Coruscant

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian

Eowyn hatte das Gefühl, noch viel mehr tun zu müssen. Ihm alles einfacher zu machen, ihm mehr Möglichkeiten zu geben, ihn irgendwie zu beschützen. Für ihn da zu sein bedeutete auch, für ihn da zu sein, wenn er es nicht merkte, und ihm so viel abzunehmen, wie irgendwie möglich war - aber gerade diese Dinge schienen nicht zu funktionieren. Es war nicht genug... Wie konnte es genug sein, wenn jede seiner Minuten gezählt war?
Ian veränderte ihre Positionen, und Eowyn folgte seinem Körper, ohne ihre Augen zu öffnen. Weshalb sollte sie auch - endlich hatte sie das Gefühl, sich der Müdigkeit hingeben zu können. Ian war hier. Ian war da... und auch, wenn sie am liebsten jede Sekunde mit ihm wach genossen hätte, die Vernunft sagte ihr, dass dies unmöglich war. In seinen Armen zu schlafen war daher das beste, was momentan passieren konnte.

Ich verstehe, murmelte sie dann auf Ians Erklärung hin, an seine Brust gekuschelt. Sie verstand wirklich - sie hatte auch vorhin schon verstanden, dass er Zeit für sich gebraucht hatte. Es war nur... es war nur diese verflixte Alisah und die Beunruhigung, die sie während der ganzen Stunden gespürt hatte. Und eben die Gesamtsituation. Diese verdammte, verfluchte Situation. Ich bin froh, dass du etwas hast, das dir beim Ablenken hilft. Wenn du mir von deinen Gedanken erzählen willst - bitte tu es einfach, ja? Sie überlegte kurz, ob sie die Augen öffnen und ihn streng ansehen sollte, ließ es dann aber doch bleiben. So musste es auch gehen. Augen öffnen war zu anstrengend, erst Recht bei dem Licht. Bitte halte dich nicht zurück. Ich will verstehen... und ich will wissen, was dich bedrückt. Natürlich nur, wenn du es willst. Ich meine das ernst.

Dann begann Ian, sich bei ihr zu bedanken, und er hatte ganz Recht, wenn er sagte, dass sie das nicht unbedingt hören wollte. Er kannte sie einfach zu gut... Aber ihn zu unterbrechen, das wäre ihr momentan nicht in den Sinn gekommen. Viel zu ernsthaft klang seine Stimme, und Eowyn hatte das Gefühl, dass es ihm wirklich, wirklich wichtig war. Ich weiß, flüsterte sie also leise und drückte sacht seinen Unterarm - das einzige, was sie auf die Schnelle fand. Sie wusste, dass er dankbar war. Er hatte es oft genug gesagt. Dankbar für etwas, das selbstverständlich war, aber sie würde das jetzt nicht auspacken. Außerdem brauchte er das vielleicht einfach - und sie hatte ihm gesagt, er solle ihr seine Gedanken erzählen. Also würde sie zuhören. Und wie er es sagte machte tatsächlich deutlich, wie wichtig ihm all diese Dinge waren - noch einmal drückte sie seinen Unterarm. Gern geschehen, brummte sie verlegen, irgendwie froh darüber, momentan zu müde für ein intensiveres Gespräch darüber zu sein.
Bevor sie einschlief? Sie schlief nicht ein! Sie... genoss nur gerade das Gefühl, die Augen geschlossen zu haben, von Ian gehalten zu werden, die Wärme, die Geborgenheit, die Sicherheit. Das hatte nichts mit einschlafen zu tun... gar nicht... wenn sie wollte... oder auch nicht...
Die schönsten Momente wollte er ihr zeigen - und Eowyn lächelte ein wenig. Das war eine schöne Idee... diese anderen Bilder würden diese zwar nicht auslöschen können, aber vielleicht ein wenig überdecken. Und es wären noch mehr Momente, die sie in ihr kleines Gedanken-Schatzkästchen würde packen können.

Das wäre schön... murmelte sie, während ihre Gedanken sich immer mehr um diese Momente drehten. Die guten, die schlechten, auch die, die sie durch Ian gesehen hatte. Va'art, Nar Shaddaa, Lianna, Coruscant, die Sandkorn, die Nightmare... die Bilder flogen vor ihren Augen und entführten sie schließlich in eine Traumwelt, in der sich ihre Erinnerungen mit Befürchtungen überschnitten, in denen gute und schlechte Dinge direkt nebeneinander geschahen.

***

Sie erwachte am nächsten Morgen in einer anderen Position, in der sie so plötzlich eingeschlafen war, wie sie ins helle Sonnenlicht blinzelnd feststellte. Noch immer lag sie nahe bei Ian, doch nicht mehr halb auf ihm. Die Decke hingegen gehörte mehr ihr als ihm, was sie sofort mit vorsichtigen Bewegungen korrigierte, als sie dies beschämt bemerkte. Sie betrachtete ihn - ruhig schlafend, ohne Alpträume, mit ruhigem Atem. Ebenfalls ein Bild, das sie sich merken würde, ein friedliches Bild, eines, das ihr Herz erwärmte. Ein neuer Tag... mit neuen Herausforderungen, neuen Bergen, neuen Problemen... Eowyn unterdrückte ein Seufzen, das Ian womöglich geweckt hätte. Sie dachte zu negativ. Sie musste irgendwie anders an alles herangehen... jetzt im Tageslicht, mit einer Nacht Abstand, waren die Ängste, die Sorgen und Befürchtungen immer noch da, aber sie waren... anders. Nicht mehr so direkter. Und dabei musste es auch bleiben, wenn sie Ian alle Unterstützung geben wollte, die sie hatte. An diesem Ziel würde sie nicht rütteln und auch nicht rütteln lassen.
Nach einigen Minuten, als sie langsam immer wacher wurde, stand sie schließlich leise und vorsichtig auf. Ian rührte sich nicht, wie sie erleichtert feststellte. Er brauchte den Schlaf, dringend, und sie würde ihn so lange schlafen lassen, wie er es konnte. Er brauchte Kraft, und wenn er schon einmal so ruhig schlief...
Jetzt allerdings stand sie vor einem Dilemma. So, wie sie aussah und sich fühlte, konnte sie unmöglich vor die Tür treten. Sich zu duschen aber würde zumindest leise Geräusche machen. Verwirrt stand sie ein paar Augenblicke im Raum, überlegte, ob es eine Lösung gab, bevor sie schließlich unwillig den Kopf schüttelte. Ihr fiel keine ein - sie musste es einfach riskieren und hoffen, dass Ian weiterschlief.

Zwanzig Minuten später schlich sie leise wieder zurück ins Zimmer - Ian schlief immer noch, sogar in der gleichen Position, in der sie ihn zurückgelassen hatte, wie sie stirnrunzelnd bemerkte. Entweder also schlief er wirklich verdammt fest, es war ein Zufall, oder... eine Tiefschlaftrance? Das ließ sich ganz einfach feststellen, und ein paar Sekunden später hatte sie die Antwort. Weshalb eine Trance? Aus reiner Vorsichtsmaßnahme - oder hatte er wesentlich schlechter schlafen können als sie selbst heute Nacht? Ihre Träume waren zwar sehr lebendig gewesen, teilweise erschreckend, teilweise angenehm, doch sie hatte tief geschlafen, das wusste sie schon alleine deshalb, weil sie sich den Umständen entsprechend recht fit fühlte. Wie auch immer, die Antwort würde sie frühestens bekommen, wenn Ian wach war, und wann das der Fall sein würde wusste nur Ian. Oder baute er darauf, dass sie ihn aus der Trance holte? Wie auch immer - falls letzteres der Fall war, noch würde sie das nicht tun. Seinem Herz tat jedes bisschen Ruhe gut, und wenn sie ihn dafür länger in der Trance belassen musste, dann war es so.
Eowyn griff nach einem Stück Flimsi, um ihm eine Nachricht zu hinterlassen. Kurz bevor sie ansetzte hielt sie kurz inne, und ein kleines Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Schließlich legte sie die Nachricht auf den Tisch, gut sichtbar, so dass Ian sie finden würde, sollte er von selbst aufwachen.

Mein kleines rosa Bantha,
ich hoffe, du hast gut geschlafen. Ich bin unterwegs im Tempel
, bitte melde dich, wenn du wach bist.
Ich liebe dich!


Dann griff sie nach ihrem Gürtel und machte sich auf den Weg, das Zimmer zu verlassen.

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn

Ian hätte seine Gedanken vorhin kaum in Worte fassen können. Manchmal regierte ein Chaos in seinem Kopf, das einfach nicht zuordnen war. Als würden Millionen Stimmen durcheinander reden und ein einziges Wirrwarr ergeben. Wie ein Wollknäuel, bei dem man weder einen Anfang, noch ein Ende fand. Er konnte und wollte Eowyn nicht von allem erzählen, was ihn bedrückte. Nein, das konnte er nicht. Manche Ängste würde er allein mit sich ausmachen müssen, schon aus Rücksicht auf sie. Unmöglich konnte er ihr alles erzählen, wollte er sie nicht in einen Strudel aus Sorgen ziehen.
„Ich werde dich in alles einbeziehen, was mir wichtig ist.“ Mehr konnte er nicht sagen, oder versprechen. „Aber du sollst wissen, dass für dich das gleiche gilt und,“ so ehrlich musste, nein wollte er sein, „ein paar Dinge muss ich einfach mit mir selbst ausmachen.“

Sich bei Eowyn zu bedanken, war Ian enorm wichtig, vor allem nach ihrem ersten Gespräch das vielleicht gewirkt hatte, als sei er der undankbarste Mensch in der Galaxis. Es war gut, das sie seien Worte nicht abwiegelte, ihn aussprechen ließ und Ian nahm sich fest vor, diese Worte künftig auch besser zu beweisen, indem ihr zeigen würde, wie dankbar er war und vielleicht, vielleicht war es ein kleiner Anfang ihr demnächst schöne Dinge zu zeigen? Auch wenn er das Angebot jetzt machte, Ian war sicher, dass Eowyn kurz vorm Einschlafen war. Abschirmung hin oder her, er kannte sie gut genug und er spürte ihre Müdigkeit. Noch während sie ihre Worte murmelte, musste Ian lächeln. „
Gute Nacht“, wünschte er ihr leise, als sie schon eingeschlafen war. Er selbst sah, mit einem leisen Seufzen wieder zur Decke und obwohl die Müdigkeit auch ihm zu schaffen machte, wusste er, dass der Versuch jetzt Schlaf zu finden, nur scheitern konnte. Sein innerer Aufruhr war viel zu stark und Ian war so sicher wie nie, dass er, sofern es ihm nun doch gelingen würde zu schlafen, sich nur in einem Alptraum wiederfinden würde. Die Gedanken an Tahiri. Die Piraten. Ysim. Sein Gefühl von Schuld, das Virus. Nein. Würde er jetzt auf normalem Weg einschlafen, würde er am Ende womöglich schreiend aufwachen und Eowyn wecken und das wollte Ian nicht. Stattdessen überlegte er fieberhaft, welche Worte er Joseline senden sollte. Wie kryptisch sollte er sich ausdrücken? War es nicht besser, er würde noch vor Ort mit Wes sprechen? Hier konnte er offen sein, ohne sich genau überlegen zu müssen, welche Worte er nutzte. Ein Gespräch unter vier Augen und vier Ohren, ohne Angst haben zu müssen, dass jemand mitlauschen konnte. So würde er sein Vertrauen direkt wieder verspielen. Auf der anderen Seite: Welches Vertrauen? Er würde Janson kontaktieren, ob er nun wirklich wollte, oder nicht.

Außerdem… außerdem fasste Ian einen weiteren Entschluss. Wenn seine Tage gezählt waren, musste er vorsorgen. Würde er vorsorgen. Für alles.
Dann versetzte Ian sich in die Tiefschlaftrance.

***

Als Ian sich erweckte, war das Bett leer und es dauerte nicht lange, bis er Eowyns Nachricht laß und und mit einem Lächeln quittierte. Er hatte keine Ahnung, wie lange sie schon weg war, doch ihr Fehlen war gut. Sich langsam im Bett aufsetzend, griff auf Ian nach einem Filmsi, vergewisserte sich, dass Eowyn nicht im Flur war und begann, mit wenigen Worten sein Testament aufzusetzen.


Ich, Ian Dice, geboren am 16.04 auf Telos, in der Hauptstadt Thani möchte, dass im Falle meines Todes, die Hälfte meines gesamtes Vermögen eingesetzt wird, um gegen das C-Virus vorzugehen. Die andere Hälfte soll für Opfer und Hinterbliebene gespendet werden. Sollte bis zu diesem Zeitpunkt ersteres erfolgreich stattgefunden haben, geht mein komplettes Vermögen an die bereits genannten. Lediglich die Kosten meiner Beerdigung sollen von diesem Vermögen abgezogen und damit getragen werden. Den Ort meines Begräbnisses soll Eowyn El'mireth entscheiden, im Zweifelsfall der Jedi-Orden. Lediglich Telos gilt es hierbei auszuschließen.

Die Kontodaten setzte er darunter, als er kurz pausierte, tief durchatmete und die Augen schloss. Dann schrieb er weiter:

Mein YT 170 Frachter, die Nightmare und alles, was darauf zu finden ist, soll in den Besitz von Eowyn El’mireth übergehen.

Das Stück Filmsi unterschrieben, legte er es in den Kleiderschrank, unter den letzten seiner Pullover. Irgendwann würde er einen Abschiedsbrief verfassen müssen. Doch nicht jetzt und so ging Ian unter die Dusche.

Danach erst griff Ian nach dem Kom Gerät, um Eowyn zu kontaktieren.


***Nachricht an Eowyn***

Meisterin der Tiefschlaftrance,

Eure Lehrstunde hat wahre Wunder bewirkt. Ich bin erholt und wach.
Aber heute längst nicht kreativ genug, um etwas Kluges zu schreiben.
Zu deinem letzten Satz aber: Das will ich auch hoffen!

Ein großes (!!!) rosa (was habe ich da nur gemacht?) Bantha.


***

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, allein
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - unterwegs, alleine

Sie hatte Hunger, kein Wunder, war ihr Abendessen gestern ja quasi ausgefallen, aber ihr Weg führte Eowyn nicht in die Kantine. Essen konnte sie auch, wenn Ian wach war. Hingegen wollte sie jetzt die Zeit nutzen. Bastion mochte für Ian momentan kein Thema mehr sein, aber Eowyn war sich da nicht so sicher. Und wenn dies der Fall war, dann würde sie für alles gewappnet sein. Va'art und alles, was danach gekommen war, hatte sie aus ihrer Trainingsroutine gerissen, doch das würde sich ändern. Zwar hatte das Virus noch immer oberste Priorität, aber man musste das Gesamtbild im Blick behalten. Und noch immer stand drohend im Raum, dass Ians Anwesenheit hier entdeckt wurde. Die Bilder, die Eowyn gesehen hatte waren nicht fort. Sie ließ sich nicht leicht erschrecken, und wirkliche lähmende Angst jagten sie ihr nicht ein - wenn Eowyn Stärken hatte, dann in Bereichen wie diesen, das wusste sie. Aber sie wäre äußerst dumm, würde sie diese Dinge nicht ernstnehmen und ihr Training nun vernachlässigen. Sie würde nicht zulassen, dass irgendjemand sie benutzte, um Ian Schaden zuzufügen, oh nein.
Mentale Angriffe konnte sie nicht alleine üben, physisches hingegen sehr wohl. In weiser Vorraussicht hatte sie ihre an manchen Stellen durchlöcherte Kleidung angezogen, so würde sie das Absorbieren üben können, ohne ihre Kleidung erneut zu strapazieren oder aber auch, dass Ian auf den ersten Blick merkte, was sie da tat. Sie würde es ihm nicht aktiv verheimlichen oder ihn anlügen, aber sie musste ihn nicht auch mit der Nase darauf stoßen und noch mehr beunruhigen. Die Robe, ohne Löcher natürlich, lag locker über ihrem Arm. Sie würde sie später problemlos überwerfen können.
Der Jedi-Tempel war groß und mittlerweile in vielen Bereichen renoviert, so dass Eowyn kein schlechtes Gewissen hatte, die Tür zum Trainingsraum abzuschließen. Sie brauchte Ruhe, und wenn jemand trainieren wollte, sollte er sich einen anderen Raum suchen.
~~~
Sie hatte eigentlich vorgehabt, erneut mit ihrer linken Hand zu trainieren und dann mit beiden, doch zu letzterem kam sie nicht, denn ihr Komlink meldete sich. Sie grinste, als sie Ians Nachricht las, und erleichtert stellte sie nach einem Blick auf ihr Chrono fest, dass er tatsächlich noch eine Weile geschlafen hatte. Vermutlich hatte sie länger konzentriert geübt, als sie gedacht hatte - und um ehrlich zu sein spürte sie das auch deutlich an den Stellen, an denen es ihr nicht möglich gewesen war, einen Blitz abzuwehren. Sie hatte alleine trainiert und war nicht so kurz im Denken, um den Telematen auf eine allzu hohe Stufe einzustellen, aber auf der alleruntersten Stufe brauchte sie nicht mehr arbeiten - das war Zeitverschwendung.
Sie antwortete, dass sie unterwegs sei, machte dann einen Umweg in die Kantine und führte damit die Tradition fort, die sie gezwungenermaßen auf Lianna begonnen hatte, als sie schließlich mit zwei Tabletts beladen - eines levitierend, eines tragend - vor der Türe ihres Zimmers stand und diese mit der Macht öffnete.

Guten Morgen, lächelte sie, stellte die Tabletts ab und gab Ian einen Kuss auf die Wange, bevor sie ihn prüfend betrachtete. Er sah auf jeden Fall gar nicht so schlecht aus... aber der Schein konnte trügen. Wie geht es dir?

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, allein

Ian machte das Bett und räumte die wenigen Sachen, die herumstanden oder - lagen weg. Eowyn war unterwegs und sehr viel mehr konnte er nicht tun, für einen Brief war jetzt schließlich nicht die richtige Zeit und Ian hatte für etwas derart wichtiges auch keinen Nerv. Nicht, wenn er heute noch fähig dazu sein sollte, einen weitere Heilung über die Bühne zu bringen. Das Testament reichte für heute und jeder Gedanke der damit zusammenhing ohnehin. Wenige Minuten später spürte er Eowyns näher kommende Präsenz und ein paar Sekunden später trat sie auch schon ein, zwei volle Tabletts mit Frühstück dabei, die sie gewohnheitsmäßig abstellte um der nächsten Gewohnheit – einem morgendlichen Kuss auf die Wange – nachzugehen. Ein musternder Blick folgte, etwas zeitverzögert die Frage, wie es ihm ging. Ihrem Blick folgend, unterdrückte er ein Grinsen, als er sehr überlegend antwortete. „Ich habe ‚geschlafen, geduscht und rasiert, von daher würde ich fast sagen, dass es mir gut geht. Wenn da nicht etwas fehlen würde“ Sein Grinsen. schien durch, denn nicht nur seine Schreib- sondern auch seine Schauspielkunst litten heute Morgen etwas. „Und deswegen…“ Ian sprach gar nicht erst weiter, sondern zog Eowyn kurz an sich heran und ihr einen längeren richtigen Kuss zu geben. „Schließlich hab ich auch Zähne geputzt“, kommentierte er dann, doch die Lässigkeit seines Schulterzuckens wurde vermutlich durch sein Lächeln bestraft, das weniger lässig, als glücklich ausfiel. „Tatsächlich geht es mir aber wirklich besser als gestern,“ gab er dann ernster von sich, ehe er sich widerstrebend von Eowyn löste und sie frei gab. „Ich hoffe, dir auch?“ Zumindest schirmte sie sich nicht länger ab, was er als gutes Zeichnen wertete und der Kleidung nach zu urteilen, die sie trug, hatte sie trainiert und Ian hatte in etwa eine Ahnung was. Die kleinen Löcher zumindest verrieten eine Menge, wenn er an ihre letzte gemeinsame Trainingseinheit dachte und zum Glück war er schon immer ein guter Beobachter gewesen und hatte genau das auch sein müssen. War ihr Kopf frei genug zum Trainieren gewesen, war das vermutlich ein gutes Zeichen.

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian

Zu sagen, dass es einem gut ging, weil man geduscht und gepflegt war, war eine seltsame Folgerung, andererseits war das vermutlich auch eher nur eine Floskel. Ian zog Eowyn gleich darauf zu sich heran, wie so oft, wenn sie ihm "nur" einen flüchtigen Kuss gegeben hatte, und zeigte ihr, wie ein Guten-Morgen-Kuss seiner Ansicht nach wohl richtig ging. Dann hob sie eine Augenbraue. Ich glücklicherweise auch. Aber ich hoffe, in deinem Fall war das nicht nur eine Ausnahme? Verschmitzt lächelte sie ihm zu.
Sie nickte dann, als Ian ernsthafter wurde.
Das ist gut. Auch wenn das so schwer vermutlich gar nicht war. Viel schlechter als gestern war es Ian wohl schon eine Weile nicht mehr gegangen.
Mir geht es auch ganz gut, sagte sie, während sie sich an den Tisch setzte. Dann lächelte sie leicht. Auch zumindest besser als gestern. Was so ein bisschen Schlaf doch verändern konnte. Zumindest geriet sie momentan nicht sofort in Panik, wenn sie an die Zukunft dachte, oder ähnliches. Verdrängen war so viel einfacher, wenn sie Sonne schien...
Sie griff nach dem Kaf, um die Wärme zu testen, entschied sich dann aber eher für ihre Flakes.
Konntest du nicht schlafen?, fragte sie vorsichtig, um den Grund seiner Trance zu erfahren. Sicher, der Tag gestern war anstrengend gewesen. Und nur die Macht wusste, was in seinem Kopf alles vorging - womöglich selbst sie nicht. Ich muss zugeben, meine Träume waren auch etwas... wirr... Sie lächelte unsicher. Viel erinnern konnte sie sich nicht mehr, nur, dass alles seltsam gewesen war, und eben auch, dass es ein seltsames Gefühl hinterlassen hatte. Aber neuer Tag, neues Glück. Glück. Ha. Als ob ein Jedi an so etwas wie "Glück" glauben würde. A propos neuer Tag... Was... hast du mit Alisah ausgemacht?, fragte sie möglichst beiläufig zwischen zwei Bissen und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Die heftige Eifersucht von gestern war vorrüber, aber... gefallen konnte ihr das immer noch nicht. Und ein wenig Eifersucht war auf jeden Fall noch immer da, auch, wenn sie das nicht wirklich zugeben wollte. Alisah. Musste es auch unbedingt Alisah sein, der er gestern über den Weg gelaufen war, die junge, fantastisch hübsche Alisah, die Frau aus seiner Vergangenheit, die auch noch seine Erfahrungen teilte?
Der Kaf schien jetzt abgekühlt genug, und Eowyn nahm einen kleinen Schluck, während sie Ian ansah. Tut mir Leid, dass ich gestern einfach eingeschlafen bin, sagte sie dann verlegen. Schon wieder einfach eingeschlafen. Was musste Ian nur von ihr halten? Du musst mich für eine furchtbare Schlafmütze und eine schreckliche Partnerin halten... Aber... hilflos zuckte sie mit den Schultern. Aber. Eigentlich... gab es dafür keine Erklärung. Aber sie war eben dennoch eingeschlafen.

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel – IDEE’s Zimmer, mit Eowyn

Sie hob eine Augenbraue. Nur eine, wie sie es bisher nur ein einziges Mal, ganz zu Beginn ihres Kennenlernens getan hatte und da erschien ein vielleicht leicht begeistertes Strahlen auf Ians Gesicht. Eowyn zog viel zu selten nur eine Braue in die Höhe, viel zu selten überhaupt in Anbetracht der Tatsache, dass sie dazu fähig war und das Ian solche Kleinigkeiten liebte. Fast hätte er sie noch einmal in seine Arme gezogen, doch er beließ es schlicht dabei, sie ein paar Sekunden länger anzustrahlen. „Muss man die etwa täglich putzen?“, fragte er dann und klang diesmal tatsächlich überzeugend dabei, ahnungslos zu sein. Ihr an den Tisch folgend, setzte auch er sich, griff nach der kleinen Kanne, in der sich irgendeine Milch befand und nach einem Teller voller Kekse, was ihm das nächste, jugendhafte Lächeln aufs Gesicht zauberte.
„Wahrscheinlich ist das keine große Kunst. Gestern war ein sehr anstrengender Tag.“ Für sie beide war er das gewesen und vielleicht hatte Eowyn sich so vehement abgeschirmt gehabt, um ihm genau das nicht zu deutlich zu machen. Ihm nicht zu zeigen, dass er sicher nicht der einzige gewesen war, der durch das Tagesgeschehen aufgewühlt gewesen war. Ihr ging es auch ganz gut? Ganz gut war nicht wirklich genug, aber eine gute Basis.
„Vielleicht können wir später dafür sorgen, dass das auch so bleibt und besser wird.“ Vielleicht? „Jetzt ein bisschen und später etwas mehr.“ Sie würden nicht den ganzen Tag damit verbringen, Alisah zu heilen und danach würde Ian dafür sorgen, dass sie sich zeit nahmen, keinen weiteren Verpflichtungen hinterher rennen zu müssen.
Einen Keks länger in die Milch tunkend, gab Ian zu: „
Ich hätte nicht schlafen können. Zumindest nicht… ohne dich zu wecken.“ Von dem Keks abbeißend sah er schließlich zu ihr auf. „Manchmal weiß ich sehr genau ob meine Träume schlecht werden und dann wäre es sehr unklug, ihnen dennoch eine Möglichkeit zu geben.“ Die Kekse hingegen… „Aber die hier,“ was ihn auf den Teller deuten, ihn sogar zu ihr reichen ließ, „sind ein absolut wundervoller Traum,“ und da landete schon der nächste in der Milch. „Kannst du dich an das Wirrwarr erinnern?“, fragte er sie schließlich. Seltsam geträumt hatte er schon lange nicht. „Wir haben keinen richtigen Zeitpunkt ausgemacht. ‚Morgen dann‘ lässt ein bisschen Spielraum, aber ich glaube, wenn wir damit relativ früh beginnen, haben wir mehr von dem Tag. Außerdem… sollte ich versuchen heute noch kurz mit Wes zu sprechen, denn ich weiß nicht, ob meine Nachricht, die ich an Joseline senden könnte, nicht zu kryptisch wäre, um sie zu verstehen und,“ er grinste, um es nicht zu ernst klingen zu lassen, „sind Standpauken von Angesicht zu Angesicht besser geeignet um zu erkennen, was der Mist, den man getan hat, nun wirklich auslöst.“
Blumige Worte gab es in einer solchen Situation eher weniger. Eine blumige Nachricht hingegen wäre schon allein deshalb notwendig, da deren Inhalt irgendwie umschrieben werden musste.
Einen Teil der Milch in die zweite Tasse mit Kaff gebend, wieder eine Keks hinein tunkend, grinste Ian Eowyn bei ihrer Entschuldigung entgegen.
„Müdigkeit, Kopfschmerzen. Das sind doch die typischen Ausreden für die … Mitte einer langweiligen Beziehung.“ Ein leicht zweideutiges Lächeln, das im nächsten Satz verschwand. „Gestern war anstrengend,“ was er ernst meinte und nicht mit einem Witz bedenken wollte. Letzteres hingegen konnte mit einem Grinsen bedacht werden. „Wobei ich dir beim ersten nicht widersprechen möchte.“ Eine Schlafmütze war sie irgendwie tatsächlich, denn sie schlief nahezu jedes Mal vor ihm ein.

Coruscant – Jedi-Tempel – IDEE‘s Zimmer, mit Eowyn
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian

Eowyn antwortete erst nichts auf Ians Planung für den Tag. Dafür sorgen, dass es so bliebe? Dass es besser wurde? Für so etwas war keine Zeit. Dieses Frühstück war bis heute Abend der einzige Moment, den sie beide haben würden, nicht umsonst hatte Eowyn das Essen auf ihr Zimmer gebracht, anstatt mit Ian die Kantine aufzusuchen. Einfach, damit sie wenigstens ein paar Momente für sich hatten. Personen starben da draußen, und er fühlte sich dafür verantwortlich. Wem machte Ian hier etwas vor? Sie würden auch heute arbeiten bis zum umfallen. Heute, morgen... und so lange, bis sich etwas neues ergab. Zusätzlich war da noch die Sache, die Wes aufgetan hatte. Nein, sie würden keine Zeit haben, sich um etwas anderes als das Virus zu kümmern. Ja, vielleicht, sagte sie dann doch und lächelte Ian zu. Wenn er daran glaubte... vielleicht gab es ihm Kraft.

Was Ian über seine Träume sagte klang allerdings überhaupt nicht gut. Sie wusste, dass er diese Träume hatte, aber was sie nicht wusste, war, wie sie damit umgehen sollte. Wie sie ihm helfen konnte. Was tat man schon gegen Träume? Noch etwas, das sie angehen mussten. Etwas, das wirklich nicht aufgeschoben werden sollte... Nur was, das musste sie noch herausfinden.
Tut mir Leid, sagte sie leise und drückte kurz Ians Hand, bevor dieser nach einem weiteren Keks griff. Die waren eigentlich als Nachtisch gedacht, grinste sie dann. Aber wofür sich an irgendwelche Konventionen halten? Ihre eigenen Yuma-Flakes waren leer, und Eowyn überlegte, ob sie noch Platz für etwas Brot hatte. Vermutlich nicht - andererseits würde der Tag lang und anstrengend werden, und wenn sie Ian später bei der Heilung unterstützen sollte, dann wäre es wohl klug, gleich noch mehr zu essen. Und Ian sollte das auch tun. Ich will dir deinen Spaß nicht verderben, aber du solltest vielleicht nicht nur Kekse essen. Hilfe, sie klang wie ihre eigene Mutter... Bei dem Gedanken musste Eowyn leicht wehmütig lächeln. "Keine Süßigkeiten vor dem Mittagessen!", hatte es immer geheißen. "Hinterher darfst du ein bisschen Schokolade haben. Wenn dann noch Platz ist." Natürlich war meistens noch Platz gewesen.

Ich...weiß nicht genau...
Nachdenklich kramte Eowyn in ihrem Gedächtnis, als Ian nach ihrem Traum-Wirrwarr fragte. Sie war mittlerweile schon zu lange wach, als dass alles noch präsent vorhanden war, andererseits hatten die Träume sie so tief beeinflusst, dass das Gefühl daran durchaus noch da war. Wir... ja, wir waren in einem Freizeitpark. Du weißt schon, diese Parks mit Anti-Grav-Bahnen, Wasserrutschen und so. Sie selbst war noch nie in einem gewesen, aber das hatte ihren Kopf nicht von diesem Traum abgehalten. Du, ich und eine Schutzperson. Es hat... ja, ich glaube, es hat vor allem dir Spaß gemacht. Eowyn lächelte, als ihr das Bild eines lachenden Ian wieder ins Gedächtnis kam, während sie mit der anderen Frau unten gestanden war. Später war ich dann mit ihr in einem Café... Sie schüttelte den Kopf, blickte abwesend auf ihre leere Schüssel. Wer macht solche Dinge mit einer Schutzperson? Sie wurde jedenfalls von einer Person auf einem Speederbike vor meiner Nase mitgenommen. Und sie selbst war dagesessen und hatte gerade einmal die Hand gehoben in dem Versuch, die Entführung aufzuhalten. Jetzt, im wachen Zustand fielen ihr zig Varianten ein, die sie hätte tun können - wir wäre es zum Beispiel mit einem Wurf ihres Lichtschwertes nach dem Bike gewesen, wenn sie schon davor nicht reagiert hätte? Oder aber doch gleich, die Schutzperson mit der Macht einfach vom Bike reißen, während es noch nicht fuhr. Aber nein, sie war nur beinahe regungslos dagesessen. Ich... mir fehlt dann ein Stück. Sie wusste nur noch, dass sie dann halb durchgedreht war. Panisch geworden war. Vom Rest weiß ich nicht mehr so viel... nur, dass ich die Person dann wie verrückt in einem alten Schloss gesucht habe. Ein richtiges, altes Schloss, mit Bildern an den Wänden, Geheimgängen und kleinen Verstecken. Es war aufregend und beängstigend zugleich... Nachdenklich blickte Eowyn in ihre Tasse, als ob sie dort den Traum noch einmal sehen könnte. Ich glaube, du warst manchmal auch da. Manchmal aber auch nicht. Dann zuckte sie die Schultern, um den Traum wieder ein wenig abzuschütteln, und griff nach dem Brot. Vielleicht hatte ich im Traum einfach genug von dir. Schelmisch sah sie Ian an.

Sie nickte, und als sie heruntergeschluckt hatte, antwortete sie:
Ja, früh klingt gut. Je früher, desto besser... Alisah wird das auch besser gefallen. Schließlich ging es hier nicht um einen Friseurtermin, sondern um eine stark lebensbedrohliche Krankheit. Ich werde sehen, ob ich herausfinden kann, wo Wes steckt. Im Zweifelsfall wird es dann eben doch Joseline sein müssen oder ein anderer Rat... aber es wird schon werden. Alisah und dich... verbindet nun einmal etwas, sie ist direkt betroffen, sie hat eine ähnliche Vergangenheit. Den Inhalt und Hintergrund dieser Worte ignorieren. Du bist ja nicht herumgelaufen und hast diese Sache herausgeschrieen... Es wird schon werden. Es waren auf jeden Fall schlimmere Dinge gewesen, die schon geschehen waren. Was wollte der Rat schon tun? Eine Standpauke halten. Ian einsperren? Eowyn konnte es sich kaum vorstellen, man brauchte seine Heilfähigkeiten. Im Zweifel seine Bewegung wieder weiter einschränken, ihm einen Bewacher an die Seite stellen... Aber Wes hatte Eowyn deutlich gemacht, dass sie dafür eigentlich kein Personal hatten, wenn sie die Aufgabe nicht übernahm. Und sie würde das nicht noch einmal tun. Viele Möglichkeiten blieben da nicht - aber sie würden sich Gedanken machen, wenn es so weit war.

Ihre Entschuldigung schien Ian erst einmal nicht sonderlich ernst zu nehmen, dabei war es ihr tatsächlich sehr ernst gewesen damit. Immerhin... bedeutete das, dass es für ihn nicht so schlimm war?
Na, hör mal... zu so einer langweiligen Beziehung gehören auch immer zwei. Ihr Lächeln ebbte ab. Nein, das meine ich nicht so. Ich... Es liegt nicht an dir. Hilflos zuckte sie mit den Schultern. Weshalb schlief immer sie zuerst ein? Sie wollte auf Ian Acht geben. Sie wollte für ihn da sein... Du wolltest mir etwas zeigen, und ich war weg... es tut mir Leid. Ja, es war spät gewesen, aber das war keine Entschuldigung. Das kommt nicht wieder vor. Sie seufzte. Siehst du. Ich entschuldige mich auch andauernd...

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant, Jedi-Tempel – Ratssaal – NPCs, Brianna und Talery


Talery ging den Weg zurück vom Ratssaal in die Krankenstation schweigend neben Brianna her. Wie stark hatte die Echanijedi doch angenommen wie ihre eigene Meisterin Windnelke damals auch bei der Beförderung der ersten Padawan ebenfalls befördert zu werden. Und nun diese riesengroße Enttäuschung. So konnte sie sich über ihre eigene Beförderung gar nicht mehr so richtig freuen, denn Eisblumes tiefen Schmerz konnte sie sowohl durch die Macht als auch durch ihre Camaasiinstinkte sehr deutlich wahrnehmen. Die jetztige Jedi-Ritterin setzte ein paar Mal an, um etwas zu Eisblume zu sagen, aber ein Blick in deren Gesicht ließen ihr ihre tröstenden Worte im Halse stecken bleiben. Insofern war Talery in dem Moment sogar froh, dass sie gerade keine Zeit mehr hatten beim Ortolaner zu essen, sondern eine Bestellung abgeben mussten, welche ihnen später geliefert wurde. Ihre ehemalige Meisterin war definitiv nicht zu Smalltalk aufgelegt.


"Es tut mir leid, Brianna...",


war daher das Einzige, war sie schließlich ihrer Meisterin sagen konnten als sie beim Ortolaner fertig waren und da war sie sich nicht sicher, ob diese es wirklich registriert hatte oder wieder ihren eigenen Gedanken nachhing. Unter dem Strich hatte ja genau ihre Reaktion auf die Nichtbeförderung das bestätigt, was die anwesenden Jediräte an ihr kritisiert hatten. Sie war noch zu ungestüm und unbeherrscht, nicht besonnen genug ihrer Ansicht nach. Es wäre vermutlich wesentlich besser gewesen, hätte die Echani die Nichtbeförderung ruhig und wortkarg hingenommen. Aber sie war eben Brianna. Das war einfach nicht ihr Ding und um Erwiderungen war sie nie verlegen. Umso mehr tat es der Camaasi leid, dass Eisblume nach ihrer Familiengeschichte nun noch eine weitere Enttäuschung hinnehmen musste. Ok, das wusste der Rat nicht, aber sie bezweifelte, dass sie anders entschieden hätten, wenn sie darüber Bescheid gewusst hätten. Es fühlte sich nur so ungerecht an. Dabei hatten Briannas Ideen und Behandlungsvorschläge einige Verbesserungen gebracht und Erfolge erzielt bei der Behandlung von Viruserkrankten. Das sollte doch auch irgendwie belohnt werden, fand Talery. Auch beim Umziehen für ihren Schichtdienst setzte Eisblume ihr eisernes Schweigen fort, so dass es für die Caamasi immer schwerer wurde nicht einfach wild loszuplappern, um die traurige Echani irgendwie aufzuheitern oder zumindest ein bisschen zu trösten.

Daher kam es für die frisch gebackene Jedi-Ritterin schon etwas überraschend, dass bei ihrer Ankunft in der Krankenstation ihnen alle entgegen kamen, um zu gratulieren. Ein Droide fuhr auf einen OP-Wagen sogar eine Torte heran, um ihre Beförderung zu feiern. Daher riss sie sich zusammen. Immerhin war es eine nette Geste. Meisterin Alvaba befand sich an der Spitze der gratulierenden Jedi. Die Caamasi schüttelte in der Fole diverse Hände, wurde sogar auch zweimal umarmt, darunter natürlich nasser Hund, welche sie sogar kurz vom Boden hob, aber bei der Statur der Wiphidin war das auch kein Wunder. Bei der Gelegenheit fragte Deife, die Devaronianerin, irritiert, warum sich die Echani von den Gratulanten zurückzog, während sie ja sonst immer gerne im Mittelpunkt stand. Bedrückt verzog die Caamasi ihren Schnabel.


"Naja, sie hatte gehofft ebenfalls befördert zu werden wie ihre Meisterin damals. Daraus wurde nichts und du kennst sie ja. Sie ist bei der momentanen Arbeitsbelastung wie wir alle nicht unbedingt die Entspannteste, wenn du verstehst was ich meine."

Das machte die Devaronianerin wiederum nachdenklich.


"Ja, das kann ich mir vorstellen. Aber trotzdem, wir haben eine so leckere Torte besorgt. Die essen wir jetzt auch. Komm, du darfst sie anschneiden...".


Gleichzeitig drückte Deife ihr noch ein großes Messer in die Hand, so dass die Caamasi tatsächlich die Torte herschneiden und austeilen musste, was auch für den einen oder anderen Lacher sorgte. Da noch Stücke übrig waren winkte Talery auch noch die anderen Gesunden in der Krankenstation zu sich, Okin und die beiden anderen Frauen (Lucia und Siva).


"Kommt, hier ist noch Torte übrig. Jedi-Ritter wird man schließlich nur einmal."


Mittlerweile war die Caamasi dabei auch so abgelenkt, dass sie sich wirklich wieder freuen konnte. Es war ja auch ein erhebender Moment für sich gewesen, als langhalsige Jedi-Rat ihre Beförderung ausgesprochen hatte. Jetzt wussten alle, dass Talery keine Enttäuschung war. Sie hatte bewiesen, dass sie etwas leisten und ihre Sterne neu ordnen konnte.



Coruscant, Jedi-Tempel – Medizinische Abteilung, Saal 23 – Heiler-NPCs, Siva, Lucia, Okin, Brianna und Talery
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn

„Vielleicht? Warte nur ab,“ lächelte Ian wissend, denn er hatte sich fest vorgenommen, dass es mit diesem kurzen Frühstück für heute nicht getan war. Alisahs Heilung für heute und vielleicht noch ein bisschen Arbeit – aber nicht den ganzen Tag. Nicht, wenn ihre Zeit doppelt davon lief. Nein. Nicht heute, nicht, nachdem er sein Testament gemacht hatte.
„Das muss dir nicht leidtun,“ meinte er in Bezug auf ihre Entschuldigung, seine Träume betreffend. „Du hast mir die Tiefschlaftrance näher gebracht und das erscheint mir eine sehr gute Sache zu sein, die ich vorher wirklich nicht kannte.“ Hätte er früher davon gewusst, wie viele Alpträume, wie viele schlaflose Nächte hätte er sich ersparen können?
„Kekse als Nachtisch?“ Erneut nach einem greifend, sah er sie sehr vorwurfsvoll an. „Niemals. Kekse sind eine vollwertige Mahlzeit. „Fast alle Dinge, die mit K beginnen sind die besten. Kekse, Kuchen, Kanali-Waffeln.“ Und ein wenig verzögert, fügte er mit einem breiten Grinsen, „Küssen und Kuscheln“ hinzu. „Aber du hast Recht, ich sollte nicht nur Kekse essen, sondern die beiden zuletzt genannten Sachen noch ergänzen.“ Um sie aber etwas milder zu stimmen, griff Ian schlicht nach dem nächsten Keks. „Und ich finde, vier, fünf Kekse haben so viel Gehalt, wie eine ganze Mahlzeit.“ Sicher zählte Ian keine Kalorien, aber wenn er Tahiris Worten Glauben schenken wollte, waren Kekse sehr gehaltvoll.

Sie nach ihrem Traum fragend, überlegte Eowyn erst, bis sie erzählte. „
Eine Anti-Grav-Bahn klingt wunderbar. Ich war erst ein einziges Mal in einem Freizeitpark,“ er musste kurz lachen, als er sich zurückerinnerte, an den Tag, an dem wirklich in einem Freizeitpark gewesen war. „Tahiri hat es gehasst.“ Oh ja, das hatte sie, auch wenn sie sich, ihm zuliebe dazu gezwungen hatte, geduldig zumindest bei jedem Fahrgeschäft zu warten, dass er es nutzen konnte. „Also klingt dein Traum für mich fast nach Realität.“ Zumindest, wenn er an Tahiri dachte, deren Spaß damals wohl eher mau ausgefallen war. „Das zwischendurch klingt wirklich seltsam, aber das Ende? Dafür könnte ich mich auch begeistern.“ Ein altes Schloss mit geheimen Gängen – ein kleines, nettes Abenteuer, das klang wirklich gut. „Nur im Traum? Jetzt bin ich aber schwer beleidigt,“ lachte Ian, obwohl er es eigentlich ernst hatte sagen wollen.

„Das mit Wes ist meine Sache, Eowyn. Ich habe mein Versprechen gebrochen, nicht du und deswegen werde ich mich darum kümmern.“ Und was Alisah betraf, Ian konnte Eowyns Worte nicht einfach so stehen lassen. „Alisah und mich hat damals etwas verbunden. Sie bedeutet mir längst nicht mehr das, was sie mir früher bedeutet hat und ihre Vergangenheit und meine…“ Ja, sie war eine Sith gewesen. Und? „Haben weitaus weniger Parallelen, als du denkst.“ Selbst wenn sie eine ähnliche Vergangenheit hatten, es spielte keine Rolle. „Außerdem haben wir beide etwas viel besseres. Eine gemeinsame Zukunft.“ Nun war Ian es, der ins Stirnrunzeln kam, denn mit einem Mal fühlte sich die Situation absurd an. Als ei Eowyn eifersüchtig und als versuche er, ihr klar zu machen, dass sie keinen Grund dazu hatte.

Hey,“ sagte er dann, ein wenig ernst, aber auch ein deutliches ‚Alles okay‘ in der Stimme, als er seinerseits nach ihrer Hand griff. „Gestern war ein anstrengender Tag und was ich dir zeigen wollte, geht heute so gut wie es gestern gegangen wäre. Außerdem ist es vielleicht sogar besser, wenn du dafür richtig wach bist. Also gibt es keinen Grund, sich zu entschuldigen.“

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn
 
Coruscant - Jeditempel - Ebene 107 - Werkstatt - Zasuna, Soldaten und RIlanja

Rilanja gab sich Mühe das Gebilde vor ihr stabil zu halten, aber es war nicht einfach die komplizierte Geometrie der Reials aufeinanderzustapeln und daraus dabei eine erkennbare Pyramidenform zu bilden.
Immer wieder sah sie zu ihrer Schülerin, die nicht so recht zu wissen schien was sie von der Energiezelle halten sollte. Die Art wie sie damit umging erinnerte Rilanja an jemanden der eine Granate hielt und dem man gesagt hatte alles wäre in Ordnung, er sollte sie nur bitte nicht loslassen.


Hier riecht alles alt, ich meine es ist auch als, aber das was man riecht, also das an den meisten Bauteilen, hat nichts mit dem Bauteil selbst zu tun. Das sind Schmier- oder Trennmittel, die zumindest vor dem ersten Verkauf noch ab Werk abgewaschen werden weil die meisten Leute damit Werkstatt und Repulsorschaden assoziieren.

Dieser Ausflug hinter die Kulissen des Ersatzteilhandels brachte die Miraluka natürlich nicht weiter, aber die Geschuppte wusste nicht, was sie sonst sagen konnte. Wahrscheinlich konnte sie genauso gut versuchen der Padawan zu erklären, wie sie verschiedene Pheromone herstellen konnte und wie sie gelernt hatte was bei welcher Spezies wie wirken konnte. Sie wusste selbst nicht mal wie die dafür zuständigen Drüsen operierten, geschweige denn wie aus “Hilfe, ich hab den bulligen Kerl übers Ohr gehauen und er will sein Geld zurück” mit Hilfe ihrer Durfstoffe ein “Das Teil war vorher defekt” und nachdem er beruhigt gegangen war ein “Ich muss hier dringend weg” wurde.
Und auch das führte zu weit. Nicht nur das, es führte auch zu Unaufmerksamkeit, so dass ein Kaskadenrelais aus dem fragilen Gebilde rutschte und zu Boden fiel. Ohne wirklich nachzudenken folgte die Falleen ihren dankenswerterweise schnellen Reflexen und kickte das gewundene Bauteil unter die nächst Werkbank, wo es Sekunde später in einer lauten aber harmlosen Knallreaktion verging.


Das war vorher sicher auch nicht warm. Und man kann nie sagen, ob diese Teile geladen sind oder nicht. Man sieht den meisten ihre Funktion nicht mal an - die Energiezelle könnte auch ein Kondensator oder ein Strahlungsschalter sein, und es gibt Firmen die bauen ihre Energiezellen viereckig oder kugelrund. Ich hab mal von einer Firma auf Sullust gelesen die versucht hat sich auf existentialistische Energiezellen zu spezialisieren, deren Form die Vergänglichkeit des Seins symbolisieren sollten. Das Geschäft lief sogar gut, vor allem die Möbius-Zelle, auch wenn man sie nirgends wirklich einbauen konnte. Ich meine irgendwie bezeichnend, dass es die Frachtgebühren waren, die die Firma ruiniert haben, nachdem Sullust eine Steuer auf religiöse Artefakte beschlossen hatte…

War die Idee nicht gewesen, dass Zasuna sich selbst mit der Energiezelle auseinandersetzte, um sie sich in ihrer eigenen wahrnehmung zu erschließen? Und auch wenn ihr Vorträge vielleicht helfen konnten, dann doch sicherlich keiner über historische Energiezellenhersteller auf Sullust. Nicht zu letzt auch, weil sie damit eine der Erkenntnisse, die die schuppenlose Frau gewonnen hatte, quasi ad absurdum führte.

Am sichersten erkennt man sowas immer am Typenschild, also indem man schaut was der Hersteller draufgeschrieben hat, also vor allem bei Teilen die man nicht kennt. Willst du es nochmal “blind” versuchen? Ich hätte nämlich noch eine Idee…

Auf eine Antwort zu warten wäre wahrscheinlich auch eine Idee gewesen, aber es war leider nicht die, die Rilanja in dem Moment hatte.

Weißt du, wie aktive Sensoren funktionieren? Also im Gegensatz zu passiven, die einfach schauen was da ist, schicken die aktiven was raus und schauen was zurück kommt. Wenn dir die Macht von selbst nichts bietet, vielleicht kannst du sie irgendwie in das Teil rienschicken und dir dann anschauen was zurückkommt? So wie ein Suchscheinwerfer im Nebel?

Sie wusste nicht, ob diese Analogie eine gute war die ihre Präsentation der Idee gut abrundete, und vielleicht wäre eine normale Nacht sinnvoller als Nebel, der die Sicht zusätzlich erschwerte, aber so oder so hoffte sie, vielleicht einen Weg gefunden zu haben die Freude am Ersatzteil mit ihrer Padawan teilen zu können.
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Coruscant - Jeditempel - Ebene 107 - Werkstatt - Zasuna, Soldaten und RIlanja
 
Coruscant - Jeditempel - Landeplattform - im ATR-6 Angriffstransporter - Keira mit Wes, War, Arkadi, Markus, Elise, 4 Sandpanthers (NSC) und 8 Mynocks (NSC)

Der ATR-6 hob langsam ab und reihte sich in den Gleiterverkehr von Coruscant ein, der sie rasch fort vom Tempel spülte und beständig tiefer hinein zwischen die Häuserschluchten des Planeten trieb. Das natürliche Licht der oberen Ebenen wich zunehmend dem künstlichen Leuchten, das aus den Wohnungen, Büroräumen und Läden drang.

Keira nahm all das jedoch nur beiläufig wahr. Zu sehr war sie damit beschäftigt, die Informationen zu verarbeiten, die der Admiral ihnen mit unerschütterlicher Ruhe präsentierte. Sie konnte die Anspannung in ihrem Trupp förmlich spüren, als ihnen klar wurde, dass das zu stürmende Zielobjekt kein gewöhnliches Versteck proimperialer Kräfte war, sondern womöglich ein geheimes Feldlabor, auf dem mit gefährlichen Biowaffen experimentiert wurde.

Wer konnte es ihnen auch verdenken? In den letzten Wochen hatten sie unzählige Stunden damit verbracht, sich die Gefahren des Virus anzuhören und Vorschriften im Umgang mit infizierten Personen zu verinnerlichen. Im Grunde lief es auf folgenden Grundsatz hinaus: Wenn möglich, vermeide jeglichen Kontakt, besonders direkten Kontakt. Falls das nicht möglich ist, wird dich deine Rüstung schon schützen. Keira hielt das für durchaus plausibel, denn ein geschlossenes Visier verhinderte ein direktes Eindringen von Keimen über Augen, Nasen- oder Mundschleimhäute und die Atemluft wurde auch noch von osmotischen Filtern im Helm gereinigt, die sehr zuverlässig gegen Krankheitserreger jeder Art waren. Also was sollte schon großartig passieren? Allerdings vertraute nicht jeder auf die Zuverlässigkeit der Technik.

Dennoch wollte keiner seine Beunruhigung so recht offen zeigen. Nun ja, wer wollte schon gerne vor einem Admiral als Feigling dastehen? Trotzdem würde wahrscheinlich keiner seine Rüstung ausziehen, ohne zuvor ein Vollbad in Desinfektionsmittel zu nehmen.

Keira machte sich selbst kaum Sorgen über das Risiko, sich zu infizieren. Vermutlich genügten die Sicherheitsvorkehrungen des Militärs und auch wenn nicht, würden da noch die Vorkehrungen des Labors sein. Jede Forschungseinrichtung, in der mit Viren gearbeitet wurde, hatte strenge Vorschriften, was die Lagerung und den Umgang mit den Proben betraf. Also war hoffentlich alles sicher weggeschlossen. Die Imperialen wollten ja wohl kaum selbst erkranken. Nein, was sie mehr beunruhigte, war die Frage, wie ihr Trupp in dieser ungewohnten Situation reagieren würde. Dass keiner panisch aufsprang und sich weigerte mitzumachen, war zumindest schon einmal ein gutes Zeichen. Allerdings war Unsicherheit stets etwas Gefährliches in Einsatz. Schon ein Moment der Unaufmerksamkeit, ein kurzes Zögern konnten fatal enden. Hoffentlich würde vor Ort die Routine wieder einsetzen und die Nervosität verdrängen, sodass die Soldaten ruhig und fokusiert vorgehen konnten.

Als Admiral Blade eine Holoprojektion des Zielobjekts und seiner Umgebung aktivierte und das geplante Vorgehen erläuterte, lehnte sich die Soldatin leicht auf ihrem Platz nach vorne, um besser sehen zu können. Sie versuchte, sich möglichst viele Details einzuprägen - die Positionen der Türen, die Anzahl der Fenster, mögliche Wege zum Zielobjekt und zu den Rückzugspunkten... Nur beiläufig nahm Sie war, dass währenddessen die Empfangsbestätigung vom Jediorden für die Medikamentenlieferung auf ihrem Comm-Gerät einging.

Nachdem der Admiral fertig war, wandte sie sich an Corporal Chatak. Der ruhige Zabrak war der Gruppenscharfschütze in ihrem Trupp, wie man leicht an seinem A295 Scharfschützengewehr erkennen konnte.
"Corporal, Sie suchen sich rasch eine gute Beobachtunsposition in diesem Gebäude, bevor sich der Rest von uns in Stellung begibt. Ich will wissen, wo wir uns am besten ungesehen nähern können, bevor wir etwas unternehmen", trug sie ihm auf und deutete dabei auf ein Gebäude, von dem aus man einen guten Überblick über die gesamte Rückseite der Tierarztpraxis zu haben schien, das aber gleichzeitig weit genug weg war, um nicht sofort entdeckt zu werden. Der wie üblich nicht sehr gesprächige Zabrak nickte nur bestätigend. Keira kannte ihn inzwischen lange genug, um zu wissen, dass das bedeutete, dass er ihre unausgesprochene Einschätzung über das Gebäude teilte. Hielt er einen anderen Standort für besser geeignet, kniff er seine Lippen leicht zusammen. Viel mehr Feedback war von ihm leider nie zu erwarten.

Im Allgemeinen war sie jedoch nicht unglücklich darüber, dass sich ihr Trupp erst einmal zurückhalten sollte. Das gab ihnen genug Zeit Informationen über das Zielobjekt und seine Umgebung zu beschaffen, die nicht auf der Holoprojektion zu sehen waren, wie z.B. geparkte Gleiter, die ihnen als Deckung dienen konnten.

Also blickte sie zu den beiden Jedi, denen der Admiral ihren Trupp zugewiesen hatte. Die junge, dunkelhaarige Frau, unter deren Kleidung sich bei genauem Hinsehen ein Lichtschwert und eine Energieweste abzeichneten, war offenbar Ms. Benett. Sie war vermutlich eine Padawan, höchstens eine junge Ritterin. Für alles andere war sie nicht alt genug. Hatte sie der Admiral nicht sogar als Padawan angesprochen? Verdammt, Keira hatte sich so auf die Holoprojektion konzentriert, dass sie dabei glatt den Rang der jungen Jedi vergessen hatte! Irgendwie wirkte sie jedenfalls, als freue sie sich auf die bevorstehende Action. Also vermutlich doch eher eine Padawan. Aber auch das konnte nützlich sein. Sie erinnerte sich nur zu gut an die Lichtschwertübungen, die ihr Bruder James ihr bei einem Besuch sechs Monate nach seiner Aufnahme in den Jediorden voller Stolz demonstriert hatte. Die Jungs und Mädels vom Orden konnten für gewöhnlich auf sich aufpassen, wenn es nötig war. Und von einem Jedi-Rat konnte man vermutlich noch deutlich mehr erwarten.

Sie lächelte den beiden Jedi höflich zu.
"Rat Janson, Ms. Benett, Sie sollten sich vielleicht auch ein Paar Handschuhe nehmen, bevor wir uns abseilen", meinte Sie mit einem Blick auf die bereitgestellten Ausrüstungsgegenstände. "Das Seil kann einem sonst schnell die Haut von den Händen scheuern." Ihr Trupp begann sich inzwischen langsam bereit für das Verlassen des Transporters zu machen, indem sie noch ein letztes Mal die Ausrüstung überprüften, die Seile auspackten und an den dafür vorgesehenen Vorrichtungen im Inneren des ATR-6 befestigten. Zufrieden bemerkte sie, dass die Anspannung der Soldaten bei diesen hundertfach geübten Bewegungen tatsächlich ein wenig nachzulassen schien.

"Noch irgendwelche Anweisungen, Rat?", wandte sie sich an Wes Janson und richtete ihren fragenden Blick anschließend auch noch an Elise. Bald würden sie die geplante Stelle erreicht haben und dann musste alles schnell gehen. Also war nun die letzte Gelegenheit.

Coruscant - Vergnügungsviertel - ATR-6 Angriffstransporter im Anflug aud die Tierarztpraxis - Keira mit Wes, Elise, War, Arkadi, Markus, 4 Sandpanthers (NSC) und 8 Mynocks (NSC)
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian

Abwarten? Na gut, sie würde abwarten... Aber selbst wenn, ob es wirklich eine so gute Idee wäre? Wären nicht ihrer beider Gedanken andauernd in der Krankenstation? Ja, in Momenten wie diesen wünschte Eowyn sich wieder dringlichst, ein normales Leben auf einem normalen, abgeschiedenen Planeten führen zu können - dann würde man nach der Arbeit nach Hause kommen, den ganzen schrecklichen Kram hinter sich lassen und abschalten - denn niemand verlangte mehr von einem, als man geben konnte.
Nur irgendwie galt das nicht für Jedi.
Und erst Recht nicht als Jedi vor sich selbst...

Wie musste es dann Ian gehen?

Sie war noch immer verwundert darüber, dass die Sith so etwas sinnvolles wie die Tiefschlaftrance nicht praktizierten, war die reine Kenntnis dieser Technik für einen Jedi doch etwas völlig normales, auch wenn sie nicht jeder beherrschte. Aber schon wie auf Va'art war ihr gleichzeitig bewusst, dass diese Technik zu... ja, zu "gut" war. Weshalb so etwas beherrschen? Der vorrangige Ziel dieser Trance war Heilung. Weshalb sollte ein Sith Heilung lernen?
Resignierend schüttelte sie dann den Kopf.
Na gut. Kekse sind also eine vollwertige Mahlzeit... aber vergiss nicht, sie hob drohend einen Zeigefinger, wenn du nachher umkippst, dein Herz stehen bleibt oder irgendwas anderes passiert... bevor ich dir helfe, werde ich dir erst sagen, dass ich es dir gesagt habe. Vier, fünf Kekse. Vier, fünf Kekse aß sie selbst zwischendurch... na wenn das eine Mahlzeit war... dann prost Mahlzeit.
Zu den Wörtern mit K viel ihr auf Anhieb noch ein weiteres ein - Krankheit. Aber das auszusprechen wäre mehr als falsch gewesen. Von Kanali-Waffeln hingegen hatte sie noch nie etwas gehört, aber offensichtlich schmeckten sie ihrem Schleckermäulchen.
Küssen und Kuscheln auf einem Niveau mit Keksen und Kuchen? Eowyn grinste. Ich weiß nicht, für wen das jetzt niederschmetternder ist... für mich oder für den Bäcker hier... Und vergiss es. Von Küssen wird man leider nicht satt. Sonst hätten wir auf Va'art eine sehr leichte Lösung gehabt... Anstatt sich wegen irgendwelcher Früchte schier an die Kehle zu gehen oder wegen Morichro nichts essen zu können.

Sie betrachtete Ian lächelnd, als er von seiner Erinnerung an diesen Freizeitpark erzählte. Er sagte kaum etwas mit Worten, aber seine Augen leuchteten. Lag es an der Erinnerung an Tahiri oder eher an den Fahrgeschäften - oder tatsächlich an der Gesamtkobination?
Ich hätte mir denken können, dass dir so etwas wirklich Spaß macht. Hat mein Unterbewusstsein wohl auch. Ich hoffe, du hast Tahiri nicht zu sehr gequält? Ich war noch nie in einem... Vielleicht würde ich sogar mitfahren. Dass der Teil im alten Schloss Ian Spaß machen würde, ja, das hatte sie auch gedacht - zumindest so, wie sie es erzählt hatte. Aber das Gefühl war nicht das eines kleinen Abenteuers gewesen, es war eher... erschreckend, bedrohlich, fürchterlich gewesen. Sie hatte die Person nicht finden können... und es war so wichtig gewesen. So wichtig. Das Gefühl, diese Person bis zum Schluss nicht wiedergefunden zu haben verfolgte sie jetzt noch ein kleines bisschen - auch wenn es absurd war. Spannend und abenteuerlich war es in den Momenten gewesen, in denen sie vergessen hatte, weshalb sie eigentlich in diesem Schloss war. Träume... sie waren so vieles, aber niemals eindeutig und niemals erklärbar. Und völlig absurd ohnehin.

Ian wollte sich selber um den Kontakt mit Wes kümmern, und da wurde Eowyn zum ersten Mal bewusst klar, was die Abgabe ihrer Aufgabe nun auch bedeutete. Ian brauchte sie nicht mehr. Natürlilch
brauchte er sie noch - aber nicht mehr, um alltägliche Dinge zu erledigen. Sie hatte sich in den letzten Tagen und Wochen so daran gewöhnt, eine Schnittstelle darzustellen, dass dieser Kommentar völlig seltsam klang. Seltsam - und gleichzeitig gut und schlecht. Okay. Sag mir Bescheid, falls ich dir irgendwie helfen soll. Ja, es war jetzt seine Sache. Und eigentlich war das besser so - zumindest saß sie nun nicht mehr andauernd zwischen den Stühlen. Sie würde sich einfach nur daran gewöhnen müssen, das war alles.

Ian schien dann aus ihren Worten viel mehr herauslesen zu können, als sie eigentlich beabsichtigt hatte. War alles so offensichtlich? Sie hoffte doch, dass nicht... Schließlich war Eifersucht wirklich kein Gefühl, auf das man stolz sein konnte, wenn man schon unbedingt irgendwelche Gefühle besaß, die einen beeinflussten. Wie auch immer, sie würde darauf nicht eingehen. Wenn er nur ins Blaue riet... dann musste sie ihn nicht bestätigen.
Und dann - eine gemeinsame Zukunft.
Sie beide hatten eine gemeinsame Zukunft.
Für einen winzigen Moment schien Ian vergessen zu haben, was in der Zukunft möglicherweise geschehen konnte, oder aber er war im Gegensatz zu ihr so positiv gestimmt, dass er tatsächlich hoffte.
Sie hingegen tat das nicht, nicht mehr.
Dieser Satz, der vielleicht von Alisah ablenken sollte, weshalb auch immer, konnte seine Wirkung nicht erzielen.
Wenn sie in die Zukunft sah, dann war da kein Haus mit Garten und auch kein lachender Ian, der seinem Sohn die Haare zerzauste. Dann war da der Tempel... der Tempel, braune Roben, und zwei Lichtschwerter. Sie hatten keine gemeinsame Zukunft. So sehr sie sich beide das wünschten, da war nichts.
Da waren die nächsten Tage, vielleicht die nächsten Wochen oder Monate, aber nicht mehr. Eine Zukunft sah anders aus. Und sollte auch anders aussehen.
Aber so lange Ian das noch wirklich glaubte... Weg damit. Ganz weit nach hinten... Bis sie es nicht mehr sah, nicht mehr spürte und nicht mehr dachte.

Sie zuckte betont lässig mit den Schultern und griff nach einer Frucht, die sie versuchte, mit links zu schälen. Jetzt die Portion Energie, und der nette Nebeneffekt, Ian nur hin und wieder ansehen zu müssen.
Ich meinte ja nur, der Rat wird es vielleicht verstehen. Weil ihr eben eine Vergangenheit im... anderen Orden habt. Weil Alisah dich in dieser Hinsicht versteht wie kein anderer hier. Weil Alisah irgendwie selber betroffen ist... sie ist nicht irgendjemand, verstehst du? Und sie ist krank. Und du hast ihrem Sohn zwei Mal das Leben gerettet. So war es doch auch. Das alles waren doch die Gründe, weshalb du ihr gegenüber nicht mehr geschwiegen hast. Es ist etwas anderes, einer Person gegenüber Gründe zu haben, als einem Holoreporter eine Nachricht zu schicken. Und von wegen, sie hatten weniger Parallelen, als Eowyn dachte... wie viele Parallelen hatten Ian und sie? Definitiv weniger als Alisah und er... aber auch darüber würde sie sich nicht den Kopf zerbrechen, denn es war albern. Alisah war todkrank. Sie war soeben Mutter geworden. Sie war verheiratet. Es gab keinen Grund für sie, eifersüchtig zu sein, abgesehen von diesem trotz der Krankheit wahnsinnig gutaussehenden Körper, ihrer Makellosigkeit, ihrer Jugend, der Tatsache, dass Ian gestern bei ihr war und - ja, eben der Vergangenheit mit Ian, einer Vergangenheit und Verbundenheit, die sie nie teilen würde - was ja auch irgendwie besser war... Falsches Thema. Wirklich.

Okay, lächelte Eowyn dann unsicher, als Ian nach ihrer von Fruchtsüße durchtränkten, klebrigen Hand griff. Nur, dass du nach diesem Tag nicht gleich eingeschlafen bist. Sie zuckte noch immer lächelnd mit den Schultern. Aber so ist es wohl. Ich bin und bleibe eine Schlafmütze... Eine Schlafmütze, die immer alle möglichen romantischen oder besonderen Momente zerstörte. Sei es durch einschlafen oder andere Dinge. Sie drückte ihrerseits seine Hand. Ich freue mich auf das, was du mir zeigen möchtest. Und hoffe, wir kommen dazu, ohne, dass ich das nächste Mal wieder einschlafe.

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian

Ja, ich weiß, mehr als falsch geht nicht :p Trotzdem! :klugs
 
| Coruscant | Jedi-Tempel | Medizinische Abteilung | - Lucia mit Okin sowie NPC


Kurz zuckte Lucia, leicht verwundert über die Antwort der ihr gegenüber stehenden Zabrak, zusammen. Sie hätte vieles erwartet, aber eine solche Antwort nicht. Auf das Zusammenzucken folgte ein zufriedenes Grinsen. Die junge Frau glaubte, dass die beiden auf einer Wellenlänge seien.

„Ja, Geduld ist eine wichtige Tugend, überstürztes Handeln führt immer zu Problemen.“

Entgegnete Sie noch beiläufig auf den Satz den Siva zu beginn ihres Gespräches zum besten gab.

Das es wichtig ist Geduld zu haben wusste sie nur zu gut. Sie konnte Geduldig sein, wenn sie es wollte. Und wenn sie es in den falschen Momenten nicht war führte es meistens dazu das sie im Endeffekt, entweder bedroht wurde oder Schmerzen hatte. Trotzdem wusste sie, dass Geduld definitiv nicht zu ihren Stärken zählte.

„Und es freut mich eu.. ich meine dich kennenzulernen, Siva. Ich habe lange niemanden getroffen, es so selbstverständlich ist auf Förmlichkeiten, wie sagt man, zu pfeifen.“

Setzte sie, mit einem lächeln, nach. Ihr gefiel die umgängliche Art der Zabrak, es erinnerte sie ein wenig an sie selbst, auch wenn man ihr anmerkte, dass sie ein wenig durcheinander zu sein schien. Vielleicht ist es auch ihre Art, dachte sie sich. Nun war Lucia neugierig und wollte mehr über diese Frau erfahren. Sie schien offensichtlich ein Jedi zu sein, dennoch wollte sie nachhaken um nicht am Ende in einen Fettnapf zu treten, eine Sache die das junge Fräulein auch meisterlich beherrschte.

„Und du bist eine Jedi, richtig?“

Dies sagte sie einerseits um es sicher zu wissen und andererseits um etwas über ihr Gegenüber herauszufinden, denn meistens folgt nicht nur ein einfaches „Ja“ als Antwort, sondern es wird immer etwas nebenbei erzählt.

Okin wandte sich derweil leicht ab, er schien in Gedanken irgendwo anders zu sein, folgte dem Gespräch der beiden Frauen gar nicht weiter. Da sie ihn aber nicht wirklich kannte, hielt sie sich auch nicht großartig daran auf, denn Jeder hatte so seine Gedanken. Kurz musste Lucia an ihre Schwester denken, bei der sie sich bestimmt schon 2 Monate nicht mehr gemeldet hat. Mist. Durch ihre Planungen nach Coruscant zu kommen hatte sie ihre Schwester vollkommen außer Acht gelassen. So wie sie sie kennt gibt das einen tagelangen Vortrag darüber wie viel Sorgen sie sich gemacht hat und warum sie sich nicht gemeldet hat.

Doch bevor sie ihren Gedankengang fortführen konnte drang eine Stimme von ein wenig weiter im Raum zu der Gruppe. Die brünette Andarianerin drehte sich in Richtung der Stimme, die wohl von der dortigen Caamasi (Talery) stammten. Diese winkte die Gruppe herbei und bot ihnen Kuchen an, den sie wohl aufgrund der Tatsache bekommen hat, dass sie eine Jedi-Ritterin geworden war.
Jedi-Ritterin, ein Traum den auch Lucia hegte.


Mit ihren großen dunkelbraunen Augen blickte sie erst zu Okin und dann zu Siva.

„Wollen wir rüber gehen? Ich meine es wäre ja unhöflich abzulehnen.“

Grinste sie beide an.



| Coruscant | Jedi-Tempel | Medizinische Abteilung | - Lucia mit Siva, Okin, Talery und Brianna + NPC´s
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn

Ian seufzte tief, als Eowyn selbstverständlich widersprach. Kekse waren keine vollwertige Mahlzeit.
„Ich wette, ein Gesundheitsguru würde etwas anderes sagen.“ Aber wahrscheinlich half Diskutieren hier nicht und Ian gab sich geschlagen, als er sich ein Stück Brot griff und auf dieses einen weiteren Keks drapierte. „Zufrieden?“, fragte er, wollte beleidigt klingen, hatte aber doch viel mehr gespielte Herausforderung in der Stimme. „Außerdem ist später auch noch Zeit, irgendetwas zu essen.“ Sie mussten es kaum beim Frühstück belassen, das ohnehin nicht Ians favorisierende Mahlzeit war. Wegen ihm, konnte man morgens auch einfach nichts essen. Er tat das in erster Linie um Zeit mit Eowyn verbringen zu können. Aber sonst? War Frühstück überflüssig.
„Ich habe es nicht auf die gleiche Stufe gesellt, sondern gesagt, dass gute Dinge mit K beginnen. Und da du mich morgens ständig nur mit einem … Bussi abspeist…“ Da brauchte sie sich kaum zu wundern und so zuckte Ian mit den Schultern. „Auf Va’art haben wir das außerdem gar nicht oft probiert. Würmer bekämpfen, Wildfrüchte, Wandern, wirre Gespräche, Wracks von Flugobjekten, Wasserhöhlen und Wildkatzen der Neuen Republik.“ Sie hatten auf Va’art viel Beschäftigung gehabt, aber Küssen hatte nicht auf dem täglichen Tagesplan gestanden und Kuscheln schon mal gar nicht.

Freizeitparks und Ant-Grav-Bahnen. Erinnerungen, die Ian unwillkürlich zum Lachen brachten.

„Sie gequält? Ich war ein Gentleman! Ich habe ihr andauernd gesagt, dass wir gehen können, aber sie hat gemeint: ‚Ich sehe doch, wie viel Spaß du daran hast‘. Also war sie selbst schuld.“ Und er hatte ihr wirklich, wirklich nach jedem Fahrgeschäft angeboten, dass es das letzte war und sie gehen konnten. „Anti-Grav-Bahnen sind wunderbar, du würdest sie vielleicht mögen. Sie sind rasant und sie machen Spaß und nicht nur diese Bahnen. Das Beste sind Speeder-Scooter, bei denen du gegen alles und jeden schweben darfst, der sich dir in den Weg stellt, das ist einfach…“ es war unbeschreiblich und Ian fühlte sich, als wäre er wieder achtzehn. „Es ist toll. Und es gibt dort nicht nur rasante Sachen, sondern auch sehr langsame und manche von ihnen machen sogar Spaß. Und wenn du Schokolade magst, was du längst schon zugegeben hast,“ ein breites Lächeln folgte, „wirst du Freizeitparks lieben. Denn dort gibt es, wenn du auf dem richtigen bist, Schokoladen von dutzenden von Planeten.“ Deswegen… „Wir werden einfach einen besuchen.“ Und die Euphorie in seiner Stimme ließ ihn vergessen, dass sie dazu vielleicht keine Gelegenheit haben würden. Die Euphorie und das perfekte Verdrängen davon, dass alles ein schnelles Ende nehmen konnte. Würde.

„Du nähst mir einfach wieder den Kopf an, wenn Wes ihn mir abgerissen hat“,
witzelte Ian, der hoffte, dass keine Konsequenzen folgen würden. Was wollte der Rat auch tun? Ihn wieder einsperren? Ihm den Mund verbieten?

Dann kamen sie wieder auf Alisah und Ian war derjenige, der jetzt am liebsten das Thema gewechselt hätte. Es fühlte sich seltsam an, auf diese Weise mit Eowyn zu reden, so, als stimme etwas nicht und Ian konnte seine Gefühle diesbezüglich nur schwer zuordnen. Er wollte nicht über seine Vergangenheit mit ihr sprechen, über Gemeinsamkeiten oder Parallelen. Ihre Geschichte war Vergangenheit und Ian dachte alles andere als gerne an diese Zeit zurück. Alisah versteht mich überhaupt nicht,“ musste Ian sagen, erkannte die Schärfe in seiner eigenen Stimme, die wohl viel eher Alisah galt. Ein Teil seiner verletzten Gefühle war geblieben, auch wenn er ihr verziehen hatte und vielleicht ging es gerade viel eher darum, sein eigenes Gefühl zu beschwichtigen? Sie hatte ihn gegen Radan ausgetauscht und Eowyn sollte nicht glauben, dass sie selbst für Ian austauschbar war. Der Satz Ysims hatte gestimmt. Und da wollte Ian sicher nicht hören, verstanden worden zu sein. Nicht nach dem, was geschehen war. Nicht nach dem Virus. Nicht nach alldem. „Sie hatte ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren, weil sie betroffen ist und es ist meine Pflicht, ihr zu helfen. Nicht nur wegen dem was war. Sondern weil ich ihre Anwesenheit auf Coruscant gespürt habe, als wir das erste Mal dort gewesen sind, weil ich nicht unschuldig bin an dieser ganzen Sache und weil…“ Ian stoppte, als er bemerkte, dass er sich verteidigte, obwohl Eowyn ihm nicht einmal einen Vorwurf gemacht hatte und da sah er sie entschuldigend an, hob kurz die Hände. „Ich meine... ich kenne sie, das macht sie zu jemandem mit einem Gesicht und einem Namen und das macht es noch wichtiger, etwas zu tun,“ schob er schlussendlich doch leise hinterher und klang viel einsichtiger und vor allem wieder ruhig.

„Ich hätte dich auch wecken können und ich werde mir eine Situation suchen, in der du bereit und empfänglich dafür bist. Außerdem bin ich sicher, dass wir dazu sehr viel eher kommen werden, als zu,“ er musste nicht lange überlegen, aber ein wenig anklagend Grinsen, „einem heißen Bad.“ Etwas, das er seit Va’art nicht vergessen hatte und nicht vergessen würde. „Wobei du ja fast so etwas wie eine gemeinsame Dusche in Aussicht gestellt hast." Was vielleicht als Alternative herhalten konnte. An der Tatsache aber, immer wieder aufs Bad zu sprechen zu kommen, nie etwas ändern würde. "Jedenfalls werde ich dir diese drei Dinge zeigen, darauf kannst du dich verlassen.“ Und um das Grinsen aus dem Gesicht zu bekommen, beeilte Ian sich, das Brot mit dem Keks zu essen.


Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian

Keks mit Brot. Brot mit Keks. WIE konnte das schmecken? Wie? Einen Moment lang starrte Eowyn Ian an und fragte sich, ob er das ernst meinte oder nur tat, um sie zu ärgern. Dass er die Notwendigkeit einer gesunden Mahlzeit einfach nicht sah, trotz seiner Krankheit... als wäre er ein kleines Kind. Dann war er aber auch selber Schuld, wenn sie den Tonfall eines Elternteils anschlug! Nein, sagte sie dann einfach überzeugt. Und später... wird das sein, nachdem du wegen Erschöpfung bei der Heilung zusammengebrochen bist, oder nachdem dein Herz wieder Probleme gemacht hat? Fragend hob sie die Brauen. Nein, es war vielleicht nicht nett, ihn daran zu erinnern, und auch nicht sonderlich empathisch... aber ja, er war selber Schuld. Vor einer solchen Aufgabe war es wichtig gestärkt zu sein, es war dumm gewesen, dass sie es bei Sluuk nicht gewesen waren. Aber jetzt wussten sie es besser, jetzt handelten sie mit Planung, also sollten sie sich bestmöglichst vorbereiten. Ernsthaft, Ian, schlug sie jetzt einen Ton an, der ein wenig sanfter und bittend, dem aber deutlich anzuhören war, dass sie es ernst meinte. Wir brauchen eine Grundlage... Beide. Meinst du, ich kann jeden Morgen so viel futtern und trotzdem halbwegs schlank bleiben? Eowyn lächelte leicht. Ich bin über dreißig. Schön wäre es.

Dann aber sagte Ian wiederum etwas, das sie nachdenklich stimmte. Sie speiste ihn ab? So... hatte sie das nie betrachtet. Es war nur... es war ihr nicht aufgefallen. Sie hatte nie darüber nachgedacht... Erwartete er mehr? Und es stimmte, auf Va'art hatten sie weder gekuschelt noch geküsst, zumindest nicht sonderlich viel, und die Hälfte des Kuschelns hatte Ian noch nicht einmal mitbekommen, da er krank gewesen war.
Sie hatte Ian gesagt, dass sie es langsam angehen lassen wollte, zumindest das, auf Va'art. Hatte sie ihm auch gesagt, wie wenig Erfahrung sie in solchen Dingen hatte? Sie wusste es nicht mehr. Sie brauchte Hinweise wie den gerade eben. Was war... normal? Eowyn lächelte verlegen und entschuldigend und biss sich auf die Unterlippe.
Ich gebe mir mehr Mühe, okay?

Sie hörte lächelnd zu, als Ian von ihrem Ausflug erzählte. Er klang so losgelöst... so frei. So anders. Ja, ich habe auch schon gehört, dass das Essen in manchen Parks fantastisch sein soll. Sie würden einen besuchen? Oh Ian. Was er sagte hörte sich so glücklich an, und es zerbrach ihr das Herz, sie spürte es genau, dass all das niemals wieder geschehen würde. Sie wünschte es ihm so sehr, sie wünschte ihm, wieder Tage wie diesen erleben zu können, wieder die kleinen Dinge genießen zu können, wieder Glück und Freude zu empfinden. Pures Glück und pure Freude, nicht getrübt von Sorgen und einer dunklen Vergangenheit. Es schmerzte, es schmerzte einfach nur, sie würde alles dafür geben, es ihm zu ermöglichen... Und gerade wenn er diese Dinge erzählte musste sie an sich halten, sich nichts anmerken zu lassen. Es wäre manchmal so viel einfacher, er würde nicht alles spüren können. Aber sie durfte es um nichts in der Welt dazu kommen lassen. Nicht, wenn er gerade den Ansatz von ein paar fröhlichen Momenten hatte. Das werden wir, sagte sie überzeugt und lächelte Ian zu. Das werden wir. Aber... sie sah Ian an, betrachtete genau seinen Kopf, seine Haare, und dann ihre Hände, hob diese ins Licht und drehte sie hin und her. Ich soll deinen Kopf wieder annähen? Prüfend betrachtete sie seinen Hals. Wie sehr... hängst du an deinem Kopf? An deinen Haaren? Und an der Tatsache, dass deine Augen in Laufrichtung gucken?

Der Themenwechsel zu Alisah allerdings war kein guter. Ian reagierte... angespannt. Ja, eigentlich schon aufgebracht, und das, obwohl sie ihm nur hatte erklären wollen, dass der Rat es womöglich sogar verstehen würde. Weshalb reagierte er so heftig? Waren da noch so viele verletzte Gefühle - war da eben noch mehr als diese verletzten Gefühle? Ich habe doch gesagt, begann sie energisch, unterbrach sich dann aber, als Ian weitersprach. Ja sicher, Ian hatte zur Hälfte wiederholt, was sie gesagt hatte... aber war es wichtig, wer etwas gesagt hatte? Immer wieder diese Schulzuweisungen an sich selbst. Nie würde es aufhören... nie, und Eowyn machte jede einzelne fertig. Es tat ihr weh, wie Ian sich selbst geißelte, beinahe, als würde es sie ebenfalls betreffen.
Sie holte tief Luft, bevor sie dann antwortete.
Ich weiß, sagte sie. Und wir werden auch etwas tun... Gleich, wenn ich fertig gegessen habe, in Ordnung? Ausdiskutieren, dass Ians Bruch des Versprechens zwar nicht klug, aber irgendwie verständlich gewesen war, das brauchten sie jetzt nicht. Hingegen war es wichtig, dass sie ruhig blieben, es nutzte nichts, wenn Ian aufgebracht in diese Heilung ging. Und sie selbst würde schon mit der Tatsache, dass sie der ehemaligen Partnerin Ians bis auf Zellebene nahe kam, genug zu tun haben.

Immerhin hatte er sesinen Humor nicht völlig verloren. Sie rollte mit den Augen. Ein heißes Bad. Ja, das würde er ihr tatsächlich Ewigkeiten vorhalten. Ewigkeiten und drei Tage. Und dann noch eine Ewigkeit hinzu. Höchste Zeit also, ihm tatsächlich eindlich einmal ein heißes Bad zu besorgen. Hier im Tempel sollte das um Längen einfacher sein als auf Lianna. Hingegen lächelte Eowyn schelmisch, als Ian die Dusche ansprach.
Ich weiß wirklich nicht, was du meinst... aber wer weiß? Vielleicht haben wir ja tatsächlich irgendwann einmal Zeit dafür. Ihr Lächeln änderte sich dann, wurde warm. Ich freue mich wirklich darauf, wiederholte sie, runzelte dann aber die Stirn und wies auf das Brot, während sie nach einer zweiten Frucht für sich griff. Und das schmeckt?

Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn

Sein kleiner Witz ging nach hinten los, denn schon in Eowyns Gesicht zeichnete sich ab, dass sie mit der Keksbrot Alternative alles andere als einverstanden war. Sie gab es sogar offen zu und ihr Ton veränderte sich, klang nahezu mütterlich streng. Erschöpfung und sein Problem mit dem Herz. Innerlich musste Ian seufzen. Kekse waren eine Grundlage. Ob er sich nun mit ihnen oder mit Obst voll stopfen würde. Und sein Herz? Hatte damit überhaupt nichts zu tun. Außerdem durfte Eowyn nicht vergessen, dass auch er über 30 war und Heilungen waren nun einmal anstrengend, vor allem wenn sie über Stunden ohne Pausen durchgeführt wurden.
„War das jetzt ein Hinweis darauf, dass ich zu dick bin?“ Ian konnte es nicht lassen, diesen nächsten Witz zu bringen, obwohl er wusste, dass es wahrscheinlich etwas angebrachter wäre, nun auch ernster zu werden. War er aber ehrlich, begriff er nicht, um was es Eowyn gerade ging. Dass er zu ungesund aß? Noch immer zu wenig? „Ich verstehe nicht ganz, was an Keksen nicht genügt,“ und vorsorglich hob er die Hände und ließ sein Lächeln verschwinden. „Wirklich.“ Kekse waren Nahrung, er hatte einige gegessen. Was, wenn keine Grundlage sollten sie sein? Vorsorglich griff Ian nach einer Frucht. Ging es Eowyn um etwas gesundes, war das vielleicht die richtige Option, auch wenn er keinen Hunger mehr hatte.

Auch seine nächsten Worte schien Eowyn ernster zu nehmen, als er sie eigentlich gemeint hatte, auch wenn sie nicht ungehalten, sondern viel mehr verlegen wirkte. Der Biss auf die Unterlippe, der Blick -Ian musste lächeln. „
Ein Bussi morgens ist völlig in Ordnung“, kam es daher ehrlich lächelnd. Sie musste sich keine Gedanken machen und auch nicht mehr Mühe geben. „Und weißt du, ich führe keine Liste, auf der ich abhacke, ob von allem genug stattgefunden hat.“ Schlussendlich hatte er nur auf Eowyns Worte reagiert und seine eigenen nicht ernst gemeint. Zum Ende hin aber, konnte Ian sich gegen sein schelmisch werdendes Lächeln nicht wehren. „Nur bei den ungehaltenen Versprechen.“

Und hoffentlich hatte er soeben nicht selbst eins gemacht. Mit Eowyn einen Freizeitpark zu besuchen klang wunderbar und Ian verbat sich daran zu denken, dass ein etwaiger Besuch viel eher ein Ding der Unmöglichkeit sein würde. "Alle Erzählungen darüber sind wahr. Ich sage nur Kanali-Waffeln. Du wirst es lieben." Wobei es natürlich ratsam sein konnte, sich den Bauch nicht zu voll zu schlagen, denn eine Anti-Grav-Bahn konnte einen vollen Magen sehr gut durcheinanderbringen. Ganz ähnlich wie Eowyn ihn allgemein durcheinander bringen konnte, denn in den ersten Sekunden begriff er nichts, bis Eowyn ihren Witz weiter ausführte und da musste Ian laut lachen. „Vielleicht solltest du eher fragen, wie sehr du damit klar kommst, wenn diese… Operation nach hinten los geht.“ Nähte sie seinen Kopf falsch herum an, am besten so, dass seine Augen immer über seine Schultern sehen konnten, würde das enorme Vorteile haben. Sie durfte dann gerne weiterhin Seitenküsse ausführen – und würde dabei immer richtig treffen. „Wenn Wes mir nur den Kopf abschneidet und mich nicht zusätzlich skalpiert, sollten die Haare aber nicht zu sehr leiden.“

Eben noch laut gelacht, war Alisah der Humor-Killer schlechthin und Ian konnte nicht einmal genau sagen,
weshalb er so reagierte. Würde er darüber nachdenken, vermutlich würde er die Antwort schneller finden, als ihm lieb war. Würde. Doch Ian wehrte sich erfolgreich. Eowyn bremste sich, noch ehe sie richtig ungehalten wurde, wofür Ian ihr sehr dankbar war. Tatsächlich nahm sie ihm sogar den Wind aus den Segeln. „Ich hetzte dich nicht. Es ist einfach nur…“ Da war er auch schon wieder zurück bei den Gedanken, die er gar nicht hegen wollte. „Alles sehr seltsam“ Was gerade in dieser Situation die vermutlich aufrichtigste Antwort war, die er geben konnte. Alisah gemeinsam mit Eowyn zu heilen war schon allein angesichts der Rollen, die beide hatten, seltsam.

Das Thema Badewanne hingegen war es nicht.
„Irgendwie war es klar, dass du überhaupt keine Ahnung hast,“ unterstrich er Eowyns Worte. „Und da Duschen notwendig ist, könnte ‚irgendwann‘ sogar sehr bald sein.“ Selbst wenn sie völlig erschöpft ins Bett fielen, der nächste morgen oder die nächste Dusche würde ohnehin anstehen.
„Natürlich schmeckt das. Vielleicht ein wenig trocken, ganz ohne Extrafett, aber es schmeckt trotzdem.“ Am Ende war beides sogar der gleiche Teig, bloß das der eine zusätzlich Schokolade und die dreifache Menge Zucker besaß und etwas krosser gebacken war.
„Ich würde dich ja probieren lassen, aber leider,“ schob er das letzte Stück in seinen Mund, „Wäre dann nicht genug für mich dagewesen.“


Coruscant – Jedi-Tempel - Ians und Eowyns Zimmer, mit Eowyn
 
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Coruscant, Jedi-Tempel, Medizinische Abteilung, Okin mit Lucia, Siva und NPCs

Na ja, direkt vergeudet war es nicht. Das gute an so Sachen ist nämlich, dass man ein paar Minuten für sich hat. Zum Ordnen der Gedanken, Gefühle oder was auch immer. So richtig vergeudet ist damit also nichts.Ui, eine Beinahe-Binsenweisheit aus ihrem Mund! Der Rang der Ritterin machte definitiv etwas mit ihrem Kopf. Kein höher heben dessen, aber ein anders Nutzen! Irgendwie. Ein bisschen. Oder aber, Siva hatte den Sprung zum erwachsener werden doch geschafft, ohne irgendwo hängen zu bleiben und wieder am Boden anzukommen. Lucia bestätigte das ja fast mit dem, was sie sagte. Überstürztes Handeln war ja meistens die Folge von zu wenig Zeit zum … boah, war schon gruselig, dass sie so viel reflektierte. So sollte Satrek sie mal erleben! Aber wahrscheinlich hätte der trotzdem einen Kritikpunkt gefunden. Oder zehn. Eher mal zehntausend.
„Da siehst du mal, wie unergründlich die Wege der Macht sind,“ erwiderte Siva dann auf die Wort Lucias. Förmlichkeiten konnten sicher hier und da angebracht sein, aber unter den Jedi selbst? Na ja, wenn man mit einem Rat sprach, dann vielleicht erst mal schon. Aber am Ende sorgte eine persönlichere Anrede vielleicht für mehr Vertrauen und wenn die Jedi so etwas wie eine große Familie waren, dann war Vertrauen sicher eine gute Sache.

„Ja, manchmal kommt es mir zwar so vor, als sei ich noch eine Padawan, aber ja, ich bin eine Jedi Ritterin.“ Ihre Beförderung lag zwar schon ein paar Monate zurück, aber trotzdem. Der Schritt vom Padwan zum Ritter war eben doch nicht so klein und da die Zabrak noch immer auf der Suche und ja in Selbstausbildung war… war sie irgendwie auch immer Padawan. Oho, und heute gab es noch eine Beförderung! Denn da kamen zwei, Siva völlig unbekannte Personen in den Raum. Eine Echani, was Siva sofort erkannte und eine Camaasi. Eine Camaasi! Die Torte anbot? Verrückte Galaxis, denn einmal hatte sich Siva sehr, sehr, seeeeeehr ausführlich mit einem Vertreter dieser Spezies unterhalten, der sie davon unterrichtet(!) hatte, dass eine wahrer Kuchen nur aus Nüssen und bestimmten, getrockneten Früchten zu bestehen habe, um für Camaasi vertretbar zu sein. Dabei war es doch völlig unsinnig, sich von etwas vertreten zu lassen, dass man auf aß, allein schon deshalb, weil es dann eine vertretende Vertretung geben musste. Aber gut. Torte klang gut, egal ob sie nun aus Nüssen oder etwas anderem bestand und diese Einladung konnte man ja nicht einfach ablehnen.

„Wollen? Wir müssen, es gibt schließlich Torte!“ Also setzte Siva sich in Bewegung, darauf bedacht, dass beide ihr folgte, denn Okin wirkte irgendwie etwas abwesend.
„Wer ist denn die neu gebackene Jedi?“, wollte Siva dann wissen und sparte sich, einen dummen Vergleich zur frisch gebackenen Torte zu ziehen. „Will ja nicht der falschen gratulieren,lachte sie dann. Denn noch mal in einen Fettnapf springen, wo es doch eine Tortenform gab? Ne.

Coruscant, Jedi-Tempel, Medizinische Abteilung, Okin mit Lucia, Brianna, Talery Siva und NPCs
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Landeplattform, im ATR-6 - Soldaten, Markus, Elise, Arkadi und War - draußen: Keira und Wes

Wes musste sich zusammenreißen, keinen ironischen Kommentar von sich zu geben, als Agent Duval bestätigte, bei der Befragung von Ian Dice genau das herausgefunden zu haben, was sie schon wussten. Nüchtern betrachtet war es natürlich positiv, wenn die im Raum stehende Theorie, dass die gesamte Viruskrise ein Komplott des Imperators war, sich verfestigte. Je genauer sie wussten, womit sie es wirklich zu tun hatten, desto besser standen ihre Chancen, diese einzudämmen.

»Gut zu wissen,«

Hatte Wes infolgedessen nur geschäftsmäßig erwidert. Genauso geschäftsmäßig stellte sich wenig später die attraktive dunkelhaarige Soldatin als Keira Craven vor. Das war ein Jammer, aber vielleicht würde sie nach der Mission lockerer sein.


»Sehr schön, Feldwebel Craven. Folgt mir,«

Wies er die hübsche junge Dame an. Wie sich herausstellte, gab es im Trupp noch eine blaue Twi'lek, die ebenfalls kein hässlicher Anblick war. Die Expertenmeinungen gingen ja auseinander, ob nun Lethan- oder Rutian-Twi'lek die hübscheren waren, aber Wes hielt sich da raus. Waren rote oder blaue Hemden schöner? Das war nun wirklich Geschmacks- und Tagesformfrage.

Während seiner Abwesenheit hatte Admiral Blade offenkundig Agent Duval eingewiesen. Nachdem die üblichen militärischen Gepflogenheiten abgehandelt waren, während denen Wes sich fragte, ob es wohl zu Reibungsverlusten zwischen Marines und schwerer Infanterie kommen würde, nahmen sie Platz und der Transporter konnte abheben. Als sie sich schließlich in der Luft befanden, teilte Admiral Blade die Teams ein. Dem Jedi-Rat machte es nichts aus, dass nicht ihm diese Entscheidung verblieb, denn sie fiel durchweg zu seinen Gunsten aus: Padawan Elise und Feldwebel Keira (in Gedanken benannte er sie schon mit ihrem Vornamen) waren beide überaus ansehnlich und dass Flotten- von Infanteriesoldaten getrennt agieren würden, war wohl vernünftig. Es gab also eingespielte Teams auf beiden Seiten, zumindest was das Militär anging.


»Wie es aussieht, vermag Admiral Blade Gedanken zu lesen,«


Erwiderte Wes schalkhaft und grinste Elise und Keira vielsagend an. Der Gedanke, sich abseilen zu müssen, gefiel dem Taanaber nicht so gut, aber vor den Mädels, die beide sportlich aussahen, würde er standhaft bleiben müssen. Nach Lage der Dinge würde seinem Team zumindest anfangs mehr eine Aufklärungsfunktion zukommen, was sicherlich zu bewältigen war. Generell fiel auf, dass das Militär seine Missionen sehr akribisch plante, was ungewohnt war. Wes verließ sich im Allgemeinen mehr auf den Willen und die Führung der Macht, was aber auch damit zusammenhing, dass er zumindest gefühlt öfter in einen Hinterhalt geriet als tatsächlich irgendwo einzudringen. Die Rückzugspunkte prägte Wes sich ein, auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass es in der vermeintlichen Tierhandlung etwas gab, das ihn zum Rückzug zwingen würde.


»Klingt gut, einverstanden,«


Erwiderte der Jedi-Rat, als sein Militär-Gegenstück mit seinem Vortrag fertig war. Fragen hatte er nicht wirklich, zu unsicher war die Faktenlage über ihr Ziel. Die generelle Taktik war klar, alles weitere würde sich ergeben, wenn sie mehr wussten. Einer der Soldaten wurde von Feldwebel Keira eingeteilt, sich eine Scharfschützenposition auf einem nahegelegenen Gebäude zu suchen, was sicherlich Sinn machte. Wes nickte beiläufig.

Da der Transporter die Zielposition ihres Trupp Delta 2 erreicht hatten, riet Feldwebel Keira den Jedi, sich Handschuhe zu nehmen, und sie tat es mit einem überaus hübschen Lächeln, welches Wes natürlich sofort erwiderte. Außerdem fragte sie nach Anweisungen, bevor sie loslegten.


»Oh, Ihr könnt jederzeit Wes zu mir sagen,«

Entgegnete er extra charmant und zog sich die Handschuhe an. Später würden sie im Weg sein, aber für den Moment war es sicherlich das beste so, wenn die Infanterie schon keine Flüssigkabelwerfer benutzte.


»Lasst mich zuerst abseilen. Unser ATR-6 ist nicht gerade unauffällig, gerade in der Gegend, und wenn sie den Luftraum überwachen, wissen sie infolgedessen im schlechtesten Fall bereits, dass wir kommen. Ihr und Eure Soldaten könnt folgen, wenn sie nicht gleich das Feuer auf mich eröffnen. Elise, du bleibst immer in meiner Nähe, verstanden?«

Als alles verstanden und geklärt war, hängte Wes sein Seil in die Halterung an und trat an den Rand vor. Sie befanden sich gut zwei Etagen über den Boden, nicht wenige Jedi wären einfach hinuntergesprungen. Manche konnten gar so hoch springen, aber der Jedi-Rat zählte definitiv nicht zu der Sorte. Ihm gefiel die Sache nicht, aber was half es? Er hielt sein Seil straff gespannt, schloss kurz die Augen und konzentrierte sich auf die Macht. Er weitete seinen Geist über den Bereich des Transporters hinaus und vom ersten Eindruck her schien alles ruhig zu sein. Sehr vorsichtig begann er sich abzuseilen (und zog es vor, die Augen geschlossen zu lassen) und wäre fast abgerutscht. Jedenfalls eröffnete niemand das Feuer auf ihn, als er unter dem Transporter baumelte.


»Okay, ihr könnt nachkommen,«


Sprach er in seinen Knopf im Ohr und seilte sich weiter ab, was definitiv eins der Dinge war, die er üben müsste. Es war gerade so, als würde man einrosten, wenn man den lieben langen Tag damit verbrachte, ein de-facto-Krankenhaus zu leiten und Flimsikram zu erledigen. Dennoch erreichte er sicher den Boden, wenngleich nicht als erster. Dafür hatte er unterwegs auch schon etwas gespürt.

»Es gibt eine versteckte Überwachungskamera im Hinterhof, sie hat den rückwärtigen Eingang im Auge. Offensichtlich werden hier sehr wertvolle Tierchen verkauft,«

Gab er an beide Teams durch, ein weiteres Zeichen, dass der Laden nicht das war, was er vorgab zu sein.


»Ich kann sie täuschen, so dass wir unbemerkt zum Eingang vorrücken können, werde in der Zeit aber verwundbar sein.«

Dennoch huschte Wes zunächst zu einer Reihe Mülltonnen, die ihm Deckung vor der Kamera boten, und entledigte sich seiner Handschuhe. (Natürlich steckte er sie in die Tasche, schließlich wurden sie von Steuergeldern bezahlt.) Er öffnete seinen Geist ein weiteres Mal in Richtung des Hintereingangs, wo alles ruhig zu sein schien.

»Es scheinen sich keine Lebensformen in unmittelbarer Umgebung der Hintertür zu befinden,«

Stellte er per Kom für alle fest und wandte sich an Elise, die ihm wie befohlen gefolgt war.


»Eine Illusion zu vollführen, um etwas zu verbergen, ist nie einfach und es ist noch wesentlich schwerer, wenn es sich um eine Holokamera handelt. Ich brauche dich als mein Radar, während ich mich konzentriere. Behalte die Umgebung währenddessen im Auge und im Ernstfall musst du in der Lage sein, mich zu verteidigen. Idealerweise sorgst du dafür, dass unsere Verbündeten vom Militär jede Bedrohung rechtzeitig ausschalten kann, okay?«


Coruscant, Vergnügungsviertel - Hintereingang der Tierarztpraxis - Trupp Delta 2: Soldaten der Mynock-Kompanie, Keira, Elise und Wes
 
[ Coruscant – Oberen Ebenen – Wingston Tower – Penthouse | mit Giselle ]

Doctor Forlin war kein besonders kräftiger Mann und auch nicht groß. Körperlich war er ziemlich durchschnittlich, nicht dünn, nicht dick. Sein Haar trug er nur noch in einem kurz geschnittenen Kranz, der seine Halbglanze umrahmte. Keine besonders beeindruckende Gestalt, alles in allem. Ein kluger Kopf zwar, aber niemand wäre je auf die Idee gekommen, vor diesem Mann Angst zu haben. Und doch, ging es Exodus durch den Kopf, war der Arzt ebenso mächtig wie die schrecklichsten Sith-Lords oder die gütigsten Jedi-Räte. Ärzte konnten ebenso wie die großartigsten Machtnutzer über Leben und Tod entscheiden. Ein Wort genügte, manchmal sogar nur ein Blick. Im Fall von Giselle reichte ein Blick. Und er entschied auf Tod.

Es war einer der Momente, in denen man sich rückblickend fragte, was man eigentlich gedacht oder getan hatte. Exodus stand wie erstarrt im Türrahmen, geschlagen von einem Arzt. Ein Feind, den er nicht bekämpfen konnte, ein Feind, der nichts dafür konnte, ihm gerade den empfindlichsten Schlag versetzt zu haben. Ein Mann, der seine Zukunft hatte sichern sollen und der sie ihm dennoch gerade nahm. Exodus spürte eine dumpfe Wut in sich aufsteigen, doch er konnte sie nicht gegen Forlin richten. Seine sich mit Tränen füllenden Augen waren einzig auf Giselle geheftet. Die Frau, die er liebte. Die Frau, die er für sich hatte gewinnen wollen. Die er, als sie ihm schließlich ihr Herz öffnete, nicht wertgeschätzt hatte. Und deren Wert er viel, viel zu spät wirklich erkannt hatte. Es war eine Bestrafung, dachte er unwillkürlich. Sie beide waren gezeichnete Sündiger und dies war ihre Bestrafung.

Es gelang Giselle auch in diesem Moment ihn zu überraschen. Sie dachte nicht zuerst an sich, nicht daran, was dieser Virus mit ihr machen würde. Sondern an ihr gemeinsames Kind, und an ihn, Exodus. Es war typisch für sie und wäre die Situation eine andere gewesen, hätte er darüber gelächelt und ihr einen Kuss auf die Wange gedrückt. Sie war selbstlos, auch wenn sie in ihrem Leben immer wieder verstoßen worden war – nicht zuletzt von ihm selbst. Es wäre ihr gutes Recht gewesen, auf ihren eigenen Überlebensinstinkt zu hören. Doch Giselle reagierte mit stoischer Ruhe und analysierte die Situation klar. Exodus blieb diese Selbstlosigkeit versagt. Er war egoistisch. Er wollte und konnte die Frau, die er liebte, nicht verlieren. Und deshalb kippte seine Welt bei Forlins Worten aus den Fugen.

Er konnte nicht sagen, wie lange es dauerte, bis seine Lippen wieder im Stande waren ein klares Wort zu formen. Vielleicht waren es nur zehn Sekunden, vielleicht fünf Minuten oder auch drei Stunden. Seine Stimme klang kratzig und verletzt, doch die unterschwellige Wut darin war deutlich zu hören.


„Was heißt das – Sie haben es bisher nicht ergründen können?“

Die Muskeln in seinen Armen spannten sich an, als er sich ruckartig vom Türrahmen abstieß.

„Ist das nicht Ihr Job? Kranke zu heilen? Das sollen Sie doch tun?!“

Der Ärger und die Verzweiflung waren jetzt deutlich herauszuhören, doch Doctor Forlin zuckte nicht einmal mit der Wimper, sondern sah nur traurig und verständnisvoll von Giselle zu Exodus. Als der ehemalige Jedi und Sith schließlich einen Schritt auf die Vahla zu machte, um sie in den Arm zu nehmen, räusperte sich der Arzt.

„Sie sollten vorsichtig sein.“

Exodus funkelte ihn wütend an und presste Giselle ungeachtet der Warnung einen Kuss auf die Stirn.

„Wir finden eine Lösung.“

hauchte er in ihr Ohr und drückte sie dann fest an sich.

„Ich lasse dich nicht sterben.“

In seinem Kopf fing es wieder an zu arbeiten, während er die Vahla im Arm hielt. Die Medizin würde ihnen nicht helfen können und die Zeit war knapp. Forlin hatte es deutlich gesagt. Aber wenn die klassische Medizin und ihre größte Experten nichts tun konnten – vielleicht gab es dennoch eine Möglichkeit. Eine andere, längst vergessene, längst hinter sich gelassene Möglichkeit. Vielleicht war Forlin doch nicht so mächtig wie die schrecklichsten Sith-Lords oder die gütigsten Jedi-Räte. Vielleicht gab es jemanden, der seine Macht noch in den Schatten stellte, der helfen konnte ...
Als Exodus ein Gesicht und ein Name in den Sinn kamen, öffneten sich seine Augen in leichter Überraschung. Dann löste er sich von Giselle, griff hektisch nach seinem Comlink und durchsuchte sein unendlich lang scheinendes Adressbuch. Es war das erste Mal seit ganz langer Zeit, dass er sich wünschte, die Verbindungen zu den Machtorden nicht gänzlich gekappt zu haben. Als er den gesuchten Namen schließlich doch erblickte, wusste er, dass er eine Chance hatte. Dass Giselle eine Chance hatte. Denn der Name der gesuchten Person lautete ChesaraSyonette.


--- Com-Nachricht an ChesaraSyonette ---

Rätin,

es ist lange her, dass wir voneinander gehört haben. Ich bin euch immer noch zu Dank verpflichtet, dass Ihr Adrian stets auf den richtigen Pfad geleitet habt. Ihr seid mir nichts schuldig und dennoch bin ich erneut auf eure Hilfe angewiesen.

Die Frau, die ich liebe und die mein Kind unter ihrem Herzen trägt, ist vom C-Virus befallen. Wenn ihr jemand in dieser Galaxis helfen kann, dann Ihr.

Wir sind im Tower der Wingston Corporation auf Coruscant. Wir können den Planeten nicht mehr verlassen. Bitte kommt zu uns und seht sie Euch an. Ich stünde für den Rest meines Lebens in eurer Schuld.

Ich flehe Euch an.

Exodus Wingston

[ Coruscant – Oberen Ebenen – Wingston Tower – Penthouse | mit Giselle ]
 
Coruscant, Jedi-Tempel – Medizinische Abteilung, Saal 23 – Heiler-NPCs, Siva, Lucia, Okin, Talery und Brianna

Jedi-Meisterin Kae – den Gedanken daran konnte sich Brianna auf absehbare Zeit, wenn nicht für immer, abschminken. Mit ihrem Ausbruch hatte sie sichergestellt, dass der Rat sich erst einmal nicht anders besinnen würde, sondern seine Vorurteile ihr gegenüber bestätigt sah. Impulsiv und ungestüm, so sah man sie also?! Vielleicht war sie etwas emotional, aber die Beschreibung von ihr klang ja wie die eines Nexu auf Salat-Diät! Und ihre Emotionen waren mit ihr durchgegangen, keine Frage. Aber war das nicht verständlich, nach so einer Enttäuschung? Nur sah der Rat das natürlich nicht so. Sie sahen nur ihre eigene Perspektive und für sie war es sonnenklar, dass sie Brianna Kae, die Ungestüme, nicht befördern würden. Dass sie sich Hoffnungen gemacht hatte, die sie in schwierigen Zeiten voller persönlicher Enttäuschungen angetrieben hatten, sahen sie nicht. Sie sahen nur die ungestüme Echani, die auf eine Beförderung aus war. Etwas mehr Einfühlungsvermögen würden den Räten, besonders Elliundi, gut zu Gesicht stehen, fand Brianna.

Talery besaß definitiv mehr davon, das konnte die Silberhaarige spüren. Sie war froh, dass ihre nun ehemalige Padawan nichts sagte, denn nach Reden war Brianna, sonst selten um Worte verlegen, nicht zumute. Das letzte, was sie gerade gebrauchen konnte, waren aufmunternde Worte. Worte hatten sie da rein geritten. Der Nackenschlag der Nichtbeförderung wäre längst nicht so plötzlich und heftig gekommen, wenn sie den Rat nicht auf ihre Meisterinnenaspiration angesprochen hätte. Sie hätte sich viel eleganter aus der Affäre gezogen, wenn sie einfach gar nichts gesagt hätte, oder zumindest ruhig und sachlich geblieben wäre. Dennoch genoss Brianna Talerys ehrliches, aufrichtiges Bekenntnis des Mitgefühls.

Sie fiel dem Vogelwesen um den Hals und drückte sie sanft an sich, für ihre Verhältnisse. Hinter dem Rücken der Caamasi wischte sie sich die Tränen aus den Augen. Einige Augenblicke lang hielt sie ihre nunmehr Ritterkollegin wortlos fest, bevor sie sie wieder losließ.

Talery und sie waren nunmehr Gleichgestellte, dachte Brianna auf dem Weg in die Krankenstation. Es war ein sonderbares Gefühl. Eben noch ihr Küken, ihre Schutzbefohlene, auf die sie aufpassen musste, plötzlich befanden sie sich auf Augenhöhe. Es fühlte sich falsch an, es wäre der Echani-Jedi viel leichter gefallen, mit der veränderten Situation umzugehen, wenn dar Rangunterschied fortbestanden hätte. Aber so konnte sie nur hoffen, dass die gefiederte Ritterin nicht zu erwachsen, zu flügge wurde.

Am liebsten hätte Brianna sich in die Arbeit gestürzt und mit etwas Glück die nächsten zehn, zwölf Stunden nicht mehr an die Enttäuschung denken wollen und entsprechend ungelegen kamen die Feierlichkeiten mit Torte und Tralala in Saal 23. Die Echani fühlte sich ein wenig schlecht,weil sie ihrer Freundin damit die Feier vermieste und Talery hatte die Beförderung zweifelsohne verdient. Sie hatte es auch verdient, sich an diesem Tag freuen zu können ohne sich wegen ihrer nun ehemaligen Meisterin schlecht zu fühlen, aber Brianna konnte nicht aus ihrer Haut. Sie war am Boden zerstört und demoralisiert und nach feiern war ihn nun so gar nicht zumute.


Aus dem Hintergrund beobachtete sie daher, wie die übrigen Heilerinnen Talery gratulierten, teils umarmten, und wie die Caamasi die Torte verteilte. Brianna hatte Hunger, und Lust auf Torte, aber die Unlust, mit ihren Kolleginnen zu reden, war stärker. Zumindest Brena wusste, dass Brianna sich Beförderungshoffnungen gemacht hatte. Meisterin Thropp wusste sicherlich auch Bescheid, es würde die Echani wundern, wenn die Rat sie nicht zumindest um ihre knappe Einschätzung gebeten hätte.

Auch die übrigen, Brianna nicht bekannten Jedi kamen nun und wollten mit Torte versorgt werden. Eine von ihnen, eine Zabrak, mochte eine Ritterin sein, obwohl etwas an ihrem Wesen nach wie vor ‚Padawan‘ ausstrahlte. Sie war in Begleitung von Okin und einer Fremden (Lucia) und erkundigte sich, wer denn nun befördert worden war.


Talery, die Caamasi hier,“


Entgegnete Brianna wortkarg und deutete auf ihre ehemalige Padawan. Die Silberhaarige war die einzige in der Runde, die kein fröhliches Gesicht machte und das war auch Ruam nicht entgangen, der gerade als Nachzügler zu seiner Schicht kam. Der garstige Mon Calamari hatte Brianna gerade noch gefehlt und ihn bisher auch ganz gewiss nicht vermisst. Er konnte so gar nicht mit dem Sonderstatus umgehen, den Brianna praktisch von Anfang an in dieser Gruppe genossen hatte und nutzte jede Gelegenheit für eine Spitze in ihre Richtung. Ob er ihre Vorschläge schlechtredete oder zynische Kommentare von sich gab, wenn einer von Briannas Patienten einen Rückfall hatte, irgendwas fand er immer, so auch dieses Mal.

„Da freut sich ja jemand nicht sehr über die Beförderung ihrer Schülerin, oder wie? Oder ertragen wir es nur nicht, einmal nicht im Mittelpunkt zu stehen? Nein, warte… du dachtest, du würdest befördert, das…“

Weiter kam Ruam nicht, denn Briannas Enttäuschung entlud sich in blanken Zorn. Mit einer Hand und großer Wucht klatschte sie den Heilerkollegen an die Wand und drückte ihn dagegen. Woher wusste er das? Er wäre der letzte, dem sie ihre große Hoffnung anvertraut hatte und so sehr war sie nicht damit hausieren gegangen. Brena hätte ihm bestimmt nichts gesagt. Wie konnte er…? Der Bastard las ihre Gedanken oder? Sie drehte sich zu dem Mon Calamari um, dessen Beine keinen Bodenkontakt mehr hatten und der vergeblich versuchte, sich zu befreien. Die Gegenwehr gegen die wütende Echani war reichlich sinnlos und verschlechterte seine Lage nur noch. Brianna fauchte Ruam an, den hochroten Kopf in den Nacken gelegt, um ihm ins Gesicht zu sehen..


„Was fällt dir ein? Was glaubst du,…“


„Brianna! Lass' ihn sofort los!“


Ließ sich Meisterin Thropps Stimme vernehmen. Die Echani-Jedi wusste, dass es keinen Sinn hatte, sich nun auch noch mit ihrer direkten Vorgesetzten anzulegen und ließ los, so dass Ruam die Wand hinter rutschte und auf seinem Allerwertesten landete.

„Denkst du, dass eine Jedi-Meisterin sich so verhalten würde?“


Ohne eine Antwort abzuwarten, wandte sich die grünhäutige Mirialan an den Mon Calamari, welcher zwischenzeitlich aufgestanden war. Brianna hatte die Jedi-Meisterin noch nie so wütend gesehen.


„Und von deinen ständigen Sticheleien habe ich auch die Nase voll. Das hört auf, ab jetzt und für immer!“


Ohne weiteres Federlesen drehte sie sich um und brachte den beiden Streithänden jeweils ein Stück Torte.


„Hier! Von jetzt an benehmt ihr euch und stört nicht länger Talerys großen Tag!“

Mit diesen Worten ließ die Jedi-Meisterin die beiden stehen. Sich so benehmend, als würde Ruam nicht existieren, ließ sie ihn stehen und begab sich zu der von Kolleginnen und Sonstigen umringten Talery.


„Entschuldige,“

Meinte Brianna zerknirscht und zwang ihre Mundwinkel zu einem Lächeln. Sie versuchte aufrichtig, sich für die Caamasi zu freuen, aber es fiel ihr nicht leicht, die eigene Enttäuschung hintanzustellen.

Coruscant, Jedi-Tempel – Medizinische Abteilung, Saal 23 – Heiler-NPCs, Siva, Lucia, Okin, Talery und Brianna
 
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