Coruscant

Coruscant/ Industrieviertel/ Verlassene Datenspeicherfabrik/ 6 Cortanas, ein paar Defender, Chesara, Shana

Während seine Leute die Umgebung untersuchten wartete er zusammen mit den Widerständlern und der Jedi darauf, dass sie zurückkamen und ihm Bericht erstatteten. Er und die Widerständler sprachen kein Wort, während die Jedi sich leise mit der wundersam geheilten Shana unterhielt. Er nutzte die Zeit wieder zum Nachdenken. Doch diesmal kreisten seine Gedanken nicht um seine verschollenen Kameraden, sondern um die Jedi. Sane hatte hier einen Beweis ihrer Macht demonstriert bekommen. Und auch während dem Gefecht hatte er eindrucksvolle Dinge gesehen, die kein normaler Soldat hätte zustande bringen können. Was ihn dabei aber wunderte war, wieso die Jedi nicht mit dem Militär der Republik zusammenarbeiteten? Mit solchen Supersoldaten an seiner Seite würde er sich durchaus sicherer fühlen und die Verluste auf der Seite der Neuen Republik könnten auch begrenzt werden. Und außerdem kämpften diese Sith ja auch an der Seite der imperialen Truppen. Und immerhin waren die Jedi so etwas ähnliches wie die Sith. Oder? Aber vielleicht sind es zu wenig Jedi um sie effektiv einsetzen zu können. Wobei schon ein Jedi an manchen Fronten das Blatt wenden könnte. Immerhin wären sie aus der Lagerhalle ohne Jedi wahrscheinlich auch nur in einem Leichensack rausgekommen.

Als seine Leute wieder zurückkamen hörte er von allen fünf das Gleiche: Alle Ausgänge waren verschlossen. Im Prinzip saßen sie hier in der Falle, würden imperiale Truppen sie von der Kanalisation aus angreifen. Sie mussten hier weg.


"Nein, Ma'am, wir haben keine Ausrüstung, also auch nichts, womit wir die Türen öffnen könnten."

Das war das beschissene an so einem Einsatz. Man hatte weder ausreichende Bewaffnung noch sonst irgendwas wie zum Beispiel einen Detonator um eine einfache Tür zu öffnen.
Sane hörte sich kurz den Standpunkt der Jedi an, die dafür war, nicht zurück in die Kanäle zu gehen. Einer der Widerständler stimmte ihm zu und so nickte schließlich auch Sane, obwohl ihm das überhaupt nicht gefiel. Sie hatten einen Vorsprung und konnten es immer noch durch die Kanalisation schaffen. Hier allerdings war neues, fremdes Gebiet, welches erst erkundet werden musste.
Die Jedi und die Widerständler gingen voraus und unterhielten sich. Sane wendete sich an Shana, konnte allerdings nicht einschätzen wie wirksam diese Behandlung der Wunden wirklich war. Also fragte er nach einem kritischen Blick einfach.


"Können Sie laufen, Ma'am?"

Die junge Frau bejahte und so bildete das Cortana-Squad mit Shana zusammen das Schlusslicht. Sane versuchte sie immer im Auge zu behalten für den Fall, dass sie einen Schwächeanfall bekommen würde, der bei solchen Verletzungen nicht gerade unüblich ist.

Sie liefen nicht lange bis die bunte Truppe eine der Türen erreichte. Ein Blick sagte Sane sofort, dass sie ohne schweres Gerät oder Sprengstoff da niemals durchkommen würden. Es war eine Falle, wie er schon von Anfang an gedacht hatte. Plötzlich ein tiefes Wummern. Eine Explosion?


"Was zum Teufel war das?"

Er schaute seine Leute an, dann riss Snake plötzlich die Augen weit auf, wie jemand, dem gerade etwas Wichtiges eingefallen ist.

"Ich hab in einem der Tunnel aus meinem Magazin ‘ne kleine Bombe gebastelt. Jemand muss in die Falle getappt sein."

Das war wahrscheinlich nicht irgendjemand. Das konnten nur Imps gewesen sein. Sie waren die Letzten gewesen. Verdammt!


"Jedi! Ma'am! Die Imps sind verdammt nah an dem Tunnel, den wir vorhin entdeckt haben! Es dauert nicht mehr lange, dann haben die ihn ebenfalls gefunden! Ich..."

Doch dann stockte er plötzlich. Da war noch ein Geräusch.

Coruscant/ Industrieviertel/ Verlassene Datenspeicherfabrik/ 6 Cortanas, ein paar Defender, Chesara, Shana
 
- Coruscant – City – Haus von Ecile de Cinh -

Endlich war Ruhe eingekehrt. Richard Cohn war in Coruscant City unterwegs gewesen, als ihn Nathaniels Anruf erreicht hatte. Eciles Neffe hatte ihm berichtet, was mit Nexus Ousia geschehen war und dass sie sich im Augenblick im Krankenhaus befanden. Akemi war vollkommen aufgelöst und stand unter Schock. Sie hatte auch mehrfach versucht, Richard zu erreichen, doch dies hatte er erst nach dem Gespräch mit Nathaniel gesehen. Ohne Umwege war Richard sofort ins Krankenhaus gefahren und gerade in dem Moment dort angekommen, als Akemi aus Nex' Krankenzimmer gestürmt war. Der Junge war ihm von Anfang an unsympathisch gewesen. Schon bei ihrem ersten Treffen war er leicht abgedreht gewesen, irgendwie daneben, linkisch. Akemi hatte ihn aber wirklich gemocht. Sie hatte ihn als witzigen, angenehmen Arbeitskollegen beschrieben, was durchaus gerechtfertigt sein mochte, doch Richard war mit ihm einfach nicht warm geworden und jetzt wusste er auch warum. Schon bei seiner Ankunft am Krankenhaus hatten Reporter den Gehsteig belagert. Er hatte keine Ahnung, wie sie es machten, doch anscheinend hatten sie Wind davon bekommen, dass in dem Wohnhaus, in dem Akemi lebte, ein Krankentransport gehalten hatte. Irgendwie waren die Infos dann weiter durch gesickert und bis Richard mit Akemi, Nathaniel und Roxanne das Krankenhaus wieder verließ, hatte sich eine wahre Schar von Papparazzi versammelt. Wie ein scheues Reh hatte sich Akemi an Richard gedrückt, der sie von den Fotographen abgeschirmt hatte. Dabei hatte sich seine Wut auf Nexus Ousia, dessen Dummheit und Leichtsinn nur vergrößert.

Inzwischen hatten sie Akemi ins Bett gebracht – Richard war mit ihr direkt zu Ecile gefahren, und das aus mehreren Gründen. Nach kurzer Rücksprache mit Nathaniel hatten sie beschlossen, Akemi nicht sofort in dessen Appartement zu bringen, der Ort also, an dem Nexus seinen Zusammenbruch, beziehungsweise seine Überdosis, erlitten hatte. Da Richard am Abend jedoch noch einen Termin hatte, den er nicht absagen konnte, war ihnen Eciles Haus als gute Lösung erschienen, denn dort würde Akemi wenigstens später nicht alleine sein. Inzwischen hatte sie sich etwas beruhigt, doch wirklich gut ging es ihr noch nicht. Richards Gesicht glich einer kalten Steinmauer, als er sich im Bad die Hände wusch. Am liebsten wäre er auf direktem Wege zurück ins Krankenhaus gefahren und diesem Chaoten eine Lektion zu erteilen. Er trocknete sich die Hände, verließ das Bad und ging zurück in das Gästezimmer, in dem Ecile Akemi untergebracht hatte. Sie lag im Bett, die Decke bis zum Kinn hoch gezogen. Als sie ihn herein kommen sah, lächelte sie ein wenig.


„Na, geht’s dir besser?“

Behutsam setzte er sich neben sie auf die Bettkante und berührte ihre Wange. Akemi schloss die Augen und schmiegte sich in seine Handfläche.

“Ich denke ja.“

Sagte sie leise.

“Ich hab' nur immer dieses Bild im Kopf. Als die Sanitäter die Tür aufgebrochen haben und Nex, wie er da lag...“

Eine Falte bildete sich auf ihrer Stirn, genau zwischen ihren Augenbrauen. Liebevoll strich Richard mit dem Daumen über die Stelle, um ihre Haut zu glätten und ihre Sorgen zu vertreiben. Akemi öffnete die Augen und sah ihn an.

„Danke.“

Hauchte sie und schenkte ihm ein weiteres schwaches Lächeln, bei dem ihm das Herz aufging. Genau dieses Lächeln wollte er für immer sehen. Akemi war eine Schönheit: ihre großen braunen Augen, ihre seidige Haut, ihre perfekt geschwungenen Lippen und ein Blick, der einem durch und durch gehen konnte. Selbst wenn sie traurig war oder in Gedanken versunken in die Ferne schaute, war sie wunderschön. Er wollte sie fröhlich sehen, das wurde ihm in diesem Moment noch einmal richtig bewusst.

- Coruscant – City – Haus von Ecile de Cinh - Gästezimmer – Mit Akemi -
 
- Coruscant - Industrieviertel - Verlassene Datenspeicherfabrik - 6 Cortanas, 3 Defender, Shana -

Sie hatte das dumpfe Geräusch in der Nähe vernommen, ihm zunächst aber keine große Bedeutung beigemessen, bis Corporal Kath sie eines Besseren belehrte. Aus einem kurzen Gesprächsfetzen bekam Chesara mit, dass einer der Soldaten eine Sprengfalle in der Kanalisation gelegt hatte - anscheinend unweit von dem Tunnel, den sie entdeckt hatten und durch den sie in dieses Gebäude gelangt waren. Wenn diese Fall hoch gegangen war, war jemand praktisch geradewegs hinein gelaufen. Die Imperialen waren ihnen auf den Fersen. Der republikanische Soldat trieb zur Eile an, hielt aber plötzlich mitten im Satz inne. Chesara hörte das Gespräch kurz nach ihm. Es kam nicht direkt von der verschlossenen Tür, vor der sie standen, jedoch aus einem benachbarten Gang. In diesen ging Chesara einige Schritte hinein, das Geräusch wurde lauter - ein leises Schaben, wie von einem Messer, das über den Asphalt gezogen wurde - und dann spürte sie auch die Präsenzen hinter der nächsten Wand, die sie zuvor nicht wahr genommen hatte. Sie waren umzingelt.

"Wir sind nicht allein."

Sagte Chesara leise, ohne sich der Theatralik dieser Worte bewusst zu sein. In einem Holo-Film hätten sie sich fantastisch angehört und die Spannung untermalt.

"Zurück in die Kanalisation können wir nicht, nach oben können wir auch nicht."

Dachte sie laut nach. Sie hatten weder viele Möglichkeiten, noch hatten sie viel Zeit. Im nächsten Augenblick erschien Baes Hawot neben ihr.

"Der Feind kommt durch."

Sagte der Nichtmensch mit seiner leicht zischenden Stimme und deutete auf die nächstgelegene Tür.

"Schnell, hier herein."

Der Raum lag in einem länglichen Gang und an der Tür prankte ein Schild mit den großen Buchstaben "PRIVAT". Grant und Pablo Cortina huschten bereits in den Raum.

"Wir verriegeln die Tür von innen."

Schlug Grant vor und deutete auf das Schild.

"Wenn wir Glück haben, geht die Sturm's davon aus, dass das Büro generell verschlossen war und schauen nicht genauer nach."

Chesara nickte vorsichtig. Viele andere Möglichkeiten blieben ihnen nicht.

"Und sobald die Luft rein ist, versuchen wir uns weiter nach oben durchzuschlagen."

Fügte sie an.

"In dem Raum sitzen wir in der Falle.... aber das tun wir hier sowieso. Also gut. Corporal?"

Wandte sie sich fragend an den Anführer der Soldaten, obgleich ihnen ohnehin keine Zeit mehr zum Diskutieren blieb. Rasch huschten alle in das Zimmer hinein und Jared Grant verriegelte die Tür. Stille legte sich über sie. Es war, als hielte jeder von ihnen die Luft an.

- Coruscant - Industrieviertel - Verlassene Datenspeicherfabrik - 6 Cortanas, 3 Defender, Shana -
 
Kom-Nachricht von Wes Janson an Chesara Syonette, Jedi-Verschlüsselung

Rätin Chesara,

es hat sich ein kleines Problem ergeben, welches unter Umständen die Sicherheit unserer Mission gefährdet. Exodus Wingston ist in Theed einem Freund und angeblichen Ex-Sith namens Tear Cotu begegnet und hat ihn ohne unser Wissen an Bord geschmuggelt. Da ich nicht glaube, dass Naboo der neue bevorzugte Urlaubsort für ehemalige Imperiumsmitarbeiter ist und ich wenig mehr als Wingstons Gefühl als Sicherheit habe, bin ich nicht völlig überzeugt davon, dass es sich wirklich um Zufall handelt. Es könnte eine Falle sein, um entweder uns oder Wingston ans Messer zu liefern. Außerdem stellt es ein Fragezeichen hinter Wingstons Bereitschaft, mit offenen Karten zu spielen und mit den Jedi zusammenzuarbeiten. Ich fürchte eine Art Lagerbildung und bin nicht mehr überzeugt, dass unsere Anwesenheit zu einem mehr an Sicherheit führt. Das gleiche gilt für Frau Cortina, von der ebenfalls zu befürchten ist, dass sie sich mit den Sith anlegt. Wäre nicht mein expliziter Auftrag, Chorios zu überwachen und auf die Widerstandskämpferin aufzupassen, würde ich einen Abbruch der Mission zumindest erwägen.

Mit besten Grüßen

Wes Janson

Kom-Nachricht Ende
 
Coruscant - Ein Raumhafen - Landebucht, Janem, Vincent


Janem beobachtete die Versuche seines Schülers die Luke des schnittigen Schiffes mit Hilfe der Macht zu öffnen. Es war eigentlich eine recht einfach Übung. Er musste mit seinen geistigen Fingern den verschiedenen Schaltkreisen folgen, welche das Schloss mit der Energie des Schiffes verbanden. Er musste diesen Energieströmen folgen und Ihre Natur ergründen. Dann würde er das gesamte System verstehen und konnte so gezielt die Energien unterbrechen um das Schiff zu öffnen. Aber bereits nach einigen Minuten wurde dem Chiss klar, dass er wieder einmal zuviel verlangt hatte von seinem Schüler.

Der Executor spürte die Macht in dem jungen Menschen. Er fühlte wie sein Geist auf Reisen ging, aber er schaffte nicht mehr als die Oberfläche des Metalls zu erfühlen. Seine Fühler drangen nicht tiefer. Noch immer war in ihm die geistige Blockade die es zu durchdringen galt.

Nach einigen Augenblicken gab Vincent schließlich auf. Er sah erschöpft aus. Viel erschöpfter als er hätte sein dürfen. Janem schüttelte den Kopf und richtete den Blick nach unten. War es möglich, dass er sich in diesem dort so geirrt hatte? Der Chiss spürte das Potential in seinem Schüler aber er vermochte es nicht die Blockaden die seinen Geist gefangenhielten zu durchbrechen. Janem atmete hörbar aus, dann straffte er sich und fixierte seinen Schüler mit seinem rotglühenden Blick.


Ich bin geduldig. Das bin ich wirklich. Aber ich hasse es meine Zeit zu verschwenden. Bedenke das wenn du mit deinen Übungen fortfährst. Du solltest jetzt viel weiter sein.

Janem ging an seinem Schüler vorbei zu dem Schiff auf dessen glatter Aussenhülle der Name "Wind" prangte. Dann legte er seine Hand aus Fleisch und Blut auf die Luke. Er spürte das kühle Metall auf seiner Haut und griff mit der Macht hinaus.

Dieses Schiff, das Metall seine Energie einfach alles ist Teil der Macht. Und du bist in der Lage die Macht für dich zu nutzen und zu manipulieren. Also kannst du auch dieses Schiff und alles was darin ist manipulieren. Du musst es spüren, musst deinen Geist öffenen und dich von den Blockaden befreien die man dir eingetrichtert hat. Die Materie mag noch fst sein, dein Geist durchdringt alle. Metall, Erde und Fleisch. Es spielt keine Rolle. Größe spielt keine Rolle und selbst das härteste Mineral kann deinem geistigen Druck nicht standhalten. Wenn du nur endlich zulässt das die Macht dich durchströmt, das sie dich zu ihrem Werkzeug macht. Dann wirst du mächtiger werden als du es dir je vorstellen kannst.

Janems Geist durchdrang mühelos das Metall des Schiffes und er folgte den Energieleitungen wie eine Transportbahn ihrer Repulsorschiene. Das Energienetz des Schiffes lag vor ihm wie eine technische Zeichnung und nach und nach unterbrach er die Leitungen die Luke sicherten.

Es war ein Zischen zu vernehmen und langsam glitt das Schott zur Seite und gab den Weg in den Innenraum des Schiffes frei. Janem drehte sich um und wandte sich seinem Schüler zu.


Du siehts. So macht man das. Ich hoffe du hast etwas gelernt. Denn wie gesagt...

Weiter kam Janem nicht. Sein Gefahreninstinkt flammte plötzlich auf, so dass sich der Sith mit einem von der Macht beschleunigten Sprung auf seinen Schüler warf, diesen packte und sich mit ihm zur Seite abrollte. Augenblicke später prasselte sein Blasterhagel auf die Stelle an der die beiden Sith grade noch standen. Janem war wieder auf den Beinen als die automatischen Zielsucher der versteckten Geschütze sich erneut auf sie einstellten und Blasterfeuer nach ihnen warfen. Die erste Salve wehrte der Executer mit der Macht ab so dass sie harmlos im Durabeton-Boden zerstoben. Dann erwachte in seiner Hand sein Laserschwert zum Leben und mit einem Satz und einer Rolle war Janem im inneren des Schiffes, wo er das erste Geschütz von der Wand schlug. Eine Drehung nach links verwandelte das zweite an der Ecke in rauchenden Schrott und ein Machtschub verquetschte den Lauf des dritten Blaster so das sich dieser in einer Explosion auflöste.

Janem winkte Vincent heran der nun ebenfalls ins Schiff stieg.


Ich spüre derzeit keine Gefahr aber sein auf der Hut. Wer immer dieses Sicherheitssystem installiert hat, hat mit Machtnutzern gerechnet. Es hatte eine zeitliche Verzögerung eingebaut und war von der Hauptenergie separiert.

Mit der gebotenen Vorsicht arbeiteten sich die Sith bis zur Brücke vor. Janem sichkte Vincent in die Wohnräume um diese zu durchsuchen während er selbst sich am Schiffscomputer zu schaffen machte. Das persönliche Logbuch konnte Janem nicht öffnen aber die Route des Schiffes gab ihm genug Aufschluss auf seinen Besitzer so dass sich ein bösartiges Grinsen auf seinem Gesicht breit machte. Er hatte also tatsächlich gefunden wen er suchte. Jetzt war nur noch ein letzter Schritt zu gehen.


Coruscant - Ein Raumhafen - Landebucht - Fremdes Schiff, Janem, Vincent
 
Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara, vor dem Zimmer: Jo, Mara J.

Sie wurde nicht wach als der Speeder hielt, sie heraushob und dann in das Honey House trug, welches sie gerade erreicht hatten, noch wurde sie wach als man sie in ein Bett legte und zudeckte. Auch die Stimmen ihrer Begleiter weckten sie nicht als diese miteinander sprachen, ehe eine von ihnen, Vorin das Zimmer verließ um etwas trinken zu gehen. Zurück blieb nur noch Tom. Das Mädchen schlief tief und fest, dass erste Mal seit fast einer Ewigkeit. Sanft ruhte sie in ihrem Schlaf, der völlig still von statten ging. Es schien als ob sie diesmal schlafen konnte ohne dass sie von Träumen geplagt wurde. Ihr Körper lag entspannt in dem Bett und ihre Atmung ging gleichmäßig. Der Puls war flach und ruhig, ganz so, wie es sein sollte. Keine Träume störten sie bisher, so als ob sie nicht vor hatten sie zu belästigen. Die Zeit zog sich dahin, wie viel es war wusste sie nicht. Dies würde sie erst erkennen, wenn sie aufwachen würde. Schlaf war gesund und besonders, wenn man durchschlief, wenn der Tiefschlaf nicht unterbrochen wurde. Würde man sich die Hoffnung machen können, dass sie wirklich einmal schlafen konnte? Vielleicht, vielleicht konnte man dies glauben, es hoffen, wenn da nicht eines wäre, ihre Gabe und der scheinbare Hang dazu, zu träumen, welche oft Albträume waren. Dann erwachten jene Albträume zu neuem Leben, nur dass sie diesmal anders waren als die bisherigen. Ihre Gedanken hatten sich so viel mit Vorin beschäftigt, dass ihre Angst ihn zu verlieren sich nun in ihren Träumen wiederspiegelte.

Mara lief durchs Honey House, in ihrem Gesicht stand eine gewisse Erwartung als sie sich einem Zimmer näherte in dem ihre große Liebe wartete. Leise klopfte sie und als das herein kam trat sie ein. Er hatte sie zu sich gerufen, weil er mit ihr sprechen wollte und sie war gespannt darauf zu hören was es war. Innerlich wünschte sie sich, dass er sie in die Arme nehmen und sie küssen würde, ihr sagen würde, dass er sie liebe und dass sie wieder zu einem Paar wurden. Als die Tür hinter ihr sich schloss lauschte sie seinen Worten, Worte die zu Anfang freundlich waren, sich dann aber veränderten. Sein Zorn entflammte und ergoss sich über ihr wie ein flammendes Inferno. Sie drangen in ihre Seele und in ihr Herz. Sein Ton war grausam, schneidend und tat ihr weh. Sie hörte wie er ihr an den Kopf warf wie selbstsüchtig sie gehandelt hatte und dass es sie einen Dreck interessiert hatte was aus ihm geworden, wie er sich gefühlt hatte. Sie vernahm wie er sie beschimpfte und ihr klar machte, dass sie nichts weiter wie ein unreifes dummes Mädchen war, welches ihn nur benutzt hatte um Erfahrungen zu sammeln. Sie musste ertragen wie er ihr sagte, dass er sie hasse und dass sie es nicht verdient hätte glücklich zu werden und es auch niemals werden würde. Ebenso musste sie ertragen wie er ihr weitere Vorwürfe machte, sie so hinstellte als ob sie ein kleines Flittchen sein, welches sicherlich auch nach ihrer Trennung mit anderen geturtelt hatte. Er sagte so vieles und er tat ihr so weh. Dann erklärte er ihr, dass er sie nicht liebe und nie wieder etwas von ihr hören noch sehen wolle. Dass sie aus seinem Leben verschwinden solle und dies für immer weil er mit so einem Miststück nichts zu tun habe wolle, welches nur ans ich dachte. So vieles, so vieles sagte er ihr, bis sie es nicht mehr ertrug, ihr Herz in Fetzen gerissen wurde und sie mit einem leisen
„NEIN, bitte ich liebe dich!“ aufwachte. Heiße Tränen liefen ihr über die Wangen, sie schluchzte. Aufrecht saß sie im Bett für diesen Moment unfähig zu erkennen wo sie war.

Obwohl es ein Traum war, nur ein Traum, war er für sie so realistisch als ob es wirklich geschehen wäre und in diesem Moment glaubte sie es sogar. Ihre panische Angst hatte sie bewahrheitet. Er hasste sie und wollte nichts mehr mit ihr zu tun haben. Warum nur? Warum? Sie hatte sich doch entschuldigt. Sie hatte ihm alles erklärt! Weshalb hasste er sie nun? Die Welt um sie herum nahm sie für diesen Moment nicht war, noch nahm sie war, dass sie sich außer ihr noch Tom in dem Zimmer befand.



Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara, vor dem Zimmer: Jo, Mara J.
 
- Coruscant - Coco-Town - Hotel "Imperial - Suite von den Celchus - Shawn Celchu mit Liv, Naina und Amico -

Als sie in der Hotel-Suite angekommen waren, hatte Liv als erstes die Sachen ihrer Schwägerin in deren Schlafzimmer gelegt. Aufräumen musste die Alderaanerin schon selbst, da die Hapanerin nicht in den Schränken ihrer Schwägerin herumstreunen wollte. Sie wollte nicht Arianas Privatsphäre verletzen. Dann hatte sie die beiden Kleinen ins Bett gebracht. Naina und Amico durften noch wachbleiben, bis ihre Mutter nach Hause kam.

Shawn hatte unterdessen die Holo-Net-News eingestellt, es war Zeit für die Blitz-News. Es war immer interessant zu erfahren, was den Tag über so geschehen war, auch wenn es nur Kurz-Infos waren. Doch der Alderaaner wusste dann, ob er die Nachrichten überhaupt schauen sollte oder nicht. Eine hübsche junge Frau sprach die Nachrichten und irgendwie kam sie ihm sehr bekannt vor. Natürlich hatte er sie schon des öfteren die Blitz-News lesen sehen, doch je mehr er sie sah, desto vertrauter waren ihm ihre Gesichtszüge.

Irgendwie erinnerte die junge Frau ihn an seine Cousine Siam Aldrete, doch als er sie das letzte Mal gesehen hatte, war er zehn und sie 12 gewesen. Sie hatte noch eine Zwillingsschwester gehabt, Pooja. Doch bestimmt hatten sich die beiden in all den Jahren so verändert, dass er sie gar nicht mehr erkennen würde und trotzdem, meinte Shawn in dieser jungen Frau Siam zu erkennen. Er wusste, dass die Zwillinge vor 20 Jahren mit ihren Eltern nach Coruscant gezogen waren, doch wer konnte schon sagen, dass die beiden dortgeblieben waren. Pooja und Siam waren bestimmt schon längst wieder nach Aldraan zurückgekehrt.

Er lauschte fasziniert der Stimme der Nachrichtensprecherin. Liv, die nun das große Gemeinschaftszimmer der Suite betreten hatte, schüttelte leicht vorwurfsvoll den Kopf. Sie setzte sich aufs Sofa, um ebenfalls die Blitz-News zu verfolgen:

„Gerade haben uns diese Neuigkeiten von unseren Kollegen auf Alderaan erreicht! Auf Alderaan hat sich einer der schwersten Verkehrsunfälle seit einigen Jahren ereignet. Bei dem Verkehrsunfall wurden drei Personen getötet. Aus bislang ungeklärter Ursache kam ein Landgleiter von seiner Flugbahn ab und prallte mit überhöhter Geschwindigkeit frontal mit einem entgegenkommenden Landgleiter zusammen. Es kam zu einer gewaltigen Explosion außerhalb der Hauptstadt Alderaa. Die Unfallopfer konnten bislang noch nicht identifiziert werden, da alle drei bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind. Vielleicht erfahren wir in den Late News bereits mehr!
Das war Siam Aldrete mit den Blitz-News für Coruscant! Wir hören uns!“


Erschorcken war Shawn aufgefahren und setzte sich nun zitternd wieder aufs Sofa. Es mussten nicht wirklich seine Eltern gewesen sein, die da verunglückt waren. Dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass dem doch so war. Naina und Amico sahen sich erschrocken an. Sie wusste nicht so ganz, was ihren Onkel so verstört hatte. Natürlich waren die beiden bereits alt genug um zu verstehen, doch hätten sie nicht im Traum daran gedacht, dass ihre Großeltern verunglückt sein könnten.

"Liebling, vielleicht waren es gar nicht deine Eltern. Warte erst mal ab, was in den Late News kommt.", versuchte Liv ihren Mann zu beruhigen.

"Ja, natürlich werde ich abwarten. Wenn ich nur wüsste, ob Siam mehr weiß."

"Was willst du denn von dieser Siam?", erkundigte sich die Hapanerin nun leicht eifersüchtig.

"Sie ist meine Cousine und als Nachrichtensprecherin, denke ich, weiß sie bereits etwas mehr."

"Noch eine Celchu? Aber nein, sie heißt ja Aldrete. Wenn wir nur wüssten wo sie lebt, dann könnten wir sie kontaktieren."

"Das könnten wir herausfinden. Sie hat übrigens ne Zwillingsschwester Pooja Aldrete."

Liv schmunzelte, so lernte sie langsam immer mehr Familienmitglieder der Celchus kennen und irgendwie lebten sie alle auf Courscant. Shawn fischte nun nach seinem Datapad und tippte darauf herum. Vermutlich hoffte er etwas über seine beiden Cousinen zu finden. Liv hoffte, dass Ariana bald auftauchen würde.


- Coruscant - Coco-Town - Hotel "Imperial - Suite von den Celchus - Shawn Celchu mit Liv, Naina und Amico -
 
Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara

Es war die seltene Gabe, mit offenen Augen und in jeder Situation und Haltung praktisch überall schlafen zu können. Wenn er gewollt hätte, hätte er entscheiden können sich für zwei Stunden schlafen zu legen und wäre auch fast exakt zwei Stunden später erwacht. Eine Fähigkeit, die ihm immer schon äußerst nützlich gewesen war. Doch diesmal war er mehr oder weniger übergangslos vom Meditieren in den Schlaf hinüber geglitten. Er erwachte erst, als seine Sinne eine Störung der den Raum umfassenden Ruhe vernahmen. Aus antrainiertem Reflex heraus schoss er aus der sitzenden Haltung hoch und sah kurz Sterne, bevor sein Kreislauf sich mit dem erzwungenen Kaltstart abgefunden hatte. Mara hatte etwas gesagt. Was war hierbei gar nicht bis zu Tom durchgedrungen. Hatte sie im Schlaf gesprochen? Tom musste sich schütteln, um wirklich wach zu werden. Schnell sah er zu Maras Bett. Sie saß aufrecht darin. Tom stieg vom Sessel, auf dem er immer noch stand. Mit wenigen Schritten war er bei Mara. Was war passiert? Sie weinte. Eine Vision? Ein Alptraum? Außer ihnen beiden war niemand im Zimmer. Vorsichtig griff er nach ihrem Unterarm.

„Mara?“

Sein Blick war äußerst besorgt, fast schon ängstlich. Man mochte fast meinen er hätte sie gerade ein zweites Mal mit aufgeschnittenen Armen in der Gosse entdeckt. Das sie abwesend, panisch und verängstigt aussah, half dabei nicht gerade.

„Mara!“

Kurz war Tom versucht nach draußen zu stürmen, um Jo oder einen der anderen Jedi zu holen, aber schnell entschied er sich dagegen. Er hatte versprochen bei ihr zu bleiben. Wenn er jetzt verschwand, würde sie natürlich genau in dem Augenblick wach werden und damit wäre niemandem ein Gefallen getan. Es würde sich wahrscheinlich nicht gerade positiv auf ihr Vertrauen in ihm auswirken. Jemanden dem sie vertrauen konnte, brauchte sie wohl momentan dringend. Hoffentlich könnte Jo diese Aufgabe bald wieder ganz übernehmen. Denn seine Zeit auf Coruscant lief langsam aber sicher ab. Doch das war ein Punkt, mit dem er Mara jetzt nicht belasten konnte und wollte. Sie hatte es zurzeit wohl schwer genug.

„Es war nur ein Traum, mehr nicht. Nur ein schlechter Traum. Alles ist gut.“

Wenn er sich so zuhörte, konnte er fast glauben, seine Mutter spräche aus ihm. Ein wehmütiges Lächeln trat auf seine Züge. Das erste Mal seit Jahren konnte er ohne Schmerz an sie denken. Das erste Mal seit Jahren war da einfach nur ein gutes Gefühl bei der Erinnerung an sie. Die Erinnerung an den am meisten geliebten Menschen in seinem Leben. Es war schön zu wissen, dass sie durch ihn ein Stück weit weiterlebte. Das nahm ihrem Tod ein stück weit die Endgültigkeit. Wenn Generationen von Jedi sich nicht irrten, dann war sie wohl in die Macht eingegangen und hatte auf diese Weise eine Form der Unsterblichkeit erlangt. Dann hatte er sie vielleicht wirklich vor Maras Selbstmordversuch in seinem Hangar gesehen.

„Ein Traum Mara, es war alles nur ein böser Traum.“

Sanft strich er über ihre Hand. Viel würde es sicherlich nicht helfen, aber versuchen musste er es. Er erinnerte sich daran, wie seine Mutter ihn damals getröstet hatte, als er das erste Mal eine Vision gehabt hatte. Es hatte Stunden gedauert, bevor er wieder hatte einschlafen können. Er hoffte, das Mara dank ihrer Erfahrung mit Visionen und Alpträumen besser damit klar kam. Doch bevor er nicht wusste, was sie geträumt hatte, könnte er das wohl kaum sagen.

Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara
 
[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, obere Kellerräume]- Commander Bosco Veantur, 4 Soldaten des Storm Commando

Die stumpfgrauen Wände des vor ihnen liegenden Korridors, dessen Zustand ebenso auf kontinuierliche Vernachlässigung schließen ließ wie der Rest des Gebäudes, ließen keinen Schluss darauf zu, ob sich in diesem Bereich des Gebäudes Eindringlinge Zutritt verschafft hatten oder nicht.
Während er seine kleine Gruppe jedoch ebendiesen Korridor entlang führte, musste Bosco Veantur sich eingestehen, dass das Misstrauen der Commodore durchaus seine Berechtigung hatte. Alte, dem Verfall überlassene Gebäude, noch dazu so verwinkelt wie diese Fabrik, waren geradezu prädestiniert dafür, mit der Zeit Zugangsmöglichkeiten zu eröffnen, die sich niemals in den Plänen befunden hatten, nach denen einer der gigantischen Baudroiden diese Fabrik vor langer Zeit hochgezogen hatte. Die aggressive Untergrundfauna Coruscants, die langfristig zersetzend wirkende Witterung… wer nicht gefunden werden wollte und den oberen Ebenen entfliehen musste suchte hier Schutz, in den Schatten der mächtigen Wolkenkratzern, von deren Spitzen aus die formalen Herrscher Coruscants regierten, ohne seine Unteren Ebenen je vollkommen unter Kontrolle zu halten. Die Republik hatte dies vermutlich nicht einmal versucht – die institutionellen und ideologischen Skrupel dieses schwachen, durch Korruption ausgehöhlten Gebildes waren einfach zu stark – und dem Imperium waren schließlich über dem zehrenden Krieg an der galaktischen Front die Ressourcen ausgegangen. Coruscant war kein Planet, den ein Verfechter von Recht und Ordnung besuchen konnte, ohne dass ihm der Abzugsfinger juckte. Vielleicht fanden sie in dieser Ruine tatsächlich noch mehr gesetzloses Gesindel…
Plötzlich hob Veantur die geballte Faust und veranlasste die ihm folgenden Männer, in der Bewegung zu verharren. Die Tür direkt vor ihm war aufgebrochen worden – und ungeachtet der fortgeschrittenen Verwahrlosung des übrigen Raumes erkannte das geübte Auge des ersten Offiziers der Viper sofort, dass die Spuren mechanischer Gewalt daran nicht sehr alt sein konnten.
Der Gang hinter der aufgebrochenen Tür und einem ebenso aus dem Weg geräumten Gitter – ein Gang, der eindeutig nicht in den Plänen verzeichnet gewesen war und kaum den Eindruck machte, als hätte ein Baudroide ihn in das Gebäude eingeschlossen – musste in die Kanalisation führen.


„Also haben wir doch einen ungebetenen Gast“, stellte der den Rang eines Lieutenant bekleidende Soldat hinter Veantur fest.

„Commodore Kratas hatte Recht.“

“Vielleicht.“

Veantur war noch nicht bereit, die bloße Ahnung seiner Vorgesetzten aufgrund eines einzigen Indizienbeweises als Fakt anzusehen. Niemand war ihnen auf dem Weg hierher begegnet – zugegebenermaßen hatten sie ein paar Türen passiert, die verschlossen gewesen waren – und wer auch immer hier eingebrochen sein mochte, war vielleicht schon längst wieder in Richtung der Kanalisation verschwunden. Vermutlich sogar verscheucht von den Geräuschen des Kampfes zwischen seinen Männern und Canze’olans Waffenschmugglern.

“Commodore, wir haben einen möglichen Einstiegspunkt gefunden. Überprüfen jetzt die Umgebung.“

Es kam keine Bestätigung dieser Ankündigung über Funk. Natürlich nicht – sie wusste, dass ihm klar war, dass sie genau dieses Vorgehen von ihm erwartete. Und dass er es nicht wagen würde, mit mangelnder Gründlichkeit vorzugehen.

“Wir überprüfen die Türen.“

Vage gestikulierte er in Richtung des Ganges, aus dem sie gekommen waren.

“Alle. Aber vorher…“

Veantur schmunzelte. Ihm war ein möglicherweise unnützer, aber dennoch verfolgenswerter Einfall gekommen.

“Vorher versiegeln Sie diese Tür wieder, 2341.“

Die übrigen vier Männer warteten, während der Soldat mit dem Laserschneidbrenner sich darum bemühte, die aufgebrochene Tür wieder zu schließen und dann zu versiegeln…

[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, obere Kellerräume, am Durchbruch zur Kanalisation]- Commander Bosco Veantur, 4 Soldaten des Storm Commando

[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Kellerräume]- Alynn, 4 Soldaten des Storm Commando

Veanturs Funkmeldung erreichte Alynn, als sie mit dem ihr folgenden Trupp an eine Sackgasse gelangt war. Der Korridor, den sie mit den Männern eingeschlagen hatte, endete in einer schmucklosen Wand und die wenigen abgehenden Türen hatten nur geleerte Lagerräume und eine kleine Kammer mit verstaubten Putzutensilien und einem stillgelegten Reinigungsdroiden offenbart. Wo auch immer dieses kurze Aufblitzen in der Macht aufgetreten sein mochte… es musste dort gewesen sein, wo Veantur und seine Männer sich aufhielten. Dass sie niemanden gefunden hatten, ließ darauf schließen, dass der potentielle Feind gewarnt war und sich versteckt. Ein kurzes Herausgreifen jedoch führte zu keiner weiteren verräterischen Empfindung… und das bereitete Alynn Sorgen. Entweder war der Jedi, den sie gespürt haben musste, bereits auf unbekanntem Weg wieder aus dem Gebäude verschwunden – wo ein nicht verzeichneter Durchbruch war konnten ebenso gut mehrere sein – oder aber jenes machtbegabte Individuum war stark genug, seine Präsenz gegenüber ihren Sondierungsversuchen vollständig zu verschleiern.
Falls die vier schwarz gepanzerten Soldaten das Zögern ihrer Vorgesetzten bemerkten, so ließen sie sich nichts anmerken. Mit Verstärkung durch den Rest des Storm Commando und die Sturmtruppen oben in der Fabrik konnte eine zumindest zahlenmäßige Überlegenheit gewährleistet werden… doch diese mochte in den engen Gängen der Keller weit weniger zweckmäßig sein als etwa auf offenem Feld.
Sie kontaktierte Veantur per Funk.


“Commander, halten Sie die Augen auf. Wir stoßen zu Ihnen.“

Letztendlich war die Anzahl der Soldaten auf beiden Seiten vollkommen irrelevant… am Ende würde es auf zwei Individuen hinauslaufen, die den Ausgang dieser Hatz durch die Fabrik entscheiden sollten.

[Coruscant, untere Ebenen, verlassene Datenspeicherfabrik, Kellerräume]- Alynn, 4 Soldaten des Storm Commando
 
¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ verlassene Datenspeicherfabrik ~ Kellerräume ¦¦ Shana ~ Cortanas ~ Chesara & Defender ~ ganz böse Alynn & Imp - Truppen oben

Während die junge Widerstandskämpferin noch immer staunend ihre Wunde betrachtete, sahen sich die Soldaten um und erkundeten den Teil des Gebäudes, den sie erreichen konnten. Die Heilung gehörte offenbar zu den etwas schwereren Gebieten und man benötigte ein gewisses Talent. Klar war jeder in etwas anderem gut, aber dass sich dies auch auf diese Machtsachen bezog, wusste Shana natürlich noch nicht. Also rein theoretisch konnte sie sich auch zur Wunderheilerin mausern, wenn das entsprechende Talent da war. Ob ihr dieses Gebiet liegen würde? Und wenn nicht, welches andere mochte es stattdessen sein? Es würde sie schon interessieren dies herauszufinden. Doch dazu musste sie sich zu einer Ausbildung bereit erklären, sonst erfuhr sie dies nie. Wenn man es so sehen wollte, machte es Chesara sehr geschickt, auch wenn es die Umstände natürlich begünstigten. Sie war in der letzten Stunde Zeugin von absolut beeindruckenden Möglichkeiten der Macht geworden, was natürlich Werbung schlechthin für den Orden war. Wenn das alles dazu hatte führen sollen, sie zu einer Jedi zu machen, dann war der Plan wohl aufgegangen. Doch dazu mussten sie hier erstmal raus.

Mittlerweile stand die Frage im Raum wie es weitergehen sollte. Es war niemand in unmittelbarer Nähe, doch man kam nicht weiter in das Gebäude hinein. Allerdings stimmte Shana darin überein, dass sie nicht zurück in die Kanalisation wollte. Es war nicht nur der Gestank, vor allem warteten dort die Imps auf sie. Auf Wiedersehen mit ihren guten Freunden konnte sie gut und gerne verzichten. Etwas verblüfft drehte sie sich um, als sie vom Corporal angesprochen wurde. Ob sie laufen konnte? Jetzt wo sie nicht mehr Gefahr lief vor Schmerzen den Verstand zu verlieren, sollte es eigentlich ganz gut gehen. Ihre 100 Meter Bestzeit würde sie heute nicht mehr schlagen, aber um von hier zu verschwinden, dafür sollte er reichen.


"Ja, mir geht’s wieder richtig gut." Wenn sie es ganz genau nahm, zwickte das Bein noch ein bisschen von dem Streifschuss, aber das war nichts im Vergleich zu der anderen Wunde. Diese marginale Verletzung zu erwähnen war unnötig. Sie war doch keine Memme und kein Prinzesschen, wie sie manche in der Schule manchmal genannt hatten.

"Das mit der Machtheilung hat ganz gut geklappt." , fasste sie untertreibend zusammen.

Wenn sie genauer darüber nachdachte, was sie im Moment geflissentlich vermied, war diese Machtsensitivität eine ziemlich erschütternde Sache. Wer träumte manchmal nicht davon besondere Kräfte zu besitzen? Zu erfahren, dass man diese tatsächlich hatte, war dann doch ein ziemlicher Hammer. Zum Glück blieb nicht genug Zeit um sich in solchen Gedanken zu verlieren, denn ein neues Thema kam auf. Nach einer eingetroffenen Nachricht war plötzlich die Rede von Exodus Wingston, Sith und Noa. Sie verstand akustisch nicht alles, weshalb sich der logische Zusammenhang erst Recht nicht bilden lassen wollte. Was hatte ihre Ex-Kommilitonin denn bitte mit dem zu tun? Und wieso sollte sie in Schwierigkeiten sein? War sie nicht aufgebrochen um einen Auftrag für den Widerstand zu erledigen? Sie hatte sich noch so aufgeregt wegfliegen zu müssen.

Was hatten die Sith damit zu tun? Exodus Wingston war Vizepräsident der Familienfirma soweit sie wusste. Stimmt, genau … Vizepräsident, jetzt fiel es ihr auch wieder ein. Und dabei erinnerte sie sich auch daran ihn im Bordell gesehen zu haben, obwohl sie sich nicht ganz sicher gewesen war. Konnte es doch sein? Seit wann machten die Jedi Geschäfte mit so einem? Er war doch früher Exekutor des Imperiums gewesen, oder nicht? Und irgendwie war von noch einem Sith die Sprache, aber es schien sich keiner wirklich darüber aufzuregen. Was war denn da los? Nur weil jemand nicht mehr mordete und ein brutales Regime unterstützte konnte man ihm plötzlich vertrauen? Aber vielleicht hatte der Widerstand nicht viele Alternativen. Möglicherweise ging es wirklich nur um das Geschäft, wobei man trotzdem einen anderen Partner hätte suchen können. Wie dem auch sei, die Studentin hatte zu wenige klare Infos um sich einzumischen, zudem wurden die Probleme wirklich drängend.

Es waren anscheinend nicht nur Truppen hinter ihnen, sondern auch vor ihnen. Na super! Konnten sie nicht endlich einmal Glück haben? Oder war sie am Ende schuld daran, weil sie alle aufgehalten hatte? Sie mussten auf jeden Fall etwas machen. Chesara und die Soldaten gingen ein Stück weiter, auf der Suche nach einer Alternative zum gefangen werden. Shana hielt sich da raus. All diese Ideen hatte sie zwar auch im Geist parat, doch wie man sich in einer Krisensituation wirklich verhielt, davon hatte sie keinen Schimmer. Sie präferierten einen Plan, der ganz in ihrem Sinne war. Verstecken und abwarten. Dem Gegner keine Chance geben herauszufinden wo man war. Jetzt nur noch Spuren verwischen, was in der momentan aber Quatsch war. Nun, der Büroraum, den sie verrammelten war das Beste was sich improvisations- mäßig bewerkstelligen ließ.

Shana stellte sich hinter den Draethos und lauschte gespannt. Nach kurzer Zeit ließen sich Schritte vernehmen und euch gedämpfte Stimmen, bzw. eine Stimme. Würde ihr Versteckspiel funktionieren? Doch selbst wenn nicht, sie war bereit. Um das zu symbolisieren, streckte sich ihre Hand zum Blaster. Erstaunlicherweise hatte sie kaum noch Angst. Wenn es zu viele Soldaten waren, gingen sie sowieso alle drauf. Nicht jedoch ohne einige von ihnen mitzunehmen. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Rein objektiv betrachtet hatte sie doch Angst, und zwar Todesangst, aber sie lähmte sie nicht, sondern gab beruhigende Klarheit. Der perfekte Soldat müsste dieses Gefühl in jedem Kampf aufrufen, das wäre doch echt vorteilhaft, oder? Interessanter Gedanke, der sich aber genauso gut als unmöglich und unsinnig herausstellen konnte. Ihr Gefühl jedenfalls sagte ihr, dass sie es nicht reibungslos hier raus schaffen würden.


¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ verlassene Datenspeicherfabrik ~ Kellerräume ¦¦ Shana ~ Cortanas ~ Chesara & Defender ~ ganz böse Alynn & Imps – vieeeeeeeeel zu nah
 
[Imperial City – Verwaltungskomplex – Obere Etagen – Foyer zur Landeplattform] – Nergal, Ario Tal'shia(NPC) & 2 Apprentice(NPC)

Die Abwesenheit jeglichen Lärms machte sich umso mehr bemerkbar als nicht nur die Unterhaltung von Nergal und dessen Schüler ihr Ende fand, sondern auch, als die beiden Apprentice nicht mehr mit der Twi'lek konferierten. Vermutlich hatte sie die beiden nun entsprechend instruiert und weitere Worte waren nicht mehr von Nöten. In gewissem Sinn vertraute er der Sith Meisterin. Sie hatte sich bereits zwei Mal in aktive Kampf bewiesen und nun mehr auf dem Flug nach Coruscant war sie scheinbar erfolgreich ihrer Aufgabe nachgekommen. Da sie allerdings noch immer auf den Gouverneur warteten schien es nur angebracht wenn er sich vielleicht doch schon mit Tal'shia unterhielt. Ursprünglich hatte der Inquisitor anderes geplant gehabt, aber die Dunkelheit war unberechenbar, man musste schlicht damit leben das manche Dinge einfach nicht so eintraten wie man es sich ausmalte. Der einem Riesen gleichende Mensch drehte sich zu der blauhäutigen Twi'lek um und mit einfacher Geste, als auch dem aussprechen ihres Namens forderte er die drei mit ihm und Ario gereisten Sith auf zu ihnen zu kommen.

„Sie wissen bescheid?“ Richtete er seine düster erklingenden Worte an die Twi'lek.

Die nickte und deutete mit der Hand in die Richtung der beiden Apprentice.


„Ich habe sie angewiesen, genau so wie ihr es mir aufgetragen habt, Inquisitor.“

Ein knappes Nicken und sein Blick wanderte zu den beiden Schülern. Ein Chiss und ein Trandoshaner. An die Namen erinnerte er sich nicht, aber die waren auch ebenso unwichtig wie die Namen der beiden Sturmtruppen. Sie waren hier um als Werkzeuge zu dienen, allzu genau würde er sich noch nicht mit ihnen befassen, vorerst legte er genug Vertrauen in die Auswahl der Twi'lek, die Beiden nicht anzuzweifeln. Kurz verweilten seine Augen auf dem blauhäutigen beinahe Menschen, ehe er den Trandoshaner in Augenschein nahm. Beinahe war das Echsenwesen so groß wie der Sith Inquisitor, der allerdings noch immer einige Zentimeter größer war. Da die beiden instruiert waren, was ihr Verhalten während dieser Mission und vor allem in seinem Beisein anging, konnte man die ursprünglich für das Treffen mit dem Gouverneur geplante Informationssitzung auch jetzt abhalten. Eigentlich hatte Nergal geplant am Anfang die Schilderungen des Politikers anzuhören und sich abschließend über beides ein Urteil zu bilden. Tal'shias Berichte allerdings die er danach hatte anhören wollen, würden aber sehr wahrscheinlich nicht mehr oder weniger enthalten als das was ihnen der Gouverneur sagen würde.

Zumindest hoffte das der Inquisitor für den imperialen Statthalter. Inkompetenz und mutwilliges Misstrauen was in diesem Fall an Behinderung grenzte, waren keine Dinge mit denen man bei ihm hausieren gehen sollte. Ruhig und gelassen war die allgemeine Stimmung des Sith, doch wirkte er ob seines Aussehens, seiner Mimik und dem Klang seiner Stimme doch noch immer wie das unaufhaltsam brutale Unwetter das sich jeden Moment, nur auf seine Gedanken hin, zusammenbrauen konnte.


„Ich habe euch aufgetragen Informationen über Coruscant und dessen Lage bezüglich des Widerstandes einzuholen Lady Tal'shia...“

Mehr Worte waren nicht von Nöten. Die Sith Meisterin nickte und begann dann zu erzählen. Sie griff mehrere Wochen und Monate zurück. Berichtete von Ereignissen die sich noch während dem Bruderkrieg abgespielt hatten und ob der zunehmenden Spannung des selbigen – die sich auf das gesamte Imperium übertragen hatte – waren die Berichte von den Kernwelten irgendwann so unbedeutend geworden, wie jene aus den Rim Bereichen. Bis auf eine Welt. Coruscant. Der Stadtplanet, der sich aber seit einigen Jahrhunderten auch nicht mehr der Einzigartigkeit rühmen konnte, hatte seinen symbolischen Wert allzeit bewahrt. Weshalb auch immer, dachte sich Nergal im stillen und wanderte mit seinem Blick aus dem Fenster der gegenüberliegenden Wand. Musterte ohne es sich anmerken zu lassen die beiden Sturmtruppen und entschied sich noch während er dies tat dagegen einen kleinen Angriff auf deren Geist zu starten, nur um zu sehen wie einfach, oder eben auch nicht, es sein würde, sie zu beeinflussen und zu kontrollieren. Letztendlich wäre es mit Sicherheit möglich... Doch da war die kurze Sekunde in der Tal'shia sich gesammelt hatte bereits vorbei und seine Aufmerksamkeit galt den Schilderungen eines Attentats auf einen imperialen Moff, der Erläuterung wie nur wenig später ein neuer Gouverneur die Macht hier auf Coruscant übernommen hatte – derjenige auf den sie warteten und wie der Widerstand sich langsam formiert hatte, in diesen nunmehr vergangenen Wochen.

„Die Lage dieses Geschwürs ist schon länger als ich dachte in einem drastisch verschlechterten Zustand. Nicht das es hier jemals 'gut' gewesen ist... aber so lange wie sich der Widerstand schon regt... wie lange befindet sich Kezia schon auf Coruscant?“

„Sie ist bereits vor der Ernennung von Gouverneur Horatio Kraym hier gewesen, Lord.“

Verheißungsvoll verengten sich die Augen des Inquisitors zu Schlitzen und er schien durch die Twi'lek hindurch in die Ferne zu blicken...

„Ohne sie Verteidigen zu wollen, die Inquisitorin wurde ursprünglich nach Coruscant gesandt um Gerüchten über Sichtungen von Jedi nachzugehen.“

Es überraschte den Inquisitor das sich die Gerüchte ob möglicher Jedi Aktivitäten auf Coruscant derart lange schon hinzogen. Wenn er neu eingesetzte Gouverneur bereits einige Wochen in seinem Amt verweilte und Kezia noch vor ihm hier gewesen war. Die Schilderungen der Twi'lek, das sie allerdings kaum etwas an Daten übermittelt hatte, geschweige denn beigetragen hatte, stimmte ihn nicht sonderlich positiv. Es stand noch schlimmer um diese Welt als er gedacht hatte.

„Demnach hat sich nicht geklärt ob tatsächlich Jedi auf Coruscant verweilen.“

„Nein, mein Lord. Lady Kezia hat keinerlei brauchbare Spuren vorgefunden. Die imperialen Berichte waren ebenfalls dieser Meinung.“

Verneinte die Twi'lek und verneigte sich leicht. Nergal nickte. Er war wegen dem Widerstand hier. Sollten sich tatsächlich Jedi auf Coruscant befinden verschoben sich zwar seine Ziele durchaus etwas, aber im Großen und Ganzen würde er sein Vorhaen nicht über den Haufen werfen. Allerdings rechtfertigte die Anwesenheit solcher Häretiker eine härtere Vorgehensweise als vielleicht geplant. Und Nergal war gewiss niemand der davor scheute etwas mehr Kraft aufzuwenden. Gerade hier auf Coruscant könnte man sogar versuchen den Pöbel für die eigene Sache zu gewinnen. Immerhin... die Republik galt noch immer als besiegt, die Jedi vernichtend geschlagen... die Herrschaft des Imperiums war nahezu unumschränkt. Jedenfalls konnte man die Situation derart umzeichnen, wenn man sich von allen negativen Ereignissen der letzten Zeit und Auswirkungen des Ordenskrieges distanzierte und seine Augen davor verschloss. Sicher war jedoch das Coruscant gesäubert werden musste.

Tal'shia ging nach dem kurzen Diskurs dazu über einige kleinere Geschenisse zu schildern. Brachte Berichte ein die dafür sprachen das sich tatsächlich Jedi hier befanden, hatte aber genügend Material das aufzeigte das es nicht unbedingt sein musste und der Widerstand auch allein durchaus fähig war. Aber das Attentat auf Moff Veran war im Grunde schon Zeugnis deren Geschicks genug. Die orange-roten Augen des Inquisitors ruhten weiter auf der Twi'lek als sie immer noch fortfuhr und die letzten Monate und Wochen etwas genauer umzeichnete. Nergal sog die Informationen auf und achtete darauf sie objektiv genug weiter zu betrachten. Ohne seine persönliche Meinung über das Können des Gouverneurs mit ins Spiel zu bringen. Egal wie man auch argumentieren mochte. Nergal war kein einfacher und normaler Mensch. Er befand sich so weit entfernt von jenem Gouverneur wie ein Einzeller vom Terentatek. Der Gouverneur konnte nicht auf die Mittel zurückgreifen, die ihm zur Verfügung gestellt waren. Er war hier um das zu ändern, zumindest indirekt konnte er so auf die Dunkle Seite zugreifen. Wenn auch nur durch dritte. Allerdings sollte Nergal dabei nicht vergessen das sich Darth Draconis bereits hier auf dem Stadtplaneten befand. Allerdings auch nicht sonderlich länger als Nergal und der Rest seiner Sith Entourage.


„Um Kezia werde ich mich kümmern. Ihre Inkompetenz und Tatenlosigkeit wird hier auf Coruscant ein Ende finden und dann werden wir dem Gouverneur eine Kraft zur Verfügung stellen, die diese Inquisitorin viel zu lange verschwendet hat. Lasst uns hoffen das sich tatsächlich Jedi hier auf Coruscant befinden. Wo bliebe sonst die Herausforderung?“

Schmunzelte der Sith und konnte erkennen wie dieser Ausspruch die beiden Apprentice als auch Tal'shia durchaus... erheiterte. Er persönlich hoffte zu einem kleinen Teil auch darauf auf Jedi zu treffen, hegte überwiegend andere Intentionen und Gedanken bezüglich des Aufenthaltes hier. Und doch... sein Blut gierte danach, es kribbelte in den Fingern seiner linken Hand, er konnte spüren wie sein Körper nach Kampf und Krieg und Blut und Gewalt schrie... noch im Keim erstickte Nergal die sich zusammenbrauende Dunkle Seite. Er war kein einfacher Soldat der nur an die Front geschickt wurde um zu vernichten was sich in den Weg gestellt hatte. Diese Zeiten waren vorbei... Jetzt würde er sie an die Front schicken...

[Imperial City – Verwaltungskomplex – Obere Etagen – Foyer zur Landeplattform] – Nergal, Ario Tal'shia(NPC) & 2 Apprentice(NPC)
 

Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara


Die Tränen rannen aus ihren Augen und stürzten über ihre Wange, hinab wie kleine Wasserfälle. Zuerst merkte sie nicht, dass Tom sich auf ihr Bett und neben sie setzte. Sie wurde sich dies erst gewahr, als er mit der Hand nach ihrem Arm griff und ihr sagte, dass sie nur einen bösen Traum gehabt hätte. Diese Worte wiederholte er des öfteren. Das Mädchen schlang im nächsten Moment ihre Arme um den Hals des jungen Mannes und vergrub ihr Gesicht an dessen Schulter. Er mochte Recht haben, dies war nur ein böser Traum, aber war so real gewesen, so real und scheinbar aus ihrer Angst und Panik heraus geboren worden. Die Angst Vorin zu verlieren. Sie wusste wie viel sie ihm getan hatte und dass er Zeit brauchen würde, jene hatte er sich auch erbeten und dennoch war es genau dies, was sie belastete. Dies würde sie nicht offen zugeben, niemals! Aber die Angst war da ob sie nun begründet war oder nicht spielte keine Rolle. Es waren ihre Gefühle, Gefühle die ihr die Kehle zuschnürten und sie wahnsinnig machte. Hier und jetzt, auf diesem Planeten, wo sie ihn erneut getroffen hatte wurde dies alles nur noch schlimmer. Sie wusste nicht ob sie dies auf Dauer ertragen würde. Ob sie hier verweilen konnte und ihn sehen musste, denn schließlich blieb ihr nicht viel übrig.

Ihre Gefühle für ihren Ex-Freund hatten sich verändert. Sie hatten sich sehr verändert. Aus der jugendlichen Liebe war mehr geworden. Sie hatte ihn nicht vergessen können, gleich wie sehr sie es versuchte hatte. Auf Mon Cal hatte sie in verglichen mit jedem, denn sie sah und selbst mit Tom hatte sie ihn schon verglichen. Doch keiner war Vorin bisher gerecht geworden. Kein einziger! Niemand sah aus wie er, niemand hatte seine Eigenschaften, sein Lächeln, noch diese Augen, die seine Gefühle wiederspiegelten. Niemand besaß dieses wundervolle Haar und diese Lippen, die Mara so gern geküsst hatte und es noch immer tun wollte. Er war stets in ihren Gedanken gewesen, gleich was sie versucht hatte. Er und Sen! Über den Tod ihrer Freundin hinweg zu kommen war nicht einfach, aber über ihren Ex-Freund hinweg zu kommen war einfach unmöglich. Wenn sie dies alles, all ihre Gefühle in Worte hätte fassen müssen, hätte sie dafür eine halbe Ewigkeit gebraucht. Ihr Herz sagte ihr so vieles, so vieles was sie gern aussprechen wollte und dennoch tat sie es nicht. Wie auch! Sie hatte ihm Zeit geben müssen und er brauchte sie. Wem also sollte sie all dies erzählen? Wer würde dies verstehen? Es viel ihr schwer sich jemandem anzuvertrauen, noch schwerer viel es ihr über ihre Gefühle zu sprechen, die ihr die Kehle zuschnürten.

Tom hielt sie den Armen und drückte sie an sich, was hätte er auch sonst tun sollen!? Da er nicht wusste was mit ihr war, was sie geträumt hatte konnte er nicht viel sagen sondern musste darauf warten, was sie selbst preisgab, wenn dies überhaupt etwas war. Bisher war er stets für sie da gewesen, hatte sich um sie gekümmert, seit ihrem Selbstmordversuch. Er war nicht von ihrer Seite gewichen und sie konnte ihn mit Recht einen sehr guten Freund nennen. Es dauerte eine Weile, bis ihre Tränen langsam versiegten und es dauerte noch einen Moment mehr bis sie ihre Stimme wieder fand. Trotz allem hob sie nicht den Kopf. Vorerst nicht.


„Du hast Recht, es war nichts weiter als ein Traum, auch wenn er so realistisch war.“

Ihre Stimme war gedämpft, da sie ihr Gesicht noch immer an seine Schulter gegraben hatte und zudem war sie rau durch ihre Tränen. Dann hob sie doch ihr Gesicht und sah Tom in die Augen. Das Blau ihrer Pupillen war trüb durch die Tränen und der Rest gerötet.

„Er hasst mich! In meinem Traum hat er mich gehasst und er hat mir seinen Hass entgegen geschleudert. Hat mir seine Verachtung an den Kopf geworfen und mir gesagt dass er mich nie wieder sehen will. Oh Tom! Ich würde es nicht ertragen wenn dieser Traum wahr werden würde. Es macht mir Angst, unvorstellbare Angst! Ich liebe ihn über alles und ich weiß, dass das was ich getan habe ein Fehler war, zum anderen war es aber auch richtig. Ich musste ihn gehen lassen! Es wäre nicht fair gewesen ihn weiter fest zu halten. Nicht in meinem damaligen Zustand. Ich hatte Angst, dass er mich verlassen würde, also habe ich es getan.“

Sie schüttelte den Kopf.


„Ich habe Angst. Angst davor, dass er mich nie wieder sehen will. Auch wenn wir jetzt gesprochen haben, auch wenn einiges gesagt wurde, so hat er sich verändert. Ich habe ihn verändert! Wie konnte ich nur zerstören was wir einst besessen haben!?“

Wieder schüttelte sie den Kopf. Ihre Worte mussten hinaus und Tom war der einzige der hier war, der einzige, dem sie es sagen wollte. Denn er kannte ihre Verfassung, er wusste von ihrem Selbstmordversuch und vielleicht verstand er sie auch hierbei. Vielleicht konnte er ihr helfen.

„Er hat sich Zeit erbeten und ich habe ihm diese gewährt, dennoch weiß ich nicht wie ich es ertragen soll ihn zu sehen! Ich liebe ihn mehr als mein Leben Tom und ich würde alles tun um die Chance zu erhalten wieder mit ihm zusammen zu sein. Gleich wie verrückt es klingen mag, gleich für wie irre mich jemand halten mag, ich würde für ihn in den Tod gehen wenn es sein müsste.“

Sie sah Tom an und in ihren Augen lag etwas, dass ihre Worte nur bestätigte. Gleich was Tom von ihr halten, was er von ihr Denken mochte, gleich wie kindisch sich dies vielleicht in seinen Ohren anhören musste, es entsprach der Wahrheit. Sie liebte Vorin, sie liebte ihn wirklich und dies vom ganzen Herzen. Es war keine kindische Verliebtheit, bei der man durch eine Rosarote Brille sah und bei der alles perfekt war. Würde Tom auch dies alles verstehen? Er schien sich nicht groß für Frauen zu interessieren, zumindest Momentan nicht. Eine Beziehung schien für ihn nicht wichtig zu sein. Jedenfalls nicht jetzt. Woran dies lag wusste Mara nicht, aber wahrscheinlich gab es auch hierfür Gründe.


„Ich weiß dass du nicht viel von ihm hältst. Dies weiß ich schon seit wir uns das erste Mal begegnet sind. Als ihr auf Smee aufeinander getroffen Seid. Du hast daraus nicht unbedingt einen Hehl gemacht. Auch wenn es den anderen vielleicht nicht aufgefallen ist, mir ist es dennoch aufgefallen. Er ist nicht so schlecht wie du denkst Tom! Wirklich nicht! Vorin hat so viel durchgemacht, er hat so viel erdulden müssen, auch mit seiner Schwester und der Familie. So viel ist auch bei ihm schief gegangen. Als er und ich uns kennen lernten und zusammen kamen, waren wir so glücklich bis das alles geschehen ist. Ich habe ihn tief verletzt. Tiefer als wahrscheinlich je jemand zuvor. Ich war egoistisch gewesen, habe ihm den Vorwurf gemacht mich nicht zu verstehen, sich nicht um mich zu kümmern. Er hat es getan und ich habe es nicht sehen wollen.

Oh Gott, ich wünschte dies alles wäre nicht passiert. Wünschte, ich könnte es ändern und ich würde alles dafür tun. Dennoch weiß ich, dass ich es nicht kann. Das einzige was mir bleibt ist die Hoffnung und ich weiß nicht ob diese Hoffnung gerechtfertigt ist. Ich weiß nicht ob er mich noch liebt und ob er mir je verzeihen kann. Könntest du dies? Könntest du mir verzeihen wenn ich dich einfach gehen gelassen hätte!?“


Sie sah ihn fragen an. Es klang verrückt! Sie wollte von ihm eine Antwort, obwohl er ihr nicht wirklich eine geben konnte und dennoch hoffte sie, dass er es vielleicht doch konnte. Sie waren befreundet und sie mochte ihn, sehr sogar. Er war wie ein großer Bruder für sie, denn sie nie gehabt hatte. Einen, denn sie sich gewünscht hatte. Doch da sie ihre Eltern nicht kannte, noch ihre wirkliche Vergangenheit, war dieser Wunsch irgendwann verloren gegangen. Er hätte sowieso nie wahr werden können. Doch für diesen Moment, für jetzt, da sie Tom kennen gelernt hatte war er zu ihrem großen Bruder geworden. Dies war Ersatz genug.


„Ich weiß nicht ob du mir darauf eine Antwort geben kannst, aber ich würde es mir sehr wünschen. Ich mag dich sehr Tom, du bist für mich wie ein großer Bruder denn ich nie hatte und so gern gehabt hätte. Unsere Begegnung war sicherlich nicht umsonst. Dass Treffen auf der Smee und unsere Gemeinsamkeit was Visionen angeht, auch wenn sie bei dir nicht so extrem sind wie die meinen. Es fällt mir nicht so einfach mich anderen zu öffnen. Auch wenn ich ein Gefühlsmensch bin und diese auch sehr zum Ausdruck bringe.“

Wieder ließ sie eine Pause einfließen.


„Dir geht es ähnlich wie mir was die Jedi angeht und das Zugehörigkeitsgefühl. Ich sehe dich und ich kann so vieles nachvollziehen, weil ich es kenne oder mir ähnliches wiederfahren ist. Verrückt ist es schon wenn ich bedenke, dass ich durch all das was bisher geschehen ist, doch mitgenommen bin und mir trotz allem Sorgen um die anderen mache und dies teilweise noch mehr als um mich selbst. Ich kann dir für einiges dankbar sein Tom. Wenn du nicht gewesen wärst, dann hätte mein Leben in der Gasse ein Ende gefunden. Du hast mich wach gerüttelt und dies ist mehr wert als so manches. Dafür danke ich dir von Herzen, auch dass du für mich da warst. Gleich was in Zukunft geschehen wird, ich möchte dass du weißt, dass auch ich immer für dich da sein werde. Wo immer du sein magst oder was auch immer du gerade tust, du kannst auf mich zählen!“


Sie lächelte ihn an und diesmal waren ihre Augen weit aus heller. Sie gaben ein Strahlen wieder und ließen ihre Tränen vergessen, wo sie zuvor noch fertig gewesen war, fühlte sie sich nun befreiter. Mara legte ihre Hand an Toms Wange und küsste diese dann. Sie sah wirklich einen Bruder in ihm und so liebte sie ihn auch. Das Mädchen hatte so viel zu ihm gesagt, so viele Worte an ihn gerichtet, dass sie hoffte, dass er sich nicht ein wenig überfordert fühlte bei dem allen. Zuletzt hatte sie vor ein paar Stunden wie ein Wasserfall gesprochen und dies mit Vorin. Bisher war sie ehr recht ruhig gewesen. Hatte sich in sich selbst zurückgezogen, drauf bedacht ja nicht etwas von außen an sich heran zu lassen. Es war ein Schutzfaktor gewesen und außerdem hatte sie sich nicht sehr wohl gefühlt. Nun ging es ihr besser, sowohl Seelisch als auch Körperlich. Auch wenn beides noch nicht perfekt war, es noch etwas Zeit brauchen würde, sie hatte Hilfe, wenn sie diese wollte und sie würde sie nutzen wenn sie jene brauchte. Schließlich konnte man nicht alles allein bewältigen, selbst wenn sie es noch so sehr wollte oder versuchte. Nicht alles lief glatt und es gab Ereignisse, bei denen man Hilfe benötigte, eine Weisung, eine Idee oder gar einen anderen Lichtblick. Sie durfte hoffen, zumindest in einigem, wenn auch nicht in allem. Aber dieses klein Leuchten reichte ihr im Moment um aufrecht zu stehen und zu kämpfen. Es genügte!

Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara
 
[ Coruscant | Imperial City | obere Ebenen | Landeplattform | mit einer Fremden (Pooja Aldrete), zwei Wachleuten ]
Ein weites Meer aus unzähligen Lichtern erstreckte sich auf allen Seiten der Landeplattform. In der schwarzen Finsternis wirkte dieser Anblick auf einen Besucher einfach nur magisch. Zur Finsternis herrschte in den oberen Ebenen von Imperial City außerdem noch ständig ein eisiger Wind. Durch den steigenden Platzmangel, welcher exponentiell in den letzten Jahrtausenden zugenommen hatte, hatte man in den fernen Himmel bauen müssen. Mittlerweile überragte ein neuer Wolkenkratzer das letzte architektonische Meisterwerk. Dazu sah man in dieser Höhe nicht das furchtbare Elend, das in den finsteren Ebenen nah der rauen Planetenoberfläche vorhanden war. Für viele Bewohner, welche der versnobten High Society angehörten, ein Grund die teuren Appartements in den oberen Ebenen zu ergattern.

Neben dem persönlichen Gleiter von Gouverneur Horatio Kraym I. war noch ein schlichtes Lufttaxi auf der kleinen Plattform gelandet. Eine hübsche, brünette Frau hatte das Taxi verlassen und ging in einem gemächlichen Schritt auf den imperialen Verwalter zu. Natürlich setzte er bei der attraktiven Fremden sofort sein typisches Lächeln, was eigentlich für öffentliche Veranstaltungen oder die recht zahlreichen Journalisten der HoloNet-Medien reserviert war. Für einen kurzen Augenblick spürte er den frostigen Wind in seinem Haar. Ihr süßes Parfüm erreichte seine Nase. 'Arianas zarter Duft war berauschender', sinnierte der Adlige. Er sah die schöne Alderaanerin für mehrere Sekunden vor sich – begleitet von einer kurzen, aufflammenden Leidenschaft. Erneut musterte er die Brünette.


„Tut mir leid, dass ich Sie verfolgt habe, Sir“, entschuldigte sich die Fremde mit einer äußerst süßen Stimme. „Ich wollte Sie unbedingt sprechen, Sir und daher bin ich wieder in das Handlungsmuster verfallen, welches ich mir in meinem alten Beruf angeeignet hatte, als ich keine andere Möglichkeit sah.“

„Sie sollten mit diesem Verhalten vorsichtiger sein...“, tadelte der Gouverneur in seinem gewohnten freundlichen Ton. „Die beiden Herren hinter mir hätten Sie um ein Haar festgenommen. Manchmal, aber nur manchmal ist dieser Planet doch ein sehr gefährliches Pflaster – gerade für eine junge Frau wie Sie.“

Ein feiner Hauch von Misstrauen hing in der Luft. Horatio war sich nicht sicher welche Absicht die Frau, die ihn so nah an seinem Appartement abgefangen hatte, hegte. Trotz seiner Bedenken, welche ganz langsam aufkamen, hatte er in diesem Fall kein schlechtes Bauchgefühl. Noch immer war der imperiale Gouverneur in ihrer Gegenwart äußerst ruhig. Aufmerksam lauschte er ihren wirklich sehr vielen Worten. Pooja Aldrete – ebenfalls Alderaanerin – stellte sich die unbekannte Schönheit nach einer kurzen Pause vor. Neben ihrer alderaanischen Herkunft war sie auch eine nahe Verwandte von Ariana Celchu, der liebenswürdigen Bekanntschaft aus dem Restaurant. Bereitwillig erzählte Pooja ihm von der Abstammung ihrer Cousine. Nach Angaben der brünetten Frau war die hübsche Ariana, die anscheinend von diesem Treffen nichts wusste, doch eine Adlige. Für eine kurze Sekunde blitzte Erstaunen über das gepflegte Gesicht des Gouverneurs.

„... aber erwähnen Sie dieses Gespräch nicht, bei Ihrem nächsten Treffen“, bat Pooja Aldrete mit der süßen Stimme am Ende der ungewöhnlichen Unterhaltung. Ariana wird mich dafür hassen, dass ich mich in ihr Leben eingemischt habe, doch ihr Glück liegt mehr sehr am Herzen.“

„Haben Sie keine Angst, Ms. Aldrete, entgegnete Horatio mit einem breiten Lächeln. „Von meiner Seite wird Ariana natürlich nichts erfahren. Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit. Jedoch habe ich für eine Weiterführung des Gesprächs keine Zeit, weshalb ich Ihnen zum Dank anbiete, dass Sie ganz ohne Kosten mit meinem eigenen Gleiter nach Hause gebracht werden.“

Danach winkte er seinen Fahrer, welche die ganze Zeit still bei dem Gleiter gestanden hatte, zu sich, flüsterte ihm kurz eine Anweisung ins Ohr und verabschiedete sich im Anschluss persönlich von der brünetten Alderaanerin. Im schnellen Umdrehen gab er den zwei Wachleuten ein Handzeichen. Mit einem knappen Nicken zogen sich die zwei Sicherheitskräfte zurück. Parallel dazu ging Horatio auf den Hauseingang, der mit der modernsten Technik ausgestattet war, zu. Endlich hatte der imperiale Gouverneur seine ganz persönliche Zuflucht erreicht. Hier störte ihn niemand. Niemand außer dem persönlichen Bediensteten. Fern im Hintergrund konnte er hören wie sich sein Gleiter erneut in die Lüfte erhob. 'Ariana und ihre Familie – ein bizarres Kapitel', dachte der Verwalter, während er leise seufzte.

…​

Eine Tasse mit heißem Caf stand auf dem breiten Schreibtisch. Dazu ein Berg an dicken Akten, sehr vielen Anträgen sowie diverse Dokumenten. Das Hologramm von Imperator Allegious, das sonst zu jeder Tageszeit stets aktiv war, war an diesem Morgen ausgeschaltet. Ruhe, ausschließlich Ruhe war ihm, Gouverneur Horatio Kraym I., in diesem Moment wichtig, denn er sichtete die letzten Berichte zur Razzia im Industrieviertel. Intensiv las er jede einzelne Zeile von High Col. Aabes Meldung, der diese Militäroperation geleitet hatte. Ziemlich sachlich schrieb der hochrangige Armeeoffizier über jeden einzelnen Vorfall, welcher sich in dieser recht schicksalhaften Nacht zugetragen hatte. Horatio blätterte auf die nächste Seite, nahm einen Schluck Caf und las dann schweigend weiter. Bisher war ihm noch keine Information untergekommen, welche ihn verwundert hätte. Auf einmal merkte der Adlige auf. Nachdenklich fuhr er sich durch das dichte schwarze Haar.


„Jedi – sie sind wirklich aktiv im Widerstand“, murmelte der Gouverneur. „Da muss eindeutig von unserer Seite gehandelt werden. Ein Risikofaktor.“

Mit einem leichten Schaudern dachte Horatio an seine kurze Unterhaltung mit Darth Draconis. Der Sith, welcher einem auf dem ersten Blick sehr paranoid vorkam, hatte eine Anwesenheit der Feinde für sehr wahrscheinlich gehalten – regelrecht daran geglaubt. Unwillkürlich musste der Adlige sein Gesicht verziehen. Irgendwie spielte das Schicksal seine Person in die Hände der Sith. Er wollte nur sehr ungern einen Teil seiner Kompetenzen an diesen mysteriösen Orden abgeben. Nervös tippte er mit einem Finger auf die polierte Schreibtischoberfläche. Sein Blick wurde gnadenlos. Gemächlich tastete er, gleich einem blutrünstigen Raubtier, das gesamte Büro ab, während sein Verstand parallel zu diesem Vorgang raste. Seufzend lehnte sich der imperiale Gouverneur zurück. 'Imperial City darf nicht in die Hände dieser demokratischen Terroristen fallen', dachte er sich grimmig. Dann rief er per Knopf nach seiner jungen Adjutantin, Lt. Terrik. Nach einigen Minuten trat die junge Frau in das Büro.

„Sie haben nach mir gerufen, Gouverneur Kraym?“, fragte Sally Terrik nach einem zackigen Salut zur Begrüßung.

„Die Razzia hat uns einen tieferen Einblick in die Strukturen der feindlichen Zellen geliefert“, sagte Horatio und musterte seine Adjutantin. „Ich möchte, dass Sie eine Fahndung herausgeben. Dabei ist mir sehr wichtig, dass Sie alle Möglichkeiten nutzen, welche wir zur Verfügung haben. Nutzen Sie auch die vielen loyalen HoloNet-Sender, die auf diesem Planeten ihren Sitz haben.“

Fix griff der Vjuner Adlige nach einer leeren Datendisk, die neben anderen Datenträgern auf seinem breiten Schreibtisch lag. Behutsam schob er den unscheinbaren Träger in seinen Rechner, ließ einen Teil seiner Daten kopieren und speicherte sie im Anschluss auf den Träger. Der ganze Prozess nahm mehrere Minuten ein. In der Zwischenzeit schrieb Horatio auf ein Blatt zusätzliche Informationen für seine Adjutantin nieder. Für den Gouverneur musste Lt. Sally Terrik über den kompletten Vorfall im Bilde sein, damit die Propaganda darauf reagieren konnte. Nach einem leisen Ton überreichte er der uniformierten Frau die glänzende Disk. Die Adjutantin nahm den Datenträger entgegen.

„Jawohl, Sir“, entgegnete die Adjutantin mit ernster Miene.

[ Coruscant | Imperial City | Regierungsbezirk | Verwaltungskomplex | Büro des Gouverneurs | mit Lt. Terrik (NPC) ]
 
Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara

Tom erwiderte Maras Umarmung wie er es bei seiner kleinen Schwester getan hätte. Geborgenheit und Trost spendend. Er wusste, wie man mit weinenden Mädchen umging. Auch wenn er eine Situation wie diese noch nie erlebt hatte. Mara war nur zum schluchzen in der Lage. Was auch immer sie geträumt hatte, musste schlimm gewesen sein. Tom versuchte sie zu beruhigen, aber es dauerte eine ganze Zeit, bevor sie in der Lage war etwas zu sagen.
Was sie geträumt hatte, drehte sich, wie konnte es auch anders sein, um Vorin. Was auch immer dieser Kerl ihr gesagt hatte, trug nur dazu bei, dass es ihr schlechter ging. Hatte er ihr echt eingeredet, dass sie an alle dem hier schuld war? Wie bitte? Nur Maras Redefluss und ihre Anhaltende Umarmung hielt ihn davon ab, aufzustehen, zu Vorin zu gehen und ihm kräftig seine Faust quer durch die Visage zu ziehen. Er sollte Mara besser kennen, als so blöd zu sein ihr so etwas in ihrem Zustand vorzuwerfen. Selbst wenn es ihr besser ging sollte er ihr so etwas nicht vorwerfen. Tom musste sich beherrschen, um Mara nicht zu unterbrechen. Sie erzählte von ihrer Angst Vorin zu verlieren. Sie gab sich sogar selbst die Schuld. Soweit war es also schon. Tom Hörte einfach nur zu. Er würde zuhören, sie ausreden lassen. Sie sollte sich alles von der Seele reden. Vielleicht würde das ja helfen. Doch Sie machte es ihm schwer. Nein, das was sie sagte machte es ihm schwer. Vorin hatte sich also Zeit erbeten. Zeit für was? Zeit um darüber hinwegzukommen, das die durch grausame Visionen vollkommen wahnsinnig gewordene Freundin versuchte ihrem Elend zu entkommen und mit einer krassen Kurswende ihres Lebens selbiges wieder in den Griff bekommen wollte? Ja, er benötigte sicherlich Zeit, um damit fertig zu werden. Sie hatte ihn ja so schändlich verraten. Was glaubte dieser Kerl eigentlich wer er war?
Wer war es denn der hier litt? Wer musste von ihm, Tom, vom schlimmsten abgehalten werden? Sicherlich nicht Vorin. Vorins Probleme waren verfluchter Stolz und übertriebene Eitelkeit. Das Dieses Hübsche Mädchen, dass ihn wie jeder sehen konnte über alles liebte, sich von ihm trennte vertrug sein Ego nicht. Das War hier das Problem. Reichlich unpassend für einen Jedi. Ja, reichlich unpassend. Genauso wie seine Wut.
Blöderweise, fast als hätte sie seine Gedanken gelesen, wechselte Mara genau zu diesem Thema. Sie hatte verdammt recht, wenn sie meinte, dass er „nicht viel von Vorin hielt“. Es war ihm auch egal, was dieser Kerl hatte erdulden müssen. Das gab ihm nicht das Recht Mara die Schuld an etwas zu geben, das er mit den anderen Jedi verursacht hatte. Es lag an ihnen dafür zu sorgen, das die Padawane psychisch stabil wurden. Es war nicht seine Aufgabe, auch wenn er Mara gerne durch diese schwere Zeit half, besser gesagt helfen würde, denn all zu lange wäre er nicht mehr auf Coruscant. Das sie sich erneut die Schuld für alles gab, zeigte ihm nur wie schlimme s um sie stand. Es war schwierig. Wie sollte er ihr Klar machen, dass sie nichts dafür konnte, was geschehen war? Auch Mara wollte wissen, was er dazu zu sagen hatte. Do so genau wusste nicht einmal er das. Doch sie vertraute ihm und dieses Vertrauen wollte er nicht enttäuschen. Als sie ihn mit sichtbar neuer Kraft anblickte und ihm einen Kuss auf die Wange drückte, machte es ihm nicht einfacher. Auf jeden Fall musste er vorsichtig sein, bei dem was er sagte. Er trennte ihre Umarmung und stand langsam auf. Etwas nervös ging er im Zimmer auf und ab.


„Was soll ich dir sagen? Das er Richtig gehandelt hat? Das Kann ich nicht.“

Tom sah sie an, und sein Blick drückte aus, dass er sich etwas überfordert fühlte. Selbst wenn er wusste, wie man mit dem Liebeskummer eines jungen Mädchens umging, so war diese Situation doch um so vieles komplizierter.

„Ich entscheide nicht was richtig oder Falsch ist und ich kann auch nicht sehen „was-gewesen-wäre-wenn“.

Tom war kurz lauter geworden. Was Vorin getan hatte, war gegen alles was ihm seine Eltern und seine Großeltern über Beziehungen beigebracht hatten. Außerdem widersprach es seinem Verständnis der Jeditums. Doch Mara zuliebe beruhigte er sich selbst schnell wieder. Er setzte sich sogar wieder zu ihr ans Bett.

„Das einzige was ich weiß, ist dass er nicht das getan hat, was er meiner Meinung nach hätte tun sollen. Als dein Freund, hätte er dich niemals gehen lassen dürfen. Wenn ihr euch so nah wart, dann muss er gewusst haben, wie es in dir aussieht. Jemand muss dir beistehen und deinen Visionen den Schrecken nehmen. Wer könnte das besser als ein Freund?“

Tom schnaubte hörbar. Sich herausreden mit dem Schmerz, den man im Leben hatte erdulden müssen. Ja, das passte zu dem was er von Vorin gesehen hatte.

„Als Jedi hätte er es niemals so weit kommen lassen dürfen, das du mit deinem diffizilen Gemüt einer solchen Last alleine ausgesetzt bist. Keiner hier hätte das. Dafür zumindest trägt er nicht alleine die Schuld. Alle Jedi die um deine Visionen wussten, tragen sie zusammen. Es ist nur ein weiterer Fehler unter den vielen, die ich ihnen anrechne. Ich mag jetzt Teil dieser Familie von Machtnutzern sein, aber wenn sie eine der Ihren so behandeln wie dich, dann haben sie viele ihrer Prinzipien vergessen. Vielleicht trägt Vorin den Titel eines Meisters zu Unrecht. Denn von einem weisen Mann, der sich nicht von seinen Gefühlen beherrschen lässt, davon sehe ich nicht viel in ihm.“

Ja, das war nur eins der Probleme, die er in diesem Orden sah. Ein Orden von unbedachten, unvorsichtigen, emotionalen Wesen, die sich selbst und andere in Gefahr brachten. War er hier der einzige, der sich um andere Sorgte? Selbst Mara war von ihren Gefühlen geblendet. Ihrer Liebe zu Vorin, die er genau für das hielt, wovon sie behauptete das sie es nicht sein. Mit jedem Wort hörte er es. Es schmerzte ihn zu sehen, das Mara unter ihren Gefühlen so litt. Sie musste leiden weil niemand ihr beigebracht hatte, sich selbst hinten an zu stellen. Es schmerzte ihn zu wissen, dass er dies bereit gelernt hatte. Beides waren keine erstrebenswerten Alternativen. Nur seine hielt er für die ehrlichere. Ehrlicher gegenüber sich selbst und denen die er liebte. Seine Geschwister, seine Eltern und auch Mara. Ja, selbst Tomm und Saahir, die er unverständlicher Weise in sein Herz geschlossen hatte.

„All das hier Mara, das wurde dir angetan. Nicht ein Schritt davon war deine Schuld. Du wurdest mit einer Gabe geboren, die für jeden eine schwere Bürde währe. Aber anstatt dir zu helfen, hat man es nur schlimmer gemacht. Dich trifft keine Schuld Mara. Du bist Jung. Doch andere hätten sehen müssen, dass du eine besondere Zuwendung brauchst. Weil du etwas Besonderes bist.“

Sanft legte er seine Hand auf Maras.

„Ich will ehrlich zu dir sein Mara. Ich weiß nicht, ob dieser Orden wirklich das Beste für Menschen wie uns ist. Doch wenn du dich nicht gerade Lust auf ein leben in Zorn und Hass hast, ist dieser Orden deine einzige Chance, deine Visionen in den Griff zu bekommen.“

Tom stockte die Stimme. Jetzt kam der härteste Teil. Der Druck auf Maras Hand wurde kräftiger.

„Was auch immer du glaubst mir schuldig zu sein Mara, das hast du mir schon mehr als genug zurückgezahlt. Du warst die Feder, welche die Wage meines Lebens ins rechte Lot zurückgerückt hat. Ohne dich würde ich immer noch in Alkohol und Selbstmitleid ertrinken. Du hast mich auf einen Weg zurückgeführt. Ob es der richtige ist, das wird die Zeit zeigen, aber du, du hast mir gezeigt, dass es weitergeht. Immer. Das Einzige was ich von dir verlange, ist da du alles tun wirst, was möglich ist, um den Umgang mit deinen Visionen zu lernen. Auch wenn ich einmal nicht hier sein kann, dann will ich dass du niemals aufgibst. Egal was in der Zukunft auch passiert, ich will, dass du nicht aufgibst! Versprichst du mir das?“

Es war bald soweit. Die Macht hatte ihm „metaphorisch“ auf die Schulter getippt. Seine Abreise war beschlossene nicht seinerseits, sondern durch die Macht. Sie würde ihm nicht ewig Zeit lassen. Tomm würde das sicherlich gar nicht gefallen. Besser er erfuhr erst gar nicht davon. Einsam kullerte eine Träne aus Toms linkem Auge über seine Wange. Es war nicht so, das er jetzt weinen würde, aber sein Körper verlangte danach, zumindest dieses kleine Zeichen des großen Gefühls zu zeigen. Dies war der Anfang vom Ende eines großen Kapitels in Toms Leben. Es war Zeit wirklich Verantwortung für die Dinge zu übernehmen. Sein Schritt zum Erwachsenen stand bevor. Hoffentlich würde Mara nicht zum Opfer dieser Entwicklung. Das wäre etwas, was Tom nicht so leicht verkraften würde.

Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara
 
[ Coruscant – untere Ebenen – in einem heruntergekommenen Haus | Adrian und Jibrielle ]

"Ihr seid Niemand. Ihr seid Obdachlose. Ich möchte euch in Ruhe lassen. Ich werde zum Burger-König-Paradies gehen und ein paar Burger essen."

Wow.
Adrian sah Jibrielle mit weit aufgerissen Augen an. Das hatte sie ziemlich gut und schnell gelöst. Sie war konzentriert und geistig wach bei der Sache. Seine eigenen Gedanken drifteten immer wieder zu Nylia ab. Er hatte Angst um sie und er fürchtete, diese Angst könnte ihn bei der bevorstehenden Aufgabe lähmen.
Glücklicherweise war Jibrielle bei ihm. Sie hatte die potenzielle Gefahr durch den Devaronianer ziemlich clever entschärft. Sie selbst schien genauso erschrocken wie er – für einen Moment war ihm das Herz stehen geblieben – und dennoch: Sie hatte es geschafft.
Wortlos legte Adrian ihr eine Hand auf die Schulter, sein Blick strahlte Dankbarkeit aus. Sie mussten jetzt weiter.

Von der kleinen Baracke, in der sie sich jetzt befanden hatten sie einen guten Blick auf die Straße. Adrian begab sich langsam zu einem scheibenlosen Fenster und spähte hinaus. Vor ihnen lag die Straße, die an dieser Stelle eine Kurve vollzog. Über die Kurve hinweg lag der Supermarkt, der als Treffpunkt der vermeintlichen Nylia mit ihrem vermeintlichen Bruder „Big T.“ ausgemacht worden war. Auf der gegenüberliegenden Seite – und durch die Straßenführung auch gut zu sehen – lag eine große Lagerhalle. Die gehörte wohl zu dem Supermarkt. Zumindest hatte das in der Comnachricht gestanden.
Adrian sah wieder zum Supermarkt hinüber – diesmal genauer musternd, was sich dort abspielte. Direkt unter dem großen metallernen „Q“, das den Supermarkteingang schmückte, stand auf einem schlecht asphaltierten Parkplatz ein kleiner Chadra-Fan herum. Ziemlich hässlicher Kerl. Er blickte sich auffällig um und nestelte an seiner Jacke herum. Nach einigen Sekunden kam für einen Moment ein Blaster zum Vorschein, den er dann wieder schnell zu verstecken versuchte. Das Rattengesicht war also bewaffnet. Ob der zum Empfangskomitee für „Big T.“ gehörte? An der Seite des Supermarktgebäudes lehnte betont lässig – und dabei ganz und gar nicht locker wirkend – ein dreiäugiger Gran. Er konnte den Chadra-Fan offensichtlich nicht sehen – Adrian hatte von seiner Position aber beide gut im Blick. Der Gran verhielt sich fast genauso wie der Chadra-Fan: Er nestelte an seinem schlecht verborgenen Blaster herum und sah sich immer wieder prüfend um.
Langsam bewegte Adrian sich wieder vom Fenster weg und sah zu Jibrielle.


„Da sind zwei Typen … beide mit Blastern. Ziemlich merkwürdig. Nenn‘ mich paranoid, aber ich glaube die warten auf unseren Big T.“

Adrian legte eine Hand auf den Stein der Außermauern und lehnte sich sachte an. Dann schloss er die Augen und probierte seinen Puls zu verlangsamen, sich in der Macht fallen zu lassen und seine Sinne bis zum sicher 15 Meter entfernten Supermarkt auszustrecken.
Erst nahm er Jibrielles Aura neben ihm noch deutlich wahr, dann wurden ihm die anderen Präsenzen auf der Straße und um das Haus herum immer bewusster. Aber er musste seine Sinne kanalisieren! Er konzentrierte sich stärker auf den Supermarkt, schirmte sich gegen die anderen Einflüsse ab. Da waren sie, als könnte er sie wieder vor sich sehen: Der Chadra-Fan und der Gran. Beide wirkten nicht pur bösartig, aber sie zogen eine niederträchtige Spur durch die Macht. Sie führten etwas im Schilde. Die anderen Auren, die sich im Supermarkt hin und her schoben konnte Adrian nicht mehr so präzise erkennen. Gut möglich, dass da noch einer der vermeintlichen Entführer hockte. Vermutlich waren das aber nur normale Einkäufer. Gerade wollte er sich wieder zurück ziehen, da spürte er etwas anderes. Von der anderen Straßenseite. Die Lagerhalle …? Er versuchte wiederum seine Machtsinne zu bündeln, aber die Halle war schon deutlich weiter weg und Adrian konnte nur einen großen Strudel an Emotionen spüren – aber nichts Konkretes. Irgendwas ging da drüben vor. Es konnte sich natürlich aber auch um etwas ganz anderes handeln – eine Schlägerei zwischen Arbeitern … sowas in der Art.
Adrian öffnete schlagartig die Augen und zog seine Machtsinne wieder zurück.


„Die Lagerhalle scheint mir ziemlich in Aufruhr. Wenn das wirklich eine größere Gruppe ist … dann … haben wir ein Problem. Aber vielleicht sind es auch nur die zwei beim Super Q. Die könnten wir uns zuerst vorknöpfen.“

Noch während er sich selbst reden hörte, schüttelte er innerlich den Kopf. Sich die beiden vorknöpfen? Sicher, das konnten sie. Nur was, wenn wirklich noch mehr Verstärkung irgendwo lauerte? So konnten sie Nylia ja doch keine große Hilfe sein.

„Sollen wir Chesara anrufen? Sie weiß sicher was zu tun ist.“

Vielleicht sollten sie sogar besser auf die Jedi-Rätin warten. Dort draußen lauerte Gefahr – das konnte Adrian ganz deutlich spüren. Und obwohl er selbst gerade noch vorgeschlagen hatte, das hier alleine durchzuziehen, kamen ihm jetzt, wo er die Gangster vor Augen hatte, doch so seine Zweifel. Sie waren immerhin nur zwei Padawane. Eine militärische Ausbildung wäre im Moment sicher hilfreich. Dann könnte er die Situation besser analysieren, einschätzen wo noch weitere Gegner hocken könnten, einen Plan schmieden, wie sie ihre begrenzten Ressourcen (nämlich sich selbst) einsetzen konnten … aber so eine Ausbildung hatte er nicht. Und alle seine Gedanken zu dem Thema kamen ihm lächerlich laienhaft vor.

[ Coruscant – untere Ebenen – in einem heruntergekommenen Haus | Adrian und Jibrielle ]
 
[Mittlere Ebenen – Unterer Bereich – ehemaliges Bürogebäude] – Jade, Lieutenant-Colonel Hawkins, Lieutenant Greyf, Lieutenant O'Bannon, diverse Offiziere & mehrere Sturmtruppen

Nachdem die Verdächtigen allesamt ruhig gestellt waren, O'Bannon die restlichen ausgeflogen hatte und die Durchsuchungen abgeschlossen waren hatte Jade einige Befugnisse eingeholt und sich einen Brückenkopf eingerichtet. Vor wenigen Wochen auf Grund von Insolvenz aufgegeben hatten sie ein Bürogebäude akquiriert, in dem sich jetzt die ausgeflogenen Gefangenen befanden, sämtliche Einheiten der ersten Razzia sowie mehrere Kontingente Armeesoldaten. Die Kommandantin der Accuser of Light hatte Lieutenant-Colonel Hawkins ebenfalls befohlen die Planetenoberfläche aufzusuchen. Mittlerweile waren einige Tage vergangen und sämtliches benötigte Material als auch Personal hatte sich auf Coruscant eingefunden. Sie war sich im Klaren darüber das sie hier einen tiefen Einschnitt in das Gebiet eines anderen den Befehl über diesen Sektor von Coruscant habenden Offizieres machte, doch wie der darauf war ihr so lange egal, wie er sich nicht in ihre Operationen einmischte. Und bisweilen schien sich noch niemand dazu erpicht fühlen. Als Adjutantin eines Mitglieds des Oberkommandos, ehemals auch von Nereus Kratas und mit den entsprechenden Berechtigungen ausgestellt auf Admiralsebene, war es allerdings auch nicht sonderlich einfach, sich an ihr in welcher Weise auch immer zu vergehen. Hin und wieder – in einer stillen Minute – hatte sie beinahe das Verlangen das irgendjemand das versuchte. Nur damit sie beweisen konnte das sie, obwohl sie eine Frau war, mindestens genauso gut wie jeder männliche Offizier war. Wenn nicht deutlich besser. Wer konnte schon einen Werdegang wie sie ihn hingelegt hatte vorweisen?

„Wenn der Zugriff hier, hier und hier erfolgt, können wir eine Flucht jedweden Individuums zu beinahe mehr als 80 Prozent ausschließen. Überdies werden zusätzliche Einheiten an diesen Punkten warten und mechanisiserte Kontingente dort und dort positioniert.“

„Meine Männer werden sich an diesem und diesem Punkt den Armeeeinheiten des Lieutenant-Colonels anschließen.“

Man erwartete in den zwei nun im Hologramm hervortretenden Gängen stärkeren Widerstand, da sie die Hauptzugänge zu einem weit größeren Raum waren der Berichten zufolge in mehrere Abteile getrennt war und einen Großteil derer beherbergte die Jade in die Finger bekommen wollte. Aufmerksam musterte die auf Borosk geborene Flottenkommandantin die kurz aufleuchtenden Daten, notierte sich etwas auf ihrem Datenblock und wand sich dann an O'Bannon.

„Sie haben die nötigen Kampfeinheiten bereits zusammen gestellt, Lieutenant?“

„Jawohl Ma'am. Die Trupps wurden zusammengestellt und auch an die diversen Mechgruppen unterstellt.“

Nickend rief die Kommandantin eine Statistik der Einheiten auf, die an diesem Zugriff teilnehmen würden. Das ganze war eine durchaus groß geplante Aktion, die jedoch nicht zu große Ausmaße annehmen würde.und die drei angeforderten AT-ST Mechs hörten sich erst einmal nach deutlich mehr an, hatten letztendlich aber nur einen größtenteils abschreckenden Charakter an diesem Einsatz. Jade erwartete nicht das sie tatsächlich zum Einsatz kommen würden. Sie selbst würde an dieser Operation nicht teilnehmen, weshalb sie sich nach ein paar weiteren Minuten aus der Unterhaltung zurückzog und das provisorisch eingerichtete Kampfinformationszentrum hinter sich ließ. Eines der ehemaligen Büros hatte sie als 'Quartier' für sich beansprucht. Viel mehr als ein kleiner Tisch, ein Stuhl und ein Feldbett, sowie die Kiste für Kleidung und diverse andere Dinge befanden sich nicht darin. Aber mehr benötigte Jade auch nicht. Wenngleich sie zugeben musste das sie sich durchaus etwas Musik in diesem Moment wünschen würde. Zwar waren die letzten Tage nicht sonderlich aufregend oder Adrenalinreich gewesen, die Tatsache aber das jede freie Minute für Verhöre, oder das Lesen von Berichten über selbige hatte geopfert werden müssen, hatte die Sternenzerstörerkommandantin etwas mitgenommen. Und doch suchte sie ihr Zimmerchen nicht auf, begab sich in die unteren Stockwerke die sich teils 'unterirdisch' befanden. Was auf Coruscant nicht wirklich als das galt, sondern viel mehr, als unter dem Straßenlevel vor dem Gebäude. Die immensen Vorrats und Lagerräume waren teilweise als Truppenlager, oder Waffenkammern umfunktioniert worden. Helle Scheinwerfer waren aufgestellt und teils riesige Energiezellen speisten die einzelnen internen System. Denn ein Gutteil der Leitungen die sich hier befunden hatte, war bereits entfernt worden. Welche Pläne auch immer man mit jenem Gebäude gehabt hatte, die bereits begonnenen Arbeiten würden nunmehr warten müssen.

Die Captain begab sich, nachdem sie mehr einer Laune nach kurz alles in Augenschein genommen hatte, dann zu Lieutenant Greyf der mit seinen Männern in den unteren Geschossen die Räumlichkeiten bezogen hatte. Eigentlich hatte sie nur eine kurze Unterhaltung bezüglich der vor einigen Tagen gefangen genommenen geplant, was sich jedoch zu einem längeren Gespräch entwuchs. Die beiden entschieden sich währenddessen auch dazu noch einmal die Gefangenen aufzusuchen und stiegen aus den unteren Stockwerken empor. Als ihnen mehrere Sturmtruppenwachen, sowie zwei Droidenwacheinheiten begegneten war klar das sie das Stockwerk erreicht hatten auf dem sich die 'Zellen' befanden. An jeder Biegung der Gänge befanden sich Überwachungsdroiden und mehrere Sturmtruppler. Jede Tür hinter der sich ein Gefangener befand wurde von mindestens einem weiteren in weiß gerüsteten Soldaten des Imperiums bewacht. Die beiden begaben sich in die Überwachungszentrale und sprachen kurz mit dem dort diensthabenden Offizier. Der hatte noch einige neue Berichte, weshalb sie hier her gekommen waren. Denn Greyf hatte ein paar seiner Männer mit dem Verhör einiger bisher nicht sonderlich redebereiter Alieninsassen beauftragt. Dieser Zustand hatte sich bei ein paar dieser Lebewesen nun scheinbar geändert. Bei ein paar anderen gab es nichts mehr zu holen weil sie tot waren. Ärgerlich aber zu verschmerzen. Alles in allem hatten sie immerhin rund 47 Gefangen die etwa 14 unterschiedlichen Spezies angehörten. Und die bisherige Quote an Informationen war nicht gerade schlecht. Letztendlich hatten sie die letzten verstrichenen fünf Tage dafür gebraucht einen jeden mehrfach zu verhören und die gewonnen Informationsfetzen zu einem Bild zusammen zu fügen. In einigen Stunden würde sich zeigen ob die Gefangenen ihren Wert bewiesen hatten, oder ob sie sich lediglich einen Blasterschuss erkauft hatten.

Jade war gewillt sie direkt wegen Verrat am Imperium hinrichten zu lassen. Alle hatten sie irgendetwas gewusst und die Augen davor verschlossen. Wenn sie das in der Meinung getan hatten, dann würde es sie schon nicht treffen, hatten sie die absolut falsche Entscheidung getroffen. Und Jade bezweifelte das jemand gnädiger vorgehen würde. Besser gesagt beschäftigte sie sich nicht damit wer gnädiger vorgehen würde, und wer nicht. Sie hatte den Verrat vorgefunden, sie hatte die Autorität ihn zu bestrafen und würde es auch tun. Nicht aber ohne soviel als möglich der verdorbenen Elemente zu Tage zu fördern, wie sie nur finden konnte...


[Mittlere Ebenen – Unterer Bereich – ehemaliges Bürogebäude] – Jade, Lieutenant Greyf, Sturmtruppen-Captain, mehrere Sturmtruppen
 
[Coruscant – Untere Ebenen – ausgediente Kaserne/Hauptquartier – Noomis Krankenzimmer] Nomi mit Sani

Eine weiße Neonröhrre erhellte flackernd die ebenso weiße Decke, als Noomi die Augen öffnete. Eben noch war sie in völliger Dunkelheit gewesen, umzingelt von widerlichen Insekten. Doch jetzt schien es wie ein grausamer Albdruck, der endlich vorbei war. Ein orangefarbener Kopf beugte sich über das Mädchen. Er gehörte einer Twi'lek. Die Frau war in die typische, sehr steril aussehende Krankenschwesteruniform gekleidet. Noomi fand, dass das durchaus zum Erscheinungsbild des Ortes passte.

„Ah, sehr schön, dass Sie wach sind“, stellte die Twi'lek erfreut fest, „Ich bin die Krankenpflegekraft hier. Man nennt mich Sani.“

„Danke, Sani, bedankte sich Noomi bei der Schwester, die sich wahrscheinlich in der letzten Zeit um sie gekümmert hatte.

Noomi startete einen Versuch, sich aufzurichten. Sofort wurde ihr schmerzlich bewusst, dass doch nicht alles ein Traum gewesen sein konnte. Der ganze Körper schmerzte bei jeder kleinen Bewegung. Als die Nautolanerin an sich hinunter sah, bemerkte sie das Flügelhemd, welches sie trug und dazu noch unzählige Bacta-Verbände, die den gesamten Körper zu bedecken schienen. Mühsam legte sie sich wieder hin.

„Am besten ruhen Sie sich noch etwas aus. Wenn sie Hilfe brauchen, rufen sie mich einfach.“

Nach diesem Rat verschwand Sani geschäftig aus dem Raum. Sie hatte wohl noch ein paar Patienten mehr. Wo Crado wohl war? Hatte er Noomi hierher gebracht? Und wo war sie überhaupt? Das Mädchen beschloss, die erste Frage auch sofort anzugehen. Da sie noch nicht aufstehen konnte, sich aber ansonsten schon wieder einigermaßen kräftig fühlte, schloss sie die Augen und sondierte die Umgebung mit der Macht. Im Vorraum entdeckte sie die Twi'lek. Und ganz in der Nähe, auf dem Nachbarzimmer spürte sie auch Crados unverwechselbare Aura auf. Aber die Präsenz war nur schwach und wirkte dunkel. Dem Meister ging es nicht gut. Somit hatte Noomi auch die zweite Frage beantwortet; dazu war er bestimmt nicht mehr fähig gewesen. Der Kampf mit dem Sith musste eine schreckliche Niederlage gewesen sein. Nun beobachtete sie, dass die Schwester nach dem Cathar schaute. Die Sorge schwang in der Präsenz der Frau mit. Betrübt wandte sich Noomi ihrem dritten Ziel zu. Wenn sie wusste, wer der Retter war, konnte sie bestimmt mehr herausfinden. Doch sie mochte dafür jetzt nicht extra Sani rufen. Irgendwo in weiter Ferne machte sie weiteres leben ausfindig; aber eine Identifikation der Wesen war ihr jetzt zu schwer. Lieber wollte sie noch ein wenig schlafen.

– – – – –​

Als sie das zweite Mal erwachte, war weder die Schwester da, noch zeigten sich die Schmerzen jetzt so stark, wie vorhin. Sie waren im Gegenteil sogar fast verschwunden. Sie rief die Krankenpflegerin und beschrieb ihr die Besserung.

„Ich möchte gerne diese Umschläge loswerden und einmal aufstehen. Würde das gehen?“

Sani nickte und machte sich daran zu schaffen, die Verbände abzunehmen. Noomi war es ein wenig peinlich, sich von einer Fremden helfen zu lassen, zumal sie ja, abgesehen vom Patientenhemd, splitternackt war. Zum Glück, überlegte sie, war sie nicht völlig abhängig und musste sich wirklich bei allem helfen lassen, wie das ja bei einigen Kriegsversehrten war.

Nachdem Sani fertig war, bedankte sich Noomi und erkundigte sich nach ihrem Aufenthaltsort. Leute aus einer coruscantischen Zelle hatten sie gerettet und in ihr Hauptquartier, eine verlassene Garnison, gebracht. Die Schwester verschwand wieder und arbeitete anderswo weiter. Das Nautolanermädchen entdeckte jetzt auf einem Stuhl die Ledertunika sauber zusammengelegt. Darauf lag der Lapislazuli-Stein, den sie sonst immer bei sich trug. Die Kleidung war auch von Brandspuren übersät, doch sie konnte immer noch getragen werden. Die Sachen dufteten nach Frühlingsblumen. Ein schönes Waschmittel.

Bevor Noomi sich ihre geliebten Kleider wieder anzog wollte sie sich aber das retliche Bacta abwaschen. Glücklicherweise verfügte das Krankenzimmer auch über eine funktionierende Dusche. Während das Wasser auf Noomi rieselte oder an die Wände spritzte und schließlich gurgelnd dem Abfluss in die Kanalisation(welche Noomi nun allzu bekannt war) folgte, dachte das Mädchen über die Ereignisse der letzten Stunden nach. Die ekligen Insekten hatten anscheinend keine Spuren hinterlassen, dennoch kamen sie ihr nicht aus dem Sinn. Vor kurzer Zeit noch hatte sie schon mit dem Leben abgeschlossen und jetzt ging es ihr wieder wunderbar – was sie von Crado nicht behaupten konnte. Sie musste unbedingt nach ihm sehen.

– – – – –

Er schlief. Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Viele kleinere und größere Kratzer waren versorgt worden. Aber um die Schulter war der schwerste Verband gewickelt. Dieser triefte vor Bacta, das den Heilungsvorgang beschleunigen sollte. Sani hatte gesagt, die Schulter sei vollkommen durchbohrt worden und sie wisse nicht, wie es um seine Besserung stehe. Noomi setzte sich zu ihrem Meister auf die Bettkante und nahm seine schwere Pranke in ihre Hände. Sie strubbelte durch seine zu Dreads verfilzte Mähne.

„Mein tapferer Löwe“, flüsterte sie ihm zu, „du schaffst das schon!“

[Coruscant – Untere Ebenen – ausgediente Kaserne/Hauptquartier – Crados Krankenzimmer] Nomi mit Crado
 
[Coruscant ~ untere Ebenen ~ ehemalige Garnison ~ Krankenzimmer ~ Noomi, Sani (NPC)]
In der baufälligen Kaserne, welche noch aus den Zeiten der Alten Republik stammte, waren die paar Krankenzimmer in keinem guten Zustand. Die Gründe waren die fehlende medizinische Ausrüstung und das fehlende Personal. „Sani“, die orangefarbene Twi'lek, versuchte in diesen Räumlichkeiten meist ihre verletzten Freunde zu verarzten. Früher hatte sie in einer kleinen Arztpraxis in den tiefen Ebenen gearbeitet, welche von Sturmtruppen gewaltsam geschlossen wurde. Durch einige Kontakte konnte sie öfters die medizinischen Vorräte auffüllen. Trotzdem waren ihre wenigen Mittel meistens eher begrenzt.

Nachdem Teeija und Nahmar zwei verletzte Jedi in den Unterschlupf gebracht hatten, hatte sich die hübsche Twi'lek sofort um die beiden fremden Personen gekümmert. Ihre Verletzungen waren recht unterschiedlich. Besonders der Cathar war ziemlich schwer verletzt und dazu noch bewusstlos. Sani gab die Hoffnung dennoch nicht auf. Nach knapp einem Tag erwachte die Nautolanerin, die man in ihre medizinische Obhut ebenfalls gegeben hatte. Mit einem Lächeln half sie der fremden Frau bei der Orientierung. Erzählte der Jedi sogar die Umstände ihrer Anwesenheit. Außerdem brachte Sani, mit einem freundlichen Lächeln, ihr die eigene Kleidung. Danach wünschte die Fremde plötzlich ihren Freund zu besuchen. Die Twi'lek willigte am Ende ein.

In einem anderen Raum lag das Katzenwesen. Seine Atmung ging relativ ruhig. Etliche Pflaster, die mit triefendem Bacta gefüllt waren, waren auf dem kräftigen Körper verteilt. Dazu zierte ein dicker, straffer Verband die linke Schulter. Ruhig wirkte sein haariges Gesicht. Die Nautolanerin setzte sich neben den Cathar. Sani hielt sich dezent im Hintergrund. Sanft nahm sie seine schlaffe Pranke und strubbelte etwas durch die dicken Dreadlocks. Die Mähne raschelte dabei ganz leise. Im Anschluss flüsterte die fremde Frau ihrem Gefährten etwas zu, aber die Twi'lek konnte es nicht hören. Leise stellte sie sich neben die Nautolanerin. Beiläufig tätschelte sie deren Schulter.


„Es hat ihn ziemlich erwischt...“, teilte Sani der Jedi mit. „Aber er erholt sich ungewöhnlich schnell. So eine Genesungsrate habe ich noch nie gesehen. In einem oder zwei Tagen dürfte er wieder bei vollem Bewusstsein sein.“

Plötzlich öffnete sich die Tür zu dem Krankenzimmer. Ein Shistavane trat ein. Kurz kratzte sich das zottelige Geschöpf hinter dem rechten Ohr. Aufmerksam ließ er seinen Blick durch das sehr winzige Zimmer schweifen. Danach trat er verhalten ein. Hauptsächlich waren seine Augen auf die fremde Nautolanerin gerichtet. Er räusperte sich ausgesprochen höflich, damit die Fremde zu ihm sah. Ein Lächeln war auf seinem Gesicht zu erkennen. Trotzdem brauchte er noch einen Moment, bevor er ein Wort sagen konnte.

„Entschuldigung, dass ich störe“, sagte der Shistavane leise. Teeija und dieser Marax möchten dich gleich sprechen. Zwar ist dein Freund noch nicht wach, aber du dürftest unserer Chefin auch einige Antworten liefern können.“

Mit einem Nicken verschwand er danach aus dem Krankenzimmer. Mit einem Seufzer sah Sani, die ihre Lekku gleichzeitig auf den Rücken legte, zu der jungen Nautolanerin. 'Teeija hatte mich schon gestern nach ihrem Gesundheitszustand gefragt', dachte sich die Twi'lek und wechselte schnell ein paar Pflaster. Nebenbei schüttelte sie den Kopf, denn der Heilungsprozess war für sie wirklich sehr sonderbar. In ihrer ganzen medizinischen „Laufbahn“ hatte sie noch nie so eine fixe Regenerierung gesehen. 'Ist das normal für einen Jedi?', fragte sie sich und sah wieder zu der Nautolanerin. Erneut lächelte sie der Fremden zu.

„Du solltest lieber schnell zu Teeija gehen“, sagte sie zu ihr. „Nur so können wir dir und deinem Freund helfen.“

[Coruscant ~ untere Ebenen ~ ehemalige Garnison ~ Krankenzimmer ~ Noomi, Crado (bewusstlos), Sani (NPC)]
 
Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara

Dass er ihre Umarmung erwidert hatte tat der Blondine sehr gut. Er war für sie da und er hörte sich schweigend alles an, auch wenn sie deutlich fühlte, dass er am liebsten etwas gesagt, ihr Einhalt geboten hätte. Tom war jemand, der zuhören konnte und der nachdachte ehe er etwas sagte anstatt gleich los zu toben und alles und jeden schlecht zu machen, nur weil dessen Ansichten anders waren. Dennoch konnte sie deutlich fühlen, dass er trotz allem Vorin am liebsten aufgesucht und ihm eine gedonnert hätte. Es war eine Reaktion mit die Mara doch ein wenig beeindruckte. Sie kannte Tom zwar und sie wusste wie es um ihn bestellt war, dennoch hätte sie nicht unbedingt damit gerechnet, dass er so in Wut geraten könnte. Zumindest nicht bei einer solchen Sache. Sie war ja nicht seine Schwester, zumindest nicht seine leibliche und dennoch fühlte sie sich geehrt. Auch wenn es nicht richtig wäre wenn Tom Vorin wirklich angreifen würde. Der Padawan löste sich von der Blondine, stand auf und ging nervös durch das Zimmer. Scheinbar wusste er nicht so ganz was er auf ihre Fragen sagen sollte. Schwierig war es auf alle Fälle, dies stimmte schon, nur hoffte sie trotz allem dass er ihr vielleicht helfen konnte.

Jedenfalls waren seine Ersten Worte dass er, was Vorins Handeln anging, er keine Zustimmung geben konnte. Sein Blick drückte aus, dass er sich etwas überfordert fühlte. Sie verstand sehr gut, dass er nicht sagen konnte was richtig oder falsch war oder was gewesen wäre wenn, dies hatte sie auch nicht verlangt. Aber er war ein Mann und er würde ihr sicherlich etwas dazu sagen können. Aus seinem Blickwinkel jedenfalls. Letztlich setzte er sich wieder an ihr Bett und sprach dann weiter.

Tom war jedenfalls der Ansicht, dass die Handlungsweise von Vorin falsch war, dass er so nicht hätte handeln dürfen. Als ihr Freund hätte er sie niemals gehen lassen dürfen. Aber er hatte! Obwohl sie sich so nahe gestanden hatten, schien es als hätte er nicht wirklich gewusst wie es in ihrem inneren ausgesehen hatte. Aber wie auch, denn Mara hatte sich zurückgezogen. Sie konnte Vorin dies nicht zum Vorwurf machen. Toms Worte waren wundervoll und dennoch wusste Mara einfach, dass es nicht ganz so war.


„Ich denke er wusste wie es in mir aussah nur dass ich irgendwann niemanden mehr wirklich an mich ran gelassen habe. Ich hatte Angst davor. Dies kann ich ihm nicht zum Vorwurf machen, denn ich trage dazu bei, dass er mich nicht aufgehalten hat. Selbst wenn er es versucht hätte, ich weiß nicht ob er es geschafft hätte. Mein Leben war mir zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr sehr wichtig. Aber ich wusste, dass ich fort musste und dies sofort."

Wieder hörte sie seinen Worten zu und er hatte nicht ganz Unrecht wenn er sagte, dass er als Jedi es niemals hätte soweit kommen lassen dürfen. Die andere Seite der Medaille war nur, dass selbst ein Jedi nicht helfen konnte, wenn man sich nicht helfen lassen wollte. Es stimmte schon dass Mara sich im Stich gelassen gefühlt hatte, besonders von den anderen Jedi und von Jo, die ihre Meisterin war. Aber Vorin gehörte nicht so ganz dazu, denn er hatte es durchaus versucht. Mara konnte bei seinen Worten deutlich hören, dass er enttäuscht war uns sogar verletzt und sie konnte ihn verstehen, denn sie sah es ähnlich. Trotz allem hatte sie erkannt, dass die Jedi ihr Zuhause waren auch wenn es Dinge gab, die sie nicht gut fand. Es war zum Teil schon merkwürdig wie man sie bisher behandelt hatte, wenn sie mal von Vorin, Jo und Mara Jade absah. Darüber wollte sie auch nicht nachdenken zumal es ihr noch immer etwas weh tat wenn sie bedachte, dass man sie sogar noch ignoriert hatte. Aber sie alle waren nur Menschen oder auch Nichtmenschen. Es gab kleine Fehler die man nicht so einfach ausmerzen konnte.

„Man kann selbst als Jedi nicht helfen, wenn jener, der Hilfe braucht sie nicht haben will! Es stimmt schon dass ich mich allein gefühlt habe, aber wenn ich darüber nachdenke dann weniger von Vorin aus als von den anderen. Wir machen aller Fehler Tom, niemand ist perfekt auch die Jedi nicht, selbst wenn sie den Anschein machen oder viele es gern so hätten.“


Sie schüttelte leicht den Kopf.

„Rechne ihnen nicht zu viele Fehler an Tom, denn wenn du das tust verlierst du irgendwann deinen Glauben. Ich kann dich verstehen weil ich einiges ähnlich sehe, aber trotzdem sind sie unsere Familie.“

Oh wie sehr konnte sie mit Tom fühlen, wusste aber dennoch dass nicht alles zutraf. Wurde ihr wirklich all das hier angetan? Sie wusste es nicht so ganz. Aber es stimmte wenn er sagte, dass sie mit dieser Gabe geboren worden war, die eine extreme Bürde war und dies sie niemandem wünschte. War sie etwas besonderes!? Tom sah dies jedenfalls so. Sanft legte er eine Hand auf Maras und sah sie an.

Dann erklärte er ihr, dass er ehrlich zu ihr sein wolle. Er war sich nicht sicher, ob dieser Orden das Beste für Menschen wie sie war, dennoch war er der Ansicht, dass dieser Orden die einzige Chance war, ihre Gabe in den Griff zu bekommen. Da hatte er wohl Recht, dies wusste sie nur zu gut. Was ein Leben in Hass und Zorn anging, so eines wollte sie nicht führen. Sie hatte bei den Sith gelebt, eine ganze Weile. Hatte unter Charons Schutz gestanden, war seine Schülerin und Ziehtochter gewesen. Sie wusste was es bedeutete eine Sith zu sein, auch wenn sie nie wirklich eine war. Toms Stimmte stockte, dann erhöhte sich der Druck auf ihrer Hand.

Tom erklärte, dass Mara ihm nichts schuldig war, dass sie dies schon mehr als genug zurückgezahlt hatte. Nun öffnete er sich wirklich und teilte ihr sein innerstes mit. Sie war seine Feder gewesen, welche die Wage seines Lebens ins rechte Lot zurückgeführt hatte. Ohne sie würde er noch immer im Sumpf des Alkohols stecken und im Selbstmitleid ertrinken. Sie hatte ihn auf den richtigen Weg zurückgeführt. Dieses Bekenntnis brachte ihr Gesicht zum Strahlen. Ja sie hatte ihm geholfen, dies wusste sie, dies hatte sie erkannt als er auf der Smee begonnen hatte sich zu verändern und sie hatte sich gefreut als die Veränderungen stärker geworden waren. Schon damals hatte sie in ihm etwas gesehen, nicht nur dass er ein Mensch voller Angst und Zweifel war, dessen Leben nicht mehr viel Wert war nein, sie hatte schon gewusst dass er Fähigkeiten besaß, die tief in ihm lagen und die nur noch zum Vorschein kommen mussten. Er war kein schlechter Mensch, er besaß Herz auch wenn er sich zurückhielt und man vielleicht sogar glauben konnte, dass er kalt von seinem Wesen her war. Er war es nicht. Vielmehr war es sein Selbstschutz, denn er aufgebaut hatte.


Mara würde ihm immer helfen. Immer! Sie würde immer für ihn da sein und sie würde dafür sorgen, dass er nie wieder zum Alkoholiker wurde. Seine Wort brachten ihr Herz zum höher schlagen und sie musste Lächeln. Sie würde ihm versprechen was er versprochen haben wollte, denn dies hatte sie sowieso vor.


"Ich verspreche es dir! Dies hatte ich vor und es ist mein Ziel. Ich werde dich nicht enttäuschen. Es macht mich glücklich, dass du dich ein wenig öffnest und mir all dies gesagt hast. Du bedeutest mir sehr viel Tom und ich liebe dich. Dass ich dir geholfen habe bedeutet mir sehr viel und ich bin froh dass wir uns getroffen, dass wir uns über den Weg gelaufen sind. Versprich auch du mir eins, egal was geschieht, wir bleiben Freunde und wir helfen uns. Versprich mir dass wir füreinander da sind, wenn es nötig ist und auch so.“

Ihre Augen ließen die seinen nicht los während sie im inneren spürte, dass er nicht mehr lange auf Coruscant verweilen würde. Er würde gehen und dies schon bald. Dies war Schade, denn sie wollte ihn nicht gehen lassen auch wenn sie es musste. Er hatte Aufgaben zu erfüllen und er würde nicht ständig bei ihr sein können, auch dies verstand sie.


„Wann verlässt du Coruscant und was hast du vor?“

Weich ruhte ihr Blick auf ihm. Sie wollt es wissen um da zu sein falls etwas war. Aber nicht nur deshalb.

„Wann wirst du wieder kommen? Wann werde ich dich wiedersehen?“


Natürlich stand es ihm frei ihr eine Antwort zu geben, dennoch hoffte sie, dass sie eine erhalten würde. Immerhin war er ihr bester Freund und als solches wollte sich schon gern alles wissen. Er war ihre Familie, gehörte zu ihr und dies für immer.

Coruscant - untere Ebene - Honey House - hinterer Bereich - Mara’s Zimmer - Tom, Mara
 
- Coruscant - Industrieviertel - Verlassene Datenspeicherfabrik - 6 Cortanas, 3 Defender, Shana -

Auf dem Gang waren Schritte zu hören, gedämpfte, präziste und geordnete Schritte. Chesara lauschte, so wie es jeder der Widerständler tat, die sich in dem als "privat" gekenntzeichneten Büroraum eingschlossen hatten. Keiner wagte etwas zu sagen, nicht einmal ein Flüstern kam einem von ihnen über die Lippen. Draußen wurde ein Befehl erteilt, den genauen Wortlaut hatte Chesara nicht verstehen können, dann hörte sie ein Klicken und ein dumpfes Schlagen, das direkt von der Tür kam. Jemand versuchte die Tür zu öffnen. Chesaras Herzschlag beschleunigte sich. Wenn die Imperialen jetzt beschlossen, Gewalt anzuwenden... ihre Sinne waren ganz auf die nächste Umgebung ausgerichtet. Vor allem spürte sie Vorsicht und Angst. Dann aber entfernten sich die Schritte allmählich und Chesara spürte, wie die Präsenzen der imperialen Soldaten schwächer wurden. Sie sah fort von der weißen Wand, die sie die ganze Zeit über angestarrt hatte und ihr Blick traf den Jared Grants. Auf seinen fragenden Ausdruck hin nickte sie unmerklich. Je schneller sie von hier verschwanden, desto besser. Leise wurde die Tür wieder geöffnet. Der Gang vor ihnen war frei. Die Imperialen waren von oben gekommen und hatten wohl einen neuen Zugang geschaffen. Den würden nun auch sie benutzen. Die kleine Gruppe setzte sich in Bewegung, ohne viel zu sprechen. Jeder wusste, in welche Richtung es ging. Möglichst leise, aber trotzdem eilig liefen sie in die Richtung, aus der sie die Imperialen das erste Mal gehört hatten und kamen schon nach wenigen Metern zu einer aufgeschnittenen Tür. Das musste es sein. Einer nach dem anderen passierten sie den Zugang, der sie in die Freiheit führen würde. Doch noch war nichts gewonnen. Sie mussten weiterhin vorsichtig sein, denn auch hier oben konnte es Sturmtruppen geben. Chesara fragte sich sowieso, was dies für ein merkwürdiger Zufall war.

Sie waren alle sehr angespannt. Die Widerstandskämpfer und Soldaten hatten ihre Waffen schussbereit in den Händen und niemand sprach. Jeder horchte auf Schritte, auf Stimmen oder sonstige verdächtige Geräusche. Eine Weile spürte Chesara nur die Präsenzen ihrer eigenen Leute, doch als sie weiter den Gang entlang gingen, wurde ihr mulmig.


"Wartet."

Sagte sie zu ihrer Gruppe und blieb stehen.

"Hier stimmt etwas nicht."

Ihre Begleiter verharrten und Chesara sah sich um.

"Ich spüre mehrere Lebewesen in der Nähe... kann sie aber nicht genau orten. Das ist seltsam. Es gefällt mir nicht, ganz und gar nicht."

"Wir haben nur diesen Weg, so oder so."

Warf Jared Grant ein und wies auf die vor ihnen liegende Treppe. Er hatte Recht, sie mussten hinauf. Von unten kamen sie und zurück zu gehen war keine Option. Die Gruppe setzte sich erneut in Bewegung, das mulmige Gefühl in Chesara blieb allerdings bestehen. Sie stiegen mehrere Treppen hinauf und konnten, dank vorhander Beschilderung, erkennen, welcher Etage das Erdgeschoss bildete. Hier öffneten die republikanischen Soldaten vorsichtig eine Tür, spähten nach links und rechts und gaben den Weg für die anderen frei. Sie folgten ihnen, einer nach dem anderen und wieder hatte Chesara ein seltsames Gefühl, doch sie konnte nicht handeln, denn es war bereits zu spät, als sie in einen großräumigen Büroraum traten und am anderen Ende des Raumes Sturmtruppen erblickten. Das Feuer wurde sofort eröffnet, Chesara konnte noch nicht einmal sagen, wer zuerst geschossen hatte. Die imperialen Soldaten waren jedoch nicht alleine und das war es, was Chesara die ganze Zeit über gespürt hatte. Bei ihnen war eine Frau, deren feuerrotes Haaar Chesara schon einmal gesehen hatte. Kratas war ihr Name. Sie war die Schwester des verstorbenen Großadmirals und sie war eine Sith.

- Coruscant - Industrieviertel - Verlassene Datenspeicherfabrik - 6 Cortanas, 3 Defender, Shana, Alynn, Sturmtruppen -
 
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