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Bogo Rai

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Toji, 23. Juli 2016.

  1. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

  2. Toji

    Toji versehrter Kommandant der "Abyss"

    [: Leerer Raum | nahe dem Bogo Rai-System :||: „Wanderer-Flottille“; Dritte Kampfgruppe | ISD „Abyss“ | Deck Drei | Brücke :||: Commodore Toji Murata und die Erste Wache :]

    Bloß Lichtminuten vom Bogo Rai-System lag der graue Imperial-Sternzerstörer „Abyss“ mit seinen kleineren Begleitschiffen auf der Lauer. Ihre Ruhe mutete wie die von jagenden Raubtieren an – nur handelte es sich hierbei um stählerne Exemplare. Reger Funkverkehr herrschte zwischen den sieben Mitgliedern der imperialen Kampfgruppe. Sternjäger waren noch keine ausgeschleust, aber das war höchstwahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Denn die Kriegsschiffe hatten ihre Hangartore schon längst geöffnet und vereinzelt konnte man jene Lichter aufblitzen sehen, die bei den Sternjägern für „Einsatzbereitschaft“ standen. Doch noch trieben die Imperialen bloß durch den leeren Raum. Noch schien „ihre“ Zeit zum Handeln nicht gekommen zu sein. Und so verstrichen die nächsten Minuten ebenso ereignislos wie die vorherigen.

    Derweil im vorderen Bereich der Brücke das übliche Gemurmel zu hören war, brummte im hinteren Teil leise der Projektor im Holotisch. Obgleich ein mulmiges Gefühl in seiner Magengegend gärte, stand Toji direkt neben dem laufenden Gerät, hatte eine dampfende Tasse Yarbatee in der Hand und musterte die statische Darstellung des vor ihnen liegenden Sternensystems. Sah man einmal von der heiklen Konfrontation mit der Einheit der Chiss-Verteidigungsstreitkräfte im Sposia-System ab, war dies tatsächlich der erste richtige Einsatz des Sternzerstörers unter seinem Befehl. Zwar handelte es sich bloß um eine Übung, um für eine Revolte auf Chiss'Al'Vanna zu üben, aber da der Commodore das Kampfgeschehen oft genug am eigenen Leib erlebt hatte, fühlte er sich dieser Aufgabe – im Gegensatz zur Politik – gewachsen.

    Sich räuspernd trat Lieutenant Commander Calway an ihn heran, bevor er seinem Vorgesetzten mit gedämpfter Stimme meldete:
    „Die Kampfgruppe ist bereit, Sir. Pohar von der 'Spectre' hat uns eine Reihe Daten übermittelt, die gerade von Sensorik und Navigation gemeinsam ausgewertet werden.“

    „Worum könnte es sich dabei handeln, Commander?“, fragte der Commenorer krächzend nach und nippte anschließend kurz an dem heißen Getränk in seiner Hand.

    Der dunkelhäutige Hüne rieb sich kurz das stoppelige Kinn, sah dann flüchtig in Richtung Sensorik und antwortete im Anschluss:
    Grumby vermutet eine mögliche Aufklärungsroute; Foster hingegen Punkte zum Aussetzen von Spionagedrohnen. Meine Wenigkeit steht irgendwo zwischen den beiden Meinungen, Sir.“ Noch einmal ein Blick in Richtung Front. Pohar ist kein Anfänger. Er kennt sein Schiff – und dessen Grenzen – außergewöhnlich gut. Bestimmt hat er die letzten Stunden allein mit Tüfteln verbracht.“

    Toji nickte. Mit dem Kennenlernen der ihm unterstellten Schiffskommandanten hatte er bislang nur wenig, sehr wenig Zeit verbracht. Die Sabosen-Familie sowie der Bau des Außenpostens hatten ihn einfach viel zu sehr in Beschlag genommen. So musste er sich nun – ob er wollte oder nicht – damit begnügen, dass er der Einschätzung seiner Untergebenen Glauben schenken musste. Per Knopdruck ließ der versehrte Imperiale die holografische Darstellung wechseln. Statt der statischen Karte vom Bogo Rai-System konnte er nun die momentane Formation seiner Kampfgruppe betrachten. Sowohl die beiden Korvetten der Vigil-Klasse („Spectre“ und „Animus“) als auch der Verteter der Bayonet-Klasse („Cellarius“) bildeten zusammen die Spitze der militärischen Standardaufstellung und schon in wenigen Minuten würde für sie die Übung beginnen. Erneut nippte Toji am Tee.

    „Schenken wir Pohar ein wenig Vertrauen“, entschied Toji nach längerem Überlegen. „Mister Calway, geben Sie an die Korvetten den Befehl 'Aufklärung – Marsch!' aus und sobald Grumby und Foster die Daten dechiffriert haben, möchte ich ein Einpflegen in das taktische Hologramm. Wünschen Sie außerdem den Kommandantten Pohar, Sa-Vin und Nywthon in meinem Namen 'Gute Jagd'.“

    Zackig salutierte der Lieutenant Commander, bevor er sich zurück zum vorderen Brückenteil begab, um persönlich die Befehle an die Kommunikationsstation zu übermitteln. Für einen kurzen Moment schloss der Commodore die Augen, ließ seinen Körper noch mehr zur Ruhe kommen und dachte zur gleichen Zeit über den „Schlachtplan“ nach. Dieses Mal mochten bloß harmlose Wracks ihre Feinde sein, aber nahm man die Übung nicht ernst, konnten Fehler in späteren Einsätzen mit tatsächlichem Beschuss tödlich enden. Somit musste Toji nicht nur selbst voller Ernst vorgehen, sondern dies auch all seinen Untergebenen – vom erfahrenen Schiffskommandanten bis zum jungen Matrosen – Stück für Stück einflößen. Keine leichte Aufgabe. Denn im Gegensatz zu ihm, der zuletzt bei Corellia und Shinbone gegen die Neue Republik gekämpft hatte, kannte die Mehrheit seiner Kampfgruppe bloß Gefechte mit Piraten oder primitiven Aufständischen.

    Piepsend machte sich auf einmal das taktische Hologramm bemerkbar. Die „Spectre“, die „Animus“ und die „Cellarius“ hatten sich erst aus der größeren Formation gelöst, hatten sich dann schnell neu gruppiert und waren anschließend durch einen Mikrosprung aus dem Sichtfeld verschwunden. Vier, fünf Sekunden – länger würden sie dieses Mal nicht im Hyperraum bleiben, bevor sie nahe dem gewaltigen Asteroidengürtel, der gewissermaßen der das Bogo Rai-System umspannende Zaun war, herauskamen. Dort würde das Schiff der bulligen Bayonet-Klasse im Fliegen einen Militärsatelitten auswerfen, welcher als Übertragungsgerät an die restliche Einheit dienen sollte, bevor man sich auf den Weg ins Innere machte. Um vom hypotetischen Gegner nicht allzu schnell entdeckt zu werden, operierten die Korvetten allein. Jeder Kommandant hatte eine individuelle Route gewählt – wobei Pohar aber allem Anschein nach der ehrgeizigsten von ihnen war. Denn mit seinem Schiff wollte er nämlich eine einzelne Spionagedrohne in einem höheren Orbit des zentralen Sterns aussetzen, um kontinuierlich Daten aus dem gesamten System zu sammeln.

    Schlürfenden Schrittes gesellte sich der ihm zugewiesene Militärprotokolldroide zu dem entstellten Commodore. Sowohl die steife Körperhaltung als auch der bizarre Kopf ließen das leblose Ding ein bisschen seltsam wirken. Doch auf ihn verzichten konnte Toji nicht. Immerhin war dieser Droide im Moment die einzige Möglichkeit, um mit den Völkern der Unbekannten Regionen, die zumeist kein Basic konnten, zu kommunizieren. Einen kurzen Blick warf er dem metallischen Ding zu. Dann ließ er seine Aufmerksamkeit zu dem Chrono an seinem Handgelenk springen. Wie viel Zeit würden die drei Afuklärer brauchen? Während die verbliebene Kampfgruppe momentan zum tatenlosen Warten verdammt war, verging auf dem Chrono unaufhaltsam eine Sekunde nach der anderen – dargestellt durch blutrote Letter. Toji unterdrückte einen Seufzer, starrte weiter auf das flimmernde Hologramm und ging im Kopf plausible Möglichkeiten durch wie man eventuell mehr Spannung in die Übung bringen konnte. Nach alter Soldatentugend hielt ein Schlachtplan schließlich immer nur so lang bis man auf den Feind traf. Wieso sollten rebellierende Chiss also nicht irgendetwas in der Hinterhand haben?

    Calway trat wieder an ihn heran.
    Yavok fragt nach, ob man den hyperraumfähigen Maschien nicht schon mal die Starterlaubnis erteilen sollte. So könnten zu einem späteren Zeitpunkt die normalen TIE schneller in den Einsatz geschickt werden.“

    „Welche hyperraumfähigen Sternjäger hat unsere Kampfgruppe?“, erkundigte sich Toji mit ernster, nachdenklicher Stimme und sah dabei den Lieutenant Commander an.

    Sogleich schaltete sich der Protokolldroide ein. Fern jeglicher Menschlichkeit klang dessen Stimme als er sagte:
    [Falls ich die Frage beantworten darf, Lieutenant Commander Calway. Eine Staffel Xg-Eins ist auf der 'Corbis' stationiert. Mehr hyperraumfähige Sternjäger sind seit Niauran nicht mehr zur Kampfgruppe hinzugefügt worden.]

    Manche imperiale Militärs mochten die cygnischen Modelle zwar immer wieder lobend erwähnen, meist hatten sie sich aber im Vorfeld von Lobbyisten reich beschenken lassen. Demzufolge war der Xg-Eins nur bedingt eine Bereicherung für seine Einheit. Dennoch mochten sie im Ernstfall ebenso ihren Beitrag leisten können. Man musste sie bloß mit Bedacht einsetzen. Genau aus diesem Grund ließ sich der Commodore nach kurzem Zögern die technischen Daten und das übliche Einsatzprofil anzeigen. Mehr aus reiner Gewohnheit heraus fasst er sich beim Nachdenken ans Kinn, schrak aber auf der Stelle zurück als seine Finger das kalte Metall seiner provisorischen Maske berührten. Noch immer hatte er sich nicht an seine Entstellungen gewöhnen können. Stattdessen verschränkte er die Arme lieber hinter seinem Rücken.

    „Mister Calway, erteilen Sie Captain Yavok freie Hand“, befahl er letztendlich und ernete dafür von seinem Zweiten erneut ein Nicken.

    Plötzlich meldete die Sensorik lautstark im vorderen Brückenteil:
    „Eingehende Daten von den Aufklärern!“

    [: Leerer Raum | nahe dem Bogo Rai-System :||: „Wanderer-Flottille“; Dritte Kampfgruppe | ISD „Abyss“ | Deck Drei | Brücke :||: Commodore Toji Murata und die Erste Wache :]
     

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