Corellia, Talus, Centerpoint Station, Selonia (Corellia-System)

[ Corellia | Orbit | YT-1250 "Stardust" | Maschinenraum ] Tamis, Thonodor und Firûsha

Licht durchbrach die Lider des Talortais. Er atmete die rauchige Luft ein. Der Nebel um ihn verschwand jedoch nicht ganz, aber sein Verstand wurde klar. Die Verletzung! Thonodor stützte sich auf seinem Schild, der ihm untergelegt wurde und blickte an sich herab. Es war noch alles dran, sogar noch ein bisschen mehr. Ihm wurde scheinbar ein Verband angelegt und die fehlenden Schmerzen ließen darauf schließen, dass er unter irgendwelchen Mitteln stand.
Hinter ihm schabte irgendetwas Metallenes. Firûsha und Tamis arbeiteten dort an dem Kondensator. Es konnte nicht allzu viel Zeit verstrichen Zeit, da sie immer noch relativ hektisch werkelten, aber es war genug um Verbandszeug zu holen und ihn zu versorgen. Mühsam richtete er sich auf. Das Bein war taub, doch er konnte langsam zu den beiden humpeln. Als die Fosh ihn bemerkte warf sie sich fast auf ihn, bremste jedoch noch vor ihm ab um ihn nicht umzuspringen. Dankend nickte er auch der Mon Calamarie zu, die sich jedoch schnell wieder in dem Kabelsalat vor ihr vertiefte. Immerhin machte sie aber einen beruhigten Eindruck. Das schlimmste schien überstanden zu sein. Oder zumindest machte keine Apparatur den Eindruck gleich ein weiteres Feuerwerk zu veranstalten.

Beim Kondensator konnte er wohl kaum helfen, da erstens viel zu wenig Platz war und zweitens zu viele Köche den Brei verderben, kümmerte er sich um die Fragmente der Pumpe und machte sich Gedanken, wie man die ersetzten könnte. War das überhaupt nötig? Wofür war die eigentlich da? Auch wenn er einen eigenen YT-Frachter besaß, so wusste er trotzdem nicht, wie alles zusammen funktionierte. Also sammelte er erstmal die Einzelteile zusammen. Wenn man es so betrachtete dürfte man sie doch eigentlich zusammensetzen können. Eigentlich hat es nur das Gehäuse zerrissen. Da es aber aus einer Art dickem Blech bestand dürfte man es theoretisch wieder zusammenschweißen können. Der Rest ist danach eben dann auseinander gefallen.

Sitzend in der Ecke baute er also in dem verbogenen Mantel die Einzelteile wieder zusammen, während die beiden Frauen den Kondensator fertigstellten. So legte Thonodor also mehr per ausprobieren als wissend die Statoren, Steuerschieber und Rotoren zusammen, sodass das System beim ausprobieren per Hand sogar ineinander griff. Also bog er dien Mantel zusammen und gab ihn an Tamis weiter zum zusammenschließen und wieder anbringen. Nebenbei fragte er auch nach, was während er weg war passiert ist und ob sie eigentlich immer noch verfolgt wurden. Er wusste ja nicht mal, wie lange er weg war. Außerdem wollte er noch wissen, wie es denn genauer um das Schiff stand und was noch zu machen war. Untätig rumstehen lag ihm einfach nicht. Firûsha dolmetschte ihn, nachdem es mehrere Versuche gebraucht hatte, bis er verstanden wurde.
Die notdürftig erfundene Sprache auch Klacklauten, die per aufeinander schlagen der Schnäbel erzeugt wurden war noch sehr unausgereift. Es fehlte sowohl an Grammatik, Betonung als auch an der Vielfalt des Wortschatzes. Aber Übung machte den Meister und so würde sich die Kommunikation noch entwickeln.

Über die Sprechanlage kam währenddessen:

„An den am Geschütz, mach endlich dem Letzten den Gar aus! Die Koordinaten für den Hyperraumsprung sind vorbereitet. Das geht aber nicht, solange wir noch unter Beschuss stehen. Ist im Maschinenraum alles klar und wenn nicht, wie lange braucht ihr noch?"

[ Corellia | Orbit | YT-1250 "Stardust" | Maschinenraum ] Tamis, Thonodor und Firûsha
 
[ Corellia - Orbit - YT-1250 "Stardust" - Beim Zwillingslaser ] Ori und Rabin (alias Dr. Karl Thanatos)

Ori registrierte mit etwas, das einem Lächeln sehr nahe kam, dass dieser Weißkittel tatsächlich alles andere als kritikfähig war. Wenn da eben die bloße Vermutung gewesen war, hatte sein gegenüber ihm nun vollauf den Beweis und die Bestätigung geliefert. Interessant. Nach und nach würde er die Eigenschaften der ganzen Crew kennenlernen und je mehr er über sie wusste, umso einfacher würde es sein, den ein oder anderen kleinen Vorteil auf seiner Seite zu haben. Diejenigen, die am arrogantesten waren, waren auch diejenigen, mit denen man das leichteste Spiel hatte. Denn der, der glaubte, keine Fehler zu machen, war prädestiniert dafür, einen ganzen Haufen von diesen auszuüben. Der Arzt tippte indes weiter auf der Konsole herum und machte dabei nicht unbedingt den Anschein, wirklich zu wissen, was er tat. Allerdings war ein Arzt, der andere abschoss, anstatt sie zu retten, wohl eine Nummer für sich und auch diese Tatsache würde Ori sicher nicht vergessen. So wenig wie die darauffolgenden Worte. Ihm war nicht klar, ob sie die Guten, oder die Bösen war? Zu deutlich schwang zwischen den Zeilen mit, dass ihn das auch gar nicht interessierte. Spielt das denn für dich?“, kam die betont wissende Gegenfrage. Natürlich scherte der Kowakianer sich überhaupt nicht um irgendwelche seltsamen Einteilungen. Was am Ende zählte, waren die Credits und ob diese nun sauber oder ein wenig schmutzig verdient waren, das Resultat war das gleiche. Geld war Geld.

Weißkittel schoss schließlich und traf, was selbstredend nur an der Konfiguration gelegen hatte.

„Bist wohl Multitalent“, gackerte die Affenechse mehr, als das sie sprach, als der Arzt den Platz auch schon wieder frei machte. Passend dazu, drang eine Durchsage zu ihnen an den Geschützturm. Weißkittels Hilfe war von Nöten, dem Riesenvogel war wohl etwas zugestoßen. Zwar hatte Ori keine Ahnung, was passiert sein konnte, aber da nicht er, sondern Weißkittel der Arzt war, lag es wohl auch an diesem, das herauszufinden.

Während Ori sich also wieder hinter die Kanonen begab, kam schon die zweite Durchsage. Dem letzten den Garaus machen. „
Immer diese hetzen“, schüttelte der Kleine also den Kopf und warf Thanatos einen vielsagenden Blick zu. „Vielleicht auch du dich besser beeilen? Da war nicht einmal der Hauch von Aufforderung in seiner Stimme und dennoch, drehte sich Ori, fast brav gehorchend, wieder seiner eigentlichen ‚Aufgabe‘ zu. Immerhin lag ihm vor allem auch daran, seine eigene Haut zu retten und ein Sprung in den Hyperraum würde wesentlich dazu beitragen, in eine vorteilhaftere Position zu bekommen. Die neu konfigurierte Waffe wurde also ausgelöst und diesmal traf auch Ori sein Ziel. „Hast jetzt du gut gemacht ich, oder wir beide? Eine rhetorische Frage, die wohl dennoch sowohl Thanatos, als auch Pacorius anders beantworten würden.

[ Corellia - Orbit - YT-1250 "Stardust" - Beim Zwillingslaser ] Ori und Rabin (alias Dr. Karl Thanatos)
 
Corellia - Orbit - YT-1250 "Stardust", Maschinenraum, Tamis, Thonodor, Firûsha

Endlich, da reichte Firûsha ihr die Kabel, war das denn so schwer gewesen? Tamis bastelte gerade den kompletten Sublichtantrieb um, und sie hatte selbst damit Probleme. Herrje, das konnte noch was werden, wenn sie das hier überlebten.
Der Sublichtantrieb hatte schon vor dem Start wenig vertrauenerweckend ausgesehen, und Tamis war sich nicht sicher, ob sie ihn überhaupt wieder zum Laufen bringen würde. Zumindest so schnell. Wenn sie Pech hatten, dann war er einfach so hinüber... Mühsam schloss sie die Kabel an, warf eines achtlos auf den Boden, als sie feststellte, dass es zu kurz war, ließ eines völlig wackelig um einen Stab gewickelt herumhängen, weil dieses
zu lang war - und dann war es geschafft, gerade, als die Durchsage durch das Schiff dröhnte. Wie, die Koordinaten waren fertig und sie sprangen noch nicht? Weil sie unter Beschuss standen?!? Seit wann war denn das ein Problem, oder wollte dieser Idiot von einem Captain keine Zeugen zurücklassen? Nur über ihre... ja, vielleicht tatsächlich über ihre Leiche!
Wütend rappelte sie sich auf und hieb erneut auf den Knopf der Sprechanlage, während sie mit einem Teil ihres Bewusstseins registrierte, dass Thanatos noch immer nicht da war - wo hatte der Kerl seinen Doktortitel eigentlich her? - aber Thonodor mittlerweile aufgewacht war und irgendwo an der Pumpe herumwerkelte. Oh nein... hatte er das ganze Schlamassel hier verursacht? Oder war das Firûsha gewesen oder Zufall? Egal, unwichtig, wenn er ihr nicht vorweisen konnte, dass er Ahnung von dem hatte, was er tat, dann wollte er ganz schnell die Finger von ihrem Maschinenraum lassen!
Jetzt aber zählte erst einmal, dass sie von hier fortkamen.


"Maschinenraum hier. Seid ihr noch ganz klar im Kopf, oder warum wartet ihr, bis der letzte abgeschossen ist? Je schneller wir springen, desto bessere Chancen haben wir, an einem Stück zu bleiben! Der Hyperantrieb hatte gar keine Probleme - zumindest bis jetzt! Sublicht sollte wieder gehen, aber vorsichtig und langsam, bitte! Sonst fliegt hier alles in die Luft!"

Zumindest hoffte die Mon Calamari das mit dem Hyperantrieb. Bei ihrem Check vorhin war er halbwegs funktionisfähig gewesen... sie musste einfach hoffen, dass er das noch immer war. Aber vielleicht überprüfte sie das lieber, bevor sie den Mund zu voll nahm... Die Sprechanlage war schnell wieder ausgeschalten, und als sie sich zum anderen Ende des Maschinenraumes durchzwängte warf sie dem Talortai einen Blick zu. Sie würde gerne netter zu ihm sein, ein wenig tat er ihr auch Leid, immerhin versuchte er nur, trotz seiner Verletzung zu helfen, aber momentan hatte sie dafür einfach keine Nerven übrig.


"Thonodor, wenn du weißt, was du tust, dann mach weiter, aber bei allen Gewässern, wenn du es nicht weißt und willst, dass wir überleben, dann lass es!"


Der Hyperantrieb... da hatte sie ihn erreicht, und er sah noch genauso unschuldig aus wie vor dem Start. Misstrauisch beäugte Tamis das Ding, hockte sich davor und spitzte ihre Ohren. Zu hören war nichts... Gutes oder schlechtes Zeichen? Aber in diesem Lärm insgesamt war das auch ohnehin kein Wunder.
Sie hätte sich besser festhalten sollen, denn entweder, die im Cockpit hatten auf sie gehört, oder aber der letzte war abgeschossen worden und sie hatten
dann auf sie gehört. Was genau genommen dann kein auf-sie-hören war... Aber unwichtig. Was zählte war: Sie sprangen in den Hyperraum, und Tamis wurde von dem unerwarteten Ruck von ihrer unsicheren Hockposition umgeworfen und hinter sich gegen irgendeine Maschine geschleudert. "Au!", schrie sie auf, bevor sie im nächsten Moment verstand, was das alles bedeutete - sie waren im Hyperraum. Der Antrieb hatte (noch) nicht versagt, und erst einmal waren sie in Sicherheit. So weit man das auf diesem Schiff überhaupt sein konnte...

Hyperraum - YT-1250 "Stardust", Maschinenraum, Tamis, Thonodor, Firûsha


Weiter im Weltraum? :)
 
Corellia/ Coronet/ Raumhafen/ Sane

Corellia hatte sich seit seinem letzten Aufenthalt verändert. Nun, das war eigentlich auch nicht sonderlich schwer. Als er das letzte Mal hier war, war Artilleriefeuer und Blasterschüsse ein ständiges Hintergrundgeräusch. Diese waren verschwunden. Die Schlacht um Corellia war schon lange vorbei und eine gewisse Normalität war wieder eingekehrt.

Bei der Einnahme von Coronet hatte Sane zwar eine entscheidende Rolle gespielt, doch bei dem Sturm auf die Stadt und den dazugehörigen Straßenkämpfen war er nicht dabei gewesen. Ehrlich gesagt, hatte er die Stadt vorher nie betreten. Wenn er nicht im Einsatz war, hatte er sich im Feldlager befunden, meistens im Lazarett, seinem Zelt oder dem Übungsplatz. Noch vor dem Ende der Schlacht wurde er abgezogen nach ... war es Bimmisaari? Ja, um sein Studium fortzusetzen. Er erinnerte sich wieder. So viel war seitdem geschehen, es kam ihm vor, als wäre es eine Ewigkeit her.

Die Corellianer hatten die Zeit jedenfalls genutzt. Dass es zum wiederholten Mal einen gewaltigen Schlagabtausch zwischen dem Imperium und der Neuen Republik gegeben hatte, merkte man der Stadt nicht mehr an. Keine Trümmer, keine Wracks oder Einschusslöcher sondern friedliches, geschäftiges Treiben dominierten das Stadtbild. Vermutlich waren die Lager, die Schützengräben und die Krater vor der Stadt auch schon wieder verschwunden und grüne Wiesen und Hügel lagen wieder unberührt und friedlich da. Als hätte es das ganze Leid nie gegeben, als wäre nie Blut auf den Feldern vergossen worden. Die Zeit war erbarmungslos.

In seinen unauffälligen Klamotten, die er von Crant bekommen hatte, fiel er nicht weiter auf, weswegen er unbehelligt den Raumhafen verlassen konnte. Bis zur nächsten Basis musste er sich jedoch durchfragen. Das ging schneller, als wenn er irgendwelchen Schildern folgen würde. Es zahlte sich aus. Nur eine viertel Stunde später hatte er die Basis erreicht und meldete sich bei den Wachen am Tor mit seinem richtigen Namen und seiner Dienstnummer. Der Infiltrator kannte das Prozedere, hatte er es ja zuletzt auf Lianna mitgemacht. Man überprüfte seine Person und ob er wirklich der war, für den er sich ausgab, verlangte von ihm einen ausführlichen Bericht binnen 24 Stunden und wies ihm ein Mannschaftsquartier zu. Die Basis von Corellia war sogar groß genug, dass er in ein Mannschaftsquartier kam, in welchem nur Soldaten der Spezialeinheiten hausten. Etwas, dass es auf Bimmisaari beispielsweise nicht gegeben hatte und worauf Sane eigentlich auch keinen Wert legte. Er hatte nicht solch eine Eitelkeit, wie Wendon, der kurz nach Thearterra Skyfly bedroht hatte, weil sie die Infiltratoren beleidigt hatte. Leider kein seltener Vorfall.

Corellia/ Coronet/ Militärbasis/ Kaserne/ Mannschaftsquartier/ Sane
 
Orbit von Coruscant - An Bord der Windljammer - Turima und Satrek

Der Jedi ertappte sich dabei instinktiv ein gutes Bild in der Öffentlichkeit ablehnen zu wollen - wahrscheinlich basierend auf dem Zynismus der ihm in der Vergangenheit bezüglich der Jedi und damit oft auch seiner eigenen Person und Rolle entgegengebracht worden war, und den er sich in den letzten Jahren verstärkt zu eigen gemacht hatte.
Er verkniff sich einen Kommentar und versuchte sich eher darauf zu konzentrieren wie er wohl eine mitreißende und tiefschürfende Rede halten konnte. Dankenswerterweise verschwand Turima nicht gleich in ihr Quartier, und so konnte sich die Idee einer Rede noch etwas setzen lassen, bevor Satrek Dinge schreiben würde von denen er sicher war sie anschließend wieder zu bereuen - zu viel Pomp war hier wohl genauso schlecht wie eine blasse Ansprache, wenn nicht sogar schlechter.
Er genoss die ungezwungene Unterhaltung mit seiner Frau, was wohl für Außenstehende viel über ihre Beziehung aussagte, auch wenn sich der dunkelhäutige Mann immer noch nicht sicher war wie viel von dieser Beziehung überhaupt übrig war.
Er zog es jedenfalls vor das Thema Mira zu vermeiden, nicht zuletzt weil er das Gefühl hatte kein oder zumindest wenig Recht zu haben sich dort einzumischen - zu tief steckte seine Tochter in den Wirrungen Hapanischer Innenpolitik, und er musste einfach davon ausgehen, dass Turima besser wusste was gut für das Kind - oder die junge Frau - war.
Es war ohnehin immer besser davon auszugehen, dass die blonde Hapanerin Recht hatte.
Schließlich verabschiedete er sich von ihr, förmlicher als er erhofft hatte, aber immerhin nicht so formell wie man hätte befürchten können.
Als er schließlich allein in seiner Kabine saß und ein leeres Datenpad vor ihm lag gestattete er sich endlich wieder an die Rede zu denken.
Was sollte er sagen? Was konnte er bewegen, wie würde er höchstens schaden, und vor allem, würde Turima seine Rede vorher noch lesen wollen? Immerhin vertrat er dabei nicht nur den Jedi-Orden, sondern in gewissem Sinne auch die Republik, und die gut geölte PR-Maschinerie würde einen groben Fehltritt eines Jedi wohl nicht befürworten.
Da er kein Erfolg damit hatte seine Gedanken zu ordnen fing er an sie einfach und unsortiert aufzuschreiben.
Mit der Zeit bildete sich daraus ein Konstrukt, ein Grundgerüst auf dem er aufbauen konnte, und es fiel ihm immer leichter zu beurteilen ob ein Satz ins Gefüge passte um so besser er verstand was er eigentlich mit dieser Rede erreichen wollte.
Es war bereits viel zu spät als er einen Entwurf fertigstellte, von dem er beschlossen hatte, dass es für diese Nacht der letzte sein würde. Beim letzten Kontrollesen fielen ihm wieder einige Dinge auf, die er gerne verbessert hätte, aber er zwang sich dazu das Pad wegzulegen und selbst ins Bett zu gehen.
Zum Glück hatte man als Jedi genug Übung in Sachen Meditation, um trotz vieler im eigenen Kopf herumspukender Gedanken, Ideen und Fragmente doch relativ schnell einzusclhagen.

Am nächsten Morgen setzte sich der Rat als erstes wieder an den Entwurf seiner Rede, getrieben von dem Gefühl, dass ihm weitaus mehr Leute zuhören würden als den Senatoren - oder besser gesgt genauer. Begründen konnte er diesen Eindruck nur dadurch, dass Senatoren geübt waren Fußfallen und missverständliche Äußerungen zu vermeiden, wohingegen die Presse gewohnt war die öffentlichen Aussagen von Jedi beliebig zerpflücken zu können.
Er selbst bewunderte jene Jedi, die gradezu jede Kamera suchten, auch wenn er deren Verhalten zeitweise nicht gutheißen konnte. Genauso ging es ihm jetzt - eigentlich wollte er lieber im Hintergrund bleiben und helfen als sich aufzubauen und große Reden zu schwingen, aber manchmal bedingte das eine vielleicht das andere.
Schließlich, nach zahllosen kleinen Revisionen des Textes und einem leisen Vortrag vor dem Erfrischerspiegel, verließ er seine Kabine und traf schließlich auf Turima, der er vorsichtig einen guten Morgen wünschte und sich aus immernoch bestehender Unsicherheit über die Akzeptanz bestimmter Gesten wie beispielsweise einer Umarmung auf diesem Gebiet deutlich zurück hielt, wenngleich er dabei befürchtete unnötig distanziert rüberzukommen.
Wahrscheinlich machte er sich wieder zu viele Gedanken, was für den eigentlich recht pragmatischen und eher handlungsbasierten Jedi-Rat eine interessante Abwechslung war, die er lieber mit gebührendem Abstand und in einem anderen Körper steckend verfolgt hätte.


Möchstest du meinen Entwurf vorher nochmal kontrollieren?

fragte er möglichst beiläufig, um weder zu unsicher noch zu enthusiastisch zu wirken, und er war sich ziemlich sicher in beiden Punkten zu scheitern.
Ein Teil von ihm fühlte sich wieder wie ein Padawan, der keine Ahnung von der Welt hatte, während ein anderer langsam erkennen musste, dass er sich in diesem Fall - im Gegensatz zu allen Konfrontationen mit feindseeligen Mächten bisher - nicht auf seine Fähigkeiten im Kampf verlassen konnte wenn wirklich etwas schief ging.
Verstümmelte Reporter waren wahrscheinlich doch schlechtere Öffentlichkeitsarbeit als eine verstotterte Rede. Er atmete tief durch, beruhigte sich mit etwas mehr Mühe als er erwartet hatte, und nickte der Hapanerin dann zu.


Ich nehme an mit etwas Übung geht sowas leichter. Ich weiß nur nicht ob ich es wirklich üben will…

Gerne hätte er das Gespräch von gestern Abend fortgesetzt, aber er hatte weder den Kopf frei dafür noch war es hier mit all den Mitarbeitern und Kollegen seiner Frau der beste ort dafür. Zumal die Ablenkung sich vielleicht auch negativ auf seinen Auftritt auswirken würde. Um so mehr war der Jedi für die Ablenkung dankbar, die sich dann doch durch die Hapanerin bot.

Ich würde erwarten, dass alle gut sichtbaren Spuren entfernt oder repariert worden sind. Alles zu entfernen wäre wahrscheinlich zu aufwendig gewesen, immerhin hat die Republik momentan andernorts ebenfalls Bedarf für ihre begrenzten Ressourcen. Aber trotz Veranstaltungen wie dieser will wahrscheinlich niemand daran erinnert werden, wie weit es das Imperium in unseren sprichwörtlichen Vorgarten geschafft hat…

Unbewusst ging seine Hand zu seiner Hüfte, dort, wo ein künstliches Hüftgelenk seinen Dienst verrichtete als Ersatz für das, was bei der Schlacht von Corellia - der wievielten es auch immer war in der die Sith die Jedi-Basis überrannt hatten - durch ein geindliches Lichtschwert zu schwer beschädigt worden war.
Er hatte mehrmals überlegt es als Kern seiner Rede auszubauen und dem medizinischen Implantat allerlei allegorische und metaphorische Bedeutungen zuzuschreiben, aber hatte sich dann doch dagegen entschieden.


Landeanflug auf Corellia - An Bord der Windljammer - Turima und Satrek
 
Landeanflug auf Corellia - An Bord der Windljammer - Turima und Satrek


Während sich die Windljammer im Landeanflug auf Coronet City befand nutzte Turima die letzten Augenblicke, wo sie noch nicht im Fokus der Öffentlichkeit stand, denn gewiss waren viele Würdenträger, Politiker, sonstige wichtige Persönlichkeiten, Reporter und gewiss auch Bewohner der Hauptstadt Corellias gekommen, um der Gedenkveranstaltung und der damit verbundenen Grundsteinlegung für eine neue Jedibasis beiwohnen zu können. Dass Satrek dabei etwas verunsichert war was seine Rede betraf konnte die Hapanerin durchaus verstehen. So oft hielt er gewiss keine Ansprache und erst recht nicht vor so einem großen Publikum mit diversen Holokameras und Mikrophonen. Daher lächelte sie ihn kurz an, um ihm etwas Sicherheit schenken zu können.

"Wenn es dir lieber ist kann ich über deinen Entwurf gerne noch drüber sehen. Mir macht es nämlich mittlerweile nicht mehr viel aus vor großem Publikum zu sprechen. Das ist wie vieles wirklich eine Frage der Übung. Außerdem haben wir hier keine feindseligen Zuhörer, sondern eher welche, mit denen wir zusammen an die vergangenen Ereignisse erinnern und der Opfer gedenken."


Dabei zuckte sie mit den Schultern. Ja, sie rechnete wirklich mit keinen Problemen. Dafür war die Veranstaltung im Grunde zu unwichtig, aber für das Bild in der galaktischen Öffentlichkeit war es wichtig. Daher war sie ja auch als Vorsitzende des Jediausschusses persönlich hierher gekommen. Nicht zuletzt war sie auch eine der bekannteren Senatoren und sie hatte vor ihren Bekanntheitsgrad noch weiter zu steigern. Dass dazu eine Stadtführung in Coronet City gehörte machte ihr nichts aus. Es war im Gegenteil gewiss interessant und in einem klimatisierten Großraumleiter sitzend waren solche Führungen eher entspannend. Zum Zustand der Stadt meinte der Jedi-Rat, dass alle offensichtlichen Kampfspuren wahrscheinlich entfernt worden waren und sie musste ihm dabei recht geben.


"Ja, das stimmt. Corellia will sich gewiss als starkes und wichtiges Industriezentrum der Republik zeigen und dazu gehört auch Kriegsspuren schnell zu beseitigen. Die dazu nötigen Arbeiter, Droiden und Materialen zu beschaffen dürfte auf Corellia sehr wahrscheinlich kein Problem sein. Aber das können wir ja bald selbst in Augenschein nehmen bei der angekündigten Stadtführung."


Immer wieder durchlief ein leichtes Zittern und Rütteln die Corvette, während sie sich unterhielten. Lange dauerte es nicht, bis die Windljammer schließlich aufgesetzt hatte. Dabei sah die Senatorin von Hapan mit einem letzten prüfenden Blick über ihre Kleidung. Ja, ihr lindgrünes Kostüm mit einem knielangen Rock passte gut zu dem Anlass. So war sie gewiss ein Hingucker. All ihre Unterlagen würde ihr Mitarbeiter Iskender Barian verwahren bis es an der Zeit für ihre Rede war. Ihre Droidin T-3P7 war für eventuelle protokollarische Fragen ebenfalls an ihrer Seite, dazu noch Satrek. Was sollte schon schief gehen? Ihre Rede gefiel ihr, war prägnant und ausdrucksvoll und auch nicht zu lange. Nervosität diesbezüglich kannte sie schon seit längerem nicht mehr. Schließlich war dies schon seit über zwei Jahrzehnten ihre Arbeit, die sie trotz all der Gefahren und Unannehmlichkeiten gerne tat. Schließlich hatte diese eine Bedeutung und sie konnte etwas bewegen in der Republik.

Als sich schließlich die Rampe senkte und sich irgendein Druckluftventil laut zischend und dampfend öffnete sah die attraktive blonde Hapanerin in ersten Moment nicht viel. Allerdings war sie sowieso nicht die Erste, die ausstieg. Diverse andere Wesen, Senatoren, Wachen und sonstiges Personal verließen die Windljammer ebenfalls und nach ein paar Momenten schloss sich ihnen Turima mit Satrek an ihrer Seite an. Auf der Landeplattform am Raumhafen wartete bereits eine stattliche Delegation von Corellianern, darunter der Bürgermeister von Coronet City und natürlich Casia de Lieven, welche sie alle nach einer kurzen Begrüßung in den Raumhafen führten. An einem Terminal in der Nähe wartete bereits der Großraumgleiter zur vereinbarten Stadtführung. An Bord nahm die Hapanerin an würden sich erst die richtigen Gespräche entwickeln, daher zog sie es erst einmal vor sich umzusehen. Der Raumhafen sah sauber, modern und stark frequentiert aus. Während sie ein paar Gänge zum Abflugplatz ihres Gleiters entlang schritten bekam sie einen ersten Eindruck von den Corellianern. Sehr viele nahmen sich Zeit die Gesandten der Republik und der Jedi anzusehen. Es waren überwiegend freundliche Gesichter, aber keine Begeisterungsstürme, aber solche hatte Turima auch nicht erwartet. Jedenfalls war klar, dass mit der Absperrung zu ihrem Schutz einiges hier staute, aber die Corellianer ertrugen es mit Gleichmut. Deswegen gab es auch keine nennenswerten Ereignisse bis sie den Großraumgleiter erreicht hatten. Dorthin luden sie der sich sehr Mühe gebende Bürgermeister von Coronet City, Repräsentaten der corellianischen Regierung und natürlich auch die Senatorin des Corellia-System ein. Vier Personen davon hielten kurze Reden als sich alle Passagiere gesetzt hatten und umrissen, was sich alles seit der Befreiung Corellias getan hatte, was nicht gerade wenig war. Keiner wurde zudem müde zu betonen, wie wichtig sie es ansahen, dass auch die Jedi wieder eine Basis auf Corellia betreiben wollten, was Turima als Jediausschussvorsitzende natürlich gerne hörte und Satrek mit Sicherheit auch. Um seine Aufmerksamkeit zu erlangen legte sie ihm kurz die Hand auf den Unterarm.

"Das klingt doch alles sehr ermutigend, nicht wahr?"


Dabei lächelte sie den dunkelhäutigen Jedi erneut aufmunternd an, während sich der Gleiter in die Luft erhob. Die Endstation des Fluges war der Versammlungsort, wo auch die Grundsteinlegung für die Jedibasis stattfinden würde, also ein bisschen außerhalb von Coronet City.



Corellia - Coronet City - Raumhafen - Großraumgleiter - diverse NPCs, Turima und Satrek
 
Corellia/ Coronet City/ Militärbasis/ Umkleideraum/ Sane, Infiltratoren

Die Gruppe betrat den Umkleideraum und sofort ertönte ein lauter metallischer Schlag, was aber keinen von ihnen zusammenfahren ließ. Waey, eine Zabrak, hatte einen olivgrünen imperialen Helm wutentbrannt in die Ecke gepfeffert.

"Was soll dieser Mist eigentlich? Das war jetzt die zehnte Übung innerhalb einer Woche in diesen drecks Uniformen."

Sane war nicht töricht genug, ihr die Stirn zu bieten und somit als Zielscheibe für ihre Wut zu dienen. Ruhig begann er damit, seine Panzerung abzulegen und sorgfältig in seinem Spind zu verstauen. Sein grauer verschwitzter Overall folgte. Der würde nachher in der Wäsche landen, aber zunächst wollte er duschen. Währenddessen hatte Waey ein Ventil gefunden: Velk. Eigentlich sah dieser nicht aus, als wäre er der Typ, der auf der Suche nach Streit war. Er hatte dunkle Augen, in denen man sich verlieren konnte und ebenso dunkles Haar, welches er militärisch untypisch schulterlang trug. Die Spezialeinheiten reservierten sich eben gern gewisse Vorteile für ihre Stellung in der Armee. Das Oberkommando wusste dies und duldete es. Zumindest bisher. Immerhin waren sie die armen Schweine, die regelmäßig durch die Hölle geschickt wurden. Jeder der hier Anwesenden hatte seine Geschichte. Eine unglaublicher als die andere.

"Die haben dich in eine imperiale Uniform gesteckt, Waey. Streng deinen Grips an, dann kommst du vielleicht drauf."

Als hätte er sie beschimpft schnellte die Zabrak zu ihm herum und fixierte ihn mit einem brennenden Blick. Sie hatte vermutlich nur darauf gewartet, dass jemand etwas derartiges zu ihr sagen würde.

"Willst du damit etwa sagen, dass ich blöd bin? Hältst dich für intelligenter, weil du ein Mensch bist, nicht wahr?"

Natürlich war das Quatsch. Bei den Infiltratoren dienten überwiegend Menschen. Dies hatte praktische Gründe: Hinter feindlichen Linien operierten Menschen einfacher. Da die imperiale Armee ihrer rassistischen Linie überwiegend treu geblieben ist, war es für einen menschlichen Infiltrator einfach, unerkannt zu bleiben. Ein Wookiee, ein Rodianer oder ein Twi'lek würden sofort Aufmerksamkeit erregen, wenn man sie in eine imperiale Uniform steckte. Wenn man besonders talentiert war, konnte man natürlich trotzdem bei dieser Teilstreitkraft aufgenommen werden. Wendon war ein gutes Beispiel und Waey war sicher auch nicht durch bloßen Zufall hier gelandet.

"Du stellst dich an.", antwortete Velk knapp und drehte sich zu seinem Spind um. Sane ahnte, was gleich passieren würde, doch war es zu spät, um präventiv eingreifen zu können. Waey packte Velk an der Schulter und drehte ihn ihr entgegen, sodass ihre Faust den direkten Weg in sein Gesicht gefunden hätte. Velk war jedoch bei weitem kein Anfänger mehr und reagierte schnell. Er schaffte es die Energie des Schlages zu nutzen und Waey gegen die Spindwand zu schleudern, was diese noch wütender machte. Sofort stürzten Sane und die anderen Soldaten auf die Streitenden zu und zerrten sie unter lauten "Beruhigt euch wieder"-Rufen auseinander.

Der Vorfall in der Umkleidekabine wurde nicht weiter thematisiert und auch keinem Vorgesetzten gemeldet. Nichts desto trotz waren sie eben ein eingeschworener Haufen. Sane hatte schnell etwas Verbandszeug organisiert und hatte darauf geachtet, unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen. "Klauen" könnte man dies sicher auch nennen. Dann hatte er die Platzwunden von Waey und Velk versorgt und den beiden geraten, sich für heute eine Auszeit zu gönnen. Immerhin hatte Waey recht. Sie hatten innerhalb in einer Woche eine imperiale Grundausbildung durchgepaukt. Abwechselnd hat man sie Theorien der imperialen Kampftaktiken und Blaupausen von imperialen Gebäuden auswendig lernen und diese dann in der Praxis anwenden lassen. Es war eine ständige Pändelei zwischen Vorlesungssaal und Simulatorraum. Das strapazierte natürlich die Nerven und man fragt sich: Wieso machten sie das? Als hätte sie seine Gedanken gelesen, beugte sich Waey über den Tisch in der Mensa zu ihm. Sie waren gerade am Essen.

"Was meinst du, Doc? Wieso machen wir den Mist?"

Ihre aggressive Stimmung vom Morgen war verschwunden. Sogar mit Velk vertrug sie sich wieder. Genüsslich kauend saß er neben der Zabrak und beobachtete die Reaktion von Sane.

"Keine Ahnung. Wir trainieren als Einheit der imperialen Armee in einem Verband. Klingt nach etwas größerem. Vielleicht ist es aber nur dafür da, damit wir während den Friedenszeiten nicht einrosten."

"Das wäre ein heftiges Ding. Wir sind doch die Guten. Wieso sollten wir so eine Aktion vorbereiten?"

Sane zuckte mit den Schultern.

"Vielleicht halten die Imps sich auch nicht dran? Wer weiß das schon.

Corellia/ Coronet City/ Militärbasis/ Mensa/ Sane, Infiltratoren
 
Landeanflug auf Coruscant - An Bord der Windljammer - Turima und Satrek

Satrek war froh darum nicht als Mitglied des Jedi-Rates auf Corellia zu sein, sondern als Leibwächter einer bekannten Senatorin, die zudem wohl Blicke auf sich lenken würde und damit weg von ihm. Natürlich stimmte das nicht. Fast jeder andere Jedi konnte sich darauf berufen nur ein Sicherheitsfaktor in der Mühle senatoriellen Öffentlichkeitsmahlwerks zu sein, aber er selbst in seiner Eigenschaft als Jedi-Rat war zudem auch ein Repräsentant des Ordens, eine Eigenschaft auf die er gerne verzichtet hätte.
Der dunkelhäutige Mann bildete sich ein ähnlich viel Öffentlichkeitserfahrung zu haben wie Turima. Immerhin hatte er über Jahrzehnte Streite geschlichtet, Verbrechen aufgeklärt und allgemein zu den meisten Zeiten die Fahne der Jedigkeit hochgehalten. Allerdings gab es natürlich auch hier einen entscheidenden Unterschied - wo er vielleicht mit dem Umgang mit Leuten vertraut war stand die hapanische Senatorin berufsmäßig in deren Mittelpunkt.
Wo bei ihm vielleicht mal dankbare Opfer von Ungerechtigkeit zu ihm aufgeblickt hatten während er, auch bedingt aus einem nicht zu leugnenden Maß an Zynismus, das er gerne zu leugnen versuchte, ziemlich bald sprichwörtlich in den Sonnenuntergang geritten war, da war Turima ein Fokus skrupellosen Medieninteresses und schien es auch zu genießen.
Der Jedi schüttelte den Kopf und musste grinsen. Selbst seine Gedanken nahmen monströse Ausmaße an was das aneinanderreihen von vielen aber dennoch wenig sagenden Worten anging. Litt seine Rede ebenfalls darunter? Nein, er hatte sich bemüht um kurze Sätze und eindringliche Worte, und seinen Erfolg daran gemessen wie falsch ihm das vorkam was er sagte. Nun, nicht so sehr was er sagte sondern wie er es sagte.
Er folgte der Senatorin auf eine Art, die seiner Erfahrung nach am ehesten der eines Bewachers entsprach, auch wenn er versuchte nicht das Klischee zu bedienen wonach ein guter Wachhund jeden böse ansah der sich seinem Besitzer näherte.
Leicht gemacht wurde es ihm dadurch, dass viele der anwesenden Würdenträger gar nicht träge darin waren ihm und die blonde Frau mehr oder weniger mit der gleichen Freundlichkeit und teilweise sogar Ehrerbietung zu begegnen.
Er begrüßte alle Anwesenden so wie es ihrem eigenen Verhalten ihm gegenüber entsprach - eine Technik, die er auf seinen Reisen als sehr effektiv empfunden hatte. Auch hier schien sie zu funktionieren, und als sie schließlich im Großraumspeeder saßen fühlte er sich bereits merklich entspannter. Immerhin würden alle Anwesenden ebenfalls bei der Gedenkfeier anwesend sein, und bisher hatte ihn niemand angezischt oder ihm gar die Schuld an irgendetwas gegeben.


Ja, auch wenn ich gerne mal unplanmäßig abbiegen und mir eine Nebenstraße anschauen würde,

meinte er leise auf Turimas Bemerkung, deren Zweck aller Wahrscheinlichkeit nach war ihn aufzubauen.

Ich denke meine Rede wird schon passen. Zumindest ist es jetzt wahrscheinlich zu spät dafür, dass du sie dir nochmal durchschauen könntest,

fügte er hinzu und versuchte sich auf seine Umgebung zu konzentrieren und nicht auf die Bedenken, die von ihm gewählten Worte könnten zu pathetisch oder dick aufgetragen sein. Die Reden waren zwar nicht wirklich spannend, und einige der lokalen Persönlichkeiten schienen ähnlich unerfahren zu sein vor derart bedeutsamem Publikum zu sprechen wie er, aber das Großraumvehikel bot ihm genug Möglichkeiten sich über Sicherheitsfragen Gedanken zu machen.
Wenn er Grund zur Annahme hätte, dass irgendetwas schreckliches bevor stand und vielleicht jemand einen Angriff auf irgendjemanden hier oder die Veranstaltung im allgemeinen plante war ein langsam durch die Stadt gurkender, klar zu erkennender Glaskasten voller Würdenträger wohl ein Grund für Alpträume für jeden Paranoiker und solche die es werden wollten.
Allerdings hatte der Geheimdienst keinerlei dergestalte Informationen weitergegeben, also beschränkte sich der Rat auf ein gesundes Maß an Ablenkung, und ertappte sich kurz vor Erreichen ihres Zielortes, der für den Moment noch nicht besonders jedilastig aussah, dabei darüber nachzudenken was es wohl für ein Presseecho geben würde wenn er mit Turima Händchen haltend den Speeder verlassen würde.
Leider war der Gedanke zu weit hergeholt, auch wenn er sich vornahm sie bei Gelegenheit mal darauf anzusprechen - auf die Tätigkeit selbst, nicht die Öffentlichkeit dabei.
Das Vehikel landete hinter einer der Tribünen, wahrscheinlich der, auf der sich die Redner und Würdenträger versammelten. Ein besonders gutes Ziel.
Der Blick des Jedi wanderte umher als er knapp hinter der Hapanerin ausstieg, und erst als er die anwesenden Sicherheitskräfte sah konnte er sich etwas beruhigen. Wie nervös er wohl gewirkt hatte für diesen einen Moment? Er zwang sich nach außen hin Ruhe auszustrahlen - so weit er das konnte - während er sich fragte, ob sich unter den Sicherheitskräften getarnte Attentäter befanden.
Über eine schmale Treppe betraten sie das Konstrukt, das Sitzgelegenheit für eine Auswahl wichtiger Personen mit einer Selbstdarstellungsplattform samt Rednerpult für die wichtigsten unter ihnen verband. Und zu letzteren gehörte er wohl selbst auch.
Die Sonne schien schon die ganze Zeit moderat vor sich hin, aber richtig bewusst wurde sie Satrek erst, als er am oberen Ende der Treppe zusammen mit den anderen Würdenträgern und seiner Senatorin den Sitzbereich erreichte, der sanft geschwungen war, aus welchen medienwirksamen Gründen auch immer.
Ein Protokolldroide in weiß-grün wies sie zu ihren Plätzen, und zumindest hatte jemand den Anstand gehabt ihn neben Turima zu setzen. Er wagte es zwar nicht öffentlich ein Zeichen der Zuneigung zu zeigen, nicht zuletzt weil mehrere Kameradronen über die in Summe drei Tribünen kreisten, die um den zentralen Punkt der Aufmerksamkeit, dem zu setzenden Grundstein der neuen Jedibasis, aufgestellt waren.
Für Satrek war es eine antiquierte Tradition, also genau das, worauf sich die Marketingstrategen von Firmen und Regierungen so gerne stützten. Wahrscheinlich hatten die Vorbereitungen für diese Zeremonie länger gedauert als die Baudroiden für den Rest der Basis brauchen würden.
Der Stein, oder besser der Kasten, der aus irgendeinem besonderen Material aus der Gegend bestand, verfügte über einen Deckel, der dazu gedacht war nach dem Schließen vehement stecken zu bleiben um den Inhalt, Memorabilia und Patriotika all jener, die sich selbst für den Bau der Basis verantwortlich fühlten, vor der Außenwelt zu schützen.
Der Stein stand bereits an seinem Platz auf einer kleinen Anhöhe. Augenscheinlich diente diese dazu, dass man ihn besser sehen konnte - auch wenn unnötig viele schwebende Videoleinwände seine Ansicht allen auch nur halbwegs Anwesenden zugänglich machten. Tatsächlich würde wohl der Rest des Bereiches entweder aufgefüllt oder unterkellert, und man hatte die Lage des Steins wahrscheinlich eher für diese Zeremonie gewählt als wegen seines Platzes im Bau.
Während Satrek sich noch umsah und alles in sich aufnahm begann der erste Würdenträger mit einer guten aber etwas emotionslosen Rede. Mit diesem Gedanken kam ein eng damit verbundener, der ihn aus seinen Beobachtungen riss - was würden die Anwesenden über seine Worte denken?
Die Ehrentribüne war gut gefüllt, und die zwei anderen, auf denen weniger wichtige aber immerhin noch geladene Gäste saßen waren größer als sie. Dazu kamen eine Anzahl von Schaulustigen, die hinter einer Absperrung warteten und dem über Videoschirme und Ansagedroiden verbreiteten Spektakel frönten.
Natürlich war dem Jedi-Rat klar, dass diese Beobachtung, auch im Vergleich zur Suche nach Attentätern und Bomben, wohl die beste Methode war um sich selbst nervös zu machen. Seine linke Hand fand instinktiv den Griff eines seiner beiden Lichtschwerter. War es ihm deshalb nicht abgenommen worden weil man glaubte, dass ein Jedi-Rat sich etwas Vertrauensvorschuss verdient hatte, oder weil sich niemand getraut hatte einem alten Jedi seine metaphorische Stütze zu nehmen? So oder so würde ihm diese Waffe, so zivilisiert sie auch sein mochte, hier kaum helfen können.
Im Geiste ging er seine Rede erneut durch. Zumindest die Stichpunkte. Den genauen Wortlaut zu wiederholen würde ihn nur dazu bringen im besten Fall eine emotionslose Rede herunterzurattern, und im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass er den Faden verlor und vor sich hin stammelte.
Nach zwei weiteren Ansprachen, denen er kaum Aufmerksamkeit hatte widmen können oder wollen, wurde sein Name aufgerufen. War nicht Turima vor ihm dran gewesen? Vielleicht hatte er sich geirrt, oder der Ablauf war geändert worden. Immerhin, und damit tröstete er sich als er aufstand und möglichst würdevoll und langsam zum Podium ging, war die schöne Hapanerin so in der Lage die unausweichlichen Formfehler und allgemeinen Irrungen seiner Rede auszugleichen und jedwede Wogen zu glätten. Zumindest konnte er das hoffen.
Er stellte sich vor das Podium, dass ihm weitaus weniger eingebildeten Schutz vor der Menge bot als er sich erhofft hatte. Es war schlicht, mit graden Linien und wohl dosierten Kurven, passend zur Architektur der Tribünen und, zumindest nahm er das an, zur kommenden Form der neuen Jedi-Basis.
Und genauso wie die den Grundstein fand Satrek seine Gedanken mit dem Moment, an dem er vor das Podium getreten war, leer. Die Rede war weg, lediglich die grundlegenden Stichpunkte waren noch da, und er lächelte.
Alles andere wäre zu einfach gewesen, und hätte ihn wahrscheinlich mehr verunsichert als nackt vor der versammelten Menge zu stehen. Immerhin wäre ihm dann in seiner leicht zeremoniellen Robe in dem Moment nicht so warm geworden.


Bitte verzeiht, dass ich niemanden begrüße oder herausstelle. Um ehrlich zu sein gibt es für mich nicht mal einen Unterschied zwischen jenen hinter mir und euch hinter den Absperrungen. Ich sehe euch als Bürger der Republik, und der heutige Tag zeigt uns, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir uns als Teil von etwas Größerem fühlen dürfen.

Er hatte früher oft scherzhaft gedacht, dass Pausen in Reden dazu dienten, dass sich der Sprecher an seinen Text erinnern konnte. Jetzt hoffte er, dass seine Pause gemessen und eindringlich wirkte, während er versuchte sich an seinen Text zu erinnern.

Der Imperator sieht die Galaxis als sein Vorrecht an. Auf vielen Pfaden hat er in der Vergangenheit versucht sie sich einzuverleiben. Und es ist kein Geheimnis, dass die Republik schwach war, und selbstgefällig. Er hat versucht uns zu unterwandern, doch wir waren nicht so schwach wie er angenommen hatte. Das Volk von Corellia weiß am besten, dass wir noch den Mut und die Kraft hatten ihn herauszufordern. Der Imperator fürchtete das. Er wollte nicht riskieren, dass sich die Mitglieder der Republik unter einem Banner vereinten. Eher wollte er die Heimstätten der Jedi dem Erdboden gleich machen als zuzusehen, wie die Republik wieder erstarkte.

Es war eine gute Geschichte, und aller Wahrscheinlichkeit nach stimmte sie sogar. Aber das war im Moment weniger wichtig.

Und dabei war er es, der seinen eigenen Untergang besiegelt hat. Er schickte seine Sith nach Corellia, hierher, an diesen Ort wo wir uns heute versammelt haben. Auch wenn es mich schmerzt muss ich jetzt sagen, dass die Sith damals nicht nur in den Krieg zogen sondern nicht zuletzt wegen der vorausgegangenen Unachtsamkeit der Jedi auch in den Sieg. Ich war dabei an jenem Tag.

Die nächste Pause war eher theatralischer Natur, und auch wenn die Verstärkersysteme der Droiden, die seine Worte zu allen Anwesenden trugen, das ausgleichen würden, sprach er die nächsten Sätze leiser in der Hoffnungen auf einen dramatischen Effekt.

So viel Tod. Was kann ein Jedi gegen solch tollkühnen Hass ausrichten? Wir kämpften, aber mit dem Tod als Gewissheit und mit geringer Aussicht auf Erfolg. Die Basis der Jedi und mit ihr ein Zeichen für die Hoffnung der Republik verbrannte an jenem Tag zu Asche.

Unwillkürlich fasste er sich an seine Hüfte, die nicht mehr wirklich die seine war. Als er weiter sprach hob er seine Stimme wieder, und konnte sich ausmalen wie die Medien in den kommenden Tagen über seinen Pathos herziehen würden, wenn er es in ihren Augen übertrieb.

Doch aus Asche wird Feuer geschlagen. Aus Schatten geht Licht hervor. Heil wurde die zersplitterte Republik durch die Gräueltaten auf Corellia, eine Republik die die Hoffnung verlor. Corellia zählt in den Statistiken der Geschichte auch nur als einer von vielen Planeten, die dem Machthunger des Imperators zum Opfer fielen, aber er wurde zum Symbol, zu einem Mahnmal, bis endlich Stern um Stern erwachte, um sich dem Zwielicht des Imperiums entgegenzustellen.

Der Rat war sich ziemlich sicher, dass er es mehr als nur ein wenig übertrieben hatte, aber wie oft in solchen Fällen führte der einzige Ausweg hindurch. Es war Zeit für etwas Unerwartetes. Mit einer fließenden Bewegung, unterstützt durch Muskelgedächtnis und jahrelanger Erfahrung, löste er sein zweites Lichtschwert von seinem Gürtel und hielt es mit seiner rechten Hand hoch erhoben waagerecht über seinen Kopf.

Ein Lichtschwert. Die Waffe der Jedi, wie auch der Sith. So wie diese Klinge sowohl zum Guten als auch zum Schlechten in der Lage ist, so ist auch die Republik, so ist jeder einzige von und zum Güten und zum Schlechten fähig. Der ganze Schmutz des Imperators wird fortgespült, hier wie auch andernorts in der Republik. Jedi kehren in den Tempel auf Coruscant zurück und sie werden auch hierher zurück kehren.

Die kurze Pause, in der er sein Schwert weiterhin hoffentlich bildgewaltig über seinen Kopf hielt diente dieses Mal wirklich dazu seine Gedanken für den Endspurt zu ordnen.

Damals, als die Sith uns überrannten, sah ich in den Augen dieser Jedi die selbe Furcht die auch mich verzagen ließ, doch unser Mut ist nicht erloschen. Der Tag an dem die Jedi die Republik im Stich lassen und aller Freundschaft Bande bricht ist noch fern! Die Stunde des Imperators und gebrochener Planeten, in der die Republik tosend untergeht war gekommen! Und sie ist vergangen, nicht weil die Jedi uns beschützt haben sondern weil das Volk von Corellia und unzähliger anderer Welten gesagt haben, heute kämpfen wir!

Das einzige, was Satrek in diesem Moment denken konnte, während er sich reden hörte, war “Ach du meine Güte.” Aber zum Glück hatte er bereits Fahrt aufgenommen und konnte sich zurücklehnen um zu sehen in wieviel Sand er diesen diplomatisch nicht unwichtigen Auftritt setzen würde.

Wir haben den Imperator besiegt, und die Jedi haben ihre Lektion gelernt. Wir bleiben wachsam, und wir wissen jetzt alle, dass wir gemeinsam für die Ideale der Republik kämpfen.

Einen Moment schwieg er, um die Worte sacken zu lassen, dann holte er aus und warf das Schwert in Richtung des Grundsteines. Mit Hilfe der Macht lenkte er es in einem sanften Bogen hinein, und nickte dann. Etwas überraschendes. Ein Lichtschwert konnte neu gebaut werden, aber hier würde es als Symbol dienen. Und, wenn er an den falschen Kommentator einer Nachrichtensendung geriet, auch als ihm und den Jedi vorzuwerfende Selbstbeweihräucherung. Aber damit musste er leben.
Leise fuhr er fort,


Wie knüpft man an, an ein früheres Leben? Wo macht man weiter, nachdem das Imperium die Republik tief ins Herz getroffen hat? Manche Dinge kann auch die Zeit nicht heilen… Aber wir können es, gemeinsam!

Tobende und jubelnde Massen wären jetzt der passende Hintergrund für das Ende seiner Rede, aber er gönnte sich den Luxus nicht auf die Menge zu achten, die wahrscheinlich irgendwo zwischen schockiert und gelangweilt vor sich hin schwieg.

Dieser Tag gehört nicht einem einzigen von uns, sondern uns allen. Lasst uns zusammen diese Welt und alle anderen wieder aufbauen, damit wir sie uns teilen können in Zeiten des Friedens!

Dann verbeugte sich der Jedi-Rat tiefer als er es üblicherweise tat, trat vom Podest zurück und setzte sich wieder neben Turima. Während er sich bemühte nicht die Luft anzuhalten achtete er darauf, ob sie, getrieben von senatoriellen und diplomatischen Instinkten, vielleicht etwas von ihm weg rutschte.

Corellia - Gedenkfeier - Turima, Satrek und noch viele mehr[/B][/B]
 
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Corellia/ Coronet City/ Militärbasis/ Simulator/ Sane, Infiltratoren

Ein weiterer Monat war vergangen, vollgepackt mit imperialen Manövern, Übungen und Theorien. Mittlerweile merkte man deutlich, dass sich Langeweile unter den Infiltratoren breit machte. Die zunächst aufgeheizten Stimmung wich einer Trägheit, die sogar Sane irgendwann erfasste. Die Disziplin und die Motivation sank und nicht wenige versuchten sich, trotz voller Stundenpläne, anderweitig zu beschäftigen, um morgens überhaupt noch einen Grund zu haben, um aufzustehen. Auch Sane gehörte zu diesen Leuten. Obwohl er jeden Tag im Simulator verbrachte, hatte er sein Studium der Medizin wieder aufgenommen. Entsprechende Datapads las er sogar während der Übungen. Diese ließen das sogar noch problemlos zu, da sie nicht sonderlich fordernd für die Spezialisten waren.

Der größte Teil des Aufgabenspektrums der imperialen Armee war das Halten und Verteidigen von Gebieten, welche von dem Sturmtruppenkorps eingenommen wurden. Dies bedeutete, dass sie verdammt gut darin waren, sich einzugraben und Stellungen zu befestigen. Auch die Schiffsverteidigung konnte von ihnen übernommen werden. Genau das simulierten sie gerade. Sane, die Zabrak Waey und Velk hatten in einem Korridor einen E-Web aufgebaut und mit den dazugehörigen Munitionskisten für ausreichend Deckung gesorgt. Der Korridor war somit eine tödliche Falle. Niemand würde hier durchbrechen können, ohne dabei immense Verluste zu erleiden. Vermutlich würde selbst ein Jedi hier vor einem Frontalangriff zurückschrecken.

Doch genau hier trat nun die Langeweile ein. Der Korridor war gesichert und ermöglichte nun einer anderen Truppe, gegen simulierte Enterkommandos vorzugehen ohne befürchten zu müssen, dass ihnen jemand in die Flanke fiel. Für die drei Infiltratoren in ihren imperialen Uniformen bedeutete dies, dass sie alle 15 Minuten eine Salve auf ein paar neugierige Übungsdroiden abfeuerten, die mutig den Korridor inspizierten. In den langen Pausen beschäftigte sich jeder irgendwie. Waey und Velk spielten Karten, während Sane medizinische Lektüre studierte. Er musste bald eine mehrseitige Arbeit abgeben und diese langweiligen Pausen waren ideal für ein bisschen Literaturrecherche. Zu seinem Glück waren seine beiden Kameraden mit etwas weniger sinnvollem beschäftigt, weshalb diese sich abwechselnd an den E-Web klemmten, wenn Feinde auftauchten.

Sane saß also im Schneidersitz hinter einer der Kisten, als erneut Schüsse über ihn hinwegfegten.

"Na endlich.", murmelte Waey und während Velk ihr Deckungsfeuer gab, bemannte sie das Geschütz. Eine Salve, zwei Salven, drei Salven. Dann war es wieder ruhig.

"Wie lang geht das noch?"

"Dürften jetzt noch etwa zweieinhalb Stunden sein."

Die Zabrak stöhnte auf und widmete sich wieder den Karten. So ging das nun schon eine Weile und Übungen mit solch einer unterwältigenden Leistungsanforderung waren an der Tagesordnung. Könnten sie wenigstens ihr eigenes Training weiterverfolgen oder hätten die Aussicht auf einen offiziellen Auftrag, auf den sie hinarbeiten konnten, dann wäre die Spannung und die Motivation größer. Aber mit jedem Tag schwand die Zuversicht darauf, dass es bald einen Marschbefehl geben würde. Mittlerweile glaubte keiner mehr daran, dass diese Übungen irgendwo hin führten. Die Neue Republik hatte gerade einfach keine Verwendung für ihre Spezialeinheiten und setzte diese deswegen solch einem Schwachsinn aus. Solche Aussagen häuften sich in letzter Zeit und machten die Runde. Bisher gab es dazu von offizieller Seite kein einziges Wort. Vielleicht wollte man sie auch einfach nur in dem Glauben lassen und im Hintergrund liefen doch schon Planungen für einen groß angelegten Einsatz, welcher den ganzen Aufwand wert war.

Corellia/ Coronet City/ Militärbasis/ Simulator/ Sane, Infiltratoren
 
Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Vares Mernarus, zahlreiche weitere Gäste

Vares lächelte still vor sich hin, schließlich musste er sich den Medien perfekt präsentieren, vor allem im Bezug auf die kommenden Neuwahlen auf Eriadu. Die Konservative-Wirtschaftspartei-Eriadu (KWPE), der der ambitionierte Senator angehörte, stand mehr denn je unter Druck. Die Liberale Union Eriadus (LUE) hatte sie stark herausgefordert und warb für einen neuen Kurs, weg von der Waffen-, und Rüstungsindustrie, hin zu einer pazifistischen Auslegung innerhalb des Senats und einem neuen Eriadu, dass nicht vom galaxisweiten Kriegstreiben abhängig sei. Mit dem momentanen Waffenstillstand ergäbe sich eine wertvolle Möglichkeit, die es nicht zu verspielen galt. Demensprechend war auf dem Industrieplaneten die absolute Hölle los, so sehr übte die Rüstungslobby Druck auf die Regierung aus. Man solle an allen Fronten kämpfen und gefälligst Siege davontragen, koste es was es wolle, schließlich solle die Musik auch in den nächsten Jahrzehnten immer weiter spielen. Die Umfragewerte der konservativen Partei hatten erst diese Woche ein neues Tief erreicht, zu tief saß noch der Schrecken des Krieges und das Hirngespinst, es könne eine langfristige Lösung mit dem Imperium geben. Die einfachen Bürger wollten nie mehr etwas dergleichen mitmachen, die Fabrikarbeiter streikten in Massen und Proteste und Demonstrationen waren an der Tagesordnung. Es bewegte sich demnach etwas Großes und Senator Mernarus sah seine Position als Senats-Repräsentant Eriadus mehr bedroht, denn je. Es war keine leichte Zeit.

Und nun saß er hier, inmitten der dutzenden Reihen von Senatoren, Politikern, Militärs und Jedi, um dem denkwürdigen Sieg auf Corellia zu huldigen. Bekleidet war Vares in einer graugrünen, gezierten Robe und der lächelnde, zuversichtliche Gesichtsausdruck hielt an. Der Politiker und Geschäftsmann war ein Meister darin, keinerlei negativen Eindruck zu erwecken und Ruhe auszustrahlen. Seine schleimige und gerissene Art und Weise der Rhetorik tat dazu ihr bestes, auch wenn sie an diesem Abend auf dem Podium nicht genutzt werden sollte. Vares war lediglich als ein Gast geladen, was aber dennoch nicht minder reizvolle Möglichkeiten bot, schließlich waren auf dem Ball zahlreiche interessante und einflussreiche Gäste anwesend. Vor einigen Monaten hatte Vares den Ausschusskollegen Vilnor Moor bereits kennengelernt und über dessen dunkles Geheimnis erfahren, das er sich allerdings mit diesem quasi teilte. Doch um die Interessen der Black Sun ging es momentan nicht. Vares hatte jeglichen Freiraum, es galt nur eines: Den Einfluss des Syndikats auf Eriadu und im Senat wahren. Auch hier hieß es: Koste es was es wolle.

Der Blick des fülligen Mannes mit der Glatze fiel zurück auf das Podium, wo ein dunkelhäutiger Jedi-Rat gerade seine Rede beendet hatte. Seine Worte sendeten klare Signale und deuteten in keinster Weise auf eine pseudopazifistischen Sicht hin. Die Neue Republik dürfe sich nicht beeindrucken lassen und müsse sich wieder fangen. Oder so ähnlich. Ganz genau hörte Vares, dessen volle Aufmerksamkeit nicht jeder einzelnen Rede gegolten hat, die er in seiner jahrelangen Laufbahn als Politiker bereits gehört hatte, den ausschweifenden Ausführungen nicht zu, da sein Blick öfters auf eine Frau in einem grünen Dress fiel, die eine Reihe vor ihm saß. Es war die hapanische Senatorin und die Frau des dunkelhäutigen Jedi, der sich nach seiner Rede neben dieser niederließ, dies war dem Senator seit kurzem bekannt, der seine Augen und Ohren bekanntlich überall hatte. Vares tat es derweil dem Großteil der Menge gleich, und klatschte stehend Applaus. Daraufhin nahm er wieder Platz und dachte darüber nach, was ihm Senatorin Belandri später zu sagen hätte. Es gingen vielerlei Gerüchte umher, vor allem im Bezug auf die momentane Krise auf Coruscant, in welche bald eine neue Gruppe Senatoren involviert werden würde. Falls dem so seien sollte, sicherlich eine interessante und aussichtsreiche Möglichkeit.

Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Vares Mernarus, zahlreiche weitere Gäste
 
Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Satrek, Vares Mernarus, Turima und zahlreiche weitere Gäste (NPC)


Als sich Turima samt ihrem Stabsmitglied und ihrer Droidin T-3P7 neben Satrek auf der Ehrentribüne niedergelassen hatte begannen auch bald die Reden. Neben als den geladenen Gästen waren noch viele Bewohner Corellias gekommen, um der Gedenkfeier an die Opfer der imperialen Eroberung Corellia verbunden mit der historischen Grundsteinlegung einer zweiten Jedibasis auf Corellia beizuwohnen. Der Lärmpegel war recht hoch ehe sich die erste Person zum Rednerpult stellte und um Ruhe bat. Der Vertreter der corellianischen Regierung machte den Anfang, es folgte der Bürgermeister von Coronet City, beide mit ähnlichem Inhalt, dass sie sich im Grunde sehr darüber freuten, dass die Jedi wieder nach Corellia zurückkamen. Es folgte eine Ansprache von der Senatorin dieses Systems, Casia de Lieven, welche die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Republik herausstellte und die Jedi auf Corellia willkommen hieß. Danach folgte Jedi-Rat Satrek Taphon, auf dessen Rede sie am meisten gespannt war. In der Tat hielt der dunkelhäutige eine sehr emotionsgeladene, schwungvolle Rede, die ihrem Geschmack nach manchmal etwas gar theatralisch war, aber sie kam gut an. Auch machte es sich gut, dass er sogar eines seines Lichtschwerter für den Gedenkstein hergab. Zudem fand sie gut, dass er herausstellte, dass auch die Jedi aus ihren Fehlern gelernt hatten und von nun an auf der Hut waren und verstärkt für die Republik und ihre Bürger eintreten würden. Dies würde gewiss einigen besorgten Corellianern einen Teil ihrer Angst nehmen, dass sich Corellia durch die zweite Jedibasis erneut zu einem Ziel für das Imperium machte würde, wenn auch momentan noch Frieden herrschte in der Galaxis. Daher nickte sie zustimmend als er sich wieder zu ihr setzte. Da zwischenzeitlich noch eine weitere Rede gehalten wurde ehe Turima als Vertreterin der Republik an der Reihe war konnte sie auch kurz noch einige Worte mit ihm wechseln.

"Das war doch überaus gelungen, Satrek. War es wirklich von Anfang an geplant, dass du eines deiner Lichtschwerter hier lässt?",


fragte sie den Jedi-Rat interessiert. Sie wusste ja, dass es durchaus viel Arbeit sein konnte so eines zu bauen. Allerdings war auch der Symbolcharakter dieser Geste nicht von der Hand zu weisen. Die Jedi würden ihr neues Zuhause auf Corellia und damit auch den Planeten selbst zu verteidigen wissen. Danach dauerte es nicht allzu lange bis die hapanische Senatorin in dem lindgrünen Kostüm ans Mikrophon gerufen wurde. Würdevoll schritt die attraktive Hapanerin erhobenen Hauptes mit ihrem knielangen Rock ans Rednerpult.

"Verehrte Anwesende, ich freue mich heute mit Ihnen allen zusammen Zeugen dieses wichtigen Moments zu sein. Nach viel zu langer Abwesenheit kehren die Jedi zurück nach Corellia und werden diesem Planeten und dem ganzen System wieder mit ihrer Weisheit und Erfahrung zur Seite stehen. Denn wenn wir eines aus den langen Jahren des Krieges gegen das Imperium gelernt haben, dann dass wir nur zusammen eine Chance haben zu bestehen, um in Freiheit weiterleben zu können. Wir dürfen nie wieder zulassen die unterschiedlichen Fraktionen in der Neuen Republik ihre Einheit verlieren und bevorzugt auf sich selbst schauen."

Damit spielte sie an die Streitigkeiten zwischen den Jedi, dem Militär und dem Senat an, welche in den letzten Kriegsjahren auch zur Schwächung der Republik geführt hatten. Aber mittlerweile liefen vielerlei Bestrebungen diese Gräben endgültig zu überbrücken, so dass sich die Beziehungen bereits spürbar gebessert hatten.


"Heute erinnern wir uns an all das Leid, welches Corellia hat erfahren müssen erst durch die imperiale Eroberung und dann Jahre später die Befreiung durch die Republik, all die Bewohner, Verteidiger dieses Systems, Angehörige des republikanischen Militärs und nicht zuletzt Jedi, welche hier durch das Imperium verwundet wurden oder gestorben sind. Wir werden ihre Opfer nie vergessen und danken für ihre Tapferkeit und ihren Heldenmut. Ich verneige mich vor ihnen."


Danach beugte sie sichtbar für alle Anwesenden den Kopf ehe sie weitersprach.


"Heute jedoch sehen wir nach vorne. Gemeinsam gehen wir weiter auf dem Weg in eine friedliche Zukunft des Wiederaufbaus. Coronet City erblüht langsam wieder in seinem alten Glanz wie ich zu meiner Freude beim Herflug gesehen habe, das Militär der Republik ist wieder vor Ort und nun endlich kehren auch die Jedi hierher zurück. Es freut mich von ganzen Herzen, dass die Jedi auf Corellia wieder Nachwuchs ausbilden werden, was ja bereits vor vielen Jahren Tradition war, ein Miteinander von dem alle nur profitieren können. Bereits die Ingenieurskunst der Corellianer wird galaxisweit geschätzt und nun werden auch wieder corellianische Jedi ihren Teil dazu beitragen, dass mehr Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in der Galaxis herrscht, denn Bedürftige gibt es immer."


Hier schwieg die hapanische Senatorin kurz, um ihre Worte wirken zu lassen. Sie verwies damit nicht zuletzt auch auf die momentane Krise auf Coruscant an, welche häufig in den Medien war, jedoch auch auf andere Welten wie dem Stadtplaneten Denon oder diverse weitere kleinere Konflike, welche immer wieder das friedliche Miteinander störten und den Wiederaufbau nach dem langen Krieg erschwerten.


"Allerdings dürfen wir auch nie vergessen, dass wir trotz allem noch wachsam sein müssen. Wer kann schon sagen wie lange diese Phase des momentanen Friedens anhält. Wir sind es nicht zuletzt unseren Kindern schuldig, dass wir ihnen ein heiles und sicheres Zuhause hinterlassen. Dafür brauchen wir einander."


Währenddessen deutete sie einer ausladenden Bewegung auf all die geladenen Gäste, welche wichtige Fraktionen, Institutionen oder Organisationen in der Republik vertraten.


"Wir alle bauen gemeinsam an dieser Zukunft. Daher lasst alle ihren Beitrag leisten, um die Sicherheit ihrer Heimat zu gewährleisten. In diesem Sinn begrüßt nun ein weiteres Mal die Jedi hier auf Corellia, auf dass dieses Gebäude 1000 Generationen lang Jedi beherbergt."


Dabei bedeutete sie ihrem Mitarbeiter das von ihr von Mon Calamari Mitgebrachte in den Gedenkstein zu legen. Der schwarzhaarige Mann trat von seinem Platz zu dem zentral gelegenen Gedenkstein und legte eine aktuell geltende Verfassung der Neuen Republik hinein, ehe er sich wieder an seinen Platz auf der Ehrentribüne begab.


"Diese Verfassung der Neuen Republik soll symbolisieren, dass diese Werte, die wir heute in Ehren halten und wenn es sein muss mit allen Mitteln verteidigen werden, noch für lange Zeit Bestand haben sollen. Vielen Dank."


Danach trat die Hapanerin etwas vom Rednerpult zurück. Ihre Rede war beendet und nun folgte die Versiegelung des Gedenksteins. Er würde an Ort und Stelle bleiben und auf und um ihn herum würde in den kommenden Tagen und Wochen die neue Basis der Jedi auf Corellia errichtet werden. Mit Baudroiden ging dies heutzutage ja ziemlich schnell. Der Jubel und Applaus der Gäste und Zuschauer ertönte als zwei lokale Persönlichkeiten schließlich den Gedenkstein verschlossen und dann bei Seite traten.

Damit war der öffentliche Teil des Gedenkveranstaltung verüber. Kurz hinter den Tribünen waren allerdings noch zwei größere Zelte aufgestellt, in denen Getränke und Häppchen für die Ehrengäste serviert wurden und es lokalen Größen ermöglichen sollte intergalaktische Kontakte zu schließen. Turima würde sich selbstverständlich ebenfalls dort noch für ein Weilchen aufhalten. Vielleicht ergab sich ja das eine oder andere. Sie hatte ja versprochen nicht zuletzt für Hilfe für Coruscant zu werben. Der Wiederaufbau der Republik war ja mit eines ihrer Zentralanliegen neben der Verbesserung der Beziehungen zwischen der Republik und seinen Jedi. Daher winkte sie Satrek und ihre Gehilfen zu sich, ehe sie sich zu den Zelten begab. Dabei hielt sie Ausschau nach bekannten Persönlichkeiten. Nicht zuletzt erblickte sie dabei einige bekannte Senatoren (Vares Mernarus) und andere Jedi.



Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Satrek, Vares Mernarus, Turima und zahlreiche weitere Gäste (NPC)
 
Textnachricht an Sane:

"Es geht mir gut. Bin gut auf Korriban angekommen. Mach dir keine Sorgen. LG Zoey"
Ende der Nachricht
 
Corellia/ Coronet City/ Militärbasis/ Landeplatz/ Sane, Infiltratoren

Dann kam er, der erwartete Marschbefehl. Später, als sie gedacht hatten, aber er kam. Waey und Velk waren nicht die einzigen, die sich am Flugfeld der Militärbasis von Corellia bei einem GR-75 Transporter eingefunden haben. Neben ihnen und einer Hand voll weiterer Infiltratoren, die ebenfalls das imperiale Trainingsprogramm mitgemacht haben, gab es zahlreiche Soldaten, die das Raumschiff mit medizinischen Vorräten vollstopften. Die Infiltratoren beteiligten sich natürlich nicht an dieser Arbeit. Kisten schleppen war für einfache Soldaten gedacht. Anhand der Ausrüstung, die verladen wurde, konnte man es fast schon erraten, wohin es gehen würde: Coruscant hatte nach wie vor massive Probleme, eine Krankheit einzudämmen, die bisher in der Galaxie noch nie beobachtet wurde. Man hatte sie zwar nicht offiziell über ihr Ziel informiert, aber Truppen der Spezialeinheiten hatten ihre Ohren nunmal über alle. Dieser Transporter würde definitiv in das Herz der Galaxie fliegen. Nur was würden Sie da wollen? Sollten sie dabei helfen, das Virus einzudämmen? Oder einen imperialen Widerstand ausheben? Das würde das imperiale Training erklären. Sicher sagen konnte es jedoch keiner.

"Wir sind jetzt fertig, Sie können es sich drinnen bequem machen.", meinte der Lademeister, ein etwas stämmigerer Sullustaner. Schweigend nickte die kleine Gruppe und erhob sich. Jeder schnappte sich seinen Seesack, dann stiegen sie die Rampe hinauf und betraten den Bauch des Transporters.

"Ach, wer von Ihnen ist First Trooper Sane Kath?"

Am Ende der Laderampe hielt er überrascht inne und drehte sich um.

"Das bin ich."

Der Lademeister kramte kurz in seiner Tasche, holte dann einen kleinen Gegenstand aus seiner Hosentasche und warf sie dem Sani zu.

"Guten Flug!"

Geschickt fing er den Gegenstand auf. Ein Holo-Emitter. Noch während er weiter ging und sich die Luke hinter ihm schloss, aktivierte er die darauf gespeicherte Nachricht. Die Gestalt, die in leicht flackerndem blau in einer stark verkleinerten Ausgabe auf seiner Hand erschien, erkannte er sofort: Captain Dorrshakk. Der Leiter der Spezialkräfte auf Corellia und seines Zeichens ein stark vernarbter Trandoshaner.

"Wenn Sie diese Nachricht erhalten, befinden Sie sich direkt auf dem Weg nach Coruscant. Leider werden Sie erst dort erfahren, für was sie die Strapazen einer zweiten Ausbildung in imperialer Manier auf sich genommen haben. Für diesen Einsatz wird First Trooper Sane Kath zum Sergeant befördert. Sehen Sie es als Bewährungsprobe, Soldat. Über Coruscant wird man Sie abholen und weiter instruieren. Viel Erfolg."

Sane schaute in die Runde. Diese Beförderung hatte er eigentlich nicht gewollt. Mehr Verantwortung würde er übernehmen müssen, was ihm nicht passte. Bisher war er ganz gut darin gewesen, auf sich aufzupassen. Auch den ein oder anderen Partner hatte er gut durch Probleme durchnavigiert. Man denke nur an Wendon auf Thearterra. Zu zweit waren Sie ein großartiges Team. Er hatte es auch durch Bastion geschafft, den Widerstand bei Coruscant mit einem kleinen Team überstanden. Die Schlacht von Corellia war da natürlich auch noch. Jetzt war er dazu befugt, bis zu drei Gruppen zu befehligen. Traute er sich das überhaupt zu?

"Haben das alle gehört?"

Die Anwesenden nickten und murmelten etwas zustimmendes.

"Gut. Die Reise wird ein wenig dauern."

Eine blöde Aussage. Jeder von ihnen wusste, dass Coruscant zwar auf dem Corellian Run lag, aber dennoch nicht direkt um die Ecke liegt. Doch Sane war etwas perplex aufgrund dieser ad hoc Beförderung. Er wollte doch eigentlich sein Studium beenden. Stattdessen hatte man ihm noch mehr aufgebürdet. Wollte das Militär ihn nicht gehen lassen? Das beste war wohl, sich zurückzuziehen und etwas runter zu kommen. Während das Schiff abhob und Corellia verließ, ging der Infiltrator an den Bänken vorbei in den Laderaum, wo er sich eine ruhige Ecke zwischen den Kisten suchte. Im Schneidersitz setzte er sich hin und schloss die Augen, genau so wie er es auf Lianna getan hatte. Tatsächlich fühlte er sich wenige Augenblicke später schon etwas ruhiger. Doch diese Ruhe wurde durch sein ComLink gestört, kurz bevor sie in den Hyperraum sprangen. Verärgert über die Störung kramte er das Gerät hervor und las die wenigen Sätze, die da standen. Doch diese eine Zeile hatte eine gewaltige Wirkung auf ihn. Mit geweiteten Augen und trommelndem Herzschlag las er die Zeile, las sie ein weiteres Mal nur um sicher zu gehen, dass er nichts missverstanden hatte. Diese Zeile stammte von Zoey. Wie konnte das sein? Auf Bastion hatte er sie an den Sith Saphenus verloren, der sie mit nach Korriban nehmen wollte. So viel wusste Sane, doch was auf diesem Planeten, der als Hochburg der Sith bekannt ist, mit ihr geschehen ist, hatte er sich bisher nicht gewagt auszumalen. Sie ist tot, vergiss sie, hatte er sich immer wieder eingeredet und es irgendwann auch geglaubt. Der Soldat hatte die Sith mehr als einmal erleben dürfen und kannte ihre Rationalität. Sie benutzten jemanden, bis sie ihn nicht mehr brauchten. Dann wird derjenige wie Müll behandelt. Doch Zoeys Nachricht las sich völlig anders. Ihr ging es gut. Er solle sich keine Sorgen machen. Die Nachricht war mit einem "Liebe Grüße" unterschrieben, als befände sie sich im Urlaub.

Sane war mit einem Schlag aufgewühlt. Er wusste nicht, wohin mit den ganzen Gefühlen, die ihn plötzlich überkamen. Sein Versagen auf Bastion war seine bisher größte Niederlage. Auch wenn er auf Corellia und Coruscant gute Männer und Frauen verloren hatte, war es Bastion, das ihm am meisten zusetzte. Der Infiltrator war für Zoey verantwortlich gewesen und er hatte sie mit den Monstern mitgehen lassen. Und dennoch ging es ihr gut. Das passte nicht zusammen. Hier stimmte etwas nicht. Seine Welt geriet in Schieflage.

Seinen Puls konnte er deutlich hören. Um Stress abzubauen, war er aufgestanden und lief nun zwischen den Kisten hin und her während er immer wieder diese eine Zeile durchlas. Hilflos versuchte er, seine Gedanken zum schweigen zu bringen und sie in Ruhe zu ordnen. Sollte er ihr zurückschreiben? Einen Plan schmieden, um sie zurückzuholen? Sollte er die Nachricht an die Jedi weiterleiten? Aber an wen? Skyfly? Ja, die beiden Frauen kannten sich doch schon vor Thearterra, oder nicht? Vielleicht konnte sie damit etwas anfangen. Hektisch tippte Sane auf das ComLink.

Weitergeleitet von Sergeant Sane Kath an Meisterin Kestrel Skyfly

Folgendes habe ich gerade von Zoey Liviana bekommen. Ich dachte sie sei tot, aber ... Nun, lest selbst:

"Es geht mir gut. Bin gut auf Korriban angekommen. Mach dir keine Sorgen. LG Zoey"

Ich weiß nicht, was ich machen soll und brauche euren Rat.

Sane Kath

Ende der Nachricht

Hyperraum nach Coruscant/ GR-75 Transporter/ Frachtraum/ Sane
 
[Coronet City, Militärbasis, Anhörungssaal Aurek] diverse Gerichtsdiener, CDR Ker'Fen Di'Raal, COM Vyn As'ara, COM Vitari Iblis, RA Narlock, CDR Hobbart Bastra und CDR Melinda Farlander

Militärgerichte fanden manchmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Aber in diesem Falle, bedingt durch die notwendige Geheimhaltung, waren nur wirklich notwendige Wesen im Saal. Richter, Kläger, Verteidiger, Angeklagte, wie auch die Saaldiener und Protokolldroide. Zeugen der Anklage und Verteidigung wurden nur einzeln eingelassen. Und das waren in den letzten drei Tagen Einige gewesen.
Nachdem durch richterlichen Beschluss die Geheimhaltung der Operation der Stalwart unter Melindas Kommando für den MAD für die Verteidigung aufgehoben wurde, (was sich im Endeffekt einfach so auswirkte, als hätte Hobbart Bastra die nötige Geheimhaltungsstufe) und somit eine wirkliche, juristische Option auf eine effektive Defensive ins Spiel kam nutzte ihre Verteidiger jede Möglichkeit. Commander Hobbart Bastra hatte zahlreiche Besatzungsmitglieder, insbesondere Wachoffiziere, in den Zeugenstand berufen lassen, wie auch alle 68 Zivilisten die man bei Kutag nur an Bord der Stalwart evakuieren konnte. Hobbart hatte über Charakterzeugen, bis hin zu taktischen Analysten alles aufgeboten. Beweise der Anklage, in Form von Sensoraufzeichnungen und nicht zu letzt auch Colonel Walker aufrufen lassen. Welcher die Operation für die Melinda Farlander und die Stalwart ausgewählt wurden auch als Erfolg bezeichnete.


Mehr und mehr demontierte Hobbart Bastra das Argument der Anklage, Melinda Farlander hätte Hochverrat begangen. Im Gegenteil, die Offenlegung der Sensor- und Kommunikationsaufzeichnungen der Stalwart, war für ihn eine wahre Fundgrube. Die militärischen Leistungen der jungen Kommandantin hinterließen auch bei mindestens einem Richter einen positiven Aspekt. Wären diese Gefechte und die Leistungen nicht unter falscher Flagge erfolgt, hätte man Melinda vielleicht sogar einen Orden an die Brust getackert. Aber so blieb ein entscheidender Punkt bestehen.

"Sie haben bei Neu Brigia das Feuer auf das Schiff einer neutralen Sternennation eröffnen lassen. Ist das korrekt?"

Hobbart hatte sie schließlich selbst in den Zeugenstand berufen lassen, doch zunächst war sie die Zeugin der Anklage. Und Commander Ker'Fen Di'raal schien das nur Recht zu sein.

"Ohne den Kontext der Situation zu betrachten, kann man diese Schlussfolgerung sicherlich ziehen. Allerdings hat Stalwart erst das Feuer eröffnet, nachdem wir Feindtreffer vermeldeten."

"Haben sie zu dem Zeitpunkt die entsprechende Order gegeben, den Beschuss erst zu eröffnen, nachdem die yevethanischen Schiffe das Feuer auf sie eröffneten?"


"Nein.", musste Melinda ehrlich eingestehen.

"Weshalb nicht?"

"Zu diesem Zeitpunkt war Stalwart ein imperiales Schiff unter der Kennung Exogorth, das verbündeten Einheiten zur Hilfe eilte."

"Aber es wäre ihnen möglich gewesen diese Order auszugeben?", die Bothanerin manövrierte Melinda bewusst in die Richtung in der sie die Kommandantin haben wollte. Dazu musste man nicht den Großteil der Dienstzeit im Navigationsabschnitt der Flotte verbracht haben.

"Ich hätte die Kommunikationsverbindung zu den imperialen Einheiten unterbrechen lassen können und die Order ausgeben können. Aber ich tat es nicht."

Commander Ker'Fen Di'Raals Lächeln konnte man kaum wirklich als solches Bezeichnen. Es wirkte mehr wie ein Zähne fletschen und sorgte nicht gerade dafür, dass die Bothanerin ihr mehr ans Herz wuchs. Es war ein Grinsen das mehr zu einer dämonisch besessenen Puppe gepasst hätte.

"Keine weiteren Fragen. Ihr Zeuge.", übergab sie schließlich an Bastra. Dieser nahm sich Zeit vom Pult der Verteidigung zu erheben und zum Zeugenstand zu gehen.

"Commander Farlander. Sie haben die Order nicht gegeben, erst nach Beschuss das Feuer ebenfalls zu erwidern. Weshalb?"

Melinda blickte mental in die vergangene Situation und sprach mit belegter Stimme. "Wir waren Zeuge geworden wie vier yevethanische Schiffe eine zivile Welt jeglichen intelligenten Lebens beraubten. Wir konnten nachweisen, dass yevethanische Schiffe einen Genozid zu verantworten hatten. Wie konnte ich dabei einfach zusehen, geschweige denn zulassen, dass sie noch mehr Leben nahmen?"

"Einspruch, reine Spekulation.", erklang es von der Anklagebank.

Es war Bastra der ruhig weitersprach. "Wir haben die imperialen Aufzeichnungen aus dem Koornacht-Cluster alle gesehen. Die Rhetorik und die Taten der Yevethaner widerlegen den Anspruch einer Spekulation. Wir haben gesicherte Fakten vorliegen. Ich beantrage den Einspruch abzulehnen."

"Einspruch abgelehnt. Fahren Sie mit ihrer Befragung bitte fort."
, formte schließlich die Reibeisenstimme Narlocks und legte den Disput bei.

"Gab es noch einen weiteren Grund?"

Melinda seufzte nachdenklich und nickte bedächtig.
"Ich glaube schon. Die imperialen Schiffe stellten keine Bedrohung dar, sie versuchten nur zu entkommen, es gab keine Kapitulationsangebote der Yevethaner, noch eine Notwendigkeit diesen angeschlagenen Schiffen den Rest zu geben und doch gingen die yevethanischen Schiffe zum Angriff über. Als Raumfahrer hat man einen Instinkt anderen Raumfahrern in Nöten zu helfen. Als fühlende, denkende Wesen haben wir die Verpflichtung Mord und Genozid nicht einfach hinzunehmen, sondern wenn uns die Mittel gegeben sind, solches zu verhindern."

Bastra nickte zustimmend zu den Worten aus Melindas innerer Überzeugung.

"Ist das auch der Grund warum sie Aaronson Doornik-881, mit der Agrarwelt Kutag als Ziel vorschlugen?"

"Ja. Auf unserer Erkundung des Sternenclusters passierten wir das System. Und ich hoffte, dass Commander Aaronson nicht zulassen würde, dass diese Wesen das gleiche Schicksal ereilen würde, wie den Wesen von Neu Brigia. Und ich habe mich nicht getäuscht."

"Was ist die Pflicht eines Soldaten, Commander?"


"Seiner Nation treu zu dienen und das Recht und Freiheit der Bürger dieser Nation zu schützen und verteidigen."

"Die Anklage glaubt, dass sie diese Pflicht verletzt und dem Feind geholfen haben, indem sie halfen seine militärische und industrielle Stärke zu erhalten."

"Bei allem Respekt. Wir befinden uns im Frieden. Das Imperium ist kein Feind. Wir befinden uns nicht im Krieg. Was war oder was sein wird, darf nicht dazu führen, dass man bei der Beurteilung der Frage, ob ich Hochverrat begangen habe den Betrachtungszeitpunkt aus dem Auge verliert. Eine Kollaboration mit dem Feind ist nur möglich, wenn man einen Feind hat. Wir befinden uns im Frieden. Aber selbst wenn wir uns im Krieg befunden hätte, glaube ich, dass die moralische Verpflichtung die wir als Offiziere der Neuen Republik haben, von uns verlangt hätte diese Zivilisten zu retten. Wir schreiben jedem fühlenden und intelligentem Wesen dieser Galaxie unabstreitbare Grundrechte zu. Ich verstehe nicht, wieso diese bei den Bürgern einer anderen Nation aufhören sollten. Wir haben geholfen ein Massaker zu verhindern. Wir haben die Leben Unschuldiger bewahrt. Und schlussendlich erlaubte uns unser Eingreifen auch das primäre Missionsziel zu erfüllen. Aber viel wichtiger noch ist: Auf Kutag befanden sich 10287 Lebewesen. Davon konnten über Neuntausend vor der Auslöschung gerettet werden. Wenn sie mich dafür verurteilen, dann trage ich tatsächlich die falsche Uniform."
Es wirkte immer noch sehr surreal, dass sie sich für die Verteidigung und den Schutz von Leben verteidigen musste. Die Stalwart hatte Völkermord und Kriegsverbrechen entgegen gewirkt und nicht etwa sie verursacht.
"Ich bin stolz auf die Zivilisten die wir retten konnten und ich bin überzeugt davon, dass ich es wieder tun würde, auch wenn ich mir der Konsequenzen dieser Verhandlung hier bewusst gewesen wäre."

[Coronet City, Militärbasis, Anhörungssaal Aurek] diverse Gerichtsdiener, CDR Ker'Fen Di'Raal, COM Vyn As'ara, COM Vitari Iblis, RA Narlock, CDR Hobbart Bastra und CDR Melinda Farlander
 
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Homecoming

[Corellia-Sektor - Corellia-System - Werftanlagen - DRD Stalwart - Brücke] Brückenbesatzung, Führungsoffiziere und CDR Melinda Farlander

Melinda schlug das Herz bis zur Brust, als sich das Schott zur Kommandozentrale öffnete. Ein Marine verkündete "Achtung, Commander an Deck!", und die Wachoffiziere der Stalwart erhoben sich geschlossen und setzten zum Salut an. Melinda erwiderte ihn mit einem zaghaften Lächeln und erlöste ihre Offiziere so aus der Salutstellung.
"Weitermachen.", quittierte sie und machte sich auf dem Weg zu ihrem Kommandosessel. Doch dabei schien die Besatzung es nicht dabei sein lassen zu wollen.
Es war Lieutenant Ardinn, der anfing zu klatschen und bald schon erhielt sie aufrechten Beifall nicht nur von den Wachoffizieren, sondern auch Fähnrichs und Mannschaftsgraden die auf der Brücke Dienst taten.
Melinda bemerkte, wie sich eine peinliche Röte in ihre Wangen schlich.


"Willkommen zurück.", erklang es schließlich von Kel Thano, ihrem XO, als sie an ihrem Kommandosessel ankam.

Am liebsten hätte sie den langjährigen Weggefährten und Vertrauten umarmt. Während der Verhandlung hatte sie eine Zeit lang geglaubt die Stalwart und ihre Besatzung vielleicht nie wieder zu sehen. Oder, dass man ihr nachtragen würde, wie die Dinge im Koornacht-Sternenhaufen gelaufen war. Aber anscheinend herrschte der Konsens, dass die Verhinderung eines Genozid auf Kutag die erbrachten Opfer und Entbehrungen durchaus wert waren.
Ein Urteil, zu dem auch die Richter kamen, zumindest zwei von drei. Commodore Vyn As'ara war bis zum Ende der Verhandlung nicht von ihrer Vorverurteilung abgerückt.


"Danke Mister Thano. Ich bin mir sicher, die Stalwart war bei ihnen in guten Händen." Die Chandrillianerin grinste über beide Ohren und schollt sich der Unprofessionalität wegen, aber sie war wieder zu Hause. Da durfte man sich doch verdammt nochmal freuen!
Sie warf einen weiteren Blick zu den Offizieren und Mannschaftsgraden, bevor ihr etwas auffiel. Die Stalwart befand sich im Raumdock, eigentlich sollte nur eine Rumpfcrew anwesend sein.


"Müsste nicht mindestens die Hälfte von ihnen auf Landgang sein.", sprach Melinda verwundert in die Kommandozentrale hinein.

"Aye Ma'am.", bestätigte Kel ihre Vermutung. "Aber es war der Wunsch aller Anwesenden bei ihrer Rückkehr dabei zu sein. Ich habe den Wechsel der Landgänger entsprechend so gelegt, um den Wünschen zu entsprechen. Ab Morgen ist nur noch die Rumpfbesatzung und einige unserer Ingenieure an Bord. Lieutenant Ross wartet sicherlich schon in den Startlöchern, um ihnen einen ausführlichen Bericht abzuliefern."

Melinda war gerührt und kämpfte dagegen an Freudentränen ihren Lauf zu lassen. Mit glänzendem Blick wandte sie sich noch einmal an die Besatzung. "Ich danke ihnen allen. Ihre Anwesenheit hier bedeutet mir sehr, sehr viel. Ohne Sie wäre der Erfolg in Koornacht nicht möglich gewesen. Ohne Sie wäre die Stalwart in dieser Feuertaufe vergangen. Ihre Leistungen und Fortschritte in den Wochen und Monaten seit ich das Kommando übernahm erfüllen mich mit Stolz und Dankbarkeit. Ich hoffe, dass ich Ihnen eine ebenso gute Kommandantin bin, wie Sie mir eine Crew. Denn das muss immer der Anspruch eines Kommandanten an sich selbst sein. Die Stalwart ist zu einem unteilbarem Ganzen geworden. Wir geben füreinander das Beste und stehen mit unserem Leben und unserer Würde füreinander ein. Und wir gedenken auch jene die den ultimativen Preis für ihre Kameraden, ihr Schiff und ihre Nation gaben. Chief Petty Officer Ranenyb Deneb ist für mich ein Held, und verdient ein Heldengedenken, dass ihm die Republik nicht geben kann. Aber wir, die wir leben können Seiner gedenken, wenn sie auf Landgang sind, trinken sie auf ihn und andere, abwesende Freunde und Kameraden und erinnern sich ihrer."

In dem Moment stand für Melinda fest, dass die Stalwart eine Gedenktafel für die Gefallenen erhalten würde. Die politische Lage mochte momentan oder vielleicht auch auf lange Zeit eine Ehrung der Gefallenen nicht ermöglichen, aber hier an Bord, war die Sache anders.
Dass erneut Beifall aufbrandete, bekam Melinda - ihren Gedanken nachhängend - kaum mit, erst als sie ihn bemerkte unterband sie ihn mit den gutgelaunten Worten.


"Ich danke ihnen. Jetzt aber wirklich zurück an die Arbeit."
Sie zwinkerte strahlend. "Mister Ardinn, Mister Thano, begleiten sie mich bitte in mein Büro" Ihr geliebter Kommandosessel musste noch warten.

[Corellia-Sektor - Corellia-System - Werftanlagen - DRD Stalwart - Brücke] Brückenbesatzung, Führungsoffiziere und CDR Melinda Farlander
 
Corellia - Gedenkfeier - Turima, Satrek und noch viele mehr

Der Jedi-Rat bemühte sich sein gefasstes Äußeres - hätten ihm Raumpiraten oder ähnlich ehrbarer Abschaum gegenüber gestanden hätte er es sein Sabacc-Gesicht genannt - weiter aufrecht zu halten, nur für den Fall, dass ihm einige Kameras gefolgt waren. Davon gab es schließlich genug, und es lohnte sich sicherlich für die örtlichen Medienvertreter ein Auge auf alle halbwegs wichtigen Beteiligten zu halten um auch wirklich jedes Augenrollen mitzubekommen.
Und auch jede Hand auf dem Knie einer Sitznachbarin, die er sich grade noch verkneifen konnte. An Bord ihres eigenen Raumschiffes konnte er sich vielleicht zu solchen Gesten hinreißen lassen, dort, wo sie praktisch niemand sehen würde, und wenn, dann nur handverlesene Vertraute.
Den handverlesenen Flederfalken der galaktischen Klatschpresse wollte er so ein Glanzstück nicht liefern, zumal ihn Turima dafür wahrscheinlich ganz offiziell zu zehn Jahren Gartenarbeit abschieben würde.


Wer sagt, dass ich es da lasse? Lichtschwerter haben die Angewohnheit sich überall durchzuschneiden,

meinte er trocken und ohne nennenswert die Miene zu verziehen. Natürlich würde er der Republik nicht die Blöße geben diese Geste dermaßen ad absurdum zu führen. Darüber hinaus war er es gewohnt auch dumme Entscheidungen weiter zu tragen, um sich seine Glaubwürdigkeit zu bewahren - und das funktionierte vor ehrbarem Abschaum genauso wie bei Politikern, und der einzig nennenswerten Ausnahme aus letzterer Gruppe schenkte er das dünnste Lächeln, das er sich traute, und von dem er hoffte, dass es eher nach einer amüsanten Bemerkung denn nach, nun, irgendetwas anderem aussah.
Er machte sich eindeutig zu viele Sorgen.
Als die Hapanerin dann zu ihrer Rede schritt bemühte sich Satrek zunächst möglichst nicht zu gut zuzuhören aus Angst daran die eigene, sicherlich mehr schlecht als recht improvisierte Ansprache messen zu müssen. Dann kam ihm der Gedanke, dass seine Frau im Geheimen dieses Verhalten missbilligen und ihn später mit ein paar Fangfragen damit auflaufen lassen würde.
Immerhin bot ihm ihre Rede genug Ablenkung um nicht ständig darauf achten zu müssen sich keine wie auch immer geartete Blöße zu geben. Er war bereit jederzeit auf die Macht zurückzugreifen, und sei es um ein Gähnen zu unterdrücken, das in keinerlei Bezug zu Turimas Auftritt stand.


Ich denke in Zukunft überlasse ich das Halten von Reden dir,

meinte er zu ihr, nachdem Turima von ihrem Auftritt zurück gekommen war. Glücklicherweise schloss sich der obligatorische Empfang an, und auch wenn das sicher kein Anlass zur Entspannung war musste er dort hoffentlich nicht mehr ganz so peinlich genau auf praktisch jedes Detail seines Auftretens achten. Dafür musste er um so peinlicher auf jedes Detai der Auftritte praktisch aller anderen achten, wenn er seine Rolle als Leibwächter halbwegs ernsthaft ausfüllen wollte.
Er erwiderte die Begrüßung verschiedener ihm vom Sehen her bekannter Jedi, meistens aus der Entfernung, und folgte der Senatorin, die wohl bereits jemanden auserkoren hatte mit dem sie sich sehen lassen wollte, durch die Gäste.


Corellia - Gedenkfeier - Turima, Vares, Satrek und noch viele mehr
 
Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Vares Mernarus, zahlreiche weitere Gäste


Die wachsamen Augen des Senators von Eriadu waren weiterhin in Richtung von Turima Belandri und ihrem Mann gerichtet. Letzterer hatte soeben seine Ansprache beendet gehabt und neben der Senatorin Platz genommen. Die Beiden tauschten kurz einige Worte aus, deren Tenor Vares aufgrund der herzlichen und glücklichen Gesichtsausdrücke als durchaus positiv einschätzte. Der edel bekleidete Mann mit dem kahlem Haupt verstand es, die Gefühle und Gedanken aus Menschen herauszulesen und sich daraus einen Zusammenhang zu erschließen. Sein gesamtes Leben deutete er gewisse Zeichen und passte sich wie ein Reptil mit der Gabe der physiologischen Farbänderung an diese an. wenn man es so nennen wollte, war Vares Menarus ein Meister der Manipulation und des Menschenverständnisses und diese Fähigkeiten setzte er auch dann zu gerne ein, wenn der Bedarf vielleicht gar nicht so dringend erschien. So wie in der jetzigen Situation, in der der mysteriöse Politiker besagtes Paar einfach nur betrachtete und die Worte von deren Lippen zu lesen versuchte. Es war nun mal eine interessante Beschäftigung. Nun war die Senatorin selbst an der Reihe. Ihre Bekleidung glich farblich der ihres aufmerksamen Kollegen, der jede ihrer Bewegungen genauestens musterte und sich somit auf den bevorstehenden Dialog mit der Dame vorbereitete. Die Rede begann mit mahnenden Worten, da die Senatorin offensichtlich auf die Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den politischen und militärischen Sparten innerhalb der Neuen Republik anspielte. In jener Problematik, so hatte es Vares jedenfalls mehrmals zu Ohren bekommen, waren auch die Jedi involviert und darin einer der zahlreichen Problemfaktoren gewesen. Einem enorm anpassungsfähigen Mann wie Vares war es noch nie klar, wie manche Wesen einfach nicht über ihren Stolz springen konnten und damit eine gesamte Republik in Gefahr brachten. Besonders im Bezug auf die eigentliche Ideologie des Jedi-Ordens war dies höchst verwunderlich, waren es doch die Machtnutzer, die nahezu jede Gelegenheit nutzten, für Gelassenheit und Selbstlosigkeit zu predigen. Auch über den Orden verfügte Vares ein breites Spektrum an Wissen. Ihre Beweggründe waren für ihn an manchen Stellen unerklärlich und ihr Gehabe an manchen Punkten wirklich zu klischeehaft. Aber dennoch waren sie letztlich der einzige Gegenpol zu den Sith und im Kampf gegen diese durchaus erfolgreich. Der Orden nutzte der Neuen Republik somit zu diesen Zeiten mehr, als er ihr an mancherlei Stelle schadete, auch wenn sich Vares eine Zukunft ohne diesen nach einem Sieg gegen das Imperium besser vorzustellen vermochte. Mit dem großen Feindbild in Form des Imperiums war es nun mal klar, dass man sich moralisch und ideologisch in gewissen Sphären bewegte, doch wäre dies nicht eine enorme Bürde, wenn es darum gehen würde, auch über die Gebiete des Imperiums zu herrschen? In gewisser Weise stellte der Jedi-Orden für Vares eine Barriere zum Pragmatismus dar, welchem momentan nur deshalb eine Daseinsberechtigung innewohnte, da sich diese Barriere auch genauso gegen die finsteren Kräfte von außerhalb bewährte.

Senatorin Belandri fuhr ihre Rede fort und zollte den Opfern der Schlachten um Corellia Respekt und Ehre. Im selben Stil fuhr sie fort und im Schlussteil wurde Vares hellhörig. Scheinbar teilte sie die Auffassung von Vares in gewisser Hinsicht und war so womöglich auch der Meinung, dass sich die Neue Republik für den womöglich bald wieder aufkeimenden Krieg rüsten müsse. Zwar meinte sie dies nicht wortwörtlich, aber einen gewissen Wink mit dem Zaunpfahl konnte man hier durchaus hineininterpretieren. Die Senatorin nahm schließlich wieder Platz und als sich die Veranstaltung dem Ende zuneigte und sich ein großer Teil der Ehrengäste zu zwei aufgestellten Zelten hinter der Bühne begab, folgte auch Vares dorthin und verweilte zunächst etwa fünf Minuten in einem Gespräch mit einem anwesenden Politiker des Ministeriums der Regierung von Corellia. Es ging unter anderem um die enormen Kosten des Wiederaufbaus der wichtigen Welt, bezüglich derer Vares die Unterstützung der Industriewelt Eriadu zusprach, genauso wie es die Konservative Wirtschaftspartei Eriadu vorgesehen hatte. Doch lohnte sich die Reise mitsamt des tagelangen Aufenthalts für ein Gespräch von fünf Minuten? Wohl kaum, also machte sich Vares auf die Suche nach seinem speziellen Ziel. An einem festlich geschmückten Getränkestand wurde er schließlich fündig.

"Senatorin Belandri, welch Ehre."

Begrüßte er die hapanische Senatorin mit angenehmer Stimme und einer Verbeugung.

"Eure eindrucksvollen Worte vorhin haben mich zutiefst bewegt. Es ist wahrlich eine Tragödie, was dieser wundervollen Welt in der Vergangenheit widerfahren ist. Umso mehr stimmt es mich glücklich, an diesem Ereignis beiwohnen und im Namen Eriadu's meine Unterstützung für Corellia versprechen zu dürfen."

Sanft lächelnd trat Vares einen Schritt vor.

"Gestattet mir mich vorzustellen: Ich bin Vares Mernarus, Senator von Eriadu und Mitglied des Petitionsausschusses der Neuen Republik. Auf diese Begegnung habe ich mich schon seit Längerem gefreut, Senatorin."

Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Vares Mernarus, Turima Belandri
 
Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Satrek, Vares Mernarus, Turima und zahlreiche weitere Gäste (NPC)


Nach dem Ende des offiziellen Teils trat die attraktiver Hapanerin zurück zu Satrek, ihrem Jedibegleiter und Leibwächter - offiziell. Die Senatorin von Hapan war dabei ziemlich entspannt, denn solche Veranstaltungen waren für sie langjährige Routine. Satrek hingegen schien schwer beeindruckt von ihren Worten zu sein, so bereitwillig wie er ihr zukünftig das Halten sämtlicher Reden überlassen wollte. Erstaunt hob sie die Augenbrauen und musterte ihn skeptisch.


"Das kommt gar nicht in Frage. Ich bin mir sicher, dass deine Rede ebenfalls gut angekommen ist mit deiner großen Geste eines deiner Lichtschwerter in den Grundstein zu werfen. Die Corellianer legen großen Wert auf Traditionen und haben über viele Jahre hier Jedi beherbergt. Ich gehe eher davon aus, dass du ihnen mehr im Gedächtnis bleiben wirst als irgendeine Diplomatin vom fernen Mon Calamari",


erwiderte sie realistisch. Vielleicht würde noch ihr Äußeres hängen bleiben, worüber sich ja Hapaner eigentlich nie Sorgen machen mussten, da diese nahmenschliches Spezies bedingt durch ihren Ursprung ja geradezu auf Schönheit gezüchtet worden war. Dennoch wusste sie natürlich auch, wie sie daraus Profit schlagen konnte. Nicht auf Hapan selbst, aber auf anderen republikanischen Welten, denn Schönheiten pflegten gerne unterschätzt zu werden. So schenkte sie den hiesigen Persönlichkeiten im Moment freundliche Blicke, ab und zu ein Lächeln, während sie sich nach lohnenderen Gesprächspartnern umsah. Auf dem abschließendem Programmpunkt, dem Empfang gab es mit Sicherheit einige, deren Bekanntschaften ihr zu Vorteilen gereichen konnten. So war beispielsweise der Handelsumfang zwischen Hapan und dem Corellia-System nicht allzu groß, bedingt durch die lange Besetzung Corellias durch das Imperium. Hier gab es durchaus Potential, denn Corellia war galaxisweit für seine Ingenieurskunst und seine Raumschiffe bekannt. Vielleicht ließen sich hier irgendwo willige Vertreter der Industrie bzw. den großen Unternehmen Corellias antreffen. Ihre Droidin 3P7 würde dabei gewiss von Nutzen sein, hatte sie doch alle Gesichter von in Frage kommenden Personen gespeichert und würde ihre Herrin darauf hinweisen, wenn jemand davon in ihre Nähe gelangte. Selbst einige andere Jedi waren zu sehen, auch wenn Turima sie nicht alle namentlich kannte. Andererseits wäre es auch sehr schwach vom Jedi-Orden gewesen, wenn sie sich lediglich durch einen Jedi-Rat hätten vertreten lassen. Außerdem benötigten die Corellianer ohnehin Jedi bezüglich der Planung und Ausführung des Baus der Jedibasis hier. Turima war ja Vorsitzende des Jediausschusses im Senat, so dass sie die Pflicht hatte derartige Dinge im Auge zu behalten.

Allerdings war die erste Person, die am Getränkestand direkt auf sie zukam kein Jedi noch ein Vertreter der corellianischen Industrie. Es war ein haarloser, rundgesichtiger Mensch oder Nahmensch, dessen Äußeres ihr vage bekannt vorkam. 3P7 schritt bereits zu ihr, um entsprechend ihren Aufgaben Turima kurz alles Wissenswerte über den Mann (Vares Mernarus) mitzuteilen.


"Senatorin Belandri, dies ist..."


Dabei hob die Hapanerin mit einer kleinen Bewegung die Hand, um die Droidin zu unterbrechen, welche auch sofort verstummte. Einerseits war es unhöflich erst einem Droiden zuzuhören und andererseits war sie sich ziemlich sicher, dass der elegant gekleidete Mann dies selbst übernehmen würde. Wie sie erwartet hatte tat er dies auch und geizte dabei nicht mit Komplimenten über ihre Rede. Wie ernst diese tatsächlich gemeint waren blieb allerdings dahin gestellt, da er sich zu guter Letzt selbst als Politiker vorstellte, nämlich als Vares Mernarus, Senator von Eriadu. Turima erwiderte seine Verbeugung mit einem einer angedeuteten Verbeugung, wenn auch längst nicht so tief wie seine.


"Sehr angenehm Ihre Bekanntschaft zu machen, Senator Mernarus. Ihre Heimatwelt Eriadu ist mir ein Begriff, ein wichtiger Industieplanet im Outer Rim. Ich weiß zudem Ihre Unterstützung für unsere corellianischen Freunde zu schätzen."


Allerdings brachte ihr dies persönlich und politisch keinerlei Vorteile und Mernarus vermutlich ebenfalls nicht. Also beschloss sie etwas konkreter zu werden, auf die Gefahr hin natürlich, dass dies für Satrek überaus langweilig wurde, aber als Begleiter einer Politikerin musste er sich daran gewöhnen. Unter Umständen konnte ja der Sitz im Petitionsausschuss von Mernarus irgendwann Vorteile für die Hapanerin haben oder ihre Heimatwelten konnten von einander profitieren. Möglichkeiten gab es viele und diese galt es auszuloten.


"Was führt Sie hier nach Corellia zu dieser Gedenkveranstaltung, Senator? Hegt Eridadu eine besonders Verbindung zu Corellia oder den Jedi oder bieten Sie eher wirtschaftliche Unterstützung an?"


Turima selbst war jedenfalls immer bereit Kontakte für Hapan mit anderen Welten zu knüpfen, welche bereit waren mit dem Konsortium zu handeln. Mancherorts in der Republik wurden sie ja nach wie vor als eine Art "Vaterlandsverräter" angesehen, da Hapan ja einmal bereits aus der Republik ausgetreten und vor ein paar Jahren wieder zurückkehrt war in dem galaxisweiten Planetenverbund. Die Wirtschaftskraft sowie die Größe des Absatzmarktes für andere republikanische Produkte hatte allerdings schon einige Male ausgereicht, um alte Vorurteile zu überwinden und wirtschaftlichen Erwägungen den Vorzug zu geben. Es war gut möglich, dass dies ebenfalls für Eriadu galt.


Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - am Getränkestand - Satrek, Vares Mernarus, Turima und zahlreiche weitere Gäste (NPC)
 
Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Vares Mernarus, Turima Belandri, Satrek


Vares lächelte sanft und nickte, während er die Worte der Senatorin für einen Augenblick ruhen ließ und den Jedi, der vorhin ebenfalls eine Rede auf dem Podium gehalten hatte, entschuldigend anblickte. Ihm war nicht bewusst, dass die Senatorin und er hier zusammen verweilten und hatte daher nur Turima Belandri begrüßt.


"Verzeiht mir, Meister Jedi. Es ist mir selbstverständlich eine ebenso große Ehre, auf Euch zu treffen. Auch eure Rede hat mir äußerst imponiert, sie setzt die richtigen Signale an unsere Politiker, Militärs und..."


Kurz hielt er an und musterte sein Gegenüber genau. Der Mann war stämmig, dunkelhäutig und erweckte einen ernsten Eindruck. Es mochte der Anschein entstehen, er sei auf dieser politischen Veranstaltung und innerhalb des Gesprächs zwischen den beiden Senatoren leicht deplaziert gewesen.




"...ebenso eure begnadeten und edlen Brüdern und Schwestern aus dem Orden der Jedi."


Vares nutzte hier ganz bewusst eine etwas altmodische Bezeichnung, denn von Ordensbrüdern - und Schwestern sprach man innerhalb der Neuen Republik nur noch an den seltensten Winkeln. Der beleibte Geschäftsmann und Politker hatte in seinen jungen Jahren unzählige Orte besucht und sich ein breites Spektrum an Wissen angeeignet, bevor er Jahre später in die Politik einsteigen konnte. Seine Herkunft war mindestens so geheimnisvoll wie sein Wesen. Vares kam aus dem Nichts und war fest entschlossen, nie wieder dorthin zu müssen. Er war vernetzt in sämtlichen Bereichen der Galaxie und hatte mächtige Verbündete in der Unterwelt, in derren eigenem Zyklus er ebenso große Ambition hegte, wie in der Geschäftswelt und der Politik. Ein großes Unternehmen konnte er sein Eigen nennen und all diese Faktoren, verbunden mit seiner Unberechenbarkeit machten Vares Mernarus zu einem höchst gefährlichem Mann, dem man keinesfalls trauen sollte. Doch woher sollte die Senatorin davon wissen? Für sie war Vares nur eines der zahlreichen Gesichter der galaxisweiten Politik. Ein Repräsentant, der für Freiheit und Demokratie einstand und sich auf einer wichtigen Gedenkfeier blicken ließ, was einen positiven Eindruck erweckte. Die attraktive Frau machte keine großen Umschweife und kam direkt auf die Verbindung zwischen Eriadu und Corellia zu sprechen. Die zwei Männer und die Frau schritten weiter und Vares begann zu antworten:


"Seit Ewigkeiten pflegen Corellia und Eriadu ein profitables Verhältnis, weshalb es uns umso mehr ein Anliegen ist, unseren corellianischen Freunden jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen. Die Neue Republik kann sich nur mit einem gestärktem Corellia gegen die Gewalten von außerhalb auflehnen und ein Wiedererstarken dieser von Krieg und Elend gebeutelten Welt ist für meinen Begriff ein wahres Symbol der Standhaftigkeit, Souveränität und Freiheit. Meine Regierung ist sehr bedacht darauf, die richtigen Interessen im Hinblick auf die Unterstützung bedürftiger Planeten zu hegen und zu vertreten, um die Werte und die Ideale der Neuen Republik mit einer genau solchen Symbolik zu repräsentieren."


Eine kurze Pause folgte, dann kam der richtige Zeitpunkt, um etwas konkreter zu werden.




"Ich bin der Meinung, dass wir uns in diesen Zeiten keine Schwäche leisten dürfen und bin äußerst besorgt bezüglich der Lage um Coruscant. Ich habe durch öffentliche Medien erfahren, dass Ihr in dieser Hinsicht ähnlich denkt. Alleine können wir in dieser Hinsicht nichts bewegen, doch gemeinsam ist es uns möglich, die Epidemie auf Coruscant mit allen erdenklichen Kräften unserer Welten zu bekämpfen und dieser so sehr bedeutenden Welt nach einem hoffentlich bald nahendem Ende des Elends wieder auf die Beine zu helfen, wirtschaftlich und humanitär."

Vares war sehr skeptisch bezüglich der gesamten Geschichte um den Virus. Das dieser nämlich genau nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags und der Aushändigung Coruscants an die Neue Republik ausgebrochen ist, klang äußerst suspekt. Wenn er nur genug Verbündete sammeln konnte, würde mit diesen vereint womöglich für mehr Klarheit sorgen können...




Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - Vares Mernarus, Turima Belandri, Satrek




 
Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - am Getränkestand - Satrek, Vares Mernarus, Turima und zahlreiche weitere Gäste (NPC)


Turima überließ es Satrek selbst auf die Worte von Senator Mernarus zu antworten. Immerhin klang der beleibte Eriadu nach außen hin freundlich dem Jedi gegenüber. Dies galt ja bei weitem nicht für alle Senatoren, so dass ihm dies zumindest schon einige Sympathiepunkte bei der Vorsitzenden des Jediausschusses einbrachte. Sie musste schließlich im Auge haben wer als potentieller Verbündeter für sie in Frage kam. Zwar wusste sie von den Motiven und der Motivation von Mernarus bisher nicht allzu viel, aber sie nahm sich vor sich ausgiebiger mit ihm zu beschäftigen, sobald sie dazu Zeit fand.

Auf Eriadus Verbindungen zu Corellia angesprochen erklärte der Kahlköpfrige wortreich, dass seine Heimatwelt und Corellia im Grunde profitable Handelsbeziehungen pflegten und dies auch in Zukunft so bleiben sollte. Alles weitere ordnete sie eher als oberflächlich patriotisches Gerede ein, welches in diesen Tagen sehr viele Senatoren von sich gaben. Es war an sich ja nichts Unrechtes, aber eben auch nichts Neues und wer konnte schon sagen welche Hoffnungen Mernarus sich daraus für Eriadu ausrechnete, denn ohne Hintergedanken agierte kein Senator. Dennoch verfolgte sie selbstverständlich seine weiteren Worte mit gleicher Aufmerksamkeit für den Fall, dass er interessantere Themen anschnitt und das tat er wenig später in der Tat. Nach einer kurzen Redepause wurde er tatsächlich um einiges konkreter. Offenbar war er wegen der Lage Coruscants überaus besorgt und es schien ihm ein Anliegen zu sein diese Krise bald zu lösen, um eine Schwächung der Republik zu vermeiden. Das war genau in ihrem Sinne. Damit verpasste sie ihn gedanklich bereits das Prädikat "potentiell nützlich". Mitstreiter zu gewinnen gehörte ja zum Politikeralltag wie bei normalen Bürger das Essen und Schlafen.


"Eriadus Hilfe für Corellia wird hier mit Sicherheit sehr herzlich angenommen werden und sich positiv für Ihre Beziehungen auswirken, keine Frage. Solidarität in schließlich einer der Grundpfeiler der Republik und Hapan ist sehr erfreut, dass andere Mitgliedswelten der Republik ähnliche Ansichten vertreten."


Dabei ließ sie schon durchklingen, dass das von ihr vertretene Hapan Konsortium genauso agierte. So hatten sie zuvor ja auch bei Denon, wo ein imperialer Supersternzerstörer abgestürzt war und dabei diesen Stadtplaneten schwer verwüstet hatte viele Geld- und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Dass dies auf der anderen Seite wiederum dazu geführt hatte, dass Mitgliedswelten, welche zuvor noch immer erzürnt darüber waren, dass Hapan zwischenzeitlich die Republik verlassen hatte nun wieder viel eher bereit war Handelsbeziehungen mit ihnen aufzunehmen, war in diese Hilfen miteinkalkuliert worden. Immerhin galt es das etwas angekratzte Image Hapans wieder aufzupolieren und noch mehr an Macht, Unterstützung und Einfluss anzusammeln.


"Auch ich betrachte es als äußerst wichtig, dass sich der Senat auch umgehend mit der Lage auf Coruscant befasst. Schließlich sind die Umstände dort derzeit extrem angespannt und die Ausbreitung des Viruses wurde dort noch immer nicht gestoppt. Aber es besteht zumindest die Hoffnung, dass der Virus aufgrund der angeordneten Quarantäne wenigstens auf Coruscant bleibt. Einige imperiale Welten sollen allerdings auch infiziert sein, aber genaues darüber weiß ich nicht."


Währenddessen wanderte sich ihr Blick kurz in die Ferne und sie hatte wieder die Bilder der Zustände auf Coruscant vor Augen. Nein, die Pandemie dort musste unbedingt gestoppt werden.


"Über mein Büro habe ich erfahren, dass der Senat diesbezüglich die Einberufung eines Ausschusses plant, für welchen ich mich bereits beworben habe. Ich würde Ihnen ans Herz legen dies ebenfalls zu tun, Senator Mernarus, da ich sonst fürchte, dass andere, sich eher aufs Reden denn aufs Agieren verstehende Senatoren dort die Oberhand gewinnen könnten."


Turima wusste diesbezüglich leider auch schon von einigen, deren Kandidatur ihr gar nicht behagten. Daher galt es so viele gleichgesinnte Mitstreiter in Stellung zu bekommen, damit sie jene, die lieber die x-te Stellungnahme oder das zehnte Gutachten zu einem Problem abwarten wollen anstatt zu handeln nicht auch hier durch ihr Zögern so viel wertvolle Zeit vertrödeln konnten. Die Lage auf Coruscant duldete wie sie selbst gesehen hatte kein weiteres Zögern. Die Jedi und die dortigen Behörden und Krankenhäuser agierten am Limit. Mehr war nicht möglich. Außerdem drohten über kurz oder lang sogar Aufstände, wenn sich nichts besserte. Weitere Hilfe musste also von außen, von der Republik kommen.


"Es darf jedenfalls nicht sein, dass die Republik gerade zu Zeiten dieses angespannten Friedens als schwach und unfähig erscheint Coruscants Virus in den Griff zu bekommen. Das wäre ein verheerendes Bild, welches die Republik sonst abgeben würde und mit Sicherheit ein massives Hemmnis für alle neutralen Welten, welche mit einer Mitgliedschaft und dem Schutz der Republik liebäugeln. Ich kann also auf Ihre Mithilfe zählen, Senator?"


Dabei ließ sie ihren Gesprächspartner nicht aus den Augen. Seine Unterstützung wäre für sie jedenfalls sehr willkommen, egal welche Hintergedanken er damit verband.


Corellia - Coronet City - Gedenkfeier - am Getränkestand - Satrek, Vares Mernarus, Turima und zahlreiche weitere Gäste (NPC)
 
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