Coruscant

Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Arbeitszimmer des Personals - Tom, Shana

Tom lächelte das kleine Lächeln, auf welches er wegen seiner aufgeplatzten Lippe beschränkt war. Was ihm sein Gefühl bereits von Anfang an gesagt hatte, war also nicht Subjektiv gewesen. Sie hatte die Wahrheit gesagt. Auch wenn er nicht wusste, wer Tylaar und Nylia waren, so konnte er jetzt sicher sagen, dass von ihr keine Gefahr ausging. Hey und dabei beherrschte er die Empathie gerade mal ansatzweise. Er öffnete die Augen. Zum ersten seit dem Tod seiner Eltern lag so etwas wie Wärme darin. Es tat ihm etwas leid, das er ihr gedroht hatte.

„Ich kenne keinen Tylaar, und Nylia sagt mir auch nichts, aber ich denke Chesara wird euch empfangen sobald sie Zeit hat.“

Hinter Shana fielen die Gegenstände, die soeben noch durch den Raum geschwebt waren, geräuschvoll auf dem Boden. Tom hatte die Gegenstände nicht absichtlich levitiert. Irgendwie war es ein ungewollter Nebeneffekt gewesen. Ob das auch passierte, wenn er meditierte? Er müsste einmal darauf achten. Er schob sich die Hände in die Hosentaschen und schlenderte langsam von der Tür weg, hin zum Bett.

„Ich denke du verstehst, dass wir skeptisch sein müssen. Das Imperium hat recht fähige Spione.“

Um es untertrieben auszudrücken. Das Imperium war ja praktisch nicht mehr als eine große Kriegs- und Geheimdienstmaschinerie. Innerlich freute er sich wie ein kleines Kind, dass sie nicht zum Imperium gehörte. Für ihn war es so etwas wie ein kleiner sieg. Haha, ihr habt euere Sternenzerstörer, aber wir haben den Teil eurer Bürger, auf den es ankommt. Den Intelligenten.
Erneut bot er ihr seine Hand an.


„Tom Kent.“

Stellte er sich jetzt mit ganzem Namen vor. Das galt als Vertrauensbeweis. Er lieferte sich ihr damit sozusagen aus. Wie ein Hund, der seine verwundbare Halspartie entblößte. Wenn sie den Namen im Holonet suchte, würde sie dort seine halbe Lebensgeschichte finden. Irgendwie würde es zu ihr passen. Computer, Holonet, und der ganze Technikkram, der dazugehörte. Hm, hatte er es vielleicht etwas weit getrieben? Jetzt war ihm die ganze Sache schon etwas peinlich. Etwas bedrückt setzte er sich neben sie.

„Ich glaube ich sollte mich bei dir entschuldigen, ich, wie soll ich das sagen, habe, naja, in deinen Kopf gesehen.“

Wie sollte er das nur verständlich erklären?

„Ähm, ich gehöre zu Chesaras Or…ganisation, wir, ähm sind … wir können so was. Glaub mir, ich wollte das eigentlich nicht, aber es war notwendig.“

Verteidigte er sein Handeln. Er hoffte, dass es ihr nicht zu unangenehm war, dass er so in ihre Privatsphäre eingedrungen war. Er hatte es als sehr unangenehm empfunden, als Tomm das bei ihm getan hatte. Er konnte sich gut vorstellen, das das anderen genauso ging. Zwar war sein eindringen nicht mit dem von Tomm in sein Gedächniss zu vergleichen, aber er fand trotzdem, dass sie das Recht hatte, es zu erfahren. Sie waren schließlich die Guten. So etwas vor einem Verbündeten zu verschweigen würde sie den Sith gleichstellen. Das fand zumindest er.

Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Arbeitszimmer des Personals - Tom, Shana
 
[ Coruscant - untere Ebenen – Honey House – hinterer Bereich | Nylia und Adrian ]

Zufrieden bemerkte Adrian, dass sein schlechter Witz anscheinend doch gut bei Nylia ankam – sie setzte sogar noch einen drauf! „Durchschlagender Erfolg“! Ha! Und sie lächelte. Ja, auf manche Mädels hatte er anscheinend doch eine sehr charmante Wirkung! Zumindest für einen Moment war er sehr zufrieden mit sich.
Dann erklärte Nylia, dass sie auf der Suche nach jemandem gewesen war – irgendjemandem. Und sie hatte ihn gefunden. Kein unangenehmer Zufall. Von seiner pochenden Stirn einmal abgesehen.


„Ich … ähm … ich bin eigentlich nur so spazieren gegangen.“

antwortete er auf ihre Gegenfrage, was er denn hier machte. In einem coolen Moment hätte er vielleicht geantwortet „Ich war auch auf der Suche – auf der Suche nach dir!“. Aber dazu fehlte ihm das Selbstvertrauen – und überhaupt: Er kannte sie ja kaum. Süß war sie allerdings schon.
Stattdessen konzentrierte er sich jetzt auf den Inhalt ihrer Frage. Eine Holonetstation? Bücher? Adrian hatte bisher noch nichts dergleichen hier gesehen. Was aber nichts heißen musste.


„Ich kenne mich hier auch noch nicht so gut aus … also, tut mir leid, ich weiß es nicht.“

Und jetzt? Zogen sie beide wieder von dannen und langweilten sich? Nein, das war doch Unsinn! Verdammt, er war doch schon alt genug, warum verhielt er sich hier wie ein frühpubertierender Teenager? Diese blöde Schüchternheit! Sie hatte über seinen Witz gelacht - ein bisschen mehr Selbstvertrauen war also angebracht!

„Wie wär’s, wenn …“

setzte er an. Jetzt sag’s doch endlich, rief ihm eine innere Stimme zu. So schwer konnte das ja nicht sein.

„… wenn wir uns zusammen umsehen. Nach Büchern und Holonetstationen. Du weißt schon.“

Er stopfte seine Hände in die Hosentaschen. Ging doch. Sehr zufrieden mit sich selbst musste er grinsen.

„Und was Jedi in ihrer Freizeit machen? Viele trainieren andauernd. Man könnte meinen, sie wären ganz besessen davon. Oder sie lesen. Lesen und Trainieren. Ich glaube manche Jedi haben kein sonderlich lustiges Leben.“

Sein Grinsen wurde bemüht breiter. Er kannte sie kaum, wusste nicht, wie sie mit einer solchen Aussage umgehen würde. Nicht, dass sie wegen ihm ihre Ausbildung schmiss, nur weil er gesagt hatte, Jedi hätten kein spaßiges Leben! Um dem ganzen noch einen drauf zu setzen, lachte er einmal halblaut auf. Das sollte als Kennzeichnung eines Witzes wohl genügen!

Konnte man sich eigentlich noch mehr wie ein Idiot fühlen?


[ Coruscant - untere Ebenen – Honey House – hinterer Bereich | Nylia und Adrian ]
 
Coruscant – Untere Ebenen –Honey House – mit Adrian


Nylia fragte sich kurz, ob sie daran schuld war, dass Adrian sich bei dem Sturz heftiger als erst angenommen den Kopf angestoßen hatte, denn er stotterte erst ein wenig vor sich hin. Besorgt musterte sie ihn, aber dann fand er zurück ins seinen normalen Redefluss und sie atmete innerlich auf. Wahrscheinlich war er nach der Aktion im ersten Moment auch einfach ein wenig verwirrt gewesen, genauso wie sie.

„Spazieren? Hier drinnen?“

Lia klang ehrlich verwundert, dann fiel ihr wieder ein wo sie waren.

„Okay, stimmt. Wenn ich die Wahl hätte zwischen dem Barbereich vorne, der absolut liebreizenden Gegend da draußen vor der Tür und den Gängen hier drinnen… gute Entscheidung.“

Sie lachte und merkte, dass es irgendwie eine Spur höher klang als sonst. Was sollte das denn jetzt? War sie etwa nervös? Okay, der Sturz hatte sie eindeutig aus der Bahn geworfen. Adrian hielt sie sicherlich für hysterisch oder durchgeknallt, wahrscheinlich auch beides. Nylia schüttelte über sich selbst kaum wahrnehmbar den Kopf.

„Ist ja kein Problem.“ , meinte sie als Adrian ihre Frage nach einer Holonetstation oder Büchern nur verneinen konnte.

„Wie lange bist du eigentlich schon hier? Nicht viel länger als ich, oder? Seit wann sind die Jedi eigentlich hier?“

Sie erinnerte sich, dass Adrian ihr gesagt hatte, dass er Tylaar von früher kannte und schon länger Padawan war. Er musste den Orden und die Jedi also besser kennen. Wenn er sich hier auch nicht auskannte, musste das also bedeuten, dass das „Honey House“ noch nicht lange das Versteck der Jedi war. Nylia fiel wieder einmal auf, dass sie eigentlich nichts von den Jedi wusste. Sie war bei ihnen aufgenommen worden und wusste so gut wie nichts von dem, was sie einmal werden sollte. Sie hatte ja nicht einmal ein Standardbild vor Augen, sozusagen einen Klischee-Jedi, dessen Auftreten sie sich als Vorbild nehmen konnte. Jeder, den sie bisher getroffen hatte, war so anders gewesen als die Wesen zuvor und hatte einen anderen Eindruck auf Lia gemacht. Tylaar war der verwegene Typ, der ihr bereits gesagt hatte, dass es mehr als einen dunklen Fleck auf seiner Weste gab. Chesara war ganz anders, ruhig und strahlte etwas aus, das Nylia nicht beschreiben oder fassen konnte, aber es hatte sie beruhigt und ihr Zuversicht gegeben. Wenn Nylia an sie dachte, kam ihr Chesaras warme Stimme in den Sinn. Irgendwie musste sie bei dieser Frau an Licht denken. Jibrielle war wieder anders, sprudelte geradezu über vor Leben und Energie. Und Adrian? Nylia musterte den jungen Mann ihr gegenüber und erwiderte sein Lächeln, als er sie angrinste. Sie mochte dieses Lächeln, fiel ihr auf. Es stand ihm besser als der nachdenkliche Ausdruck auf seinem Gesicht und die deutliche Spur von Melancholie in seinen hellen Augen, die Nylia noch vor kurzem bemerkt hatte, als sie Fey und Jibrielle beim Training zugesehen hatten.

Als er sie fragte, ob sie sich zusammen umsehen wollten, schrak Nylia etwas zusammen. Sie bemerkte, dass sie ihn während sie so nachgedacht hatte sicherlich die ganze Zeit angestarrt hatte und prompt wurde sie rot. Sie nickte ein wenig zu hektisch, rammte ebenfalls die Hände in die Hosentaschen und drehte sich zur Seite um loszugehen, in der Hoffnung, dass Adrian es nicht bemerken würde.


„Glaube es mir oder nicht, ich würde ja sogar gerne trainieren oder lesen, aber ich kann ja noch gar nichts. Ein Trainingsversuch würde sicherlich mehr oder weniger schmerzhaft enden und zum Lesen gibt es hier ja nichts. Außerdem klingt das finde ich gar nicht schlecht. Lesen… Trainieren… Es ist auf jeden Fall besser als das, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Okay, so gut wie alles ist besser als das.“

Nylia Stimme klang bei ihren letzten Worten bitter und sie merkte selbst, dass sie von Dingen redete, die Adrian nicht verstehen konnte. Er hatte ja keine Ahnung von ihrer Vergangenheit.

„Vergiss es einfach. Ätzende Vergangenheit und Familienangelegenheiten und so. Da waren wir ja schon einmal. Es bringt nichts, wenn ich darüber jammere. Es kann nur besser werden.“

Um ihren Worten die Schwere zu nehmen, schubste sie Adrian neben sich kurz mit dem Ellbogen an.

„Bisher kann ich mich bei den Jedi jedenfalls nicht beklagen.“

Coruscant – Untere Ebenen –Honey House – mit Adrian
 
¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ Honey House ~ Arbeitszimmer des Personals ¦¦ Shana & Tom

Wie bitte? Er kannte die beiden nicht? Entweder hatten die beiden gelogen, oder es waren so viele von ihnen hier, dass nicht einmal jeder jeden kannte. Wobei … war es bei den Defendern so anders. Ob Noas Bruder jeden der Aktiven nennen konnte? Bestimmt auch nicht unbedingt. Nun, aber Tom schien ihr trotzdem endlich vertrauen zu wollen. Wäre sie eine Spionin wäre sie ja nun wirklich ganz anders an die Sache herangegangen. Natürlich verstand sie seine Vorsicht, wobei sie – ihre Information von Noa natürlich vorausgesetzt – durchaus einige ungewöhnliche Dinge im Honey House bemerkt hatte. Wäre sie tatsächlich ein Spion, und würde den Laden aufgrund vager Verdachte überprüfen, wären die Widerständler aufgeflogen. Gäste die sich einfach nur unterhielten ohne das Angebot des Hauses in Anspruch zu nehmen.

Alleine dies war schon auffällig. Leute, die sich in angeschlagenem Zustand ins Bordell begaben, waren auch nicht unbedingt normal. Keine wirklichen Beweise, aber schon merkwürdig. Aber als Hackerin wusste sie dass man hundertprozentige Unauffälligkeit und Heimlichkeit so gut wie nie erreichen konnte. Ein kleines Detail konnte einen immer verraten. Aber so wie es aussah, waren die Imperialen dem Unterschlupf, bzw. den Leuten in ihm noch nicht auf die Schliche gekommen.


"Kann ich gut verstehen. Und das Imperium hat noch weitaus mehr als fähige Spione. Gerade ein Apparat, der Täuschung, Betrug und Kontrolle dermaßen etabliert hat, weiß wie man es anstellt. Du kennst die beiden nicht? Sie sagten sie würden zum Honey House zurückkehren. Na ja. Zum Glück konnten wir das auch so klären."

Sie lächelte kurz, sprang dann aber erschreckt hoch, als sie etwas hinter sich klappern hörte. Sie schaute sich verwirrt um und sah einige Gegenstände sinnlos verteilt auf dem Boden herumliegen. Wie war das geschehen? War Tom dafür verantwortlich? Und wie hatte er das gemacht? Er, der sich als Tom Kent vorstellte. Warum tat er dies nun? Das brauchte er ihr doch nicht sagen. Diese Information benötigte sie nicht wirklich. Aber gut, wenn er meinte. Sie gab ihm daraufhin noch einmal die Hand, auch wenn sie nun ein wenig verwirrt durch die Gegenstände war.

"Hallo Herr Kent, ich bin Shana." , begegnete sie ihm mit hochgezogenen Brauen.

Zum einen sollte es klarstellen, dass es wirklich ihr Name war, und zweitens würde er ihren Nachnamen nicht erfahren. Es war einfach nicht nötig. Vielleicht irgendwann später einmal. Jeder, der einen vollständigen Namen erfuhr, war eine Gefahr, da er im Notfall dieses Wissen preisgeben konnte, ob nun freiwillig oder ungewollt. Zwar wollte sie den Leuten hier nicht unterstellen willensschwach zu sein, dennoch war es unwahrscheinlich, dass nicht einer von ihnen gebrochen werden konnte unter Folter. Und es reichte wenn nur einer redete indem er auf Drogen ansprang oder ähnliches. Aber genug paranoide Gedanken für den Moment. Dies war sowieso nicht mehr möglich, nachdem sich Tom anfing zu entschuldigen. Die Stirn der Studentin legte sich in Falten. Bitte was?? Er hatte was gemacht? In ihren Kopf gesehen? Wie jetzt? Was meinte er? Er stammelte eine Erklärung, die es überhaupt kein bisschen besser machte. Sie konnten so etwas? Ja klar, konnten sie dies. Wenn sie alle einen an der Waffel hatten, bildeten sie sich das alle ein. Aber Tom wirkte eigentlich ganz normal und geistig gesund, warum erzählte er so einen Quatsch? Sie rückte ein Stück von ihm weg.


"Okaaay, schon klar. Ja, kein Problem, das passiert mir öfter. Mach’ Dir darüber keine Gedanken."

Was sollte sie denn auch anderes auf diesen Blödsinn antworten?

"Du hättest mir deinen vollen Namen übrigens nicht sagen müssen, ich kann schon verstehen, dass man sich bedeckt hält. Eigentlich ist es für uns alle nur von Vorteil wenn wir nur die Vornamen wissen. Aber nun weiß ich ihn trotzdem und nehme es als nette Geste an."

Sie strich sich durch das zerzauste Haar. Es noch mehr durcheinander zu bringen, machte jetzt auch nichts mehr. Immer noch ein wenig verwundert betrachtete sie die herumliegenden Gegenstände. Wie ging es nun weiter. Die Fronten waren geklärt, sie warteten beide auf die blonde Frau, und die erotische Stimmung war versaut. Da half auch die Bordellsuite nicht viel. Ein kurzer forschender Blick ging zu Tom.

"Und was machst Du sonst, wenn ich das Fragen darf? Hast oder hattest Du einen Beruf?"

Von Noa wusste sie bereits die Vorgeschichte, sonst von überhaupt keinem. Grundsätzlich war das auch nicht relevant, aber wenn sie Leute irgendwann besser kannte, interessierte sie so etwas schon. Jeder hatte eine ganz persönliche Geschichte, die ihn zum Widerstand brachte, es war doch nicht verkehrt das wissen zu wollen oder? Was sie dorthin gebracht hatte. Vermutlich war das der Teil von ihr, der sich entschieden hatte, Journalistin werden zu wollen. Der Teil, der gerne die echten Geschichten hören und sammeln wollte. Das war wirklich ihr Ding. Sie konnte einfach nicht anders als die Leute danach zu fragen. Dennoch war sie Profi genug um zurückzutreten, wenn die Person nichts erzählen wollte.

¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ Honey House ~ Arbeitszimmer des Personals ¦¦ Shana & Tom
 
Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Arbeitszimmer des Personals - Tom, Shana

Schade, entweder wusste sie nicht, was ein Jedi war, oder sie konnte nicht zwei und zwei zusammenzählen. Er konnte irgendwie nicht ganz glauben, dass jemand die Jedi nicht kannte. Stand doch ihr Tempel immer noch deutlich sichtbar mitteln auf dem jetzt imperialen Planeten. Wie konnte manchen Lebewesen eine der wohl wichtigsten Gruppen in der Galaxie einfach so entgehen? Oder hatte er sich nur unverständlich ausgedrückt? Gut möglich, das sie gerade nur nicht an die Möglichkeit dachte, dass er ein Jedi war. Irgendwie fand er es jedoch angebracht es ihr zu sagen. Sie hatte etwas an sich. Tom konnte es nicht genau sagen, aber sich auf sein Gefühl zu verlassen, war etwas was er durch seine Jediausbildung gelernt hatte. Also wieso sollte er es ihr eigentlich nicht sagen? Chesaras Namen kannte sie ja schon, also war der Weg zur Schlussfolgerung, dass Chesara und somit auch er ein Jedi war eigentlich nur einen kurzen Blick auf die imperialen Fahndungslisten entfernt. So wie er das sah, würde Chesara dort wohl recht weit oben stehen.

„Momentan werde ich von Chesaras Organisation ausgebildet. Wir arbeiten recht eng mit der Republik zusammen.“

Es ganz direkt zu sagen, das traute er sich nicht. Auch weil er nicht wusste, ob es seinen „Vorgesetzten“ recht war, wenn er es weitererzählte. Selbst einer Widerständlerin. Die Situation war jetzt irgendwie ins peinliche angerutscht, nachdem er mit seiner Entschuldigung angefangen hatte. Vielleicht sollte er so was in Zukunft besser lassen. Sie würde ihn jetzt sicherlich für verrückt halten. Seine geistige Verfassung war zwar immer noch nicht die beste, aber er war weit davon entfernt verrückt zu sein. Seit er täglich meditierte hatten sich viele der kleinen Macken, zu denen er sonst geneigt hatte, verflüchtigt. Er gab es nur ungern zu, aber bis jetzt tat ihm das Jedisein sogar gut. Er hoffte nur, das es auch so blieb.

„Wir hatten vor dem Fall Coruscants unser Hauptquartier hier. Und ganz haben wir die Hoffnung nie aufgegeben, dass Coruscant wieder unter republikanische Herrschaft kommt und wir unser Hauptquartier wieder in Besitz nehmen können.“

Das galt zwar nicht für ihn, aber er glaubte, dass es wohl auf die meisten Jedis zutraf. Er hielt sich für solche Hoffnungen für zu realistisch. Es müsste schon ein Wunder geschehen, damit Coruscant wieder in ihre Hände fiel. Der Glaube an Wunder war nur was für Leute, die nicht in der Lage waren den Tatsachen in die Augen zu sehen.
Das sie ein stück von ihm weggerückt war, entging ihm keinesfalls. Es traf ihn sogar. hauptsächlich wahrscheinlich, weil er unterbewusst wollte, das sie ihn mochte. Auch wenn er sich selbst immer noch das Zölibat auferlegt hatte, so hatte Toms vernachlässigte Libido dazu eine ganz andere Einstellung. Seit dem Tod seiner Eltern hatte es mau ausgesehen was das anging. Aber ab ein paar Promille war an so was eh nicht mehr zu denken und im Koma erst recht nicht. Also protestierten seine biologischen Triebe vollkommen zu Recht auf die einzige Art und Weise, die ihnen gegeben war. Man sah es ihm nicht an, aber sein Puls stieg an und ein gewisser teil seines Blutes versuchte sich Richtung Lendengegend zu bewegen. Glücklicherweise Hatte Tom sich unter Kontrolle. Trotzdem war es für ihn seit langem das erste Mal, dass er so auf die Gesellschaft einer attraktiven jungen Frau reagierte. Jibrielle war ja, wenn auch nicht wirklich sein Typ, auch nicht gerade der Typ von Frau, den Mann von der Bettkante stieß. Bei ihr jedoch hatte er desgleichen nicht erlebt. Gut, ihr war er auch nicht so nahe gekommen. Vielleicht war es aber auch nur das Gespräch von vorhin, das diese Reaktion in ihm auslöste.


„Ehm, wenn es dir lieber ist, dann können wir auch wieder nach vorne gehen und ich bring sich schon mal in die Nähe von Chesara.“

Wenn es ihr unangenehm war mit ihm hier zu sitzen, dann wollte er sie nicht dazu zwingen, hier zu bleiben. Auch, wenn er sich schon gerne noch etwas mit ihr unterhalten hätte. Zwar fürchtete er, dass ihm die Gesprächsthemen fehlten, aber sie schien recht kommunikativ. Sicher würde ihr dann was einfallen.

Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Arbeitszimmer des Personals - Tom, Shana
 
- Coruscant – Eastport-Raumhafen – Dock 54355 – Mit Azgeth und Jace -

Azgeth
und Jace unterhielten sich wie beste Freunde. Wie niedlich. Noa warf der Frau mit dem Narbengesicht einen schrägen Blick zu, als diese es scheinbar für eine gute Idee hielt, auf den fahrenden Zug aufzuspringen und Noa ebenfalls noch einen Seitenhieb in Richtung ihrer Heimat Coruscant zu verpassen. Und dieser Jace fand das anscheinend auch noch witzig. Was war mit den Leuten heutzutage los, hatte keiner von denen mehr Anstand gelernt? Nicht, dass Noa in dieser Hinsicht ein glühendes Vorbild war, aber immerhin machte sie niemanden, den sie vor zwei Minuten erst kennen gelernt hatte, direkt blöd von der Seite an. Oh man, diese Reise versprach ja, fantastisch zu werden. Sie ignorierte den weiteren Verlauf des Gesprächs geflissentlich, hätte Jace Chorios jedoch am liebste ihre Reisetasche aus der Hand gerissen. Dass sie sich von so einem auch noch ihr Gepäck tragen ließ! Schweigend hörte sie zu, wie Jace munter weiter plauderte. Was interessierte sie, wie er seinen Abend verbracht hatte? Da sie hinter den beiden her ging, gestattete Noa es sich, genervt die Augen zu verdrehen. Immerhin würden sie Narbengesicht auf Naboo raus schmeißen – und trotzdem waren 52 Stunden noch eine ziemlich lange Zeit, die es erstmal tot zu schlagen galt. Allerdings, dachte Noa und wusste nicht, ob dies positiv oder negativ zu bewerten war, waren sie noch nicht einmal abgeflogen und schon hatte sie Pablo eine ganze Menge zu berichten. Sie würde zusehen müssen, dass sie ihm noch schnell eine Nachricht schickte, bevor sie in den Hyperraum eintraten, aber das würde sich ja wohl arrangieren lassen. Während Noa vor sich her trottete und sich fragte, ob Azgeth und Jace wohl was miteinander hatten – obwohl sie eigentlich nicht so wirkten – erreichten sie bereits die Landebucht und vor ihnen wurde der Blick auf Jace’ Schiff frei. Noas Blick suchte sich seinen Weg an Azgeths Hinterkopf vorbei. Moment mal, hatte da irgendjemand was von Schrottmühle vermutet? Vor ihnen lag kein herunter gekommener Frachter, kein auseinander fallender Schrotthaufen, sondern…

„Eine Horizon-Class Star Yacht! Wow!“

Die Widerstandskämpferin verschluckte sich fast. Wie konnte sich so ein Typ wie Jace (wobei, was wusste sie schon von ihn, außer seinem Namen, falls dieser überhaupt stimmte?) ein solches Schiff leisten? Die Antwort erhielt Noa recht schnell. Noch bevor jemand (oder sie) Fragen stellen konnte, erklärte er, dass der Name der Yacht auf dem Mist seines Geschäftspartners gewachsen war. Geschäftspartner, soso. Ja, für das Verbrechen gehörte der Typ eigentlich gesteinigt, entschied Noa. „Prince“ war so ziemlich der bekloppteste Name, der je einem Schiff verliehen worden war. Allerdings, so führte Jace ebenfalls noch an, war sein Partner seit geraumer Zeit verschollen, was bei der Journalistin für hoch gezogene Augenbrauen sorgte. Die Aussage war ziemlich schwammig und konnte ebenso gut bedeuten, dass Jace die Schnauze voll gehabt hatte von Zusammenarbeit und den Mann mit dem schlechten Namensgeschmack einfach um die Ecke gebracht hatte. Wie gesagt, dachte Noa mit Blick auf den Piloten, was wusste sie schon von ihm? Die „Prince“ jedenfalls war ein Schmuckstück und zerstreute zumindest Noas Bedenken, überhaupt jemals auf Naboo oder gar Abregado-Rae anzukommen. Sie näherten sich dem Schiff und Jace ließ die Rampe hinunter fahren, damit sie einsteigen konnten. Freundschaftlich tätschelte Noa im Vorbeigehen die Außenhülle der Yacht.

„Hätt’ ich dir ja gar nicht zugetraut, so eine Perle zu fliegen. Und nein, eigentlich hatte ich vielmehr einen Müllhaufen erwartet.“

Kommentierte Noa in Richtung Jace, als sie alle an Bord stapften.

„Dafür hatte ich mir sogar schon eine passende Bemerkung überlegt.“

Fügte sie noch, leicht grinsend, als Anspielung auf verdreckte Heimatorte hinzu. Es war ja nicht so, dass sie keinen Spaß verstand. Sie hatte es zwar nicht unbedingt lustig gefunden, aber eine Spielverderberin wollte sie auch nicht unbedingt sein. Immerhin bemühte sie sich.

„An dem Namen musst du aber unbedingt was machen. Das Baby verdient eindeutig was Besseres.“

Es lag ihr auf der Zunge, eine Anspielung auf seinen vermissten „Geschäftspartner“ zu machen, doch bevor sie sich selbige noch verbrannte, war sie lieber still. Nicht, dass sie noch zu viele unangenehme Fragen stellte und nachher im selben Grab landete. Wäre sicher nicht das erste Mal, dass ein Journalist so endete.

„Sind wir dann bereit zum Abflug? Achso... und wenn ich dich schon dutzen soll, dann kannst du das bei mir ja auch machen.“

Warf sie stattdessen hinterher und brannte bereits darauf, das Innere der Yacht zu erkunden. Noa war bisher nur wenige Male in einem Raumschiff geflogen und noch nie an Bord einer Luxusyacht gewesen. Schiffe wie die „Prince“ kannte sie nur aus dem Holo-TV. Sie fragte sich, ob Jace wohl etwas dagegen hatte, sie während des Starts mit ins Cockpit zu nehmen. So eine Gelegenheit konnte sie sich eigentlich nicht entgehen lassen.

- Coruscant - Eastport-Raumhafen – Dock 54355 - "Prince" – mit Azgeth und Jace –
 
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Coruscant, Honey House, mit Saahir, in der Nähe Ches, Exodus, Adrian und andere

In dem kleinen Lokal war fast soviel Gewusel wie seinerzeit im Tempel, dachte Tomm sich, während er sich neben Saahir setzte. Noch war der Junge recht mitgenommen, kam aber langsam wieder so richtig zu sich. Tom hatte sich unmittelbar nach ihrer Ankunft verabschiedet mit dem lapidaren Hinweis, daß er an die Bar ginge. Dort war er allerdings nur kurz. Während er ging, entdeckte Tomm ein paar kleine Löcher in seiner Weste, von denen er sich sicher war, daß sie vorher nicht dagewesen waren. Hatte er sich ebenfalls verletzt? Er hatte ihn nicht gefragt, andererseits hatte Tom auch nichts gesagt. Da er auch kein Blut entdecken konnte, beruhigte sich Tomm damit, daß die Verletzungen dann nicht allzu schlimm gewesen sein können. Ein wenig verdrehte er innerlich auch die Augen. Auf dem Schiff war es noch ein ganz anderer Tom gewesen, hier jetzt schien er sofort wieder in seine angestammte Rolle als ... naja, in seine alte Rolle zurückzufallen jedenfalls.
Ches war beschäftigt, daß hatte Tomm bereits bei seinem Eintritt bemerkt. Vermutlich war die Anwesenheit des Sith auch der Grund dafür, daß er vorher ebenfalls keinen Kontakt zu ihr bekommen konnte. Aber das war kein Problem, sie hatten genug Zeit und konnten warten. Vielleicht war das auch ganz gut so, dachte Tomm sich, als Exodus' Stimmung merklich zu kippen schien. Ihm entging auch nicht, daß Ches besorgt war. Auf der anderen Seite waren aber genug Jedi hier anwesend, um den Sith unter Kontrolle bringen zu können, sollte die notwendig sein. Ein wenig irritierte ihn allerdings, daß die Aura nicht so gewohnt dunkel war, wie sie sein müßte. Was war geschehen?
Nach diesem kurzen Lagecheck wandte sich Tomm wieder seinem Padawan zu. Er hatte noch gar nicht auf seine Frage geantwortet, daß wollte er nun nachholen. Dabei ließ er die Situation im Lokal allerdings zu keiner Zeit aus den Augen. Falls notwendig, wäre er mit zwei, drei Schritten an der Seite seiner Meisterin.


"Gewonnen? Ich weiß nicht,"

erklärte Tomm Saahir.

"Wir sind mit heiler Haut rausgekommen, aber ich weiß nicht, ob wir nicht doch irgendwie verloren haben. Es gab Tote."

Die hatten sich zwar nicht vermeiden lassen und Tomm hatte schon einige Lebewesen beiseite bringen müssen, aber er hatte sich in all den Jahren nie wirklich damit abgefunden. Für ihn war es jedes Mal auf das Neue so, als ob er verloren hätte, wenn er zu diesem letzten Mittel greifen mußte. Und er hatte oft danach greifen müssen, wenn dieses Mal auch nicht selbst. Trotzdem waren die Opfer seiner ihm anvertrauten Schüler auch seine Opfer.

"Ich denke immer, wir haben eigentlich genug Möglichkeiten, uns auf andere Art zu wehren. Wenn wir das aber nicht schaffen, dann haben wir doch irgendwie auch verloren, oder nicht?"

Sorgsam musterte Tomm Saahir von oben bis unten, dann sah er ihm tief in die schmalen, dunklen Augen. Es war ein wenig merkwürdig. Er hatte schon viele Schüler gehabt, mit allen hatte er sich sehr gut verstanden und war mehr als nur gut befreundet mit ihnen. Naja, mit fast allen, dachte Tomm sich, als er an Tom dachte. Ihn mochte er auch sehr gern, aber es war wirklich schwierig mit ihm.
Mit Saahir war das anders. Vielleicht war es die gemeinsame Herkunft oder die ähnliche Geschichte, Tomm wußte es nicht. Er erkannte nur, daß ihm Saahir noch mehr am Herzen lag als all seine anderen Schüler bisher.


"Wie geht es dir?",

fragte Tomm ihn, als er glaubte, daß der Junge wieder voll da war.

Coruscant, Honey House, mit Saahir, in der Nähe Ches, Exodus, Adrian und andere
 
[ Coruscant – untere Ebenen – Honey House – vorderer Bereich / Bar| Exodus und Chesara ]

Es gab zwei Arten von Handlungen. Die, um deren Konsequenzen man sich nicht zu kümmern brauchte. Und die, bei denen man sich immer bewusst darüber sein musste, welche Auswirkungen sie haben könnten.
Als Sith hatte Exodus fast immer nach ersterem Schema gehandelt. Er stand über allem – konnte tun und lassen was er wollte. Einen nervenden Wachmann umbringen? Kein Problem. Störte niemanden. Oder zumindest zog ihn niemand dafür zur Rechenschaft. Die dunkle Seite war in vielerlei Hinsicht der schnellere und leichtere Weg.
Seit er sich von den Sith abgewendet hatte, konnte Exodus nicht mehr so handeln. Jetzt fiel fast alles was er tat unter die zweite Kategorie. Er musste sich der Konsequenzen bewusst sein, konnte nicht gedankenlos handeln. Sich nicht gehen lassen. Und wenn doch, musste er mit den Folgen leben.
So wie jetzt.
ChesaraSyonette warf ihn raus.

Exodus sah die Tränen in den Augen der Jedi-Rätin. War er so ausfallend geworden? Oder hatte er einfach nur ihren wunden Punkt getroffen? Was auch immer es war, er musste die Konsequenzen tragen. Eine Verbindung über Chesara zu Adrian? Konnte er jetzt vergessen. Vielleicht blieb ihm wirklich nur der Weg, den sie selbst vorgeschlagen hatte: Ihn nochmal direkt per Com zu kontaktieren. Jetzt war aber nicht die Zeit darüber nachzudenken. Jetzt war Zeit zu gehen.
Ein letztes Mal blickte er Chesara in die Augen. Sie versicherte ihm noch, auf Adrian aufzupassen. Dann erhob er sich langsam, stützte sich dabei mit den Händen auf der Tischplatte auf. Zielstrebig, wenn auch darauf bedacht nicht hektisch zu wirken, ging er auf den Ausgang zu. Es schien ihm, als bohrten sich tausend Blicke in seinen Rücken. Wahrscheinlich waren sie die ganze Zeit beobachtet worden. Chesara war nicht die einzige Jedi im Raum gewesen, so viel stand fest. Und jetzt dachten sie alle darüber nach, was für ein schlimmer Kerl er doch war. Wie selbstgefällig diese Jedi waren!
Dann verließ er den Raum, ließ das alles hinter sich und rief sich ein Lufttaxi, um sich nach Hause, zur Wingston Corporation, bringen zu lassen. Was für ein sinnloser Ausflug das gewesen war.


* * *​


Das Lufttaxi landete sachte auf einem der dafür vorgesehenen kleinen Landeplätze. Der Eastport-Raumhafen. Exodus Wingston drückte seinem Fahrer, einem schnatternden kleinwüchsigen Rodianer, ein paar Credits in die Hand, packte seinen Reisesack und stieg aus dem kleinen Raumschiff. Ein Blick auf sein Chrono verriet ihm, dass er sich beeilen musste. Zu welchem Dock musste er noch? Achja, 54355. Die Kontaktperson hieß Nathen, rief er sich ins Gedächtnis. Während er sich in Bewegung setzte, dachte er über den bisherigen Morgen und Vormittag nach. Es war alles so schnell gegangen …
Gestern Abend war er müde gewesen und hatte sich zurückgezogen. Das Gespräch mit der Jedi-Rätin hatte ihn noch einige Stunden beschäftigt. Heute Morgen beim Frühstück hatte er dann mit seinem Vater gesprochen. Er war ganz aus dem Häuschen gewesen und hatte glücklich erzählt, dass ein Typ namens Owen Nathen sich mit ihm in Verbindung gesetzt und erzählt hatte, er habe Informationen über den gestohlenen Konvoi. Und über die verschollene Crew.
Der Konvoi und die Crew. Einer der wenigen Makel an Exodus‘ bisheriger Karriere bei der Wingston Corporation. Er fühlte sich dafür verantwortlich – die Idee der Transporte war schließlich von ihm gewesen. Warum auch nicht? Wenn man schon Frachter baute, warum sollte man sie nicht auch gleich selbst gewinnbringend einsetzen?
Aber die Nummer war nach hinten losgegangen. Die Prototypen der Security-Raumjäger waren offenbar nicht gut genug gewesen. Oder die Piloten nicht bestmöglich ausgebildet. Was auch immer es gewesen war: Er fühlte sich schuldig dafür, dass diese Männer und Frauen jetzt irgendwo in den Händen von Piraten festhingen. Und wahrscheinlich bald verkauft würden, an Sklavenhändler. Wie einst seine Mutter und sein Bruder Aramân.

Nathen hatte also angeboten die Crew zurück zu holen – wollte dafür aber die Hälfte der Ladung haben, die ebenfalls verloren gegangen war. Alad hatte natürlich zugestimmt – er war der Meinung, sie hätten ohnehin nichts zu verlieren. Exodus hingegen glaubte, dass es sehr wohl etwas zu verlieren gab: Nämlich diese eine Chance. Was wussten sie schon über Nathen und seine Fähigkeiten? Im Prinzip nichts. Zumindest nicht genug um sicher zu sein, dass sein Plan aufgehen würde. Dass er die Crew retten konnte. Deshalb hatte Exodus beschlossen sich Nathen anzuschließen. Deshalb war er jetzt hier. Und deshalb war sein Morgen so stressig gewesen. Nachdem die Entscheidung gefallen war, hatte er schnell gepackt. Währenddessen hatte Perce, der Sekretär seines Vaters, versucht Nathen zu erreichen und ihn zu fragen, von wo er starten wollte. Eastport-Raumhafen, Dock 54355.
Seine Füße hatten ihn weiter getragen – er war jetzt fast da. Exodus blickte an sich herunter. Er trug schwarze Lederstiefel, darüber eine dunkle Stoffhose mit breitem Gürtel und dazu ein dünnes grüngraues Sweatshirt, unter dem sich seine Muskeln leicht abzeichneten. Neben der Arbeit für die Wingston Corporation probierte er sich immer noch fit zu halten. Er war kein Bodybuilder oder so, aber für einen fast 40-jährigen hielt er sich für noch gut in Schuss.
Seinen Reisesack trug er über der Schulter, die sich langsam über das drückende Gewicht beschwerte. Natürlich hatte er ein paar Klamotten eingepackt, seinen Mantel, solche Dinge eben. Das vielleicht wichtigste Accessoire aber lag gut versteckt zwischen seiner Kleidung: Sein Lichtschwert.
Er hatte es lange nicht benutzt, doch behalten hatte er es, auch nachdem er den Orden verlassen hatte. Es war ein Teil von ihm. Und vielleicht würden sie diesen Teil brauchen, um gegen die Piraten anzukommen.

Dock 54355. Endlich angekommen. Nathen hatte Perce ausgerichtet, dass es sich bei seinem Schiff um eine Horizon-Class Star Yacht handelte. So ein Schiff war locker 50 Meter lang. Exodus würde es jetzt also kaum mehr verfehlen können. Und tatsächlich!
Er hatte sein Ziel erreicht, zudem auch noch pünktlich. Und jetzt? Er wusste gar nicht, was Perce Nathen genau gesagt hatte. Das Gespräch war noch nicht besonders lange her und Exodus hatte sich wirklich beeilt. Ob Nathen überhaupt mit einer so schnellen Ankunft von ihm rechnete?
Sein Tempo wurde langsamer, als er auf das Schiff zuging. Wirklich ein nettes Raumschiff. Genau die Größe, die Exodus selbst am liebsten flog.
Vor der ausgefahrenen Einstiegsrampe blieb er schließlich stehen und spähte nach oben. Er hörte Stimmen aus dem inneren der Yacht. Einfach reinlaufen war wohl nicht die richtige Art der Kontaktaufnahme. Stattdessen entschied er sich für eine andere, simple Methode:


„Mister Nathen?“

Sein Ruf hallte in der Landebucht wider. Ob Nathen es gehört hatte? Er versuchte es noch einmal:

„Nathen? Ich bin hier im Auftrag der Wingston Corporation! Unser Sekretär hatte sich schon bei Ihnen gemeldet.“

Hoffentlich kam der Typ bald runter. Seufzend ließ Exodus seinen Reisesack auf den Boden fallen. Die Eskapaden mit ChesaraSyonette am gestrigen Tag hatten ihm gereicht. Er war eigentlich ganz froh, mal wieder mit einem Nicht-Machtnutzer zu tun zu haben. Jemandem, der unabhängig des Kriegs von Republik und Imperium, von Jedi und Sith, handelte.
Hoffentlich wusste Nathen wenigstens zu schätzen, welche Hilfe er ihm hier anbot. Und hoffentlich bekam er nicht das Schlottern, wenn er sah wen er vor sich hatte. Exodus Wingston – der Sith-Executor. In den Köpfen der Menschen war dieses Bild immer noch häufig genug präsent. In seinem eigenen gab es diesen Sith-Executor nicht mehr. Exodus Wingston war hier im Auftrag der Wingston Corporation. Er rief noch einmal:


„Nathen?!“

Er hatte doch wohl keine Angst rauszukommen?

[ Coruscant – Eastport-Raumhafen – Dock 54355 – vor der „Prince“ | Exodus ]
 
¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ Honey House ~ Arbeitszimmer des Personals ¦¦ Shana & Tom

Schade. Er wollte nicht. Oder zumindest ging er auf ihre Frage nur halb ein. Damit einhergehend schaffte er es ihre Verwirrung noch weiter zu steigern. Er wurde von der "Organisation" ausgebildet, die ihr ehemaliges HQ hier auf Coruscant hatte. Nun war er schon der zweite "Schüler" dem sie begegnete. Was verdammt noch mal ging hier ab? Shana dachte näher darüber nach. Konnte es sein? So langsam lief es auf wenige Möglichkeiten hinaus. Entweder handelte es sich um eine geheime Super-Elite-Spezialeinheit, ein Orden von besonders ausgebildeten Kämpfern, die irgendwelche geheimen Kampftechniken hüteten, oder … Jedi. Es passte alles. Der Turm des Jedi – Ordens war ihr natürlich bekannt und … und. Er konnte in ihren Kopf "schauen" und Gegenstände im Raum verteilen ohne sich zu bewegen.

Die blonde Studentin wollte es dennoch nicht so recht glauben. Dieses Bordell sollte ein Jedi – Versteck sein? Das kam ihr alles ein wenig plötzlich. Die Jedi waren doch verschwunden. Allgemein war sie davon ausgegangen, dass diese "Organisation" das Zeitliche gesegnet hatte, und keinen Einfluss mehr auf das Galaxisgeschehen haben würde. Niemand rechnete mehr mit ihnen. Man hatte sie gebraucht, aber stattdessen hatten sie alle im Stich gelassen. Zumindest sah sie das so. Wenn ihre Überlegungen zutreffend waren, hieß also die nächste Frage: Wo verdammt noch mal waren sie die letzten Jahre gewesen? Sie mussten sich feige versteckt und zugesehen haben wie alles den Bach herunterging.


"Ich fürchte ich weiß langsam worauf das hinausläuft. Ich schätze Du redest von dem großen Tempel." , kommentierte sie Toms Erklärungen.

Mehr gab es allerdings dazu nicht zu sagen, bzw. mehr fiel ihr nicht ein. Die Vorstellung kam ihr immer noch abwegig vor. Weder Tylaar, noch Nylia, noch Tom wirkten wie Jedi. Aber was musste das schon heißen? Es war ja nicht so, als hätte sie schon mit Tausenden von Jedi zu tun gehabt. Sie operierten im Geheimen oder versuchten es zumindest. Sie musterte ihn eingehender. Irgendwie hatte sich Tom leicht verändert. Vorne war er noch locker und selbstsicher gewesen, nun schien er ein wenig aus dem Konzept zu sein. Was war los? Hatte er ihr, nachdem er ihr Gefahrpotential geprüft hatte, nichts mehr zu sagen? War er im Gegensatz zu ihr immer noch in Stimmung? Nach den Drohungen war ihr überhaupt nicht mehr danach ihr Spiel von vorhin weiter zu führen. Vielleicht war es ihm auch peinlich, ihr so unbegründet gedroht zu haben. Die Situation hätte fast ein Lächeln auf Shanas Lippen gezaubert.


"Das wäre wirklich keine gute Idee. Für einen aufmerksamen Besucher seid ihr schon auffällig genug, da müssen wir nicht auch noch weitere Risikofaktoren einbringen, indem wir nach so kurzer Zeit schon wieder zurückkehren. Hier hinten zu warten, würde mir auch nichts ausmachen. Allerdings, wenn Du mich so schnell wieder loswerden willst …"

Diesmal lächelte sie wirklich aufgrund der kleinen Spitze. Möglicherweise war es nur Einbildung, aber sie hatte durchaus das Gefühl, dass Tom sie anziehend fand. Damit wäre er schließlich nicht der einzige.

"Ich bin sowieso überrascht, dass ihr euch überhaupt im Geschäftsteil des Bordells aufhaltet. Leute, die nur dort sitzen und reden? Die scheinbar keine der Dienstleistungen dort in Anspruch nehmen? Nicht unbedingt ein Grund aufzufliegen, aber doch ungewöhnlich für Leute die neben den aufreizenden Mädchen auch noch andere Sachen wahrnehmen."

Das war nur ihre Beobachtung, und es sollte keine Beleidigung oder so etwa sein. Lediglich eine Feststellung. Die Defender hatten sie also zu den Jedi geschickt. Das hätte man ihr ja nun wirklich sagen können. Andererseits war nicht unbedingt zu erwarten gewesen, dass sie das Geheimnis lüften würde. Insofern ging das schon in Ordnung. Hieß das also Chesara war so etwas wie eine große Jedi - Meisterin? Dann konnte sie auch nachvollziehen, wie eine solch beeindruckende Aura zustande kam. Wie hatte "ihre" Widerstandsbewegung von den Jedi erfahren? Das wäre wirklich mal interessant zu erfahren. Um ihre sehr wahrscheinlichen Vermutungen dingsfest zu machen, preschte sie noch ein letztes Mal voran. So vorsichtig, wie es ging.

"Das heißt also Chesara ist hier die große Meisterin? Oder so etwas in der Art?"

Die Blondine kratzte ein wenig durch das verwuschelte Haar. Jedi! So richtig konnte sie es noch immer nicht glauben. Keiner hatte sie mehr für eine wahrnehmbare Macht gehalten, und nun tauchten sie mitten auf Coruscant auf.

"Ihre Präsenz ist wirklich beeindruckend. Das habe ich … gespürt. Und dabei kenne ich sie noch nicht einmal."

Dieses Thema kam ihr augenblicklich nahe liegend vor. Wenn nicht, sollte Tom etwas anderes einbringen.

¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ Honey House ~ Arbeitszimmer des Personals ¦¦ Shana & Tom
 
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|| Coruscant ▫ City ▫ Eastport – Raumhafen ▫ beim Dock 54355 || ▫ Azgeth ▫ Noa & Jace

Was hatten die beiden nur? Der Name des Schiffes war doch so schlimm nun auch wieder nicht. Klar, es gab wohl noch bessere, aber wenn man sich Schiffsnamen wie "Intimidator", "Devastator" usw. anschaute, war "Prince" doch ganz human. Azgeth hatte für solche Feinheiten noch nie viel übrig gehabt. Vielleicht war Noa deswegen so komisch. Irgendwie hatte die Machtnutzerin das Gefühl, dass Noa genervt war. Hatte sie etwas Falsches gesagt? Empfindliches Küken. Wie auch immer, sie war nicht hier um jemanden zu gefallen.

"Ich find’ den Namen eigentlich gar nicht so bescheuert. Es gibt weitaus schlimmere." , kommentierte sie lediglich. Der Schrotthaufen, wie Noa es so schön nannte, und den sie erwartet hatte, war es nicht. Dafür eine recht schnittige Yacht, die auch im Inneren so einige Überraschungen zutage förderte. Zudem war Jace auf ihre Frage eingegangen und dummerweise ebenso auf die Zahlungsmodalitäten. Mehr als zwei Tage dauerte die Reise also. Hoffentlich hatte sie sich solange unter Kontrolle. Nicht auszudenken, wenn sie die Beherrschung unterwegs verlöre, weil sie wegen irgendetwas wieder aufgebracht würde. Aber in der letzten Zeit hatten sich keinerlei solcher Vorfälle ereignet, es sollte also eigentlich alles glatt gehen. Ein kurzer Blick ging zu dieser Noa, die sich augenscheinlich besser mit Raumschiffen auskannte als sie.

Jace hatte ihr auch das "Du" angeboten, was Noa zurückgab. Ob das auch für sie galt? Sollte sie es gleich mal austesten? Beinahe hätte die Ex-Sith breit gegrinst. Diese Noa war irgendwie lustig. Eigentlich war sie nur ganz normal oder? So langsam bekam sie ein Gefühl dafür, wie es war mit ganz normalen Leuten zu verkehren, ohne dabei von irgendwelchen Drängen und Trieben geleitet zu sein. Inwieweit sie sich von der dunklen Seite hatte versklaven lassen, würde sie mit der Zeit wohl ergründen können. Ebenso wie das Innere des Schiffes, welches ihnen nun zugänglich gemacht wurde. Die andere Brünette schien recht aufgeregt, bzw. begeistert zu sein. War sie bis jetzt nie geflogen, oder was? Azgeth nahm das ganze eher gelassen, wobei sie sich einen Anerkennungspfiff nicht verkneifen konnte, als sie das Innere des Schiffes sah. Diese Yacht konnte man getrost als Luxusschlitten bezeichnen. Wenn sie ehrlich war, hätte sie das Jace nicht zugetraut, wobei letztendlich auch die Frage war, was diese: mein-Partner-ist-verschollen-Nummer zu bedeuten hatte.


"Wer hätte das gedacht? Bis jetzt habe ich mir nicht vorstellen können, was so toll daran sein soll, ständig herumzufliegen. Aber hier drin ist das mit Sicherheit ziemlich … erträglich."

Zumindest konnte man Jace nicht vorwerfen, dass er nicht wüsste wie es sich leben ließ. Er ließ den beiden Frauen ein wenig Zeit sich das Schiff näher anzugucken. Zeigte ihnen wo was war, und welche Möglichkeiten ihnen zu Verfügung standen. Für den Preis würde sie nirgendwo anders solchen Luxus genießen können. Ein Vorteil wenn man dem Besitzer am Vortag zu einem zweistelligen Tausendergewinn verholfen hatte. So hatten die Schläge am Ende doch etwas eingebracht außer schnödem Mammon. Azgeth ließ sich nicht viel Zeit mit der Wahl ihrer Kabine, eine war so gut wie die andere. Endlich konnte sie den Rucksack abladen und ein paar der Sachen auspacken. Auf Naboo musste sie sich eventuell neu einkleiden. Zum einen um sich anzupassen, und zum anderen hatte sie nicht allzu viel Auswahl, was die Vielfalt anbelangte. Aber Credits hatte sie ja glücklicherweise zur Genüge. Auch wenn es wenig Sinn machte, behielt die muskulöse Schwarzhaarige ihre Jacke an. Ihr Lichtschwert wollte sie am Körper behalten. Gefahren gab es hier keine, dennoch fühlte sie sich ohne einfach nackt. Sie nahm sich kurz Zeit um einen Blick in den Spiegel zu werfen und sich in der Nasszelle kurz frisch zu machen.

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Schließlich landete sie im Aufenthaltsraum oder manchmal auch – warum auch immer – Messe genannt, nachdem sie Jace nicht hatte sprechen können. Vermutlich hatte er sich im Cockpit eingeschlossen oder so. Piloten ließen niemanden an ihre Kontrollen, das war so bekannt wie das Lichtschwert bei den Jedi und Sith. Da sonst niemand gerade ansprechbar war, vorsuchte sich die Dunkelhaarige am Holo - Schach, vorerst nur gegen den Computer. Zwischenzeitlich fragte sie sich, was die andere Frau machte. Würde sie sich die ganze Zeit nur in ihrer Kabine einschließen, oder auch am Leben hier teilnehmen? Mittlerweile tauchte Jace auch mal wieder auf und informierte sie, dass noch jemand mitkommen würde. Wie? Noch mehr Leute? Konnte da jemand den Hals nicht voll genug kriegen? Immer nur Geld im Kopf der Gute. Aber bitteschön, es war seine kleine Unternehmung. Sie nickte und spielte weiter. Es galt noch einiges an Zeit totzuschlagen. Noa tauchte auch irgendwann im Hauptraum auf.


"Hi! Ein erstaunlich luxuriöses Schiff, nicht wahr?" , versuchte sie den Smalltalk in Gang zu bringen. Sie war nicht sonderlich gut darin, aber zumindest konnte man ihr nicht vorwerfen, dass sie es nicht versuchte. Interessanterweise hörte sie die nächste Worte nicht von ihr, sondern von draußen. Cool. Sie konnte Leute erschaffen. Innerlich musste sie über sich selbst lachen. Ihre Gedanken waren manchmal wirklich verrückt. Entsprechend überrascht schaute sie Noa an.

"Unser Besuch ist wohl da."

Moment! Hatte sie richtig gehört? Wingston Corporation?

|| Coruscant ▫ City ▫ Eastport – Raumhafen ▫ Dock 54355 ▫ Prince || ▫ Azgeth ▫ Noa & Jace ▫ Exodus draußen
 
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- Coruscant – City - Raumhafen – Mit Renee -

Die Gestalten von zwei Frauen huschten durch den leichten Sprühregen. Mit gerafften Röcken legten sie die wenigen Meter bis zu einem wartenden Gleiter zurück, auf den sie im Schutz eines Unterstandes gewartet hatten, und stiegen rasch ein, um in der trockenen Sicherheit zu warten, bis die Droiden ihre Koffer im Gepäckraum verstaut hatten. Ein Paar moos-grüner Augen von stechender Intensität schaute durch die leicht getönte Fensterscheibe des Luftgleiters nach draußen. Coruscant hatte sich nicht verändert. Auf dem Raumhafen ging es noch immer so geschäftig zu wie eh und je, die Luft zeichnete sich noch immer durch die gleiche, verpestete Schwere aus und die unzähligen Leuchtreklamen im Stadtbereich leuchteten noch immer um die Wette. Valara Wingston war nicht mehr auf ihrem Heimatplaneten gewesen, seit sie aufgebrochen war, um ihren Cousin auf Bastion zu besuchen. Gelangweilt vom gesellschaftlichen Leben Coruscants, hatte sie in in ihrer Naivität geglaubt, im Orden der Sith Abenteuer zu erleben. Zu Beginn hatte auch tatsächlich alles danach ausgesehen. Exodus, damals noch ein mächtiger Sith-Executer, hatte die Macht in ihr entdeckt und sie als seine Schülerin genommen, doch schon bald war Valara von der Realität eingeholt worden und hatte einsehen müssen, dass dies weder das Leben war, das sie sich erträumt hatte, noch das, zu dem sie gemacht war. Sie war eine lächerliche Sith gewesen, rückblickend wusste sie das, und dennoch war es schwer gewesen, dem Sog der dunklen Seite zu entkommen. Freiwillig gab die Dunkelheit nicht wieder her, wen sie einmal in ihren Klauen gehabt hatte. Es war der Verdienst ihrer Zofe und Gesellschafterin, dachte Valara, dass sie überhaupt noch lebte. Hätte Renee sie damals nicht von Bastion fort geschafft, wäre sie vermutlich endlos langsam vor sich hin vegetiert, oder von einer Horde gieriger dunkler Jünger überwältigt worden. Der Gedanke an die armseligen Kreaturen, die in Schmutz und Gestank durch die dunklen Gänge des Ordens streiften, schüttelte Valara. In der Regel dachte sie nicht an ihre Zeit bei den Sith, doch ihre Rückkehr nach Coruscant beschwor alle alten Erinnerungen hinauf. Insbesondere fragte sie sich natürlich, ob sie Exodus begegnen würde. Ihr Cousin arbeitete bereits seit einiger Zeit für die Wingston Corporation und dürfte sich demnach mit großer Wahrscheinlichkeit in der Stadt aufhalten. Im Grunde war es ihr aber auch egal. Angst hatte sie vor einem Wiedersehen nicht, aber erpicht war sie auch nicht darauf. Die immer wieder kehrenden Alpträume, in denen sie alleine in dunklen, kalten Gemäuern umher irrte, hatten vor ein paar Monaten aufgehört. Seitdem schlief sie des Nachts wieder durch und Valara hatte nicht vor, sich diese positive Entwicklung wieder von Exodus zu Nichte machen zu lassen. Überhaupt, Exodus... man sollte meinen, Sith-Krieger seien harte Kerle, aber ihr guter Cousin war merkwürdig verweichlicht. Natürlich würde er das niemals zugeben, aber Valara wusste es besser. Wie so vieles. Seufzend überließ sie Coruscant sich selbst und lehnte sich zurück in die weiche Polsterung.

„Ich möchte wetten, dass ich bereits sehnsüchtig erwartet werde.“

Bemerkte sie gelassen, spreizte ihre Finger und unterzog ihre Nägel einer kritischen Begutachtung. Glücklicherweise waren diese perfekt gefeilt und mit glänzendem, tiefrotem Lack überzogen. Nicht auszudenken, wenn sie erst noch einen Umweg machen und in einem der exklusiven Nagelstudios hätte vorbei fahren müssen. Und das bei diesem furchtbar feuchten Wetter! Die Reise hatte Valara ohnehin schon genug zugesetzt. Sie hasste es in der Galaxis unterwegs zu sein. Verschiedene Planeten zu besuchen war ja schön und gut, wenn nur nicht diese langen Aufenthalte im Weltall dazu nötig wären! Dort war es kalt und trist und außerdem viel zu gefährlich. Wie leicht konnte man von Piraten oder verrückten Rebellen angegriffen und abgeschossen werden!

“Ich bin sicher, Eure Eltern haben bereits alles für ein angemessenes Willkommensfest organisiert.“

Pflichtete Renee, ihre Zofe und Gesellschafterin, ihr bei.

„Das will ich meinen.“

Erwiderte Valara zufrieden. Auf Renee war Verlass. In der Regel sagte sie immer genau das, was Valara hören wollte. Nun, dazu war sie auch schließlich da, oder nicht? Und sie hatte es bei Valara wirklich gut, dessen war die einzige Tochter von Blaine und Leila Wingston zutiefst überzeugt. Renee durfte hübsche Kleidung tragen – schlicht und in gedeckten Farben natürlich, ihrem Status entsprechend – sich in Valaras Nähe aufhalten, Valaras Haare frisieren und sie in allen persönlichen Lebenslagen beraten. Bezahlt wurde sie nebenbei auch, doch das durfte wohl kaum ihre höchste Motivation sein, für sie zu arbeiten, dessen war sich Valara sicher. Jedes halbwegs gescheite junge Mädchen würde sich darum reißen, in Valaras Diensten zu stehen! Tatsächlich war Renee für sie selbst jedoch unersetzlich geworden. Sie hatte ihre Zofe auf Bastion kennen gelernt, wo diese damals auf einer Beautyfarm gearbeitet hatte, und sie aus einer Laune heraus abgeworben und selbst eingestellt. Dies hatte sich als glücklicher Fang erwiesen. Renee war klug, aufmerksam, arbeitswillig, diskret und vor allem bereit, Valara überall hin zu folgen und ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Im Laufe der Jahre hatte sich sogar eine Art Freundschaft zwischen ihnen entwickelt, wenn man denn von so etwas sprechen konnte, ihre unterschiedlichen Ränge in der Gesellschaftsschicht berücksichtigend. Für Valara war es sogar zur Gewohnheit geworden, Renee bei schwierigen Entscheidungen um ihren Rat zu bitten und sich nach deren Urteil zu richten. Sie hatte gelernt, dass ihre Zofe die Galaxis aus einem äußerst scharfsinnigen Blickwinkel betrachtete. Immerhin ersparte ihr dies die Anstrengung selbst zu viel zu denken und zu grübeln. Das gab ohnehin nur hässliche Falten, die sie sich mit ihren mittlerweile 29 Jahren ganz und gar nicht leisten konnte. Bei diesem Gedanken klappte Valara ihre Handtasche aus, holte einen kleinen runden Schminkspiegel heraus und betrachtete ihren ebenmäßigen Teint. Sie war schon immer eine Schönheit gewesen, daran gab es gar keinen Zweifel. Die Männer rissen sich um sie, nach wie vor. Nun, jetzt, wo sie wieder auf Corsucant war, würde Renee besonders sorgfältig mit der Verwaltung ihres Terminkalenders umgehen müssen. Sobald sich herum sprechen würde, dass Valara wieder auf Coruscant verweilte, würde sie sich vor Verehrern kaum retten können.

- Coruscant – City – Gleiter – Mit Renee -
 
- Coruscant – Untere Ebenen – Honey House – Mit diversen anderen -

Chesara sah Exodus nach, wie er durch den Haupteingang des Honey House nach draußen verschwand. Er hatte kein einziges Wort mehr gesprochen. Ein paar Momente lang stand sie dort, ohne sich großartig zu bewegen. Stattdessen versuchte sie, die Kontrolle über ihre Gefühle zurück zu erlangen. Er war ein Mann, wiederholte sie ihre eigenen Worte im Stillen, der vieles richtig machen wollte, aber nicht wusste wie. Seine Sorge lag bei seinen Kindern, bei Adrian und Alisah und sie durfte ihm nicht vorwerfen, ihr gegenüber unfair gewesen zu sein. Alles, was er wollte, war seine Familie zu beschützen. Chesara atmete tief ein und aus und zählte in Gedanken von ein bis zehn. Es musste weitergehen und es gab viel zu tun. Als sie sich umdrehte, waren Ketaki und Miley ein Stück näher gekommen. Chesara nickte den beiden Twi'leks zu.

„Danke für Eure Hilfe.“

Sagte sie zu ihnen.

„Es ist alles in Ordnung.“

Die beiden Jedi-Ritter nickten, wechselten einen Blick, der entschied, dass sie sich wieder zurück ziehen würden und verschwanden dann in Richtung der hinteren Räume, ohne weitere Fragen zu stellen. Chesara wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn und war froh, dass sie keine Erklärungen hatte abgeben müssen. Die Geschichte war kompliziert noch war sie viel zu aufgewühlt, um darüber zu sprechen. Die Jedi-Rätin sah sich in dem Eingangsbereich des Bordells um. Es war viel los und ein nicht unwesentlicher Anteil aller Anwesenden waren Jedi. Sie mussten sich schleunigst zurück ziehen, wenn sie nicht das Interesse auf sich ziehen wollten. An der Bar saß noch immer Jibrielle, die mit Shane sprach. Es sah aus, als flirteten die beiden miteinander (OP: *lol* nein, Scherz). Einen Augenblick lang überlegte Chesara, zu ihr zu gehen, entschied sich aber dann dagegen. Jibrielle kannte sich hier aus und konnte sich um sich selbst kümmern. Es war wichtiger, zuerst Tomm zu begrüßen und ihn in den Privatbereich zu führen. Chesara hielt auf ihren früheren Padawan zu, der bei einem Jungen – möglicherweise seinem eigenen Schüler – stand, der ganz und gar nicht gut aussah.

„Tomm, wie schön dich zu sehen.“

Sagte Chesara, berührte ihren alten Schüler an der Schulter und lächelte ihn an. Es war viel zu lange her, dass sie ihn zuletzt gesehen hatte.

„Habt ihr gut her gefunden?“

Ihr Blick wanderte zu dem Jungen (Saahir), der etwa in Adrians Alter sein durfte. Er hatte dunkle Haare, die er sehr kurz trug und eine lange, aber scheinbar schon alte Narbe, durchzog sein Gesicht. Fragend sah Chesara zu Tomm.

„Ist er okay? Wir sollten ihn nach hinten bringen. Hier vorne erregen wir nur zu viel Aufsehen. Normalerweise halten wir uns lediglich in den hinteren, den privaten Räumlichkeiten auf.“

Fügte sie erklärend an.

- Coruscant – Untere Ebenen – Honey House – Mit Tomm, Saahir -
 
- Coruscant – City – Richards Penthouse – Mit Richard -

Allmählich wurde es dunkel draußen. Akemi warf einen Blick auf die Uhr an der Wand. Sie hatte noch fünfzehn Minuten. Eilig griff sie nach den Ohrringen und legte diese an. Silberne Spiralen baumelten links und rechts ihres Gesichts. Vorsichtig wackelte Akemi mit dem Kopf, um die Ohrringe im Spiegel wippen zu sehen. Sie trug ein bodenlanges Kleid in einer dunklen, violletten Farbe, das in mehreren Lagen an ihrem Körper hinab fiel. Es war ärmellos und das Dekolteé wurde durch flauschige Federn geschmückt. Suchend sah Akemi sich um. Wo hatte sie nur die Schatulle mit der Halskette hingelegt? Sie hatte sie doch vorhin noch gehabt! Aufgeregt hob klappte sie mehrere Schränke auf, hob das große Badetuch von der Ablage auf, das sie einfach dort hin geworfen hatte, doch die Schatulle war nicht zu finden.

„Mist!“

Stieß sie hervor und lief barfuß ins Schlafzimmer. Dort lag die Schmuckschatulle, wo sie sie abgelegt hatte, als sie vom Friseur gekommen war: auf dem Bett. Erleichtert öffnete sie das kleine Kästchen, nahm die filigrane Silberkette hinaus und legte sie sich um den Hals. Während ihr Gesicht sich in höchster Konzentration verzog, tasteten ihre Finger nach dem winzigen Verschluss, rutschten jedoch mehrfach ab, bis sich plötzlich zwei warme Hände auf ihren Nacken legten.

“Lass mich das für dich machen.“

Sagte Richard und schob ihre Hände sanft bei Seite. Dankbar ließ Akemi die Arme sinken Leise machte es „klick“, als der Verschluss einrastete.

„Danke.“

Lächelnd drehte Akemi sich zu ihm um.

„Wie sehe ich aus?“

Es dauerte, bis Richard etwas sagte, dabei wären Worte im Grunde nicht nötig gewesen, denn sein zärtlicher Blick sagte alles, was Akemi wissen musste.

„Du siehst wunderschön aus.“

Versicherte er ihr leise, zog sie sanft an sich und fuhr ihr mit dem Finger über die Lippen.

„Wunderschön. Und ich bin sehr stolz, dass ich dich heute Abend über den roten Teppich führen darf.“

Dies zu hören bedeutete Akemi viel. Sie hatten lange darüber gesprochen, ob sie sich in der Öffentlichkeit zeigen sollten oder nicht. Akemi war zu den Coruscanter Holofilmfestspielen eingeladen und hatte Richard gebeten, sie zu begleiten. Sie waren ein Paar, sie machten kein Geheimnis mehr aus ihrer Beziehung, warum also sollte er sie nicht zu einer öffentlichen Veranstaltung begleiten? Anfangs war Richard skeptisch gewesen. Er war nicht der Typ, der sich selbst im Scheinwerferlicht sah und hatte keine Erfahrung im Umgang mit der Presse. Ein Auftritt vor den Augen der Öffentlichkeit behagte ihm nicht, sodass er Akemi zuerst vorgeschlagen hatte, doch besser Nathaniel mitzunehmen. Nathaniel hatte das bereits öfter gemacht und auch kein Problem mit Selbstdarstellung, doch Akemi hatte abgelehnt. „Es wäre wichtig für mich.“, hatte sie zu Richard gesagt. „Die Schauspielerei ist doch ein Teil von mir.“ Daraufhin hatte Richard ihr Gesicht mit beiden Händen umfasst und sie zärtlich auf die Stirn geküsst. „Ich weiß.“, hatte seine Antwort gelautet. „Und du bist mir wichtig. Also werde ich mitkommen.“


Jordan, Akemis Chauffeur, hatte sie bis zum Baleskyi-Theater gefahren. Es herrschte viel Betrieb auf Coruscant, die Verkehrslinien waren nahezu alle verstopft und sie waren ein paar Minuten später dort als geplant. Eine Traube von Pressevertretern, Kamerateams und Fotografen drängte sich vor dem Eingang des stattlichen Gebäudes.


“Endstatioooon!“

Hallte es vom Fahrersitz nach hinten, zu ihnen herüber. Akemi grinste.

„Danke, Jordan.“

Sagte sie, nahm Richards Hand und sah zu ihm herüber. Misstrauisch blickte Richard durch die dunkle Fensterscheibe des Gleiters nach draußen. Er wirkte, als stünde ihm bevor sich auf dem Schlachtfeld einem Feind zu stellen. Aufmunternd lächelte Akemi ihm zu.

„Hey, das wird schon. Ich bin doch bei dir.“

Scherzte sie. Richards Mundwinkel schoben sich leicht nach oben.

“Ich hoffe bloß, die da draußen sind ein bisschen fitter als dein Nexus.“

Erwiderte er im Spaß, was Akemi dazu veranlasste, lachend einzuwerfen...

„Das ist nicht mein Nexus.“

...und ihn in die Seite zu knuffen. Richard wich zurück, kam aus Platzmangel jedoch nicht weit.

“Wenn die morgen schreiben, ich wäre dein Großvater, muss ich jedes einzelne Blatt verklagen.“

Fuhr er unbeirrt fort, warf noch einen Blick nach draußen und seufzte dann schicksalsergeben.

“Aber es hilft wohl nichts. Die warten auf dich.“

„Noch können wir umkehren...“

Schlug Akemi vorsichtig vor. Entschlossen schüttelte Richard den Kopf.

“Nein. Ich habe es dir versprochen.“

Sagte er fest und öffnete die Tür des Gleiters, um im nächsten Moment von gleißendem Blitzlicht empfangen zu werden.

- Coruscant – City - Baleskyi-Theater – Mit Richard -
 
Untere Ebenen, Honey House, mit Chesara und Saahir

Plötzlich ging Exodus einfach hinaus, ohne noch groß irgendwas zu sagen. Dann stand auch Ches schon neben ihm. Er hatte sich höflich erhoben, um seine Meisterin zu begrüßen. Auf die sonst übliche Verbeugung verzichtete er, um den Schein zu wahren für die restlichen Gäste.

"Ja, ich denke schon. Wir haben gut hergefunden, wurden aber leider etwas aufgehalten,"

erklärte Tomm und wies mit einem Nicken in Richtung Saahir.

"Ich hoffe, euch geht es auch gut?"

Tomm sprach so leise, daß niemand sonst etwas verstehen konnte außer den Dreien. Daher nutzte er auch ruhig die förmliche Anrede, die zwischen Schüler und Meisterin gewöhnlich verwendet wurde. Trotz der leisen Worte war ihm mehr als deutlich anzusehen, wie sehr er sich darüber freute, Ches wiederzusehen.

"Darf ich euch Saahir vorstellen? Er ist ein Schüler von mir."

Auf den Begriff "Padawan" verzichtete Tomm dann doch lieber. Stattdessen nahm er ds Angebot an, die hinteren Bereiche aufzusuchen.

"Ich hoffe, es gibt noch ein paar Quartiere für uns? Zwei sollten reichen, wir sind nur zu dritt. Es kommen schließlich noch weitere Gäste, sie sind aber noch auf einem kleinen Bummel. Mein zweiter Schüler, Tom, trollt sich wohl schon irgendwo herum hier. Er ist ein Einzelgänger."

teilte Tomm Ches mit. Während sie der Rätin nach hinten folgten, sah er sie fragend an.

"Was war das da eben eigentlich?"

Seine Gestik verriet, daß er damit die Anwesenheit Exodus' meinte. Er wußte nicht, ob ihm diese Frage zustand, aber er war ein ranghoher Jedi und sollte wohl über die Machenschaften zwischen einem Sith und den Jedi eingeweiht werden. Es ging hier schließlich um die Sicherheit des ganzen Orden. Vermutlich, dachte er, gab es familiäre Probleme, denn Exodus' Kinder waren stets Jedi gewesen. Und zumindest Adrian, der mittlerweile erwachsen geworden war, war ja auch hier.
Eine Sache aber gab es außerdem noch, um die er seine Meisterin bitten wollte. Deswegen scheute Tomm den abrupten Themenwechsel nicht. Bisher war Ches noch nicht zu Wort gekommen. Auch wenn Tomm nicht gerade wie aufgezogen redete - das war noch nie seine Art gewesen - so ließ er ihr dennoch bisher keinen langen Moment, um zu antworten.


"Es wäre schön, wenn du meine grottigen Heilkünste noch einmal prüfen könntest. Saahir hat sich beim Überfall eine Rippe und die Nase gebrochen. Und natürlich der Blasterschuß."

Seine Sorge um Saahir war Chesara sicherlich nicht entgangen.

Untere Ebenen, Honey House, mit Chesara und Saahir
 
- [Coruscant-System - Coruscant - obere Ebenen – Eastport-Raumhafen – Dock 54355 - vor der "Prince"] - mit Noa und Azgeth

Er besah Noa mit einem überraschten Blick. Da kannte sich offenbar jemand mit Raumschiffen aus. Wer hätte das gedacht? Auf jeden Fall war es etwas, das er sich merken würde. Die drei setzten sich wieder in Bewegung und Jace war froh die Sache mit dem Namen gleich klar gemacht zu haben, denn Noas Spott wäre ihm wohl sicher gewesen, Azgeth wiederrum schien der Name nichts auszumachen.

Er begann den Code in das Panel neben der Rampe einzutippen und durfte sich dabei anhören, dass man ihm niemals zugetraut hätte ein solches Schiff zu fliegen – okay, aus gutem Grund. Aber ein Schrotthaufen?! Unglaublich. Mit einem ungläubigen Grinsen bestätigte er den Code und die Rampe öffnete sich zischend.


"Oh, das ist natürlich ärgerlich. Aber ich glaube es wird Ihnen nicht schwer fallen andere zu erfinden.", antwortete er grinsend als sie meinte, sie hätte sich schon eine Bemerkung auf Lager gehabt.

Er ließ die Beiden eintreten und die Widerständlerin meinte er solle sich auch Duzen, wenn sie das bei ihm tue. Gut. Das entspannte die Atmosphäre schon mal ziemlich schon mal um einiges. Sie marschierten geradewegs in den Aufenthaltsraum wo sie stehen blieben. Azgeth’s Kommentar bezüglich der Erträglichkeit hier entlockte Jace ein Hüsteln.


"Erträglich ist es sicherlich, aber auf die Dauer nervt es einen. Außerdem wird mir jedes Mal schlecht wenn ich sehe was der letzte Run wieder gekostet hat. Allerdings habe ich im Augenblick keine andere Wahl. Glück für euch Beiden.", meinte er zwinkernd und deute auf die einen kleinen Korridor zu seiner Rechten.

"Ich habe fünf Quartiere zur Verfügung. Eins davon ist meins, von den anderen Vieren könnt ihr euch eins aussuchen. Benutzt könnt ihr auch alles was ihr findet und bevor wir starten solltet ihr euch kurz einrichten.", er machte eine kleine Pause und ließ ihnen kurz Zeit den Blick schweifen zu lassen, ehe er fortfuhr.

"Ansonsten geht es hier zum Maschinen- und Frachtraum. Zum Cockpit geht es die Treppe da vorne rauf. Hier im Aufenthaltsraum und der Kombüse da drüben gilt dasselbe wie auf dem Quartier. Ihr könnt alles benutzen.", beendete er seine kurze Erklärung.

Während die Beiden sich ihre Quartiere aussuchten und einrichteten, sprang er die Treppe zum Cockpit hoch und begann langsam alle System vorzuheizen. Während er den Vorgang kontrollierte, meldete sich der Sekretär Alad Wingstons bei ihm und Jace vernahm überrascht das er die ‚besondere Hilfe‘ doch noch würde in Anspruch nehmen können. Sprich sein Sohn – Exodus Wingston – würde sie begleiten. Das war insofern merkwürdig, dass der Präsident gestern Abend noch behauptet hatte sein Sohn würde so kurzfristig nicht mitkommen können? Nun gut, die Situation hatte sich offenbar verändert. Stellte sich nur die Frage, ob es gut oder schlecht für ihn war nun einen weiteren Sith oder Ex-Sith an Bord zu haben. Zu mal sie auf Naboo zwei Jedi treffen würden. Egal. Vielleicht würden alle Beteiligten ja einigermaßen gut miteinander auskommen.

Er teilte dem Sekretär die Nummer des Docks mit und unterbrach die Verbindung nachdem Hinweis, das Mr. Wingston in wenigen Minuten eintreffen würde. Gut, würde der Start wenigstens nicht verzögert werden und er konnte seine Starterlaubnis schon mal anfordern. Während der Zeit im Hyperraum würden sie genügend Zeit haben alles zu erledigen. Er forderte seine Starterlaubnis an und bekam kurz darauf die Mitteilung in zwanzig Minuten abheben zu dürfen. Gut. Dann hatte er noch Zeit genug die beiden Mädels zu informieren und Wingston zu empfangen-

Der Pilot verließ den Pilotensessel wieder und eilte die Treppe in den Aufenthaltsraum hinab. Azgeth saß am Holo-Schach Spielbrett und spielte gegen den Computer, Noa betrat gerade den Hauptraum von den Quartieren her. Gutes Timing. Musste er es wenigstens nur einmal sagen.


"Wir werden in zwanzig Minuten starten, vorher erwarten wir aber noch einen weiteren Passagier.", teilte er ihnen die Neuigkeiten mit und verschwand wieder in Richtung Cockpit – ehe jemand weitere Nachfragen stellen konnte.

Doch auf halbem Weg hörte er jemanden vor dem Schiff seinen falschen Namen rufen. Verdammt! Jace sprang wieder von der Treppe weg und ging eilig durch den Aufenthaltsraum in Richtung Rampe. Hinter sich hörte wie die ehemalige Sith etwas zu der Brünetten Widerstandskämpferin sagte und dann war er auch schon am oberen Ende der Rampe. Der Mann am anderen Ende rief ein letztes Mal seinen Namen. Jace verlangsamte seine Schritte, spazierte locker die Rampe hinab und blieb am Fuß der Rampe stehen.


"Bin ja schon da.", murmelte der Pilot und begrüßte der Pilot den Vizepräsidenten der Wingston Corporation, "Willkommen an Bord, Mr. Wingston."

Exodus Wingston wirkte auf Jace fast so wie er ihn aus alten Holonetberichten und Gerüchten kannte. Mitte bis Ende dreißig, kurzes, dunkles Haar, sportlich fit und etwas größer als der Pilot selber. Jace‘ Blick huschte zum Gürtel des Mannes und entdeckte dort nicht was er suchte. Ein Lichtschwert. Sollte er nun enttäuscht sein oder zufrieden? Bei ihrem Vorhaben wäre ein weiterer Lichtschwertschwinger sicherlich nicht schlecht gewesen. Aber auch darum konnte man sich später Gedanken machen. Ihr Start stand bevor und Jace musste noch ein paar Sachen im Cockpit einstellen.

"Kommen Sie an Bord. Wir haben in wenigen Minuten Starterlaubnis und ich bin mit den Startvorbereitungen noch nicht ganz durch. Aber ansonsten war Ihr Timing in Ordnung."

- [Coruscant-System - Coruscant - obere Ebenen – Eastport-Raumhafen – Dock 54355 - vor der "Prince"] - mit Exodus
 
Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Arbeitszimmer des Personals - Tom, Shana

Das konnte eigentlich fast nicht sein. Langsam wurde so was irgendwie lächerlich. Innerlich rollte Tom mit den Augen. Deshalb hatte er sich also neben sie gesetzt. Nicht wegen ihren langen blonden Haaren. Er hatte also unterbewusst empfunden, dass sie anders war, als die übrigen Besucher des Etablissements. Für ihn war nach ihrer letzten Aussage klar, dass sie für die Macht empfänglich war. Aber um so etwas sollten sich Meister Lucas oder Rätin Chesara kümmern. Hey, er war noch Azubi in dem Laden hier, um es mal so auszudrücken. Er würde sich schön zurückhalten, was die Qualifikation möglicher Neuzugänge anging. Er war nur froh, dass er sie nicht noch mehr mit der Nase auf die Tatsache stupsen musste, dass er ein Jedi war. Wenigstens würde sie ihn jetzt nicht mehr für verrückt halten.

„Ziemlich genau, der Tempel der Jedi.“

Bestätigte er ihre Vermutung. Er war irgendwie froh, dass diese Sache abgehakt war. Er fand es besser, wenn klare Verhältnisse herrschten. Sie war eine Verbündete. So wie er das sah, würde das wohl auch so bleiben. Also würde sie es so oder so irgendwann mitbekommen. Er fand es war besser jetzt unter kontrollierbaren Bedingungen, als in einer unkontrollierten Situation. Wenn es wirklich zu einer Zusammenarbeit zwischen ihnen und den Widerständlern kommen würde, dann würde er wohl kaum lange zu verheimlichen sein. Zumindest nicht vor aufmerksamen und intelligenten Lebewesen. Alle auf die das nicht zutraf, überlebten im Widerstand sicherlich nicht lange.
Shana wechselte schnell wieder das Thema. Sie meinte es wäre sicherer noch hier zu bleiben. Tom hätte nichts dagegen. Welcher Mann sagte schon nein, wenn eine hübsche Junge Frau sich etwas mit ihm unterhalten wollte. Er hatte schon lange nicht mehr mit einer Frau in seinem Alter gesprochen. Dafür fühlte es sich jetzt auch irgendwie ungewohnt und neu an.


„Naja, hier unten haben die Imperialen wenig zu sagen. Hier kann man sich gut verstecken. Die Imperialen trauen sich soviel ich weis nicht besonders weit nach unten. Selbst wenn, dann bleiben sie nicht lange. So war es zumindest vor meiner Abreise vor gut einem Jahr.“

Damit war auch angedeutet, dass er sich hier unten durchaus auskannte. Mehr jedoch würde er dazu nicht sagen. Über sein Leben vor dem Beitritt zum Jedi-Orden hatte er seit dem nur einmal kurz mit Tomm geredet. Alle anderen ging das sowieso einen feuchten Banthamist an. Seinem Meister hatte er es erzählt, damit dieser sich eine Vorstellung machen konnte, warum er gewisse Dinge tat oder getan hatte. Tomm musste ihn schließlich ausbilden und dafür musste er ihn und seine Macken halbwegs verstehen können.

„Hier unten gibt es weitaus auffälligere Gestalten als mich und die übrigen Jedi.“

Winkte Tom ab. Er bezweifelte, dass ihnen hier jemand auf die Schliche kam. Kaum einer der Kunden in diesem Laden würde hier drinnen an etwas anderes denken als an Sex. Selbst wenn, so würde wegen einem seltsamen Kunden wie ihm kaum jemand zur nächsten Polizeistation gehen. Da kriegte man doch ehr schon Ärger, wenn man wegen so etwas zur Polizei ging. Gut, dennoch musste er ihr teilweise zustimmen. Auffällig waren sie natürlich schon, aber nur, wenn sich jemand die Mühe machen würde, sie länger zu beobachten. Er zweifelte, dass die Jedi so etwas nicht bemerken würden. Chesara war sicherlich nicht durch Unaufmerksamkeit zur Rätin geworden und sicherlich hatte sie sich nicht durch Unbedachtheit bis jetzt den Klauen des Imperiums entzogen.
Shana unterschätzte die Jedi was das anging. Das musste selbst ehr als all zu skeptischer Padawan zugeben.


„Chesara ist die Ranghöchste anwesende Jedi.“

Antwortete er auf ihre Frage. Dass sie Chesaras Aura durch deren Abschirmung gespürt haben wollte, empfand er dabei etwas seltsam. Chesara lief doch sicherlich nicht als deutlich sichtbares Leuchtzeichen in der Macht durch Coruscant oder? Innerlich zuckte er die Schultern. Vielleicht hatte sie irgendwann eben, ohne dass er es mitbekommen hatte, ihren Schutz kurz fallen lassen. Möglich war alles. Vielleicht hatte sie sich zu erkennen gegeben, als sie Tomm bemerkt hatte. Wenn er sich nicht irrte, war sie seine Meisterin. An das Gespräch, damals auf Lianna, zwischen Tomm und Jibrielle erinnerte er sich nicht mehr all zu gut. Zuhören war damals nicht seine Stärke gewesen. Heute immerhin, kehrte Tag für Tag mehr vom alten Tom zurück. Von dem Tom, der damals nach der Vergabe der Abschlusszeugnisse mit seinen Kommilitonen so euphorisch auf die Zukunft angestoßen hatte. Tag für Tag bekam die Welt etwas mehr Farbe zurück. Das Essen schmeckte wieder nach etwas und die Luft hatte wieder einen Geruch. Stück für Stück kehrte Tom zur Normalität zurück.

„Ja, Jedis haben etwas an sich. Ich glaube es gehört zur Ausbildung das zu lernen. Erst wenn man eine übernächtigte Blondine durch seine bloße Anwesenheit beeindrucken kann, wird man zum Ritter geschlagen.“

Scherzte er. Er hatte keine Lust, das Thema des Gesprächs auf etwas Ernstes zu lenken. Immer nur ernst. Er war viel zu lange immer nur ernst gewesen. Seine Schwester könnte ihm jetzt sicherlich Tagelang erklären, dass er nicht nur in letzter Zeit sondern IMMER zu ernst war, aber so war er nun mal. Tom schmunzelte. Wieso hatte er so was hier eigentlich nicht vermisst? Das war doch herrlich.

Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Arbeitszimmer des Personals - Tom, Shana
 
[OP: Tut mir leid, dass es so lang gedauert hat... hab wohl Jo's Post überlesen... :( ]

Coruscant - An Bord der Diamantenfeuer - Andor, Mara, Jo - in der Nähe Samara

Als die Diamantenfeuer zur Landung ansetzte, überkam Andor ein leicht flaues Gefühl im Magen. Das lag jedoch weniger am Fliegen und an der Landung, sondern eher an den gigantischen Wolkenkratzern Coruscants, die sich nun rasend schnell näherten. Nie würde er es vergessen, wie er vor kurzer Zeit das erste Mal diesen Planeten gesehen hatte. Er atmete tief durch.
Glücklicherweise hatte sie bei ihrer Landung niemand abgefangen und auch sonst war alles gut verlaufen. Durch eine kleine Kontrolle mussten sie sich dann doch quälen, doch das war kein großes Problem, denn nach ein paar kleinen Fragen, konnten sie bereits weiterreisen. Jo sprach mit Mara und erklärte, dass sie genau wisse, wohin sie mussten. Andor verstand nicht so ganz, aber da Jo den Ort nicht nannte, dachte er, dass es besser war nicht auf offener Straße danach zu fragen.
Sie winkten ein Schwebetaxi heran und stiegen ein.
Andor schnappte auf, dass es in die unteren Ebenen ging.
Bilder von alten Männern, die mit dem Schockstab auf ihn losrannten, stiegen in ihm auf und Bilder von merkwürdigen Zeltronern, die ihn damals in Coruscant eingeführt hatten.

Andor erinnerte sich mit gemischten Gefühlen an Coruscant zurück.
Doch nur war er mit den Jedi hier. Er war nun selbst ein Teil von ihnen.
Das gab ihm Kraft und ein sicheres Gefühl. Teilweise freute er sich richtig darauf, die anderen Jedi kennen zu lernen, die hier sein sollten.

Nachdem sie ihr Gepäck verstaut hatten, flogen sie los. Ihr Fahrer war ein Twi'lek mit dunkelgrüner Hautfarbe, der ihnen nur zunickte.
Während sie fuhren, sah Andor aus dem Fenster und sah die gigantischen Häuser an sich vorbeiziehen. Er saß mit Jo und Samara auf dem Rücksitz, während Mara vorne saß. Allmählich merkte er, wie sich die Vorderseite des Taxis senkte und sie in die unteren Ebenen Coruscants eintauchten. Immer mehr Gleiter schossen an ihnen vorbei und immer mehr Lichter blinkten vor ihnen auf, während das natürliche Tageslicht immer schwächer wurde.
Während ihrer Fahrt redeten sie nicht viel. Dann wurden sie schließlich langsamer und ihr Taxi hielt an einer kleinen Plattform, an der sie ausstiegen und das Gepäck ausluden. Andor sah sich um. Schien eine ganz normale Plattform zu sein, nichts besonderes. Aber wie er die Jedi kannte, mussten sie noch ein Stückchen laufen, bis sie beim vorgesehenen Ort waren. Abwartend sah er Jo und Mara an, wo sie nun entlang mussten.


Coruscant - Untere Ebenen - Unterwegs Richtung Honey House - Andor, Jo, Mara, Samara?

[OP: Nicht besonders aufregend, ich weiß... ^^' Aber immerhin gehts ein klein wenig vorwärts.]
 
§~ Coruscant ~ Obere Ebenen ~ Limo ~ mit Chauffeur ~§

Es war ein guter Abend.
Jimbu, der stotternde Rodianer, mit der lustigen Chauffeurmütze auf dem Kopf steuerte die Limo, die Nex für diesen Abend gemietet hatte, durch den Luftverkehr Coruscant, quer durch die oberen Ebenen. Er hatte den Wünschen seines Fahrgastes ensprechend popige Musik angemacht, die in beträchtlicher Lautstärke durch den Innenraum schallte. Nex war mehr als gut drauf und bewegte Kopf, Arme und Beine mehr oder weniger rhytmisch zur Musik. Natürlich wäre es Jimbu nie im Leben eingefallen, darüber eine Bemerkung fallen zu lassen.


"Tolle Musik, Jimbu!"

"D-Danke, Sir."

"Was ist das?"

"Ich glaube, man nennt sie gemeinhin E-Elektro-Musik. Bisweilen auch Techno, S-Sir."

"Ist das so? Hmm gefällt mir!"


Nex hörte sonst andere Musik. Doch sie ging wirklich ins Blut, elektrisierte alle Glieder. Die Lichter der Stadt flackerten wie das Feuer der Sterne durch die Scheiben, tauchten sein Gesicht im Sekundentakt in Licht und Dunkelheit, als er hinausschaute. Hypnotisierend.Wow, würde das ein Abend werden!

"Darf ich f-fragen, Sir, wieso sie heute Abend zu den Holofilmfestsp-spielen geladen sind?"

"Selbstredend, mein Bester! Doch nennen sie mich bitte doch nur Nex, ja?"

"N-Natürlich. Was führt sie aso ins Baleskyi-Theater, Nexja?"

"Ähm?"

"Ja?"

"Ach, schon gut. Ich wurde eingeladen, weil sich gerade ein gewisser Hype um das neue Drama von Karcas Laz dreht, in dem ich eine der zentralen Rollen spiele. Momentan wird mir deshalb also eine nicht gerade bescheidene Aufmerksamkeit zuteil, wenn ich das mal so sagen darf. Wir sind jetzt ungefähr in der Mitte der Drehzeit angelangt, doch ganz Coruscant scheint nun schon davon zu sprechen. Von dem Film haben sie bestimmt schon gehört, nicht war? Von Karcas Laz?"

"Tut mir l-leid, nein."

"Oh."

"Ist er gut?"

"Na das hoffe ich doch! Noch sind wir ja nicht fertig."


Beide brachen in ein spitzes Lachen aus, was rasch verebte, bis nur noch die alle Faser belebende Musik zu hören war. Nex begleitete jeden Beat, indem er mit der hohlen Hand auf den Oberschenkel schlug.

"Gleich sind wir da, Nexja."

"Ach wissen sie was, nennen sie mich nur Nex! Alle meine Freunde nennen mich so!"

"Oh, vielen Dank ... N-Nex."

"Keine Ursache."


sagte Nex, zog unauffällig die Augenbrauen hoch und wippte nun noch schneller, achtete schon kaum mehr auf den Takt. Eigentlich fühlte er sich innerlich ganz ruhig, und dennoch war er sehr gespannt auf die Veranstaltung. Wenn er da wohl alles sehen würde? Hätte er es nicht besser gewusst, hätte er glatt zu der Annahme kommen können, es endlich geschafft zu haben. Einer plötzlichen Eingebung folgend, griff er sich ein Glas und goss sich dazu Whiskey ein, so wie es in der Hausbar der Limo eigens für die Gäste angerichtet war. Dazu nahm er ein kleines Röhrchen aus der Tasche und schüttete ein weißes Pulver daraus in das halbvolle Glas. Die mikroskopischkleinen Kristalle lösten sich binnen Sekunden auf, bis der Whiskey wieder ganz natürlich aussah.

"Ähm, M-M-Medizin, Sir."

"Japp, hab da so ein fieses kratzen im Hals. Und Nex, bitte."

"Natürlich. Aber mit Alkohol, Nex? Ist das nicht g-gefährlich bei Medizin?"

"Ach, keineswegs. Ich war mal Rettungssanitäter und man kann bei den meisten Medikamenten bedenkenlos Alkohol trinken. Manchmal hilft es sogar."

"Wenn sie es sagen."


Wieder lachten beide hell auf.

"Jahhhh ... oh da wären wir ja."

Aufgeregt und ziemlich gut drauf, stieg Nexus Ousia aus seiner Limosine. Das so typische, aus Holo-TV bekannte Blitzlichtgewitter, wie es nur den ganz besonderen Leuten gewährt wurde, prasselte aus allen Richtungen auf ihn ein, als er die ersten Schritte auf dem roten Teppich machte. Konnte man je genug davon bekommen? Ein breites Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er den Fotografen und Reportern zuwinkte. Ganz bewusst war er ohne Begleitung gekommen. Jeder wusste, dass ein erklärter Single unter den frisch aufgestiegenen Stars noch mehr Fans bekam. Vor allem von der kreischenden Sorte.
Ganz professionell, so wie all die anderen Berühmtheiten, ging er gemächlich, liess sich Zeit, die richtigen Posen zu finden, um auch ja jeden zufrieden zu Stellen. Schließlich sollten doch die kommenden Illustierten seine Schokoladenseite einfangen, von der er stets gehofft hatte, sie einmal zu entdecken. Der rote Teppich fühlte sich so gut an, wie am Abend der Premiere vom "Im Schatten der Sonne". Als würde man auf dem Fell kleiner Katzen laufen. Unwiderstehlich!
Wie ein Fiebertraum wirkte das Lichtinferno um ihn herum. Wunderbar!

Doch alles hatte nunmal ein Ende, und so musste sich auch Nex von den Presseleuten trennen, als er in die richtige Eingangshalle trat, die naturgemäß nur noch der Prominenz und ihren persönlichen Stiefelleckern zugestanden war. Hier und da wurde sich angeregt unterhalten, über das neuste Projekt gesprochen, witzige Anekdoten ausgetauscht oder das frisch designte Kleid bestaunt. Da Nex die meisten Leute entweder nicht kannte oder sie überhaupt nicht von Interesse für ihn waren, schaute er sich etwas um. Einen herumwuselnden Kellner, der ihm beinahe entwischt wäre, erleichtere er um eines der auf Silbertabletten servierten Champagnergläser. Mit wachen Augen durchforstete er die Meute, bis er endlich fand, wonach er gesucht hatte.


"Einen schönen Abend, ihr guten Leute."

sagte er, hinter Akemi Akanato, seiner Schauspielerkollegin und Filmpartnerin stehend, und grinste erfreut, als sie sich zu ihm umdrehte.

"Wem man hier nicht alles so zufällig über den Weg läuft."

scherzte er, neigte sich leicht zu der etwas kleineren Akemi herunter und sie gaben sich gegenseitig den freundschaftlichen Kuss auf die Wange, wie sie es erst seit einer guten Woche taten. Seit Drehbeginn hatten sie sich, abgesehen von einem etwas holprigen Start, doch stetig besser kennen gelernt, sodass sie langsam nicht mehr nur Kollegen oder gute Bekannte waren. Eine Entwicklung, die Nex als sehr angenehm empfand. Richard neben ihr, hatte er allerdings seit ihrem ersten Treffen nicht mehr gesehen.

"Du siehst wirklich zauberhaft aus. Sie natürlich auch, Richard."

sagte Nex munter und reichte dem älteren Mann die Hand. Dieser Kerl sah wirklich unverschämt gut aus für seine absolvierten Mondzyklen - da hatte Akemi wirklich einen guten Fang gemacht. Wenn man nach etwas entsprechendem überhaupt normalerweise angelte.
Da er aber natürlich mit Akemi mehr am Hut hatte, blickte er sie wieder an und konnte nicht anders, als Outfit zu bestaunen.


"Oh nein, wenn ich gewusst hätte, dass du dieses Kleid anziehst, hätte ich mir was anderes rausgesucht. Man könnte ja meinen wir hätten uns abgesprochen!"

bemerkte Nex und lachte zugetan, bar dieses unglaublichen Zufalls. Denn ihr dunkel-violettes Kleid passte doch bestechend zu der Krawatte die Nex trug. Er hatte sich für diesen besonderen Abend einen matt-schwarzen Smoking mit glänzenden Rever augesucht und dazu ein weißes Hemd. Aus all dem heraustechend trug er eine dunkel-violette Krawatte, die aus solch feinem Stoff gearbeitet war, dass sie fast zu Leuchten schien, beinahe unnatürlich. Ein eindeutiger Hingucker, der allerdings ganz und gar kein Zufall gewesen war.

"Amüsiert ihr zwei euch gut?"

fragte er ehrlich interessiert und schaute von einem zum anderen, während er eine Hand gelassen in die Hosentasche steckte.

§~ Coruscant ~ Obere Ebenen ~ Baleskyi-Theater ~ mit Akemi und Richard ~§
 
[ Coruscant - Eastport-Raumhafen – Dock 54355 – vor der „Prince“ | Exodus und Jace ]

Nach seinem zweiten Ruf tauchte Nathen am oberen Ende der Rampe auf. Endlich. Er schien sehr lässig, fast gelangweilt. Und erklärte kurz, dass Exodus‘ Timing „in Ordnung“ war. In Ordnung? Was hatte Nathen erwartet? Dass er fliegen konnte?!
Exodus zog die Augenbrauen hoch und erklärte nur knapp:


„In Ordnung.“

Dann lief er die Rampe hoch und betrachtete Nathen genauer. Ein junger Kerl, da hatte sein Vater Recht gehabt. Halblange, etwas zerzauste Haare und Dreitagebart ließen ihn verwegen aussehen. Was wahrscheinlich beabsichtigt war. Und die lässige Haltung? Wahrscheinlich auch ein Stück weit Fassade. Vielleicht wollte er Exodus nicht sofort zeigen, was für ein Typ er war. So waren sie eben diese Schmuggler – wollten immer noch etwas in der Hinterhand haben, ein Ass im Ärmel.
Der Höflichkeit halber streckte Exodus Nathen die Hand entgegen, als er schließlich die Raumyacht betrat.


„Nettes Schiff haben Sie hier.“

Exodus lächelte knapp.

„Perce, der Sekretär, oder mein Vater haben Ihnen wahrscheinlich schon gesagt, warum ich hier bin?“

Er ließ seine Frage einen Moment im Raum stehen und beantworte sie dann selbst:

„Ich will Ihnen helfen. Zwar kenne ich Ihren Plan nicht – obwohl ich hoffe, dass Sie mich bald einweihen werden – aber ich kenne diese Leute, die sie da retten wollen. Und ich will helfen, dass auch wirklich alles glatt geht. Dass wir sie wieder wohlauf hierher zurückbringen.
Ich denke …“


und bei diesen Worten wurde sein Grinsen breiter,

„dass meine Fähigkeiten durchaus von Nutzen sein könnten. Egal wie ihr Plan aussieht.“

Er hatte sich zwar nicht als ehemaliger Sith-Executor und Machtnutzer vorgestellt, aber er war sich ziemlich sicher, dass Nathen ganz genau wusste, wen er vor sich hatte. Warum also nicht ein bisschen mit diesem Bild spielen?

[ Coruscant - Eastport-Raumhafen – Dock 54355 – „Prince“ | Exodus und Jace ]
 
Coruscant, Raumhafen - Shilan, Dur, Tim

Dur kniff die Augen die zusammen, als sie das dunkle Raumschiff verließen und in das helle Tageslicht des Planeten Coruscant schritten. Der Platz vor ihnen war angefüllt mit zahlreichen Wesen verschiedenster Art. Dur entdeckte auch einige Sturmtruppen, die in der Menge Patrouille gingen. Bisher hatte zwar niemand ihre Tarnung hinterfragt, aber sie mussten weiterhin vorsichtig sein. Immerhin waren sie letztendlich hier um das Imperium zu bekämpfen.
Dur riss sich zusammen und wandte seinen Blick von den weißen Rüstungen ab. Sie hatte ihr Ziel noch nicht ganz erreicht. Sie mussten irgendwo unterkommen. Ein Apartment, eine Bleibe, ein Dach über dem Kopf. So hatte es Dur verstanden.

"Wohin gehen jetzt?" fragte er den Lieutenant. Er selbst hatte zwischen den leuchtenden Reklamen und den hochaufragenden Gebäuden aus Metall längst den Überblick verloren.

Coruscant, Raumhafen - Shilan, Dur, Tim
 
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