an.“

    Hybris unterbrach die Verbindung und wand sich an Saphenus.
    „In meinem Quartier gibt es einen Safe, der selbst die Zerstörung des Schiffes und dem Druck des Planetoiden stand halten müsste. Leg die Artefakte vom Frachter hinein und schaff den Safe dann in die Rettungskapsel. Danach finde dich im Cockpit ein“
    Jetzt sah er zu Ares.
    „Du kommst gleich mit ins Cockpit.“

    Als sie dieses erreichten, blieben beide stehen und schauten aus der Frontscheibe auf das schwarze Ding, das großflächig alle Sterne in der Umgebung verdeckte. Da es in diesem Teil der Galaxie nichts gab das auch nur ein wenig Licht spendete, konnte man den Gasriesen nicht wirklich sehen. Auch seine ihn umgebene Staubscheibe, die so gewaltig war, das Monde und satellitenähnliche Objekte in diesem zu schwimmen schienen, ganz so wie kleine Holzsplitter in einem ruhig dahin fließenden Fluss. Auf dem Sensorschirm konnte man die Ausmaße des gesamten Konstruktes erkennen und mit ein Mal fühlte sich der ach so mächtige Sith Lord doch nur noch wie ein winzig kleiner Mensch. Viel wusste er nicht über Astronomie und die sich damit befassende Astrophysik, doch das die Schwerkraft eines Planeten mit dessen Größe beziehungsweise Masse zunahm, war selbst ihm klar. Und würden sie nun auch noch mitten durch die Äußere Hülle und vielleicht sogar in die Innere eintauchen, würde der auf die Schilde und Hülle lastende Druck wirklich unvorstellbar groß sein. Welches Schiff oder welche Station sich auch immer dort unten befand, sie musste ungeheure Energiemengen dafür aufwenden um nicht zermalmt zu werden.
    Doch wozu das alles? Es gibt unendlich viele Planeten und Monde, Asteroidenfelder und wer weiß was sonst noch in der Galaxie, die alle genau so gut als Versteck her halten konnten. Also warum … meinetwegen. Ein Wanderplanet ist wie geschaffen dafür ... aber der Aufwand ... was treibt der oder die dort unten? Ich muss es wissen … und es wenn möglich für mich nutzen!
    Schon eine viertel Stunde später erreichten sie die Obere Schicht, weiterhin vom Traktorstrahl angezogen. Da sie im Moment keine Impulstriebwerke brauchten, hatte Yelm von den und ein paar anderen Systemen die Energie auf die Schilde umgeleitet. Laut seinen Berechnungen müsste die Fury es sogar bis zum Kern des Planeten schaffen. Der war, so behauptete der Droide, ungewöhnlich groß, auch wenn dieses Phänomen keinesfalls einzigartig war. Einen längeren Aufenthalt in der unteren Schicht, wo sich das Gas einem derart gewaltigen Druck ausgesetzt sah das es sich verflüssigt hatte, sollten sie jedoch vermeiden. Nur eine Schwachstelle im Schild und das wars. Er würde nur für einen Bruchteil einer Sekunde fluktuieren, dann kollabieren und das Schiff würde schneller zusammen gepresst werden, als selbst die modernsten Supercomputer reagieren konnten. Immerhin würden sie dann aber schnell sterben...

    „Man sieht absolut gar nichts. Kannst du nicht die Schiffsbeleuchtung anwerfen oder kostet das zu viel Energie?“
    „Nein, auf den Gesamtverbrauch gerechnet ist es zu vernachlässigen. Doch selbst mit Licht könnte man nichts erkennen. Da die untere Schicht noch zu weit weg ist und auch die Ränder des Auges sich nicht in Sichtweite befinden.“
    „Was für ein Auge?“
    fragte Hybris und konnte grade so noch vermeiden irritiert zu klingen.
    Yelm deutete mit seiner meist reglos daliegenden rechten Hand auf den Sensorschirm neben sich.

    „Wir werden durch das Auge eines Sturmes gezogen, welcher so groß ist, das er senkrecht die komplette Obere Schicht einnimmt. Das schont unsere Schilde und ist bereits in meine Berechnung mit eingeflossen.“
    Hybris kommentierte diesen Fakt nicht, sondern stellte sich stattdessen einen Sturm vor der solche Ausmaße annahm, das er Tausende Kilometer hoch und breit war. Es entzog sich völlig seiner Kenntnis wie so etwas überhaupt entstehen konnte, weshalb er dann doch ein wenig staunend dastand und in die Finsternis vor sich starrte. Natürlich war sein Gesicht mimisch so aktiv wie ein Stein, doch das er einfach mal nichts sagte und scheinbar gedankenverloren vor sich hin phantasiere, sprach für sein im höchsten Maße aktives "Phantasiezentrum" im Gehirn.
    Die Macht einen solchen Sturm zu entfesseln... ist das möglich? Ist es möglich mit einer kleinen Geste am Ende so etwas heraufzubeschwören? Dieses Monstrum ist sicherlich auch nicht von jetzt auf gleich entstanden … aber das ist ein Gasriese. Winde auf Planeten wie Bastion können keine solchen Geschwindigkeiten annehmen. Sie werden ständig von irgendwas am Boden behindert ... ach, dieser Gedankengang führt doch zu nichts!
    Weitere dreißig Minuten später, in denen sich auch Saphenus zu ihn gesellt hatte, und sie erreichten die Innere Schicht. Um kein Risiko einzugehen, hatte Yelm jedwede Bordbeleuchtung abgeschaltet, sodass nur noch die blau schimmernden Konsolen Licht spendeten, von denen aber auch nur noch die eine vor Yelm sichtbare Daten ausspuckte. Die anderen arbeiteten weiter, das Interface war aber deaktiviert. Hybris fand, das der Droide ein wenig übertrieb, doch wegen seines Wissenslücke schwieg er. Sich von einem Droiden immer und immer wieder verbessern lassen zu müssen, nagte am Selbstbewusstsein. Mal davon abgesehen das seine Schüler neben ihm standen.

    Kaum hatten sie den Sturm hinter sich gelassen, wurde das Schiff trotz aller dagegen arbeitenden Systeme durchgeschüttelt. Und noch immer sahen sie nichts. Diese Ungewissheit spiegelte sich inzwischen sogar in Hybris Gesicht wieder, der angespannt da stand, die Hände auf die Kopfstütze von Yelms Sitz gepresst. Der Droide sagte von sich aus nichts, weshalb ihn Hybris gefühlt alle zwei Minuten fragte, wie weit sie denn nun waren. Tatsächlich waren es dann wohl doch fünfzehn Minuten, doch da sie nichts sehen konnten und es keine Anzeigen gab, die ihnen ihre Position innerhalb des Planeten und die zurückgelegten Kilometer anzeigten, hatten sie einfach nichts handfestes an dem sie sich orientieren konnten. Sie hätten genau so gut bei geschlossenen Schotten im Kreis fliegen können, keiner der Sith hätte es bemerkt. Die Systeme arbeiteten einwandfrei und kompensierten nach dem ersten großen Ruckler nach dem Sturm jeden weiteren. Man konnte zwar die Antriebe hören und ganz schwach in den Füßen spüren, doch das half nur wenig. Die Spannung stieg deshalb, bis Hybris sogar der Meinung war das einer seiner Schüler mal ordentlich durchs Schiff geprügelt gehörte.
    Sein ständiger Begleiter und Freund, der Tod, hatte ihm schon auf dem schrottreifen Frachter gierig angefunkelt, doch jetzt hatte der Sith das Gefühl, der ******* begoss bereits sein Seelentor mit dem frischen Blut von unschuldigen Jungfrauen. Er hatte keine Lust da durchzugehen … oder gar als Pseudo-Entität, die nur wage an einen Machtgeist erinnerte, in den Tiefen dieses Planetoiden festzustecken...


    Noch weitere zehn Minuten später war die Luft im Cockpit derart spannungsgeladen, dass wohl nur ein falsches Wort genügt hätte, um Hybris Hand ausrutschen zu lassen. Doch es kam anders. Yelm meldete sich endlich.

    „Habe mit den Nahbereichssensoren eine künstliche Struktur erfasst. Wir werden direkt in den Hangar dieser Basis manövriert und werden diesen in fünf Minuten erreichen. Keinerlei Anzeichen für Waffensysteme und andere potenzielle Gefahren. Es befinden sich 154 Lebensformen darin, verteilt auf drei Ebenen. Die Energie reicht für den restlichen Flug, ich aktivierte daher wider alle Systeme.“
    Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Finsternis konnten die Sith sich nun zumindest wieder gegenseitig erkennen, doch voraus außerhalb des Cockpits herrschte immer noch das Dunkel. Und das blieb auch noch fünf Minuten lang so. Der flüssige Wasserstoff, der noch mit ein paar anderen von Yelm nicht näher benannten Elementen vermischt war, war so dicht, dass das sanfte Licht des Hangarschildes erst dann zu sehen war, als sie quasi auch schon hindurch flogen.
    „Yelm, sobald wir gelandet sind, fahr die Rampe aus. Ach, und bereite alles für einen schneller Start vor. Ihr beiden, mitkommen.“
    Sie verließen gemeinsam das Cockpit und versammelten sich erneut im Aufenthaltsraum.

    „Ihr redet mit niemandem dort unten. Guckt so, als ob euch das hier alles ankotzen oder langweilen würde. Was auch immer das für eine Station ist, sie und ihre Betreiber könnten noch von Nutzen sein, entsprechend eingeschüchtert natürlich. Gebt ihnen stets das Gefühl das ihr nur zwinkern müsst um sie zu töten und ansonsten wie gesagt: Klappe halten und genervt aussehen.“
    Nachdem Hybris sicher war das Saphenus alles richtig gemacht hatte, begaben sich die drei Sith zum Ausgang. Als die Fury endlich aufsetzte und beinahe sofort das Schott vor ihnen nach oben fuhr, verließen sie ohne nochmals zu zögern das Schiff. Noch während sie nach unten schritten, sah sich Hybris um. Der Hangar war relativ klein und vor allem nicht sonderlich hoch – vor allem wenn man sie mit imperialen Hangarn verglich, die dank der TIE Fighter ja noch mal ein Stück höher sein mussten. Die Fury hatte auf beiden Seiten hin nur ein paar Meter Spielraum, was für Hybris gereicht hätte um sein eigenes Schiff vermutlich ordentlich zu demolieren. Doch Yelm brauchte nur irgend einen Freiraum, und sei es nur ein Zentimeter. Links von dem Hangar, durch eine löchrige Wand getrennt, befand sich ein zweiter mit den selben Maßen und in dem stand sogar ein längliches Schiff, das seine besten Tage aber schon lange hinter sich hatte. Und Nachts vermutlich von frischer Farbe und ein paar geschickten Technikerhänden träumte.
    Doch nicht nur das Schiff sah erbärmlich aus. Überall an den Wänden fehlten die hellgrauen, fast weißen Durastahlplatten und offenbarten so was dahinter lag. Meist nur Fels, doch manchmal auch Kabel und Gerätschaften, die Hybris nicht kannte.
    So unvollständig dies aber auch alles aussah – sogar mehr als die Hälfte aller Leuchtstoffkörper an Decke und Wänden fehlte – dreckig und verwahrlost sah es nicht aus. Es fehlten einfach nur viele Bestandteile.

    Als hätten sie sie woanders gebraucht.

    Kaum hatten die drei schwarz gekleideten Männer die Rampe verlassen, erfuhren sie auf unangenehme Weise bis zu welchem Punkt die künstliche Schwerkraft der Fury reichte. Denn sobald sie der der Basis ausgesetzt waren, sackten alle drei Sith merklich zusammen. Sogar Hybris entwich ein überraschtes Keuchen, als sein Körper sich plötzlich doppelt so schwer anfühlte und die Rüstung begann sich durch den darunter liegenden Stoff zu drücken. Wäre er kein Machtnutzer, so hätte ihn dieser Panzer sicherlich in kürzester Zeit die Haut aufgerissen. Doch Hybris brauchte nur die Macht in seinen Körper fließen lassen, die schwarzen Platten seiner Rüstung leicht anheben und schon fühlte er sich wieder wie auf der Fury. Wie es seinen beiden Schülern erging, brauchte er nicht zu erraten. Er spürte es und wusste das sie nicht das Wissen besaßen um sich energiesparend von dieser hohen Schwerkraft zu schützen. Sie würden damit zurecht kommen müssen.
    Die Zeit wollte man ihnen aber nicht geben, denn sie wurden erwartet.
    Vorne Weg an einer offenen Schleuse hockten beziehungsweise standen vier mit Blastergewehren bewaffnete Männer. Obwohl ihre leichte Rüstung, die vermutlich keinem Blasterbeschuss stand halten würde, gleichmäßig grau gefärbt worden war, unterschieden sie sich doch alle samt. Die Unterschiede waren aber nur minimal, mal hier eine fünfeckige Platte die bei dem hinter ihm stehenden abgerundet war, da gezackte Schulterpolster die woanders aus zwei mondsichelartigen Graten bestand. Ihre Gesichter zeigten bissige Entschlossenheit und auch in der Macht konnte Hybris keine Furcht entdecken. Ein leichter Anflug von Unsicherheit und Verwirrung, als wüssten sie nicht wie sie die drei Besucher einordnen sollten. Doch schießen würden sie wohl wenn man es ihnen befahl.
    Die Vier flankierten zwei weitere stehende Männer. Der von Hybris aus gesehen linke Mann war einen Kopf kleiner als er, in einen weißen Laborkittel gehüllt und sah auch ansonsten aus wie einer jener Wissenschaftler aus, die man in jeder billigen Holoserie, in der ein Wissenschafler vorkam, zu sehen bekam. Er sah genau so grimmig und wütend aus wie er sich auch anfühlte, wobei diese Wut noch von seiner Ungeduld überlagert wurde. Er besaß wässrige graue Auge, buschige weiße Augenbrauen und nur noch einen schwach ausgeprägten ebenfalls weißen Haarkranz auf dem wachsfarbenen Schädel. Er stand leicht vorgebeugt und wirkte auch ansonsten so wie die Verkörperung eines Wissenschaftlers, an dem sich alle Klischees orientiert hatte die es so über seine Zunft gab.

    Vermutlich der leitende Wissenschaftler.
    Neben dem Mann mit den vermutlich einem halben Dutzend Doktortiteln stand ein Mann, der unscheinbarer gar nicht hätte sein können. Er war nur einen Fingerbreit kleiner als Hybris ohne Rüstung und trug einen unauffällige grau-weiße Anzug, bei dem man nicht sagen konnte ob es sich um Berufskleidung – und wenn dann, welcher Bereich – oder Alltagskleidung handelte. Er hatte kurze braune Haare, graue nichtssagende Auge, sonnengebräunte Haut und ansonsten absolut kein Merkmal an Kopf oder Körper der es einem erleichtern würde sich später wieder an ihn zu erinnern. Weder dick noch dünn, muskulös oder ohne ein Gramm Fett am Leib, keine eigentümliche Haltung, kein Zucken oder sonstige Macken, keine Narben und Muttermale, keine Implantate oder Schmuck. Nur zwei Dinge an ihm sorgten überhaupt dafür das Hybris ihn und nicht den Wissenschaftler ansah. Er war machtsensitiv - wenn auch ohne Prägung - und trug ein Lichtschwert. Wobei dieses nicht wie üblich am Gürtel hing, sondern sich in einer Beintasche auf Wadenhöhe befand, den Aktivator weder bewusst oder aus Desinteresse und oder Nachlässigkeit am unteren Ende der Tasche. Er rechnete ganz offensichtlich nicht damit es benutzen zu müssen.
    Funktioniert es überhaupt noch? Aber selbst wenn nicht, Typen wie er machen mich sogar noch nervöser als aggressive Sith mit der Macht einer Arica Kolar oder Friedenshüter der Marke Anakin. Bei ihm rechnete man einfach nicht mit … ja mit irgendwas. Sein Gesicht würde ich doch schon nach einer Minute wieder vergessen …
    Na das versprach ja ein interessantes Gespräch zu werden...

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - Hangar -Saphenus, Ares, Hybris und vier bewaffnete Männer, ein Wissenschaftler und ein unbekannter Machtnutzer]
     
  7. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Leerer Raum | In der Nähe des unbekannten Planeten | Fury | Hauptraum] - Saphenus

    Die drei ungleichen Gestalten standen einer Tafelrunde gleich um den Holoprojektor herum, dessen Piepen rasch von einer Geste des Albtraums unterbrochen wurde. Schimmernd erschien das Gesicht des Pilotendroiden und rückte in den Fokus der Aufmerksamkeit. Saphenus gestattete sich nur einen kurzen Blick auf Ares. Sein Mitschüler hatte die gesuchten Gegenstände nicht finden können, dennoch war er einer Bestrafung entgangen. Dabei erinnerte sich der Zabrak nur zu gut an den wütenden Blick seines Meisters als er es versäumt hatte die Crew auf die Fury zu bringen. Nacheinander erschienen die Gesichter dieser Menschen noch einmal vor seinem geistigen Auge bis ihn wieder Talitha anklagend anschaute. Er schüttelte kräftig den Kopf, diese Ablenkung konnte er gerade nicht brauchen. Hatte er nun den Geist Je’anas gegen den einer anderen Frau eingetauscht, würden sie ihn jemals in Frieden lassen? Tief in sich wusste er die Antwort, auch wenn er sie sich nicht eingestehen konnte. Als der Droide nun zu sprechen begann, seine Stimme kam gleichzeitig aus den Lautsprechern sowie aus dem Cockpit, schaute Saphenus seinen Meister nur ungläubig an. Sie wussten nicht wohin der Frachter gezogen wurde, konnten sie es wirklich wagen sich in den Traktorstrahl zu begeben? Auch wenn er wusste wie schnell er unruhig und nervös wurde, hier war es durchaus angebracht. Sie wussten nicht, was sie erwartete! Mit einem Mal war das ganze Selbstbewusstsein, das er eben noch verspürt hatte, wieder verflogen. Nun standen die Geister der toten Crew, des Jüngers, Je’anas und des Liebhabers um ihn herum, ihre durchsichtigen Hände griffen nach ihm als wollten sie ihn zu sich herab ziehen. Erschrocken dachte er an seine Eltern. Er war doch nicht geflohen um weiter zu morden, alles was er gewollt hatte war vor den Jedi in Sicherheit zu sein! Doch es war ganz anders gekommen und plötzlich spürte Saphenus das Blut, das an seinen Händen klebte, deutlich. Angewidert versenkte er sie in den Falten seiner weiten Robe und unterdrückte das Bedürfnis duschen zu wollen. Er wusste mit Gewissheit, er würde so bald keinen ruhigen Schlaf mehr finden. Man würde auf ihn warten.

    Gerade noch rechtzeitig hörte er die Befehle seines Meisters. Mit einem Blinzeln holte er sich in die Wirklichkeit zurück, nickte Hybris unterwürfig zu und verschwand. Schneller als er es wahrscheinlich gemusst hatte. Die Artefakte, die sie sich von dem Captain „geborgt“ hatten, waren kleiner als Saphenus es erwartet hatte. Hybris hatte erwähnt, dass sie alleine in eine menschliche Hand passten, dennoch. So viel Aufwand für so kleine Dinger…Saphenus schüttelte den Kopf. Er durfte sich die augenscheinliche Macht, die er nun besaß nicht zu Kopf steigen lassen. Er spürte, das Monster würde ihn am liebsten in seiner Arroganz aufgehen sehen, doch Hybris war sein Meister. Und sehr viel stärker als er es vielleicht jemals werden würde. Es stand ihm nicht Befehle zu hinterfragen oder anzuzweifeln. Zumindest nicht, wenn er überleben wollte und trotz der Albträume, trotz der Dinge, die er getan hatte und wahrscheinlich wieder tun müssen wird, er wollte leben. Der Tod war ihm ein mal ganz nahe gewesen, der Rodianer hatte auf ihn gezielt und dann abgedrückt. Wäre der Blaster funktionstüchtig gewesen, hätte er funktioniert…seine Leiche würde nun statt der des Außerirdischen vor den Toren des Tempels verrotten.

    Es wahr unwirklich in dem Quartier seines Meisters zu stehen. Saphenus fühlte sich eindeutig unwohl dabei. Auch wenn er auf Geheiß des Albtraums hier war, es fühlte sich nicht richtig an. Zitternd zog er die Robe enger um seinen Körper und machte so schnell wie möglich den Safe ausfindig. Er wollte hier nicht mehr Zeit als nötig verlieren. Als Saphenus die Gegenstände aus ihren Behältern nahm, wirkten sie sogar noch surrealer. Es waren unterschiedlich geformte Steine, auch wenn sie nicht aus Stein waren. Ihre Oberfläche schimmerte ihn ganz unterschiedlichen Farben, manche mehr und manche weniger. Die Oberfläche war ganz glatt, als er mit dem Finger über sie strich konnte er keine Erhebungen oder Furchen spüren. Selbst als er sie sich ganz nah an sein Auge hielt, war da nichts zu erkennen. Auch wenn sie merkwürdig geformt waren mit ihren Rundungen und plötzlichen spitzen Kanten, die so gar nicht zu den anmutig geschwungenen Rändern passen wollten, es wirkte so als wären sie nach einem bestimmten Muster geformt worden. Als er zwei von ihnen aneinander hielt kam es ihm vor als wären sie magnetisch und würden sich gegenseitig abstoßen als besäßen sie nur einen der ansonsten zwei magnetischen Pole. In der Macht wirkten die Gegenstände auffällig dunkel, als würden sie die Macht in sich einsaugen wo sie das natürliche Licht so farbenprächtig reflektierten. Je näher er ihnen mit der Macht kam, desto unschärfer schiene sie zu werden, sie verschwammen regelrecht vor seinen Augen. Er wusste nicht was das zu bedeuten hatte. Kurz bevor er die Gegenstände in den Safe legen wollte, fiel ihm jedoch auf, dass es nicht stimmte, dass sie die Macht gleichmäßig einsogen. Vielmehr gab es Stellen, da war es stärker ausgeprägt, an anderen weniger. Auf gewisse Art und Weise schienen sich diese Muster auf den Gegenständen zu ergänzen, doch ihm wurde nicht klar wie. War es ein Puzzle, musste man sie nur richtig zusammensetzen? Neugierig drückte er zwei der Steine gegeneinander, doch nichts passierte. Auf einmal war er unglaublich enttäuscht, sein Auge verengte sich vor Wut.


    „Diese verdammten…“, knurrte er. Grober als es sein Meister gutgeheißen hätte, verstaute er die sechs Steine in dem Safe und verschloss ihn. Die schwere Durastahltür fiel laut ins Schloss, Saphenus hatte in diese Bewegung sehr viel mehr Kraft gesteckt als beabsichtigt. Mit bloßer Körperkraft hätte er schwer an dem Safe zu Tragen gehabt, doch die Macht unterstützte ihn und entlastete seine Muskeln. Schnell verstaute er den Safe sicher in einer der Rettungskapseln und begab sich dann in das Cockpit. Plötzlich erlosch das Licht in dem Schiff und Saphenus fand ich in absoluter Dunkelheit wieder. Erschrocken stützte er sich mit der Hand an der Wand ab. Was war passiert, waren sie in Gefahr? Instinktiv griff er nach seinem Lichtschwert, doch noch ließ er die Klinge ruhen. Aufmerksam hörte er in die Dunkelheit…nichts. Es gab keine besonderen Geräusche, kein Getrampel, das von einem Angriff zeugte, keine Schreie. Nur Stille. Langsam tastete sich Saphenus vorwärts. Auch wenn er den Grundriss des Schiffs grob kannte, die Macht war sein Führer. Obwohl er den Albtraum nicht wahrnehmen konnte, wusste er, wo sein Meister war. Ares‘ Aura war nämlich zu sehen. Er hatte sie auf Bastion so oft neben sich gespürt, dass sie nun wahnsinnig vertraut war. Kurz fragte er sich ob sie sich jemals voreinander verstecken können würden. Schritt für Schritt kam Saphenus seinem Ziel näher und stand schließlich hinter seinem Meister. Dessen Gesicht wurde nur von der blau schimmernden Konsole erhellt, die Schatten tanzten über seine Haut und verliehen seiner inneren Dunkelheit Ausdruck. Saphenus entging nicht wie sich Hybris an Yelms Kopfstütze festhielt und mit einem Mal wurde er von der Angst beherrscht. Die Spannung in der Luft war beinahe greifbar, am liebsten würde er nicht einmal atmen. Ich kam es vor als würde gar nichts passieren, er konnte nicht sagen ob sich das Schiff wirklich noch bewegte oder ob sie hier gefangen waren. Was hatte sein Meister vor, weshalb nahmen sie dieses Risiko auf sich? War es wert wenn sie schließlich alle getötet wurden? Je’anas Gesicht lächelte ihn vor seinem geistigen Auge an. Oh ja, sie fände es nur allzu ironisch wenn er auf der Flucht vor dem Tod durch die Jedi schließlich doch getötet wurde. Saphenus umklammerte seine beiden Lichtschwerter als könnten sie ihn vor der Ungewissheit beschützen. So wenig er auch mit ihnen umgehen konnte, sie gaben ihm Kraft. Mehr noch als eine Waffe waren sie ein Symbol, ein Symbol für die Macht, die er besaß. Oder zumindest besitzen konnte. Mit jedem Ruck, der durch das Schiff ging, verstärkte Saphenus seinen Griff. Fast schon fürchtete er die Klingen versehentlich zu aktivieren und damit womöglich noch seinen Meister zu treffen. Erst als Yelm ankündigte, dass sie die künstliche Struktur erreicht hatten und das Licht in der Fury so grell wieder aufflammte, dass sich der Zabrak instinktiv die Hände vor sein verbliebenes Auge hielt, ließ die Anspannung nach. Plötzlich spürte er den Sauerstoffmangel, der sich durch seine flache und langsame Atmung eingestellt hatte und versuchte sie wieder zu normalisieren. Noch war es nicht vorbei, er wusste nicht, wer oder was sie hier erwartete. Yelm sprach von 154 Lebensformen. Wenn er jetzt umkippen würde, wäre er ein gefundenes Fressen. Nicht nur für die Gegner des Albtraums…

    Dieser hatte sich längst wieder gefasst und war Herr der Lage. Knapp befahl er ihnen ihm zu folgen, Saphenus warf einen kurzen Blick auf Ares. Hatte der die gleiche Angst gespürt wie er selbst? Er hoffte es, denn er wollte sich nicht schon wieder seine Schwächen eingestehen müssen. Stumm folgte er dem Albtraum in den Aufenthaltsraum und sah in erwartungsvoll an. Seine Hände ruhten wieder auf seinen Lichtschwertern, nervös nestelte er an ihnen rum. Erst als ihm dieses Verhalten auffiel, versteckte er sie unter seiner weiten Robe und verschränkte die Arme vor der Brust. Hybris machte deutlich und unmissverständlich klar welche Rolle sie zu spielen hatten: die der Schweigsamen. Kein Wort durfte über ihre Lippen kommen, sie sollten einfach nur dastehen und bedrohlich aussehen. Bedrohlich, Saphenus fragte sich ob er jemals so ausgesehen hatte. Hatten ihn die Crewmitglieder gefürchtet kurz bevor er…nein, er wollte nicht schon wieder ihre Gesichter sehen. Dennoch wusste er, bedrohlich sah er nicht aus. So groß und dürr, schwächlich. Doch Widerworte würden ihn nur an einen Ort führen, an dem es beileibe nicht schön war. So tat er wie geheißen und baute sich hinter Hybris auf. Verzweifelt drückte er seinen Rücken durch und verhüllte seinen Körper komplett unter seiner Robe. So war zumindest nicht direkt erkennbar, wie stark er war, zudem waren seine Waffen verdeckt.

    Der Hangar musste schon bessere Zeiten erlebt haben. Er wirkte wie geplündert, Material war von den Wänden abgenommen und augenscheinlich woanders verwertet worden. Saphenus war so in Gedanken darüber versunken, dass er die ungeheure Schwerkraft, die hier wirkte, zuerst nicht bemerkte. Unbarmherzig zog sie ihn auf den Boden, sie war nicht einmal annähernd mit dem vergleichbar, dem sie auf Bastion ausgesetzt waren. Seine aufrechte Haltung war dahin, fast wäre er ganz zu Boden gegangen. Nur mit Hilfe der Macht konnte er sich noch auf den Beinen halten, doch er spürte bereits jetzt, dass es zu anstrengend sein würde sich ihrer die ganze Zeit zu bedienen. Er konnte es sich nicht leisten dafür einen Teil seiner Konzentration zu opfern, nicht wenn sie später auch noch kämpfen mussten. So ließ er den Einfluss der Macht auf sich verschwinden und kämpfte langsam gegen die Schwerkraft hier an. Auch wenn er die aufrechte Haltung von eben nicht mehr erreichte, zumindest musste er nicht auf all seinen vieren gehen. Jeder Schritt fiel ihm schwer, jedes Mal schien es so als wollte ihn die Gravitation bezwingen. Aus dem Augenwinkel sah er, dass sie bereits erwartet wurden. Vier bewaffnete Soldaten, dazu ein Mann, der wie ein Forscher aussah und ein weiterer in einem Anzug. Eine merkwürdig zusammengestellte Gruppe, vor allem wenn man bedachte, dass sie sich irgendwo im Nirgendwo des Universums befanden. Gerade fiel es Saphenus unglaublich leicht den Anweisungen seines Meisters zu folgen und zu schweigen.



    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Hangar] - Saphenus, Darth Hybris, Ares und vier bewaffnete Männer, ein Wissenschaftler und ein unbekannter Machtnutzer
     
  8. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - Hangar -Saphenus, Ares, Hybris und vier bewaffnete Männer, ein Wissenschaftler und ein unbekannter Machtnutzer]


    Da die beiden Gruppen noch fast zehn Meter trennten und keiner Anstalten machte etwas zu sagen, sondern sich einfach nur angestarrt wurde, machte Hybris schließlich im wahrsten Sinne des Wortes den ersten Schritt. Seine beiden Schüler folgten ihm mit gemessenem Abstand, doch auch die Blasterläufe waren weiterhin auf seine Brust gerichtet. Hätte er sich ein wenig mehr mit solchen Waffen ausgekannt, wäre ihm aufgefallen das sie jeweils zwei republikanische und zwei imperiale Sturmgewehre trugen. Waffen, die so normal nicht zu erhalten waren, da sie eigentlich dem Militär vorbehalten waren.
    Als sie schließlich nur noch fünf Meter trennten, machte der Wissenschaftler einen halben Schritt vor und hob den rechtem Arm, als wollte er zu einem Schlag ansetzen der die Luft vor ihm senkrecht zerteilen sollte.

    „Noch einen Schritt weiter und wir eröffnen das Feuer.“ rief er übertrieben laut mit seiner schrillen, sich überschlagenden Stimme. Er war wütend und ungeduldig, aber ganz eindeutig nicht annähernd so mutig wie er sich grade darstellte. Und das hätte selbst ein Kind erkannt. Dafür brauchte man nicht die Macht. Hybris, der ja die ganze Zeit über den unbekannten Machtnutzer angeschaut hatte, blieb tatsächlich stehen und ließ seinen Blick schwerfällig nach links wandern. Ausdruckslos, mit einer Nuance Gleichgültigkeit, starrte der Executor den Wissenschaftler an.
    Von meinen Schülern erwarte ich kein heuchlerisches Geschleime, keine zeitfressenden Respektbekundungen, doch du kleine Made darfst nur deshalb noch aufrecht stehen, weil ich dich beziehungsweise dein Wissen noch brauchen werde. Bist du dir dessen bewusst und fürchtest dich deshalb? Soll ich dich dazu bringen nach der süßen Erlösung des Todes zu betteln? Verschwende nicht meine Zeit!
    Bei seinem letzten Gedanken verengten sich seine Augen und ein reptilienartiges Zischen entwich leise seinen Lippen. Der Wissenschaftler wurde, auch wenn das eigentlich kaum möglich war, noch blasser. Und Hybris machte noch einen Schritt. Der Beschuss blieb aber aus.
    „Es gibt keinen Grund gleich feindselig zu werden meine Herren. Bitte nehmen sie wegen des Verhaltens des Doktors meine Entschuldigung an, Lord. Er ist es nicht gewohnt solch hohen Besuch zu empfangen.“
    Der gänzlich unauffällige Mann, der passenderweise auch noch eine unspektakuläre Stimme ohne Akzent besaß, verneigte sich grade so weit, das es nicht unterwürfig wirkte. Hybris Blick „normalisierte“ sich wieder und er hob leicht den Kopf.
    „Aha … wie wäre es denn mal damit, dass Sie mir erklären was diese Einrichtung hier darstellen soll. Und sie, „Doktor“, sollten lieber wieder in ihr Labor verschwinden. Und ihre Pseudo-Soldaten können sie gleich mitnehmen. Die Waffen bleiben aber hier.“
    „Was....“

    Hybris hatte sich bereits wieder dem Machtnutzer zugewandt und ignorierte den Wissenschaftler. Die Soldaten oder was auch immer sie waren, rührten sich nicht. Auch ihre Blastergewehre hielten sie noch im Anschlag, auch wenn inzwischen der Boden vor und nicht der Sith Executor selber das Ziel zu sein schien.
    „Tun sie was er sagt.“ befahl der Mann und erst jetzt reagierten sie. Sie waren sogar so clever und legten ihre Blasterpistolen und Schockstäbe auf den Boden, wobei letztere im Gürtel am Rücken gesteckt und dem Sith daher gar nicht aufgefallen waren. Das ersparte ihm aber immerhin den Zusatz „Alle Waffen“, was schon mal ein Pluspunkt war. Wenn auch einer von der Größe eines Atoms.
    Anaster! Was tun sie da?“
    „Gehen sie einfach und überlassen das hier mir, ja? Ich weiß schon was ich tue.“
    „Seit wann laden wir Gefangene ein? Schwertschwinger hin oder her, nicht ER diktiert hier was geschieht, sondern wir. Also zeigen sie gefälligst Rückgrat und nehmen ihn fest!“
    Panios, wegtreten. Und nehmen sie den Doktor mit.“
    „Sir.“

    Der links neben dem Machtnutzer stehende Mann bekräftigte sein „Sir“ mit einem energischen Nicken und packte danach den Wissenschaftler am rechten Arm. Die Art wie er ihn mit sich zog, offenbarte Hybris wie beliebt der Chefwissenschaftler bei der Security war. Da der Mann nicht nur größer, sondern auch deutlich muskulöser war als sein „Opfer“, erstarben dessen Abwehrversuche recht schnell. Rund zehn Meter weiter wurde er dann entlassen und ging von sich aus weiter.
    Leises Gemurmel, das sich schwer nach wutgeschwängerten Flüchen anhörte, begleitete die fünf Männer, bis sie schließlich so weit weg waren, das man sie nicht mehr hören konnte. Sehen aber schon, denn wie Hybris nun bemerkte, war der Gang in dem sie standen sehr lang und endete schließlich bei einer zweigeteielten Tür, die aus dieser Entfernung jedoch kaum auszumachen war. Hier und da gingen weitere Gänge oder Räume ab, wobei Hybris nicht wirklich sagen konnte was was war.


    „Das hier ist keine offizielle Station einer der beiden großen Orgas und was auch immer sie hier machen, es ist nicht nur illegal, sondern dürfte auch ihrer aller Todesurteil sein, sollte jemand sie finden. Liege ich damit soweit richtig?“
    Die Mundwinkel von Anaster hoben sich ein Stück, dann zuckte er gelassen mit den Schultern.
    Er ist die ganze Zeit über ruhig geblieben, hat sich nichts anmerken lassen. Weder ist er wirklich so abgebrüht oder unbekümmert oder er ist noch besser darin seine Emotionen zu verbergen als ich. Nur, welche der beiden Möglichkeiten ist die bessere?
    „Ja, sie haben recht. So ziemlich alle hier werden weder von der Republik oder dem Imperium gesucht und je höher der Rang oder die Stellung innerhalb der Abteilungen, desto so wahrscheinlicher werden sie von beiden Seiten gesucht. Lebenslänglich beziehungsweise Todesstrafe.“
    „Und doch scheint es Sie kalt zu lassen das eine Gruppe Sith aufgetaucht ist.“
    „Ich kann nichts daran ändern oder? Und das sie nicht gezielt nach uns gesucht und gefunden haben und nun auch nicht vorhaben uns alle auszuliefern, haben sie ja schon angedeutet. Daher warte ich grade ab was sich so ergibt.“

    Er hat aufgepasst. Gut für ihn. Oder vielleicht auch nicht.
    „Das Großmaul war wohl der Chefwissenschaftler und was stellen Sie da?“
    „Doktor Tool, ja. Was mich angeht, ich kümmere mich um alles was nicht die Experimente betrifft. Logistik und so.“
    „Dann haben sie also auch die Minen dort draußen platziert … und ziehen dann die Schiffe runter … ohne zu wissen was da kommt. Eine nicht grade ausgereifte Technik.“

    Anasters Schultern sackten kurz ab, dann straffte er sich aber sofort wieder und setzte erneut dieses angedeutete Lächeln auf.
    „Man muss nehmen was man kriegen kann. Wir haben in letzter Zeit nicht viel Glück gehabt und sind grade nicht in der Lage den Planeten zu verlassen, von Reparaturen ganz zu schweigen. Hm … Sie wurden aber gar nicht von einer Mine getroffen oder?“
    „Offensichtlich nicht.“

    Da das Gespräch für Hybris langsam ein wenig zu vertraut wurde und er das Gefühl hatte, Anaster würde die ganze Situation nicht so recht ernst nehmen, nickte er in die Richtung in der der Doktor verschwunden war.
    „Dann führen Sie mich mal rum. Wenn mir gefällt was ich sehe, gibt es keinen Grund das Imperium hier von in Kenntnis zu setzen.“
    „Sind sie auch Wissenschaftler oder woher das Interesse, Lord … verzeiht … ich bin von Natur aus Neugierig … was hilfreich in meinem Beruf ist.“
    „Was IST denn ihr Beruf? Pirat? Massenmörder? Handlanger von Massenmördern? Wie nennen sie sich selber?“

    Trotz der gewechselten Worte setzte sich das Quartett in Bewegung und ging dabei an den ersten Räumen vorbei. Hybris warf einen kurzen Blick hinein und sah Schlafquartiere und Aufenthaltsräume. Als sie schließlich bei der Umkleide angekommen waren, die auch eine Schleuse beinhaltete, hatten die beiden vorne weg gehenden Machtnutzer so ziemlich alles relevante ausgetauscht. Der unscheinbare Mann war geschickt darin Dinge zu besorgen und das beinhaltete so ziemlich alles. Er war also genau so Dieb wie Pirat, Mörder und Betrüger. Er stahl, entführte, brandschatzte und ergaunerte sich alles was er oder seine Auftraggeber brauchten. Anaster blieb dabei stets ruhig und gelassen und sollte sich Hybris nicht täuschen, so war das keinesfalls eine aufgesetzt Maske. Er war wirklich so. Erstaunlich, dachte der Sith nicht nur ein Mal. Er war im Grunde mehr Sith als Jedi, doch hatte nichts mit den Strukturen beider Orden zu tun. Er bildete nicht aus und weigerte sich irgend einer der beiden Richtungen zu bevorzugen. Anaster konnte genau so heilen, wie er Gedanken manipulieren konnte. Und immer blieb er eiskalt, wenn auch nicht emotionslos. Ganz im Gegenteil, er schien sogar Gefallen daran zu finden seine Worte mit kleinen Gesten zu unterstreichen, mimisch hier und da ein wenig nachzuhelfen und auch ansonsten gerne mal zu betonen und unvollendet zu lassen, was ja auch eine Art von Dramatisierung war.
    Aber, und das war der Unterschied zu normalen Menschen, er konnte es genau so gut sein lassen. Er war der absolute und unumstrittene Gebieter über seinen eigenen Körper.

    Und selbst über seine Emotionen. Er kann sich weit aus besser verstellen als ich. Wäre er auf Theaterra den Jedi in die Arme gelaufen, ihm hätten sie die Maskerade abgekauft. Ich kann noch was von ihm lernen … jetzt wünsch ich mir schon das er nichts dummes mehr tut und sterben muss … tz, bloß nicht sentimental werden Hybris … nicht weich werden!

    Bei dem letzten Raum vor dem Lift angekommen, wusste Anaster immer noch nichts handfestes über Hybris und seine Schüler. Der Executor passte ganz genau auf was er preis gab, sollte der graue Jedi irgendwann zu einem Problem werden. Intelligent genug dafür war er. Gleichzeitig bedeutete das aber auch, das der Mann Hybris wiederum vermutlich auch nur Dinge erzählt hat, die dieser wissen sollte. Ebenso wahrscheinlich war, das er wusste das der Executor ihn nicht versklaven und so an sein Wissen gelangen wollte. Schon in den ersten zehn Minuten hatte er allein mit Worten, Gesten und Mimik erreicht, das Hybris ihn so lassen würde wie er war. Normale Gedankenmanipulation half nicht bei seiner Intelligenz. Eine höhere Stufe könnte er dank seiner Macht abwehren und die noch höhere Stufe war paradoxerweise schwerer zu erlernen als die höchste und Hybris war nicht dazu in der Lage. Er konnte dem Mann alles Wissen entlocken, doch danach wäre er quasi hirntot und deshalb nutzlos. Drohungen und Folter würde ebenso wenig bringen, da Hybris dann nie wissen würde ob der Mann wirklich alles gesagt hatte oder eben wichtige Details verschwieg. Deshalb gab es nur eine Möglichkeit um Anasters Wissen und Fähigkeiten jetzt und auch in Zukunft zu nutzen: Er musste ihn rekrutieren.
    Er ist skrupellos genug. Er wird mit mir oder eher unter mir arbeiten. Solange ich genug zu bieten habe … was ich habe … und irgendwann, wenn alle Geheimnisse offen liegen, werde ich ihn unumkehrbar anketten und somit an mich binden. Ich muss mich nur … grml … gedulden …
    Der Raum in dem sie sich nun befanden, bestand im Grunde aus zwei, die jedoch vollständig zum Gang hin offen standen und eine Art Kommandozentrale darstellten.
    Auch hier hatte man anfangs vieles eingebaut und am Ende dann wieder anderweitig genutzt. So war die Wand zur Linken in der Lage mehr als 40 Bildschirme aufzunehmen und die nun sichtbaren Halterungen auf der rechten und linken Seite von ihr bewiesen auch, das es sie mal gegeben hat. Doch im Moment gab es nur ein Dutzend, mittig angeordnete Holoschirme. Die Konsolen waren ebenfalls zurück gebaut worden, sodass der eine Mann, der die Schirme beobachtete, in diesem großen Raum irgendwie verloren wirkte. Dieser drehte sich nun auf seinem Gravsessel um und nickte Anaster kurz zu. Dann erblickte er Hybris und brauchte nur eine Sekunde um zu reagieren. Doch nicht mit Furcht, sondern mit Verschlossenheit.

    Gut ausgebildet. Ich bin sicher nicht sein erster Sith. Und vermutlich auch nicht sein letzter. Er wird einen brauchbaren Diener abgeben.

    Der Executor trat grußlos an die Konsole und schaute sich jeden Bildschirm für jeweils ein paar Sekunden an. Schnell wurde klar, das sie alle das selbe weitläufige Areal, das wage an einen Raum erinnerte, zeigten. Einen sehr grünen...

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - Kommandozentrale -Saphenus, Ares, Hybris und der Machtnutzer Anaster plus ein paar Sec's (NPCs)]
     
  9. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Hangar] - Saphenus, Darth Hybris, Ares und vier bewaffnete Männer, ein Wissenschaftler und ein unbekannter Machtnutzer

    Die beiden Gruppen standen regungslos voreinander, man konnte die Anspannung spüren. Saphenus nestelte unruhig an seinem Lichtschwert, dem echten und trat von einem Bein auf das andere. Obwohl er versuchte wenigstens ruhig stehen zu bleiben, so ganz wollte ihm das nicht gelingen. Die Blaster waren weiterhin auf sie gerichtet und unwillkürlich musste sich der Zabrak fragen was wohl passieren würde wenn sie das Feuer eröffneten. Hybris stand vor Ares und ihm, möglicherweise würde er die erste Salve ablenken können. Doch danach? So wie er es aus den Augenwinkeln erkennen konnte gab es hier nichts was ihm Deckung bieten konnte. Entweder er eilte zurück zu der Fury oder er kämpfte. Er wusste nicht wie man mit dem Lichtschwert Blasterschüsse abwehrte, er war nicht gut mit der Waffe. Sie musste reichen um seine Gegner einzuschüchtern, mehr konnte er nicht von ihr erwarten. Saphenus widerstand dem Drang zu Ares hinüberzusehen um seine Reaktion abzuschätzen. Jetzt kam es ganz auf seinen Meister an. Sein Griff krallte sich enger um das kühle Metall des Lichtschwertes. Zum ersten Mal fiel ihm dabei auf wie sein Ring dabei in den Finger schnitt. Sein Ring…wie lange hatte er nicht mehr an ihn gedacht? Er linste hinunter, der Diamant schimmerte in einem kalten Blau. Wenn er genauer hinsah bildete er sich ein rotes Glimmen in ihm zu erkennen, doch es tänzelte vor seinen Augen und schien sich seinem direkten Blick entziehen zu wollen. Saphenus zwang sich sich wieder auf die Gruppe vor ihnen zu konzentrieren. Die beiden Männer, die von den Soldaten flankiert wurden, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Einer stand ruhig dar, fast gelangweilt, während der Wissenschaftler sichtlich nervös war.

    Plötzlich setzte sich der Albtraum in Bewegung. Wie ein Raubtier, dass sich seiner Beute näherte, pirschte er los. Saphenus kannte seinen Plan nicht und hielt sich mit etwas Abstand hinter seinem Meister. Der ließ keine Regung erkennen, selbstsicher tat er einen Schritt nach dem anderen. Bis schließlich die Laute, panikerfüllte Stimme des Wissenschaftler durch den Hangar peitschte. Und dann…verschwand der Raum auf einmal. Saphenus und der Wissenschaftler waren allein, nichts als Schwarz umgab sie. Nur ein paar wenige Schritte trennten sie voneinander. Dann veränderte sich das Gesicht des Kittels. Als dessen Stimme wiederholt durch das Nichts schallte, sah sich Saphenus plötzlich seinem eigenen Spiegelbild gegenüber, die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben. Zwar versuchte er sie zu verstecken, so zu tun als wäre er mutig, doch das gelang ihm nicht. Er stand nack Angst, sie tropfte aus all seinen Poren. Hörte er sich für seinen Meister auch so an, sah der Albtraum ihn auf die gleiche Weise wie er nun auch den Wissenschaftler sah? Er sackte in sich zusammen. So musste ihn jeder bisher gesehen haben, ein Häuflein Elend, zu feige um für sich selber einzustehen. Es überkamen ihn Erinnerungen an Situationen, in der er einfach all die Hänseleien über sich ergehen ließ. Je’anas Freunde standen in einem Kreis um ihn herum und lachten ihn aus, sie selbst versuchte zwar ein Kichern zu unterdrücken, doch es gelang ihr nicht. Auch wenn es nur leise aus ihrem Mund kam, es stach in sein Herz. Wieso lachten sie? Seine Hände ballten sich zu Fäusten, doch er war wie erstarrt. Es lähmte ihn so ausgelacht und verspottet zu werden, seine Gedanken standen still. Was hatte er getan um das zu verdienen? Er versuchte sich zu erinnern, hatte er etwas falsches gesagt, kannte er eine ihrer Modemarken nicht? So sehr er sich auch bemühte, der Grund für das Gelächter kam ihm nicht in den Sinn. War das überhaupt so passiert? Das Lachen wurde lauter, sein Zorn stieg an. Doch je wütender er wurde, desto weniger konnte er sich bewegen bis er wie zu einer Statue erstarrt dastand. Dann verschwanden Je’anas Freunde und der Wissenschaftler mit seinem Gesicht kauerte wieder vor ihm. Saphenus konnte sich wieder bewegen, der Kittel war jetzt regungslos vor ihm. Und plötzlich lachte der Zabrak selbst. Der Kittel stand so erbärmlich dar, in sich zusammen gekauert, unfähig sich zu verteidigen. Er war eine Witzfigur, die vorgab mutig zu sein und doch kein bisschen Mut besaß. Saphenus stand nun selber in dem Kreis Je’anas Freunde und lachte mit ihnen aus vollem Halse. Dann spürte er wie etwas seine Hand berührte, Je’anas zierliche Hand umschlang die seine. Wohlig warm fühlte es sich an, er hatte das Gefühl dazu zu gehören. Dann war er wieder alleine und das Schwarz löste sich auf. Saphenus blinzelte und schüttelte den Kopf. Gerade legten die vier Soldaten ihre Waffen nieder, dann befahl der eben noch gelangweilt wirkende Mann, Anaster hieß er wohl, den Wissenschaftler weg zu bringen. Die Versuche gegen die Kraft des Militärs anzukommen waren fruchtlos, kurz blitzte wieder der Kreis von Je’anas Freunden auf. Lange schaute Saphenus dem Kittel hinterher. Was war nur passiert? Solche Aussetzer durfte er sich nicht leisten. Er schaute auf seine Hand hinunter. Da wo ihn Je’ana eben berührt hatte, spürte er noch immer die Wärme ihrer Haut, fast fühlte es sich an als würde sie immer noch ihre Finger um die seinen legen. War es so für Je’ana gewesen, schloss sie sich bereitwillig dem Gelächter an um dazu zu gehören, um nicht selber Gefahr zu laufen ausgeschlossen zu werden? Saphenus hat nie gewusst wie es sich anfühlte irgendwo dazu zu gehören, er war immer zwischen den Welten gefangen gewesen. Wann hatten ihre Freunde eigentlich so über ihn gelacht? Die „Erinnerung“ fühlte sich so real an, doch auch wenn er fieberhaft nachdachte, ihm fiel keine Situation ein in der sie es getan hatten. Bewusst waren ihm ihr Getuschel, die geflüsterten Worte an Je’ana, wieso sie sich mit ihm abgab, doch…

    Saphenus schüttelte die Gedanken ab, sie trübten seine Sicht auf das Hier und Jetzt. Dabei erforderte die Situation seine ganze Aufmerksamkeit. Wenn es eben zu einem Gefecht gekommen wäre…er konnte es sich nicht leisten sich derart in seiner Phantasie zu verlieren. Der Wissenschaftler und die Soldaten waren außer Sicht. Beinahe beiläufig unterhielten sich Hybris und Anaster, als träfen sie sich lediglich zu einem Plauderstündchen, als herrschte keine Gefahr. Anaster war merkwürdig. Die beiden Schüler fürchtete er nicht, damit hatte Saphenus gerechnet, doch selbst der Albtraum schien ihm keine schlaflosen Nächte zu bereiten. Er ergab sich seinem Schicksal, welches da auch immer kommen würde. Als könnte er die Macht spüren und sie doch außerhalb der normalen Klischees benutzen. Saphenus war unwohl, er konnte ihn nicht einordnen. Sein Meister war ihm leider keine Hilfe. Zumindest beruhigte es den Zabrak, dass sie vorerst nicht in einen Kampf verwickelt wurden. Stattdessen wurde es deutlich, dass sich die Männer hier in der Station vor dem Gesetz versteckten und fürchten mussten in ihre Heimatwelten hart bestraft zu werden. Was hatte sie hierhin getrieben, was hielt sie hier gefangen?

    Das Quartett setzte sich in Bewegung. Stumm folgte Saphenus dem Albtraum und ließ die Station auf sich wirken. Unspektakulär traf es wohl am besten. Sie kamen an Quartieren vorbei, an Umkleiden, nichts was darauf deuten konnte, dass hier etwas Geheimes geschah. Dabei konnte das keine normale Station sein, sie war immerhin in einem verdammten Planeten. Für eine Sekunde spürte er den Druck der Gashülle auf seinen Schultern und er sackte noch mehr ineinander als es die hohe Gravitation sowieso schon bewirkte. Seine Schritte fielen ihm sowieso schwer, auch wenn er versuchte die Macht für sich arbeiten zu lassen, er konnte sie nicht die ganze Zeit aufrecht erhalten. Er musste die Energie sparen, nur für den Fall. Sein Atem ging tief, jedoch langsam.

    Vor dem Lift betraten sie den letzten Raum. Ein Mann saß in einem Sessel vor ein paar Monitoren, die allesamt Ausschnitte des gleichen Raumes zeigten. Bei ihrer Ankunft drehte sich der Mann zu ihnen um, blieb jedoch beim Anblick Anasters stumm und wandte sich wieder den Holobildern zu. Saphenus sah sich um. Auch hier musste viel kannibalisiert werden, ursprünglich dürfte der Raum viel besser ausgestattet gewesen sein. Saphenus wurde unruhiger, ihm gefiel dieser Ort ganz und gar nicht. Er wünschte sich sogar auf die Berge Bastions zurück wo er in seine Meditation versinken konnte mit dem verzweifelten Versuch endlich die Dämonen, die seine Nächte heimsuchten, zu besiegen. Es graute ihn schon davor wieder die Augen zu schließen und all seine Opfer vor sich zu sehen. Besonders weil ihre Zahl immer weiter stieg und wer weiß….vielleicht waren sie bald stärker als er. Er wusste, dann würde er seinen Verstand verlieren.



    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Kommandozentrale] - Saphenus, Darth Hybris, Ares, Anaster, NPCs
     
  10. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - Kommandozentrale -Saphenus, Ares, Hybris und der Machtnutzer Anaster plus ein paar Sec's (NPCs)]


    Das Grün in dem großen Raum bestand größtenteils aus großblättrigen Farnen, kleinen Bäumen und an den Wänden hängenden Flechten. Diese waren allesamt besondere Kreuzungen zwischen Pflanzen, die von Natur aus wenig brauchten, um viel Sauerstoff zu produzieren. Durch ihre Kombination waren sie noch wirkungsvoller, wuchsen schneller und konnten gleichzeitig als Nahrung und für das eine oder andere Experiment genutzt werden. All das hatte Anaster erklärt, doch so wirklich hingehört hatte der Executor nicht. Viel mehr hatte er die Gestalten beobachtet, die zu Dutzenden zu sehen waren und weder in Hängematten schliefen oder sich ausruhten oder an den Pflanzen, kleinen Teichen oder den Wänden arbeiteten. Kaum einer von den Gefangenen glich den anderen, da scheinbar jeder noch die selbe Kleidung trug die er angehabt hatte, als er dort eingesperrt worden war. Lediglich eine kaum erkennbare Sache verband die Verdammten: Ein kastenförmiges Etwas auf ihrem Rücken, wobei selbst die nicht alle die selben Maße besaßen. Obwohl Hybris neugierig war, verkniff er sich eine Frage. Er würde innerhalb der nächsten Stunde dort hin gelangen und sich all das aus der Nähe ansehen können, also wieso Fragen stellen, wenn man sich die Antworten selber besorgen konnte?
    Als Anaster schließlich noch etwas über das Labor sagen wollte, unterbrach ihn Hybris mit der Anmerkung, das er das ja alles erzählen könne, wenn sie denn erst einmal unten wären. Also marschierten die vier Machtnutzer daraufhin zu dem Lift am Ende des langen Ganges. Der war mehr einer für Lasten als für Personen und groß genug, das auch ein mittelgroßer Bergbaulaserbohrer hinein passte. Genau genommen war der Schacht für den Lift auch genau deshalb so groß, auch wenn inzwischen nichts mehr von der Größe von einer Etage in die nächste verfrachtet wurde. Während ihrer kurzen Fahrt nach unten erklärte der ungebundene Machtnutzer das neben dem Hauptlabor vor allem dieser Lift dafür verantwortlich war, dass man überall Teile zweckentfremden und in diesen einbauen musste. Schuld war die hohe Schwerkraft, da die feineren Bauteile der Maschine nicht darauf ausgelegt waren, solchen Belastungen stand zu halten. Die größeren mechanischen schon, doch sobald es so klein wurde und Strom floss, sodass es nicht aus massiven Durastahl bestehen konnte, wurde es problematisch. Die Schwerkraftprojektoren waren einfach zu schwach und brachten deshalb nicht die benötigte Leistung. Sicher, es reichte um Schiffe in den oberen Schichten dieses Gasriesen zusammen zu halten und die Leute auf dem Boden zu halten. Doch so tief unten, im Kern eines Planeten – und selbst wenn sich die Station nahe der Oberfläche von diesem befand – war der Druck, die Schwerkraft, zu stark. Würde man die Projektoren auf volle Leistung stellen, würde sie es ausgleichen können, doch die Elektronik würde das nicht lange überstehen. Energie war nicht das Problem, nicht hier unten, wie Anaster erklärte. Die Haltbarkeit der Bauteile aber eben schon. Hybris, der alles schweigend mit angehört hatte, machte sich den einen oder anderen Gedanken. Er hatte vor hier unten eine ganz eigene Basis aufzubauen, eine die ihn ein Stück weit unabhängig machte. Unabhängig vom Sith Orden. Vom Imperator und Imperium. Schließlich gab es da ein nicht unwahrscheinliches Szenario, in dem er es sich mit ihnen verscherzte und flüchten musste. Die Lage der Basis innerhalb der Galaxie und im Inneren des Planeten war perfekt, doch das Problem mit der Schwerkraft musste gelöst werden...


    In der zweiten Etage angekommen, fuhren auf allen Seiten die Wände des Liftes nach unten in den Boden. Beinahe fugenlos und gefühlt ohne Absatz schloss der Lift an den Boden des Raumes an, sodass man als Besucher schnell vergessen konnte das sich dieser Teil absenken oder nach oben fahren konnte. Der Raum an sich war unspektakulär und ganz offensichtlich nur dazu da den Lift zu beherbergen. Auf allen vier Seiten des vermutlich quadratischen Raumes mit der hohen Decke, führte ein mehr als doppelt mannshoher Gang, der außerdem auch breit genug war um einen kriechenden AT-AT grade so Platz zu bieten, zu noch viel größeren Räumen. Jeder dieser aus dieser Position nur unzureichend einsehbaren Labore wurde durch ein violett schimmerndes Biokraftfeld begrenzt, aber nicht abgeschirmt. Anaster führte sie zu einem davon, das seiner Aussage nach das Hauptlabor sein sollte. Als Hybris durch das Energiefeld trat, fing seine Haut an zu kribbeln, die Haare kräuselten sich und seine Augen fingen an zu brennen. Ein kurzer Seitenblick nach rechts offenbarte einen mit geschlossenen Augen gehenden Anaster, der sich einen Augenblick später kaum merklich schüttelte und dann schließlich wieder seine Augenlider öffnete. Nächstes mal die Augen schließen, notierte sich Hybris gedanklich und schaute nach vorne. Vor ihnen lag der bisher größte Raum. Anhand seiner eigenen Größe und dem Vergleich zu bestimmten Maschinen, nahm Hybris an das er mehr als zehn Meter hoch, einhundert Meter lang und wohl an die fünfzig Meter breit war. Wenn der Haupteingang im Norden lag, so war die südliche Wand fast vollständig mit durchsichtigen zylindrischen Behältern voll gestellt worden. Sie erinnerten an Bactatanks und waren auch fast alle in etwa so groß wie diese. Lediglich die drei im Zentrum waren größer. Der in der Mitte so groß wie ein ausgewachsener Banthabulle, die zu seinen Seiten immer noch viel zu groß für einen einzigen normal gewachsenen Humanoiden. Ein Hutte könnte dort hinein passen, sofern er es sich nicht allzu bequem machen würde.
    Neben den Tanks sah man überall Konsolen, Computer, Terminals und andere blinkende und Leuchtende Armaturen. Aus Hybris Sicht gab es auch viel zu viele Holoschirme, frei in der Luft schwebende Hologramme und an weißen Boards befestigte Filmsiplast. Die westliche und östliche Wand mit all ihrer Laborausrüstung sah beinahe identisch aus und wurde wohl hauptsächlich für theoretische Arbeiten benutzt. Dort gab es Sitzgelegenheiten, Tische, Regale und andere Aufbewahrungsmöglichkeiten. Aus dieser Entfernung konnte Hybris kaum Einzelheiten ausmachen, doch es wirkte alles sehr modern, neu und teuer. Nicht das er wusste wie so ein Labor aussehen musste, doch sein Gefühl sagte ihm das diese hier arbeitende Gruppe genug Mittel besaßen um ein paar erstklassige Massenvernichtungswaffen zu erschaffen. Zumindest am Anfang ihrer Arbeit. Inzwischen hatten sie ja Probleme mit dem Nachschub und Hybris fragte sich wie es dazu kommen konnte. Doch noch wollte er nicht nachfragen.

    Die Dinge in den mehr als zwei Dutzend Tanks weckten hingegen in ihm eine so starke Neugier, das er darauf sofort eine Antwort haben wollte. In unregelmäßigen Abständen und aus Hybris Sicht auch ohne jedes System, befanden sich in diesen Behältern Mitglieder von mindestens vier verschiedenen humanoiden Rassen. Menschen, Rodianer, Bothaner und Twi'lek. Mindestens deshalb, weil man bei einigen der unglückseligen Kreaturen nur noch schwer sagen konnte welcher Spezies sie angehörten. Sie allen waren mehr oder weniger stark gezeichnet, hauptsächlich auf dem Boden liegend, hockend oder sitzend. Je schlimmer sie aussahen, desto tiefer waren sie gesunken. Im dritten Tank von links stand ein passabel gekleideter Mann mittleren Alters, der derart starker Wellen der Angst in der Macht aussandte, das Hybris noch neugieriger wurde. Aus der Sicht des Mannes konnte er unmöglich sehen, was sich auf der anderen Seite der Wand, im letzten Tank befand. Doch irgendwann hatte man ihn ja in diesen Raum geführt... vermutlich an seiner Zukunft vorbei.

    Hybris fragte Anaster was genau er da sah und bekam eine Antwort, mit der er trotz all dessen was er da vor sich sah, nicht gerechnet hatte. Der Gedanke wäre ihm vermutlich in Jahrzehnten nicht gekommen. Man infizierte die Testobjekte mit einem einzigartigen Virus, der es doch tatsächlich fertig brachte die Oberfläche von Lebewesen, also die Haut und – und das war das erstaunliche – auch von Gegenständen zu kristallisieren. Je weiter fortgeschritten dieser Prozess war, desto größer wurden die an Tumore erinnernden weißen Kristallformationen. Anaster schien darüber hinaus aber auch nicht mehr zu wissen, denn ins Detail gehen wollte er nicht. Er verwies auf Doktor Tool und wollte ganz offensichtlich nichts weiter darüber sagen. Spüre Hybris da etwa so etwas wie Unbehagen in dem Machtnutzer aufsteigen?
    Aber gut. Die Idee mit dem alles infizierenden und in Kristalle umwandelnden Virus war faszinierend, doch was sollte das alles? Der Sith fragte und bekam eine viel zu kurze Antwort. Man transformierte die Opfer nicht einfach nur, sondern grub damit auch Dinge aus, an die man so sonst nicht heran kommen würde. In den Kristallen sollten nämlich auf Nanoebene Informationen eingebettet sein, die vorher in den Lebewesen und Objekten gesteckt haben. Diese dann auszulesen war ihr Ziel. In der Phantasie des Chefwissenschaftlers transformierten sie einen gesamten Planeten und scannten danach den kompletten gigantischen Kristall um an alle gespeicherten Informationen heran zu kommen. Theoretisch. So weit waren sie nämlich noch lange nicht. Sie konnten die Körper schon umwandeln, doch noch wurden weder Gedanken, noch Erinnerungen im Kristall sichtbar und wozu sonst sollte man so eine Waffe dann verwenden? Es gab kein „Gegenmittel“ und dieses Virus würde alles zerstören das einen Invasor an einen Planeten interessieren könnte. Industrie, Bodenschätze, die Bevölkerung, einfach alles würde in wertlose Kristalle umgewandelt werden.

    „Soll das heißen, ihr verschwendet einen Großteil eurer Ressourcen für das Hirngespinst eures Chefwissenschaftlers?“ fragte Hybris Anaster nach ein paar Minuten und sah dabei angemessen ungläubig wie wütend aus. Dieser Tool schien sich mit sehr großen Schritten seiner Exekution zu nähern. Die Erklärungen des Logistikers hörten sich wenig überzeugend an – was bei diesem Mann bedeutete, dass er Hybris auch nicht überzeugen wollte. Anaster wurde unerhört gut dafür bezahlt das er tat was er so tat. Er mischte sich nicht in die Forschungen der Wissenschaftler ein, egal wie lächerlich sie auch waren. Er hatte nur dafür zu sorgen das man sie durchführen konnte.

    „Haben sie so etwas wie einen Stellvertreter?“
    „Ja, wieso?“
    „Holen sie ihn her, er soll mir die unterste Ebene zeigen. Und Sie zeigen meinen Schülern den Rest des Laborkomplexes. Erwarten sie keine Konversation. Erklären Sie alles kurz und knapp, aber so, das keine größeren Fragen offen bleiben.“
    „Wie Sie wünschen. Geeh! Her kommen.“

    Ein stämmiger Mann mit leicht schwankendem Gang kam ein paar Sekunden später aus einer nicht einsehbaren Ecke geschlurft und baute sich schließlich in gebeugter Haltung vor Anaster auf. Seine unter schweren Lider halb geschlossenen hässlich braunen Augen musterten kurz die drei Sith und richteten sich dann wieder auf seinen Chef. In der Macht hatte sich nicht die Geringste geändert. Als hätte der Mann gar nicht die Sith, sondern nur Luft angeschaut.
    Was laufen hier nur für Typen rum, dachte Hybris mit einem geistigen Stirnrunzeln und musterte die schlaffe Gestalt. Aufgerichtet war der dickliche Mann mit dem dazu nicht passenden dünnen Gesicht sicherlich gute 1.80 Meter groß, doch da er sich auf eine Weise hingestellt hatte, die ihn deutlich kleiner machte, wirkte er gefühlt einen Kopf kleiner. Die Hände in den Hosentaschen, auf seinem Gesicht nichts als Gleichgültigkeit, nahm er die Befehle von Anaster entgegen. Seine einzige Reaktion darauf war ein so schwaches Schulterzucken, das Hybris sich nicht sicher war ob er es tatsächlich gesehen hatte. Ohne nochmals oder überhaupt auf Hybris einzugehen, watschelte der Mann auf den Lift zu, wobei er bei seiner momentanen Schrittgeschwindigkeit vermutlich einen Tag dafür brauchen würde. Zugegebenermaßen durch diese ganze Haltung verwirrt, schaute der Sith Executor Geeh erst einen Moment lang hinterher, dann zu Anaster, der nur schwach lächelte und sich dann um die beiden Apprentice kümmerte und dann wieder zum Stellvertreter.
    Er hat keine Reaktion gezeigt als er mich gesehen hat. Als wäre es ihm egal und wenn ich jetzt alles andere in Betracht ziehe, kann ich wohl davon ausgehen das er grade mal motiviert genug ist um zu atmen. Was sucht so einer hier? Und was hat ihn befähigt diesen Posten anzutreten? Am Ende ist er vermutlich nur zufällig hier...

    Als die beiden Männer, die unterschiedlicher nicht sein konnten, schließlich im Lift standen, hatte Anaster Saphenus und Ares vermutlich bereits zwei der drei noch zu zeigenden Labore gezeigt. Hybris war aber keinesfalls geduldig neben Geeh dahin geschritten, sondern hatte ihn überholt und gewartet. Und während dieser Zeit seine Machtsinne auf den gesamten Laborkomplex ausgeweitet. Und entdeckte dabei nichts das ihn überraschte. Die Soldaten oder was auch immer die Bewaffneten mal gewesen waren, waren gut ausgebildet worden und hatten sich trotz ihrer Emotionen gut im Griff. Angst war vorhanden, wurde aber unterdrückt. Die Wissenschaftler waren vor allem selbstsicher und mit viel zu wenig Zweifel behaftet. Ein Wissenschaftler der mit Massenvernichtungswaffen hantierte, sollte zweifeln, sollte vorsichtig sein. Hybris würde nie auf die Idee kommen das er stets Herr über Alles und Jeden war und deshalb jedes Problem schon im Entstehen verhindern konnte. Man musste mit so ziemlich allem rechnen. Sonst lebte man nicht lange. Die Wissenschaftler aber waren tödlich selbstsicher. Amoralisch, kalt und berechnend experimentierten sie an diesem Ort mit den Gefangenen. In ihnen hatte sich eine Arroganz eingenistet, die eines Gottes würdig wäre. Dieser Gedanke hatte aber auch etwas tröstendes. Hybris würde sie alle brechen und auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Zurück zehren und dabei zerschmettern. Einem Komet gleich, der auf einen Planeten nieder ging, würden sie mit der Realität kollidieren und dabei psychische Schäden davon tragen, die Hybris gottgleich lachen lassen würde. Er freute sich bereits auf diesen Moment.
    Als dritte Partei waren da dann noch die Gefangenen. Sie waren hauptsächlich ängstlich, mit wenig Hoffnung und großer Erschöpfung. Sie zu brechen, wäre so, als würde man eine schartige Klinge durch einen Schlag gegen einen Felsen zerbrechen. Langweilig. Und deshalb interessierte Hybris sich kaum bis gar nicht für sie.


    Unten angekommen, wurden die beiden Männer von einer Woge warmer, leicht süßlicher Luft empfangen. An den Geruch gewöhnte sich Hybris schon nach fünf Atemzügen, doch seine Augen hatten natürlich ein wenig mehr zu tun. Der Raum, der mehr an eine Höhle erinnerte, wohl auch weil er keine begradigten und beschichteten Wände besaß wie die Labore und Gänge über ihnen, war mehr als doppelt so breit und lang wie das Hauptlabor, wobei Hybris das nicht mit Sicherheit sagen konnte, da zu viele Pflanzen und grau-braune Konstruktionen der Gefangenen seine Sicht versperrten. Die Decke war in etwa so hoch angesetzt wie im Labor und voller Lampen – vermutlich UV-Lampen. Als die beiden den Lift verließen, der auch hier seine Wände vollständig verloren hatte, schloss sich dieser wieder. Man hatte sie recht schnell bemerkt, doch keiner der Männer, Frauen und Kinder schien sich ihnen nähern zu wollen. Wie Hybris nun bemerkte, besaßen letztere keinen Kasten auf dem Rücken, liefen aber nie alleine oder mit Gleichaltrigen herum, so wie es freie Kinder in Dörfern oder Städten getan hätten. Stets waren sie in der Nähe eines Elternteils, immer an der Hand gehalten und nicht selten wurden sie außer Sicht gezerrt. Sie alle waren traumatisiert, doch die Kinder besaßen immer noch einen Funken Neugier.
    Die Kästen auf den Rücken der Erwachsenen offenbarten jedoch immer noch nicht ihren wahren Zweck, sodass sich der Executor schließlich genötigt fühlte, nachzufragen. Geeh schien es gewohnt zu sein nicht selber zu sprechen, sondern nur mit Gesten zu antworten, sodass es eine Weile dauerte bis er schließlich etwas sagte. Und es war nur der Macht zu verdanken, die sein Gehör verstärkte, dass der Sith überhaupt etwas verstand, so leise redete er.
    Die Apparate sollten sie Gefangenen ruhig halten und zur Arbeit animieren. Man hatte in sie die Samen einer sehr schnell wachsenden Pflanze eingesetzt, die auch überall um sie herum gezüchtet und als Nahrung verwendet wurde. Unter optimalen Bedingungen konnte sie innerhalb eines Tages fünf Zentimeter wachsen. Das Problem für die Gefangenen war, das die Pflanze erst durchs Kochen genießbar wurde und im rohen Zustand hart wie Holz war. In der Natur konnte sie sich durch Gestein graben und war dementsprechend auch ohne weiteres in der Lage sich durch Muskeln und Fleisch von Humanoiden zu bohren. All das hatte Geeh natürlich nicht erklärt, sondern Anaster zumindest angeschnitten. Auch wenn Hybris zuvor nicht wirklich zugehört hatte, holte sein Gedächtnis dieses Wissen nun wieder hervor und offenbare dem Sith so eine interessante Art der Folter und Kontrolle. Man konnte das Wachstum der Pflanzen recht einfach steuern. Je mehr Licht und Nährstoffe man ihnen gab, desto schneller wuchs sie. Man konnte sie sogar auf einem Level halten, sodass sie nicht mehr wuchs, aber am Leben blieb. Nicht wirklich effizient um Gefangene zu kontrollieren, doch auch hier hatte man wohl einfach das genommen was zur Verfügung gestanden hatte. Nervengas, Gift und sonstige Chemikalien wären effizienter, standen ihnen aber wohl nicht zur Verfügung.
    Hybris ließ Geeh am Lift stehen und begab sich auf Erkundungstour. Gute fünf Minuten Zeit hatte er wohl noch. Danach würde Anaster und Tool eine Menge zu erklären haben...


    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E3 - Gefangenenunterkünfte - Hybris, Stellvertreter Geeh (NPC) und die Gefangenen (NPCs)]
     
  11. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Kommandozentrale] - Saphenus, Darth Hybris, Ares, Anaster, NPCs

    Die Monitore zeigten ein so surreales Bild, dass es auch gut aus einer Holosendung stammen konnte. Saphenus musste sich zwar eingestehen, dass surreal mittlerweile ein Begriff war, den er mit Vorsicht benutzen musste, doch das, was er hier sah gehörte eindeutig dazu. Einst empfand er den Tempel genau so, tat es vermutlich noch. Vielleicht würde sich dieses Empfinden wieder manifestieren wenn er erstmal in die Bereiche des Tempels kam, die ihm bisher als Jünger und als Schüler verblieben gewesen waren, doch nun…nun war es surreal. Die Monitore zeigten eine begrünten Raum, wie ein Ausschnitt aus einem Wald wirkte er wenn nicht die kalten Metallwände als deutliche Begrenzung dienen würden. Zwischen den Pflanzen, von denen er als jemand, der auf Taris groß geworden war, nicht eine identifizieren konnte, wanderten Wesen herum, Außerirdische und Menschen jeder Art. Männer, Frauen und Kinder, sie alle waren dort eingesperrt. Und bis auf die Kinder trugen sie alle einen Kasten auf dem Rücken. Er diente keinem offensichtlichen Zweck, der Raum war genau so mit Sauerstoff gefüllt wie der Rest der Station, Atemmasken waren nicht notwendig. Eben so war es kein Rücksack in dem man Vorräte verstauen konnte. Saphenus war ratlos. Die Gestalten, die sich vorsichtig zwischen den Pflanzen bewegten, zu beobachten kam ihm vor wie in einem Zoo. Nur dass die Lebewesen hier nicht so exotisch waren…und natürlich intelligent. Saphenus trat einen Schritt näher an die Monitore, er hörte Anasters Erklärungen nur sehr halbherzig zu. Es interessierte ihn nicht im Mindesten was hier vorging. In der Fury hatte sich noch seine Neugierde geregt als er die Leiche in dem Stasisfeld erblickt hatte, doch hier empfand er Abscheu. Er selbst hatte getötet und das nicht auf die schnelle und barmherzige Variante, doch was hier vorging…war das krank? Wieder so eine Frage auf die er keine Antwort fand. Ihm schwebte immer noch im Kopf herum ob er selber böse, ob das hier das Schicksal war, das sich die Macht für ihn ausgedacht hatte. Plötzlich blieben alle Gestalten stehen und schienen ihn durch den Bildschirm anzustarren, ihr Blick brannte sich in sein Fleisch. Sie trugen auf einmal die Gesichter der Besatzung des Frachters, Je’anas, des Jüngers in den Katakomben. Saphenus blinzelte und die Gestalten bewegten sich wieder als wäre nichts gewesen.

    Seine Muskeln entspannten sich wieder und er drehte sich zu seinem Meister um. Er hoffte inständig, dass der Albtraum nichts von dem Kampf mitbekam, der in ihm tobte, der die dunkle Seite in ihm vielleicht noch zurückdrängen konnte. Doch die Gruppe setzte sich schon in Bewegung. Offenbar waren die Monitore nicht interessant genug um hier noch länger zu verweilen, denn der Lift brachte sie eine weitere Etage in die Tiefe. Das Material stöhnte auffällig als es sie langsam nach unten trug und dabei der abnormen Schwerkraft trotzen musste. Hier lag auch der Grund begraben wie so viele Teile der Station abgebaut werden musste, offenbar war der Lift mehr als empfindlich gegenüber der Gravitation. In einer plötzlichen Eingebung hielt sich der Zabrak an der Wand fest auch wenn das nichts nutzen würde, würden sie wirklich in die Tiefe stürzen. Was war mit Anaster? Als Saphenus die Augen schloss konnte er nicht anders als eine Aura um ihm herum wahrnehmen, die er nicht zuordnen konnte. Während Hybris wie immer unsichtbar und Ares Dunkelheit neben ihm zu spüren war, strahlte Anaster etwas anderes aus. Heller und doch nicht hell. Verwirrt schlug Saphenus seine Augen wieder auf. Hinter Hybris und Anaster stehend starrte er auf den Hinterkopf des Unbekannten als könnte er dadurch dessen Gehirn durchforsten. Es blieb beim Blick auf das Haar.

    Der Lift stoppte und offenbarte den Blick auf vier Räume. Statt Türen besaßen sie bläuliche Energiefelder, deren Zweck sich Saphenus nicht erschloss. Das Bild der aus Hybris‘ Händen abgefeuerten, ebenfalls dunkelblauen Blitze kam ihm in den Sinn, sie strömten auf ihn zu, lechzend nach seiner Berührung und krachten dann doch in die Wand. Waren diese Energiefelder dazu gedacht um Eindringlinge abzuhalten? Doch wer sollte schon versuchen hier etwas zu stehlen, die Basis war geheim und von Soldaten bewacht, die bestimmt eine gute Ausbildung genossen hatten. Er machte sich zu viele Gedanken, es war nicht seine Aufgabe die Forschung hier zu ergründen. Seinen Meister hatte die Neugierde nach hier unten getrieben, trotz aller Gefahren. Saphenus war ihm nur gefolgt, er hatte immerhin keine Wahl. Sein Schicksal lag in den Händen des Albtraums, eine Tatsache, die er spätestens in den Bergen Bastions akzeptiert hatte, akzeptieren musste. Denn das Wissen um sich vor den Jedi zu schützen, um ihren nach Rache lüsternen Fingern zu entgehen, bekam man nicht geschenkt.

    Wie selbstverständlich traten Hybris und Anaster nun durch dieses blaue Energiefeld als hätten sie nichts zu befürchten. Sie kamen heile und am Stück in dem Raum an, Saphenus folgte ihnen also. Auch wenn er vorsichtshalber die Augen schloss und seine Sinne so gut es ging schärfte. Seine Haut kribbelte als ihn das blaue Licht berührte, die feinen Härchen an seinem Körper stellten sich auf. Dann öffnete er seine Augen wieder. Wäre die Erfahrung mit den Monitoren nicht schon surreal gewesen, so hätte er diese Beschreibung nun benutzt. So schaute er sich lediglich irritiert um. Auch hier gab es Monitore, dazu Werkbänke und Instrumente, die er nicht zuordnen konnte. Am eindrucksvollsten waren die Tanks, die am Ende des Raumes standen und vier verschiedene Spezies beherbergte. Saphenus konnte ihr Leid in der Macht deutlich spüren. Einerseits widerte es ihn an und wollte ihn dazu zwingen auf der Stelle kehrt zu machen, doch andererseits wurde er auch davon angezogen. Wie sein Meister setzte er sich in Bewegung, mit starrem Blick näherte er sich den Tanks. Die Lebewesen darin waren gezeichnet, auf ihrer Haut wuchsen seltsam funkelnde Kristalle wie Tumoren. Bei manchen nur wenige, bei anderen konnte man kaum noch die ursprüngliche Rasse ausmachen. Saphenus legte eine Hand an das Glas des Tanks, es war wärmer als er gedacht hätte. Der Rodianer darin schaute träge zu ihm auf. Als Saphenus ihm in die Augen starrte befand er sich wieder vor dem Tempel, dort wurde er ebenfalls von einem auf dem Boden liegenden Rodianer angeschaut. Dann gab es einen Lichtblitz und als ob er sich verbrannt hätte zog Saphenus die Hand zurück Was zur Hölle war mit ihm los, musste er nun beim kleinsten Stimulus damit rechnen, dass ihn die Bilder seiner Vergangenheit einholten? Er war ein Sith, er sollte darüber stehen. Das Monster, auch wenn es sich tief in seinem Bewusstsein verwurzelt hatte, sollte das unterdrücken, es sollte ihm nützlich sein. Die Wut auf sich selber, die er schon sein ganzes Leben empfunden hatte, war wieder und er musste stark die Zähne zusammenbeißen um nicht aufzuschreien. Wie er sich selber hasste, er ließ sich von Toten einschüchtern! Auf dem Absatz drehte er sich um und würdigte den kauernden Gestalten in den Tanks keinen Blick mehr. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Worte, die Hybris und Anaster austauschten. Es ging bei den Kristallen wohl darum Informationen zu gewinnen, Saphenus unterdrückte ein Augenrollen. Sollte der Unbekannte nicht lieber die Macht dazu nutzen? Wenn man jemandem mit ihr beeinflussen konnte, wieso dann nicht auch seine Gedanken lesen? Dann war die Konversation vorbei und ein weiter Mensch näherte sich ihnen. Hybris verließ die Gruppe mit ihm, natürlich nicht ohne Anaster aufzutragen seinen beiden Schülern die restlichen Labore zu zeigen. Merkwürdig alleine fühlte sich Saphenus als sich der Albraum immer weiter entfernte und instinktiv legte er seine Hand auf den Gürtel mit den Lichtschwertern. Er sah auf und schaute Anaster in die Augen. Auch wenn er wohl darauf warten konnte, dass Ares das Wort ergriff, so öffnete Saphenus bereits seinen Mund. Doch Anaster kam ihm bevor.

    „Wenn ihr mir bitte folgen wollt.“, sagte er und deutete ein Lächeln an. Saphenus nickte. Kurz war er versucht Anaster klar zu machen, dass sie auch ohne ihren Meister eine Gefahr darstellten, doch wahrscheinlich wäre das wenig überzeugend. Saphenus‘ Haltung war unter dem Einfluss der Schwerkraft weiterhin gebeugt und jeder Schritt fiel ihm schwer. Sollten sie ihn doch lieber im Ernstfall unterschätzen.

    Saphenus versuchte zumindest den Eindruck zu erwecken Anaster geduldig zu folgen. Das erste Labor, dass er ihnen zeigte, war wenig spannend. Die darin arbeitenden Wissenschaftler schauten lediglich kurz auf als das Trio den Raum betrat, dann arbeiteten sie weiter. Auch hier gab es Monitore und Instrumente, doch fehlten auf den ersten Blick eindrucksvolle Gegenstände.

    Anaster schaute Saphenus und Ares an. Während er abwechselnd von einem zum anderen schaute erklärte er ihnen, woran sie hier arbeiteten. Zumindest soweit er das wusste.


    „Die restlichen drei Labore forschen an einem Thema, jedoch an unterschiedlichen Bereichen. Hier wird Grundlagenforschung betrieben, wenn ihr eine wissenschaftliche Erklärung braucht, muss ich euch an einen der werten Doktoren verweisen.“

    Als keiner Anstalten machte weiter nachzuhaken fuhr er fort.

    „Letztlicht geht es um genetische Informationen. Hier wird das Genom verschiedener Spezies untersucht um der Arbeiten in den anderen beiden Laboren die notwendigen Grundlagen zu vermitteln.“


    Saphenus gab Ares die Chance sich umzusehen, dann verließen sie das Labor. Wieder kribbelte es als sie das blaue Energiefeld durchstießen und wieder musste Saphenus reflexartig die Augen schließen. So ganz traute er dieser „Tür“ nicht. Das zweite Labor war ebenfalls wenig spannend. Hier wurden Untersuchungen zu der Physiologie und Biochemie der einzelnen Rassen angestellt. Was Anaster ihnen erklärte war einfach ausgedrückt und für einen Laien nichts wert. Jemand, der naturwissenschaftlich interessiert war, würde wahrscheinlich nachfragen, doch zumindest Saphenus war das nicht. Er hatte ein Faible für Geschichte und Literatur, für Politik, Wirtschaft und die Jedi, aber Biochemie? Nun, das gehörte nun wirklich nicht dazu. Insofern spürte er wie seine Ungeduld immer weiter stieg. Das hier war Zeitverschwendung, was wollten sie hier? Hier wurden Untersuchungen an natürlichen lebenden Testobjektiven durchgeführt, die ethisch und moralisch nicht zu vertreten und bisher nicht einmal einem offensichtlichen Zweck dienten. Auch wenn der Umgang mit den Gefangenen das gleiche ambivalente Gefühl wie eben beim Anblick der Tanks auslöste, dieses mal hielt es ihn nicht in seinem Bann. So betraten sie schließlich das letzte Labor. Es lag genau zwischen den beiden ersten, an den zentralen Raum grenzten zwei weitere, kleinere, die durch dickes, bruchsicheres Glas abgeschirmt waren. In diesen gläsernen Räumen waren Testpersonen auf Tragen festgezurrt. Auch wenn man ihre Schreie nicht hören konnte, sie kämpften gegen ihre Fesseln. Manchen lief dabei Speichel aus dem Mundwinkel. Anaster spürte wohl wie gebannt Saphenus war, denn er wartete bis sich der Zabrak wieder gefasst hatte bevor er seine Erklärungen fortführte.

    „Hier seht ihr den Grund für die Grundlagenforschung, sie läuft auf diesen einen Zweck heraus. Wir sind im Besonderen darauf angewiesen, dass unsere Hauptforschung Früchte trägt und haben deswegen den Entschluss gefasst dafür zu sorgen, dass wir uns im Falle des Falles verteidigen können. Deswegen…“, Anaster stoppte und deutete lediglich mit seiner Hand auf die Glasräume.

    „Was habt ihr vor?“, flüsterte Saphenus ganz ruhig. Der Anblick eines gefesselten Rodianers hielt ihn gefangen. Diese Rasse war normalerweise nicht sehr groß und muskulös, doch dieser hier…er war vermutlich größer als Saphenus selbst, die Muskeln traten so deutlich wie bei Rake hervor.

    Anaster wusste wohl, dass die Neugierde ernst war und holte deswegen einen der Wissenschaftler herbei. Der weiße Kittel lag eng an dem dünnen Körper des Menschen, es war eine Frau. Mit einem schalen Gesicht und hohen Wangenknochen. Sie musste mal schön gewesen sein, nun war se alt und ihre Haut in Falten gelegt. Ihr Lächeln sollte vermutlich nett wirken, doch es schwangen keine Emotionen mit.

    „Darf ich vorstellen, Dr. Tenaris. Sie kann die Arbeit hier am besten erklären.“, sagte Anaster und zog sich dann einige Schritte zurück. Saphenus blieb stumm.

    „Wir haben wohl hohen Besuch.“,
    fing Dr. Tenaris an, doch der klägliche Versuch eines Scherzes scheiterte.

    „Okay, die Fakten: Wie Anaster,“, sie war ihm einen tiefen Blick zu, „treffend bemerkt hat müssen wir uns verteidigen können. Auch wenn es lächerlich klingt das Wort Supersoldat in den Mund zu nehmen, vermutlich trifft es diese Bezeichnung am besten. Wir versuchen alles erdenkliche um die Kraft und den Willen eines Probanden zu stärken. Wir haben die Knochensynthese verändert sodass mehr Eisen eingelagert wird. Der Mineralisierungsgrad ist nun höher als in den Zähnen, der Knochen ist daher weitaus stabiler und bricht seltener. Wir haben den Aufbau der Muskelfasern verändert, sie besitzen nun doppelt so viele Mitochondrien um mehr Energie bereitstellen zu können. Dazu werden vermehrt Testosteron und Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, die den Muskelaufbau begünstigen. Die Zellen tragen mehr Adrenalinrezeptoren, die im Kampf einen Rausch auslösen können. Unsere Probanden sind stärker und erbarmungsloser als normale Soldaten.“

    Ein nicht zu überhörender Stolz schwang in ihrer Stimme mit, doch in Saphenus war neben dem Fachgelaber nur eine Botschaft angekommen: hier machte man aus Schwachen Starke! Der Rodianer war muskelbepackt, er könnte Saphenus vielleicht ohne Probleme auseinanderreißen. Unbewusst fiel sein Blick auf seinen eigenen Körper, die dünnen Arme und Beine, die schmale, eingefallene Brust.

    „Ihr habt es geschafft….eure Probanden zu stärken?“, flüsterte er leise und schaute zu Dr. Tenaris auf.

    „Soweit unsere ersten Erfolge. Leider gibt es Nebenwirkungen. Gravierende um nicht zu sagen. Unsere Probanden verlieren ihren Verstand, sie verfallen in einen psychotischen Zustand, der sie nicht mehr aus den imaginierten Kampfhandlungen aufwachen lässt. Sie sind dazu verdammt nie zur Ruhe zu kommen und stetig nur nach dem nächsten Kampf zu dürsten. Das konnten wir nicht in den Griff kriegen. Die körperlichen Voraussetzungen sind da um diese Probanden zu Supersoldaten zu machen, doch wir rauben ihnen ihren Verstand und ihren Willen.“


    Ernüchterung machte sich in Saphenus breit und er wurde wütend. Er spürte wie er diese Wut immer schlechte kontrollieren konnte, dann war sein Lichtschwert in der Hand. Er aktivierte es nicht, stattdessen griff er in der Macht nach der Kehle der Wissenschaftlerin und drückte zu.

    „Sie haben versagt, Dr.!“, knurrte er. „Sie sind nicht einmal in der Lage die einfachsten Dinge zu vollbringen!“ Hier hätte es die Chance für ihn gegeben sein Geburtsrecht, die Stärke der Zabrak, zu erfahren, doch man hatte es zerschlagen.

    Aus ihrem Gegluckse konnte man das Wort einfach entnehmen, sonst nichts. Anaster stand regungslos dar, die anderen Wissenschaftler waren wie gebannt. Dann war alles wieder vorbei. Die Wut war weg und die Wissenschaftlerin durfte wieder atmen. Als sich Saphenus selbst beruhigte, sagte er schlicht:

    „Mein Meister wird dieses Projekt wohl selbst beenden. Für willenlose Sklaven hat er keine Verwendung.“


    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Eines der Labore] - Saphenus, Ares, Anaster (NPC), Dr. Tenaris (NPC), weitere NPCs
     
  12. Ares Segomo

    Ares Segomo Schüler

    [Hyperraum | Hybris Fury | Ares' Quartier] Ares Segomo

    Er kam nicht mehr dazu, sich das Schiff in Ruhe anzusehen. Ohne das er es bemerkt hatte, war er in seinem gemütlichen Bett eingenickt. Die Zeit draußen in den Bergen hatte ihn Müde gemacht und jetzt bot sich ihm die Möglichkeit, endlich etwas Schlaf nachzuholen. Er wurde durch das Piepen des Interkoms geweckt. Hybris rief sie zu sich. Er hatte keine Ahnung, wie lange er geschlafen hatte, aber sie mussten wohl ihr Ziel erreicht haben.

    Hybris wartete mit den Hologrammen von vier Menschen auf sie. Sie waren allesamt männlich und das größte Holo, so erklärte der Sith, stellte die gesuchte Zielperson dar. Der Grund weshalb sie sich in die weiten des Alls begeben hatten. Sechs wertvolle Gegenstände, ebenfalls als Hologramme abgebildet, befanden sich bei ihm und sie sollten alle in den Besitz ihres Meisters gelangen. Während sich Saphenus um die Mannschaft kümmern sollte, hatte Ares die Aufgabe, gemeinsam mit Rope, diese ominösen Gegenstände aufzutreiben. Obwohl er keinen blassen Schimmer hatte, worum es sich bei ihnen eigentlich handelte. Hybris schien aber auch nicht bereit sie darüber aufzuklären. Aber das kannte Ares ja schon, sein Meister ließ sich nicht in die Karten schauen. Fast beiläufig erwähnte Hybris Rake. Was wahr wohl aus dem geworden? Ares hoffte er war noch am Leben. Zu gerne würde er es selbst beenden.


    Ares, Saphenus und Rope begaben sich zur Andockschleuse. Der Droide redete fast ununterbrochen auf sie ein, doch Ares gelang es erfolgreich den Quälgeist zu ignorieren. Das hatte er schon früh gelernt, wenn sein Vater ihn immer wieder belehrt hatte. Irgendwann hatte er es geschafft, wie auf Knopfdruck abzuschalten. Als sie an der Schleuse anhielten, verstummte der mechanische Begleiter endlich. Auch Hybris gesellte sich wieder zu ihnen. Mit Atemmaske und magnetisierten Stiefeln im Gepäck traten sie in die Schleuse über. Dort erklärte Hybris ihnen die Lage noch einmal genauer und drückte jedem von ihnen eine Lampe in die Hand. Während sich Saphenus, von der Macht geleitet, in Richtung Mannschaft bewegte, suchten Ares und Rope erfolglos den Rest des Schiffes ab. Scheinbar hatte der Kapitän die Artefakte gut versteckt, denn nirgendwo war eine Spur von ihnen zu finden. Deshalb kehrte Ares zurück zu Saphenus und traf dort auch auf Hybris, der nicht gerade begeistert schien. Unter Anwendung seiner Macht gab der Kapitän die Verstecke der Artefakte preis und Ares konnte sie in Windeseile zusammentragen und zurück auf den Fury bringen. Er hatte sie hinter Wänden verborgen und Ares musste sich seinen Weg mit Hilfe seines Schwertes freischneiden.

    Die drei Sith trafen sich wieder vor dem Holoprojektor. Dort besprach Hybris mit dem Pilotdroiden den neuen Kurs. Er wollte mitten in einen Traktorstrahl fliegen, der von einem Objekt auf dem nahegelegenen Planeten stammte! Saphenus sollte die Artefakte in einem sicheren Safe verstauen. Ares folgte Hybris ins Cockpit. Dort wurden sie Zeuge, wie das Schiff immer mehr in Richtung eines großen schwarzen Objektes, dem Planeten, gezogen wurde. Yelm hatte um Energie zu sparen sämtliche Lichter ausgeschaltet, und nachdem sich Saphenus dazu gesellt hatte, wurden die drei Sith mitsamt dem Droiden in Dunkelheit gehüllt. Die Anspannung im Cockpit war mit Händen zu greifen, vor allem Hybris zeigte sie ziemlich deutlich, was eigentlich untypisch für ihn war. Was erwartete sie nur dort unten? Der Tod durch zu große Schwerkraft und Außendruck oder doch eine Gruppe Feinde? Vielleicht hatte die Republik hier eine geheime Basis…

    Schließlich meldete sich Yelm. Sie näherten sich einer Station oder Basis und wurden in einen Hangar gezogen. Als sie landeten, stieg Hybris sofort, gefolgt von seinen beiden Schülern, aus. Was sofort auffiel, war eine viel stärkere Schwerkraft. Die drei Männer wurden sofort ein Stück zu Boden gedrückt und es dauerte einige Augenblicke, ehe sich Ares einigermaßen daran gewöhnt hatte. Am andern Ende des Hangars, in dem erstaunlich viele Teile fehlten, erwartete sie bereits ein Begrüßungskomitee, bestehend aus vier bewaffneten Männern, einem augenscheinlichen Wissenschaftlern sowie einem äußerlich unspektakulären Machtnutzer. Hybris bewegte sich entschlossen auf diese Gruppe zu, seine beiden Schüler folgten ihm. Als sie ein gutes Stück näher gekommen waren, eröffnete der Wissenschaftler das Gespräch, indem er sie aufforderte stehen zu bleiben. Hybris begann ihm zu antworten, ebenso dem merkwürdigen Machtnutzer, und sein Meister erreichte es, fürs erste das Vertrauen des Machtnutzers mit dem Namen Anaster zu erlangen. Die Security legte ihre Waffen ab und entfernte sich mit dem Wissenschaftler und Anaster begann mit ihnen sogar eine persönliche Führung durch die Station, auf der experimentiert wurde. Sie gehörte weder der Republik noch dem Imperium an und wurde von einem Haufen Krimineller betrieben. Während ihres Rundgangs begann Anaster allerhand wissenswertes über sich und die Station zu erzählen. Schließlich erreichten sie einen Lastenaufzug, der sie weiter ins innere der Station zu den Experimenten bringen sollte.

    Auf der Ebene, auf der sich die Labore befanden, begaben sie sich in das von Anaster so genannte Hauptlabor. Es war voller Anzeigen und Arbeitsplätzen und schien wissenschaftlichen Ansprüchen mehr als gerecht zu werden. Auf der anderen Seite des Labors befanden sich eine Reihe von an Bactatanks erinnernde Behälter, in denen Angehörige verschiedener Spezies hockten und kauerten. Manche waren kaum noch zu identifizieren, andere machten einen besseren Eindruck. Anaster erklärte das hier gesehene mit der abenteuerlichen Erzählung, dass hier an einem Virus geforscht wurde, das sowohl die Oberfläche von Lebewesen als auch von Gegenständen kristallisierte. Für Ares hörte sich das ganze einfach nur schwachsinnig an. Ihm wurde immer mulmiger zumute, je länger sie sich an diesem merkwürdigen Ort befanden. Auf dieser Station schienen lauter Verrückte rumzulaufen. Das schlimmste war, das Hybris ebenfalls ein solch Wahnsinniger war. Eben jener ließ sich nun vom Stellvertreter Anasters die unterste Ebene zeigen, während Ares und Saphenus von Anaster durch die anderen Labore geführt wurden.

    Drei weitere Labore gab es noch, erklärte Anaster, und in ihnen wurden die Grundlagen für die Forschung an dem Virus gelegt. Im ersten Labor wurden die Genome verschiedener Spezies untersucht. Langweilig, wie Ares fand, aber dennoch blickt er sich ein wenig um. Die Wissenschaftler schienen sie nicht sonderlich zu stören. Dann ging es weiter ins zweite Labor. Hier wurde an Physiologie und Biochemie der einzelnen Rassen geforscht. Wirklich interessanter als der Inhalt des ersten Labors war auch das hier nicht. Schließlich erreichten sie das letzte Labor. In angrenzenden Räumen, die durch bruchsicheres Glas abgeschirmt waren, befanden sich auf Tragen festgezurrte Testpersonen. Besonders ein muskulöser, für seine Spezies untypischer Rodianer erregte die Aufmerksamkeit von Ares und Saphenus. Auf eine Nachfrage des Zabrak hin holte Anaster eine der Wissenschaftlerinnen hinzu. Diese erklärte, das hier an einer Art Supersoldat geforscht wurde. Der Haken an der Sache, was das ganze Projekt unbrauchbar machte, war jedoch, dass die Probanden den Verstand verloren und zu nichts mehr zu gebrauchen waren. Als sie ihren Vortrag voller Fachwörter beendet hatte, reagierte Saphenus für Ares so überraschend, dass er kurz davor gewesen war, seinen Mitschüler davon abzuhalten, was er als nächstes tat. Mithilfe der Macht würgte der Zabrak die Wissenschaftlerin und gab ihr zu verstehen, das sie versagt hatte. Saphenus war damit auch im Recht, weshalb ihm Ares mit einem Lächeln auf dem Lippen freie Hand ließ. Die Forschungen und vor allem ihre Ergebnisse hier auf der Station waren sowas von lächerlich. Eigentlich war davon kaum etwas zu gebrauchen.

    Saphenus tötete die Forscherin nicht sondern ließ sie wieder frei. Ares wandte sich Anaster zu.


    „Gibt es neben diesen wertlosen Forschungen noch etwas, was wir oder unser Meister wissen oder sehen sollten? Wenn nicht können wir ja unseren netten Rundgang hier beenden und auf ihn warten. Er wird sicherlich wissen, wie wir weiter verfahren.“

    Anaster schüttelte nur den Kopf und signalisierte damit das Ende des Rundgangs, dann bewegte er sich in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Saphenus folgte ihm wie auch Ares, nachdem er der Forscherin noch einen finsteren Blick zugeworfen hatte. Sein Meister würde sich wohl von einigem inkompetenten Personal trennen. Sie kamen schließlich wieder an dem Lastenaufzug an und warteten, das er beladen mit Hybris zurückkehrte.


    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Ebene 2 | Am Lastenaufzug] Ares Segomo, Saphenus, Anaster (NPC)

     
  13. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E3 - Gefangenenunterkünfte - Hybris, Stellvertreter Geeh (NPC) und die Gefangenen (NPCs)]


    Ziellos wanderte Hybris durch die an einen Urwald erinnernde Höhle. Nicht selten liefen ihm dabei die Gefangenen über den Weg, wobei sie, sofern sie ihn denn bemerkten, versuchten ihm aus dem Weg zu gehen. Und obwohl keine Ecke aussah wie die andere und man deshalb den Eindruck hatte, in einem viel größeren Areal unterwegs zu sein als man tatsächlich war, wurde dem Sith schon nach wenigen Augenblicken klar, dass diese Welt in der diese Leute leben mussten wirklich nicht groß war. Egal wie sehr sie ihm auch zu entkommen versuchten, ständig trafen sie einander wieder, gingen erneut in verschiedene Richtungen und sahen sich ein paar Herzschläge später trotzdem wieder. Nicht das Hybris auf die „Bewohner“ geachtet hätte, doch die Wellen der Angst die man in der Macht spüren konnte, wurden immer stärker, je öfter er die selben Männer und Frauen traf. Das steigerte sich immer weiter, bis er schließlich an einer Wand ankam, vor der ein menschenähnlicher Mann kniete. Im Prinzip sah er aus wie ein Mensch mittleren Alters, mit dunkelblonden kurzen Haaren und sonnengebräunter Haut. Da sein Nasenrücken aber zwei symmetrische, aber eindeutig nicht zu einem Menschen passende Hügel besaß, war er vermutlich kein Vertreter dieser Spezies. Als er Hybris bemerkte, erhob er sich ungeschickt und wollte schon davon stolpern, irgendwas vor sich hin murmelnd, doch der Sith hielt ihn mit einem „Warte!“ auf. Er erstarrte, drehte sich zögernd um und hielt dann den Kopf gesenkt. Er hatte Angst, doch nicht vor dem Executor, sondern vor etwas anderem und Hybris hatte da so eine Ahnung vor was.
    „Ich gehöre nicht zu den Wissenschaftlern“ erklärte er tonlos, während er sich die Wand genauer anschaute. Irgendwer hatte sich sehr viel Mühe gegeben und vermutlich auch ebenso viel Zeit investiert um diese zu bearbeiten. Das Bild das Hybris da vor sich sah, zeigte größtenteils eine hochgewachsene Gestalt, mit den Gliedmaßen eines Kämpfers und der Kleidung einer Tempelwache. Heutzutage trugen nur noch unterentwickelte Zivilisationen Rüstungen dieser Art, da sie sperrig, schwer und für einen Zweikampf ungeeignet waren. Primitive oder eben Kulturen in denen man sie aus zeremoniellen Gründen trug. Da das Abbild farblos war – beziehungsweise dunkelgrau, wie eben das Gestein aus dem die Oberfläche des Kerns bestand – konnte man unmöglich sagen was genau sie darstellen sollte. Doch man konnte es erahnen. Denn die Gestalt, dessen Gesicht vermutlich bewusst verschwommen dargestellt worden war, hielt in der rechten Hand ein verschnörkeltes Langschwert mit übertrieben langer und dicker Klinge. Symbole waren in diese eingraviert und eine Art Nebelschleier umgab sie, auch wenn Hybris dafür ganz schön seine Phantasie in Beschlag nehmen musste um dieses Abbild derart interpretieren zu können.
    „Wer ist das?“
    Der Mann, den Hybris – innerlich seufzend – für irgend einen gläubigen Spinner hielt, schien sich doch tatsächlich zu beruhigen, als der Sith die Frage gestellt hatte und kam nun sogar noch ein Stück näher. Die Angst hockte zwar noch im Hintergrund, bereit seine Klauen in das Herz seines Wirtes zu schlagen, doch für den Moment reichte diese kleine Ablenkung um ihn diese Panik vergessen zu lassen.
    „Das ist Sah'magok, der Herold des Le'eht.“
    „Der was von wem?“
    „Hm … ähm … entschuldigt … ich meinte dies ist … nun man kann sagen der Seelenfänger des Lords der Seelen … also … man könnte sagen die rechte Hand des Gottes des Todes.“
    „Aha … und ihr betet ihn hier an oder was? Und wieso nicht gleich euren Gott?“

    Mit jedem weiteren Wort verlor Hybris weiter das Interesse. Religion war etwas das ihn nicht nur nicht interessierte, nein, er verachtete sogar all jene Idioten die sich damit ernsthaft beschäftigten. Er als Mann der Wissenschaft konnte über so etwas nur den Kopf schütteln. Zumindest meistens. Doch dieses mal hatte etwas seine Aufmerksamkeit erregt. Die Klinge, die dieser Herold dort trug, war nicht nur in Nebel gehüllt, sondern auch noch auf eine andere Art ungewöhnlich. Nur schwach angedeutete Ketten, die wohl ätherisch sein sollten, gingen von ihr aus und verbanden sich mit Gestalten, die wage an Humanoide erinnerten und vermutlich Seelen darstellten sollten. Was kaum verwunderlich war, war er doch der angebliche Seelenfänger seines Gottes. Soweit so unspektakulär. Doch wie gesagt, normalerweise. Wäre Hybris vor Thearterra hier her gekommen, er hätte die Wand vermutlich nur mit einem Blick gestreift und wäre weiter gegangen. Doch in dem Lavatempel auf diesem Planeten hatte er sich einer Sache stellen müssen, die sich in sein Gedächtnis eingebrannt hatte und genau wegen dieses Ereignisses stand er nun hier und ließ sich von diesem Spinner was von einem Gott erzählen, den sich irgendwann mal jemand ausgedacht hat, um eine Gruppe von leichtgläubigen Trotteln zu kontrollieren und für sich arbeiten zu lassen.
    Er war in diesem Tempel auf ein Wesen getroffen, welches so mächtig gewesen war, das er sich wie ein Kind vorgekommen war. Die Macht die es besessen hatte oder wohl eher immer noch besaß, war unvorstellbar gewesen. Unzählige Diener, Leichen, in Magmagestein gehüllt und durch Machtgeister reanimiert, hatten unter seiner Kontrolle gestanden. Er hatte sie versklavt, diese ihm treu ergebenen Diener … und sie wie Marionetten eingesetzt … versklavt … Geister … Seelen … Schwert … Ketten …


    „Es ist verboten Le'eht direkt anzubeten oder ihn auch nur in irgend einer Form darzustellen. Sollte man es dennoch tun, wird er es bemerken und unsere Seelen zu sich in den Kij zerren. Eine Seele, die noch einen lebenden Körper besitzt und doch von diesem getrennt wird, wird …“
    „Genug! Diese Waffe, dieses Schwert, was ist damit? Was sollen diese Ketten?“
    „Sah'magok wird von Le'eht ausgesandt, wenn wieder einmal eine Seele sich weigert in den Kij einzutauchen. Seit die Sith und Jedi in der Lage sind auch nach dem körperlichen Ende weiter zu existieren, wandelt der Herold in den Sphären der Zwischenwelt, spürt sie auf und bringt sie nach Kij.“
    „Und das stellt er wie an?“
    „Sobald er die Geister mit Yohyar, so heißt das Schwert, erschlägt, werden sie an die Klinge gebunden. Es gehen nicht wirklich Ketten von ihm aus, das ist nur eine … nun ja, künstlerische Freiheit die ich mir herausgenommen habe.“

    Ihr Glaube beruht also auf mehr oder weniger auf Tatsachen. Ich wollte unter anderem zu den Alchemisten, weil sie Artefakte erschaffen können, die den Träger mächtiger machen. Holocrons sind dabei nur das bekannteste Beispiel. Ein Schwert, das aus vielen oder nur einem einzigen großen alchemistischen Artefakt besteht … welches Seelen bindet, sobald der Körper stirbt … und den Träger der Waffe mächtiger macht … mein Machtpool würde wachsen … die Grenzen würden verschwimmen …
    „ … doch jeder Widerstand ist zwecklos, denn Yohyar kann nicht zerstört werden-“
    Man sollte religiösen Fanatikern wohl niemals Gehör schenken. Der hört ja gar nicht mehr auf, dachte sich Hybris und warf dem Mann neben sich einen kurzen Blick zu. Aber Fanatismus hin oder her, es konnte gut sein das er Wissen besaß das ihm nutzen könnte. Selbstverständlich von dem religiösen Schleim befreit, der allem anhaftete den er so von sich gab.
    „Wo wurde diese Waffe gefertigt? Ist das bekannt?“
    Wieder eine Welle der Freude, ein sich aufhellendes Gesicht. War Hybris etwa der einzige hier der daran glaubte und war der Mann deshalb froh das ihm mal jemand zuhörte?
    „Oh ja, gewiss doch Herr. Yohyar, der Seelenbinder wurde in der Seelenschmiede geboren und an Sah'magok gebunden. Einhundert auserwählte Seelen, höchstselbst von Le'eht ausgesucht, verschmolzen zu dieser wahrhaft schrecklichen Waffe.“
    Hybris unterdrückte ein Seufzen und sprach lieber nicht aus was er dachte und fragte stattdessen:
    „Und wo befindet sich diese „Seelenschmiede“? Auf welchem Planeten?“
    „Oh entschuldigt Mylord, ich vergaß zu erwähnen das sich all das im Kij abspielt, dem großen Mahlstrom. Von Qhikij dem Finsteren und Skakij der Strahlenden flankiert, reisen die drei durch die Meere des Valkoun.“

    Noch ein unaussprechliches Irgendwas im Irgendwas und ich zerschmettere deinen Schädel an dieser Wand! Okay … okay, befreien … nüchtern betrachten. Diese Spinner packen Fakten doch immer in ein mystisches Gewand und für jemanden wie mich dürfte es doch wohl ein Leichtes sein sie auszugraben. Also, Finster und Strahlend. Auf das Universum bezogen, auf irgendwas kosmisches oder so, würde ich behaupten dass das eine ein schwarzes Loch darstellt und das andere … ein strahlend helles Objekt … ein Stern? Ein Stern der droht in ein schwarzes Loch gesogen zu werden … aber was soll dann Kij sein … ein Asteroidenfeld? Ich muss den Mann aufs Schiff bringen, damit Yelm sich das anhört. Er kann dieses Gebrabbel wohl eher verstehen und dann auf der Karte wiederfinden. Andererseits … ich sollte nicht jedem Hirngespinst hinterher jagen … Unsterblichkeit … so einfach ist das nicht. Seelen sammeln, das kann nicht so einfach sein, sonst würden es doch viel mehr Sith tun … oder?

    „Das reicht. Du wirst mich begleiten und damit vielleicht sogar dein Leben retten.“
    Diese Möglichkeit schien dem Mann nie in den Sinn gekommen zu sein, sodass er seine überschwängliche Freude doch tatsächlich in einer Umarmung auslaufen lassen wollte. Hybris drückte ihn eine Hand ins Gesicht und stieß ihn ein paar Schritte zurück.
    Vielleicht sagte ich! Mitkommen.“
    Der Aura des Stellvertreters folgend, waren sie schon nach ein paar Sekunden bei ihm. Hybris befahl ihm den Kasten von dem Gläubigen abzumachen und brauchte tatsächlich auch nur drei Anläufe dafür, damit der Mann sich endlich mal in Bewegung setzte. Wie konnte man nur so faul und gleichgültig sein, das man sogar seinen Tod hinnahm? Aber noch durfte er weiter leben. Erst wenn Hybris wusste wieso dieser Mann hier war, was hinter seiner - mutmaßlichen Fassade – steckte, würde er sich seiner entledigen.
    Zehn Minuten später saß der religiöse Spinner im Cockpit des Fury und quatschte
    Yelm voll, während Rope hinter ihm stand und vermutlich alle fünf Sekunden erzählte, das er die Erlaubnis hatte ihn ein klein wenig das Genick zu brechen, sollte er irgendwas unternehmen dass das Schiff oder irgendetwas im Schiff gefährden könnte. Da Hybris in der Hinsicht kein Vertrauen in seinen Butlerdroiden hatte, hatte er noch hinzugefügt, das er den Mann erst dann töten durfte, wenn er alles ausgeplaudert hatte. Stellte sich nur die Frage, ob er es überhaupt tun würde. Eine Leiche bedeutete immerhin mehr Arbeit...
    Als der Executor endlich bei Anaster und seinen Schülern angekommen war, hatte sich der Sith bereits seiner Phantasie hingegeben und hoffte nun auf ein paar nützliche Experimente. Der Cheflogistiker war ein Machtnutzer, also warum keine Experimente in dieser Richtung durchführen? Leider dachte er nicht daran das Gefühlsleben seiner Schüler zu durchleuchten, sodass er auf die altmodische Art – durch ein Gespräch – erfahren musste, dass wirklich die komplette Einrichtung ihre Zeit mit Hirngespinsten verschwendete. Dabei machte er jedoch eine Entdeckung. Mal von Anaster abgesehen, schien die gesamte Station Reif für eine Generalüberholung zu sein und dementsprechend schlecht dachte Hybris über alles und jeden und das spiegelte sich auch in seiner Erwartungshaltung wider. Doch irgendwas in dem Sith, irgendwas das sich nicht von Emotionen beeinflussen ließ, räusperte sich stumm in dem großen Executor, woraufhin sich dessen Augen kurz weiteten und dann bedrohlich verengten. Hatte er richtig gehört? Grundlagenforschung? Anaster und Hybris standen sich im Hauptlabor gegenüber, während Ares links und Saphenus rechts dazwischen, ein paar Schritt nach hinten versetzt, standen. Die drei schwarz gekleideten Männer starrten Anaster an, der wiederum den Unmut des Sith Lords zu spüren schien. Grundlagen? Supersoldaten?
    „Da ich davon ausgehen kann, dass sie meine Schüler nicht belügen würden, kann es nur eine Erklärung für das geben was Sie ihnen erzählt haben. Sie haben selber keine Ahnung von dem was hier passiert.“
    „Mylord?“
    „Verschwendet nicht meine Zeit. Supersoldaten und Grundlagenforschung? Ich brauch nur das öffentliche Holonet zu durchsuchen und finde schon alles notwendige um mir selber einen zu erschaffen. Also, ist es so? Sind sie so ignorant und den Forschungen gleichgültig gegenüber eingestellt, das ihnen die Wissenschaftler alles erzählen können? Ich hab sie für intelligenter gehalten.“

    Der Logistiker bewegte sich immer noch nicht und blieb auch mimisch ungerührt. Schließlich zuckte er doch noch mit den Schultern.
    „Sie haben recht. Es hat mich nicht interessiert, auch wenn ich die Behauptungen durchaus hinterfragt habe. Aber für meinen Job war es nicht von Bedeutung, was hier denn nun wirklich geschieht.“
    „Das wird sich ab sofort ändern. Ich erwarte von meinem Stellvertreter das er sich mit allem auskennt, sodass er jede potenzielle Gefahr erkennt bevor Schäden an dem Equipment entstehen. Oder würdet ihr die Sicherheit der Einrichtung und eures eigenen Lebens von den Wissenschaftlern abhängig machen wollen? Vertraut Ihr ihnen so weit?“
    „Nein“
    antwortete der Mann recht schnell, ein angedeutetes Lächeln auf den Lippen.
    „Trommelt alle Leiter der einzelnen Labore zusammen, inklusive Tool. Gibt es hier so etwas wie einen Besprechungsraum?“
    „Nein. Wir benutzen immer den Kommandoraum oben, falls wir uns denn mal in der Gruppe absprechen. Was so gut wie nie geschieht.“
    „Dann holt sie hier her, es wird eh nicht lange dauern.“

    Und damit drehte sich Hybris um, wobei er seinen Schülern mit einer Geste befahl sich zu ihm zu gesellen. Als sie links und rechts neben ihm standen und das Gespräch somit mehr oder weniger zwischen ihnen blieb und keine ungewollten Zuhörer lauschen konnten, erlaubte sich Hybris jeweils einen bohrenden Blick für jeden Schüler. Enttäuschend, gelinde ausgedrückt.
    „Das Problem mit dem Machtsinn und den Erkennen von Unwahrheiten ist, das ihr nur Lügen erkennen könnt, aber keine falschen Informationen, an die der Sprecher glaubt. Also benutzt verdammt noch mal euer Gehirn. Auch wenn ihr keine Wissenschaftler seid, solltet ihr eigentlich irgendwann mal irgendwas in dieser Richtung gehört oder gelesen haben. So unwissend kann man doch gar nicht sein.“
    Hybris hatte beide Schüler gleichermaßen angeschaut, nun ruhte sein Blick auf Saphenus.

    „In der untersten Ebene sind die Gefangenen inhaftiert. Schnappe dir diesen lethargischen Stellvertreter und hole mir alle Inhaftierten hoch, in diesem Raum hier. Lass sie am Eingang stehen, weit genug von der Ausrüstung entfernt. Sollte dieser Geeh nicht reagieren, treib ihn mit allen Mitteln an. So lange er noch gehen und reden kann, soll es mir egal sein. Keiner der Gefangenen darf verletzt werden, die Apparaturen auf ihrem Rücken bleiben dran. Geh.“
    Der Zabrak hatte sich kaum abgewandt, da sah Hybris Ares an.
    „Sobald das Gespräch mit den Abteilungsleitern beendet ist, begibst du dich in Begleitung der drei Leiter nochmals in alle drei kleineren Labore und exekutierst alle Probanden, die für andere Forschungen nicht mehr zu gebrauchen sind. Die haben hier sicherlich irgendwo einen Tank oder ähnliches, wo sie den Bioabfall sammeln und weiter verarbeiten. Lass sie dort zusammen mit den eh schon toten Abfall hinbringen. Bring den brauchbaren Rest, falls es ihn überhaupt gibt, zum Eingang dieses Labores.“
    Der menschliche Apprentice nickte, woraufhin beide Sith dorthin sahen, wo Anaster grade mit ein paar Wissenschaftlern kam. Mehr als vier, wie Hybris sofort bemerkte. Gab es etwa noch mehr Labore?
    „Mylord, Dr.-“
    „Namen interessieren mich nicht Anaster. Wie viele Labore gibt es eigentlich?“
    „Nur die 4, aber ich habe die Stellvertreter gleich mitgebracht … falls … das notwendig sein sollte.“
    „Haben Sie ihnen schon irgendwas erzählt?“
    „Nein, das wollte ich Ihnen überlassen.“

    Die insgesamt acht Wissenschaftler waren alle gleich gekleidet und selbst von der Statur her ähnelten sie sich stark. Sich ganz auf ihre Forschung konzentrierend, hatten sie wohl nicht allzu viel gegessen und bis auf die eine Frau ganz rechts, hatte auch keiner von ihnen die dritte Ebene von Innen gesehen, totenblass wie sie waren. Sie waren alle Menschen, alt genug um sichtbare Falten zu besitzen und weder gar keine oder eben graue bis weiße Haare. Ohne ein Gramm Fett und Muskeln, blass und mit ernster verschlossener Mine, sahen sie nicht wirklich aus wie ein Trupp gemeingefährlicher Irrer und Massenmörder. Zumindest so lange nicht, bis man in ihre Augen sah. In ihnen spiegelte sich so viel mehr wider, das sie zu betrachten ausreichte. Meist kalt und leblos, sahen sie in Hybris nichts das sie noch schocken konnte. Ob sie wohl auch noch so schauen würden, wenn er ihr Leben beendete?
    Lediglich die gebräunte Frau ganz rechts vom Sith Executor hatte nicht kalte, sondern lebhafte grüne Augen. Ein Schatten lag um ihre schmalen, aber gut zum restlichen Gesicht passenden Lippen, weshalb sie so aussah, als würde sie diese ganze Sache nicht so ganz ernst nehmen.

    Außerdem würde es mich nicht wundern wenn sie mit Anaster verwandt wäre.

    „Ich will von den Leitern wissen an was sie forschen und das kurz und knapp. Und sollte ich die Worte Grundlagenforschung und Supersoldat hören, wird dessen Stellvertreter auf Grund eines plötzlichen Todesfalles befördert.“
    Als Tool einen halben Schritt vortrat und grade den Mund öffnete, schloss ihn Hybris mit der Macht.
    „IHRE Forschung kenne ich schon.“
    Seelenruhig erzählten die drei Abteilungsleiter von ihren Forschungen, wobei tatsächlich keiner die beiden verbotenen Themen auch nur anschnitt. Anaster, der sich im Blickfeld von Hybris befand und ebenfalls unter Beobachtung stand, zeigte währenddessen keinerlei Reaktion. Was eigentlich angebracht wäre, haarsträubend wie die Forschungen waren.
    In einen der Labore wurde doch tatsächlich an einer Fusion geforscht. Und zwar in dem Sinne, das zwei noch lebende Individuen sich miteinander verbanden, ihre körperlichen und geistigen Attribute kombinierten und somit ein neues Wesen erschaffen wurde, das den beiden einzelnen Komponenten bei weitem überlegen war. Natürlich nur theoretisch. Hybris würden diesen Schwachsinn einstampfen lassen. Die nächste Forschungsgruppe versuchte die gestaltenwandlerischen Fähigkeiten der Clawditen auf andere Spezies zu übertragen, war damit aber auch nicht sonderlich erfolgreich. Nicht erfolgreich, doch gänzlich aufgeben wollte Hybris diese Forschung auch nicht. Bevor er sich nicht damit auseinander gesetzt hatte und dementsprechend wusste, wie wahrscheinlich es war so etwas tatsächlich hinzubekommen, würde er diese Abteilung erst einmal auf Eis legen. Aber immerhin würden die daran arbeitenden Forscher vorerst weiter leben dürfen.
    Die dritte Gruppe versuchte die Attribute der Anzati auch auf andere Spezies zu übertragen, doch waren sie damit ebenfalls nicht allzu weit gekommen. Was auch daran liegen dürfte, das ihr einziger Anzati inzwischen nicht mehr viel hergab. Es bedurfte Nachschub, doch Hybris selber würde diese Forschung zu wenig bringen, weshalb er sie nicht einfach nur auf Eis legte, sondern viel mehr in Karbonit einfror und in eine sehr dunkle Ecke in einem sehr tiefen Keller ablegte. Alles in Allem würden die vier Labore in den nächsten Tagen von allen bisherigen Experimenten befreit und für neue vorbereitet werden. Das Hybris noch gar keine neuen hatte, war nicht weiter schlimm. Für ihn wichtig war nur, das die Ressourcenverschwendung gestoppt worden war.


    „Lord Ares wird sich um die Räumung der drei kleinere Labore kümmern. Ich erwarte die volle Unterstützung der jeweiligen Abteilungen. Mir sind ausschließlich kooperierende Wissenschaftler von Nutzen. Solltet Ihr und eure Untergebenen aber aus irgendwelchen sentimentalen Gründen an euren bisherigen Forschungen festhalten wollen, wendete euch an Ares. Er wird euch eure Bedenken mit Sicherheit nur allzu gerne heraus brennen.“
    Noch ein letzter Blick zu seinem Schüler, woraufhin dieser nickte und alle bis auf Anaster, Tool und dessen schweigsamen Stellvertreter verschwanden.
    „Dann lassen sie mal hören Tool. Ich kann es an ihren zuckenden Augen erkennen, sie haben etwas zu sagen. Immer raus damit.“

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E2 - Hauptlabor - Hybris, Chefwissenschaftler Tool, dessen noch namenloser Stellvertreter und Anaster (NPCs) und ein paar Wissenschaftler im Hintergrund (NPCs)]
     
  14. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Eines der Labore] - Saphenus, Ares, Anaster (NPC), Dr. Tenaris (NPC), weitere NPCs

    Saphenus warf noch einen Blick zurück zu der Forscherin, die sich mit hochrotem Kopf ihren Hals rieb. Dann schüttelte er den seinen und folgte Ares und Anaster aus dem Labor heraus. Dieses mal genoss er das Kribbeln auf seiner Haut als sie durch den blauen Schleier traten. Sie befanden sich nun wieder in dem Raum mit dem Aufzug und geduldig warteten sie darauf, dass ihr Meister wieder zu ihnen kam. Saphenus verschwendete keinen Gedanken mehr an das Labor hinter ihnen. Die Wissenschaftler hatten versagt und wahrscheinlich ihr Leben verwirkt. Es stand Saphenus nicht zu sie selber zu töten und das wollte er auch nicht. Hybris würde eine Entscheidung treffen und das war’s. Er musste der Gruppe von Toten, die ihn bereits jetzt verfolgte nicht noch mehr Nachschub liefern. Diese noch kleine Gruppe konnte sonst schnell zu einer Armee anwachsen, einer Armee, der er wahrscheinlich nicht gewachsen war. Unruhig trat er von einem Bein auf das andere während sie warteten. Er vermied es dabei Ares oder Anaster direkt anzusehen, in diesem Moment war er ganz mit sich alleine. Mittlerweile lag seine rechte Hand schon unbewusst auf seinem Lichtschwert, das kalte Metall fühlte sich vertraut an seiner Haut an. Er warf einen Blick auf die Waffe. Das Gold seines Rings und das fast schwarze Metall des Lichtschwerts schienen eine Symbiose einzugehen, der eigentlich blaue Ring verfärbte sich dunkel und war kaum mehr von dem Lichtschwert zu unterscheiden. Natürlich konnte das nicht wahr sein, er war in Wirklichkeit immer noch blau. Diamanten veränderten ihre Farbe nicht, dachte Saphenus. Doch für ihn wirkte es nicht mehr wie ein blau. Er interessierte sich noch gut daran wie der Edelstein blutrot gefunkelt hatte als er sich seinem Zorn hingab. Als würde er die Gefühle seines Trägers beeinflussen. Magische Ringe…so etwas gab es in diesem Universum nicht, entschied sich Saphenus und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Gegenwart. Der Lift setzte sich in Bewegung, man hörte sein Stöhnen und Ächzen als er gegen die Schwerkraft ankämpfte. Doch zunächst hielt er nicht auf ihrem Stockwerk, er setzte seinen Weg unbeirrt Richtung Oberfläche, oder eher gesagt höchste Etage fort. Dann dauerte es einige Minuten bis er sich wieder in Bewegung setzte. Dieses mal hielt er knirschend auf ihrer Ebene an und als sich die Türen öffneten trat der Albtraum zu ihnen.

    Sofort erstatteten sie ihm Bericht, erzählten ihm von der Forschung, die in den drei Laboren betrieben wurde, von den Versuchen Supersoldaten zu erschaffen. Als sich Hybris‘ Augen verengten lief Saphenus ein kalter Schauer über den Rücken und er war froh, dass sich der Unmut des Albtraums vorerst gegen Anaster richtete. Bedrohlich wurde der Mann mit der mysteriösen Aura angefunkelt, Saphenus spürte die Anspannung in der Luft. Einzig und allein die Tatsache, dass Anaster noch einem Zweck diente, rettete wohl sein Leben. Zumindest vermutete der Zabrak das. Doch Anasters Reaktion überraschte ihn. Der Mann zuckte anteilnahmslos mit den Schultern als würde ihn der Albtraum keineswegs einschüchtern. Er brachte Hybris all den nötigen Respekt entgegen, doch war der Sith-Lord auch sein Albtraum? Anscheinend nicht, oder er hatte seine Träume einfach nur zu gut im Griff. Was war sein Geheimnis, dass er seine Furcht, wenn er überhaupt welche empfand, so gut beherrschen konnte? Saphenus verfiel ins Grübeln. Seit er denken konnte beherrschte ihn die Angst. Schon als Kind wollte er es immer allen recht machen und konnte den Gedanken nicht ertragen, dass ihn jemand nicht leiden konnte. Paradoxerweise erwartete ihn dann genau dieses Schicksal. Stets hat er versucht seine Worte mit Bedacht zu wählen um bloß niemandem eine Angriffsfläche zu bieten. Das machte ihn langweilig, uninteressant für andere. Seine Mitschüler gaben ihm das deutlich zu spüren, sie interessierten sich nicht für ihn. Aus ihrer Gleichgültigkeit erwuchs bei Saphenus Unzufriedenheit und Ärger, das wiederum führte zu Wut bei seinen Mitschüler. In diesem Teufelskreis war er gefangen gewesen bis er schließlich seinen Abschluss erreichte. Die Arbeit in der Bibliothek verschaffte ihm dann einen trügerischen Frieden, der ihm im Glauben ließ keine Angst mehr haben zu müssen. Immerhin war sein Lebensunterhalt gesichert, er konnte so etwas wie Spaß haben und musste sich keine großen Sorgen machen. Er erkannte wie sehr sich alles änderte als dann Je’ana in sein Leben trat…Angst, war er deshalb nicht zu den Sith gekommen, um seine Angst zu bekämpfen? Er schüttelte innerlich den Kopf. Nein, der eigentliche Grund war doch um sich vor den Jedi zu verstecken. Die Jedi mussten ihn wegen des Mordes an seiner Frau suchen, es konnte gar nicht anders sein! Oder war es doch die Angst? Er war verwirrt. Plötzlich konnte er nicht sicher sagen was ihn zu den Sith getrieben hat. War es die Angst? Oder doch das Verlangen nach Macht? Nein, das Verlangen nach Macht wäre zu einfach, zu banal. Und Angst nicht? Was geht nur in mir vor, dachte er. Warum bin ich so durcheinander? Seitdem das Monster nicht mehr greifbar war, seitdem Saphenus nicht mehr spüren konnte wo es sich genau aufhielt, fürchtete er seinen Einfluss noch mehr. Manipulierte es seine Gedanken, hat es diesen subtileren Weg gewählt um ihn zu beherrschen? Er würgte nun schon unschuldige Frauen, er fügte ihnen Schmerzen zu und aus welchem Grund? Er war wütend gewesen…und sie war nicht unschuldig, sie quälte selber….war er böse, schoss ihm durch den Kopf.

    Saphenus sah die Geste seines Meisters und gesellte sich zusammen mit Ares an dessen Seite. Anaster entfernte sich und das Gespräch fand nur zwischen den dreien statt. Nun ruhte der enttäuschende Blick des Albtraums auf seinen beiden Schülern und der eisig kalte Schauer war wieder da. Saphenus konnte nicht sagen wie brüchig die Sicherheit war in der sie sich befanden. Hybris wollte sie ausbilden, er konnte es sich nicht leisten seine Ressourcen zu verschwenden indem er seine beiden Schüler tötete, doch bis zu welcher Grenze ging das, wie sehr mussten sie versagen um schließlich die Grenze zu überschreiten, die zu ihrem Ableben führen würde. Saphenus senkte seinen Blick und starrte auf seine Füße. Er wollte nicht die gelben Reptilienaugen sehen. Als unwissend bezeichnete er sie und schmerzhaft wurde Saphenus bewusst, dass er es war. In der Gegenwart von Je’ana und ihren Freundinnen hat er sich immer so überlegen gefühlt, als würde er alles wissen was es so zu wissen gäbe. Er konnte in allen wichtigen Bereichen argumentieren und nun…war davon nicht mehr viel übrig geblieben. Die Macht eröffnete ihm ungeahnte Möglichkeiten, gleichzeitig bot sich ein Wissensgebiet dar, über das er einfach nichts wusste! Bis auf den kurzen Text Darth Siks, den er in der Bibliothek in die Finger bekommen hatte, musste er sich auf das verlassen, was Hybris ihm bereits beigebracht hatte. Saphenus musste das ändern sobald er das nächste mal im Tempel war, das nahm er sich vor! Dann erhielt Saphenus seinen Auftrag und war damit entlassen. Seine Aufgabe bestand darin lediglich die Versuchspersonen nach oben zu holen, samt der Apparate, die sie auf dem Rücken trugen. Traute ihm der Albtraum nun nicht mehr zu? Saphenus nahm es hin.

    Hybris hat nicht übertrieben als er den Stellvertreter Anasters, Geeh, als lethargisch beschrieb. Als würde er die Welt um sich herum nicht wahrnehmen brauchte der Zabrak mehrere Anläufe um den Menschen dazu zu bewegen in den Lift zu steigen. Mit quälend langsamen Schritten bewegte er sich vorwärts und Saphenus spürte schon wieder den Ärger in sich aufsteigen. Geduld war noch nie seine Stärke gewesen. Was ihn beruhigte war, dass er Geeh im Notfall auch motivieren konnte schneller zu machen, die Vorgaben des Albtraums waren eindeutig: Geeh musste laufen und sprechen können, mehr nicht. Schließlich setzte sich der Lift mit dem gleichen Stöhnen wie eben in Bewegung beförderte seine beiden Insassen nach unten. Saphenus selbst gewöhnte sich mittlerweile an die Schwerkraft auch wenn er merkte wie seine Kräfte nachließen. Jeder einzelne Schritt war anstrengend. Er war froh, dass es im Hangar nicht zu einem Kampf gegen die Soldaten gekommen war. In diesem Augenblick war er das Kämpfen so verdammt leid…

    Als sie der Lift nach draußen entließ kam ihnen eine warme, süße Luft entgegen. Sie fühlte sich merkwürdig an und so anders als alles, was er jemals auf Taris erlebt hat. Vermutlich lag das an den Pflanzen, die meterhoch wuchsen und dem Raum einen fast paradiesischen Touch gaben. Wäre da natürlich nicht die Tatsache gewesen, dass hier Versuchspersonen eingesperrt waren. Die rauen und kaum begradigten Wände wirkten erfrischend im Gegensatz zu den sterilen Laboren, die nur Wert auf Effizienz legten und sonst nichts. Saphenus wurde das Gefühl nicht los, dass es sich hier um den schönsten Raum der ganzen Station handelte. Die UV-Lampen brannten grell von der Decke und seine Augen brauchten einen Moment um sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Geeh stand neben dem Zabrak und schien immer noch in seiner Welt versunken zu sein. War der Mann vielleicht auf Droge? Saphenus wurde diesen Eindruck nicht mehr los.
    Die Versuchspersonen beäugten sie, offensichtlich waren sie so viele Besucher nicht gewöhnt. Hybris musste mit seiner Erscheinung Eindruck hinterlassen haben, denn die Probanden wichen Saphenus aus als er sich in dem Raum umsah. Nur die Kinder hätten ihn am liebsten näher in Augenschein genommen was die Erwachsenen natürlich verhinderten. Saphenus legte seine Hand auf eine der Pflanzen. Er war nie ein Naturzabrak gewesen und vermutlich würde es ihn nach nicht allzu langer Zeit nerven würde er auf einem der berühmt-berüchtigten Dschungelmonde leben. Oder gar auf Dathomir, seinem Geburtsplaneten. Doch dieser Gedanke brachte ihn nicht weiter. Saphenus‘ Blick fiel auf eine Wand, die kunstvoll bearbeitet worden war. Sie zeigte einen Krieger, der ein mächtiges Schwert in der Hand hielt. Der Zabrak trat näher zu ihr und fragte sich ob das vielleicht ein erster Machtnutzer war, lange bevor es Lichtschwerter gegeben hatte? Plötzlich wurde er das Gefühl nicht los, dass sich Hybris auch für dieses Gemälde interessiert hatte, auch wenn er nicht wusste wieso. Er konnte sich den Albtraum nicht als Liebhaber von Versuchspersonenkunst vorstellen…

    Schließlich seufzte er und bedeutete dem Stellvertreter zu ihm zu kommen. Als sich dieser wieder quälend langsam in Bewegung setzte ging Saphenus stattdessen zu ihm und packte ihn an der Schulter.


    „Ich will das hier nur einmal sagen also hör mir zu. Die Versuchspersonen kommen nach oben, die Geräte auf ihren Rücken bleiben dran. Und das so schnell wie du kannst. Du musst sprechen und laufen können, also brauchst du deine Arme nicht mehr. Ich hoffe mehr Motivation brauchst du nicht!“

    Der Zabrak hoffte, dass diese Worte ausreichten. Auch wenn er die Wut in sich spürte, sie war klein und im Moment behielt seine friedliche Seite die Überhand. Es nutze ihm nicht nun wieder die Kontrolle zu verlieren. Immer noch langsam aber deutlich schneller als zuvor trieb der Stellvertreter die Meute zusammen. Keiner kam auf die Idee Widerstand zu leisten. Die Kinder hielten sich nahe bei ihren Müttern und nach einiger Zeit bildeten die Probanden tatsächlich eine mehr oder weniger geordnete Reihe. Man sah ihnen an, dass sie Angst hatten, die Ungewissheit spiegelte sich deutlich auf ihren Gesichtern. Ebenfalls musste ihnen klar sein, dass es für sie keine Chance gab zu entkommen. Nicht die geringste. In aller letzter Konsequenz gab es immer noch die Apparate auf ihren Rücken unter deren Kontrolle sie standen.

    „Mein Meister beendet dieses Experiment.“, sagte Saphenus laut und deutlich. Er überspielte seine eigene Nervosität so gut es ging, er hasste es vor anderen zu sprechen und deren Blicke auf sich zu spüren. Viel lieber hielt er sich im Hintergrund.

    „Wirst du uns auch mitnehmen, gehen wir auch hier fort?“, fragte eine der Versuchspersonen sichtlich schüchtern und wurde sogleich von den anderen voller Unglauben angestarrt.

    „Was meinst du damit?“, fragte Saphenus, etwas verwirrt.

    „Jemand war eben hier und hat einen von uns mitgenommen. Den, der das Bild in die Wand gehauen hat. Nimmst du uns auch mit?“, wiederholte der Proband seine Frage.

    Der Albtraum hatte also eine der Versuchspersonen mitgenommen. Saphenus war unschlüssig, er konnte sich darauf keinen Reim machen. Was interessierte Hybris an ihm? Er beschloss, dass er es wenn überhaupt noch früh genug erfahren würde und ignorierte die Frage des Probanden schlichtweg.

    „Wir bringen euch nun nach oben. Geeh, du gehst voraus und hältst sie oben zusammen, ich verfrachte sie in den Lift. Ich erwarte, dass ihr Folge leistet, dann passiert euch nichts.“ Zumindest erstmal, fügte er in Gedanken zu, hatte er doch keine Ahnung welche Pläne Hybris nun verfolgte.
    Die erste Gruppe von Gefangenen betrat den Fahrstuhl und fuhr mit ihm nach oben. Dann betrat Saphenus ihn selbst mit der zweiten Gruppe. Noch einmal sog er den süßlichen Geruch der Pflanzen ein, dann schlossen sich die Türen des Lifts und beförderten ihn nach oben. Er sah die Probanden nicht an, stattdessen starrte er an die Wand. Er wollte nicht in ihre Gesichter sehen, diese Ungewissheit, die sie ausstrahlten nervte ihn. Sie erinnerten ihn zu sehr an sich selbst. Dann spürte er etwas an seiner Hand. Ein kleines Kind drückte ihm mit einem Lächeln eine kleine Blume in die Hand, dann schob sich seine Mutter zwischen die beiden, offenbar um ihn zu beschützen. Saphenus starrte die Blume an. Sie war nicht besonders schön, ein paar Blätter fehlten ihr und dennoch…was bedeutete diese Geste, was wollte das Kind damit ausdrücken? War es ein Geschenk um ihn milde zu stimmen, wieso tat es sowas? Gerade entschloss er sich die Mutter beiseite zu schieben und das Kind danach zu fragen als der Lift stehen blieb und die Versuchspersonen ausstiegen. Saphenus blieb verdutzt in dem Lift zurück und beobachtete wie Geeh versuchte sie so schwerfällig wie er war zu ordnen, man sah ihm an wie anstrengend das für ihn war. Saphenus schloss die Hand um die Blume und ließ sie in seine Tasche gleiten, dann verließ er den Lift.


    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Am Lift] - Saphenus, Geeh (NPC), Versuchspersonen
     
  15. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E2 - Hauptlabor - Hybris, Chefwissenschaftler Tool, dessen noch namenloser Stellvertreter und Anaster (NPCs) und ein paar Wissenschaftler im Hintergrund (NPCs)]


    Man möchte meinen selbst ein Doktor Tool würde irgendwann einmal einen Punkt erreichen, an dem sein Selbsterhaltungstrieb stärker sein würde als seine Arroganz. Doch Hybris, der davon ausgegangen war, wurde eines besseren belehrt. Nachdem er dem Chefwissenschaftler sarkastisch erlaubt hatte doch seinen Unmut kund zu tun, hörte der gar nicht mehr auf und wurde schließlich von Anaster gestoppt. Interessanterweise nur wenige Augenblicke bevor der Sith das selber tun wollte. Dann aber natürlich weit weniger nachsichtig. Immer noch vor sich hin fluchend dampfte der hagere Mann ab und versuchte von seiner Forschung zu retten was noch zu retten war. Bei Ares Eifer war mit nicht allzu viel zu rechnen.
    Jetzt da die beiden Machtnutzer nur noch sich selber hatten – Tools Stellvertreter war seinem Chef totenblass gefolgt -, sahen sie sich an und studierten einander für ein oder zwei Minuten. Dann zuckte plötzlich etwas in der Machtwahrnehmung von Hybris auf und er blinzelte kurz, sah nach rechts und erblickte die erste Gruppe Gefangene. Jetzt da sie alle in dem Hauptlabor waren, steigerte sich ihre Furcht ins unermessliche. Frauen wurden schützend an ihre Männer gedrückt, Kinder wiederum zwischen ihre Eltern oder jene die sich ihrer angenommen hatten. Obwohl sie genug Platz zum Stehen hatten, drängte sich die Gruppe wie eine Herde Pflanzenfresser zusammen. Vor ihnen, fünfzig Meter entfernt, sahen sie vielleicht Verwandte, Freunde, Eltern und Kinder, eingesperrt in den Tanks, verunstaltet und nicht selten dem Tode näher als dem Leben. Und dazwischen eine schwarze gerüstete Gestalt mit den Augen eines Dämonen aus den corellianischen Höllen. Doch kein Feuer, sondern Haut verbrennende Kälte war Hybris Markenzeichen. Keiner von den unglücklichen Menschen und Nicht-Menschen war in der Lage mit egal welcher noch so herzzerreißenden Geste oder Mimik sein Herz zu erweichen, ja, überhaupt zu erreichen. Mitleid war ein Konstrukt von zivilisierteren Völkern, war eine anerzogene und im Laufe von Hunderttausende von Jahren angeboren worden. Je weiter entwickelt und je sozialer ein Geschöpf war, desto wahrscheinlicher war es das es auch zu Mitleid fähig war. Doch für Hybris war dies keine angeborene Schwäche mehr. Es war dank seiner umfassenden Eingriffe in sein Gehirn nicht länger ein aufgezwungene Denkweise, sondern eine Entscheidung. Er konnte es sein, fühlte sich aber in keinster Weise dazu genötigt. Er empfand keinen Stich, kein flaues Gefühl oder geriet ins Grübeln. Sie alle zu töten würde ihn genau so beeinflussen wie das Atmen. Aber natürlich machte es sich der Executor auch leicht. Notwendigkeit. Über Notwendigkeiten beklagte man sich nicht. Er musste atmen, essen und trinken und auch hin und wieder schlafen. Er zögerte es hinaus und versuchte all das durch Unsterblichkeit zu umgehen, aber sich darüber beklagen? Nur weil man etwas ändern wollte, musste man sich doch nicht über den aktuellen Status aufregen. Es gab nun mal Naturgesetze an denen selbst ein Darth Hybris nicht rütteln konnte. Ja, es war einfach so zu denken. Weniger leicht war es auch so zu leben. Aber auch da hatte er nachgeholfen. Denn wenn man behauptete, das es nur eine Entscheidung war ob er Mitleid empfand oder nicht, dann war das keinesfalls nur so dahin gesagt. Indem er sein Gehirn ganz nach Belieben manipulieren konnte, hatte er sich tatsächlich über angeborene Denkmuster hinweggesetzt. Freude, Trauer, Mitleid, Hass und Lethargie. Er konnte, musste aber nicht.
    Hybris sah die Gefangenen an und sah in ihnen ihre Leben, ihre Geschichte und nun nicht mehr stattfindende Zukunft. Es war ja nicht so das er sie nicht als das ansah was sie waren. Es berührte ihn einfach nur nicht.


    Während Hybris nochmals seine eigene Entscheidung bekräftigt hatte, das Mitleid nichts für einen angehenden Gott war, war
    Saphenus aufgetaucht. Die Gefühle die in dem Zabrak wie in einem sturmgeplagten Meer chaotisch hin und her waberten, bekräftigten Hybris in einer Entscheidung die er schon zuvor getroffen hatte. Doch bevor er dieses Labor gefunden und es als Machtbasis ernannt hatte, hatte er nicht gewusst wie er es anstellen sollte. Doch nun wusste er es. Leider hatte er nicht viel Zeit um seinen Plan im Vorfeld ausführlich auszuarbeiten und so viele Faktoren wie möglich in Betracht zu ziehen, doch er wollte nicht länger warten. Saphenus würde viel zu tun haben und das würde lange genug dauern, dass Hybris auch im Nachhinein noch genug darüber nachdenken und - falls notwendig - Änderungen vornehmen konnte.
    Noch bevor alle Gefangenen – insgesamt 89 ohne den in der Fury und die in den Tanks, womit es dann 115 wären – im Hauptlabor angekommen waren, hatte der Executor bereits ein Padd in der Hand und schrieb schnell einen Text darauf. Dank der Macht konnte er dies so schnell tun wie seine Gedanken rasten und weil die Rechtschreibhilfe auch richtig funktionierte, würde der Apprentice auch nicht mitbekommen das Hybris nie eine Schule besucht hatte und daher vieles falsch schrieb. Aber was interessierte einen Gott auch Rechtschreibung...

    Ich muss einfach davon ausgehen das alles so passieren wird wie ich es mir vorstelle. Wenn ich zu zögerlich an die Sache heran gehe, wird mir alles aus den Fingern gleiten. Auch wenn das bedeutet Saphenus einen astronomischen Vertrauensvorschuss zu gewähren.
    Das entsprach natürlich nicht der Wahrheit. Hybris vertraute nicht, er machte andere abhängig. Vertrauen war etwas das man sich verdienen musste und das nicht selten über Jahre hinweg. Und da er mit dem Abschaum – inklusive der Sith - der Galaxie zusammen arbeitet, musste man diese Zeit eigentlich noch mal verdreifachen. Das dauerte zu lange und Verrat lauerte an jeder Ecke. Selbst an denen die gar nicht wie welche aussehen. Was also machte ein Sith stattdessen? Er sorgte dafür das man von ihm abhängig wurde, sorgte für Verhältnisse in denen seine Diener ihm nur folgen konnte. Paradoxerweise waren es dann grade die eigentlich intelligenten Anhänger die er mit dieser Masche an sich band. Der Zabrak war so einer. Noch unerfahren und zu lange ein Gast in der zivilisierten Welt gewesen, doch mehr als in der Lage sich aus gewissen Situationen zu befreien. Wie also sollte Hybris ihn dazu bringen ihm zu dienen, ganz so als wäre er loyal? Da es unter den wahren Sith – und so einer war Hybris, und solche wollte er auch als Diener - keine echte Loyalität geben konnte, musste er ihnen weder etwas bieten das sie brauchten oder sie passiv erpressen. Saphenus würde durch die von Hybris in Auftrag gegebenen, aber von ihm selber ausgeführten Gräueltaten an ihn gebunden. Er würde den rothäutigen Mann derart stark mit seinen eigenen Machenschaften vernetzen, das dieser gar nicht anders konnte als bei ihm zu bleiben und später zumindest teilweise seinen Zielen treu zu bleiben. Entfremdung war das Zauberwort. Hybris würde nicht nur dafür sorgen das der Rest der Galaxie seinen Schüler lieber tot sehen wollen, sondern auch anders herum er die anderen als minderwertig ansehen würde. Ihm das Gefühl gebend Hybris und seinen Plänen ganz nah zu sein, sodass er glaubte ein Eingeweihter und Günstling des Executors zu sein würde den Rest erledigen. Diese Herangehensweise war nichts neues, nichts evolutionäres das man nicht durchschauen konnte. Manchmal half es einfach eine Situation zu schaffen in der das Opfer keine Wahl mehr hatte. Saphenus, Sith Apprentice und Schüler des Darth Hybris, hatte keine Wahl mehr. Hatte sie schon seit dem Zeitpunkt nicht mehr gehabt als er auf Bastion zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war. Ob dies wohl ein geeigneter Zeitpunkt für Mitleid war?

    In den wenigen Minuten bevor Saphenus zu seinem Meister treten würde, rief dieser per Com seine beiden Droiden. Und obwohl er unbedingt wissen wollte was Yelm herausgefunden hatte, fragte er vorerst nicht danach. Stattdessen instruierte er die beiden nochmals. Stellte nochmals klar das sie auch den Befehlen seiner Schüler folge zu leisten hatten, aber auch die Befugnis hatten diese mit Hilfe von Betäubungsmitteln außer Gefecht zu setzen, sollte sie irgendetwas tun dass das Schiff, die Droiden oder die Mission gefährdeten. Rope sollte sich außerdem so oft es eben ging in der Nähe des Apprentice aufhalten, der grade das Schiff kommandierte und diesem augenscheinlich dienen, aber stets bereit sein den Apprentice ohne Vorwarnung außer Gefecht zu setzen. Insofern war es natürlich von Vorteil das man Droiden nicht durchschauen, ihnen aber verborgene komplexe Befehle geben konnte.
    Kurz bevor Saphenus ihn erreichte und Rope anfangen konnte Hybris nochmals davon überzeugen zu können wie nützlich und loyal er doch war, unterbrach der Executor die Verbindung. Er steckte den Com weg, zog das Padd heraus und reichte es dem Zabrak wortlos. Die darauf gespeicherten Anweisungen waren kurz und knapp, ließen aber genug Spielraum um den effizientesten Weg wählen zu können, selbst dann wenn Hybris ihn bisher nicht erkannt hatte.
    Die Reaktion des Zabraks darauf waren wenig überraschend. So lange kannten sich die beiden noch nicht, doch als sich die Augen weiteten und auch sonst so ziemlich alle Anzeichen von Unglauben sich in seiner Gestik und Mimik manifestierten, war Hybris darauf vorbereitet. Und unterdrückte damit den Zorn auf seinen Apprentice. Ares hatte keine Probleme damit unmoralische und grausame Dinge zu tun. Er war simpler gestrickt, wenn auch weniger leicht anzuketten. Ihn musste Hybris mit Macht und anderen verheißungsvollen Dingen an sich binden, da er vermutlich zu keinem loyalen Gedanken fähig war. Saphenus war anders. Ihn kümmerten seine Taten. Sie belasteten ihn so offensichtlich, das der Executor ihn am liebsten etwas angetan hätte.

    Aber genau deshalb wirst du diese Aufgabe übernehmen, genau wegen dieser Schwäche. Ich werde sie in Ketten verwandeln und dich an mich binden. Während ich meine eigenen zerbreche und abstreife, werde ich dich gewichtslos hinter mir her ziehen. Werde mich von dir voran schieben lassen. Und wenn du wie auch Ares keine Kraft mehr hast, deine Schuldigkeit getan hast, wirst du sterben dürfen.
    Von seinen Gedanken unbeeinflusst starrte Hybris Saphenus an, der so stand das Anaster nicht lesen konnte was auf dem Padd stand. Er wartete auf eine – hoffentlich - kurze Antwort. Und dann auf Taten, die die Seele des Zabraks zerschmettern und dessen Bruchstücke an Hybris ätherischer Rüstung schweißen würden...

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E2 - Hauptlabor - Saphenus, Hybris, Anaster (NPC),ein paar Wissenschaftler im Hintergrund (NPCs) und die 89 Gefangenen (NPCs)]
     
  16. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Am Lift] - Saphenus, Geeh (NPC), Versuchspersonen

    Die Gefangenen hatten Angst, sie stanken förmlich danach. Sie sonderten sie aus jeder ihrer Poren aus und unwillkürlich überlegte Saphenus ob er auf seinen Meister den gleichen Eindruck machte. Nur zu gut erinnerte er sich an die Gefühle, die ihn im Keller des Sith-Tempels beherrscht hatten, die Angst vor Schmerz und dem drohenden Tod. Er spürte wie sein Herz zu versagen schien als er sich an der Holzbank festklammerte, die der Albtraum in die Luft gehoben hatte. Das Holz drückte in seine Hand, seine Brust schmerzte. Er war sicher gewesen dort unten zu sterben und doch war er am Leben. Nicht, weil er seine Angst zu beherrschen lernte, nein. Aus einem anderem Grund, der ihm jedoch völlig unbekannt war. Hybris musste etwas in ihm gesehen haben, dass ihm selbst verborgen war: das Potential ihm zu dienen, sich der dunklen Seite der Macht vollends hinzugeben. Doch war er dazu bereit? Als Saphenus die Gefangenen um sich herum ansah, sah er sich selber in jedem einzelnen von ihnen und hatte Mitleid. Pech hat sie hierhin geführt und in die Hände der Wissenschaftler getrieben, die jede Ethik und jede Moral vergessen hatten. Pech war es wieder, dass ausgerechnet das Schiff eines Sith-Executors von dem Traktorstrahl erfasst und zur Station gezogen worden war. Dieser Sith hatte nun das Kommando übernommen, mit zwei Schülern an seiner Seite. Die nur seine Aufträge ausführten. Befreite sie das von Schuld? Saphenus musste zugeben, Befehle erteilen zu können war…verführerisch. Noch dazu die Tatsache, dass seinen Befehlen sogar Folge geleistet wurde. Die Gefangenen hatten auf ihn gehört und sich aus ihrer mittlerweile gewohnten Umgebung zurück in das Hauptlabor begeben wo nun der reinste Horror auf sie wartete. Saphenus wusste nicht ob ihre Freunde oder Verwandten in den Tanks an der Wand gefangen waren, doch das spielte auch keine Rolle. Die mit Kristallen übersäten und entstellten Probanden zu sehen und zu fürchten, dass das gleiche Schicksal auf sie wartete, das musste grausamer sein als ein schneller Tod. Doch andererseits, wer wusste schon was der Albtraum mit den Gefangenen nun vorhatte und ob es den Probanden in den Tanks dann nicht sogar besser ging?

    So ruhig wie möglich schob sich Saphenus an den Gefangenen vorbei und hielt währenddessen extra viel Abstand zu den Apparaturen auf deren Rücken. Wozu sie wohl gut waren? Er erkannte denjenigen wieder, der so mutig gewesen war ihm Fragen zu stellen, was wohl als nächstes mit ihnen passieren würde, wohin sie den anderen Gefangenen gebracht hatten. Doch nun war er verstummt und sah den Zabrak lediglich mit ernster Miene an. Saphenus‘ Hand wanderte ihn seine Tasche und umfasst die Blume. Das Gesicht des Kindes war schon aus seinem Gedächtnis verschwunden, er konnte nicht sagen von wem er die Pflanze bekommen hat. Nun drängten sich die Kinder sowieso an die Seiten ihrer Mütter oder Väter und vergruben ihre Gesichter in deren Kleidung. Es spielte auch keine Rolle mehr. Saphenus befreite sich von den Gedanken, er versuchte sie so tief in sein Unterbewusstsein wie nur möglich zu verbannen. Vielleicht würden sie seinem Monster als Futter dienen, zumindest hoffte er das. Die Gefangenen ignorierend ging er geradewegs auf den Albtraum zu. In seiner Nähe stand Anaster, in einiger Entfernung die Wissenschaftler. Der Chef der Weißkittel schien nicht gerade glücklich zu sein, er hatte den gleichen hochroten Kopf wie am Anfang als sie den Hangar betraten. Hybris selbst hielt ein Pad in der Hand. Als Saphenus nun neben seinem Meister stand reichte dieser im Wortlos das Pad. Verwundert sah der Zabrak darauf, dann stockte ihm der Atem. Seine Augen weiteten sich. Ungläubig musste er die Zeilen, die dort zu lesen waren, immer und immer wieder lesen bis sich ihr Sinn voll und ganz erschloss. Und er sich sicher war, dass er nicht träumte. Bedeutete das, ein Sith zu sein oder bedeutete das, einem Meister zu dienen, der keine Hindernisse auf dem Weg zu seinem Ziel duldete? Wieder fing seine Hand an zu zittern und schnell ließ er sie sinken. Mit gebeugtem Rücken aufgrund der hohen Gravitation musste er wirken als wäre er in sich zusammengesackt, kraftlos und überfordert. Er drehte das Pad von Anaster weg, auch wenn es diesen vielleicht gar nicht interessierte was dort stand. Seine Gleichgültigkeit hätte Saphenus in dem Moment gerne sein eigen genannt.


    „Glaubt Ihr wirklich, dass das eine gute Idee ist?“,

    fragte er stotternd und bemerkte gar nicht, dass er den Fehler machte die Anweisungen seines Meisters in Frage zu stellen. In diesem Moment schien von dem Kampf in seinem Inneren keine Spur mehr übrig zu sein. Das Monster war weg, er wurde allein von den Wertevorstellungen, die ihm seine Eltern immer eingetrichtert hatten, beherrscht. Und dazu gehörte absolut, dass man andere Lebewesen nicht für solche Zwecke missbrauchte. Niemals. Wodurch war das zu rechtfertigen, konnte es überhaupt gerechtfertigt werden? Diese Gefangenen mussten schon genug durchlebt haben, war es nicht an der Zeit sie einfach in die Freiheit zu entlassen? Doch dann wurde ihm bewusst, dass das keine Option sein konnte. Sie alle wussten von dieser Basis, Hybris konnte es nicht riskieren sie frei rumlaufen zu lassen. Sie mussten hierbleiben und wenn sie hierblieben...Das Monster war wieder da und hielt Saphenus in diesem Dilemma gefangen. Er hatte von dem Nektar gekostet, dem Hybris ihm angeboten hatte, unter der Bedingung, dass er den Befehlen seines Meisters Folge leisten würde. Hier würde er die Macht bekommen sich vor den Jedi zu schützen und frei zu leben. Hier würde er die Macht bekommen sich gegen Schikanen zu wehren und niemals mehr derjenige sein, der von anderen heruntergemacht wurde. Hier bekam er die Macht jemand zu sein, der wichtig war. Entweder er widersetzte sich nun und ergab sich der Zukunft, die ihm schon auf Taris durch die Hand der Jedi geblüht hätte oder er befolgte den Befehl des Albtraums. Dann würde er wahrhaftig all das über den Haufen werfen was ihm bisher als Gut und Böse eingetrichtert worden war. Zählten denn diese Werte überhaupt noch? Er hatte gemordet, nicht nur einmal. Unschuldiges Blut klebte an seinen Händen: Je’ana, ihr Liebhaber, der Jünger im Sith-Tempel, die Crew des Frachters…sie alle verloren durch ihn ihr Leben. Durfte er sich überhaupt noch auf diese Werte als die seinen berufen? Schließlich senkte er den Kopf. Wenn er es nicht tat würde mit Sicherheit Ares seinen Platz einnehmen, diese Gefangenen waren also verloren, ob er es wollte oder nicht. Vielleicht, wenn er diese Aufgabe übernahm, konnte er wenigstens dafür sorgen, dass es ihnen so gut wie möglich ging. Dann wurde ihm schließlich noch etwas anderes bewusst: selbst wenn jede Faser seines Körpers schreien würde, dass das hier Unrecht war, er würde nicht den Mut haben und sich Hybris entgegen zu setzen, er konnte sich nicht für diese Gefangenen opfern und in einem heroischen Moment sein Leben verlieren. Saphenus hat eine Chance gehabt das richtige zu tun: sich den Behörden zu stellen und die Verantwortung für den Mord an seiner Frau und ihrem Liebhaber zu übernehmen. Doch er war davongelaufen und hatte damit jedes Recht verwirkt sich selbst als Helden aufzuspielen.

    „Ist diese Station überhaupt groß genug dafür?“,

    fragte Saphenus schließlich mit zittriger Stimme während er auf seine Schuhe starrte. Die Gedanken rasten in seinem Kopf. Er war Bibliothekar und kein Manager. Er wusste nicht im Ansatz wie er das aufbauen sollte, was sein Meister da verlangte. Er schaute zurück. Immer noch stumm und verängstigt standen die Gefangenen dort. Ob sie von dem Gedanken an Flucht geplagt wurden, sich fragten ob es eine letzte Möglichkeit gab von hier zu entwischen? Nein, vermutlich hatten sie aufgegeben. Diese Station war mitten in der Gashülle eines Planeten, verflucht nochmal. Ohne ein Schiff kam man hier nicht weg und von denen gab es nicht gerade so viele wie Sand am Meer. Plötzlich musste der Zabrak an seine eigene Flucht denken. Im Nachhinein erschien es ihm als unmöglich, dass er von Taris fliehen konnte ohne von der Polizei oder den Jedi geschnappt zu werden. Die grauen Gassen des zwielichtigen Raumhafens waren ihm nur allzu bewusst in Erinnerung, sie waren in Ebenen gelegen, die tiefer lagen als ihm lieb war. Er hatte von den Rakghoul gehört, entstellten Monstern, die dort ihr Unwesen trieben wo die Sonne nie hin schien. Er war niemand, der regelmäßige Kontakte zur Unterwelt gepflegt hatte, woher wusste er damals nur wohin er musste, was sein Ziel war? Bisher hatte er nicht die Zeit gehabt darüber nachzudenken, doch es wurde ihm immer plausibler, dass in die Macht geführt und sein Schicksal bestimmt hatte. Offensichtlich wollte sie, dass er letztendlich bei den Sith landete, aus welchem Grund auch immer. Wollte sie dann das, was er nun im Begriff war zu tun, nun ebenfalls?

    „Die unterste Etage wird kaum reichen, wir werden die Labore zweckentfremden müssen. Es muss das nötige medizinische Gerät geben, wir können nicht einfach auf unser Glück hoffen. Werden die Forschungen hier fortgeführt werden? Ist es den Aufwand überhaupt wert, es muss doch einen...effizienteren Weg geben!“

    Der Auftrag des Albtraums schien augenscheinlich so klar zu sein, dennoch drehten sich Saphenus‘ Gedanken darum wie er das nur auf die Beine stellen sollte. Die einzige organisatorische Erfahrung, die er hatte war wie man am besten Bücher, Holologs und –videos katalogisierte und ordnete. Das hier war damit nicht im Mindesten vergleichbar. Die Zeit musste die Details klären, im Moment war er ratlos. Inständig hoffte er, dass Hybris von alldem nichts bemerken würde. Ansonsten würde der Albtraum die Entscheidung, den Zabrak zu seinem Schüler zu machen, vielleicht noch einmal überdenken.


    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Hauptlabor] - Saphenus, Darth Hybris, Anaster (NPC), Gefangene
     
  17. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E2 - Hauptlabor - Saphenus, Hybris, Anaster (NPC),ein paar Wissenschaftler im Hintergrund (NPCs) und die 89 Gefangenen (NPCs)]


    Es wäre so schön einfach gewesen, hätte Hybris über den ersten Kommentar seines Schülers hinwegsehen können. Doch das ging natürlich nicht, weshalb jedes weitere Wort des Zabraks von vornherein vergiftet gewesen war. Der gestellte Auftrag, der in seinem Umfang schon eher an ein Projekt erinnerte um das man sich Zeit seines Lebens kümmern musste, hatte den Apprentice verstört. Hybris war mitleidslos in die letzten Reste seiner heilen Welt eingedrungen und hatte alles mit Tibannagas geflutet. Würde er sich weigern, würde der Executor es entzünden und ihn damit in Stücke reißen. Würde er hingegen tun was man von ihm verlangte, würde er es früher oder später selber anzünden. So viel zur Situation in der man keine Wahl mehr hatte. Oh, natürlich hatte er diese. Er konnte immer noch sterben, was man nicht vergessen sollte. All den Schrecken und Widrigkeiten zum Trotz durfte man niemals diesen einen, einem eigentlich immer offen stehenden Pfad übersehen. Saphenus hatte jedoch ein Problem. Denn sein Zeitfenster schloss sich. Würde Hybris erst einmal sein Schwert besitzen, würde er nicht einmal mehr im Tod seinen Frieden finden. In Ewigkeit daran gefesselt würde nicht mal die Zerstörung der Klinge etwas daran ändern. Zumindest so lange nicht bis sie vollständig aufgelöst wird. Wirklich darüber nachdenken wollte der Zabrak aber nicht. Nicht wenn er dem entgehen und auch noch belohnt werden konnte. Ja gut, die Gefangenen würden darunter leiden müssen, doch was würde das schon ändern? Sie würden nicht einmal Zeit gewinnen, würde er sich weigern. Schließlich konnte Hybris sich selber drum kümmern, während Ares einen anderen nicht weniger wichtigen Auftrag nachgehen würde. Sie waren nicht mehr Heer über ihr eigenes Schicksal, also warum sollte Saphenus sich sinnlos für sie opfern? Der Executor lächelte bei diesem Gedanken nicht, war sich aber durchaus bewusst wie gut alles zusammen passte. Nicht alle Figuren in diesem Spiel waren von dem Sith Lord richtig positioniert worden – wie denn auch, die Gefangenen waren ja neue Spielsteine -, doch manchmal brauchte es einfach nur den Zufall und einen wachen Geist, der die Chance zu nutzen wusste.
    In Dieser Zwickmühle gefangen, konnte der intelligente iridonianische Apprentice nur einen Weg wählen. Auch wenn er versuchte das Unausweichliche hinaus zu zögern oder gar die Aufgabe abzugeben. Hybris war nicht willens auf solche von Gefühlen ausgelöste Verzögerung einzugehen. Da er ohnehin permanent gebieterisch und tödlich auftrat, konnte er den Zabrak nur dahingehend weiter einschüchtern, indem er seine rechte Hand auf dessen Schulter fallen ließ und kräftig zudrückte.


    „Muss ich dich über Notwendigkeit belehren? Darüber wie man Dinge anpackt? Pläne schmiedet? Auf dem Pad steht was du erreichen sollst und wer dir hilft diese Dinge zu bekommen. Und irgendwo in deinem Gehirn steckt sicherlich auch die Information wo man das Wissen herbekommt das dir noch fehlt. Und nun beweg dich. Ach, und solltest du mich nochmals dazu zwingen eine solche Ansprache zu halten, brauchst du dir nie wieder über so etwas den Kopf zerbrechen.“

    Hybris hatte vollkommen frei von jeder Emotion gesprochen und hatte den Zabrak auch nicht besonders bedrohlich angeschaut, doch genau das sollte einen Effekt erzielen. Schließlich kündigten sich Messer im Rücken auch nicht allzu oft mit einen Kampfschrei an.
    Noch ein letztes mal drückte er zu, zwang Saphenus förmlich in die Knie und stieß ihn dann weg, direkt gegen Anaster. Der hatte zugehört, aber sich wie üblich nichts anmerken lassen und fing den noch immer unter der erhöhten Schwerkraft leidenden Apprentice auf. Ein kurzer Blickkontakt mit dem Mann, dieser nickte und die beiden entfernten sich. Kaum waren sie außer Hörreichweite, drehte sich der Executor um, nahm seinen Com wieder heraus und rief erneut Yelm. Was dieser in Bezug auf die Phantastereien des religiösen Spinners zu sagen hatte, war im gleichen Maße in der Lage Hoffnung zu nähren und auf diese einen Schatten zu werfen.
    Hybris anfängliche Vermutung, das es sich bei der beschriebenen Konstellation um ein Schwarzes Loch, einen Stern und vielleicht ein Asteroidenfeld handeln könnte, war nur zu einen bisschen mehr als ein Drittel zutreffend. Das eine war tatsächlich ein Schwarzes Loch. Die helle Quelle jedoch kein intakter Stern, sondern ein Pulsar, also ein unfassbar schnell rotierender Neutronenstern. Der dritte Part des Trios war da schon ein größeres Problem. Doch zuvor musste Yelm noch erklären, weshalb diese drei Dinge unmöglich in ein und dem selben System sein konnte, auch wenn er dabei versuchte Hybris Unwissenheit nicht allzu stark zu betonen. Nicht erfolgreich im Übrigen, doch das war etwas womit allein der Sith leben musste. Aber man konnte ja auch nicht alles wissen, oder?
    Nachdem also klar war, das dieses Gebilde ohne weiteres mehrere Lichtjahre groß sein konnte, wuchs die Anzahl der Objekte, die als Seelenschmiede in Frage kamen. Weder Schwarze Löcher, noch Pulsare waren so selten, dass man das Suchfeld würde stark eingrenzen können. Yelm war zwar dran, doch noch immer gab es eine vierstellige Zahl an Planeten, fünf mal mehr Monde und nochmal ein paar Hundert anderer Objekte auf der sich so etwas kleines wie eine Seelenschmiede befinden konnte. Obwohl Hybris Yelm dahingehend vertraute das er alles richtig machte, fragte er dennoch nach. Die Maschinerie war bereits in Gang gesetzt worden, würde aber am Ende nichts hervorbringen, sollte er diesen Ort nicht finden. Deshalb unterdrückte der Zeitdruck so manch andere Eigenschaft von Hybris.
    Der Gläubige hatte erzählt, das seine Religion – die im Übrigen nur wenige Zehntausend Anhänger besaß – 4580 Jahre alt war. Da laut ihrem Glauben aber die Seelenschmiede bereits weitere 3000 Jahre zuvor erbaut worden war, rechnete der Droide mit dieser Summe. Da sieben oder acht Jahrtausend auf die gesamte Lebensdauer eines Galaxie gerechnet nichts waren, konnte man relativ leicht berechnen wie dieser Teil des Universum zu dieser Zeit ausgesehen hatte. Das Schwarze Loch mag damals kleiner gewesen sein, der Pulsar mit seinen guten zehn Millionen Jahren Lebensdauer beinahe unverändert. Womit es dann wieder bei der Schmiede und ihrem Standort selbst blieb. Diesen konnte Yelm ohne Zugang zum Holonet unmöglich herausbekommen. Er vermutete das man Anhand von Geschichtsdaten über untergegangene Zivilisationen herausbekommen könnte wo sie sich befand. Natürlich konnte es genau so gut sein das sie Lichtjahre von jedem bewohnten Sternensystem entfernt lag und deshalb vermutlich niemals gefunden werden würde. Doch das sprach Yelm nicht aus, denn dafür war er nicht da. Hybris dachte aber sehr wohl daran. Und schraubte seine Erwartungen entsprechend herunter.
    Da sie im Augenblick also nicht weiter kamen, ließ Hybris den Gläubigen von Rope zum Hauptlabor bringen. Er hatte sein komplette Wissen geteilt und war damit nutzlos geworden.


    Noch während er das Com wieder wegsteckte, blickte er sich um und sah das die Wissenschaftler dabei waren die Tanks zu leeren. Ares war noch mit den drei anderen Laboren beschäftigt, sodass sich die weißen Kittel wohl nun dazu entschlossen hatten ihre eigene Forschung zu zerstören. Was ihnen Pluspunkte einbrachte. Jeder der Hybris Zeit „schenkte“ lebte länger. Problematisch wurde diese Aktion jedoch als die anderen Gefangenen dies mitbekamen und beinahe alle von Panik ergriffen wurden. Der Executor wand sich ihnen zu.
    Sie glauben wohl das sie nun die nächsten sind. Oder trauern sie nur? Hm … das schaukelt sich hoch … falls sie auf die Idee kommen sollten über ihre Bewacher herzufallen, weil sie glauben das sie eh alle sterben müssen … hm …
    Der Ausbruch würde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Wissenschaftler würden sich ihnen nicht nähern und auch die Soldaten blieben auf eine Weise gelassen, die Hybris verwunderte. Er wusste um die Kästen auf ihren Rücken, doch waren diese nicht in der Lage so einen Aufstand zu unterdrücken. Auf jeden Soldaten kamen mehr als zehn Erwachsene und selbst wenn diese mit ihren Blastern auf die Menge feuern würden, würde man sie in Stücke reißen.
    Hybris dachte daran zu was man fähig sein konnte wenn man verzweifelt war. Die Haut und die Muskeln der Soldaten würden den Klauenfingern der Gefangenen keine Sekunden widerstehen können. Augen würden zerdrückt, Körperteile abgerissen werden. Überall Blut und andere Körperflüssigkeiten, ein Gestank der sich ausbreitete, ein Geschrei der die Luft vibrieren ließ. Dazu durfte es nicht kommen.
    Saphenus und Anaster waren inzwischen stehengeblieben und hatten sich aus gutem Grund nicht näher an die Gefangenen heran gewagt. Hybris holte sie ein und drängte sich zwischen sie.


    „Anaster, habt ihr etwas um sie alle oder die meisten von ihnen auf einen Schlag auszuschalten? Ohne sie umzubringen?“
    „Nicht hier. Dafür ist der Raum zu groß.“
    „Dann werde ich das übernehmen.“


    89 Gefangene. Davon 7 Kinder, 82 Erwachsene, in einem Verhältnis von 53 zu 29. Weder hatte es von Anfang an weniger Männer gegeben oder man hatte öfter an ihnen experimentiert und sie dabei oder danach getötet. Auf jeden Fall aber hatten sie sich gut vermischt, sodass man keine der Gruppe gesondert angreifen konnte. Das hinderte den Executor daran seine neueste Fähigkeit direkt an ihnen auszuprobieren. Stattdessen würde es genügen müssen sie alle auf den Boden zu schicken. Am liebsten hätte er einfach eine Machtblase um die Gruppe gelegt und sie somit in die Ohnmacht geschickt, doch erstens war das Gebiet dafür zu groß und außerdem die Hülle nicht stabil genug um dem rasenden Mob standzuhalten. Auch war es wenig sinnvoll wenige von ihnen ein grauenvolles Ende zu bereiten, sodass die anderen eingeschüchtert wurden. Jeder Angriff würde eher dazu führen das sie ihrerseits angriffen. Also ein schneller Überfall der alle ausknockte.
    Da diese eine neue Technik aber einen Punkt brauchte in der sie einschlagen konnte, er aber nicht direkt in die Gruppe zielen durfte, entschied er sich für eine Stelle über ihren Köpfen. Die Wand würde beschädigt werden, doch spürte er hinter der Verkleidung keine elektrische Aktivität. Eigentlich sollte es also keinen Gravitationsprojektor treffen.
    Mit den Augen von Anaster und seines Schülers auf dem Rücken, streifte Hybris den rechten Panzerhandschuh und den darunter liegenden Stoffhandschuh ab. Dann richtete er den Arm zuerst auf die Gefangenen aus und hob ihn dann so weit das die Hand rund fünf Meter über diesen auf die Wand deutete. Als Sith war er in der Lage seine Emotionen zu nutzen um mächtige Attacken Schlag auf Schlag folgen zu lassen und sich dabei kaum seines schwindenden Machtpools bewusst zu werden. Doch notwendig war es eben nicht. Die Macht brauchte keinen Aktivator oder Katalysator. Man konnte letzteres in Form von Emotionen verwenden, darauf angewiesen war man außerhalb eines Kampfes auf Leben und Tod aber nicht. Hybris brauchte nur das Wissen wie er die vorhandene Macht sammeln, umformen und dann abgeben musste. Und das besaß er seit dem letzten Jahr.
    Eine Technik, die eines Gottes würdig ist, hatte er damals beinahe vor Selbstüberschätzung platzend gedacht. Diese Überheblichkeit war immer noch vorhanden, was sich nun gleich rächen würde. Wenn auch nicht für ihn selbst.
    Denn bevor er den Angriff startete, mussten Vorbereitungen getroffen werden um sich selbst und zumindest Anaster und Saphenus zu schützen. Der Rest dürfte sich gleich auf der Krankenstation wiederfinden – falls es die überhaupt gab.


    Binnen weniger Sekunden war alles vorbei. Grade eben noch hatte der Sith den beiden hinter ihm stehenden und sich selbst eine Machtblase um den Kopf gelegt, seinen rechten Arm mit Schichten aus ineinandergreifender Macht gehüllt, da explodierte auch schon die Luft. In einer einzigen Entladung platzte die Macht im wahrsten Sinne aus den Fingerspitzen des Executors. Ein einziger blassblau schimmernder mitternachtsschwarzer Blitz krachte aus ihm heraus, zerfetzte jeden Schutz seines Armes, riss Haut und Muskeln mit und schlug dann so schnell wie ein Gewitterblitz in die Wand über den Gefangenen ein. Die nur einen Bruchteil einer Sekunde darauf folgende Druckwelle samt Donnerschlag wurde durch den für diese Art von Angriff viel zu kleinen Raum mehrfach verstärkt und schickten jeden außer Hybris - der ja darauf vorbereitet war – auf den Boden. Trommelfelle rissen, Blut und Tränen flossen, Gestöhne allenthalben. Überall wo die Ausrüstung nicht an irgendetwas befestigt worden war, war diese umgekippt oder hatte zumindest stark an ihren Halterungen gezerrt. Dank der erhöhten Schwerkraft war inzwischen wieder alles ruhig, doch die meisten Sterblichen im Hauptlabor würden noch lange darunter leiden müssen. Der Mob lag wie gewünscht am Boden, auch wenn nicht alle mehr am Leben waren. Die schwächsten hatte die Kombination aus Druckwelle, Donnerschlag und Hitze dahin gerafft. Lediglich Anaster und Saphenus waren mehr oder weniger verschont worden, auch wenn die Schutzblase ihren Kopf nicht vor dem Sturz geschützt hatte. Der Schild war zerplatzt und Hybris zukünftiger Stellvertreter mühte sich mit einem leisen Keuchen zuerst auf allen Vieren auf, dann langsam in die hockende Stellung und nach ein paar weiteren Sekunden stand er dann schließlich wackelig neben dem Executor. Dieser achtete aber eher auf sich selber. Sein Mitternachtsblitz war nämlich alles andere als ausgereift. Da die Energie direkt von seinem Körper ausging und auch nur aus einer Stelle abgegeben wurde, konnte sein Arm sich selbst mit Schutz nicht dagegen behaupten und war bis auf den Knochen und ein paar Fetzen einfach weggerissen worden. Hybris Blick ruhte auf der „Fleischwunde“ und atmete bewusst ein und aus. Er konnte zwar wie sonst auch vor dem Schmerz flüchten, doch hatte er schon nach dem ersten Einsatz dieser Technik den Entschluss gefasst, dass er es nicht tun würde. Als Strafe für seine Unfähigkeit. Unfähig sich selber dabei nicht zu verletzen. Was die Wirkung des Angriffs aber nicht schmälerte. Die Macht in solcher Konzentration auf einen Punkt abzugeben war wahrlich eine grauenvolle Art sie zu nutzen.

    Aber diese Schmerzen... auf Bastion habe ich sie so lange ertragen, bis ich mich habe selbst heilen können. Was schon lange gedauert hat. Aber ich kann so nicht nachdenken …
    Allein diese paar Gedankenfetzen herauszupressen war unter all den Schichten von brennendem, stechenden und pochenden Schmerzen kaum machbar. Die Macht hatte nicht einfach nur sein Fleisch genommen, sondern auch noch die angrenzenden Nervenenden verstümmelt. Der Schmerz kroch ihm förmlich den Arm hoch, auch wenn er die Blutung längst gestoppt hatte und er keine Infektion zu befürchten hatte. Oh wie er diesen Teil der Technik hasste.
    So sehr sogar, das Saphenus – der sich grade aufgerichtet und in Hybris Reichweite begeben hatte – in einem düsteren emotionalen Moment von seiner Linken gepackt und zu sich gezerrt wurde.


    „Tu was du zu tun hast. Anaster, ihr kümmert euch zuerst um eure Leute. Jeder der noch stehen kann soll die Leichen wegschaffen und die Überlebenden zurück in die dritte Etage sperren. Ich bin mit ihnen fertig.“

    So war das eigentlich nicht geplant gewesen. Er hatte keinesfalls vorgehabt einfach nur seine Macht zu demonstrieren. Aber seine Wissenslücke in Bezug auf sozialem Handeln hatte ihn diese Miese beschert. Er hatte sie zwar erkannt, als er sie gesehen hatte, doch vorausgesehen auch nicht.
    So etwas hätte mir auffallen müssen. Warum habe ich nicht daran gedacht?
    Diesen Gedanken hing der Executor noch nach als Anaster bereits mit den drei einzigen noch bewegungsfähigen Soldaten und ein paar weiteren Leuten aus den anderen Laboren, die mehr oder weniger verschont worden waren, begann die nach wie vor klagenden Gefangenen wegzuschaffen. Auch Saphenus war in der Nähe, doch Hybris achtete auf niemanden als auf sich selbst. Er hatte das Chaos im Hauptlabor angerichtet. Andere konnten es beseitigen.

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E2 - Hauptlabor - Saphenus, Hybris, Anaster (NPC),ein paar Wissenschaftler und "Soldaten" im Hintergrund (NPCs) und die 81 Gefangenen (NPCs)]
     
  18. Saphenus

    Saphenus Härtester Hund | Sith-OL Premium

    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Hauptlabor] - Saphenus, Darth Hybris, Anaster (NPC), Gefangene

    Saphenus zuckte zusammen als sich die schwere, bepanzerte Hand auf seiner Schulter niederlegte. Nur mühsam konnte er aufrecht stehen bleiben, die Kraft des Albtraums und die erhöhte Schwerkraft der Station zogen ihn erbarmungslos nach unten. Der Zabrak erinnerte sich noch zu gut daran wie sein Vater ihm die Hand auf seine Schulter gelegt hat um der Geste dann beruhigende und mitfühlende Worte folgen zu lassen. Sein Vater sah ihm dann immer tief in die Augen während die tiefe Stimme die Emotionen in Saphenus zum Erliegen brachte. Hybris‘ Hand auf seiner Schulter war anders, sie pervertierte alles, was sein Vater getan hat. Es war kein mitfühlender und beruhigender Blick, den ihm der Albtraum zuwarf, Kälte drang aus den reptilienartigen, gelben Augen und bohrte sich in sein Herz. Der Schmerz in seiner Schulter wurde zur Nebensache, dieser Blick hielt ihn gefangen. Als der Albtraum dann noch Worte folgen ließ, schien es so als würde Saphenus zu Eis erstarren, er war zu keinem rationalen Gedanken mehr fähig. Hybris wollte, dass er seine Angst überwand, doch er würde immer dazu in der Lage sein diese Angst zu erzeugen, eben weil er auch derjenige war, der ihm befahl keine Angst mehr zu haben. Wenn man jemandem seine Fesseln löste, war es nur umso einfacher eben diese wieder anzulegen, wusste man doch um alle Schwachstellen. Dabei strahlte der Albtraum selbst keinerlei Emotionen aus und genau das war es, dass diese Angst erzeugte: als sähe man sich einem transzendenten Wesen gegenüber, losgelöst von allen irdischen Gefühlen, zu allem fähig und an nichts gebunden. Der Druck auf Saphenus‘ Schulter erhöhte sich und der Zabrak sank zu Boden. Sein Blick war noch immer an die Augen des Sith gefesselt, dann wurde er weggestoßen. Irgendjemand fing ihn auf und half ihm trotz zittriger Beine auf. Gemeinsam entfernten sie sich von dem Albtraum und die Kälte flaute ab. Doch Saphenus war bewusst geworden, dass er keine Wahl mehr hatte. Entweder er beugte sich dem Willen seines Meisters ode er würde wahrscheinlich das gleiche Schicksal wie die Gefangenen erleiden. Er war ein Sklave geworden. Ein Sklave, dem der Kodex der Sith versprach seine Fesseln zu sprengen und zu befreien, den man aber immer tiefer in die Abhängigkeit getrieben hatte. Das war der Preis, den er nun für sein Leben zahlen musste. Als sich Saphenus nun seinem Schicksal ergab spürte er das Monster wieder allzu deutlich. Es war überall, beherrschte jede Faser seines Körpers und zwang ihm unaufhaltsam seinen Willen auf. Es hatte nur auf diese Situation gewartet, es lauerte darauf bis er schwach war und schlug dann zu. Mit einem Mal waren alle Gedanken, die er eben noch über die Gefangenen hatte wie weggewischt. Es erschien ihm plötzlich sinnvoll den Plan seines Meisters umzusetzen, egal wie wahnsinnig er auch war. Es war der einzige Weg seine eigene Macht zu vergrößern bis er irgendwann in der Lage war seine eigenen Entscheidungen zu treffen, bis er bei den Sith aufsteigen konnte. Denn je höher er aufstieg, je stärker er war, desto besser konnte er sich den Jedi widersetzen sollten sie wirklich ihre Finger an seine Kehle legen können. Das Monster hatte nun seinen letzten Widerstand gebrochen, es war zurück. Saphenus wusste, dass er darauf angewiesen war, denn alleine…war er nicht imstande weiter zu machen.

    Er drückte seinen Rücken durch und versuchte sich so gerade wie möglich hinzustellen. Er ignorierte Anasters gleichgültigen Blick, was interessierte ihn auch was der Mensch zu dem gerade geschehenen zu sagen hatte, und starrte stattdessen in die Augen der Gefangenen. Er erinnerte sich noch an ihre Blicke als er ihren befahl die unterste Etage zu verlassen. Ihrem Schicksal ergeben hatten sie sich seinen Anweisungen gefügt, doch nun….einige schienen zu begreifen, dass er selbst nur ein Diener war, es stand für kurze Augenblicke tatsächlich so etwas wie Mitleid in ihren Gesichtern. Saphenus fühlte sich abgestoßen. Sie erinnerten ihn sofort an die Freunde Je’anas, die ihn mit den gleichen Blicken bedacht hatten, waren sie doch der Meinung er müsste betrübt sein ein so langweiliges Leben als Bibliothekar zu haben. Für sie zählten nur das gesellschaftliche Prestige, gesehen und gesehen werden, sie verstanden nicht, dass er mit seiner Arbeit glücklich war. Wenn er während der Partys, die seine Frau gab, dann doch davon erzählte, bekam er genau so mitleidige Blicke zugeworfen. Er hasste es, er hasste jeden einzelnen davon. Wie sehr hatte er sich danach gesehnt ihnen zu zeigen, dass er nicht weniger wert war als sie, dass sie es sich nicht erlauben konnten so arrogant zu sein. Wie gerne hätte er damals doch…gerade als das Monster die Wut genüsslich in sich aufsog, wandten sich die Blicke der Gefangenen auf einen Punkt. Mit Grauen beobachteten sie wie die Wissenschaftler anfingen die Tanks zu leeren und die entstellten Probanden aus ihnen herauszuholen. Einige davon machten einen schrecklichen Eindruck, konnten sich kaum mehr auf den Beinen halten und waren von geschwulstartigen Kristallwucherungen übersäht. Panik bildete sich in den Gesichtern der Gefangenen ab als wären sie in einem Albtraum gefangen. Ihr habt ja keine Ahnung, dachte Saphenus im Stillen, dann spürte er das gewalttätige Potential, das sich in der Gruppe aufbaute. Anaster hegte wohl den gleichen Verdacht, gemeinsam blieben sie von der Menge entfernt anstatt das Hauptlabor zu verlassen. Immer größer wurde das Surren und bald würden die Gefangenen einem Schwarm gleich über sie herfallen. Saphenus‘ Hände legten sich vorsichtshalber an sein Lichtschwert, bereit sich im Notfall zu verteidigen. Auch wenn die Soldaten merkwürdig gelassen waren, würden sie es schaffen die Gefangenen zu überwältigen? Es waren so viele, vielleicht schafften sie es die Oberhand zu bekommen und die Station zu übernehmen.

    Seine Gedanken wurden jäh unterbrochen als sich der Albtraum zwischen ihn und Anaster schob. Er vermied es bewusst in die Augen des Sith zu sehen und verfolgte nur stumm die kurze Konversation. Offenbar war die Station nicht gerüstet einem Aufstand zu begegnen, es gab keine Möglichkeit eine Meute in Schach zu halten. Wozu gottverdammt waren denn diese Kästen auf den Rücken der Gefangenen da, dachte Saphenus. Schließlich schien Hybris einen Entschluss gefasst zu haben und baute sich vor den Gefangenen auf. In aller Ruhe entledigte er sich seines Handschuhs und streckte den Arm aus. Er wirkte wie ein Herrscher, der sich mit einer patriotischen Rede an sein Volk wandte um sie auf den kommenden Krieg einzustimmen. Saphenus‘ Sinne waren nicht schnell genug um die Machtblase zu spüren, die ihn schützte als in der Macht eine Explosion geschah. Ein Blitz schoss aus Hybris‘ Arm und donnerte in die Wand über den Gefangenen. Der Zabrak wurde zu Boden gerissen und prallte mit der Schulter, die der Sith eben noch gequetscht hatte, auf den Boden. Die Druckwelle erreichte ihn sowohl in der realen Welt als auch in der Macht, sein eigener Machtschild, den er rudimentär immer aufrechterhielt, wurde zerrissen. In seinen Ohren klingelte es, doch den anderen war es noch schlimmer ergangen. Mühsam richtete er sich auf, langsam und Schritt für Schritt bis er wieder aufrecht stand. Das Bild, das sich ihm bot, war beeindruckend. Bis auf den Albtraum selbst wurde jeder zu Boden gerissen, die Soldaten mühten sich ab wieder auf ihre Beine zu kommen und die Waffen zu sichern, die Wissenschaftler ebenso. Doch die Gefangenen…ihre Schmerzenslaute waren nicht überhörbar, einige wanden sich hin und her, andere bewegten sich gar nicht mehr und waren vermutlich tot. Saphenus sog dieses Bild in sich auf. Er hatte sich eben geirrt, das Gute in ihm war noch nicht verloren und es äußerte deutlich seinen Abscheu über diese Situation. Doch dem Monster…gefiel es. Es sog die Schreie in sich auf, die Verzweiflung, den Tod und nährte sich daran. Saphenus spürte, wie er selber vor Aufregung zitterte. Diese Macht...war beeindruckend. Schließlich fiel ihm auf wie lächerlich seine Bedenken eben gewesen waren. Diese Gefangenen würden leiden und Hybris würde seinen Plan vollenden, egal ob er mitspielte oder nicht. Er konnte nichts weiter als dafür zu sorgen, dass es ihnen trotz der Umstände so gut wie möglich ging, wenn überhaupt. Mit der Erkenntnis wandte er sich zu seinem Meister und erstarrte. Der Arm des Albtraums war zerfetzt, der Knochen war zu sehen und nur noch mit einigen Gewebefetzen bedeckt. Es war eine Reminiszenz an ihre erste Begegnung als der Kopf des Sith noch genau so ausgesehen hatte, der Arm ebenfalls. Saphenus war es zudem eine Lehre. Es gab Risiken, die die Macht in sich barg und die einen überwältigen konnten, egal wie viel Erfahrung man mit ihr hatte. Als würde der Albtraum den Blick seines Schülers auf sich spüren wurde Saphenus plötzlich zu ihm gezogen. Mit unterdrückter Wut wurde dem Zabrak befohlen zu tun, was er zu tun habe und dann entlassen. Anaster sollte sich um die Verwundeten und die Leichen kümmern.

    Saphenus entfernte sich einige Schritte. Der Ausgang des Labors war von den Gefangenen und den Leichen blockiert. Er ging näher zu ihnen bis ihm eine Frau auffiel, die leblos auf dem Boden lag. Er erinnerte sich an sie. Sie war die Mutter des Kindes, das ihm die Blume überreicht hatte. Langsam ließ er seine Hand in seine Tasche wandern und holte sie hervor. Das Kind konnte er nicht entdecken, auch sein Gesicht war aus seiner Erinnerung verschwunden. Dann lag plötzlich seine tote Frau vor ihm und starrte ihn aus gläsernen, trüben Augen an. In einem seltsamen Moment der Trauer ließ Saphenus die Blume aus seinen Fingern gleiten sodass sie schließlich auf der Brust der Frau zu liegen kam. Eine Geste des Abschieds. Dann war er wieder im Hier und Jetzt und das Gesicht seiner Frau verschwunden. Er drehte sich weg und verfolgte stumm das Treiben der drei Soldaten, die zusammen mit einigen wissenschaftlichen Mitarbeitern das Chaos beseitigten. Er vermied es einen Blick auf den Albtraum zu werfen, er wollte nicht dessen Zorn auf sich ziehen. Zunächst galt es sowieso der Lage Herr zu werden, vorher konnte er nicht mal daran denken Hybris‘ Plan in die Tat umzusetzen. Gemeinsam mit Anaster und den verbliebenen Soldaten halfen sie zunächst ihren eigenen Leuten auf die Beine. Manche konnten kaum hören und hatten offenbar ihr Trommelfell in der plötzlichen Explosion verloren. Dazu gab es Verbrennungen und Prellungen durch die Hitze und den Druck der Explosion. Kurzerhand wurde eines der drei anderen Labore zu einer provisorischen Krankenstation umgewandelt, denn eine solche gab es nicht. In ihr befanden sich schnell die Verletzten, ein paar der Wissenschaftler waren Ärzte, die sich um die Erstversorgung kümmerten. Die Toten wurden beiseitegeschafft, Saphenus interessierte sich nicht dafür wohin. Er wollte nicht riskieren schon wieder das tote Gesicht seiner Je’ana zu sehen. In der improvisierten Krankenstation herrschte reges Treiben und der Zabrak entschied sich fort lieber nicht im Weg herumzustehen. Die Gefangenen, die noch selber gehen konnten, waren von der Machtdemonstration des Albtraums so eingeschüchtert, dass sie sich wehrlos ihrem Schicksal ergaben. Ausdruckslos schaute Saphenus ihnen hinterher als sie nacheinander im Aufzug verschwanden und wieder nach unten gebracht wurden. Er hatte keinen Überblick darüber wie viele getötet worden waren, doch den würde er sich bald verschaffen müssen. An die Wand gelehnt atmete er durch. Er vermied es einen Blick in das Hauptlabor zu werfen und setzte sich stattdessen mit seinen eigenen Gedanken auseinander. Wie er schon festgestellt hatte, er hatte keine Wahl. Jetzt gab es nur noch die Frage wie er hier vorgehen sollte….und ob er hinterher mit sich leben konnte. Doch um letzteres konnte er sich jetzt noch nicht kümmern. Zunächst musste das Chaos beseitigt und eine Verlustrechnung aufgestellt werden. Wenn wir überhaupt noch das nötige Personal haben, dachte Saphenus bei sich. Schließlich musste er überlegen ob die Station umgebaut werden müsste. Wie stellte man es am besten an? Noch, das musste er sich ehrlich eingestehen, wusste er das nicht. Doch das musste er bald.


    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | vor dem Hauptlabor am Aufzug] - Saphenus, Gefangene
     
  19. Ares Segomo

    Ares Segomo Schüler

    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Ebene 2 | Am Lastenaufzug] Ares Segomo, Saphenus, Anaster (NPC)

    Als sie am Lastenaufzug angekommen waren, hieß es erst einmal warten. Denn der Aufzug, wahrscheinlich mit Hybris an Bord, hielt zunächst nicht auf ihrer Ebene sondern fuhr eine weiter. Es verstrichen einige Minuten, ehe sich der Aufzug unter gefährlichem Stöhnen und Ächzen auf ihrer Ebene ankam. Ihr Meister stieg aus und die beiden Schüler berichteten sofort von ihren Entdeckungen, den drei Laboren und dem was ihnen gesagt und gezeigt wurde. Doch Hybris schien alles andere als Begeistert. Eigentlich hatte Ares das sogar erwartet, denn die Forschung war in seinen Augen nutzlos und uninteressant, doch Hybris Unmut richtete sich unerklärlicher Weise an seine beiden Schüler, was er ihnen mit einem frostigen Blick zu erkennen gab. Ohne weiter auf sie einzugehen sprach Hybris Anaster auf die Forschungen an. Hybris Meinung nach, hatte Anaster keinerlei Ahnung was hier vorging. Die Informationen, die er ihnen gegeben hatte, waren sogar höchstwahrscheinlich falsch! Nun forderte Hybris mit den Forschungsleitern zu sprechen und der andere Machtnutzer machte sich auf den Weg, diese zusammen zu trommeln. Dann wandte sich Hybris seinen Schülern zu.

    „Das Problem mit dem Machtsinn und den Erkennen von Unwahrheiten ist, das ihr nur Lügen erkennen könnt, aber keine falschen Informationen, an die der Sprecher glaubt. Also benutzt verdammt noch mal euer Gehirn. Auch wenn ihr keine Wissenschaftler seid, solltet ihr eigentlich irgendwann mal irgendwas in dieser Richtung gehört oder gelesen haben. So unwissend kann man doch gar nicht sein.“


    Diese Schelte tat alles andere als gut und Hybris Zorn zu erwecken war sicher eine der dümmsten Ideen, die man haben konnte. Doch gerade der letzte Satz traf Ares. Er hatte sich eigentlich immer für sehr gebildet gehalten und von sich behauptet, ein gutes Allgemeinwissen zu haben. Doch scheinbar war dem nicht so, sonst hätte er schon viel eher auf die Idee kommen können, dass die Forschung nicht nur nutzlos, sondern komplett ohne Sinn war. Zumindest die Forschungen, von denen man ihnen erzählt hatte, man würde sie hier betreiben. Hybris gab ihnen beiden noch jeweils einen Auftrag auf den Weg: Saphenus sollte die Gefangenen auf der letzten Ebene hierher bringen und Ares hatte die ehrenvolle Aufgabe, die drei kleineren Labore nach brauchbaren Probanden zu durchsuchen und den Rest zu exekutieren.

    Kurze Zeit später kehrte Anaster mit einer Gruppe Wissenschaftler im Schlepptau zurück. Dieses mal wollte Hybris die Wahrheit über die Vorgänge hier erfahren. Die Wissenschaftler faselten etwas von Fusion und Verschmelzung sowie der Übertragung der Fähigkeiten der Clawditen und der Anzati auf andere Spezies. Allesamt Humbug und absoluter Schwachsinn. Ares konnte nicht glauben das intelligente Lebewesen tatsächlich auf solch abwegige Gedanken kamen. Vor allem die Sache mit der Fusion schien ihm einfach viel zu abgefahren. Nachdem Hybris all die Informationen von den Wissenschaftlern bekommen hatte, die er wollte, entließ er sie gemeinsam mit Ares, um die Labore von Wertlosen Testsubjekten zu säubern.

    Im ersten Labor angekommen nahm Ares es noch einmal genauer unter die Lupe. Im Viereckigen Raum waren an den Seitenwänden Tische und Arbeitsplätze angebracht, die von Bildschirmen und Anzeigen nur so strotzten. In der Mitte des Raums stand eine Reihe länglicher Tische, auf dem allerhand Labormaterial zu finden war. Mit dem Blick eines Laien konnte Ares kaum etwas erkennen, aber scheinbar wurden dort kleinere Experimente durchgeführt. In dem Labor, das sie als erstes betreten hatten, wurde an dem Anzati Projekt geforscht. Ares ließ sich die Probanden dieses Projekts vorführen und befand die meisten davon als unbrauchbar. Lediglich ein Twi’lek schien die Prozeduren, die er durch die Hand der Forscher hatte über sich ergehen lassen müssen, einigermaßen gut verkraftet. Wahrscheinlich lag es daran, das er das neueste Testobjekt war, wie ihm einer der Forscher nicht ganz ohne stolz berichtete. Umso entsetzter war eben jener Forscher, als Ares mit einem einzigen Schlag alle Probanden bis auf den Twi’lek enthauptete. Der Forscher schien im ersten Moment fassungslos, dann begann er sich lautstark aufzuregen. Einige der anderen Wissenschaftler blickten Nervös zu Ares hinüber angesichts der Roten Klinge die er in der Hand hielt.


    „Halt den Mund, oder ich schneide dir auch den Schädel von den Schultern.“

    schnauzte Ares nur. Doch das schien zu genügen, denn der Blick des Forschers wurde ein wenig klarer, als er noch einmal das Lichtschwert betrachtete, und plötzlich war er ganz still. Ares befahl den Forschern die Toten in den Tank für die Biomasse zu schmeißen. Wiederstrebend und angewidert kamen die Wissenschaftler diesem Befehl nach. Der Tank für die Biomasse befand sich zwischen zwei Laboren in der Wand. Im Gang zwischen den Laboren gab es verschiedene Luken, die man öffnen konnte und wodurch man Abfälle in den Tank werfen konnte. Als die Gruppe Wissenschaftler das tote Fleisch in die Luken schmiss, kam Ares ein bestialischer Geruch der Verwesung entgegen.


    „Wann habt ihr den Tank das letzte mal geleert?“

    wollte der junge Sith wissen.

    „Also ehm, ehrlich gesagt weiß ich das nicht.“

    meinte der Forscher der als nächstes bei ihm stand. Auch der Rest der Wissenschaftler zuckte nur mit den Schultern.

    „Das riecht man.“

    murmelte Ares und machte sich dann auf den Weg ins nächste Labor. Hier wurde an dieser Clawditen-Sache geforscht. Das Labor an sich sah ziemlich ähnlich aus wie das vorherige und hatte fast den identischen Aufbau. Auch die Probanden dieses Projektes schienen in keinem allzu guten Zustand zu sein, lediglich zwei Menschen schienen noch einigermaßen sie selbst zu sein. Diesmal ging er die Probanden der Reihe nach ab und schnitt jedem von ihnen, bis auf die zwei Menschen, die Kehle durch. Unfassbar das ihm dies nun so einfach und locker gelang. Die dunkle Seite musste in diesem einen Jahr in ihm ziemlich viel verändert haben, denn vor einem Jahr noch hätte er diese Aufgabe zwar auch durchgezogen, aber er wäre bei weitem nicht so gelassen dabei gewesen. Das Töten bereitete ihm keine Probleme mehr. Diese Erkenntnis war zwar nicht wirklich überraschend, aber er hatte sie zum ersten mal. Auch hier befahl Ares, die Wissenschaftler sollten die Kadaver fortschaffen. Einer der Wissenschaftler jedoch schien gar nicht einverstanden zu sein.

    „Wir können die Leichen immer noch untersuchen. Da könnten immer noch Ergebnisse bei rumkommen.“

    „Bitte?“

    fragte Ares.

    „Wenn mein Meister gewollt hätte, das ihr an diesem Schwachsinnsprojekt weiterarbeitet, hätte er mir das auch so gesagt. Mein Stand der Dinge ist es jedenfalls, diesen Unbrauchbaren Haufen Fleisch loszuwerden. Los macht schon.“

    „Nein, ich werde das sicher nicht tun. Wisst ihr eigentlich wie viel Arbeit in diesen Probanden steckt? Wie viel Aufwand? Ich werde das nicht zulassen.“

    „Das ist mir eigentlich relativ egal. Ihr habt zu tun was ich sage.“

    „Nein, ihr tut jetzt was ich sage“

    rief der Forscher und hielt triumphierend einen Blaster in die Höhe, den er aus einer Schublade an einem der Tische hinter ihm geholt hatte.

    Wilhuff, bitte pack die Waffe weg“

    rief ihm einer der anderen Forscher. Ares reichte es jetzt. Dieser Aufmüpfige Trottel glaubte erst seine Befehle in Frage zu stellen und jetzt drohte er ihm auch noch? Das konnte er nicht hinnehmen. Mit einem Machtstoß schleuderte Ares den rebellischen Wissenschaftler zu Boden. Ein zweiter entriss dem am Boden liegenden Wilhuff seine Waffe. Grinsend hob Ares sein Lichtschwert und bohrte die Klinge durch die Brust des Forschers, an der Stelle an der sich sein Herz befand. Nachdem er sein Schwert wieder hinausgezogen hatte, drehte Ares sich zu den anderen Forschern um.

    „Hat noch jemand Einwände?“

    Niemand hatte mehr einen Einwand.

    [Unbekannter Wanderplanet | Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten | Eines der Labore] Ares Segomo, Wissenschaftler (NPCs)
     
  20. Darth Hybris

    Darth Hybris Tötet seine Feinde ab sofort mit seiner cuteness!

    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten - E2 - Hauptlabor - Saphenus, Hybris, Anaster (NPC),ein paar Wissenschaftler und "Soldaten" im Hintergrund (NPCs) und die 81 Gefangenen (NPCs)]


    Als Hybris schließlich fertig mit Nachdenken war und sich der Schmerz in seinem Arm nicht weiter ausbreitete, versammelte er alle nicht an Ares, Saphenus oder Anaster gebundenen Wissenschaftler um sich. Darunter war auch jene Frau die seinen Schüler belogen hatte. Nicht das der Zabrak sie wirklich beschrieben hatte, doch ihre Reaktionen auf ihn und diese Zusammenkunft unterschieden sich stark genug von den anderen das er davon ausging das sie die eine war. Ein Dutzend Wissenschaftler. Acht davon Männer, drei Twi'lek, ein hochgewachsener Sullustaner und der Rest war Menschen. Nur zwei von ihnen hatten direkt mitbekommen wie Hybris die Wand links hinter ihnen geschwärzt und mal so eben über einhundert Gefangene, Wissenschaftler und Wachen umgeworfen hatte. Doch rumgesprochen hatte es sich offenbar schon, falls sich ihre momentane Gefühlslage darauf bezog. Die schon vom Zabrak bestrafe Frau musste vortreten und wurde schließlich von dem Executor mit Hilfe der Macht in die Knie gezwungen. Den Kopf hatte sie anfangs noch auf die Brust gedrückt, doch schließlich schien sie ihre Meinung zu ändern und doch hoch schauen zu wollen, blieb dabei aber bei dem in Fetzen gerissenen rechten Arm des Siths hängen. Sie schluckte sicht- und hörbar und wurde noch blasser. Der Arm hob sich, blutbesudelte Knochenfinger, die wegen der fehlenden Sehnen nur noch mit Hilfe der Macht bewegt werden konnten, streckten sich nach ihr aus. Hybris, der den Schmerz nach wie vor nicht unterdrückte, legte sich seine folgenden Worte zuerst zurecht und sprach sie dann mit kühler Sachlichkeit aus, auch wenn er eigentlich schreien wollte.

    „Ihr untersteht jetzt mir, habt nur noch mir Rechenschaft abzulegen. Und wer mich, meine Schüler, Anaster oder seine Wachmannschaft belügt oder nicht ausreichend informiert, hintergeht das Projekt an dem wir in naher Zukunft arbeiten werden. Und welche Strafe euch dann ereilen wird, werdet ihr nun sehen.“

    Die Augen der Frau wurden größer, ihre Muskeln begannen zu zittern als sie aufzustehen versuchte. Doch Hybris nagelte sie weiterhin am Boden fest und näherte sich ihr dann. Ihr Versuch um Hilfe zu rufen wurde von Hybris schon nach der ersten Silbe vereitelt und dann lag seine blutige Knochenhand auch schon auf ihrer Stirn. Wie immer wenn sich der Sith darauf vorbereitet das Leben aus seinen Opfern heraus zu saugen und sich damit selber zu heilen, bedurfte es einer zumindest für ihn ungewöhnlichen Umlagerung von Macht. Schließlich gaben Machtnutzer in 99% der Fälle etwas ab wenn sie die Macht nutzten und so war es auch bei ihm. Nun würde die Macht ihm aber während er sie nutzte etwas geben und das auch noch auf eine Art, das Ärzte nur stirnrunzelnd den Kopf schütteln konnten. Und so wirklich behaglich fühlte er sich auch nicht dabei, was daran lag das er die Prozesse hinter dieser durch Schmarotzen herbeigeführten Selbstheilung nicht wirklich nachvollziehen konnte. Man konnte die Macht dazu nutzen etwas positives für den Körper zu tun, wobei die Machtheilung der Jedi der selbst für Nichtmachtnutzer bekannteste Vertreter dieser Gruppierung war. Dann gab es natürlich die andere Seite, die destruktive Version. Damit konnte man Haut und Fleisch verbrennen, zerquetschen und pervertieren. Der Lebensentzug war aber zugleich Licht für den Anwender, Finsternis für das Opfer und in diesem Falle als dritte Partei der Schatten als Vertreter der Technik an sich. Wobei diese Metapher einen kleinen Makel besaß, da man den Lebensentzug auch nutzen konnte ohne sich dabei zu heilen. Dann war es einfach nur noch eine barbarische Methode um jemanden zu foltern oder umzubringen. Hybris entsandte nun nicht einfach nur Fleisch verzehrende schwarzrote Energieblitze – die Aufgrund der Nähe zum Kopf der Frau aber nur als rötlich pulsierender Schimmer auftrat -, sondern auch eine darin enthaltende Woge aus „leerem“ Plasma, das gebunden an Hybris, nicht anders konnte als die zerstörten und in heilende Energien umgewandelte Zellen des Opfers zum Körper des Siths zu transportieren. Und damit diese bösartige Heilung auch genau da ansetzte wo Hybris es wollte, lenkte er den vitalen Strom um beziehungsweise hinderte ihn daran den Arm überhaupt zu verlassen. Und ab diesem Teil dieser Technik wurde es für Hybris unangenehm, denn er verstand den Mechanismus hinter dieser gezielten Heilung nicht. Für ihn war es, als würde er blind nach etwas tasten, von dem er nicht wusste wie es sich anfühlte. Während die Frau vor den Augen der Wissenschaftler rapide „alterte“, gelang ihre Lebensessenz – Hybris wusste nicht einmal wie er das überhaupt nennen sollen, so unwissenschaftlich war diese ganze Prozedur für ihn – mit Hilfe der Macht in seinen Arm und regenerierte dort all das was sein Mitternachtsblitze weggerissen hatte. Er brauchte nicht einmal bewusst etwas tun, denn die Zellen wussten schon selber welche Form und Funktion sie haben mussten und wurden deshalb auch dementsprechend umgewandelt. Wieder so ein Punkt der ihn gleichermaßen erfreute und ein seelisches unruhiges Zucken hinterließ.
    Der Schmerz wurde schwächer, dann zum Rückzug gezwungen und schließlich verblasste er zur Gänze. Ein Gefühl, als hätte er gerade geduscht und wäre nun ins Freie gegangen um sich vom Wind trocknen zu lassen, umschmeichelte ein paar wenige Herzschläge lang seinen unnatürlich schnell geheilten Arm und wurde dann durch die Wärme seiner Unterhandschuhe ersetzt. Über diese streifte Hybris dann auch noch die schweren schwarzen Panzerhandschuhe. Erst als er dann die Arme unter seiner nicht weniger schwarzen Sith Robe verborgen hatte und somit wieder wie ein finsterer Monolith inmitten sterilem Weiß und glänzendem Metall wirkte. Die elf noch übrigen Kollegen der Frau beherrschten sich äußerlich, konnten ihre Angst aber nicht vor dem Executor verbergen. Sie, die auf Grund ihrer Lügen von Hybris nicht getötet, sondern gefühlt in eine Hundertjährige verwandelt worden war, lag wie weggeworfen da und rührte sich grade so viel, das man nicht dem Trugschluss erlag das sie tot sei.

    „Geht zurück in eure Labore und helft den anderen die bisherigen Experimente zu beseitigen. Das niedergeschriebene und aufgezeichnete Forschungsmaterial aber wird nicht vernichtet. Kopiert es auf Datenträger und übergebt sie mir am Ende der Säuberung. Du. Du wirst dich um sie kümmern und so lange am Leben erhalten wie ich es für angemessen halte.“

    Der Mensch den er für diese Aufgabe ausgesucht hatte war zumindest auf den Körper bezogen der einzige der die Frau würde tragen können. Hybris hatte sich aber schon wieder abgewandt und betrachtete die Aufräumarbeiten im Labor. Anaster und Saphenus waren inzwischen verschwunden, Ares noch immer in einem der anderen kleinen Labore unterwegs und die Wachen und Wissenschaftler um ihn herum interessierten ihn nicht. Sich mit ihnen zu unterhalten wäre Zeitverschwendung, weshalb der Sith schließlich erneut seinen Kommunikator nahm und nochmals Yelm kontaktierte. Dieser sollte mit Rope zusammen arbeiten und das andere Schiff, das laut Anaster nicht flugfähig war, reparieren. Falls es denn möglich war. Nach einem kurzen Austausch von meist wenigen Worten setzte sich der Executor in Bewegung und begab sich zum Lift. Dort sollte Rope bald mit dem Anhänger des … K-sowieso … oder war es L-sowieso? - auftauchen und ihn hier abladen. Der Aufzug war auch in Bewegung, doch als er schließlich hielt, tat er es nicht auf seiner Etage. Was, wie Hybris einen Augenblick später feststellen durfte, auch nicht nötig war. Rechts neben sich an der Wand öffnete sich nämlich plötzlich eine vorher nicht als solche erkennbare Schiebetür und zwei bekannte Gesichter kamen zum Vorschein.

    Natürlich muss es auch eine Treppe geben, war Hybris erster Gedanke, dann ging er dem Duo auch schon entgegen und ignorierte, sobald er vor ihnen stand, den religiösen Spinner. Aber auch so war dessen Freude in der Macht zu spüren. Eine Freude die nicht lange wären sollte.
    „Hat er sein komplettes Wissen bezüglich seiner Religion preisgegeben?“ wollte er von Rope wissen, der für Droiden untypisch beinahe feierlich zu nicken versuchte. Da der Butler aber nicht im Besitz einer passenden Vorrichtung war, beugte er eher seinen kompletten Körper, doch was hinter der Geste steckte konnte man erkennen, vor allem da der Droide sie mit Worten zu unterstreichen versuchte. Hybris würgte ihn aber ab und machte dann eine wegwerfende Geste.
    „Weg mit ihm.“
    Zwei Wachen, die was auch immer grade getan hatten und plötzlich da waren, packten den Mann an den Armen und zerrten ihn weg. Er schien verwirrt zu sein, schien zu glauben das er jetzt irgendwie wichtig wäre und deshalb anders behandelt wurde. Ein Irrtum, selbstverständlich. Es gab zwar sentimentale Typen, die ihren Werkzeugen Namen gaben und die ihnen so wichtig waren wie Vertreter ihrer eigenen Rasse, Freunde und oder Familie, doch Hybris gehörte ganz sicher nicht zu ihnen. Eine Bindung aufzubauen, die über den eigentlichen Nutzen hinaus ging und die das Kosten-Nutzen-Verhältnis in die falsche Richtung ausschlagen ließ, war ein soziales Konstrukt das dem Sith Executor fremd war. Er wusste um ihre Existenz, konnte aber NICHT WIRKLICH nachvollziehen wieso es so viele taten. Schließlich war Freundschaft oder Bindung, egal ob nun im Bezug auf ein Lebewesen oder Gegenstand, mit derart vielen und unübersehbaren Schwachpunkten befleckt, das nur ein sentimentaler Idiot und Halb-Schwachsinniger darauf eingehen würde. Leider hatten das nicht alle seine Diener verstanden, weshalb ja auch Rope nach wie vor zu hoffen schien das irgendwann etwas zwischen ihnen entstehen würde. Glücklicherweise war Hoffnung etwas das nur selten gegen die Realität ankam. Meistens wurde sie davon zerquetscht und hin und wieder verkrüppelt irgendwo liegen gelassen.

    Nachdem Hybris Rope zurück zur Fury geschickt hatte, begab er sich – dieses mal die Treppe nutzend – zurück in die dritte Etage. Der eine oder andere Gefangene hatte ganz am Rande seine Machtwahrnehmung gestreift und würde sich nun etwas genauer betrachten lassen müssen...


    [Unbekannter Wanderplanet - Unbekannte Station nahe der Oberfläche des Kerns des Planeten -Zwischen E2 und E3 - Treppenschacht - Hybris]
     
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