Coruscant

Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn

Ian mochte sonst den Dialog mit Eowyn suchen und sich mit ihr auf einer Ebene unterhalten können – so aber nicht jetzt. Sicher, er sprach nicht von oben herab mit ihr, aber auch nicht von Partner zu Partnerin. Bei seinen Regeln gab es keinen Kompromiss, denn jeder davon hätte zwangsläufig dazu geführt, dass Ian diese ‚Übung‘ nicht hätte durchführen können. Er musste alles ausblenden, selbst Eowyn, denn wenn er nur eine Sekunde daran dachte, was geschehen konnte, welche Schmerzen sie haben würde, welche Schmerzen er ihr zufügen würde – er hätte sofort den Raum verlassen. Ian hatte sich nicht umsonst geschworen, nie wieder die Dunkle Seite zu nutzen. Blitze zu verwenden war ein heikles Thema. Es war möglich, diese Attacke zu nutzen, ohne sich der Dunklen Seite zu bedienen, aber machte ein Einsatz dieser Technik – wenn auch mit guten Absichten – etwas Gutes daraus? Auch das bedachte Ian besser nicht.

Sie hängte das Lichtschwert zurück an den Gürtel, ohne auch nur eine einzige Sekunde zu zögern. Und da blendete Ian alles aus. Den Raum, Eowyn, seine Gedanken. Eigentlich war es grotesk. Es war, als stünde er alleine, irgendwo im Nirgendwo, als sehe er sich von oben, aber ohne dabei überhaupt zu erkennen, wer er war. Sah er sich dann überhaupt? Nahm er überhaupt etwas wahr? Nein. Vielleicht war das, was Ian nun sah, am einfachsten mit Schwärze zu beschreiben. Da war nichts. Nichts sichtbares, nichts fühlbares, nicht einmal Eowyn. Da war jemand. Aber jemand ohne Gesicht, jemand, an dem Ian vorbei sah, durch den er hindurch sah und so funktionierte es. Einzig und allein drei Dinge waren es, auf die Ian sich konzentrierte.

Er schirmte sich in Perfektion ab, sich, seine Gedanken, seine Gefühle, seine Angst, vor Eowyn und vor sich selbst.
Er konzentrierte sich auf diese verfluchten Blitze.
Und er – nicht Ian - konzentrierte sich auf jeden Atemzug von Eowyn. Nein. Von Jemand. Wenn da etwas war, das ihn erreichte. Ein Stopp. Ein Halt. Ein anderes Zeichen. Er würde es erkennen, noch bevor es ausgesprochen oder angedeutet werden musste.

Sie wehrte die Blitze ab, ohne Probleme und er intensivierte sie, damit sie ein besseres Gefühl dafür bekam. Erst als der Dunkelhaarige sicher war und so etwas wie Sicherheit von ihr ausgehen zu spüren glaubte, sprach er sie wieder direkt an.

„Jetzt ohne Lichtschwert. Ich werde sie erst abschwächen. Und dann langsam stärker werden lassen.“


Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn
 
Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian

Die nächsten Blitze brachten ihr Erfahrung und Sicherheit. Einen nach dem anderen wehrte sie ab, oder eher, fing sie ein, bis Eowyn langsam das Gefühl für so etwas wie Routine bekam. Natürlich war es noch keine wirkliche Routine, die würde sich erst nach vielen, vielen weiteren Versuchen einstellen, aber es funktionierte. Sie tat das, was sie tun musste, und ihr Schwert tat das seine - sowie Ian. Eowyn gab sich Mühe, keinen Gedanken daran zu verschwenden, wie er sich gerade fühlte, doch hin und wieder blitzte ein kleiner Fetzen in ihrem Kopf auf. Was, wenn er sie einmal treffen würde? Er würde es sich nie verzeihen... alleine deshalb schon musste sie alles meistern und bewältigen. Nicht für sie, sondern für Ian...

Aber nun wurde es ernst. Ians erste Worte seit Beginn des Trainings führten dazu, dass Eowyns Herz erneut schneller klopfte. Langsam deaktivierte sie die Klinge und hängte ihr Schwert an den Gürtel. Jetzt galt es. Sie durfte jetzt nicht versagen. Wochenlanges Training... für diesen Moment. Oder eher, für diese Momente. Denn hoffentlich würde es nicht nur einer sein.
Was wenn doch? Was, wenn sie sofort versagte?
Sie nickte Ian zu.
Einen Moment. Sie musste sich erst erneut sammeln.
Mit geschlossenen Augen suchte sie ihre Mitte. Sie musste die Energie, die Ian ihr zuschoss, weiterleiten, irgendwohin, fort von ihr, weit weg, irgendwohin, wo sie niemandem schaden konnte... Eowyn atmete ruhig ein und aus, suchte ihre Verbindung zur Macht, versuchte, sie so stark wie möglich zu machen. Die Macht half... sie unterstützte... nein, noch mehr, sie
schützte, schützte davor, dass die Energie sie treffen konnte, ein goldenes Schutzschild, das sie umspannte, das sie vor allem bewahrte. Und zusätzlich ihr mentales Lichtschwert, das vor ihr schwebte und alles abwehrte, was ihr gefährlich werden konnte... Dieses Mal musste es gleich klappen, nicht wie beim ersten Versuch mit dem Telematen. Aber sie konnte den Telematen mittlerweile beherrschen... dann schaffte sie es auch mit diesen Blitzen. Sie musste nur darauf vertrauen. Vertrauen. Einfach vertrauen. In sich selbst, in die Macht, in Ian...

Bereit, sagte sie, während sie die Augen wieder öffnete und Ian entgegensah.
Der erste Miniatur-Blitz zuckte auf sie zu, und es war, als wäre er einer der Blasterschüsse - klein, unbedeutend, problemlos ablenkbar. Das leichte, kaum spürbare Kribbeln in ihrer Hand, mit der sie diesen kleinen Energiestoß abwehrte, war nicht größer als bei den durchschnittlichen Telematenschüssen, aber das hier war auch kein echter Energieblitz gewesen. Das war ein Test... Ian arbeitete sich langsam hoch.

Alles okay. Weiter. Der nächste Blitz war stärker, aber auch ihn konnte Eowyn abwehren. Es funktionierte... zumindest in Ansätzen. Ein weiterer Blitz folgte, damit waren sie bei dreien - und langsam, sehr langsam wurde die Energie stärker. Ian ließ ihr ausreichend Zeit zwischen den Versuchen, aber Eowyn dachte darüber nach, bald eine Pause vorzuschlagen. Sicher war sicher - sie hatte heute mittag schon trainiert. Ein paar Versuche würden noch funktionieren, dessen war sie sich gewiss, aber zur Sicherheit sollten sie danach unterbrechen. Ihr durfte schließlich kein Fehler unterlaufen - und der nächste würde sicher wieder etwas stärker sein als der vorherige.
Wie die letzten Male bereitete sie sich darauf vor, gab Bescheid, als sie sich bereit fühlte - und merkte dann, in dem Sekundenbruchteil, als Ian den nächsten Schwall Energie losschickte, dass sie einen Fehler gemacht hatte.
Ian hatte sie davor gewarnt, und bald, in der Zukunft, wenn sie mehr Erfahrung hatte, würde es auch kein Problem darstellen. Vielleicht wäre es auch jetzt keines gewesen, hätte sie nicht einen Moment gezögert durch die unerwartete Wendung: sie hatte schlicht und einfach noch ihre Augen geschlossen.
Eowyn blieb nicht einmal Zeit, um gedanklich einen Fluch auszustoßen, sie musste nun versuchen, so viel Energie wie möglich zu absorbieren oder zu reflektieren - und das war der zweite Fehler.
Sie konnte sich nicht entscheiden.
Instinktiv hob sie ihre rechte Hand, die sie bisher immer unten gelassen hatte, und absorbierte einen Teil des Blitzes, den Ian losgeschickt hatte, rief dann erst mit ihrer linken ihr Schwert in ihre Hand, aber es war bereits zu spät.

Das nächste, was sie wusste, war, dass sie auf dem Boden lag, und Schmerz durch sie hindurchzuckte. Schmerz, wie sie ihn noch nie gefühlt hatte, denn er war einfach
anders als die vielen Kampfverletzungen, die sie sich bisher zugezogen hatte, anders als ihr gebrochener Arm, anders als die Blessuren nach dem Absturz. Er war nicht aufhaltbar, nicht lokalisierbar, er war überall und machte, dass sie nicht wusste, wo sie ihn zuerst eindämmen sollte, wo sie sich halten sollte, er machte sogar unmöglich, dass sie sich einigelte, obwohl sie wünschte, sie konnte fliehen und alles zurücklassen.
Dann aber war das schlimmste vorbei. Es hatte nicht lange gedauert, zum Glück, und langsam, durch einen Nebel, wurde Eowyn das Ausmaß von alledem klar. Sie wünschte, sich bei Ian entschuldigen zu können, ihn anzuflehen, dass es ihr Leid tat, dass er keine Schuld trug, dass es ihr Fehler gewesen war, aber sie wusste gerade nicht, wo er war, und außerdem wusste sie gerade nicht sicher, ob ihr Mund und ihre Zunge ihr auch gehorchen würden.


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Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn

Der Anfang funktionierte ohne Probleme, aber Ian ließ so schwache Blitze aus seinen Händen hervorgehen, dass vermutlich selbst ein Padawan keine größeren Probleme gehabt hätte.
Wenn Ian sich selbst nicht sah und auch nicht Eowyn, wenn da einfach zwei Machtanwender waren, dann arbeiteten sie sich langsam voran, tasteten sich vorsichtig nach vorne, darauf bedacht, die Möglichkeit einzuräumen langsam zu lernen, aber und das war das entscheidende, zu lernen.
Wenn um einen Moment gebeten wurde, wurde dieser Moment gewährt. Sekundenentscheidungen, die genau abgepasst wurden. Bereit? Bereit. Nicht bereit? Nicht bereit.

Doch der erste Fehler kam und auf ihn folgte ein zweiter. Sie hatte die Augen geschlossen – etwas, das ihr eigentlich hätte helfen sollen. Der gewünschte Effekt aber trat nicht ein, das erste Zögern kam und das leidliche an kleinen Fehlern war, dass sie meistens eine Kettenreaktion auslösten. So auch jetzt. Der Dunkelhaarige spürte das kurze Zögern und er wusste: Sie handelte nicht instinktiv, sondern überlegte, ob es nun besser war, die Blitze zu reflektieren, oder sie zu absorbieren. Vielleicht dauerte es weniger als eine Sekunde, diesen Gedanken zu hegen, weniger als einen Augenaufschlag, aber das Zögern genügte und der Dunkelhaarige zwang sich dazu, die Salve, die er hervorgerufen hatte, nicht abzuschwächen, die Position seiner Hände beizubehalten. Und er traf, denn das Schwert wurde zu spät erhoben.

Erst als sie auf dem Boden lag und damit absolut fest stand, dass sie nichts mehr ausrichten konnte, unterbrach der ehemalige Sith seinen Angriff, absorbierte ihn selbst, damit seine Auswirkungen schneller endeten und war, mit nur zwei Schritten, direkt bei ihr. Ihr Atem, ihr Gesichtsausdruck – beides wurde gesehen und gehört, aber bewusst machen? Bewusst machen durfte er sich das nicht. Aber etwas anderes. Er hatte gesagt, dass sie üben würden. Er hatte sich darauf eingelassen, aber er ließ es sich nicht nehmen, ihr eine ganze Woge, nein, ein ganzes Meer an Beruhigung zu senden, um es ihr so schnell es eben ging, Erholung zu ermöglichen.
„Das war gut,“ sagte er dann, klang beinahe wieder wie er selbst, doch noch immer wie irgendein Lehrer, der beinahe nüchtern analysierte. „Nur das Zögern nicht. Reflektieren ist einfacher, wenn die Konzentration einen kurzen Aussetzer hat, oder wenn etwas anderes geschieht.“ So wie es eben einfacher war, einen Ball, der zu hart geworfen wurde, abzuwerfen, anstatt ihn zu fangen. „Eine Pause. Und dann noch ein Versuch?“


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Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian

Es dauerte nicht lang, bis Eowyn Ians Füße sah und dann noch mehr von ihm. Sie wartete auf seine Vorwürfe oder auch seine entsetzten Ausrufe, aber da war nichts. Nur eine beruhigende Welle, die über sie hinwegströmte und es ihr einfacher machte, sich langsam mühsam wieder aufzusetzen. Das war gut? Irritiert starrte sie Ian an. Was bitte schön war daran gut gewesen?!? Sie hatte sich völlig verzettelt in ihren Reaktionen. Und, dass das Zögern nicht gut gewesen war, das wusste sie auch... eine schnippische Antwort lag ihr auf der Zunge, aber Eowyn schluckte sie herunter. Es war ihr Fehler, nicht Ians. Sie war frustriert und enttäuscht über sich selbst, das brauchte sie nicht an ihm auszulassen. Aber, dass Reflektieren für sie wesentlich schwerer war als Absorbieren, das hatte sie ihm schon vor Wochen erklärt. Trotzdem. Es war ihr Fehler, nicht Ians.
Und endlich hatte sie ihre Sprache wieder gefunden.
Es tut mir Leid, murmelte sie und sah Ian an um Berzeihung bittend an. Ich habe nicht...
Was sie nicht hatte, das würde Ian womöglich nie erfahren, denn unwirsch und völlig ungewohnt unterbrach er sie. Interessierte sich kein bisschen für ihre Entschuldigung. Seine Frage? Sie sollte seine Frage beantworten? Welche Frage, und verdammt, war das nicht momentan viel unwichtiger? Einen Moment lang starrte sie Ian völlig aus dem Konzept gebracht, beinahe schon entsetzt, an, bevor sie sich an seine Frage erinnerte. Eine Pause. Und dann noch ein Versuch.
Ians Lehrerposition wurde immer deutlicher. So hatte sie ihn noch nie erlebt, er verhielt sich völlig anders als sonst. Seine komplette liebevolle Art war verschwunden, versteckt hinter Professionalität und Distanziertheit. Nicht das, was sie sich momentan wünschte oder brauchte - aber vielleicht das, was Ian brauchte... Also war es so.
Was aber nicht hieß, dass es ihr in ihrem Frust gefiel.

Eowyn schüttelte den Kopf. Gut, wenn Ian dieses Training auf diese Weise durchzog, dann würde sie das auch tun.
Nein. Keine Pause. Langsam, aber entschlossen stand sie auf. Ihr rechter Arm, der die größte Wucht abbekommen hatte, kribbelte noch heftig, der restliche Körper fuhr langsam wieder auf einen Normalzustand herunter. Keine lange. Eine halbe Minute. Dann weiter. Jetzt würde sie ganz sicher keine Pause machen, oh nein. Jetzt lief sie erst einmal richtig warm. Ian wollte ihr etwas beibringen? Sie würde lernen. Oh ja, sie würde lernen, stang, und zwar so gut, dass kein verdammter Sith ihr jemals auf diese Art und Weise Schaden zufügen konnte. Nicht einmal diese Missbildung von einem Noghri.

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Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn

„Es ist mir egal, was du hast, oder nicht,“ erwiderte Ian, noch ehe Eowyn überhaupt dazu kam, ihren Satz zu Ende zu sprechen und diesmal klang er dabei alles andere als freundlich – nicht einmal verständnisvoll. Viel eher klang er barsch, beinahe so, als bestrafe er sie mit seiner Stimme, „Ich habe gefragt, ob du eine Pause willst, oder nicht.“ Eine Entschuldigung oder irgendetwas anderes, das ihn denken und empfinden ließ, wollte Ian nicht, denn sonst hätte er eingestehen müssen, dass nicht Eowyn diejenige war, der es leid zu tun hatte. Sonst hätte er sich eingestehen müssen, dass er hier auch etwas tat, von dem er hatte Abstand nehmen wollen. Wesen weh zu tun. Eowyn weh zu tun. Dann hätte er Eowyns gequälten Gesichtsausdruck nicht ertragen und ihr schmerzvolles Aufstöhnen von vorhin, wäre wieder in seinen Ohren gewesen. Alles, was ihn zurück auf die Beziehungsebene mit Eowyn brachte, würde nur etwas zurückbringen, was jetzt keinen Platz haben durfte. Er wollte nicht hören, dass sie ihm widersprach, dass sie irgendetwas sagte, dass auch nur darauf hinaus lief, dass sie sich einen Fehler eingestehen musste. Was Ian jetzt am allerwenigsten gebrauchen konnte, war eine Eowyn, die sich auch nur im Ansatz schlecht machte. Training für den Ernstfall. Ein Ernstfall, vor dem Ian viel zu große Angst hatte. Und Angst hin oder her – in einem Ernstfall würde kein Gespräch stattfinden, auf diesem verfluchten Nest der Dunklen Seite auf Bastion gab es keine Entschuldigungen, kein Mitleid, kein Verständnis, kein gar nichts. Die Regel des Stärkeren, mehr nicht.

Eowyn stand langsam auf und Ian musste auf den Boden starren, um nicht erkennen zu müssen, dass ihr das nicht so einfach fiel. Die Art wie sie ihren Arm hielt, die Abfolge ihrer Bewegung – ausblenden.
In der halben Minute, in der Eowyn sich sammelte, in der sie versuchte, wieder zu Kräften zu kommen, sammelte sich auch Ian. „
Verlass dich nicht auf deine Augen und…“ nun sah er Eowyn doch an, „wenn es dir einfacher fällt, zu absorbieren, dann verstärke das.“ Beinahe wollte Unsicherheit in seine Stimme brechen, aber Ian biss sich auf die Zunge. Sie hatte die zweite Hand spät gehoben, vielleicht wäre sie erfolgreicher gewesen, hätte sie es früher getan. Sicher, wusste das vermutlich selbst und dennoch: „Wenn es dir mit beiden Händen einfacher fällt, mach es gleich so, auch wenn die Blitze schwach erscheinen. Und zur absoluten Not, mach etwas anderes. Etwas, was deinen Gegner aus dem Konzept bringt. Bring ihn eine Sekunde zum Zögern.“ Ihn? „Bring mich eine Sekunde zum Zögern.“ Schließlich ging es im Ernstfall nicht darum, über Minuten hinweg die Kräfte zu messen, indem man absorbierte oder reflektierte.
„Also, weiter.“ Und so stiegen sie wieder ein, wo sie eben aufgehört hatten, erneut mit der Option, die Blitze zu verstärken, je besser Eowyn wurde.


Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn
 
[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Raumhafen] Ganner, Siva

„Ach was,“ kommentierte Siva und knuffte Ganner, ohne zu überlegen, in die Seite. „Eben deswegen hab ich’s ja gesagt. Bis ich so weit bin, dir in Perfketion zu helfen, was Psychometrie besitzt, haben wir schneller einen Rat gefunden.“ Aber gut, wenn der werte Herr ja eh schon Jahre auf der Suche war, was machten da schon ein paar Monate mehr? Das wäre Sivas Einstellung gewesen, aber so ganz leicht bezweifelte sie eigentlich, dass es Ganner auch so sah. Nun musste sie aber eben mit dem, was er sagte, etwas anfangen. Und was er sagte, machte nun mal diesen Eindruck, auch wenn der gar nicht zu eben passte, wo er doch viel eher aufgelöst war.

„Bei den Jedi wir alles anders. Brot, Brötchen, gewöhn dich besser gleich dran. Am Ende wirst du zu einem Baguette.“

Ihre Frage, bezüglich einem kontakt mit der Macht, brachte Ganner zum Überlegen und in den ersten Sekunden wurde deutlich, wie blöd er die Frage eigentlich fand. ‚Die Macht? Ist doch Humbug‘; lag da doch ganz deutlich als Aussage zwischen ihnen, aber Ganner sagte das nicht, sondern überlegte und nannte dann doch ziemlich prompt gleich mehrere Erfahrungen, die natürlich, naaaaaaaaatürlich überhaupt niemals nie ein Hinweis sein konnte.
„So ein Bauchgefühl ist natürlich phänomenal rational erklärbar,“ grinste Siva schließlich. „Und was du da so Glück nennst, nenn‘ ich unbewussten Einsatz der Macht. Gefangen zu sein, sich dann aber zu befreien, obwohl das nicht erklärbar ist? Klingt nicht wie Glück, sondern wie etwas, das größer sein muss.“ Deswegen konnte Siva also eine Menge damit anfangen.
„Aber damit du mir glaubst, machen wir eine kleine Exkursion, hier im Raumhafen. Wenn du ich umsiehst, was siehst du?“ Es wuselten einige Jedi hier herum, und dann waren da natürlich die ganzen Schiffe. Vielleicht würde Ganner das jetzt sehr schnippisch antworten. „Und danach mach die Augen zu und sag mir, was du wahrnimmst.“

[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Raumhafen] Ganner, Siva
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum - bei Radan - in der Nähe von Elise, Markus und Wes

Zuerst hatte sie lachen wollen und ihm sagen, das Kyran natürlich sein Sohn war, dann verstand sie das Radan nicht ihren gemeinsamen Jungen meinte sondern natürlich auf ihre Frage von eben antwortete.

Bitte was?

Alisah sah Radan fassungslos an, schob dem Arm weg, den er um sie gelegt hatte und stand auf . Für den Moment vergas sie auch wo sie sich befanden und das hier noch mehr Personen waren.
Sein Sohn? Eine andere Frau?


Das is nicht dein Ernst!
Dein Sohn?


Ein bisschen war ihr der Ton entgleist, als sie das sagte, ein kurzer Seitenblick zu den drei anderen im Raum, lies sie aber nicht laut werden sondern nur einfach den Kopf schütteln während sie begann am Rand ein paar Schritte hin und wieder zurück zu tigern, auf ihrer Unterlippe zu kauen und mehrfach an zu halten, Radan an zu sehen, etwas sagen zu wollen, dann doch kein Wort mehr raus zu bringen und wieder weiter zu tigern
Dass er schon Kinder hatte, wusste sie ja. Aber die waren teilweise sogar älter als sie gewesen und deren Mütter natürlich auch. Außerdem waren sie auf seinem Planeten gewesen und... nun ja... . Es war kompliziert gewesen und es war alles lange her. Aber das...?
Ohne zu fragen griff sie nach Radan's Com und rief die Nachricht dieses Kindes auf.
Es war eine kurze Nachricht, wirkte irgendwie spontan und so ein Mist, der Kleine wirkte sogar richtig sympathisch. Es wäre wahrscheinlich einfacher gewesen ihn ab zu tun, wenn sie ihn nicht gemocht hätte aber dazu wirkte er zu nett und sah seinem Vater viel zu ähnlich. Verdammt, Radan konnte es wirklich nicht leugnen sein Vater zu sein.
Und Radan wusste es nicht? Wie konnte er es nicht wissen?
Nicht mal ahnen? Aber dazu akzeptierte er es irgendwie viel zu Widerspruchslos, dass da ein Kind war. Sahra hieß die andere Frau und das Radan erwähnte, dass es vor ihrer gemeinsamen Zeit gewesen war, half Alisah nicht wirklich. Einen Moment funkelte sie Radan vorwurfsvoll an, dann erinnerte sie sich an ihr eigenes, kleines dunkles Geheimnis, dessen Offenlegung sie immer wieder vor sich her schob und das sie auch jetzt nicht offenlegen konnte.
Welches Recht hatte sie also ihm böse zu sein, für etwas, das vor ihrer Zeit lag. Es war merkwürdig das Kyran da plötzlich einen großen Bruder hatte. Aber Radan war ihr nicht untreu gewesen und so merkwürdig es sich für sie anfühlte sie hatte keinen Grund ihm die Hölle heiß zu machen.
Verdammt noch mal, wieso geschah immer ihr so was Merkwürdiges?
Oder.... einen Moment lang wanderte ihr Blick zu Wes hinüber und sie fragte sich ob dieses ganze, surreale Szenario nicht eine Kreation ihres Meisters war. Vielleicht eine Retourkutsche für ihr "Spielchen" mit Elise?
Nein, so sehr sie es sich auch wünschen mochte, es war keine Illusion. Das Kind da war real und es war Radan's Sohn.
Mittlerweile war Alisah wieder stehen geblieben und sah Radan direkt in die Augen während sie ihm sein Com wieder gab.


Is nicht so, dass ich Freudensprünge machen würde, ... aber...

Sie zog einen Mundwinkel zu einem schiefen, ein bisschen gequält wirkenden Lächeln hoch.

Na ja, er sieht dir sehr ähnlich.

Sie schnaufte leise und atmete hörbar ein und aus.

Und ihr habt ein Recht auf einander!

Ja, sie hatte ihren Vater ja auch kennen lernen wollen, obwohl sie damals noch dachte er sein ein Ungeheuer? Sie war neugierig gewesen und war ihrem Vater sogar bis zu den Sith gefolgt. Jetzt Radan ab zu raten seinen Sohn zu treffen wäre geheuchelt. Für sie war es unangenehm. aber um sie ging es hier nicht.

Wenn es mir nichts ausmacht?
Was denkst du Radan?


Sie zog ihre Stirn kraus und verschränkte ihre Arme!

Klar macht es mir was aus, dass da aus heiterem Himmel ein Kind ist und...
na ja, du hast ne Vergangenheit mit seiner Mutter... .


Was war wenn er diese Sahra wieder sah und er feststellte, dass er sie noch liebte.
Außerdem, Ty war in einem Alter, in dem Radan mit seinem Sohn mehr anfangen konnte als mit dem Baby Kyran.
Es machte ihr Angst. Aber erst recht weil sie jetzt selbst Mutter war, könnte sie dem anderen Kind nicht den Vater vorenthalten und dass sie dies könnte, dessen war sie sich sicher. Wenn sie jetzt den Aufstand proben würde, würde Radan sich sicher zurückhalten, was Ty anging.
Nein, das könnte sie nicht zulassen. Nicht nach ihren eigenen Erlebnissen als Kind.


Aber wenn du sein Vater bist... und wie es aussieht kannst du das nicht leugnen... dann musst du dich um ihn kümmern und er ist Kyran's Bruder.
Daran ändert sich nichts, egal ob es mir gefällt oder nicht.
Er hat ein Recht auf dich! Erst recht wo er nach dir gesucht hat. Du musst mit ihm Kontakt aufnehmen.


Ja, Alisah war sich sicher was das betraf. Was sie dabei fühlen sollte, dessen war sie sich allerdings noch nicht im Klaren.
Sie schnaufte wieder und verzog etwas den Mund während sie nochmal darüber nachgrübelte was all das was Radan sagte bedeutete.
Den Jungen nach Coruscant holen? War er sich da sicher?


Hast du schon mit dieser Sahra gesprochen?

Die Frau anzusprechen schmerzte Alisah am meisten aber es half nichts. Radan schien sehr emotional handeln zu wollen und obwohl der rationale, nachdenkliche und überlegte Part eigentlich nicht Alisah's Art war, musste sie es in diesem Fall wohl doch sein damit das Kuddelmuddel nicht noch größer wurde.

Die Nachricht klang nicht danach, das sie nicht mehr lebt und er allein ist. Selbst wenn dem so wäre. Du kannst das Kind dort wo er jetzt ist, nicht einfach so heraus reißen und allein durch die Galaxis zu einem Planeten reisen lassen, der im Moment gerade nicht der gesündeste ist. Will er das denn überhaupt und wenn, stimmt seine Mutter zu. Die Nachricht hörte sich im Ganze danach an, dass sie gar nicht weiß, dass er dich angerufen hat.

Erneut schnaufte sie, blies die Wangen auf und atmete tief durch um ruhig zu bleiben wo es jetzt auch mit um Radan's Exfreundin ging.

Du musst Kontakt mit ihr aufnehmen! Ich wäre unheimlich sauer wenn du hinter meinem Rücken mein Kind irgendwohin beorderst.

Ja! Oh ja, sie würde ausflippen wenn er einfach so über ihren Kopf hinweg über ihren Sohn bestimmen würde. Ganz klar!
Außerdem wusste er ja auch gar nicht, ob der Junge zu ihm wollte. Wissen wer der Dad war ist Eins, gleich zu ihm zu fliegen was Anderes

Und dann... meinst du nicht, dass es besser währ, wenn du zu ihm fliegst. Wenn er dein Sohn ist, muss er dir so wichtig sein, dass du zu ihm gehst. Erst recht, weil du so lange nicht zu seinem Leben gehört hast, kannst du nicht einfach auftreten und bestimmen wo es jetzt lang geht.
Gib ihm die Chance dich erst mal kennen zu lernen.
Und wenn er dann mit will und Die ... na ja, also seine Mutter, zu stimmt, dann kann er ja immer noch her kommen.


Sie zuckte mit den Schultern.

Jedenfalls seh ich das so. Aber es ist dein Kind und... und deren ... also geht's mich nichts an was ihr macht. Ich mein nur... na ja, mein Dad war auch lange kein Teil meines Lebens und wir ham's auch nicht wirklich klug angestellt mit dem wieder kennen lernen und jetzt... jetzt weiss er nicht mal dass er nen Enkel hat. So was is schwierig...

Jetzt schwieg sie, setzte sich wieder auf die Bank und zog ihre Knie fest an sich.

Aber, mach was du denkst! Es ist deine Sohn ... deine Entscheidung!
Und egal was du entscheidest! Ich ...


Wieder atmete sie tief durch.

...ich steh hinter dir!

Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum - bei Radan - in der Nähe von Elise, Markus und Wes
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum - bei Alisah - in der Nähe von Elise, Markus und Wes

Radan erwartete einen Sturm. Er wusste durchaus das Alisah eifersüchtig sein konnte nicht das er es in diesen Fall verstand. Ty war eine Geschichte vor ihrer gewesen. Sie hätte kein recht auf ihn eifersüchtig zu sein. Radan war das klar. Doch er wusste das es passieren würde. Das es passieren konnte. Letzendlich war ihr sturm nicht so schlimm wie er angenommen hatte. Auch wenn er sich eingestehen musste das Alisah die Situation falsch sah. Ty war nicht unbedingt das Problem zumindest nicht das er da war. Das Problem lag an Radan selbst. Er sah Alisah sanft an und senkte dann den Blick.

"Ich weiß nicht was ich tun soll. Ob ich mich darüber freuen soll. "

Radan hielt inne und atmete schwer auf. Er bewegte sich etwas mehr von den anderen weg und hatte überlegt in die Sprache seines ausgelschten Volkes zu wechseln bevor er sich daran errinnerte das Alisah nur Brocken davon verstand und es wäre unhöfklich den anderen anwesenden gegenüber gewesen. Andererseits ging es sie nur bedingt etwas an. Er sah Alisah an. Er wusste das sie recht hatte. Er musste mit Sahra sprechen. Andererseits hatte sie sich bereits entschieden das Tys Leben ohne ihm stattfand und er seufzte.

"mein sohn hat die Kinder meines Enkels getötet und ich habe ihn getötet damit er dich nicht tötet. NUn ich finde das sagt offen was für eine art Vater ich bisher war."

Ja das nagte immernoch an ihm. Er dachte darüber nach nach Harun Kal zu reisen und Ty zu sehen. Er schüttelte diesen Gedanken ab.

"Ich kann hier nicht weg nicht nach allem Ich kann dich und Kyran nicht alleine lassen. Nicht jetzt"

Davon würde er sich gewiss nicht abbringen lassen. Er hatte die Befürchtung Alisah an die Krankheit zu verlieren. Er wäre fast vor dem Tempel gestorben. Da würde er nicht gehen. Er seufzte dennoch. Die Tatsache blieb das Ty sein Sohn war und vermutlich war dieser auf Corusant sicherer.

"Ich werde Sahra eine Kommnachricht schicken müssen ty betreffen. Ich würde mich lieber der Imperialen Flotte stellen"

sagte er und verzog das Gesicht. Er war sich sicher das es kein angenehmes GEspräch werden würde

Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum - bei Alisah - in der Nähe von Elise, Markus und Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian

Eowyn fragte sich kurz, was genau dazu geführt hatte, dass es Ian plötzlich egal war, was sie sagte - es war ihm noch nie egal gewesen. Erst Recht nicht in einer solchen Situation... und ja, er verhielt sich äußerst seltsam. Vielleicht sollte sie abbrechen, denn sie war sich nicht sicher, ob das hier so richtig war - andererseits musste sie das hier lernen. Sie musste einfach. Und sie würde, verdammt noch mal.
Und daher würde es auch keine Pause geben. Sie musste das
jetzt schaffen. Denn es war fragwürdig, wie es nach einer Pause weiterging. Und dabei war es auch egal, wie es ihr ging. Es musste nur gut genug sein, um weitermachen zu können.

Sie stand schließlich wieder und schüttelte langsam ihren Körper, bewegte sich mit Bedacht. Es ging ihr gut. Gut genug. Es würde reichen. Und ihren Arm würde sie ohnehin nicht brauchen.
Eowyn bemerkte, dass sie ihre Abschirmung verloren hatte. Einen Moment zögerte sie, doch dann zog sie sie wieder zu sich, schirmte sich ab und schützte ihre Gedanken und Gefühle davor, von Ian bemerkt zu werden. Es war zu riskant. Einfach zu gefährlich - was auch immer sie tat oder dachte, momentan durfte Ian es nicht mitbekommen, wenn sie sich nicht im Griff hatte.
Verlass dich nicht auf deine Augen? Witzig. Was für ein Scherzbold. Bisher hatte es
nur geklappt, wenn ihre Augen geöffnet waren. Natürlich fühlte sie die Energie auch, aber ihre Augen waren momentan noch ziemlich hilfreich. Und absorbieren war keine Alternative. Absorbieren ging nur in Maßen, eine ganze, volle, heftige Salve voller Energieblitze absorbieren... das wäre riskant. Es kostete zu viel Kraft. Nein, sie musste das Reflektieren lernen. Absorbieren durfte nur sein, falls sie es nicht schaffte.
Und ihre Hände zu nutzen war schlicht nur der Symbolik geschuldet, zumindest wenn es um das Reflektieren ging. Es funktionierte auch ohne, so, wie Ian es ihr in ihrer ersten Stunde erklärt hatte. Sie musste nur bei ihrer Lichtschwert-Symbolik bleiben, diese würde auch funktionieren, wenn sie die Hände gerade nicht frei hatte und für etwas anderes brauchte.
Ian hatte Recht, was er über ihre potentiellen Gegner sagte, aber wie sollte sie jemanden ablenken, zum Zögern bringen? Sie war froh, wenn sie ihre eigene Aufgabe meisterte. Auch wenn er wirklich, wirklich Recht hatte - am Ende half es nicht, dauerhaft in der Defensive zu sein. Aber diese Art Kampf war neu für Eowyn. Er war...
zu aktiv. Man hatte Reichweiten, die man sonst nur hatte, wenn man Gegenstände levitierte. Sie bevorzugte den Kampf Person gegen Person, nicht einen solchen Abstand. Doch was sie bevorzugte interessierte am Ende niemanden.
Ian aber... wie konnte sie Ian zum Zögern bringen? Ian war erfahren und wenn er wollte, unerbittlich, das hatte sie gerade gemerkt. Einmal davon abgesehen, dass sie nichts tun wollte, was wiederum Ian Schmerzen brachte, wenn es nicht absolut notwendig war - so, wie er es gerade bei ihr tat.

So ließ sie Ians Anmerkngen unkommentiert und nickte nur zu seiner letzten.
Ja.
Weiter. Sie mussten weitermachen, und dieses Mal würde keiner der Blitze zu ihr hindurchkommen. Keiner. Kein einziger. Sie würde dafür sorgen, denn das war es, worauf es nun ankam. Jeder Sith, der versuchen würde, sie so anzugreifen, musste sein blaues Wunder erleben. Das hier war ihre einzige Möglichkeit. Und verdammt noch mal, sie war zwar vielleicht keine gute Jedi, aber sie würde nicht untergehen. Nicht so.
Grimmig starrte sie Ian an und nickte ihm dann zu, als ihre Barriere wieder stand. Sie wehrte die Blitze ab, die Ian auf sie in immer kürzeren Abständen zuschleuderte, einen nach dem anderen, und sie bemerkte nicht, wie sie vor lauter Konzentration und Anstrengung zu schwitzen begann. Noch immer aber hatte sie keinen Schimmer, was sie anstellen sollte, um einen eventuellen ernsthaften Gegner aus dem Konzept zu bringen. Für Illusionen hatte sie nicht genug Konzentration. Für Geistesmanipulation bei einer so starken Person wie Ian erst Recht nicht. Ihre ganzen wirklich guten Fertigkeiten hatten hier keinen Nutzen. Was sollte sie schon machen, den Boden unter Ians Füßen aufweichen, ein Salto über seine Blitze hinweg? Sehr lustig. Wenn sie nicht bald etwas tat, dann würde Ian es sicher kritisieren - sie als Lehrerin zumindest
würde es. Also, was hatte sie schon für eine große Wahl? Irgendetwas, das sie im Schlaf beherrschte, eigentlich.

Als sie sah, dass Ian das nächste Mal seine Hände hob, holte sie mental aus und gab sich größte Mühe, ihre stabile Barriere nicht zu verlieren. Was nicht sonderlich einfach war, und so befürchtete sie doch sehr, dass der Machtstoß, der Ian in einem simplen Schwertkampf, bei dem sie sich sicher fühlte, vielleicht hätte von den Beinen reißen können, am Ende bei ihm nur wie ein leichter Luftzug vorbeizog.

Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian
 
Coruscant, Jedi-Tempel – Medizinische Abteilung, Saal 23 – diverse Jediheiler, Okin, Brianna und Talery


Talery wartete am Bett der genesenden Epicanthix und beobachtete die Bemühungen ihres Padawan den Virus in der Frau zu spüren. Seine zwischenzeitlich geäußerten Zweifel hatte sie zwar noch im Hinterkopf, aber sie würde sich sehr für Nunaleder freuen, wenn er bald eine Tätigkeit fand, bei der er seiner Heimatwelt wirklich helfen konnte. Zwar nagte auch eine gewisse Skepsis an ihr bezüglich ihrer eigenen Fähigkeiten, aber für den Moment tat es einfach gut kurz durchzuschnaufen. Aber die Pause währte nur kurz. Viel zu bald gab Okin in ihren Augen auf den Virus zu fühlen. Es war ihm nach eigener Aussage nicht gelungen es wirklich zu lokalisieren und er konnte nur vage bestätigen, dass es da war. So war es schwierig gegen den Virus direkt vorzugehen, so dass sie wie bisher auch nach der Machtheilung auf die Selbstheilungskräfte ihrer Patienten hoffen mussten, um sie vollständig vom Krankheitserreger zu befreien. Dennoch konnte die Caamasi eine gewisse Erleichterung, dass ihre Machtwahrnehmung doch nicht so unpräzise war, nicht leugnen.


"Macht nichts, Okin. Wir können es ja später noch einmal versuchen. Dass du das Virus so früh in deiner Ausbildung überhaupt spüren kannst ist finde ich schon eine Leistung",


versuchte sie ihn angesichts seiner offensichtlichen Enttäuschung etwas zu trösten. Dankenswerterweise war gerade eben Bailee in die Krankenstation gekommen, so dass die Caamasi aufstand und ein paar Schritte auf sie zu ging. Seetang hatte auf einem Schwerlastgleiter ein großes Ungetüm von Gerät dabei, welches sie ins Labor brachte, um es dort offenbar gegen ihr bisheriges Gerät auszutauschen. Die gelbe Nautolanerin hatte im Anschluss daran gerade angefangen sich mit Nunaleder zu unterhalten und sich gegenseitig vorzustellen als bei dem Gerät ein Alarm losging. Ohne lang zu fackeln machte sich Seetang daran den Fehler zu suchen, was sie immer wieder lautstark schimpfte und Kommentare abgab, so dass sich Talery in Folge dessen immer wieder mal ein Grinsen verkneifen musste. Die Frau brachte wirklich gute Laune mit und die Jedi-Ritterin hoffte sehr, dass dies auch bei Okin ansteckend wirkte. Meisterin Thropp, welche zwischenzeitlich Eisblume die Leitung über die Tagschicht übergeben hatte - völlig zu Recht in Talerys Augen - freute sich sehr über diesen neuen Bioscanner, wie sie jetzt wusste. Dass sich der Mon Cal Ruam darüber ärgerte und ein für einen Mon Calamari überaus missmutiges Gesicht macht wunderte sie nicht. Er kam ja mit der Echani nicht gut aus, aber mit der Entscheidung würde es leben müssen, freute sich Talery im Stillen. Allerdings gab es auch noch andere gute Nachrichten, nämlich dass der Bithjedi, der am Virus erkrankt war und von ihnen geheilt worden war als Jediheiler zurückkam. Mittlerweile sollte er ja immun gegen die Krankheit sein. Damit war ihr Heilerteam wieder vollzählig und die Mirialanjedi konnte sich von ihren Doppelschichten endlich etwas erholen. Die Arbeit im Labor war ja auch wichtig und umso stolzer machte es Talery, wenn Nunaleder der Jedi-Meisterin dabei auch noch helfen konnte. So schwierig konnte es ja nicht sein so ein "Bazillometer", wie es ihre alte Meisterin genannt hatte zu bedienen, glaubte die Caamasi.


"Okin, nur Mut. Bailee hier..."


Dabei lächelte sie der Nautolanerin kurz zu.


"...wird dir schon zeigen wie es funktioniert und im Nu hast du den Bogen raus und kannst Meisterin Thropp im Labor bei der Analyse des Viruses tatkräftig helfen. Und vergiss nicht dabei auch immer wieder die Macht einzusetzen. Vielleicht gelingt es dir ja hier deinen vorherigen Erfolg zu wiederholen. So ein Scanner kann uns jedenfalls bei den Datenmengen bezüglich all den Erkrankungsverläufen und verschiedenen Spezies der Patienten sehr helfen und vieles beschleunigen."


Dann wandte sie sich an Seetang.


"Das ist wahrscheinlich eines eurer Spitzenmodelle, oder? Es macht jedenfalls einen ziemlichen Eindruck hier wie man merkt."


Coruscant, Jedi-Tempel – Medizinische Abteilung, Saal 23 – diverse Jediheiler, Okin, Brianna und Talery
 
Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn

Eowyn sagte kein Wort und Ian las sie nicht, hörte nicht, ob da etwas zwischen den Zeilen war, er ging ihrem Blick so gut es ging aus dem Weg – so würde das hier am besten funktionieren. Dennoch, einen Hinweis musste Ian ihr geben, denn wenn er sie etwas lehren musste, dann auch, dass die beste Defensive bröckeln konnte und in diesem Fall brauchte man einen weiteren Plan. Ja, sie lernten, wie man absorbierte. Wie man reflektierte. Aber das bedeutete nicht, dass sie allein bei diesen beiden Dingen blieben. Es gab kein absolutes Training, das einzig und allein zuließ, zwischen zwei Techniken zu wählen. Da waren andere Wege und Möglichkeiten und jede Option musste in Betracht gezogen werden. Jede. Im Ernstfall. Und dafür übten sie doch – auch wenn Ian diese Gewissheit, diese Tatsache jetzt nicht als solche erkennen wollte.

Das Training ging weiter und Ian bemerkte, wie anstrengend es für Eowyn wurde. Er nahm sie beinahe stärker wahr, als seine eigene Anstrengung, die Blitze los zu senden. Da war schon wieder ein Zögern, da war Ian sich sicher. Sie überlegte, was sie tun konnte und diese Überlegung hätte er so einfach ausnutzen können. Sie reflektierte gut, keine Frage, aber sie handelte nicht instinktiv genug und je länger sie überlegte… Bei der Macht des Imperators, wenn er jetzt gewollt hätte, wäre es so einfach gewesen, eine weitere Attacke folgen zu lassen oder diese Attacke zu verstärken und sie wäre erneut auf dem Boden gelandet, gepeinigt von den Blitzen! Selbst wenn es keine Überlegungen waren – sie war zu passiv.

Dann aber spürte Ian eine Regung der Macht, eine winzige Warnung ging voraus und auch Ian ging halb in die Defensive, schwächte ihren Machtstoß ab, der ihn nicht zum Sturz brachte und der ihn eigentlich auch nicht dazu gebracht hätte, seinen eigenen Angriff abzubrechen, aber genau das tat Ian auf der Stelle. „Du sollst mich zum Zögern bringen!“, rief er ihr zu, noch ungehaltener als vorhin, sandte erneut Blitze aus und spürte, am Rande seines Bewusstseins etwas, was hier nicht hin gehörte. Nicht hingehören durfte. Wut. „
Wenn du gegen einen Sith bestehen willst, musst du dir etwas Gutes einfallen lassen und nicht so etwas vollkommen Lächerliches. Das hier ist kein verdammtes Spiel!“ War es ein Affekt? War es bewusst? Die Blitze waren nicht der einzige Angriff, als Ian eine der kleinen Matten, die auf dem Boden ausgelegt waren, einem Geschoss gleich, auf Eowyn schleuderte, ohne Rücksicht, noch immer in Verbindung mit den Blitzen und die nächste ließ er folgen - und das strengte auch ihn an.

Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn
 
Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian

Sie hatte es schon befürchtet. Ian blieb stehen, es sah so aus, als ob ihr "Angriff", der diesen Namen vermutlich nicht einmal verdiente, nicht sonderlich viel ausrichtete. Und die Attacke, die er womöglich ansonsten begonnen hätte, wurde von ihm gestoppt.
Seine Ansage war klar und deutlich, und er hatte ja Recht, stang, er hatte Recht! Aber sie wusste nun einmal nicht wie, sie fühlte sich wie eine Padawan ganz zu Beginn und fragte sich kurz, wie sie all die Jahre hatte überleben können - aber das konnte sie sich hinterher immer noch fragen.
Nachdem sie die nächste Attacke abgewehrt und Ian endlich zum Zögern gebracht hatte. Und ja, verdammt, sie versuchte es ja! Ich... versuche es ja!, kam gepresst aus ihr heraus, kaum in der Lage zu sprechen, während sie seine Angriffe zur Seite abwehrte. Ein Hoch auf die feuerfesten Wände.
Etwas lächerliches? Toll. Sie tat, was sie konnte. Sie gab alles, sie warf ihr ganzes Können in die Waagschale - was anscheinend nicht im geringsten ausreichte. Hatte Ian doch Recht? Hatte er Recht, wenn er sagte, dass sie ja keine Ahnung hatte, dass sie naiv war, dass es lächerlich war, wenn sie glaubte, ernsthaft gegen einen Sith bestehen zu können... Und Ian strengte sich noch nicht einmal sonderlich...
Die Macht warnte sie. Gerade noch rechtzeitig, damit sie sich ducken und abrollen konnte vor der Matte, die auf sie zugeschossen kam - Ian hatte es aufgegeben, fair zu kämpfen. Das ensprach nur seine bisherigen Linie... Faszinierenderweise entging sie damit auch Ians nächstem Angriff, den sie ansonsten niemals hätte aufhalten können, nicht ohne ein Schwert zumindest. Aber Zeit, sich darüber zu freuen hatte sie nicht, denn die nächste Matte traf sie an den Beinen, als sie gerade dabei war, aufzustehen. Mit einer halben Rückwärtsrolle blieb sie zumindest in Bewegung und hatte genug Schwung, um im nächsten Moment wieder aufzustehen. Ein Gegenangriff... sie brauchte einen Gegenangriff... und bis sie diesen starten konnte, war ihre Taktik nun, genug in Bewegung zu bleiben, um allen Angriffen auzuweichen, die da kamen. Das würde nicht lange funktionieren, aber ein paar Sekunden... mehr brauchte sie hoffentlich nicht... Und außerdem entsprach
das viel eher der Art zu kämpfen, wie sie sie kannte.

Sie setzte einen halbherzigen, erneuten Versuch ab, Ian mit einem Machtstoß zu erwischen, war sich aber nicht einmal sicher, ob die genaue Richtung stimmte. Mehr... sie brauchte mehr... Die Matten, die Matten konnte auch sie einsetzen. Was Ian konnte, konnte auch sie... Sie gab sich große Mühe, in Bewegung zu bleiben, ihre Abwehr zu halten, Ian zu beobachten und gleichzeitig eine neue Matte mit Hilfe der Macht zu schnappen, um diese in Richtung Ian zu werfen. Aber vier Dinge gleichzeitig, von denen eine viel zu essenziell und noch zu untrainiert war, klappten einfach nicht, auch wenn Eowyn den Gedanken nicht mehr fassen konnte, denn als sie der Matte den entscheidenden Stoß gab, bemerkte sie, wie sie Ian aus den Augen gelassen haben musste. Hatte er ihr Muster erkannt oder war sie einfach nur stehen geblieben? Auch hinterher konnte sie es nicht sagen. Sie sah, wie der nächste Blitz schon viel zu nah war, als dass sie ihn noch komplett würde reflektieren können, selbst, um die Hand zu heben war es zu spät. Instinktiv versuchte ihr Körper, dem Blitz auszuweichen, und ihr Geist gab sich Mühe, eine Machtwelle auszustoßen, um den Blitz zu stoppen, doch letzteres hatte natürlich nicht den geringsten Einfluss auf die Energie, die schließlich doch noch in sie einschlug, ihr einen gellenden Schrei entlockte und sie erneut zu Boden schickte.


Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn

„ES GIBT KEIN VERSUCHEN!“ Wenn sie auf jemanden wie Ysim traf, wenn sie auf jemanden wie Ranik traf, dann gab es, verdammt noch mal, kein Versuchen! Wie konnte sie diese Worte überhaupt nutzen, als Jedi? Sie gab sich keine Mühe! Sie gab sich keine, verdammte Mühe, sie wollte auf gefährliche Missionen und ein Schatten sein und dann strengte sie sich nicht einmal an. Warum? Weil sie glaubte, all das war ein Spaß? Weil sie glaubte, dass ihre Fähigkeiten ausreichen würden, sich mitten unter den Feind zu begeben? Weil sie glaubte, dass sie jeden so einfach umkrempeln konnte, wie ihn? Weil sie sich in dieser Sache einfach viel zu sehr überschätzte? Ians Wut wuchs, ohne dass er es wirklich bemerkte, doch sie wuchs und brannte in seinem Inneren. Denn Eowyn hatte keine Ahnung. Sie lebte in ihrer Welt, bestehend aus Jedi, sie hatte nur Vorurteile gegen die Sith gehegt, sie mochte eine Meisterin mit dem Schwert sein, aber sie hatte keine Ahnung, keine Ahnung, was ein echter Kampf bedeutete. Und diese – für Ian feststehenden – Tatsachen, ließen seine Wut wachsen.
Die erste Matte traf sie nicht, auch die Blitze nicht, zu ihrem Glück, doch Ian gewährte Eowyn keine Sekunde, um zu überlegen und die nächste Matte traf sie an den Beinen und hätte er gewollt, hätte sie die nächste Salve am Blitzen getroffen. Vernichtend getroffen, wäre das hier echt!
Eowyn ging in Bewegung und auch Ian bewegte sich, bewegte sich um Eowyn, bewegte sich mit ihr und es schien in den Hintergrund zu rücken, dass das hier ein Training war. Ernstfall. Wie oft hatte er an einen Ernstfall gedacht und wie wenig gelang es ihm nun, zwischen einem Training und einem Ernstfall zu unterscheiden? War es nicht das, was sie gewollt hatte? Keine Telematen. Echte Gegner. Wollte sie sich nicht vorbereitet wissen? Ysim, Ranik, sie hätten sie auf der Stelle umgebracht, mit einem Lächeln im Gesicht, hätten sie Eowyn langsam, aber sicher vernichtet und über ihre törichten Versuche gelacht. Ysim hätte zusätzlich eine Blase um ihren Kopf entstehen lassen, ihr den Atem geraubt und das einzige, was Eowyn zu dieser Sache einfiel war, sich erneut an einem Machtstoß zu versuchen? Einem Machtstoß, noch schwächer, als der erste? Einem, von dem Ian schon eben gesagt hatte, dass er
lächerlich war? Ihr Stoß bewirkte nichts, gar nichts, ebenso hätte sie versuchen können, ihn weg zu pusten und selbst das wäre effektiver gewesen. Sie gab sich keine Mühe. Sie gab sich überhaupt keine Mühe! Sie wollte nach Bastion und erkannte nicht einmal den Ernst der Lage, nicht einmal hier! Ians Wut flammte auf, heiß, energetisch, nicht länger zu zügeln und als Eowyns Matte auf ihn zukam, bedachte er diese mit einer Ladung Blitze, diesmal unkontrolliert, nicht abgeschwächt und durch die Energie fiel die Matte zu Boden, aber sie war längst nicht zu Ende. Der Fluss war ins Fließen gekommen. Absicht hin oder her, diese Blitze sollten nicht Eowyn treffen, sie waren noch für die Matte bestimmt gewesen. Energie flaute nicht sofort ab. Sie lief und sie traf und da kam Eowyns Schrei. Ihr Schrei, eine Machtwelle, und eine bittere Erkenntnis. Eowyns Welle riss nun auch Ian zu Boden und wirbelte alles auf, was nicht wirklich fest stand.

Er hatte sie getroffen. Er hatte sie nicht treffen wollen. Nicht so und als Ian sich aufrappelte, zu ihr herüber ging, war seine Sicherheit von vorhin verschwunden, als er sich beinahe auf die Knie fallen ließ. Wieder versuchte Ian eine Woge der Beruhigung auszusenden, aber es misslang, es funktionierte nicht. Da war zu viel Schock, zu viel Unruhe. Zu viel von allem. „
Das hättest du vorher tun müssen. Die Welle kam zu spät, du hättest das vorher tun müssen, nicht erst jetzt,“ und diesmal klang Ian nicht wie ein Meister, denn seine Stimme zitterte, überschlug sich beinahe, da er viel zu hastig sprach. „Ich hab gesagt, dass das nicht einfach ist, Eowyn… ich hab dir gesagt, dass das nicht einfach ist.“ Selbst wenn die Entschuldigung nicht ausgesprochen war, lag sie in, lag sie zwischen jedem Wort, das noch immer viel zu schnell kam.


Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn
 
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[Coruscant-System | Coruscant | Obere Ebenen | Sicheres Haus des NRGD | Quartier | Lieutenant Arkadi Duval

Gedanken und Gefühle verfolgten Arkadi wie so oft bis in seinen Schlaf und auch seine Träume waren nicht davor sicher. Es war schwer zu beschreiben, was der Agent vor seinem innerem Auge sah, Bruchstücke und Fetzen, scheinbar zusammenhanglose Bilder und Worte, die aber alle eines gemeinsam hatten, einen Eindruck von Bedrohung, von Gefahr, wie eine Flutwelle, die sich bedrohlich aufbaute, höher und höher, bis sie alles unter sich begrub. So intensiv war das Bild, dass der blonde Mensch unruhig in seinem Bett hin- und her rutschte und mit einem Mal riss er die Augen auf und richtete sich ruckartig auf, seine Hände tasteten nach einem Blaster am Nachttisch und er hatte die Waffe schon halb erreicht, als sie ihm klar wurde, dass es keinen Grund gab, sie zu ziehen. Arkadi war allein, in einem sicheren Haus des NRGD in den oberen Ebenen von Coruscant. Niemand griff ihn an, niemand beobachtete ihn. Und doch fühlte sich der ehemalige Soldat, als wäre da jemand oder etwas, das ihn in diesem Moment der Verwundbarkeit sah, darauf gelauert hatte, und nun höhnisch lachte. Er konnte es hören, dieses spöttische Lachen, und mit einem Mal wusste er ganz genau, wer es war. Es war das Lachen des Wesens, das für all das Leid auf Coruscant und anderen Welten verantwortlich war, das Wesen, das Abermillionen in Verzweiflung, Krankheit, Chaos und Tod gestürzt hatte und der auf einem Thron aus Knochen auf Bastion herrschte, scheinbar unantastbar hinter einem Schild aus Lügen, Täuschungen und einem Frieden, der keiner war. Mit einem leisen Seufzen setzte sich Arkadi auf die Bettkante und vergrub sein Gesicht in seinen Händen, sein Atem ging schwer. Warum konnte der Senat, warum konnte die ganze Neue Republik diesen Lachen nicht hören? Warum hatten sie es schon nicht gehört, als der Imperator ihnen diesen „Frieden“ angeboten hatte? Niemals konnte man einem Sith trauen, egal, was sie sagten oder taten oder ob sie sich in einen Mantel aus angeblicher Reue hüllten wie Ian Dice. Auch er war für dieses furchtbare Verbrechen verantwortlich und kam nun ungestraft davon. Es war eine Schande, eine Schande und ein unverzeihliches Zeichen von Schwäche. Man hätte den Verräter verhören sollen, ihm wenn nötig jede noch so kleine Information entreißen müssen und ihn dann hinrichten lassen sollen, um der Bevölkerung Genugtuung zu verschaffen. Aber dazu würde es nicht kommen, und Arkadi wusste genau, warum. Weil es Dice geschafft hatte, sich bei den Jedi wie ein Parasit einzunisten, und weil die Jedi eifersüchtig und arrogant darauf bestanden, dass er ihnen gehörte. So war es nur ein schmaler Trost, dass Großmeisterin El´mireth nun in der Schuld des Agenten und des NRGD stand. Ohne Zweifel würde sie früher oder später versuchen, aus diesem Deal zu entkommen, da war sich Arkadi sicher. Für sie zählte bloß Ian, nicht die Neue Republik. Es war armselig, wenn man darüber nachdachte, dass sich eine Frau mit ihrem Potential so für einen Massenmörder und Sith aufopferte, aber zumindest konnte man so noch einen gewissen Nutzen aus ihr ziehen. Arkadi hielt inne, dann stand er auf, zog sich an und nahm ein Medikament gegen seine pochenden Kopfschmerzen. An Schlaf war nicht mehr zu denken und so setzte er sich an seinen Arbeitstisch und ging Berichte durch und machte sich einige Notizen als Gedächtnisstütze. Als der Wecker Stunden später klingelte, saß Arkadi immer noch am Schreibtisch. Zufrieden damit, wenigstens etwas produktiv tätig gewesen zu sein, stand er auf und trank eine Tasse heißen Caf, bevor er sich zum Gemeinschaftsraum des sicheren Hauses begab.

Dort saßen bereits zwei weitere Mitarbeiter des NRGD an einem runden Tisch, Arkadi nickte ihnen zur Begrüßung kurz zu. Er hatte sich frisch gemacht und trug seine übliche stoische Miene zur Schau, denn unter keinen Umständen wollte er Schwäche zeigen oder gar Mitleid erhaschen. Es gab nichts schlimmeres als Mitleid.


„Morgen, Lieutenant Duval. Falls Sie auf der Suche nach diesen leckeren Naboo-Brötchen sind, muss ich Sie vorwarnen: Alle weg.“

Ein trockenes Lachen begleitete diese Worte von Agent Kion Tevela, die Mon Calamari, die als Analystin tätig war und ihre Aussagen gerne mit Gesten ihrer Flossen unterstrich, hatte einen speziellen Sinn für Humor. Arkadi reagierte lediglich mit einem knappen Nicken und setzte sich, worauf der zweite Agent am Tisch, der unheimlich anzusehende Givin Mit Kelem, ihm knapp zunickte und sich dann seinem Datapad widmete. Smalltalk war seine Sache nicht, was ihm Arkadi sympathisch machte. Bis jetzt hatte er wenig mit den anderen Agenten im sicheren Haus zu tun gehabt, und so sollte es auch bleiben. Tevela und Kelem unterhielten sich, wobei Tevela den Großteil der Unterhaltung bestritt, Arkadi hörte passiv zu und nickte bloß, wenn die Mon Calamari ihn nach Bestätigung suchend ansah. Es war fast schon eine Erlösung, als ein Piepen an seinem Komlink Arkadi einen Grund gab, sich zu entfernen.


„Entschuldigen Sie mich.“


Meinte er höflich und kehrte in sein Quartier zurück, ein kurzer Blick auf das Gerät hatte ihm verraten, wer ihn kontaktieren wollte. Allein und ungestört aktivierte Arkadi die Verbindung und ein Holo baute sich vor ihm auf, die vertraute Gestalt eines männlichen Bothaners, an dessen Uniform des NRGD die Abzeichen eines Commanders prangten. Izari verschwendete keine Zeit und kam gleich zur Sache.


„Lieutenant Duval. Ich habe Ihren Bericht erhalten. Sie sind im sicheren Haus angekommen und können frei sprechen?“

Arkadi nickte, er hatte Haltung angenommen und stand kerzengerade, während er dem Bothaner in die Augen sah.


„Ja, Sir.“


Commander Izari strich sich nachdenklich über sein Kinn, seine Stimme wurde ein wenig tiefer.


„Ausgezeichnet. Kein optimaler Ausgang der Operation, aber wir wussten beide, dass „Kairos“ keine gewöhnliche Sache werden würde. Sie haben den Umständen entsprechend gute Arbeit geleistet und Ihre...Loyalität wird nicht vergessen werden. Viel zu wenige Agenten, die bereit sind, sich die Hände schmutzig zu machen, umso wichtiger, dass wir die fördern, die es tun, nicht wahr?“

Der Bothaner lachte trocken und Arkadi schwieg. „Kairos“ war der Deckname für den Versuch gewesen, Eowyn für die Sache des NRGD oder genauer gesagt für die Sache der Coruscant-Zelle unter Commander Izari zu gewinnen. Wie viele Agenten genau darin involviert waren, das wusste Arkadi nicht, aber es war eine Ehre, für eine solche Aufgabe ausgewählt worden zu sein. Eine kurze Pause, dann fuhr der Bothaner fort.


„Da gibt es allerdings noch ein Problem. Es ist gut möglich, dass „Dianoga“ eine Beschwerde gegen Sie einreichen oder versuchen wird, uns den Rat auf den Hals zu hetzen. Er ist recht geschickt darin, die Jedi für seine Zwecke einzuspannen und so für sich das Beste herauszuholen. Falls das eintritt sollten Sie wissen, dass ich zu meinem Wort stehe. Entweder verhindern wir eine Untersuchung ganz oder wir halten sie so kurz und ergebnislos wie möglich. Für unsere Zwecke ist eine weiße Weste bei Ihnen nützlicher. Setzen Sie Ihre gute Arbeit fort, Lieutenant Duval, und wir sehen uns wieder...an einem Ort, an dem es keine Dunkelheit gibt.“

Das Holo flackerte, verblasste und ließ Arkadi allein im Raum zurück. Allein und doch in dem Wissen, dass es noch andere gab, die wussten, was notwendig war. Was getan werden musste.


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Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian

Die ersten Schmerzen trafen Eowyn wie ein Schock, so dass sie ihren Schrei nicht zurückhalten konnte. Es interessierte sie nicht, wie es geschehen war, erst einmal wollte sie nur, dass die Schmerzen endeten. Dieses Mal dauerte es länger, war der Blitz doch heftiger gewesen, und so fühlte sie, wie jede einzelne Zelle ihres Körpers krampfte. Sie war anfangs noch nicht einmal in der Lage, etwas dagegen zu tun, sich sonderlich zusammenzureißen, sie versuchte nur, diese Schmerzen, die durchgängig ihren ganzen Körper betrafen, irgendwie zu ertragen.
Dann aber flauten sie langsam, aber sicher ab, und mühsam öffnete Eowyn ihre zusammengekniffenen Augen. Sie sah, dass Ian neben ihr war und zu ihr sprach, die ersten Worte aber konnte sie noch nicht wirklich begreifen. Die nächsten dann drangen zu ihr hindurch. Die Welle? Welche Welle... Sie wusste von keiner "Welle". Und na klar hatte er ihr gesagt, dass das alles nicht einfach war. Was dachte er, was sie erwartet hatte? Zugegeben, sie hatte anfangs nicht damit gerechnet, dass das hier langsam aber sicher in einen ernsthaften Kampf überging. Aber was glaubte er - dass sie jetzt erst begriff, wie schwer eine solche Technik war? Wenn sie gekonnt hätte, dann hätte sie aufgelacht. Sie
wusste wie schwer das alles war. Das, genau das, war der Grund, weshalb einfache Übungen nicht ausreichten. Sie mochte vielleicht gerade versagt haben, auf ganzer Linie und in wunderbarer Ergänzung zu heute vormittag, aber das hieß nicht, dass sie es unterschätzt hatte. Sie... sie war einfach nur nicht besser. Begriff er das nicht? Er hatte Recht gehabt, die ganze Zeit.
Langsam drehte sie sich auf die Seite. Ihr Körper kribbelte noch vor lauter überschüssiger Energie, aber es wurde besser. Langsam.

Welche Welle... fragte sie krächzend und räusperte sich dann, um mit halbwegs normaler Stimme fortzufahren. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, fuhr sie Ian dann beinahe an. Schön, dass er es ihr noch unter die Nase rieb. Das brauchte sie jetzt gerade noch. Glaubst du, ich habe das hier nicht ernst genommen? Fassungslos sah sie Ian an, als ihr dieser Gedanke erst wirklich klar wurde, als ihr klar wurde, dass Ian das womöglich wirklich dachte. Warum sonst hätte er ihr das sagen sollen? Ich kann es nur einfach nicht! Ich habe einfach nur versagt.
Vielleicht war es ja richtig, wenn sie die Jedi verließ. Eowyn schloss die Augen. Wenn sie jetzt sogar schon beim Kampf versagte, gegen einen Gegner, der nicht einmal eine Waffe brauchte, um sie niederzustrecken... Es hätte ja nicht fehlerfrei laufen müssen. Das hatte sie auch nicht erwartet, nicht beim ersten Mal. Aber so? Sie hatte kaum einen Gegenangriff zustande bekommen...
Lass uns... lass uns einfach weiterüben. Vielleicht schaffte sie es beim nächsten Mal. Sie musste es nur weiter versuchen. Irgendwann würde sie es schaffen. Irgendwann musste sie es schaffen, einfach, weil sie keine andere Wahl hatte.
Mühsam begann sie, sich aufzusetzen.


Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn

Sie lag auf dem Boden, die Augen geschlossen, der Körper gekrümmt, vor Schmerzen, vor Pein und Ian gelang es nicht, einen Zugang zur Macht zu finden, um sie zu beruhigen, oder ihr den Schmerz zu nehmen. Ians Herz hämmerte gegen seine Brust, vor Anstrengung und wegen seines schlechten Gewissens. Der Blitz hätte nur die Matte treffen dürfen, einen leblosen Gegenstand, nicht fähig, etwas zu empfinden. Doch Ian hatte mehr getroffen und jetzt war sein Bewusstsein geöffnet für das, was um ihn geschah und er konnte Eowyn wahrnehmen. Sie und das, was von Ohr ausging. Er sah und spürte sie, er nahm war, ihm wurde bewusst und das fühlte sich so an, als habe er selbst eine Salve von Blitzen abbekommen, als habe er sich selbst und absichtlich Schmerzen zugefügt und wie sehr stimmte mindestens ein Teil dieser Überlegungen?

Welche Welle? Ihre Stimme war ein Krächzen, denn ihre Sinne waren noch auf Schmerz programmiert...
Eowyn quälte sich auf die Seite und auch wenn sie sich zwang, ihre Stimme zu kontrollieren, auch wenn sie sich bemühte, sie konnte nicht verbergen, dass der Schmerz, der durch, der mit den Blitzen in sie gefahren war, heftigst gewesen sein musste. Er kannte das. Bei der Macht, er kannte das... Und dann war es Eowyn, die ihn anfuhr und wissen wollte, ob er geglaubt hatte, sie nehme das hier nicht ernst. Ihre Augen weiteten sich und dann behauptete, es nicht zu können. Zweierlei löste sie damit in Ian aus. Auch er starrte ihr, für Sekunden entgegen, als er glaubte zu wissen, was hier gerade ihr Problem war. Doch fehlte ihm nun jegliches Verständnis, darauf einzugehen. Sie wollte sich schlecht machen? Sie wollte zurück ihr jammervolles Gefühl, eine Versagerin zu sein, der die Macht nicht richtig gehorchte?

"
Ich dachte auch, dass ich das hier nicht kann," antwortete er, einmal mehr kehrte dabei seine Strenge zurück. "Aber ich tue es und ich zwinge mich dabei, alles, was mich davon abhalten will, nicht zu berücksichtigen." Bei der Macht, er tat es und das nicht gerne, doch er tat es für sie. Ja, natürlich, sie erprobte sich, natürlich, sie versuchte sich und vielleicht - vielleicht gab sie dabei auch ihr Bestes. Aber das hier war das erste Mal, dass sie ernst kämpften, dass sie es ausprobierten. Also sollte Eowyn gefälligst keine Wunder erwarten und wenn sie schon etwas tat, dann mit ganzem Herzen und nicht so halbherzig, wie eben.

"
Du wirst das oft üben müssen, bis du es kannst und wenn du es hundert mal geübt hast, dann, dann Eowyn," dabei wurde er energisch, "kannst du sagen, dass du es noch nicht kannst Also hör, verdammt noch mal auf, so zu tun, als sei das hier ein Versagen auf ganzer Linie!"
Langsam stand Ian auf, reichte ihr die Hand, um ihr aufzuhelfen.
"Du sollst nicht nur etwas Neues Lernen, sonder es mit dem verbinden, was du schon kannst, dann wirst du mehr Erfolg haben." Ian ließ es nicht klingen, als sage er es einfach daher. Aber sehr wohl klang durch seine Stimme mit, dass Ian überzeugt davon war, dass Eowyn genau das längst wusste, es aber nicht umsetzte.

"
Überlege weniger. Kämpfe. Zeig, was du schon kannst, nutze deinen Instinkt und nicht deinen Kopf!"

Damit ging Ian zurück in Position, bereit diese Übung, die er schon jetzt verfluchte, weiter zu treiben.

Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian

Ja, das tat er. Das tat er tatsächlich - Ian schien alles, was ihn ablenkte, nicht zu beachten. Das war es wohl, was Eowyn vorhin bemerkt hatte. Es war wohl eine Tatsache, dass das hier nicht einfach war für ihn. Aber das hieß noch lange nicht, wirklich noch lange nicht, dass sie in einer anderen Situation gleich handeln sollte. Sie tat ihr bestes. Das tat sie wirklich. Wenn es so in Ordnung war, dass sie länger brauchte, dass sie es hundert Mal übte oder öfter, wieso drängte er dann beim Training darauf, dass sie sich anstrengen sollte? Das alles war nicht sinnig, er handelte überhaupt nicht sinnig, und am Ende lief es nur darauf hinaus, dass sie es falsch machte. Was sollte sie sonst sagen? Sagte sie, dass sie alles gab, sagte Ian, sie sollte sich mehr anstrengen - was aber nicht mehr ging. Und diese ominöse Welle, die er vorhin erwähnt hatte, hatte er ihr stattdessen noch immer nicht erklärt.
Sie war missmutig, sie war frustriert, Ians Worte ärgerten sie maßlos - und dazu tat ihr kompletter Körper weh. Es kribbelte mittlerweile überall, nicht nur im rechten Arm, und sie hatte einfach noch immer keine Ahnung, wie sie all die Aufgaben unter einen Hut bringen sollte. Ihre Konzentration reichte einfach nicht aus. Es sagte sich so einfach, dass sie "üben" sollte, wenn sie nicht wusste, wie sie es besser machen sollte.
Alles verbinden - witzig, genau das hatte sie gerade versucht, und genau das war so völlig schief gegangen. Sie hatte doch versucht, mehr Bewegung hineinzubringen, sie hatte versucht, mehrere Techniken einzusetzen. Ihr fehlte ihr
Schwert, verdammt noch mal, und genau das war es, was sie nun nicht einsetzen durfte, denn darum ging es hierbei. Ohne ihr Schwert fehlte ihr die Grundbasis - sie konnte Schwertkampf oder Nahkampf, ihretwegen auch Blasterkämpfe, aber nicht... das hier, was auch immer das hier war. Das war... nichts. Das war nicht einmal definierbar. Und Ian klang bei alledem so... ja, so selbstsicher, so, als ob sie nur mit den Fingern schnippen musste und schon würde sie alles beherrschen. Wer redete hier davon, dass es nicht so leicht war?
Sie ergriff dennoch seine Hand, um sich von Ian halb hochziehen zu lassen. Sie stand wackelig auf ihren Beinen und fragte sich kurz, wie lange sie das hier noch durchhalten würde, was sie tun würde, würde sie erneut getroffen, aber jetzt gab es kein Aufgeben mehr und kein Zurück.
Sie gab Ian keine einzige Antwort - wenn sie das tun würde, dann würden sie ins Diskutieren geraten, und so wenig es ihr gefiel, er war momentan ihr Lehrer und sie hatte sich ihm zu fügen. Disziplin war hier das Machtwort. Auch wenn Ian alleine durch ihren Gesichtsausdruck und ihre... shavit. Ihre Abschirmung, sie hatte sie wieder nicht gehalten bei dem Zusammenprall. Verdammt, auch das war etwas, das sie unbedingt beachten musste. Das durfte nicht erneut passieren... So fest und sicher sie konnte, zog Eowyn ihre Abschirmung hoch, bemühte sich, dass nicht einmal der Hauch eines winzigen Gedankens oder Gefühls nach außen drang. Das war eng gewesen. Ein weiteres Mal durfte es nicht geschehen...

Überlege weniger. Nutze deinen Instinkt.
Eowyn kam nicht umhin, Ian einen nicht gerade freundlichen Blick zuzuwerfen.
Instinkt. Dass sie nicht lachte. Oh, das hier war wirklich nicht fair. Er wusste genau, wie sie zur Zeit innerlich mit ihrem Instinkt kämpfte. Wie er sie im Stich ließ. Es war absolut nicht fair, das auf den Tisch zu bringen, und erst Recht nicht, das so von ihr zu fordern. Und er wusste das ganz genau. Was bezweckte er damit?
Sie hatte keinen blassen Schimmer.
Aber noch immer hielt sie ihren Mund. Auch wenn es verdammt schwer fiel.

Langsam lockerte sie ihre Glieder, ihre schmerzhaften, nicht mehr ganz einsatzbereiten Glieder, und gab sich größte Mühe, sich erneut zu sammeln. Langsam beruhigte sie mit geschlossenen Augen ihren Herzschlag - nur, um sich dann die Miene verziehend gleich zu fragen, ob sie das im Ernstsfall dann etwa auch würde tun wollen... Nun ja... nein, aber wenigstens hatte sie jetzt am Anfang einen kleinen Vorteil. Ja, es war einfallslos, aber sie
hatte nun einmal keine besseren Ideen. Dieser Trainingsraum gab nichts her, es war ein ebener Boden, es gab keine Bäume, keine Natur, es gab nicht viele Gegenstände, und eine Waffe hatte sie auch nicht. Ebenso wenig durfte sie den Kampf zu einem Nahkampf machen, wie sie es vielleicht normalerweise tun würde, denn dann wäre der Zweck verfehlt. Also blieb ihr wirklich nicht viel anderes übrig.
Eowyn hatte keine Ahnung, was ihr Instinkt ihr sagte, aber ihr Kopf sagte ihr, dass sie, würde sie erneut abwarten, bis Ian sie in die Defensive gedrängt hatte, erneut nicht die geringste Chance haben würde. Also würde sie dieses Mal eben ein kleines bisschen unfair spielen. Und mit diesem Gedanken griff sie nur mit der Macht nach einer der Trainingsmatten, um sie völlig ohne Geste und ohne Vorwarnung ihrerseits gegen Ian zu schleudern, während sie die Augen öffnete.


Coruscant – Jedi-Tempel - abgelegener Trainingsraum, mit Ian
 
Coruscant-Jedi-Tempel-medizinische Abteilung- Labor- mit Brianna, Talery, Okin und div. NPCs

Ihr Empfang in der medizinischen Abteilung war euphorischer, als sie erwartet hatte. Natürlich reagierten die Ärzte und Krankenschwestern immer unterschiedlich, je nach dem, was sie von technischen Hilfsmitteln hielten. Manche trauten den Geräten nicht, andere glaubten fest daran, dass die Zukunft nur noch aus Maschinen bestand. Die Wahrheit lag wohl irgendwo dazwischen, aber Bailee hielt sich aus solchen Meinungsverschiedenheiten raus. Hier schien vor allem Brianna die Position der Technik-Gegner zu beziehen, während eine Mirialan total aus dem Häuschen zu sein schien. Bailee grinste, als zweitere Brianna die Funktion erklärte und Brianna dieses Wunderwerk der Technik auf ein "Bazillometer" runterbrach.

"Oh, Brianna. Das hier kann viel mehr, als nur Krankheitserreger identifizieren. Zur Not scannt dir das Gerät hier auch Metallteile, wenn du das willst. Dafür ists zwar nicht gedacht, weil sich die Liegefläche hier auf Knopfdruck selbst desinfiziert. Aber die Technik wär die selbe, wie man sie auch in grossen Fertigunghallen für zum Beispiel Triebwerks- oder Generatorentechnik findet. "

Zufrieden richtete sich Bailee wieder auf und lies den Selbstscan der Anlage weiterlaufen. Talery munterte Okin unterdessen auf und pries den Scanner als Spitzenmodel aus. Bailee grinste die gefiederte Jedi an.

" Ja, Talery. Das hier ist zwar nicht das Neueste vom Neuesten, was die Entwicklung angeht. Aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass das Schmuckstück hier genau den richtigen Jahrgang hat. Neu genug um wirklich Spass zu machen und Alt genug, um nicht alle 3 Tage an irgendeiner technischen Kinderkrankheit zu leiden, wie das bei den ganz neuen Geräten der Fall ist. "

Sie lächelte und klopfte dem Gerät auf die Seite.

"Dieses Gerät hier ist einfach etwas umfangreicher und beweglicher als die Anlagen in den Werkshallen. Der Scannerkopf hier dreht sich praktisch in alle Richtung und hier sprech ich aus Erfahrung mal die erste Warnung aus: Nicht den Finger hier oben rein stecken,wenn das Teil läuft.Das dreht sich einfach und interessiert sich dann nicht dafür, ob da irgendwelche Körperteile drin stecken. Ist nicht mir passiert, sondern meinem Chef, hat aber trotzdem ne saftige Quetschung gegeben. Aber als normaldenkendes Wesen kommt man ja normal auch nicht auf die Idee, nen Finger irgendwo rein zu stecken, wo es sich offensichtlich dreht, oder? "

Die Mirialan schien genau darauf gewartet zu haben, denn sie gab bekannt, sich ab jetzt nur noch um Labor-Arbeiten zu kümmern. Statt dessen sollte wohl Brianna die Schichtleiterin werden. Bailee grinste sie an und applaudierte, klang das doch in den Ohren der Nautolanerin nach einer Beförderung. Einer ihrer Kollegen, ein Mon Calamarim, schien mit dieser Beförderung allerdings nicht sehr glücklich zu sein. Halb erwartete Bailee, dass der Mon Calamari gleich die Arme vor der Brust verschränken und mit dem Fuss aufstampfen würde. Doch er hielt sich zurück. Als Brianna der Mirialan dann verkündete, dass Okin ihr helfen würde, nachdem er mit dem Gerät vertraut war, wandte Bailee sich wieder an den jungen Menschen.Der Selbstscan war inzwischen abgeschlossen und das Gerät meldete sich Betriebsbereit.

"Also, pass auf. Du hast hier ne Öffnung, in die du Reagenzgläser rein hängen kannst. Du kannst dem Gerät am Steuerungs-Computer sagen, welches Medium er unter die Lupe nehmen soll. Daneben kannst du Objektträger einlegen. Ein bisschen überflüssig, beide Möglichkeiten zu bieten- also sowohl Objektträger als auch Reagenzgläser, aber der Hersteller fand das wohl praktisch. Und eben, da vorne kann man Patienten bis zu einem Gewicht von 250 kg drauf legen. Damit sind beinahe alle Spezies abgedeckt, die so rum laufen. "

Dann trat Bailee an das integrierte Steuergerät und aktivierte es erstmals.

"Das Gerät hat ne eigene Datenbank, in der alle bekannten Erreger bis zur letzten Aktualisierung gespeichert sind. Das ist schonmal praktisch, wenn es die meisten erkennt. Wenn du dir jetzt irgendwas genauer ansehen willst, kannst du das hier in die Wege leiten. Da steht Analysieren und damit kannst du was auch immer zerlegten. Und wenn du die Gen-Sequenz hast, kannst du das Gerät grad mit der Datenbank abgleichen lassen, obs da Übereinstimmungen gibt. "

Sie lächelte den Menschen an und hoffte, ihn nicht zu überfordern.

" Theoretisch könnte man das jetzt so machen, dass sich das gute Stück in bestimmten Abständen selbstständig Updates für die Datenbank holt, davon würde ich aber abraten. Auch die Hersteller dieser Geräte wollen schliesslich verkaufen. Sprich sie haben kein Interesse an Geräten,die lange gute funktionieren. Am liebsten haben sie es, wenn die Geräte 3 Monate nach Ablauf der Garantie dann den Geist aufgeben. Das hier ist ein medizinisches Gerät, die halten meistens noch 6-12 Monate nach Ablauf der Garantie durch und machen dann die Grätsche. Das passiert entweder durch versteckte Unterprogramme, die dann irgendwelche Systeme absichtlich überlasten und so zum Defekt der Anlage führen. Oder es passiert über die Kondensatoren. Die zeig ich dir gleich. "

Erstmal aber grub Bailee ein weiteres kleines Gerät aus einer Werkzeug-Tasche.

"Das hier ist ne Erfindung von mir. Das ist eigentlich nur ein kleines Computerchen, das nur eine einzige Aufgabe hat. Es ist quasi ein Diagnosecomputer für den Selbstdiagnosecomputer der Anlage. Der spürt dir die Killer-Programme auf und vernichtet sie. Das hat bis jetzt immer funktioniert. ABER: Lass das Computerchen nicht am Scanner hängen, wenn du das Update abrufst. Die bekommen eine Fehlermeldung am anderen Ende und dann steht bald mal "zufällig" so ein Wartungs-Typ hier auf der Matte. Also: Manuell das Update auslösen, warten bis er fertig ist mit nudeln, anschliessend unbedingt drauf achten, dass es wieder auf "Manuell" steht und dann mal das kleine Computerchen arbeiten lassen. Fertig. "

Dann wandte sie sich einer kleinen Klappe im unteren Teil der Anlage zu. Sie öffnete sie und zog etwas raus, dass aussah wie ein Brett mit ein paar Türmchen drauf.

"Das hier sind die kritischen Kondensatoren. So sehen sie aus , wenn alles ok ist."

Sie holte ein anderes , einzelnes Türmchen aus ihrer Tasche, das total zerfetzt aussah.

"So sehen sie aus, wenns nicht ok ist. Guck hier hin und wieder mal rein. Wenn eins kaputt ist....kannst du löten? Das kaputte Teil raus, ein ganzes Teil rein. Die Kondensatoren kosten im Zehnerpack 5 Credits. Das ist nix. Wenn das Teil hier aussteigt, zahlt ihr 2000 Credits allein dafür, dass ein Techniker kommt. Da hat der Techniker aber noch nichts gemacht ausser den Fussboden dreckig. Also: Erstmal schauen, ob du selbst was machen kannst und halt die Programme sauber, damit ihr möglichst lang kein Geld mehr ausgeben müsst für die Mühle hier. Wenns weder die Programme noch die Kondensatoren sind, dann habt ihr wirklich was kaputt gemacht und ihr müsst entweder nen Techniker rufen oder selbst das Diagnoseprogramm aufrufen und durchlaufen lassen. Wenns was ausspuckt und ihr könnts reparieren, super. Wenn nicht, wirds wahrscheinlich teuer. "

Damit lächelte sie Okin an und machte eine Tada-Geste

"Eigentlich garnicht so schwer. Das meiste macht das Gerät eh allein und wenn du weisst, wie du es möglichst lang pflegen kannst...dann würd ich sagen, verdoppelt sich die Garantie eigentlich. Normalerweise habt ihr 5 Jahre auf das Teil. Ich würd sagen, bei sachgemässer Nutzung.... die nächsten 10 Jahre habt ihr Ruhe"

Der Scanner war eigentlich wirklich einfach in der Bedienung. Bailee alberte gern damit rum, dass der Scanner so einfach war, das sogar Ärzte ihn bedienen konnten. Aber jetzt hielt sie etwas anderes von diesem Kommentar ab. Sie hob den Kopf und blickte zur Tür. Zwei Sekunden, Drei Sekunden vergingen, dann begann draussen jemand zu weinen. Offensichtlich war mal wieder einer der Patienten gestorben. Bailee bekam einen dicken Klos in den Hals und blickte Brianna an.

"Ich hoffe wirklich, dass ihr bald den Durchbruch schafft hier. "

sagte sie leise. Ihre gute Laune war für den Moment verflogen und sie hatte das Bedürfnis, die Krankenstation so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Nicht, weil sie Angst hatte. Aber die Atmosphäre hatte sich verändert und das mochte Bailee garnicht.

Coruscant- Jedi-Tempel-Medizinische Abteilung- mit Brianna, Talery, Okin und div. NPCs
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum - bei Radan - in der Nähe von Elise, Markus und Wes

Er wusste nicht was er tun sollte? Aber... Wieso wusste er nicht was er tun sollte?
Überrascht? Ja!
Vielleicht auch sauer, weil er von Ty erst jetzt erfuhr.
Auch denkbar!
Aber nicht wissen was er tun sollte?... ob er sich freuen sollte....?
Wenn sie das sagen würde..., schließlich wurde sie hier so mal wie nebenbei zwischen Baum und Borke gequetscht.
Ja, und wenn sie daran dachte, was sie so von den Freundinnen ihres Dad's gedacht hatte... Oh Oh!
Aber das war ja nicht die Frage. Hier ging es erst mal um Vater und Sohn.
Sie legte ihren Kopf leicht schräg, versuchte Radan's nach unten gerichteten Blick auf zu fangen und verstand dann, als er weiter sprach, was er meinte. Seine Vergangenheit! Die Familie, die er, teilweise durch eigene Hand, verloren hatte. Es bedrückte ihn sehr. Sie wusste, dass es das tat und das er diese Zweifel auch schon in Bezug auf Kyran hatte.
Dass er dies tat verband die beiden Jungen schon jetzt und lies Alisah vehement Partei ergreifen.


Du musst dich freuen Radan!
Dein Sohn! ... Deine beiden Söhne ... haben das Recht auf ihren Vater! Darauf, dass er sich freut, das es sie gibt! Das er stolz ist und für sie da!
Sie müssen aufwachen und wissen das ihr Dad sie liebt und alles für sie tun würde!
Sie müssen wissen, dass sie sich immer auf dich verlassen können.
Deine Vergangenheit ist genau das.
Vergangenheit!
Ein Teil von dir. Aber sie darf nicht so stark sein, dass sie deine Zukunft verdunkelt.
Du hast das Recht dich zu freuen.
Sieh es so, deine Söhne sind deine Chance für die Zukunft und du wirst ein toller Dad sein.


Sie lächelte und nahm Radan dann in den Arm, drückte sich ganz dicht an ihn und schwieg einen kleinen Moment bevor sie sich wieder von ihm löste und ihn schief grinsend an sah.

Du hast gefälligst ein toller Dad zu sein, sonst bekommst du mit mir Ärger.

Aufmunternd stupste sie ihn in die Seite und wollte dann gerade ansetzen, dass sie hier durchaus sicher war und er sich keine Sorgen machen musste auch wenn er auf brach. Doch genau in dem Moment meldete sich sein Com wieder.

Hm, wies aussieht ist die imperiale Flotte schon im Anflug.

Witzelte sie, grinste verschmitzt und fügte augenzwinkernd hinzu...

Hast du vor dieser Sahra etwa wirklich mehr Angst als vor mir?

...dann wurde sie aber wieder ernster und nickte in Richtung Com.

Mach dir nicht so viele Gedanken. Er hat dich gesucht! Er will seinen Dad! Nur darum geht es.

Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum - bei Radan - in der Nähe von Elise, Markus und Wes
 
Nachricht an Radan-Salan-Tulon

Zu spät fiel ihm ein, dass man ihm die Tränen vielleicht ansehen konnte und er wischte sich ein weiteres Mal mit dem T-Shirt übers Gesicht.

“Ich weiß, warum Mom dir nichts von mir erzählt hat. Sie glaubt, du bist tot! Aber das bist du garnicht! Ich geh gleich zu ihr, und erzähl ihr von dir. Dann können wir dich mit der StarExplorer besuchen kommen! “

Bei der Gelegenheit fiel ihm Pec ein, der sich außerhalb des Aufnahmebereichs auhielt. Er packte seinen besten Freund am Ärmel und zog ihn in den Aufnahmebereich der HoloCam.

“Das hier ist übrigens Pectorn, mein bester Freund. Er ist auch sowas wie mein Bruder und er würde ganz sicher mitkommen. Würdest du doch, oder Pec? Also. Ich melde mich wieder, wenn ich weiß, wann wir losfliegen. Hoffentlich bald. Bis dann, Dad.“

Nachricht Ende
 
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