Lianna

Lianna - Jedi Basis - Quartiere

Als Qan sich seinem Zimmer näherte, öffnete sich die Tür automatisch. Darin standen zwei Etagenbetten für menschenähnliche Maße und ein drittes, größeres. Sechs dünne, hohe Schränke standen zwischen ihnen verteilt. Stühle gab es keine. So nahm Qan auf einem unteren Bett platz. Seufzend saß er da und verweilte in der Stille nach der Reise, bis sie unterbrochen wurde. Ein blasser, fast weißer, junger Mann mit schwarzen Haaren und spitzen Ohren kam herein.
"Hi", begrüßte ihn Qan.
"Hi."
"Ich bin Qan."
"Noxas."
Damit schien die Konversation schon zuende zu sein.
"Ist das Bett hier frei?", erkundigte sich Qan.
"Ja, fast alle sind frei. Wir waren nur zu zweit bisher."
"Wie lange bist du schon hier?"

Noxas überlegte kurz, bevor er antwortete: "Seit fünf Tagen."
"Hmmm. Hat dich auch so ein mürrischer Droide ohne ein einfaches Willkommen hergeschickt?"
"Wie?"
"Als ich eben angekommen bin, hat mir so ein Droide am Empfang nur gesagt, dass das hier mein Zimmer ist."
"Eine Droidin hat mich begrüßt, aber sie war eigentlich ganz nett"
, sprach Noxas so, dass deutlich wurde, dass er Qans Beschwerde nicht nachvollziehen konnte. Er empfahl: "Hast du mal dein Datapad überprüft? Mir hat sie einen Satz von Essenszeiten, Notfallplänen und sowas hochgeladen."
Qan zog das Gerät aus seiner Tasche. "Hier ist nichts."
"Moment, ich schick es dir"
, sagte Noxas und drückte auf seinem eigenen Pad herum.
"Ah, Danke." Wieder wurd es ruhig, als Qan die Informationen durchblätterte, doch es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren. Er war müde. Sein bisheriger Tag Nacht Zyklus stimmte nicht mit dem auf Lianna überein. Noxas hielt zwei Hemden nebeneinander. Qan dachte daran, ihn weiter auszufragen, was als nächstes käme und wie er nun einen Meister finden sollte, fand aber, dass das warten konnte. Er zog seine Schuhe aus, legte sich hin und schloss seine Augen.

Lianna - Jedi Basis - Zeitweilige Unterkunft für Neuankömmlinge
 
- Lianna - Raumhafen - Landebucht 42 - Empress - Lounge - Mit Cris -

Noa glaubte nicht, dass Lorraine bemerkte, wie unbeholfen sie aussah, als das Mädchen sie umarmte. Zu schnell war sie wieder davon geflitzt, auf der Suche nach dem nächsten Spielkamerad in Form eines Astromechdroiden, dessen Programmierung eigentlich andere Aufgaben vorsah als Kinderbetreuung. Lorraine sollte nicht gezwungen sein, mit Droiden spielen zu müssen. Sie sollte draussen sein, unterwegs mit Freunden - mit Gleichaltrigen - und Lianna zu ihrem Spielplatz machen. Und Cris? Obwohl sie den starken Drang verspürte weg zu laufen und für sich alleine zu sein, überkam Noa das schleichende Gefühl, dass sie ihn in Wirklichkeit im Stich ließ, schon wieder, und das obwohl sie gerade das hatte vermeiden wollen, als sie hierher gekommen war. Bei ihm bleiben konnte sie jedoch auch nicht. Sie wusste nicht, wie.

"Ich melde mich dann, genau."

Antwortete sie lahm und jedes Wort schien sie unglaubliche Kraft zu kosten. Cris sah furchtbar traurig aus, obwohl er ihr nicht einen einzigen Vorwurf machte. Er wusste genau wie sie, dass sie nichts wichtiges zu tun hatte, das sie davon abgehalten hätte, hier zu bleiben, egal was er Lorraine gesagt hatte. Noa hatte keinen anderen Termin, keine anderweitige Verabredung und auch keine Arbeit zu erledigen und trotzdem verspürte sie den starken Drang weg zu müssen. Sie musste gehen, wenn sie sie selbst bleiben wollte.

"Denk nicht schlecht von mir."

Bat sie Cris. Sie wusste ja, wonach das aussah. Fahnenflucht nannte man das beim Militär. Darauf stand nicht selten der Tod.

"Es ist nur, dass das alles... du und... und ich..."

Noa schüttelte den Kopf, weil ihr eine Erklärung fehlte. Sie verstand es ja selbst nicht.

"Es ist viel, verstehst du? Zu viel auf einmal und ich...

Ihr sank das Herz.

"Ich habe das Gefühl, dass ich ertrinke! Innerlich!"

Aus irgendeinem Grund war Noas Stimme verzweifelter geworden. Konnte es sein, dass sie schlicht und einfach unfähig war, eine intakte Beziehung zu führen? Möglicherweise waren die Dramen in der Vergangenheit nie die Schuld der Männer, sondern ihre Schuld gewesen. Sie hatte immer geglaubt, dass sie einen Partner wollte, doch vor Cris lief sie ständig davon. Warum wollte sie schon wieder die Flucht ergreifen? Sie wollte doch bei ihm sein, sie wollte es wirklich! Noa wollte seine Umarmung, wollte dass er sie morgens weckte, wollte mit Ray Musik hören und sie kennen lernen und verdammt noch mal mit ihnen an einem Tisch sitzen und gemeinsam zu Abend essen! Sie wollte das alles... und genau das war der Grund. Noa Chanelle Cortina unterdrückte einen Schluchzer, der dennoch in einem halb erstickten Aufseufzen seinen Weg an die Oberfläche fand. Erschrocken schlug sie sich eine Hand vor den Mund. Die Lösung war so einfach gewesen, direkt vor ihren Augen: sie wollte Cris und Ray und die Zeit mit ihnen, als wären sie eine Familie. Das war es, das ihr Angst machte: dass sie sich selbst verlor, dass sie ihre Ziele nicht erreichte, dass sie jemand anderes wurde und dass sie der Verantwortung nicht gewachsen war. Sie hatte Angst, dass sie zu viel von sich gab und enttäuscht werden würde wenn es doch nicht genug war... wenn es nicht das war, das Cris erwartete, und dass er und Ray weiter ziehen würden, eines Tages, und Noa alles verlor. Und dann?

"Sie ist wirklich perfekt."

Noas Worte wurden von ihrer Hand gedämpft, die noch immer wie eine schützende Muschel um ihren Mund lag. Langsam ließ sie sie sinken.

"Und so aufgeschlossen."

Sie wandte sich von Cris ab, damit er ihr Gesicht nicht sah. Eine einzelne Träne hatte sich ihrem Willen widersetzt und Noa wischte sie mit dem Zeigefinger weg. Sie hatte noch nie vor Cris geweint und sie hatte nicht vor, jetzt damit anzufangen, schon gar nicht wegen ihrer eigenen Unsicherheit. Schwäche zu zeigen passte grundsätzlich nicht in ihr Konzept. Das war nicht akzeptabel. Doch vielleicht musste sie das, damit er sie verstand? Es kostete Noa einen Kraftakt an Überwindung, ihn wieder anzusehen und als sie es tat, hatte sie das Gefühl, völlig schutzlos vor ihm zu stehen.

"Es tut mir Leid."

Worte, die man nicht oft von ihr hörte. Sie fühlte sich so wie vor Jules, nackt und gefesselt, diesmal jedoch war es freiwillig und der Vergleich rein metaphorisch. Sich langsam vortastend streckte Noa eine Hand nach Cris aus.

"Das ist alles neu für mich und ich habe Angst."

Sie sagte es, ohne ihm in die Augen zu sehen.

"Aber das bedeutet nicht, dass ich es mir anders überlegt hätte."

- Lianna - Raumhafen - Landebucht 42 - Empress - Lounge - Mit Cris -
 
Lianna - Jedi Basis - Zeitweilige Unterkunft für Neuankömmlinge

Mitten in der Nacht erwachte er. Ein Besalisk schnarchte laut. Qan drehte sich um und versuchte weiterzuschalfen. Es war vergebens. In seinem Magen nagte Hunger. Stöhnend stieg er aus dem Bett in seine Schuhe. Noxas war in keinem Bett zu finden. Qan rief eine Karte auf und folgte ihr hinunter zur Kantine. Eine untersetzte Zabrak nach menschlichen Maßstäben Mitte 50 saß einer weißhaarigen, dürren Menschenfrau gegenüber. Beide blickten zu ihm hinüber. Qan hob seine Hand zum Gruß. Die Jüngere grüßte ohne große Regung zurück, während die schlanke Ältere winkte. Die meisten Lichter waren ausgeschaltet. Eine Reihe von Automaten war noch aktiv. Erschöpft schlurfte er auf sie zu. Mit müden Augen suchte er nach etwas, dass halbwegs essbar aussah.
"Kahotschi!", rief ihm die Weißhaarige zu. "Kahotschi ist gut um diese Zeit!"
"Okay!"
, brüllte Qan zurück. Die Zabrak fasste sich derweil mit einer Hand an die Stirn. Sie versteckte sich geradezu dahinter. Dann sagte sie etwas zur Älteren, bevor sie ging. Qan bestellte wie empfohlen, dazu einen Becher Wasser. Der Geruch der blassblauen, transparenten, kleinen Würfel, die die Maschine ausspuckte, war absolut widerwärtig.
"Boah, stinken die immer so?", fragte Qan quer durch den Raum.
"Jaja! Das muss so sein!", bestätigte die Alte. Mit dem Tablett in den Händen latschte er zu ihrem Tisch, wo er sich setzte. Sie nahm gerade einen Schluck aus ihrer Tasse.
"Qan", stellte er sich vor.
"Dot. Bist du neu hier?" Ihre Stimme verriet ihr jahrelanges Rauchen.
"Bin vorhin angekommen." Er biss in einen Würfel, der sich als köstlich herzhaft und leicht salzig herausstellte. "Mmmm", bemerkte er angenehm überrascht.
"Oh, dann Herzlich Willkommen." Sie lächelte.
"Danke", erwiderte er noch immer schläfrig und mit vollem Mund. "Was ist denn das für ein Zeug?"
"Ich weiß nicht, irgendeine Art Ei, nehme ich an."
Sie trank einen weiteren Schluck. "Wieso bist du nicht im Bett?", wollte sie wissen.
"Schnarchender Zimmergenosse."
"Oh ja, das kenn ich. In deinem Schrank solltest du Ohrstöpsel finden."

Nach dem Runterschlucken fragte Qan: "Und du? Wieso bist du wach?"
"Ach, in meinem Alter braucht man nicht mehr so viel Schlaf"
, erklärte sie und griff sich einen blauen Würfel von seinem Teller.
"Willst du was abhaben?", bot Qan an, doch sie schlug aus: "Nein, nein." Sie nahm sich noch einen Würfel. "Vielleicht einen noch."
Schon war der Teller leer. "Dann werde ich es noch mal mit den Stöpseln versuchen."
"Jaja, das wird das Beste sein."
"Also dann."


Sie verabschiedeten sich voneinander. Wieder auf seinem Zimmer setzte er sich die Geräuschblocker in die Ohren und schlief irgendwann ein.

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[Lianna-System, Lianna, Lianna City, Raumhafen, Landebucht 42, Empress of Blades, Lounge]- Cris, Noa, (Lorraine, R6-C2)

Kaum, dass ihre Worte andeuteten, dass sie seine Gedanken bezüglich ihres Schnellen Rückzugs erraten hatte, schämte Cris sich bereits wieder für sie. Noa schien mit sich – und mit den Worten zu ringen – was so gut wie eindeutig belegte, dass es ihr nicht nur darum ging, ihm einen Denkzettel für seine unbedachte Entscheidung zu verpassen, sondern dass irgendetwas anderes sie beschäftigte… belastete.

Als dann jedoch ein leichtes Zittern durch ihren Körper ging und sie sich eine Hand vor den Mund schlug, ihren Blick von ihm abwandte, erschrak Cris zutiefst. Hatte er so sehr danebengelegen? Natürlich! Und er hätte es mit ein wenig Nachdenken durchaus begreifen können… Noa war gerade erst aus einer Extremsituation entkommen und schon konfrontierte er sie mit seiner beruflichen Misere, dem Schiff und nicht zuletzt seiner Tochter, die kennenzulernen ungeachtet der anscheinend guten Chemie zwischen den beiden ein einschneidendes Erlebnis gewesen sein musste. Hilflos musste er jetzt mit ansehen, wie sie ihre Gedanken durchlitt, die all diese Entwicklungen in ihr hervorgerufen hatten.

Dass es neu für sie war und dass sie Angst hatte, sagte sie ihm, als sie ihm wieder ansah. In ihrem Auge glitzerte es verräterisch – die Spur einer Träne? Cris fühlte sich schäbig, unendlich schäbig dafür, dass er ihr insgeheim unterstellt hatte, einfach auf einen billigen Triumph ihm gegenüber aus gewesen zu sein. Er hatte sie schlicht und ergreifend überfordert – die Situation hatte sie überfordert, genauso wie ihn.

Als sie seine Hand vorsichtig nach ihm ausstreckte, ergriff er sie sofort mit beiden.

Noa…“

Er zog sie an sich, sanft, doch auf eine Art, die keinen Widerstand zuließ, schloss seine Arme um sie und schmiegte seine Wange an die ihre.

„Mir tut es Leid…“, flüsterte er.

„Für mich ist das auch alles neu, weißt du? Und auch ich habe Angst.“

Das war noch eine Untertreibung. Welche größere Herausforderung gab es, als für einen jungen Menschen verantwortlich zu sein, seine Zukunft zu bestimmen, die Chancen, die er dereinst im Leben haben mochte?

„Vielleicht… vielleicht habe ich deswegen sofort alles machen wollen… weil ich wusste, dass ich dich brauche.“

Er drückte sie ein wenig fester an sich.

„Das war rücksichtslos von mir. Die Dinge, die du durchgemacht hast… dein Leben… ich habe kein Recht dazu, einfach mein eigenes darüber zu stülpen. Denn es geht hier nicht um mein Leben… es geht um unseres.“

Sie immer noch nicht loslassend schloss Cris die Augen.

„Weißt du, wie glücklich es mich gemacht hat, zu sehen, wie sie auf dich reagiert? Ihr Lächeln? Ihre Begeisterung? Eine meiner größten Befürchtungen war immer, sie nie zum Lächeln bringen zu können…“

Jetzt lockerte er seine Umarmung ein wenig, um genug Distanz zwischen sie zu bringen, dass er ihr wieder in die Augen sehen konnte. Nie hatte er ihr so viel Kummer bereiten wollen, dass Tränen in ihnen glitzerten und ihre weichen Wangen benetzten.

„Ich brauche dich“, sagte er ihr erneut, weil es schlicht und ergreifend die Wahrheit war.

„Aber ich will auch, dass du glücklich bist… dass alles, was passiert, passiert, weil du es möchtest… und so schnell oder langsam wie du es möchtest.“

Zärtlich strich er ihr eine Strähne ihres Haars aus dem Gesicht.

„Ich mach dir also keine Vorwürfe, wenn du ein wenig Zeit für dich brauchst.“

[Lianna-System, Lianna, Lianna City, Raumhafen, Landebucht 42, Empress of Blades, Lounge]- Cris, Noa, (Lorraine, R6-C2)
 
Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Ian

Ordentlich schubsen, ja, bestätigte Eowyn mit einem Nicken. So lange du mich dann auch wieder auffängst, bekommst du auch keinen Ärger... Sonst lerne ich es ja nie! So sicher wie Ian war sie sich nicht, aber vielleicht färbte es ja irgendwann auf sie ab. Zeit. Ganz viel Zeit...
Ich, dir drohen? Unschuldig sah sie Ian an. Das würde mir niemals einfallen. Ich bin doch höchstens... fürsorglich, erinnerst du dich?
Sie wusste genau, weshalb er noch hier war, momentan, und sie war äußerst dankbar dafür. Aber das hielt weder ihn noch sie davon ab, dass sich etwas ändern konnte. Aber nicht würde, schließlich dachte sie jetzt positiv.
Irgendwie.

Ich brauche darüber nicht einmal nachzudenken, murmelte sie, wie konnte sie das vergessen? Und es machte das Akzeptieren ihrer selbst nicht zwingend einfacher.

Ich frage nachher beim Raumhafen nach, ob sie schon da ist. Ian würde es schwerlich tun können, so ganz ohne Kommunikationsgerät. Gedanklich machte sie eine Notiz auf ihrer langen Liste. Ihrer seeeehr langen Liste, und überlegte kurz zweifelnd. Vorsorglich... Aber... erinnere mich, falls ich es vergessen sollte... Kleidung also, fügte sie dann ebenfalls auf ihrer imaginären Liste hinzu, und Ian hatte Recht, seine Sachen passten ihm genauso wenig wie die, die sie selbst gerade trug ihr passten. Seine zu klein, ihre zu groß... Wobei das fast verwunderlich war, waren doch an Bord des Schiffes fast nur große Lebewesen gewesen. Da hatte sich wohl jemand in der Größe ein wenig verschätzt. Wir werden einfach mit Joseline darüber reden. Aber ich habe keine Ahnung, wie bald man das gestatten wird. Im Zweifel muss ich eben ein wenig suchen, das kriegen wir schon hin.


Das Klopfen unterbrach die Minuten der Ruhe und Zweisamkeit, und Eowyn seufzte auf. Wieso klappte es eigentlich nie, dass sie ein wenig ruhige Zeit für sich, füreinander hatten? Auf Va'art waren sie ständig unterwegs gewesen - oder Ian krank. Mehr als ein paar Minuten waren da nicht möglich gewesen. Und nun hatte sie es erst selbst geschafft, die Ruhe und die Gelassenheit zu unterbrechen, und jetzt schon wieder das... Irgendwie war es doch gar kein Wunder, dass sie so unsicher war. Wie sollte sie sich völlig fallen lassen, wenn sie beide noch nicht einmal ein paar Stunden Zeit gemeinsam, ohne Störungen von innen oder außen verbringen konnten? Und würde sich das überhaupt ändern? Irgendwie frustrierte es sie.
Eowyns Gedankengang wurde von Tahn Rumb unterbrochen, und sie begrüßte ihn ebenfalls. Sie nickte, als der Heiler sie höflich vor die Tür hinaus komplimentierte, und blieb dann nach Ians Antwort wiederum unschlüssig im Raum stehen, bevor sie dir Achseln zuckte und sich wieder auf dem Bett niederließ. Der Untersuchung hörte sie nur mit einem halben Ohr zu - Tahn Rumb schien keinen Humor zu haben oder vielleicht auch Vorbehalte, was wusste er eigentlich, was hatte Joseline ihm erzählt? - und folgte wieder ihren eigenen Gedanken. Sie saß am Kopfende des Bettes, und so lehnte sie ihren Kopf an die Wand an und schloss wieder müde die Augen.
Ja, es frustrierte sie. War das egoistisch? War es egoistisch, dass sie sich wünschte, bei Ian sein zu können, mit ihm zu reden, sich an ihn anzulehnen, ihn zu berühren, ihm zuzuhören, abends gemeinsam einzuschlafen und morgens gemeinsam aufzuwachen? Blöde Frage. Natürlich war es das. Die Frage war wohl eher - war dieser Egoismus falsch? Und wenn nicht, wie konnte sie es schaffen, alles unter einen Hut zu bringen? Darauf gab es nur eine Antwort - es war schlicht frustrierend. Anders wäre es, wenn sie nicht hier wären. Nicht in der Basis, sondern irgendwo anders. Völlig egal wo... Auf Tirahnn zum Beispiel. Das Haus ihrer Eltern stand seit Jahren leer. Niemals hatte sie daran gedacht, dort wieder zu wohnen, sie hatte es schließlich nach dem Tod ihres Vaters versucht und war gescheitert. Verkaufen konnte sie es allerdings auch nicht, es war die letzte Verbindung, die sie hatte. Dort zu leben... Diese Vorstellung war seltsam, völlig unrealistisch und utopisch, und doch träumerisch schön, so dass sie ein wenig lächelte, als sie Bilder vor ihrem inneren Auge sah, die von irgendwoher auftraten.


Ihr fiel plötzlich auf, dass es im Zimmer ruhig geworden war, das Hintergrundmurmeln war verstummt, und Eowyn öffnete gegen großen Widerstand die Augen. War sie eben halb weggenickt? Tahn Rumb sah sie erwartungsvoll an, und das erste, was Eowyn hervorbrachte war ein fragendes, nicht sonderlich höfliches "Hm?", bevor sie versuchte, ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Hatte er mit ihr geredet? Anscheinend. 'Ob Ihr Euch schon einer Untersuchung unterzogen habt, wollte ich wissen', half der Sullustaner ihr höflich, aber mit einem gewissen tadelnden Unterton auf die Sprünge.
"Oh, mir geht es gut", antwortete Eowyn mit einem Kopfschütteln. "Ich bin nicht..." Der Jedi starrte sie an, und auch wenn Eowyn den Ausdruck eines Sullustaner absolut nicht deuten konnte hatte sie das Gefühl, wie ein Padawan getadelt und zurechtgewiesen zu werden. Wie machte er das? "Nein, habe ich nicht", gab sie ihm schließlich kleinlaut und nachgebend Auskunft. Wann denn auch, bitteschön? Mühsam erhob sie sich seufzend und nahm auf dem anderen Stuhl am Tisch Platz, denn es bedurfte keiner Worte, worauf Tahn Rumb hinauswollte. Sie unterlief wohl die gleiche Prozedur wie Ian, zumindest vermutete sie das, nachdem sie davon nicht sonderlich viel mitbekommen hatte. Bei ihrer ehemaligen Wunde am Arm meinte sie, ein leichtes, enttäuschtes Kopfschütteln des Heilers zu sehen - vermutlich war er der Meinung, wenn sie gleich zu ihm gekommen wäre, dann hätte sie nun keine leichte Narbe auf ihrem Arm.
Sehr witzig.
Sie wäre wirklich auch sehr gerne
gleich zu einem Heiler gegangen. Aber vielleicht verstand sie ihn auch falsch und tat ihm Unrecht.

Eowyn ließ die Untersuchung weiter über sich ergehen und atmete erleichtert auf, als der Sullustaner schlussendlich sein letztes... was auch immer in einen Koffer packte. Fragend hob sie die Augenbrauen.
"Und?" Sie vermied es, ihn nach seinem Urteil zu fragen - er schien tatsächlich ein wenig von der humorlosen Sorte zu sein. Seinen Job hingegen machte er sehr gewissenhaft, und sie würde sich hüten, ihn irgendwie zu verärgern. Sein Gesicht verzog sich irgendwie, ob zu dem Äquivalent eines Lächelns, eines bösen Blicks, eines Stirnrunzelns oder einer völlig anderen Grimasse konnte sie nicht sagen. 'Euch scheint es ebenfalls gut zu gehen, aber...' Der Einwand hielt sie gerade noch davon ab, bestätigend zu nicken und ihm einen "Ich habs ja gesagt"-Blick zuzuwerfen. '...aber manchmal trügt der Schein eben auch.' Eowyn runzelte die Stirn. Was wollte er damit denn bitteschön sagen? Musstem sie sich Sorgen machen? "Mir geht es wirklich gut", warf sie ein. 'Das mag sein', antwortete Tahn Rumb, 'aber ihr wisst auch nicht, was Euer Körper dafür tut, dass es Euch gut geht.' Verwirrt blickte sie den Jedi an. Das ergab keinen Sinn. 'Ihr habt Anzeichen einer starken Erkältung', klärte der Sullustaner sie schlussendlich auf, und Eowyn war kurz davor, mit den Augen zu rollen. Sie begann schon, sich Sorgen zu machen, und dann das. Anzeichen einer Erkältung! Lächerlich. Sie war tagelang durch Regen gewatet, hatte Nächte durchgemacht, und er machte sich Sorgen wegen "Anzeichen einer Erkältung"! Ach. Wie... überraschend. Das hätte sie ihm auch so sagen können, schließlich hatte sie tagelang immer einmal wieder abwechselnd Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und alles mögliche andere gehabt. Und der Regen war nicht immer freundlich gewesen. Nur der Respekt, den sie grundsätzlich vor anderen Jedi hatte, hielt sie davon ab, laut herauszulachen. 'Also gilt für Euch das Gleiche - bitte schont Euch ein wenig. Gebt Eurem Körper Zeit. Ich lasse Euch ebenfalls ein paar Tropfen da.' Schonen. Ja aber sicher.
Ergeben nickte sie mit dem Kopf, anstatt ihn zu schütteln, und dankte Tahn Rumb, der sich verabschiedete. Sie brauchte nicht mit ihm zu diskutieren - das führte ohnehin höchstens dazu, dass er sie mit in die Krankenstation nahm, um dafür zu sorgen, dass sie sich wirklich "schonte", so intelligent war sie. Ha. Da konnte er lange warten. Und wieso hatte sie nur das Gefühl, dass der Heiler nicht so unglücklich darüber war, diesen Raum verlassen zu können?


Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Ian
 
Lianna, Jedi-Basis - Cantina - Kestrel und Brianna


Kestrel zwang sich zur Ruhe. Scheinbar brachte jede Aufregung nichts und übertrug sich nur auf ihre ehemalige Padawan und Freundin. Scheinbar hatte sie Brianna verärgert. Nein, dies war sogar offensichtlich und vor allem spürbar , doch umso mehr bestätigte sich das mit ihrem Verdacht, dass die Echani wirklich etwas für Janus empfand. Dies war überhaupt nicht gut und das sie sich als ihre Meisterin und Jedi-Meisterin nicht Janus nähern sollte, sprach ebenso Bände. Das war nicht nur aus Sorge um sie, sondern sie spürte auch einen gewissen Grad an Eifersucht. Natürlich kam sie gegen Janus als Jedi-Meisterin an und sie hatte auch genug Erfahrung mit Sith.

Kestrel sah Brianna eine Weile schweigend an, ehe sie antwortete und atmete einmal tief durch. Schließlich wollte sie sich nicht streiten.



"Janus hat mir erzählt, dass du ihn geküsst hast."


Meinte Kestrel sachlich und sah Brianna fragend an, was sie dazu zu sagen hatte. Auf die Sache mit Anakin Solo ging sie überhaupt nicht ein. Die Echani punktete aufgrund ihrer Seltenheit eh bei allen männlichen Wesen. Nicht nur wegen ihrer Exotik, sondern auch, weil sie wirklich ein wenig einer Blondine ähnelte, auch wenn Brianna dies selbst nicht wahr haben wollte. Noch dazu kam ihre seltene Kampfkunst, die natürlich für allle Lichtschwertkämpfer super interessant war.

Im Moment war sie nur gespannt, was Brianna zu ihrer Verteidigung zu sagen hatte.



Lianna, Jedi-Basis - Cantina - Kestrel und Brianna
 
Lianna - Jedi Basis - Zeitweilige Unterkunft für Neuankömmlinge

Qan träumte von einem Menschen, der eine sich langsam in den Griff zurückziehende Lichtschwertklinge hinunterrutschte. Ausgeruht öffnete er seine Augen und vergaß den Traum sofort. Es war hell. Der Besalisk war verschwunden. Dafür lag Noxas nun in seinem Bett. Qan wischte sich das Haar von der Stirn. Gleich darauf fiel es wieder zurück. Er zog sein Hemd über den Kopf, dann warf er es aufs Bett. Anschließend ging er zu den Waschräumen. Dort legte er seine Kleidung in ein Fach. Die Duschen waren alle belegt. Nicht nur mit jungen Männern in seinem Alter, sondern auch mit vielen Älteren. Manche nur ein paar Jahre älter, andere waren schon in ihren Dreißigern oder Vierzigern. Er war solch alte Menschen nur als Authoritätspersonen gewöhnt. Sicher konnte er mit ihnen reden, aber er hielt immer einen gewissen Abstand. Oder vielleicht war ihr Alter dieser Abstand. Ihm fiel seine nächtliche Unterhaltung mit der weißhaarigen Dot ein. Mit ihr zu reden war kein Problem für ihn. Eine Dusche wurde frei. Das Wasser war wirklich eine wahre Wohltat. Schon warteten andere. Wäre es nicht so voll gewesen, hätte er sich mehr Zeit als bloß eine rasche Säuberung gegönnt. Es gab einige, die schon unter den Duschen standen, bevor er gekommen war. Sie hatten es nicht eilig. Qan war sich sicher, dass sie die Rücksichtnahme der Jedi noch lernen würden. Das sie ein Leben voller Selbstbestimmung geführt und entsprechend schlechte Angewohnheiten hatten, kam ihm nicht in den Sinn.

Auf seinem Zimmer überprüfte er seinen Terminplan. Nichts. Absolut leer. Kein Unterricht, keine Überprüfung, keine Aufgaben, gar nichts. Er schlenderte zur Katine. Sein Frühstück aß er allein neben einer Gruppe von älteren Twi'lek. Danach wanderte er umher. Dabei fand er einen großen Raum, dessen Rückwand fast ganz und gar von einem riesigen Fenster eingenommen wurde. Nur wenige der dutzenden Kissen waren belegt. Qan setzte sich. Wie lange er in Meditation versank, wusste er nicht. Nachdem er seine Augen aufgetan hatte, sah er, dass der Raum so gut wie leer war. Kurzerhand setzte er seine Erkundung fort. Bald erreichte er einen Ort an dem ein Echsenmensch und eine junge Frau etwa in Qans Alter mit Stöckern gegeneinander kämpften. Er hielt an und sah ihnen zu.


Lianna - Jedi Basis - Trainingsraum in Anwesenheit von Allison Neldres und Ima-Gun Di
 
Lianna – Jedi-Basis – Sitzbank im Eingangsbereich – Joseline, Raiken und Jeg Harkness

Was Raiken über Tatooine sagte war traurig, und leider auch so wahr. Es gab Orte in der Galaxis, an denen himmelschreiende Ungerechtigkeit herrschte, an denen es schlimmer war als im Imperium, und die Jedi konnten nichts dagegen tun. Beziehungweise man könnte theoretisch, doch in der Praxis gab es immer eine Menge anderer Dinge, die noch dringender waren, auch innerhalb der Grenzen der Republik. Abgesehen davon konnte man zwar einen Planeten reinwaschen, selbst eine Kugel Dreck wie Tatooine, aber kein Konzept aus der Galaxis schaffen. Das Verbrechen würde sich einfach einen anderen Ort suchen und diesen zu seiner Hochburg machen. Das blöde daran, ein Jedi zu sein war, dass man nicht die ganze Galaxis auf einmal schützen konnte.

In Raikens Fall hätte man aber sicherlich etwas tun können. Jeg propagierte, dass Gewaltlosigkeit keine Lösung war, auch wenn es ohnehin nur wenige Jedi gab, die diese absolut zu ihrem Lebensweg erkoren hatten. Wenn irgend so ein Haufen Sch… wie Raikens Verfolger keinen Respekt vor einem Jedi hatten, lehrte man ihnen diesen eben, bevor die Dinge außer Kontrolle gerieten. Wenn man ihnen gleich ihre Grenzen aufzeigte, würde man später nicht so weit gehen müssen, wenn sie schließlich auf die Spitze trieben und die letzte rote Linie überschritten. Das hätte Jeg so oder so ähnlich gesagt, wenn Joseline nicht des Weges gekommen wäre, die zweifellos eine bessere Rednerin war als er.

Sachlich stimmte die Rätin mit ihm überein, auch sie plädierte für Milde in Raikens Fall, der nun wirklich alles andere als uneinsichtig war. Es ging ja nun nicht um das töten irgendwelchen Abschaums. Jedi töteten ständig irgendwelchen Abschaum, überall in der Galaxis, und meist auch vorsätzlich. Nur ließen sich diese dabei nicht von der dunklen Seite leiten, was das wirkliche Problem bei Raiken war, wegen dem Konsequenzen gefordert waren. Das musste nicht unbedingt eine Strafe sein, auch Joseline schien den Jungen eher als jemanden zu sehen, der in Gefahr schwebte, eher als selbst eine darzustellen. Er bewunderte die blinde Rätin ohnehin dafür, wie sie auf Raikens Worte reagiert hatte. Obwohl sie bereits vor vielen Jahren ihr Augenlicht verloren hatte, schien sie ihren Frieden damit gemacht zu haben, und reagierte mit einer Souveränität, die nicht einmal ein Jeg Harkness vorweisen könnte und von der Raiken hoffentlich etwas lernen würde.


»Ganz recht. Sein Zweifel ist nur ein Nährboden der dunklen Seite,«


Fügte der Jedi-Meister leise an Joseline gerichtet hinzu und ergänzte laut.

»Überlasst den Flimsikram mir, Rätin, ich kümmere mich darum.«

Es reichte schließlich, wenn Joseline ihre wertvolle, knappe Zeit dafür opferte, Raiken zu begleiten und sicherlich hätte Jeg keinen besseren Vorschlag gehabt, als den jungen Mann die Seele frei plaudern und ihn in der friedlichen, meditativen Umgebung des Gartens seine innere Ruhe wiederfinden zu lassen. Zum Glück war Raiken damit auch einverstanden. Jeg hatte ein wenig befürchtet, dass dieser verlangen würde, eingesperrt zu werden und ihn mit seinen düsteren Gedanken allein zu lassen wäre das schlimmste, was man momentan machen konnte. Außerdem trieben sich da manchmal
Leute in den Arrestzellen herum…

»Natürlich, ich werde es einfach als Teil meiner Runde ansehen. Raikens Lichtschwert habe ich hier,«

Bejahte Jeg die Frage Joselines und zeigte kurz die Waffe des jungen Ritters vor, bevor er sich den beiden anschloss. Es war interessant, wie offen die Rätin Raiken gegenüber aus dem Nähkästchen plauderte.

»Einer Rätin steht es zweifellos gut zu Gesicht, kommunikativ zu sein,«


Warf Jeg ein und fuhr in Bezug auf Logreis vermeintliche Opfer fort:


»Ja, diese Typen scheinen es faustdick hinter den Ohren gehabt zu haben und es konnte wahrscheinlich nur böse enden mit denen. Schade, dass es zuvor noch so weit kommen musste.«


Tatsächlich steuerte Joseline die Gärten an, wie Jeg bereits vermutet hatte und bedauerte dabei, wie wenig Zeit sie hatte, um diesen zu genießen.

»Aber du hast noch mehr Zeit, Raiken. Diese Zeit würde ich mir nehmen, um zu meditieren, zu entspannen und einfach nur zu genießen. Damit du zur Ruhe kommst und wieder du selbst wirst, denn was auf Tatooine passiert ist warst nicht wirklich du. Es war etwas anderes, was dich benutzt hat.«

Natürlich bezog sich der Zeltron auf die dunkle Seite und war sehr überrascht, als Joseline nicht im Garten innehielt, um dort zu verweilen, sondern geradewegs durchmarschierte und durch eine Tür in Richtung der Trainingsräume. Er konnte sich keinen Reim darauf machen, was sie mit ihm trainieren wollte, aber er konnte schon einmal auf der Suche nach einem passenden Raum gehen. Er öffnete die erstbeste Tür, spechtete hindurch und sah einen Nikto (Ima) und eine Menschin mit dunkelrotem Haar (Allison), die gerade Nahkampfübungen machten – hoffte er zumindest, da sie mit verteilten Übungsklingen auszutesten schienen, wer stärker war und ob sie stärker waren als der Duraplastkrempel, den man den Anfängern vorsetzte. Ein dritter Padawan (Qan) schaute dem Kräftemessen zu.


»Hallo!«

Begrüßte er sie, um sich dann zu Raiken und Joseline umzudrehen.


»Dieser hier sieht gut aus, Rätin. Das heißt, wenn Ihr denn vorhattet, zu trainieren.«

Lianna – Jedi-Basis – im Trainingsraum: Qan, Ima und Allison – an der Tür: Joseline, Raiken und Jeg Harkness
 
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- Lianna - Raumhafen - Landebucht 42 - Empress - Lounge - Mit Cris -

Die Augen geschlossen, hörte Noa Cris' Stimme und fühlte seine Arme um ihren Körper. Es waren nur er und sie, der Rest der Galaxis wartete vor den Türen des Raumschiffes. Einen solchen Moment hatte sie sich gewünscht, auch wenn es nicht ihr Plan gewesen war, sich emotional so zu entblößen. Es ginge wohl noch schlimmer, dachte sie bei sich. Die wenigen Worte, die sie zu Cris gesagt hatte waren eine große Hürde für sie gewesen, doch es gab noch mehr, noch ganze andere Wahrheiten, die sie Cris früher oder später von sich zeigen musste. Ob sie sich Mut dafür würde antrinken müssen? Noa wollte noch nicht darüber nachdenken. Ein Problem nach dem anderen.

"Es gibt so vieles zu überlegen."

Sprach sie, noch immer an Cris' Schulter gelehnt.

"Eigentlich hatte ich vor gehabt für eine Weile auf Lianna zu bleiben und mir eine Wohnung zu suchen. Mein Job hier ist eine richtige Chance für mich."

Sie befreite sich ein wenig aus seinen Armen, nicht weil sie seine Berührung nicht mehr wollte, sondern weil es ein wichtiges Thema war und sie ihn ansehen musste, wenn sie darüber sprach. Es lenkte ein wenig ab von Noas Gefühlsausbruch, was zwar nicht völlig von ihr beabsichtigt war, aber dennoch den positiven Nebeneffekt hatte, ihr Gelegenheit zu geben sich wieder zu sammeln.

"Aber du hast mehrfach Coruscant erwähnt und ich weiss nicht, wie ernst dir das ist. Und dieses Schiff..."

Noa beschloss, den Satz nicht zu beenden. Sie wollte nicht diskutieren, nicht jetzt, und alles was sie hätte sagen können, hätte nur dazu beigetragen die Debatte neu zu entfachen. Es war natürlich nicht einfach, eine gemeinsame Zukunft zu planen, wenn Cris Entscheidungen alleine traf, doch was half es, das wieder zu erwähnen? Ausserdem hatte Lorraine schon ihren ersten Streit unterbrochen, sie musste keinen zweiten mitbekommen. Vielleicht war es aber auch sowieso egal. Wenn Cris die Yacht gekauft hatte um darauf zu wohnen, konnte er das tun. Das musste nicht kollidieren mit Noas Plänen, eine Wohnung zu mieten.

"In erster Linie möchte ich mit dir zusammen sein."

Dafür war sie bereit, einiges aufzugeben, allem voran ihre Unabhängigkeit, die jeder Beziehung zum Opfer fiel, jedoch umso mehr, wenn Kinder im Spiel waren.

"Natürlich ist das Wie und auch das Wo wichtig, aber ich schätze das müssen wir einfach zusammen überlegen oder heraus finden."

Bildete sie sich das nur ein, oder klang das in der Theorie auf einmal erstaunlich einfach? War es nur das, oder half es bereits, wenn man einfach offen miteinander redete? Den Anfang hatten sie jedenfalls geschafft.

"Ich bin auch erleichtert, über Lorraine... sie wirkte ganz cool damit, dass du kein Single-Dad bist."

Noa lächelte vorsichtig erleichtert. Hoffentlich blieb das so.

"Und ich glaube, es lief ganz gut... abgesehen vom Anfang. Tut mir Leid, dass sie das sie das mit deiner Suspendierung mitbekommen hat."

Das war in der Tat schief gelaufen. Auch wenn Lorraine darüber nichts mehr gesagt hatte, würde sie es sicher nicht vergessen haben. Vielleicht war auch genau das der Grund, warum sie Noa überhaupt nach Cris' Arbeit gefragt hatte. Ob sie ihm davon erzählen sollte? Nein, besser nicht.

"Denkst du, wir können uns morgen sehen? Vielleicht wenn sie in der Schule ist."

Schlug sie schließlich vor.

"Oder auch übermorgen, falls dir das besser passt."

Schob sie rasch hinterher, weil sie nicht zu anhänglich wirken wollte, auch wenn sie das Gefühl hatte, dass Cris der letzte Mann auf diesem Planeten war, dem das etwas ausgemacht hätte. Davon abgesehen sollte er eigentlich Zeit ohne Ende haben, jetzt wo der Geheimdienst ihn mit sofortiger Wirkung suspendiert hatte.

"Du könntest mir noch mal Frühstück machen. Ich erinnere mich, dass du das schon einmal gemacht hast."

Sie dachte an Coruscant zurück und die ersten Anzeichen dafür, dass sie begonnen hatte sich in Cris Sheldon zu vergucken. Das hatte sie bis hierher geführt. Für einen Moment zog sie in Erwägung, sich umzuentscheiden und noch zu bleiben, doch sie verwarf den Gedanken. Sie brauchte wirklich Zeit für sich und sie war dankbar, dass Cris dafür Verständnis hatte.

- Lianna - Raumhafen - Landebucht 42 - Empress - Lounge - Mit Cris -
 
Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Eowyn, Tahn Rumb (NPC) und Droide

„Oh, ich vergaß. Fürsorglich, genau“, lächelte Ian halb Eowyn zu, halb in sich hinein. Und während Ian lächelte, fiel ihm auch Yaro wieder ein und vielleicht konnte er versuchen, das kleine Pelztier ein wenig abzurichten? Wobei es wohl wenig Sinn machte, ihn in sein Zimmer zu nehmen und ihm damit den Zugang nach draußen zu versperren. Einen kurzen Moment fragte Ian sich ohnehin, wie das Wesen im Orden lebten sollte. Auf Va’art hatte er sich darüber keinerlei Gedanken gemacht. Aber jetzt? Eowyn oder er würden es kaum die ganze Zeit auf der Schulter herumtragen können. Aber vielleicht gab es Wege und Möglichkeiten, wie das kleine Tier dennoch seine Freiheit hatte. Da machte Ian sich doch allen Ernstes mehr Gedanken über Yaro, als über sich.

Dann nickte Ian, denn beim Raumhafen nachzufragen, war sicher die einfachste Variante für sie. „ich denke, es wäre sinnvoll das Schiff zu verkaufen“, waren schlussendlich Worte, die ihm keinesfalls einfach über die Lippen gingen. „
Es ist wohl keine so gute Idee das Schiff im Raumhafen stehen zu lassen. Vielleicht klingt es paranoid, aber wenn die falschen Personenkreise darauf aufmerksam werden.“ Nicht, dass es wenige Typen seines Schiffes gab. Aber seine Abwesenheit vom Orden war sicher längst bemerkt worden, schließlich hatte er Allegious nicht Bericht erstattet. Die Nightmare zu verkaufen, würde aber auch zur Folge haben, dass letzte Stücken Zuhause zu verlieren, das er hatte. Eine Wohnung hatte Ian schließlich längst nicht mehr und für den Kauf der Sandkorn waren nicht gerade wenig Ersparnisse abhandengekommen. „Da sind ein paar Dinge, die ich Joseline fragen muss. Auch in wie weit mir hier was gestattet ist.“ Dass er sich nicht frei bewegen durfte, war klar. Aber was durfte er hier im Orden überhaupt? Würde es ihm erlaubt sein, zu trainieren oder zumindest irgendwann die Bibliothek zu besuchen? All das stand noch offen.

Schließlich folgte das, was Joseline angekündigt hatte. Der Heiler betrat den Raum, untersuchte Ian und konnte nichts feststellen, dass bedrohlich gewesen wäre. Seine Lunge war am Abheilen, demnach bestand kein Grund zur Sorge. Sorge aber flammte tatsächlich auf, als Rumb Eowyn untersuchte und von Anzeichen einer starken Erkältung sprach. Stark? Ian wurde sofort hellhörig und kam nicht umhin, sofort an Coruscant zu denken.
„Was soll das bedeuten? Starke Erkältung?“, wandte Ian sich unvermittelt an den Sullustaner, die Sorge greifbar in der Stimme, als Rumb sich langsam zu Ian herum drehte und ihn eine Weile musterte, ohne eine Antwort zu geben. Die verstreichenden Sekunden ließen zweierlei wachsen: Ians Sorge und seine Ungeduld. Gerade, als er wahrscheinlich sehr unwirsch, seine Frage wiederholen wollte, setzte der andere zu einer Antwort an. ‚Es bedeutet, dass eine erhöhte Aktivität des Immunsystems festzustellen ist. Außerdem eine vermehrte Produktion von Krankheitserregern, wie Respiratory-Syncytial-Viren.‘ Ian runzelte die Stirn und zur Sorge gesellte sich Ärger über den Sullustaner. „Was bedeutet das genau?“ wollte Ian wissen, der sich bemühte, seine Stimme nicht zu erheben. ‚Sind wir auf einmal nicht mehr zu Scherzen aufgelegt? ‘ War das die Antwort eines Jedi? Ians Blick wanderte zu Eowyn, dann zurück zu Rumb. Tief durchatmend, sah der Dunkelhaarige das wesentlich kleinere Geschöpf vor sich an, spielte für eine Sekunde mit dem Gedanken, sich direkt vor ihn zu stellen und in ganzer Größe zu präsentieren, verwarf diesen Gedanken aber sofort wieder. „‚In Anbetracht des Virus solltet Ihr Eure Wortwahl ebenfalls überdenken“, kam Ian dennoch nicht umhin zu sagen und klang dabei allerhöchstens höflich bemüht. ‚Es bedeutet, dass vorerst kein Grund zur Sorge besteht, ‘ er drehte sich zu Eowyn herum, ‚Ihr Euch in 24 Stunden aber erneut melden solltet, wenn sich die Symptome verschlimmern oder Anzeichen wie hohes Fieber auftreten. ‘ Die schwarzen Augen des Sullustaners heftete sich einen Augenblick an Ians, gerade so, als wolle er irgendetwas prüfen, doch Ian hielt dessen Blick, mit angehaltener Luft stand. Als der Heiler auch Eowyns Behandlung für beendet erklärte und beiden ein Medikament daließ, verließ er mit dem Droiden den Raum.
Und dann war Ian derjenige, der Eowyn, mit klopfendem Herzen musterte. Sie hatte behauptet, sich gut zu fühlen, aber: „
Hast du irgendwelche Anzeichen? Neben der Müdigkeit? Möchtest du dich hinlegen? Ich kann mich dahin setzen“, und da deute er auf den Stuhl, auf dem er selbst Minuten zuvor noch gesessen hatte.

Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Eowyn
 
Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Ian

Die "Nightmare" verkaufen?!? Alarmiert horchte Eowyn auf. Sie hatte das Schiff gesehen - und obwohl sie damals Ian kaum gekannt hatte, ihr war von Anfang an klar gewesen, was die "Nightmare" ihm bedeutete. Alleine die Einrichtung... Aber er hatte Recht, das Schiff war zu auffällig. Nicht auf den ersten Blick, aber wer danach suchte, oder wer es kannte... Zu riskant. Stang. Aber auf Anhieb wusste sie auch keine andere Lösung für das Problem und konnte ihm nicht widersprechen. Vielleicht konnte man es irgendwo anders unterstellen, oder auf einen anderen, unauffälligeren Planeten schaffen... vielleicht war sogar das die Idee. Mit der "Nightmare" eine falsche Spur zu legen konnte doch nicht schaden? Aber bevor Eowyn Ian ihre Überlegungen mitteilen konnte wurde sie durch die Ankunft des Sullustaners unterbrochen.


Als Ian noch einmal nachhakte, als der Heiler schon seine Erklärung abgeliefert hatte, seufzte Eowyn leicht. Was sollte "starke Erkältung" schon anderes heißen als "starke Erkältung"? Ian durfte das doch nicht verwundern. Er hatte die letzten Tage kaum getrennt von ihr verbracht. Was war schon eine Erkältung? Sie würde auch wieder vergehen. Ein paar Tage Halskratzen, ein bisschen Kopfweh, viel trinken, und das war es dann.
Ein
klitzekleines bisschen konnte sie die Reaktion von Rumb nachvollziehen. Was sollte er schon darauf antworten? Ian wusste doch, was eine Erkältung war, und eine starke Erkältung war einfach... nun, ein bisschen stärker eben. Wo lag das Problem? Den Anfang seiner Erläuterung konnte Eowyn noch nachvollziehen, aber spätestens bei dem komplizierten Namen hörte alles auf. Resp... was? Unwichtig. Viren eben, von denen gab es auf Va'art sicher genug. Es war wirklich NICHT verwunderlich!
Für Ian offensichtlich schon. Eowyn verdrehte leicht die Augen. Was genau das bedeutete hatte der Jedi doch schon gesagt. Aufpassen, schonen, was auch immer. Andererseits... vielleicht würde sie ähnlich reagieren, wenn es um
ihn ging... sie sollte vielleicht nicht so hart mit ihm sein.
Rumb konnte Ian offensichtlich nicht ausstehen, das war mit dem nächsten Satz transparistahlklar, und damit hatte er auch komplett
ihre Sympathien verspielt. Was auch immer er von Joseline wusste, es schien ihm nicht zu gefallen und Ian gefiel ihm erst Recht nicht. Na das konnte noch heiter werden, wenn der Sullustaner zu den Tratschtanten gehörte... Nein, seine Entgegnung war nicht sonderlich freundlich. Ja, auch sie war leicht genervt von Ians... Sorge, allerdings berechtigte das den Profi wirklich nicht zu einer solchen Aussage. Finster starrte Eowyn den Heiler an. Nein, das war nicht professionell, und Ian nun zu reizen war ebenfalls keine gute Idee. Sie runzelte die Stirn, als sie Ian einen warnenden Blick zuwarf. Ob er ihn sah oder nicht, er hatte sich im Griff, was ein wenig beruhigend war. Denn seine Antwort ging vollkommen in Ordnung, auch wenn Eowyn doch stark bezweifelte, dass es sich bei diesen Viren um das Coruscant-Virus handelte. Dann hätte der Sullustaner vermutlich völlig anders reagiert. Immerhin hatte der wohl kapiert, dass er sich momentan nicht mit einem von ihnen anlegen sollte, besonders nicht mit Ian, und gab sich nun kooperativ.

Beobachten also. Wie gehabt. Das hätten sie auch früher oder schneller erfahren können... Eowyn seufzte und nickte.
Dann melde ich mich, in Ordnung. Es schien so, als ob Rumb ihre Antwort kaum mitbekam, denn er und Ian lieferten sich nun ein kurzes, aber intensives stummes Duell im Anstarren. Das fing ja fantastisch an! Was ging im Kopf des Sullustaners vor sich? Klar war, dass er Ian nicht leiden konnte, aber so ganz nachvollziehen konnte Eowyn das nicht. Sicher hatte ihr Gespräch nicht den besten Beginn gehabt, aber... Sie schüttelte leicht den Kopf. Das gefiel ihr nicht. Ganz und gar nicht. Irgendwelche bescheuerten Gerüchte würden ihnen nun nicht weiterhelfen.

Erleichtert atmete sie auf, als der Jedi ohne weitere Zwischenfälle den Raum verließ.
Wichtigtuer, murmelte sie unwillkürlich. Aber nun war sie es, die sich Ian stellen musste. Sein besorgter Blick sprach Bände. Na das konnte etwas werden. Ian, es geht mir gut, wirklich, sprach sie beruhigend auf ihn ein. Ich bin nur ein bisschen müde. Vielleicht auch ein bisschen mehr, aber durchaus im Rahmen. Und ich finde, "nur" eine Erkältung von Va'art mitgebracht zu haben ist doch gar nicht so übel, hm? Sie lächelte unsicher. Nein, sie würde jetzt sicher nicht anfangen, sich wegen einer Erkältung Sorgen zu machen, Ian sollte ihr das bloß nicht einreden. Sie hatte genug im Kopf. Nur bekam sie langsam die Befürchtung, dass das mit dem "schonen" ernster werden konnte, als sie es vorgehabt hatte. Andererseits... Ian würde ihr nicht den ganzen Tag hinterherlaufen. Wirklich, ich bin okay, bestätigte Eowyn noch einmal und griff nach seiner Hand. Sie war doch okay... oder? Ihr war nichts besonderes aufgefallen zumindest. Schlafen kann ich auch im Sitzen. Das hatte sie gerade eben ja schon unter Beweis gestellt. Sie war sich nicht sicher ob sie ihn überzeugt hatte - runzelte dann aber die Stirn. Konnte sie Ian anstecken? Davon hatte Rumb nichts gesagt... Hätte er etwas gesagt, wenn es möglich wäre? Ian war die ganze Zeit mit ihr zusammengewesen, hätte er wenn nicht schon längst ebenfalls krank werden müssen? Das hätte sie vielleicht fragen sollen, aber sie würde den Sullustaner deshalb sicher nicht noch einmal kontaktieren. Aber vielleicht sollte ich gehen... sagte sie schließlich zögerlich und ließ Ians Hand wieder los. Ich will dich nicht anstecken oder so. Na wunderbar. Eben noch hatte sie sich darüber geärgert, so wenig Zeit mit ihm zu haben, und nun war da womöglich erst einmal gar keine mehr. DAS war frustrierend. Wirklich.
Missmutig schaute sie auf Ians Füße vor sich und seufzte. Das war einfach nicht fair.
Einfach -
Nicht -
Fair.
Sie hatte das absolut kindische Bedürfnis, irgendetwas an die Wand zu werfen, aber das war wohl keine so gute Idee. Besonders nicht vor Ian. Und das Kissen lag wieder brav auf dem Bett. Nun ja, das konnte sie gleich in ihrem Zimmer erledigen. Allein. Fantastisch.
Was hatte die Macht gegen sie?


Aber bevor sie ging... Aber noch kurz etwas anderes - ich habe nachgedacht. Vielleicht brauchst du die "Nightmare" nicht zu verkaufen. Vielleicht reicht es, sie wo anders hinzuschicken... Vielleicht ist das sogar eine gute Idee. Ein bisschen ablenken. Wir können für den Ernstfall das Logbuch verändern, Spuren verwischen... falls jemand sie finden sollte bereitet das vielleicht eher ihnen Probleme als uns.

Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Ian
 
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[Lianna-System, Lianna, Lianna City, Raumhafen, Landebucht 42, Empress of Blades, Lounge]- Cris, Noa, (Lorraine, R6-C2)

Noa sprach nichts an, was Cris nicht vollkommen nachvollziehen konnte, und als sie ihre eigenen Pläne erwähnte, eine Wohnung auf Lianna zu mieten und in ihrem Job vermutlich auf die nächste Etappe hinzuarbeiten, verstand er bereits ein wenig besser (oder meinte zu verstehen) warum sie auf den Kauf der Empress so negativ reagiert hatte. Er hatte angenommen, dass sie nach der Befreiung Coruscants so schnell wie möglich in ihre Heimat zurückkehren wollte – und im Grunde hatte er selbiges auch vom Orden gedacht, da sich der Tempel, der wahre Tempel der Jedi auf dem Planeten befand – doch das waren eben nur Annahmen gewesen, die er unwissentlich an seine eigenen Bedürfnisse angepasst hatte. Wenn er jetzt, mit dem Segen des nachträglichen Betrachtens der Situation, darüber nachdachte, kam er sich ein wenig einfältig vor.

„Es ist nichts in Stein gemeißelt…“, sagte er leise und lächelte sie an.

„Ich war zum Glück nicht lange genug alleine, um gänzlich unumkehrbare Entscheidungen zu treffen.“

Nach wie vor dachte er, dass der Kauf der Empress of Blades insgesamt kein Fehler gewesen war – er musste das Schiff schließlich nicht zwingend irgendwohin fliegen und konnte mit ihm problemlos auf Lianna bleiben, sich hier eine neue Beschäftigung suchen, doch wenn Noa von ihm verlangen sollte, die Yacht zu verkaufen, würde er das ohne zu zögern tun. Sie war ihm wichtiger als jedes Raumschiff, jeder Wertgegenstand – sie und Lorraine.

„Wir finden schon eine Lösung.“

Er drückte leicht ihre Arme.

„Zusammen.“

Dann sprach Noa von Lorraine und davon, wie überrascht sie angesichts der Tatsache war, dass Cris‘ Tochter sie fast nahtlos akzeptiert hatte. Cris musste schmunzeln – er teilte diese Verwunderung, doch Lorraine hatte sich auch im Allgemeinen als sehr anpassungsfähig erwiesen.

„Sie war es vermutlich noch nicht einmal gewohnt, überhaupt einen Dad zu haben, von daher war das dann wohl kein so großer Schritt mehr.“

Er zuckte mit den Achseln.

„Und mach dir keine Sorgen wegen der Suspendierung. Ich hätte es ihr sowieso schon bald erzählt… irgendwie…“

Ganz leicht würde das indes nicht werden, schließlich wusste Lorraine noch nicht einmal, was genau er eigentlich gearbeitet hatte. Vermutlich würde sie sogar die Schule wechseln müssen, da sie nun nicht mehr die Privilegien eines Angestellten der Regierung genoss – oder hatte seine Suspendierung zumindest daran nichts geändert? Er musste mit Selby bei Gelegenheit darüber sprechen, wie er auch arrangieren musste, dass die wenigen Besitztümer, die er in seiner Wohnung auf Lianna hatte ansammeln können, zunächst auf die Empress gebracht wurden, ehe er und Noa gemeinsam entschieden, was nun wirklich mit dem Schiff passieren sollte.

Jetzt aber war Noa erst einmal wichtig. Als sie – ein wenig unsicher? – vorschlug, dass sie sich, wenn es ihm besser passte, auch erst am übernächsten Tag treffen konnten, schüttelte er heftig mit dem Kopf. Glaubte sie wirklich, dass er es nach dem wochenlangen Flug von Naboo so lange ohne sie aushalten konnte?

„Morgen“, sagte er ihr entschlossen und zog sie wieder ein wenig enger an sich.

„Das wird das Frühstück aller Frühstücke. Versprochen.“

Eine vielleicht etwas großspurige Ankündigung, doch er wusste, dass ihr das Frühstück, auf das sie anspielte, durchaus gefallen hatte. Darauf ließ sich aufbauen.

Er beugte sich vollends zu Noa vor und küsste sie zärtlich.

„Gute Nacht.“

Es fiel ihm schwer, sie gehen zu lassen, doch es tat gut, zu wissen, dass sie zurückkehren würde. So unendlich gut…

[Lianna-System, Lianna, Lianna City, Raumhafen, Landebucht 42, Empress of Blades, Lounge]- Cris, Noa, (Lorraine, R6-C2)
 

Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Eowyn


Das ‚Wichtigtuer‘ Eowyns, ignorierte Ian, denn der Sullustaner hatte, ob bewusst oder unbewusst, die Sorge geschürt, dass sich bei Eowyn vielleicht keine normale Erkältung anbahnte. Wie lange waren sie auf Coruscant gewesen? Im Vergleich zu Va’art nur sehr kurz, aber der Dunkelhaarige hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wann das Virus ausgelöst worden war. Als sie schon verschwunden waren? Als sie noch auf Coruscant gewesen waren? Sicher erkrankte nicht jeder sofort an dem… Eowyn unterbrach seinen Gedankengang, natürlich um ihn sofort zu beruhigen. Zugegebenermaßen erfasste Ian ein wenig groll, denn er wusste nichts über das Virus, auf Coruscant. Keine Symptome, nichts. Hätte er doch an Bord von Major Muurks die Möglichkeit genutzt, das Holo Net zu durchforsten. Auf der anderen Seite machte es keinen Sinn. Wobei Ian auch hier nicht wusste, wie lang die Inkubationszeit war und so seufzte er. Sicher war es jetzt keine kluge Idee, vom schlimmsten auszugehen und Eowyn panisch zu machen. Ihre zweite Bestätigung, machte ihn zwar nicht unbedingt glauben, aber sie beruhigte ihn ein wenig. Minimal. Fast nicht.

„Wenn sie von Va’art ist, sicher nicht.“ Wieder ein musternder Blick, dann ein neuerliches Seufzen. „Tut mir leid. Ich sollte aufhören, vom schlimmsten auszugehen.“ Natürlich sollte er das und Ian wusste es selbst. „Es ist von Va’art, genau wie bei mir.“ Va’art als Auslöser zu sehen, machte sogar Sinn. Der Regen, das seltsame Klima, die Anstrengung. Va’art. Va’art, nicht Coruscant, versuchte Ian sich zu überzeugen und ein klein wenig gelang es dann tatsächlich. „Kannst du trotzdem, “ und er räusperte sich, ein wenig verlegen, „bescheid sagen, wenn sich etwas ändert?“ Eowyn selbst geriet dann ins Straucheln, als sie seine Hand erst ergriff, um sie dann wieder los zu lassen, wegen der Befürchtung, ihn anstecken zu können.

„Ich bin relativ gesund, das hast du doch gerade gehört und ich schätze, das mit dem Anstecken ist jetzt ohnehin schon zu spät.“ Schließlich waren sie bisher die ganze Zeit zusammen gewesen. „Und dieser Rumb war doch sympathisch. Wenn er mich hier öfter besucht, werden wir vielleicht sogar dicke Freunde.“ Es wäre um einiges einfacher gewesen, Eowyn schlicht zu bitten, nicht zu gehen, warum also dieser idiotische Witz und woher diese falsche Verlegenheit? Wie oft hatte Ian heute schon geseufzt? Hundert Mal? Hunderttausend Mal? Die Anzahl war wohl unerheblich, denn es kam ein weiteres Seufzen dazu. „Vielleicht bleibst du einfach noch einen Moment?“ Immerhin begriff Ian, was die Situation so seltsam machte. Auf Va’art hatten es die Situation, dass einer ging, nicht gegeben. Sie hatten fünf Tage und Nächte am Stück miteinander verbracht – was sich hier auf Lianna zwangsläufig ändern würde. Und war Ian ehrlich, wusste er nicht, wie sehr ihm das gefallen sollte. Nicht, dass er ständig an Eowyn kleben wollte, aber, ach, was brachte es, sich Ausreden im Kopf zurecht zu legen? Nun immer darauf warten zu müssen wie und ob er sie sehen konnte- schließlich hatte er keinen alleinigen Freigang – und die Tatsache, die Nächte alleine zu verbringen, gefielen dem Dunkelhaarigen einfach nicht. Sich nun an der Tür zu verabschieden, war daher nicht nur seltsam, sondern in gewisser Weise auch bedauerlich.

Wie gut, dass Eowyn die Nightmare wieder erwähnte. Das verzögerte ihr Gehen wenigstens ein bisschen.
"Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob mir dieser Gedanke gefällt.“ Sicher, es war besser, als das Schiff zu verkaufen. Es hingegen erneut auf eine Reise zu schicken, ohne selbst an Bord zu sein. „Ich will nicht, dass ihr das gleiche Schicksal blüht, wie der Sandkorn.“ Dafür war ihm das Schiff zu wichtig. Es in den Händen einer anderen Person zu wissen, war allemal besser, als der Gedanke, es brennend auf einem Mond zu sehen. Dafür hatte er schlicht zu viel Arbeit und Liebe in das Schiff investiert.


Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Eowyn

 
Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Ian

Eowyn wünschte, sie wäre selbst zur Krankenstation gegangen. Dann hätte Ian niemals mitbekommen, dass sie angeschlagen war, und alles wäre gut. Es machte keinen Sinn, dass er sich solche Sorgen machte. Hätte Rumb das Virus denn benennen können, wenn es das von Coruscant war? Nein. Er hätte keine Ahnung gehabt und sie sicher nicht alleine in der Basis herumstreunern lassen. Alleine das musste doch schon Zeichen genug sein, dass sie einfach nur eine Erkältung hatte. Ian, sie ist von Va'art, sagte Eowyn so sanft sie nur konnte und sah ihm aufmunternd in die Augen. Und es ist auch nur eine Erkältung. Aber natürlich war es nicht so hilfreich, dass er mit aller Macht wieder an den Grund seines Hierseins erinnert worden war. Sie lächelte ein wenig. Ja, das solltest du nicht. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Und ja, ich sage dir Bescheid, in Ordnung? Herrje, das einzuhalten würde ihr schwerfallen. Aber vielleicht gab es dazu auch keinen Grund. Vermutlich gab es keinen Grund.

Sie konnte ein erneutes Gähnen nicht unterdrücken, als Ian ihr erläuterte, dass es ohnehin vermutlich schon zu spät war. Da hatte er auch wieder Recht, daran hatte sie nicht gedacht. Das war... einerseits gut, andererseits wiederum gar nicht. Und hätte der Sullustaner ihr nicht
gesagt, wenn sie Abstand halten sollte? Oder war er davon ausgegangen, dass einem der gesunde Menschenverstand das schon sagen würde... Eowyn seufzte. Sie war zu müde für solche Gedanken.
Das Schnauben kam unaufhaltsam aus ihr heraus. Ian und Rumb, Freunde, allein die Vorstellung war lachhaft. Eowyn hoffte nur, dass es bei dieser einmaligen Begegnung blieb.
Ich bete darum, dass er dich nicht öfter besucht... Weißt du, ich hätte nichts dagegen, wenn ihr beide an einem Stück bleiben würdet. Bei Rumb würde es sie vielleicht ein bischen weniger stören, aber langfristig war auch das keine gute Idee.
Noch einen Moment bleiben?
In Ordnung, ich denke, das kann nicht schaden... Auf ein paar Minuten kam es nun auch nicht an. Und schließlich wollte sie nicht gehen, sie wollte nicht alleine sein. Aber es war nicht sonderlich bequem, wenn Ian vor ihr stand, und so erhob sie sich und schlurfte wieder zurück in Richtung Bett.

Sithspawn!, entfuhr es ihr, als sie sich gerade setzte. Sie war wirklich langsam im Denken gerade! Wo hatte sie nur ihren Kopf? Dass sie vielleicht ansteckend war hieß nicht nur, dass sie dieses Zimmer verlassen sollte, es hieß auch, dass sie die Datenkarten nicht selber wegbringen und auch sonst nichts erledigen konnte. Oh sie war fantastisch intelligent momentan. Es wurde ja immer besser. Aber wenn es so ernst war, hätte Rumb nicht etwas gesagt? Bei allen Sonnen, sie sollte ihn einfach kontaktieren... Das kostete sie nichts... Aber ein kleiner Widerwille in ihr regte sich dagegen. Er hätte es ihr auch einfach sagen können.
Entschuldige, murmelte sie verspätet. Sie hatte wirklich keinen guten Umgangston, besonders nicht, wenn sie müde war. Ich glaube, ich bin gerade nicht die Schnellste im Denken... und auch nicht im Denken vor dem Reden. Hmpf. Als ob sie das jemals war. Entschuldige, sagte sie einfach noch einmal und lehnte ihren Kopf an Ians Schulter. Erkältung hin oder her, vermutlich war es richtig, es war ohnehin schon zu spät. Mir ist gerade nur klar geworden, was das alles bedeutet. Ihm war das sicher schon längst klar.

Wenn dir das unangenehm ist, kann ich das verstehen, seufzte Eowyn. Die Augen fielen ihr schon wieder zu, und sie riss sie mit aller Kraft auf. Vielleicht denkst du noch ein wenig darüber nach. Es muss nicht heute passieren, oder morgen. Aber das mit der Sandkorn... Sie wurde wieder ein wenig leiser und konnte sich nicht gegen die schließenden Augen wehren. Es machte auch nichts, sie kurz zuzumachen. Dann fiel es ihr später nur umso leichter, sie wieder zu öffnen, das war klar. Nach dem Laufen war es schließlich ähnlich... ein wenig ausruhen, und dann konnte man wieder weitermachen. Weißt du, so wie mit der Sandkorn, das passiert so schnell doch nicht wieder. Nicht noch einmal. Warum auch, einmal war mehr als genug. So viel Pech hatte man nicht zwei Mal. Warum sollte es, sonst ist dir doch auch nichts passiert... Ihre Stimme war wieder in ein Murmeln übergegangen. Sie war so müde... Ian... Was wollte sie sagen? Schadet doch... Oder so ähnlich...

Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Ian
 
[Lianna - Jedi-Basis - Trainingsraum - Allison mit Ima-Gun]

Die junge Padawan war ziemlich überrascht als die beiden sich gegenüber standen und eine Kraftdemonstration durchführten. Irgendwie fand sie das ganz witzig, denn sie hatte sich bis jetzt noch mit niemanden gemessen. Nun ja, abgesehen von ihrer Meisterin vielleicht, aber das konnte man ja nicht vergleichen. Schließlich war sie in der Ausbildung gewesen und Mara war schon eine richtige Jedi-Ritterin. Technisch gesehen war es bestimmt auch unfair, da Allison einen Bonus hatte. Das Mädchen mit den dunkelroten Haaren war schon länger auf Lianna als ihr Trainingspartner und hatte daher schon ein wenig mehr Erfahrung mit der Umgebung. Das konnte schon entscheidend sein, jetzt aber, war das vollkommen egal.
Die Zwei standen sich verbissen gegenüber und drückten mit aller Macht gegen den anderen. Wahrscheinlich sah es unendlich komisch aus, aber hey, das war ein Training, man musste solche banalen Sachen ausprobieren, sonst würde man es ja nie herausfinden. Außerdem war es erleichternd zu sehen, dass sie sich auch mit anderen messen konnte und dabei gar nicht so schlecht dastand. Ein Glück! Es wäre ziemlich peinlich gewesen, wenn sie einfach gegen einen Neuling verloren hätte. Andererseits hätte es sie nur umso mehr motiviert, ihre eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Jede Niederlage war genauso wertvoll wie ein Sieg, zumindest hier, in der Jedi-Basis. Im richtigem Leben, beim echten Kampf, brachte einem eine Niederlage nur Schmerzen. Und das wollte sie nicht so schnell erleben.


Die beiden Trainingspartner duellierten sich immer noch, als ein anderer Neuling(Qan) den Raum betrat. Viel konnte sie von ihm nicht wahrnehmen, sie wusste eben bloß das er hier war. Vielleicht war er auch gar kein Neuling auf der Basis, hier sah man auch nicht immer jeden. Der Tempel war doch relativ groß. Wie derjenige aussah oder welcher Rasse er angehörte, würde sie wohl später herausfinden, denn er sah selbst dem Kampf der Zwei zu. Tja, wenigstens etwas.
Doch allein diese Tatsache irritierte die Padawan dann doch zu sehr, denn instinktiv verlagerte sie ein wenig ihre Kraft in die Richtung des Neulings und unterbrach so den direkten Kraftstrom. Ein blöder Fehler, denn dadurch wurde der Druck von Ima-Gun zu stark und die Dame rutschte mit ihrer Waffe ab und erhielt einen doch stärkeren Schlag als sie von der Plastikwaffe erwartet hatte. Das tat doch kurzzeitig weh, aber der Schmerz vereebte als sie verduzt in Richtung des Nikto starrte.
Die Reaktion die von der Padawan folgte, musste wohl doch verwirrend für manch Fremde sein, denn sie brach in lautes Gelächter aus. Warum lachte sie? Nun, so genau wusste sie das gar nicht, sie fand es nur wahnsinnig komisch und war gleichzeitig erleichtert, dass sie sich so gesteigert hatte. Niemals hätte sie gedacht, dass sie sich im Kampf mit jemanden ernsthaft messen konnte. Noch dazu, fand sie ihren eigenen Patzer vorhin nur zu lustig, dass war so ein typisches Mischgeschick, dass nur sie verüben konnte.
Um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften, beruhigte sich das Mädchen wieder und wandte sich vorerst einmal wieder an Ima-Gun, den Neuling würde sie dann gleich danach begrüßen.


"Tut mir leid, ich hoffe meine Reaktion hat dich nicht zu sehr verwirrt. Ich glaube, dass war insgeheim mein Frust über die Situation, aber der Kampf war toll. Das müssen wir wiederholen, wenns dir nichts ausmacht. Vielleicht könnten wir uns jetzt ja an die Trainingslichtschwerter wagen. Was meinst du?"

Sie schmunzelte verlegen und schenkte ihm ein entschuldigendes Lächeln. Sie hoffte inständig, dass er sie nicht als Verrückte abstempelte, aber falls doch, konnte man wohl auch nichts machen. Irgendwie war diese ganze Sache seltsam. Um sich etwas Zeit zum Nachdenken zu verschaffen, wandte sich die Dame an den Zuschauer, denn sie bekommen hatten. Diesem schenkte sie ein freundliches Lächeln, so wie es sich eben gehörte und musterte ihn neugierig.

"Hallo! Mein Name ist Allison Neldres und wie heißt du? Möchtest du auch ein bisschen mit uns üben? Oder sowas in der Art?"

Klang das jetzt vielleicht ein bisschen aufdringlich, sie hoffte nicht. Den Nikto überließ sie selbst das Reden, denn sie empfand es als unangebracht ihn auch noch vorzustellen. Vielleicht wollte er sich gar nicht vorstellen, so unlogisch wäre es nicht. Jedenfalls schien der fremde Junge ein Mensch wie sie zu sein und blonde Haare zu haben. Was wohl seine Geschichte war? Sie wurde schon richtig neugierig. Es interessierte sie immer brennend was ein neues Gesicht zu sagen hatte. Mittlerweile war sie darin schon geübt, früher hätte sie sich wahrscheinlich irgendwo hinter dem Nikto versteckt und neugierig zu dem Jungen rübergestarrt. Zum Glück war dem nicht mehr so.
Als sie auf seine Antwort wartete, würde sie schon erneut unterbrochen. Nun, vielleicht war das etwas gemein formuliert, denn ein Jedi(Jeg Harkness) begrüßte die drei ledigleich mit einem einfachem Hallo und wandte sich dann auch schon wieder zu seinen Begleitern(Joseline & Raiken). Da sie in dem Eingangsbereich des Trainingsraums standen, konnte sie nicht direkt feststellen, wer die Begleiter waren. Es schienen jedenfalls zwei Personen zu sein und eine davon kam ihr reichlich bekannt vor(Joseline). Da sie aber nicht unhöflich starren wollte, wandte sie sich bloß an den einen Jedi und nickte ihm höflich zu.


"Hallo", meinte sie knapp, da sie deren Gespräch nicht unterbrechen wollte. Das hielt sie für unangemessen, außerdem waren sie noch nicht mal wirklich im Trainingsraum eingetreten. Vielleicht wollten sie ja ganz woanders hin.

[Lianna - Jedi-Basis - Trainingsraum - Allison mit Ima-Gun und Qan ~ Joseline, Raiken und Jeg Harkness bei der Tür]
 
- Lianna - Lianna City -

Sie kannte sich nicht gut aus, woher auch? Noa war noch nicht lange genug auf Lianna um bereits eine Liste von Lieblingscafés und bevorzugten Rückzugsorten erstellt zu haben. Nachdem sie sich von Cris verabschiedet hatte, fuhr sie erst einmal etwas ziellos umher. Theoretisch hätte der Raumhafenbezirk alles geboten das sie brauchte, doch dort war es auch stressig und voll. "Ich freue mich auf Morgen.", hatte Noa noch zu Cris gesagt, bevor sie gegangen war. Ihr Wiedersehen heute war nur kurz gewesen und sie hatten nicht wirklich Zeit für sich gehabt - die Art von Zeit, die jedes Paar zu zweit brauchte. Jetzt gerade aber, so sehr sie sich auf morgen freute, wollte sie einfach etwas für sich tun, ganz alleine und ohne Hektik. Sie wusste nur nicht, was. Cloé hätte sie an einem solchen Tag für Gesichtsmasken, Maniküren oder Ganzkörperpeelings in einen Beauty Salon geschleppt. Leandro hätte sie mit ins Fitnessstudio genommen. Letzteres viel aufgrund körperlicher Einschränkungen aus. Noa hatte die Schmerzmittel inzwischen abgesetzt, alles verheilte gut, doch sie konnte keinen Sport machen und unter ihrem Verband zu schwitzen beginnen. Das wäre in allererster Linie unangenehm. Stattdessen kaufte sie sich eine große Tüte süßer Knabbereien, die ihr Abendessen sein würden (nicht besonders nahrhaft, aber lecker), sowie ein Ticket für die nächste Vorstellung im Holo-Kino. Anschließend suchte sie sich irgendeine Bar, bestellte sich einen fetten Burger (der war dann das richtige Abendessen) und orderte die aktuellsten Newsreports auf ihr Datapad, um sich endlich wieder einen vernünftigen Überblick zu verschaffen, was in der Galaxis vor sich ging: Politik, Sport, Boulevard - Noa las alles, bestellte sich ein Bier und feierte ihre Unabhängigkeit, so lange sie noch konnte. Das Verrückte war bloß, dass es ihr nicht so viel Spaß machte wie sonst. Ihre Gedanken kehrten immer wieder zu Cris zurück, selbst während der Filmvorstellung und nach zwei Stunden verließ Noa das Holo-Kino mit dem Gefühl, dass sie einige wichtige Zusammenhänge in der Handlung des Films verpasst hatte. Als sie später zurück zur Jedi-Basis fuhr, wusste sie, dass sie hier nicht mehr lange bleiben konnte. Das Zimmer war zu klein, sie war nur ein Gast und überhaupt war es kein richtiger privater Rückzugsort. Es war schön, dass sie hier schlafen konnte, wenn sie wollte, doch sie benötigte ein richtiges Zuhause. Wo aber war dieses? Ihre Heimat war Coruscant und würde es immer bleiben, ein Zuhause aber konnte variieren und auch mal nur temporär sein. Genau das hatte Noa ursprünglich für Lianna geplant. Jetzt aber, da Coruscant wieder zur Republik gehörte, Cris davon sprach dort zu leben und die Jedi möglicherweise ihren Tempel wieder bezogen würden, änderte sich die Umstände wieder. Was, überlegte Noa, wenn sie wirklich zurück dorthin gingen? Es wäre ein sehr kurzer Aufenthalt für sie auf Lianna gewesen. Die wichtigste Frage in dem Zusammenhang war wohl, ob sie ihren Job würde behalten können, oder nicht.

- Lianna - Jedi Basis - Noas Zimmer -
 

Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Eo


„Sie ist von Va’art“, widerholte Ian, zog das erste Mal in Betracht, sich von Eowyn überzeugen zu lassen, vielleicht vor allem deshalb, weil sie nicht unwirsch reagierte? Betrachtete er sie, war da kein drückendes Gefühl, keine dunkle Vorahnung. Und nur weil sie auf Coruscant gewesen waren, musste das zwangsläufig nichts bedeuten. Auch er hatte einfach nur eine Lungenentzündung gehabt und Eowyn war, bedingt durch die Rauchvergiftung, schon angeschlagen gewesen. Das Coruscantsche Virus hatte sie nicht, nein. Schließlich hatte sie in ihr Zimmer gedurft und der Sullustaner war ohne jegliche Schutzkleidung da gewesen. Die Untersuchung von ihnen beiden war sicher nur reine Routine gewesen. Auch die Art von Virus, von der Rumb gesprochen hatte, hatte normal geklungen, auch wenn Ian sich nur dunkel an den Namen erinnerte. In Ordnung“, gab Ian daher ebenfalls mit einem Lächeln von sich und vertraute drauf, dass Eowyn bei ungewöhnlich starken Anzeichen, wirklich sofort handeln und sich erneut untersuchen lassen würde.

Kurz bevor sich beide wieder setzen, entfuhr Eowyn ein neuerlicher Fluch und Ian sah sie genau an, ohne den Hauch einer Ahnung zu besitzen, woher dieser Fluch nun kam, oder besser, weshalb sie überhaupt fluchte. Mit hochgezogenen Augenbrauen und einem großen Fragezeichen im Gesicht, das der Dunkelhaarige Eowyn an. Sie war gerade im Denken nicht die schnellste, schon gar nicht im Denken vor dem Reden? Sein Fragezeichen wurde nicht kleiner, ganz im Gegenteil. Bezogen auf das, was sie eben über die Erkältung gesagt hatte, waren ihre Worte nun fast schon wieder besorgniserregend. Doch er verdrängte diesen Gedanken, schob die Situation den Anstrengungen und Strapazen des Gespräches und der Reise zu. Ohnehin begriff er nicht, was Eowyn ihm da als nächstes sagen wollte. Weder, was ihr gerade klar geworden war, noch was er vielleicht als unangenehm empfinden konnte. Allerdings sprachen ihre zufallenden Augen Bände und Ian schalt sich im Stillen dafür, sie darum gebeten haben, noch einen Moment zu bleiben. Denn allem Anschein nach war das, was Eowyn jetzt gerade brauchte, wirklich eine Runde Ruhe – in Form von Schlaf. So hörte er schlicht zu, ohne selbst noch großartig viel zu sagen, denn wahrscheinlich wäre die Hälfte dessen ohnehin niemals zu ihr durchgedrungen. Ihre Worte verwandelten sich viel mehr in ein fast unverständliches Kauderwelsch und dann trat Stille ein. Ohne Zweifel war Eowyn eingeschlafene, ihr Atem wurde ruhig und flach. Hier, in wirklicher Stille, ohne Geräusche der Natur, ohne die Angst, auf eine vermeintliche Gefahr zu treffen. Das erste Mal seit 5 Nächten, dass nicht nur einer, sondern beide völlig sorglos schlafen konnten. Auf Ians Gesicht stahl sich ein Lächeln, denn zugegebenermaßen fühlte sich das sehr gut an.

Leise und so vorsichtig wie nur möglich, löste Ian sich von Eowyn und brachte sie ebenso vorsichtig in die Waagrechte, ohne dass sie erwachte. Im Liegen zu schlafen war viel besser, als es im Sitzen zu tun. Dann zog er die Decke über sie, erlaubte es sich, sich vor das Bett zu hocken und sie für ein paar Minuten einfach nur intensiv zu mustern. Sie war wunderschön und es war mehr als ein Wunder, viel mehr, als einfach nur ein Wunder. Auch, dass sie sich für ihn entschieden hatte. Und Ian überkam die Gewissheit, dass er all das niemals eintauschen wollte. Selbst dann nicht, wenn man ihm im Gegenzug die Freiheit bot und ihm jede Schuld absprach. Nein. All das war etwas Besonderes und wenn Ian jemals etwas wirklich zu schätzen gewusst hatte, dann das. Diese Chance, diese Möglichkeit. Diese Realität. Sein Lächeln wurde größe
r, als er spürte, wie so etwas wie Sentimentalität ihn erreichte, aber sie störte ihn nicht.
Ich werde dir noch beweisen, dass du mein kleines Wunder bist, flüsterte er nahezu tonlos, das und noch ein paar andere Dinge mehr. Oh ja, das würde er, solange, bis sie es selbst nicht mehr in Zweifel zog.
Sich vorsichtig über sie beugend, hauchte er ihr einen Kuss auf die Stirn, dann erhob Ian sich um sich an den Tisch zu setzen, um den Bericht zu beginnen. Und genau wie bei Eowyn und Joseline zuvor, holte er aus, schrieb so ausführlich und detailgetreu, wie nur möglich. Seite für Seite füllte sich, bis die Müdigkeit auch Ian besiegte und dafür sorgte, dass er am Tisch und über dem Geschriebenen einschlief.




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Tenia fasste abschließend nochmals zusammen, dass man offensichtlich keine eindeutige und allgemein gültige Antwort auf die Frage nach Gut und Böse geben konnte, sondern hierzu jeder eigene Ansichten hatte.
Dann ging sie jedoch konkret auf ihre eigene Meinung über die Sith ein, betonte jedoch, dass sie selbst sich nicht hundertprozentig sicher war. Sie sagte, die Sith würden vor allem durch ihre Selbstsüchtigkeit definiert. Sie würden alles tun, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen und gingen hierbei tatsächlich über Leichen.


Anschließend kam sie auf Akanis Beispiel zurück. Seufzend meinte sie, dass auch sie selbst nicht wüsste, ob Unwissenheit als Entschuldigung für böse Taten herhalten könnte.
Aus genau diesem Grund rief die Jedi zur Vorsicht gegenüber der verführerischen dunklen Seite auf. Sie erklärte, dass Böses seinen Ursprung in Gedanken hatte, die ihr zufolge zunächst zu einfachen Handlungen und dann immer alltäglicher wurden.
Zuletzt zog die Nullianerin den Schluss, dass man, wenn man das Gefühl hatte, etwas falsches tun zu wollen, hierüber immer mit anderen reden sollte.


Akani dachte kurz darüber nach.
Tenia mag Recht haben, aber würde ich in einem solchen Fall tatsächlich meine Gedanken teilen wollen? Wenn ich schon wüsste, dass ich etwas tun will, mir dieses aber falsch vorkäme, würde ich es dann nicht viel wahrscheinlicher verbergen wollen? Ich schätze, die meisten schämen sich, derartige Gedanken zuzugeben...

"Konntet ihr jetzt irgendetwas damit anfangen?", fragte Tenia die beiden zu guter Letzt.

Innerlich musste Akani schmunzeln. War das eine rhetorische Frage?

"Ich denke, ja. Nun gut, vor allem habe ich gemerkt, wie unwahrscheinlich schwierig es sein kann, über solche Dinge zu diskutieren und seine Meinung halbwegs korrekt in Worte zu fassen", lachte er.
"Vor allem aber kam mir der Gedanke, dass es unwahrscheinlich ist, dass jemand mit Vorhaben, die er durchführen will, die ihm aber selbst irgendwie falsch vorkommen, diese mit anderen Personen teilt. Würden die meisten nicht eher versuchen, so etwas für sich zu behalten und dann auch noch irgendwelche Gründe für ihre Heimlichtuerei finden wollen? Aber ich werde versuchen, mir deinen Rat zu Herzen zu nehmen..."


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Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Ian

Die Dunkelheit hielt sie umfangen, und obwohl des Öfteren Bilder aus dem Untergrund auftauchten blieb keines lang genug, um sich in Eowyns Gedächtnis einzubrennen. Als sie langsam, aber sicher wieder aus den Tiefen des Schlafes erwachte brauchte sie einige Sekunden, um sich klar zu werden, wo sie sich befand, und was geschehen war. Das Zimmer, in dem sie lag, kam ihr allerhöchstens vage bekannt vor, aber vor allem - vor allem war es still. Kein Geräusch war zu hören, und das verwunderte Eowyn am meisten. Es war dämmrig im Zimmer - die Konturen waren durchaus erkennbar, und die Sonne ging offensichtlich gerade entweder auf oder unter. Da erst fiel ihr ein, wo sie sich zuletzt befunden hatte, und mit einem Ruck fuhr sie hoch. Sie war eingeschlafen. Tatsächlich einfach eingeschlafen. In Ians Zimmer - wo war Ian? Sie hatte ganz offensichtlich sein Bett in Beschlag genommen. Das letzte, woran sie sich erinnerte, war, dass sie beide auf eben jenem gesessen hatten, und da waren irgendwelche diffusen Gedanken von wegen Erkältung und seinem Schiff gewesen.
Unruhig sah Eowyn sich im Zimmer um, und da entdeckte sie Ian - eingeschlafen am Tisch, über einem Stapel Flimsi, ein Blatt war sogar zu Boden gefallen. Das schlechte Gewissen packte sie mit ganzer Macht. Sie hatte ein eigenes Zimmer, ein eigenes Bett, sie brauchte ihm nicht seines zu nehmen - während er dasaß, sich vermutlich mit dem Bericht für den Rat abquälte und sie einfach nur schlief. Er brauchte Ruhe und Schlaf genauso wie sie auch. Er hatte gerade eine Lungenentzündung hinter sich! Stang, sie hätte gestern... heute...? gleich gehen sollen, als sie merkte, wie müde sie war. Ihre ganzen Aufgaben hatte sie ebenfalls vernachlässigt.
Er hatte ihr sogar seine Decke gegeben, die nun von ihr heruntergerutscht war, und sie biss sich auf die Lippen. Er hatte im Sitzen geschlafen. Fantastisch.

Eowyn strich sich ihre Haare zurück, die ihr wirr vom Kopf abstehen mussten, da ihr einfacher Zopf sicher nicht gehalten hatte und überlegte. Sie war noch immer ein wenig müde, aber bei Weitem nicht mehr so, wie gestern Abend. Dass es nun "morgen" sein musste, ließ sich durch ein Blick auf ihr Chrono leicht feststellen, das sich automatisch der Zeit von Lianna angepasst hatte. Herrje, sie hatte sogar mit ihrem Gürtel geschlafen... inklusive allem, was daran hing. Sie musste
wirklich müde gewesen sein.
Was nun? Weiterschlafen? Nein, das ging nicht. Ihr Gewissen würde sie vollkommen davon abhalten. Hinausgehen, ihre ganzen Aufgaben nachholen, später wiederkommen? Das ging erst Recht nicht... Wie würde Ian reagieren, wenn sie nicht mehr da war, vielleicht noch ein Flimsi auf dem Bett lag mit "Bin später wieder da!"? Das war nicht gerade höflich.
Ian aber riss sie aus ihrem Dilemma, indem er Anstalten dazu machte, selber aufzuwachen. Offensichtlich war sie nicht leise genug gewesen... oder sein Schlaf zu unruhig. Nicht verwunderlich, am Tisch, über seinen Arbeitsutensilien.


Guten Morgen, sagte sie leise und lächelte kläglich. Ich hoffe, es kann überhaupt ein guter Morgen für dich sein. Eowyn stand auf und streckte ein wenig ihre Glieder, bevor sie zu Ian hinüberging. Es tut mir so Leid, dass ich dein Bett belegt habe, fuhr sie zerknirscht fort. Ich habe die Müdigkeit wohl unterschätzt... Hm, diese Konstellation war auch einmal ganz interessant. Ian war plötzlich kleiner als sie... Beiläufig fuhr sie ihm sanft durch die Haare. Möchtest du noch ein wenig schlafen? Ich meine, richtig schlafen? Es ist noch sehr früh, und ich habe genug zu tun. Ich könnte dich in zwei, drei Stunden mit einem Frühstück besuchen kommen, was hältst du davon? Oder, wenn du willst, gehen wir in die Kantine.

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Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Eowyn


Ian bemerkte nicht einmal, wie der Schlaf ihn übermannte. Gerade noch am Schreiben, vielleicht sogar noch mitten im Satz, entführte ihn der Schlaf in ein traumloses Land. Wie angenehm es war, nicht schon wieder von Alpträumen geplagt zu werden. Ob es an der Anstrengung des Tages lag, ob das Leben an und für sich einfach ein wenig fairer sein wollte oder ob Eowyns Anwesenheit damit zu tun hatte – Ian schlief für seine Verhältnisse fest und gut. Erst als ein leises Geräusch zu ihm durchdrang, wurde Ian langsam wach, brauchte aber eindeutig zu lange, um seine Umgebung richtig wahrzunehmen. Da saß er am Tisch, hob den Kopf von der Platte und starrte für einen Moment auf das, was er geschrieben hatte, blinzelte viel mehr durch das Halbdunkel hindurch, runzelte die Stirn, bis die Erkenntnis langsam in seinen Verstand sickerte. Er war tatsächlich eingeschlafen. Schlussendlich war es Eowyn, die auch das letzte Bisschen Orientierungslosigkeit verbannte.

„Guten Morgen“, erwiderte er da, nicht ohne sich insgeheim fast kindlich darüber zu freuen, nicht alleine aufgewacht zu sein. Einmal gähnend und sich die Augen reibend, musste Ian Schmunzeln. „Der Morgen hat noch Zeit, sich in alle Richtungen zu entwickeln“, war zwar nicht das gewesen, was er unbedingt - gut gelaunt - hatte sagen wollen, aber jeder andere Satz wäre furchtbar kitschig gewesen und hätte unter Umständen wie eine abgedroschene Phrase geklungen. Dennoch: Wie konnte der Morgen schlecht sein? Sie war bei ihm geblieben und das über einen kleinen Moment hinaus. Sie hatte ihn eindeutig verändert, was Ian nicht zu seinem Leidwesen feststellte. Wie auch immer es Eowyn gelang, ein wenig mehr aus dem, was er früher – vor allen Taten – gewesen war, hervorzuholen, es gelang ihr nahezu mit Perfektion.

„Das ist schon in Ordnung“,
winkte er lächelnd ab, sich selbst auch ein wenig streckend, als Eowyn ihm einmal durchs Haar strich. Eine Geste, die er früher nie hatte leiden können. Heute aber? Ja, sie hatte eindeutig so einiges geändert, wie Ian sich lächelnd eingestehen musste. Und diese Schlafposition – um zurück zum Thema zu kommen - war um einiges gemütlicher gewesen, als so manche andere auf Va’art. „Oh, ich habe richtig geschlafen. Sogar so ‚richtig‘, dass ich mich nicht einmal mehr an das Einschlafen erinnere.“ Schließlich war er eigentlich beschäftigt gewesen, hatte den Bericht verfasst, was zu hoffen übrig blieb, dass er am Ende nicht völligen Nonsens produziert hatte. Ein gemeinsames Frühstück – alleine – klang im harmlosen Sinn verführerisch. Ein Frühstück in der Kantine hingegen? Nun ja, Ian konnte dem letzten Vorschlag aus mehr, als nur einem triftigen Grund nicht sehr viel abgewinnen, noch weniger, wenn er den Vergleich zum ersten Vorschlag zog.

„Der nicht kleine Egoist in mir, würde ein Frühstück alleine wohl bevorzugen“, rückte der Dunkelhaarige also mit der Wahrheit heraus. Auf die Kantine hatte er überhaupt keine Lust und war er offen, fürchtete er sich sogar davor. Denn wie sollte er reagieren, wenn ihn dort jemand ansprach? ‚Ich bin Ian Dice, nein, kein Jedi. Ein Halbgefangener. Warum? Ach, ich hab mir da ein paar Dinge zu Schulden kommen lassen, über die zu reden weder sinnvoll, noch gestattet ist. Einen schönen Tag noch‘. Zwecks dieser völlig absurden Gedanken zog Ian eine Grimasse. Auf der anderen Seite wollte er Eowyn nicht davon abhalten, sich wieder unter die Jedi zu mischen. Und dann war da natürlich Aketos und mit ihr all das andere, dass sie selbst noch zu tun hatte.
„Ich fange an, es wieder einmal viel zu kompliziert zu machen.“ Dabei war denkbar einfach: Er würde Eowyn schlicht an seinen Gedanken teilhaben lassen. Immerhin war es genau das gewesen, worüber sie erst gestern gesprochen hatte.
„Die Kantine gefällt mir überhaupt nicht, ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich mich hier im Orden überhaupt bewegen, wie ich auf Personen eingehen soll, die mich eventuell ansprechen.“ Bloß war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt schon wieder Sorgen zu wälzen. „Daher würde ich für heute viel lieber nicht in die Kantine gehen, bis ich mir ein paar verrückte Geschichten zusammengesponnen habe.“ Er lächelte Eowyn zu, denn ‚verrückte Geschichten‘ sollten ja keine Lügen sein, aber er brauchte schlicht ein wenig Bedenkzeit, wie er mit der Situation in Zukunft überhaupt umgehen würde. Ein Sprung ins kalte Wasser war zwar nicht verkehrt, in dieser Hinsicht aber eher keine gute Idee. Immerhin stand hier ein wenig mehr auf dem Spiel. "Wahrscheinlich macht es außerdem Sinn, darüber noch mit der Rätin zu sprechen." Eine andere Option hatte er kaum.
„Ein gemeinsames Frühstück wäre sehr schön.“ Und vor allem etwas, das er sich im Moment tatsächlich wünschte. „Und frisch gestärkt können wir dann wohl beide am besten unseren Verpflichtungen nachkommen. Denn ich habe keine Ahnung ob das hier, “ er hob ein Filmsi in die Höhe, lachte kurz auf, „überhaupt Sinn ergibt.“



Lianna – Jedi-Basis, Arrestzelle, mit Eowyn


 
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