Coruscant

[Coruscant | Imperial City | Obere Ebenen | Jeditempel | Tempeldach | Hinrichtungsplatz] Darth Draconis, Chiffith

Keine Strafe ereilte Chiffith, nicht einmal eine schwere Rüge, sondern nur Belehrung. Das erstaunte und erschreckte ihn ein wenig, denn wenngleich sein Meister sehr ruhig wirkte, ahnte er doch, dass er den Bogen nicht überspannen durfte. Immerhin hatte Darth Draconis auch überaus ruhig gewirkt, als er ihm an Kezias Beinahe-Leichnam den ›Preis des Versagens‹ demonstriert hatte.

»Ja, Lord Draconis«, fauchte er. »Ich verstehe.«

Die Worte, die sein Herr über das Wesen der Macht sprach, kamen ihm bekannt vor. Hatte Draconis schon einmal auf ähnliche Weise erklärt, was es mit der Macht auf sich hatte? Oder war es zuvor Lo'Tsodnuth gewesen? Oder hatte er es aus einer Datenkarte? Er erinnerte sich nicht genau daran. Jedenfalls war es eine sehr schlichte und einfache Erklärung, die vielleicht nicht allen Facetten der Wahrheit gerecht wurde, für seinen ungeschulten Geist aber leichter greifbar war, als tiefgründigere philosophische Betrachtungen es gewesen waren.

Ja, er musste sich beherrschen. Es fiel ihm schwer, zu jedem Zeitpunkt. Doch seit er seinem alten Leben abgeschworen und sich an die Sith gewandt hatte, war ihm sein Jähzorn nicht gut bekommen. Er hatte nur dann Erfolge gehabt und etwas dazugelernt, wenn er ruhig geblieben war und sich konzentriert hatte.

»Es wird gelingen. Ihr werdet zufrieden sein.«

Die Macht verband ihn also mit allen Dingen. Ja, das mochte stimmen. Wie über unsichtbare Fäden hatten seine Bewegungen während des kurzen Wütens sich auf das Grün ringsum übertragen. Es hatte ihn viel Kraft und Energie gekostet, die Blätter und Halme zu bewegen - unangemessen viel auf jeden Fall, wenn man bedachte, wie wenig sie wogen und wie leicht er dies auf normalem, körperlichem Wege hätte vollbringen mögen. Kaum auszudenken, wie schwer hingegen der Stein gewesen wäre, wenn er diesen auf die gleiche Weise anzuheben versucht hätte. Doch er hatte schon gesehen, dass Sith noch weit größere Lasten heben konnten - welche, die ihre körperliche Kraft weit überstiegen hätten.

Wo also lag das Problem? Die Verbindung war vorhanden, die Energie wohl auch - zumindest wusste er nicht, woher er noch mehr davon nehmen sollte. Es musste also, Draconis' Worten entsprechend, tatsächlich die Kontrolle sein, die fehlte. Die Herrschaft. Ein Prinzip, das ihm vertraut war. Chiffith verglich es mit einer Falle, die der Jäger seine Beute stellte: Mit Hast konnte man alles verderben. Der Wille, ein Opfer in die gewünschte Richtung zu treiben, bewirkte dies noch lange nicht. Man wusste sich nicht auf den Tod des Gegners konzentrieren, sondern auf den davorliegenden Kampf, wenn man gewinnen wollte. Dies waren einfache, gnadenlose Gesetze, ähnlich denen, die Draconis formuliert hatte.

Da sein Zorn halbwegs verraucht war, gelang es Chiffith, sich zu beherrschen. Sein Ziel war es jedoch nicht, sich vollständig zu beruhigen. Denn sein Meister hatte soeben erklärt, dass Gelassenheit die Angelegenheit der Jedi war; Wut und Hass waren die Mittel der dunklen Seite, deren ein Sith sich bediente. Also beobachtete er seine Gefühle, anstatt sie zu unterdrücken. Er ließ sie zu, hütete sich aber davor, die Impulse zu Aktionen werden zu lassen. Gezielt konzentrierte er sich auf Dinge, die ihn erzürnten und die er hasste. Unter anderem erinnerte er sich an die Schwierigkeiten, in die eine gewisse Frachterpilotin ihn jüngst gebracht hatte. Und an die Wunden, die Kezia ihm zugefügt hatte. Es fiel ihm nicht schwer, seine Wut langsam wieder hochköcheln zu lassen. Doch es war keine blinde, sondern eine kalte Wut, und es gelang ihm, sie in Entschlossenheit umzuwandeln.

Dort stand es, das Gras. Grün und satt, den Verfall ringsum ignorierend. Leben inmitten eines Ortes, der an diesem Tag alleine dem Tod geweiht sein sollte. Ein Sinnbild für den Widerstreit zwischen Jedi und Sith, unentwegt wuchernd, sich dem Untergang immer wieder entziehend, und dabei doch so belanglos, so entnervend unwichtig und sich dessen nicht einmal bewusst. Ja, man konnte tatsächlich das Gras hassen lernen, wenn man es wollte. Chiffith wählte ein Büschel aus, mit dem er sich befassen wollte. Vorhin hatte ein Wutanfall ihm dabei geholfen, das Gras auszureißen. Weil er in diesem Augenblick allen Wert darauf gelegt hatte, es zu vernichten, wie er vermutete. Genau das würde er jetzt auch tun. Aber nicht in einem Akt der Gewalt, sondern indem er es langsam dahinwelken ließ, so wie die Gepfählten oben auf dem Dach - er wurde sich ihres anhaltenden Leides plötzlich wieder bewusst. Es war vielleicht ein wenig lächerlich, ein Büschelchen Gras mit dreitausend fühlenden Wesen zu vergleichen - doch mehr wert waren sie eigentlich auch nicht. Er fasste den Entschluss, diese Pflänzchen ihrer nährenden Erde zu berauben, damit ihre Wurzeln vertrocknen mussten und sie schließlich starben. Und das Mittel dazu war die Levitation.

Zornig und ruhig zugleich, konzentrierte Chiffith sich auf das Gras. Sein Ziel war klar, doch diesmal würde er sich auch mit dem Weg dorthin befassen. Sie Pflanzen wurden, wie alle Dinge ringsum, von Kräften auf dem Boden gehalten, die Chiffith nicht verstand. Doch das war eigentlich auch nicht nötig. Die Konzentration des Lamproid richtete sich diesmal nicht darauf, an den Pflanzen zu ziehen. Denn auf diese Weise musste er gegen besagte unbekannte Kräfte ankämpfen, sie gewaltsam überwinden. Er kehrte zu seinem Vergleich der in die Falle getriebenen Beute zurück: Er musste das Ding nicht bewegen, sondern den Impuls geben, damit es selbst das tat was er von ihm wollte. Also konzentrierte er sich nicht auf die Pflanze selbst, sondern auf den unsichtbaren Sog, der sie am Boden festhielt. Wenn es ihm gelang, diesen zu lösen, so würde ein minimaler Druck genügen, das Gras aufsteigen zu lassen.

Er folgte gänzlich seiner Eingebung, als er die Kräfte formte, welche das Band der Gravitation durchtrennten.

Die Konzentration mit Mühe aufrecht erhaltend, sah Chiffith zu, wie sich die Wurzeln aus der Erde lösten und die Pflanze langsam vom Boden aufstieg, sich dabei dem Welken preisgab und somit selbst vernichtete. So wie die Hingerichteten sich im Todeskampf selbst den Pfahl durch die Eingeweide trieben.


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Die Macht bot viele Wege zum Ziel, manche waren der richtige Pfad, manche der Falsche. Kezia hatte den falschen Weg genommen und verblutete nun qualvoll mehrere Dutzend Meter über ihnen. In seinem ersten Versuch hatte der Lamproide auch einen falschen Weg genommen. Natürlich hätte Draconis den Lamproiden walten lassen können. Es wäre kein Grund gewesen wieso er die Levitation falsch gelernt hätte. Nein. Es ging dem Sith um das Prinzip. Er formte dieses Wesen wie eine Töpferware von ihrem Töpfer geformt wird. Hätte er diesen Makel zugelassen, würde die Form nicht der gängigen Ästhetik entsprechen.Draconis kümmerte sich sonst wenig um geläufige Werte, in diesem seltenen Fall war er jedoch der Meinung vieler Meister. Es ging hier schließlich auch darum seinen eigenen Stempel zu hinterlassen. Der Lamproide machte sich also ans Werk. Der Lamproide verstand es bereits sich der Macht zu öffnen, seine Verbindung war noch schwach, doch konnte der Sith bereits ahnen, dass es nicht lange so bleiben würde. Er spürte wie Chiffith versuchte seine Emotionen zu richten, sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen. Es war mit einem Topfdeckel vergleichbar, den man mit aller Kraft auf die hochkochende Suppe drückte, doch der Lamproide schaffte es vorzüglich den Inhalt für sich zu behalten. Der Sith nickte unmerklich, beinahe geistesabwesend. Er war zu sehr darin vertieft seinen Schüler in der Macht wahrzunehmen und zu überprüfen wie er sich so machte. Chiffith schien das Prinzip nun wirklich verstanden haben. Er übte die Dominanz aus die er benötigte und bereits beherrschte und die Macht belohnte ihn mit dem entsprechenden Wunsch. Es war ein ständiges Geben und Nehmen, als Sith musste man lernen immer mehr zu nehmen als zu geben. Der Schüler hatte seine Lektion gelernt.

“Genug, du wirst später diese Übung wiederholen und vertiefen. Als nächstes lernst du den Machtstoß. Diese Technik wird dir im Kampf besonders nützlich sein.“

Draconis konzentrierte die Macht in seiner Handfläche sodass die Luft um diese anfing leicht zu flackern. Er brauchte nicht viel davon in seinem Handteller zu sammeln, es diente lediglich zu Demonstrationszwecken.

“Zwar verletzt du niemanden mit dieser Technik ernst, kannst jedoch auch selber nicht allzu ernst dadurch verletzt werden. Solltest du jedoch genug Macht sammeln können, sieht es da ganz anders aus. Die Technik dient oft nur dazu dem Gegner kostbare Sekunden seiner Aufmerksamkeit zu stehlen.“

Draconis schoss den Machtstoß dem Lamproiden entgegen. Es war nicht viel Macht die er da in seiner Hand gesammelt hatte, doch reichte es um ihn so zu treffen dass er sich einmal um seine eigene Achse drehte und den langen Schwanz des wurmartigen Nichtmenschen herumwirbelte. Er spürte etwas, was er für Angespanntheit hielt, plötzliche Attacken würden zum Alltag werden. Ein Sith Schüler musste immer auf der Hut sein, die gesamte Ausbildung war eine einzige Prüfung ob man es wert war zu leben. Das Leben war das größte Geschenk, neben den Kräften, die einem die Macht schenkte, wenn man diesen Pfad einschlug. Draconis ging sogar soweit zu sagen, dass man erst lernte zu leben, wirklich bewusst zu leben, wenn man den Weg eines Sith einschlug und diesen meisterte.

“Der Machtstoß trifft dich stets unvorbereitet solange deine Sinne oder die des Gegners noch nicht ausgereift sind. “

Nun verschränkte der Sith Lord die Hände hinter seinem Rücken. Die Sinne seines Schülers waren vielleicht die eines überlegenen Raubtiers, doch in der Macht war er nicht mehr als ein Jungtier, schwach und schutzlos, eine Einladung für jeden der ihn töten wollte.

“Je nach getroffener Körperzone kannst du unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. Wenn du die Schulter eines Gegners anvisierst, kannst du ihn somit in seinem Angriff hindern. Triffst du die Brust, kannst du ihn mehrere Meter nach hinten katapultieren. Solltest du die Beine treffen, kannst du dessen Halt durchbrechen und zum stürzen bringen. Beachte dabei jedoch stets deine Umgebung. Steht dein Gegner zum Beispiel auf losen Brettern, kannst du dich seiner durch einen starken, gezielten Machtstoß entledigen.“

Draconis legte eine kurze Pause ein und nahm erneut seine Hand um es seinem Adepten demonstrieren zu können.

“Um den Machtstoß ausführen zu können, musst du deine Hand nutzen. Je länger du zielst, desto stärker und zielsicherer wird dein Treffer, doch hast du in einer Kampfsituation nicht immer die Zeit um dies zu koordinieren. Bündel deshalb stets soviel Macht wie du nur kannst in der Handfläche wenn du sie einsetzt.“

Sein Blick glitt von seiner Hand zu den kleinen Klauen seines Schülers, von denen er insgesamt drei Paare besaß. Wie würde dieses Wesen jemals ein Lichtschwert in seinen Klauen halten können und damit effektiv kämpfen? Es würde ein Problem der Zukunft sein, nun galt es den Machtstoß zu lehren.

“Mach dir keine Sorgen, dass deine Klauen kleiner sind als meine Hände. Die Macht achtet nicht auf solche Dinge, dein Geist ist das Gefäß welches die Macht beansprucht, nicht dein Körper. Versuch dich an mir. Nutze die Technik um mich mit deinem Machtstoß zu erreichen.“

Der Sith Lord wartete gespannt auf die ersten Versuche seines Schülers diese Technik zu erlernen. Die offensiven Machtfähigkeiten würden sicher eher die Vorliebe seines Schülers sein, doch würde er sich von ihm überraschen lassen.

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|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Gebäudeblock ▫ Wohnung Nr. 2S11M || ▫ Vorin ▫ Mara ▫ Sinoué ▫ Arkon ▫ Shana ▫ Miley ▫ Draugir ▫ Atoras & Marku
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Markus klärte ihn darüber auf was Mara vorhin angedeutet hatte, als sie Shana und das Holonet erwähnt hatte. Sie war vor eine Kamera gezerrt worden? Bei einer Razzia wurde neuerdings gefilmt? Wirklich interessant. Diesen sehr fragwürdigen Aspekt fasste sein Mitfahrer mit einer kurzen Erklärung zieltreffend zusammen. Das Imperium gab sich wirklich Mühe ein paar Jedi und den zahlenmässig vernachlässigbaren Widerstand zu denunzieren und zu jagen. Zahlenmässig aber nicht durchschlagstechnisch vernachlässigbar.

Ihre Ankunft in der Wohnung verlief etwas anders als er gedacht hatte. Die Reaktionen, die er aufgrund seines Kommentars erwartet hatte, blieben aus. Etwas anderes war aus heiterem Himmel in den Vordergrund gerückt. Die versammelte Mannschaft wurde von einer unerwarteten Welle erwischt, die bei den weniger Gefestigten zu körperlichen Erscheinungen führte. Sowohl Mara als auch ihre Schülerin wurden dabei offenbar halbe Zeugen einer grausigen Tat, die in der Macht ihre Schatten warf. Auch er spürte die Erschütterungen. Bevor er etwas erwidern konnte, war sein Kollege zur Stelle und versuchte die anderen anzuleiten, bzw. ihnen zu raten wie sie auf die Situation reagieren sollten. Dabei sagte er jedoch nichts, was nicht jeder für sich selbst wusste, auch wenn viele vor dieser einfachen Wahrheit flohen, obwohl dies unmöglich war.

Was konnte diesen stummen Aufschrei der Macht bewirkt haben? Der Grund konnte kaum augenscheinlicher sein. Vorin selbst blieb überraschend ruhig und wahrte den Schein der Kontrolle. Einen Moment war ihm schwarz vor Augen geworden und er hatte sich abstützen müssen, doch nach einem tiefen Einatmen hatte er sich wieder im Griff. Markus war noch gar nicht richtig angekommen, da wurde er bereits wieder gefordert. Ihre Aufgaben wurden nicht weniger. Etwas besorgt blickte er zu Sinoue, die fest ihre Finger am Kopf festklammerte. Hatte Markus alles unter Kontrolle? Nicht das sie sich noch selbst verletzte, weil sie mit dem allen nicht klar kam. Der Blondschopf beschloss dem anderen Meister in dem Moment zu vertrauen, immerhin war er erfahrener und wusste vermutlich was er tat.

Sollte er Mara hinterher rennen? Seine Freundin war noch immer emotional sehr empfindlich wie es aussah. Ein Teil ihrer visionären Gabe? Wenn sie Teil dieser Tat geworden war, und es genauer gesehen hatte, dann war dies nur verständlich. Da sich Markus der beiden "Mädchen" angenommen hatte, kümmerte sich Vorin vorerst um die männlichen Schüler und erkundigte sich über deren Zustand. Viel Erfahrung hatte er nicht mit Großereignissen die die Macht erschütterten. Lediglich das Ableben Led Manice's hatte er mitbekommen, auch wenn er damals nur ein junger Padawan gewesen war. Was sollte er dem noch hinzufügen? Schließlich wusste er genauso wenig was geschehen war. Nachdem die anderen ihm versichert hatten, dass sie soweit in Ordnung waren, schritt er zum Bad wo er durch die Tür zu Mara sprach.


"Mara?! Kommst Du wieder raus?" Eigentlich wollte er vorschlagen, dass sie alle versuchten ein wenig zu schlafen, doch er befürchtete, dass sie zu aufgewühlt war. Und was wenn sie wieder von ihren Träumen verfolgt wurde? Wenn sie wieder keine Nacht Ruhe bekam? Er wüsste ihr heute genauso wenig zu helfen wie damals.

"Vermutlich hört sich das jetzt ziemlich idiotisch an, aber warum versuchen wir nicht ein wenig Schlaf zu finden, trotz allem? Wir sind alle erschöpft. Im Morgengrauen sieht vieles schon wieder anders aus." Ein blöder Spruch zugegebenermaßen, doch ihm fiel im Moment auch nichts anderes ein um sie wieder etwas aufzumuntern. Und falls sie nicht schlafen konnte .... hatten sie eigentlich jemals Schlaftabletten versucht? Dabei handelte es sich garantiert nicht um die richtige Vorgehensweise, aber es wäre erst einmal ein Anfang. Wobei er diese erst noch besorgen musste, doch dies war neben all den anderen Dingen nun wirklich das kleinste Problem. Doch soweit waren sie noch lange nicht. Der erste Schritt wäre allerdings der aus dem Bad. Dann konnte er sie in die Arme nehmen. Es sei denn sie wollte allein sein, was eigentlich immer die ungünstigere Wahl war, aber manchmal trotzdem richtig schien. "Oder brauchst Du vielleicht noch irgendetwas?"

Vorerst bekam er keine Antwort, was bedeutete dass sie im Moment niemanden sprechen wollte. Da konnte er recht wenig machen. Und ununterbrochen auf sie einzureden, entnervte sie am Ende vielleicht nur. Also kehrte er in den Wohnraum zurück wo Markus noch immer mit den Schülern sprach. Es würde ziemlich eng werden, auch wenn sie sich auf zwei Wohnungen aufteilten. Er ging zu Miley, die ebenso von den Wellen erfasst sein musste. Die Frage war noch offen, ob sie genug Kissen und Decken hatten. Wie sah es mit Verbandszeug aus? Zwar hatte sie noch Decken in Reserve, aber es reichte nicht für alle. Sollte er deswegen noch mal losfahren? Eigentlich war er ziemlich müde, aber immerhin würden sie öfter hier schlafen müssen, zumindest war davon auszugehen, und in Klamotten zu übernachten war keine Dauerlösung.

"Ich werde nochmal ein paar Sachen besorgen. Hauptsächlich Decken und was wir so brauchen, bis gleich dann." Ein etwas überstürzter Aufbruch, aber irgendwie war ihm auch gerade danach ein wenig für sich zu sein. Etwas zu tun, auch wenn es sich um banale Besorgungen handelte, war genau das was er brauchte. Etwas Ablenkung. Mit einem kurzen Lächeln und einem Winken machte er sich nochmal auf den Weg. Danach war aber wirklich Schlaf angesagt ... und Ruhe.

|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Gebäudeblock ▫ Wohnung Nr. 2S11M ▫ im Hausflur || ▫ Vorin ▫ in der Nähe Mara ▫ Sinoué ▫ Arkon ▫ Shana ▫ Miley ▫ Draugir ▫ Atoras & Markus

[OP]Hm, ist das ok wenn ich Vorin nochmal los schicke? Decken, Verbandszeug oder Medikamente besorgen? Ich würde gerne so schnell wie möglich auf Gaiden treffen damit er nicht noch länger warten muss.[/OP]
 
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Der Machtstoß war Chiffith geläufig. Er hatte ihn soeben zum dritten Mal erlebt: Zuerst hatte ihn Lo'Tsodnuth auf Bastion angewendet, um den um ihn versammelten Jüngern ein Beispiel für das Wirken der Macht zu geben. Dann hatte Kezia ihn im Kampf verwendet, um einige Menschen und den Lamproid von den Beinen zu holen. Und nun sollte er selbst ihn erlernen.

Dies war natürlich leicht gesagt. Aber für ihn, der noch ganz am Anfang stand und wenig von dem begriff was er tat, war es natürlich kein Kinderspiel. Er glaubte, die Levitation wiederholen zu können; sie war ihm sicherlich nicht durch reinen Zufall geglückt. Doch nun sollte er bereits die nächste Aufgabe bewältigen. Er war nicht sicher, ob er diesem Tempo gerecht werden konnte.

Allerdings war die neue Aufgabe für sich genommen sehr reizvoll. Es handelte sich um eine offensive Fähigkeit, die sich, wie er selbst erlebt hatte, gut im Kampf einsetzen ließ. Im Gegensatz zur Levitation, für die ihm in diesem Moment noch keine wirklich nützliche Anwendungsmöglichkeit einfallen mochte, könnte er durch den Machtstoß seine Kampfkraft merklich steigern. Und da Widerworte gegen Draconis ihm sowieso wenig reizvoll erschienen, machte er sich sogleich an die Ausführung. Dass er dabei den mächtigen Sithlord angreifen sollte, verursachte ihm Unbehagen, andererseits geschah es auf dessen eigenen Befehl hin und konnte daher kaum seinen Zorn erwecken.


Chiffith richtete Darth Draconis gegenüber seinen Vorderkörper auf, so dass sein Kopf sich auf etwa einem Meter Vierzig befand und seine sechs Klauenarme in der Luft hingen. Er ließ die scherenartigen Krallen einige Male auf und zu schnappen. Dann versuchte er sich zu konzentrieren. Er spürte die Macht fließen. Seine Sinne richteten sich auf die düstere Gestalt des Menschen, der vor ihm aufragte. Er nahm genau Maß auf die Körpermitte des Meisters, holte dann langsam mit dem oberen linken Arm aus und reckte die geöffnete Klaue seinem Ziel entgegen.

Nichts geschah.

Er sammelte sich erneut. Versuchte sich klar darüber zu werden, was er falsch gemacht hatte. Abermals musste es die Kontrolle sein, die fehlte, die Klarheit über den Weg, der ihn zum Ziel führen würde. Der Impuls genügte nicht, um die flüchtige Luft vor ihm in Bewegung zu setzen, geschweige denn den Sithlord.

Der Erinnerung an Draconis' Worte und einer Eingebung folgend, zog Chiffith sowohl die lichtempfindlichen Fühler als auch seine sonst so lebhafte Zunge ein. Es war das Lamproidenäquivalent des Schließens der Augen. Er suchte nach der Verbindung, die gemäß der vorangegangenen Belehrung zwischen ihm und dem Sith bestehen musste, und war der Ansicht, dass seine weltliche Wahrnehmung ihn dabei eher behinderte als unterstützte. Und tatsächlich wurde er sich zweier Dinge um ihn herum sehr bewusst: Des mannigfaltigen Lebens, das in dieser Halle wuchs, und der Dunkelheit, die von seinem Herrn ausging. Er konnte den Darth nicht direkt sehen, wusste aber genau, wo er sich befand.

Seines Seh-, Geruchs- und Temperatursinns weitgehend beraubt, konnte er sich besser auf sich selbst und die Macht konzentrieren. Noch immer spürte er den Zorn in sich, der seine Entschlossenheit nährte und Nebensächliches beiseite drängte. Er öffnete wieder die Klauenhand. Diesmal jedoch versuchte er nicht, etwas von ihr weg zu drücken, sondern an sie heran zu ziehen. Ähnlich wie bei seiner Levitationsübung war es sein Bestreben, nicht gegen eine bestehende Kraft anzukämpfen, sondern sie sich zunutze zu machen, auch wenn er darüber nicht bewusst nachdachte. In seiner Gedankenwelt manifestierte sich das Bild einer Bogensehne oder eines Gummibandes, das er langsam mittels seiner Willenskraft straff zog und immer weiter spannte. Unbewusst holte er dabei mit der geöffneten Klaue langsam nach hinten aus. Es kostete ihn Kraft, die Energie auf diese Weise zu sammeln, da das Ganze sehr ungeplant und unkontrolliert ablief; doch schließlich verspürte er ein unangenehmes Kribbeln und leichtes Brennen in der Hand, die ihm tatsächlich wie eine geladene Schleuder vorkam.

Ein angestrengtes Fauchen entwich seinem Rachen, als er den Arm kraftvoll nach vorne reckte, so dass die Spitzen der scharfen Krallen auf Darth Draconis deuteten. Die angesammelte, langsam aufgebaute Energie entwich seiner Hand und schnellte, der metaphorischen Bogensehne gleich, auf sein Ziel zu. Zugleich stülpten sich seine fühlerartigen Sehstiele wieder nach außen, so dass er die Wirkung seines ersten Machtstoßes beobachten konnte.

Draconis stand völlig ungerührt. Aber immerhin, seine schwarzen Gewänder flatterten ein wenig.


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[Coruscant, Mittlere Ebenen, Restaurant „Jewel of the Core“, Nische]- Noa, Cris, Selby

Immerhin nannte Noa Selby ihren Namen. Seinen Trinkspruch ignorierte sie zwar geflissentlich – was der Agent mit einem amüsierten Schmunzeln quittierte – dich zumindest war ihre Reaktion auf seine Erzählung nicht mehr so feindselig wie noch zu Beginn ihrer Bekanntschaft mit dem ehemaligen Waffenschieber und Schwerenöter. Dieser lehnte sich nun in seinem Sitz zurück und nahm einen genießerischen Schluck seines Abrax – wobei er es sich nicht nehmen ließ, ein wohliges Seufzen von sich zu geben – bevor er auf das von Noa angesprochene Thema zu sprechen kam: die jüngsten Verluste des Geheimdienstes nach dem kurzen Schusswechsel mit den Storm Commandos am Honey House.

„Agent Stars und sein Partner kannten das Risiko.“

Selby zuckte mit den Schultern.

„Tatsächlich kannte ich weder ihn, noch den Twi’lek gut… Major Tacema achtet darauf, dass kein Agent unter seinem Kommando mehr über den Rest weiß, als er unbedingt wissen muss. Die Möglichkeit einer Gefangennahme und eines Verhörs ist hier auf Coruscant sehr real. Verluste gehören zum Alltag… bei uns wie bei Ihnen. Wäre es einfach, mit dem Imperium fertig zu werden, säßen wir jetzt alle auf Bastion und würden den Abriss des imperialen Palastes überwachen.“

Cris schüttelte leicht mit dem Kopf. Es hatte durchaus Zeiten gegeben, in denen das Imperium mitnichten eine derartige Übermacht auf seiner Seite zu verzeichnen hatte – doch dann war Bothawui gefallen, danach Corellia… und selbst die sich nach Innen richtende zerstörerische Natur der Sith hatte es nicht vollbracht, den imperialen Koloss entscheidend ins Wanken zu bringen. Doch Noa brachte es auf den Punkt: solange man in der Lage dazu war, lohnte es sich, gegen das Imperium zu kämpfen. Um jeden Preis.

„Der Kampf gegen das Imperium rechtfertigt jeden Einsatz“, sagte er schließlich leise.

„Zu viele verschließen ihre Augen und glauben den Lügen der Propaganda, zu viele profitieren von der imperialen Unterdrückung, als dass wir es uns leisten könnten, innezuhalten. Auf Coruscant – und in der Galaxis.“


Der Pilot nickte zustimmend.

„Wohl gesprochen, Captain.“

Nach einem weiteren Schluck von seinem Abrax richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Widerstandskämpferin.


„Sie haben Ihr Herz am rechten Fleck, Noa. Wenige sind bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen – selbst dann, wenn ihre Freiheit in Gefahr ist. Coruscant war auch unter republikanischer Obhut ein Planet voller Probleme, mit klaffenden Unterschieden zwischen den Schichten, und besonders die menschlichen Bewohner der mittleren und oberen Ebenen haben sich damit arrangiert, dass das Imperium diese Probleme mit brutaler Gewalt unterdrückt. Es ist leichter, ein reines Gewissen zu behalten, wenn man die Armen und Mittellosen als Abschaum begreift, den es mit Waffengewalt zu bekämpfen gilt. KOMENOR hatte bei den Eliten Coruscants ein leichtes Spiel. Wenige erinnern sich noch an die Zeit, in der mit dem Jedi-Tempel ein Fanal der Gerechtigkeit im Zentrum der Galaxis leuchtete.“

Der Agent verstummte, als der Kellner auftauchte, um ihnen ihre Speisen zu servieren. Besonders mit Hinblick auf Selbys letzte Worte schien das opulente Festmahl, das dort vor ihnen aufgetragen wurde, plötzlich unangemessen.


„Nun, dann wollen wir mal…“

Selbys Stimme verklang, als plötzlich das Dröhnen von martialisch klingender Musik sowohl seine, als auch Cris’ Aufmerksamkeit vom Essen weg auf einen Nachrichtenschirm weiter in der Mitte des Restaurants lenkte, auf dem in diesem Moment ein Bericht auf einem der offiziellen imperialen Kanäle begann – irgendjemand im Lokal hatte sich offenbar dazu entschieden, die Lautstärke zu erhöhen und so die Aufmerksamkeit der Gäste zu erwecken.

Als die Sendung mit einem der üblichen Propagandaparolen des Imperiums endete, wusste Cris auch, warum. Eigentlich sollte er derartige Zurschaustellung imperialer Repressionen mittlerweile gewohnt sein – doch das Bild der Exekutionsopfer verursachte ein flaues Gefühl in seiner Magengegend. Auch Selbys Gesicht schien leicht an Farbe verloren zu haben.


„Ich befürchte, Coruscant läuft die Zeit davon…“

[Coruscant, Mittlere Ebenen, Restaurant „Jewel of the Core“, Nische]- Noa, Cris, Selby
 
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Lange Zeit wartete der Sith stumm auf eine Regung in der Macht. Sein Schüler strengte sich an, schien soweit es ihm eben möglich war in der Macht zu versinken. Was folgte war nicht viel. Selbst die Flatulenz eines Banthas sorgte gewöhnlich für mehr Aufsehen. Verstimmt war Draconis dennoch nicht, sein Schüler stand gerade einmal am Anfang seiner langen Reise in die Untiefen der Macht die ihn noch völlig fesseln würde. Sein Weg war vorher bestimmt und der Sith wusste, dass der Lamproid oft stolpern würde. Es lag in seinem Auftrag, geradezu in der Tradition der Sith genau dafür zu sorgen. Er würde ihn jeder Entbehrung aussetzen die ihm einfallen würde. Seine Marionette, sein Spielball, sein Experiment. Er würde sehen wie erfolgreich dieses Unterfangen werden würde, er hatte noch einiges zu lernen. Er würde den Lamproiden formen, gestalten, er würde zu Wachs zwischen seinen Fingern werden. Er würde ihn zu der Kerze formen, welche das Licht so hell strahlen ließ, dass seine Gegner erblinden und nur noch die Dunkelheit, die dunkle Seite kennen würden. Bis ins letzte Herz der Jedi. Er würde hell strahlen, über alle anderen hinaus, außer ihm, und würde ihm ein gutes Werkzeug abgeben. Der durchschnittliche Sith ist ein stereotyper Versager. Ein Wesen, welches als Kind geschlagen und getriezt wurde, ein Wesen welches nie besonderen Erfolg in der Schule oder dem Beruf den er oder sie vorher ausübte. Dieses Wesen lebt meist unter dem galaktischen Durchschnitt und sucht eine Veränderung um seine eigene Minderwertigkeit und seine fehlende Intelligenz dadurch zu kompensieren dass er einem ausgewählten Kreis aus „Erleuchteten“ dazugehört denen die Gabe der Macht geschenkt und durch den Sith Orden gefördert wurde. Vereint gegen eine Galaxis die sie auch so schon hasst. Eine Ansammlung von erbärmlichen Kreaturen die mit diesem Orden versuchen ihre Gewöhnlichkeit zu überbrücken und zu etwas Einzigartigem zu werden. Dabei vergessen sie, dass sie dies nie erreichen werden. Niemand der denkt er sei gewöhnlich und die Masse wird je aufsteigen. Niemand der nicht schon immer überzeugt war, über alle anderen zu ragen, würde sich emporstrecken und nach den Sternen greifen können. In einem verschlossenen Herzen kann keine Saat gedeihen.

Ein Fehler den viele in seinen Augen bereits getan hatten. Sie wussten nicht worauf sie sich einließen, dachten die Macht würde ihnen die Kraft die sie aus ihr schöpfen konnten wie Bonbons zuwerfen, doch weit gefehlt. Sie ekelten sich schon beim Anblick von Blut, dem Lebenselixier welches sie am Leben erhielt. Ihre zarten Seelen waren nicht für die Dunkelheit geschaffen welche sie verschlingen und ausfüllen würde, sodass sie bloß zu Gefäßen für dunkle Energien deformieren würden. Sie würden den Weg nie ganz gehen, würden die Entbehrungen nie ertragen denen sie sich selber unwissentlich verschrieben hatten. Er hatte viele von ihnen gesehen, einige hatten sogar an seinem Saum um sein Wissen gebettelt. Er hatte ihnen eine Chance gegeben, sowie die Macht es tat. Sie hatten in das Antlitz des Wahnsinns und der Dunkelheit gesehen um selbst dem zu erliegen. Die Macht gewährte Kräfte die jedes Vorstellungsvermögen übersteigen konnten, doch genauso schnell konnte die Macht diese Chance wieder zurücknehmen und einen in Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen. Ein Schicksal schlimmer als der Tod.


“Du wirst jetzt so lange üben, bis du in der Lage bist mehr als nur heiße Luft zu produzieren.“

Draconis ging mehrere Schritte zurück, bis er fünf Schritt von einem massiven Baum entfernt stand. Das würde er als Fixpunkt nehmen. Sollte der Lamproide es schaffen ihn bis zum Baumstamm mit mehreren Schüben zu schieben, würde er seine Leistung anerkennen. Er wollte ihn jedoch nicht zu sehr beanspruchen.

“Danach habe ich eine Aufgabe für dich. Ich werde eine Machtbarriere aufbauen, die du mit deinen Machtstößen zerstören musst, um mich direkt zu treffen. Sollte es dir gelingen mich zu treffen, hast du bestanden.“

Der stutzige Blick des Wurms verriet ihm, dass er wohl zu schnell fortfuhr. Noch durfte der Lamproide ungestraft so was tun. Er musste ihn erst jeden einzelnen Schritt beibringen. Es würde dauern bis er vollkommen verstehen würde, doch hatte er jetzt auch die Chance dazu. Später würde er ihn für jeden kleinen Fehler eine harte Bestrafung erleiden lassen. Wenn man sein Glück nun mal nicht wählte, wurde man dazu gezwungen. Chiffiths war es, dass Draconis ihm überhaupt diese Schonfrist erteilte.

“Damit du weißt wogegen du ankämpfst, erläutere ich dir jetzt den Nutzen einer Machtbarriere. Die Machtbarriere kannst du dir wie einen unsichtbaren Schild vorstellen.
Sie ist es, die jeden Machtnutzer vor dem Einsatz der Macht schützt. Sie verhindert, dass ich einem Sith oder Jedi während der Schlacht das Lichtschwert aus den Händen reiße und einfach ausschalte. Sie verhindert, dass ich sein Herz nicht einfach platzen lasse.“


Zeitgleich vollführte der Sith Lord eine Handbewegung mit seinen Händen die aussah als würde er etwas zwischen seinen Fingern zerdrücken.

“Wie du eine solche Barriere aufbaust, bringe ich dir später bei. Zuerst solltest du jedoch die offensiven Techniken beherrschen. Fang an zu üben. Wenn du fertig bist, greif an.“


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Chiffith war ziemlich enttäuscht darüber, wie schwach sein erster Machtstoß ausgefallen war. Die Bezeichnung Stoß verdiente diese leichte Luftverwirbelung kaum. Zwar war es ein Zeichen dass er auf dem richtigen Weg war, aber auch dafür, dass dieser noch ziemlich lang sein würde. Darth Draconis teilte diese Einschätzung offensichtlich. Er gab dem Lamproiden auf, weiter zu üben, und mahnte gleichzeitig Erfolge an. Er verlangte von seinem Schüler eine sofortige Verbesserung und greifbare Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit. Und auch die nächste, noch schwierigere, Aufgabe präsentierte er bereits. Offenbar wollte er Chiffiths Grenzen ausloten, um festzustellen, wozu dieser tatsächlich in der Lage war.

Der Lamproid nahm die Herausforderung an. Er fand Geschmack daran, die Macht zu kontrollieren, und war selbst mindestens ebenso begierig wie sein Meister, rasche Fortschritte zu machen. Da ihm nun sowohl die Levitation wie auch der Machtstoß zumindest in ihren Grundzügen gelungen waren, war er optimistisch, auch mehr erreichen zu können.

Sofort versuchte Chiffith es wieder mit dem Machtstoß. Er wendete die gleiche Grundtechnik an, die ihm soeben zu einem winzigen Teilerfolg verholfen hatte und demnach nicht grundlegend falsch sein konnte. Abermals schloss er die Augen und besann sich zuerst auf seine Aufgabe, dann sammelte er die Macht in einer seiner Klauenhände, sich dabei vorstellend, dass er eine starke Zugspannung zwischen sich und seinem Ziel aufbaute. Nach wenigen kurzen Augenblicken des Konzentrierens und Sammelns entlud sich die Energie in einer Welle.

Leider war diese der vorangegangenen in Stärke und Ausprägung gleich. Einen Fortschritt konnte Chiffith nicht erkennen. Er ärgerte er sich über seinen Misserfolg und die Schwäche, die er dabei zur Schau gestellt hatte. Doch das war sogar hilfreich, denn dieser Ärger half ihm, bei der Sache zu bleiben und alles Nebensächliche zu ignorieren. Der Wille eines Wesens, das sein ganzes Leben damit verbracht hatte, ein einmal ausgewähltes Ziel gnadenlos und bis zum Letzten zu verfolgen, war nun ganz und gar darauf gerichtet, zu lernen.


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Sein Schüler zeigte Initiative. Die Macht belohnte jene die nicht auf ihr Schicksal warteten sondern selber darum kämpften eben dieses Schicksal nach ihrem Gutdünken zu formen. Die Macht ließ den Erwählten nach den Sternen greifen wenn dieser sich dem Strom hingab und ihn überlebte oder schickte ihn zurück in die ewige Bedeutungslosigkeit des normal sein. Chiffith kämpfte, Erfolg war zweitrangig denn Erfolg war subjektiv. Sein Schüler würde nicht dieselbe Ansicht von Erfolg haben wie er. Sein Schüler würde mehr wollen. Er würde nach mehrMacht dürsten und genau das war der richtige Ansatz den der Sith wollte. Die Macht vibrierte um den Adepten herum. Seine Fortschritte waren so gut wie der Sith Lord sie erwartet hatte, doch sorgte er sich dass die rohe Kraft die er in seine Machthabung steckte die Verfeinerung des Technikverständnisses beeinträchtigen würde. Es brachte ihm nichts wenn er wie ein roher Barabel mit der Macht um sich werfen konnte, er musste die feinen Nuancen wissen, musste zwischen den einzelnen Graden der Machtanreicherung unterscheiden können um seine Attacken zu stärken oder zu schwächen. Nicht immer war ein Windstoß angemessen, manchmal konnte es reine Kraftverschwendung sein. Er würde seinen Schüler genau beobachten müssen, er wollte nicht dass er ein ebenso gescheitertes Objekt werden würde wie der Chiss, der Zabrak, der Feeorin oder das Weibchen vor ihm.
Draconis schloss die Augen, das Wesentliche würde sich eh über das Spektrum der Macht abspielen. Er sah die kinetische Energie die sich in dem Lamproiden sammelte, sah dass er sie wie ein Schwamm in sich aufsog. Was dieser jedoch freisetzte war nicht wirklich der Rede wert. Höchstens wertvoll wenn man sich eine frische Brise unter den heißen Zwillingssonnen von Tatooine zufächern wollte. Draconis war nicht wirklich überzeugt, doch wollte er nicht bereits über seinen Adepten urteilen, er hatte mehrere Versuche, bis dessen Erschöpfung ihn strafen würde, denn dann würde er keine Energie mehr für den Kampf haben.


“Das war alles? Das war nichts, Schüler. Versuch es noch einmal.“

Sicherlich nicht, doch wenn er den Lamproiden so weit angestachelt hatte dass er sich seinem Hass und seinem Zorn noch weiter hingab würde das die Kräfte in dem Nichtmenschen wecken. „Wann habe ich dich endlich soweit?“ dachte der Sith süffisant. Seine kühl modulierte Stimme verriet weder Abneigung noch väterlichen Stolz. Er war nicht enttäuscht. Der Lamproide musste lernen was zu lernen war, ansonsten würde er sterben. Eine solche Verschwendung seiner Zeit duldete der Sith Lord nicht. Erneut lud der Iridorianer sich förmlich mit Macht auf und bereitete sich darauf vor diese Macht freizusetzen. Durch die Machtsicht sah er wie die schwachen Umrisse des Lamproiden in diesem machtstarken Ort. Je mehr Macht der Lamproide sammelte, desto deutlicher zeichneten sich seine Konturen ab. Er erreichte zwar noch lange nicht das gewohnte Maß, doch wusste er bereits jetzt dass der nächste Stoß stärker sein würde als das Windchen welches er zuvor geschleudert hatte. Die Anstrengung würde wohl bald ihre ersten Spuren an ihm zeigen. Er setzte die Macht heute zum ersten Mal bewusst ein, dazu noch intensiv für seine Fähigkeiten. Er würde ihn ans Limit bringen, wenn Chiffith schlau sein würde, würde er das Risiko eingehen und als Schwach abgestempelt werden und um eine Pause bitten. Vielleicht aber würde ihn der Lamproide doch überraschen.

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– Coruscant - Mittlere Ebenen - Restaurant „Jewel of the Core“- Mit Cris und Selby -

Dass sie reinen Herzens war und das Richtige tat, indem sie ihr Leben für Coruscants Freiheit aufs Spiel setzte, war nicht unbedingt eine Beurteilung, die Noa sich von jemandem wie diesem Agent Selby anhören wollte, der nicht mal alt genug war um ihr Vater zu sein, aber inzwischen war sie es fast schon Leid, ihm kritische Blicke zuzuwerfen. Dieses schmalzige Grinsen wurde er offensichtlich so oder so nicht los. Vermutlich war es angewachsen. Noa empfand es als ziemlich abschätzig, dass er dauernd so grinste. Es vermittelte ihr den Eindruck, als mache er sich über sie lustig, dabei konnte sie sich nicht daran erinnern, innerhalb der letzten drei Stunden etwas auch nur ansatzweise Lustiges gesagt zu haben. Die Widerstandskämpferin beschloss, besagte Kommentare von ihm einfach zu ignorieren. Das klappte mehr als gut.

“Dass es den Unteren Ebenen schlecht geht, ist ein Problem des Planeten an sich, das sich nicht von jetzt auf gleich lösen lässt. Im Gegensatz zum Imperium hat die Republik jedoch immer ihr möglichstes getan, um diese Probleme einzudämmen und ihnen entgegen zu wirken. Seitdem das nicht mehr der Fall ist, vegetiert dort unten alles vor sich hin.“

Schilderte Noa die Dinge, wie sie sie selbst erlebt hatte. Als der Kellner das Essen auftrug – die Wartezeit war überraschend kurz gewesen – verstummte sie, um ihm nicht Gelegenheit zu geben, ihrem Gespräch zu lauschen. Empfindliche Themen erforderten eine sensible Behandlung. Noa begutachtete das Steak auf ihrem Teller, das in eine rötlich-braune Sauce getaucht zu sein schien, nahm ihr Messer und schnitt es in der Mitte auf. Köstliches, rotes Fleisch entblößte sich vor ihr, noch blutig von der kurzen Zeit des Anbratens. Sie schnitt ein Stück ab, spießte es auf ihrer Gabel auf und kostete davon, ihren Kopf gleichzeitig in Richtung des Holo-Bildschirms wendend, wo gerade die Lautstärke der aktuellen Nachrichten lauter gedreht worden war. Wortwörtlich blieb Noa der Bissen im Halse stecken. Eine Massenhinrichtung hatte auf Coruscant stattgefunden. Das Imperium hatte dreitausend angebliche „Aufständische“ getötet. Aufständische, das bedeutete Widerstandskämpfer oder Unschuldige. Leute wie Noa und ihre Familie, Leute wie Grant oder Hawot, wie Webber oder Sheldon...

Noa Chanelle Cortina war blass geworden. Ihr Blick war auf die Bilder des Nachrichtenprogramms gerichtet, ihr Verstand jedoch nahm nur langsam auf, worüber der Sprecher berichtete. Nur wenige Schlagwörter drangen an ihr Ohr. Doch diese Bilder... diese Bilder. Die Widerstandskämpfern senkte den Blick auf ihren Teller und das noch halbrohe Stück Fleisch, das in seinem eigenen Blut schwamm. Sie erhob sich abrupt, so plötzlich, dass ihre Gabel laut gegen das Porzellan des Tellers schlug und das Messer zu Boden fiel. Noa griff nach ihrer Tasche. Keine Sekunde länger konnte sie sich diesen Wahnsinn ansehen. Sie stürmte davon, ihre erste Intention war, das Restaurant zu verlassen und sich nach draußen an die frische Luft zu begeben. Ihr Magen fühlte sich so flau an, dass sie auf einmal froh war, nicht viel gegessen zu haben. Zu schnell war sie jedoch einfach drauf los gerannt, sodass sie sich in entgegen gesetzter Richtung zum Ausgang befand. Ein Hinweisschild zur Lage der sanitären Örtlichkeiten sprang in ihr Blickfeld – und Noa lief weiter. Sie schob sich durch die Tür zu der für die Damenwelt bestimmten Erfrischungszelle, rempelte ohne sich zu entschuldigen eine Chiss an, die gerade auf dem Weg hinaus gewesen war, und verriegelte eine der Kabinentüren hinter sich, nachdem sie dort Zuflucht gesammelt hatte. Ihre Tasche fiel neben Noa zu Boden, als die Widerstandskämpfern auf die zitternden Knie sank und den Toilettensitz öffnete. Ihr war, als müsste sie sich übergeben. Noa schloss die Augen und fasste ihre Haare zurück, während sie sich still ermahnte, ruhig ein und auszuatmen. Langsam kehrte der Sauerstoff in ihr Gehirn zurück und ihre Gedanken verlangsamten sich, wieder in rationalere Bahnen zurück laufend. Langsam richtete sich Noa auf, schloss den Decke der Toilette und setzte sich darauf, während sie mit einer Hand ihr Komlink aus ihrer Tasche fischte. Das erste was sie tun musste, war zu checken, ob ihre Familie in Ordnung war. Mit Fingern, die ihren Befehlen nicht recht gehorchen wollten, wählte Noa die erste Verbindung, deren Aufbau eine Ewigkeit zu dauern schien. Erst nach gefühlten Jahren antwortete eine Stimme auf der anderen Seite.


“Ja?“

Ein tiefer Seufzer entfuhr Noa. Cloé war okay.

“Ich wollte nur checken, wie es dir geht.“

Sagte sie, lehnte ihren Kopf gegen die Kabinenwand und ließ zu, dass ihre Haare in ihr Gesicht fielen.

“Ich habe gerade die Holonet-News gesehen.“

“Oh, okay... ja, ich habe es auch schon gehört.“

Antwortete Cloé. Ihre Stimme klang merkwürdig weit weg.

“Pablo hat auch schon durch gerufen. Er sagte, er habe erst vor einer halben Stunde mit dir geschrieben, darum habe ich mich nicht gemeldet.“

“Okay. Was ist mit den anderen? Hast du was von Dad gehört und von Ramón und Leandro?“

“Ramón ist zu Hause, bei Thalia und den Kindern.“

Antwortete Cloé und ihre zögerliche Antwort schien einen Ticken zu lange zu dauern. In Noas Hals bildete sich ein Knoten.

“Aber? Was ist mit Leandro?“

Fragte sie sofort. Sie hätte die Unsicherheit auch in Cloés Gesicht sehen können, hätte sie ihrer Schwester gegenüber gestanden.

“Wir... wir wissen es nicht.“

Antwortete sie.

“Keiner konnte ihn bisher erreichen...“

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Chiffith war nun ebenso konzentriert, wie er es für gewöhnlich auch war, wenn er bei einer Jagd auf der Lauer lag. Während er seine Aufmerksamkeit auf sein Ziel richtete, begannen seine Sinne sich zu schärfen. In diesem Fall jedoch nicht sein Seh-, Temperatur- und Geruchssinn, die normalerweise den größten Teil seiner Wahrnehmung bestimmten. Diesmal waren es vor allem seine ungeschulten, gerade erst langsam über die völlige Blindheit hinauswachsenden Machtsinne, die für eine Erweiterung seiner Eindrücke sorgten.

Während er mit zorniger Entschlossenheit Energie für den nächsten Stoß sammelte, fiel dem Lamproiden erstmals auf, dass es hierbei effizientere und weniger effiziente Anstrengungen gab. Obwohl es sich dabei nicht um eine physische Bewegung handelte, war es doch mit dem Einsatz von Muskeln vergleichbar, die auf bestimmte Weise zusammenarbeiten mussten, um im Wechsel- und Zusammenspiel ihre größtmögliche Wirksamkeit zu entfalten. Um abrupt und mit höchster Geschwindigkeit nach vorne schnellen zu können, musste der ganze Körper angespannt sein - offenbar verhielt es sich bei der Macht ähnlich?

Chiffiths Aufmerksamkeit richtete sich nun also nicht nur darauf, in seiner Klauenhand Energie zu sammeln, sondern sie durch seinen ganzen Körper zu diesem einen Punkt hin fließen zu lassen, um eine Spannung aufzubauen, die sich weit über das Greiforgan hinaus erstreckte. Sofern die Macht Regeln folgte, die denen des Körpers zumindest ähnlich war, sollte dies bei gleichem Kraftaufwand die Wirksamkeit erhöhen.

Als er die Energien nun, begleitet von einem Aufkeuchen und einem kraftvollen Stoß seines Armes, entweichen ließ, konnte er selbst mit eingezogenen Sehstielen beobachten, dass sein Angriff kraftvoller ausfiel. Noch nicht annähernd stark genug, um ihn in einem Kampf effizient einzusetzen, aber die Steigerung war doch unübersehbar.


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In den Augen des Sith Lords war Chiffith bisher noch eine große Unbekannte in seiner Gleichung. Der Lamproid musste sich noch beweisen, er kämpfte bereits um diese Technik. Kampf war das Urelement der Sith, denn es wurde zur Veränderung benötigt. Es war überlebenswichtig, denn Stillstand war gleichzusetzen mit der eisigen Umarmung des Todes.
Die Macht durchströmte jede Kreatur in der Galaxis, egal wie mikroskopisch klein oder groß sie auch sein mag, jedoch waren einige Wesen besser in der Lage diese Kraft, die Macht zu spüren. Seine Adeptin gehörte zu den Kreaturen die ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hatten, was nicht daran lag dass sie besonders schlecht war, sondern an dem tiefen Potenzial aus welchem sie schöpfen konnte. Der Sith Lord spürte durch die Macht wie er zaghafte Versuche anstellte mit der Macht seine Umgebung zu erfassen. Die Machtsicht verriet Draconis was der Lamproide da tat. Bevor dieser sich auf den Stoß stürzte, erfasste er die Macht mit seinem ganzen Körper. Seiner Ansicht nach konnte das eine zum anderen führen.

Die dunkle Seite würde dabei wie ein Mentor ihm zur Seite stehen und lehren, ihm wie ein Sklave dienen, ihn wie ein Meister rügen. Er würde bekommen was er wollte und würde aus diesem Orden einen Ort der inneren Reinheit machen. Er würde diesen Orden erneuern und nur Sith wie diesen Adept ausbilden, würde sie formen und eine Armee des Grauens heranziehen, bis er das ultimative Ziel eines jeden Sith erreicht hatte und diese Armee vernichten um für immer alleine zu herrschen.
Es gibt keine Furcht – nur Macht. Wer Furcht zeigt, ist verloren. Furcht ist der erste Weg zur dunklen Seite, doch wer nicht stark genug ist diese durch Hass und Zorn zu ersetzen, wird nie über die Furcht hinaus kommen, und elendig sterben. Wer Macht besitzt, braucht keine Furcht, denn wer Macht hat, ist stark genug sie nicht zu verlieren. Wer sie verliert, hat gefürchtet, die Niederlage beginnt im Kopf. Es gibt keinen Tod – Nur die Unsterblichkeit .Dies gilt jedoch nur für die Mächtigen, die Sith. Ihr Leben ist unendlich, die dunkle Seite ermöglicht den Starken zu überleben, weiter zu leben, bis sie Unsterblichkeit erreicht haben. Der Tod ist für einen wahren Sith kein Gegner, sondern ein Verbündeter. Mit diesem Verbündeten würde man die gesamte Galaxie in die Knie zwingen, man würde ihn zu jedem Planeten schicken und sein Werk verrichten lassen.
Es gibt keine Schwäche für einen wahren Sith – Nur die dunkle Seite der Macht Denn die dunkle Seite ist alles, und alles ist die dunkle Seite, wer sich ihrer nicht bedient ist schwach. Schwäche hat keine Zukunft, die Evolution selbst sortiert das Schwache aus, und schenkt dem Starken das Geschenk des Lebens. Die Schwäche durfte nicht toleriert werden, die Schwäche muss ausgemerzt werden. Einzig der Starke darf überleben und Macht haben


"Streng dich an!"

Der strenge Tonfall des Sith sollte den Lamproiden daran erinnern dass er sich gerade vor seinem Meister blamierte. Draconis selber empfand das langsame Vorankommen seines Schülers nicht schlimm, doch wieso sollte er das dem Wurm zeigen? Es sollte sich auf die Dunkle Seite konzentrieren, sollte von den dunkleren Emotionen geführt werden. Nur wenn er diese Emotionen nutzen würde, könnte er tiefer aus dem Brunnen seiner Kraft schöpfen die ihn dazu bemächtigen würde diese Technik zu erlernen.

"Oder bist du nicht würdig genug?"

Sie wuchsen und gediehen, die dunkleren Emotionen. Bald würde der Lamproid sie nutzen können, bald würde er sie für sich in Anspruch nehmen und einsetzen um seine Befehle auszuführen, er spürte es bereits jetzt. Er wollte ihn nicht demütigen, sondern anspornen. Er brauchte keinen Adepten der ihn von Herzen hasste. Sollte er doch seine Umwelt hassen, zu ihm sollte er heraufschauen und wissbegierig sein. Er sollte wachsen und gedeihen und zum finalen Schlag gegen die Feinde des Sith Lords ausholen.Er hatte ihm jedoch alle Zeit gegeben die er brauchen würde, alle Zeit die er benötigen würde. Die Arme vor der Brust verschränkt beobachtete er den Lamproiden weiter dabei, seine noch junge Verbindung zur Macht zu festigen und an seiner Technik zu arbeiten.

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»Doch, ich bin würdig!« fauchte der Lamproid trotzig.

Es ärgerte Chiffith, dass Draconis seinen Fortschritt offensichtlich nicht anerkannte, und es ärgerte ihn, dass er genauso offensichtlich versagte. Beides schürte seine Entschlossenheit und ließ ihn um so verbissener bei der Sache bleiben, auch wenn er mittlerweile aufpassen musste, dass die Wut ihn nicht abermals übermannte. Als es ihm aber wieder gelungen war, dies zu verhindern und sich nicht auf den Zorn an sich, sondern auf die aus ihm entstehende Kraft zu konzentrieren, konnte er abermals die Energie für einen weiteren Machtstoß sammeln.

Abermals ging er beim Aufbauen der nötigen Kraftreserve in seiner Klaue recht behutsam und langsam vor, um eine gewisse Feinabstimmung der mit- und gegeneinander wirkenden Kräfte bemüht. Er begann, wenn auch sehr langsam, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie er die von der Macht zur Verfügung gestellte Energie kanalisieren konnte.

Was dann kam, mochte abermals ein klein wenig stärker gewesen sein als das Vorangegangene. Doch ein echter Durchbruch war es nicht. Das war Chiffith klar, und er konnte sich vorstellen, wie sein Meister darauf reagieren würde.

Zu allem Übel spürte er auch, dass seine Kraft nicht unbegrenzt war. Er hatte sich schon vor dem ernsthaften Beginn dieser Übungen mit seinem Wutausbruch teilweise ausgepowert, und mittlerweile häuften sich die Fehlversuche, die ihn jedesmal weit mehr Energie kosteten, als letztlich dabei herauskam. Chiffith war nicht schwach; was körperliche Stärke und Ausdauer anging, war er einem Menschen deutlich überlegen, und auch sein Durchhaltewille hielt gewissen Belastungen stand. Aber ewig würde er so nicht weiter machen können, das wusste er. Zumal ja noch andere kräftezehrende Aufgaben auf ihn warteten, wie er wusste.


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“Ich habe dich wie eine Quetarra gespielt und dir dann die Seiten durchgeschnitten, mein Schüler.“ Das sardonische Lächeln sparte sich der Sith, auch wenn er es nur schwer unterdrücken konnte. Er hatte ihn bis zum Ausbruch gebracht, der Energieschub den er benötigen würde um voran zu kommen. Perfekt.
Weitere Wogen des Hasses bahnten sich ihren Weg in den Geist des Lamproiden. Er wollte ihn antreiben, ihm zeigen dass er selbst mit sich immer unzufrieden sein musste. Die eigenen Grenzen sollte er immer weiter höher setzen, nur so würde er das erreichen was er auch erreichen wollte. Sein Meister gab ihm dazu die Hilfestellung, wollte ihm zeigen dass es er nur mithilfe der Dunklen Seite der Macht es schaffen würde. Die Anstrengungen des Sith Adepten zeigten sich erneut, er sah wie erschöpft Chiffith war doch ignorierte er das. Er wollte Ergebnisse. Erneut war der Machtstoß eher ein Lüftchen, doch dieses Lüftchen erschien dem Sith Lord beachtlicher als die ersten Versuche der Kreatur. Anstatt ihn jedoch erneut anzutreiben, ließ er ihn aufstehen und sprach in ruhigem Tonfall zu ihm.


“Du machst Fortschritte, übe härter.“

Mit einem Nicken signalisierte Draconis dass die Bestie beginnen konnte. Er sah wie er sich konzentrierte, spürte durch seine erweiterte Wahrnehmung in der Macht dass er diese benutzte.
Der Lamproide schien Fortschritte zu machen, die er selber nicht bemerkte. Er mochte zwar nur das ein oder andere Lüftchen verursachen, doch war er bereits jetzt ein besserer Machtanwender als so mancher Jünger. Das gerade mal nach einem Tag intensivem Training. Ja, diese Kreatur war auserwählt an seiner Seite den Orden der Sith von jeglichem Makel zu befreien und dem Willen der Macht genüge zu tun. Er würde die Vorherrschaft der wahren Sith wieder herstellen, wo andere gescheitert waren und nun in Ketten lagen, darauf wartend dass ihre elende Existenz vom Antlitz der Galaxis getilgt werden würde.

Die Überheblichkeit mancher die sich, zu Unrecht, Sith nannten lies sie vergessen dass die Macht nicht nur Werkzeug und Diener der Sith, sondern auch ihr Lehrmeister war. Viele vergaßen diesen Aspekt und hielten sich für Götter, ein Frevel den die meisten teuer bezahlen mussten. Wie oft hatte er schon Sith getötet welche nicht verstanden hatten dass es die Macht war, welche den Weg leitete, nicht ihre eigene Stärke. Draconis würde diesen Fehler nicht tun, stattdessen würde er abwarten. Seine Züge mögen vielleicht noch verdeckt und irrational erscheinen, doch verfolgte er einen Plan, der jedem Desajikspieler ein Lächeln um die Mundwinkel gezaubert hätte. Wie ein solcher Spieler setzte er langsam aber sicher seine Figuren in die richtigen Positionen um seine Ziele zu erreichen. Schlussendlich würde er die Macht erhalten nach er sich so sehnte und würde seine Ketten sprengen. Die Ketten stellen unsere Beschränkungen dar, jene die uns gesetzt werden, und jene die wir uns selbst setzen. Das ultimative Ziel eines jeden Sith ist es, sich von solchen Ketten zu befreien. In gewisser Weise ist es so, wir tun was immer wir wünschen... aber es ist mehr als das. Jemand der sich von allen Ketten, persönliche wie andere befreit, erreicht Perfektion. Ihr Potenzial ist erfüllt. Vollkommene Stärke, vollkommene Überlegenheit, ein vollkommenes Wesen. Keine Ketten würden hin dann mehr geißeln, er würde einem Adler gleich frei sein. Seine Ketten würden zerbersten.


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Hätte Draconis in diesem Moment nochmals Chiffiths Fortschritte ignoriert und nur sein Versagen angemahnt, so wäre es gut möglich gewesen, dass diesen abermals die blinde Wut überkommen und er die Kontrolle über sich und die Macht verloren hätte. Doch stattdessen sprach der Sith eine kleine, aber unüberhörbare Anerkennung aus. Zusammen mit der Wut, die seine Kräfte nährte, brachte dieses Lob den nötigen Ansporn für einen abermaligen Versuch.

Während der Lamproid zuvor bewusst und mit einer gewissen Vorsicht experimentiert hatte, war dieser nächste Machtstoß deutlich entschlossener. Chiffith ließ sich von seinen Gefühlen anleiten, ohne sich jedoch von ihnen kontrollieren zu lassen, hielt die Kette nun nicht zu straff und nicht zu locker. Die gundlegende Technik (oder zumindest einen Teil davon) hatte er verstanden, jetzt wendete er sie wesentlich intuitiver an, eher dem Gefühl als der konkreten Beobachtung folgend, aber doch immernoch Herr seines Tuns.

Noch während sich die Energien ihren Weg bahnten, war dem Lamproid klar, dass sie eine andere Dimension annahmen als zuvor. Was jetzt aus ihm hervorbrach, war erheblich stärker als das leichte Wehen, das er zuvor veranstaltet hatte. Verwundert wurde Chiffith sich darüber klar, dass er unbewusst nicht seine Klauenhand benutzt hatte, um die Kräfte zu sammeln und loszulassen, sondern seinen langen Greifschwanz, der im Moment des Angriffs seinem Meister entgegenpeitschte. Eigentlich war es nur logisch: Der Schwanz, nicht die sechs krallenbewehrten Gliedmaßen, waren sein vorrangiges und genaustes Greif- und Manipulationsorgan. Die Klauen zu verwenden, war beinahe, als hätte ein Mensch versucht, den Machtstoß mit den Füßen auszuführen.

Staunend und mit einem Gefühl des Triumphs beobachtete er die Auswirkung des Stoßes, der erstmals echte physische Kraft entfaltet hatte. Der kleine Erfolg weckte den Durst auf mehr und ließ ihn die ersten Anzeichen der Ermattung vergessen.


»Ich bin jetzt bereit, Meister!« verkündete er, begierig, die nächste Übung zu beginnen.

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Der Sith Lord sah sich das Schauspiel ungerührt an. Erst als die Angriffe aufhörten, löste er sich aus seiner Starre und begann den Adepten wieder ins Auge zu fassen. Seiner Meinung nach würde der Lamproid bald bereit sein und es dauerte auch nicht lange, bis sich die wurmartige Kreatur erneut zu Wort meldete. Die Anspannung war deutlich in der Macht zu spüren. Er wollte es wissen.
Draconis begab sich in Position und stellte sich locker hin. Er würde zwar nicht die Macht nicht zur Gegenwehr benutzen, sich aber dennoch nicht einfach auf das Gesicht fallen lassen.


»Ich bin jetzt bereit, Meister!«

Die Gewissheit brannte in dem Lamproiden, er wollte sich beweisen und endlich zeigen, dass er es wert war sein Schüler zu sein. Es überraschte ihn nicht, dass erst die Emotionen seine Machtangriffe beflügelt hatten und ihn nun zu diesem Urteil kommen ließen. Die dunkle Seite lockte mit dem schnellen Zuwachs von Stärke, doch ihre räuberische Natur ließ ebenso schnell wieder die Gaben verschwinden, sollte man sich als unwürdig erweisen.

“Das werden wir noch sehen. Fang an.“

Leise atmend stand Draconis keinen Zentimeter tief eingesunken noch immer, keinen Meter gewichen und noch weit vom Baumstamm entfernt. Seinen Machtschild wob der Sith mit einer Handbewegung, eine unsichtbare Barriere bildete sich einen Meter entfernt von dem Sith Lord. Unsichtbar für das Auge, würde dieses Machtwerk ihn vor den Angriffen des Lamproiden schützen. Er erwartete keine Überraschung, doch er hasste sie wenn sie ihn auf dem falschen Fuß erwischten. Der Lamproid begann und es stellte ihn bereits zufrieden. Draconis lag ein Wort auf der Zunge, welches das Verhalten des Adepten in seinen Augen am besten beschreiben würde. All der Hass der in den Attacken des Adepten gelegen hatte, all der Frust und Zorn in seinen Gedanken die ihn fast blind gemacht hatten, aber dennoch nicht haben vergessen lassen das er immer unterlegen sein würde, seine Energie hatte den Sith erstaunt. Geradezu inspiriert. Das war der Eifer der Wissbegierigen.

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Während der Lamproid sich auf den Angriff vorbereitete, wurde ihm klar, dass er sich darauf freute, Darth Draconis zu attackieren. Der Sith hatte sich seiner angenommen, ihn zu seinem Schüler gemacht, teilte sein Wissen mit ihm. Dennoch verspürte Chiffith keinen Funken Dankbarkeit. Der Lord tat nichts ohne Eigennutz, und sein Adept wusste, dass er diesem nur so viel wert war, wie er selbst leisten konnte. Es war ein Geschäft, das so lange bestand, wie sie daran profitierten; und wenn dies nicht mehr der Fall war, würden sie Feinde werden. Obwohl er bereitwillig und mit Freuden Draconis' Lehren annahm, konnte Chiffith schon jetzt nicht anders, als ihn als einen Konkurrenten, einen Widersacher zu betrachten. Als jemanden, der seinen Interessen eigentlich im Wege stand und der ihn vor allem lehren sollte, ihn selbst zu schlagen. Vielleicht gehörte dies zum Sith-Sein dazu.

Dieser Regung folgend, fiel es Chiffith nicht schwer, seine negativen Gefühle auf Draconis zu richten, seinen Beherrscher. Die Vorstellung, ihn anzugreifen und seine Wut an ihm auslassen zu können, wenn auch nur in einer einfachen Übung, reizte ihn sehr und spornte ihn an. Er betrachtete den Sith, die im Vergleich zu ihm selbst hoch aufragende, körperlich aber doch schwache Gestalt eines Menschen, den nur seine Macht über seine erbärmlichen Artgenossen erhob. Um wieviel stärker wäre Chiffith, wenn er diese Macht besäße!


»Fang an«, befahl der Meister.

»Wie Ihr befehlt, Herr«, lautete Chiffiths unterwürfige Antwort, die jedoch in Kontrast zu seinen Gefühlen stand. Am liebsten wäre es ihm gewesen, den Sith mit einem einzigen Stoß zerschmettern zu können. Wenn ihm dies irgendwann gelang, wäre er selbst der Meister.

Für die Ausführung seines Machtstoßes benutzte er nun abermals den Schwanz, nicht die Klauenarme; diese grub er alle sechs fest in den Erdboden ein, um sich noch stabilderen Stand zu schaffen und seine Kräfte besser bündeln zu können. Den Kopf, schlangenartigen Hals und den verdickten Körper, in dem die nur teilweise ausgeheilten, vernarbenden Wunden des Lichtschwerttreffers deutlich zu sehen waren, drückte er auf die Erde nieder, wie zum Sprung bereit.

Für einen Augenblick tobte Unruhe in ihm, ausgelöst von Machtphantasien, die sich auf die ferne Zukunft bezogen; auf den Augenblick, in dem er seinem Meister vielleicht abermals auf diese Weise gegenüberstehen würde, jedoch im vollen Ernst. Aber diese Gedanken lenkten ihn zu sehr ab und verhinderten so, dass er sich auf die Macht konzentrieren konnte. Zischend sog er einen tiefen Atemzug ein und zwang sich zur Ruhe, auch wenn ihm dies nicht leicht fiel, weil es seinem wilden Wesen widersprach. Den Blick genau auf seinen Gegner gerichtet, konzentrierte er sich auf die Macht, die er in sich fließen spürte.

Er holte mit dem Schwanz aus, so als wolle er einen peitschenartigen Hieb austeilen oder mit dem Giftstachel zustoßen. Sein ganzer Körper spannte sich an, und parallel dazu taten es auch die Energieströme, die durch seinen Körper liefen. Spannung baute sich auf, deren Ziel Draconis' Körper war und der Energieschild, den er vor sich geschaffen hatte, der sich Chiffiths Wahrnehmung jedoch entzog. Die Wut versuchte die Führung zu übernehmen, doch als es ihr nicht gelang, begnügte sie sich damit, den Lamproiden zu leiten, anstatt ihn zu beherrschen.

Der erste Schlag erfolgte mit einem wüsten Aufschrei und einer kraftvollen Bewegung des ganzen fünf Meter langen Körpers. Chiffith entlud eine für seine Verhältnisse beachtliche Energiemenge auf Draconis. Er nahm sich nicht die Zeit, das Ergebnis dieses Angriffs zu begutachten, sondern holte sofort zum nächsten Schlag aus, so wie er es auch in einem physischen Kampf getan hätte. Zwar konnte er die Macht nicht mit der gleichen tödlichen Präzision beherrschen wie seinen geschmeidigen, kraftvollen Körper, aber die Prinzipien waren dieselben; sie entsprachen bis zu einem gewissen Grad seinem Wesen, auch wenn ihm die Beherrschung zunehmend schwerer fiel. Ein zweiter Stoß ging in Draconis' Richtung, zielte auf desse Körpermitte.

Nun musste der Adept kurz innehalten und zweimal durchatmen, um wieder zu Kräften zu kommen. Er begann sich zu verausgaben. Doch dachte er nicht im Traum daran, eine Niederlage hinzunehmen. Er hatte ein Ziel vor Augen, das es zu erreichen galt: Die Erfüllung der Aufgabe des Sith, denn Erfolg war der Weg zur Nützlichkeit und diese war der Preis dafür, dass er die Gunst seines Herrn nicht verlor und weiterhin die Chance bekam, von dessen Wissen zu profitieren. Mit grimmiger Entschlossenheit raffte er sich abermals auf und sammelte die Kraft, entlud sie in einen dritten Angriff. Schwer atmend hielt er abermals inne.

Noch hatte er die Barriere des Sithlords nicht überwunden. Aber seine Kraft begann bereits zu versiegen. Der letzte Machtstoß war weniger stark ausgefallen als die vorangegangenen, das wusste er. Doch er musste weiter machen, auch wenn ihm dies im Augenblick kaum möglich schien. Er tastete nach den Barrieren, hinter denen seine Kraftreserven ruhten, jener Tiefe seiner Seele, die der Schmerz der Hingerichteten ihm gezeigt hatte. Dort war noch Energie vorhanden, das wusste er. Er musste nur einen Weg finden, die Hürden einzureißen, die sie zurückhielten. Es war nur eine Sache des Willens, das spürte er, ohne es wirklich zu wissen; er musste sich nur dafür entscheiden.

Doch etwas hielt ihn zurück: Der Selbsterhaltungstrieb. Chiffith wusste, dass er sich bereits einer hohen Belastung aussetzte. Welche Folgen würde es für seinen Körper, seine Gesundheit haben, die Zeichen der Ermattung zu ignorieren und ein noch höheres Pensum an Kraft aufzuwenden? Würde ihm dies Schaden zufügen, ihn auf Dauer vielleicht sogar zu Grunde richten? Abermals sah er Darth Draconis an, seine hagere Gestalt und die bleiche Haut. Auch Nergal und andere Sith, die er bisher gesehen hatte, hatten ähnliche Anzeichen körperlichen Verfalls gezeigt.

Chiffith verstand!
Dies war die Entscheidung, die er zu fällen hatte. Den raschen Erfolg und Machtgewinn zu wählen, bedeutete, einen hohen Preis zu zahlen. Mehr Kraft zu mobilisieren, bedeutete, sich zu strapazieren, sich abzunutzen. Doch die weltliche Schwächung wurde durch die Macht ausgeglichen; er konnte dadurch nur gewinnen.


Noch immer zögerte er. Doch von einer Millisekunde zur anderen hatte er seine Entscheidung gefällt. Mit reinem Willen riss er die Barriere nieder und entfesselte die Kraftreserven, die dahinter lagen. Während er zum Stoß ausholte und die prickelnden Energien in seiner Schwanzspitze ansammelte, hatte er das Gefühl, dass sein Körper ausdörrte, so als würden ihm Wasser und Nährstoffe zugleich entzogen. Er spürte, dass die Ermattung sich steigerte, doch die elektrisierende Wirkung der Macht, die ihn durchströmte, machte diese Schwäche wett.

Der Lamproid stieß ein wirklich animalisches Brüllen aus, noch während sein Körper sich weiter anspannte. Aus dem Zorn, der seinen Pulsschlag zu rasender Schnelle antrieb, erwuchs nicht nur Entschlossenheit, sondern wahre Leidenschaft.


»Seht, wie bereit ich bin!« kreischte er, als er eine Druckwelle ausstieß, die beinahe einen physischen Rückstoß auf ihn zu haben schien und deren Energien seinen ganzen Körper zittern und vibrieren ließen.

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Der Lamproide begann zuerst zaghaft, dann jedoch mit immer größerer Sicherheit die Machtstoße dem Sith entgegenzuschlagen. Darth Draconis betrachtete ihn dabei wortlos, sodass Chiffith nichts von seiner Mimik erkennen konnte. Doch war das bereits alles was der Lamproide in seinem Innersten versteckt hatte? Hatte er alles gespürt was es da gab? Natürlich konnte er es spüren, rief er sich ins Gedächtnis, er ist ein Sith, und schätzt sich selber besser, als alles um sich herum ein. Wieder, und schon wieder schoss der Lamproide eine Machtladung ab, und riss wieder und wieder, bildlich gesprochen, Stücke aus dem Machtschild des Sith Lords. Dieser jedoch, würdigte Chiffith keines Kommentars, sodass Wut in diesem aufkeimte. Der Sith empfing durch die Macht undeutliche Gefühle. Würde er diese Gefühle zu einem Satz formulieren, würde dieser ungefähr „Bin ich dir jetzt wohl nicht mehr wert genug, mich eines Kommentars zu würdigen, he?“ lauten. Vielleicht irrte er sich auch, doch beging er sicher nicht den Fehler den Schüler in seiner Rage zu stören.

Erneut schoss der Wurm einen Stoß auf seinen Meister ab, welcher ein Treffer war. Dies gab der Kreatur anscheinend den letzten Schub an Hass, denn er brauchte. Der Sith spürte wie in dem Lamproiden der Hass hoch brodelte, spürte wie er ihn am liebsten niederstrecken würde, spürte wie sein Zorn zu zerplatzen drohte. In ihm machte sich der blanke Horror des Hasses breit, verbrannte seine Seele, und sorgte für vergiftete Gedanken. Dabei schloss Darth Draconis kurz die Augen um sich an diesem frischen Schwall dunkler Energie zu laben, und sog sich noch stärker mit der umliegenden Macht voll, bis er empfand, dass er sein Maximum erreicht hatte. Chiffith steigerte sich immer mehr in seinen Hass, und spürte dabei, wie er weiter in die Macht versank, und die dunkle Seite ihn umgab. Die Saat der dunklen Seite begann zu keimen, und erste dünne Wurzeln zu schlagen, denn zum ersten Mal entfaltete Chiffith seinen Hass ungebremst, und ohne auf sich selbst zu achten. Er versuchte immer schneller immer mehr Macht zu sammeln, sodass er recht schnell ungeduldig wurde, und sich wünschte, er könnte schneller die Machtstöße abfeuern. Er wollte Darth Draconis so viel Schaden wie möglich zufügen, und obwohl es sich derzeit nur auf den Abschuss von Machtstößen auf dessen Beine handelte, steigerte er sich da rein. Der Lamproide hatte anscheinend die Zeit genutzt um ein für dessen Verhältnisse wirklich mächtigen Stoß auf den Sith zu feuern, der dessen Machtschild überwand und gegen die Brust des Sith drückte, sodass diesem die Luft aus der Lunge gepresst wurde.

Darth Draconis wusste die Schönheit des Schmerzes zu würdigen, er eiferte ihr nach und wurde selbst allzu oft künstlerisch tätig. Chiffith würde sein besten Werk werden. Eine Skulptur des Schmerzes, der Pein und des Leids. Der Sith kannte dafür nur ein Wort, das ihm nun auf der Zunge lag. Er sprach es aus, er sagte dieses eine Wort mit so viel Stolz und Genugtuung als ob er gerade eine Welt erschaffen hätte.


“Perfekt.“

Mit einem vielsagenden und zugleich nichtssagendem Lächeln auf den Lippen erhob er sich anmutig wie ein Phönix aus der Asche. Die Wahrnehmung eines Wesens ist stets eine subjektive Sache. Je nach Gemütszustand oder Beeinflussung lies sich die Wahrnehmung dehnen oder einschränken, verbessern oder verschlechtern. Die Macht bot hierzu viele Mittel an, doch auch dieses allumfassende Energiefeld konnte nicht jeden täuschen.

“Du hast die erste Phase geschafft. Jetzt beginnt Phase zwei. Du wirst mich erneut mit Machtstößen beschießen. Diesmal werde ich ein bewegliches Ziel abgeben. Du musst es schaffen mich so zu treffen, dass ich mich nicht mehr abrollen und weiterspringen kann. Um dich auch in Bewegung zu halten, werde ich dich mit allem was mir grade in die Hände kommt, beschießen.“

Wie weit würde der Lamproide in seinem Wunsch den Sith zu beeindrucken gehen? Würde er bis an die letzten Reserven gehen oder würde er bereits jetzt aufgeben und sich der Häme des Sith Lords stellen?

“Du hast zehn Minuten Zeit dich auszuruhen, danach beginnen wir.“

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Die nächste Aufgabe weckte Chiffiths Interesse. Draconis würde sich bewegen, und er selbst ebenso; dabei würden sie gegeneinander antreten, der Lamproid mit dem Machtstoß, der Sith würde ihn mit Dingen beschießen (was auch immer das zu bedeuten hatte). Zu einer statischen Übung kamen also andere Elemente hinzu, wovon einige zu denen gehörten, die Chiffith besonders gut lagen.

»Also eine Jagd«, fasste er Darth Draconis' Beschreibung der Aufgabe nach den ihm eigenen Denkmustern zusammen. »Das gefällt mir«, fügte er wahrheitsgemäß hinzu.

Die zehn Minuten, die der Sith ihm zum Ausruhen gab, schöpfte er aus, denn er brauchte sie. Die Machtstoß-Übung hatte ihn ausgelaugt. Zwar hielt die Macht ihn am Funktionieren und bot ihm eine Möglichkeit, jedes Zeichen von Schwäche niederzukämpfen, doch konnte es gewiss nicht schaden, seinem Körper und auch seinem Geist eine Pause zu gönnen. Chiffith kroch zum nächsten Bachlauf und trank. Genug um sich zu erfrischen und seinen Durst zu stillen, doch nicht zu viel, um seine Beweglichkeit nicht einzuschränken. Dann ließ er seinen wurmartigen Körper flach zu Boden sinken und entspannte seine Muskeln. Doch nutzte er die Zeit auch auf andere Weise: Genaustens betrachtete er die Umgebung und versuchte, sich jedes Detail einzuprägen; alles, was ihm als Versteck, als Deckung oder zur Fortbewegung dienen konnte, ebenso wie seinem Gegner, konnte auf den Ausgang der Übungsjagd eine Auswirkung haben.

Er hatte kein ausgeprägtes Gefühl für Uhrzeiten und ihre Messeinheiten. Deshalb war ihm nicht ganz klar, wann die zehn Minuten zu Ende waren. Er beobachtete aus diesem Grund Darth Draconis, um an dessen Verhaltensänderung zu erfahren, wann es an der Zeit war, aktiv zu werden. Er erkannte es schließlich in dem ersten Gegenstand, der geflogen kam. Blitzschnell und kraftvoll, wenn auch mit unangenehmem Ziehen in den Muskeln, huschte er in ein dichtes Gebüsch, das er sich als Deckung ausgesucht hatte. In diesem Sichtschutz glitt er zu einem hohen Baum, der ihm Deckung bieten würde, und begann, sich den Stamm hinaufzuschlängeln. Oben im Astwerk war er halbwegs vor Wurfattacken geschützt und konnte seinen ersten Machtstoß vorbereiten, bevor er seinen Standort wechselte.

Die Jagd hatte ihn schon immer inspiriert und animiert. Auch jetzt entfaltete sie ihre extrem anregende Wirkung. Gleichzeitig lockte ihn auch die Gelegenheit, sich nun unter halbwegs realitätsnahen Bedingungen mit seinem Meister messen und dabei seine Talente zeigen zu können. Da das urwaldartig überwucherte Gelände seinen angeborenen und antrainierten Fähigkeiten entgegenkam und zudem seine Schnelligkeit und Kraft in diesem Szenario deutliche Vorteile verhießen, rechnete er sich trotz seiner Ermattung einige Erfolgschancen aus. Daher war es ein Leichtes, seine negativen Emotionen in Leidenschaft zu verwandeln. Chiffith war voll bei der Sache und war gerne bereit, für die Macht, die er für diese Übung brauchte, eine weitere Überbeanspruchung seines Körpers in Kauf zu nehmen.

So sammelte er ohne Rücksicht auf seine Gesundheit die Energie, die er für einen Machtstoß brauchte, und wartete auf eine Gelegenheit, sie auf Darth Draconis loszulassen.


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Der Sith Lord wartete die zehn Minuten ab, die er dem Nichtmenschen geschenkt hatte. Dabei amüsierte ihn noch immer der Gedankengang des Lamproiden. Eine Jagd, so konnte man das Ganze auch sehen. Die Kreatur bewies Kampfgeist, er hielt mehr aus als so mancher Mensch vor ihm. Das gefiel dem Sith Lord. Als die Zeit vorbei war, beschloss der Sith seinem Schüler keine Nachricht zu geben. Er würde bemerken wenn es losgehen würde. Wortlos ging Draconis in die zweite Phase der Übung über, und fing an gezielt umher zuspringen, und sich an dem Baum, an Wänden, oder simpel am Boden abzustemmen, um so über den Lamproiden hinwegzufliegen, und ihn dabei mit den umliegenden Steinen zu bombardieren. Dieser hatte direkt reagiert und einen wohl vorbereiteten Machtstoß gegen den Sith geschickt, der einige Äste des dahinter stehenden Baumes zum Abbrechen brachte. Mittels der Macht lies er die Steine auf seinen Adepten wie scharfe Geschosse herabdonnern oder zufliegen, sodass sich Chiffith zunächst einem nicht blockbaren Hagel aus Steinen ausgesetzt sah. Mehrere Steine mit scharfen Kanten bohrten sich in sein Fleisch, und ließen den Adepten noch mehr in Rage geraten. Er setzte sich ebenfalls in Bewegung, und visierte erneut den Schüler an. Dieser schoss einen Machtstoß ab, der jedoch nur den Oberarm des Sith Lords streifte, und ihn zwar ein wenig wanken lies, dieser sich jedoch gekonnt an einem Baumstumpf abstieß und weitere Steine auf seinen Adepten lotste.
Währenddessen traf die abgeschossene Macht auf Chiffiths Meister, zog ihm mit der Geschwindigkeit, mit der sie ihn traf die Beine weg, sodass Draconis fiel, sich dabei jedoch abstützen konnte. Er stand wieder auf, und erwartete die nächste Welle. Chiffith hingegen sog die Macht erneut auf, und sorgte für eine weitere Welle des Hasses in Form eines Machtstoßes.

Während einer kurzen Sekunde der Unaufmerksamkeit, schoss Draconis weitere Steine auf den Adepten, und sorgte damit, dass einige neue Wunden den Körper Chiffiths zierten. Er hielt kurz inne, sammelte, und sprang weiter. Er sammelte immer weiter, mit beiden Händen, und sprang immer wieder in zickzack Bewegungen weg. Er sah nun, wie Draconis einen größeren Stein auf ihn lenkte. Chiffith nutzte die gesammelten Reserven, und schoss ihn auf den Stein ab, sodass dieser plätschernd in den nahe liegenden Bach fiel. Erneut fing er an zu sammeln, und als er seine Zeit gekommen sah, wusste er was zu tun war.
Chiffith jedoch, setzte seine Versuche seinen Meister zu treffen verbittert fort. Immer wieder versuchte er sich mit Machtstößen, doch sein Meister war erstaunlich agil. Chiffith ging dazu über für eine kurze Zeit nur noch zu springen, um damit zu versuchen seine Machtreserven aufzuladen. Erneut trafen ihn zwei Steine, welches seinen Zorn erneut erweckte. Chiffith sprang hoch, und schoss einen Machtstoß ab, der Draconis von der Seite erfasste. Draconis hingegen hatte Zeit genug sich abzurollen, sodass Chiffith weiterhin versuchen musste, ihn zu bezwingen.
Immer weiter versuchte er Treffer auf seinen Meister zu landen, und mit jedem fehlgeschlagenen Treffer, wuchs seine wieder abgeschwächte Rage wieder an. Dieser jedoch fiel auf den Rücken und machte in einer flüssigen Bewegung einen Salto, sodass Chiffith erneut drohte, zu zerplatzen.

Als Draconis direkt über ihm war, feuerte der Lamproide Stöße ab, welche Draconis am Bauch und ein wenig an den Beinen trafen. Draconis, so dachte der Lamrpoid anscheinend, würde nicht damit rechnen, dass er ihn höher befördern würde, als tiefer. Draconis flog nun erst mal nach oben, was dem Wurm ein kleines bisschen Zeit verschaffte. Der Sith musste im selben Moment noch Schmunzeln, sein Schüler bewies Finesse. Dieser sah seine Zeit gekommen, und stoß sich selber mit einem Machtstoß vom Boden ab, sodass es ihm gelang über Draconis zu sein. Er sammelte, und legte seine gesamte Kraft, seinen geballten Hass, einfach alles was er hatte, in einen mächtigen Machtstoß, welchen er abfeuerte, als er genau über Draconis war, sodass dieser genau getroffen wurde. Dieser Stoß hatte ihn mit Wucht getroffen, der Sith wirbelte herum und schaffte es mit einem Salto auf den Boden zu kommen und sich von dort wieder abzustemmen. Der Lamproid hatte die Aufgabe noch nicht bewältigt.


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¦¦ Coruscant ~ mittlere Ebenen ~ Sektor F ~ Seitenstraße vom Einkaufszentrum ¦¦ Shana ~ Arkon ~ Vorin ~ Atoras ~ Draugir ~ Mara ~ Sinoué & Miley

Sie hatten sowohl das Thema Machtsuche, als auch viele andere Themen bald abgehakt und sich stattdessen entschieden, endlich zu verschwinden. Auch wenn es ihr nicht gefiel, im Moment konnten sie rein gar nichts für ihren Meister tun, und sahen besser zu dass sie endlich in Sicherheit kamen. Also teilten sie sich wieder auf und Vorin verschwand mit den beiden Neuankömmlingen. Sie bliebt bei ihrer Gruppe, die sich mithilfe der Twi'lek sicher entlang Coruscants unüberblickbarer Pfade bewegte. Diese führte sie zu einem Wohnblock in den unteren Ebenen, der sich in seiner Art und Weise keinerweise von anderen Megablöcken unterschied. Für das Erste sollten sie hier untertauchen können und sicher sein. Am Ende landeten sie in einer kleinen Wohnung, die ebenso unauffällig und für die Gruppe gerade noch so ausreichend war. Völlig fertig ließ sich die Blondine auf's Sofa fallen und keuchte erleichtert auf. Endlich musste sie nicht mehr laufen. Endlich konnte sie ihre Sohlen schonen, die bereits wieder penetrant schmerzten.

Es dauerte nicht lange bis Miley von irgendwoher ein Kissen herbeizauberte und es ihr ermöglichte ihre Füße hochzulegen. Ahh! Was für eine Wohltat. Sie sprachen nicht viel, irgendwie war jeder für den Augenblick mit sich selbst beschäftigt. So verging die Zeit recht schnell bis die restlichen Gruppenmitglieder eintrafen. Doch der Jedi-Meister lud nur seine Ladung ab. Denn er würde sich gleich wieder auf den Weg machen um Markus abzuholen, der sich inzwischen gemeldet hatte. Sollten noch etwaige Restzweifel bleiben, spätestens als Shana den Tarnnamen ihres Meister hörte, konnte sie diese endgültig zerstreuen. Mit dieser Information bewaffnet, verschwand der blonde Jedi wieder und ließ die Schüler und Ritter zurück. Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Die ganze Zeit hatte sich Markus nicht gemeldet, weshalb sie schon befürchtet hatte den Kontakt zu ihm zu verlieren. Immerhin war es so gut wie unmöglich ihn zu finden, wenn sie keine Möglichkeit hatten zu kommunizieren. Doch da alles gut gegangen war, konnte sie sich wieder beruhigen.

Die Zeit nutzend, wandte sich die verunsichernd junge Jedi (Mara) ihr zu und kümmerte sich erneut um ihre Verletzung. Es war wirklich erstaunlich. Ähnliches hatte sie bei Chesara erlebt, die eine ziemlich böse Blasterverbrennung fast komplett geheilt hatte. So mächtig konnte das Mädchen natürlich nicht sein, aber sie half ihr doch immens, da die Schnitte nicht ganz so verheerend waren wie der Blastertreffer. Hätte sie gewusst wie anstrengend dies war, hätte sie die andere aufgehalten. Erst als sie anfing zu wanken, begriff sie und hielt das Mädchen fest.


"Dankeschön. Aber nun solltest Du dich auch erstmal ausruhen." , schlug sie vor, was die andere dann auch befolgte. Es blieb die restliche Zeit eher still, was wohl auf die allgemeine Erschöpfung zurückzuführen war. Ihr ging es nicht anders. Der Tag war unglaublich lang gewesen. Mit Sicherheit war sie schon weit länger als 24 Stunden wach, die einen Tanzabend, Drogenkonsum und eine Flucht ums eigene Überleben beinhalteten. Wenig verwunderlich döste sie relativ schnell weg und tankte wieder ein wenig Kraft. Durch die Behandlung spürte sie kaum noch Schmerzen, bzw. waren diese gut genug zu ertragen um ihren Schlaf nicht zu behindern.

Sie kehrte aus dem Schlummerland wohl zur gleichen Zeit zurück wie die anderen, als nämlich die Klingel ertönte und die hoffentliche Rückkehr der Meister ankündigte. Gähnend rieb sich die hübsche Blondine den Schlaf aus den Augen und versuchte wieder einigermaßen klar zu werden. Wenn nun alle wieder versammelt waren, würden sie bestimmt erfahren wie es weiterging. Nicht einmal eine Minute später öffnete sich die Tür und Vorin trat mit einem seltsamen Spruch ein. Der erste Gedanke war aufzuspringen und Markus stürmisch zu umarmen. In ihrem Kopf malte sie sich aus wie sie sich freudig umarmten und ihre Lippen schließlich die seinen fanden. Doch es kam alles anders. Ganz anders.

Mara sprang auf und stürmte aus dem Raum in Richtung der Toiletten. Markus trat ein und bot einen alles andere als vorzeigbaren Eindruck. In dem Moment verstand Shana die Bemerkung des jüngeren Meisters, konnte diesen Gedanken aber nicht zu Ende denken. Denn auf einmal fiel sie. Bodenlose Leere hatte sich vor ihr aufgebreitet und sie fiel direkt in sie hinein. Es war als wäre plötzlich nichts mehr da, nur noch das Nichts, das unausweichlich schien. Doch nur für einen Moment, dann kehrte sie schwindelnd wieder in die Realität zurück. In dieser erwarteten sie Schreie, bzw. eine panische Stimme neben sich. Was zum ...?

Sie verstand nicht so wirklich was geschah, doch das Gefühl der Leere war zurückgeblieben und hatte sich in ihrem Magen manifestiert. Verwirrung ergriff sie, vor allem, da sie offenbar nicht die Einzige war die von diesem ... Phänomen betroffen worden war. Sinoue spürte es in ihrem Kopf, dem Anschein nach wesentlich intensiver als sie es wahrnehmen konnte. Die Aufforderung es (?) zuzulassen half ihr da wenig weiter. Solche "Gefühle" hatte sie noch nie erlebt, weshalb sie einfach nur keuchend auf dem Sofa saß und völlig verständnis- und ratlos in die Runde blickte. Ihr einziger Wunsch war es, dass es wieder aufhörte. Markus schien davon weniger beeinflusst zu werden und setzte sich zu ihnen. Wobei die Dunkelhaarige augenscheinlich mehr Hilfe brauchte als es bei ihr der Fall war. Was bedeutete das alles? Unter leichtem Schmerz versuchte sie zu schlucken, was aber den Kloß in ihrem Hals etwas lockerte. Was war das nur für ein Tag? Nichts hatten sie unter Kontrolle, sie wurde stetig getrieben, ohne zu wissen, wie das eigentlich alles geschehen konnte.

Vorin verschwand für eine Weile im Wohnungsflur, kehrte aber kurz darauf zurück um sich erneut zu verabschieden. Offenbar gab es zu wenig Decken und andere Dinge die sie brauchten. Hm, ob dies zum jetzigen Zeitpunkt so klug war? Immerhin waren sie gerade erst entkommen. Sollten sie nicht versuchen erstmal keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Aber wer war sie schon etwas dagegen zu sagen. Vielmehr wollte sie nicht weiter im Dunkeln tappen und wandte sich an Markus, dessen Geruch sie zwar wahrgenommen hatte, der aber inzwischen in den Hintergrund gerückt war.


"Was war das? So etwas habe ich noch nie gespürt. Es war als würde ich plötzlich in ein schwarzes Nichts fallen. Mir ist immer noch flau im Magen. Und wie kann es sein, dass wir es alle fühlen konnten?"

Oftmals war es am einfachsten, schlicht zu fragen wenn man etwas nicht verstand. Wobei ein Teil von ihr skeptisch war ob sie die Antwort überhaupt hören wollte. Doch am Ende siegte meistens doch ihre Neugier, dies war beinahe so unumstößlich wie ein Naturgesetz.

¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ Gebäudeblock ~ Wohnung Nr. 2S11M ¦¦ Shana ~ Arkon ~ Markus ~ Atoras ~ Draugir ~ Mara ~ Sinoué & Miley
 
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