Coruscant

- Coruscant - Honey House/Dach - Shane, Joseline -​

Shane lachte auf als er von ihr gebeten wurde die Umgebung und die Blumen zu beschreiben. Er hatte nicht wirklich große Ahnung von Planzen, zum Glück hatte Sarah ihn bei der Planzung über die Herkunft und alle wichtigen Fakten aufgeklärt.

Also diese Planzen hier sind von ihrer Farbgebung nicht spektakulär was man über ihren Duft allerdings nicht sagen kann. Nun stell dir einfach grünes Blattwerk und dicke rote Blüten vor. Warte....ich führe deine Hände zu einer der Blüten, keine Angst sie stechen nicht.

Sprach er und nahm sachte ihre Hände um sie an eine der höher gewachsenen Blüten zu führen. Wie erwartet nahm die Blüte unter ihren sachten Händen keinen Schaden. Und so kam es das Joseline sich die schön gewachsene Blüte betastete während Shane sie besah.

Die Planzen kommen von Naboo, Sarah hat sie sich von einem Gärtner aus Theed schicken lassen. Ein sündhaft teurer Spaß der es Sarah wert war um dieses kleine Paradies für sich so gut wie möglich zu gestalten. Nun um deiner zweiten Bitte nach zu kommen will ich dir über etwas mich erzählen. Der kleine Shane lebte bis zu seinem 15 Lebensjahr auf Alderaan, und war längst nicht so mutig wie die kleine Joseline, er hatt sich weder auf Speederbikes getraut noch mochte er es mit seinen beiden Geschwistern herum zu tollen. Alles was er tat war zu lesen und zu lernen und zu seinem geliebten Vater auf zu sehen.

Shane schloss die Augen als er an ihn dachte, seinen ganz persönlichen Helden, sein Vorbild das sicher enttäuscht gewesen wäre hätte würde er ihn so sehen.

Er war wie ich gestern sagte Pilot, ein sehr guter noch dazu, aber anscheinend gab es da draussen genau einen Imperialen Piloten der besser war als er und ihn abschoss.........wir hatten nichteinmal etwas was wir beerdigen konnten. Mir brach es beinahe das Herz, ich konnte von jetzt auf gleich meine Umgebung nicht mehr ertragen, mich selbst nicht mehr sehen......................nun irgendwann bin ich hier nach einigen Jahren der Flucht vor mir selbst und den Erinnerungen auf Coruscant gelandet. Völlig verarmt........ich war genau 20 Jahre alt als ich los zog und versuchte einer gewissen Sarah Kardas die Geldbörse zu stehlen............seitdem hat sich nicht viel geändert.


Weil es ihm unangenehm wurde über die doch finstere Vergangenheit nach zu denken wechselte er das Thema in eine Richtung die er schon einschlagen wollte seitdem sie es ausgesprochen hatte.

Du magst also Geschwindigkeit hm? Heute ist Shane zum Glück nicht mehr so ängstlich wie als Junge, er hat sogar ein ordentlich schnelles Speederbike in der Garage stehen. Lass es uns benutzen und eine riesen Runde drehen wenn der Widerstand erfolgreich war und die Jedi sich wieder frei bewegen können!


Damit wir uns frei bewegen können, damit wir nach oben können ungestört- dahin wo es schön ist ? da wo ich ihre Schönheit in der glänzenden Sonne betrachten kann. ?Langsam Shane, denk nichts was nicht, was wohl nie existent sein wird? versuchte er sich mental zu bremsen, es viel ihm schwer sich zu konzentrieren. Das war doch nicht real, das konnte doch einfach nicht real sein. Konnten solche Gefühle so rasch entstehen? Schon allein das man sich hier in der Hölle Coruscants fern jeglicher in Vordergrund stehnden Triebe zu jemanden hingezogen fühlen konnte war ja schon unwarscheinlich, aber dann noch so schnell? Utopie...................hatte er mit Joseline etwa sein ganz eigenes Utopia gefunden? Shane der sie immernoch so begeistert betrachtete als sei er ein kleines Kind das das erste mal die Sterne bereiste wusste es nicht, was er wusste das sich jede Phase seines Geistes und seines Körpers nach der kurzen Zeit die sie sich nun kannten nach ihr sehnte. Das war doch alles verrückt..............aber sie war so berauschend in jeglicher Hinsicht, so berauschend das er fast gewillt war eine Dummheit zu tun.

Ich sollte jetzt gehen Joseline.


Sprach er sehr nervös, seine Stimme blieb einigermaßen gerade. Jetzt sprach er etwas aus das fast so gewagt war wie die Handlung an die er gedacht hatte.


Hier unten ist alles schnellebig, fast surreal, dennoch weis ich das das was ich gerade denke und fühle rechtens und real ist. Dennoch, sollte ich jetzt gehen denn da du so wunderschön bist im Geiste wie mit jeder Phaser deines Körpers bin ich kurz davor eine Dummheit zu tun für die du mich hassen könntest weil ich mich so sehr aus dem Fenster lehne.


Er trat ein Stück näher an die Jedi, die mitlerweile die Blüte aus ihren Händen entlassen hatte, strich ihr eine rotblonde seidenweiche Haarsträhne aus dem ebenmäßigen Gesicht und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Ihren angenehmen Duft einsaugend versuchte er das Kribbeln das ihn durchfuhr zu unterdrücken, es war eine bloße Wonne so nahe bei ihr zu sein.


In meiner Fantasie war es nicht deine Wange die ich küsste. Vergib mir das ich dir hiermit zu nahe getreten bin, doch ich konnte nicht anders, ich weis nicht was mit mir los ist seitdem ich dich hier habe. Das ist alles surreal, das ist nicht richtig das so einer wie ich sich einer reinen Person wie dir so nähert! Vergib mir mein Fleisch war schwach!

Immernoch stand er dicht viel zu dicht bei ihr.

Ich sollte gehen, ich sollte gehen aber ich kann es nicht!

- Coruscant - Honey House/Dach - Shane, Joseline -​
 
- Coruscant ? City ? Nathaniels Wohnung ? Mit Jibrielle ?

Sie verschwendete keinen Gedanken daran, was Jibrielle über ein paar Probleme sagte, die sie gehabt hatten. Das Thema wurde nur angerissen, Akemi verstand jedoch zugleich zwei Dinge: zum einen ging sie das nichts an, sie war schon lange kein Teil der kämpfenden Republik mehr und zum anderen interessierte es sie nicht, denn sie war nur fähig das aufzunehmen, was die Padawan tatsächlich über Cris zu sagen hatte. Viel hatte Jibrielle nicht mit Cris gesprochen, anscheinend hatten sie sich nur kurz kennen gelernt, dennoch hatte sie einen bestimmten Eindruck von ihm gewinnen können. Sie beschrieb ihn als bedrückt, zerknirscht und traurig. Akemi fühlte nichts. Sie nahm die Worte in sich auf, ohne recht zu wissen, was sie mit ihnen anfangen sollte. Sie hätte froh sein können, dass es Cris so erging, nachdem auch sie so lange gelitten hatte, aber sie hätte auch traurig sein können, dass es ihm so schlecht ging. Tatsächlich war es eine Überraschung überhaupt etwas von ihm zu erfahren. So lange hatte sie ohne Nachricht von ihm gelebt und auf einmal, an einem einzigen Tag, traf sie zwei Menschen, die ihr etwas über ihn erzählen konnten. Jibrielle beugte sich vor und nahm Akemis Hand, während sie ihr versicherte, dass sie sich nicht schlecht fühlen musste. Für ein paar Sekunden musste die junge Schauspielerin die Tränen zurück kämpfen. Jibrielle war sehr nett und verständnisvoll. Es tat gut mit ihr zu sprechen, auch wenn sie sich eigentlich überhaupt nicht kannten ? oder war gerade das der Grund, warum sie das Gefühl hatte mit ihr reden zu können? Geweint hatte sie heute bereits genug, darum hatte sie nicht vor sich noch einmal an Jibrielles Schulter auszuweinen? aber vielleicht konnte sie ihr ein bisschen davon erzählen, was in ihr vor ging. Vielleicht war es nicht notwendig, dass sie wartete bis sie alleine war. Später, wenn sie alleine in ihrem Bett saß, würde niemand dort sein um ihr zuzuhören.

?Danke, dass du das verstehst.?

Sagte sie leise, ein kameradschaftliches Lächeln auf den Lippen.

?Obwohl du mich eigentlich für weinerlich halten musst!?

Sie sagte die Worte mit Humor, um die Situation aufzulockern und weil sie ihre Tränen nicht wieder die Oberhand gewinnen lassen wollte.

?Es tut ganz gut, darüber zu sprechen. Ich habe mit Nathaniel darüber gesprochen, er kennt Cris? und meine? Geschichte, aber das ist jetzt auch schon eine Weile her. Außerdem??

Sie schüttelte den Kopf und holte tief Luft. Nathaniel wusste nicht alles. Er wusste nicht, was sich zwischen Akemi und Richard ergeben hatte und sie konnte nicht mit ihm darüber reden. Das war einfach unmöglich.

?Nathaniel und ich sind wirklich nur gute Freunde. Wir waren früher mal kurz in einander verliebt, aber das hat sich schnell gelegt. Danach bin ich mit Cris zusammen gekommen.?

Sie zuckte mit den Schultern, das war zumindest die Kurzfassung.

?Cris hat mich verlassen.?

Das war der schwierigste Teil.

?Wir waren auf Naboo und ich habe ein Interview und ein Fotoshooting gegeben. Wir hatten eine leicht komplizierte Phase, aber das hätte sich wieder gelegt, dachte ich jedenfalls. Am nächsten Morgen war er verschwunden. Ich habe ihn nie wieder gesehen.?

Sie atmete schwer, die Gefühle jenes Tages standen ihr wieder deutlich vor Augen. Sie sah Selby, wie er auf sie zukam und ihr von Cris erzählte.

?Er hat unserem Piloten, der mit uns für den Geheimdienst arbeitete, gesagt dass er ging. Er sagte, Selby ? der Pilot ? solle auf mich aufpassen. Das war alles.?

Ein paar Tränen hatten sich nun doch in ihre Augenwinkel geschlichen und drohten sich ihren Weg ihre Wangen hinunter zu bahnen, doch Akemi schluckte sie hinunter. Es tat weh, sich zu erinnern und wieder und wieder diese ganzen Fragen in sich aufsteigen zu fühlen. Bisher hatte sie nie Antworten erhalten, würde sich das ändern, wenn sie Cris wieder sah? Würde er ihr erklären, warum er gegangen war? Er konnte schlecht einfach nur da stehen, er würde etwas sagen müssen. Er konnte nicht glauben, dass sie sich mit Ausreden zufrieden geben würde.

?Ich würde gerne wissen, warum er es getan hat. Warum? und wieso ausgerechnet so!?

Sie war frustriert und das spiegelte sich in ihrer Stimme wieder. Akemi lehnte sich zurück und legte den Kopf auf die Sessellehne. Sie sah Jibrielle schräg vor sich sitzen. Sie fühlte sich wirklich verstanden von der Jedi-Padawan, die sie zum Nachdenken brachte mit ihrem letzten Satz. Sie hatte gesagt, dass die Gefühle, die man füreinander hatte, nie so ganz vergingen. Akemi wagte ein tapferes Lächeln. Wusste Jibrielle, was Akemi vorhin gedacht hatte? Wahrscheinlich konnte sie es sich denken, weil sie ähnliches erlebt hatte?! Möglich war das. Zumindest verstand sie sie auf angenehme Weise. Akemi nippte an ihrer Limonade.

?Ich weiß einfach nicht, was ich denken soll.?

Klagte sie leise.

?Meinst du, ich sollte Cris sehen? Was würdest du tun??

Fragend schaute sie das andere Mädchen an. Natürlich konnte ihr niemand diese Entscheidung abnehmen, aber sie wäre dankbar für einen Ratschlag von einer neutralen Person. Nathaniel war in dieser Hinsicht nicht objektiv genug. Er würde sie nicht aus dem Haus lassen und drohen Cris zu verprügeln, auch wenn das natürlich vollkommener Unsinn war und er, realistisch betrachtet, niemals eine Chance gegen Cris hätte. Trotzdem, er würde Akemi ausreden Cris zu sehen, weil dieser ihr so sehr wehgetan hatte und Nathaniel nicht wollen würde, dass das noch einmal geschah. Farlone hingegen, die zweite Person, die Akemi um ihre Meinung bitten würde, würde ihr raten sich ein neues Outfit zu kaufen. Für sie zählte nur, dass Cris gut aussah und ein Treffen wert war. In dieser Hinsicht war sie ein bisschen oberflächlich und verrückt. Damit jedoch waren Akemis Möglichkeiten, sich Rat ihrer Freunde zu holen, auch schon erschöpft. Mit Nella hatte sie nie über Cris gesprochen und außerdem hatte diese jetzt auch andere Sorgen. Hoffnungsvoll sah Akemi Jibrielle an. Die Meinung einer Jedi, selbst einer angehenden, zählte doppelt, oder nicht? Sie würde sich nach ihr richten, wenn ihr ihre Antwort gefiel. Akemi grinste schief. Das würde nur funktionieren, wenn sie denn wüsste, was sie eigentlich wollte und was ihr gefiel.

?Ich glaube, ich hätte Angst ihn wieder zu sehen.?

Gestand sie schließlich offen.

?Ich kann mir schlecht ausmalen, wie es wäre oder wie ich reagieren würde.?

- Coruscant ? City ? Nathaniels Wohnung ? Mit Jibrielle ?
 
|| Coruscant ▫ City ▫ Mittlere Ebenen ▫ Wohnhaus ▫ Wohnung von Azgeth || ▫ Azgeth & Chesara

Hätte die Schwarzhaarige noch einen klaren Gedanken fassen können, würde sie die Macht erneut hassen. Wieder und wieder starb ihr Bruder. Immer wieder rannte sie durch die Straßen und gelangte schließlich auf den Platz auf dem ihr Schicksal seinen Lauf genommen hatte. Wie eine perfide Schleife sah sie diesen Moment immer und immer wieder. Was jedwede körperliche Folter nicht erreichen konnte, wurde nun durch diese geistige und seelische Tortur vollbracht. An einer Stelle an der sich niemand eine Schutzschicht antrainieren konnte, an der man sich nicht auf die kommenden Dinge vorbereiten konnte, wurde Azgeth gequält. Ein wahrer Schritt in die Freiheit konnte niemals ohne Opfer getan werden. Bei dem einen war das Opfer moderat, bei dem anderen horrend. Der Weg, den die muskulöse Frau vor sich hatte, war steinig und schwer. Sie würde leiden müssen.

Die einzige Frage die sich stellte, war die ehemalige Sith stark genug? Überstand sie das Inferno? Sie zweifelte, im Angesicht des sich in die Unendlichkeit wiederholenden Horrors, daran. Egal wie oft sie den Ort des Unglücks erreichte, jedes Mal war sie zu spät. Nicht ein einziges Mal nahmen die Ereignisse einen anderen Verlauf. Es war der Moment, der sie ein Leben lang verfolgen sollte. Ein Entkommen gab es nicht. Entweder sie stellte sich der letzten Prüfung oder sie würde tatsächlich verloren gehen. Dies war der Nullpunkt ihrer Existenz. Sie konnte gewinnen oder verlieren. Sie wusste zwar nicht was sie gewinnen würde, doch verlieren würde sie alles. Letzten Endes sich selbst. Das was sowohl Darth Ilumina, als auch Azgeth Myrjal darstellte hörte die Jedi und gleichzeitig auch nicht. Nach außen hin war jedenfalls keine Reaktion sichtbar. Der Körper lag still und tat nichts.

Die Augen blickten leer gegen die Wand, während das Herz, unabhängig von all dem, seiner Arbeit nachkam. Es hatte in den letzten Tagen Höchstleistungen bringen müssen und war froh eine ruhige Schicht fahren zu können. Der Schmerz saß so unglaublich tief, dass sie ihn gar nicht mehr spürte. Ihr Verstand hatte sämtliche Wahrnehmung in dieser Hinsicht betäubt. Die Sekunden und Minuten verstrichen und nichts geschah. So manch einer würde vermuten die Ex ? Warrior läge im Wachkoma. Erst als sich die erste Träne löste und still und leise die Wange herunter lief, konnte dieser Befürchtung ihre Grundlage entzogen werden. Dieser Träne sollten noch weitere folgen, doch ein Laut löste sich nicht von den Lippen der gebrochenen Frau. Die Körperfunktionen umgingen die innere Folter und verhinderten bleibende Schäden, indem sie die Augenmuskeln zur Kontraktion anregten, damit die Augen nicht austrockneten. Der Wille zu sterben war ungebremst, doch der Trieb zu leben ebenso. Die Lippen der schwarzhaarigen Kriegerin bewegten sich, scheinbar Worte formulierend die sie bewusst gar nicht wahrnahm. Schwach und ohne Regung drangen diese in den akustischen Äther vor.


"Wie soll ich leben? Jeden Tag den Verlust vor Augen, den ich erlitt. Ohne ihn. Wie?"

Sie schüttelte schwach den Kopf. Es gab für sie keinen Sinn mehr im Leben. Welcher sollte dies denn sein? Wenn es Rache nicht war, blieb nichts mehr. Die Dunkelheit? Die dunkle Seite der Macht? Sie war das Instrument für ihre Rache gewesen, aber kein Lebenssinn. Sie kannte nichts anderes. Nach und nach wurden die Augen wieder normal und suchten vergeblich nach einem Fokus. Das Gesicht der blonden Jedi bot sich als ein solcher an.

|| Coruscant ▫ City ▫ Mittlere Ebenen ▫ Wohnhaus ▫ Wohnung von Azgeth || ▫ Azgeth & Chesara
 
§ > Coruscant <> Untere Eben <> Honey House <> Sarahs hintere Privaträume <> vor Lonnyalas Zimmer <> mit Lonnyala; Cris vor der Tür<§

Lonnyala sah Burell an. In dem Blick, den Burell von ihrer besten und ältesten Freundin aufnahm lag soviel. Ein ganzes Panorama der Dinge, die Lonnyala jetzt womöglich denken mochte, an die sie sich erinnern konnte, die sie vor ihrem geistigen Auge vorbeiziehen lassen konnte. Ihr Blick zeigte so viel und verbarg leider doch, wie es die Natur eines jeden Blickes ist, soviel, viel mehr als er zu zeigen in der Lage ist. Er lässt erahnen, woran die andere Person vielleicht denken mochte, doch eigentlich waren die Dinge, die man zu sehen glaubte, doch eigentlich immer nur die Sachen, die man selber dachte, die man selbst hoffte und fürchtete. Burell sah, wenn sie dieser innerlich wohl so traurigen Lonnyala in die Augen sah, ihren Blick erwiderte, soviel ... ihr Kennenlernen, die Momente trauter Zweisamkeit, wo der Verkauf ihres Körpers mal keine Rolle spielte, keine alles beeinflussende Tatsache und Wahrheit darstellte.

Lonnyala sagte etwas. Das sie es schon schaffen würde, irgendwie. Dass sie nicht wisse, wie Sarah reagieren würde. Dass sie vielleicht rausgeschmissen würde. Dass sie nicht genau wisse, wohin sie dann gehen würde. Ob Burell sicher war, dann auch mitkommen zu wollen ... was? Noch immer schien es als würde die Sinneseindrücke durch einen schweren Schleier dringen müssen, dumpf, fern, nicht wirklich wahr, nicht real ... zusehr war sie in den Bildern und Gedanken versunken, die sie in Lonnyalas Augen zu sehen glaubte ... doch ... was? Ob Burell sicher war, dann auch mitkommen zu wollen? ... aber natürlich


"... aber natürlich ..."

sagte Burell, und ihr Mund war ganz trocken, die Lippen verklebt, und der Blick klärte sich nur langsam. Sie blinzelte und schaute ihre Lonnyala nun fester an, schluckte und fuhr fort. Sie leckte über ihre Lippen und ihr Stimme war nun wieder hier, in diesem Raum und nicht mehr unter einem Schleier. Sie war sich sicher.

"... natürlich bin ich mir sicher! Du bist der einzige Mensch, der mir wirklich etwas bedeutet! Und du bedeutetst mir doch soviel!"

keuchte sie und viel ihrer Freundin um die Arme, drückte sie fest an sich und schluchzte tönend, doch weinte sie keine Tränen mehr. Sie zuckte am ganzen Körper, halb erleichtert, halb noch immer in Angst.

"Bitte, du musst mir glauben wie schwer mir das gefallen war! Ich würde lieber sterben als dich zu verraten!"

schniefte sie und rieb sich die trockenen Augen, sich kaum trauend Lonnyala weniger heftig zu drücken.

"Du bist alles was ich hab. Ich würde lieber sterben als dich zu verraten!"

Sie ließ langsam von Lonnyala ab, da diese nichts sagte. Sie schaute ihr ins Gesicht, doch Lonnyala war, plötzlich abgelenkt, schaute zur Zimmertür.

Natürlich, das Klopfen. Da war dieser Mann, Cris Sheldon, dessen Mitteilung von Sens Tod so heftig gewesen war, so erschütternd, dass sie sich garnicht mehr erinnern konnte, wie seine Stimme eigentlich geklungen hatte, ob sein Timbre tief oder hell war, ob er kalt oder mitfühlend geklungen hatte. Der Mann, der aber eigentlich völlig egal war, jetzt wo Lonnyala mehr zählte als jemals zuvor.
Lonnyala sagte etwas, Härte war in ihrer Stimme. Was, war er etwa hier um mit ihnen zu Schlafen? Um mit beiden Sex zu haben?
Aber nein, wohl nicht, Lonnyalas Unterstellung schien ihn hart zu treffen, zu entwaffnen, doch war das wichtig. Er sollte verschwinden. Sie würden sicher nicht beide mit ihm schlafen ... Burell würde es sicher nichteinmal alleine machen, wenn es nur ein Job wäre ... es wäre nämlich kein normaler Job, der Mann hatte ein Gesicht mit einer Geschichte, die sie nicht würde sehen wollen, wenn sie im Bett wären.
Aber wovon sprach er? Davon, dass Sarah Lonnyala vergeben hatte? Bei der Liebe des Himmels ... konnte das sein? was hieß das für Lonnyala? Was hieß das für beide?
Sarah wollte mit Lonnyala sprechen?

Burell sagte nichts, schaute ihrer besten Freundin nur wieder in die Augen. Sie war aufgestanden, als sie Cris erkannt hatte, und stand nun keinen Meter von Burell entfernt. In Burells Augen lagen nicht ausgesprochene Worte. Was würde sie jetzt tun? Konnte sie Lonnyala zu Sarah begleiten? Was würde Sarah sagen? Würde sie Lonnyala gehen lassen und vielleicht auch Burell?


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]Coruscant - City - Penthouse - mit Akemi[

"Ach, "weinerlich" ... was heißt das schon. Solche Sachen ... interessieren mich nicht, ich versuch gar nicht in solchen Kategorien zu denken. Was Zwischenmenschliches angeht, urteile ich nicht gern. Man ist wer man ist, oder? Dafür muss man sich bei niemandem entschuldigen."

sagte Jibrielle zu Akemi und gab ihr das wissende Lächeln zurück, das sie bekommen hatte. Gewiss war das alles nicht leicht für Akemi. Was wohl in ihrem Kopf vorgehen mochte. Die Schauspielerin von Bothawui erzählte Jibrielle viel von sich und Nathaniel, um wahrscheinlich auch bei dem Thema für Klarheit zu sorgen. Möglicherweise wollte sie es auch einfach nur einmal erzählen, wer weiß. Vielleicht war Jibrielle, jetzt wo die Barriere wohl überwunden war, auch ein gutes Ohr, das diese Worte ruhig hören konnte.

"Schön das ihr euch jetzt so gut versteht, nachdem ihr mal zusammen gewesen seit. Kommt selten vor."

meinte Jibrielle und nickte langsam. Bei ihren früheren Beziehungen hatte das nicht so ausgesehen. Leider. Ihr erster Freund, Dashiell, hatte das Waisenhaus verlassen, als er alt genug geworden war. Sie hatten sich kurz vorher bitter getrennt und seit dem hatte sie nie wieder etwas von ihm gehört. Das war jetzt schon fast 3 Standardjahre her, doch war es ihr als sei das alles gestern gewesen. So frisch schienen die Erinnerungen, trügerisch, weil sie sie oft genug hervorholte.

Cris hatte sie also verlassen. Ja, soetwas hatte sie sich gedacht ... oder hatte es Chesara oder Akemi selbst zuvor schon erwähnt? Jibrielle wusste es nicht mehr.
Bei dem Gedanken an ihre Trennung von Dashiell damals, fiel ihr ein, dass er es zwar gewesen war, der sie verlassen hatte, doch war sie wohl nicht ganz schuldlos daran gewesen. Vielleicht gehörten immer zwei dazu. Doch sie hatte weder damals noch heute schuld empfunden. Sie hätte sich selbst belügen und verleumden müssen, hätte sie ihm nicht erzählt, dass sie genauso Mädchen mochte wie Männer. Sie hatte ihn deshalb nicht weniger geliebt. Nein, an Liebe hatte es nicht gelegen. Doch etwas in ihr wusste einfach, das Liebe der Seele und Liebe des Körpers, wenn es denn diese beiden Dinge in irgendeiner Weise gab, nicht unbedingt immer zusammengehören mussten. Die eigenen Natur verleugnen wollte sie nicht, konnte sie nicht, hat das nie in Betracht gezogen, und er hatte sie verlassen.

Akemi sprach weiter und obwohl immer sich immer wieder Erinnerungen an die Oberfläche bahnten, hörte die Padawan aufmerksam zu und verstand gut, wovon die Schauspielerin sprach. Jibrielle konnte ihr das alles gut nachfühlen, spürte das im Herzen. Hatte das noch oder schon was mit der Macht zu tun? Sie hoffte stumm und unformuliert, dass die Menschlichkeit in ihr sie dazu völlig ausreichend befähigte. Vielleicht gab es aber auch keinen Unterschied zwischen der Macht und dem, was einen ausmacht, die Menschlichkeit.
Der Trost, wenigstens zu wissen, warum Dashiell gegangen war, hatte Akemi nicht gehabt. So musste der verlust viel schwerer zu ertragen gewesen sein.
Sie wusste nicht was sie denken sollte und ob sie Cris wiedersehen sollte. Sie wollte wissen, was Jibrielle darüber dachte, was sie an ihrer Stelle tun würde.


"Oh, ich weiß nicht ..."

sagte Jibrielle und zog die Augenbrauen hoch und zusammen, dachte scharf nach. Wie sollte sie darauf anworten, sie konnte doch Akemi diese Entscheidung nicht abnehmen. Sie wusste doch nichtmal einen Bruchteil an den Dingen, die zwischen ihnen vorgefallen waren und die sie fühlten. Sie wusste kaum etwas das wichtig war, damit Akemi eine richtige Entscheidung treffen konnte. Oder doch?
Wieder sah sie Dashiell vor sich? Konnte sie das vergleichen? Was hätte sie getan an Akemis Stelle? Vielleicht flüsterte ihr in diesem Moment eine tonlose Stimme etwas zu. Wenn sie heute die Chance gehabt hätte, ihn wiederzusehen, hätte sie es getan?

Jibrielle dachte an all die Worte die zwischen ihnen gefallen waren und die Gedanken in den Wochen danach. Am Ende war nichts als leichter, bitterer Schmerz geblieben und die Wunde bald verheilt. Nein, sie würde ihn wohl nicht wiedersehen müssen. Vielleicht, würde sie wieder zu ihm gehen, doch nicht um irgendwas zu verändern, nicht um etwas zu erfahren über sich oder ihn, nicht um der alten Zeiten willen. Die Gefühle in ihr waren doch gerade nur noch Erinnerungen, Abbilder dessen, was gewesen war. Sie schloss kurz die Augen und spürte, wie sie keine Kraft mehr in seine Richtung zog, wo immer er war. Und sie glaubte zu fühlen, wie vielleicht eine Kraft in Akemi war, die durchaus an ihr zog. Eine Art Wille vielleicht, gezähmt und ängstlich, verletzt. Vorsichtig, sicher. Sie und Akemi hatten sicher nicht dasselbe erlebt und sicher, fühlten sie nicht gleich darüber. Akemi gestand ihre Angst und das sie nicht wisse, was passieren und wie sie reagieren würde. Die Padawan wog ihre Worte gut ab und versuchte zum Ausdruck zu bringen, was sie fühlte.


"Weißt du ... natürlich kann ich dir die Entscheidung nicht abnehmen ... aber ich glaube, dass wenn ich in deiner Situation wäre ... ich würde versuchen wollen mir Klarheit zu verschaffen, und sei es nur um damit abzuschließen. Ich meine ich empfinde nichts mehr für meinen ersten Freund Dashiell, die Sache ist für mich nur noch eine Erinnerung und ich habe keinen Drang mehr danach, irgendetwas daran zu ändern. Mich quält es nicht mehr. Wenn du aber das Gefühl hast, du brauchst ein Widersehen um vielleicht ein wenig mehr Frieden für dich zu finden und ... wenn du mehr Klarheit über dich und für dich willst, dann solltest du ihn vielleicht wiedersehen. Ich glaube wenn ich vor dieser Entscheidung stünde, würde ich ihn treffen wollen, weil die Sache sonst vielleicht noch lange Zeit nicht wird ruhen können. Für mich ist eine der schlimmsten Dinge die nagende Ungewissheit. Du wirst schon sehen, wie du reagieren wirst, aber vielleicht wirst du es nie wissen, ohne es zu tun."

Jibrielle versuchte ihr ein aufmunterndes Lächeln zu schenken und hoffte inständig, ihre Worte waren Akemi Rat und Aufmunterung gewesen, die sie gesucht hatte. Was für ein Mann Cris auch immer war, Akemi verdiente es sicher nicht so zu leiden, obwohl die Trennung doch schon einige Zeit her war. Ob er ihr Herz zurückgewann oder ob sie es wieder jemandem anderen geben könnte, voll und ganz. Ob sie alles zwischen sich bereinigen könnten oder ob die ganze Sache in einem unschönen Streit endet, hauptsache Akemi könnte damit fertig werden. Darum ging es wahrscheinlich am Ende immer, denn was quält einen mehr als Ungewissheit?

]Coruscant - City - Penthouse - mit Akemi[
 
untere Ebene - Honey House - Dach ? mit Shane

Vor Jo?s Geist zeichnete sich ein genaues Bild jener betörend duftenden Blumen, während Shane sie beschrieb und als sie die seidig weichen Blütenblätter zwischen ihren Fingern fühlte, vergas sie für einen Augenblick alles Andere. Den Ort, an dem sich dieser zauberhafte Garten befand. Die Situation in der sie alle waren. für ein paar winzige Sekunden war das alles nicht existent. Für ein paar Sekunden gab es nur diesen wunderbaren Garten und Shane, dessen Nähe so angenehm war. Jo konnte nicht sagen wie lange sie sich nicht mehr so entspannt und frei gefühlt hatte.
Doch Unbeschwertheit war nun einmal ein so seltenes und rares Gut, das sie ihr selbst jetzt nicht lange vergönnt war. Shane?s Bericht über seine Kindheit. Jo hatte es wissen wollen und sie war froh das er es ihr erzählte. Aber sie war trotzdem betroffen, verstand noch jedoch auch wie ein Mensch wie er hier her geraten konnte. Dieser unselige Krieg, zerstörte so viele Leben. Es war furchtbar! Und doch hatte dieser Krieg sie auch zusammen geführt. Ohne die Kette an Ereignissen, die geschehen waren, hätte sie ihn nie kennen gelernt.
Ruckartig hob Jo ihren Kopf, lies die Blüten, die sie noch immer Gedankenverloren befühlt hatte, los und strahlte Shane an.


Ich liebe Geschwindigkeit! Und ich wäre sehr glücklich wenn wir eine Runde drehen könnten. Ich freue mich schon sehr darauf. Das ist jetzt fest abgemacht, da kommst du nicht mehr raus!

Lachte sie ihm entgegen und wurde im nächsten Moment sehr ernst.
Gehen? Wieso? Hatte sie etwas Falsches gesagt?
Die Versuchung seine Empfindungen mit der Macht zu fühlen war sehr groß, doch Jo zwang sich es nicht zu tun! In der kurzen Zeit, in der sie ihn kannte war er ihr so wichtig geworden, das sie ihm nicht so zu nahe treten wollte. Sie riss sich sogar zusammen um nicht einmal jene Art des vorsichtigen herantasten, die sie sonst fast selbstverständlich verwendete und die noch lange kein Einbruch in die Privatsphäre eines Wesens bedeutete, an zu wenden.
So war ihr aber auch völlig unklar wieso er gehen wollte. Hatte sie etwa falsches gemacht oder gesagt? Irritiert war sie von seinen Worten und die, nun noch darauf folgten irritierten sie Anfangs noch mehr. Erst langsam wurde ihr klar was er sagte. Was er meinte. Wie er es meinte.
Eine Dummheit? Sie ihn hassen?
Noch bevor sie fragen konnte zog er sie näher zu sich und dann fühlte Jo einen zarten Hauch auf ihrer Wange, der in ein Glühen über ging, das erst ihr Gesicht erfasste und dann wie ein Virus ihr Blut zu befallen schien. Ihr Herz schlug schneller als Shane erklärte wie er im Moment fühlte und Jo wusste, das ihre Gefühle nicht anders waren. Hin und her gezerrt von einer Anziehungskraft, die sie nicht erklären und erst recht nicht beschreiben konnte und diese so furchtbaren Unsicherheiten.
Sie schwieg. Viel zu lange wie ihr schien, denn bei allem was ihr durch den Kopf ging, eines wollte sie nicht. Das er ging!


Bitte bleib!

Waren deshalb auch ihre ersten Worte, die sie heraus bekam während sie nach seiner Hand griff um ihn auf zu halten.

Ich bin nicht das reine Wesen, das du in mir sehen willst! Ich habe ein einfaches Leben und auch wenn ich nicht stolz darauf bin, ich habe schon getötet. Das Leben, auch mit seinen Niederungen, ist mir nicht fremd. Ich existiere nicht in einem Elfenbeinturm und ich fühle mich bei dir so wohl, weil du in mir die Frau siehst und nicht vorrangig die Jedi.
Bitte stell mich nicht auf ein Podest, auf das ich nicht gehöre. Es ist einsam auf Podesten und ich möchte nicht einsam sein.


Dann, sie wusste gar nicht wie es eigentlich geschah, zog sie sich noch näher zu ihm heran, schlang den noch freie Arm um seinen Hals, stellte ich etwas auf Zehenspitzen, drückte sich ganz dicht an ihn und küsste ihn. Küsste ihn so wie er sich gerade nicht getraut hatte sie zu küssen.
Sekunden schienen sich diesem Moment in die Ewigkeit zu dehnen. Wie lange hatten ihre Lippen die eines Mannes nicht mehr auf diese Weise berührt? Es war wie Shane gesagt hatte surreal. Aber es fühlte sich keines Falles falsch an.
Nur langsam lösten sich ihre Lippen von den Seinen und dann wurde Jo rot, senkte Schuldbewusst ihren Kopf und löste sich etwas von Shane.


Verzeih.

Flüsterte sie leise und fragte sich was sie hier tat. Sie sog einen anständigen, liebenswerten Menschen in etwas, das erschreckend schnell ging und so abstrakt war, das sie nicht wusste wohin es führte. Außerdem würde es ihm mit Sicherheit nur Schwierigkeiten bringen. Jedi zu beherbergen war schon gefährlich genug. Eine? ja was eigentlich...?? Nun jedenfalls war es gefährlich genug einen Jedi auch nur zu kennen. Mehr grenzte in diesen Zeiten an Selbstmord.

untere Ebene - Honey House - Dach ? mit Shane
 
|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Honey House ▫ Hinterausgang || ▫ Vorin & Mara

Lang blieb das Mädchen in ihren Qualen nicht allein. Vorin erschien nur wenig später an ihrer Seite. Zog sie auf die Beine und wollte wissen was sie hier draußen tat. Mara die noch immer in ihrem Gefühlschaos steckte, bemerkte allerdings, dass er getrunken haben musste. Er roch eindeutig nach Alkohol und genau dies war es, was sie nun erneut wütend machte. Anstatt für sie da zu sein, gab er sich dem Alk hin. Mit einer Intensität, die Mara sich nicht hatte vorstellen können schob sie Vorin von sich weg. Ihre leeren Augen zeigten nun Zorn. Sie war noch immer wütend auf ihn und nun war diese Wut noch stärker als zuvor. Er hatte sie allein gelassen. Sie im Stich gelassen und hatte sich betrunken. Jetzt wollte er ihr wohl helfen mit ihren Gefühlen klar zu kommen wo er selbst nicht einmal mit sich selbst klar kam.

?Du hast getrunken! Nein du hast mehr als getrunken. Du bist widerlich! So was von widerlich. Wo warst du? Reicht es nicht mich so schon im Stich zu lassen? Du willst mir helfen? Ausgerechnet du, der du dich selbst nicht im Griff hast! Welche Hilfe ist das? Lass mich in Ruhe Vorin! Geh mir aus dem Weg?.

Mara brach ab. Verschluckte sich fast an ihren Worten. Was sie sagte ergab alles keinen Sinn. Wo sollte all dies hinführen? Mit bitterer Mine sah sie ihn an, denn Mann, die sie glaubte zu lieben und vielleicht es auch noch tat. Aber ihre Gefühle waren versunken im Chaos. Sie wusste nicht was sie sagen, was sie denken und fühlen sollte. Sie war nicht sie selbst. Hörte dies denn nie auf? Warum? Warum nur. Was wollte sie, was empfand sie, was sollte denn aus ihr werden.

?Ich weiß nicht wer ich bin! Noch weiß ich was ich bin. Wohin gehöre ich? Was soll ich tun? Ich weiß nicht einmal was ich fühlen soll. Dass alles ist ein Chaos. Völlig verrückt. Ich verstehe es nicht und es macht mir Angst. Ich habe Angst Vorin. Angst vor der Zukunft, vor dem was kommen könnte. Was geschehen wird. Was soll aus mir werden? Was? Bin ich dazu verdammt zu leiden oder gibt es etwas in meinem Leben was ich noch erreichen soll? Wo besteht der Sinn? Wo ist die Hoffnung? Was ist Real und was einen Lüge? Wer bin ich oder was soll ich sein.?

Fragend sah sie ihn an. Nicht wissend welche Antwort er darauf geben würde. Konnte er helfen? Würde er Licht in die Dunkelheit bringen? Sie hatte alles verloren. Alles was ihr wichtig war und zurück war nichts weiter geblieben als ein Scherbenhaufen. Vor diesem Stand sie nun und sie brachte es nicht fertig die Einzelnen Fragmente zusammen zu fügen, damit ein ganzes entstehen konnte.

?Wenn das Leben bedeutet zu leiden hat es keinen Sinn. Wenn es bedeutet zu sehen wie was stirbt ist es bedeutungslos. Alles stürzt zusammen, ist dem Untergang geweiht. Ich sehe so viel und kann es nicht verändern. Es gibt Ereignisse, die unabänderbar sind. Der Sinn des Lebens, worin besteht er? Was ist der Zweck unserer Existenz? Ich will nicht mehr, ich will nicht mehr leben. Alles ist so sinnlos geworden. Ich stehe hier auf einem Planeten vor einem Gebäude. An einem Ort zu dem ich nie wollte. Ich war dagegen, habe mich gewährt und niemand hat es verstanden. Ich wollte nicht hier her, ich wusste dass es falsch war, aber euch ist nichts Besseres eingefallen als zu behaupten ich würde ich für was Besseres halten. Warum denkt ihr nicht erst nach? Ihr seid Jedi! Du bist ein Meister, Jo eine Großmeisterin und doch, doch seit ihr nichts im vergleich zu den Gewalten der Unberechenbarkeit. Ein Witz, nichts weiter. Mein Leben ist so betrachtet nicht mal nichts sondern viel weniger. Gibt es noch eine Steigerung all des leides all der Qualen? Ja es gibt sie. Das Universum ist voll davon.?

Sie schüttelte den Kopf hielt Vorin auf Distanz. Sie konnte es im Moment nicht ertragen von ihm im Arm gehalten zu werden. Ihr Verstand spielte verrückt.

?Wo ist die Wahrheit? Was ist Lüge? Ich wäre lieber Tod und an Charons Seite. Er war der einzige, der je für mich da war. Er hatte Interesse. Bei ihm fühlte ich mich als jemand. Selbst Mara hat mich allein gelassen. Wo soll vertrauen existieren, wenn nicht einmal die Jedi einem glauben? So soll vertrauen existieren, wenn einem nicht geglaubt wird? Welchen Sinn hat es dann noch weiter zu kämpfen? So viele Fragen und doch keine Antworten. Ihr alle seid nicht besser. Ihr lauft umher und gebt vor allwissend zu sein, glaubt das richtige zu tun, sorgt für andere und seid nicht mal in der Lage jene aus euren eigenen Reihen zu behalten. Sie gehen unter und es interessiert nicht einmal.?

Wieder schluckte sie. Schluckte den Zorn mit hinunter biss nichts mehr da war. Jegliches Gefühl verschwand und zurück blieb erneut eine leere. Der Sinn, sollte es zuvor einen gegeben habe, war nun auch verschwunden. Wünsche, Hoffnungen, Ideale, sie existierten nicht mehr. Maras Augen wurden erneut leblos. Der Glanz verschwand und hinterließ nichts außer Schrecknis. Sie stand ihrem Freund gegenüber, der sie ansah als wäre ihm der Schock in die Glieder gefahren. Vorbei, endgültig vorbei war alles. Unnütz. Das Mädchen sah sich einen langen Moment um. Sie wusste nicht wohin sie gehen sollte oder was sie tun sollte. Genauso gut konnte sie hier stehen bleiben und warten. Warten auf Erlösung, warten auf den Tod. Würde es eine andere Entscheidung geben? Sie wusste es nicht, wollte nicht einmal darüber nachdenken.

|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Honey House ▫ Hinterausgang || ▫ Vorin & Mara
 
Coruscant ~//~ Untere Ebenen, geheimes Hauptquartier ~//~ Walter, Criid, Caffran

?Hier, hier und hier werden die Männer von Neun und Zehn die Sprengsätze deponieren.?

Ein Teil der Widerstandsgruppe von Walter hatte sich in der kleinen Halle versammelt, die man wohl als provisorisches Hauptquartier berachten konnte. Provisorisch vermutlich deshalb, weil es sich bei den aufgestellten Gerätschaften vor allem um transportable Dinge handelte, sie sich im Falle einer Entdeckung entweder mitnehmen oder ohne große Verluste zerstören ließen.
Im Augenblick befand sich dieses HQ unterhalb einer stillgelegten Fabrik unweit der unteren Ebenen.
Walter war gerade dabei, den geplanten Anschlag durchzugehen, der einer kleinen Kaserne der Weißröcke in der Nähe des Honey House gelten sollte. Einer der Kundschafter der Gruppe war zu Ohren gekommen, dass dort eine neue Lieferung an Waffen, Sprengstoffen und neuen und somit noch unerfahrenen Soldaten für heute Nachmittag erwartet wurde. Was lag da also näher, als sich genau dort und genau heute mit Nachschub an dringend benötigten Hilfsmitteln zu versorgen und obendrein noch ein paar der verhassten Sturmtruppen in den Tod zu schicken?

Criid, in einen der schwarzen Kampfoveralls gehüllt, die sie und Caff in ihrem sicheren Versteck vorgefunden hatten, saß schweigend dabei und betrachtete Walter mit zunehmender Sorge.
Seine Art zu reden, die Kaltblütigkeit, die sie dabei herauslesen konnte, war ihr früher nie aufgefallen. Was hatt ihn so verändert, dass ihn zu so rabiaten Mitteln greifen lies?
Waffen- und Sprengstoffbeschaffung sahen ihm ähnlich ? nicht aber, dass er dabei ganz bewusst ein paar Soldaten mit in den Tod reißen wollte. Unvermeidliche Verluste einzukalkulieren war schon immer seine Sache gewesen, aber nicht dieser unbedingte Wille zu töten, den er jetzt an den Tag legte.


?Bis die Weißröcke gemerkt haben, was los ist, werden Vier, Fünf und Sechs mit ihren Trupps hier, hier und hier eindringen, alles was möglich ist auf die Transporter laden und dann verschwinden. Sieben und Acht kommen mit mir, wir geben euch Feuerschutz, Zwei und Drei decken anschließend eure Flucht. Das wäre dann alles. Irgendwelche Fragen??

Sieben und Acht, das waren Caffran und Criid. Aus Sicherheitsgründen und obwohl man auf einer verschlüsselten Frequenz senden würde, würde man während der Aktion nur unter Zuhilfenahme von Nummernbezeichnungen kommunizieren.
Nein, man hatte keine Fragen mehr. Walter ordnete noch einen Vergleich der Chronos an und jeder der Anwesenden packte seine Ausrüstung zusammen. Anschließend verteilte man sich auf die Transportergleiter und Speederbikes, die man für den Anschlag eigens ?besorgt? hatte - ?ausgeliehen?, so hatte Walter es genannt.


'Was immer das auch heißt' sinnierte Criid, während sie hinter Caff auf dem ihnen zugeteilten Speederbike Platz nahm. Vermutlich war es ehemaliger Besitz vorbildlicher imperialer Bürger. Fahrzeuge aus dem Bestand von armen Bewohnern der Unterschicht zu besorgen, traute sie dem blonden Hünen eigentlich weniger zu.

Eine halbe Stunde später waren sie vor Ort angekommen. Den letzten Weg zu ihrem Versteck würden sie zu Fuß zurücklegen müssen.
Schweigend, die verordnete Komm-Stille streng einhaltend, schlichen sie sich zu den Punkten auf und in den umliegenden Häusern, die ihnen einen guten Überblick über Umgebung und obendrein einen direkten Sichtkontakt zum Inneren des Kasernenhofes boten.
Es handelte sich um eine recht neu errichtete Kaserne, wie Walter sie im Vorfeld informiert hatte. Eine, die entstanden war, als das Imperium hier schon recht gut Fuß gefasst hatte und sich vermutlich so sicher fühlte, dass einige sicherheitsrelevante Dinge vernachlässigt worden waren. Außerdem ? wer sorgte sich schon um das Wohlergehen von Bewohnern der Unterschichten? Dem Imperium schien es vor Ort reichlich egal zu sein, welche bewaffneten Banden hier ihr Unwesen trieben und ob ein paar der Bewohner nun freiwillig oder unfreiwillig in das Jenseits gingen? Wen interessierte das schon?
Im Grunde handelte es sich ausschließlich um eine Einrichtung zu imperialen Repräsentationszwecken, wie sie hervorragend zu dem heute gesendeten Holonetbeitrag passte. Criid schnaubte unwillkürlich, wenn sie daran auch nur dachte. Der Bevölkerung hier unten würde es reichlich schnuppe sein, welcher der beiden Sith nun der Nachfolger des ebenso unwichtigen Imperators sein würde.
Hier unten zählte nur der, der half die Not zu lindern und den Druck der Besatzer (ja, in diesem Sinne dachten einige tatsächlich noch) zu mildern. Kein Wunder, dass Walters Organisation so viele freiwillige Helfer hatte...


?Neun, klar und bereit!?

Zehn, klar und bereit!?

Es konnte also losgehen.

?Auf mein Zeichen. Zehn Sekunden ab jetzt ...?

Obwohl Walter ein Dach neben ihr und somit in einiger Entfernung von ihrem Fenster lag, war seine Anspannung deutlich heraus zu hören.
Auch Criid spürte, wie das Adrenalin durch ihre Adern schoss und die Luft zum Knistern brachte. Gleich war es soweit ? 5, 4, 3 ?........Criid wappnete sich für die kommende Explosion, die ihre Ohren zum Klingeln bringen sollte.


Coruscant ~//~ Untere Ebenen, Nähe des HH, Nähe imp. Kaserne ~//~ Walter, Criid, Caffran
 
- Coruscant ? City ? Nathaniels Wohnung ? Mit Jibrielle ?

Schweigend dachte Akemi über Jibrielles Worte nach. Sie wusste nicht, ob es das gewesen war, was sie hatte hören wollen. Zogen ihre Gedanken sie bereits in eine bestimmte Richtung? Es war so schwer dies auszumachen. Wäre Jibrielle an ihrer Stimme, sie würde gehen um Cris wieder zu sehen, um sich Gewissheit zu verschaffen, um Frieden zu finden, um Frieden mit ihm zu schließen. Die Schauspielerin nagte an ihrer Unterlippe. Es war unmöglich heraus zu finden, was das Richtige war, wenn man nicht wusste, wie man selbst darüber empfand! In ihr hatten sich so viele Emotionen und Gedanken eingefunden, dass es ihr einfach nicht mehr gelingen wollte sie einzeln zu sehen und zu begreifen. Ein Teil von ihr wünschte sich Cris wieder zu sehen, um mit all dem abzuschließen, der Rest von ihr jedoch wollte davon laufen, um sich der schweren Aufgabe nicht stellen zu müssen. Welchem Drang wollte sie eher folgen? Welcher war stärker?

Ihr Glas mit Limonade war leer und Akemi beugte sich hinüber zu dem niedrigen Tisch mit der Glasplatte, um es dort abzustellen. Sie fröstelte leicht, obwohl es herrlich warm im Raum war. Mistress Chesara hatte zuvor an diesem Tag vermutet, dass Akemi zu ihr gekommen war, um mit dem Thema Geheimdienst abzuschließen. Bezog sich dies vielleicht auch auf Cris? Wollte sie auch ihn und ihre gemeinsame Geschichte zu den Akten legen? Fähig wäre sie dazu nur, wenn der Fall abgeschlossen und alle Fragen beantwortet wären. Vielleicht musste sie ihn einfach noch einmal sehen. Ihr Com meldete sich mit einem dezenten Summen aus ihrer Handtasche, die Akemi vorhin auf den Boden geworfen hatte, als sie das Wohnzimmer betreten hatten. Sie erhob sich sofort, um nachzusehen, wer ihr geschrieben hatte, langte nach der Handtasche und ließ sich wieder lässig in den Sessel fallen. Anders als gewöhnlich, wenn sie sich erst durch den Inhalt der Tasche wühlen musste, um den gewünschten Gegenstand zu finden, griffen ihre Finger sofort nach dem Com. Die Tasche rutschte von ihrem Schoß, als sie ihre Nachrichten überprüfte und ihre Sitzposition änderte. Die Nachricht war von Richard. Unwillkürlich hoben sich Akemis Mundwinkel ein wenig. Sie wusste genau, was er ihr schrieb, noch bevor sie die wenigen Worte in sich aufgenommen hatte: ?Sehen wir uns heute??

Einen Moment lang starrte sie auf den kurzen Text und genoss das sanfte Vibrieren in ihrer Bauchgegend, bis sie sich wieder Jibrielles Gegenwart bewusst wurde. Peinlich berührt schob sie das Com in ihre Tasche zurück. Zwar war Jibrielle noch keine ausgebildete Jedi und erst sehr kurz Padawan, dennoch hatte Akemi das Gefühl, dass sie viel mehr verstand als nur das, was man ihr erzählte. Theoretisch war dies nicht weiter schlimm. Sie kannte weder Nathaniel, noch Ecile, noch Nella und schon gar nicht Richard. Es würde kein Problem darstellen, wenn sie Bescheid wusste. Und hatte sie nicht gerade eben gesagt, dass sie nicht gerne über andere urteilte? Vielleicht wäre Akemis Geheimnis gut bei ihr aufgehoben, vielleicht konnte sie mit Jibrielle darüber sprechen und es würde ihr gut tun, ihre Gedanken mit jemandem zu teilen. Allerdings, bis zu einem gewissen Grad, fürchtete sie, dass Chesara davon erfuhr. Sie war es gewesen, die mit Cris gesprochen hatte. Würde sie ihm alles erzählen, was sie über Akemi wusste? War es schlimm, wenn er im Bilde war? War es schlimm, wenn er es nicht war? Was sollte sie denken?


?Es ist so schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen.?

Sagte Akemi niedergeschlagen. Sie folgte meistens ihrem Bauchgefühl, manchmal machte sie sich zu wenig Gedanken über die Folgen ihrer Entscheidungen, doch dies hier war anders. Es war, als könne sie nicht instinktiv handeln, weil ihre Instinkte blockiert waren.

?Ich sollte in Ruhe darüber nachdenken.?

Entschied sie schließlich und sah sich selbst wieder alleine in ihrem Bett sitzen, mit einer Tasse heißer Schokolade und dem gerahmten Bild in ihren Händen, das Cris und sie auf Bothawui zeigte.

?Trotzdem danke für deine Hilfe. Ich weiß, ich muss selbst wissen, was ich will.?

Sie zog eine Grimasse, schüttelte sich und grinste. Sie wollte nicht mehr daran denken, nicht jetzt, denn in diesem Augenblick konnte sie nicht zu einer Entscheidung gelangen.

?Reden wir über etwas anderes.?

Schlug sie vor und warf einen Blick auf die große Uhr an der Wand. Es wurde später als sie gedacht hatte. So wie es aussah würde sie es nicht mehr schaffen Nella heute zu besuchen. Mit Richard sah es anders aus. Sie konnte auch später noch immer zu ihm fahren.

?Erzähl mir, wie es ist eine Jedi zu sein!?

Wechselte sie das Thema sehr plötzlich.

?Was kannst du schon alles? Hast du schon mit einem Lichtschwert gekämpft??

Über Jedi zu sprechen war eine gute Wahl gewesen, denn Akemi war schon immer von den ?Hütern der Galaxis? fasziniert gewesen. Sehr gut erinnerte sie sich an Joseline, ihre gemeinsame Mission auf Esseles und was die Jedi ihr damals gestattet hatte.

?Ich habe schon einmal ein richtiges Lichtschwert halten dürfen.?

Erzählte sie ein wenig stolz, auch wenn sie damit kaum mit Jibrielle würde mithalten können. Einmal in seinem Leben ein Lichtschwert halten zu dürfen war kein Vergleich zu all den wunderbaren Fähigkeiten, die die Jedi hatten.

?Eine Jedi namens Joseline hat mir damals erlaubt ihr Lichtschwert kurz in die Hände zu nehmen ? ganz vorsichtig natürlich nur. Es war super, ein tolles Gefühl!?

Obwohl sie lange nicht mehr daran gedacht hatte, stand ihr das Bild nun wieder ganz klar vor Augen. Jo war sehr vorsichtig gewesen und hatte gut aufgepasst, dass nichts passierte. Es war ein einmaliges Erlebnis gewesen.

- Coruscant ? City ? Nathaniels Wohnung ? Mit Jibrielle ?
 
- Coruscant - Mittlere Ebenen - Azgeths Wohnung - Mit Azgeth -

Für eine Weile dachte Chesara, die Frau vor ihr würde sich nie wieder regen. Die dunkelhaarige Sith, Azgeth, lag wie leblos auf dem Boden. Ihre Augen waren geöffnet, doch sie starrte ins Leere, schien keinen einzigen Punkt wahr zu nehmen. Sah sie etwas, das Chesara nicht sehen konnte? War sie erneut verloren in ihrer Erinnerung oder holte sie ihr Wunsch nach einer Realität ein, die es nicht geben konnte? Chesara betrachtete sie, ihre eigene Stirn in Falten gelegt. Sie wusste kaum, wie sie Azgeth noch helfen konnte. Sie hatte alles versucht, alles getan. Irgendwann sprach Azgeth, doch ihre Worte waren leer und ohne jede Aussicht auf Besserung. Sie blickte noch immer an allem vorbei, auch wenn sie sich beinahe endlos langsam Chesara zuzuwenden begann. Sie fragte, wie sie es nur schaffen sollte weiter zu leben. Sie würde den Verlust ihres Bruders jeden Tag vor Augen geführt bekommen, ihn niemals vergessen können, niemals vollständig sein ohne ihn. Natürlich hatte sie Recht damit. Ein solcher Verlust war schwierig, das war keine Frage. Dennoch gab es Möglichkeiten und Wege, sich wieder neu zu finden. In erster Linie musste ihr Wille vorhanden sein. Diesen konnte Chesara aber nur schwer entdecken. Azgeth hatte bis zum Ende kämpfen wollen, Sieg oder Niederlage wäre ihr am Ende egal gewesen. Ja, wie sollte sie leben, wenn sie es selbst nicht wollte?

"Immer ein Fuß vor den anderen..."

Erwiderte Chesara unbestimmt in leisem Tonfall. Nach Azgeths Machtausbruch und ihren erneuten Versuchen Chesara zu töten, war ihr die Stille willkommen.

"Es ist schwierig, aber nicht unmöglich."

Sie erinnerte sich wage, so etwas schon einmal zu Azgeth gesagt zu haben. Im Grunde wiederholte sie sich ständig, jedes Mal in der Hoffnung, ihre Worte würden nun endlich zu der anderen durchdringen.

"Gibt es nicht irgendetwas, das Ihr gerne tun würdet, irgendetwas, wovon Ihr schon immer geträumt habt...?"

Chesara erwartete nicht wirklich eine Antwort. Azgeths Bewusstsein war viel zu weit fort um solche Fragen beantworten zu können. Die Jedi fühlte sich, als spräche sie mehr mit sich selbst.

"Manchmal fühlt es sich so an, als hätten wir alles verloren und nur wenn wir genau hinsehen, können wir die vielen Möglichkeiten erkennen, die sich uns trotz allem noch bieten."

Ihre Stimme war nur ein Flüstern, während sie neben Azgeth auf dem Boden saß, die Knie angezogen. Behutsam strich sie über Azgeths ungleichmäßig geschnittene Haare. Der Nachmittag, an dem Azgeth sich selbst verletzt hatte, war ein Schock gewesen. Doch sie hatte ihn überwunden. Sie hatte so vieles überwunden, wie konnte sie überhaupt nur daran denken aufzugeben?

- Coruscant - Mittlere Ebenen - Azgeths Wohnung - Mit Azgeth -
 
Coruscant ~//~ Untere Ebenen, Nähe des HH, Nähe imp. Kaserne ~//~ Walter, Criid, Caffran

Der erste von drei Sprengsätzen ging bereits vorzeitig in die Luft. Criid hoffte innig, es wäre derjenige von dreien, der zuerst angebracht worden war - was automatisch implizierte, dass alle Beteiligten bereits in Sicherheit waren.

?Verdammt, verdammt, verdammt. Sithkacke.?

Doch sobald Walters fluchende Worte direkt nach der der Explosion der nächsten zwei, planmäßig detonierten Sprengsätzen über den Komkanal hereingekommen waren, wusste Criid sofort, dass etwas fürchterlich schief gegangen sein musste.

?Bereithalten.?

brüllte er ins Komm, sodass Criid unwillkürlich zusammen fuhr.
Gehorsam nahm sie ihren DLT-20A (imperiale Beute aus einem früheren, weniger spektakulären Raubzug) und spähte angestrengt durch das Zielfernrohr. Es dauerte eine Weile, bis sich der Rauch soweit verzogen hatte, dass sie etwas erkennen konnte, aber was sie sah verschlug ihr den Atem.
Offensichtlich hatte es den Trupp von Fünf ? Rob ? voll erwischt. Criid sah verstreute Trümmerteile ihres Transportgleiters und außerdem zwei der Männer ? verletzt oder bereits tot - am Boden liegen.


?Wir müssen da runter!?

Caffrans Stimme überschlug sich fast. Auch er schien geschockt.


?Die schaffen es nicht alleine. Dort, da kommen Sturmtruppen. Die werden sie umbringen, wenn wir ihnen nicht helfen.

?Halt die Klappe und schieß endlich.?

Walters Stimme klang beunruhigend gefasst.

?Besser sie erwischen sie nicht lebend.?

?Du willst doch nicht etwa ?.?

?Doch ich will. Es gibt höhere Ziele, als das Leben eines Einzelnen. Die Männer und Frauen, die sich auf mich eingelassen haben, wissen das.?

?Walter, du kannst nicht ...?

Criid hatte nach der ersten Benommenheit ihre Sprache wiedergefunden.

?Ich kann. Wir reden später darüber. Sieben - du kümmerst dich um Vier, Acht um Sechs. Ich übernehme Fünf.?

Ein Klicken in der Leitung bestätigte Criid, dass Walter die Verbindung beendet hatte. Sie schluckte und versuchte wieder Herr (oder besser Frau) über ihre Nerven zu werden. In ihrem Inneren wusste, sie dass er recht hatte, die Mission war unbedingt notwendig, weil die Hilfsmittel, die der Organisation zur Verfügung standen, zu Ende gingen und dies hier eine Gelegenheit war, die sich nicht so schnell wieder bieten würde. Es aber auch zu tun war eine ganz andere Sache, für die man schon reichlich abgebrüht sein musste.

Für einen Moment wurde die Sicht durch ihr Zielfernrohr unscharf, es dauerte einen Moment, bis sie ihre zitternden Finger wieder unter Kontrolle und den Transporter von Sechs klar erkennen konnte, der inzwischen bereits beladen und abfahrbereit schien.
Rein und raus ? es sollte eine schnelle Aktion, einfach durchzuführende Aktion sein. Leider traf das nur bei zwei Dritteln der Beteiligten zu. Einige von ihnen schien das Glück für heute verlassen zu haben ?....


Coruscant ~//~ Untere Ebenen, Nähe des HH, Nähe imp. Kaserne ~//~ Walter, Criid, Caffran
 
|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Honey House ▫ Hinterausgang || ▫ Vorin & Mara

Es war ja zu erwarten gewesen von ihr zurückgestoßen zu werden, doch die Litanei daraufhin war erstaunlich. Sollte sie ihn hassen, sollte sie ihm Vorwürfe machen. Ob sie nun begründet und unsinnig waren oder nicht. Er schüttelte nur den Kopf. Seine Freundin war nicht mehr sie selbst. Mara hatte sich derart verloren, dass sie nicht mehr klar denken konnte. Zumindest nicht was sie selbst betraf. Inzwischen war er es ja gewohnt mit Dreck und Vorwürfen beschmissen zu werden. Es machte es auf Dauer nicht besser, aber er hatte inzwischen wenigstens Erfahrung darin. Doch als die magischen Worte fielen, war es zuviel des Guten. Ohne sich dessen bewusst zu sein, handelte er. Sein Körper reagierte reflexartig als seine Hand hervor schoss und sie klatschend auf ihrer Wange landete. Dieser Schlag traf ihn selbst überraschend. Nie hätte er geglaubt jemand zu sein der seine Freundin/ eine Frau schlagen würde. Offensichtlich hatte er sich geirrt. Allerdings war das lediglich ein Zeichen dass er ihre Aufmerksamkeit auf jeden Fall wollte. Und das sie ihm etwas bedeutete. Die Augen des jungen Jedi glühten vor Wut. Mara hatte es geschafft ihn aus dem Stand auf Hundertachtzig zu bringen.

"Wage es nicht dazustehen und mir ins Gesicht zu sagen dass Du nicht mehr leben willst! Drehst Du jetzt völlig ab?! Wir gehen jetzt sofort wieder rein, bevor Du uns noch alle verrätst." Dachte sie denn gar nicht nach? Es musste nur eine nicht vertrauenswürdige Person hinter der nächsten Biegung stehen und schon war ihr geheimer Unterschlupf aufgeflogen. Er konnte nur hoffen dass gerade niemand ihre Litanei gehört hatte. Natürlich war sie nicht in der Lage soweit zu denken im Moment. Ihr war es höchstwahrscheinlich auch egal. Das war es aber nicht. Sie konnte die Jedi soviel hassen wie sie wollte, aber sie alle, und womöglich auch noch die Mitarbeiter des Honey House, zu gefährden ging zu weit. Vorin öffnete die Tür und schob Mara wieder hinein. Er hatte Mühe sich zu beherrschen. Er hatte Alkohol konsumiert, dies bedeutete aber nicht, dass er immer noch betrunken war. Auch er hatte eine Grenze dessen was er ertragen konnte, und diese war langsam erreicht. Nun waren sie wieder im Gebäude und er ließ von ihr ab. Er wusste gar nicht wo er fortfahren sollte. Er hatte so vieles, was er sagen konnte, aber gegenseitiges Anschreien war wohl kaum produktiv. Vielleicht hatte er Mara gerade für immer verloren, das war ihm aber egal. Solange er ihr Leben retten konnte, würde er sich damit arrangieren können. Etwas ruhiger fuhr er fort.

"Ich habe die Gabe in die Zukunft zu sehen nicht. Aber ich weiß was Schmerz ist. Ich weiß was Verlust ist. Ich habe mit angesehen wie mein Vater von Blastern durchlöchert wurde, ich habe mit angesehen wie meine Schwester von einem Sith durchbohrt wurde. Glaubst Du ich habe nicht nach einem Sinn gesucht? Ich habe mir gewünscht dass es endlich aufhört. Aber es hört nicht auf. Ich bin nicht allmächtig, Du nicht, niemand. Und so etwas habe ich auch nie behauptet. Es gibt nun mal Kräfte, die wir nicht beherrschen können. Und jedem geht es so. Von mir aus hasse mich. Schlag mich krankenhausreif. Wenn Du meinst dass es Dir hilft. Aber erwarte nicht von mir dass ich tatenlos mit ansehe wie Du dich zugrunde richtest. Ich liebe Dich. Ich weiß auch nicht wer wir sind, oder wer wir sein müssen. Dies müssen wir selbst erforschen, sagen kann es uns niemand.

Ich kenne die reißende Bestie die sich durch deine Eingeweide gräbt und alles zerfetzt bis nichts mehr von Dir übrig ist. Man hält es nicht aus. Man wünscht sich alles, damit es aufhört. Der Tod erscheint als einfache Lösung. Doch er ist keine Lösung. Du bist viel stärker als das! Vermutlich glaubst Du im Moment nicht daran, aber so ist es. Geh’ wieder hoch. Ruh’ Dich aus. Ich werde diesmal die ganze Zeit bei Dir bleiben. Ich konnte einfach nicht ertragen Dich die ganze Zeit dort liegen zu sehen. Bitte hör auf mit diesem Irrsinn! Du hast mir gesagt Du liebst mich. War das nur ein Spruch? Wirf doch nicht weg was Du hast."

Vorin hätte die Blondine gerne in den Arm genommen, aber er wusste nicht was sie nun dachte, was sie fühlte. Falls sie ihn schlagen wollte, würde er auch dafür bereit sein.

|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Honey House ▫ Hinterausgang (innen)|| ▫ Vorin & Mara
 
Coruscant ? Untere Ebenen ? Honey House ? mit Angen, Vorin, Nekki, Asteria u.a.

?Wir sind wohl noch eine Weile hier. Bis später.?


antwortete sie auf Vorins letzte Frage und Tinya nickte auf seine Bitte hin, ihn zu entschuldigen. Immerhin schien ihn das Gespräch doch zu einer Entscheidung genötigt zu haben.
Sie sah ihm nachdenklich nach wie er in der Menge der Gäste verschwand. Ein Jedi ? vielleicht, vielleicht auch nicht. Tinya nippte wieder an dem höllisch scharfen Gesöff, welches nicht weniger zu werden schien.


?Was meinst du??

meinte sie dann unwillkürlich zu Angen, ohne ihm eine Chance zu geben, den Grund ihrer Frage wirklich zu verstehen.
Der wurde allerdings um eine Antwort betrogen, da plötzlich der Fußboden unter ihnen zu beben schien. Gläser klirrten leise im Regal hinter der Theke.
Insgesamt dreimal hatte Tinya das Gefühl in einem Raumschiff mit Steuerungsproblemen zu stehen. Als es vorbei war, sah sie sich aufmerksam um, konnte aber nur wenige Anzeichen von Aufregung unter den Gästen entdecken. Auch Lucille ging ihrer Beschäftigung betont unbeeindruckt weiter nach.


?Vermutlich 'ne Explosion.?

hörte sie den halbbetrunkenen Typen neben sich murmeln.

?Was??

?Ich sagte, 'ne Explosion. Entweder die Imps selber oder die Organisation.?

?Organisation??

Der abgerissen wirkende Typ neben ihr zuckte zusammen, als sei er bei etwas sehr unangenehmen erwischt worden und wirkte so zerknirscht, als drohe ihm die sofortige Hinrichtung. Er wirkte verlegen und fluchte etwas, dass wie ?sch*** Alk? klang.

?Ich hab' nichts gesagt.

?Doch haben Sie.?

?Nein und jetzt zisch' ab Flittchen.?

Tinya war sich nun durchaus bewusst, dass es jetzt besser war, den Mund zu halten. Doch ihre Neugier war geweckt worden und sie fand, dass es egal war, ob sie an der Theke auf einen Hinweis auf Syonette warten würde oder ob sie zwischendurch einmal Luftschnappen ging.

?Hier, pass' darauf auf ? ja??

Schnell schnippte sie Lucille einen ausreichenden großen Creditchip hin, der sie auch dazu überreden sollte, auf ihren Seesack aufzupassen, den sie ihr hinter die Theke warf.

?Komm mit oder lass es sein.?

rief sie dann Angen zu, kümmerte sich auch nicht weiter darum, ob er nun mitkam oder nicht.

Draußen lag tatsächlich ein Hauch von Explosionsgeruch in der Luft, der sogar durch den allgegenwärtign Gestank der unteren Ebenen hindurchdrang. Und ein paar Häuserblocks weiter schimmerte es orange-rötlich, als sei dort ein Brand ausgebrochen und noch nicht unter Kontrolle gebracht. In der Ferne heulte eine Sirene.


?Was ist dort??

fragte sie einen der vorbeigehenden Passanten, der sie erst nur stumm ansah und dann den Kopf schüttelte.

?Die Kaserne. Wenn du schlau bist Mädchen, gehst du wieder dorthin, wo du hergekommen bist.?

Die übliche Antwort, die es gab, wenn man sich nicht einmischen sollte. Tinya wusste nicht wirklich, was sie dazu bewog, trotzdem in die Richtung zu laufen ? sie nahm die Beine in die Hand und tat es einfach.

In Sichtweite der Kaserne angekommen, blieb sie stehen. Es bot sich ihr ein grauenhaftes Bild der Verwüstung. Teile der Kaserne standen in Flammen, aus denen vereinzelte Sturmtruppler herausliefen, deren Rüstung brannte. Tinya war zum ersten Mal in ihrem Leben froh, dass sie einen Helm aufhatten, der es wirkungsvoll verhinderte, ihre Schreie mitanhören zu müssen.
Dann wurde ihre Aufmerksamkeit von etwas anderem angezogen und sie wagte sich näher an das Gebäude heran. Die ausgebrochene Panik unter den Imperialen hielt sie für einen ausreichenden Schutz, der es verhindern sollte, auf sie aufmerksam zu werden.
Plötzlich peitschten ein paar Schüsse durch die Luft und zwei Transportergleiter rasten an ihr vorbei.

Zwei Transportergleiter, die dem da vorne ziemlich ähnlich sahen, oder zumindest so wirkten, als hätten sie ursprünglich zusammen gehört. Nur, dass dieser eine jetzt vollkommen zerstört war, so dass er den beiden anderen nicht folgen konnte.
Neben dem Wrack lag jemand. Tinya glaubte gesehen zu haben, dass sich dieser Jemand noch bewegte und nicht, wie von den Imperialen scheinbar angenommen wurde, bereits tot war. Sollte das ein Jemand von dieser erwähnten Organisation sein und sollte diese mysteriöse Organisation das sein, wofür Tinya sie hielt, dann wäre es für Coruscant besser, wenn das Imperium diesen Jemand nicht lebend in die Händen bekam.

Noch kurz den Kopf über sich selber schüttelnd ? Tinya war für gewöhnlich keine Heldin ? aber in Gedanken bei Wes, ihren Eltern und der Neuen Republik lief sie erneut los. Direkt auf diesen Verletzten zu, dem scheinbar niemand seine Aufmerksamkeit widmete und der ganz alleine dort lag, weil man ihn für tot hielt.....

In Windeseile und ihrer Ansicht nach unbemerkt war sie bei ihm. Er stöhnte leise und sein Atem ging schnell, aber war bei Bewusstsein und Tinya merkte recht schnell, dass er sich schwerer verletzt stellte, als er es in Wirklichkeit war. Vermutlich wartete er lediglich auf eine Möglichkeit zur Flucht, die ihm aber alleine nicht so ohne weiteres gelingen würde, da sein Bein verletzt zu sein schien.


?Können sie gehen??

Tinya nahm seine Hand und drückte sie sachte als Zeichen, dass sie nichts böses im Sinne hatte. Er nickte, als seine Augen sich plötzlich weiteten und er zu erstarren schien. Tinya beschlich ein sehr schlechtes Gefühl, als sie sich daraufhin umdrehte und sich zwei imperialen Blastermündungen gegenüber sah ?....

Coruscant - Untere Ebenen - imp. Kaserne ? Tinya, fremder Verletzter, 2 Sturmtruppen

[OP: " I need a hero" :D]
 
[Coruscant, untere Ebenen, nahe der „verbotenen Zone“, Wachstation der Coruscant-Wachen]

Tief in den Eingeweiden selbst des vorbildlichsten Planeten schlummerte die unausrottbare Saat des Verbrechens. Der Abschaum der Galaxis flüchtete und sammelte sich dort, wo das Licht am diffusesten, der lange Arm des Gesetzes am schwächsten war. Was das Gesetz in solchen Situation brauchte, war ein eiserner Stiefel, der das Geschmeiß gezielt zermalmte. Und ohne Gnade.
Polizeistation IM-6789 war eine von Tausenden, wenn nicht gar Zehntausenden auf dem Milliarden und Abermilliarden von Lebewesen beherbergenden Coruscant, doch im Gegensatz zu den meisten war sie nicht mit den üblichen Polizeieinheiten der ehemaligen Thronwelt besetzt. Nicht einmal mit imperialen Sturmtrupplern, deren ständige Präsenz sich als immer unabdingbarer erwiesen hatte in den letzten, beunruhigenden Monaten.
Die Soldaten, die hier – unterstützt von der modernsten Technik des Imperiums, emsigen Überwachungsdroiden und informiert von der Handvoll loyaler Spitzel, die dem Imperium in Coruscants dreckigsten Winkeln geblieben waren – ihren Dienst versahen, trugen rote Rüstungen, die die ehrgeizigeren von ihnen gerne als Reminiszenz an die Ehrengarde des Imperators sahen, wenngleich der stetige Dienst im Schatten der Wolkenkratzer bei oft problematischer Versorgungslage sie mit der Zeit ramponiert hatte.
Doch selbst nachdem die erschreckende Effizienz der imperialen Sturmtruppen Einzug in die Sicherheitsapparate Coruscants erhalten hatte, war es immer noch das Bild eines Trupps schwer bewaffneter Coruscant-Wachen, der jeden winselnden Kriminellen am eindrucksvollsten an die Präsenz der imperialen Behörden selbst im Nirgendwo erinnerte.
Als der Dienst habende Offizier von IM-6789, Captain Col Arbit, sich seinen mit zahlreichen Spuren vergangener Operationen versehenen Helm überstülpte, sagte ihm sein Gefühl bereits, dass dieser Tag wieder einmal nicht entsprechend der Routine verlaufen würde, die während des Vormarsches des Imperiums an der Galaktischen Front eingesickert war.
Tagtäglich war die Entwicklung nahezu beobachtbar gewesen – die Berichte der abgelegenen Polizeiposten lasen sich bereits wie Schauermärchen, nicht wie die nüchternen Protokolle des Polizeibetriebs auf Coruscant. Männer waren verschwunden, nicht vereinzelt, wie es häufiger vorkommen konnte, sondern zuhauf und auf kurze Zeiträume massiert. Material hatte versagt, war sabotiert worden. Gefangenentransporte waren verschwunden, Dissidenten befreit worden. Noch vor Wochen problemlos durchführbare Razzien nur noch unter schwerer Bewaffnung möglich…
Auf Coruscant rumorte es. So stark, dass den Gerüchten nach zu urteilen selbst die hohen Tiere in ihren luftigen Büros über den Wolken mittlerweile davon mitbekommen hatten. Es sollte an Plänen gearbeitet werden, der Lage wieder Herr zu werden – doch passiert war wenig. Der Feldzug der imperialen Streitkräfte der Republik band Ressourcen, hieß es. Doch lange würde dieser nicht mehr dauern… der Feind war fast besiegt. Und dann würden die Truppen zurückkehren und auch auf Coruscant aufräumen.
Unter seinem Helm musste Arbit lächeln. Wie sehr er diesen Tag herbeisehnte… die Schreie des Abschaums dieses Planeten, sein langsames Sterben in den Feuern, die das Imperium gelegt hatte…
Mit fester Hand griff Arbit nach seinem bereit liegenden Blastergewehr. Im Gegensatz zu seiner Rüstung war es auf Hochglanz geputzt… jedes noch so winzige Teil erfüllte perfekt seinen Zweck. Eine beschädigte Waffe war ein Fehler auf Coruscant, die ein Offizier des Imperiums sich nicht leisten konnte… nicht, wenn er den Tag erleben wollte, an dem alle seine Feinde vom Zorn der Obrigkeit hinfort gespült wurden.
Nun voll ausgerüstet verließ der Captain mit gemessenen Schritten sein Büro in Richtung des kleinen Hofs der Kaserne, der den ihm und seinen Männern zur Verfügung stehenden Fuhrpark beherbergte. Eindrucksvoll war dieser nicht… ein paar Düsenräder, Lastgleiter, teilweise mit montierten Blasterkanonen, doch sie alle hatten ihren Wert zu zahlreichen Gelegenheiten bewiesen.
Zufrieden stellte Arbit fest, dass seine komplette Schicht – dreißig Mann in voller Rüstung – bereits angetreten war. Wie ein Mann salutierten die rot gepanzerten Ordnungsbewahrer vor ihrem Vorgesetzten, ehe dieser sich seinem Stellvertreter zuwandte, um die formelle Bereitschaftsmeldung zu erhalten.


“Lieutenant?“

Doch zu einer Antwort des Anderen kam es nicht. Urplötzlich erfüllte ein dumpfes Grollen die feuchte Luft des Untergrundes, woraufhin nur wenige Sekunden später das Schrillen der Sirenen signalisierte, dass das Imperium dieses Mal Opfer, nicht Täter gewesen war.
Für eine Sekunde erstarrte Arbit geschockt, ehe seine Ausbildung und jahrelange Routine die Oberhand gewinnen konnte.


“Sergeant! Finden Sie heraus, was da los ist!“

Angesprochener Soldat – einer der Kommunikationsspezialisten dieser Station – bemühte bereits seine im Vergleich zu seinen Kameraden besser ausgestattete Comausrüstung, doch es dauerte einen Moment, ehe die dringend benötigte Antwort erfolgte.

„Sprengstoffangriff auf IM-2587, Sir! Zahl der Opfer unbekannt, Zahl und Art der Angreifer nicht verifiziert. Großalarm für alle Einheiten im Operationsradius!“

Das war es. Das Zeichen, auf das Arbit gewartet hatte.

“In Ordnung. Das betrifft uns – aufsitzen! Lieutenant, Sie führen die Düsenräder!“

Das Bild der Soldaten, die sich in Windeseile auf ihre Posten verteilten – zehn bemannten die Düsenräder im Kasernenhof, der Rest den bewaffneten Lastgleiter – hatte nichts von einer erschrockenen Herde panischer Nerfs – jeder wusste, wo sein Platz war und dass nur der äußerste Einsatz akzeptiert werden konnte.
Kurz darauf saß er neben dem Piloten des Lastgleiters und beobachtete, wie einer der Verkehrskanäle der Unterwelt rechts und links von ihnen entlang schoss. Vor ihnen flogen die Düsenräder in einer Art Fächerformation und trugen mit dazu bei, dass jedes zivile Fahrzeug sich rechtzeitig aus dem empor schrauben oder abtauchen konnte.


„Da vorne, Sir.“

Die Worte des Piloten holten Arbit zurück zum Wesentlichen – der Frontscheibe des Lastgleiters, durch die IM-2587 nun deutlich zu erkennen war. Vielmehr die brennenden Überresten dessen, was sich einmal IM-2587 genannt hatte.

„Xendor steh uns bei…“, entfuhr es dem Soldaten ungläubig, doch Arbit sah ausnahmsweise über diese Missachtung der Dienstetikette hinweg. Wann hat jemand das letzte Mal einen derart verheerenden Anschlag auf eine Einrichtung des Imperiums gewagt?

“Äußerste Wachsamkeit, Männer“, instruierte der Captain seine Schwadron über die Frequenz der Einheit durch das in seinen Helm integrierte Comlink.

“Wir gehen runter!“

Vor dem Gleiter waren die Düsenräder bereits ausgeschwärmt und überflogen die Ruine, von der nun bereits Details erkennbar waren. Fast drehte es Arbits Magen um, als er die Massen an Sturmtrupplern entdeckte, die der Explosion offenbar nicht hatten entkommen können. Nur wenige Soldaten des Imperiums waren noch auf den Beinen und in der Lage, selbst Ordnung zu schaffen.
Kaum dass der Gleiter den Boden berührt hatte war Arbit bereits draußen, die Waffe im Anschlag – dank seines Helmes musste er den zweifellos beißenden Gestank des Brandes nicht ertragen.


“Ausschwärmen, los! Verdächtige festnehmen oder erschießen!“

Verdächtige, das meinte in diesem Fall jeden, der keine Uniform des Imperiums trug…

[Coruscant, untere Ebene, Rand der „verbotenen Zone“, Sturmtruppenkasernen IM-2587]- Captain Arbit, 1 Schwadron Coruscant-Wachen, vereinzelte Sturmtruppler (in der Nähe: Tinya)
 
[Coruscant, untere Ebenen, Honey House, nicht-öffentlicher Bereich, Lonnyalas Quartier]- Cris, Lonnyala, Burell

Cris? Blick huschte unbehaglich zwischen der ihn durch ihre pure Präsenz einschüchternden Lonnyala und Burell hin und her, die ? soweit er ihre Mimik und Haltung korrekt deuten konnte ? ebenfalls nicht sonderlich erbaut über sein Vordringen in den Privatbereich beider Frauen schien. Zwar handelte er in Sarahs Auftrag, doch diese hatte er nun Genüge getan. Wahrscheinlich die beste Zeit, zu verschwinden.
Ein recht unvorhergesehenes Ereignis jedoch entband ihn von der Notwendigkeit, sich möglichst diskret und höflich zurückzuziehen. Während in der Ferne ein dumpfes Grollen ertönte, war es, als würde das gesamte Honey House leicht erzittern, ungefähr dem Effekt eines leichten Erdbebens gleichkommend. Doch auch ohne den Gedanken, dass Erdbeben auf Coruscant zu äußerst seltenen Ereignissen gehörten, hatte Cris? militärisch geschärfter Gehörsinn ihm bereits eine vollkommen andere Erklärung für diese Anomalie geliefert: Eine Explosion. Sprengstoff. Krieg.


?Sarah wartet in ihrem Büro, Lonnyala??, sagte Cris schließlich in die auf das verhallende Grollen folgende Stille hinein.

?Und ich würde das Honey House an eurer Stelle für den Moment nicht verlassen??

Ein letztes Mal sah er die beiden Frauen mit von Unsicherheit gezeichneter Miene an, bis ihm schließlich klar wurde, dass er ihnen tatsächlich nichts mehr zu sagen hatte ? ebenso wenig wie sie ihm, schließlich hatte er Lonnyala gegenüber bereits zuvor deutliche Worte gefunden ? und er sich aus dem Zimmer der Prostituierten zurückzog. Er folgte jedoch nicht dem Gang zu seinem eigenen Quartier, sondern, auf fahrlässige Weise seinen eigenen Ratschlag missachtend, hinaus aus dem zweiten Eingang des Etablissements hinaus in die unteren Ebenen.
Dort schien die Atmosphäre sich bereits schlagartig geändert zu haben ? obwohl die Explosion in einiger Entfernung stattgefunden haben musste, herrschte überall dort, wo zuvor nur vage wahrnehmbare Gestalten im dunklen gekauert hatten, helle Aufruhr. Überrascht wich Cris zurück, als er fast mit einem Rodianer zusammenprallte, der ihn mit einem hektischen Schwall seiner für den ehemaligen Sturmtruppler unverständlichen Muttersprache bedachte, ehe er Fersengeld gab und in den wabernden Schatten verschwand.
Hatte das Imperium diese Explosionen verursacht? Ein weiterer Schlag gegen Coruscants Unterwelt, geführt mit der bestialischen Brutalität des Verzweifelten? Oder war das Imperium Ziel eines Anschlags geworden und nun im Begriff, einen seiner berüchtigten Vergeltungsschläge einzuleiten?
Plötzlich verdunkelte sich Cris? Sicht. Oh ja, er kannte diese Vergeltungsschläge? ausgeführt mit eiskalter Effizienz und in mörderischem Tempo. Schuld oder Unschuld zählten nicht ? auch vor Kindern würden die Terrortruppen des Imperators nicht Halt machen. Kinder, genau wie jene Kinder in dem abgelegenen Dorf auf?
Benommen schüttelte Cris den Kopf. Eine Zeit lang hatte er geglaubt, diese Erinnerungen endgültig besiegt zu haben, die ihn im Schlaf heimsuchten. Erinnerungen von Orten, Taten? seinen Taten. Doch sie waren wiedergekehrt? von dem Tag an, an dem da niemand mehr gewesen war, der an seiner Seite oder zumindest in seiner Nähe gelegen hatte?
Blinzelnd zwang er seine Gedanken aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Um ihn herum herrschte Chaos ? sich jetzt in seelischem Schmerz zu verlieren war die sicherste Option, die nächsten Minuten nicht zu überleben oder einen Fehler zu machen, der andere gefährdete.
Er folgte dem Strom flüchtender Wesen, in der Hoffnung, seine Quelle ? und somit den Schauplatz der Explosion ? zu erreichen. Längst hatte er seine Waffe aus ihrem verborgenen Holster gezogen und führte sie offen mit sich, doch von den Kreaturen, die ihm auf seinem Weg begegneten, schien keine diesen Umstand zu bemerken. Sie waren panisch, flüchteten scheinbar vor einer großen Gefahr, die sie alle kleineren vergessen ließ.
Als er schließlich sein Ziel erreichte stockte ihm der Atem.
Zentrum der Explosion war eine imperiale Kaserne gewesen, einer der vielen Stützpunkte imperialer Sicherheitskräfte hier im halblegalen Schatten des Stadtplaneten. Der Schaden indes schien beträchtlich ? eine gewaltige Menge Sprengstoff musste aufgewendet worden sein, zu gewaltig, als dass eine winzige Splittergruppe Aufständischer sie hätte beschaffen oder an den Augen des Imperialen Geheimdienstes vorbei auf dem Schwarzmarkt erwerben können. Etwas Großes geschah hier ? und ob seiner Abgeschiedenheit vom Rest der Republik konnte er noch nicht einmal sagen, ob dies womöglich eine offiziell sanktionierte Mission republikanischer Spezialeinheiten sein konnte. Chesara hatte nichts dergleichen erwähnt ? doch was bedeutete das schon? Jedi wurden selten in militärische Geheimnisse eingeweiht, sogar solch integre Persönlichkeiten wie die Rätin nicht.
Das Chaos war perfekt ? die Explosion musste die Truppen während eines Appells oder unter ähnlichen Umständen getroffen haben, denn die Anzahl der Opfer, die Cris mit bloßem Auge erkennen konnte, war beträchtlich. Halb verbrannte Körper, zerschmolzene Rüstungen? es war nicht schwer, sich selbst dort liegen zu sehen, mit leerem Blick im Dreck Coruscants das elende Leben aushauchend. Das Leben einer Marionette des Imperiums.
In die Schatten der umliegenden Gebäude geduckt, die im flackernden Schein der Flammen des Brandes bizarre Tänze zu vollführen schienen, schlich Cris sich näher, auch wenn unwahrscheinlich schien, dass selbst imperiale Sturmtruppler sich nach einem derart massiven Schock wieder aufrappelten.
Bald jedoch musste er feststellen, dass er seine ehemaligen Kameraden unterschätzt hatte ? in unmittelbarer Nähe entdeckte er zwei ehemals reinweiße, nun mit Ruß verschmierte Rüstungen, deren Träger eine kniende Frau (Tinya) und einen liegenden Mann auf der Höhe eines Gleiterwracks bedrohten. Alleine ihre Zivilkleidung machte Beide verdächtig ? und Cris wusste, wie das Imperium nach solchen Angriffen auf seine Autorität mit Verdächtigen verfuhr.
Er dachte nicht nach ? nicht über die Folgen seines Handelns oder über eine geeignete Strategie. Er hatte eine leistungsfähige Waffe, ein sauberes Schussfeld und kannte die Schwachstellen der Rüstungen seiner Widersacher. Es war fast zu einfach?
Der Erste hatte keine Chance. Als ein wohl gezielter Schuss in seinen Nacken eindrang und seinen Kopf nach unten drückte, war der imperiale Soldat bereits tot ? lange bevor sein Körper scheppernd vor der blonden Frau zusammenbrach.
Sein Kamerad war schnell ? in Windeseile war er herumgewirbelt und hatte sein Blastergewehr in Anschlag gebracht, doch die daraufhin ausgelöste Salve war in der verständlichen Eile schlecht gezielt und verfehlte Cris um Längen. Anders als seine Reaktion ? zwei gleißende Blitze zerschmolzen das Visier des Sturmtruppenhelmes und den Kragen seines Torsopanzers, dann war auch dieser Soldat als Bedrohung ausgeschieden.
Halb geduckt arbeitete Cris sich in Richtung der beiden Zivilisten vor ? erst jetzt erkannte er, dass zumindest die Kleidung des offenkundig verletzten Mannes etwas leicht paramilitärisch Anmutendes hatte ? und kniete sich neben den ersten Soldaten, der lediglich von einem Schuss getroffen worden war. Aus der Nähe jedoch bestand kein Zweifel daran, dass er tatsächlich tot war?


?Zwei Seelen weniger für den Imperator??, murmelte Cris, ehe sein abwesend wirkender Blick ohne echtes Interesse die beiden Gestalten streifte.

?Egal wer Sie sind? ich würde Ihnen empfehlen, von hier zu verschwinden??

Das stetige Summen von repulsorgestützen Fahrzeugen ließ ihn aufhorchen. Düsenräder? und ein schweres Fahrzeug. Wahrscheinlich die Verstärkung ? und im Falle einer solchen Katastrophe blieb auf Coruscant nur eine Einheit, der die Bereinigung des Vorfalls aufgetragen werden konnte?

?Doch vielleicht ist es dafür schon zu spät??, fügte er leise hinzu.

[Coruscant, zerstörte imperiale Kaserne, Gleiterwrack]- Tinya, Cris, unbekannter Verletzter (in der Nähe Sturmtruppen, Coruscant-Wachen)
 
|| Coruscant ▫ City ▫ Mittlere Ebenen ▫ Wohnhaus ▫ Wohnung von Azgeth || ▫ Azgeth & Chesara

Nichts was ihr die Jedi zu sagen hatte, konnte ihr weiterhelfen. Wie auch? Chesara konnte den Horror nicht verstehen den sie durchlebt hatte. Ihre Art war wie immer neutral, scheinbar regungslos. War dies das große Geheimnis der Jedi? Sie wurden alle emotionslos damit sie die Toten nicht mehr spürten, die ihnen die Sith vor die Füße warfen? Die Rätin wiederholte es gäbe eine Möglichkeit zu leben. Lernte man so etwas auswendig? Man konnte immer leicht daherreden wenn man selbst etwas hatte für das man lebte. Roskal war tot und ihre Rache ein Pfad der ins sinnlose Nichts geführt hatte. Für was war sie sonst noch gut? Was hatte sie ansonsten erreicht? Sie hatte keine Freunde, keine Familie. Sie hatte gemordet und Vernichtung gebracht. Sie war ganz allein und hatte nichts. Sollte sie einfach so in den Tag hinein leben? Leben des Lebens willen? So konnte sie nicht weitermachen. Ohne ein Ziel, eine große Bestimmung war sie verloren. Es gab nichts mehr was sie sich wünschte. Keinen großen Traum den zu erreichen sich lohnte. Der Verlust war überall, er hing über ihr, wie eine schwere Gewitterwolke die nicht weiter zog.

"Ihr verlangt zu viel." , war das Einzige was Azgeth daraufhin erwidern konnte. Eine innerlich schon tote Jedi war einfach unfähig ihr Dilemma zu sehen. Erneut fragte sie sich was sie eigentlich erwartet hatte, als sie der Frau gefolgt war. Offenbar war sie unfähig ihr zu helfen. Helfen. Die Jedi wusste ja selbst nicht einmal was sie damit gemeint hatte. Nein, sie konnte keinen Schritt vor den nächsten machen. Die ehemalige Sith befand sich bereits in der Hölle, so etwas würde noch viel schlimmer werden. Wie sollte sie mit all dem fertig werden? Sie glaubte einfach nicht daran es schaffen zu können. Jemand wie Chesara war das Prinzip grenzenloser, aufopfernder Liebe sicherlich unbekannt. Oder doch nicht? Die Wolken zogen sich erneut enger um sie, die Welt wurde dunkler. Die Finsternis legte sich wieder um sie. Sie erstickte, konnte den Schmerz nicht aushalten. Er war unmenschlich, bestialisch in seiner Intensität. Hass war die einzige Antwort darauf.

"Wie soll ich die Einzelheiten sehen wenn die Wut meine Sicht trübt? Hat man euch etwas genommen, das ihr mehr geliebt habt als euer Leben? Seid ihr als Jedi überhaupt noch fähig so etwas wie Liebe zu fühlen? Ist dies das Geheimnis von großer Macht? Niemanden an sich heran zulassen?"

Irgendwie kämpfte sie obwohl sie es eigentlich gar nicht wollte. War das dieser bescheuerte Überlebensinstinkt der sie seit Jahren davor bewahrt hatte endlich dem Schmerz ein Ende zu setzen? Sie hatte ihn bis heute nicht überlisten oder ausschalten können. Dies war ja der springende Punkt. Bei allem was sie durchlitt, hatte sie nie den Mut oder die Kraft für diesen Schritt gefunden. Es gab so viele Selbstmörder. Warum war sie zu doof dazu? Oder welchen Grund gab es für ihre Unfähigkeit?

"Ich sehne mich schon so lange nach dem Tod und doch schaffe ich es nicht. Immer wieder stand ich davor und doch ging es nicht. Dabei will ich doch nur ? ich will das es aufhört! Es soll aufhören!!" , erklärte sie eindringlich. Beinahe panisch überschlug sich ihre Stimme. Sie spürte wie das Nichts nahte. Jenes Nichts, das sie in die endlosen Felder des Schmerzes und der Qual zog. Die Dunkelhaarige hielt sich den Kopf und riss in einem stillen Schrei den Mund auf. Alles in ihr verkrampfte sich. Der Schmerz überrollte sie wie eine Lawine, begrub sie unter sich und nahm sie mit sich. Azgeth bekam erneut Schwierigkeiten mit der Luft und sog heftig Sauerstoff in ihre Lungen. Klage- und Heulgeräusche lösten sich aus ihrem Mund während ihr Oberkörper leicht zuckte. Nicht schon wieder, sie wollte nicht schon wieder diese Qual durchmachen. Doch die Lawine war unaufhaltsam. Azgeth spürte das Ausmaß ihrer Trauer erneut mit voller Wucht. Wie sollte sie dagegen ankämpfen? Sie war einfach verzweifelt, sie schaffte es nicht den Schmerz und die Wut, aufgrund der Ungerechtigkeit des Seins, abzustellen. Ihre Hände griffen fahrig nach der Kleidung der Jedi und krallten sich darin fest.

"Es ? tut ? zu ? weh ?!" , brachte sie unter Mühen hervor, jedes Wort einzeln herauswürgend. Sie konnte sich dem Nichts nicht stellen. Wenn sie jetzt nicht bald etwas erreichte, was immer das auch sein sollte, würde sie hier versagen. Worauf sie hier zu zweit hingearbeitet hatten, würde nicht funktionieren, wenn sie die Kontrolle nicht zurückerhielt. Die Kontrolle über sich, über das Leben. Chesara konnte sie beschützen. Beschützen vor dem Nichts. Sie war ihre einzige Hoffnung! Waren Jedi nicht dafür da? Unschuldige vor Unheil zu bewahren? Aber war sie auch unschuldig? Mit Sicherheit nicht, aber das war jetzt auch egal. Wie bei einer Mutter, die einem verängstigten Kind Sicherheit bringt, zog Azgeth die blonde Frau näher und klammerte sich an ihr fest. Der Heulkrampf wurde von gequälten Lauten begleitet, die in der Schulter der Jedi landeten. Diese Position wäre wohl geeignet jemanden hinterhältig zu erstechen, doch die Schwarzhaarige hatte Mühe überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen. Eine Welle nach der nächsten ließ Azgeth erzittern. Ihr ganzes Gesicht war klitschnass, befeuchtete sogar die Kleidung der Jedi.

Ein Orkan tobte durch die Seele der ehemaligen Angehörigen des dunklen Ordens. Er war zu stark, sie konnte ihn nicht beherrschen, ihn nicht im Zaum halten. Wie bereits seit sieben Jahren wurde der Schmerz durch die Wut ersetzt. Feuerwogen entflammten die dunkelhaarige Kämpferin und machten sie unbesiegbar. Azgeth spürte die Hitze aufwallen. Ein schwaches:


"Nein!"

, erklang, bevor der Schmerz vom Hass und der Dunkelheit fortgespült wurde.

|| Coruscant ▫ City ▫ Mittlere Ebenen ▫ Wohnhaus ▫ Wohnung von Azgeth || ▫ Azgeth & Chesara
 
]Coruscant - City - Penthouse - mit Akemi[

Die junge Schauspielerin Akemi Akanato dachte wohl wirklich intensiv über das Gesagte nach, verglich es mit dem was sie fühlte und führte den inneren Konflikt weiter, der, wie Jibrielle vermutete, sicher schon lange in ihr rumorte. Die Gefühle waren stark in ihr und wieder konnte Jibrielle, wie schon früher, leichte Spuren auffangen, ohne das beabsichtigt zu haben, doch schnell versuchte sie sich wieder davon abzuschotten, sie wollte Akemis Gefühle ihre eigenen bleiben lassen. Sie sah wie Akemi fröstelte und wieder zum Glas Limonade griff und griff ebenfalls zu ihrem eigenen. Wirklich köstlich. Sowas hatte sie von früher leider kaum gekannt.

Die Padawan wollte gerade die Lippen öffnen um etwas zu sagen, da spürte sie etwas, einen Moment bevor der Com in Akemis Tasche vebrierte. Die junge Frau von Bothawui las die Nachricht, die ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht zauberte. Ein ehrliches Lächeln, so schien es Jibrielle, das von Herzen kam. Nicht ausgelöst von einem kleinem Witz, sondern aus einer tiefen inneren Regung, von Glück vielleicht. Die Padawan hätte instinktiv "Chesara?" gefragt, wäre ihr nicht diese Lächeln so eindrücklich erschienen. Also schwieg sie und ließ somit auch Akemi schweigen, über dieses kleine Glück in ihrem Com, welches hoffentlich ganz allein ihres war. Auch Jibrielles Mundwinkel hatten sich gehoben und als Akemi von dem Com wieder aufblickte, peinlich errötend bei Jibrielles erneuter Anwesenheit in einem privatem Moment, griff die Padawan dezent zu ihrem Glas Limonade und trank es aus, gerade so, als hätte sie von der Com-Nachricht kaum etwas mitbekommen.

Vielleicht um die frische Stille zu vertreiben, sprach Akemi wieder über ihre Unsicherheit. Sie wird die richtige Entscheidung treffen, dachte Jibrielle.


"Ich glaube, dass du dich richtig entscheiden wirst. Ich hoffe das ich etwas helfen konnte, und sei es nur, in dem ich dir gerne zugehört habe."

sagte die junge Jedi und hoffte, tatsächlich eine Hilfe gewesen zu sein. Sie mochte Akemi und hoffte ebenso, das sie Freunde werden könnte, richtige Freunde. Zumindest stimmte die Chemie zwischen ihnen, sie verstanden sich gut. Ja, in Ruhe über alles nocheinmal nachzudenken war gut. Vielleicht kam die Klarheit im Schlaf, wer wisse das schon.

"Tu das."

sagte sie und nickte Akemi leicht lächelnd zu.

"Das hab ich doch gern getan. Immer wieder gerne."

meinte sie nun und grinste. Für sie war es mehr als eine Selbstverständlichkeit, irgenwie. Eine Art innerer Drang vielleicht, Emotionale Verbundenheit als Selbstzweck vielleicht.
Es schien, als würde ein Themenwechsel gut tun, und so kam einer, zum Wohlfühlen beiden Frauen. Über Cris würden sie jetzt erstmal nichtmehr sprachen. Akemi brachte das Gespräch auf die Jedi und wieder zu Jibrielles neuen Leben bei diesen. Nun, wenn sie gern das Thema hatte wechseln wollen, hatte sicher eine gute Wahl mit dem Neuen getroffen. Darüber wollte Jibrielle durchaus gern erzählen.


"Also bislang habe ich nur ein wenig was ausprobiert. Chesara hat mit mir ein paar Übungen gemacht und ich habe ... "Levitation" hatte sie es, glaube ich, genannt. Ich ließ eine Münze fliegen, durch die Macht."

sagte die Padawan und grinste schief. Nicht sonderlich Jedi-Like oder aufregend, doch für Jibrielle war es ein kleines Wunder gewesen und möglicherweise war es das für Akemi auch. Was hatte sie noch gemacht.

"Und ich habe schon versucht, meine Umgebung durch die Macht wahrzunehmen. Das alles ist noch ziemlich aufregend für mich. Solche Sachen habe ich früher noch nie probiert, war ja garnicht daran zu denken. Das Einzige was ich früher schon konnte war - und weshalb ich irgendwie wusste, dass ich nicht wie die anderen Kinder war - eine Art "überdunkschnittliche Empathie" könnte man vielleicht dazu sagen ... naja, zumindest hatte es sich anders angefühlt und die Anderen konnten soetwas nicht. Ansonsten waren da nur kleinigkeiten, die mir aber auch nie unbedingt groß auffielen, schätze ich. Nur jetzt im Nachhinein glaube ich, dass es wohl auch da schon die Macht war, die sich zeigte. Am vielleicht auffälligsten war, dass ich zum Beipsiel nie bei Mikado verlor. Ich konnte immer genau sehen, welche Stäbe das ganze zum Wackeln gebacht hätten ... also hab ich sie nie berührt."

Jibrielle lachte darüber herzhaft. Stimmt, ihr war das damals nicht sonderlich sonderbar erschiene, doch jetzt? Ganz "normal" war es wohl nicht.

"Bei anderen Dingen war es wohl ähnlich. Ich konnte ganz gut sehen, wie manche Dinge kaputt gehen und so ... oder bei einem Streit oder dergleichen, habe ich irgendwie gefühlt, an welchen Stellen die Sache eskalieren oder gut laufen konnte und welche Worte gesagt werden mussten und so weiter ... eigenartig nicht?"

sagte sie und zuckte kichernd mit den Schultern. Eignartig war das schon irgendwie. Sicher war das auch durch die Macht geschehen, oder? Aber eigentlich hatte sie nie davon gehört, das die Jedi Hellseher war oder dergleichen.

"Joseline habe ich auch schon kennen gelernt. Wir konnten uns nicht viel unterhalten, aber sie scheint sehr nett und hilfsbereit zu sein. Gestern ging es etwas drunter und drüber.

Mit einem Lichtschwert habe ich bislang noch nicht gekämpft. Ich hatte noch nichtmal eins in der Hand. Bislang sah ich es einmal wie es aktiviert wurde. leuchtend rote Klinge war beeindruckend!"


Akemis Erzählung darüber, wie sie das Lichtschwert hatte halten können weckte in der Padawan wieder die Lust, selbst mit dieser Waffe umzugehen. Sie hatte etwas magisch Anziehendes, sie war elegant und leuchtend. Wunderschön.

]Coruscant - City - Penthouse - mit Akemi[

[PO: Yeah, meine ersten hundert Posts sind voll!:D]
 
|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Honey House ▫ Hinterausgang (innen)|| ▫ Vorin & Mara

Ehe Mara auch nur auf irgendeine Weiße reagieren konnte schoss die Hand ihres Freundes nach vorn und landete auf ihrer Wange. Es tat weh. Ziemlich weh um genau zu sein und der Schock, welcher in Maras Knochen fuhr brachte sie dazu ihren Freund entgeistert anzusehen. Er hatte sie geschlagen! Einfach so aus heiterem Himmel. Sie musste etwas gesagt haben, was ihn dazu bewogen hatte ihr einfach eine zu knallen. Maras Gehirn setzte aus. Sie war völlig durcheinander und verstand nun noch weniger als zuvor. Mit geweiteten großen blauen Augen sah sie ihn an und verstand die Welt nicht mehr, die schon zuvor ihr Gleichgewicht verloren hatte. Warum hatte er dies getan? Ehe sie auch nur etwas sagen oder fragen konnte, war er es, der sprach. Vorin machte ihr deutlich, dass sie es nicht wagen sollte ihm ins Gesicht zu sagen, dass ihr sie nicht mehr leben wolle. Er wollte wissen ob sie nun völlig abdrehte. Ob sie den Verstand verloren hatte. Vielleicht hatte sie dies. Der Befehl sofort hinein zu gehen kam prompt und Mara war nicht fähig sich dagegen zu währen. Verraten!? Was meinte er mit verraten? Vorin schob sie unsanft hinein und diesen Sekunden hatte sie Zeit über seine Worte nachzudenken. Dann wurde ihr auch klar was er damit hatte sagen wollen. Sie waren hier in einem Bordell. Ein Unterschlupf zu ihrem Schutz und sie hätte sie verraten können durch ihren Ausbruch und der nennen des Namens Jedi. Wie konnte sie nur so dumm sein? Was war nur los mit ihr? Das Mädchen spürte, dass ihr Freund mühe hatte sich zu beherrschen. Sie hatte ihn von jetzt auf gleich auf einhundertachtzig gebracht ohne es zu wollen. Nie im Leben hätte sie gedacht so etwas fertig zu bringen. Nicht einmal im Traum und doch war es geschehen. Wie konnte sie nur? Mara sah ihn noch immer mit großen Augen an, als dieser von neuem anfing zu sprechen.

Davon, dass er nie die Gabe besessen hatte wie sie in die Zukunft zu sehen. Aber er wusste was Schmerz bedeutete. Er kannte den Verlust, denn er selbst erlitten hatte als man seinen Vater erschossen hatte. Er war dabei gewesen, hatte es mit ansehen müssen. Sie hatte vergessen, dass er ihr dies schon einmal gesagt hatte. Er hatte ebenso gesehen wie seine Schwester mit einem Lichtschwert durchbohrt worden war und dies durch einen Sith. Er wusste was Verlust und Schmerz bedeutete, da er verloren hatte, was ihm am Herzen gelegen hatte. Vorin versucht ihr klar zu machen, dass sie nicht die einzige war, die Litt und es auch nie sein würde. War sie so egoistisch? Glaubte sie wirklich dass sich alles nur um sie drehte? Sie wusste es nicht, konnte es nicht sagen. Ihre Welt war von jetzt auf gleich ins Wanken geraten. Hatte sich völlig verändert und auf den Abgrund zugelaufen. Sie war nicht mehr sie selbst. Vorin erklärte dass er sie liebte. Er wusste nicht alles zu sagen aber wer konnte dies schon.

Gleichsam teilte Vorin ihr auch mit die reisende Bestie zu kennen, die in einem tobten. Er umschrieb genau dass was in ihr vorging. Hatte er Recht damit, dass sie stärker war als all dies? Stimmte es? Aber warum sah sie es nicht? Vorin wollte wissen ob es nur ein Spruch von ihr gewesen war, als sie gesagt hatte, dass sie ihn liebe und Mara musste schlucken. War es nur ein Spruch gewesen!? Vorin forderte sie auf nicht alles fortzuwerfen und Mara stand da, sah ihn an und wusste nicht was sie tun, geschweige den sagen sollte. Der Sinn war abhanden gekommen und sie wusste einfach nicht mehr was richtig und falsch war. Die Wandlung in ihr war merkwürdig.


„Ich weiß nicht was mit mir los ist. Ich weiß es nicht. Alles hat sich verändert ist verschoben und gehört nicht mehr hin wo es einmal war. Ich bin nicht mehr ich Vorin und ich komm mit meinem Leben nicht mehr klar. Ich weiß nicht was ich tun soll, noch weiß ich, was ich empfinde. Weder für dich noch für sonst wen. Ich weiß nicht einmal was ich für irgendwas fühlen soll. Es tut mir leid Vorin. Es tut mir wirklich leid aber ich finde es hat momentan und wie die Umstände liegen keinen Sinn, dass wir zusammen bleiben. Ich will nicht dass jemand leidet. Aber es wäre so. Ich kann nicht unehrlich sein.“

Mara drehte sich um und ließ ihn stehen. Die Tränen die ihr dabei über die Wange glitten sah er nicht mehr. Der Schmerz der von neuem durch ihre Seele glitt blieb verdeckt. Maras Schritt beschleunigten sich. Sie wollte fort von hier. Einfach nur fort. Noch länger an diesem Platz zu sein würde sie nicht ertragen. Sie hatte ihn enttäuscht, aber sie wäre selbstsüchtig, wenn sie weiterhin mit ihm zusammen blieb und ihn dabei behandelte wie sonst was. Sie musste sich im Klaren darüber werden wer sie war. Was sie wollte und wohin sie gehörte. All dies musste sie wissen, ehe sie dazu in der Lage sein würde wieder glücklich zu werden. Dies hieß wenn sie es je schaffen würde. Mara lief durch die Flure, blieb an ihrem Zimmer stehen und öffnete die Tür. Leise trat sie ein, sah sich einen Moment um und merkte dass der Arzt verschwunden war. Was sollte sie jetzt tun? Ein langer Moment verging, in dem sie einfach nur dastand und nicht wusste was zu tun war, ehe sie einen Entschluss faste, der alles verändern würde. Sie wollte hier fort und dies so schnell wie möglich. Ihre Tasche war zum größten Teil schon gepackt und so öffnete sie einen Schrank, verstaute auch den Rest darin und zog den Verschluss ihrer Tasche zu. Stochi stand an der Wand. Abgeschaltet und ruhig. Mara erweckte ihn zum Leben und der kleine Astro piepte und summte.

„Ja wir werden sobald wie möglich von hier verschwinden. Hast du mein Lichtschwert Stochi?“

Der Droide gab eine Bestätigung, Mara nickte und griff nach ihrem Com. Sie musste mit Jo reden.

**Com Nachricht an Joseline**

Jo, ich bin wach und ich muss mit dir sprechen sobald zu Zeit hast. Es gibt einiges was ich loswerden muss, ehe ich Coruscant verlassen will. Ich kläre dich auf sobald du da bist. Vielleicht mag sich dies Überstürzt anhören aber ich habe meine Gründe und vielleicht verstehst du mich, wenn ich es dir erzähle.

Mara

**Com Nachricht Ende**

Mara steckte das Gerät fort, setzte sich aufs Bett und wartete. Jo würde kommen dies wusste sie, ebenso wie sie wusste, dass sie von hier fort musste, wenn sie nicht ersticken wollte.

|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Honey House ▫ Maras Quartier|| ▫ Mara, allein
 
- Coruscant - Untere Ebenen - Honey House/Dach - Shane,Joseline -

Ihr Kuss schmeckte wie ein süßes Versprechen, und so gab er ihr direkt sein eigenes Verspechen nachdem sie ihm kurioserweise um Verzeihung gebeten hatte dafür das sie ihn geküsst hatte. Verzeihung........dafür das er gerade den schönsten Moment seines bisherigen Lebens erlebt hatte? Nein dafür musste man sich kaum entschuldigen, und ihrer Bitte nicht allein sein zu wollen wollte er unbedingt nachkommen, es war seine Pflicht es war seine Berufung, so fühlte es sich zumindest an.

Entschuldige dich nicht, nicht dafür, und nein ich werde dich niemals auf ein Podest erheben, das war nie meine Absicht. Aber gestatte mir doch dich........

Er legte seine Arme fest um sie und schloss die Augen.


Für mich als rein zu betrachten, fernab jeder Realität, ich brauche das. Und wenn du schon nicht auf ein Podest gestellt werden willst dann gestatte mich dich mental in Watte zu packen. Bei mir kannst du egal was jetzt kommen oder nicht kommen mag.

Er wusste nicht was dieser Kuss, was diese ungwöhnliche Zuneigung auslößen würde..........

Bei mir kannst du deinen Titel und deine Verantwortung ablegen, einfach Joseline, das Mädchen von Toola sein, abschalten......wenn du verstehst was ich meine.

Wohl wissend das ihre Macht und ihre Kraft seine kleine Handlungsfähigkeit um Welten überstieg drückte Shane sie fest an sich, nur um seine Worte zu verdeutlichen. Warum sollte sie sich nicht der Illusion hingeben dürfen das sie bei hm geschützt und sicher war? Vielleiht war es sogar so, vielleicht konnte er ihr immerhin seelische Sicherheit und Ruhe bieten?

Und was das angeht was da eben passiert ist, ich weis nicht was das beudeten soll, ich denke ich nein wir müssen es nicht wissen.

Trotzdem küsste er sie, lies seine Hände in ihr Haar fahren, versuchte mit all seinen Sinnen jeden Partikel von ihr auf zu nehmen. Die Lippen der beiden liesen allein schon durch die Intensität mit der sie sich aneinander pressten und dann im nächsten Moment wieder locker und leicht miteinander spielten verlauten wie lange ihr letzter Kontakt mit dem anderen Geschlecht her war. Der Kuss schmeckte wie der Himmel und so beschloss Shane in einfach nicht mehr zu ende gehen zu lassen. Zu gut schmeckte diese Jedi, zu sehr beflügelte Joseline seinen Geist, nein berauschte ihn gar. Jeder Aspekt an ihr war schön......................
Er löste sich von ihr um nicht vollends den Verstand zu verlieren.


Du bist frei Joseline zu tun was immer du magst, und ich muss jetzt wirklich gehen.

Sprach er und wannte sich ab, es wurde Zeit ein wenig Thempo "da" raus zu nehmen bevor sie sich überschlugen.

- Coruscant - Untere Ebenen - Honey House/Dach - Shane,Joseline -
 
| Eingeweide von Coruscant ~ ca. 130 Meter unter der Oberfläche ~ ausgebautes Gangsystem ~ ‚Sicherheitszentrale’ | - Scythe

Es hasste es, wenn er das tun musste. Sich selbst, sein Gegenüber und vor allen Dingen die Galaxis. Soviel das seinen hass verdiente, wenn man die letzten Tage, Wochen und Monate betrachtete. So viel. Viel zu viel. Wütend spannten sich die Hände seiner Arme an, brachten ein leichtes knirschen hervor, als das Leder seiner Handschuhe vor Überanstrengung – noch weit entfernt davon zu bersten – Töne von sich gab. Sein Atem ging schwer und stoßweise. Das musste jetzt schon der siebte oder achte sein. Immerhin hatte er hier etwas erfahren. Oder besser gesagt das, was er hatte erfahren wollen. Und die vorerst freudige Nachricht lautete: Es war vorbei. Noch immer angewidert sank er auf einem Stuhl zusammen und genoss die Ruhe des Augenblicks und schälte sich aus seinen Handschuhen, jedoch erst nachdem er sich durchs Gesicht gewischt hatte. Wiederholte das Ganze aber noch einmal nachdem er sich ein Stück Tuch gegriffen hatte und nutzte einen abgeschalteten Monitor als Spiegelersatz. Wenig hilfreich, aber immerhin konnte er so erkennen, wo sein Gesicht noch beschmutzt war. Den Blick auf sein dunkles, nur schwer erkennbares Abbild gerichtet, hielt Vincent inne. Die Hand, welche das Tuch festhielt sank auf den Tisch und sein Kopf sackte ebenso herunter. Egal was er sich nun auch ausdenken mochte, es hatte sein müssen. Es war notwendig gewesen und die Folgen waren eben… nun, damit musste man Leben. Besser so, als tot zu sein. Und wenn dem so wäre, dann wäre nicht nur er tot. Sondern auch sie. Hinter ihr waren sie genauso her gewesen, wie hinter ihm. Wegen ihr hatte er diesen verfluchten Akt der Gewalt überhaupt erst veranstaltet. Um sie zu schützen. Kopf schütteln erhob sich der Kopfgeldjäger und begann damit seine Sachen einzusammeln. Gut möglich das hier, angelockt von all dem Schreien und Lärm der Schießereien bald unliebsame Gäste auftauchten…

Sein Umhang, sein Waffengurt und sämtliche andere Utensilien die er bei sich getragen hatte, waren nach wenigen Minuten wieder an ihren angestammten Plätzen. Weniger weil es ihn störte, sondern viel eher weil er wieder an die Oberfläche zurückkehrte, wusch sich der Hapaner in der Küche noch einmal das Gesicht. Das wenigstens dort und an seinen Leder Klamotten das Blut nicht mehr zu sehen sein würde. Den Rest, sollte er beschmutzt sein, würde er wechseln müssen… Nicht nur das er sich dafür, was er getan hatte kaum ins Gesicht sehen konnte, er begann auch noch das Selbstmitleid in dem er sich hier beinahe suhlte zu verachten. Mürrisch flog sein Kopf hin und her als er ihn schüttelte und sich drehte um zu gehen. Was auch immer er empfinden mochte, er hatte gehandelt um zu überleben, um zu beschützen. Er hatte nicht aus Freude, aus Langeweile oder sonst irgendeinem Grund getötet. Nein. Er hatte diese niederen Sklaventreiber bis hier her verfolgt und ausgequetscht um sicherzugehen, dass es deren letzter Schlupfwinkel war. Und das war er. Sowohl die Aufzeichnungen und alle die er… befragt hatte, hatten ihm das mehrfach und ziemlich… nun, sie hatten es bestätigt.

Der hochgewachsene Mann mit dem langen, seidenen schwarzen Haar verließ diesen Ort des Grauens. Trat in ein Treppenhaus das ihn wieder nach oben bringen würde. Mehrere Stockwerke hinauf, bis er einen Lift erreichen musste, welcher ihn die letzten Meter hinauf tragen würde. Kaum ein Geräusch war zu hören als Vince die Treppenflucht emporstieg. Kein Luftzug, kein Geräusch, kein seltsames Gefühl. Nichts. Nur die absolute Stille, hin und wieder vom Klang seiner Schritte durchbrochen, lastete auf seinen Schultern. Apropos lasten. Hier, unter der Oberfläche, da kam es einem so vor, egal ob klaustrophobisch oder nicht, als würde mit einem Mal das gesamte Gewicht der Welt auf einem lasten. Als könne jeden Moment die Decke einstürzen, weil eines der Gebäude auf zu dünnem Untergrund stand. Dank seiner leicht veränderten Augen, vermochte es der Hapaner auch mit nur wenig Licht zu sehen und ohne Zwischenfälle am Lift anzukommen. Andere Hapaner hätten das wohl nicht unbeschadet überstanden, hatte diese ‚Fast-Mensch’ Rasse doch die Fähigkeit verloren in der Dunkelheit zu sehen. Selbst in der Dämmerung begannen sie langsam zu erblinden. Zumindest jene, die auf Hapes lebten. Dank seiner Monde, die allzeit das Licht der Sonne reflektieren, herrschte nie wirklich Dunkelheit auf dieser Welt. Der schillernde Lebensstil und die stark beleuchteten Städte trugen ihr übliches dazu bei. Ein tiefes Seufzen entwich seiner Kehle und der Kopfgeldjäger umfasste kurz seine Haare, zog sie über eine Schulter zur Seite, sodass er sich, ohne sie einzuklemmen, zurücklehnen konnte.

Jetzt da er sich wieder in Sicherheit wähnen konnte, kehrten ganz andere Gedanken wieder zurück. Gedanken die ihn überhaupt erst dazu getrieben hatten Hals über Kopf einfach zu verschwinden, ohne ein Wort, ohne eine Nachricht. Würde sie es verstehen? Würde sie ihn sehen wollen? Würde er sie überhaupt jemals wieder sehen? Ohne Schiffe, mit limitierten Geldmitteln blieb ihm nicht viel Auswahl, keine großen Möglichkeiten wirklich zu suchen. Doch nicht nur Geld und Schiff waren in seiner Branche von Wert. Auch Kontakte. Informanten die hier und da ihre Fühler ausstrecken konnten und zudem gab es noch immer den ein oder anderen Gefallen den er einfordern könnte. Tinya. Wie hatte er sie nur zurücklassen können? Sie war ein Teil von ihm, es schmerzte vom ersten Moment an sie einfach stehen zu lassen. Auch wenn er gewusst hatte, noch immer wusste, dass er das hatte erledigen müssen.

Mit einem grummelnden Laut stieg er aus dem Lift. Trat in eine vermoderte, mit Müll vollgestopfte, jedoch niedrige Halle, die ihn nach kurzem wieder der Oberfläche preisgab. Zwar herrschte hier nicht viel mehr Licht als es das dort unten, in den klammen und muffigen tiefen von Corscants Katakomben tat, doch lastete nicht mehr das Gewicht einer ganzen Welt auf seinen Schultern. Jetzt waren es nur noch Gedanken an sie. An Tinya die ihn belasteten. Schuld und Reue. Was für ein grandioser Kerl er doch war, schnaubte der Hapaner und machte sich daran höher zu steigen. Nicht allzu viel, nur ein oder zwei Dutzend Ebenen. Hauptsache weg vom Boden. Seine Waffe, die er ohne sie zu verhüllen in ihrem Holster trug, sorgte dafür das das Gesinde ihn in Ruhe ließ, sodass er wehender Haarpracht in einem Gebäude verschwand, nachdem fast eine dreiviertel Stunde vergangen war und er beinahe frustriert nach einem Aufgang gesucht hatte…

Schweren Schrittes lenkte er seinen Weg nun in eine Bar in der ausnahmsweise einmal nicht alles andere wirkte wie frisch von der Müllhalde, sondern er ein wenig fehlgeleitet aussah, wäre da nicht sein makelloses aussehen hätte man ihn vielleicht hinausgeworfen. Er brauchte nur eine kurze Pause, dann würde er sich auf den Weg machen. Auf die Suche. Den Teil von sich zu suchen, den er bei Tinya zurückgelassen hatte. Vielleicht würde sie ihn wieder aufnehmen. Er hoffte es…

Daumen und Zeigefinger rieben über seine Augen, ehe er sich dem bestellten Getränk widmete und einen eher uninteressierten abgeschweiften Blick auf den HoloVid Schirm richtete, über den die Nachrichten flimmerten…


| Coruscants Untere Ebenen ~ Megablock 76 ~ Block 03 ~ Subblock 18 Level 7 ~ Bar | – Scythe & Gäste
 
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