Coruscant

[Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B] - Them, Cris

Ein ekelhaft süßlicher Geruch schien über Cris’ Zunge seinen Rachen herabzuwandern und sich selbst in seinen Lungen festzusetzen, mit jedem Atemzug erneut Geschmacks- und Geruchsnerven belastend, während seine Augenlider sich zitternd öffneten. Gleißendes Licht nahm ihm jede Möglichkeit, sein Umfeld schnell zu erkennen, und für einen Moment bemühte er sich nur darum, seinen Atem und seinen Herzschlag einigermaßen zu kontrollieren. Wer auch immer dafür verantwortlich war, dass er hier an dieser Stelle in diesem Zustand aufwachte, würde jede noch so kleine Veränderung vermutlich rasch bemerken. Es schadete nicht, selbst ein wenig Zeit zur Orientierung zu haben, bevor dies passierte.
Zuerst bemerkte er, dass ihm jemand – natürlich – die Nova Force Rüstung und sämtliche sonstigen Gegenstände abgenommen hatte. Stattdessen trug er in seiner liegenden Position nur noch ein um die Hüfte geschlungenes Tuch – eine seltsame Feststellung. Sollte er tatsächlich ein Gefangener des Imperiums sein – denn von nichts anderem ging er nach dem katastrophalen Ausgang des Gefechts aus – wäre es um eines zielführender für seine Häscher, ihr Opfer in einem Zustand vollständiger Nacktheit zu behalten und so einzuschüchtern. Er lag auf einem Bett – nicht auf einer kalten Pritsche, wie man es von der Unterbringung eines Gefangenen des Imperiums erwarten sollte. Merkwürdig. Doch all diese Umstände durften nicht dazu führen, dass er in seiner Wachsamkeit nachließ. Seine Optionen waren auch ohne übertriebene Vertrauensseeligkeit beschränkt genug.
Erst, als er leicht seinen Kopf bewegte und seine protestierenden Muskeln ihn eindrucksvoll wissen ließen, dass er sie für eine Weile nicht mehr richtig beansprucht hatte, bemerkte er, dass er nicht alleine in dem Raum war. Und – wenig später – dass die zweite Person im Raum zumindest keine Uniform des Imperiums trug. Bevor sich jedoch so etwas wie ein Gespräch hätte entwickeln können, betrat eine dritte Person den Raum und ließ eine Verwicklung des Imperiums in Cris’ wundersame Genesung immer unwahrscheinlicher werden. Zumindest wäre ihm nicht bewusst, dass die Rekrutierungsbemühungen der imperialen Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes bereits verzweifelt genug waren, auch nichtmenschliche Spezies wie die Zabrak mit einzubeziehen.
Der Zabrak war es dann auch, der das Gespräch eröffnete – falls seine ohne Nennung des eigenen Namens vorgetragene Erkundigung nach Cris’ Befinden als eine zivilisierte Gesprächseröffnung bezeichnet werden konnte. Die nachgeschobene Bemerkung hatte zumindest vom Tonfall her etwas von einer Anklage, schien dadurch allerdings den Kameraden des Zabrak ebenso sehr zu irritieren wie Cris selbst, der sich indes bemühte, keine Miene zu verziehen. Immerhin fühlte er sich immer noch schwach, war unbewaffnet und trug nichts als ein Handtuch. Mühsam – und langsam – richtete Cris sich auf.


„Als ich das letzte Mal bei Bewusstsein war, war ich so gut wie tot, also schätze ich, dass es mir tatsächlich besser geht…“

Er versuchte, seine Aufmerksamkeit gleichmäßig zwischen den beiden anderen aufzuteilen. Er wusste schon, welcher von beiden sich eventuell zu einer plötzlichen Impulshandlung würde hinreißen lassen, sollten Cris’ Antworten nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Vermutlich der Zabrak…


„Ich vermute, ich bin Ihnen zu Dank verpflichtet. Allerdings hängt das auch davon ab, was jetzt passiert…“

Fragend wanderte sein Blick zwischen den beiden anderen hin und her.

„Also?“


[Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B] - Rrayn, Them, Cris
 
-- Rrayn Barator | Mitglied der Defender --​

[ Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B | Rrayn, Tehm und Cris ]

Es war immer ein Drahtseilakt. Die Balance zu finden war schwer. Vor ihm saß ein Freund oder Feind und bis er wusste, zu welcher Gattung der Mensch gehörte, musste er aufpassen. Rrayn verschränkte die Arme vor der Brust, während sich der Mensch aufrichtete. Er hatte etwas Imperiales an sich, keine Frage. Er war ein Soldat – oder war es früher einmal gewesen. Rrayn spürte das, sah es ihm an, an der Art mit der Situation umzugehen. Es schien fast, als wäre er nicht zum ersten Mal nach einer Schlacht in einer fremden Umgebung aufgewacht. Denn er stellte sofort die richtigen Fragen. Genau wie Rrayn wollte er wissen: Freund oder Feind?
Der Zabrak verspürte für einen Augenblick den Impuls dem Fremden die Hand zu reichen. Doch der Moment zog vorbei und Rrayn verharrte in seiner Haltung.


„Ganz richtig.“

brummte er schließlich.

„Sie sind uns zu Dank verpflichtet. Als sie hier ankamen, waren sie halb tot, wir haben sie wieder aufgepeppelt.“

Der Mensch hatte wissen wollen, wie es weiterging. Genau das konnte Rrayn aber selbst noch nicht sagen. Also überging er die Frage und stellte seinerseits eine:

„Was ist mir ihrem Trupp passiert?“

Ein Trupp konnte alles Mögliche sein. So vage formuliert, hoffte er dem anderen eine Antwort zu entlocken, die genaueres über seine Herkunft verraten würde. Sollte er sich als tatsächlich als Imperialer herausstellen, dann wäre Rrayn der letzte, der irgendwen daran hindern würde, dem Menschen einfach den Kopf zu zerquetschen. Sofern er nicht sogar als erster bei ihm war. Allerdings musste er zugeben, dass sie einen Soldaten wie ihn durchaus gebrauchen konnten. Er mochte ihn nicht, aber im Sinne der Defender musste er hoffen, dass der Mensch auf der richtigen Seite stand.

[ Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B | Rrayn, Tehm und Cris ]
 
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[Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B] - Rrayn, Them, Cris

Verständlicherweise schien der Zabrak nicht sonderlich erpicht darauf zu sein, Cris mit Informationen zu versorgen – auch wenn dieser es begrüßt hätte, zumindest über seine nähere Zukunft nicht im Unklaren gelassen zu werden. Vermutlich war er für die rätselhafte Gruppe, die diese Einrichtung – von der er bisher nur diesen einen Raum gesehen hatte – betrieb ein ebensolches Mysterium wie sie für ihn. Vorsicht war daher kaum überraschend, doch abgesehen davon hatten seine Retter (?) alle sonstigen Trümpfe in der Hand. Selbst wenn sie ihn mit Details über ihre Identität und weitere Vorgehensweise versorgten, würde es für sie immer noch ein leichtes sein, ihn stillschweigend zu entsorgen, sollte sein Verhalten nicht ihren wie auch immer gearteten Kriterien entsprechen.
Die Frage des Nichtmenschen erschien Cris so fast wie eine Fangfrage – einen Großteil der Antwort sollte sich dieser anhand aufmerksamer Beobachtung und ihm hoffentlich eigener Kombinationsgabe bereits selbst gegeben haben müssen.


„Das Meiste dürften Sie bereits wissen“, antwortete daher.

„Wer auch immer mich gefunden hat, dürfte unter anderem auch ein paar tote Imperiale gefunden haben… es sei denn, das Imperium schert sich neuerdings um einen pietätvollen Umgang mit seinen Verstorbenen. Dass die Rüstung, die ich getragen habe, der Nova Force zugeordnet werden kann, ist in den Unteren Ebenen vermutlich ebenfalls ein offenes Geheimnis. Den meisten Söldnergruppen ist ihr Prestige schließlich wichtiger, als die Geheimhaltung ihrer Identität.“

Fast musste er bei diesen Worten lachen. So gesehen unterschied sich die Vorgehensweise seines temporären „Arbeitgebers“ tatsächlich beträchtlich von der des Geheimdienstes.


„Falls Sie auf noble Intentionen hinter diesem Gefecht hoffen – ich kann Ihnen keine anbieten. Die Imperialen haben den Sold für einige ihrer Polizeistationen durch diesen Sektor transportiert, in harter Währung. Wir wollten das Geld und haben ihre Truppenstärke drastisch unterschätzt. Oder wir wurden verraten, wer kann das schon sagen…“

Er hatte nicht wirklich die Zeit gehabt, über dieses kleine Rätsel nachzudenken. Dass die Imperialen es geschafft hatten, eine Fliegende Festung zu mobilisieren, war in der Tat eine Überraschung gewesen – und der Todesstoß für den Nova Force-Trupp. Aber ob gezielter Verrat Grund hierfür waren oder bloß purer Zufall, ein besonders eifriger Imperialer Verwaltungsbeamter vielleicht… unmöglich zu sagen.


„Das Imperium auf Coruscant scheint jedenfalls nicht so tot zu sein wie ich dachte…“


Ganz im Gegensatz zu wirklich prorepublikanischen Gruppierungen. Aber auch deren Operationen hatte er in den letzten Wochen und Monaten vollkommen aus den Augen verloren. Die düsteren Schluchten der Unteren Ebenen eigneten sich nicht wirklich, um die Lage distanziert aus der Vogelperspektive zu betrachten. Coruscant konnte sich, soweit es Cris’ Informationslage betraf, kurz vor dem Fall befinden, seit Monaten von einer republikanischen Flotte belagert werden oder wieder fest in Imperialer Hand sein.


„Da ich Ihnen gesagt habe, was Sie wissen wollten – auch wenn Sie es bereits wussten – wäre es zu viel verlangt, jetzt auf meine Frage zu antworten? Oder haben Sie all das Bacta verschwendet, um mich persönlich zu erschießen?“


[Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B] - Rrayn, Them, Cris
 
.:: Coruscant | Mittlere Ebenen | "Nightliner" | Backstagebereich | mit Arkon, Shana und Noa ::.


Marks gute Laune war vollends verschwunden. Alkohol und Drogen, Kerle - seiner Meinung nach zu viele und das auch noch mit schlechtem Kleidergeschmack - die zu aggressivem Handeln neigten und völlig sinnfreie Diskussionen. Eigentlich hielt ihn nichts mehr hier... eigentlich, denn bedachte man, weswegen er hergekommen war, hielt ihn so einiges hier. Shana wollte tanzen. Sie ließ sich die gute Laune nicht verderben. Vielleicht lag es auch nur an den stimmungsbeeinflussenden Drogen und dem Schnaps, dass sie noch keine Anwandlungen hatte, nach Hause gehen zu wollen. Geduldig wartete der Jedi-Meister, denn er hatte nicht vor, sie gegen ihren Willen aus dem Nachtclub zu schleifen und nachdem er gesehen hatte, mit wem sie hier war, würde er den Teufel tun und sie in schlechter Gesellschaft zurück lassen. Es war nicht auszudenken, was ihr hier widerfahren konnte und das konnte er nun wirklich nicht zulassen, nachdem er doch die Verantwortung für seine Schülerin trug.

Ja, das war sie, seine Padawan und sie tanzte gerade mit einem dieser schwachsinnigen Gestalten - wenn man das noch tanzen nennen konnte, denn der Kerl hatte seine Finger fast überall an ihrem Körper. Sie war zumindest noch so klar im Kopf, dass sie das nicht zuließ und seine Hände von brisanten Stellen wegschob. Der Blick des Corellianers war fest auf das Pärchen gerichtet, jedoch ohne jegliche Emotion im Anlitz. Niemand konnte wohl deuten, was er in diesem Moment dachte, aber man konnte es sich vermutlich denken: Er war nicht gerade begeistert von der Situation!

Ein stechender Schmerz in der rechten Hand brannte sich in sein Bewusstsein, welche ihm die Wunde vom Kneipenabend zurück in Erinnerung rief. Er hatte sich die Glasscherben in die Handfläche gerammt, als er mit benebeltem Geist seine Kraft unterschätzt und das Glas zerbrochen hatte. Die Wunde war verbunden worden und schon im Begriff zu heilen, doch in diesem Augenblick schien er die Flasche in seiner Hand zu fest zu umklammern, sodass er die Verletzung doch spüren konnte. Mit einem tiefen Atemzug reagierte er und ließ den Griff wieder locker. In einer geschmeidigen Bewegung und einem kleinen Schwenker, führte er die Flasche wieder zum Mund und nahm einen weiteren Schluck.
Endlich wurde der Musiksender wieder gewechselt, Nic und Shana waren gezwungen, sich wieder hinzusetzen. Die junge Frau sträubte sich dagegen, von dem Musiker betatscht zu werden und auch wenn es Mark überraschte, da sie es ja die ganze Zeit über nur darauf angelegt hatte begehrt zu werden, befand er es für gut, dass sie sich letzten endes doch dagegen entschieden hatte. Dadurch hatte sie ihren Punktestand unwissentlich wieder aufgebessert, denn durch die zuvor noch so tussige und schlampenhafte Art war dieser ziemlich gesunken. Jedoch zählte nur das Hier und Jetzt und das besagte: Nein, ich will nicht. So fasste der corellianische Mann es zumindest auf und so leerte er die Flasche in einem Zug, stellte sie auf den Tisch vor sich, stand auf und griff im Vorbeigehen nach Shanas Hand. Mit bestimmtem Kraftaufwand zog er sie mit sich und begleitet wurde dies mit den Worten:


"Danke für die Einladung, aber es ist jetzt Zeit zu gehen!"

Der Jedi setzte natürlich voraus, dass Arkon - aufmerksam wie er war - den Ernst der Lage verstand und sofort folgte. Wie Noa dies aufnehmen würde, war ihm egal und dass vor allem Nic sie nicht so einfach gehen lassen würde, war fast sicher...


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[ Coruscant-System | Coruscant | The Works | Fabrikkomplex von „LiMerge Power“ | Lagerhalle | mit einem Sarkan (Brzkz) ]

Kabel über Kabel. Eigentlich konnte man vom sprichwörtlichen Kabelsalat sprechen. Dazu blinkten an manchen Stellen kleine Kontrolllämpchen. Mit seiner leichten Farbschwäche, die Katzen einfach angeboren war, starrte Crado auf das chaotische Wirrwarr. Bisher hatte der zottelige Jedi-Ritter, der eine kriminelle Vergangenheit besaß, nur selten eine Tür auf diese Weise öffnen müssen, da er eher zur Sparte „Taschendieb“ gehörte. Unsicher glitt sein Blick von einem Kabel zum nächsten. Für ihn sah – wenn er ehrlich zu sich wäre – alles gleich aus. Neben ihm zischte der recht hochgewachsene Sarkan nervös. Mit einem kleinen Blaster in der Hand hielt sich der schuppige Reptiloid bereit. Nur flüchtig sah der Kriminelle zu dem Katzenwesen, das an der offenen Konsole arbeitete. Dann sah er erneut zu der geschlossenen Tür.


„Nicht viel Zeit“, zischte der Sarkan gewohnt ungeschickt. „Wachen schnell. Sehr schnell.“

Doch von diesen Worten ließ sich der struppige Cathar nicht drängen. Schweigend musterte er diese unzähligen Kabel. Eine kleine Lampe blinkte in einem gleichmäßigen Intervall auf. Nach einer sehr kurzen Bedenkzeit griff Crado mit seiner rechten Pranke vorsichtig nach einem gelben Kabel. Ohne seine Gedankengänge abzubrechen befühlte er die Plastikummantlung. 'Ist er der richtige?', ging es dem stinkenden Jedi auf einmal durch den Kopf. 'Und wenn ich falsch liege?' Neue zweifel keimten langsam in ihm auf. Zu selten hatte er auf Nar Shaddaa eine Türkonsole geknackt. Meistens hatte er sich bloß mit Taschendiebstahl über Wasser gehalten. Kleine Schweißperlen rollten zwischen seinen Dreadlocks über die Kopfhaut. Jeden einzelnen Tropfen spürte er dabei ganz deutlich. Doch darauf konnte sich das zottelige Katzenwesen im Moment nicht konzentrieren. Er musste die Tür öffnen.

Sanft umschloss seine rechte Pranke das Kabel. Ein letztes Mal durchdachte er diesen Schritt. Dabei atmete er ruhig ein und wieder aus. Trotzdem schlug das Herz, das sicher in seiner linken Brust lag, laut. Wumm. Wumm. Wumm. Es gab keine Ruhe. Wumm. Wumm. Wumm. Unwillkürlich ließ sich der junge Jedi-Ritter in die Macht versinken. Öffnete sich ihr mehr und mehr. Wumm … Wumm … Wumm. Mit einem Mal schien die Zeit für ihn still zu stehen. Ein gräulicher Nebel umhüllte schnell sein Bewusstsein. Es gab in dieser Welt nur noch Crado und das gelbe Kabel. Noch einmal schloss er die Augen. Wumm … Wumm … Wumm – und dann lagen plötzlich zwei Kabelhälften in seiner Pranke. Gleichzeitig ließ der Machtstrom nach. Immer weniger Macht floss durch sämtliche Fasern seines Seins. Es ebbte ab. Welle für Welle. Dann war der Jedi wieder im Hier und Jetzt.

Etwas widerwillig öffnete sich die Tür. Begleitet wurde dieser mechanische Prozess von einem ganz leisen Quietschen. Etwa im selben Augenblick drang ein Schwall in die kleine Lagerhalle. Es stank nach Maschinenöl und diversen Abgasen. Angewidert schüttelte Crado den Kopf, wobei sich seine Dreadlocks schwerfällig bewegten. Noch bevor sich der Cathar wieder gefasst hatte, war der Sarkan schon vorsichtig in die Produktionshalle getreten. Noch einmal schloss der Jedi ganz flüchtig seine beiden Augen, sammelte sich kurz in der Macht und folgte dann dem zischenden Reptil. Sofort kam ihm der typische Lärm arbeitender Maschinen entgegen. Trotz des äußerst dumpfen Lichts, das stets um diese Uhrzeit in den Produktionshallen vorherrschte, sah das Katzenwesen perfekt. Es lag in der Natur der Cathar, dass sie selbst in absoluter Finsternis ausreichend wahrnehmen konnten. Beiläufig glitt seine eine Pranke zu der Stelle, wo unter dem dreckigen Stoff sein Lichtschwert geduldig hing.


„Maschinen da drüben“, bemerkte der Sarkan und zeigte nach links.

„... Und die meisten Wachmänner halten sich in dem Bereich auf“, warf Crado ein und zeigte in die anderen Richtung. „Also weiter.“

„Die Macht ist immer an deiner Seite, Crado. Mit ihr kannst du für eine Weile auch in einer äußerst lebensfeindlichen Umgebung überleben. Kontrolliere deinen Atem. Ziehe nur die paar Moleküle zu dir, die du zum Leben brauchst.“ – Eine halbe Ewigkeit schien diese Unterweisung her zu sein, aber der Cathar rief sich diese Worte seines menschlichen Mentors ohne Probleme ins Gedächtnis. Beide waren damals im salzigen Meerwasser Mon Calamaris gewesen als der blonde Jedi dem struppigen Padawan eine Lektion über die Technik „Atemkontrolle“ gegeben hatte. Ein Machtsensitiver konnte durch die Kontrolle des eigenen Atems länger tauchen als ein Normalsterblicher. Nun musste Crado diese Technik in einer Umgebung anwenden, die kein Wasser, dafür aber etliche giftige Gase in der Luft besaß. Noch war sich der Ritter nicht sicher, ob sein Plan klappen konnte. Kurz sah er zu dem Sarkan. Tapsig wie immer hatte sich das Reptil schon in Bewegung gesetzt. Einen Moment zögerte der Cathar, dann folgte er vorsichtig dem schuppigen Kriminellen.

Schritt. Schritt. Stopp. Die beiden unbefugten Gestalten schlichen immer rasch von einer Säule zur nächsten. Dort hielten sie inne, um die Umgebung aufmerksam zu sondieren. Dafür nutzte der recht hochgewachsene Sarkan natürlich seine Augen, während sich Crado auch auf die Macht verließ. Er tastete mit seinen unsichtbaren Fühlern alles im Umkreis von etwa fünfzig Metern ab. Laut krachten die Maschinen, die in der Nähe waren. Trotzdem hielten sich ein paar Mechaniker auf, die von Zeit zu Zeit obligatorische Kontrollen vornahmen. Schweigend sah der Jedi zu dem großen Dieb, der da an seiner Seite stand. Mit einer Geste bat er den schlaksigen Kriminellen um etwas Geduld. Danach ließ er seine Fühler auf die unbedarften Arbeiter zu gleiten. Schnell umgarnten sie die müden, kaum aufnahmefähigen Männer. Plötzlich zögerte der Jedi-Ritter. Durfte er so einfach in das Bewusstsein dieser armen Seelen eindringen? Unbewusst würden sie mit ihm ihre Ängste, Sorgen und Wünsche teilen. Am Ende entschied er sich für den Eingriff.

Durch die Übermüdung und die Unterernährung hatte der Cathar keine großen Schwierigkeiten, um in den Geist der einzelnen Arbeiter einzudringen. Behutsam pflanzte er ihnen den Wunsch ein, dass sie eine Pause machen wollten und lockte sie von den arbeitenden Maschinen weg. Plötzlich begann seine Schulter wieder zu pochen. Ungeschickt brach der Kontakt ab und einer der Mechaniker ging nicht sofort zu einem der Pausenräume, sondern verließ bloß den Bereich, den der Sarkan einsehen konnte. Trotz des Lärms konnte Crado ein Glucksen hören als sich das Reptil bewegte. Nur langsam schlich der Kriminelle zum ersten Gerät, während sich das Katzenwesen die Schulter rieb. Es waren zwar schon etliche Tage vergangen, doch dem Jedi fehlte einfach die nötige Ruhe, um in der Macht die Wunde endgültig zu heilen. Ganz leicht schimmerte die rechte Hand als er sie behutsam auf die pochende Stelle legte. Ein Seufzer entglitt seinem Mund als etwas Linderung eintrat.

Plötzlich zuckte ein bläulicher Blitz nur knapp an ihm vorbei. Sofort schreckte das Katzenwesen auf und sah sich rasch um. Leicht breitbeinig stand ein bewaffneter Wachmann dem Jedi gegenüber. Mit einer automatischen Handbewegung drückte Crado auf einmal eine starke Machtwelle von sich weg – in Richtung Wachmann. Problemlos riss es diesen Menschen von den Füßen. Begleitet von einem lauten krachen landete der Kerl, nachdem er mehrere Meter unfreiwillig geflogen war, in einer der grauen Wände. Flink wie es für seine Rasse typisch war erhob sich der Cathar. Grimmig sah er sich erneut um. Gleichzeitig sandte er seine Machtfühler aus. Anscheinend hatte der schlanke Sarkan ein paar Maschinen schon sabotiert. Denn er befand sich schon zwei Reihen weiter. Noch einmal strich der Jedi über die Stelle seines Ponchos, die sein Lichtschwert verbarg. Plötzlich zuckte ein zweiter Lichtblitz an ihm vorbei – ein weiterer Wachmann.

Mit einer geschickten Rolle zur Seite brachte sich das Katzenwesen in Sicherheit. Jedenfalls für den Moment, da dieser Mensch ebenfalls ziemlich flink war. Erneut zuckten Schüsse nur knapp an dem zotteligen Jedi-Ritter vorbei.
'Man hat uns entdeckt!' Darin war sich Crado sicher. Beiläufig öffnete er sich erneut der Macht, ließ seinen Körper durchströmen, gab sogar seine Verschleierung auf. Fix konzentrierte er erneut einen Schwall der Macht in seiner rechten Pranke. Da er sich etwas mehr der Macht geöffnet hatte, konnte er den Sarkan entdeckten. Dieser kämpfte derzeit ebenfalls gegen zwei Männer, die für die Sicherheit in dieser Fabrik zuständig waren. Jedoch standen dessen Chancen im Kampf gegen diese Wachmänner nicht so gut wie bei dem Cathar. Crado musste sich also wirklich beeilen, sollte der Sarkan überleben. Noch einmal streckte er seine Hand in einer äußerst schnellen Bewegung aus und entfesselte damit den Schwall, den er bis dahin gesammelt hatte. Unaufhaltsam raste diese Machtwelle über den Boden in Richtung Wachmann. Hier und da riss sie sogar einzelne Bodenplatten heraus. Zum Schluss traf die Welle ungebremst auf den Wachmann und drückte ihn – genau wie dessen Kollegen – gegen die Wand.

In diesem Moment hatte das zottelige Katzenwesen keine Zeit, um sich über die Konsequenzen, die sein Einsatz der Macht mit sich brachten, klar zu werden. Stattdessen raffte er sich auf und rannte in einer unmenschlichen Geschwindigkeit zu dem kämpfenden Reptil. Mittlerweile durchströmte die Macht jede einzelne Faser seines muskulösen Körpers. Sie pulsierte in ihm. Sie trieb ihn an. Schnell sandte Crado mehrere Machtfühler aus, während er sich dem schuppigen Sarkan näherte. Genau in dem Augenblick, in dem der Kriminelle sich duckte um seinen Blaster nachzuladen, schleuderte der Jedi eine Maschine in Richtung der Wachmänner. Etliche Machtfühler hatten das arbeitende Gerät umschlungen, an ihm gezerrt und so langsam aus seiner festen Verankerung im Boden gerissen. Mit einem lauten Krachen landete das Ding auf dem Boden. Dabei wirbelte es jede Menge Staub sowie Schutt auf – und verschaffte dem Jedi eine kurze Verschnaufpause. Er tippte den Sarkan an.


„Wir müssen hier raus...“, sagte er zu dem lila-blauen Reptil.

Der Sarkan nickte und entgegnete:
„Imperiale schon auf Weg.“

Doch bevor sich Crado wieder in Bewegung setzen konnte, brach er zusammen. Er hatte die Macht zu exzessiv benutzt. Nun war sein Körper schlagartig ausgebrannt. Sogar das Pochen in der Schulter kehrte zurück. Durch die plötzlichen Schmerzen verzog das Katzenwesen das Gesicht. Keine Funke Kraft befand sich mehr in seinem Körper. Kein einziger. 'Der Tod ist gewiss', dachte der Cathar und sackte noch etwas mehr zusammen. Plötzlich umschloss ein schlacksiger, aber kraftvoller Arm den erschöpften Leib. Es war Tokkos schuppiger Untergebener, der scheinbar problemlos den Cathar zu der Lagerhalle schleifte. Crado tauchte gerade in einen dunkelgrauen Nebel ein als er nebenbei das Einsetzen einer Sirene hörte. Mehr und mehr zog sich sein Bewusstsein zurück. Bevor er endgültig seine Augen schloss konnte er noch sehen wie zwei grünliche Hände nach ihm griffen und ihn rasch in die Dunkelheit des Belüftungsschachtes zogen.

[ Coruscant-System | Coruscant | The Works | Fabrikkomplex von „LiMerge Power“ | Belüftungsschacht | mit einem Sarkan (Brzkz) und Ishi Tib ]
 
[Coruscant – BS VIP-Hangar – An Bord der Prince/Frachtraum] Josea, Maral

Lange hatten die beiden Mandalorianer nicht Zeit, den bes’uliik zu bewundern – Kate betrat den Frachtraum, um sie daran zu erinnern, dass sie – mal wieder – keine Zeit hätten.

Wayii, Kate – bringt man euch im Orden nicht bei, Geduld zu haben?“,

scherzte Josea und gab dem mandalorianischen Kampfjäger einen letzten liebevollen Klaps auf die Außenhülle, wonach er sich den Handschuh wieder anzog. Auch Jace kam hinzu, um Josea sofort daraufhin zu weisen, dass sein Frachter zu klein war, um den bes’uliik zu transportieren.

„Ich vertraue dir mal ein Geheimnis an, ner vod, es kommt nicht auf die Größe an, sondern auch auf die richtige Technik, das kannst du einem Experten wie mir ruhig glauben. Hätte es meine entzückende Klientin nicht ständig so eilig, würde mir schon was einfallen, wie ich das Baby einpacken könnte…wenn wir euren Dany gefunden haben, sprech ich mal mit ihm darüber.“

Er war sehr gespannt auf diesen ehemaligen Commodore der Black Sun, der sich entschieden hatte, das Leben eines Mandalorianers zu führen. Jace packte ein paar sehr vielversprechend aussehende Flaschen ein und damit war schon klar, dass es ihnen auf der Reise nach Mandalore nicht langweilig werden würde. Zumal auch Maral anzumerken war, wie sie den selbstbewussten Elite-Piloten förmlich mit ihren Blick auszog, auch wenn klar war, dass es sich bei Josea mehr lohnte.

Oya, vode – lassen wir Triple Zero hinter uns und fliegen dorthin, wo wir mehr Spaß haben werden…!“,[/COLOR]

rief er seinen Begleitern zu. Marals rot-braune Augen sprühten vor Unternehmungslust, und nicht nur davon.

„Wir werden sehr viel Spaß haben – meinst du nicht auch, Jace?“,

wandte sich jene mit einem doppeldeutigen Unterton dem Coruscanti zu, der ihren Avancen nicht abgeneigt schien. Ein letztes Mal warf Josea dem bes’uliik begehrliche Blicke zu und dann gingen sie rasch an Bord der Tracinya, um Coruscant zu verlassen.


[Coruscant – im Abflug] Josea, Maral, Kate, Jace
 
[Coruscant - Mittlere Ebenen - Geschäfts- und Vergnügungsviertel - „Nightliner“ - Bandraum/Backstage] Markus, Arkon, Shana, Noa, Stan & Bandmitglieder

Anscheinend war die ganze Saubande von Rockmusikern hier Drogenabhängiger als Arkon dachte. Und das „Rock“ in Rockmusiker erstrahlte in einem ganz neuen Licht. Anscheinend waren diese Musiker nur hinter Röcken her und anscheinend gaben Noa und Shana ihnen das was sie wollten, bzw. die Musiker hofften das. Und anscheinend hatte Arkons kleiner Machtstoß ordentlich Ärger verursacht. Es kam also nicht auf brachiale Gewalt an, sondern auf kleine punktuelle Nadelstiche, die gut platziert viel verursachen konnten. Eine wichtige Lektion. Arkon spürte auch gewissermaßen die Unzufriedenheit und Unruhe in diesem Raum, die Trotz der Rauschmittel aufkeimte. Ihre Wellen hämmerte wie Turbolaserstrahlen auf ihn an. Das Arkon das mit seinen weniger routinierten und nicht so gut ausgebildeten Sinnen spüren konnte, zeigte wohl nur wie verstimmt der Musiker war um seine Drogen gebracht zu werden. Naja, selbst daran Schuld wenn dieser Versager anders keine Glücksgefühle bekam. Dann stand Shana auf und brachte auch noch einen der Musiker mit sehr weiblichen und ... schlampigen Reizen dazu mit ihr zu tanzen. Irgendwie hatte Arkon sich grundlegend in Shana verschätzt. Er hätte gedacht sie sei- wo sie doch Journalismus studiert(e) - ein wenig anspruchsvoller und niveauvoller, aber auf eine so billige Art und Weise jemanden zum tanzen zu bewegen und dann anscheinend noch genervt zu sein, wenn dieser sie betatschen zu wollen, hätte Arkon nicht von ihr gedacht. Den Padawan-Schüler widerte es ein wenig an. Er hoffte nur, dass Shana diese billigen Tricks nicht bei ihm oder seinem Meister Markus versuchte. Und irgendwie fragte sich dann Arkon auch noch, ob sie so an ihre Hochschulreife gekommen war. Hatte Sie sie sich mit Sex erkauft? Ein Gedanke den Arkon nicht weiterführen wollte. Er sah wieder zu Shana und dachte daran was ihm mal ein alter Freund erzählt hatte. Niclas oder so hieß er glaub ich. Wurde Nuccles genannt, warum auch immer. Aber er war so ein Typ der immer rumfluchte und er hatte mal gemeint, als er ein ähnliches Mädchen gesehen hatte: „Mensch ist die Blöd, H**** nehmen wenigstens Geld dafür.“ Ein passender Satz wie Arkon befand. Durchaus zutreffend auf die momentane Situation und auf jeden Fall einer Jedi-Padawan unangemessen. Jedi zu sein bedeutete sich über seine eigenen Grenzen und Emotionen hinweg zu entwickeln und dem Allgemeinwohl zu dienen. Für Freiheit und Frieden zu kämpfen und zwar für Andere. Der Preis war die eigene Freiheit. Der Lohn waren übermenschliche Kräfte und stellenweise Verehrung durch Nichtmachtnutzer. Jedi-Ritter waren die erste und letzte Verteidigungslinie im Kampf gegen die Sith. Arkon konnte nicht verstehen wie man da noch Zeit hatte Partys zu feiern. Allerdings sah er den didaktischen und pädagogischen Wert der momentanen Situation ein. Dieses Zeit totschlagen war durchaus gut um sich in Geduld und Beobachtungsgabe zu üben. Nur mittlerweile hatte Arkon das Gefühl er hatte genug gesehen, bzw. das was noch kommen konnte, wollte er nicht sehen.

Nach einiger Zeit des Wartens setzte sich Shana wieder und ließ ihren Schwarm wieder nicht ran. Wie er so Frauen weder leiden noch verstehen konnte. Schlampen. Erst einen Typ heiß machen und dann abblitzen lassen. War sie absichtlich so bösartig der Bösartigkeit zu Liebe, oder wollte sie jemanden eifersüchtig machen? Arkon wusste nicht welche dieser Alternativen das geringere Übel war. Beide Wahlmöglichkeiten hielt Arkon für eine Jedi ungeeignet. Okay, zu Shanas Entschuldigung, sie war noch eine Padawan und er hoffte inständig, dass sein Meister ihr das noch austreiben würde, doch da hatte Arkon keinerlei Zweifel. Markus Finn hatte einen sehr souveränen Eindruck hinterlassen und würde Shana wohl noch zurechtbiegen können - so hoffte Arkon. Und just in diesem Moment ergriff Markus die Initiative und rette Shana aus ihrer prekären Lage. Irgendwie hoffte Arkon Markus würde heute noch eine Trainingseinheit starten. Der junge Alderaaner musste dabei schmunzeln, wie sich Shana dann dabei fühlen müsste. Es war gemein, aber Shana musste lernen, wie weit sie gehen konnte und durfte. Seinem jugendlichen Blick nach, hatte Shana ein viel zu lasches Elternhaus erlebt und konnte wohl machen was sie wollte. Arkon verstand den Wink seines Meisters, denn immerhin war Arkon still, aber nicht auf den Kopf gefallen. Viel lieber beobachtete er seine Umgebung. Arkon gesellte sich zu seinem Meister und flüsterte ihm zu:

„Was ist mit ihr.“ Sein Kopf nickte in Richtung Noa Chanelle „Wir können sie doch nicht hier lassen, wer weiß was ihr sonst noch ...“ Arkon ließ die letzten Worte unausgesprochen, darauf vertrauend, dass sein Meister verstand.

[Coruscant - Mittlere Ebenen - Geschäfts- und Vergnügungsviertel - „Nightliner“ - Bandraum/Backstage] Markus, Arkon, Shana, Noa, Stan & Bandmitglieder
 
¦¦ Coruscant ~ mittlere Ebenen ~ Geschäfts- und Vergnügungsviertel ~ "Nightliner" ~ Backstage ¦¦ Shana ~ Arkon ~ Markus ~ Bandmitglieder ~ Stan & Noa

In diesen Moment hätte Shana die Fähigkeit besitzen sollen die Szenerie von außen beobachten zu können. Völlig objektiv, rational und nüchtern. Aktion und Reaktion, Realität und sterile Logik spielten ein verwirrendes Spiel, welches von innen heraus nicht erkennbar war. Andere würden es vermutlich nennen: Die Geister die ich rief. Wo normalerweise Kontrolle war, herrschte nun Chaos und ein merkwürdiges Farbenspiel vor. Besonders die Farbe rot war in diesem Moment ein Symbol dieser Zusammenkunft. Ob sie nun Wut, Drogen, Blut oder Ekstase darstellte. Unleugbar hatte Shana die führende Hand in der Steuerung der Ereignisse verloren. Was einst ein präzise ausgeklügeltes System war, hatte nun völlig die Richtung verloren. Die Mixtur aus Tanz, Flirt und Selbstbestimmung war unausgewogen, nicht mehr umsetzbar. Ohne Tanz, inmitten einer privaten Feier, umgeben von Typen auf die sie nicht wirklich stand, war sie nur Zuschauerin und spielte eine Rolle die nicht zu ihr passte. Nicht mehr. Es war wohl närrisch gewesen zu glauben alte Gewohnheiten in eine neue Umgebung 1 zu 1 übernehmen zu können.

Sie war keine Schülerin mehr, sie war in einem Club den sie nicht kannte, mit Personen die sie kaum kannte. Warum war sie hier? Weil sie hatte feiern wollen, und weil sie keine Spielverderberin sein wollte. Noa stand auf den Club und auf die Musik. Und warum auch nicht? Man konnte hier gechillt abhängen. Allerdings nicht wenn man mit aggressiven Drogenabhängigen rumlungerte. Neugier hatte die Padawan getrieben mit nach hinten zu gehen. Die kommende Entwicklung hatte sie schließlich nicht voraussehen können. Allerdings war das nur die halbe Wahrheit, auch wenn diese ein wenig Unmut mit sich brachte. Was erwartete sie, wenn sie flirtete? Niemand, vor allem Männer, betrachteten dieses Verhalten rational. Flirtete man, hieß das gleich das man mit jemandem ins Bett wollte, oder dass er einen anfassen durfte wie es ihm passte. Und die anderen interpretierten ihren Teil. Und meistens war der nicht positiv. All das wusste sie, hatte sie schon zig Mal erlebt, und doch hatte sie sich nie davon beeindrucken lassen. Nur weil es alle so sahen, hieß das noch nicht das es stimmte oder richtig war.

War es ihr Problem wenn Männer immer gleich Sex wollten? Ihr reichte es zu spielen und die Hormone überschießen zu lassen. War das nicht genug? Wenn beide Seiten es wollten, konnte auch mehr daraus werden, aber wenn nicht, dann konnte man sich auch damit zufrieden geben einfach Spaß gehabt zu haben ohne gleich "abzusahnen". Aber so war es nicht, die Masse hatte andere Vorstellungen. Es wäre in diesem Fall wohl besser gewesen sich auf die alten Erfahrungen zu verlassen und nicht den Dickkopf durchsetzen zu wollen. Nun, jetzt waren die Dinge so gelaufen, wie sie gelaufen waren und sie konnte es auch nicht mehr ändern. Außerdem war es nicht ihre Schuld, dass Markus nicht tanzte, und das die Typen so drauf waren wie sie drauf waren. Rein theoretisch hätten es auch anständige Kerle sein können. Auch wenn diese Sicht natürlich ein wenig weltfremd in dem Moment war. Wie dem auch sei, offenbar war hier nicht mehr viel herauszuholen, was den Spaß anging. Ob es Eifersucht war, oder ihr Meister aus anderen Gründen die Nase gestrichen voll hatte, konnte die Blondine nicht sagen.

Jedenfalls stand er auf und ergriff, ohne dass sie damit gerechnet hätte, ihren Arm und zog sie mit. Ey hallo! Da hatte wohl jemand zu wenig geraucht. Sie war so überrumpelt, dass sie beinahe die Balance verloren hätte, nicht auch letztlich aufgrund der Drogen. Vielleicht war es das Beste. Die Fummeleien, die normalerweise später am Abend kamen, eben aufgrund des längeren Tanzens, hatten früher begonnen. Normalerweise schob sie das in die Länge, bis es Zeit wurde zu gehen. War sie dann doch nicht mehr an ihm interessiert ließ sie ihren "Fang" direkt vor dem Laden, also umgeben von Türstehern abblitzen. Möglicherweise ... möglicherweise war das kein besonders netter Schachzug, aber bis jetzt hatte es immer funktioniert. Nun ja, in nächster Zeit würde sich so etwas wohl nicht wiederholen, also brauchte sie sich keine großen Gedanken darüber machen. Als Jedi war es wohl nicht möglich sich so gehen zu lassen. Nun ja, spätestens mit diesem Clubbesuch war ihr dies klar geworden. Ihr altes Leben war vorbei, Parties gehörten schlicht nicht mehr dazu.

Die "Befreiungsmethode" ihres Meisters war etwas abrupt, aber unter den gegebenen Umständen noch die eleganteste. Es war wohl das Beste diesen Abend als beendet zu betrachten. Ein wenig hatte sie ein schlechtes Gewissen gegenüber Noa, sie hatte ihr den Abend nicht versauen wollen, aber sie waren schließlich nicht diejenigen gewesen, die hier ihre Fassung verloren oder Grenzen überschritten hatten. Nic war natürlich nicht begeistert, dass sie plötzlich, fast wie aus dem Nichts, verschwinden würde. Dies war auch eines der Dinge, die sie sich hatte denken können. Natürlich spielte hier schon wieder der Besitzgedanke eine Rolle. Kerle waren in der Hinsicht zum K.....


"Hey, was soll'n das jetzt! Wo gehst'n Du hin?"
"Tut mir leid, wir müssen wirklich los."
Sie verkniff es sich auf's Chrono zu schauen und einen Spruch loszulassen wie "oh ich hab' ganz die Zeit aus den Augen verloren".

"Danke auch nochmal für die Einladung." Oh man, das hatte sie auch schon mal besser gekonnt, aber in der akuten Situation fiel ihr auch nichts Originelleres oder Eleganteres ein. Sie hörte Arkon sprechen, der genau das verlautbaren ließ, dass sie auch dachte. In der Situation war es wahrscheinlich nicht so gut Noa einfach zurück zu lassen. Bei einem weniger abrupten Abgang, hätten sie sich möglicherweise reineren Gewissens auf den Weg machen können, aber so hatte Shana kein gutes Gefühl. Auch wenn Markus angefressen sein mochte, sie sollten doch schauen was hinter ihnen geschah.

"Noa? Wie sieht's aus? Wir kontakten dann noch?" Dabei legte sie die Finger ans Ohr, als wolle sie einen Comanruf simulieren. Das war nicht ganz so direkt wie die Frage "Kommst Du mit?". Sie wartete auf die Antwort ihrer Freundin, die nicht unbedingt in einer tollen Stimmung zurückgelassen wurde. Im Hintergrund hörte sie einiges Gemurmel und Geschimpfe, aber das blendete sie als Hintergrundrauschen aus.

¦¦ Coruscant ~ mittlere Ebenen ~ Geschäfts- und Vergnügungsviertel ~ "Nightliner" ~ Backstage ¦¦ Shana ~ Arkon ~ Markus ~ Bandmitglieder ~ Stan & Noa
 
- Coruscant - Mittlere Ebenen - Geschäfts- und Vergnügungsviertel - Nightliner - Backstagebereich - Mit Box Gil & Band, Shana, Stan, Markus und Arkon -

Shana tanzte und obgleich sie sich nicht wirklich im Kreis drehte, so wie es Kinder taten, wenn sie Ringelreigen tanzten, drehte sich in Noas Kopf alles vom bloßen Zuschauen. Shanas Füße wackelten lustig hin und her, wie Wackelpudding. Den aß Noa besonders gerne. Hunger hatte sie sowieso, sie hatte bestimmt seit Stunden schon nichts mehr gegessen! Wie spät es genau war, wusste sie nicht. Irgendwo zwischen der Tanzfläche des Clubs und der Garderobe der Band hatte sie ihr Zeitgefühl verloren. Vielleicht konnte sie es später suchen. Stan konnte ihr helfen, der sah noch recht fit aus und noch gar nicht so müde, wie Noa sich fühlte. Vielleicht blieb sie auch einfach für immer hier liegen. Gil war recht gemütlich. Sie hatte sich an ihn gelehnt und ihr Klopf ruhte zeitweise auf seiner Schulter. Von denen Sternen, die er vorhin noch gesehen hatte, hatte er nichts mehr gesagt. Wie alle anderen hatte er Shana und Nic zugesehen, wie sie getanzt hatten und dabei hatte sich wahrscheinlich jeder im Raum gewünscht, dass sie endlich wieder die Musik wechselten. Shanas Musik war zwar auszuhalten, aber nicht unbedingt das, was Noa in ihrer Freizeit gerne hörte. Und trotzdem waren alle recht geduldig und ließen die blonde Padawan gewähren, möglicherweise auch einfach aus dem Grund, weil niemand Lust hatte aufzustehen oder etwas zu sagen. Markus sah sehr unzufrieden auch, warum auch immer, aller Wahrscheinlichkeit nach aber, weil Shana mit einem anderen tanzte. Die Blicke zwischen ihm und seiner Schülerin waren wirklich eiiindeutig gewesen. Der Gitarrist war sauer, weil seine Drogen weg waren, Arkon saß so reglos wie schon den ganzen Abend, der Schlagzeuger der Band fummelte an seinen Sticks herum, Stan hatte sich zurück gelehnt und nippte an seinem x-ten Bier und Box Gil, der Frontmann der Band, hing auf dem Sofa wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Nicht, dass Noa das auffiel. Sie war glücklich, sich an ihn lehnen zu können. Er roch recht gut, erstaunlicherweise eigentlich. Die Widerstandskämpferin schloss für einen Moment die Augen, riss diese jedoch einen Moment später bereits wieder auf, ein erschrockener und gleichzeitig faszinierter Blick lag auf ihrem Gesicht.

„Ich habe Sterne gesehen!“

Behauptete sie, rüttelte an Gils Arm und war außer sich vor Freude, das gleiche gesehen zu haben wie er. Das musste zweifellos etwas bedeuten.

“Welche Farbe?“

Die Stimme des Sängers war mehr ein gemurmeltes Nuscheln, doch Noa verstand ihn noch gut genug um sich wieder nachdenklich zurück zu lehnen.

„Keine Ahnung.“

Erwiderte sie.

„Irgendwas mit Grün.“

Aus Stans Richtung kam ein Lachen.

“Irgendwas mit Grün? Was soll'n das für ne Farbe sein?“

Fragte er. Noa zuckte mit den Schultern.

„So wie Gras halt.“

Antwortete sie wie selbstverständlich und spürte durch Gils bebenden Körper, dass er kicherte. Was war daran so lustig? Gras war grün – oder nicht? Plötzlich war sich Noa nicht mehr so sicher. Oje, aber das hatte sie mal gewusst, ganz bestimmt. Noch während sie überlegte, stand Markus unerwartet auf und zog Shana mit sich hoch. Noch ehe einer von beiden etwas sagte, wusste Noa, dass sie gehen wollten.

„Ohh, jetzt schon?“

Fragte sie mit einem Blick auf ihr nicht vorhandenes Chrono. Der Gitarrist öffnete eine neue Flasche Bier.

“Ja, ist doch noch früh!“

Versuchte er die Jedi zu überzeugen, was ihm allerdings nicht gelang. Noa legte den Kopf schief. Najaaaa, die mussten sicher früh aufstehen. Sie musste das ja nicht. Praktisch, wenn man sich die Jobs zeittechnisch einteilen konnte, wie man wollte. Nach Markus bedankte sich dann auch Shana noch für die Einladung in den Backstagebereich. Sehr höflich, sehr löblich. Noa nickte huldvoll.

„Keine Ursache.“

Antwortete sie großzügig, bis ihr einfiel, dass es nicht an ihr war dies zu kommentieren, da sie die Einladung gar nicht ausgesprochen hatte. Sie war ja auch nur Gast. Ach ja.

“Cool.“

Das kam von Gil. Matt hob er eine Hand zum Abschiedsgruß. Noa tat es ihm gleich. Das war doch irgendwie ziemlich witzig, dass sie hier mit der Band saß. Es war alles so... witzig.

„Byyye, byye!“

Rief sie in monotonem Sing-Sang und nickte bestätigend, als Shana fragte, ob sie demnächst wieder kontakten würden.

„Klaro. Ich ruf dich an.“

Bestätigte sie und sah lustige Sterne um den Kopf ihrer Freundin kreisen. Diesmal waren sie rot und grün, oder vielleicht beides, vielleicht sogar gleichzeitig.

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.:: Coruscant | Mittlere Ebenen | "Nightliner" | Backstagebereich | mit Arkon, Shana und Noa ::.


Shana wehrte sich nicht, als Markus sie mit sich zog. Entweder sie war so dermaßen zugedröhnt, dass sie sich einfach nicht zu helfen wusste oder sie erkannte, dass jetzt keine Chance bestand, mit ihm zu diskutieren. Egal wie das Ganze auf sie wirken mochte, Arkon verstand und folgte der stillen Aufforderung ohne mit der Wimper zu zucken. Er würde einen sehr guten Schüler abgeben, da war sich der Jedi-Meister sicher. Allerdings brachte der Alderaaner auch noch einen kleinen Einwand, der Mark zum Nachdenken brachte. Sollten sie Noa hier lassen? Sie der Meute überlassen? Jetzt erst warf er einen Blick zurück zur Couch, wo sie sich genüsslich an den Bandleader kuschelte. Er glaubte nicht, dass sie sich in Gefahr befand, denn sie wusste, wie sie sich mit ihresgleichen abzugeben hatte. Ganz im Gegenteil zu Shana, welche einfach zu sehr mit ihren Reizen gespielt hatte und damit viel zu viel riskierte.

"Ich glaube nicht, dass sie einen Aufpasser braucht. Das ist ihr Milieu!"

, antwortete er Arkon still und leise, während Shana sich von der Freundin verabschiedete und diese scheinbar überhaupt kein Problem damit hatte, allein gelassen zu werden. Ok, sie stand unter Drogen und möglicherweise konnte sie in dem Zustand überhaupt keine klare Entscheidung treffen, aber es sah wirklich nicht so aus, als würde ihr an diesem Abend noch irgendetwas Schlimmes geschehen können. Sie sollte nur einfach im Arm des Leadsängers bleiben, dann war die Sache geregelt.
Ohne ein weiteres Wort öffnete der Corellianer die Tür und schob Blondchen hindurch. Auf dem Weg zurück in die Halle hatte er versuchshalber ihren Arm wieder losgelassen. Leider bewirkten die Drogen, dass sie ab und an gefährlich schwankte. Was für ein Dummchen Drogen zu nehmen. Markus legte automatisch den Arm um sie, um ihr Halt zu geben.


"Wir fahren auf direktem Weg - Ruf ein Lufttaxi!"

, orderte Markus seinen männlichen Padawan an. Es war dumm den direkten Weg zum Honey House zu wählen, aber es ging eben nicht anders. Es würde schon nicht auffallen, wenn zwei Männer ihre Begleitung zurückbringen würden oder sie hatte sie auf der Straße aufgegabelt und nun gingen sie zusammen los, um in einem Zimmer.... Ein Seitenblick zu der blonden, jungen Frau in seinem Arm folgte. Irgendwie sah sie in dem Aufzug schon wie ein High-Society-Callgirl aus. Sie würden ohne Umwege den Haupteingang nehmen können.


.:: Coruscant | Mittlere Ebenen | vorm "Nightliner" | mit Arkon und Shana ::.

[OP.:] Sorry, hab wenig Zeit, aber so könnt ihr gleich weitermachen [/OP]
 
¦¦ Coruscant ~ mittlere Ebenen ~ Geschäfts- und Vergnügungsviertel ~ "Nightliner" ~ Backstage ¦¦ Shana ~ Arkon ~ Markus ~ Bandmitglieder ~ Stan & Noa

Noa schien keinen Grund zu sehen den Abend für sich zu beenden. Sie hatte das Ganze wesentlich besser im Griff als sie selbst. Hm ... hoffentlich war es kein Fehler, aber so wie es aussah, konnten sie die Dunkelhaarige da lassen wo sie war. Markus und Arkon waren jedenfalls der Meinung es wäre das Beste jetzt zu gehen, denn sie verließen den hinteren Bereich und kehrten nach vorne zurück. Huh! Die Wände schwankten aber ziemlich stark! Oder war sie selbst es vielleicht? Im geradeaus laufen war sie heute nicht die Beste, aber dafür hatte sie ja auch einen stützenden Arm ... oder so. Irgendjemand führte sie zurück zur Tanzfläche, und für einen aberwitzigen Moment glaubte die Blondine tatsächlich sie würden hier vorne einfach weiterfeiern. Doch da hatte sie sich verschätzt. Markus würde mit ihnen schnurstracks in das Bordell zurückkehren. Nur ganz so schnell ging das nun auch wieder nicht!

"Meine Jacke!" , protestierte sie in nicht mehr ganz sauberer Artikulation und wankte in Richtung der Garderobe. Markus blieb dicht bei ihr. Hm ... schön.

"Meine Jacke bitte!" , befahl sie der Angestellten hinter der horinzontalen Holzfläche. Diese schenkte ihr einen überraschten Blick, was Shana in diesem Moment recht merkwürdig fand.
"Ich brauche den Chip." , meinte diese nur. Hä? Was für ein Chip? Hatte sie so etwas bei sich? Uh oh. Es sah so aus als würde ihr Erinnerungsvermögen ein wenig schwächeln. Vielleicht hatte sie ja wirklich so einen Chip mit dabei. Wer wusste es schon? Also kramte sie in ihren Taschen, was nicht sehr viele waren und fand schließlich ein Stück Plastik mit einer Nummer drauf. Hmjoah, das sah doch ganz zweckdienlich aus.

"Da." , sie übergab den Chip und schaute der Frau hinterher, die ihr eine Tasche und einen Blazer in die Hand drückte. Ah ja, na dann hatte sie ja alles. Als sie sich umdrehte war nur noch Markus zu sehen. Öh. Wo war der Junge hin verschwunden? Ihre Gedanken waren seltsam "klar". Bestimmt hatte er gemerkt dass sie gerne mit Markus alleine wäre. Wie sie das in dem überfüllten Schuppen schaffen wollte, wusste sie zwar noch nicht, aber irgendwie würden sie das schon hinbekommen. Schließlich waren sie Jedi. Shana zeigte etwas schwankend auf den Floor auf dem ein paar junge Leute abhotteten.

"Und gehen wir jetzt noch ein bisschen tanzen?"

Sie bekam keine Antwort, oder zumindest keine die sich verbal ihren Weg bahnte. Ihr Meister schob sie einfach nach draußen. Sollte sie sich beschweren, dass er sie wie ein Kind behandelte? Er war nicht ihr Vater und auch nicht ihr großer Bruder, der sie nach Hause brachte, weil sie nicht selbstständig entscheiden durfte. Sie war erwachsen und viel weiter als die meisten hier. All die Versammelten hier waren doch blind vor den Verbrechen des Imperiums. Sie war eine der wenigen, die genau wussten was wirklich geschah. Das hatte der große Jedi wohl vergessen. Stattdessen tat er so als wäre sein Wort Gesetz. Andererseits hatte er sie endlich in den Arm genommen und sie war ihm ganz nah. In gewisser Weise bekam sie nun doch das, was sie sich gewünscht hatte. Plötzlich war Arkon wieder da. Wo kam er plötzlich her? Er stand draußen und winkte die Straße hinunter. Was machte er da? Interagierte er bereits mit imaginären Freunden? Nein, nicht so ganz, eine gelbe Abscheulichkeit von Gleiter hielt vor ihnen an und ein rostig wirkender Droide begrüßte das Trio.

Was wollten sie denn mit dem? Auf Liebesroboter stand sie nun wirklich nicht. Oder erfüllte er gar eine ganz andere Funktion? Markus sprach kurz mit ihm, wobei Shana nicht wirklich mitbekam was die Worte beinhalteten. War es wichtig? Nicht solange Markus bei ihr blieb und sie so fest hielt. Zumindest schob er sie hinein in das Taxi und setzte sich daneben. Arkon nahm auf der anderen Seite platz. Eigentlich empfand sie den Jungen gerade als etwas störend. Es war gerade so schön kuschelig zu zweit. Außerdem war sie müde und wollte ihren Kopf auf seiner Schulter ablegen. Sie war noch immer gut gelaunt, obwohl sie gleichzeitig müde und gernervt war. Eine interessante Mischung. Jedenfalls fuhren sie irgendeinem Ziel entgegen, vermutlich war es tatsächlich das Honey House, wo sie morgen wieder trainieren würden. Aber hoffentlich machten sie vorher noch etwas anderes. Etwas sehr viel Lustigeres.


"Ich bin noch gar nicht müde." , erklärte sie auch wenn sie es durchaus war. Oder vielmehr benebelt. Aber für gewisse Dinge waren immer Reserven da.

"Lass uns noch was machen." , schlug sie vor, auch wenn ihr irgendeine verborgene Stimme sagte, dass wohl nicht mehr viel passieren würde. Vielleicht musste sie Markus aber auch nur ein bisschen ... motivieren. Sie hatte seine Blicke gesehen. Er wollte sie, oder bildete sie es sich nur ein? War es nur eine Projektion ihrer eigenen Phantasien? Allerdings funktionierte das mit dem Verführen meistens ziemlich schlecht, wenn jemand wütend war. Deshalb war die Frage: War ihr Meister wütend? Vielleicht würde er es ihr gleich sagen, denn sie waren praktisch am Ziel angekommen. Der Wagen wurde langsamer und hielt an.

¦¦ Coruscant ~ untere Ebenen ~ vor dem Honey House ~ Taxi ¦¦ Shana ~ Arkon & Markus ~ irgendwo in der Umgebung Lokoth
 
-- Rrayn Barator | Mitglied der Defender --​

[ Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B | Rrayn, Tehm und Cris ]

Wenn jemand die Spielregeln kannte, dann war es manchmal eine gute Strategie, einfach offen zu sein. Keine Tricks, denn der andere würde sie leicht durchschauen – und sich seinen Teil dazu denken. In diesem Fall würde ihnen ein zerstörtes Vertrauensverhältnis nicht unbedingt weiterhelfen. Rrayn beschloss, dass der menschliche Söldner, obwohl er noch immer diese instinktive Ablehnung gegen ihn verspürte, einen Versuch wert war, mit Ehrlichkeit geprüft zu werden. Er hatte Tehm einen bösen Blick zugeworfen, als der Mensch erwähnt hatte, mit einer Nova-Force-Rüstung ausgestattet gewesen zu sein, aber jetzt half es auch nichts mehr. Gute Vorbereitung war wichtig für diese Gespräche und wenn ihm solche Informationen von seinen Kollegen vorenthalten wurden, erschwerte es ihm die Sache nur noch. Tehm hatte schuldbewusst drein geschaut und dann mit den Schultern gezuckt. Jetzt konnten sie es ohnehin nicht mehr ändern. Also ein Strategiewechsel, denn der Mensch hatte schon gegen das Imperium gearbeitet. Für Geld, zwar, aber man wusste ja nie. Rrayn räusperte sich.

„Schade um die Nova Force.“

bekundete er, obwohl das nicht ganz stimmte. Gegen das Imperium konnte man vor allem mit Männern und Frauen kämpfen, die auch wirklich gegen das Imperium waren. Söldner halfen da nicht weiter, zumindest sah er das so. Die Nova Force hatte da eine andere Auffassung gehabt. Und jetzt dafür bezahlt, wie es schien.

„Noble Intentionen …“

setzte Rrayn nachdenklich an und schritt bedächtig durch das Zimmer. Seinen Blick ließ er durch den kleinen Raum wandern, bis er schließlich doch wieder bei dem Söldner landete.

„Noble Intentionen hätte ich mir tatsächlich von Ihnen erhofft. Wir zumindest verfolgen welche.“

Er bedachte den Menschen mit einem prüfenden Blick. Rrayn war auf seine Reaktion gespannt.

„Sie befinden sich in der Obhut der größten Rebellengruppierung hier auf Coruscant. Wir kämpfen für die Republik und gegen das Imperium, gegen Tyrannei und Diktatur, gegen Ungerechtigkeit und Gewalt. Wir wollen Coruscant befreien.“

Der Zabrak machte eine Kunstpause und sah zu Tehm, der schweigend neben ihm stand. War das Ehrfurcht in seinem Blick? Rrayn lächelte. Er war selbst der Meinung, ein gewisses Talent für diese Reden zu haben. Dann brach er die Stille erneut – und kam zum Höhepunkt seines kurzen Monologs.

„Wir suchen Männer für unsere Sache. Männer wie Sie. Wir bieten Ihnen an, sich uns anzuschließen. Aus diesem Grund haben wir Sie auf dem Schlachtfeld aufgesammelt und nicht dort verrecken lassen. Beweisen Sie Ihren Wert?“

Jetzt hatte er sich komplett zu dem Söldner herumgedreht und sah ihn mit festem Blick an. Er verspürte den Impuls erneut die Arme vor der Brust zu verschränken, so wie er es eingangs getan hatte. Aber einen Funken Hoffnung verspürte er mittlerweile doch, denn irgendwas war anders an diesem Typen. Nur ob das gut oder schlecht war – das vermochte Rrayn noch nicht zu sagen.

[ Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B | Rrayn, Tehm und Cris ]
 
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[Coruscant - Mittlere Ebenen - Geschäfts- und Vergnügungsviertel - „Nightliner“ - Bandraum/Backstage] Markus, Arkon, Shana, Noa, Stan & Bandmitglieder

Markus konnte Shana widerstandslos aus der Couch ziehen und zum heim gehen bewegen. Aber wahrscheinlich war die graue Masse in Shanas Kopf einfach zu matschig um überhaupt noch irgendwie denken zu können. Aber Markus schien noch einigermaßen klar zu sein um noch denken zu kennen. Zumindest kamen aus seinem Mund klare Sätze und keine Brocken oder Bruchstücke wie bei den restlichen Anwesenden. Arkon nickte nur den Satz seines Meisters ab. Er hatte keine Lust jetzt eine Diskussion darüber vom Zaun zu brechen und vor allem war Stan auch noch da. Es würde schon irgendwie klappen - hoffte Arkon. Arkon bedankte sich noch bei den Anwesenden, allen voran Stan, der das ja irgendwie organisiert hatte und ging hinter Markus und Shana durch die Tür, die er wieder hinter sich verschloss.

Dann überholte er die beiden, die nun Arm in Arm gingen, irgendwie sah es sehr vertraut aus, als ob sich da zwei Dinge gefunden haben, die zusammen gehörten. Ein gruseliger Gedanke empfand Arkon. Schon merkwürdig, wenn Meister und Schüler was mit einander anfingen. Arkon selbst hatte sich mittlerweile geistig abgeschirmt - zum einen wollte er nicht, dass irgendjemand wissen konnte was er dachte und zum anderen hatte er einerseits auch nicht die große Lust die Gedanken von Shana, die ja dank der Drogen nun ziemlich intensiv nach außen strahlen mussten, aufzufangen und andererseits gingen sie ihn auch nichts an. Er lenkte seinen Meister und seine Mitschülerin nun quer durch die Meute, hier und dort drückte er jemanden sanft zur Seite oder komplimentierte ihn zur aus dem Weg. Kurz vorm Ausgang bat Markus den Alderaaner dazu ein Lufttaxi zu holen, das auf direkten Weg zum Honey House fahren sollte. Ein wenig merkwürdig wie Arkon fand, es würde doch eventuelle Verfolger direkt zu ihrer Basis bringen, aber ein Blick zu Shana überzeugte Arkon doch davon, dass es wohl besser sei direkt „heim“ zu fahren. Er nickte also seinem Meister zur Bestätigung zu und lief aus dem Gebäude. Er ging ein paar Schritte und kam auf eine Promenade die direkt neben einem Skyway verlief. Nach einem Taxi pfeifen oder sich vor ihm auf die Straße werfen ging hier schlecht, ersteres wurde nicht gehört und zweiteres überlebte man nicht, wenn man mehrere hunderte Meter tief fiel. Man hatte nie so viel Glück wie in den Holodramen, in denen jeder Held in den nächstbesten Gleiter fällt.

Arkon sah sich um, die Promenade war gefüllt und überall liefen Wesen der unterschiedlichsten Rasen, Ethnien und Herkunftsplaneten herum. Es musste doch hier irgendwo ... Ah! Ja genau dort! Da war ein Taxistand, mehrere Dutzend dieser gelben von Droiden gesteuerten Gefährte wartete auf zahlende Mitfahrer. Arkon drückte sich wieder in den Nightliner herein und winkte Markus und Shana zu sich. Beide standen gerade an der Garderobe um anscheinend Shanas Tasche und Jacke abzuholen. Gemeinsam gingen sie dann zu dem Taxi zurück, stiegen ein wiesen den Droiden an in die unteren Ebenen zum Honey House zu fahren. Während der Fahrt brabbelte Shana sinnlos vor sich hin. Anscheinend hatten die Drogen aus ihrem Hirn wirklich Matsch gemacht. So den Schädel aufgeklappt und mit aktivierten Lichtschwert umgerührt.

Als der Wagen hielt, Markus den Droiden bezahlte und Arkon Shana heraushalf, meinte Arkon nur trocken zu seinem Meister: „Wenn Shana noch was machen will, könnten wir ja trainieren.“ Auch wenn er eher der ruhige und nachdenklich war, er konnte sich diesen Kommentar und das nachfolgende Grinsen nicht verkneifen...

[Coruscant - Untere Ebenen - Vor dem Honey House] Markus, Arkon, Shana
 
- Coruscant - Mittlere Ebenen - Geschäfts- und Vergnügungsviertel - Nightliner - Backstagebereich - Mit Box Gil & Band, Stan -

Es waren deutlich mehr Plätze frei in der chaotischen Garderobe, seit die drei Jedi gegangen waren. Der Tisch war noch immer überfüllt mit Bierflaschen und Scherben lagen dort, wo der Gitarrist vor einer Weile eine halbleere Flasche auf eines der Gläser geworfen hatte. Mittlerweile stand er neben einem der leeren Stühle und wühlte in einer zerlotterten Tasche herum. Er schien ziemlich gehetzt. Warum hatte er es nur so eilig?

„Was sucht er?“

Noa hatte ihren Kopf zu Stan gedreht, der an seinem Kom herum spielte.

“Der will noch was rauchen.“

Antwortete er ohne aufzusehen und Noa erinnerte sich daran, dass der Rest des gräulichen Pulvers dem umgekippten Alkohol zum Opfer gefallen war, bis auf den kleinen Plastikbeutel, den Gil noch bei sich trug und den er seinem Kollegen verschwieg. Aber wie auch immer. Egal. Es war gerade so gemütlich.

“Ey, dreh' die Musik nochma lauter.“

Forderte Nic und irgendjemand folgte seinem Wunsch. Gil summte vor sich hin und Noa gähnte. Wie war spät war es noch mal? Ihre Augenlider waren ziemlich schwer. Sie wollte nicht schlafen, auf keinen Fall, nicht hier, aber wenn sie nur für ein paar Minuten die Augen schließen würde...

Die Musik war aus gemacht worden. Entweder das, oder die Lautstärke war so weit herunter gedreht worden, dass man nichts mehr hörte. Das war das Erste, das Noa auffiel, als sie die Augen wieder öffnete. Das Zweite war, dass Stan weg war. Hatte er nicht vorhin noch dort gesessen? Sie hatte sich nur für zwei Minuten zurück gelehnt! So schnell ging das, da passte man einmal nicht auf und schon hatte sich jemand aus dem Staub gemacht. Gil war allerdings noch da, hockte noch immer neben ihr auf dem Sofa, allerdings hatte er sich etwas nach vorne gebeugt und las etwas auf einem Datenblock. Als er spürte, wie Noa sich neben ihm bewegte, drehte er den Kopf in ihre Richtung.


“Heeey, da lebt noch jemand!“

Rief er unnötig laut. Noa lächelte, noch immer etwas verschlafen und duselig im Kopf.

„Ich hab nur mal grad...“

“Nur ma grad, haha! Du warst fast ne Stunde weg.“

„Was? Eine Stunde?“

Das konnte unmöglich sein, oder? Sie hatte nicht so lange geschlafen, nie im Leben. Hätte sie so lange geschlafen, dann täte ihr jetzt der Nacken weh, weil sie in einer so ungünstigen Position gelegen hatte. Noa griff sich mit der Hand an die linke Schulter. Sie fühlte sich tatsächlich etwas verspannt an.

„Wo ist Stan hin?“

Wollte sie wissen. Gil zuckte mit den Schultern und schaltete den Datenblock ab.

“Keine Ahnung. Hey, was hälst du davon, wenn wir den Abend lässig beenden?“

Seine Stimme wurde leiser und er zog den Plastikbeutel gerade so weit aus seiner Hosentasche, dass Noa verstand, was er meinte. Noch mehr Farben, ja? Erst jetzt fiel ihr auf, dass auch der Bassist und der Schlagzeuger noch im Raum waren. Gil nickte in Richtung Tür.

“Ist sowieso lame hier. Komm, wir hauen ab.“

Schlug er vor und stand auf. Noa war versucht ihm zu folgen. Wann lernte man schon mal einen so coolen Typen kennen? Und wie lame wäre es von ihr, jetzt nicht mitzukommen? Sie war vielleicht eine Zicke, (manchmal) aber eine Spielverderberin war sie nicht. Sie betrachtete Gil, der jetzt den Tisch umrundete, von hinten. Wer diesem Knackhintern nicht nach lief, war selbst schuld. Die Journalistin schob die Beine von der Couch und ihre Füße auf den Boden. Uups, hatte sich der Boden bewegt oder war sie das? Bevor sie umkippte, hielt Gil ihr jedoch seine Hand hin und gab ihr somit Halt. Noa bedankte sich, indem sie ihn lächelnd anhimmelte. Was für ein Mann! Und wie ungeschickt von ihr.

“Wir verschwinden.“

Gil hob die Hand in Richtung der anderen beiden Musiker. Nur ziemlich knapp winkte Nic zurück, der Schlagzeuger grinste wissend. Noa machte sich nicht die Mühe sich zu verabschieden. Irgendwie hatte sie nicht die Energie dafür und vielleicht kamen sie ja doch noch mal zurück. Später oder so. Gil hatte jedenfalls noch eine Bierflasche mitgenommen. Was für ein Mann, er dachte an alles! Sie schoben sich den grell beleuchteten Korridor entlang und soo sicher war Gil auch nicht zu Fuß unterwegs. Auch er schwankte dann und wann, sodass Noa kichernd gegen ihn stieß.

„Wo war Stan noch mal?“

Fragte sie schon wieder, weil sie vergessen hatte, was Gil zuvor geantwortet hatte. Der Sänger öffnete eine Tür und zog Noa hindurch.

“Termin.“

Antwortete er und Noa nickte so als hätte er etwas unglaublich kluges gesagt.

„Achsoooo, jaaaaa, stimmt!“

Sie traten hinaus aus dem Clubgebäude und fanden sich in einem Hinterhof wieder. Es war dunkel, nur eine einzige Leuchte brannte über der Tür. Viel Licht spendete sie nicht. Hier hinten war Noa noch nie gewesen. Sie hatte das Nightliner bisher immer nur durch die Vordertür betreten und verlassen, aber sie war ja auch kein Celebrity. Heute war das anders, heute war sie mit Gil unterwegs, dem coolen Sänger von „Box Gil & Band“. Cooool. Er reichte ihr die Flasche und sie trank einen Schluck, während sie ihm wacklig über den kleinen Hof zu seinem Gleiter folgte. Hauptsache, er kannte den Weg. Sie fand heute garantiert nirgendwo mehr hin. Noa kicherte. So orientierungslos war sie schon lange nicht mehr gewesen, um nicht zu sagen ewig.

„Brrr, mir ist kalt.“

Die Journalistin hüpfte auf der Stelle. Vor ihr zappelte Gil neben seinem Gleiter herum.

“Kacke, wo ist die Keycard?“

Mindestens dreimal drehte er alle seine Taschen komplett herum, fand jedoch nichts. Noa drehte sich im Kreis.

„Schwindelig oder kalt?“

Fragte sie hoppsend.

“Huh?“

„Schwindelig oder kalt! Wenn ich friere, muss ich mich drehen, aber dann ist mir schwindelig. Da muss man sich entscheiden.“

Erklärte sie. Gil lehnte sich gegen den Gleiter und grinste. Die Suche nach seiner Keycard hatte er aufgegeben.

“Wir kommen nicht rein.“

Stellte er fest und klopfte erst auf das Dach des Fahrzeugs, dann auf seine Hosentasche.

“Aber wir haben noch immer was zu rauchen, Baby.“

Er legte den Arm um sie und Noa spürte nicht nur ein angenehmes Kribbeln in ihrer Magengegend, sondern auch ein angenehmes, vollkommen normales Gefühl der Wärme, als er sie etwas näher an sich heran zog. Ohne ihre Jacke war es wirklich kalt. Sie erinnerte sich dumpf, sie Shana gegeben zu haben, die sie wiederum an der Garderobe abgegeben hatte. Zu dumm, dass sie da nicht vorher dran gedacht hatte. Gil führte sie ein paar Schritte vorwärts und umrundete einen der riesigen Müllcontainer, die lose an einer Mauer standen, bis zu einer kleinen Treppe, die zu einem weiteren Eingang ins Clubgebäude führte. Natürlich war die Tür abgeschlossen, doch die beiden ließen sich auf den Treppenstufen nieder und Gil holte seinen Plastikbeutel hervor und begann sofort, eine neue Zigarette bestehend aus Tabak und gräulichem Pulver, zu drehen. Noa gähnte, obwohl sie gar nicht mehr müde war. Sie konnte nicht müde sein, sie hatte schließlich eine ganze Stunde geschlafen. Aus Gewohnheit nippte sie an der Bierflasche und nahm auch den selbst gedrehten Joint an, als Gil ihn ihr hin hielt. Wenn sie etwas wach machte, dann dieses Zeug.

“Bist du oft im Nightliner?“

Wollte Gil wissen, während Noa ihren ersten Zug nahm. Die Widerstandskämpferin blies den Rauch aus.

„Ab und zu.“

Antwortete sie und reichte ihm den Joint. Ein Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht.

„Könnte aber öööfter sein.“

“Hm, wieviel öfter?“

„Oft, öfter... wie oft ist oft eigentlich?“

“Keine Ahnung.“

Kichernd stützte Noa die Ellbogen auf die Treppenstufe über ihr und lehnte sich zurück. Es war nicht der bequemste Ort, außerdem war es kalt und dunkel obendrein, aber mit Gil an ihrer Seite war das alles halb so schlimm. Gil war heiß. Heiß, heißer, Gil.

“Warum grinst du so?“

Noa war wieder dran an dem Joint zu ziehen und ließ ihn sich von dem Sänger geben. Unsicher rieb sie sich mit der freien Hand die Nase. Hatte sie ihn angegrinst? Wie peinlich. Nicht, dass er noch dachte, was sie dachte, oder heraus bekam, was sie dachte, weil sie dachte sie könnte denken was sie wollte, ohne dass er dachte, sie dächte an ihn! Sie nahm den von ihr letzten Zug, bevor der Joint nur noch ein kleiner Stummel war, den man kaum noch zwischen zwei Fingern halten konnte, und Gil begann auf einmal zu kichern. Verwirrt sah Noa ihn an. Ihr war nicht klar, dass sie etwas witziges gesagt hatte, andererseits war kichern immer gut. Lachen war besser als zu heulen. Positv musste man sein. Immer an das Gute denken. Nur dann ging es vorwärts. In diesem Fall dauerte die positive Phase länger als erwartet. Noa war in diesem Augenblick empfänglich für albernes Gekicher und Gils gute Laune war ansteckend, vor allem wenn man ohnehin alles getan hätte um ihm zu gefallen. Sie lehnte sich wieder an ihn, obwohl sie den Eindruck hatte, dass es nur noch halb so kalt war wie zuvor.

„Du, wir heiraten.“

Schlug sie ihm kichernd vor, legte seinen Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen. Gils Mund bildete ein breites Lächeln.

“Jaaa, gute Idee.“

„Un dann fliehn wir in Urlaub!“

“Yep.“

„Flidderwochn.“

Gils körper bebte, angetrieben von seinem unterdrückten Lachen.

“Yeah, baby. Und du kriggst nen Haufn Kinner.“

“Wir.“

“Yep, wir. Gute Idee. Machen wir.“

Ihre glückliche Familie konnte Noa bereits vor sich sehen: ihre Brüder und ihre Schwester, die sich für sie freuten, dass sie so einen coolen und sexy Typen abbekommen hatte, obwohl insgeheim schon jeder die Hoffnung aufgegeben hatte, dass sie in diesem Leben noch den richtigen Mann für sich fand; und ihre neue Familie, zwei süße Kinder mit dunklen Lockenköpfen und eine Menge Verwandte von Gils Seite, die Noa bewunderten, weil sie einen anständigen Beruf hatte und neben ihrem erfolgreichen Mann noch immer selbstständig war. Sie würden eine hübsche kleine Wohnung in den oberen Ebenen beziehen, vielleicht auch eine etwas größere, und die beiden Mädchen würden jeden Tag ihre Hausaufgaben machen und schicke, blank geputzte Schuhe tragen. Thalia würde vollkommen neidisch sein und sich Erziehungstipps von Noa holen, weil sie nicht verstehen konnte, wie man zwei so wohlerzogene und nette Kinder haben konnte, ganz ohne ihnen Ökofraß vorzusetzen. Selig lächelte Noa, während ihr Tagtraum an ihr vorüber zog. Genau so würde es sein. Sie öffnete die Augen wieder und war überrascht, dass es noch immer so dunkel war. An ihrer Umgebung hatte sich nichts geändert.

“Dein Kom hat gepiept.“

Informierte Gil sie. Noa sah an sich herunter.

„Oh.“

Es war etwas schwierig, das kleine Gerät im Sitzen aus ihrer Hosentasche zu ziehen, doch sie schaffte es, nachdem sie zwei Finger in ihre Tasche gequetscht hatte. Leandro hatte ihr geschrieben, wie sie feststellte, als sie mit einer wackligen Hand die neu eingetroffene Nachricht abrief.

„Ohhh, mein Bruder. Schmuss ihn anrufen.“

Mit der linken Hand wischte sich Noa eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Jetzt hätte sie die Gelegenheit gehabt, die Uhrzeit von ihrem Komlink abzulesen, wenn sie das Gerät nicht bereits an ihr Ohr gehalten hätte! Mist!

“Hallo, Noa?“

Leandros Stimme drang klar und deutlich aus dem Lautsprecher.

“Wo steckst du? Ich steh vor deiner Wohnungstür.“

Mitten in der Nacht? Na, der hatte Nerven! Sie war feiern, was sonst? Jeder feierte nachts.

„Heeey!“

Rief Noa überschwänglich. Neben ihr hielt sich Gil ein Ohr zu.

„Rat was los is! Ischeirate!“

Platzte sie heraus. Leandro allerdings war mehr als skeptisch.

“Was tust du? Heiraten? Wo treibst du dich rum?“

„Nightliner.“

Noa streckte die Beine aus.

„Und ich krisch nen Haufn Kinner.“

Kichernd hielt sie sich die Hand vor den Mund. Gil hatte gerade die Bierflasche geleert, verschluckte sich fast vor Lachen und warf dann die leere Flasche in hohem Bogen in Richtung eines Müllcontainers, den er allerdings weit verfehlte. Scheppernd fiel die Flasche zu Boden, zerbrach jedoch nicht.

“Was war das?“

Fragte Leandro alarmiert.

„Nix, alles super.“

Am anderen Ende erklang ein Seufzen.

“Noa, du bist total betrunken.“

Betrunken, sie? Höchstens ein winziges kleines bisschen.

„So'n Käse. Hier is alles cool. Sag's ihm.“

Auffordernd hielt sie Gil das Kom hin.

“Cool.“

Echote dieser.

„Siehste.“

“Ich komm dich holen. Wo sagtest du, bist du? Nightliner?“

„Yyyep, ischitz im Hinterhof.“

“Hmm, mittlere Ebenen? Okay. Ich schicke Ramón.“

Und mit einem Klicken war die Verbindung beendet worden. Perplex schaute Noa auf das verstummte Kom. DAS war ja unhöflich gewesen. Der hatte sich noch nicht mal verabschiedet!

„Gibbts noch Bier?“

Fragte sie Gil, doch das sah eher schlecht aus. Er hatte nur eine Flasche bei sich gehabt. Der Sänger schüttelte den Kopf.

“Und was jetzt?“

Noa überlegte angestrengt.

„Wir könnten rummachen.“

Schlug sie vor. Gil zog diese Idee in Betracht.

“Okay.“

Mit einer Hand zog der Sänger sie zu sich und Noa, endlich am Ziel ihrer Wünsche, kletterte auf seinen Schoß. Männer in engen, schwarzen Lederhosen, yummy! Obwohl seine Hand warm war, rieselte ein Schauer auf sie nieder, als sich seine Hand unter ihr Shirt schob. Leider waren die kalten Steintreppen reichlich unbequem und Gil versuchte seine Sitzposition zu verändern, als ihm die scharfe Kante der obersten Stufe in den Rücken bohrte. Noa indes brachte dies zum Wackeln, was keine Hilfe für ihren ohnehin bereits angeschlagenen Gleichgewichtssinn darstellte.

„Upps.“

Entfuhr es ihr, als sie fast von ihm runter rutschte. Rettend umfassten Gils Hände ihr Hinterteil.

“Easy, Baby.“

Erwiderte er cool und brachte Noa damit zum Lächeln. Er war ein echter Rockstar, nicht galaxisweit berühmt, aber immerhin ein Rockstar. Sie beugte sich zu ihm, warf ihre Haare mit einem gekonnten, kraftvollen Schwung alle auf eine Seite, damit diese ihr nicht im Weg waren, und begegnete in einem stürmischen Kuss seinem bereits gierig wartenden Mund, als plötzlich gleißendes Licht auf sie fiel und sie zurück zucken ließ. Erschrocken fuhr Noa herum und kniff, geblendet von der unerwartet hellen Lichtquelle, die Augen zusammen. Gil tat es ihr gleich und hob zum Schutz seiner Augen eine Hand vor sein Gesicht.

“Hey, Alter, wo treibst du dich rum! Schwing dich hier her, wir müssen los.“

Noa brauchte einen langen Moment, bis sie erkannte, wem die Stimme, die nach Gil gerufen hatte, gehörte.

„Wir...öhm... sin beschäfticht?“

Stammelte sie zurück, doch Gil schob sie bereits geduldig von sich runter.

“Sorry, Baby, ich muss los. War aber nett!“

„Was?!“

Mit offenem Mund starrte Noa Gil an. Hilflos hob der Sänger die Hände.

“Wie gesagt, sorry.“

An der geöffneten Tür, die den Hinterausgang des Garderobenbereichs markierte, lehnte Nic an einer Wand. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und wartete. Gil stand auf und rieb sich den Rücken. Er wollte sie jetzt nicht einfach hier sitzen lassen, oder? Er konnte nicht ernsthaft glauben, es wäre okay, wenn er einfach so verschwand, gerade als sie beide...

„Öhm, und jetzt? Was is mit mir?“

Noas Augen waren groß und fragend. Am Hinterausgang wurde Nic langsam ungeduldig.

“Komm schon, man, wir müssen in zwei Stunden am Raumhafen sein!“

Raumhafen? Ohh, vielleicht war er doch galaxisweit bekannt! Oder er flog nur in den Urlaub, oder zu seiner Tante. Was auch immer, die Nacht war gelaufen. Gil drehte sich noch einmal zu ihr um und Noa fühlte sich in ihre Teenagerzeit zurück versetzt.

“Hey, bleib cool, Baby. Hier's meine Nummer. Wir kontakten, okay?“

Er nahm ihr Kom, speicherte seine Nummer ein, gab es an sie zurück und zwinkerte ihr zu.

„Okay.“

Erwiderte Noa, blieb stehen und sah ihm hinterher, bis er verschwunden war. Der Hinterhof war wieder dunkel, genauso wie zuvor, und kalt war es inzwischen auch wieder. Noa machte ein paar Schritte, merkte, dass sich der Boden wieder mal bewegte und blieb dann doch lieber stehen. Sie konnte bis zum Morgengrauen einfach hier bleiben, vielleicht ging es dann besser mit dem Laufen. Vielleicht war sie bis dahin erfroren, aber sie konnte es ausprobieren. Mit verschränkten Armen blieb sie neben einem der Müllcontainer stehen. Dass dieser stank, registrierte sie nur sekundär. Viel interessanter war das neue Licht, das unmittelbar vor ihr auftauchte, sowie das Summen eines herannahenden Gleiters. Wieder kniff die Widerstandskämpferin die Augen zusammen, sah wie eine Silhouette den Gleiter verließ und erkannte im nächsten Moment ihren ältesten Bruder.

„Ramón!“

Rief sie erleichtert. DAS war ja eine Überraschung! Was für ein Zufall!

„Hey! Wie bissu... hupps!“

Bei dem Versuch, ihm entgegen zu laufen, stolperte sie und fiel genau in seine Arme.

“Woah, vorsichtig!“

Gerade noch rechtzeitig fing Ramón sie auf. Noa wollte kichern, doch dazu war ihr nicht mehr zu Mute. Gil hatte sie sitzen lassen. Das konnte sie nirgendwo erzählen. Wenn erst einmal bekannt wurde, dass sie von einem Rockstar sitzen gelassen wurde, würde sie nie wieder ein Mann angucken.

„Wo's Leandro?“

Ganz der große Bruder hatte Ramón sie am Arm gefasst, führte sie um den Gleiter herum, öffnete die Beifahrertür und drückte sie auf den Sitz herunter.

“Er hat mit mir gesprochen und mich gebeten, dich hier zu holen. Er meinte, du wärest betrunken.“

Auf der Seite des Fahrers stieg Ramón ein und setzte sich hinter das Steuer. Prüfend musterte er Noa.

“Er hatte Recht. Außerdem... wonach riechst du? Hast du was geraucht?“

Kritisch schnuppernd kam er näher an sie heran. Noa zog die Brauen zusammen.

“Natürlich hast du! Und wie! Mensch, Noa, du bist doch keine sechzehn mehr. Was war das für ein Zeug?“

Er startete den Gleiter und Noa lehnte sich zurück. Hier war es wengistens warm.

„Ixetal Cillo. Oder so.“

Noa war sich nicht mehr so sicher. Das war auch ein verdammt schwieriges Wort gewesen.

“Ixetal Cilona.“

Korriegierte Ramón. Ja, auch möglich.

„Was machsu eigentlich hier?“

Noa drehte ihren Kopf in seine Richtung, hatte ihn jedoch noch immer gegen die Kopfstütze ihres Sitzes gelehnt. Im Gleiter wären sie und Gil sicher viel schneller voran gekommen als auf der Treppe.

- Coruscant - Untere Ebenen - Gleiter - Mit Ramón -
 
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- Coruscant - Untere Ebenen - Gleiter - Mit Ramón -

“Ich bin auf Nachtpatrouille. Bin unterwegs nach 4B, einen Blick auf die Patienten werfen.“

Lautete Ramóns Erkärung, während er den Gleiter durch die schwach beleuchteten Straßen und Gassen lenkte.

„Oh, achso. Okay.“

Erwiderte Noa. Da hatte es gut gepasst, dass er sie gerade aufgesammelt hatte. Sie schaute wieder in die andere Richtung, weg von ihrem Bruder, raus aus dem Fenster. Es gab nichts zu sehen und sebst wenn, wäre die Gegend viel zu schnell an ihr vorbei gezogen als dass sie ihr hätte folgen können. Seit sie in der Garderobe das Zeug geraucht hatte, funktionierte alles ein bisschen langsamer bei ihr.

Schneller als erwartet parkte Ramón den Gleiter vor einem alten Wohnblock und Noa fragte sich, ob sie wieder für ein paar Minuten geschlafen hatte.


“Komm, aussteigen. Wir gehen zusammen.“

Meinte Ramón. Schon wieder aufstehen? Och nööö. Noa wollte protestieren, doch Ramóns Blick war eindeutig. Blabla, immer machen was der große Bruder wolte.

“Du musst auch nichts machen, nur sitzen und warten bis ich fertig bin.“

Beruhigte er sie.

„Kannich doch auch hier unten.“

Maulte Noa. Sanft eine Hand auf ihren Rücken legend schob Ramón sie durch den Hauseingang in den Flur und in den Lift hinein.

“Ja, aber wer weiß wer dich dann findet, während du friedlich schläfst.“

Es war eine Theelin, die die Wohnungstür der Nummer 4B öffnete, nachdem Ramón den Türsummer betätigt hatte. Sie begrüßte Ramóns großen Bruder und nickte auch Noa freundlich zu, obwohl sie sie nicht kannte. Hinter Ramón her trottend betrat Noa, die Hände in den Taschen, die Wohung. Nr. 4B war ein Stützpunkt der Defender und vor allem ein Ort, an dem sie Verwundete behandelten und wie aufpeppelten. Seit neuestem gab es hier sogar einen Bactatank, der in der Mitte des Wohnraumes aufgestellt war. Im Augenblick wurde niemand darin behandelt. Noa war schon einmal hier gewesen um eine Nachricht zu überbringen, danach aber nicht mehr. Sie trieb sich am ehesten im Hauptquartier herum, während diese Wohnung für Ramón, der als Arzt öfter hier her kommen musste, weitaus bequemer zu erreichen war als das alte Theater.

“Hallo Rumer, wie läuft es hier?“

Begrüßte Ramón die Theelin.

“Ganz gut, Ramón, danke. Kannst du nach Betty schauen?“

“Mache ich sofort. Wo ist Rrayn?“

“Drüben bei dem Neuen, dem Typen von der Nova Force.“

“Ah, okay. Das hier ist übrigens Noa, meine Schwester. Hast du einen Tee für sie oder so was?“

Die Theelin nickte.

“Aber natürlich. Hallo, Noa.“

„Hi.“

Noa hob eine Hand.

„Ich nehm auch'n Bier. Is okay.“

Zeigte sie sich als pflegeleichter Gast. Die Theelin starrte sie einen Moment an, als wüsste sie nicht, was sie antworten sollte.

“Äh, schon okay. Noa, setz dich doch da drüben hin und warte auf mich, ja? Dauert nicht lange.“

Ramón deutete auf zwei Sessel, die an der Wand standen und Noa zuckte mit den Schultern. Na gut, wenn's denn sein musste. Nicht, dass sie es nötig hatte wie ein Kind behandelt zu werden. Das war doch albern. Sie konnte sehr gut alleine zurecht kommen und er hätte sie auch eigentlich gar nicht abholen müssen. Bevor er gekommen war, hatte sie alles, vollkommen perfekt, unter Kontrolle gehabt. Gil und sie, das hatte gut funktioniert, jedenfalls bis zu dem Moment in dem Nic aufgetaucht war und alles verdorben hatte.

- Coruscant – Untere Ebenen – Alter Wohnblock – Wohnung 4B – Wohnraum -
 
[Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B] - Rrayn, Them, Cris

Für einen Moment war Cris so, als wäre der Zabrak kurzzeitig dazu übergegangen, aus einem Rekrutierungsschreiben der republikanischen Armee vorzulesen. Gegen Ungerechtigkeit und Tyrannei… so viel Pathos hatte er schon lange nicht mehr gehört, nicht seit die grausame Realität Coruscants seinen letzten Funken Idealismus im Blut der Unschuldigen ertränkt hatte. Und doch… plötzlich schien sich ihm eine Chance zu bieten, dem Sumpf zu entkommen, indem er zu versinken drohte, seit den Entschluss gefasst hatte, sich der Nova Force anzuschließen.
Dennoch… für den Moment war er nicht bereit, die volle Wahrheit zu enthüllen – falls diese Wahrheit überhaupt noch zutraf. Für den Moment konnten diese… Freiheitskämpfer gerne glauben, nur einen weiteren Söldner von ihrer guten Sache überzeugt zu haben. Und sollte diese gute Sache tatsächlich, endlich, nach Monaten blutigen Konflikts, von Erfolg gekrönt werden, konnte man weitersehen.


„Sie haben sich einiges vorgenommen, wenn Sie beabsichtigen, das Imperium von diesem Planeten zu vertreiben. Manche mögen dies einen aussichtslosen Kampf nehmen, selbst angesichts der derzeitigen Verfassung der imperialen Streitkräfte.“

Cris musterte den Zabrak mit ausdrucksloser Miene. Doch vermutlich war es nicht angebracht, ihn und seinen Kameraden weiter zappeln zu lassen – schließlich hatten sie und ihre bis jetzt namenlose Widerstandsorganisation ihm das Leben gerettet.


„Ich weiß, dass Sie mir nicht vertrauen – vollkommen unabhängig davon, was meine Antworten auf Ihre Fragen gewesen wären. Auch wenn es vermutlich hilft, dass die Antworten Ihren eigenen Beobachtungen nicht vollkommen widersprechen. Sie können es sich nicht leisten, zu vertrauenswürdig zu sein. Nicht, wenn Sie es mit dem Imperium aufnehmen wollen.“


Vorsichtig erhob Cris sich vollends von seinem Bett. Dere Fußboden fühlte sich kalt an seinen Füßen an, doch seine Beine waren in der Lage, ihn zu tragen. Keine zitternden Muskeln, keine Schmerzen. Gut.

„Ich werde tun, was ich kann, um Ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie haben mir das Leben gerettet – und ich verspüre keinerlei Sympathie für den Feind, den Sie vernichten wollen. Der Würgegriff des Imperiums auf Coruscant muss gebrochen werden – im Sinne aller vernunftbegabter Wesen auf diesem Planeten.“

Behutsam streckte Cris sich, um etwas Verspannung aus seinem zu lange inaktiven Körper zu vertreiben. Er fühlte sich gesund und ausgeruht – doch auch die intensivste Bactatherapie konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er vermutlich tagelang in einem Tag gefüllt mit der Heilungsflüssigkeit gesteckt hatte, zusätzlich zu der Zeit ohne Bewusstsein auf dem Krankenbett.

„Ich vermute ich muss mit Ihren Vorgesetzten sprechen bevor Sie mich bewaffnen oder weiter einweihen, aber…“

Er sah an sich selbst herunter.

„… für den Moment wäre ein Satz angemessener Kleidung höchst willkommen.“


[Coruscant – untere Ebenen – alter Wohnblock – Wohnung 4B] - Rrayn, Them, Cris
 
.:: Coruscant-System | Coruscant | Untere Ebenen | Honey House | Lokoth Narfyr & Margh Jindrakh ::.


Mit stoischer Ruhe betrachtete Lokoth Narfyr, Agent des imperialen Geheimdienstes, die Daten und Übertragungsanalysen, welche die DRK-1 Sondendroiden ihm lieferten, die um das 'Honey House' kreisten. Langsam war es für den Falleen an der Zeit, dass seine Bemühungen von einem gewissen Erfolg gekrönt würden. Mit einem Gähnen spielte er neuerlich die Rolle eines gelangweilten Zeitgenossen, der sich etwaige Übertragungen in seinem Gleiter ansah. Der Partner des Reptiloiden, Margh Jindrakh, hatte einige Dutzend Meter entfernt Stellung in einem Heißgetränk-Etablissement bezogen. Natürlich hielten die imperialen Agenten Kontakt via Interkom. Dann jedoch, gerade als eine der Sonden neuerliche Analysedaten übermittelte, sprang auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse eine große Holo-Tafel an. Die pure Größe dieser Werbeeinrichtung wusste schon zu gefallen, doch es war der Inhalt der Sendung, welcher die Aufmerksamkeit des Geheimdienstler auf sich zog. Ein öffentlicher Bericht über Jedi-Aktivität. Das war der Aufhänger, welchen Lokoth gesucht hatte. Nun war ihm klar, dass er an der richtigen Stelle zu bohren begonnen hatte. Der letztliche Beweis, dass es nach wie vor Parzellen von Jedi-Abschaum gab. Das Gesicht des Reptiloiden verhärtete sich und wurde eisern. Kurzerhand sprach er seinen Kollegen an.

"Gesehen? Damit haben wir eine Bestätigung."

"Jepp. Sollen wir Verstärkung ordern?"

Ein guter Ansatz. Verstärkung würde den Erfolg dieser Überwachung sicherstellen. Vielleicht sogar mit Hilfe einer Razzia. Es hatte schon lange keine ordentliche Razzia mehr gegeben. Der Nichtmensch fuhr sich mit der rechten Hand über das Schuppenkleid seines Kinns. Dann gab er einig Befehle an die Sondendroiden, wie auch die getarnte R4-Einheit. Alles sollten weiterhin Position halten und observieren. Je mehr Daten, Fakten und Gesichter die Droiden einfingen, desto umfangreicher würde der Bericht werden. Und im Geheimdienst war fast nichts so wichtig, wie ein detaillierter Bericht.

"Ja. Wenn wir es wirklich mit einem oder mehreren Jedi zu tun haben, ist Verstärkung nicht schlecht."

"Gut, ich mache Meldung ans Hauptquartier."

Der Falleen fragte sich derweil, wie es zu einer solchen Nachrichten-Übertragung hatte kommen können. Sämtliche medialen Institutionen unterlagen einer mehr als strengen imperialen Kontrolle. Das freiheitsliebende Gedankengut einiger weniger wurde so gut es ging unterbunden. Es gab Nachrichtensperren und schon gar keine Pressefreiheit. Alles wurde vom Imperium kontrolliert. Alles. Und genau das ließ gewisse Zweifel im Nichtmenschen aufkeimen. Wenn es sich um eine Piratensender-Übertragung handelte, war es möglicherweise eine Falle. Wenn es eine freie Sendung gewesen war, die sich auf irgendeiner Art und Weise den Kontrolleuren entzogen hatte, würden bald schon Köpfe rollen. Sowohl beim Sender, als auch bei fahrlässigen Zensoren.

"Möglicherweise brauchen wir aber auch militärische Unterstützung."

Dieser Einwand war in erster Linie nur pro forma - jedoch würde es womöglich dann akut, wenn sich wirkliche mehrere Machtbenutzer im 'Honey House' aufhielten. Diese Lichtschwert schwingenden Fanatiker konnten schnell zu einer enormen Bedrohung heranreifen. Und niemand wollte hier ein Blutvergießen auf der falschen Seite. Kurzerhand widmete sich der Falleen wieder der Datenanalyse. Die drei Sondendroiden schwirrten neuerlich umher, scannten Aussenfassaden, Nischen, Zuliefertüren und ertasteten Gesichter per Rasterfahndung. Die modifizierte R4-Einheit auf der Rückseite des 'Honey House', einen fleissigen Instandhalter defekter Energiezuleitungen miemend, observierte derweil den Lieferanteneingang. Auch er ermittelte Gesichter - wenngleich er dabei geschäftig erschien. Die fliegenden Sondendroiden waren im Chaos und der Hektik von Coruscant kaum wahrnehmbar. Fliegende Schatten im diffusen Licht der Unteren Ebenen.

Hin und wieder zoomte der Falleen mit Hilfe der Fernsteuerung über die Photorezeptoren auf einzelne Gesichter, versuchte sich vorzustellen, wie der- oder diejenige eine Lichtschwert hielt und spielte im Geiste Situationen durch. Möglicherweise war das 'Honey House' auch mehr als nur der Unterschlupf dieser Mysthiker. Vielleicht war hier wesentlich mehr zu Gange. Wichtig jedoch waren Fakten. Und bedingt durch die Holonet-Berichterstattung war er nun ambitionierter als jemals zuvor. Es gab Jedis auf Coruscant - und er würde sie finden.



.:: Coruscant-System | Coruscant | Untere Ebenen | unweit vom Honey House | Lokoth Narfyr & Margh Jindrakh ::.
 
[ Coruscant-System | Imperial City (Coruscant) | Regierungsbezirk | Verwaltungskomplex | Konferenzraum | mit mehreren Untergebenen der Verwaltung ]

In einer eleganten Bewegung nahm der amtierende Gouverneur von Imperial City, Horatio Kraym I., in einem der vorhanden Stühle im Zimmer seinen Platz ein. Doch statt in seinem geräumigen Büro im höchsten Stockwerk des gesamten Verwaltungskomplexes zu sitzen, fand man ihn in dieser Stunde in einem der unzähligen Konferenzräume. Schweigend und mit unlesbarer Miene saß der mächtige Imperiale in dem quietschenden Stuhl und musterte dabei die anwesenden Untergebenen. Ziemlich zornig war er im Inneren. Denn in den letzten Tagen waren schlicht zu viele Meldungen erschienen, die einfach überhaupt nicht seinem Geschmack entsprachen. Irgendetwas ging auf diesem Planeten – außerhalb seiner Sicht – vor, dass er nicht greifen und kontrollieren konnte – und diese nagende, zudem angsteinflößende Erkenntnis störte ihn. Langsam glitt sein äußerst aufmerksamer Blick von einem nervösen, leicht schwitzenden Menschengesicht zum nächsten. Horatio genoss die Macht, die er bei diesen Untergebenen problemlos einsetzen konnten. Sie waren in seiner Hand.

Unter den uniformierten Anwesenden stach im Moment wohl am meisten das ranghöchste Mitglied heraus – Prefect Chon Lar. Der dickliche Mensch kümmerte sich in der imperialen Bürokratie – als Kopf einer ganzen Abteilung – um die Kontrolle der hiesigen Wirtschaft. Unter seiner Feder wurden mit einem Mal ganze Konzerne gebildet oder im gleichem Atemzug zerstört. Trotzdem geschah dies nicht ohne Horatio Krayms konkrete Einwilligung. „Autonomie“ gehörte zu den paar Begriffen, die er mit jeder einzelnen Faser seines Seins ablehnte – und stand damit sofort in netter Gesellschaft zur „Demokratie“. Unruhig erwiderte der Prefect mit dem ziemlich vernarbten Gesicht den Blick seines adligen Vorgesetzten. Einzelne Perlen aus eiskaltem Schweiß glitzerten zeitgleich auf der hässlichen Halbglatze, die dieser dickliche Verwalter zu allem Überfluss auch noch besaß.


„Prefect Lar, was konnten Sie bei dieser leidigen Bandomeer-Sache erreichen?“, brach Horatio mit ruhiger, beherrschter Stimme das ungemütliche Schweigen in dem Konferenzraum.

„Nun ja... Gouverneur Kraym, stotterte Chon Lar und klammerte sich nervös dabei an dem kleinen Datapad in seinen fleischigen Händen fest. „Einzelnen IGD-Berichten und mehreren Beiträgen aus dem HoloNet zu folge soll ein Frachter der 'Wingston Corporation' an den Hilfsaktionen auf diesem Planeten beteiligt sein. Man vermutet sogar, dass Jedi auf diesem Frachter mitgeflogen sind. Bisher konnten wir noch keinen Kontakt zu Lord Exodus aufnehmen, Sir.“

Etwas verwundert hob der imperiale Gouverneur auf einmal eine Augenbraue. Er musste sich diese Informationen förmlich auf der Zunge zergehen lassen. Ein Ex-Sith sollte mit seinem Erzfeind, den Jedi, tatsächlich im Bunde stehen? Schon allein die Information, dass ein gekennzeichneter Frachter eines imperialen Großkonzerns auf einer bekannten Mitgliedswelt der Rebellion vor einigen Tagen, hatte ihn ziemlich zornig gemacht. Seitdem ließ er viele seiner Untergebenen ununterbrochen nach Beweisen suchen, um dieses Unternehmen endgültig – und vollkommen – unter imperiale Kontrolle zu bringen. „Im Kampf gegen den Verrat dürfen weder Kosten noch Mühen gescheut werden“ – das schien momentan Horatios einzige Devise zu sein. Nachdenklich tippte sich der jüngere Adlige mit dem Zeigefinger gegen die linke Schläfe. Dann richtete er sich – wieder in einer äußerst eleganten Bewegung – auf.

„Setzen Sie morgen bei der 'Wingston Corporation' eine spontane, aber offizielle Untersuchung an“, entschied der Imperiale und kurzzeitig sah man ein kühles Lächeln auf seinen Lippen. „Und Prefect Lar … Sie werden diese Untersuchung persönlich vor Ort kontrollieren. Ich gebe Ihnen dafür einen ganzen Zug Coruscant Guards mit – zur Sicherheit.“

'… bei Sith weiß man im Grunde ja nie', fügte er in Gedanken noch heimlich hinzu. Leicht unsicher nickte Lar und gab danach zwei der anwesenden Clerks ein Handzeichen. Recht flüchtig verneigten sich die beiden Untergebenen, dann verließen sie schweigend den kleinen Raum. Nachdem sich mit einem leisen Zischen die Türen wieder geschlossen hatten, gab Lar ein höfliches Räuspern von sich, um ein weiteres Mal Horatios Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Man sah dem Prefect an, dass er nur ungern ein Teil dieser Konferenz war, doch noch hatte er einen Punkt auf dem Herzen. Horatio lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Ein leichtes Knarren begleitete diese Bewegung eher profaner Natur dabei akustisch. Ein weiteres Mal trafen sich die Blicke zwischen Gouverneur und Prefect. In gewohnt steifer Pose stand der beleibte Mensch noch immer vor dem länglichen Konferenztisch und klammerte sich an sein Datapad. Hin und wieder konnte man in einer stillen Sekunde das Knirschen des Plastiks hören. Mit einer einfachen Geste forderte Horatio den Mann auf fortzufahren.

„In der letzten Nacht wurde im Bezirk 'The Works' ein Einbruch in direkter Verbindung mit einem teilweise gescheiterten Versuch der Sabotage verzeichnet“, ergriff Chon Lar erneut nervös das Wort. „Eine unbekannte Gruppe ist in eine Produktionshalle des Unternehmens 'LiMarge Powers' eingedrungen und hat mehrere Maschinen zerstört. Der Geheimdienst wertet schon sämtliche Daten aus, die man über die Holo-Kameras und Verhöre der Sicherheitskräfte erhalten hat. Trotz allem wünscht sich die Konzernführung, dass Sie sich der Sache zusätzlich annehmen.“

„Setzen Sie sich mit dem Prefecten zusammen, der für die Sicherheit auf dem Planeten zuständig ist und erarbeiten Sie gemeinsam mit seinen Leuten einen kosteneffizienten Plan“, entgegnete er bloß ganz knapp.

„LiMarge Powers“ war inoffiziell ein Begriff für jedes hochrangige Mitglied auf Imperial City, weil dieses Unternehmen einen Teil ihrer Dividende allein dem Sith-Orden überließ. Vor etlichen Jahren schien einflussreiche Sith diesen Schritt gewagt zu haben, um mit diesen zusätzlichen Geldern dem ominösen Orden eine gewisse Eigenständigkeit in dessen Handeln zu gewähren. Für den imperialen Gouverneur – und etliche andere Imperiale – stellte diese Sonderstellung einen Eklat dar, aber durch die inoffizielle Legitimierung des jeweiligen Imperators waren sie machtlos. Darum ließ er sich bei solchen Anfragen stets viel Zeit. Er kostete einfach den kleinen Rahmen an Macht aus, den man ihm nach imperialen Gesetzen ohne irgendwelche Konsequenzen billigte. Kurz nach dieser Anordnung folgten noch weitere Anweisungen, bevor Chon Lar und dessen restliche Clerks den Konferenzraum geschlossen verließen. Einen Augenblick gönnte sich Horatio die einkehrende Ruhe und verweilte zudem in dem knarrenden und quietschenden Stuhl. Just in diesem Moment trat ein alter Bekannter, Master Agent Brask, ein. Flüchtig salutierte der alte Mann und ließ sich im Anschluss – ungefragt – auf einem anderen Stuhl nieder.


„Haben Sie heute schon Nachrichten gesehen … oder gelesen?“, fragte der Alte etwas spöttisch und ließ sein aktiviertes Datapad über den polierten Tisch gleiten. „Offenbar wird der hiesige Feind ein bisschen mutiger – oder eher: tollkühner. Oder wie nennen Sie solche Meldungen?“

Unwillkürlich hob der Vjuner Adlige ein zweites Mal verwundert seine Augenbraue als er nach dem brummenden Gerät griff. In einem recht hellen Blau flimmerte der Hintergrund auf dem Bildschirm, während zeitgleichen die gelben Buchstaben etwas giftig in die lesenden Augen stachen. Dennoch hielt der Gouverneur tapfer durch. Er war schockiert? So eine Nachricht konnte problemlos auf dem Planeten gesendet werden? Überwachte das Imperium nicht sämtliche Sender mit Argusaugen? Der Herrscher von Imperial City legte das brummende Datapad zur Seite. Säuerlich hatte sich sein sonst unlesbares Gesicht verzogen. Brask lächelte weiter. Hatte der alte Agent etwa ein As im Ärmel? Die Frage ging ihm einfach nicht aus dem Kopf. Seit den ersten Tagen als Legat in dieser urbanen Hölle kannte er diesen unscheinbaren Menschen schon. Doch bisher hatte er Brask noch nicht vollends durchschauen können. Selbst den Vornamen kannte er nicht – wenn er einmal ehrlich war.

„Ein Hoax oder gilt diese Meldung als wahr?“, erkundigte sich der Verwalter mit einer Stimme, der das diplomatische mit einem Schlag vollkommen fehlte.

„Es ist kein Hoax einer Widerstandszelle, Sir“, antwortete der Master Agent und schob sich dabei in aller Ruhe die altmodische Brille auf eine bestimmte Position seiner schmalen Nase. „Ein Agent im Rotlichtviertel hat schon – unabhängig! – vor etwa einer oder zwei Wochen erste Indizien zu einem möglichen Unterschlupf mehrerer Jedi gesammelt. Als diese Nachricht auf etlichen Sendestationen plötzlich auftauchte, haben wir uns unverzüglich auf die Suche nach dieser Nichtmenschin gemacht – und tatsächlich im besagten Krankenhaus gefunden. Mittlerweile wurde sie von meinen Männern in den Verhörbereich überführt und ist nun zu einem Widerruf der Aussage bereit. Ebenso wurde der Chefarzt schon von einem Trupp Stormtrooper in Gewahrsam genommen.“

„Und die Quelle dieser Nachricht?“, fragte Horatio – weiterhin mit kühler Stimme – nach. „Konnte sie lokalisiert werden?“

„Ich habe sämtliche Daten bei mir, Gouverneur Kraym, reagierte Brask und kramte einen winzigen Datastick aus seiner Brusttasche hervor. „Sie müssen nur noch den Befehl geben.“

Einen knappen Moment musterte der imperiale Adlige das kleine Gerät. Äußerst effizient arbeiteten die zahlreichen Informanten und Agenten des IGD – das musste er sich irgendwo tief im Geheimen doch eingestehen. Zu bitter schmeckte ihm diese Erkenntnis. Dafür lockte im Gegenzug der äußerst süße Erfolg. Schon viel zu lang kämpfte das Imperium auf diesem Stadtplaneten gegen diesen recht kleinen Widerstand. Doch anscheinend hatte selbst die öffentliche Hinrichtung der Führer mehrerer Zellen keine Abschreckung gebracht. 'Wofür sind diese Sith eigentlich nützlich, wenn hier weiterhin irgendwelche Jedi ihr Unwesen treiben?', fragte er sich und kam so von seinem Grundgedanken für einen kurzen Augenblick ab. 'Sollten sich nicht eigentlich Draconis und Nergal um diese tollkühnen Störenfriede kümmern?' Hörbar machte sich Horatio Luft, indem er durch die Nase ausatmete. Erst im Anschluss traf er eine Entscheidung.

„Lassen Sie die Daten an die zuständige Garnison übermitteln“, entschied der Gouverneur und ließ seinen Blick weiter auf dem Datastick ruhen. „Ein ganzer Zug Stormtrooper dürfte sowohl für den Sender als auch für diesen möglichen Unterschlupf reichen. Ich überlasse natürlich dem jeweiligen Offizier die konkrete Vorgehensweise in dieser Sache. Jedoch sollen auch einige Gefangene für die folgenden Gerichtsverhandlungen gemacht werden. Das dürfte in dieser Sache vorerst reichen.“

[ Coruscant-System | Imperial City (Coruscant) | Regierungsbezirk | Verwaltungskomplex | Konferenzraum | mit Master Agent Brask ]
 
Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Maras Raum - Sinoué Andrasta und Mara Selaren

Die Antwort ihrer Meisterin ließ die Coruscanti ziemlich sprachlos. „Woher bei den verdammten sieben corellianischen Höllen soll ich das denn wissen?“ ging es ihr durch den Kopf, sparte sich allerdings diesen Kommentar. Stattdessen entstand kurz eine äußerst unangenehme Stille.
Im Hintergrund war ein Pochen gegen die Wand zu hören. Sie hörte einen kurzen, erstickten Aufschrei. Seit jüngster Kindheit konnte sie einfach nicht weghören und hatte stets ihre fünf Sinne beisammen. Oft hatte sie schon Dinge gehört, die andere einfach überhörten oder durch übermäßigen Musikkonsum einfach nicht mehr in der Lage waren es zu hören. Kurz darauf pochte es noch einmal, diesmal weiter weg, dafür aber lauter. Sie fröstelte kurz, ohne zu wissen wieso, dachte aber im selben Moment, dass dieser Ort alles andere als geeignet war um sowas wie Jedi unterzubringen. Im Nebenraum wurde gevögelt während sie hier seelenruhig mit ihrer Meisterin sprach, das konnte doch nicht das Leben eines Jedi sein. Wenn Sinoué gewusst hätte, was wirklich im Nebenraum geschah als die Prostituierte von einem Agenten des imperialen Geheimdienstes überfallen wurde, wär ihr Urteil nicht so abfällig ausgefallen. Dann hätte sie vielleicht endlich den Eindruck gehabt, was es hieß ständig auf der Flucht zu sein.
Von all dem hatte die Braunhaarige jedoch keinen blassen Schimmer, stattdessen sammelte sie ein paar Worte die sie ihrer Meisterin als Antwort geben konnte.


“Was ich mir unter der Ausbildung vorstelle?“

Sinoué legte den Kopf schief und betrachtete ihre Meisterin etwas argwöhnisch. Wollte sie etwa Zeit kaufen, kam sie ungelegen? Sie ließ beiläufig den Blick durch das Zimmer schweifen als sie, nachdenklich aussehend, sich den Nacken rieb bevor sie wieder zu Mara sah. Es roch ein wenig eigenartig, sie kannte den Geruch irgendwoher. Er kam ihr verdammt bekannt vor, andererseits erinnerte sich Sinoué wo sie war. Hier roch es nach allem was man riechen und besonders nicht riechen wollte. Sie war trotzdem unschlüssig was das Ganze hier sollte. Sie war gerade erst eine Pada... Padu... eine Schülerin. Als solche musste sie erstmal gar nichts wissen. Was sie über die Jedi wusste, hatte sie aus der Propaganda. Erst Meisterin Syonette und Meister Finn hatten ihr eine Idee davon geben können, was die Jedi wirklich waren. Sie hatte sich entschieden, auf Gedeih und Verderb, von der Feindin Coruscants zur Staatsfeindin des Imperiums zu werden. Da ging noch was.


“Du bist die Meisterin, du musst mir doch sagen wie das ganze abläuft. Woher soll ich denn wissen wie eine Ausbildung zum Jedi abläuft.“

Die Arme vor ihrer Brust verschränkt, sah die Coruscanti zu ihrer Gegenüber. Nach Frühstück war ihr nicht zumute. Sie hatte ihr Lungenbrot und ihren Caff schon gehabt, mehr konnte und wollte sie am Morgen nicht zu sich nehmen. Wieso sollte sie auch mit anderen Gewohnheiten beginnen, nur weil sie

“Vielleicht erzählst du mir mal wie deine Ausbildung ablief, dann kann ich mir wenigstens was drunter vorstellen wie man ein „Jedi“ wird weil ...“ sie sah sich absichtlich auffällig um und hob die Arme achselzuckend ... ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Jedi in einem Puff auf Coruscant ausgebildet werden. Ich mein … bei allem Respekt Meisterin: Ein Bordell?

Die Frage war aus Sicht der jungen Padawan berechtigt, sie wusste nichts von der Geschichte des Ordens, dessen Geheimnissen und Mythen. Sie wusste lediglich was der Imperial HoloVision verbreitete und was die modernen Sagen so über die Jedi sagten.

Coruscant - untere Ebenen - Honey House - Maras Raum - Sinoué Andrasta und Mara Selaren
 
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Während Arkon sich auf den Weg machte, um nach einem Luft-Taxi zu sehen, musste Shana noch ihre Jacke aus der Garderobe holen. Markus stand neben ihr und rollte mit den Augen, als sie überall nach dem Chip suchte. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah zu der Schlange, die zunehmends länger wurde. Einige der Leute begannen schon vor sich hin zu schimpfen und zu lästern. Niemand schien so verwirrt, wie die junge Blondine neben ihm. Gut, sie hatte ja auch nicht nur Alkohol im Blut, wie die meisten anderen hier, sondern etwas weitaus Einschlagenderes.
Als die Garderobenfrau ihr die Tasche gegeben hatte, drehte Shana sich zu Markus herum. Es dauerte einige Sekunden, bis sie begriff, dass Arkon verschwunden war und schließlich fragte:
"Und gehen wir jetzt noch ein bisschen tanzen?"


"Vergiss es!"

Die Antwort fiel sehr knapp aus und der Corellianer wusste nicht einmal, ob sie sie bei dieser Lautstärke verstanden hatte. Schnell griff er mit den Händen an ihre Schultern und drehte sie um, um sie danach vor sich her nach draußen zu schieben. Vor dem Club musste Markus nicht lange suchen, um Arkon zu finden. Der Junge hatte seine Sache gut gemacht und ein Taxi aufgegabelt, das sie zum Bordell zurückbringen würde. Nachdem Mark das Mädchen hineinbuchsiert hatte, setzte er sich neben sie auf den Rücksitz. Sein Padawan stieg auf der anderen Seite ein und der Droide fuhr los. Es war gut, dass die Maschine von einer Blechbüchse geflogen wurde, denn so sparten sie sich unnötige Erklärungen auf aufgeworfene Fragen. Es war eine ruhige Fahrt, hörte man nicht auf das Gerede der zugedröhnten Frau. Marks Blick war nach draußen gerichtet. Er spürte den Kopf, welcher sich schwer auf seine Schulter senkte. Er spürte die Müdigkeit, die von Shana ausging und doch meinte sie, sie wolle noch etwas unternehmen. Markus selbst schwieg, doch sein Schüler hatte eine indirekte Antwort darauf.

"Nein, das wird heute nichts mehr! Und ehrlich gesagt, hätte ich gar keinen Nerv dafür..."

Was genau er damit meinte, hielt er zurück...
Plötzlich verengte Markus die Augen. Er hatte etwas gehört, etwas im Holonet, welches der Droide zur Unterhaltung seiner Fahrgäste laufen ließ.


"Mach das lauter!!"

, forderte er, wobei er sich ruckartig nach vorne gelehnt und damit Shana gewichen war, um besser zuhören zu können. Der Bericht handelte von einem Überfall und einer Verletzten, welche gerettet worden war, doch das Interessante an dem Ganzen war, dass sie behauptete von einer Jedi gerettet worden zu sein. Miley! Er kannte den Namen. Hieß so nicht eine Jedi, die im Honey House verkehrte? Verdammt, mit diesem Bericht konnten sie und ihr Aufenthaltsort auffliegen. Marks Blick ging zu Arkon, um zu sehen, ob dieser seine Gedanken teilte. In jenem Moment hielt das Lufttaxi direkt vorm Honey House. Wenn der Bericht die Wahrheit beinhaltete, konnte es gut möglich sein, dass das Bordell überwacht wurde. Sie durften jetzt auf keinen Fall auffallen.

"Wollen Sie aussteigen, Sir?"

Der Jedi-Meister atmete tief durch, ehe er antwortete. Er hatte einen Plan.

"Ja, ich meine, Nein!"

Sein Blick schwankte von dem Droiden zu Shana und dann wieder zurück zu Arkon.

"Mein Freund hier fährt noch einen Block weiter! Ich und die Süße hier steigen aus! Wir werden uns noch ein bisschen vergnügen, nicht war Kleines?!!"

Die Art wie er es sagte war so gar nicht Markus. Er hörte sich an wie einer dieser Machoidioten, die tatsächlich jede Gelegenheit für sich und ihr Vergnügen nutzten. Es sollte alles so echt wie möglich wirken und wenn sie schon eine augenscheinliche **** zurück in ihr Bordell brachten, musste man den Schein wahren und noch auf einen Sprung mit hinein gehen. Der junge Bursche auf Shanas anderen Seite sollte nicht direkt mit hineingezogen werden. Er würde ein paar Straßen weiter auf Marks Zeichen warten müssen. Während Markus mit einer Hand um Shanas Schultern griff, um sie wieder näher an sich zu ziehen, holte er mit der anderen Hand im Versteckten einen silbernen Gegenstand aus seinen Beinkleidern. Er beugte sich über die Blonde hinweg und reichte Arkon die Hand, wobei er ihm eigentlich nur den Zyllinder übergab.

"Ein paar Credits und was du sonst noch brauchst, Kumpel!"

, sagte er, öffnete dann die Tür und stieg in weiblicher Begleitung aus. In Wahrheit hatte er Arkon sein Laserschwert mitgegeben. Der Junge hatte sonst nichts, womit er sich verteidigen konnte und im Ernstfall würde er es brauchen. Er selbst hatte ja noch das Schwert seines Vaters bei sich. Laut knallte Mark die Tür des Gleiters zu und dieser schwirrte ab. Sie sahen ihm noch hinterher. Der junge Jedi-Meister öffnete sich der Macht und suchte die Umgebung ab. Mehrere Sucherdroiden waren in der näheren Umgebung unterwegs. Er hatte sich also nicht getäuscht.

"Auf geht's Mäuschen!"

Der Corellianer schlug der jungen Frau auf den Hintern, um sie in die Gänge zu bringen und gemeinsam gingen sie hinein. Als sich die Türen hinter ihnen schlossen, warf Markus einen Blick zurück. Seine Hand strich über ihren Rücken wieder hinauf und legte sich zwischen ihre Schulterblätter, um sie wieder voran zu schieben.

"Wir werden überwacht!"

, flüsterte er ihr zu, während sie den Gang entlang gingen.

"Du gehst jetzt schön brav in die Küche, trinkst Wasser und siehst zu, dass du wieder klarer im Kopf wirst! Ich warne die anderen und geh dann wieder raus. Arkon wartet auf Nachricht von mir! Wir müssen die Kerle finden und irgendetwas tun!!"


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