Coruscant

- Coruscant - Künstlerviertel - in der Nähe des Imperialen Kunstmuseums - Wohnhaus - Wohnung 2014 im 20. Stock - Alleah Liard mit ihrem Mann Darren sowie Ariana, Liv und Shawn Celchu -

Liv hatte also vorgeschlagen ein wenig Shoppen zu gehen. Alleah hatte zuerst abgelehnt, doch dann zugestimmt. Sie brauchte wirklich etwas neues zum Anziehen. So neben den beiden hübschen Frauen kam sie sich doch recht langweilig vor. Dabei war sie vor ihrer Schwangerschaft mindestens genauos hübsch gewesen wie ihre neuen Freundinnen und Shoppen hatte zu einer ihrer größten Leidenschaften gezählt.

Alleah verschwand nun im Schlafzimmer und legte ihren Sohn wieder zum Schlafen. Sie wollte den Kleinen nicht mit zum Einkaufen nehmen. Für ein paar Stunden konnte er ruhig bei seinem Vater bleiben. Darren konnte gut auf das Baby aufpassen. Sie konnte beruhigt ein wenig shoppen gehen und musste sich nicht als Rabenmutter fühlen. Sie zog sich um und die drei jungen Frauen machten sich auf den Weg.

- Corurscant - CoCo-Town- Einkaufsmeile - Liv Celchu mit ihrer Schwägerin Ariana und Alleah Liard -

Liv war ein wenig stolz auf sich. Sie hatte Alleah wirklich dazu überreden können mit ihr und Ariana ein wenig zum Shoppen zu gehen. Es war wirklich an der Zeit, dass sich die junge Mutter wieder an die Öffentlichkeit traute. Wenn man ein Kind bekommen hatte, dann war man keine Schande für die Öffentlichkeit, auch wenn man etwas aus den Fugen geraten war. So schlimm war es bei der hübschen Coruscanti nun auch wieder nicht. Ein bisschen Sport und die Sache hatte sich erledigt. Wenn sie sich anstrengte war sie in vielleicht zwei Monaten wieder auf ihrem Normalgewicht.

"Sag mal, liebste Schwägerin, suchen wir eigentlich nach etwas bestimmten?", ris Ariana Liv nun aus ihren Gedanken.

"Nee, wieso? Ich brauch nichts bestimmtes, du vielleicht?"

Ariana schüttelte den Kopf. Die drei Frauen gingen weiter. Sie bummelten durch sämtliche Geschäfte, die sie interessant fanden. Liv und Ariana gingen meist in die teuersten und exklusivsten Läden, mit denen Alleah wiederum nicht so viel anfangen konnte. Sie hatte zwar auch Geld, aber die Geschäfte, welche die beiden anderen Frauen immer aussuchten waren viel zu teuer. Sie konnte für kein Kleid zwischen 2000 und 3000 Credits hinblättern, sie musste für ihr Studium sparen.

Liv entdeckte schließlich ein Kleid, was ihr wahnsinnig gut gefiel. Doch der Preis ließ sie schon bald aus ihrem Traum erwachen. Es kostete 5000 Credits und dieser Preis war sogar ihrer Schwägerin zu hoch. Kopfschüttelnd hängte sie es wieder zurück und entdeckte schließlich einen Hosenanzug für ein Zehntel des Preises des Kleides. Der von Ariana war schon wieder um das dreifache teurer, dafür aber exklusiver.

Wenig später entdeckten sie noch ein kleines Wellness-Center. Allerdings verzichteten sie auf Massage und so, sondern ließen nur eine Maniküre und Pediküre über sich ergehen, da sich alles in diesem Center befand. Dann schminkten sie sich im "Viga-Saloon" gegenseitig und zogen ihre Neuerwerbungen an. Schließlich ging's weiter

"So und jetzt gönnen wir uns noch was zu essen!", schlug Alleah vor, nachdem sie endlich ihre Shoppingtour beendet hatten.

"Essen ist gut, denn Shoppen macht hungrig!", stimmte Liv zu und Ariana nickte.

"Na dann kommt. Ich kenn ihr in Coco-Town ein wahrlich exklusives Restaurant, wo wir sogar zum halben Preis essen können, weil ich den Besitzer gut kenne."

"Klingt nicht schlecht. Also, dann mal los."

Alleah erwähnte, dass das Restaurant am anderen Ende von Coco-Town lag, welches an das Regierungsviertel anschloss. Sie nahmen sich also ein Lufttaxi und ließen sich hinbringen. Das "Roses of Coruscant", war wirklich ein exklusives und sehr luxuriöses Restaurant. Im Gegensatz zu den meisten Häusern auf Coruscant war es ziemlich niedrig gehalten.

Es wirkte wie ein kleiner Palast. Im Eingangsbereich standen bequeme Sessel, falls man auf einen Tisch oder seine Begleitung warten musste. Im Inneren standen elegante Tische und Stühle. Auf jedem Tisch fanden sich Kerzen für ein romantisches Dinner oder Date. Es war wirklich hübsch im "Roses" Am anderen Ende gab es eine Bar. Liv und Ariana waren beeindruckt. Sie setzten sich an einen freien Tisch und begannen eine Unterhaltung, während sie sich das Essen und die Getränke aussuchten.


- Coruscant - Coco-Town - "Roses of Coruscant", Restaurant - Liv Celchu mit ihrer Schwägerin und Alleah Liard -
 
|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ vor dem HQ der Defender || ▫ Vorin ▫ Jibrielle ▫ Adrian ▫ Them ▫ Baes & noch ein paar andere

Es war wirklich nicht leicht in der akuten Situation cool zu bleiben. Immerhin würden sie im Falle eines Kampfes nicht gut aussehen. Vielleicht waren die Widerständler, wenn es denn welche waren, wovon Vorin einfach mal ausging, einfach zu vorsichtig um die Sache einfach so auf sich beruhen zu lassen. Sicherlich würden die anderen nicht ohne Verluste davonkommen, aber am Ende wohl doch gewinnen. Doch sie waren nicht zum Kämpfen hergekommen, und obwohl der junge Meister schon längst den Glauben aufgegeben hatte, Leute bräuchten einen Grund anderen schaden zuzufügen, sollten Widerständler doch anders drauf sein. Das Wichtigste in solchen Situationen war auf jeden Fall sich nicht einschüchtern zu lassen. In den letzten Monaten hatte er so viele Drohungen von Halbstarken gehört, dass sie inzwischen an ihm abperlten.

Zum Glück führte seine Blindheit in der Hinsicht sie in diesem Moment nicht in den Untergang. Der Name Tylaar öffnete dann doch eine Tür durch die sie zumindest schauen konnten. Puh! Das hätte auch anders ausgehen können, wenn der Name niemandem etwas gesagt hätte. Wie dem auch sei. Der Genannte war lange Zeit nicht hier gewesen. Was mit Nylia war erfuhr er nicht, denn sie wurden von einem sich nähernden Gefährt, bzw. Gleiter unterbrochen. Der mächtige Draethos wartete bis der Mensch sich zu ihnen gesellt hatte. Überraschend schnell hatte sie dieser als Jedi identifiziert. Wow! War er doch schon so bekannt? Dieser doch eher ironisch gemeinte Gedanke wurde dadurch relativiert, als klar wurde, dass Adrian erkannt worden war. Der Mann stellte sich als Pablo Cortina vor und gab ihnen die Hand als kurze Begrüßung.


"Vorin, freut mich ebenfalls."

Auf die Vorstellung des Draethos und dessen Erklärung reagierte er mit einem verständnisvollen und begrüßenden Nicken. So wie Menschen die meisten Aliens nicht unterscheiden konnten, war es eben auch umgekehrt. So etwas konnte nun mal passieren, so mal er wohl kaum wieder erkannt werden konnte, weil er erst seit heute überhaupt vor Ort war. Nach einigem hin und her, bzw. nach Austausch von Informationen konnte ihnen Pablo mitteilen, dass Nylia nicht hier war, bzw. noch nicht aufgetaucht war. Wenn er ehrlich war, hätte er dies auch nicht erwartet. Viel zu einfach. Immerhin konnte dies bedeuten, dass sie noch eine Chance hatten sie abzufangen. Was es sonst noch bedeuten konnte, darüber wollte er im Moment nicht nachdenken.

Bevor er etwas auf die hilfsbereite Geste erwidern konnte, ergriff Jibrielle das Wort und bedankte sich bei den Widerständlern, bzw. wiederholte noch einmal seine Bitte, in Bezug auf Nylia. Vorin hätte fast gegrinst. Die Art wie sie ihre Bitte vortrug war doch sehr mädchenhaft. Aber vielleicht war das im Moment hilfreicher als seine steinerne Fassade. Und zugegebenermaßen war sein Verhältnis zu dem Mädchen logischerweise nicht so eng, wie es bei Jibrielle der Fall zu sein schien. Vermutlich hatte er bis jetzt keinen überzeugenden Meister abgegeben. Abgesehen davon störte es ihn nicht wenn auch "niedriger" Gestellte das Wort ergriffen. Vorin war kein Freund von Hierarchien und Führungsdenken. Wer etwas zu sagen hatte, sollte sprechen. Warum sollte es auch anders sein? Der Orden war schließlich keine Firma in der jemand gefeuert wurde, nur weil er seine Meinung sagte.

Der Mann schien wirklich sehr nett zu sein, netter als es Vorin in der momentanen Situation erwartet hätte. Eine glückliche Wendung der Ereignisse, soweit es den Widerstand betraf. Was die Suche anging, traf die Padawan den Nagel auf den Kopf, Schnelligkeit war gefragt. Er nickte ihr zustimmend zu und löste seine etwas angespannte Haltung.


"Sie ist bereits auf dem Weg. Vielen Dank Mr. Cortina. Entschuldigen Sie bitte unser überfallartiges Erscheinen."

Er wollte sich schon in Bewegung setzen, als ihm noch etwas einfiel. Ein kleiner Verfahrensfehler. Es machte wenig Sinn wenn Mr. Cortina eine Nachricht an Chesara sandte, die dann wiederum ihn, oder die Padawane kontaktieren musste. Es wäre umständlich und zudem warf dies kein gutes Licht auf ihn.


"Ach so, eines noch." Er nahm sein Datapad zur Hand und tippte ein paar Zahlen ein. Zwar hatte er nur diesen einen Speicherchip, aber das war auch kein Weltuntergang. Er hielt dem Mann seine Com - Nummer hin.

"Wir halten uns eh in der Nähe auf und die Rätin wird kaum Zeit haben sich damit zu beschäftigen. Sagen Sie am Besten direkt uns Bescheid, sollte das Mädchen hier auftauchen."

Er nickte ihm noch einmal dankend zu und überbrückte die Meter, die die beiden Padawane bereits zurückgelegt hatten. Er beäugte die Umgebung, bzw. die Straßen, die von hier abgingen.

"Das lief doch wie am Schnürchen." , kommentierte er das Ganze trocken. Die Untertreibung des Jahres, aber was sollte es? Es gab hier zwei parallel verlaufende Straßen, auf der einen waren sie hergekommen. Da sie die Padawan auf dem Hinflug nicht gesichtet hatten, konnte sie diese Straße eigentlich auslassen.

"Wie wär’s wenn ihr beide die Straße hier links nehmt, ich nehme die übernächste rechts. Für den Notfall sollten wir ebenfalls Nummern austauschen."

Er rief seine Heimnummer auf und wartete auf das Einverständnis der anderen beiden um ihnen die Nummer zu schicken (hier gibt’s bestimmt auch Bluetooth :D). Nachdem auch das erledigt war, wurde es Zeit in die Praxis überzugehen.

"Ich würde sagen wir halten mindestens alle halbe Stunde Kontakt."

Er schaute sich kurz nach Individuen in der Nähe um, es war keiner zu sehen oder zu spüren.

"Möge die Macht mit euch sein." Er machte sich zum Aufbruch bereit. Es sei denn jemand wollte noch etwas loswerden.

|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ HQ der Defender etwas entfernt || ▫ Vorin ▫ Jibrielle & Adrian
 
|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Verbindungstunnel (zum Treffpunkt) ▫ Gleiter || ▫ Neriss Ta’lin & Jhan

Freiheit, Selbstbestimmung. Lange hatte er die Schranken nicht gesehen, die ihm auferlegt worden waren, um jene beiden Dinge erreichen zu können. Schließlich aber hatte man ihm die Scheuklappen vom Gesicht gerissen. Ein Mann hatte es vermocht. Jemand mit einer Vision. Jemand der keine Angst gehabt hatte, die Wahrheit zu sagen. Dafür hatte er mit seinem Leben bezahlt, ebenso wie alle anderen ihrer Gruppierung. Diejenigen, die zurückgeblieben waren die Basis zu verteidigen. Jeder von ihnen war tot. Die Informationen waren spärlich und ebenso unzuverlässig, aber das Imperium hatte ganze Arbeit geleistet als es die kleine Gruppierung auf Ord Biniir ausgelöscht hatte. Heute wusste er welche Fehler man gemacht hatte. Sie hätten niemals öffentlich agieren dürfen. Das Imperium kannte keine Gnade. Keiner von ihnen war Soldat oder Kämpfer gewesen und doch war niemand verschont worden.

Doch vermutlich hatte der Prophet nicht anders handeln können. Nicht anders handeln wollen. Im Nachhinein wusste er es besser und konnte den Narren verfluchen, doch immerhin hatte er keine Angst gehabt dem Tod ins Auge zu blicken. Zu gerne hätte der Mittvierziger gewusst was wirklich genau geschehen war während der Konfrontation. Hatten sie nicht Bildmaterial senden wollen, im Falle eines Angriffs? Als Beweis der Blutrünstigkeit des Imperiums? Warum war niemals etwas davon aufgetaucht? Was war geschehen? Höchstwahrscheinlich würde er es niemals erfahren. Und genau aus diesem Grund hatte er seine kleine Zelle auch in gänzlich anderem Stil geführt. Versteckt, heimlich, und nicht so leichtsinnig wie es sein damaliges Vorbild getan hatte. Er war mit anderen ausgesandt worden um weitere Anhänger für den Propheten zu finden. So wie noch zwei weitere Personen.

Doch er hatte etwas anders geschaffen. Er hatte seinen Auftrag sozusagen angepasst. Die anderen Gruppen auf Coruscant hatten es vorgemacht. Schnelle Schläge aus dem Dunkeln waren die Antwort, auf die das Imperium keine Frage hatte. Also hatte auch er den Rekrutierungserfolg der Sicherheitsfrage untergeordnet. Seine Gruppe war nicht groß, aber jeder von ihnen war felsenfest von seinen Ansichten überzeugt und würde dreimal nachdenken, bevor er die gesamte Zelle in Gefahr brachte. Bis jetzt hatten sie nicht viel Schaden angerichtet. Sie hatten ein paar Versorgungstransporte sabotiert und Unfälle provoziert und damit den Nachschub gestört. Aber das waren eher Ärgernisse als wirkliche Schwierigkeiten. Dafür waren seine Leute recht erfolgreich in der Rekrutierung kompetenter und intelligenter Leute für ihre Sache.

Sie hatten einen Anwalt, sie hatten einen Ingenieur, sowie eine Geschäftsfrau mit eigenem Großhandelsbetrieb. Sie war zusammen mit dem "Ehrengast" ihr größter Triumph. Der Ehrengast war ein imperialer Beamter, der direkt im Herzen des bürokratischen Apparates arbeitete. Nur tat er es nicht mit Herzen. Es war eher ein glücklicher Zufall, dass sie ihm begegnet und ihn kennen gelernt hatten. Eigentlich war es nicht viel mehr als das typische Gemaule eines unzufriedenen Angestellten gewesen. Doch als klar geworden war, wo der Mann arbeitete und wie sehr er die aktuelle Situation in der Administration verabscheute, hatten sie ihn mit offenen Armen empfangen. Einige sehr interessante Informationen hatten sie erhalten. Wenn man so wollte war er ihr Agent im Herzen des Feindes, doch bis jetzt hatten sie noch nichts getan, noch nichts in die Wege geleitet, dass ihn gefährden würde.

Doch wenn man sorgfältig plante und sich eine schlagkräftige Aktion überlegte, konnte man dem Imperium vielleicht einen Dolch ins Herz stechen. Eine grobe, kaum ernsthaft durchdachte Idee wäre die Entführung des Gouverneurs. Doch dies hier war nicht Ord Biniir, und außerdem hatten sie nicht die richtigen Leute für so einen Coup. Dennoch, sie hatten einige Optionen und irgendetwas würde sich schon finden lassen. Nun, dafür war das Treffen schließlich da, oder nicht? Apropos.


"Jhan wie sieht’s aus? Sind wir bald da? Wir wollen schließlich nicht zu spät kommen. Bist Du Dir sicher dass es auch der richtige Treffpunkt ist?"

"Jaaa, das stimmt schon. Ich habe dreimal nachgefragt. Wenn es falsch sein sollte, gab es Übertragungsfehler. Und die gibt es heute ja auch so oft."


Neriss verdrehte innerlich die Augen. Typisch für seinen Begleiter. Sobald man auch nur andeutete er könnte etwas falsch machen, wurde er patzig. Nun denn, blieb zu hoffen, dass tatsächlich alles glatt gelaufen war und sie in ein paar Minuten mit den restlichen Widerständlern zusammen trafen.

|| Coruscant ▫ untere Ebenen ▫ Seitenstraße unweit des Treffpunktes ▫ Gleiter || ▫ Neriss Ta’lin & Jhan

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Neriss Ta’lin
Wiederstandskämpfer

Im Auftrag seiner Majestät
 
¦¦ Coruscant ~ obere Ebenen ~ Corini - Appartement ¦¦ Shana

So ein Tag auf Abruf konnte echt nervig sein. Zum Glück war sie keine Ärztin geworden. Wie hielten diese Leute es aus, immer bereit sein zu müssen? Dafür musste man den Job wirklich lieben. Tja, sie hatte noch ein wenig Zeit bis zum Training, aber ihr fiel keine gescheite Beschäftigung ein. Die interessanten Sachen waren bei ihr Zuhause und nicht in ihrem alten Zimmer. Abgesehen davon hatte sie ein ganz anderes Problem. Sie konnte unmöglich mit den ganzen Waffen im Gepäck zur Schule fahren. Und den Gleiter musste sie auch noch zurückbringen. Am Besten sie fuhr tatsächlich wieder nach Hause. Sie hatte das Postfach geleert und den Eindruck am Leben gehalten hier noch zu leben. Nun denn, die Entscheidung stand. Sie verließ das Appartement ihrer Jugend und machte sich auf den Weg zurück. Im Moment kam sie sich ziemlich ziellos vor.

Scheinbar war eine ungewisse Zeitplanung nicht ihr Ding. War sie wirklich so unflexibel? Nein, war sie nicht. Sie hatte nur ihre üblichen Termine, und diese musste sie nun mal alle absagen, da sie nicht wusste wann genau sie wieder los musste. Beim nächsten Mal würde man ihr auch bestimmt genügend Zeit zum Einplanen zugestehen, und dann war diese ganze Angelegenheit auch kein Problem mehr. Summend und knatternd fädelte sich die 21-Jährige durch den Verkehr bis sie ihre Wohnung in den mittleren Ebenen wieder erreicht hatte. Schon wieder zuhause, so schnell konnte das gehen. Was nun? Da gab es nicht viel. Also Computer an, und hinein in die endlosen Weiten des Netzes. Sie warf einen Blick auf die neuesten technischen Spielereien die man sich legal und auch illegal besorgen konnte.

Sie lud sich ein kleines Programm herunter mit dem man einen Zufallsgenerator modifizieren konnte. Gerade wichtig im Bereich Verschlüsselung. Im Anschluss wurden Freizeitaktivitäten in den Vordergrund gestellt. Gab es irgendwo eine außergewöhnliche Party bei der sie anwesend sein musste? Was lief im Holo - Kino? Sie ließ sich Zeit, surfte von einem Stichwort zum nächsten, bis sich schließlich ihr Com meldete. Der Blick darauf verriet eine Überraschung. Der Prozessor arbeitete noch bis er ihr einen unbekannten Absender meldete. Das Signal erreichte sie auf einer unüblichen Frequenz. Zwar wurde kein schädlicher Code erkannt, aber dies musste nichts heißen. Shana überlegte einen Moment und entschied dann darauf, dass es von den "Defender" sein musste. Und so war es auch.

Die Notiz war kurz und prägnant. Sie sollte sich umgehend zu einem Meeting einfinden. Ein Meeting? Was bedeutete das? Welche Art Meeting? Nun verstand sie noch weniger was dies alles bedeuten sollte. Weshalb war ihre Anwesenheit erwünscht? Sie war total neu und hatte noch überhaupt keinen Überblick. Hatte es mit der Nachricht zu tun, die sie zurückgebracht hatte? Wollten die Jedi vielleicht etwas von ihr? Sollte sie sich jetzt gleich entscheiden? Wollte man sie vor die Wahl stellen, weil es wichtig war, sich sofort zu entscheiden? Also … es konnte genau zutreffen, sie konnte ebenso gut im Trüben fischen. Na gut, dann machte sie sich wohl am Besten auf den Weg. Sie schaute auf das Chrono und musste lachen. Ja, das Timing war perfekt. Wie nicht anders zu erwarten. In ein paar Minuten hätte sie sowieso gehen müssen, da der Unterricht anfing. Somit würde sie leider nicht in den Genuss kommen Kealeh zu demonstrieren, dass sie wesentlich mehr zu bieten hatte, als ein großes Maul.

Ihre Sachen waren noch immer gepackt, daher ging dieser Part schnell. Zum ersten Mal, denn noch einmal würde sie es nicht vergessen, schnallte sie sich ihren Blaster um. Ein seltsames Gefühl. Sie hatte diese Ausrüstung schon eine Weile, hatte sie jedoch noch nie gebraucht. Wenn sie zum "Schießplatz" gefahren war, hatte sie ihre Waffen immer lose in die Tasche geworfen. Nun also war sie eine bewaffnete Widerstandskämpferin. Klang cool. Ob es das tatsächlich war, würde sich wohl in Zukunft zeigen. Na dann. Bevor sie zur Tür hinausging, stopfte sie sich noch eine Frucht in den Mund und kaute genüsslich. Die Hin- und Her- Fahrerei hatte sich am Ende doch ausgezahlt. Der Gleiter des Widerstandes konnte benutzt und zurückgebracht werden. Dann war sie dieses Problem auch endlich los. Er war netterweise in den Stunden ihrer Abwesenheit nicht geklaut worden.

So düste sie also in Richtung der Kampfsportschule, da dies der einzige Weg war, den die Blondine kannte. Und schon fiel ihr eine andere Beschäftigung ein, wenn ihr mal wieder langweilig war. Sich ein paar neue Routen zu überlegen. Grundsätzlich war zwar nichts falsch daran immer den gleichen Weg zu nehmen, aber es konnte bestimmt nicht schaden, sich in der Gegend ein bisschen besser auszukennen. Oh, fast hätte sie es vergessen. Sie musste ja noch jemandem Bescheid sagen. Diese Person hatte es selbst beim letzten Mal nicht getan, aber deshalb musste sie es nicht mit gleicher Münze zurückzahlen. Sie lenkte in einen weniger frequentierten Strom und wählte die Nummer ihrer Kampfpartnerin.

Natürlich war sie überrascht noch einmal von ihr zu hören. Shana machte es recht kurz und schmerzlos. Es fiel ihr nicht schwer ihren Vater vorzuschieben, der ganz plötzlich nach Hause gekommen war. Ihrer Geschichte nach musste er in zwei Tagen wieder los, und hatte nur am heutigen Tag Zeit sie zu sehen. Ihrer Gesprächspartnerin gefiel dies nicht besonders, doch was sollte sie schon dagegen tun? Auch erledigt. Die Studentin gab mehr Stoff um möglichst schnell anzukommen. Shana war wirklich gespannt was es mit diesem Meeting auf sich hatte.

Hätte es sich nicht um den Widerstand gehandelt, hätte sie ihr Businessoutfit angezogen. Mit hochgesteckten Haaren und einem kalten Blick, sah sie dann wie Mrs. Karrierefrau höchstpersönlich aus. Aber mit so etwas würde sie heute wohl kaum etwas erreichen. Trotzdem machte es Spaß in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Schauspielern war schon eine schicke Angelegenheit, aber es hörte auf Spaß zu machen, wenn man ein Skript hatte und einen Regisseur der wirklich jedes Detail durchplante und alles vorgab. Eine Figur sich frei entfalten zu lassen, das wäre doch echt ein tolles Novum. Tja, vielleicht "spielte" sie ihre zwei Leben, weil sie sich auf der Bühne, bzw. vor der Kamera nicht hatte ausleben können.

Soviel zur Selbstanalyse, so langsam kam sie ihrem Ziel näher. Ein paar Ebenen tiefer, zwei Umleitungsrohre entlang, und schon breitete sich vor ihr eine recht bekannte Gegend aus. Einmal rechts, einmal links, und dort hinten war es schon. Jetzt nur noch über die Kreuzung und dann konnte sie den Gleiter in der Garage abstellen. Es dauerte einen Moment, warum wusste sie nicht, doch dann öffnete sich das Schott. Etwas mühsam rangierte sie das Ding in die enge Lücke ganz rechts. Wer sie sah, dachte sich jetzt bestimmt wieder: typisch Frau. Aber das war ihr egal. Sie war hier wegen des Meetings und außerdem um ihre Sachen dazulassen. Zügigen Schrittes machte sie sich auf zu "ihrem" Zimmer, dabei kam sie durch die Kantine.

Ein paar Männer waren anwesend, ein, zwei Gesichter kamen ihr auch bekannt vor. Sofort wurde sie freudig begrüßt, nicht zu knapp mit eindeutigen Ausrufen bedacht. Männer! Wieder mal typisch. Aber warum sollte sie ihnen nicht ihren Spaß gönnen? Sie drehte sich einmal elegant im Kreis, so als wäre sie auf dem Laufsteg. Nun, zumindest so elegant wie es mit einer Tasche über der Schulter möglich war. Es reichte aus um die Zurufe lauter werden zu lassen und ein paar Pfiffe zu ernten. Shana schüttelte leicht den Kopf und marschierte weiter. Ihre Laune hatte sich auf jeden Fall verbessert.

Ein prüfender Blick zeigte, dass sonst niemand in dem Zimmer gewesen war, was wohl hieß, dass es tatsächlich ihr gehörte. Nett. Dennoch würde sie sich ein gutes Schloss für den Spind besorgen. Ihr Computer war nun mal verdammt wertvoll und ohne ihn war sie ziemlich aufgeschmissen. Bis auf den umgeschnallten Blaster verstaute sie alles in dem Schrank und machte sich auf den Weg. Es war zwar kein Treffpunkt genannt worden, aber im Zweifelsfall war sie beim Zimmer des Chefs an der richtigen Adresse. Trotz ihres nicht allzu geringen Selbstbewusstseins war sie ziemlich aufgeregt und nervös. Alleine der Umstand dass man sie als Neuling bei einem Meeting dabei haben wollte, wirkte mysteriös. Doch was am Ende auch dahinter steckte, sie war viel zu neugierig um sich die Antwort entgehen zu lassen. Journalistin eben. Leicht vor sich hinlächelnd klopfte sie an die Tür des Besprechungsraums und wartete.


¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ HQ der Defender ~ vor der Tür des Chefs ¦¦ Shana & Widerständler überall verteilt
 
(Ketaki Yen)

- Coruscant - Untere Ebenen - Honey House - Mit Sinoué und Miley -

Das sah ganz und gar nicht gut aus. Ketaki wusste, dass er den Bogen jetzt nicht überspannen durfte. Miley war wütend und er war nicht ganz unschuldig daran. Warum hatte er sich auch so auffällig verhalten? Fremdgehen, während sich die Partnerin im gleichen Gebäude befand - ein totaler Anfängerfehler. Trotzdem war es ihm passiert. Zwar war er nicht wirklich fremd gegangen, aber er hatte es zumindest vorgehabt. So groß war der Unterschied dazwischen dann auch nicht mehr. Ketaki seufzte und setzte an, Miley zu sagen, dass sie alles total in den falschen Hals bekommen hatte, als sich die Frau auf dem Bett regte, sich aufsetzte, und zu Ketakis Entsetzen etwas von einem Dreier sagte. Er wagte nicht einmal, Miley anzusehen. Die Wogen der Wut, die von seiner Partnerin ausgingen, waren durch die Macht deutlich zu spüren.

"Ein... Dreier?"

Wiederholte sie erschüttert, um dann lauter zu rufen:

"DREIER??? Und du willst mir erzählen, sie sei eine unschuldige... Padawan?!"

Die Twi'lek sprudelte vor Empörung und schrie fast das ganze Haus zusammen. Beschwichtigend hob Ketaki die Hände.

"Hey, hey, mach mal halblang!"

War das erste, was ihm einfiel - keine besonders kluge Reaktion.

"Halblang?? Du bist ein Spinner, Ketaki Yen! Ein Idiot!"

Obwohl sie ihm die Worte beinahe entgegen spuckte, konnte Ketaki sehen, wie verletzt Miley war.

"Ach, mach doch, was du willst, aber lass mich bloß in Ruhe!"

Und mit diesem letzten Satz rauschte sie hinaus. Ketaki steckte die Hände in die Hosentaschen. Puh, das hatte er anders geplant. Miley war wirklich sauer und er würde sich anstrengen müssen, um das wieder gerade zu biegen. Er drehte sich halb zu dem Bett herum und der Frau, die darauf saß. Miley hatte gesagt, dass sie machtsensitiv sei. Sie hatte gedacht, sie wäre eine Padawan. Ketaki griff hinaus in die Macht. Auch er konnte es spüren. Als erstes aber musste sie wieder nüchtern werden und dann musste noch jemand ihr Erbrochenes im Flur beseitigen.

"Na, siehste immernoch alles doppelt?"

Fragte er halbherzig.

"Bitte nicht nochmal kotzen. Das nächste Mal kannst du's selber aufwischen."

Er warf einen Blick in Richtung der Tür, durch die Miley verschwunden war.

"Verdammt. Ich hab ganz schön Ärger am Hals."

Sagte er und krazte sich am Hinterkopf. Er wusste, sich zu beschweren half nichts. Er war es ja auch selbst schuld.

- Coruscant - Untere Ebenen - Honey House - Mit Sinoué -
 
[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Lüftungsschacht]- Alynn

Der Weg durch den Lüftungsschacht erinnerte vage an die Infiltrierung des Supersternzerstörers Devastator im Orbit von Bastion, Seite an Seite mit Elysa. Damals hatte vermutlich das Schicksal des gesamten Imperiums auf dem Spiel gestanden – ein Schicksal, das im Orbit desselben Planeten kurze Zeit später ungeachtet ihrer Bemühungen entschieden worden war. Die Schächte an Bord des imperialen Kriegsschiffes indes waren sauber, fast steril gewesen, während sich in dem wahrscheinlich seit Jahren ungenutzten Belüftungssystem der Fabrik Staub und Schmutz, vermengt mit der allgegenwärtigen Luftfeuchtigkeit der Unteren Ebenen, angesammelt hatten und bei aller Vorsicht ihre Spuren an der vorwärts kriechenden Sith hinterließen.
Um Alynn herum herrschte geisterhafte Stille. Aus unbestimmter Entfernung drangen lediglich vage Echos als Erinnerungen an längst vergangene Geräusche an ihr Ohr, dazu ihre eigenen, stetigen Atemzüge und das Schaben ihrer Uniform auf dem schartigen Metall des Lüftungsschachts. Kein Anzeichen dafür, dass diese Fabrik tatsächlich von einer Gruppe des Twi’leks Canze’olan als Operationsbasis benutzt wurde und die Informationen Derricotes sich als zuverlässig erwiesen.
Nach mehreren Kreuzungen und der intuitiven Wahl des weiteren Vorgehens kam das an einen schlechten Holofilm erinnernde Intermezzo im Lüftungsschacht schließlich an sein überfälliges Ende, da dieser in der Wand eines engen, offenbar ehemals als Vorratskammer für Reinigungsutensilien benutzten Raumes mündete. Das hier den Weg versperrende Gitter hing bereits lose in seiner Befestigung und war mit einem beherzten Stoß ebenso rasch entfernt, wie es langsam und lautlos, getragen von unsichtbaren Händen, zu Boden segelte. Die bewegungslose Gestalt eines winzigen MSE reagierte auf den plötzlichen Eindringling nicht – der Generator des Droiden hatte vermutlich seit geraumer Zeit keine Energie mehr zur Verfügung, ebenso wie diese selbst mit Stilllegung der Fabrik seiner Aufgaben beraubt worden war. Auf den Behältnissen chemischer Reinigungsstoffe hatten sich zentimeterdicke Staubschichten angesammelt.
Ein gedämpftes Schaben ertönte, als Alynn ihre Waffe wieder aus dem Holster zog, gefolgt vom in der allumfassenden Stille fast lauten Knacken des Sicherungshebels. Entweder befanden sich die Waffenschmuggler tatsächlich nicht in diesem Gebäude, oder sie hatten diesen Teil und diesen Raum im Speziellen bisher ignoriert. Welchen Anlass hatten sie auch, besonders misstrauisch zu sein? Zumindest das Imperium war auf Coruscant selbst vor dem Bruderkrieg der Sith hauptsächlich damit beschäftigt gewesen, offenen Widerstand zu unterdrücken. Zur Beseitigung der Wurzeln des Übels hatte es schlicht an Ressourcen gefehlt.
Die einzige Tür des Raumes ließ sich problemlos – wenn auch lediglich durch Schieben, da der elektronische Öffnungsmechanismus funktionsunfähig schien – öffnen und führte in einen dahinter liegenden Korridor, dessen matte Beleuchtung durch blasse Lichtröhren den ersten Hinweis darauf gab, dass irgendwo in dieser Fabrik jemand sein musste, der zumindest einen Teil der Energieversorgung aufrecht erhielt. Der Gang selbst gehörte anscheinend zum Verwaltungstrakt des Fabrikgebäudes, was den Schluss nahelegte, dass die Schmuggler ihre Ware in den ehemaligen Produktionshallen lagerten.
Mit langsamen, fast tänzerisch eleganten Schritten und in ständiger Alarmbereitschaft folgte Alynn dem Korridor, unter Missachtung der jeweils die Seiten säumenden Türen, die zu einzelnen Büros der ehemaligen Beschäftigten führen mussten, ohne dass sich die Hinweise auf andere (intelligente) Lebewesen im Umkreis erhärtet hätten. Die Fabrik glich nach wie vor einem Geisterhaus, ein Eindruck, dem auch das Flackern der streckenweise ausgefallenen Leuchtröhren nicht abhelfen konnte. Möglicherweise hatten die Schmuggler diese Fabrik als Basis benutzt – waren jedoch längst wieder verschwunden.
Die erste echte Unregelmäßigkeit, auf die Alynn stieß, offenbarte sich ihr wenig später. Ein fast mannshohes Loch war hinter der einzigen geöffneten Tür eines der Büros geschlagen worden, das Büro selbst vollkommen verwüstet. Die gezackten Ränder des Loches ließen indes auf einen „natürlichen“ Ursprung schließen – das Werk einer Bohrratte etwa, die sich ihren Weg durch massiven Durabeton gebahnt hatte, um in jenem Büro ihr Nest zu bereiten. Jede Spur dieses hypothetischen Nestes allerdings war verschwunden – nur der Durchbruch zum Nachbargebäude blieb bestehen. Die Tür zum Büro jedoch musste ein vernunftbegabtes Wesen geöffnet haben… die Bohrratte selbst hätte sich einfach durch dieses weitere Hindernis hindurchgefressen. Eine vage Vorahnung beschlich Alynn, dass sie es hier möglicherweise mit mehr als einer Interessengruppe zu tun hatte. Sie musste sicher sein, bevor sie Commander Veantur den Zugriff auf die Fabrikhallen befahl.
Nur genaueres Betrachten der Umgebung ließ sie schließlich auf das nächste Detail stoßen – wenige Meter von der auf mysteriöse Weise geöffneten Tür entfernt begann eine Blutspur. Das frische Blut glänzte noch im Schein der Leuchtröhren.
Lautlos folgte Alynn der Spur, kam dabei allerdings relativ schnell an ihr Ziel – sie endete vor einer den Korridor beschließenden Tür, vor der eine menschlich anmutende Gestalt zusammengesackt war. Die schmierigen Spuren an der Wand ließen erkennen, dass der Mensch versucht hatte, den Öffnungsmechanismus dieser Tür zu erreichen – dabei jedoch letztendlich gescheitert war. Langsam drehte das halb unter schmutzigen, braunen Haarsträhnen verborgene Gesicht sich in Alynns Richtung. Der (männliche) Mensch hatte sie bemerkt, doch seine Bemühungen, sich aufzurappeln und instinktiv dichter an die Wand zu drücken schlugen unter schmerzerfülltem Stöhnen fehl. Das Blut rührte – wie man jetzt erkennen konnte – von einer tiefen Verwundung des Bauchbereichs her.


„Imperiale… von mir erfahren Sie nichts…“

Ohne erkennbare Eile trat Alynn näher an den vermutlich zu Tode Verwundeten heran, kniete sich nieder und packte ihn schließlich am Kragen seiner unauffälligen Zivilkleidung, um ihn unsanft gegen die Wand zu pressen.

“Wem haben Sie diese Wunde zu verdanken?“

„Warum machen Sie’s nicht wie Ihr Großadmiral und fallen tot um?“

Das bemüht trotzige Ächzen des Mannes brach unvermittelt in einem schmerzerfüllten Aufkeuchen ab, als sich die Mündung des Blasters auf unangenehme Weise dem Zentrum seiner Wunde annäherte.

“Ich frage ungern zweimal“, stellte Alynn sanft fest.

„Verdammt! Es war Lonossk, zufrieden? Trandoshaner – große, stinkende Echse. Er arbeitet für Xora. Hat mich überrascht, mir seinen verfluchten Vibrodolch in den Magen gerammt und zum Sterben liegen lassen. Dabei hätte ich ihn doch riechen müssen, ha!“

Xora?“, soufflierte Alynn geduldig, gleichzeitig den Blaster eine kleine Drehung vollführen lassend.

„Sie ist eine Falleen! Eine sithverfluchte Falleen, okay? Meint, sie kann etwas vom Kuchen hier unten abhaben… anscheinend hat sie sich jetzt dafür entschieden, unsere Gruppen direkt anzugreifen…“

Die Züge des Menschen verzerrten sich vor Schmerzen.

„Das ist alles was ich weiß, in Ordnung? Ich bin noch neu bei den Jungs, darum bekomm ich auch immer diese Drecksjobs, wie mich bei Kontrollgängen erst von tumben Trandoshanern und dann sadistischen Imps schnappen zu lassen…“

“Bedauerlich“, stellte Alynn fest und zog ihre Waffe zurück. Bevor das erleichterte Seufzen des Menschen jedoch vollends seine Kehle verlassen hatte, gab ein erschrecktes Gurgeln Hinweis darauf, dass nun etwas anderes nicht stimmte und er erhebliche Schwierigkeiten hatte, Luft zu bekommen. Sein Sterben dauerte nicht lange.
Noch während Alynn ihren Blaster an der Kleidung des Toten abwischte, ließen ihre Sinne sie erkennen, dass sie mit der ausschließlichen Konzentration auf den vermeintlichen Waffenschmuggler möglicherweise einen Fehler begangen hatte.


„Waffe weg und keine Bewegung, Menschlein“, krächzte eine definitiv zu keinem Menschen gehörende Stimme hinter ihr.

„Ich hab dich genau im Visier…“

[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Verwaltungstrakt, Korridor]- Alynn, unidentifizierter Angreifer
 
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[Imperial City - Regierungsbezirk - Verwaltungsgebäude - Büro des Gouverneurs] – Horatio, Hera

Die Legatin war darauf bedacht kein Zeichen einer Rührung aufblitzen zu lassen. Weder ihre Mimik noch der Rest ihres Körpers ließ verlauten ob sich noch Leben in ihren Gliedern befand. Die eben abgelaufene Szenerie hatte sich ihr gewiss nicht entzogen, noch hatte sie nicht begriffen wie sich dies auf den Gouverneur auswirken würde. Beziehungsweise bereits auswirkte. Ebenso wie auch die Legatin war eine der Personen in der Galaxis die – und das war ihr vollster Ernst – tatsächlich etwas besseres waren. Ihre Vergangenheit und Stellung ihrer Familien waren ja eindeutig genug an Beweis um dies zu verdeutlichen. Personen die dies nicht anerkannten, oder herab würdigten, die waren schlicht und einfach Neider, oder zu beschränkt um keine Ordnung in der Galaxis zu sehen. Eine fälschlich verbreitete Wahrheit der Republik war Gleichheit. Die Gleichheit vieler in einem System war aber so falsch, das es eigentlich zur nächsten Galaxis stinken müsste. Mitunter war das einer der Gründe weswegen sie sich dem Imperium verpflichtet hatte. Oder besser gesagt noch immer verpflichtet und das so sehr, fühlte. Es war ein schlichtweg perverser und paradoxer Gedanke man könnte die Galaxis unter dem Banner der Demokratie vereinen. Ordnung würde Chaos, Nichtigkeiten würden immens riesig und aufgeblasen, wenn einfach jede Person etwas dazu beitragen konnte. Nicht so beim Imperium. Es gab eine Richtung, einen Kurs, eine Ordnung. Und diese galt es zu verbreiten. Das man an manchen Stellen anders vorgehen musste, als auf übliche Weise zu verfahren, dafür hatte das Galaktische Imperium seine Untergliederungen. Geheimdienst, Armee und Flotte, Sith, COMPNOR und zuletzt die Administration. Adelige und Wohlhabende würden sich niemals ausschließlich mit Militärs abgeben. Denn denen fehlte es bisweilen tatsächlich allzu oft an Manieren. Und an einem entsprechend passenderen Blick für eine Lage, die sie allein militärisch meistern würden.

Hera war überzeugt zu der besseren Sorte Mensch zu gehören. Und sie war froh darüber. Wenngleich sie, würde sie dies nicht tun, sich womöglich an Personen wie Alynn Kratas nicht stören würde. Immerhin wäre sie ja selbst auch nicht besser. Der Affront den die Offizierin begangen hatte, ging sowohl an ihr, als auch dem Gouverneur nicht vorbei. Weniger weil sie beide sich ungerecht behandelt fühlten, mutmaßte Hera, sondern schlicht und einfach weil diese impertinente Rothaarige meinte, alles besser zu wissen, wo sie doch nichts weiter kannte, außer die kruden Methodiken des Militärs. Was verstand sie von Politik und den Winkelzügen der Oberen von Coruscant? Wäre ihre Selbstbeherrschung geringer, hätte sich die Legatin vermutlich zu einem Schnauben hinreißen lassen. Statdessen reagierte sie nur angemessen auf die Worte von Kraym. Schenkte ihm ihre Aufmerksamkeit und blickte ihn, wenig Emotionen vermittelnd, doch keines Falles kalt, oder abweisend wirkend an, während er sprach.


„Es ist der fehlende Kontakt zu den Strukturen die uns so vertraut sind. Was kennen sie schon, außer Kommandostrukturen und Krieg? Jemand, der zugleich Krieger und Diplomat ist, ist dieser Tage äußerst selten geworden, Gouverneur. Und... soeben haben wir mit Sicherheit keine Diplomatin erlebt. Coruscant erfordert mehr als nur einen Krieger. Sie wissen das. Ich weiß das. Aber Kratas, selbst als Schwester des verstorbenen Großadmirals - möge der Imperator über seine Seele wachen - hat wie es scheint keinerlei Geschick für diese Dinge.“

Sachliche und objektive Zustimmung klang aus ihren Worten. Es wäre ein Frevel sich von eigener Meinung und Ansichten leiten zu lassen. Doch so fahrlässig war sie nicht, weshalb ihre Stimme auch gefasst und sicher dahinglitt, sanft und doch unüberhörbar klangvoll. Mit einem knappen Schritt hatte sich Hera dem nun zu dem riesenhaften Panoramafenster getretenen Gouverneur angeschlossen. Wenn sie auch noch beinahe genauso weit entfernt von ihm stand. Was er genau dort draußen suchte, konnte sie nicht wissen. Ihr persönlich war die Freude ob der Natur und ihrer Werke schon lange vergangen. Leistung und Taten zählten, nicht Pflanzen und andere simplere Freuden. Wenngleich sie gestehen musste das es gewisse Gewächse gab, die man ideal als Dekoration, oder zusätzliche Asseccoires bei einer Abendgarderobe tragen konnte. Letztere entsprechend schlicht, aber durchaus etwas, das manchen Konkurrenten ausstach.

Seine Rückkehr zu dem akuten Problem Coruscants brachte sie nicht aus der Fassung. Schlussendlich war es das Thema das seit einigen Wochen so ziemlich jeden hier auf Coruscant in irgendeiner Weise berührt und beschäftigt hatte. Sie war auf einer ähnlichen Ebene wie der Gouverneur betroffen, hatte allerdings weit weniger Entscheidungsgewalt. Wenngleich sie, direkt in dessen Umfeld arbeitend über einen nicht unbedeutenden Abschnitt Coruscants 'herrschen' konnte. Sofern man sie nicht kontrollieren und überprüfen würde. Aber sie wäre niemals so töricht ihre eigene Karriere zu sabotieren. Das hoffte sie. Davon war sie überzeugt.


„Diverse Ideen, die allerdings noch keine konkrete Planung, geschweige denn Umsetzung erhalten haben, Gouverneur. Zumal sie, wie ihnen bekannt sein wird, noch nicht in vollendeter Form euch vorgelegt wurden.“ Eröffnete Hera die Antwort auf seine Worte. Sie hatte sich tatsächlich die ein oder andere Aktion zurecht gelegt und war im Zuge dessen sogar bereit ihre eigenen Hände zu gebrauchen. Nicht bei jeder Arbeit, da sie nicht allumfassend ausgebildet war, doch manche konnte sie übernehmen. „Allerdings betrachte ich nur eine als wirkungsvoll genug, um lohnende Ergebnisse zu erzielen. Die Möglichkeit die zivile Unterstützung der Bevölkerung noch weiter auszuweiten. Das aber in deutlich radikalerer Hinsicht. Wir ringen mit den republikanisch eingestellten Extremisten auf Coruscant, aber was ist mit jenen Extremisten, die sich ideologisch und auch öffentlich auf unsere Seite stellen? Es bestünde die Möglichkeit über verdeckte Konten und Tochterunternehmen Gelder auf vereinzelte Fonds umzuleiten, die wiederum von besagten Kräften genutzt werden könnten, um sich entsprechende Mittel zu verschaffen um gegen republikanische Extremisten, oder deren Sympathisanten vorzugehen.

Vorzugsweise ließe sich diese Aktion über Nummernkonten des Geheimdienstes führen, schlussendlich sind diese die sichersten. Und speziell für solche Anforderungen geschaffen worden. Weiterhin entbehrt diese Methodik nicht einer gewissen Kontrolle, das besagte Gelder auch tatsächlich für die entsprechenden Aktionen genutzt werden.

Der Grund sich dafür zu entscheiden ist ein recht einfacher: Egal wie viele wir auch sind, die zivile Bevölkerung Coruscants ist in der Überzahl und sieht viel, viel mehr. In die richtige Richtung gelenkt und mit einem Straferlass, sollten die Opfer tatsächlich Sympathisanten, oder wahrhaftig Aufrührer sein, könnten schon Anstoß genug sein. Und. Außerdem würde diese Aktion in der aufziehenden Welle des Denunziantentums nicht auf uns zurückfallen. Wie auch, wenn sich die Bevölkerung wahrhaftig schon selber zerfleischt.“


Die Methode war radikal und könnte viele Brandherde entfachen, aber was würde sich schon ändern, im Vergleich zu den üblichen Abläufen der unteren Ebenen? All die Verbrechen die dort, außerhalb der Reichweite des Imperiums geschahen, würden lediglich in eine bestimmte Richtung gelenkt und dazu auch noch in eine, die dem Galaktischen Imperium letztendlich vielleicht sogar in diesen untersten Dreckslöchern ein gewisses Maß an Überwachung und Kontrolle geben würde. Wenn auch nur durch Informationsaustausch und über dritte Parteien.

[Imperial City - Regierungsbezirk - Verwaltungsgebäude - Büro des Gouverneurs] – Horatio, Hera
 
- Coruscant - untere Ebenen - Veltiss-2-Luftgleiter - mit Lieutenant Jordan (NPC) -

Der Veltiss-Gleiter blieb in reichlicher Entfernung im Schatten eines anderen Gebäudes in der Luft stehen. Die Motoren liefen leise und die Dunkelheit dieser Ebene war zu ihrem Vorteil. Brennan ahnte schon, dass gleich jemand von Bord des schwarzen Lastengleiters gehen würde. Er wusste nicht wozu oder warum, aber es würde geschehen. Er hielt einen Rucksack in einer Hand. Mit der anderen stöberte er darin herum, den Blick immer wieder auf das Ziel gerichtet, nur um dann doch wieder kurz in den Rucksack zu sehen. Es dauerte eine halbe Minute, bis er endlich fand, wonach er gesucht hatte - Ein Nachtsichtgerät! Manchmal wünschte er sich, den scharfen Blick eines Feeorin im Dunkeln zu haben, doch er war eben nur ein Lorrdianer und genausowenig scharfsichtig im Dunkeln, wie ein Kaminoaner.

"Da seilt sich jemand ab!!"

Brennan hörte die Worte des Lieutenants und hob den Kopf, um das zu sehen, was er gerade schilderte. Er zog die Augenbrauen zusammen, zweifelte daran und hob das Nachtsichtgerät an die Augen.

"Nein, da springt jemand!!"

, korrigierte er und sah dabei nicht den ungläubigen Blick des Offiziers an seiner Seite.

"Niemals! Nicht aus dieser Höhe!!"

"Sicher!"


Kaum, dass der Lastengleiter weg war, näherte sich ihr eigener der Plattform. Brennan musste landen, wenn er heil auf die Plattform kommen wollte. Er wusste nicht, wer oder was da gesprungen war, doch wusste er mit Sicherheit, dass er selbst so einen Sprung nicht ohne zumindest einer Bänderzerrung geschafft hätte. Ohne das weitere Verfahren in dieser Mission besprochen zu haben, waren sich die beiden imperialen Soldaten einig, wie es weitergehen würde. Brennan würde die einzelne Person beschatten, Jordan dem Gleiter folgen. Die Motoren liefen noch, weit und breit sah man nichts und niemanden mehr. Brennan verließ das Fahrzeug mit dem Nachtsichtgerät. Er suchte die Hauswand des Gebäudes ab und fand den Luftschacht, durch den der Fremde verschwunden sein musste.

"Möge die Jagd beginnen!"

- Coruscant - untere Ebenen - verlassene Datenspeicherfabrik - Lüftungsschacht -
 
[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Verwaltungstrakt, Korridor]- Alynn, unidentifizierter Angreifer

Betont gelassen und langsam ließ Alynn den SE-14r zu Boden sinken und schob ihn dann mit einem leichten Stoß von sich fort, ehe sie in ihrer derzeitigen Position verharrte, Ein vages Gefühl sagte ihr, dass der Unbekannte sie immerhin nicht sofort erschießen würde.

„Gut. Aufstehen und umdrehen. Langsam.“

Die Hände demonstrativ erhoben und vom Körper gespreizt leistete die Commodore dieser Aufforderung folge und bekam so einen ersten Blick auf ihren Widersache gewährt – tatsächlich waren es drei.
Mit dem ersten hatte sie gerechnet – ein hoch gewachsener Trandoshaner, der ihr in einem grotesken Grinsen seine Fänge präsentierte und sie mit einem offenbar stark modifizierten Blasterkarabiner in Schach hielt. Der Vibrodolch am Gürtel seines dunkelgrauen Kampfanzugs genügte, um ihren anfänglichen Verdacht zu bestätigen, dass es sich bei dieser Kreatur um Lonossk handelte, den Angreifer des glücklosen Menschen hinter ihr. Die beiden hinter ihm postierten, ähnlich gekleideten Rodianer hätten Zwillinge sein können, doch Alynn vermochte es nicht, verschiedene Exemplare dieser Spezies sauber voneinander abzugrenzen.


„Hm, imperiale Flotte… Commodore, was? So weit weg von deinem Schiffchen, Menschenfrau?“

Der linke Rodianer gab einen Kommentar in der Sprache seines Heimatplaneten und gestikulierte dabei mit seinem klobigen DL-44-Blaster in Alynns Richtung.

„Oh, ja. Wie viel der imperialen Flotte das Wohlergehen solch eines hochrangigen Offiziers wohl wert sein mag?“

Alynn lächelte dünn und verschränkte beiläufig die Arme vor der Brust. Drei Gegner, nur eine Waffe war auf sie gerichtet… offenbar waren Lonossk und seine Partner sich jedoch keinerlei Gefahr bewusst. Dies jedoch würde nur so lange andauern, bis ihnen ein ganz entscheidendes Detail an Alynns Ausrüstung auffiel…

“Sie sind Lonossk, nehme ich an?“

Der Trandoshaner gab ein wildes Knurren von sich, das bei seiner Spezies womöglich als verächtliches Schnauben durchging.

„Waren die letzten Worte dieses Wurms also doch nicht umsonst, was? Sie ersparen mir die lästige Vorstellerei… und mit wem habe ich die Ehre?“

“Ich hege keinerlei Bedürfnis, mich mit Ihnen auszutauschen“, informierte Alynn den trandoshanischen Söldner kühl.

“Ihre Auftraggeberin scheint mir die weitaus interessantere Gesprächspartnerin zu sein…“

Der „Mund“ des rechten Rodianers zuckte und er hob, scheinbar zur Warnung, die rechte Hand, doch es war zu spät. Bevor Lonossk sich eine passende Antwort hätte zurechtlegen können, fanden er und seine Partner sich von einer unsichtbaren Wand zurückgedrängt. Reflexartig schoss der Trandoshaner, doch der Schuss aus der modifizierten Waffe erhitzte lediglich arglose Luftmoleküle, ehe einzelne Splitter aus der Durabetonwand schräg hinter Alynn sprengte. Mit einem Fauchen war deren von ihrem Gürtel direkt in ihre Hand geschossenes Lichtschwert aktiviert worden und parierte mühelos die hastig abgegebene Salve des rechten Rodianers, der weniger durch unglücklichen Zufall, als durch exakte Koordination der Sith Opfer eines eigenen Schusses wurde und somit aus dem Gefecht ausschied. Ein rascher Satz brachte Alynn näher an den massigen Trandoshaner heran, sodass die Klinge ihrer geschwungen Waffe durch den Lauf seines Karabiners und seinen gepanzerten Körpers schnitt wie durch Flimisplast. Mit einem erstickten Gurgeln hauchte das Echsenwesen sein Leben aus, doch wie befriedigend der Effekt dieses Angriffs auch gewesen sein mochte, so hatte Alynn zu seinen Gunsten kurzeitig ihre Deckung vernachlässigt, was den nun erfolgenden Schüssen des aus seiner Starre erwachenden zweiten Rodianers erlaubte, ihren linken Oberarm zu streifen.
Mit einem frustrierten Zischen wich Alynn zurück und konzentrierte sich wieder auf das Ablenken der Blasterblitze, bevor der Griff einer unsichtbaren Hand den chancenlosen Nichtmenschen schließlich seiner Waffe beraubte und dieser panisch zurückwich. Noch während die Klinge ihres Lichtschwert erlosch, hatte Alynn mit einer leichten Krümmung ihres Geistes ihre eigenen Blaster an seinen angemessenen Platz in ihrer freien Hand gerufen, sodass den Bruchteil einer Sekunde später fünf Schüsse in rascher Folge den Rücken des flüchtenden Rodianers durchsiebten und ihn mit einem letzten Keuchen zusammenbrechen ließen.
Nachdem sie ihr Lichtschwert wieder am Gürtel der Uniform befestigt hatte, ließ Alynn sich neben der durch die Klinge übel zugerichteten Leiche des Trandoshaners sinken. Seine Waffe war durch ihren Angriff auf eine Masse nutzlosen Altmetalls reduziert worden, doch am Kragen seines Kampfanzugs war ein kleines Comlink befestigt, aus dem nun hektisches Geschnatter zu hören war.


Lonossk? Lonossk, melden!“

Man musste nicht sonderlich kreativ sein, um zu schließen, dass die weibliche Stimme zur Falleen Xora gehören musste, von der der tote Schmuggler an der Tür kurz vor seinem Ende geredet hatte.

„Alle sind in Position, verstanden? Wir schlagen zu!“

Dieses kleine Stückchen Information genügte. Alynn erhob sich, warf jedoch zunächst einen kurzen Blick auf ihren linken Arm, den der zweite Rodianer halbwegs erwischt hatte. Eine mehr oder minder harmlose Wunde, die höchstens zum Problem werden konnte, wurde sie nicht rechtzeitig behandelt und desinfiziert. Dafür blieb später Zeit. Die Sith neigte den Kopf leicht in Richtung ihres eigenen Comlinks.

“Commander?“

„Ich empfange Sie, Commodore. Sind in Stellung.“

“Gut. Beginnen Sie mit ihrem Angriff – und stellen Sie sich auf starke Gegenwehr ein. Wir haben es hier mit mehr als einer Partei zu tun.“

„Verstanden.“

Ohne Eile wandte sie selbst sich der Endtür des Korridors zu, die der sterbende Schmuggler mit seinen (fast) letzten Atemzügen vergeblich zu durchschreiten versucht hatte. Ob einer der Männer aus Canze’olans Bande oder die mysteriöse Falleen… jemand in diesem Gebäude verfügte über die Antworten, die sie suchte.

[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Verwaltungstrakt, Korridor]- Alynn, vier Leichen
 
|/\/\/|-- Coruscant -- City -- Nathaniels & Akemis Appartment -- In einem aufgedonnerten Outfit -- {Natalja} --|\/\/\|

Leicht stacksend, ein Champagner-Glass in der linken Hand ging Nat über das parkett-artigen Boden der Küche. Die Dynamik der Feier hatte ihren Zenit bereits vor zwei Stunden überschritten und allmählich erstarben auch noch die letzten resistenten Grüppchen hier und da, ergaben sich dem unausweichlichen Schicksal jeder noch so tollen Party. Alles hatte mal ein Ende. Nat war darüber gar nicht so traurig. Etwas wabbelig auf den Beinen erreichte sie das große Fenster der Küche, das jemand geöffnet hatte um ein wenig Luft herein- und den Mief herausziehen zu lassen. In der großen Gemeinschaftsküche, die an Geräumigkeit den anderen Zimmern des Appartments in Nichts nachstand, waren nur noch eine handvoll Leute: Zwei Männer unterhielten sich am Türrahmen zum Flur über Sinn und Zweck von staatlicher Subventionierungsmaßnahmen zur Stabilisierung der einbrechenden Repulsorantriebskonvertoren, wobei einer von den Beiden stehts und ständig mit "Welchen meinen wir eigentlich, wenn wir dieses Wort in diesem Zusammenhang benutzen ..." zu reden anfing. Ein weiterer Mann mittleren Alters lehnte an dem, beim näheren hinsehen, geradezu gewaltig wirkenden Fenster und schien zu rauchen, wohl darauf bedacht sämtlichen Qualm hinaus zu pusten.

Natalja schob sich einen halben Meter von dem Mann entfernt, der auffallend ausgeprägte Geheimratsecken hatte, zum Rand des Fensters. Dumpf drang die nunmehr eher ruhige und melodische, fast schon tranceartige Musik zu ihnen herüber. Mit den Ellenbogen auf den Rahmen gestützt, der ihr ungefähr auf Bauchhöhe lag, legte Nat ihre Kopf auf den Armen ab und schnaufte laut aus. Zog die frische Luft ein und wünschte sich einen klaren Kopf zurück. Pochend schoss das Blut durch ihren Kopf, schmerzte hier und da, umnebelte ihre Sinne und Gedanken. Verfluchter Champagner, dachte Nat und trank ihr wievieltes Glas auch immer aus. Eine tippende Fingerkuppe spürte sie auf ihrer Schulter, sodass sie sich umdrehte.


"Hmm?"

"Hey, du Schöne. Erinnerst du dich noch an mich?"

"Hmm? Was ... ach ja du. Du bist doch der, der mich gleich am Anfang mit irgend so einem flachen Spruch begrüsst hatte, oder? Irgendwas von wegen "uhh schöne Frauen oder so."

"Ähm, ja genau."

"Ja - Nein, danke."


meinte sie und drehte sich wieder um. Puh, keinen Nerv mehr für solche Proleten. Der Wind wehte ihr angenehm um den Kopf, strich ihr die einzelnen Haarsträhnen aus der Stirn, bis sie von ihrem Gewicht gezogen wieder zurückfielen. Wie schön.

"Wunderhübsche Nacht, oder?"

meinte der Mann mit den Geheimratsecken bedeutungsschwanger und ließ die anschließende Stille auf seine Worte wirken. Ja, da hatte er wohl recht, irgendwie.

"Ah, was soll denn schon so toll daran sein?"

meinte Nat, wieder den Kopf auf ihre Arme gelegt. Der Mann mit den Geheimratseckens schaute zu ihr hinunter, dann wieder nach draußen.

"Na ich meine die Nacht da draußen, der Himmel und die kalte Luft. So selten hier. Auch wenn es leider nie wirklich finster ist durch die ganzen Lichter der Stadt ... ist es irgendwie schön."

"Waaas kümmert mich denn das Wetter da draußen. Meine Nacht spielt sich in diesem widerlich tollen Appartment ab, indem nichts passiert verdammt. Verdammtnochmal gar nichts."

"Da ist wohl eine mit dem falschen Fuß zuerst in ihre Pömps geschlüpft."


sagte der Prolet schräg von der Seite. Er war noch immer nicht gegangen und lehnte nun an der Wand, dicht bei den Zweien am Fenster.

"Das sind keine Pömps, du Idiot."

meinte Nat gelangweilt. Sie drückte sich vom Rahmen hoch und schaute hinaus.

"Das Leben ist doch ein ... wie heißt das noch gleich?"

"Was?"

"Diese Dinger zum Rennfahren mit diesen kommischen Raketendingern dran ..."

"Swoop-Bike?"

"Nein ..."

"Swoop ... -Speeder?"

"Nein! Die mit diesen dingern wie Zugtiere vorne dran ... na hier ..."

"Pod ..."

"Ja genau! Das Leben ist wie ein Pod-Rennen ... oder so. Kommt man gerade mal in Führung, kann man gar nicht so schnell gucken und PENG hat dich einer überholt, oder abgedrängt oder abgeknallt oder was weiß ich ... aus der Traum."

"Das Leben ist wie ein Pod-Rennen, joop!"


meinte der Mann mit den Geheimratsecken und prostete in die Dunkelheit der Nacht hinaus.

"Wie ein verfluchtes Pod-Rennen."

meinte der Prolet und musste aufstoßen.

"Ja, verdammt richtig! Da habt ihrs. Sacht mal ..."

meinte Nat, und drehte sich rum, stütze die Ellenbogen rücklings auf den Rahmen und sah in die weite der Wohnung mit ihren vielen geöffneten Türen, durch die hier und da immer mal ein anderer Gast durchhuschen zu sehen war.

"Sacht mal, kennt ihr das auch ... ihr habt da mal so einen wirklich niedlichen Hund gefunden, durch zufall. Und ihr findet ihn ganz süß und soweiter, aber er sieht auch ein bisschen merkwürdig und irgendwie widerlich aus, aber ihr gewinnt ihn doch irgendwie lieb und so. Aber ihr wisst es nie wirklich zu schätzen."

"Ohhhoho ja, verdammt."


sagte der Prolet und trank mit bitterem Gesicht einen großen Schluck Whiskey.

"Uuund - der Hund ist halt wirklich toll irgendwie aber ihr wollt ihn nicht unbedingt immer am Hals haben. Ist ja verständlich. Wer will das schon immer. Nicht jeder will nen Hund haben, also so immer meine ich. Naja und dann nimmt man ihn halt doch mal mit nach Hause und so, im Affekt eben, und naja dann kommt eins zum anderen und ... ehe ihr euch verseht, ist da was zwischen euch und ihr glaubt "Ne ne, deswegen muss ich ihn ja nich behalten. Wir mögen uns und so, aber mehr auch nicht. Gell. Also diese sorte Hundebesitzerin bin ich einfach nicht." Naja und dann sagt ihr halt, dass er nicht bei euch bleiben kann, nicht wahr. Kommt vor."

"Aber klaro ..."

"Und dann eines Tages merkt ihr, dass ihr den Hund doch gerne haben wollt. Ihr mögt den Hund nun doch richtig gerne und wollt ihn zurückholen, doch irgendsoeine andere Schlampe von Hundebesitzerin hat nen Auge auf ihn geworfen ... nein noch schlimmer, er auf sie. Er will also gar nicht mehr, dass ihr seine Herrin seid, sondern diese andere Schlampe. Und dann hechelt er immer nur noch ihr hinterher und ihr selbst seid am Arsch. So siehts aus. Verdammte Köterei. Und ihr sagt euch "Hey, es gibt noch andere Hunde, warum also wegen diesem einen heiß machen, und so", klar. Nur ... soll es eben dieser eine Hund sein, versteht ihr?"

"Total ey. Es gibt eben nich einfach noch tausend andere Hunde da draußen. Manchmal muss es dieser eine sein."

"Genau!"

"Hä? Reden wir wirklich immer noch von Hunden?"


fragte der Prolet auf einmal und schaute, als hätte er auf eine Tischkante gebissen.

"Halt die Klappe, du Idiot."

"Danke."

"Gern geschehen."


Nat warf den Kopf in den Nacken und ließ sich die heilende kalte Luft in die Lungen ströhmen. Was anderes half nicht.

"Weißt du was hilft?"

fragte der Mann mit den Geheimratsecken und schaute zu ihr herüber, ein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht.

"Na da bin ich gespannt."

"Du musst dir eine von diese ... diesen Hundefängerleinen holen, also diese Stöcke mit einer Schlaufe am Ende für den Hals und so ... äh, also ich meine, du musst zum Hundefänger werden."

"Wiebitte?"

"Na, du musst zum Hundefänger werden. Du musst dir deinen Hund zurückholen - ihn einfangen. Und du solltest das tun, bevor diese andere Besitzerin merkt, dass dieses Hundchen hinter ihr her ist. Du musst dir den Köter schnappen. Ganz einfach. Wenn er dich beißt und wegläuft, ist das immernoch besser als die Ungewissenheit."


Nat schaute den Mann unverwandt an, erhob sich aus ihrer halb-liegenden Position vom Fensterrahmen, versuchte einigermaßen, ohne hin und her zu wackeln, aufrecht zu stehen und schaute dem Mann mit den Geheimratsecken fest in die Augen.

"Sie haben verdammt nochmal recht!"

"Hört hört."


sagte der Mann mit den Geheimratsecken und prostete Nat zu, die soeben den Raum verließ.

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Coruscant | Untere Ebenen | Honey House | Sinoué Ketaki und Miley (+ alle anderen die sich im Honey House verteilt befinden)​

Die Twi’lek Frau stürmte nach einem Wortgefecht der Extraklasse aus dem Zimmer heraus, worüber Sinoué ganz froh war. Sie konnte den Lärm derzeit alles andere als gut vertragen, zudem war ihr die Situation lästig. Ja, das Wort traf es wirklich. Sie verspürte keine Scham weil ihr vermeindlicher Lover für diese Nacht die beiden bei unerfüllter Tat ertappt hatte, stattdessen zündete sie sich alles andere als geschickt eine Zigarette an und genoss den ersten Zug. Schließlich kümmerte sich der Twi’lek der ihre bisher enttäuschenste Bettgeschichte war um sie. Immerhin etwas.

“Doppelt? Hm... neee!“

Sie schüttelte zum Beweis den Kopf, was sie vielleicht nicht hätte tun sollen. Das Zittern in ihrer Hand welches nach dem Aufwachen sich leise aber deutlich eingeschlichen hatte, spürte sie immer noch. Sie konnte es durch das Zusammenballen ihrer Faust kaschieren, sie wollte nicht vor diesem Twi’lek schwach wirken. Wenn er auf dumme Gedanken kommen würde, schnitt sie ihm jeden Lekku einzeln ab. Zuerst die beiden langen, dann seinen Kurzen.

“Aber mein Kopf bringt mich um.“

Der Schmerz pochte unnerbittlich, doch war es nicht der Schmerz einer durchzechten Nacht. Sie konnte es nicht genau definieren. Dass der Grund für ihre Kopfschmerzen nicht unbedingt körperlicher Natur sondern eher an ihrer Umgebung, genauer gesagt an bestimmten Wesen in ihrer Umgebung war, wusste sie noch nicht. Was sie jetzt wissen wollte, war was ganz anderes. Was völlig anderes.

“So und nun zu uns beiden hübschen...“

Sie spreizte lasziv die Beine, bot mit ihren nun struppigen Haaren für so manch einen Mann einen Anblick den er nicht vergessen wollen würde. Obwohl der Alkohol noch immer mit ihrem Blut durch ihre Venen schoß, machte sie eine ganz gute Figur. Sie schloss die Beine wieder, und fing an auf allen Vieren, mit ihrem Po leicht schwingend auf ihn zuzukrabbeln bis sie ihre Beine katzenhaft über dem Bett baumeln lies. Der gebannte Blick Ketakis der jedoch auch von Skepsis zeugen mochte, wurde von jähem Schrecken erfasst als sie wie aus heiterem Himmel mit einem Satz gegen ihn sprang und mit ihrem Unterarm seinen Hals gegen die Wand drückte.

“... Was hat das alles hier zu bedeuten he?!“

Bevor Ketaki mehr als ein Schnaufen von sich geben konnte, fand sie es plötzlich eine gute Idee ihn loszulassen. Wie Sinoué drauf gekommen war, daran würde sie sich nicht erinnern, warscheinlich würde sie sich gar nicht daran erinnern dass sie diese Idee hatte. Sie drehte sich um ihre eigene Achse und raufte sich mit beiden Händen die Haare bevor sie den Twi’lek wieder ansah. Der Raum wankte erneut leicht, oder war sie es? Egal, es galt erst Mal noch ein paar Worte an diesen Mistkerl zu richten der sie um ihren Orgasmus gebracht hatte.

“Da will man einfach mal wieder sich verwöhnen lassen und zack paff...“ Sie schnipste bei den letzten Worten genau vor der Nase des Twi’leks wobei sie ihm wieder bedrohlich nahe kam “... schon muss ich feststellen dass meine Gelegenheit nicht nur vergeben ist, sondern auch blöd genug ist dann `ner anderen das coruscantische Pfläumchen flücken zu wollen, wenn das eigene Weib im Hause ist!“

Mit einem guturallen Knurren erstarb das Wortstakkato, blickte ihn von einem Moment zum anderen mit einer Mitleidlosigkeit und Distanz an die für die soeben geschehene Situation surreal wirkte.

“Naja. Nicht mein Bier.“


Sie machte auf dem Absatz kehrt, wankte dabei nochmal und machte Anstalten zu gehen bis sie stehen blieb, den Rücken immer noch Ketaki zugewandt, und die Hand mit erhobenem Zeigefinger gen Decke reckte. Sie drehte sich um und fixierte den Twi’lek mit ihren Augen, ging wieder auf ihn zu bis sie auf zwei Meter Abstand zum Stehen kam.

“Aber eine Sache wäre da noch bevor der lächerlichste One-Night-Stand der keiner war zuende geht. Was hat die Kleine gemeint als sie sagte ich sei eine „Padawan“, hm?“

Sie schien wieder in Rage zu geraten, doch schien sie sich noch unter Kontrolle zu haben. Noch.

“Ist das ein Schimpfwort auf eurer Sprache? Sie sollte doch die Lekkulänge haben mir sowas ins Gesicht zu sagen und sich nicht hinter ihrem knappen Outfit zu verstecken.“

Abwartend verschrenkte sie die Arme vor der Brust, ihre Augen verrieten nicht gerade viel, doch brodelte es in der sonst so kalten Coruscanti gewaltig.

Coruscant | Untere Ebenen | Honey House | Sinoué und Ketaki (+ alle anderen die sich im Honey House verteilt befinden)​
 
- Coruscant - Untere Ebenen - Gleiter - Mit Crado, Noomi, Tomm, Saahir, Ral -

"Visionen lassen sich nur schwer deuten."

Antwortete Chesara, nachdem der Cathar ihr von Traylas Vision erzählt hatte. Die Vision selbst war nicht besonders aussagekräftig gewesen, hatte eine dunkle Gestalt gezeigt und negative Gefühle mitschwingen lassen. Besonders ungewöhnlich war dies nicht.

"Es gibt verschiedene Arten von Visioinen."

Fuhr Chesara fort.

"In erster Linie unterscheidet man zwischen solchen, die ein tatsächliches Bild aus der Zukunft zeigen und jenen, die lediglich eine bestimmte Richtung ausdrücken, aber genau interpretiert werden müssen, damit Rückschlüsse möglich werden. Im ersten Fall würde ein dunkle Gestalt bedeuten, dass Trayla - oder jemand anders - dieser tatsächlich begegnen wird. Im zweiten Fall würde diese dunkle Gestalt etwas symbolisieren, wie zum Beispiel ein gefürchtetes Erlebnis."

Visionen waren wirklich ein schwieriges Gebiet. Vor allem war es sehr schwierig, Hilfestellung zu geben, wenn man selbst nicht direkt involviert war. Man konnte helfen Bilder zu interpretieren oder zu spekulieren, aber die war auch immer eine unsichere Sache, gerade bei einem Mädchen wie Trayla, die noch sehr jung war und selbst überhaupt keine Erfahrung darin hatte, die Art ihrer Visionen selbst einzuschätzen.

"Negative Gefühle im Zusammenhang halte ich nicht für ungewöhnlich."

Fügte Chesara noch an.

"Da es nicht selten um unschöne Erlebnisse geht, ist es beinahe normal. Aber es ist sehr schwer, eine Ferndiagnose zu stellen, ohne dass ich mit Trayla selbst gesprochen habe."

Das Mädchen hatte noch keinen Meister. Zwar hatte Chesara Vorin vorgeschlagen, sie auszubilden, doch sie wusste noch nicht, wie seine Entscheidung ausfallen würde. Sie beschloss, Crado darüber zu informieren.

"Es ist sehr freundlich von dir, dass du dich ihr angenommen hast. Meister Vorin al Jevarin hat derzeit keinen Padawan und ich habe ihm nahe gelegt, Trayla unter seine Fittiche zu nehmen, jedoch weiß ich noch nicht, ob er dazu bereit ist, denn er scheint negative Erfahrungen mit Visionen gemacht zu haben und ist unsicher, ob er dies noch einmal durchstehen kann."

Erklärte Chesara. Sie war zwar selbst der Meinung, dass Vorin seine eigenen Gefühle in diesem Fall zurück stellen musste, doch sie konnte ihn nicht zwingen, Trayla auszubilden.

"Sollte er sich dagegen entscheiden, bin ich der Meinung, dass wir Trayla so schnell wie möglich nach Lianna schicken sollten. Hier auf Coruscant ist es nicht ungefährlich und es gibt niemanden sonst, der sie ausbilden könnte. Auf Lianna hätte sie bessere Chancen, einen Meister zu finden."

- Coruscant - Untere Ebenen - Gleiter - Mit Crado, Tomm, Saahir, Noomi, Ral -
 
§~ Coruscant ~ Obere Ebenen ~ Akemis und Nathaniels Appartment ~ auf dem Klo ~§

Das längst total durchgefeuchte Gästehandtuch war schon etwas unansehnlich, so spät am Abend, als sich Nex damit die Hände zu trocknen versuchte. Auf der Toilette roch es unangenehm und Nex war froh, wenn er da wieder rauskam. Irgendjemand hatte sich massiv ins Klo erbrochen und wie ein Wunder, schien nichts dageneben gegangen zu sein - oder der Übeltäter hatte schuldbewusst schnell alles weggewüscht. Zumindest würde das den starken süsslich gammligen Geruch erklären.
Nex hatte sich schnell in die Toilette flüchten müssen, weil ihm seinerseits plötzlich sehr schlecht geworden war, so übel wie schon seit langem nicht, und er befürchtete hatte, sich ebenfalls gleich übergeben zu müssen. Zum Glück hatte ihn niemand Wichtiges so gesehen. Am Alkohol lag es jedenfalls nicht. Das wäre eine andere Art Übelkeit gewesen, damit kannte er sich aus. Er zeigte auch sonst keine Anzeichen für Betrunkenheit. Er trank ja sowieso für gewöhnlich nur in Maßen. Es musste vielleicht mit dem Essen oder mit dem Wetter zu tun haben, sowas kam vor. Jedenfalls froh, alles bei sich behalten zu haben, verließ Nex wieder das Bad und wollte wieder nach Akemi und ihren Freunden suchen, als plötzlich Nat von der Seite angetänzelt kam. Sie hingegen wirkte schon etwas angetrunken und offensichtlich sehr gut gelaunt, so breit wie sie ihn anlächelte. Na da hatte er ja Glück gehabt: Halb hatte er befürchtet jetzt Mecker zu kriegen, weil er sie den ganzen Abend allein gelassen hatte, wo sie doch eigentlich ihn allein gelassen hatte und nicht umgekehrt, aber naja.


"Hey, na wie gehts dir? Tolle Party, oder?"

flötete sie ihm zu. Gerade setzte ein neues Lied an: Eine melodische Ballade, die zum Träumen einlud. Eine Frauenstimme sang in Basic von einer verzweifelten Liebe.

"Jopp, echt nett. Nur scheints so gut wie gegessen zu sein. Bestimmt gehen hier bald die letzten Lichter aus."

"Dann lass uns doch bitte noch eine Runde tanzen, ok?"

"Ich weiss nicht, mein Magen ..."

"Ach komm schon, du Flegel. Du hast mich den ganzen Abend nichtmal zum Tanzen aufgefordert, dass macht man mit einer Dame aber so."


meinte sie provokant und grinste auf ihre eigentümliche, frech-böse Art und zwinkerte ihm zu. Nex nickte nur, sich geschlagen gebend, und Nat zog ihn zu der Stelle im Wohnzimmer, der bislang als Tanzfläche fungiert hatte. Diese Tanzfläche war tatsächlich noch der am dichtesten besiedelte Bereich der Party, mit den 5 tanzenden Paaren, manche davon eng umschlungen, manche locker Hand in Hand. Akemi und ihre Freunde waren nicht zu sehen. Nat zog Nex in die Mitte, genau zwischen die anderen Tanzenden. Das schöne melodische Lied lief noch immer und Nex war überrascht, wie eng Nat ihn an sich zog. Ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter.

"Ich habe ein wenig nachgedacht, Nex."

"So? Hast du endlich eingesehen, dass Tylor Jameson der größte intergalaktische Billardspieler ist der je gelebt hat?"

"Erstens: Nein, ich meine was anderes. Und zweitens: Jameson ist ne Flasche und du hast keine Ahnung."

"Achso."

"Ja, also es ist so ... es ist mir ein wenig erst hier auf der Party richtig bewusst geworden. Aber ich denke, ich brüte darüber schon länger ..."

"Wegen der Party: Danke nochmal, dass du mitgekommen bist. Schade, dass du in
letzter Zeit so selten konntest, aber immerhin heute mitkamst. Ich brauchte unbedingt ne Begleitung. Dieser Richard guckt mich immer so komisch an, als wär ich ein Spion oder so. Da brauchte ich mal ein Alibi, weißt du."

"... ein Alibi also ..."

"Hmm?"


Nat hob den Kopf von Nex Schulter und schaute ihm nun in die Augen. Ihr Gesicht war unlesbar. Man oh man, sie sah heute abend ech dufte aus. Sicher hatte sie so einige Typen abwimmeln müssen. Da hatte sie bestimmt ein paar Geschichten zu erzählen, beim nächsten Lunch.

"Weißt du ... hattest du schonmal einen Hund, nur hast du nicht gewusst wie sehr du ihn mochtest, und dann hast du ihn weggegeben und es dann irgendwann fürchterlich bereut weil ... weil ..."

"Ich hasse Hunde."

"Hä? Nein, ich meine -"

"Du willst mir doch wohl keinen Hund zu meinem kommenden Geburtstag schenken? Denn ich bin -"


sagte Nex, verstummte aber plötzlich als ihm Nat den linken Zeigefinger auf die Lippen legte, während er verdutzt dreinschaute und nur noch nuscheln konnte.

" ... nähmlsch allärgschh kekn Hunthe ..."

"Es geht überhaupt nicht um einen Hund. Das war nur ... ein Vergleich. Ich - ich fühle einfach dass ... oh man das ist nicht einfach ..."

"Bist du etwa krank oder so?"

"Was? Nein, ich ..."

"Oh, da war doch ... ich glaube Richard ist gerade hier lang gelaufen, ich hoffe er hat dich mit mir hier gesehen und erzählt es auch gleich Ak-"


brachte Nex noch heraus, bevor Nats Kuss seine Worte erstickte. Sich hatte sich leidenschaftlich an ihn gezogen und ihre Lippen auf die seinen gedrückt, ihre Körper brennend aneinanderreibend. Nex war total verblüfft, wehrte sich aber nicht. Nach ein paar Sekunden liess Nat atemlos von ihm ab, ihr Mund stand noch immer leicht offen, als sie ihn halb-verwundert, halb-erwartungsvoll ansah. Er grinste.

"Wow, das wäre aber wirklich nicht nötig gewesen! Wirklich. Ich meine: Wenn Richard jetzt nicht glaubt, ich wäre vergeben, dann weiss ich auch n-"

KLATSCH. Eine schallende Ohrfeige mischte sich unharmonisch in die musikalischen Klänge, ein paar Leute ringsum schauten her. Nex hielt sich perplex die Wange.

"Du blödes ArschIoch. Ich ... ich ... ach scher dich zum Teufel."

sagte Nat tonlos und stürmte von der Tanzfläche, während Nex ihr wütend nachschaute. Kurz darauf, hörte er die Eingangstür knallen und blickte ratlos in die Runde.

§~ Coruscant ~ Obere Ebenen ~ Akemis und Nathaniels Appartment ~ allein auf der Tanzfläche ~§
 
(Pablo Cortina)

- Coruscant – Untere Ebenen – HQ der Defender -

Der Gleiter in der Tiefgarage stand bereit und auch sonst waren alle Vorbereitungen getroffen. Pablo Cortina lief die Treppen hinauf, in Richtung der Büros. Wenn sie pünktlich am vereinbarten Treffpunkt erscheinen wollten, mussten sie sich beeilen. Zum wiederholten Male schaute er auf die Uhr. Er hatte unten gewartet, aber Baes Hawot und Grant ließen auf sich warten. Es war nicht auszuschließen, dass Grant dies mit Absicht machte: als Letzter zu erscheinen, sicherte ihm den großen Auftritt und allem voran die Aufmerksamkeit, die er benötigte, um seine Trümpfe auszuspielen. Dass sie es geschafft hatten, die Jedi mit an Bord des Widerstandes zu bringen, würde ein gutes Bild auf die Defender werfen und ihre Position im gesamten Untergrund stärken.

Als Pablo um die letzte Ecke bog, die zu den Büros im oberen Stockwerk führte, fiel sein Blick auf eine hoch gewachsene Frauengestalt. Lange Haare, schlanke Erscheinung... richtig, Shana. Er hatte sich vor ein paar Minuten noch gefragt, wo sie wohl steckte. Die Rätin hatte ausdrücklich um ihre Anwesenheit bei dem Treffen der Widerstandsgruppen gebeten. Pablo näherte sich der früheren Studienkollegin seiner Schwester Noa. Unglaublich, wie leicht sich die verschiedenen Wege auf Coruscant manchmal kreuzten, trotz der Tatsache, dass der Planet so riesig war.


„Shana, hallo.“

Grüßte Pablo und streckte der neuen Widerstandskämpferin die Hand entgegen.

„Sie kommen genau richtig.“

Im gleichen Moment öffnete sich die Tür des Büros und Baes Hawot erschien. Offenbar hatte Shana gerade erst geklopft, was bedeutete, dass auch Pablo genau rechtzeitig gekommen war.

„Seid ihr soweit?“

Richtete er seine Frage an den Draethos. Dieser nickte, verschwand noch einmal in dem Raum, ließ die Tür jedoch offen. Als nächstes erschien Jared Grant, der Anführer der Defender, der sich gerade seinen Gürtel lockerer schnallte und sich schmunzelnd auf den rundlichen Bauch klopfte.

„Als ich jung war, hatte ich damit auch keine Probleme.“

Sagte er zu Pablo, der sich das Grinsen nicht verkneifen konnte.

„Frag Leandro nach Fitness Tipps. Er berät dich bestimmt liebend gerne.“

Antwortete er und Jared Grant ächzte. Er war ein Mann in den frühen Sechzigern, mit einem rötlichen Vollbart und dunklen, aber stechend grünen Augen. Baes Hawot trat hinter ihn und reichte ihm seine Waffe, die er sich an einem Riemen quer über die Brust hin. Dann rückte er seinen schwarzen Wildlederhut zurecht, der schon bessere Tage gesehen hatte, und beäugte Shana.

“Und das ist...?“

„Shana.“

Antwortete Pablo.

„Sie begleitet uns zum Treffen.“

“Ach ja, die Bitte der Rätin.“

Erinnerte sich Grant und nickte.

“Gut, gut, dann wollen wir sie nicht enttäuschen.“

Er wandte sich halb zu Baes Hawot um, dieser reichte ihm sein Vibromesser, welches Grant in die Halterung an seinem Gürtel steckte. Dann nickte er Pablo zu.

“Na dann: auf. Woll'n wir doch mal sehen, wie wir aufgestellt sind.“

General Grant übernahm die Führung, als sie die Treppen hinunter gingen, in Richtung Tiefgarage. Wie immer hielt sich Baes Hawot dicht an seiner Seite. Pablo ging mit Shana auf einer Höhe, hinter ihnen.

„Wir fahren jetzt zu einem Treffen mit allen Widerstandsgruppen.“

Erklärte er ihr auf dem Weg nach unten.

„Um unsere Zusammenarbeit zu verbessern und das Imperium stärker treffen zu können. Die Jedi werden auch da sein. Dies ist auch der Grund, warum wir Sie heute bitte dabei zu sein: Rätin ChesaraSyonette hat speziell um Ihre Anwesenheit gebeten.“

Erklärte Pablo. Er wusste selbst nicht, was es damit auf sich hatte, aber er war bereit, dem Wunsch der Rätin nachzukommen. Was auch immer sie sich dabei dachte, sie würde schon nicht grundlos darum gebeten haben. Viel anderes, als ihr zu vertrauen, blieb Pablo ohnehin nicht übrig. Täte er das nicht, würde er wahnsinnig werden. Seine Schwester befand sich in der Gesellschaft ehemaliger Sith und nur die Versicherung der Rätin, Exodus Wingston sei ein vernünftiger Mann, hielt ihn davon ab, augenblicklich nach Naboo zu fliegen und Noa zurück zu holen.

– Coruscant – Untere Ebenen – HQ der Defender – Mit Shana, Baes Hawot, Grant -
 
~ Coruscant ~ untere Ebenen ~ in der nähe vom Honey House ~ Bistro ~ Trayla, Steven & Fremde ~​


"Wenn er bei dir ist geht es ihm wahrscheinlich immer gut."

lächelte der Padawan seine Gegenüber an. Die beiden jungen Menschen haben sich gerade eine Auszeit, vom Padawan dasein, genommen da fiel Steven schonwieder diese Sache mit den Visionen ein.
Trayla berichtete dem Padawan, das ihre letzte Vision anders war als die anderen und sie diese nicht deuten konnte.


"Was hast du denn gesehen? Hast du schonmal mit Chesara gesprochen?"

fragte Steven bis er selbst merkte wie blöd die Frage war, eigentlich konnte er sich ja denken worüber Crado und Chesara vorhin gesprochen haben, Visionen schienen selbst bei den Jedi eine ungewöhnliche Sache zu sein. Trayla konnte einem wirklich Leid tun.

"Hey, wir müssen ja nicht die ganze Zeit über sonen Jedikram reden, wie wär's wenn wir uns ein wenig ablenken?"

fragte der Padawan freundlich und blickte Trayla in die Augen. Sie sollte sich wirklich mal ein wenig ablenken von diesen Visionen und dem ganzen neuen Zeug, wenigstens wusste sie jetzt das noch andere von ihrer Begabung wussten und ihr helfen wollten.

"Danach können wir ja noch genug mit Ketaki oder Miley trainieren, Chesara meinte sie sind noch im Honey House."

erklärte der Padawan noch während er den Löffel mit dem kalten Eis schon im Mund hatte.


~ Coruscant ~ untere Ebenen ~ in der nähe vom Honey House ~ Bistro ~ Trayla, Steven & Fremde ~​
[OP]Sorry, aber anstrengenden Schultage sind jetzt erstmal vorbei[/OP]
 
[ Coruscant | Imperial City | Militärkomplex |Plattform „Zeta Neun Zero“ | Kezia (NPC), Rarr Aabe (NPC), eine Sturmtruppenzug, eine Gruppe Coruscant Guards ]

Darth Draconis, der finstere Sith-Warrior, traf nur wenige Minuten nach dem recht kurzen Gespräch zwischen Lady Kezia und High Col. Rarr Aabe auf der großen Landeplattform ein. Sein Kommando sowie der imperiale Offizier (Lt. Ortega), der stets an Draconis' Seite war, hatte man schon vor einer ganzen Weile in einen speziellen Einsatztransporter beordert. Erneut brauste mit einem Mal ein sehr kalter Wind auf und zerrte an Kezias langem blonden Haar. Ihre eisigen Augen fixierten wieder den anderen Sith. Bloß durch Krayms Sinn nach einem flinken Erfolg, weshalb er diese „Unterstützung“ – ohne einer Absprache mit ihr getätigt zu haben – angefordert hatte. Sie mochte keinen Konkurrenz in ihrem Umfeld. Knapp nickte sie dem Warrior zur Begrüßung zu.

„Wie ich sehe laufen die Vorbereitungen“, äußerte sich Darconis ohne Umschweife. „Wann beginnt es?“

„Die Vorbereitungen sind in der finalen Phase“, entgegnete der Armeeoffizier gelassen und musterte das Sith-Mitglied. „Mehrere Spione befinden sich in der Nähe der Fabrik und werden uns sofort ein Zeichen geben, wenn das Treffen begonnen hat. Dann sind wir innerhalb weniger Minuten an dem Einsatzort. Sie können sich gern zu Ihren Soldaten gesellen, wenn Sie das wünschen...“

Lady Kezia blickte gelangweilt durch die triste Gegend. In der Ferne konnte man die Wolkenkratzer und Fabrikgebäude sehen. Sie ließ sich für einen Augenblick in die Macht fallen. Unzählige Ängste tausender Leben breiteten sich vor der schlanken Theelin aus. Ihre dunkle Seite nährte sich förmlich von diesen schrecklichen Dingen. Ruhig kehrte ihr Blick zu den beiden Männern in deren gefärbten Rüstungen zurück. Gleichzeitig glitt ihre Hand zu ihrem Lichtschwert, das deaktiviert am dünnen Gürtel hing. Endlich konnte das Imperium einen wichtigen Schlag gegen die Untergrundbewegung erwirken. Bei diesem Gedanken stellten sich ihre kleinen Nackenhaare auf. Sogar ein Lächeln war auf dem zarten Gesicht zu erkennen.

„Viel Zeit sollten wir trotzdem nicht verlieren“, zischte die Theelin und gab dem schweigenden Sergant ihrer Coruscant Guard-Einheit ein Zeichen. „Ich möchte diese Rebellen sofort vernichten!“

[ Coruscant | Imperial City | Militärkomplex |Plattform „Zeta Neun Zero“ | Kezia (NPC), Rarr Aabe (NPC), Darth Draconis, eine Sturmtruppenzug, eine Gruppe Coruscant Guards ]

[ Coruscant | Imperial City | Regierungsbezirk | Verwaltungskomplex | Büro des Gouverneurs | mit Legatin Hera Aealo ]

Natürlich wahrte Hera Aealo, die blonde Legatin, die nötige Contenance in seinem Beisein. Horatio beruhigte sich durch diese beherrschte Präsenz auch allmählich. Nur selten gab er seiner Eitelkeit in der Öffentlichkeit – und auf diese Weise – nach. Nachdenklich bedachte der imperiale Gouverneur seine Untergebene mit einem aufmerksamen Blick. Ihm war selbstverständlich bewusst, dass sie der gleichen Schicht innerhalb der imperialen Gesellschaft angehörten. Aus diesem schlichten Grund – so dachte er jedenfalls – konnte er ihre Handlungen zu einem gewissen Grad voraussehen. Mehrere Falten zeigten sich auf seinem gepflegten Gesicht, denn mit seinen Gedanken war er wieder bei der Arbeit sowie der Politik. 'Ewig wird der Fokus nicht mehr auf Bastion liegen', überlegte er sich. 'Ich muss Moff Veran in Kürze erste militärische und politische Erfolge vorweisen.'

„Es ist der fehlende Kontakt zu den Strukturen die uns so vertraut sind“, bemerkte Hera mit sanfter, wohlklingender Stimme. „Was kennen sie schon, außer Kommandostrukturen und Krieg? Jemand, der zugleich Krieger und Diplomat ist, ist dieser Tage äußerst selten geworden, Gouverneur. Und... soeben haben wir mit Sicherheit keine Diplomatin erlebt. Coruscant erfordert mehr als nur einen Krieger. Sie wissen das. Ich weiß das. Aber Kratas, selbst als Schwester des verstorbenen Großadmirals - möge der Imperator über seine Seele wachen - hat wie es scheint keinerlei Geschick für diese Dinge.“

„In dieser Sache hätte sie ihrem Bruder ebenfalls nacheifern sollen...“, murmelte der Vjuner Adlige, wobei er über ihre diplomatische Ader erstaunt war. „Sie ist gefangen in ihre Kommandostrukturen und aus diesem Grund wacht die imperiale Administration über die Planeten und nicht das Militär.“

Nur ungern wollte er sich mit dieser stürmischen Person beschäftigten. Selbstverständlich stand für Horatio Kraym fest, dass Alynn Kratas loyal zum Imperium war und ebenso zahlreiche Fähigkeiten im militärischen Bereich besaß, doch ihre eigentümliche Art war ein Graus für jeden einzelnen Verwalter im gesamten galaktischen Imperium. Im Gegensatz zu ihrem Bruder war die rothaarige Schönheit nicht für die Politik geschaffen. Aus irgendeinem Grund hatte Nereus Kratas durch seine charmante Art seine hohe militärische Position sowie den Rang eines Grandmoffs in einer einzigen Person vereinigen können. Für diesen politischen Spagat zollte Horatio in seinem tiefsten Inneren diesem Mann seine Hochachtung. Mit einem unmerklichen Kopfschütteln konzentrierte sich der Gouverneur wieder auf das Wesentliche. Er wartete auf eine Antwort seitens Hera Aealo.

„Diverse Ideen, die allerdings noch keine konkrete Planung, geschweige denn Umsetzung erhalten haben, Gouverneur“, eröffnete Hera nach einer kleinen Bedenkzeit ihre persönlichen Gedanken und Ideen. „Zumal sie, wie Ihnen bekannt sein wird, noch nicht in vollendeter Form euch vorgelegt wurden. Allerdings betrachte ich nur eine als wirkungsvoll genug, um lohnende Ergebnisse zu erzielen.“

„Sprechen Sie, Mrs. Aealo, warf Horatio interessiert ein.

„Die Möglichkeit die zivile Unterstützung der Bevölkerung noch weiter auszuweiten“, sagte sie und ließ sich nicht beirren. „Das aber in deutlich radikalerer Hinsicht. Wir ringen mit den republikanisch eingestellten Extremisten auf Coruscant, aber was ist mit jenen Extremisten, die sich ideologisch und auch öffentlich auf unsere Seite stellen? Es bestünde die Möglichkeit über verdeckte Konten und Tochterunternehmen Gelder auf vereinzelte Fonds umzuleiten, die wiederum von besagten Kräften genutzt werden könnten, um sich entsprechende Mittel zu verschaffen um gegen republikanische Extremisten, oder deren Sympathisanten vorzugehen.“

Angetan war der junge Gouverneur von diesem Plan. Selbstverständlich hatte er auch schon in dem einen oder anderen Moment selbst solche drastischen Gedanken gehabt, doch noch keine wirkliche Zeit für eine Umsetzung dieser Art gefunden. Trotzdem wollte er seiner Untergebenen nicht auf der Stelle ins Wort fallen. Mit einem verschmitzten Lächeln griff der Adlige nach dem leeren Glas und brachte es zur Bar zurück. Irgendein Reinigungsdroide würde sich später darum kümmern, doch für ihn war die Antwort auf diese nebensächliche Frage unerheblich. Gemächlich kehrte der große Kerl zu der uniformierten Blondine zurück. Im Gehen straffte er seine Uniform. Für ihn war das in den vielen Jahren eine automatisierte Bewegung geworden.

„... Vorzugsweise ließe sich diese Aktion über Nummernkonten des Geheimdienstes führen, schlussendlich sind diese die sichersten“, führte die Legatin ihre Idee weiter aus. „Und speziell für solche Anforderungen geschaffen worden. Weiterhin entbehrt diese Methodik nicht einer gewissen Kontrolle, das besagte Gelder auch tatsächlich für die entsprechenden Aktionen genutzt werden.“

„Richtig erkannt...“, warf Horatio erneut mit einem neutralen Lächeln ein. „Sie sind auf einem Weg, der richtig ist. Sprechen Sie ruhig weiter.“

„Der Grund sich dafür zu entscheiden ist ein recht einfacher: Egal wie viele wir auch sind, die zivile Bevölkerung Coruscants ist in der Überzahl und sieht viel, viel mehr“, sprach Hera in einem sanften Ton weiter. „In die richtige Richtung gelenkt und mit einem Straferlass, sollten die Opfer tatsächlich Sympathisanten, oder wahrhaftig Aufrührer sein, könnten schon Anstoß genug sein. Und. Außerdem würde diese Aktion in der aufziehenden Welle des Denunziantentums nicht auf uns zurückfallen. Wie auch, wenn sich die Bevölkerung wahrhaftig schon selber zerfleischt.“

„Ihr Ansatz ist wirklich sehr interessant, wie ich schon beiläufig erwähnte, Legatin Aealo, reagierte Horatio nachdenklich, nachdem sie geendet hatte. „Das Imperium darf auf diesem recht wichtigen Planeten – im politischen Sinn – nicht ins Wanken geraten. Allein aus diesem Grund sind drastische Maßnahmen wirklich die einzige Möglichkeit, welche der hiesigen Administration bleiben. Hiermit werde ich Ihnen neue Privilegien für die nächsten Aktionen übertragen. Ich wünsche, dass Sie Ihre Idee in die Tat umsetzen. Dafür werden Sie für einige geheimdienstlichen Bereiche freigeschalten – doch Sie unterliegen weiterhin einer Rechenschaftspflicht gegenüber mir. Alle Aktionen, die Sie mit Ihrem neuen Geheimdienstteam planen, müssen von mir abgesegnet werden.“

Schnell ging er zu seinem Schreibtisch, schob ein paar Akten zur Seite und rief ein spezielles Menü in seiner Rechenmaschine auf. Eine Umsetzung funktionierte natürlich nur über den herkömmlichen Weg der Bürokratie. Die nötige Verfassung sowie alle anderen Dokumente, die mit dieser Änderung im Zusammenhang standen, hatte der Gouverneur innerhalb weniger Minuten ausgefüllt. Nun war Hera Aealo für einen weiteren – zum Teil geheimen – Bereich in diesem administrativen Komplex zugelassen. Sie stieg bewusst in der Hierarchie auf. Anscheinend konnte Horatio ihren steilen Flug nach „Oben“ nicht aufhalten. Er brauchte einfach Leute, die fast gleichwertig auf seiner Machtstufe waren. Selbstverständlich hatten diese Menschen dann einen tiefen Einblick in seine geheimsten Gedankengänge. Zum Teil behagte ihn diese Vorstellung nicht, doch allein konnte er Imperial City vor dem Rebellenpack nicht retten.

„Machen Sie sich sofort an die Arbeit, Mrs. Aealo, wies Horatio die junge Frau an. „Sie sind nun für Sektion Gelb – Level Alpha zugelassen. Sollten Sie echte Erfolge erbringen, dann stehen weitere Beförderungen natürlich in Aussicht. Haben Sie noch Fragen?“


[ Coruscant | Imperial City | Regierungsbezirk | Verwaltungskomplex | Büro des Gouverneurs | mit Legatin Hera Aealo ]
 
¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ HQ der Defender ~ vor der Tür des Chefs ¦¦ Shana & Widerständler überall verteilt

Na wenn das mal nicht perfektes Timing war. Noch bevor die Tür aufging tauchte Noa’s Bruder hinter ihr auf und begrüßte sie. Offenbar hätte sie wirklich nicht viel später kommen dürfen, denn auch der Rest ihrer Gemeinschaft versammelte sich schnell. Ein großer Nichtmensch war unter ihnen, dem Shana lieber nicht nachts über den Weg lief.

"Hallo." , begrüßte sie den Bruder, bevor der General in der Tür erschien. Die Garderobe schien noch nicht ganz den persönlichen Wünschen zu entsprechen, jedenfalls benötigten sie noch einen Moment um Kleidung zurecht zu rücken und Waffen auszutauschen. Ha! Und sie hatte schon befürchtet man würde sie auf ihren Blaster ansprechen. Hatten sie heute etwas vor? War es üblich bewaffnet bei einem Meeting zu erscheinen? Nun wie auch immer. Einige nahmen sie erst jetzt richtig wahr, bzw. wollten wissen wer sie eigentlich war. Vielleicht weil sie leise gelächelt hatte als ihr Anführer seine kleinen Spitzen bezüglich seines Fitnesszustands von sich gegeben hatte. Shana wollte schon antworten als dies der Bruder übernahm. Die Erwähnung ihres Namens genügte bereits um die Erinnerung an die Nachricht wachzurufen. Sie war also auf Bitte der Rätin dabei. Dies hätte sie sich zwar schon denken können, aber jetzt wurde es endlich laut ausgesprochen. Was hatte das zu bedeuten? Die Blondine spekulierte ein wenig hin und her, bis sich der Haufen endlich entwirrt hatte, und losmarschierte. Erneut war es der Bruder, der sie über die nächsten Schritte, bzw. über den Grund der ganzen Aktion informierte. Ein Treffen des Widerstandes? Echt jetzt? So richtig? Nein, nicht richtig. Es war nur ein Spaß auf ihre Kosten. Natürlich richtig! Und sie durfte da mit?

"Ein Treffen? Wow!"


Und bei diesem Treffen hatte die Rätin – Chesara – sie sehen wollen. Warum? Das war jetzt die große Frage. Es konnte viele Gründe geben, sie konnte wie üblich wild spekulieren, oder einfach abwarten und fragen, wenn sie dort waren. Ob sie dies hinbekam? Sich in Geduld zu üben würde dabei wohl die wahre Herausforderung darstellen. Die Blondine folgte den Widerstandsführern durch das Gebäude, bis sie schließlich die Garage erreicht hatten. Wenn dies nicht die Definition eines Kurzbesuches auf den Kopf traf, dann wusste sie auch nicht was es sonst konnte.

"Dann kann ich mich wohl geehrt fühlen dabei sein zu dürfen. Hm, vielleicht möchte sie so bald wie möglich wissen wie ich mich entschieden habe. Nun, ich werde mich wohl überraschen lassen müssen. Ähm, ist mit Schwierigkeiten zu rechnen? Ich nehme an, sicher ist sicher, für den Fall?" , erkundigte sie sich, dabei auf verschiedene Waffen zeigend.

Höchstwahrscheinlich eine Vorsichtsmaßnahme, immerhin war so ein Treffen keine ungefährliche Angelegenheit. Sie war echt gespannt wie viele Widerstandsgruppen es tatsächlich gab. Die Gruppe hatte mittlerweile den für sie ausreichenden - immerhin brauchte der Nichtmensch platz - und bereitgestellten Gleiter erreicht und stiegen ein. Sie machte es sich auf dem Rücksitz bequem und versuchte sich daran ihre aufkeimende Neugier unter Kontrolle zu halten. Dieses Treffen lud geradezu dazu ein, Aufzeichnungen zu machen, leider musste sie ihren "Killerinstinkt", was das Journalistische betraf abschalten. Insofern war ihr Mitwirken am Widerstand die reinste Qual. Hier schwebten so viele Storys in der Luft dass einem schwindlig werden konnte. Nun, jeder musste eben persönliche "Opfer" bringen. Mit einem kaum wahrnehmbaren Ruck, setzte sich das Gefährt in Bewegung.


¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ HQ der Defender ~ Garage / vor dem Gebäude ~ Gleiter ¦¦ Shana ~ Pablo ~ Baes & Grant
 
[ Coruscant | Untere Ebenen | Gleiter | mit Noomi, Chesara, Tomm, Saahir und Ral ]

Flink schlängelte sich der ramponierte Gleiter an anderen Teilnehmern des chaotischen Verkehrs auf Coruscant vorbei. Tauchte unter massiven Brücken, die große Häuserblöcke miteinander verbanden, und passierte gleichzeitig unzählige Häuserschluchten, welchedurch zahlreiche Reklametafel und weitere Lichtquellen grell beleuchtet waren. Völlig unbeeindruckt von diesem ganzen Trubel wurde der Gleiter von Ral geflogen. Er war mit dieser ständigen Unruhe aufgewachsen, weil seine Familie schon seit zwei oder drei Generationen auf diesem Planeten lebte. Aus diesem Grunde hatte er auch noch nie Rodia, die Heimatwelt seiner Spezies, besucht. Ral war ein gebürtiger Coruscanti, wobei er sogar die Mentalität der hiesigen Bewohner übernommen hatte.

Im Passagierbereich saßen fünf Jedi. Man war auf dem Weg zu einem heimlichen Treffen mehrerer anti-imperialer Gruppierungen, die einen Systemwechsel hin zur echten Demokratie anstrebten. Die erfahrene Jedi-Rätin Chesara Syonette wurde von zwei Schüler-Mentor-Gespannen – der Jedi-Ritter Crado und dessen Padawan Noomi sowie das Ratsmitglied Tomm Lucas und dessen Schüler Saahir Yazir – begleitet. Im Augenblick unterhielten sich der Cathar und die blonde Jedi über eine andere Schülerin, die erst vor einem Tag zu den wenigen Jedi auf Coruscant gestoßen war. Crado war sich bei dem jungen Menschenmädchen, das Trayla hieß, nicht ganz sicher, denn sie hatte in manchen Situationen Visionen. Da sich der Cathar auf diesem Feld nicht gut auskannte, suchte er Rat bei der Rätin.

„Visionen lassen sich nur schwer deuten“, bemerkte Chesara ruhig. „Es gibt verschiedene Arten von Visioinen. In erster Linie unterscheidet man zwischen solchen, die ein tatsächliches Bild aus der Zukunft zeigen und jenen, die lediglich eine bestimmte Richtung ausdrücken, aber genau interpretiert werden müssen, damit Rückschlüsse möglich werden. Im ersten Fall würde ein dunkle Gestalt bedeuten, dass Trayla - oder jemand anders - dieser tatsächlich begegnen wird. Im zweiten Fall würde diese dunkle Gestalt etwas symbolisieren, wie zum Beispiel ein gefürchtetes Erlebnis.“

Konzentriert lauschte Crado Chesaras Worten. Hatte er zu viel in Traylas Vision interpretiert? Hätte er mehr der Macht vertrauen sollen? Erste Selbstzweifel plagten den jungen Jedi-Ritter. Selbst für ihn – in seiner jetzigen Position – war das Jedi-Dasein weiterhin Neuland. Immer wieder begegnete er einer Problematik, welche er so noch nicht erlebt hatte. 'Ein ständiger Lernprozess', sinnierte der struppige Cathar. Nachdenklich kratzte sich das Katzenwesen an seinem Hinterkopf. Dabei wippten einige seiner dicken Dreadlocks munter auf und nieder. Auch der goldene Ohrring funkelte von Zeit zu Zeit, da einzelne, verirrte Strahlen der Reklametafeln auf das glänzende Edelmetall trafen. Aus irgendeinem Grund schämte er sich für die Banalität, welche das Thema anscheinend für Chesara bedeutete.

„Negative Gefühle im Zusammenhang halte ich nicht für ungewöhnlich“, fügte die Frau nach einer kurzen Pause hinzu. „Da es nicht selten um unschöne Erlebnisse geht, ist es beinahe normal. Aber es ist sehr schwer, eine Ferndiagnose zu stellen, ohne dass ich mit Trayla selbst gesprochen habe.“

„Ich habe verstanden“, entgegnete der Cathar etwas verlegen. „Anscheinend muss ich wirklich noch eine ganze Menge lernen.“

Erneut kratzte sich Crado am Hinterkopf. Sein Blick wanderte zum Fenster. Draußen zogen mehrere Häuserblöcke an ihnen vorbei. In diesen Tiefen konnte man nicht mit gewaltigen Frachtern rechnen, doch der eine oder andere Gleiter hatte auch eine stattliche Größe. Dennoch blieb Ral äußerst ruhig und suchte eine weitere Nebengasse. In der Ferne konnte man schon die massenhaften Fabriken und Lagerhäuser erkennen. Dort starteten und landeten ebenfalls riesige Schiffe, welche sich nach ihrem Start zu fernen Welten begaben. Nachdenklich blickte der Cathar zu seinem Padawan. Noomi blieb weiterhin recht schweigsam. Er schenkte ihr ein Lächeln. Danach wanderte seine Aufmerksamkeit erneut zu Chesara. Die hübsche Rätin wollte die Unterhaltung wieder aufgreifen.

„Es ist sehr freundlich von dir, dass du dich ihr angenommen hast“, ergriff sie ruhig das Wort mit ihrer sanften Stimme. „Meister Vorin al Jevarin hat derzeit keinen Padawan und ich habe ihm nahe gelegt, Trayla unter seine Fittiche zu nehmen, jedoch weiß ich noch nicht, ob er dazu bereit ist, denn er scheint negative Erfahrungen mit Visionen gemacht zu haben und ist unsicher, ob er dies noch einmal durchstehen kann.“

„Bei meinem kurzen Aufenthalt auf Ossus hatten sich ebenfalls einige Jedi um mich, den Neuling, gekümmert“, riss Crado kurz seine Geschichte an. „Damals hatte ich auch nicht sofort einen Mentor – auch wenn Mike sich schnell meiner annahm. Somit war das eine Selbstverständlichkeit für mich. Außerdem hat mein Padawan so eine erste Person, die in der gleichen Lage ist wie sie. Einsamkeit kann eine Gefahr für einen unerfahrenen Jedi werden. … Doch ich hoffe sehr, dass sich Meister al Jevarin für Trayla entscheidet. Sie hat großes Potenzial – da bin ich mir sicher.“

Irgendwie war der Jedi-Ritter erstaunt darüber, dass ein Jedi-Meister unsicher sein konnte. Nie hatte er Unsicherheiten bei Utopio entdecken können. Weder auf Ord Biniir, noch auf Dorin. Utopio war stets bedacht vorgegangen und schien die Lage unter Kontrolle zu haben. 'Trotz allem darf ich auch hier kein schnelles Urteil fällen...', bremste sich der Cathar. Er kannte Meister al Jevarin nur äußerst flüchtig. Hatte ihn bloß für ein paar Minuten in einem Aufenthaltsraum gesehen. 'Wahrscheinlich hat er seine Gründe, denn auch ein Meister ist nicht frei von Fehlern.' Grübelnd fuhr sich der Cathar mit der rechten Hand über das breite Kinn. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Jedi-Ritter noch gar keine Gedanken über Traylas Zukunft gemacht. Was würde passieren, wenn sie in nächster Zeit keinen Mentor fand?

„Sollte er sich dagegen entscheiden, bin ich der Meinung, dass wir Trayla so schnell wie möglich nach Lianna schicken sollten...“, äußerste sich Chesara ganz plötzlich als würde sie ernsthaft seine Gedanken gleich einem Buch lesen können. „Hier auf Coruscant ist es nicht ungefährlich und es gibt niemanden sonst, der sie ausbilden könnte. Auf Lianna hätte sie bessere Chancen, einen Meister zu finden.“

„Ich verstehe Eure Sorge...“, sagte Crado nach einer Weile. „Coruscant ist ein wirklich gefährlicher Ort. Gerade für die Jedi, denn das Imperium hat schon längst irgendwelche Bluthunde auf uns und unsere Verbündeten angesetzt. Nur wer soll Trayla nach Lianna schleusen? Allein würde ich sie nur sehr ungern losschicken. … Das könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.“

In der Zwischenzeit lagen die ersten Meilen zwischen dem alten Gleiter und den letzten Häusern – die Front der nahen Wohngebiete. Sie befanden sich nun im dreckigen Industrieviertel. Ruß, Staub und ein muffiger Gestank umgab den schäbigen Gleiter. Allmählich verlor das Transportmittel mehr und mehr an Höhe. Man war auf der Zielgeraden angelangt. Bald würden sich die fünf Jedi mit den Köpfen mehrerer Widerstandsgruppen treffen, um dem Imperium koordiniert Schaden zufügen zu können. Mit der Höhe nahm auch die Geschwindigkeit weiter ab. Eine schlechte, fast dämmrige Beleuchtung dominierte das Industrieviertel. Schatten verschwanden hinter Häuserecken als der alte Gleiter, unter dem Zischen der winzigen Repulsoren, landete. Gemächlich drehte sich Ral zu seinen Passagieren um und sagte etwas auf Huttese.

„Wir sind da...“, übersetzte Crado augenblicklich. „Hier soll irgendwo eine verlassene Fabrik sein.“


[ Coruscant | Industrieviertel | in der Nähe der Fabrik | Gleiter | mit Noomi, Chesara, Tomm, Saahir und Ral ]
 
[Coruscant ~ Industrieviertel ~ verlassene Fabrikhalle ~ Keyan (NPC) allein]

Seinem Drang nach Sicherheit folgend überprüfte Keyan Fox zum siebten Mal das Magazin seines Blasters. Es war (natürlich noch immer) voll. Danach wanderte sein aufmerksamer Blick durch die große, leicht verfallene Fabrikationshalle. An diesem Ort sollte ein Treffen mehrerer anti-imperialer Gruppierungen stattfinden. Für den republikanischen Agent stellte das einen Moment gewaltiger Anspannung dar, denn er war für die Sicherheit der vielen Teilnehmer zuständig. Grübelnd ging der glatzköpfige Mensch durch die Halle, während er den alten Blaster zurück in den Halfter steckte. Er hatte speziell für diesen Anlass seinen ramponierten Kampfanzug, der ihm schon auf zahlreichen Missionen das Leben gerettet hatte, angezogen.

Kurz rief sich der Agent die Ereignisse der letzten Tage ins Gedächtnis. Durch einen Zufall hatte er seinem ehemaligen Vermieter, dem korpulenten Besalisk Matu, vor imperialen Sicherheitskräften retten können. Matu war der Kopf einer winzigen Widerstandszelle im Orange-Bezirk gewesen, die durch die örtlichen militärischen Kräfe des Imperiums gnadenlos vernichtet wurde. Keyan hatte den Zugang zum hiesigen anti-imperialen Widerstand nur durch Matus Rettung bekommen. Zusammen hatten die beiden heimlichen Rebellen das Treffen geplant. Glücklicher Weise hatte der kräftige Besalisk einige Beziehungen zu unterschiedlichen Personen, die ihm bei diesem Plan unterstützen sollten und konnten. Auf diese Weise waren sie an diese verlassene Fabrik gekommen. Gleichzeitig hatte sich Keyan mit seinem Kontaktmann Beldan Dax getroffen, um auch an Waffen und ähnliches zu gelangen.


„Die ersten Gäste sind unterwegs...“, riss ihn plötzlich Matus Stimme aus den Gedanken.Teeija hat auch ein paar ihrer Leute mitgebracht.“

Aus dem finsteren Schatten traten plötzlich die rebellische Iktotchi und ein rothäutiger, grimmiger Devaronianer, welcher anscheinend schwarze Lederkleidung bevorzugte. Fast zeitgleich traten dazu noch zwei bewaffnete Menschen aus einem anderen Schatten. Matu schenkte allen Widerständlern ein freundliches Lächeln. Keyan schloss sich dem Lächeln nicht an, sondern behielt seine steinerne Miene bei. Leicht tänzelnd näherte sich Teeija dem massigen Besalisken. Sie hatte sich ebenfalls in schwarze Kleidung gehüllt. 'Irgendwie wirken wir wie echte Verschwörer', überlegte Keyan Fox bei diesem Anblick beiläufig. Trotz der vielen Waffen, welche Teeijas Leute mitbrachten, war der Agent weiter angespannt. Unwillkürlich griff er zu seinen Zigaretten und zündete sich einen Glimmstängel fix an.

„Drei Leute habe ich schon auf ihre Wachposten geschickt...“, informierte Teeija die beiden. „Dazu stehen noch zwei Leute an der Tür. … Ah, die ersten sind gerade eingetroffen.“

Es dauerte nicht sehr lang und drei weitere Personen kamen in die ehemalige Fabrikationshalle. Bei diesen Gästen handelte es sich ausschließlich um hochgewachsene Duros, deren rubinrote Augen in der Dunkelheit bedrohlich leuchteten. Keyan konnte sofort den Anführer ausmachen, da dieser eine recht farbenfrohe Robe sowie einen schwarzen Reif aus schlichtem Draht trug. Allmählich erinnerte sich der Agent an diese Gruppierung. Matu hatte ihm vor einigen Tagen davon erzählt. Diese Duros nannten sich selbst „Die Altertümlichen“, welche an die glorreichen Zeiten der Alten Republik mit dieser antiken Kleidung anschließen wollten. Sofort wechselte der Anführer ein paar Worte mit Teeija und Matu.

Nach und nach kamen weitere Vertreter der unterschiedlichen Widerstandsgruppen. Insgesamt fand sich ein bunter Haufen in der Fabrik ein. Unter ihnen waren nur wenige Menschen vertreten. Dafür mehrere Drall, Gand, Muun, Rodianer und Verpinen. Zusätzlich noch auch einige Gran, Kubaz und Zabrak. Manche waren sogar mit Waffen angekommen, aber nur selten waren es mehr als drei oder vier Mitglieder pro Zelle. Keyan hatte sich etwas von der Versammlung entfernt, um einen genauen Überblick behalten zu können. Nachdenklich fuhr er sich mit einer Hand über die Glatze. Nachdem er einen ausreichenden Eindruck gewonnen hatte, ging er zur gepanzerten Tür. Dort waren gerade fünf weitere Teilnehmer eingetroffen. Ebenfalls eine sehr bunte Gruppe, weil es sich um eine blonde Menschenfrau (Chesara), zwei männliche Menschen (Tomm, Saahir), einen kleinen Cathar (Crado) sowie eine Nautolanerin (Noomi) handelte.


„Willkommen, kommen Sie herein“, begrüßte Keyan die fünf Leute.

[Coruscant ~ Industrieviertel ~ verlassene Fabrikhalle ~ an der Tür ~ Keyan (NPC) mit einer kleinen Gruppe (die Jedi) sowie zwei Wachposten]
 
[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Verwaltungstrakt, Korridor]- Alynn, vier Leichen

Einer leichten, körperlosen Berührung konzentrierter Gedanken des mit dem Blut des elendig verschiedenen Schmugglers beschmutzten Kontrollmechanismus bedurfte es, um die das Ende des Korridors markierende Tür zu öffnen. Hinter dieser Tür erstreckte sich nun endlich das, was der Fabrik einst als ihr Hauptauslieferungszentrum gedient haben musste – eine weite, im Grunde leere Halle, in der sich jedoch etliche Transportcontainer galaktisch normierter Standardgröße über- und nebeneinander auftürmten, wobei ungewiss war, ob sie einst ebenfalls zur Einrichtung der Fabrik gehört hatten oder im Laufe der Zeit von Canze’olans Schmugglerbande hierher geschafft worden waren. Als Alynn auf die hinter der Tür liegende Treppe trat, die aus dem in Relation zur Halle höher liegendem Verwaltungstrakt hinunterführte, fühlte sie für einen Moment den Blicken mehrerer Waffenschmuggler ausgesetzt, die sich um einen binären Lastenheber Typ CL-88 versammelt hatten, auf dessen herabgesenkten Hubschaufeln sich mehrere, vermutlich mit illegaler Konterbande gefüllte Kisten befanden. Für einen Moment schien man selbst das vage Rauschen des von der Belüftung der Halle verursachten Windes spüren können… dann geschahen mehrere Dinge auf einmal.
Zunächst zerbarst das zum Einlass größerer Lastgleiter dienende rückwärtige Tor der Halle mit einer gewaltigen Explosion, deren Druckwelle selbst den stoischen Metallleib des Lastenhebers zum Erzittern brachte und am Fuß der Treppe für einige Konfusion sorgte, aus der der Ausruf des einzigen menschlichen Waffenschmugglers jedoch deutlich hervorstach:


„Imperiale! Knallt sie ab!“

Die übrigen fünf – zwei Twi’leks, ein Devaronianer und zwei Duros – hatten sich unglücklicherweise ob der explosiven Unterbrechung bereits in heilloser Panik zerstreut, sodass lediglich seine eigenen Schüsse mit erstaunlicher Zielsicherheit mehrere dicht beieinander liegende Löcher in die Tür brannten – kurz bevor seine Existenz mit der tragischen Erkenntnis endete, dass ein gewaltiger Satz die gesamte Treppe herunter für seine Kontrahentin scheinbar nicht im Geringsten ein Problem gewesen war. Das von einem präzisen Schuss herrührende Loch in seiner Stirn schien sich wie ein drittes Auge anklagend mit seinen zu dumpfer Leblosigkeit erstarrten realen Gegenstücken auf seine Peinigerin zu richten, die in diesem Moment ohne erkennbare Mühe den Lastenheber erklommen hatte.
Fast zeitgleich war auf die beiden Twi’leks aus vollkommen unverhoffter Richtung das Feuer eröffnet worden – während Alynn erwartungsgemäß die schwarzen Rüstungen des Storm Commando durch die Trümmer des zerstörten Tores in die Fabrik strömen und sich ein ungleiches Gefecht mit Duros und Devaronianer liefern sehen konnte, hatte der angekündigte dritte Teilnehmer dieses Scharmützels zugeschlagen. Auch ohne ihre dem des toten Trandoshaners ähnelnden Kampfanzüge hätte man die plötzlich zwischen zwei Containern auftauchenden Weequay als Angehörige der Gruppe Xoras identifizieren können, da sie mit ihren (illegalen) Disruptorgewehren ohne Umschweife das Leben der beiden Twi’leks radikal verkürzten. Zwei weitere Schüsse beschädigten die Fotorezeptoren des passiven Lastenhebers, von dem Alynn sich im letzten Moment hatte zurückziehen können, die feststellen musste, dass ihre Aufgabe durch das verzweigte Labyrinth zwischen den Containern nicht unbedingt einfacher geworden war. Der Todesschrei eines Duros verriet ihr zumindest, dass Veanturs Leute vorwärts kamen.


„Ausschwärmen! Sichert die Fracht!“

Sich dankenswerterweise durch diesen Ausruf ihres Anführers verratend trat eine weitere Gruppe Kombattanten auf den Plan, offenbar zugehörig zu den ansässigen Waffenschmugglern. Zwischen dieser und den mittlerweile um weitere Kämpfer verstärkten Weequay entbrannte sogleich ein hitziges Feuergefecht mit dem Lastenheber als Zentrum, in dessen Verlauf Canze’olans Leute sich als miserable Schützen erwiesen und lautlos oder – wenn von einem Disruptor getroffen – vor Qual gellend aufschreiend zusammenbrachen. Alleine der mit zwei Händen zwei schlanke Blasterpistolen führende Twi’lek schien seine Haut so teuer wie möglich verkaufen zu wollen, wich jedoch schließlich – nachdem sein letzter Mitstreiter mit weit aufgerissenem Mund neben ihm niedergestreckt worden war – in einen der Containergänge zurück, unmittelbar gegenüber des Containers, hinter dem Alynn Lauerstellung bezogen hatte.

„Ihm nach! Das ist der Bruder dieses Eimers Huttsabber!“

Der Befehl des leicht größeren Weequay ließ nicht nur eine verwandtschaftliche Verbindung zwischen dem Blasterschützen und Canze’olan erahnen, es sorgte auch für weitere Bewegung in der Gruppe der Angreifer. Bevor diese dem Twi’lek jedoch folgen konnten, trafen zwei aus dem nichts auftauchende Blasterblitze gnadenlos auf den Kopf des Rädelsführers, der daraufhin zum Schrecken seiner Gefolgsleute lautlos zusammenbrach. Alynn schmunzelte finster. Scheinbar hatte Veantur mehrere Scharfschützen in Stellung gebracht, nachdem der Zugang zur Fabrik erkämpft worden war. Die verwirrt nach dem unsichtbaren Angreifer Ausschau haltende Gruppe war für den Moment in ihrer Deckung zusammengekauert abgelenkt, was Alynn als Gelegenheit ergriff, mit einem raschen Satz ihrerseits dem Beidhänder zu folgen.
In den Schatten zwischen zwei aus Containern bestehenden Wänden war es jedoch erst ihr Gefahrensinn, dann ihr Gehör, die ihr rieten, eng an die metallene Wand gelehnt zu bleiben und ihr schließlich offenbarten, dass sie zu spät gekommen war…


„Du wirst deinem Bruder eine kleine Nachricht von uns schicken… seine Zeit ist abgelaufen…“

Alynns Finger spannte sich um den Abzug ihrer Waffe. Die Stimme aus dem Comlink des Trandoshaners… Xora, die Falleen. Ein vorsichtiger Blick um die Biegung im Gewirr des Containerlabyrinths offenbarte drei schattenhafte Gestalten, den Twi’lek und zwei im Halbdunkel sehr menschenähnliche Schemen. Die eine hatte dem glücklosen Nichtmenschen einen Dolch an die Kehle gepresst, die andere bedrohte ihn mit einer Waffe, bei der es sich vermutlich um ein weiteres Disruptorgewehr handelte.

„Ich sag’s ihm… ich sag’s ihm!“

“Sagen?“

Die Stimme der Falleen wirkte auf grausame Art amüsiert.

“Du kannst diese Botschaft doch am besten überbringen, wenn du tot bist…“

Canze’olans Bruder blieb nicht einmal mehr genügend Zeit, zu schreien. Als der Dolch tief in seine Kehle schnitt war ein unartikuliertes Gurgeln der letzte Laut, der seine Lippen in dieser Existenzebene verlassen sollte. Langsam sackte die leblose Gestalt des Twi’leks zu den Füßen seiner Mörderin zusammen.

„Hol dir seinen Kopf, Carter. Sein Bruder soll diese Botschaft nicht vergessen. Danach kümmern wir uns um diese Imperialen…“

“Ihre Botschaft kann warten.“

In einer fließenden Bewegung war Alynn aus ihrer Deckung getreten und gab und zwei sorgsam gezielte Schüsse ab, die den Begleiter der Falleen – der im kurzen Flackern der Blastermündung nun eindeutig als Mensch erkannt werden konnte – mit befriedigender Effektivität aus der zu lösenden Gleichung eliminierte. Xoras Hand verharrte in der Berührung, als ihr bewusst wurde, dass Alynns Waffe mittlerweile bereits unmittelbar auf sie gerichtet war.

“Ich verhafte Sie im Namen des Imperiums. Lassen Sie die Waffe fallen.“

Die Falleen lachte spöttisch, doch dieses Lachen wurde zumindest vom Klappern des zu Boden fallenden, mit dem Blut des Twi’lek benetzten Dolches begleitet.

„Warum mischt ihr euch ein, wenn wir die Drecksarbeit für euch erledigen?“

Mit erhobenen Händen trat sie näher heran.

Canze’olan und seine Speichellecker versorgen den lächerlichen Widerstand gegen das Imperium mit Waffen und anderen Dingen. Warum lasst ihr sie nicht einfach für uns erledigen und widmet euch wieder Dingen, die der schneidigen imperialen Streitkräfte würdig sind…?“

“Sie werden genug Zeit haben, mir mehr über diesen Widerstand zu erzählen… verlassen Sie sich darauf.“

„Tatsächlich?“

Mittlerweile war die Falleen dicht genug, sodass Alynn ihre Gesichtszüge in den schummrigen Lichtverhältnissen zwischen den Containern besser erkennen konnte. Sie wirkten fast denen einer äußerst attraktiven Menschenfrau ähnlich… wäre da nicht diese eigenartig orangefarbene Tönung ihrer Haut.

„Ich könnte dem Imperium nützlich sein… Commodore…“

Sanft schob sie den Blaster bei Seite und Alynn machte keinerlei Anstalten, Widerstand zu leisten. Warum auch… es bestand keine Gefahr… und tatsächlich war die Gegenwart dieses Wesens… angenehm… sollte sie doch näher kommen… viel näher…

„Ich könnte diesen Widerstand für Sie aufspüren… dieses lästige Problem für Sie beseitigen…“

Die Worte der Falleen waren jetzt kaum mehr als ein Flüstern, was sie jedoch mitnichten an ihrer Verständlichkeit schmälerte, da ihr Mund sich bereits in unmittelbarer Nähe ihres Ohres befand. Dass die linke Hand der Söldnerin Alynn von ihrem Blaster trennte registrierte die Sith nur noch am Rande, die andere strich schließlich sanft über ihre Wange und hinterließ dabei unsichtbare, glühende Spuren…

„Und dann… wer weiß…“

Der Daumen der Falleen strich verführerisch über Alynns halb geöffnete Lippen und verlor sich an ihrem Kinn… nichts hätte in diesem Moment wünschenswerter sein können… doch irgendetwas… irgendetwas stimmte nicht… was passierte mit dem Blaster…?
Schlagartig klärten sich Alynns Sinne und es war, als fiele der tückische Bann eines uralten Dämons von ihr ab. Ihre Linke schnellte hervor und die schwarz behandschuhten Finger krallten sich in die Kehle der Falleen, deren Physiognomie plötzlich jeden Rest an Laszivität eingebüßt hatte. Xora bemühte sich, den Abzug des erbeuteten Blasters zu bewegen, doch ihre Finger wollten sich nicht zur Kooperation überreden lassen. Ihr wütendes Fauchen wurde von einem schmerzerfüllten Keuchen abgelöst, als Alynn ihr das deaktivierte Lichtschwert in die Magengrube rammte.


“Danke… aber ich verzichte…“

In das Zischen der zum Leben erwachenden Waffe mischte sich nur der Schrei der Falleen, mit dem diese in Alynns Würgegriff ihr Leben aushauchte.
Schwer atmend stieß die Sith den Leichnam von sich und wich einen Schritt zurück, bevor sie sich weit genug gesammelt hatte, die rote Klinge ihres Lichtschwerts wieder verschwinden zu lassen und sich mit leicht zitternden Händen nach ihrem Blaster zu Bücken, um diesen aus den im Tode erstarrten Fingern der Söldnerin zu klauben. Erst das Krächzen ihres Comlinks brach die Stille.


„Commodore? Commodore, empfangen Sie mich?“

“Sprechen Sie, Commander.“

„Der letzte Widerstand wurde neutralisiert. Wir haben zwei Gefangene.“

Ein kurze Pause entstand.

„Ist bei Ihnen alles in Ordnung?“

Alynn atmete tief durch und wandte sich von den drei Leichen in der Containergasse ab.

„Sichern Sie das Gebäude, Commander. Die Büros des Verwaltungstrakts müssen uns als provisorische Zellen dienen. Und verständigen Sie Captain Asakawa… wir benötigen Material und Sturmtruppen hier, um dieses Gebäude zu befestigen. Sie soll persönlich kommen.“

„Verstanden, Commodore. Brauchen Sie etwas?“

“Nein. Ich werde mich ein wenig mit Ihren Gefangenen… unterhalten.“

[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Halle, Container-Labyrinth]- Alynn, drei Leichen
 
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