Militärgeschichte

Das verwundert eigendlich nicht.
So sehr man die Taten der Einheit 731 verteufelt hat, so gerne hat man die Ergebinisse genutzt.
Das war im Bezug auf die Menschenversuche in den KLs und VLs nicht viel anderst.
Sogar die Ergebnisse der Versuche von SS Hauptsturmführer Dr. Josef Mengele fanden Abnehmer.

So ist es. Und nicht zuletzt deshalb, hat es Jahrzehnte gedauert, bis die Verbrechen der Einheit 731 ans Tageslicht kamen. Das ist die eigentliche Schande daran, denn bis heute ist in Japan die Bereitschaft, Verantwortung für die fürchterlichen Verbrechen zu übernehmen, praktisch nicht vorhanden.
 
So, nach mehreren Jahren Abstinenz habe ich mich mal wieder in dieses Forum verirrt und muss feststellen: Dieser Thread existiert ja immer noch und generiert neue Beiträge. Auch wenn es nur ein kleines Häuflein Aufrechter ist: Hochachtung für diese Ausdauer!
 
So ist es. Und nicht zuletzt deshalb, hat es Jahrzehnte gedauert, bis die Verbrechen der Einheit 731 ans Tageslicht kamen. Das ist die eigentliche Schande daran, denn bis heute ist in Japan die Bereitschaft, Verantwortung für die fürchterlichen Verbrechen zu übernehmen, praktisch nicht vorhanden.

Ist auf der einen Seite richtig.
Auf der anderen Seite bewundere ich die Japaner dafür, das sie eben nicht wie die deutschen Politiker zum Selbshass und zur ewigen Schukld neigen für etwas, was die heutige Führung Japans nicht zu verantworten hat.
Und was das Eingestehen von Greueltaten und Verbrechen angeht, so sind da von den Siegermächten noch weniger Verantwortungen zu erkennen.
Im Gegenteil. Noch im Jahre 1990 wurde Alexander Iwanowitsch Marinesko posthum zum Helden der Sowjet-Union ernannt.
Und zwar von Herrn Gorbatschow.
Für ähnliche Vorfälle mit weitaus weniger Toten wurden deutsche U-Bootkommandeure bestraft bzw. dem Deutschen Reich der Krieg erklärt.


So, nach mehreren Jahren Abstinenz habe ich mich mal wieder in dieses Forum verirrt und muss feststellen: Dieser Thread existiert ja immer noch und generiert neue Beiträge. Auch wenn es nur ein kleines Häuflein Aufrechter ist: Hochachtung für diese Ausdauer!

Willkommen zurück mein hochverehrter Waffenbruder.
Ich hoffe Du bist wieder öfters hier zu sehen.
 
Und was das Eingestehen von Greueltaten und Verbrechen angeht, so sind da von den Siegermächten noch weniger Verantwortungen zu erkennen.
Im Gegenteil. Noch im Jahre 1990 wurde Alexander Iwanowitsch Marinesko posthum zum Helden der Sowjet-Union ernannt.
Und zwar von Herrn Gorbatschow.
Für ähnliche Vorfälle mit weitaus weniger Toten wurden deutsche U-Bootkommandeure bestraft bzw. dem Deutschen Reich der Krieg erklärt.

Wofür sollte wer den Marinesko Verurteilen?
Die Versenkung der Gustloff und Steuben entsprach geltendem Kriegsvölkerrecht.
 
Wofür sollte wer den Marinesko Verurteilen?
Die Versenkung der Gustloff und Steuben entsprach geltendem Kriegsvölkerrecht.

Von einer Verurteilung Marisenkos habe ich nicht gesprochen.
Gustloff und Steuben galten Völkerrechtlich als Kriegsschiffe, das ist richtig.
Aber zum Beispiel wurde die Versenkung der Lusitania(I.WK) lange als Seekriegsverbrechen bezeichnet obwohl diese nachweislich Munition und Kriegsgerät befördert hat.
Auch die Versenkung der Athenia war kein vorsätzliches Seekriegsverbrechen da das Schiff abgedunkelt fuhr und kapitänleutnant Lemp es u.a. deshalb für einen Truppentransporter hielt und versenkte.
Und doch wurde die Versenkung dieses Schiffes in Nürnberg gegen Großadmiral Dönitz verwendet.
Es gibt noch weitere Beispiele. So die Erschiessung von General der Infanterie Anton Dostler durch die USA,die Bombardierung von Rotterdam usw.usf.
Gut, all diese Dinge geschahen im Krieg bzw. kurz nach dem Krieg.

Aber Marisenko 45 Jahre nach Kriegsende noch posthum auszuzeichnen dafür das er ca. 12 000 Zivilisten auf den Grund der Ostsee geschickt hat halte ich eher für unpassend.
Er hat nach dem damaligen Kriegsrecht zwei Kriegsschiffe versenkt. Hätte man ihn danach ausgezeichnet, okay.
Aber im Jahre 1990, als es schon lange bekannt war das es sich um fast ausschliesslich Flüchtlinge handelte ?
Er wurde im Jahre 1990 nicht mehr für die Versenkung von Kriegsschiffen ausgezeichnet sondern für die Versenkung von Flüchtlingen.
 
Von einer Verurteilung Marisenkos habe ich nicht gesprochen.

Ich hatte dich so (falsch) verstanden.

Gustloff und Steuben galten Völkerrechtlich als Kriegsschiffe, das ist richtig.
Aber zum Beispiel wurde die Versenkung der Lusitania(I.WK) lange als Seekriegsverbrechen bezeichnet obwohl diese nachweislich Munition und Kriegsgerät befördert hat.
Auch die Versenkung der Athenia war kein vorsätzliches Seekriegsverbrechen da das Schiff abgedunkelt fuhr und kapitänleutnant Lemp es u.a. deshalb für einen Truppentransporter hielt und versenkte.
Und doch wurde die Versenkung dieses Schiffes in Nürnberg gegen Großadmiral Dönitz verwendet.
Es gibt noch weitere Beispiele. So die Erschiessung von General der Infanterie Anton Dostler durch die USA,die Bombardierung von Rotterdam usw.usf.
Gut, all diese Dinge geschahen im Krieg bzw. kurz nach dem Krieg.

Das ist halt der Unterschied zwischen Sieger und Besiegtem. ;)

Aber Marisenko 45 Jahre nach Kriegsende noch posthum auszuzeichnen dafür das er ca. 12 000 Zivilisten auf den Grund der Ostsee geschickt hat halte ich eher für unpassend.
Er hat nach dem damaligen Kriegsrecht zwei Kriegsschiffe versenkt. Hätte man ihn danach ausgezeichnet, okay.
Aber im Jahre 1990, als es schon lange bekannt war das es sich um fast ausschliesslich Flüchtlinge handelte ?
Er wurde im Jahre 1990 nicht mehr für die Versenkung von Kriegsschiffen ausgezeichnet sondern für die Versenkung von Flüchtlingen.

Ich finde das auch nicht unbedingt passend.
Nur bin ich halt Deutscher und habe deshalb ja wie du einen anderen Blickwinkel darauf.
Für Russen ist diese Auszeichnung eventuell total angemessen.
 
Aber Marisenko 45 Jahre nach Kriegsende noch posthum auszuzeichnen dafür das er ca. 12 000 Zivilisten auf den Grund der Ostsee geschickt hat halte ich eher für unpassend.

Ich auch. Vor allem da Marisenko selbst als absolut durchschnittlicher Soldat galt und das einzige was er besonderes geleistet hat, war eben diese Versenkung.
Egal was für eine Absicht dahinter steckt, gerade weil diese Ehrung erst 45 Jahre später erfolgt ist, hätte man sie auch aus diesem Blickpunkt betrachten sollen.
 
Jedihammer schrieb:
Auch die Versenkung der Athenia war kein vorsätzliches Seekriegsverbrechen da das Schiff abgedunkelt fuhr und kapitänleutnant Lemp es u.a. deshalb für einen Truppentransporter hielt und versenkte.

Nuja, allerdings hatte man versucht das Unglück geheim zu haben. Hat ohne einzugreifen abgedreht und die Schiffsbücher verfälscht. Das ist auch nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass man keine Problematik sah.
 
Nuja, allerdings hatte man versucht das Unglück geheim zu haben. Hat ohne einzugreifen abgedreht und die Schiffsbücher verfälscht. Das ist auch nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass man keine Problematik sah.

Dies geschah aber deshalb weil sich US-Bürger an Bord befanden und man den USA nicht wieder wie im Falle der Lusitania Munition für einen Kriegseintritt geben wollte.
 
Der 15.07. ist ein militärhistorisch sehr bedeutendes Datum. Vorallem im Bezug auf das Mittelalter.
Am 15.07.1099 wurde die Heilige Stadt Jerusalem nach einer Belagerung von einem Monat und drei Tagen durch das Kreuzfahrerheer unter erobert.
Dies stellte den Höhepunkt des I.Kreuzzuges dar, welcher auf der Synode von Clermont im Jahre 1095 durch Papst Urban II ausgerufen wurde, um das heilige Land und die heilige Stadt von den Moslems zu befreien. Der Papst zitierte selbst: "Bringt das heilige Land wieder
zurück in christlichen Besitz, wo Milch und Honig fließen".
Nachdem die Kreuzfahrer die Stadt am 13.06.1099 erreichten wurde sie zunächst belasgert.
Robert von der Normandie belagerte Jerusalem an der Nordseite, bei der Kirche des
Stephans, dahinter Graf Robert von Flandern.
Im Westen belagerten die Herzöge Gottfried von Boullion und Tankred von Tarend(später von Tiberias) im Süden dagegen Graf Raimund von
Toulouse auf dem Berg Zion, bei der Kirche Sainte-Marie, wo Jesus Abendmahl feierte.
Das Heer litt aber stark unter Durst, da die Araber die Brunnen, also auch das Wasser
vergifteten. Man kam nur sehr schwer an Wasser, da es zu diesem Zeitpunkt teuer
verkauft wurde. Doch der Gedanke an Wasser und Nahrung steigerte ihren Kampfgeist.
Der Hafen wo die Schiffe der Kreuzfahrer angelegt hatten wurde mehrmals von den Moslemen
angegriffen, aber konnte immer verteidigt werden.
Es konnte schlisslich genug Holz an die belagerungsfront vor Jerusalem gebracht werden mit dessen Hilfe man Belagerungsmaschienen baute womit die Stadt dann schlisslich am 15.07.1099
für Gott und die Christenheit erobert werden konnte.
Es folgte ein Massaker an der Bevölkerung Jerusalems, welches sich bis heute im Gedächtnis von Muslimen und Juden eingebrannt hat.


Am 15.07.1240 fand die berühmte Schlacht an der Newa statt.
Im Verlauf dieser Schlacht besiegte ein russisches Heer unter dem russischen Nationalhelden Alexander Jaroslajewitsch Newski ein schwedisch/finnisch/norwegisches Heer unter Birger Magnusson von Bjälbo.
Newski, damals Fürst von Nowgorod war zu allen Zeiten einer der größten Hellden Russlands.
Selbst der mörderische Atheist Josef Bessarionewitsch Dschugaschwili siftete im II.WK den Orden des heiligen Alexander Newski.


Am 15.07.1410 fand die erste Schlacht von Tannenberg statt.
In dieser Schlacht besiegte das vereinigte Heer des Polenkönigs Władysław II. Jagiełło und des Großfürsten Vytautas des Großen von Litauen das Heer des Deutschen Ordens unter dem Hochmeister des Deutschen Ordens Ulrich von Jungingen.
Ulrich von Jungingen verlor Schlacht und Leben an diesem Tag ob seiner ritterlichen Überzeugungen.
 
Heute vor genau 67 Jahren, am 16. Juli 1945, fand eines der wohl einschneidensten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit statt, welches die Welt in bis dahin kaum gekanntem Ausmaß veränderte und das prägend für die Weltpolitik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sein sollte.
An diesem Tag (5:29:45 Ortszeit) detonierte auf der White Sands Missle Range nahe der Stadt Alamogordo im US-Bundesstaat New Mexico die erste Atombombe der Geschichte.
Bei dem als "Trinity Test" bezeichneten Versuch kam eine Plutonium-Implosionsbombe zum Einsatz, die schicht als "The Gadget" bezeichnet wurde. Der Sprengsatz war auf einer ca. 30m hohen Stahlkonstruktion befestigt und erreichte eine Explosionsstärke von 21.000 Tonnen TNT-Äquivalent. Die Detonation riss einen Krater von 3m Tiefe und einem Durchmesser von 330m in den Erdboden und erzeugte eine Druckwelle, die in 160km Entfernung noch messbar war. Die typische Pilzwolke stieg ca. 12km in den Himmel und im Zentrum der Explosion schmolz der Wüstensand zu Glas. Über welches Gebiet sich der radioaktive Fall-Out ausbreitete wurde nie wirklich ergründet, da man sich über die Langzeitfolgen von Kernwaffenexplosionen zu damaliger Zeit noch nicht wirklich im klaren war. So gab es - schon aus Gründen der Geheimhaltung - keinerlei Warnungen an Anwohner, keine Informationen über Schutzmaßnahmen und keine Evakuierung.
Beobachtet wurde der Test von ca. 250 Personen - hauptsächlich Militärs und Wissenschaftler - aus einem Bunker in 9km Entfernung.
Während die Militärs ob der zerstörerischen Kraft der neuartigen Waffe begeistert waren, kamen vielen Wissenschaftlern alsbald große Zweifel an ihrem Tun. Besonders Robert Oppenheimer, der als wissenschaftlicher Leiter des "Manhattan Project" bis heute als Vater der Atombombe gilt war durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima (6.8.45) und Nagasaki (9.8.45) sehr schockiert. In der Folge setzte er sich gegen das atomare Wettrüsten der beiden Supermächte ab den 1950er Jahren ein, was ihn sehr bald in Konflikt mit den US-Behörden während der McCarthy-Ära brachte.
Doch der "Trinity-Test" hatte die Büchse der Pandora ein für alle Mal geöffnet. In der Folge häuften besonders die beiden Supermächte USA und die UdSSR gewaltige Vernichtungspotenziale an, gegen die die zerstörerische Kraft von "The Gadget" nahezu bescheiden wirkt. Schon bald wurden die Detonationsstärken der damals neuartigen Wasserstoffbomben nicht mehr in Kilo-Tonnen sondern in Megatonnen TNT-Äquivalent angegeben (1mT = 1 Million Tonnen TNT, zum Vergleich: die Sprengkraft eines einzigen 1mT-Sprengkopfes ist höher als die aller im zweiten Weltkrieg verwendeten Bomben, Granaten usw.).
Auch heute, gute 20 Jahre nach dem Ende des kalten Krieges, in dem die Welt einige Male an der Schwelle zur atomaren Vernichtung stand, lagern in den Arsenalen der Atommächte genügend Waffen, um die Menschheit sowie das komplette Ökosystem des Planeten einschließlich aller höher entwickelten Lebensformen mehrere Male komplett zu vernichten.

521px-Trinity_shot_color.jpg


C.
 
Ich finde es eigendlich Schade, wie sehr die Atomwaffen immer verteufelt werden.
Ja, es sind Massenvernichtungswaffen die nicht zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten unterscheiden, aber dies tun andere Waffen auch nicht.
Aber in meinen Augen sind es segensreiche Waffen. Denn die atomaren Waffen haben dafür gesorgt, daß es seit 1945 keinen weltumfassenden Krieg mehr gegeben hat.

Man sagt(wie Crimson es anspricht) daß die Welt während des kalten Krieges ein paar Mal am Rande des Atomkrieges stand. Ich sage ohne die Atomwaffen hätte es früher oder später geknallt.
Mir war die Welt des kalten Kriegs immer lieber als es die heutige Welt ist.
Wenn sie seh wie die USA seit dem Zusammenbruch des Ostblocks schalten und walten konnte wie sie wollte, so sehne ich mich nach dem Ostblock zurück.

Ich habe mich im kalten Krieg immer wohl gefühlt.
Den die Teilung in Ost und West war für Europa immer der Garant des Friedens. Und dies haben wir den Atomwaffen zu verdanken.

Heute eine ägyptische oder iranische amtmare Bewaffnung, und die Zeit der Krige im Nahen Osten ist für lange,lange Zeit vorbei.

Bestes Beispiel wäre da Indien und Pakistan.
 
Ich habe mich im kalten Krieg immer wohl gefühlt.
Den die Teilung in Ost und West war für Europa immer der Garant des Friedens. Und dies haben wir den Atomwaffen zu verdanken.

Gerade für Europa war es allerdings gegen Ende des kalten Krieges und mit dem NATO-Doppelbeschluss wirkich gefährlich, da die Strategen hüben wie drüben einen auf Europa begrenzten Atomkrieg plötzlich für führbar und sogar gewinnbar hielten. Die Sowjets hatten - wie man heute weiß - ohnehin immer eine Erstschlagsoption in der Schublade, bei der mit taktischen Kernwaffen wichtige Militäreinrichtungen in Westeuropa ausgeschaltet werden, und dann konventionelle Kräfte in ein paar Tagen bis zum Rhein vorstoßen sollten.
Richtig übel wurde es, als dann die Pershing II wirklich stationiert wurden. Diese konnten innerhalb kürzester Zeit sämtliche wichtigen Ziele in der westlichen UdSSR erreichen, einschließlich Moskau, Leningrad, Kiew usw. Die Vorwarnzeit um noch einen erfolgreichen Gegenschlag führen zu können verkürzte sich auf 5 - 7 Minuten, während sie bei einem Angriff mit Kontinentalraketen vom Territorium der USA aus immerhin noch 20 - 30 Minuten Zeit gelassen hätte.
In Moskau pflegte man daher spätestens seit 1983 eine ziemlich ausgeprägte Paranoia vor einem überraschenden Enthauptungsschlag der NATO. Das wäre z.B. während der NATO-Übung "Able Archer 83" fast schief gegangen, da die Sowjets das Manöver wohl eine Weile für eine reale Vorbereitung für eben jenen Erstschlag hielten. IMHO stand die Welt oder zumindest Europa näher vor der atomaren Vernichtung als während der Kuba-Krise 1962.
Mit der Pershing II und der SS-20 war jedenfallst die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen um einiges niedriger, als während der 60er und 70er Jahre, da jede Seite u.U. darauf hoffen konnten, einen Atomkrieg auf Europa zu begrenzen und das eigene Territorium zu schonen.

Ja, es sind Massenvernichtungswaffen die nicht zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten unterscheiden, aber dies tun andere Waffen auch nicht.

Aber bei keiner anderen Waffe sind die Folgen so katastrophal und vor allem so langlebig wie beim Einsatz von Atomwaffen. Bereits eine eher "kleine" Waffe mit 1 Megatonne auf eine Großstadt würde hunderttausende Menschen sofort töten und mit der Zahl der Verletzten wäre das komplette Gesundheitssystem der Bundesrepublik heillos überfordert. Radioaktiver Fallout würde je nach Windrichtung noch Gebiete in 50 oder 100km Entfernung zum Explosionsort mitunter auf Jahre hin verseuchen und unbewohnbar machen und viele weitere Menschen töten. Solche Folgen vermag nunmal keine konventionelle Waffe zu tätigen.

C.


C.
 
@Crimson: Vielen Dank für deine Erinnerung an den ersten Atombombentest!
@Jedihammer: Hm - einerseits kann ich dich irgendwo verstehen, insbesondere wenn ich an die Anstrengungen der Sowjetunion denke, Amerika in allem Paroli zu bieten - auch zur See :)
Andererseits war der Kalte Krieg ein sehr gefährliches Spiel mit dem Feuer, wobei ich annehme, dass auch den schärfsten Falken im Westen und Osten klar war, was ein Atomkrieg bedeutet hätte, nämlich das Ende der Menschheit. Vermutlich kam es genau deshalb nicht dazu und behielten die Verantwortlichen auch in kritischen Situationen einen kühlen Kopf.
 
Gerade für Europa war es allerdings gegen Ende des kalten Krieges und mit dem NATO-Doppelbeschluss wirkich gefährlich, da die Strategen hüben wie drüben einen auf Europa begrenzten Atomkrieg plötzlich für führbar und sogar gewinnbar hielten.

Der NATO-Doppelbeschluß war allerdings nur die Antwort auf die Stationierung sowjetischer SS-20 Mittelstreckenraketen.Der hat eher das Gleichgewicht des Schreckens wieder hergestellt.

Und einen Atomkrieg hielten US-Militärs bereits Anfang der 60er Jahre für gewinnbar,wenn auch unter großen Verlusten.




. Die Sowjets hatten - wie man heute weiß - ohnehin immer eine Erstschlagsoption in der Schublade, bei der mit taktischen Kernwaffen wichtige Militäreinrichtungen in Westeuropa ausgeschaltet werden, und dann konventionelle Kräfte in ein paar Tagen bis zum Rhein vorstoßen sollten.
.

Ist mir bekannt.
Aber denkst Du der Westen hatte nichts vergleichbares ?
Ich erinnere da an die atomare Erstschlagsoption der NATO/USA oder an den sogenannten Enthauptungsschlag.
Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow selber hat gesagt, hätte er von diesem Plan gewußt, hätte er am 26.09.1983 anderst gehandelt.
Im Übrigen sah die NATO-Strategie vor, seinen massiven Vorstoß östlichen Panzerverbände durch die norddeutsche Tiefebene,die sogenannte sowjetisch/polinische Dampfwalze mit taktischen Atomschlägen bzw. dem Einsatz von Neutronenbomben zu stoppen.


Richtig übel wurde es, als dann die Pershing II wirklich stationiert wurden. Diese konnten innerhalb kürzester Zeit sämtliche wichtigen Ziele in der westlichen UdSSR erreichen, einschließlich Moskau, Leningrad, Kiew usw. Die Vorwarnzeit um noch einen erfolgreichen Gegenschlag führen zu können verkürzte sich auf 5 - 7 Minuten, während sie bei einem Angriff mit Kontinentalraketen vom Territorium der USA aus immerhin noch 20 - 30 Minuten Zeit gelassen hätte.

Wie gesagt waren die Pershing II lediglich Antworten auf die sowjetischen SS-20 Raketen die ebenfalls die Vorwarnzeit auf westliches Gebiet dramatisch verkürzten. Zwar nicht auf US-Gebiet(die USA waren ohnehin bestrebt einen militärischen Konflikt mit der UDSSR auf Europa zu begrenzen), aber auf die der wichtigsten westlichen Verbündeten.
Auch waren die Mehrfachsprengköpfe der SS-20 eine große Bedrohung.
Größere Angst hatten die Sowjet übrigen vor den Marschflugkörpern, die mit ihrem Earth Penetrators auch die tiefsten Kommandobunker von Militär und bolschewistischer Führung hätten knachen können.

In Moskau pflegte man daher spätestens seit 1983 eine ziemlich ausgeprägte Paranoia vor einem überraschenden Enthauptungsschlag der NATO. Das wäre z.B. während der NATO-Übung "Able Archer 83" fast schief gegangen, da die Sowjets das Manöver wohl eine Weile für eine reale Vorbereitung für eben jenen Erstschlag hielten.

Das ich jetzt mal die NATO verteidigen muß, es ist fast zum lachen.
Die NATO hat zumindest bei ihren Manövern immer die Stoßrichtung zu Meer gewählt während Manöver des Warschauer Paktes immer in Stoßrichtung Westen geführt wurden.
Da wäre wohl auf westlicher Seite eher Vorsicht von Nöten gewesen.


IMHO stand die Welt oder zumindest Europa näher vor der atomaren Vernichtung als während der Kuba-Krise 1962.

Die Kuba Krise ist m.E. ein Paradoxon.
Ausgelöst durch Atomwaffen hat nur die Existenz von Atomwaffen einen III.WK verhindert.
Und auch die Einsioch von Nikita Sergejewisch Chrustschow.
Kennedy hätte wohl die Welt vernichtet.
Gott sei Dank haben die Schüsse von Dallas(wer immer sie auch abgefeuert hat) die Welt von diesem Herrn befreit.


Mit der Pershing II und der SS-20 war jedenfallst die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen um einiges niedriger, als während der 60er und 70er Jahre, da jede Seite u.U. darauf hoffen konnten, einen Atomkrieg auf Europa zu begrenzen und das eigene Territorium zu schonen.

Sehe ich genau anderst herum.
Die Nachrüstung der NATO hat den Sowjets für alle Zeiten klar gemacht das sie einen Präventivschlag mit dem Leben bezahlen müßte.


Aber bei keiner anderen Waffe sind die Folgen so katastrophal und vor allem so langlebig wie beim Einsatz von Atomwaffen. Bereits eine eher "kleine" Waffe mit 1 Megatonne auf eine Großstadt würde hunderttausende Menschen sofort töten und mit der Zahl der Verletzten wäre das komplette Gesundheitssystem der Bundesrepublik heillos überfordert. Radioaktiver Fallout würde je nach Windrichtung noch Gebiete in 50 oder 100km Entfernung zum Explosionsort mitunter auf Jahre hin verseuchen und unbewohnbar machen und viele weitere Menschen töten. Solche Folgen vermag nunmal keine konventionelle Waffe zu tätigen.

Und die von Dir geschilderten Dinge sind der Grund, warum die atomare Bewaffnung eine segensreiche Einrichtung ist.
Die eigene Vernichtung vor Augen hat Ost und West dazu gezwungen Frieden zu halten.
Danke an die Atomwaffen.
 
Die eigene Vernichtung vor Augen hat Ost und West dazu gezwungen Frieden zu halten.
Danke an die Atomwaffen.

Yoo, danke für nukleares Potential! Absoluter Friedensstifter die Bombe. Mal sehen wie sie das im Iran schafft.
Warum nicht jedem Staat ne Bombe hinstellen, am besten jeder terroristischen Organisation auch. Dann müssen die nicht in die Tundra latschen und ne Nuklearbatterie stibitzen, von denen einige Hundert in den ehemaligen UdSSR-Staaten rumgammeln.
Absolut geil das Nuklearzeug.
Wir können nur froh sein, dass dieses Gleichgewicht des Schrecken nicht gekippt ist.

Zwischen Himmel und Erde gibt es weit mehr um was ich mir sorgen mache, als ein Weltkrieg wegen nicht vorhandenem Abschreckungspotential, und fast alles hat mit Atomwaffen zu tun.
 
Yoo, danke für nukleares Potential! Absoluter Friedensstifter die Bombe.

Das Ergebnis läßt sich nicht bestreiten.


Mal sehen wie sie das im Iran schafft.

Das würde sie m.E.n

Warum nicht jedem Staat ne Bombe hinstellen,

Meine Rede seit Jahren.;)

Wir können nur froh sein, dass dieses Gleichgewicht des Schrecken nicht gekippt ist.

Weil es ein Gleichgewicht des Schreckens war ist es nicht gekippt
 
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