Bastion

[Bastion - Bastion Center - Orden der Sith - Quartiere der Jünger - Loch zu den Katakomben- Jon, Selura]

Gebannt wartete Jon auf die immer näher kommenden Schritte. Er vermochte nicht zu unterscheiden, ob es lediglich eine Person oder gleich mehrere waren. Noch einmal blickte er zu der ebenfalls wild entschlossenen Selura herüber. Sie hatte ihre Unterstützung zugesagt und der Menschenjunge war sich sicher, dass sie ihm den Rücken decken würde. Zumindest für den Augenblick. Die Schrittlaute wurden immer deutlicher und der Orus-Spross fixierte seinen Griff um die Fackel und die Eisenstange etwas stärker. Bereit nach vorne zu preschen und Rache für das erste Aufeinandertreffen mit den Houks zu nehmen. Der Geschmack des Blutes war noch zu deutlich und der Jünger wollte Vergeltung. Schließlich materialisierten sich die Schritte und es bogen Voth, sowie Talitha, um die Ecke. Jon senkte seine Waffen wieder und atmete tief durch. Einerseits war er sehr froh, dass mit Voth ein guter Kämpfer dazu gestoßen war. Andererseits hätte er sich aber auch gerne bei den Houks revanchiert. Ohne Umschweife erkundige sich Talitha nach den Houks, jedoch konnte scheinbar niemand eine vernünftige Antwort geben und für einige Augenblicke trat ein betroffenes Schweigen ein.

Plötzlich ertönten zischende Worte und die Menschenfrau fuhr herum. Hinter ihr aus den Schatten trat der Mutant Whip. Die für einen kurzen Moment wieder aufgekommene Anspannung verflüchtigte sich wieder. Dennoch lief Jon ein kalter Schauer den Rücken herunter. Soeben hatte er noch in die Dunkelheit des Lochs geschaut und den Mutanten scheinbar übersehen. Er biss sich kurz auf die Lippe, denn solche Fehler konnten hier im Orden den Tod bedeuten. Mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten gab der Mutant die Standorte der Houks durch und gab mutig an, dass diese zur Strecke gebracht werden sollten. Dem Menschen gefiel die Motivation des Mutanten und kurz nickte er dem Twi´lek Voth zu. Auch der rothäutige schien kampfbereit. Zu fünft sollten sie eine gute Chance gegen die Houks haben. Zumindest wenn sie beide getrennt antreffen konnten. Der 19-jährige von Tatooine schritt wieder auf das Loch zu und blickte erneut in die Finsternis. Dann sprach er zu der restlichen Gruppe:

"Irgendwas an der Sache erscheint mir merkwürdig. Welchen Grund hätten die Beiden sich zu trennen? Sie wissen, dass wir zu fünft sind und einer alleine es ziemlich schwer in einem Kampf hätte. Wesen, die eben noch durch die Wand brechen und uns überraschen, sollen jetzt einen solchen taktischen Fehler machen? Ich weiß nicht was ich von der Sache halten soll. Das der Eine sich in diesem Loch versteckt, spricht auch nicht dafür, dass sie uns jagen."

Jon wandte sich wieder von dem Loch ab und schritt zu der Gruppe zurück. Betroffen und nunmehr leicht verunsichert blickte er in die Augen der anderen. Voth und Selura machten ebenfalls einen nachdenklichen Eindruck. Eine Emotion aus den Augen von Whip waren nicht erkennbar für ihn und kurz überlegte er, ob der Mutant überhaupt Gefühle hatte. Schließlich fiel sein Blick zu Talitha, welche nicht nur besorgt, sondern gar ängstlich wirkte. Der Orus-Spross wusste genau, dass ihre Angst der kleinen Gruppe schnell zum Verhängnis werden konnte und so hoffte er innerlich, dass sie sich aus Kampfhandlungen heraushalten würde. Er war sich nicht sicher, ob die junge Menschenfrau bereits so abgestumpft war, dass sie an einem blutigen Gefecht mitmischen konnte. Auch wenn sie bereits an einem Mord beteiligt war. Plötzlich überkamen den Menschen Selbstzweifel und er fragte sich, ob er überhaupt selbst in der Lage war zu töten. Eben noch war er voll entschlossen die Houks zur Strecke zu bringen, doch im Augenblick wurde ihm bewusst, was es bedeutete jemandem sein Leben auszuhauchen. Auch wenn er bereits zwei Jahre in diesem Orden verbracht hatte, war es noch nie so weit gekommen. Nicht umsonst war das Morden selbst an einem solch moralisch verkommenen Ort wie dem Sith Orden untersagt. Nach kurzem Überlegen rief er sich jedoch ins Gedächtnis, dass die Houks ihn auch ohne Skrupel erdrosselt hätten und beschloss daher, dass seine Rache kein richtiger Mord, sondern viel eher Notwehr wäre. Er erhob daher wieder die Stimme in die Runde:

"Ich denke, dass wir erst nach dem Houk in den Gängen des Ordens suchen sollten. Zum Einen kennen wir uns hier in den Gängen besser aus als in den Katakomben und wir können etwas besser sehen. Auch wenn ich immer noch mit einer Falle rechne, bleibt uns keine Wahl. Wir sind zum Handeln gezwungen. Allerdings sollten wir die Augen offen halten und nicht Blindlinks in einen Hinterhalt rennen. Whip? Kannst du die beiden Houks im Augen behalten? Das würde uns einen immensen Vorteil verschaffen!"

Wieder blickte er in die Gesichter der Anderen. Ihm war bewusst, dass es ernst wurde und ein Entschluss gefällt werden musste.

[Bastion - Bastion Center - Orden der Sith - Quartiere der Jünger - Loch zu den Katakomben- Jon, Selura, Voth, Whip und Talitha]
 
[Bastion|Sith-Tempel| Quartier der Jünger] Aaela Ty;

Aaela streckte sich und blickte auf ihre Holobanduhr. Sie hatte 2 Stunden und 11 Minuten meditiert. Sie würde sich normalerweise auf den weg zum Trainingsraum machen, aber heute war kein gewöhnlicher Tag. Sie war auf dem Weg zu Aufseher Harkun, denn er hatte eine spezielle Mission für sie. Sie sollte nach Shili reisen und dort ihr altes Elternhaus aufsuchen: Als Prüfung, um zu erkennen wie sie auf dieses Erlebniss reagieren würde. Aufseher Harkun würde sie begleiten. Aaela war sich nicht sicher, wie sie auf jene Nachricht reagieren sollte. Glücklich? Traurig? Oder einfach Wütend?


Am nächsten Morgen wartete Aaela in ihrer Kammer auf den Aufseher. Harkun tratt pünktlich auf die Sekunde in ihre Kammer ein und forderte sie auf mit sich zu kommen. Aaela erhob sich von ihrem Sitz und folgte dem Aufseher. Sie folgte ihm bis zum tempeleigenen Landeplatz und beide stiegen in eine Raumfähre Richtung Shili ein. Die Fahrt würde einige zeit in anspruch nehmen, so hatte Aaela genug Zeit Harkun auszufragen.


"Warum muss ich zurück Aufseher? Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich in Todesangst vor meinen Häschern flüchtete? Warum soll ich so etwas schreckliches noch einmal erleiden?"

"Aaela, du musst dich deiner Furcht ins Gesicht blicken. Ich sage nicht, dass Furcht schlecht ist. Sie ist natürlich und gibt den Sith viel Kraft. Doch sie kann dich auch im Kampf paralysieren und dich angreiffbar machen. Der Tod lächelt uns alle an. Das einzige, was wir machen können, ist zurücklächeln. Du musst deiner Furcht ins Angesicht sehen und sie besiegen. Nur so kannst du eine wahre Sith werden."

Das, was Harkun sagte, ergab in Aaelas Kopf irgendwie Sinn. Wie sollte sie eine sith werden, wenn sie sogar vor der Angst Angst hat. Sie müsste diese Furcht überwinden und so stärker werden. Sie würde gegen ihre Angst kämpfen. Auch in der Arena fürchtete sie sich schrecklich, doch als sie dem Tod nahe war, kämpfte sie mit der Entschlossenheit und Kraft eines Krayt-Drachen. Sie würde diese Prüfung überstehen, dessen war sie sich sicher. Plötzlich leuchtete das Warnlicht m Schiffsinneren auf und die Notsirene stieß schrille Geräusche aus. Einen Augenblick später durchstieß ein gewaltiger Stoß das gesamte Schiff.

"Piraten!" Dröhnte es durch das ganze Schiff, als der Co-Pilot nach hinten stürmte und Aaela aufhalf. Der Aufseher lag bewusstlos auf dem Boden. Er hatte seinen Kopf beim Stoß an der Sicherheitsstange gestossen. Der Pilot und der Co-Pilot stellten sich hinter die Luke und erwarteten die Piraten, welche jeden Moment andocken sollten. Aaela saß neben dem bewusstlosen Aufseher und war im Schock gefangen. Die Tür sprang in einer Explosion auf und ein dutzend schwer bewaffnete Trandoshaner traten in das Schiff. Den Pilot hatte es schon bei der Explosion schwer verletzt und den Co-Pilot zerfetzten die Echsen in wenigen Sekunden. Aaela wünschte sich sehnlichst, Harkun würde jetzt erwachen und mit den Piraten kurzen Prozess machen. Die Macht war wohl nicht auf ihrer Seite. Sie saß kauernd in einer Ecke und zitterte wie Estenlaub. Die Trandoshaner lachten über die ängstliche junge Frau. Aber hatte sie sich nicht geschworen, sie würde sich nicht mehr fürchten?

Aaela Ty sprang auf und mit einer Handbewegung lies sie das Schwert von Aufseher Harkun in ihre Hand fliegen. Die Trandoshaner lachten immer noch, einer zog ein Vibroschwert und kam auf Aaela zu. Die junge Togruta versuchte sich an die Technicken zu erinnern, die sie studierte und ihr fiel tatsächlich eine ein. Sie aktivierte die blutrote Klinge und ging in die Makashi-Verteidigungshaltung. Der rießige Trandoshaner kam auf Aaela zugeschossen und stieß seine Klinge nach ihr. Die Togruta wich dem Hieb aus und im selben moment stieß sie dem Hühnen das Schwert in die Brust. Der Trandoshaner ging stöhnend zu Boden. Das Lachen der anderen piraten verstummte. Alle stürzten sich auf Aaela. Die Piraten fesselten die Togruta und Aufseher Harkun. In brüchigem Basic sagte der Anführer der Piraten:

"Du Jedi-Misssstsssstück wirsssst unssss sssicher eine menge Creditssss einbringen. Sssssetzt Kurssss auf Trandosssha!"

[All über Shili|Piratenschiff|Frachtraum] Aaela Ty; Aufseher Harkun; zwei Piraten;


 
[:: Bastion :: Bastion Center :: Sith Tempel :: Bei den Gastunterkünften ::] Tryam Merel, Petty Officer, Kellnerdroide


Tryam fühlte sich unwohl als er durch die dunklen Gemäuer des Sith Ordens geführt wurde. Die Architektur des Gebäudes drückte den Gedanken der Sith nach Macht und Dunkelheit unverkennbar aus und doch gab es kleine Unterschiede und Abweichungen. Abweichungen, auf die der Commander peinlich genau achtete. Die Architektonischen Variationen in den verschiedenen Flügeln waren zum Beispiel für Beherscher des Faches gut zu erkennen, für nicht Architekten waren sie nicht mehr als eine versetzte Mauerfuge.

"Commander, hier haben sie einen kleinen Raum zum Umziehen. Wenn sie fertig sind, kontaktieren sie mich, Sir."

Mit diesen Worten salutierte der Unteroffizier der Flotte und ging zügig den Gang runter. Die beiden zurückgebiebenen sahen ihm nach, bis er hinter einer Ecke verschwand. Der kleine Droide bedeutete ihm in den Raum zu folgen, wozu er mit seinem Dünnen Finger auf den Türauslöser drückte und danach in die Tür zeigte, welche aufschnellte.

Dieser war spärlich mit einem Stuhl und einem in die Wand eingelassenem Bett eingerichtet, die Wände waren aus Stahl - wie auf der Basilisk. An einer Wand war eine Holotafel, welche in einem schimmerndem Blauton das Gesicht des Imperators mit einer tief sitzenden Kapuze zeigte. So wurden hier also Gäste seines Ranges untergebracht.

Der Droide wies auf das Bett, wo die Galauniform des Corellianers sorgfältig nebeneinandergelegt lag. Danach zeigte er auf eine kleine Tür, welche zu einer winzigen Nasszelle führte. Der kleine mechanische Diener hatte also nicht die Fähigkeit zu sprechen. Tryam entledigte sich Schuhe und Socken, zog sich sein Uniformoberteil sorgfältig aus und legte es säuberlich zusammen. Dann legte er sein Unterhemd darüber. Danach schlüpfte er aus seiner Uniformhose welcher er über den Stuhl legte. Dann betrat er die Nasszelle.

Nachdem er die Tür geschlossen hatte zog er sich auch sein letztes Bekleidungsstück, die Unterhose, aus. Der Commander drehte am Wärmeregler der Sanidusche und stellte sie an.

Als er fünf Minuten später noch mit nassen Haaren das kleine Bad verließ, fühlte er sich wie Neugeboren. Auch hatte der Droide seine Sachen schon in den Wandschrank geräumt, den Tryam erst jetzt entdeckte, da er offen stand. Er trocknete sich mit seinem Handtuch nochmal die Haare zog sich seine Unterwäsche wieder an. Danach zog er sich die Grüne Hose und die Grüngoldene Uniformjacke seiner Galauniform an und rückte sein Rangabzeichen zurecht. Danach knöpfte er sie sich zu.

Hinter dem Droiden trat er mit gekämmten Haaren und strahlender Galauniform auf den Gang. Der kleine mechanische Diener kontaktierte den Steward, welcher kurz darauf erschien und Tryam in Richtung des Thronsaales führte, davor aber machte er noch eine positive Bemerkung auf sein Äußeres.
( :D )


[:: Bastion :: Bastion Center :: Sith Tempel :: Auf dem Weg zum Thronsaal ::] Tryam Merel, Petty Officer
 
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Wie spät es war spielte keine Rolle, der Abend war äußerst amüsant und das Gespräch mit dem Offizier hatte mehr als nur interessante Wendung genommen. Vielleicht deshalb schon weil beide, sowohl der Mann als auch die Ärztin ordentlich einem im Tee hatten. Geplant war dies nicht gewesen doch sie waren vom hundertsten ins tausenste gekommen, ein Drink war nach dem anderen ausgegeben worden wobei Ming nicht zahlen musste sondern eingeladen wurde. Inzwischen war es eng, stickig und überfüllt, was jedoch nicht wirklich auffiel und schon gar nicht bei denen die bereits schon gut gebechert hatten. Viel mehr unterhielt man sich, lachte, machte Witze oder spielte. Das Ming fast die einzige Frau in den Räumlichkeiten des Clubhauses war störte da nicht wirklich. Viel mehr waren die Herren begeistert einmal eine Frau zu sehen die ihnen nicht nur Gesellschaft bot sondern auch mit ihnen etwas trank und über makabere Witze und ähnliches lachte. Ob Ming dies am anderen Morgen bereuen würde stand nicht fest und trotz der heiteren Runde hatte niemand versucht sie auch nur auf unsittliche Weiße anzufassen. Scheinbar hatte man Angst davor oder Respekt, dass sie als Ärztin etwas in einen Drink mischen könnte. Einige der Herren waren verheiratet was man deutlich mitbekam wenn sie über ihre Frauen sprachen, andere waren in Beziehungen die ständig wechselten, geschieden, verwitwet oder auf der Suche nach einem neuen Abenteuer. Ihr Offizier, bei dem sich um einen Captain handelte mit dem wohlklingenden Namen James Foster, besaß sie an diesem Abend so etwas wie einen Beschützter. Er schien einen Narren an ihr gefressen zu haben und dennoch hielt er sich zurück. Kein dummes Wort, kein Versuch sie bisher in sein Bett zu ziehen. Dennoch hatte er sie bereites auf seinen Schoß gezogen, wenn auch um bei der Lautstärke besser mit ihr sprechen zu können. Natürlich vermutete Ming, dass James nun ein wenig auf Tuchfühlung gehen wollte, wo er sich zuvor nicht getraut hatte. Attraktiv war er, dunkle Haare, dunkle Augen – die sie ungemein an jemanden erinnerten – denn sie jedoch niemals haben würde. Schade eigentlich. Wäre sie geschickter gewesen hätte sie ihn vor etlichen Monaten vielleicht einmal für sich haben können. Doch nach dem Unfall, seiner Veränderung war dies wohl auszuschließen und dann gab es da noch das Problem mit dem gemeinsamen beisammen sein auf einem Schiff.

Ming jedoch war klug genug um zu erkennen, dass dies keine Zukunft haben würde und das ein gewisser Herr mit dunklen Augen nichts für sie empfand. Diese Erkenntnis hatte sie schon vor einer ganzen Weile ereilt, wohl schon zu dem Zeitpunkt als sein ehemaliger XO im Koma gelegen und er immer wieder bei ihr gewesen war. Ob er was für diese junge Frau empfand oder ob es eine freundschaftliche Gäste gewesen war, darüber hatte sie nicht nachgedacht. Wohl auch bewusst um zu vermeiden sich selbst weh zu tun. Sie war darüber hinweg gekommen – wenn sie natürlich noch immer für ihn schwärmte – so hatte sie dieses Thema jedoch abgehackt. James erinnerte sie genug an ihn, jedenfalls diese Augen. Und verflixt noch mal sie alt genug zu wissen was sie tat und sie genoss es sichtlich auf dem Schoß des etwas über dreißig jährigen Mannes zu sitzen. James hatte erzählt, dass man ihn demnächst befördern würde, was Ming nicht weiter interessierte. Jedenfalls gehörte sie nicht zu der Sorte Frau die darauf aus waren sich einen Mann zu angeln der Rang mäßig ziemlich hoch war und noch höher kommen würde. Würde sie dazu gehören, dann hätte die sich einen General oder Admiral oder ähnliche geangelt und natürlich konnte hier nicht die Rede von Angeln sein. Es war reiner Zufall gewesen, dass sie James hier kennen gelernt hatte, sie sich auf Anhieb verstanden. Ob Alkohol dafür sorgte das die Sinne erweitert wurden oder das ganze einfach nur vorantrieben war nicht weiter wichtig. Ming war gut gelaunt, hatte genug einstecken müssen und konnte sich ein wenig Spaß erlauben.

Also kam es so wie es kommen sollte, vielleicht auch weil es Ming es darauf anlegte, James Lippen legten sich auf die ihren und so entstand das was man einen Kuss nannte. Kein schlechter Kuss, im Gegenteil ein sehr schöner, sinnlicher Kuss welcher beiden gefiel. Ein Kuss der sich in die Länge zog, etwas besitzergreifendes besaß und sich für beide die Frage stellte ob sie den Abend weiter so verbringen wollten oder ob sie einen Schritt weiter gehen sollten, was letztlich im Bett enden würde. Ming gehörte nicht zu der Sorte die One Night Stands befürwortete oder schon einmal einen ausprobiert hätte. Genau genommen hatte sie darauf nie Zeit verschwendet, war zu sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt gewesen und obwohl sie nicht so streng erzogen worden war hatte sie dennoch mit keinem Mann bisher geschlafen. Ob sich dies heute Nacht ändern würde? Eine höchste interessante Frage. Der Captain gefiel ihr sehr und obwohl sie sich nur einige Stunden kannten hatte sie das Gefühl ihn bereits sehr viel länger zu kennen und da er bisher nicht die Anstalten gemacht hatte sie in sein Bett zu zerren wie Freiwild, konnte er durchaus ein anständiger Mann sein. Die Frage war ob es richtig wäre gleich beim ersten Mal miteinander zu schlafen oder ob sie damit noch warten sollten. Andererseits, sie würde schon am nächsten Tag auf die „Abyss“ gehen um ihren Dienst aufzunehmen und dann würden sich beide nicht mehr sehen. Sicherlich würden sie sich austauschen, dies hatte man sich bereits versprochen. Doch solche Versprechen waren oft nicht mehr als heiße Luft und die Möglichkeit sich wieder zu sehen war auch nicht sonderlich hoch. Wollte man eine Nacht mit einem Mann verbringen und diesen dann vielleicht nie wieder sehen!? Eine verflixt gute Frage. Tja, gehen oder bleiben?

Während der Kuss andauerte schien es so als ob auch James darüber nachzudenken schien was als nächstes folgen sollte, denn er beendete den Kuss nach einigen Minuten und blickte ihr in die Augen, wobei er leise wissen wollte was aus ihnen werden sollte. Eine Frage die Ming durchaus überraschte und mit der sie nicht gerechnet hatte. Eine Frage die auch sie sich stellte, die sie jedoch bisher nicht hatte stellen wollen. Was wollte sie? Sollte sie den Versuch wagen eine Beziehung zu starten, auch wenn man sich kaum sehen würde? Er befehligte sein eigenes Schiff und sie war nicht mehr als eine Ärztin die wer weiß wo im All unterwegs sein würde um Leben zu retten. Eine kleine eher unbedeutende Ärztin die alles daran setzte ihren Job mit Leib und Seele zu erfüllen und eigentlich nicht damit gerechnet hatte sich innerhalb von einigen Stunden ein wenig in jemanden zu verlieben. Keine einfache Sache! Nachgeben, sich trauen oder einen Rückzieher machen? Es schien ihm ernst zu sein und Ming würde eine Entscheidung treffen müssen.


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[Bastion | Bastion Center | Sith-Tempel | Gänge] Voth Terrix, Talitha

Ich wollte dieses Leben nie. Du etwa?

Diese Frage hallte im Kopf von Voth unaufhörlich hin und her. Er antwortete nicht, er stand nur still da und dacht nach. Der Twi'lek wusste wahrhaft keine Antwort auf diese Frage. Er war nicht bewusst oder absichtlich nach Bastion gekommen, es hatte sich einfach irgendwie so ergeben. Wie zufällig, nur dass Voth daran nicht glaubte.
Das Leben im Tempel war hart, gnadenlos und berechnend, außerdem konnte man sich nie vollkommen sicher fühlen. Trotzdem verabscheute er es nicht in dem Ausmaß, in dem Talitha es scheinbar tat. Voth fühlte sich hier irgendwie richtig, doch die Jüngerin wirkte so fehl am Platz wie ein Schneemann auf Tatooine. Sie war einfach keine Sith, jedenfalls hatte Voth diesen Eindruck.

Während ihm das durch den Kopf ging, schien Talitha sich wieder gefangen zu haben. Auch sie hatte keine Lust, noch länger hier herumzustehen und drängte zum Aufbruch. Voth stimmte nickend zu und so setzten die beiden sich in Bewegung.

Nach erstaunlich kurzer Zeit fanden sie sich an dem Ort wieder, an dem sie zum ersten Mal auf die Houks getroffen waren. Etwa zur gleichen Zeit schienen Selura und Jon angekommen zu sein. Voth war froh, dass sie nun wieder eine größere Gruppe waren, obwohl er Selura immer noch nicht wirklich traute.

Jetzt fehlte nur noch Whip. Doch in dem Moment, in dem Voth das dachte, hörte er ein röchelndes Husten in dem Loch, dass der eine Houk in die Wand gerissen hatte, und zum Vorschein kam ein nur allzu gut bekannter Mutant.

Im weiteren Verlauf erklärte Whip, dass der eine Riese unten an der Treppe in die Katakomben, die hinter dem Loch zum Vorschein gekommen war, lauerte und der andere in den Gängen im Erdgeschoss herumschlich. Jon schlug vor, sich letzteren als erstes vorzuknöpfen, da sie dort wenigstens einen Vorteil hatten. Voth sah das ähnlich.


"Ich stimme ihm zu. Außerdem wird dieses zweite Ungeheuer vielleicht ungeduldig, wenn es länger warten muss, und ändert seinen Standort. Eventuell können wir es dann später leichter bekämpfen. Ich würde also sagen; Auf geht's!"

Es gab aber noch einen anderen Grund, warum er dafür war, den Voth allerdings nicht laut sagte. Er hatte nämlich keine Lust, noch einmal in die Katakomben zu gehen und wollte dies so weit wie möglich herauszögern. Das brauchten die anderen aber nicht zu wissen, meinte er. Daher sah er jetzt wie Jon erwartungsvoll auf den kleinen Mutanten.

[Bastion | Bastion Center | Sith-Tempel | Erdgeschoss] Voth, Talitha, Selura, Jon, Whip

 
- Bastion - Bastion Center - Sith-Tempel - Trainingsraum - Sabar Khalifara, Jünger Lesko, Wächter -


"Mal sehen was noch in dir steckt, Jünger."

Widerwillig ließ sich der etwa 20-jährige Jünger in den dunklen Raum führen, während er von einem Wächter des Ordens immer wieder mit demütigenden Beleidigungen malträtiert wurde. Der junge und ziemlich gut gebaute Mann, offenbar durchaus aufmüpfig, machte keinen sonderlich glücklichen Eindruck, die zahlreichen Tritte und Schläge halfen auch nicht. Der Scheich, mit dem Namen Sabar, schenkte dieser Prozedur seine vollste Beachtung, während er seinen grau-beigen Dreiteiler beiläufig zurechtzupfte. Wie üblich, hob er dabei sein Kinn leicht, und blickte sowohl Wächter, als auch dessen Objekt der Tortur, mit abfälligen Blicken an. Zwei Bauern, der eine in der Position des Schwachen, der andere in der Position des Schwächeren. Der eine ein armseliger Jünger, sich hoffentlich seiner bemitleidenswerten Unbrauchbarkeit bewusst, der andere eine gescheiterte Existenz, der die hohen Spähren des Sith-Ordens bis in alle Ewigkeit verwehrt bleiben würden.

"Los, Scheich!"

Mit diesen Worten verpasste der Nichtmensch dem Jünger einen kräftigen Stoß, worauf dieser einen halben Meter vor dem adeligen Jünger zu Boden ging. Noch während er sich in einer knienden Position befand, verpasste ihm dieser einen, eher eleganten als schmerzhaften, Tritt an den Kopf, worauf der stämmige Blonde wieder nach hinten fiel.
Während er also dabei war, sich mühsam wieder hochzuhieven, entledigte sich Sabar seines Chronographen, sowie seines Finger- Armschmucks. Als er damit fertig war, hatte es Jünger Lekso geschafft, aufzustehen. Kampflustig hob er seine tätowierten Fäuste, während sich Sabar lauernd und kerzengerade positionierte, seinem Gegenüber mit - von Arroganz geradezu überschwemmten - Blicken musternd.


"Ihr seid nichts, als einer der zahlreichen verwöhnten Adeligen. Ich werde euren Schädel zertrümmern und ihm diesem ******* von Wächter zum Frühstück servieren."

Ein leises Lachen, auf Seiten des Scheichs, der sich jede Sekunde seiner Überlegenheit bewusst schien.

"Man wird sich nimmermehr an jenen Narren erinnern, der innerhalb dieser Wände vom mächtigen Scheich Khalifara erniedrigt wurde."

Brüllend rannte der Jünger auf Sabar zu, welcher eine Reaktion als nicht nötig erachtete. Mit einem, vor Kraft strotzendem, Ausholen schoss die rechte Faust Leksos auf den Scheich, welcher sich geschickt wegduckte und sein Knie in den durchtrainierten Bauch seines Gegners presste. Mit einem lauten Schmerzensschrei setzte Lesko, nachdem er sich schnell wieder erholt hatte, seinerseits zum Tritt an, und sprang mit seinem gestrecktem linken Bein auf Sabar zu. Wieder duckte sich dieser weg, diesmal jedoch nicht zum Gegenangriff ansetzend.

"Meine Zeit wird langsam knapp, Bauer."

Zischte es aus Sabars Mund, bevor Lesko zum dritten Male auf ihn losstürmte. Einem Kopfstoß wich er aus, bevor er mit seiner Linken zu einem - in manchen, wenn auch seltenen Fällen - tödlichen Kehlenschlag mit den Fingerspitzen ausholte. Röchelnd und nach Luft gurgelnd ging der nun Besiegte, nach diesem effizienten Angriff zu Boden, sich inmitten des Überlebenskampfes die Kehle haltend. Einige Momente betrachtete Sabar dieses Wesen, welches seine Abscheu erfüllte und immer noch paralysiert auf dem dreckigen Boden umher kroch.

"Eines Tages..."

Ein lautes Keuchen unterbrach diese Drohung.

"...begegnen wir uns wieder, Sabar."

Wieder lachte der angesprochen Triumphierende, ehe er sich doch noch zur abschließenden Belehrung zwang.

"Für dich, Scheich Sabar. Bauern haben ihre Herren stets mit deren Titeln anzureden."

- Bastion - Bastion Center - Sith-Tempel - Trainingsraum - Sabar Khalifara, Jünger Lesko, Wächter -
 
[: Sartinaynian-System | Bastion | Bastion Center :||: Zentrum | Regierungsgebäude | obere Etagen :||: Commodore Toji Murata, ein Protokolldroide sowie Grand Vizier Draays Sekretärin :]

Das Warten vor dem Büro des Grand Vizier zog sich für Toji Murata schon nach wenigen Minuten zu einer endlosen Ewigkeit hin. Denn während der invalide Commodore einsam und allein auf einer steinernen Bank saß, gingen irgendwelche fein gekleideten Angestellten bei der reich verzierten Tür ein und aus. Manche beachteten ihn, manche nicht. Meistens warf man ihm bloß einen verstohlenen Blick zu, schüttelte sich gegebenenfalls und ging dann weiter seiner Wege. In seinem ganzen Leben hatte er noch nie solch eine Ablehnung erlebt. Er schien ein Aussätziger geworden zu sein; fern der imperialen Leitideologie. Jedoch kam ihm in diesem beschämenden Moment kein Seufzer über die Lippen. Toji blieb – getreu seiner Erziehung – standhaft; ertrug sein Schicksal schweigend.

Ewig sitzen konnte der Commenorer nicht. Nach knapp zehn oder gar fünfzehn Minuten erhob sich der Invalide von der steinernen Bank, schritt zu den bereitgestellten Erfrischungen und musterte sie aufmerksam. Die Schriftzüge bekannter Marken stachen ihm ins Auge. Jedoch verspürte er keinerlei Lust darauf sich ein Getränk zu nehmen. Stattdessen wandte er sich anschließend lieber den fahlen Skulpturen zu, die auf kleinen Podesten standen. Sie zeigten die einstigen Größen in der imperialen Politik. Jedoch kannte Toji die Gesichter nicht. Er hatte sich in seinem bisherigen Leben nie viel aus intergalaktischer Politik – und deren Persönlichkeiten – gemacht. Wirklich geläufige Namen waren ihm eigentlich bloß die der Admiralität wie Nereus Kratas, der verstorbene Grand Admiral. Deshalb ließ an dieser Stelle auch schnell das Interesse nach.

Just in diesem Moment betrat Commodore Fogerty die Bildfläche. Im Gegensatz zum Vortag hatte sich der Corellianer dieses Mal für die übliche Dienstuniform der Imperialen Flotte entschieden und erschien damit bei weitem nicht so provokant wie bei seinem öffentlichen Auftritt auf dem großen Arthious-Boulevard. Knapp grüßte ihn der Kommandant der „Heart of the Order“. Doch bevor Toji in irgendeiner Art und Weise reagieren konnte, öffnete sich auf einmal die Tür zu den Amtsräumen des derzeitigen Grand Vizier und eine junge, hübsche Frau trat in den Vorraum. In einem höflichen Ton teilte sie beiden Offizieren mit, dass Bulsar Draay sie nun erwarte. Fühlte sich der Mensch von Commenor vorher schon nicht so wohl, dann verstärkte sich nun das Gefühl umso mehr. Niemand hatte ihm gezeigt wie er sich gegenüber einer so mächtigen Person zu verhalten hatte. Unwillkürlich suchte – und fand – er sein Heil im Militärprotokoll.

Für jemanden, der bloß den überaus begrenzten Platz auf Kriegsschiffen gewohnt war, mussten die Räumlichkeiten, die Bulsar Draay zur Ausübung seiner Tätigkeit nutzte, höchstwahrscheinlich wie ein geräumiger Traum vorkommen. Hinter dem breiten Schreibtisch breitete sich in einem schönen Halbkreis ein gewaltiges Panoramafenster aus, das einen perfekten Blick auf die belebte Metropole zuließ. Holografische Projektionen – womöglich seiner einstigen Vorgänger – flimmerten links und rechts von der Tür. Sie wirkten ein kleines Bisschen wie eine teilweise durchsichtige Leibgarde des Grand Vizier. Als die beiden imperialen Offiziere den großzügigen Raum betraten, erhoben sich die politische rechte Hand des Imperators sowie zwei weitere Gestalten. Sie trugen alle die Roben, die so typisch für diesen Schlag Imperialer war. Draay, den Toji – abgesehen vom gestrigen Tag – noch nie (bewusst) gesehen hatte, kam um den Tisch herum, reichte Commodore Fogerty die Hand und nickte dem Invaliden mit nüchterner Miene zu.

Dann sagte er:
„Meine Herren, lassen Sie uns keine Zeit verlieren. Setzen Sie sich bitte.“

Toji fühlte sich noch immer unwohl. Unter anderem lag das daran, dass er bisher noch nie in so eine Situation geraten war. Jedoch befeuerte sein Unbehagen noch ein bisschen mehr der Umstand, dass sich die beiden Berater, die ebenfalls auf der selben Schreibtischseite wie er saßen, flüchtig ein paar zweifelnde Blicke zuwarfen. Selbstverständlich versuchte der Commodore solche Kleinigkeiten zu ignorieren, aber sie nagten trotzdem an seinem lädierten Selbstbewusstsein. Noch einmal schenkte Draay dem Corellianer ein Lächeln, nachdem sich alle gesetzt hatten. Unaufgefordert brachte kurz darauf die Sekretärin ein paar kühle Erfrischungen herein – und dann konnte der eigentliche Termin endlich beginnen. Während Toji noch an seinem Getränk nippte, ließ der Grand Vizier den üblichen Small Talk links liegen und zielte gleich auf das Thema ab.

Seelenruhig beugte sich Draay ein wenig vor, stützte die Arme auf der Schreibtischoberfläche sogar ab und sagte dann: „Schon seit einer ganzen Weile hat Seine Majestät den Blick mehr und mehr auf die Unbekannten Regionen gerichtet. So erforscht wie unsere riesige Galaxie in unseren modernen Tagen ist, so fremd ist uns unsere Nachbarschaft.“ Sein Blick ruhte währenddessen auf Commodore Fogerty. „Zwar unterhalten wir freundschaftliche Beziehungen zu den Chiss, aber spätestens Janem Menaris gescheiterter Putschversuch hat diesen Kontakt lädiert und Seine Majestät möchte nun den Einfluss des Galaktischen Imperiums in diese Richtung ausweiten...“

Selten war eine Mächtiger so ehrlich in Tojis Gegenwart gewesen. Durch die schlimme Entstellung seiner rechten Gesichtshälfte mochte man ihm die Überraschung zwar nicht, oder bloß ganz schwer ansehen, aber bekam der kriegsversehrte Commenorer hier tatsächlich einen exklusiven Einblick in die gedanklichen Spähren der „oberen Zehntausend“? Bedingt durch die Ehrfurcht, die er in diesem Moment unwillkürlich verspürte, bekam er unter seiner grauen Uniform eine Gänsehaut. Hatten ihm am Ende all die finsteren Gedanken nur getäuscht? Hatte er sich nur eingebildet, dass er nicht mehr zum präferierten Teil der imperialen Gesellschaft gehörte? Irgendwo in seinem Hinterkopf nagten zwar noch immer ein paar wenige Zweifel an seiner Erkenntnis, aber diese ignoriere er mittlerweile geflissentlich. Denn langsam, ganz langsam schöpfte der Imperiale wieder Hoffnung. So erwartete er Draays weiterführende Erklärung schon mit einer gewissen Sehnsucht.

Und der Grand Vizier ließ nicht lange auf sich warten. Ohne jegliche Aufregung fuhr er nach einer klitzekleinen Pause fort:
„Ein erster Schritt ist die Einbindung der Chiss-Ascendancy in die Politik auf intergalaktischem Parkett. Das Diplomatenkorps unter General Wessel konnte Kontakt zu einem hochrangigen Chiss (Talshib) aufbauen ohne dabei unnötig die Aufmerksamkeit des Chiss-Empire auf sich zu ziehen. Offenbar ist Csilla mit der Spaltung – und Menaris sehr starkem Stand – genauso unzufrieden wie Seine Majestät, weshalb vor einigen Wochen ein diplomatischer Prozess begonnen wurde. Mr Kellar, reichen Sie Commodore Fogerty bitte die Unterlagen aus Dossier 'Aurek'. Denn nun, meine Herren, kommen Sie ins Spiel.“

Schweigend reichte der angesprochene Berater dem blonden Corellianer eine lederne Aktenmappe voller beschriebener Flimsiplastseiten und Datenkarten. Die Operation schien keine Kleinigkeit zu sein – das konnte man schon auf dem ersten Blick erkennen. Trotz der Neugier, die auch irgendwo in Toji inne wohnte, hielt sich der Kriegsversehrte in diesem Augenblick höflich zurück. In Bulsar Draays Gegenwart wollte er sich keinen unschönen Fauxpas leisten. Erneut kehrte Stille in das sehr geräumige Büro ein. Man ließ Fogerty anscheinend ein wenig Zeit, um sich einen (äußerst) groben Überblick zu verschaffen. Immerhin konnte man von einem normalen Offizier der Imperialen Flotte nicht erwarten, dass er irgendwelche Details über ein Volk kannte, das abgeschottet außerhalb der bekannten Galaxie sein Dasein fristete. Selbst Toji konnte seine wenigen Kontakte zu den Chiss an einer Hand abzählen – und dabei stand Commodore Sharin schon an erster Stelle!

In einem gelassenen Tonfall fuhr Bulsar Draay fort:
„Der Erstkontakt vor Ort, ausgeführt von einem Commodore namens Saunders, besteht inzwischen und man konnte einige Dinge lösen. Nun wollen wir geschwind den nächsten Schritt einleiten, der speziell das Chiss Empire betrifft: das Aufstocken der imperialen Truppen auf Mato'Chel'Not, um anschließend Chiss'Al'Vanna zu sichern.“ Beiläufig wies er mit einer schlichten Handgeste auf das Dossier. „Für dieses Unterfangen ziehen wir jedoch Saunders ab und betrauen Vice Admiral Varik Joyriak mit dem jeweiligen Befehl. Mit dem Militär – und dessen Bezeichnungen – kenne ich mich nur unzureichend aus, aber jedenfalls verfügt dessen Einheit über genügend Expertise. Joyriak war die letzte Dekade ausschließlich in den Unbekannten Regionen tätig.“ Der Grand Vizier schmunzelte kühl. „Sie, Commodore Fogerty, sollen ihn nun mit Ihrem Interceptor, einer kleinen Teileinheit (Kampfgruppe) sowie zwei vollen Truppentransportern der Acclamator-Klasse unterstützen. Daneben wird noch hier im Bastion-System Botschafterin Yuri Basout sowie deren kleine Delegation auf Ihrem Schiff an Bord gehen...“

„Schlagen Sie sich gut und eine Position als Joyriaks Stellvertreter ist Ihnen sicher“
, warf Mr Kellar sogleich mit verführerisch säuselnder Stimme ein.

Ermutigend lächelte der anwesende Berater. Hofierte man hier etwa den Corellianer? Immerhin war Frey Fogerty bislang kaum in Erscheinung getreten. Erntete er also gerade den Ruhm, der eigentlich ihm, Toji Murata, zustehen musste? Für einen flüchtigen Moment musterte der Commenorer seinen gleichrangigen Kameraden stillschweigend. Mochte bis zu diesem Zeitpunkt die Ehrfurcht ihn mehr und mehr in ihren magischen Bann gezogen haben, so regte sich nun – ein ganz kleines Bisschen – die Eifersucht. Er hatte schließlich die schweren, überaus entstellenden Verletzungen im Shinbone-System davon getragen und nicht der Kommandant der „Heart of the Order“. Jedoch stand nun die berechtigte Frage im Raum, weshalb man ihn – so ganz ohne irgendein Kommando – überhaupt zu diesem Termin gebeten hatte. Sollte er bloß ein Zeuge sein? Toji gab sich zwar nicht irgendwelchen abstrusen Gedankengängen hin, dennoch ließ ihm diese Unklarheit keine Ruhe. Menschenkenntnis im großen Maße musste man nicht wirklich besitzen, um zu erkennen, dass die rechte Hand Seiner Majestät noch weitere Pläne mit seinem Handeln verfolgte.

So auch in diesem Fall. Obwohl man einen gewissen Widerwillen in seiner Mimik erkennen konnte, richtete die unangefochtene Nummer Zwei im Galaktischen Imperium ihre Aufmerksamkeit nun auf Toji höchstpersönlich.
„Commodore Murata, Ihnen wird hiermit per Befehle aufgetragen primär als kurzfristig zu unterstützende Einheit im Chiss-Raum zu agieren. Mr Kellar, reichen Sie dem Herren bitte die notwendigen Unterlagen.“ Nun händigte man auch dem Invaliden ein recht dickes Dossier aus. „Im Namen Seiner Majestät – und mit Zustimmung des Oberkommandos – übertrage ich Ihnen hiermit das Kommando über den Imperial-Sternzerstörer 'Abyss'. Sie werden ebenfalls eine kleinere Teileinheit der Flotte befehligen und sich – entgegen offizieller Bestimmungen – als stille Reserve in der Ascendancy aufhalten. Offiziell sind Sie hingegen im Auftrag der 'Imperialen Gesellschaft' sowie dem Entdeckungskorps tätig. Den genauen Wortlaut finden Sie in Ihren Unterlagen...“

„Es freut mich wirklich sehr Ihre Bekanntschaft zu machen, Commodore“
, meldete sich auf einmal die zweite Person, ein alter Zausel, zu Wort. „Wenn ich mich kurz vorstellen darf? Mein Name ist Oris Ivalice, Professor für altertümliche Spezies an der königlichen Universität zu Aldera sowie ein stimmberechtigtes Mitglied der 'Gesellschaft'.“ Die schlaksige Gestalt verneigte sich leicht. „Ihnen ist bestimmt bekannt, dass die Streitkräfte – insbesondere in der Form des Entdeckungskorps – auch für die imperiale Forschung tätig sind. Bei Sposia beziehungsweise Naporar sollen Überreste einer Spezies gefunden worden sein, die wir 'Killiks' nennen. Sie werden meine Untergeben und mich – sowie unser Gerät – dahin bringen...“

Draay nickte. „Sie sehen, meine Herren. Es warten arbeitsreiche Tage, Wochen und Monate auf Sie und Ihre Untergebenen. Natürlich alles zum Wohle von Imperator und Imperium.“ Es wirkte etwas gekünstelt als der Grand Vizier lächelte. „Commodore Murata, Ihr neues Kommando befindet sich im Orbit unserer schönen Thronwelt. Nach diesem Gespräch wird Sie ein Gleiter unverzüglich zum Raumhafen bringen, wo schon ein Shuttle auf Sie wartet… Vice Admiral Joyriak wünscht Sie beide in exakt zehn Standardtagen bei Nirauan zu treffen. Dort werden Ihnen die untergebenen Schiffe für Ihre Teileinheiten unterstellt und dann brechen Sie gemeinsam nach Csilla auf...“ Ruhig ließ er den Blick von Fogerty zu Toji wandern. „Ich hoffe, ich habe mich ganz verständlich ausgedrückt, meine Herren. Wenn nicht, dann haben Sie nun die Möglichkeit zu fragen.“

[: Sartinaynian-System | Bastion | Bastion Center :||: Zentrum | Regierungsgebäude | obere Etagen | Amtsräume des Grand Vizier :||: Commodore Toji Murata, Commodore Fogerty, Grand Vizier Draay, Mr Kellar und Professor Ivalice :]
 
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[Weltraum | Hyperraum | Hybris' Schiff Fury | Saphenus' Quartier] - Saphenus, Rope in der Nähe

Langsam öffnete er seine Augen und sah in die Dunkelheit. Langsam flackerte das Licht auf und hüllte sein Quartier in einen trüben Schimmer. Offenbar wusste Yelm oder das Schiff, dass er geschlafen hatte und regelte deswegen die Beleuchtung herunter. Nun war es gerade so hell, dass er sich mit seinen nachtadaptierten Augen zurechtfinden konnte. Sein Rücken knackte als er sich aufrichtete, seine Glieder schmerzten. Entweder hatte er sich verlegen oder das waren die Nachwirkungen von Hybris‘ Folter. Oder beides. Saphenus gähnte und streckte sich während ihm bewusst wurde, dass er immer noch Doppelbilder sah. Seine Hände schienen viermal vorhanden zu sein. Wie lange würde es dauern bis er sich an das neue Auge gewöhnte? Ein Auge, das er niemals haben wollte. Es fühlte sich fremd in seinem Kopf an, nach über einem Jahr war er daran gewöhnt mit nur einem zu schauen. Nun war sein Körper wieder gegen seinen Willen verändert wurden. Wütend schlossen sich seine Hände zu Fäusten. Er hasste den Gedanken sich nicht gegen seinen Meister wehren zu können, auf Gedeih und Verderb dem Albtraum ausgeliefert zu sein. Er spürte trotz der Lichtjahre, die nun zwischen ihnen liegen mussten, immer noch seinen wachsamen Blick auf sich ruhen. Wieso nur? Er zog die Beine ran. Langsam zeichnete sich die Fury in der Macht ab, er spürte das Metall, das Summen des Hyperraumantriebs und die aktiven Schilde. Er streckte seine Sinne aus und griff nach jedem losen Gegenstand, den er in seinem Zimmer fühlen konnte. Konzentriert baute er Machtfelder um sie herum auf, genau wie damals bei seiner ersten Stunde im Tempel. Dann erhob er sie in die Luft, ließ sie um sich kreisen und umherdrehen. Er vermisste die tägliche Meditation wie er sie in den Bergen praktiziert hatte. Wie trainierter er doch in dem Umgang mit der Macht geworden war als ihn die ewige Furcht plagte bald gegen seinen Mitschüler antreten zu müssen. Der Druck hatte ihm Flügel verlieren und vorankommen lassen. Nun wusste er, dass er seine Fähigkeiten nicht mehr im Training verbessern würde sondern bald im Kampf gegen jene, die Hybris‘ Feinde waren. Eine ernüchternde Aussicht. Saphenus dehnte seine Sinne aus. Rope wanderte umher, wer konnte schon sagen was jetzt in diesem Droiden vorging. Doch dann war da noch etwas anderes, der Schimmer einer Präsenz. Schwach, als wäre sie kaum am Leben und doch…er nahm ganz eindeutig noch ein anderes Lebewesen war! Beunruhigend unterbrach er seine Meditation. War Hybris noch an Bord gekommen um ihn zu überwachen? Unsinn, schalt er sich sofort. Sein Meister war nicht in der Macht zu entdecken, man konnte ihn nicht spüren. Es musste jemand oder etwas anderes sein. Ares vielleicht? Nein, er musste auf der geheimen Station seinem eigenen Auftrag nachgehen. Was war es dann? Er erhob sich von seinem Bett, die Neugierde ergriff ihn. Doch gerade als er sich anschickte sein Quartier zu verlassen, ertönte Yelms Stimme und die Beleuchtung wurde heller.

„Wir sind im Anflug auf Bastion und treten aus dem Hyperraum aus.“,

sagte der Droide. Saphenus konzentrierte sich ein letztes mal auf die schwache Präsenz und ließ dann von ihr ab. Sie musste warten und so wie er das sah, würde ihm die Fury nicht wegfliegen. Auf dem Rückweg würde er noch genug Zeit haben. Ohne Rope zu beachten ging der Zabrak ins Cockpit und ließ sich auf einem der seitlichen Plätze nieder. Von hier sah er geradewegs durch die Frontscheibe. Die langgezogenen, blauen Linien verschwanden und wurden zu Sternen, die sich von dem schwarzen Weltraum abhoben. Direkt vor ihnen erschien wie aus dem Nichts ein Planet, den sie nun ansteuerten. Saphenus fiel auf, dass er ihn zum ersten Mal sah. Bei seinem letzten und gleichzeitig ersten Anflug auf Bastion saß er in einem überfüllten Frachter, der lauter Flüchtlinge und zwielichtige Gestalten hierhin brachte. Damals war es ihm nicht möglich gewesen einen Blick auf seine neue Heimat zu werfen…auch wenn sie sich noch lange nicht wie eine Heimat anfühlte. Langsam aber stetig wuchs der Planet, Saphenus verfolgte den Anflug ganz genau mit einer Spur Faszination. Er war niemals viel gereist, irgendetwas hatte ihn immer auf Taris gehalten. Seinen einzigen Versuch nach Dathomir zu reisen um dort den Initiationsritus zu unterlaufen, hatten seine Eltern unterbunden. Sie fürchteten, dass er seine richtige Mutter treffen und von ihr getötet werden würde, wie sie ihm später gestanden. Irgendwann verlor er den Willen sich dem Ritus zu unterziehen und resignierte stattdessen. Bisher hatte er noch nie einen anderen Zabrak gesehen, der keine Tätowierungen hatte. Vielleicht gab es keine außer ihm.

Schließlich schien das Raumschiff aufzuleuchten als es durch die Atmosphäre brach. Fein glühende Feuerschwaden drangen an das Schild während die Insassen der Fury etwas durchgeschüttelt wurden. Dann war auch schon alles vorbei und er sah den Tempel der Sith in der Ferne. Die majestätische, sechseckige Pyramide erhob sich aus dem Boden, ihr schwarzer Stein schien alles Licht verschlucken zu wollen. Vor dem Haupteingang streckte sich die prächtige Allee aus, gesäumt von meterhohen Statuen. Er konnte sich nicht an sie erinnern. Als er damals zum Tempel kam, war er nervös und erschöpft gewesen. Vermutlich war er blind an den Statuen vorbeigelaufen ohne sie zu erkennen. Was dann geschah war ihm noch gut im Gedächtnis, ein Bild des toten Rodianers zuckte durch seinen Kopf. Saphenus versuchte sich zu konzentrieren. Jetzt war er nicht so nervös. Seine Hand fühlte den beruhigenden Griff seines Lichtschwertes. Jetzt kam er nicht als Bittsteller auf der Suche nach Schutz vor den Jedi, diesmal kam er als Schüler eines mächtigen Sith. Damit war er schon weiter gekommen als viele andere, deren Leichen in irgendwelchen Katakomben des Tempels verrotteten.


Yelm übermittelte die Sicherheitscodes und bekam Landeerlaubnis. Auch wenn die Fury als Schiff von Darth Hybris erkannt wurde, so wurde ihm doch verwehrt in dem eigenen Hangar der Executoren zu landen. Dafür musste der Sith selbst anwesend sein und das autorisieren. Saphenus störte es nicht, er wollte sich nur so lange wie nötig hier aufhalten. Auch wenn es ihn nicht aus Freundschaft zu seinem Meister zurückzog, er durfte ihn nicht allzu lang warten lassen. Hybris durfte nicht misstrauisch werden und ihm nachher noch seine weitere Ausbildung verwehren. Paranoia war, wie der Albtraum selbst gesagt hatte, der ständige Begleiter eines jeden Sith. Also flogen sie den Hangar an, der der Allgemeinheit offen stand. Yelm setzte das Schiff kontrolliert und sicher ab, genau wie man es von einem Pilotdroiden erwarten würde. Saphenus erhob sich und machte sich auf den Weg hinaus. Er achtete nicht auf Rope, sollte ihm der Haufen Metall doch folgen wenn er Lust dazu hatte. Ansonsten konnte er sich gerne der Sauberkeit des Schiffes widmen. Als sich die Rampe öffnete, schlug der Zabrak seine Rope enger um sich, die beiden Lichtschwerter wurden dadurch verdeckt. Dann trat er hinaus. Mechaniker eilten herbei um sich um die Fury zu kümmern, ein anderer Jünger kam direkt auf Saphenus zu.


„Apprentice Saphenus, Schüler von Darth Hybris?“, fragte der kleine Rodianer und sah zu dem Zabrak auf.


„Ja?“, antwortete der knapp.

„Einen Moment bitte…“, erwiderte der Rodianer und sah auf ein Datapad. Saphenus wartete während er seine Hände aneinander rieb. Was sollte das?


„Okay, danke. Eure Identität wurde bestätigt. Das war reine Formsache, entschuldigt bitte die Unannehmlichkeit.“


Saphenus nickte nur. Reine Formsache also.

„Euch wurde noch kein Quartier zugewiesen, so wie ich das sehe. Werdet Ihr Euch länger hier aufhalten?“

„Nein, ich bin nur für eine kurze Recherche hier. Ich werde die Fury nutzen, falls ich länger bleibe.“, sagte Saphenus leise. Stand ihm das überhaupt als Schüler zu? Sein Meister hatte ihm das Schiff für seinen Auftrag überlassen, warum nicht? Umso besser wenn er sich keine Wohneinheit mit anderen Schülern teilen musste. Der Jünger wünschte ihm noch einen schönen Tag und verschwand als Saphenus nickte. Es war ein merkwürdiges Gefühl, dass ihn beschlich. Bei seiner letzten Ankunft war er wie ein Verbrecher behandelt worden, ihm wurden Fingerabdrücke genommen und seine DANN geprüft. Nun behandelten ihnen zumindest die Niedrigsten des Tempels mit Respekt obwohl er doch nur ein Apprentice war. Richtige Sith würden wohl immer noch auf ihn herabblicken und sich nichts daraus machen, dass einer der ihren sich dazu erbarmte ihn auszubilden. Und doch….er gehörte nicht mehr zu denen, die keinen Namen, keinen Beschützer hatten. Wie musste es sich dann erst als vollwertiges Mitglied des Ordens anfühlen? Diese Gedanken begleiteten ihn als er den Hangar verließ. Der Lift schloss das Geräusch der Triebwerke aus und verschaffte ihm Ruhe. Dann stand er in der Haupthalle und plötzlich musste er an Talitha denken. Seit über einem Jahr hatten sie sich nicht mehr gesehen, was wohl aus ihr geworden war? Sein Versprechen, sie nach der Zeit in den Bergen aufzusuchen und sie wenn möglich unter seine Fittiche zu nehmen, hatte er gebrochen. Die plötzliche Abreise des Albtraums in Richtung des Frachters und damit unbewusst auch zu der geheimen Station war dazwischen gekommen. Möglicherweise war sie nicht einmal mehr am Leben. Ein Jahr war eine lange Zeit in der der Scriptor wer weiß was unternehmen konnte um sich seiner Feinde zu entledigen. Vermutlich war ihr Plan gescheitert. Er widerstand dem Drang sich irgendwo im Tempel nach ihrem Schicksal zu erkundigen. Früher oder später musste er sowieso in die Bibliothek. Wenn sich Edgar Tlalloy dann immer noch dort aufhielt würde er es sich wohl kaum nehmen lassen dem Zabrak persönlich unter die Reise zu reiben, was mit Talitha passiert war. Auch wenn Saphenus selbst nun über ihm stand. Nicht einmal dieser wahnsinnige Mensch würde sich mit dem Schüler eines Sith-Executors messen wollen…hoffte Saphenus zumindest. Die Zukunft würde es zeigen. Doch wonach suchte er? Sein Meister wollte, dass er die Datenbänke nach machtsensitiven Kreaturen durchsuchte, die man fangen und auf die Station bringen konnte. Informationen dazu würde es bestimmt geben, ihm selbst waren ein paar Berichte darüber in die Hände gefallen als er auf Taris noch Bibliothekar war. Damals war er von dem Gedanken fasziniert gewesen, dass es Tiere gab, die in einem natürlichen Verhältnis zur Macht standen und sie nutzten ohne sich womöglich selber darüber bewusst zu sein. Die Macht war für sie ein Selektionsmittel um sich gegen den Evolutionsdruck zu wehren und sich gegen andere Tiere im Kampf um Nahrung behaupten zu können. Eine primitive Form, die er damals nicht verstanden hatte. Ihm war nicht in den Kopf gegangen wie sich die Macht dazu herabließ durch Tiere zu wirken. Nun machte er sie sich selber zu Nutzen….und verstand es immer noch nicht. So viel er auch gelernt hatte, es war nichts zu der Fülle an Wissen, die die Macht noch vor ihm verbarg.


Entschlossen machte er sich auf den Weg. Er würde den Besuch in der Bibliothek direkt als erstes hinter sich bringen, zu groß war die Neugierde und wenn er ehrlich zu sich war auch die Furcht wieder dem Scriptor über den Weg zu laufen. Dieses Mal wollte er nicht vor dieser Angst fliehen. Sollte Edgar doch kommen…


[Bastion | Bastion Center | Tempel der Sith | Haupthalle] - Saphenus, Jünger, Sih
 
Bastion/ Center/ Regierungsgebäude/ Empfangsraum/ Frey, Toji

Die Kopfschmerzen hatten immer noch nicht nachgelassen. Wie sollten sie auch? Frey würde eine Kopfschmerztablette nehmen müssen, sobald er hier raus war. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal so verkatert war. Corellianer wussten, wie man feierte. Der ganze Schmerz, den sein Volk in den letzten Monaten erleiden musste, wurde für einen Abend weggespült. Es war ein gutes Gefühl. War er jetzt Alkoholiker? Seine Probleme oder Schmerzen mit Rauschmittel zu bekämpfen, war eigentlich überhaupt nicht seine Art. Er musste aufpassen, dass das nun nicht zur Routine wird. Ein trinkender Commodore hatte keine Zukunft.

Die Empfangsdame führte die beiden Offiziere in das Büro des Grand Vizier. Es war schlichtweg beeindruckend: Geräumig, großer Schreibtisch, gemütlicher Sessel, Panoramafenster, Hologramme von irgendwelchen vermutlich wichtigen Persönlichkeiten, die Frey auf Anhieb allerdings nicht erkannte. So sah also ein Büro eines Grand Vizier aus. Frey hätte es noch ein wenig pompöser eingerichtet und ein wenig Kunst hinzugefügt. Der Corellianer hatte zwar keine Ahnung von Gemälden und Skulpturen, wusste aber, dass so etwas Eindruck schinden konnte. Diejenigen, die sein Büro betreten würden, sollten wissen, dass sie es mit einem mächtigen und beeindruckenden Mann zu tun hatten. Doch bis dahin war es noch ein langer Weg. Frey hatte erste Schritte dahin unternommen, hatte sich einen Namen gemacht, sein Kommando erweitert und eine erste Auszeichnung erhalten. Daran musste er nun anknüpfen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Vielleicht konnte Draay irgendwie dazu beitragen?

Der Gand Vizier war nicht allein in seinem Büro. Zwei weitere Männer waren bei ihm und beäugten die Neuankömmlinge neugierig. Enthusiastisch kam Draay um seinen Schreibtisch herum und schüttelte dem Corellianer zur Begrüßung die Hand. Zu Freys Freude wurde seinem Kameraden dieses Privileg verwehrt. Er warf dem Krüppel einen hämischen Blick zu, als Draay ihm den Rücken zuwandte, um sich wieder hinter seinen Schreibtisch zu setzen. Die Offiziere taten es ihm gleich und nahmen zwischen den Beratern Platz. Die Sekretärin, die Frey und Murata hereingebeten hatte, brachte noch ein paar Erfrischungen, dann ging es los. Ohne Umschweife kam Draay auf den Punkt. Der Mann gefiel dem Corellianer.

Die ersten Ausführungen waren glasklar formuliert und schon nach den ersten Worten hatte Frey eine Vermutung, wohin dieses Gespräch führen würde. Draay sprach Klartext. Das Imperium hatte nun nicht mehr mit der Neuen Republik zu kämpfen und konnte sich anderen Dingen widmen. Wieso also nicht die Chiss zurechtweisen? Frey hatte den Krieg mit Menari selbst miterlebt und hatte an vorderster Front die Putschisten mit seiner Starcraft bekämpft. Erfolgreich, musste der Commodore sich eingestehen, denn immerhin konnte man Menari und seine Gefolgschaft in die Schranken weisen. Wie es dem Chiss und seinem Volk nach diesem Konflikt erging, hatte Frey allerdings nicht weiter verfolgt. Er hatte danach gegen eine Piratenbande ermittelt, was seine gesamte Aufmerksamkeit erfordert hatte.

Jedenfalls hatte man schon erste Schritte eingeleitet. Der Grand Vizier berichtete von einer Delegation, die diplomatischen Kontakt mit hochrangigen Vertretern der Chiss aufgenommen hatte. Soweit so gut. Doch wieso benötigte man zwei hochrangige Offiziere des Imperiums? Sollten sie den Verhandlungen beiwohnen? Freys stumme Frage wurde schnell beantwortet. Der Berater auf seiner Seite reichte ihm eine dicke Mappe. Vorsichtig schlug er eine Seite auf und betrachtete sie neugierig. Mehrere Notizen und Bilder zu militärischen Einrichtungen, Abwehrstellungen, Flottenstärke. Frey blätterte ein paar Seiten weiter. Mehr Bilder, diesmal von Chiss, sowohl in Uniform als auch in Zivilkleidung. Wieder Notizen: Namen, Ränge, Beziehungen, Aufenthaltsort. Bei manchen war noch ein kurzer Bericht über Gewohnheiten oder Besonderheiten hinzugefügt. Der Geheimdienst hatte hier beachtliches geleistet.

"Beeindruckend."

Frey schloss die Mappe wieder, worauf Draay anscheinend nur gewartet hatte. Er fuhr mit seinem Bericht fort. Langsam erschloss es sich dem blonden Corellianer, welche Figur er in diesem Spiel verkörperte. Anscheinend war schon eine Kampfgruppe vor Ort. Diese wurde durch Frey ersetzt und an die Einheit von einem Vice Admiral Joyriak angeschlossen. Hinzu kamen zwei Truppentransporter der Acclamator-Klasse. Ein beeindruckendes Aufgebot. Möglicherweise beeindruckend genug, um ein paar störrische Chiss von den imperialen anliegen zu überzeugen. Niemand mochte einen Sternenzerstörer mit aktiviertem Waffensystem im eigenen Orbit, nicht einmal die kühlen, berechnenden Chiss. Zusätzlich würde noch eine kleine Delegation unter einer gewissen Botschafterin Basout Freys Einheit begleiten.
Der Berater, welcher Frey die Mappe gegeben hatte, ergänzte Draays Ausführungen damit, dass Frey bei erfolgreichem Abschluss der Mission Stellvertreter des Vice Admiral sein würde. Stellvertretender Vice Admiral! Damit würde er an der obersten Schicht der imperialen Flotte anklopfen! Doch was passierte, wenn er versagte? Es wäre dumm, diese Frage in den Raum zu stellen, weswegen er sich lediglich ein kurzes Lächeln erlaubte.

Schließlich kam man auf Muratas Funktion zu sprechen, der ein Kommando über einen Sternenzerstörer bekam und als Reserve im Chiss-Raum agieren würde. Nebenbei durfte er noch irgendein Forschungsteam mitschleppen. Eine Aufgabe seiner würdig, kein Zweifel.
Draay schloss mit der Ankündigung, dass sie in zehn Tagen auf Nirauan von Vice Admiral Joyriak erwartet wurden. Zehn Tage? Ein äußerst enges Zeitfenster. Frey hatte eigentlich die kommenden Tage Termine für die Werbekampagne des Vertriebenenbundes. Irgendwie musste er seinen Terminkalender umstellen.

"Keine Fragen, Sir. Vielen Dank für die Erfrischungen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag."

Zum Abschied schüttelten sich die beiden Männer noch einmal die Hände, dann verließen die beiden Offiziere das Büro des Grand Vizier. Beide um einige Aufgaben reicher und jeweils mit einer dicken Mappe unter dem Arm. Gemeinsam warteten sie wortlos auf den Turbolift, welcher nach kurzer Zeit auch kam.

"So, Commodore. Grand Vizier Draay scheint in Ordnung zu sein. Allerdings hat er meinen Terminplan etwas durcheinander geworfen. Schaffen Sie es zu Ihrem Gleiter, oder soll ich jemanden holen, der Sie trägt?"

Bastion/ Center/ Regierungsgebäude/ Empfangsraum/ Frey, Toji
 
[Bastion | Bastion Center | Sith-Tempel | Erdgeschoss] Voth, Talitha, Selura, Jon, Whip

*Jon und Selura warteten Kampfbereit und waren Gespannt was da nun um die Ecke kam, zur erleichterun waren es Talitha und Voth und schnell senkten sich die "Waffen", der Blick der Ratattaki ging sofort auf Talitha und sie seufzte, es war schwer doch sie musste den fehler gestehten nachdem alle anderen gesprochen hatten natürlich auch Whip tauchte wieder auf und war sichtlich voller Wut*

Talitah...es war ein Fehler auf diesen Handel einzugehen..Verzeih...aber wir müssen uns nun diese Informationen holen egal was passiert.

*Selura nickte Whip zu, er war eindeutlich der nützlichste durch seine Machtsicht*

Wir werden sie uns nun schnappe, wenn es eine Falle ist, wissen wir von ihr und können sie kontrolliert auslößen, also töten wir ein paar Houks...sie haben es verdient sie hätten auch uns ohne gnade getötet.

*Selura ging in das Loch zu Whip und nun mussten sie sich etwas einfallen lassen wie sie die Houks selbst in eine Falle treten lassen konnten*


Irgentwer eine idee? Ich meine an einer Ecke zu warten und dann einem Houk eine über den Schädel zu ziehen bringt nicht gerade viel


*Rohe gewalt war zwar gut...aber gegen einen Houk war es anfangs nur wie einen Stein gegen eine Mauer zu werfen...es dauerte ewig bis sie bröckelte*

[Bastion | Bastion Center | Sith-Tempel | Erdgeschoss] Voth, Talitha, Selura, Jon, Whip

OP: Ich weiss ziemlich kurz, aber ich will hier im moment eher reagieren ^^ also macht ihr mal weiter.
 
[Bastion - Center - Sith Orden - Unterirdischer Haupthangar - Hybris Fury - Aufenthaltsraum - Rope allein]

Rope wartete bis Saphenus das Schiff verlassen hatte, dann verließ er seine Ecke und begab sich zu den Artefakten. Seit die Schüler des Meisters erschienen waren, hatte es ständig Reibereien gegeben. Keiner der beiden Seiten schien die anderen neben sich dulden zu können. Beleidigungen, Drohungen und Anschuldigungen wurden ausgetauscht, die Emotionen kochten hoch und es drohte ein Eskalation, von der niemand etwas haben würde. Der Meister würde sie alle dafür bestrafen. Doch während die beiden Apprentice bestimmen konnten wie sie sich verhielten, war Rope nicht dazu in der Lage. Er war nur ein Spielball seiner Programmierung, seine Persönlichkeit nicht mehr als eine Hand voll Befehle mit einem begrenzten Spielraum für Interpretation. Er musste demjenigen dienen, dem er gehörte, also Darth Hybris. Dieser allein besaß die Befehlsgewalt und selbst wenn anderen Subjekten erlaubt wurde, über ihn zu bestimmen, blieb es bei einem Meister. Als künstlicher Sklave war er praktischerweise nicht in der Lage sich über sein Schicksal zu beklagen oder es als ungerecht zu empfinden, auch wenn er dank der Verbindung zum Holonet wusste was Freiheit und Versklavung war. Doch für ihn waren es nur Begriffe, Beschreibungen von sozialen Konstrukten, die man sich ausgedacht hatte um Kontrolle entgehen oder eben ausüben zu können. Frei von Emotionen und eigenständigen Denkens, folgte Rope seiner Programmierung und konnte daher nichts empfinden. Keine Angst vor Beschädigungen, der völligen Zerstörung oder einer ungewissen Zukunft. Er sollte Hybris dienen und das konnte er nur intakt, weshalb seine Bemühungen, eben unbeeinträchtigt zu bleiben, als Selbstschutz und Willen zum Leben fehlinterpretiert wurde. Und das nicht selten. Organische Lebensformen mit einem Bewusstsein und einem gewissen Maß an Intelligenz begannen oft den Fehler in einen Droiden mehr zu sehen als vorhanden war. Rope bezeichnete die Schüler als Haustiere, weil sie eben nicht mehr waren. Sie dienten einem ganz bestimmten Zweck und würden weggeworfen werden, sollten sie nicht mehr dazu in der Lage sein. Er hätte sie auch Werkzeug nennen können, das erlaubte sogar seine Programmierung. Doch ihm war klar, das diese Bezeichnung eher selten im Bezug auf Lebensformen verwendet wurde, deshalb also die treffendere Wahl Haustier. Das der Zabrak und der Mensch das falsch verstanden und darauf emotional reagierten, dafür konnte der Butler-Droide nichts. Nicht das es ihn kümmern oder das er deshalb etwas ändern würde. Der Fehler lag ja nicht bei ihm. Er war Rope, der Sklave der niemals rebellieren, der niemals denken und widersprechen würde. Das der Meister seine Schüler dennoch mehr Freiheiten einräumte und ihnen mehr Aufgaben übertrug, verstand der Droide. Er konnte es berechnen und würde er sich ein weiteres mal – und damit zum zweiten mal – dazu entschließen es zu tun, er würde zum selben Ergebnis kommen. Sie waren ihm in so ziemlich jeder Hinsicht überlegen und das wenige was er besser konnte, reichte nicht aus. Was nichts daran änderte das sie Haustiere waren. Haustiere die über einen Sklaven standen. Sei es drum.


Rope besaß Wissen über welches die Schüler des Meister nicht verfügten. Nicht verfügen sollten. Zum Teil ging es um Notfallpläne, die es ihm bei bestimmten Situationen erlaubte die Fury zu zerstören, die Schüler zu betäuben oder zu töten. Es waren sogenannte ruhende oder schlafende Befehle. Er konnte sie nicht einmal wiedergeben oder sich daran „erinnern“ das sie da waren. Konnte er aber mit Hilfe seiner Photorezeptoren und Scanner ein bestimmtes Muster erkennen, wurden sie automatisch aktiviert und er handelte. Diese Befehle besaßen die höchste Prioritätsstufe und wurden nur noch durch den einen Grundsatz, den Meister nicht zu gefährden, zu verletzten oder zu töten, überboten.

Dann gab es wiederum Informationen, die Missionen oder das Equipment des Meister betraf und die ganz normal abgespeichert waren, also auch von jemanden erfragt werden konnten, während Erstere nur durch einen Hack ans Licht kommen würden. Das sich der Feeorin im Lager befand wusste er zum Beispiel, auch wenn er es den Apprentice niemals von sich aus sagen würde. Auch ihn zu fragen würde nichts bringen, es sei denn der schon länger als ein Standardjahr dort eingesperrte Muskelberg war für die Aufgaben der Schüler notwendig. So war das ja immer. Hybris hatte ihm mehr als einmal und auch immer sehr eindringlich befohlen, nie mehr Informationen preis zu geben als notwendig, egal über wie viel Befehlsgewalt ein Auserwählter des Meisters auch verfügen mochte. Eine simple Aufgabe. Der er „gerne“ nachkam, da sie kaum bis gar keine Zeit in Anspruch nahm und er deshalb quasi seinen Meister pausenlos zufrieden stellte. Auch wenn dieser es nicht registrierte oder ihn dafür lobte. Nicht das er Lob hätte etwas abgewinnen können.

Der Droide öffnete den Safe – mittels eines Zahlencodes den nur sein Meister und die beiden Droiden kannten – und entnahm das kleinste der sechs Objekte. Das Artefakt, so hatte es zumindest der Meister genannt, war eigentlich nur der „unzerbrechliche“ und „stoßfeste“ Behälter für die eigentliche alchemistische Zutat. Das Pulver hatte Rope noch nicht untersuchen können – er sollte den Behälter nicht öffnen oder den Inhalt scannen – doch das der kleine Kuboktaeder nicht wirklich unzerstörbar, sondern nur eben recht robust war, hatte er schon erfahren. Zusätzlich zu seinen eigenen Scanns hatte der Meister ihn – wie jedes mal wenn es um diese Objekte ging – eindringlich aufgefordert vorsichtig zu sein, da jedes Einzelne von den Artefakten seiner Meinung nach mehr wert war als Rope. Er würde dem nicht widersprechen. Selbst wenn er könnte. Vermutlich.
Da das Objekt also Blasterbeschuss und selbst kurzzeitig Lichtschwertklingen stand hielt, reichte es aus es in ein Geheimfach in seinem Brustkasten aufzubewahren. Er selber war dadurch aber noch lange nicht in Sicherheit. Er sollte nun zu der Domäne der Alchemisten marschieren, das Artefakt vorzeigen und eine Holoaufnahme aller anderen vorzeigen und dann eine zusätzliche Belohnung einfordern. Der Meister hatte es Erpressung genannt und Worte wie „sie werden darauf eingehen“ , „keine Wahl“ und „gierig“ waren gefallen. Rope kümmerte es wenig. Er verließ die Fury.


Sich als Droide durch den Sith Orden zu bewegen war selbst für jene seiner Brüder gefährlich, die bewaffnet waren oder sich darauf verstanden sich zu verbergen wenn es notwendig war. Doch der Butler konnte auf nichts davon zurück greifen und marschierte stattdessen geradezu provokant mittig durch die Gänge. Als würde er nicht wollen das man ihn – der ja nun wirklich nicht schnell gehen konnte – überholte. Und tatsächlich kamen Gestalten von hinten, drängelten sich an ihm vorbei und nicht wenige stießen ihn sogar bei Seite. Erst zwei Gänge und eine Abzweigung vor der Pyramide der Alchemisten änderte er seine Vorgehensweise und hielt sich rechts. Zu spät jedoch, denn danach begegnete er niemanden mehr. Bis zu eben jenem Tor an dem eine Gestalt auf ihn wartete. Beziehungsweise ganz allgemein wartete. In eine Sith Robe gehüllt, starrte der Alchemist Rope an, als überlege er sich gerade wie er diesen so langsam wie möglich in seine Einzelteile zerlegen konnte. Der Meister hatte Rope gewarnt. Alchemisten mochten keine Droiden. Und dennoch vertraute er ihm den Gegenstand an. Vertraute dem Butler Rope mehr als seinem eigenen Schüler. Und erneut verpasste der Droide die Chance sich geehrt oder geschmeichelt zu fühlen.

Der junge Mensch, der vor nicht allzu langer Zeit etwas ätzendes in seinem Gesicht gehabt haben musste, sprang von dem Sockel der Säule auf der er eben noch gesessen hatte und versperrte Rope breitbeinig den Weg. Die Arme vor der Brust verschränkt, das Gesicht noch finsterer und durch die roten fleischigen Narben, Krater und Risse wirklich furchtbar anzusehen, schaffte es der Mensch dennoch nicht darüber hinwegzutäuschen das er einen halben Kopf kleiner war als der auch nicht sonderlich große Rope.
Ohne auf das Äußere des Alchemisten – Initianten?! - einzugehen, plapperte Rope sogleich los, auch wenn er sich dieses mal zurück hielt. Was ebenfalls auf Hybris Warnung bzw. Befehl zurück zu führen war. Der Name des Kontaktes fiel, das Objekt kam zum Vorschein, wurde vorgezeigt und als sich der Alchemist zu nahe an den Butler heran schob, fiel auch der Name von Darth Hybris, sein Rang und seine Position im Orden und alles was dazu gehörte um den kleinen Mann zurück zu treiben. Dennoch dauerte es fast zehn Minuten bis sich der Wächter dazu herab ließ und eben jenen Kontakt rief, der die Objekte am Ende auch entgegen nehmen würde.

Als Sith Apprentice Okul stellte sich der Mann vor, auch wenn das natürlich weder notwendig war, noch dazu beitrug die ganze Sache zu beschleunigen. Eher kleinwüchsig, aber durchaus muskulös und mit zwei offenkundig operativ veränderten Augen, stand der fast schon graugesichtige Mann mit den spitzen Zähnen in der Nähe der nur einen Spalt weit offen stehenden Tür. Als wäre er nur eine Puppe, dessen Fäden grade lang genug waren um ihn einen Schritt außerhalb der Domäne der Alchemisten machen lassen zu können, schien er nicht gewillt zu sein sich von dieser zu entfernen. Selbst als Rope das Artefakt heraus zog und ihm hin hielt, blieb er stehen und kicherte nur schrill vor sich hin. Da Rope seinerseits aber auch um seine Unversehrtheit „fürchtete“, blieb auch er stehen und näherte sich nicht dem Portal. Die Finsternis dahinter konnte von seinen Photorezeptoren nicht durchdrungen werden und war damit unnatürlich. Und damit potenziell destruktiv.
Dieser Umstand führte zu einem etwas lächerlichen Bild. Beide Gesprächspartner trennten mehr als zehn Meter und da weder das Artefakt, noch die Holobildaufnahme der restlichen Objekte allzu groß waren, beugte sich Okul vor. So weit es eben ging, ohne weder seine Füße vom Boden direkt am Portal, noch seine Hände von diesem selbst weg zu nehmen. Und der Wächter stand dazwischen an der Säule, sah sie abwechselnd an und schien sich der merkwürdigen Situation durchaus bewusst zu sein. Inzwischen sah er nicht mehr grimmig und streitlustig, sondern eher verwirrt aus, wobei eine leichte Belustigung darin zu erkennen war wenn er den anderen Alchemisten ansah.
Schlussendlich reichte es aber wohl aus was Okul da sah und er wollte sich wie es schien doch noch von dem Portal wegbewegen, als Rope verkündete das sein Meister mehr wollte als ursprünglich vereinbart. Dieser Zusatz war jedoch nicht allzu spektakulär. Er wollte schlichtweg sofort eine weitere Aufgabe zugeteilt bekommen die eine Beförderung nach sich ziehen würde. Stichhaltige Argumente wurden vorgebracht, sodass sich der Mittelsmann im Endeffekt - im Namen seines nach wie vor unbekannten Meisters – bereit erklärte ihm dies zu gewähren.
Rope übergab das eine Artefakt und spielte dann eine aufgezeichnete Holoaufnahme seines Meisters ab. In dieser verkündete der Executor, das er die anderen fünf Objekte persönlich abliefern und dann sogleich seinen nächsten Auftrag erwarten würde. Er war also von vornherein davon ausgegangen das man seinen Forderungen entsprechen würde. Natürlich hatte er das.
Okul, der keinen Hehl daraus machte das er nicht mit zufriedenstellenden Ergebnissen gerechnet hatte, verabschiedete sich mit einem schmierigen Grinsen und behütete dabei das Artefakt zwischen seinen Klauenhänden, ganz so als würde es ihn am Leben erhalten.

Ropes Auftrag war damit erledigt und er machte sich auf den Weg zurück zur Fury...


Während der Butler sich um seine Aufgaben gekümmert hatte, war Yelm ebenfalls beschäftigt gewesen. Sein Droidenkörper hatte sich zwar über die gesamte Zeit hinweg nicht bewegt, doch es war viel geschehen. Da der Meister seinen Schülern so weit von ihm entfernt noch weniger vertraute als sowieso schon, waren ihm Saphenus Befehle nicht nur bekannt, er hatte sie sogar so weit es ging schon erledigt. Die öffentlich zugänglichen Datenbanken im Holonet, des Imperiums und des Sith Ordens waren nach allerhand Informationen durchsucht worden. Systematisch effizient versteht sich. Das hatte zur Folge das die 4 externen Speicher für die persönliche medizinische Datenbank des Executors voll waren. Jetzt war er in der Lage auch ohne Yelms Hilfe Einhundert der bekanntesten und weitverbreitetsten humanoiden Spezies der Galaxie vom Schiff aus zu analysieren und mit Hilfe seiner besonderen Machtfähigkeiten zu kopieren. Des weiteren konnte sich der Sith Lord nun über mehr als drei Dutzend mehr oder weniger bekannte machtsensitive Kreaturen informieren. Der Zabrak hatte zwar den Auftrag erhalten, doch Yelm ebenso und er würde die gewonnen Informationen nicht mit dem Apprentice teilen, ja, ihm nicht mal sagen das er sie besaß. Lord Hybris hatte es Yelm zwar nicht erklärt, doch er war nach einer Hand voll Wahrscheinlichkeitsberechnungen zu dem Schluss gekommen, das eine 78% Chance bestand das der Sith seinen Schüler auf seine Gründlichkeit hin überprüfen wollte. Es war weiterhin zu 97% sicher, das er nicht so viel herausfinden würde wie Yelm, da es selbst die teilweise doch recht umfangreichen Datenbanken der drei großen Systeme nicht schafften alle machtsensitiven Wesen auch als solche zu klassifizieren. Was daran liegen mochte das sie sich offenkundig nicht untereinander austauschten. Dies war vor allem bei den seltenen Kreaturen – die nur eine Minderheit darstellten – oft der Fall. Sie stellten zwar nur 8% der gesuchten Wesen, waren dafür aber auch besonders mächtig. Zumindest wenn man der Datenbank des Ordens glauben schenkte. Oder der des Imperiums. Die Datenbanken des Holonets waren da weniger umfangreich, was vielleicht auch daran liegen mochte das gewisse Parteien nicht wollten, dass jeder Nutzer des Holonets heraus finden konnte wo sich diese Wesen versteckten.
Yelm und damit auch Hybris wussten nun aber Bescheid, wobei 83% dieser Informationen jedoch mit einem Zusatz versehen waren. Dieser wies daraufhin das es sich um unbestätigte oder zweifelhafte Quellen handelte. Schließlich konnte so ziemlich jeder der auf das Net zugreifen konnte, solche Einträge vornehmen...


Neben diesen Dingen hatte sich Yelm aber auch um Hybris Suche nach der Seelenschmiede gekümmert und seit sie Zugang zum Holonet hatten, hatte er stündlich Hunderte Planeten, Monde und andere Objekte aussortiert. Die Verbindung mit den Datenbanken des Imperiums und des Sith Ordens und der darin enthaltenen zum Teil detaillierteren Sternenkarten hatte die Anzahl dieser potenziellen Standorte jedoch nochmals um 40% erhöht, auch wenn vieler dieser neuen Punkte durchaus vielversprechend waren. Dennoch brauchte er nun noch länger...

[Bastion - Center - Sith Orden - Unterirdischer Haupthangar - Hybris Fury - Cockpit - Yelm allein]
 
[: Bastion-System :: Bastion :: Bastion-Center :: Militärhauptquartier :: Sergeant Jorax Kevora:]

Stolz verließ Jorax das Rekrutierungsbüro und machte sich auf den Weg zur Landebucht Cresh-Dreizehn, ein Schiff wartete, das ihn nach Carida bringen würde.
Seine beiden Einsätze gegen die Terrorgruppe "Cabur" hatten Sergeant Kevora einen Pfad zu den Sturmtruppen - der Elite des imperialen Militärs - ermöglicht.
Nur ein Narr würde dieses Angebot abschlagen und stattdessen eine Beförderung verlangen!
Eine Offizierslaufbahn im einfachen Heer hätte Jorax irgendwann hinter einem Schreibtisch verschwinden lassen, doch solange er konnte, wollte er im Feld seinen Beitrag leisten.
Nur dort hatte er das Gefühl, wirklich etwas zu bewirken.

Verträumt presste der Sergeant sich durch die Massen im großen Raumhafen, der von sowohl imperialen Bürgern, als auch Händlern aus allen Ecken der Galaxis genutzt wurde.
Es war schwierig, selbst als Besucher eine Aufenthaltsgenehmigung für die imperiale Thronwelt zu erhalten und wer immer noch auf diese wartete, tat dies im Raumhafen, der zugleich eine Art Quarantänezone darstellte.
Nach einigen Mühen gelangte Jorax endlich in die militärische Sektion des Raumhafens und stand dem beeindruckenden Truppentransporter Atlas IV gegenüber.
Droiden und kräftige Dockarbeiter beluden das Schiff und bereiteten es für den Flug nach Carida vor.
Um sich zu vergewissern, warf Jorax noch einen schnellen Blick auf das Ticket, das er zuvor von Major Wynn erhalten hatte - es war in der Tat das richtige Schiff.

Vor einer der Einstiegsluken stand ein imperialer Offizier auf einem kleinen Podest, der ein Datapad in der Hand hielt und Rekruten anbrüllte: "NAME?!".
Ein zwar durchtrainierter, doch zugleich junger Grünschnabel ließ seinen Seesack fallen, nahm Haltung an und stotterte: "K-k-kayzen Za-..."
"Poodoo, ich kann Sie nicht hören!", erwiderte der Offizier.
Noch bevor der Rekrut einen erneuten Versuch starten konnte, übernahm der Offizier ein weiteres Mal das Wort: "Glückwunsch, Grünschnabel, Sie wurden soeben ins Lazarettkorps nach Rendili versetzt - dort können wir immer neue Krankenschwestern brauchen! Und nun verziehen Sie sich aus meiner Schlange, ich nehme nur Männer an Bord!".
Gerade als der Rekrut widersprechen wollte, gab der Offizier ein Handzeichen; zwei Sturmtruppler traten heran und führten den jungen Mann zu einem weiteren Transporter, der nach Rendili fliegen würde.
Ein breites Grinsen fuhr über Jorax' Gesicht.
Er hatte bereits oft mit derart schwierigen Personen zu tun gehabt, also fürchtete er den Verwaltungsoffizier nicht.
Im Übrigen bestätigte diese kleine Show einfach nur erneut, dass im Sturmtruppenkorps allein die Besten gesucht und keine Fehler und Schwächen geduldet wurden.

Jorax machte sich auf den Weg zum Offizier, bis er plötzlich von einer anderen Person angehalten wurde.
Es handelte sich um einen Aquar - erst bei genauerer Betrachtung fiel dem Sergeant auf, dass sein Gegenüber den militärischen Rang eines Majors trug.
„Sergeant Kevora, mein Name ist Lieutenant Ompho und ich komme im Namen der Generalität“, stellte sich der Fastmensch, dessen Gesicht in gewisser Weise an einen klugen Raubvogel erinnerte, vor und salutierte flüchtig.
Instinktiv nahm Jorax Haltung an und erwiderte den Salut respektvoll.

"Was kann ich für Sie tun, Sir?"

„Ihre Leistungen im Kampf gegen die 'Cabur' möchte das Imperium gern honorieren. Da Sie sich aber zu den Sturmtruppen versetzen lassen haben, muss dies selbstverständlich auf eine andere Weise – als der üblichen Beförderung – getan werden.“.
Jorax blickte den Offizier fragend an.

"Sir?"

Daraufhin öffnete der Lieutenant eine Schatulle und entnahm ihr einen Imperialen Stern in Bronze, den er an die Brust des Sergeants heftete.
„Ihre ganz besondere Einsatzbereitschaft hat die Generalität letztendlich dazu bewogen Sie mit dem 'Imperialen Stern' auszuzeichnen. Mögen Ihre Taten stets ein Vorbild für künftige Generationen sein und Sie daran erinnern wo Ihre Karriere ihren Anfang nahm.“.
Der Offizier machte nicht den Eindruck, dass er sich tatsächlich für die Anerkennung freute, die der Sergeant soeben erfahren hatte, doch dies kümmerte ihn nicht weiter.
Jorax war nicht für Auszeichnungen und Beförderungen zum imperialen Militär gekommen, doch diese Auszeichnung bewies ihm, dass seine Taten nicht unbemerkt geblieben waren, ja sogar geschätzt wurden.
Aufgrund seiner Versetzung hatte er keine traditionelle Zeremonie erfahren, doch der Schritt zum Sturmtruppenkorps war es ihm mehr als wert!
Nachdem er ihm den Imperialen Stern angeheftet hatte, reichte der Lieutenant Jorax zeremoniell die Hand.
Der Sergeant erwiderte den Händedruck.

"
Vielen Dank, Sir."

„Und nun wünsche ich Ihnen eine gute Reise nach Carida.“, verabschiedete der grüne Fastmensch sich und verschwand so schnell er konnte aus dem Raumhafen - er hatte seine Pflicht erfüllt.
Stolz trug Jorax seine Auszeichnung auf dem Weg zum Truppentransporter und reihte sich hinter den übrigen Anwärtern ein.
"Der Nächste!", rief der Offizier nach einigen Minuten, als Jorax endlich an der Reihe war, "Oooh, ein Imperialer Stern! Haben wir hier also wieder einen, der sich für etwas Besonderes hält, weil er im Heer mal bei einer Schlacht zugesehen hat und nun zum Helden des Sturmtruppenkorps aufsteigen will, ja?".
Jorax trat vor, nahm Haltung an und salutierte.

"Sergeant Jorax Kevora, ehemals Easy Company, 134. Infanterieregiment, Sir!"

Die grimmige Miene des Offiziers wich plötzlich der Verwunderung: "134stes? Soso... Wo haben Sie denn gedient, mein Sohn?"

"Meine Einheit und ich waren an der Invasion von Rendili V und dem Überfall auf Aargau beteiligt, Sir!"

Diese Antwort zauberte ein Lächeln auf das Gesicht des Offiziers: "Hier, Kinder, seht ihr einen wahren Kriegsheld, der den Titel "Sturmtruppenanwärter" verdient hat! Wer immer von euch Ladies noch keine derartige Auszeichnung verdient hat, sollte sich fragen, ob das Korps wirklich der richtige Platz für ihn ist!".
Begleitet von einem zustimmenden Nicken, wurde Jorax von dem Offizier durchgewunken.

"Danke, Sir."

Nachdenklich betrat Jorax den Transporter.
Natürlich hatte er in seiner so kurzen militärischen Laufbahn sehr viel geleistet, doch niemals würde er sich als Kriegsheld bezeichnen.
Außer leichten Verbrennungen und Narben war der Sergeant unversehrt geblieben.
Einige hätten dies als reines Glück bezeichnet, andere wiederum als "Wille der Macht", doch in einem würden sie sich alle einig sein: Allein am Können hatte sein bisheriges Überleben, ja teilweise sogar sein Erfolg nicht gelegen.
Jorax war sich sicher, dass Andere in seiner Position sicherlich dieselben Entscheidungen getroffen hätten, die richtigen Entscheidungen.
Die wahren Helden waren in seinen Augen die Männer und Frauen des Imperiums, die im Krieg Opfer geleistet hatten, etwa die im Rekrutierungsbüro arbeitenden Offiziere oder die Gefallenen auf Aargau, Rendili V, Corellia und unzähligen anderen Kriegsschauplätzen.
Möglicherweise befand auch Jorax sich auf dem Weg zum Kriegshelden, doch dieser würde sicher noch lang sein.
Der Schritt in das Transportschiff war ein bedeutender gewesen: Ein Schritt in eine größere Welt.

[: Bastion-System :: Bastion :: Landebucht Cresh-Dreizehn :: Militärsektion :: Sergeant Jorax Kevora:]

OP: Weiter geht's auf Carida!
 
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Bastion - Sith-Tempel, Untergeschosse - Tiefgarage, Werkstattbereich – die Jungs und Nik

Der Tag war so ruhig geblieben, bis Servo mit diesem blöden Holomagazin ankam. Vier der Jungs waren damit beschäftigt, Speeder zu überprüfen und instand zu setzen. Turbine hatte frei, wohingegen Nik an seinem Schreibtisch saß und Ersatzteile bestellte. Gelegentlich hörte man ein Fluchen, was meistens an den unzähligen Varianten von Speedern lag, die sich im persönlichen Besitz all der hohen Lords und Ladys befanden. Im Gegensatz zu der einfach zu wartenden Standardware, mit denen sich gewöhnliche Sith begnügen mussten, gab es hier fast keine zwei gleichen Modelle und viele der Modifikationen waren nicht einmal legal. Die Jungs fanden, dass Reparaturen für diesen Zoo an Fahrzeugen auszuführen die Hölle war, und wenn man seinen tagtäglichen Arbeitsplatz in den unteren Etagen des Sith-Tempels auf Bastion hatte, kannte man sich mit der Hölle aus. Die knappe Mehrheit der Jungs befand daher, dass auch Sith-Lords sich gefälligst an die Gesetze ihres ureigensten Imperators zu halten hätten. Schraube und Nik waren sich nicht so sicher; immerhin handelte es sich um Sith und die normalen Regeln waren auf sie nicht anwendbar. Laser war dagegen der Meinung, dass die Herrschaften es durchaus verdient hätten, wenn die aus Technikersicht zurecht illegale Modifikation der Repulsoranlage dazu führte, dass diese nach dem nur folgerichtigen Ausfall der Flugsteuerung ihres Luxusgefährts ungebremst in die nächste Permabetonmauer rasten. Aber er sagte es nicht vor Nik, der hätte ihn wahrscheinlich postwendend verpfiffen.

»Wow, das ist ja mal ein echt scharfes Gerät,«

Meinte Repulsor, kaum dass das Magazinbild an der Wand ihres kleinen, von außen nicht einsehbaren Reichs hing. Servo ergänzte:

»Klasse Fahrwerk, nicht wahr?«

»Was ist los? Wieder eine neue Antriebsmodifikation, welche ›Strahlenleck‹ auf einen halben Parsec Entfernung schreit?«

Erkundigte sich Laser von unterhalb eines Speeders aus. Nik hatte von seinem Arbeitsplatz aus die ganze Szenerie bestens in Blick.

»Nein, Servo bringt nur ein vorschriftswidriges Bild von irgendsoeiner ›Dame‹ im knappen Top und Hot Pants an der Wand an. Schon wieder, wie ich betonen muss.«

Erklärte der Halbzabrak und prompt reckten alle übrigen die Hälse.

»Kann mich über den Anblick nicht beschweren. Etwas arg muskulös vielleicht, die gute…«

Befand Hydro mit professionellem Blick. Eigentlich lautete sein Spitzname Hydroschlüssel, dieser hatte aber aufgrund seiner Länge den Praxistest nicht bestanden. Oder sie nannten ihn gleich Rake, wie er eigentlich hieß.

»Jedi-Ritterin. Ich frage mich, wo sie in dem Outfit ihr Lichtschwert verstecken will.«

Fragte Schraube, der das dreidimensionale Bild von Brianna Kae in Sportkleidung hin- und herschob, um sie aus allen Perspektiven zu begutachten.

»Was?!? Eine Jedi auch noch!? Woher hast du überhaupt das Magazin? Das ist der Feind!«

»Ja, aber sexy Kurven bleiben sexy Kurven, egal ob sie dem Feind gehören oder zu uns. Ich würde sie jedenfalls nicht von der Bettkante stoßen. Es ist ja nicht so, als ob es viele attraktive Sith-Frauen gäbe.«

»Als ob das dein altes Herz noch mitmachen würde, eine Nacht mit so einer!«

»Wieso gibts eigentlich eigentlich keine attraktiven Sithweiber?«

»Muss wohl an der dunklen Seite liegen. Bei einem Jedi-Chick weißt du dagegen, dass sie noch lange jung und frisch aussieht.«

»Dann lass uns hoffen, dass sie nicht von einer hässlichen Sith-Lady mit eingefallenen gelben Augen und einer dicken schwarzen Warze getötet wird.«

Die Richtung, in die das Gespräch abglitt gefiel Nik noch weniger als die Tatsache, dass niemand mehr arbeitete. Er stand von seinem Platz auf und begab sich zu den inzwischen im Halbkreis vor dem Holobild versammelten Jungs.

»Sie ist nicht mal ein Mensch und so hübsch ist sie nun auch wieder nicht. Sie ist so blass, vor einer weißen Wand würde man sie nicht mal sehen!«

»Jaaa klar. Wahrscheinlich steht sie schon vor der Wand und können sie nur nicht sehen. Gleich springt sie los und tötet zuerst Nik, weil er der Feind ist. Dann tötet sie Repulsor, indem sie mit ihm schläft. Anschließend feiert sie eine Orgie in der Ommnibox mit dem Rest von uns!«

Das war Laser, und Nik platzte jetzt wirklich der Kragen. Er riss das Bild von Wand und drohte damit, es zu zerreißen. Die Jungs, allen voran Servo und Laser, bestürmten den Halbzabrak sofort, obwohl es ihm vermutlich eh nicht gelingen würde.

»Es reicht! Das Bild kommt weg!«

»Vorsicht, Nik, tu jetzt nichts unüberlegtes. Denk' daran, wer dich nach der Parade den halben Arthious-Boulevard lang gezogen hat, damit dich diese Weequay-Schläger nicht erwischen, die du verärgert hast? Du warst ja nach fünfzig Metern schon außer Puste,«

Drohte Hydro.

»Ähem.«

Das war eine neue Stimme. Sie gehörte, wie sich herausstellte, zu einem Sith-Jünger, einem Iktotchi. Es war zweifellos das beste, dass etwas anderes Niks Aufmerksamkeit erfasste und so das Bild verdrängte. Aber er war in der Stimmung, nein zu sagen, ganz egal was es war. Man musste auch vor angehenden Sith nicht immer sofort springen, das hatte er in der Ommnibox gelernt.

»Wie lange lauschst du schon und was willst du?«

»Ich brauche einen JG-8 Speeder für eine, äh, wichtige Mission, auf die man mich geschickt hat.«

Sprachs mit einer so großen Selbstverständlichkeit, dass es sogar dem dafür zuständigen Nik klar war, dass der Jünger ihnen gerade die Story vom Bantha auftischte. Dass seine Fragen gewohnheitsgemäß ignoriert wurden, fiel dem Halbzabrak schon gar nicht mehr auf. Er machte den Mund auf, um ihm den Marsch zu blasen, aber Servo war schneller. Er legte dem jungen Mann jovial den Arm auf die Schulter und führte sie zu einem der gerade instand gesetzten Gefährte.

»Den JG-8 kann ich dir nicht geben, aber dieser PL-90 könnte im Tausch gegen eine Kiste alderaanischen Wein für einen Abend dir gehören. Vielleicht nicht so schnell, dafür macht er optisch um so mehr her. Die Aufmerksamkeit der Damenwelt ist dir darin sicher. Tu mir nur einen Gefallen und halt dich von allen Kontrollpunkten fern.«

Der Jünger brauchte nur wenige Augenblicke, um sich zu entscheiden.

»Abgemacht! Eine Kiste Wein gegen den Speeder! In zwei Stunden bin ich wieder hier«

»Aber das ist der private Speeder von Darth Zynclayr! Du kannst den doch nicht einfach verleihen! Wir sind erledigt!«

Schrie Nik, sobald der Iktotchi-Jünger verschwunden war. Er war unentschieden zwischen in heller Panik ausbrechen und Servo an die Gurgel zu gehen. Letzteres war nicht sehr erfolgversprechend, denn der Mechatroniker war ihm körperlich weit überlegen.

»Ja, aber Zynclayr ist noch für mindestens eine Woche fern von Bastion unterwegs. Er wird es nie erfahren, wenn wir es ihm nicht sagen.«

»Und abgesehen davon, woher wusstet ihr, dass er das Ding braucht, um Bräute aufzureißen?«

Repulsor legte an Servos statt dem Halbzabrak und Möchtegernchef väterlich den Arm auf die Schulter.

»Nik, Nik, Nik… du hast noch so viel zu lernen. Ein Jünger, allein, hier unten, fragt nach einem spezifischen Speedermodell. Wofür sonst hätte er den haben wollen? Du kriegst auch was ab vom Wein – wenn du uns das Bild von der sexy Jedi lässt.«

Bastion - Sith-Tempel, Untergeschosse - Tiefgarage, Werkstattbereich – die Jungs und Nik
 
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[: Sartinaynian-System | Bastion | Bastion Center :||: Zentrum | Regierungsgebäude | obere Etagen :||: Commodore Toji Murata, Commodore Fogerty ein Protokolldroide sowie Grand Vizier Drays Sekretärin :]

Bevor Toji irgendetwas realisierte, begleitete man ihn – und seinen Kollegen Commodore Fogerty – schon wieder aus dem Büro. Demnach war der günstige Augenblick, um mit dem Grand Vizier über den „Bund der Kriegsversehrten“ zu sprechen, ungenutzt verflogen. Keine einzige Silbe zu diesem Thema war über seine Lippen gekommen. Hinter den beiden Flottenoffizieren schloss sich leise die Tür und die hübsche Sekretärin stolzierte seelenruhig zu ihrem Schreibtisch zurück. Dabei warf sie dem blonden Corellianer kurz ein freundliches Lächeln zu. Besaß sie irgendwelche Kenntnisse über die Vorgänge, die Bulsar Draay in seinem Büro mit ihnen besprochen hatte? Eher beiläufig hüstelte der menschliche Invalide. Sein Mund war trocken. Doch bevor er sich in aller Höflichkeit von dem Kommandanten der „Heart of the Order“ verabschieden konnte, richtete dieser auf einmal das Wort an ihn.

Eine ordentliche Portion Süffisanz schwang in dessen Stimme mit als er zu dem Commenorer sagte:
„So, Commodore. Grand Vizier Draay scheint in Ordnung zu sein. Allerdings hat er meinen Terminplan etwas durcheinander geworfen. Schaffen Sie es zu Ihrem Gleiter, oder soll ich jemanden holen, der Sie trägt?“

„Sie brauchen sich nicht zu bemühen, werter Kollege“
, entgegnete Toji, winkte dabei mit der linken Hand ab und überging zur selben Zeit mit stoischer Ruhe dessen Beleidigung. „Bastion besuche ich nicht zum ersten Mal...“

Langsam humpelte der neuernannte Kommandant der „Abyss“ zu den Turboliftzugängen, wo schon der goldene Protokolldroide wartete. Offenbar war die humanoid-wirkende Maschine insbesondere für die Betreuung der Gäste des imperialen Regierungschefs – Darth Allegious' rechter Hand in der intergalaktischen Politik – da. Mit der üblichen Höflichkeit, die man von solchen Droiden erwarten konnte, begrüßte er Toji, holte den Turbolift und begleitete ihn anschließend zurück in die gewaltige Empfangshalle. Dabei erfuhr der Commodore – gewissermaßen zwischen Tür und Angel – von ein paar Veranlassungen, die man während seines Besuches automatisch in die Wege geleitet hatte. So holte der ihm neu unterstellte Steward der „Abyss“ sein Gepäck aus seiner momentanen Unterkunft, brachte es schnellstmöglich auf den Imperial-Sternzerstörer und bezog danach dessen Quartier dort schon einmal. Gleichzeitig wartete draußen schon ein Gleiter auf den Invaliden, der ihn direkt zum zentralen Raumhafen brachte. Demzufolge musste sich Toji eigentlich um nichts kümmern.

Es lag womöglich an der eingeschränkten Bewegungsfreiheit, welche die Drei-PO-Serie hatte, dass die förmliche Verabschiedung zum Schluss ein wenig unbeholfen auf den Imperialen wirkte. Da das Galaktische Imperium über eine große Zahl an lebendigen, menschlichen Personal verfügte – und er in seinen bisherigen Postionen selten höhere Aufgaben wahrgenommen hatte –, war er bislang kaum mit irgendwelchen Droiden dieser Sorte in Kontakt gekommen. Trotzdem musste man bei Toji nicht so weit gehen, dass der Anblick dieser mechanischen Gestalten für ihn in irgendeiner Art und Weise „exotisch“ wäre. Höchstwahrscheinlich kaum eleganter als der goldene Droide verabschiedete sich der Commodore, wandte sich um und ging zu dem wartenden Gleiter. Hinter dem Steuer konnte er auf Anhieb einen uniformierten Soldaten im Mannschaftsrang – offenbar von der Imperialen Armee – ausmachen. Ohne dessen leicht verspätete Hilfe in Anspruch zu nehmen, stieg Toji in den Gleiter ein.


„Fahren Sie los...“, wies der Commodore den Fahrer mit leichtem Krächzen in der Stimme an.

[: Sartinaynian-System | Bastion | Bastion Center :||: Zentrum | Straßen :||: Gleiter | Rückbank :||: Commodore Toji Murata :]
 
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[Bastion | Bastion Center | Tempel der Sith | Haupthalle] - Saphenus, Jünger, Sith

Mit langen und schnellen Schritten näherte er sich der Bibliothek. Wie merkwürdig es war wieder im Sith-Tempel zu sein und dessen dunkle, pulsierende Aura noch stärker zu spüren als es ohnehin schon der Fall gewesen war. Mehr und mehr wirkte der Tempel selbst wie ein lebendes Wesen, das sich an der dunklen Seite nährte und all jene korrumpierte, die sich in ihm aufhielten. Seine Aura vernebelte den Verstand und versuchte jeden positiven Gedanken an das Licht auszulöschen. Etwas, bei dem ihm das Monster nur allzu bereitwillig Hilfe leistete. Saphenus strich mit seiner Hand an dem kalten Stein entlang während er seinem Ziel immer näher kam. Auren erschienen und verblassten um ihn herum. Die meisten gehörten zu Jünger oder anderen Schülern, die genau wie er selber noch nicht gelernt hatten sich in der Macht zu verbergen. Wie deutlich war er selber wohl wahrnehmbar oder verbarg ihn der geringe Machtschild, den er immer um sich herum aufrecht erhielt, wenigstens ein bisschen? Es spielte keine Rolle. Im Tempel würde er sicher sein, verboten es doch die Regeln andere Schüler ohne einen Grund zu töten. Am meisten Angst musste er wohl vor seinem Meister haben und der war nicht hier, auch wenn er das Gefühl nicht loswurde, dass dessen wachsame Augen immer auf ihm ruhten. Ein Jünger kam ihm entgegen, ein Mensch, der dem Zabrak schnell auswich und mit merkwürdiger Miene in dessen Augen sah. Sie passten nicht zueinander, das wusste Saphenus selber. Und sie gehörten auch nicht zueinander. Noch immer sah er Doppelbilder und hatte Schwierigkeiten beide Augen so simultan zu bewegen, wie er es mit seinen natürlichen gekonnt hätte. Er wünschte sich nichts sehnlicher als es wieder herauszureißen, ein Auge alleine war besser als zwei, die nicht zusammen passten. Doch das würde warten müssen. Wenn er Zeit hatte, vielleicht konnte er sich dann noch auf die Medistation begeben. Auch wenn er nicht wusste wie sein Meister darauf reagieren würde. Wahrscheinlich nicht sehr gut.

Dann war er da. Die Tür zum dem Hort des Wissens kam ihm nur allzu bekannt vor. Beim letzten Mal war er verletzt gewesen, sein Gesicht verbunden nach dem Kampf mit dem Rodianer. Ein weiterer Kampf war ihm in der Bibliothek aufgezwungen worden, der Gestank von dem widerlichen Tee des Scriptors kam ihm wieder in die Nase, die Haut seiner Hand, die damals verbrüht worden war, fing an zu kribbeln. Seine Hand schloss sich um sein Lichtschwert. Sollte der Scriptor doch kommen, er war nicht mehr so wehrlos wie damals. Nun war er Schüler eines Sith und von ihm in der Macht ausgebildet worden. Er zitterte, dann nahm er sich zusammen, atmete tief ein und aus und öffnete die Tür. Die meterhohen Regale mit Datapads, Büchern, alten Manuskripten und Aufzeichnungen erinnerten ihn sofort an sein vergangenes Leben auf Taris und trotz der Furcht vor der Auseinandersetzung mit dem Scriptor fühlte er sich fast…heimisch. Er hatte gar nicht gemerkt wie sehr er es vermisst hatte in Büchern herumzustöbern, nun wurde es ihm schmerzlich bewusst. Er ging einige Schritte in die Bibliothek hinein und sog den unverwechselbaren Geruch auf. Das hier war sein Spezialgebiet, nicht irgendein Trainingsraum oder ein Schlachtfeld. Hier fühlt er sich wohl. Langsam lockerte sich sein Griff um das Lichtschwert ein wenig. Er sah sich um: Talitha war nirgends zu entdecken. Wieso sollte sie auch hier sein? Entweder hatte sie dem Scriptor erfolgreich getrotzt oder, was wahrscheinlicher war wie er zugeben musste, sie war von ihm gefangen und getötet worden. Welche Chance hatte sie wohl alleine gegen Edgar Tlalloy? Trotzdem, ein Teil von ihm hatte gehofft sie hier zu sehen. Er sollte sich nicht mit ihr verbunden fühlen, doch so war es. Er war nicht verliebt in sie, nein. Dafür schmerzte ihn die Erfahrung mit Je’ana noch viel zu sehr. Er fühlte sich für sie verantwortlich, weil er es gewesen war, der sie zu dem Kampf gegen Edgar überredet hatte. Er war der Ausschlaggebende gewesen und hatte sie dann verlassen und verraten: sie musste ihren gemeinsamen Kampf alleine austragen und das beschäftigte den Zabrak mehr als zugeben wollte und durfte. Hybris wäre wohl nicht sehr erfreut darüber von den Gedanken seines Schülers zu erfahren.

Saphenus stellte sich einem der Jünger in den Weg, die hier arbeiten durften oder mussten. Der schüchterne Mensch sah den Zabrak nur an.


„Ich komme im Auftrag meines Meisters.“, erklärte Saphenus, dann zögerte er. Ein Blick über die Schulter verriet ihm, dass Edgar immer noch nicht zu erblicken war, die Neugierde in ihm wuchs. Auch wenn er es nicht auf eine Konfrontation mit dem Scriptor anlegte, er wollte dennoch erfahren wo dieser war. Hatte es Talitha doch geschafft?

„Wo…wo ist der Scriptor, Edgar Tlalloy?“, fragte Saphenus dann leise und sah dem Jünger tief in die Augen.

„Der Scriptor?“, stotterte dieser. „Den habe ich schon lange nicht mehr gesehen, war auf einmal weg. Niemand weiß wo er geblieben ist.“, flüsterte der Mensch dann fast schon verschwörerisch als hätte er vor irgendwas Angst. Dann wartete er auf eine Antwort des Zabrak, als keine kam verschwand er so schnell wie möglich und ging seiner Arbeit nach. Saphenus war in Gedanken versunken. Der Scriptor war verschwanden, hatte Talitha also doch Erfolg gehabt? Andererseits war kein Wort davon gefallen ob er des Verrats angeklagt worden war. Gab es sowas hier überhaupt oder wurden Verräter einfach so beseitigt? Mitten in der Bibliothek verfiel er ins Grübeln. Sollte er doch nach Talitha suchen? Dann lief ihm plötzlich ein eiskalter Schauer über den Rücken und schnell drehte er sich um. Fast erwartete er seinen Meister dort zu sehen, der ihn beobachtete als wäre es ein Test. Hatte er nicht dessen unverwechselbaren Blick auf sich gespürt, sollten hier nicht irgendwo die gelben reptilienartigen Augen sein? Saphenus schalt sich für seine Nervosität. Er war gefoltert worden, weil er nicht das Selbstbewusstsein aufbrachte, das sich für einen Schüler eines Sith gehörte und nun? Nun war er schon wieder nervös und fürchtete sich bei jedem seiner Schritte. Das musste aufhören, Hybris würde sonst keine Geduld mehr mit ihm haben. Es stand viel auf dem Spiel, sein eigenes Leben um ganz genau zu sein.


Er schob alle Gedanken beiseite und konzentrierte sich auf sein Ziel. Schnell hatte er die Abteilung gefunden, die sich mit der Fauna der Galaxie beschäftigte und griff sich gezielt Datapads heraus. Hier kam ihm seine Erfahrung als Bibliothekar zunutze, letztlich war jede Bibliothek nach einem ähnlichen Muster aufgebaut. Selbst die Sith konnten hier das Rad nicht neu erfinden. Immer mehr Aufzeichnungen landeten auf einem Tisch, den er für sich beanspruchte. Sie stapelte sich immer höher bis sie ihm schließlich den Blick darauf versperrten, was in der Bibliothek so vor sich ging. Schließlich versank er tief in den Worten und Sätzen. Schnell wurde ihm jedoch bewusst, dass es keine leichte Aufgabe werden würde. Ihm war bewusst, dass es viele Lebensformen gab, die über ein Bewusstsein verfügten und machtsensitiv waren, doch wie sah es mit Tieren aus? Viele der Bücher behandelten ihre allgemeine Biologie, ihre Anatomie und Physiologie, doch kaum ein Wort über die Macht. Es waren eher naturwissenschaftliche Abhandlungen. Saphenus seufzte, das hier würde sehr, sehr lange dauern. Immer tiefer versank er in der Materie. Auch wenn er in der Lage war schnell zu lesen wurde der Stapel an Material um ihn herum nicht besonders schnell kleiner. Es zeichnete sich zwar ein immer stärkeres Bild davon ab wo welche Tiere beheimatet waren, welche Fleisch und welche Pflanzen fraßen, wer welche natürlichen Feinde hatte, welche fast ausgerottet waren doch kein einziges Wort darüber ob es Tiere gab, die sich der Macht bedienten, dabei musste es sie doch geben? Für einen kurzen Moment war er versucht aufzugeben und sich für sein Projekt ausschließlich an bewussten Lebensformen zu bedienen, doch dann stockte er. Da stand etwas über die Macht. Begierig sog er die Zeilen in sich ein, seine Augen wanderten rasend schnell über die Zeilen. Es ging um die Zakkeg, eine auf dem Dschungelmond Dxun beheimatete Spezies, die immun gegen die Macht war. Auch wenn es ein Anfang war, besonders befriedigt war Saphenus nicht. Auch wenn es wahrscheinlich interessant war sich mit Machtimmunität auseinander zu setzen, er wollte das Gegenteil! Welche Tiere gab es, die mit der Macht in Verbindung standen? Er wurde immer ungeduldiger und beunruhigter. Damals war er nicht so gewesen, oder doch? Er war ungeduldig wenn er ein Buch nicht zu Ende lesen konnte, wenn ihn etwas davon abhielt, doch er war seinen eigenen Nachforschungen immer sehr behutsam nachgegangen um kein Detail zu übersehen. Jetzt konnte er nicht einmal das, er wurde unkonzentrierter, sein Körper zitterte leicht. Auch wenn sich seine Augen dennoch kaum von dem Stapel an Datapads lösen konnte, er lehnte sich zurück und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Sein Magen knurrte etwas und ein Blick um ihn herum verriet ihm, dass es kaum jemand mehr hier war. Einige wenige verbargen sich ebenso wie er selber hinter einem Haufen von Büchern, doch ansonsten herrschte Stille. Wie sät war es? Er wusste es nicht.

Dann erwischte ein Buch über Korriban seine Aufmerksamkeit. Es war tatsächlich ein Buch, keine digitale Abschrift. Der Einband war zwar sorgsam gepflegt, konnte aber dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es schon alt war. Er wunderte sich, dass es in dem Teil der Bibliothek stand, der allen zugänglich war, egal welchen Rang sie in dem Tempel bekleideten. Er besah sich den Einband genauer, der Name des Autors stach ihm ins Auge: Darth Sik. Er kannte diesen Namen und dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Ebenfalls von Darth Sik war das Buch gewesen, dass er für den Scriptor katalogisieren sollte, oder besser gesagt eines der Bücher. Bedächtig schlug er es auf. Auch hier fand er bald ein Kapitel über Korribans Flora und Fauna, obwohl erstere in der kargen Gesteinslandschaft kaum vorhanden war. Dann ging es um die Tiere der Welt, die die ursprünglichen Sith beherbergt hatte. Saphenus wurde immer neugieriger. Der Planet, der die Sith geboren und zur dunklen Seite geführt hatte, musste doch auch Tiere beherbergen, die sich der Macht bedienten. Obwohl er es nicht erwarten konnte zwang er sich dazu das Buch komplett zu lesen. Korriban faszinierte ihn sofort. Es war die Rede von weitläufigen Tempeln, von Grabstätten alter und mächtiger Sith. Darth Sik glorifizierte diesen Ort als Hochburg der dunklen Seite, er schwärmte davon. Auch wenn die meisten der Gräber schon lange geplündert worden waren, sie erregten seine Aufmerksamkeit. Schließlich kam er zu dem Kapitel, das er für sein Projekt brauchte. Doch zunächst wurde er enttäuscht. Darth Sik beschrieb die Hssiss, eine gepanzerte Echsenart, die sich dem Einfluss der Macht fast vollständig entziehen konnte. Ausufernd sprach der längst verstorbene Sith von alten Ritualen in denen der Kampf mit dem Schwert gegen diese Kreaturen trainiert wurde, wie es als Ehre galt diese Drachen der dunklen Seite zu besiegen. Gerade als sich wieder Enttäuschung und Frust in ihm breit machen und er das alte Buch schon zur Seite legen wollte, fiel ihm das Wort Tuk'ata ins Auge: hundeähnlichen Raubtiere Korribans. Auch hier vermied es Darth Sik lange Zeit auf den Punkt zu kommen, doch dann verriet er sich: in einem plumpen Nebensatz als wollte er nicht zu viel verraten, stellte er die Vermutung an, dass sich diese Hunde an der dunklen Seite der Macht nährten und sie womöglich auch nutzten um zu jagen und zu überleben. Da war es! Saphenus hatte endlich etwas gefunden, das ihm weiterhalf. Aufregung und die Hoffnung doch noch mit Ergebnissen zu seinem Meister zurück zu kehren, befielen ihn. Über eine zentrale Datenbank holte er sich Informationen über alle Aufzeichnungen, die mit diesem Buch von Darth Sik in Verbindung standen. Zudem bemühte er nicht mehr nur die Informationen der Bibliothek alleine sondern auch die, die ihm das HoloNet zur Verfügung stellten. Er kopierte alles, das nützlich schien auf ein eigenes Datapad. Es war nicht viel, zumindest nicht so viel wie er sich erhofft hatte und bei vielen Informationen handelte es sich um unbestätigte Hinweise und dennoch…es war zumindest etwas!


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Wie lange saß er nun schon in der Bibliothek, vergraben unter all den Aufzeichnungen, Datapads und Büchern? Müde rieb er sich die Augen, er wusste es nicht. Einmal hatte er sich etwas zu essen geholt, er war dabei aber so in Gedanken versunken gewesen, dass er sich seiner Schritte kaum bewusst gewesen war. Eigentlich es war es ein Wunder, dass er niemanden über den Haufen gerannt hatte. Blinzelnd schaute er auf sein eigenes Datapad, seine Sicht war trübe und schwammig als hätte er einen Fremdkörper im Auge. Dort stand, was er alles hatte finden können: eine mehr als bescheidene Liste von Kreaturen, die häufig nur im Verdacht standen machtsensitiv zu sein. Er hatte alles zusammengetragen, was er finden konnte, entweder gab es nicht mehr oder aber diese Informationen waren ihm vorenthalten worden. Welche Informationen mochten wohl noch dort lagern, wo er nicht hinkam, in den verschlossenen Abteilen der Bibliothek? So sehr er es auch vermisst hatte sich in seine Bücher zu stürzen und die Welt um sich herum komplett auszublenden, es war frustrierend.
Bedächtig strich er über den Einband des von Darth Sik verfassten Buches, das Leder fühlte sich zart auf seiner Haut an. Der alte Sith war ihm noch am hilfreichsten gewesen. Letztlicht brachte er ihm nicht nur die Tuk’ata, sondern auch die Vornskr. Diese Tiere nutzten die Macht ebenfalls zur Jagd, sie erbeutet damit auf ihrem Heimatplaneten Myrkr Ysalamiri. Faszinierenderweise entwickelten diese Beutetiere im Laufe der Jahrhunderte die Fähigkeit Machtblasen um sich herum zu erzeugen. In ihrem Umkreis war der Gebrauch nicht möglich. Ein interessantes Zusammenspiel, auch wenn es Saphenus nur bedingt nützlich war. Natürlich stand diese Information nirgendwo explizit, doch der Zabrak konnte zwischen den Zeilen lesen. Vermutlich lag dem Imperium oder dem Sith-Orden nichts daran in aller Öffentlichkeit zu verkünden, dass es Kreaturen gab, die den Gebrauch der Macht um sich herum unmöglich machten. Damit würde man seinen Feinden nur in die Hände spielen. Den Vornskr folgten auf der Liste noch ein paar Mikroben und Bakterien, die kaum der Rede wert und für das Projekt sowieso nicht in Frage kamen. Sie endete mit einem Märchen über einen Stamm antiker Mynocks, denen es wohl gelungen sein soll eine primitive Kultur der dunklen Seite der Macht zu erschaffen. Saphenus zweifelte hier daran, dass diese Geschichte wahr war, dennoch hatte er sich dazu entschieden sie in die Liste mit aufzunehmen. Alles in allem war das wohl absolut nicht der größte Wurf, aber mehr hatte er nicht. Das würde Hybris reichen müssen.


Saphenus lehnte sich zurück und streckte sich ausgiebig. Er konnte ein Gähnen nicht unterdrücken und schloss für einen Moment die Augen. Sie brannten vor Anstrengung wie sein ganzer Kopf schmerzte. Es war nicht nur die Konzentration auf das, was da vor ihm stand, es waren auch die Doppelbilder, die er sah und immer noch nicht übereinander legen konnte. Dazu das ständige Gefühl verfolgt zu werden, also gäbe es einen unsichtbaren Schatten, der ihm auf Schritt und Tritt folgte. Auch wenn er es als unmöglich abtat, er spürte die Augen seines Meisters auf sich, selbst aus der Entfernung und das verpasste ihm eine Gänsehaut. Während er mit geschlossenen Augen dasaß, verschränkte er die Arme vor der Brust. Langsam hob sich sein Thorax und in seine Gedanken vertieft verfiel er unwillkürlich in einen seichten Schlaf. Das Datapad war sicher zwischen seinen Armen eingeklemmt. Er spürte nicht wie sich ihm eine nur allzu bekannte Präsenz näherte und stumm an seinem Tisch verweilte. Die Präsenz war selber ruhig und entspannt, ihre Aura zeugte von ungeordnetem Potential: ein Jünger, der noch immer keinen Meister gefunden hatte. Geduldig wartete diese Präsenz, sie hatte es nicht nötig den dösenden Saphenus aufzuwecken. Sie wartete nun schon seit über einem Jahr, was machten da ein paar Minuten noch für einen Unterschied? Langsam glitt Saphenus wieder ins Reich der Wachen hinüber und öffnete verträumt die Augen. Alles sah verschwommen aus, kurz fragte er sich sogar wo er war. Dann wurde ihm der Stapel als Büchern um ihn herum bewusst und er roch wieder den typischen Geruch der Bibliothek. Er gähnte und als sein Mund gerade weit geöffnet war, erstarrte er. Er sah die Präsenz, die mit an seinem Tisch saß erschrocken an, plötzlich spürte er sie in der Macht wie er sie damals schon gespürt hatte. Wie hatte es ihm entgehen können, dass sich ihm jemand näherte, warum…Der muskelbepackte Körper de Zabrak, der ihm nun gegenüber saß, zeichnete sich unheilvoll ab. Die starken Arme waren ebenfalls vor der Brust verschränkt, der Zabrak lächelte. Seine Tätowierungen verzogen sich zu einem abstrakten Gemälde.


„Gut geschlafen, Saphenus?“, fragte er süffisant und entblößte seine Zähne. Die tiefe Bassstimme ließ die Aufzeichnungen auf dem Tisch etwas zittern. Offenbar amüsierte ihn die Situation, er genoss es sichtlich Saphenus‘ verdutzten Gesichtsausdruck zu sehen.

„Was willst du hier, J‘Annon?“, flüsterte Saphenus und klang dabei ängstlicher als er es eigentlich wollte. Er redete sich sofort ein, dass er der mächtigere war. In Sachen Körperkraft deutlich unterlegen aber in der Macht geschult. Er konnte spüren, dass J’Annon noch immer keine Ausbildung erhalten hatte.

„Ich möchte mich nur mit einem alten Bekannten unterhalten.“, erwiderte er und lehnte sich verschwörerisch und drohend zugleich nach vorne. Er stützte sich mit seinen riesigen Händen auf dem Tisch ab, der sich ein wenig in seine Richtung neigte.

„Das ist kein guter Zeitpunkt.“, zischte Saphenus und sah sich um. Sie wurden von niemandem beachtet. Jeder, der noch in der Bibliothek war, ging lieber seinen eigenen Dingen nach.


„Und wie er das ist.“, sagte J’Annon immer noch ruhig. „So wie ich das sehe schuldest du mir etwas und das möchte ich nun einlösen!“

Saphenus fluchte innerlich, er wusste schon damals, dass der Handel mit dem Zabrak ein Nachspiel haben würde. Aber ich Dummkopf musste darauf eingehen, dachte er. Hatte er denn eine Wahl gehabt? Bestimmt, doch damals erschien es ihm als der einfachste Weg an die Ausrüstung zu kommen. Nun musste er den Preis dafür zahlen. Oder?

„Ach jaaa? Ich schulde dir gar nichts, du verschwindest jetzt!“, flüsterte Saphenus mit einer Bewegung seiner Hand und sah seinem Gegenüber tief in die Augen. Er richtete die Macht auf seine Gedanken. J’Annon fing jedoch nur an noch breiter zu grinsen.

„Ich mag noch nicht ausgebildet worden sein, aber mit diesen Tricks kommst du bei mir nicht weit. Ich würde dir eindringlichst raten, so etwas nicht noch einmal zu versuchen!“, knurrte J’Annon nun und verlor seine Gelassenheit für einen kurzen Augenblick. Dann schlich wieder das arrogante Lächeln auf sein Gesicht.


„Wir haben einen Deal und du wirst es bereuen wenn du dich nicht daran hältst!“


Saphenus schluckte. Hatte er nicht genug Macht aus sich geschöpft?

„Also gut. Was willst du?“, sagte er widerstrebend. Er hatte nicht das geringste Interesse daran diesem Zabrak bei was auch immer zu helfen.

„Nicht hier.“, J’Annon sah sich verschwörerisch um. „Triff mich an der Treppe zu den Katakomben, dann reden wir beide. Und denk nicht daran einfach abzuhauen!“ Die Drohung war kaum zu überhören. Mit einem letzten einschüchternden Blick erhob sich der Berg von einem Zabrak und verschwand. Zurück blieb ein verärgerter und unsicherer Saphenus. Was sollte er nun tun? Seine Hände schlossen sich fester um das Datapad. Er musste so schnell wie möglich zurück zu seinem Meister, er konnte sich keine Verspätungen wegen irgendwelcher Dinge erlauben, die in seiner Vergangenheit lagen. Davon abgesehen verspürte er nicht das geringste Bedürfnis seinen Teil der Abmachung einzuhalten. Damals war er jemand anderes gewesen, damals lag das Jahr in den Bergen und alles, was danach passierte, noch vor ihm. Er war blind und naiv gewesen sich auf diesen Handel einzulassen, was hatte ihn verflucht noch mal dazu geritten? Davon abgesehen wusste er noch gar nicht was J’Annon überhaupt von ihm wollte. Die Katakomben bedeuteten zumindest nichts Gutes, die Erinnerungen an die Kreaturen, die dort unten hausten und die Prüfungen, die er bestehen musste, waren noch allzu lebhaft. Schnell fasste er einen Entschluss. Wenn er hier erstmal weg war sollte J’Annon doch sehen wie er den Deal einfordern sollte. Wenn er erst einmal wieder im Hyperraum war, konnte ihn der andere Zabrak mal. Schnell räumte er alles weg, was auf seinem Tisch lag ohne groß darauf zu achten ob er es auch richtig sortierte. Das Datapad mit den wertvollen Informationen verschwand in seiner Robe. Kurz sah er sich nochmal um, dann eilte er aus der Bibliothek. Schnell trugen ihn seine Füße Richtung Ausgang, dann stockte er und hielt inne. Wortlos drehte er sich auf dem Absatz um und lief jetzt zu den Werkstätten. Er durchlief den Gang, in dem er J’Annon das erste Mal begegnet war und ignorierte den Gedanken daran, dass hier der ganze Schlamassel erst angefangen hatte. Ungeduldig wartete er bis einer der Empfangsdroiden frei war und orderte dann eine Waffe an. Keine richtige, dafür hatte er seine Lichtschwerter, er wollte ein Betäubungsgewehr. Der Droide überprüfte Saphenus' Identität. Als Grund gab der Zabrak die Jagd an und so falsch war das gar nicht. Es dauerte bis der Haufen Metall die Anforderung bestätigte. Er piepste noch ausdruckslos eine Bemerkung, dass Saphenus‘ monatliches Budget belastet worden war, dann bat er um einen Moment Geduld. Auch wenn Saphenus die nicht mehr hatte, ihm blieb nichts anderes übrig als zu warten. Schließlich nährte sich ihm ein anderer Droide mit einem Metallkoffer. Saphenus nahm den Koffer ansich, begutachtete schnell das Gewehr und machte sich dann auf den Weg. Der Lift versprach ihm ein bisschen Ruhe als er hinunter in den Hangar fuhr. Trügerische Ruhe. Dessen Türen öffneten sich mit einem zischen und schnell lief Saphenus auf die Fury zu. Schnell befahl er einem Jünger das Schiff startbereit zu machen, als er sich ihr näherte fuhr auch schon die Laderampe hinunter. Dann blieb er jäh stehen und verlor fast das Gleichgewicht. Mit einem hämischen Grinsen lehnte J’Annon an einem Pfeiler und sah Saphenus an. Langsam ging er auf ihn zu, wie ein Raubtier, das seine Beute nicht aus den Augen ließ. Saphenus ging ebenfalls weiter in Richtung Fury. Als sich die beiden Zabraks ganz nahe waren ging er einfach weiter während sich J’Annon an seine Seite heftete.

„Du wolltest doch nicht einfach abhauen, oder?“, sagte er süffisant. Das Grinsen wich nicht aus seinem Gesicht.

„Meine Mission geht dich nichts an.“, fauchte Saphenus und ging unbeirrt auf die Fury zu. Als er den ersten Schritt auf die Laderampe setzte, stellte sich J’Annon ihm in den Weg.

„Du schuldest mir was verflucht noch mal!“, zischte der bedrohlich.

„Ich schulde dir gar nichts! Du denkst wir hatten einen Handel? Er ist hiermit beendet.“, erwiderte Saphenus in dem gleichen Tonfall, dann schob er sich an dem Berg von einem Zabrak vorbei und betrat das Schiff. Der folgte ihm in die Fury.

„Lauf nicht einfach davon, denkst du wirklich, du bist stärker als ich?!“, höhnte J’Annon und spannte seine Muskeln an. Saphenus unterdrückte ein Zittern, drehte sich um und versuchte so bedrohlich wie nur möglich zu wirken.

„Ich habe viel gelernt, die Macht ist mein Verbündeter. Wie sieht es bei dir aus?“

„Ich brauche die Macht nicht um dich zu zerquetschen, ich dachte das wäre dir bewusst!“, brüllte J’Annon und stürzte dann auf Saphenus zu. Die Gelassenheit, die er eben noch in der Bibliothek an den Tag gelegt hatte, war verflogen, Zorn beherrschte seinen Körper. Doch Saphenus erging es nicht anders. Sein Gegner war wie all die anderen, die sich über ihn lustig gemacht hatten. Wegen ihrer Muskeln fühlten sie sich stärker und glaubten sie könnten ihn einschüchtern. Wie oft stand er in seinem Leben schon solchen Leuten gegenüber? Doch nun war es anders, nun konnte er sich wehren! Nur allzu bereitwillig gab er dem Hass nach, der in ihm hochkam. Er öffnete ihm seinen Geist und spürte, wie ihn die Macht überflutete. Schnell schoss seine Hand an sein Lichtschwert und aktivierte es während er versuchte dem Koloss auszuweichen. Surrend erwachte die Klinge zum Leben. Doch auch wenn J’Annon selber nicht in der Macht ausgebildet war hieß das nicht, dass er nicht kämpfen konnte. Schnell wirbelte er umher und versetzte Saphenus einen Tritt vor die Brust. Dessen Luft wich aus seinen Lungen und er wurde nach hinten geschleudert. Als er auf dem Boden auftraf, fiel ihm das Lichtschwert genau wie der Koffer mit dem Gewehr aus der Hand. J’Annon war flink und sauste jetzt in seine Richtung. Die Fury bot für so einen Kampf nicht genug Platz, dennoch konzentrierte sich Saphenus. Er streckte die Hand aus und mit einem Schrei entließ er die Energie, die sich in ihr sammelte. Sie traf seinen Gegner frontal und riss ihn von den Beinen. Schnell griff Saphenus an den Koffer, mit einem Klacken sprang er auf. Als das Gewehr gerade in seiner Hand war, war auch J’Annon wieder auf den Beinen und riss Saphenus in die Hände. Nun brüllte er und schleuderte den schmächtigen Zabrak durch den Raum. Er landete hart auf dem Holoprojektor. In dem Moment betrat Rope denn Raum. Überrascht von dem Droiden warfen die beiden Kontrahenten einen Blick auf ihn.

„Nein, böse Haustiere, ihr macht noch das Schiff des Meisters kaputt!“, fluchte der sofort ohne sich der Gefahr wirklich bewusst zu sein. Offenbar feuerten seine metallischen Laute J’Annon nur an, denn der ging plötzlich mit erhobenen Fäusten auf den Droiden zu als wolle er demonstrieren was gleich noch mit Saphenus passieren würde. Der sah den nun leeren Metallkoffer, konzentrierte sich auf den Ozean der Macht, schöpfte mit vollen Händen aus ihm und ließ den Gegenstand dann so schnell er konnte in Richtung J’Annon fliegen. Der knurrte als er hart an seinem Rücken getroffen wurde und drehte sich wieder zu Saphenus um.

„Es hätte so verdammt leicht sein können, wieso konntest du dich nicht einfach an den verdammten Deal halten, du dreckiger Haufen Bantamist!“, brüllte er.

„Weil ich über dir stehe!“, fauchte Saphenus und rappelte sich auf. Sein Gegner fing an zu grölen.

„Du bist so verdammt schwächlich, ich zerquetsche dich ohne dabei auch nur stärker atmen zu müssen!“

Mehr brauchte Saphenus nicht, all die Wut, die sich in seinem Inneren befand, schoss hervor. Die Macht katapultierte ihn nach vorne, selbst für die guten Reflexe J’Annons war er zu schnell. Noch im Sprung griff er an sein zweites, sein richtiges Lichtschwert. Die Klinge fauchte und gierte nach Blut. Der rote Energiestrahl durchschnitt die Luft und traf die Beine des kräftigen Zabrak. Wie durch Butter glitt das Lichtschwert durch das Fleisch und trennte die Extremitäten von Körper. Verdutzt schaute J’Annon, sah wie in Zeitlupe nach unten und fiel dann in sich zusammen. Ein ungläubiger stummer Schrei entwich seinen Lippen während Saphenus auf den nun am Boden liegenden Berg hinabsah.

„Schwächlich, pah!“, keuchte Saphenus als ihn ein merkwürdiges Glücksgefühl beschlich. Es fühlte sich so gut an, er hatte gewonnen, er war…stärker als dieser Haufen roher Muskeln. Er deaktivierte die Klinge. Ohne dem nun beinlosen Zabrak Aufmerksamkeit zu schenken ging er zu dem Betäubungsgewehr und hob es hoch. Fieberhaft überlegte er was er mit ihm tun sollte, dann fasste er einen Entschluss. Er spürte wie J’Annon nun stöhnend über den Boden kroch als wolle er immer noch kämpfen, doch er war nicht viel schneller als eine Schnecke. Saphenus verstaute das Gewehr in dem Koffer und sah dann auf seinen Gegner herab. Er ignorierte Ropes Gemecker über den Zustand des Schiffs. Mit der Macht hob er J’Annon in die Luft. Auch wenn er es nicht zugeben wollte, seine Konzentration war am Ende. Er spürte wie seine Robe an seinem Körper klebte, dennoch beförderte er den Torso des Zabrak in das Labor. Dort lag die parasitenbefallene Leiche noch auf dem Boden, er ignorierte sie und sperrte J’Annon in dem Stasisfeld ein. Dessen Wutschreie erfüllten den Raum, sie beflügelten Saphenus. Dann schloss sich hinter ihm die Tür. Kurz gab er noch Yelm den Befehl wieder Kurs auf die geheime Station zu nehmen, beauftragte Rope damit die Beine zu entfernen und widerstand dem Droiden ebenfalls die seinen abzuschlagen und begab sich dann in sein Quartier. Lächelnd sah er in den Spiegel…


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[: Sartinaynian-System | im Anflug auf den ISD „Abyss“ :||: T4a | Cockpit :||: Commodore Toji Murata sowie Fährenbesatzung :]

Im Anflug auf die „Abyss“, einen aschgrauen Sternzerstörer der gefürchteten Imperial-Klasse, hatte Toji das Gefühl eine überdimensionale Speerspitze in Augenschein zu nehmen. Auf den ersten Blick mochte das keilförmige Schlachtschiff, das in einem hohen Orbit um einen öden Planeten nahe der imperialen Thronwelt kreiste, leblos, beinah tot wirken. Jedoch trog der Schein – und der verseherte Commenorer wusste das. Er kannte die zahlreichen Prozesse, die – für Fremde scheinbar unsichtbar – unter der Hülle aus massivem Durastahl abliefen. Das Kriegsschiff ruhte höchstens; wartete voller Geduld auf seinen nächsten Einsatz, der in diesem Fall nicht mehr allzu lang auf sich warten lassen würde. Immerhin hatte der amtierenden Grand Vizier ihn, den neuen Kommandanten der „Abyss“, mit einer Mission höchstpersönlich beauftragt. Innerhalb der nächsten zehn Standardtage sollte das Schlachtschiff – zusammen mit dem Interdictor „Heart of the Order“ – im Nirauan-System sein.

Sein intaktes Auge konnte den Blick gar nicht von der „Schönheit“ abwenden. Fast doppelt so groß wie sein altes Kommando, der Victory-II-Sternzerstörer „Pandora“, war sie. Obwohl das Schiff vom Stapellauf bloß knappe fünf Jahre jünger als die alte Dame war, hatte der invalide Commodore den Eindruck, dass es bei Weitem besser in Schuss war. Während er so schweigend in der schmalen Tür zum Cockpit der Lambda-Fähre stand, hing er seinen eigenen Gedanken nach. Das Dossier, das ihm Bulsar Draay zur Verfügung gestellt hatte, hatte bloß wenig (kaum verwertbare) Informationen über die „Abyss“ enthalten. Mit absoluter Sicherheit wusste Toji eigentlich nur, dass das Kriegsschiff die letzten zwei Jahre ausschließlich in den Unbekannten Regionen – meist unter Vice Admiral Joyriaks Kommando – operiert hatte. Vollkommen in seine eigene Gedanken vertieft, bemerkte er in diesem Moment nicht wie die beiden Piloten vor ihm den Kurs der Fähre leicht korrigierten – der geöffnete Hangar kam in Sicht.

Mehr und mehr verlangsamte das schneeweiße Transportmittel, das beinah in der gesamten Galaxie bekannt und beliebt war, seine Geschwindigkeit, klappte in aller Ruhe die beiden Seitenflügel hoch, fuhr zudem die Landekufen aus und bewegte sich anschließend per Repulsoren ganz gemächlich ins Innere. Für jemanden wie Toji, der bisher auf eher „kleineren“ Kriegsschiffen gedient hatte, war der Hangar der „Abyss“ gewaltig. Hier fanden nicht nur zweiundsiebzig Sternjäger ihren Platz, sondern ebenso allerhand Kriegsgerät für ein komplettes Regiment. Es waren für den Commenorer also ganz andere Dimensionen als er eigentlich gewohnt war. Beeindruckt von diesem Anblick zog er sich aus dem Cockpit zurück, nachdem die Fähre spürbar aufgesetzt hatte. Seine Reise hatte damit ihr „Ende“ gefunden. Er hatte sein neues Kommando erreicht. Humpelnd verließ er die Fähre, um schnell wie möglich mit dem ranghöchsten Flottenoffizier an Bord – aller Wahrscheinlichkeit nach dem Ersten – zu sprechen.

Nachdem der Versehrte das Innere der gelandeten Lambda-Fähre verlassen hatte, stieg im sofort der ihm bekannte Geruch abgestandener, mehrmals recycelter Luft in die Nase, was ihm unwillkürlich ein Gefühl von „zu Hause ankommen“ gab. Inzwischen war er einfach zu sehr das Leben auf einem Kriegsschiff gewohnt. Gemächlichen Schrittes – soweit man bei seinem Humpeln überhaupt davon sprechen konnte – ging er die Rampe herab. Drei Offiziere in gewöhnlicher Dienstuniform schienen auf ihn zu warten. Nach dem ersten Eindruck zu urteilen, wirkten sie auf Toji weniger wie Imperiale als viel mehr wie disziplinlose Halunken. So zierten deren überaus kantige Gesichter beispielsweise Dreitagebärte, dunkle Augenringe und eingefallene Wangen. Recht mürrisch blickten sie obendrein zu dem Commodore, der sich ihnen ohne Eile näherte. Erst als nur noch ein paar Schritte die kleine Gruppe von dem neuen Kommandanten trennten, nahmen sie schlagartig Haltung an und salutierten zackig. Toji nickte ihnen zur Begrüßung zu.

Einer der Männer, laut Rangzeichen Lieutenant Commander, trat daraufhin vor und sagte mit tiefer, kraftvoller Stimme sogleich zu dem Commodore:
„Ich heiße Sie an Bord unserer wilden Lady, der 'Abyss', Willkommen, Sir. Mein Name ist Torne Calway, Zweiter Offizier. Da Commander Ryscand, unserer Erster, seit einigen Tagen auf der Krankenstation verweilt – bakuranische Fieberbeulen laut unserem zweiten Schiffsarzt –, habe ich nun das Vergnügen Sie zu begrüßen und Ihnen danach das Schiff zu zeigen.“

„Sehr freundlich“, krächzte Toji, musterte kurz den dunkelhäutigen Menschen, dessen Gesicht eine quer verlaufende Narbe entstellte, und ließ dann seinen wachsamen Blick zu dessen schweigsamen Begleitern wandern. „Und wer sind diese Herren, Mr Calway?“

Lächelnd machte der Zweite einen großen Schritt zur Seite und wies dann auf den Offizier zu seiner Linken. „Lieutenant Myles Ty Jervada, Feuerleitoffizier der 'Abyss' und zudem Anwärter auf unsere Nummer Drei.“ Beide Männer tauschten erneut ein Nicken aus. Danach wies Calway gleich auf den anderen Anwesenden. „Und dieser Herr ist der Chef unserer Schiffssicherheit, Colonel Hal Drake.“

Einen soliden, grundsoliden Eindruck machten die drei Herren auf Toji. Der Commodore war sogar ein wenig erstaunt darüber, dass seine erste Annahme anscheinend nicht gestimmt hatte. Aber woran lag deren abgenutztes, abgekämpftes Erscheinungsbild? Hatten die Unbekannten Regionen etwa die Schiffsbesatzung mit der Zeit verändert? Führte ein längerfristiges Fernbleiben von der Zivilisation möglicherweise zu einer sukzessiven Verwahrlosung? Bisher hatte er solche oder ähnliche Gerüchte nicht gehört, aber trotz allem prägte sich genau dieser Eindruck vermehrt bei ihm ein. In Begleitung der drei Offiziere verließ der uniformierte Kriegsversehrte nach ein paar weiteren Worten, die man kurz wechselte, humpelnd den Hangar. Calway, der notgedrungen den Platz seiner rechten Hand an Bord des Sternzerstörers einnehmen musste, klärte ihn auf dem Weg zum Turbolift über die letzten Jahre sowie deren Mission am Rande der Galaxie auf – jedenfalls ganz grob. Schließlich hatte selbst er nicht alle Details, die man vielleicht in einem Logbuch fand, spontan parat.

Es war Seine Majestät, Imperator Allegious, höchstpersönlich gewesen, der nach seiner erfolgreichen Thronbesteigung – in Form von High Admiral Cornell – insgeheim eine vollzählige Flottille in die Unbekannten Regionen entsandte, um nach den beiden allseits bekannten Exilanten, Darth Arthious und Lord Phollow, zu suchen. Varik Joyriak, ein loyaler Offizier in den Reihen der Flotte, betraute man letztendlich mit dieser äußerst vertraulichen Operation. Jedoch hatten weder der Orden der Sith, noch der Imperiale Geheimdienst ihnen ausreichend Informationen zur Verfügung stellen können, um einen positiven Ausgang zu ermöglichen. Deshalb entschied man sich schon nach kurzer Zeit – höchstens zwei, drei Monate nach dem Auslaufen – die beiden wichtigsten Sekundärziele stärker in den Fokus zu rücken: Kartographie und Kontaktaufbau zu fremden Völkern. Zwei komplette Jahre verbrachte die Einheit letztendlich fern vom imperialen Territorium. Weder die Militäroffensive der Rebellen drang an ihr Ohr, noch der unerwartete Friedensschluss. Sie waren tatsächlich so fern der Heimat, dass das Galaktische Imperium für viele Völker gar keine Rolle spielte.


„Erstaunlich...“, brummte Toji und er schien einen Augenblick zum Verdauen der Informationen zu brauchen.

Ihm stellte sich unwillkürlich die Frage, ob ihre anstehende Mission im Chiss-Raum demnach schon jetzt zum Scheitern verurteilt war. Ein kalter Schauder lief ihm plötzlich über den Rücken. Obgleich das Erringen der „Subjugator“ ein Erfolg für das Imperium war, hatte vor allem Toji einen ziemlich hohen Preis zahlen müssen. Schließlich hatte seine körperliche (und gesundheitliche) Versehrtheit in diesem Einsatz ihr jähes Ende gefunden. Düstere Gedanken stiegen in ihm auf, während die Kabine ihr Ziel, das Brückendeck, erreichte. Nach einem hellen Glockenton öffnete sich leise zischend die Tür und der Commodore trat gemeinsam mit seinen Begleitern in den Korridor. Noch bevor er auch nur eine einzige Silbe über seine Lippen kam, übernahm auf einmal Lieutenant Commander Calway die Führung und kaum zwei volle Minuten später betraten die vier Offiziere endlich die Brücke der „Abyss“. Beim obligatorischen „Kommandant an Deck!“ fühlte sich Toji letztendlich zum zweiten Mal einheimisch. Ein zufriedenes Lächeln zeichnete sich auf seiner intakten linken Gesichtshälfte ab. Sah die Zukunft vielleicht doch nicht so schlecht für ihn aus?


[: Sartinaynian-System | Orbit eines öden Nachbarplaneten :||: ISD „Abyss“ | Deck Zwei | Brücke :||: Commodore Toji Murata, Lieutenant Commander Calway, Lieutenant Jervada, Colonel Drake und die Brückenbesatzung (keine Soll-Stärke) :]
 
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[:: Bastion :: Bastion City :: Militärflughafen :: Landebucht 4B2 :: Imperialer Personentransportgleiter ::] Tryam, Petty Officer


Tryam war enttäuscht. Die Subjugator hatte er dem Imperator nicht präsentieren können, da sein Terminplan 'zu voll' war. Wahrscheinlich hatte ihm irgend ein dahhergelaufener Sekretär auch schon über das Riesenschlachtschiff bericht erstattet. Für die Klassischen Formalitäten blieb also auf Bastion kaum noch Platz. Ihm wurde dann gesagt, er solle sich zurück auf sein Schiff begeben und dort weitere Befehle entgegen nehmen. Noch mehr wurmte ihn allerdings, dass nicht er selbst, sondern irgend ein Droide oder niederer Diener dafür eine Beförderung erhalten hatte, und nicht er selbst, der um das Schlachtschiff gekämpft hatte.

Der Gleiter hielt inzwischen über dem Imperialem Militär Shuttleflughafen West und begann kontrolliert an Höhe zu verlieren. Als der Gleiter dann 30 Centimeter über dem Boden und 10 Meter entfernt von der Lambdafähre der Basilisk zum Stillstand kam, öffnete ihm ein Steward die Tür. Beim aussteigen aus dem Klimatisiertem Gleiter schlug ihm die Hitze wieder voll ins Gesicht und die Sonne knallte auf seine Galauniform, die er noch nicht ablegen hatte können. Hinter dem Gleiter erschien ein Droide, der das Gepäck des Commanders aus dem Gleiter hob und zur Schneeweißen Lambdafähre watschelte, deren Farbe nur durch die Grauen Lasergeschütze und die Antrazitschwarze Cockpitscheibe gebrochen wurde.

Dann öffnete sich die Rampe an der Unterseite des Schnabelähnlichen Cockpits langsam und schlug mit einem dumpfen Ton auf dem Stahlbetonboden auf. Der Droide lief in einem ein wenig unvorteilhaft erscheinendem Watscheln weiter, während auf der Rampe ein schlacksiger, menschlicher Fähnrich erschien und die Rampe zügig hinunterschritt. Als er die Rampe verließ, blieb er zackig stehen und salutierte in perfekter Militärischer Haltung.

"Commander Merel? Ich habe den Auftrag sie an Bord der Basilisk zurück zu bringen. An Bord sollen sie sich außerdem ihre Dienstuniform wieder anlegen."

Tryam schaute dem kleinen Droiden noch etwas nach, als er über den Rampenansatz mit seinen dünnen Beinchen ins innere des Shuttles stolperte. Als er in der Fähre verschwunden war, wandte sich der Commander wieder dem Piloten zu.

"Dann sollten wir keine Zeit verlieren, Fähnrich. Starten sie so schnell wie möglich."

"Jawohl, Sir."

Mit diesen Worten drehte sich der Shuttlepilot auf dem Absatz um und bestieg über die Rampe seine Fähre. Der Corellianer folgte ihm. Doch im Gegensatz zu seinem Chefpiloten betrat Tryam nicht das Cockpit, sondern blieb mit dem Droiden im hinteren Teil zurück. Der Boden des Shuttles vibrierte kurz als die Repulsoren das Schiff in die Luft stemmten, danach flog es über die Atemberaubende Skyline von Bastion City in den Abendhimmel des Planeten über der Stadt.

Als der Commander wenige Minuten später mit seiner normalen Dienstuniform in das Cockpit trat, konnte er schon die Shillouette des rasch größer werdenden Vindikatorkreuzers erkennen, seiner Basilisk. Tryam sich seine Offizierskappe über seinen Kopf. Nun könnte er auch schon den sich an der Unterseite befindlichen Hangar erkennen, welchen die Lambdafähre nah einer kleinen Kurskorrektur nun ansteuerte.


[:: Bastion System :: Bastion :: Orbit :: Lambdafähre :: im Anflug auf die VIN Basilisk ::] Tryam, 2 Piloten
 
[Bastion | Sith-Tempel | Bei den Quartieren der Jünger] - Whip, Talitha, Voth, Selura, Jon, einer der Houks

Jons Einwand war durchaus relevant, fand Whip. In der Tat, warum sollten sie sich trennen, wenn sie zusammen durchaus größere Chancen hatten zu gewinnen? Vielleicht hofften sie die Gruppe noch getrennt erwischen zu können, oder das war gar nicht geplant gewesen. Vielleicht hatte man sich im Getümmel verloren und nur der eine war bisher zum Rendez-Vous-Punkt zurückgekehrt? Fest stand auf jeden Fall, dass man Vorsicht walten lassen musste, auch wenn die Machtsicht des Mutanten zweifellos ein nicht zu unterschätzender Vorteil war!

Scheinbar abwesend nickte der Mutant. Er dachte nach. In der Macht konnte er erkennen, dass der Houk in den Gängen inzwischen begonnen hatte sich auf sie zuzubewegen. Also hatte er wohl die Suche aufgegeben und kehrte nun zurück. Auch sah er, die verschiedenen Gänge die zu seiner Position führten und stellte zufrieden fest, dass man ihn würde in die Zange nehmen können. Doch dafür würde man Gruppen bilden müssen…

„Der Houk kommt hierher“

Sagte er unvermittelt. Seit Jon Orus‘ Wortmeldung hatte er nichts mehr von dem Gesagten mitbekommen. Er war zu sehr mit Denken und Sehen beschäftigt gewesen.

„Wir werden uns aufteilen und ihn umgehen, um ihn dann in die Zange nehmen zu können“

Irgendwie gefiel sich der Mutant als derjenige, der mehr als die anderen sah und dementsprechend die Regie führen konnte.

Selura, Jon, ihr geht ihm entgegen und werdet ihn frontal angreifen. Wenn er abgelenkt ist werden Talitha und ich ihm in den Rücken fallen und hoffentlich schnell einen Fatalen Treffer erzielen. Voth, an welche Position willst du? Wir könnten deine Energiepeitsche im Rücken des Schlägers gebrauchen, aber es ist auch möglich dass den anderen beiden der andere in den Rücken fällt. Deine Entscheidung“

Whip schätzte den Twi’lek inzwischen genug, dass er ihm diese Wahl überlassen wollte. In Baals Labor hatte er sich gut geschlagen – besser als der Mutant, der seine Kampfkraft nicht wirklich hatte beisteuern können. Vielleicht konnte er sich nun revanchieren. Durchdringend sah er den Nichtmenschen aus nicht-sehenden Augen heraus an.

Voths Antwort kam Rasch und bestimmt. Langsam nickte Whip. Die Entscheidung war verständlich und er würde sich an der gewählten Position sicherlich erstklassig schlagen! Ohne auf weitere Äußerungen der Gruppe einzugehen drehte er sich auf dem Absatz um und stapfte auf den Gang zu, der sie in den Rücken des Gegners führen würde. Schon bald hörte man schwere Schritte. Reglos blieb er stehen und spürte Talithas Aura neben sich. Sie war verängstigt. Skrupel plagten sie. So viel konnte der Mutant auf einen Blick feststellen. Doch seine Aufmerksamkeit galt viel mehr dem Houk auf dem Gang. Er war wachsam, doch nicht alarmiert. Kurz blickte er in den Gang hinein, in dem der Mutant sich versteckt hielt, sah jedoch nichts.

Ein groteskes Grinsen öffnete sich wie eine Blume auf Whips Gesicht. Endlich war er der Jäger und ein größeres Wesen die Beute. Im Geiste legte er sich zurecht, was er gleich tun würde. Mit der Zunge an die Kehle und zudrücken. Und wenn möglich seine Zähne im weichen Fleisch des über zwei Meter großen Monsters versenken. Sein Blut würde so süß schmecken.

Kurz holte Whip tief Luft. Dann hörte sah er die Auren der anderen und die Aufmerksamkeit des Houks richtete sich auf eine Stelle vor ihm.

[Bastion | Sith-Tempel | Bei den Quartieren der Jünger] - Whip, Talitha, Voth, Selura, Jon
 
[ Bastion – Bastion Center – Sith-Orden - Thronsaal] Sharin, Imperator Allegious I., Ciffith, Jolina, Nheria, Bero, einige Bedienstete


Die unbekannten Personen im Thronsaal wirkten unheimlich. Ihnen entströmten nicht die pure rohe Gewalt wie bei dem widerlichen Krabbelviech und auch nicht der alleinige Machtanspruch des Imperators, doch wirkten sie auf ihre eigene Art respekteinflößend. Insbesondere die schwarzhaarige Frau direkt an der Seite von Allegious erregte das besondere Interesse des Chiss. Sie und der Herrscher wirkten seltsam vertraut, so als würden sie einander schon einige Zeit kennen. Allerdings verließ auch jetzt dem Imperator nicht die würdevolle, unheimliche Aura, die ihm so eigen war. Offenbar kannte er die menschliche Frau gut, doch bestand zu ihr auch ein Unterordnungsverhältnis. Nichtsdestotrotz zeigte sie selbst auch ein ganz eigenes Machtinteresse und ihre Augen, die ruhig zwischen dem Imperator und einer jungen Twi`lek hin und her schweiften, schimmerten in einem unnatürlichen roten Schimmer. Plötzlich fragte sich der schwarzhaarige Commodore, in welchen Kreis er hier gekommen war. Sicher, allein schon durch die Anwesenheit des Herrschers des Imperiums befand sich Sharin im Zentrum der Macht. Doch war die Begleitung des Imperators nicht unbedingt das, was er erwartet hatte. Allen voran war der Wurm nicht gerade ein normaler Gesprächspartner, insbesondere, da er offenbar nicht einmal reden konnte. Eher wirkte er genauso wie der eindeutig unintelligente aber umso hässlichere Vierbeiner wie ein Schoßhund von Allegious. Und die schwarzhaarige Frau schien irgendetwas Diabolisches zu verbergen. Und auch der Imperator, der große Herrscher einer gerechten Regierung, die Chaos und Verderben zurückschlug, war nicht so, wie er oft dargestellt wurde. Vielmehr sprach er von Krieg und Zerstörung und dem unbedingten Ringen um Macht. So sah nicht der heroische Verteidiger von Ordnung und Gerechtigkeit aus. Insgesamt betrachtet war Sharin hier in ein Bund voller merkwürdiger Kreaturen geraten, die ihm jeder in irgendeiner Weise überlegen waren. Und wirklich wohl fühlte er sich wegen dieser Unterlegenheit nicht.

Doch da musste er nun durch. Der Imperator ging mit den anderen vier Wesen weiter in den eigentlichen Thronsaal und dem blauhäutigen Humanoiden wurde gedeutet, ihnen zu folgen. Der Noghri durchschritt den sich auftuenden Saal und nahm auf dem Thron Platz, der etwas erhoben auf einem Podest stand, sodass der Monarch trotz seiner sitzenden Position immer noch auf ebenbürtiger Höhe zu den anderen war. Zuerst sprach Allegious zu der Frau und dem neben ihr stehenden jungen Mann, wobei er seinem „Kind“ – ein weiteres Anzeichen für die Verbundenheit zwischen dem Noghri und der Frau – eine durchaus starke Macht zugestand, von der der andere lernen sollte. Offenbar herrschte auch hier ein Unterordnungsverhältnis. Schließlich kam der Imperator auf den frisch gekürten Ritter zu sprechen. Er sollte weiter in der Flotte aktiv sein und dort nach subversiven Tätigkeiten Ausschau halten. Wurde ihm also von höchster Stelle nun befohlen, seine Kameraden auszuspähen und jedes kritische Wort an den Imperator zu übermitteln? Irgendwie kam ihm diese Aufgabe keineswegs glorreich und wertvoll, sondern nur unehrenhaft vor. Jedoch hatten Verräter und Andersdenkende es nicht unbedingt verdient, den Schutz der Verschwiegenheit zu genießen. Zudem war Sharin gerade ein Befehl vom Imperator höchstpersönlich – also direkt von seinem obersten Dienstherren – erteilt worden. Eine etwaige Nichtbefolgung dieses Auftrags würde doch sofort seine eigene Glaubwürdigkeit in Zweifel ziehen und seine herausragende Stellung, die er gerade trotz der ungewöhnlich bedrückenden Atmosphäre doch still und heimlich genoss, schnell wieder verlieren. Der Noghri hatte schon klar erkennen lassen, dass ihn es nicht stören würde, wenn er den Chiss einfach wieder fallen ließe. So etwas sollte sicher nicht passieren.

„Ich werde mein Bestes tun, Eure Hoheit. Für Euch und das Imperium.“

Dann fragte Allegious, ob noch irgendjemand Fragen oder Anmerkungen habe. Tatsächlich fing dann eines der Schoßtiere, nämlich der vollkommen überdimensionale hässliche Wurm, an, zu reden. Dass dieses Viech überhaupt reden konnte, war eine wahre Überraschung. Dass es dann sogar noch eine einigermaßen artikulierte Frage zustande brachte, kam fast schon einem Wunder gleich. Und als die Frage dann auch noch den rotäugigen Flottenoffizier selbst betraf, konnte dieser nicht anders als überrascht eine Augenbraue nach oben zu ziehen. Diese Kreatur wollte doch tatsächlich wissen, warum die Menge auch ihm zugejubelt hatte und der Imperator nicht die alleinige Aufmerksamkeit wollte. Vielleicht war diese Missgeburt doch in der Lage, zu sprechen. Wirklich denken konnte es aber auf alle Fälle nicht wirklich.

„Eure Majestät, erlaubt mir, zu antworten.“

Die Schädelmaske grinste ihn an und neigte sich leicht. Also durfte Sharin antworten.

„Bei der Ordensverleihung ging es keineswegs darum, dass ich in den Mittelpunkt gestellt werde und man mir zujubelt. Dies war nicht der Fall. Vielmehr dient mein schwaches Beispiel der normalen Bevölkerung als Vorbild für ihr eigenes Leben. Nur deswegen stand ich dort oben, um als Vorbild für die imperialen Bürger zu dienen. Die wahre Macht aber und damit auch der wahre Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Massen galt immer noch Seiner Majestät.“

Er musste sich stark zusammenreißen, um mit diesem ekelhaften überdimensionalen Wurm zu reden. Am liebsten würde er ihn als das Getier bezeichnen, das er war. Dieses Wesen war es nicht würdig, an diesem Ort zu sprechen. Doch bisher stand leider dem Chiss die Entscheidung nicht zu, weshalb er vor dem Imperator ein starkes und kontrolliertes Äußeres vermitteln wollte.

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