Militärgeschichte

@Jedihammer: Die Yamato war in der See-Luftschlacht um Leyte Teil von Vizeadmiral Takeo Kuritas Mittlerer Kampfgruppe, die aus fünf Schlachtschiffen, darunter den beiden "Superschlachtschiffen“ Yamato und Musashi, und zehn schweren Kreuzern bestand.
Nach meinen Informationen wurde der Geleitträger USS Gambier Bay sowohl durch Schiffsartillerie (da gibt es unterschiedliche Angaben: Kreuzer oder Schlachtschiffe) als auch Kamikaze-Angriffe versenkt. Ich habe die von ARCOrdo angegebene Quelle überprüft und für seriös und glaubwürdig befunden. Aber da ich mich mit der Schlacht um Leyte noch nicht so detailliert befasst habe, wusste ich bisher nur, dass die Yamato Teil eines japanischen Flottenverbands war und sicher auch ihre Artillerie abgefeuert hat.
 
@Jedihammer: Die Yamato war in der See-Luftschlacht um Leyte Teil von Vizeadmiral Takeo Kuritas Mittlerer Kampfgruppe, die aus fünf Schlachtschiffen, darunter den beiden "Superschlachtschiffen“ Yamato und Musashi, und zehn schweren Kreuzern bestand.
Nach meinen Informationen wurde der Geleitträger USS Gambier Bay sowohl durch Schiffsartillerie (da gibt es unterschiedliche Angaben: Kreuzer oder Schlachtschiffe) als auch Kamikaze-Angriffe versenkt. Ich habe die von ARCOrdo angegebene Quelle überprüft und für seriös und glaubwürdig befunden. Aber da ich mich mit der Schlacht um Leyte noch nicht so detailliert befasst habe, wusste ich bisher nur, dass die Yamato Teil eines japanischen Flottenverbands war und sicher auch ihre Artillerie abgefeuert hat.

die musashi war zu dem zeitpunkt ja schon geschichte.die ist auf der anfahrt nach leyte ja schon hops gegangen

also bei leyte wurde die gambier bay durch die Chikuma beschossen. Nach kurzer Feuerpause dann durch Haguro,Chokai,Noshiro plus einem Zerstörer und sank dann um 08.07Uhr Ortszeit.

Die Yamato war zu dem Zeitpunkt aufgrund eines Ausweichmanövers vor Torpedos 8 Minuten lang auf Gegenkurs und somit nicht in der Versenkung direkt involviert.
 
@Lord Crudelito: Okay, du bist der Experte für die Schlacht im Golf von Leyte, aber es ist doch merkwürdig, dass es über dieses Detail so unterschiedliche Infos und Angaben gibt. Einmal heißt es, die Gambier Bay sei durch Kreuzer versenkt worden, dann wieder, (allein) durch die Yamato, und ich habe auch schon gelesen, es hätte auf diesen Geleitträger auch Kamikaze-Angriffe gegeben. Was ist nun richtig?
 
Erst einmal Danke für die Antworten.
Ich habe jetzt nur Berichte gefunden die besagten daß die Gambier Bay durch Beschuß von japanischen Kreuzern vernichtet wurde.
 
@Jedihammer: Gern geschehen - obwohl ich ja wie erwähnt mich in diesem Fall (Schlacht von Leyte) noch nicht so genau auskenne wie Lord Crudelito. Aber ich finde, genau das ist das Spannende und Interessante an (Militär-)Geschichte: Da gibt es so viele kleine Infos und Details, die sich manchmal widersprechen, aber auch Mosaiksteinchen sein können, die, wenn man sie richtig zusammensetzt, ein vielschichtiges Bild ergeben.
 
@Lord Crudelito: Okay, du bist der Experte für die Schlacht im Golf von Leyte, aber es ist doch merkwürdig, dass es über dieses Detail so unterschiedliche Infos und Angaben gibt. Einmal heißt es, die Gambier Bay sei durch Kreuzer versenkt worden, dann wieder, (allein) durch die Yamato, und ich habe auch schon gelesen, es hätte auf diesen Geleitträger auch Kamikaze-Angriffe gegeben. Was ist nun richtig?

Also Kamikazeangriffe gab es an dem Ort zu der Zeit nicht ^^Als die Schlachtflotte unter Kurita in den Golf einfuhr und die Jeep-Träger angriff, gab es da keine japanische Luftunterstützung und die Flugzeuge der USA konnten machen was sie wollten^Îm Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten

Ich pers. halte meine Aussage von oben für die richtige Aussage. Entstammt aus den direkten japanischen und amerikanischen Aufzeichnungen der Schlacht
 
@Lord Crudelito: Danke für deine Antwort, du hast recht, Zeitzeugenberichte und Aufzeichnungen sind am zuverlässigsten. Dann ist es möglich, dass da in Bezug auf die Kamikaze-Angriffe eine Verwechslung vorkam.
 
@Lord Crudelito: Danke für deine Antwort, du hast recht, Zeitzeugenberichte und Aufzeichnungen sind am zuverlässigsten. Dann ist es möglich, dass da in Bezug auf die Kamikaze-Angriffe eine Verwechslung vorkam.

Ich hab grad nochmal etwas recherchiert. Das mit den Kamikazeangriffen stimmt doch, allerdings nicht während der Schlacht mit Kuritas Flotte sondern unmittelbar danach.

Nachdem Kurita sich zurückgezogen hatte, sind von Mindanao noch zwei Gruppen Kamikazeflieger gestartet (5 und 6 flugzeuge) und haben die Task Groups 77.4.1 und 77.4.3 angegriffen
 
Zur Schlacht von Leyte sowie zum Kamikaze-Korps habe ich zwei übereinstimmende Artikel gefunden die beide besagen daß das Korps während dieser Schalcht zum ersten Male in Aktion trat:


eyte-Golf

Seegebiet vor den mittleren Philippinen, Ende Oktober 44 Schauplatz der ersten amerikan. Landung zur Rückeroberung der Inselgruppe. Gegen die am 20.10. anlaufende Invasionsarmada der 7. US-Flotte (Kinkaid) warf der japan. Flottenchef Toyoda alle verfügbaren See- und Luftstreitkräfte in den Kampf, aus dem sich die größte Seeschlacht der Geschichte entwickelte, an der insges. 64 japan. und 218 alliierte Kriegsschiffe beteiligt waren. Der japan. Plan sah vor, Teile der amerikan. Sicherungsgruppen nach Norden abzulenken, sodass Schlachtschiffe und Kreuzer in 2 Gruppen um die Inseln Samar und Leyte herum in den Leyte-Golf vorstoßen und die Landungsflotte zerschlagen könnten. Der nördl. Kampfverband (Kurita) verlor schon auf dem Anmarsch von Borneo durch U-Boot- und Luftangriffe 2 Kreuzer und das Schlachtschiff Musashi und machte zunächst kehrt, sodass sich Admiral Halsey voreilig mit der Task Force 38 (Mitscher) gegen eine von NO herankommende japan. Trägergruppe unter Admiral Ozawa wandte, sie bei Kap Engano (Nord-Spitze der Philippinen) stellte und alle 4 Träger sowie 5 andere Schiffe versenkte. Inzwischen war Kurita jedoch erneut umgekehrt, hatte in der Nacht zum 25.10. die San-Bernardino-Straße zwischen Sarnar und Luzon mit 4 Schlachtschiffen, 8 Kreuzern und 11 Zerstörern passiert und bedrohte die US-Landung. Angegriffen von amerikan. Trägermaschinen und Zerstörern, glaubte Kurita mangels Luftaufklärung der Task Force 38 gegenüberzustehen und brach das Gefecht, in dem er 1 US-Geleitträger und 3 Zerstörer versenkt hatte, nach Verlust von 3 Kreuzern ab.

Der südl. japan. Angriffsverband (Nishimura) mit 2 Schlachtschiffen, 1 Kreuzer und 4 Zerstörern war derweil am Eingang des Leyte-Golf in eine Falle gelaufen und in einem Nachtgefecht von der weit überlegenen Task Force 77 (Oldendorf) bis auf 1 Zerstörer vernichtet worden. Admiral Nishimura ging mit seinem Flaggschiff Yamashiro unter, eine Nachhut unter Vizeadmiral Shima verlor wenig später 2 ihrer 3 Kreuzer. Toyodas Plan war damit in einer Katastrophe für die kaiserl. Marine geendet: 4 Träger, darunter die Zuikaku, letzter Veteran von Pearl Harbor, 3 Schlachtschiffe, 10 Kreuzer, 9 Zerstörer mit insges. 300 000 t verloren, 10 000 Mann gefallen, 1500 Flugzeuge eingebüßt. Die Amerikaner hatten dagegen nur 4 kleine Träger und 3 Zerstörer verloren. Nach der Schlacht im Leyte-Golf spielte die japan. Flotte im Pazifik keine Rolle mehr. Wie verzweifelt die Lage war, zeigte die Bildung des Kamikaze-Korps, das hier erstmals in Aktion getreten war.


Kamikaze

(japan. Götterwind), Bezeichnung für das Sonderangriffskorps der japan. Marineluftwaffe, dessen Piloten sich mit voller Bombenlast auf feindl. Schiffe stürzten; am 20.10.44 auf den Philippinen gegründet. Der offiz. Name Shimpu bezog sich ebenso wie der allgemeiner gefasste Begriff Kamikaze auf einen Taifun, der Japan im Jahr 1281 vor einer mongol. Flotteninvasion gerettet hatte. Zum ersten Kamikaze-Einsatz kam es am 25.10.44 in der Schlacht im Leyte-Golf, als eine hastig aufgestellte Formation von 5 Zero-Jägern mit je einer 250-kg-Bombe den US-Geleitträger St. Lo versenkte und 3 andere beschädigte. Nach dem ersten Schock stellte sich die US-Navy durch zusätzl. Frühwarnzerstörer und Flakbewaffnung immer besser auf die neue Gefahr ein, sodass viele Kamikaze-Maschinen schon beim Anflug scheiterten.

Für den Kamikaze-Kampf wurden spezielle Waffen entwickelt wie die bemannte Ohka-Bombe oder die von vornherein als Einwegbomber gebaute Nakajima K-115 Tsurugi (japan. Säbel), die allerdings nicht mehr zum Fronteinsatz kam. In zwei Zentren auf Formosa bildete die japan. Marineluftwaffe Freiwillige aus, in der Mehrzahl fanatisierte Schüler und Studenten. Sie wurden in nur einer Woche in Startprozeduren, Formationsflug und verschiedene Angriffsmethoden eingewiesen: Anflug und Todessturz aus 6000 bis 7000 m Höhe oder Unterfliegen der Radarortung knapp über den Wogen und Hochziehen in Sichtweite des Ziels auf 500 m zum Endanflug. Größere Verbände kombinierten beide Verfahren. Erprobte Kampfpiloten wurden mit dem Begleitschutz betraut, die todgeweihten Besatzungen vor dem Start mit einem Helden-Ritual verabschiedet. Hauptziel aller Kamikaze-Flieger waren die alliierten Träger, die sich in zentralen Aufzügen und Flugdecks besonders verheerend treffen ließen. Angesichts der hoffnungslosen japan. Unterlegenheit entwickelten sich die Selbstmordeinsätze seit Januar 45 immer mehr zur letzten erfolgversprechenden Angriffstaktik der japan. Marineflieger. Sie erreichte während der Schlacht um Okinawa (März bis Juni 45) ihren Höhepunkt, als sich ganze Wellen von Kamikaze-Bombern auf die amerikan. Invasionsflotte stürzten und um den Preis von 903 Maschinen 16 Schiffe versenkten, darunter 11 Zerstörer; weitere 185 Schiffe, darunter 7 Träger, wurden beschädigt. Gesamtbilanz: 2314 Kamikaze-Einsätze, 1228 Totalverluste einschließl. Begleitjäger, 34 Kriegsschiffe versenkt, 288 beschädigt, darunter nach amerikan. Angaben 36 Träger, 15 Schlachtschiffe, 15 Kreuzer und 87 Zerstörer. Einer alliierten Invasion des Mutterlands wollte das japan. Oberkommando ganze Selbstaufopferungsgeschwader entgegenwerfen; dafür standen bei Kriegsende Tausende von Flugzeugen aller Typen bereit. Nach Aufgabe dieses zweiten "Götterwinds" bat der Schöpfer und Kommandeur des Kamikaze-Korps, Admiral Kakijivo, die Familien seiner geopferten Piloten um Verzeihung und beging am 15.8.45 Selbstmord.

Beide Texte stammen aus dem Lexikon des II.Weltkrieges
 
@Jedihammer: Genau, das ist ein wichtiger Aspekt der Schlacht von Leyte. Kurz zuvor hatte Vizeadmiral Onishi Takijiro, der, wie erwähnt, auch an der Planung des Angriffs auf Pearl Harbor beteiligt und seit 2. Oktober 1944 Befehlshaber der auf den Philippinen stationierten 1. Luftflotte war, in zwei Ansprachen vor Offizieren und Marinepiloten erklärt: Angesichts der schwierigen Situation, in der sich Japan befand, sei es notwendig, dass Selbstmord-Angriffsverbände gebildet werden, um die drohende Niederlage abzuwenden. Ab 20. Oktober stellten er und seine Offiziere die so genannten Shimpu Tokkotai (Sonderkampfverbände) auf, die Selbstaufopferungsangriffe gegen die US-Flottenverbände fliegen und dabei möglichst viele Schiffe zerstören sollten nach dem Motto "ein Flugzeug - ein Schiff". Von einem Korps kann man in dieser Phase aber noch nicht sprechen, auch ist wichtig zu wissen, dass es sich bei den Piloten keineswegs um Freiwillige gehandelt hat, sondern diese Männer praktisch unter hohem moralischem Druck dazu gezwungen wurden, sich "freiwillig" zu melden.
 
@Isabella
Ich weiß, der gesellschaftliche Druck bzw. die Zwänge der Tradition zu folgen haben die Piloten zur "Freiwilligkeit" gezwungen.Gerade in Japan wo die Ehre der Familie über dem Lebensrecht des Einzelnen stand konnte der von Dir genannte Druck bis zum Erfolg ausgeübt werden.

Auf dem europäischen Kriegsschauplatz war so etwas eher die Ausnahme.
Eine freudige Opferbereitschaft ohne Rücksichtnahme auf das eigene Leben und ie Bereitschaft ohne zu Zögern das eigene Leben der Sache zu opfern sah man am meisten in den Streitkräften der Sowjet-Union.
Auf deutscher Seite war trotz aller Indoktrination die Neigung zum überzeugten Tod für den Nationalsozialismus,ob militärisch Notwendig oder nicht, nicht unbedingt die Regel.
Natürlich gab es auch hier fanatische Soldaten die sich bedenkenlos geopfert haben, aber die Ausmaße wie in der UDSSR oder gar in Japan hatte dies selbst bei der SS nicht.

Bestes Beispiel wären hier die Rammjäger.
Die freiwillige Opferbereitsschafft war hier sehr sehr gering.
 
@Jedihammer
Der für westliche Menschen unverständliche Fanatismus der Japaner und ihre Bereitschaft, lieber zu sterben als sich zu ergeben, wurde schon viele Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkrieges aufgebaut. Das Volk wurde von klein auf systematisch indoktriniert, den Idealen der Samurai und des Bushido zu folgen. Dabei wurde der Kampf bis zum Untergang bzw. der Tod auf dem Schlachtfeld für Kaiser und Vaterland als das Ehrenhafteste und Erstrebenswerteste hingestellt, sich zu ergeben und den Krieg zu verlieren, ohne dabei umzukommen, war dagegen eine unerträgliche Schande für die Familie und das ganze Land. Deshalb hatten es Überlebende nach dem Krieg auch sehr schwer, weil sie oft von ihren eigenen Familien verachtet und verstoßen wurden, und es dauerte sehr lange, bis sie wieder ein einigermaßen normales Leben führen konnten.
 
Heute vor genau 95 Jahren, am 21.02.1916 begann jene Schlacht(Operation Gericht), die als "Die Hölle von Verdun" in die Geschichte eingehen sollte und nach der Schlacht an der Somme(welche als Entlastung für Verdun gedacht war) die zweitblutigste Schlacht des I.WK gewesen ist.
Bereits im Dezember 1915 begann General der Infantreie Erich von Falkenhayn der Nachfolger von Generaloberst Helmuth Graf von Moltke als Generalstabschef einen Plan die Franzosen in einer großen Schlacht „weißbluten" zu lassen.
Für General Falkenhayn kamen für diese Schlacht nur Orte in Frage die für die Frankreich so wichtig waren dass sie mit allen Mitteln verteidigt würden. Danach sollten die deutschen Streitkräfte ihren Angriff nach Belieben verstärken oder vermindern bis die französische Armee ausgeblutet war. Es standen zwei Festungsgürtel zur Auswahl.Entweder Belfort oder Verdun . Man entschied sich für Verdun.. In einer Abnutzungsschlacht sollte die französische Armee vollständig erschöpft werden wobei Erich von Falkenhayn mit weitaus höheren Verlusten auf gegnerischer Seite rechnete.
Hinzu kam in Falkenhyns Rechnung die Tatsache zum tragen, daß Deutschland ein höheres Menschenmaterial zur Verfügung hatte als Frankreich.
Verdun war zu dieser Zeit die stärkste Festung Frankreichs und von 40 Befestigungen umgeben darunter 16 Forts und Zwischenwerke die mit Maschinengewehren gepanzerten Beobachtungs- Geschütztürmen und Kasematten bestückt waren. Die deutsche 5.Armee unter General der Infanterie Kronprinz Wilhelm von Preußen sollte den Angriff durchführen.Als Chef des Stabes des AOK 5 wurde dem Kornprinzen der damalige Generalleutnant und spätere General der Infanterie Konstantin Heinrich Schmidt von Knobelsdorf Der Name des Kronprinzen als zukünftiger deutscher Kaiser sollte mit einem großen Sieg verbunden werden,weshalb in mit dem Generalstabschef ein sehr fähiger Mann zur Seite gestellt wurde. Doch leider war deas Verhältnis der beiden dienstlich und privat nicht gut, was sich auch auf die Operationen auswirkte.Trotz der Mahnung des Kaisers an seinen Sohn.
Doch zurück zur Schlacht. ImJanuar 1916 liefen die Vorbereitungen für den Angriff auf Hochtouren Es wurden Truppen und über 1200 Geschütze auf engstem Raum um Verdun zusammengezogen.
Am 21.021916 begann um 8.12 Uhr mit einer 38 cm-Granate die auf die Stadt Verdun abgeschossen wurde der Angriff. Danach eröffneten über 1200 deutsche Geschütze aller Kaliber das Feuer auf die Stellungen des Gegners und auf das Hinterland. Auf der Seite der Franzosen brach die Hölle los. Am Nachmittag als auch etwa 150 Minenwerfer am Beschuss teilnahmen erreichte das Feuer seinen Höhepunkt. Die Landschaft wurde in eine Kraterlandschaft verwandelt.
Der Tod hielt unter den Franzosen reiche Ernte.
Um 17:00 Uhr begann der Angriff der deutschen Infanterie gegen die französischen Stellungen.Doch trotz der massiven Artillerievorbereitung hatten viele französische Soldaten überlebt und hielten Ihre Stellungen. Der deutsche Angriff kam zum Stillstand und es wurden nur relativ geringe Geländegewinne erzielt auch gab es die ersten Verluste da die Franzosen an einigen Abschnitten sogar zum Gegenstoß ansetzten und auch die französische Artillerie immer stärker in die Kämpfe eingriff.Am 25.02.1916 erreichten die Deutschen nach schweren Kämpfen das Fort Douaumont das die stärkste Festung im Raume Verdun war. Soldaten des brandenburgischen Infanterie-Regiments 24 kämpften sich bis an das Fort heran und begannen obwohl sie keinen Angriffsbefehl dafür hatten in das Fort einzudringen. Da das Fort nur eine sehr kleine Besatzung hatte und man von einer Verteidigung von außen her ausging gelang es den Deutschen noch am selben Tag die stärkste Festung Verduns zu besetzen.
Der verantwortliche Offizier für die Eroberung,Leutnant Radke wurde bei der Ordensverleihung leider zunächst übergangen während Oberleutnant von Brandis und Hauptmann Haupt mit dem Orden Pour-le-Mérite augezeichnet wurden.
Der Fall des Forts erschreckte Frankreich zutiefst und einen Tag später,am 26.02.1916 übernahm der damalige Général d'Armée und spätere Maréchal de France,Philippe Henri Pétain als Oberbefehlshaber der 2.französischen Armee den Oberbefehl im Festungsbereich Verdun.
Obwohl der Druck der Deutschen immer größer wurde wolle Petain Verdun unbedingt halten.
Unvergessen sein Befehl "Ils ne passent pas"-Sie kommen nicht durch"
Bis zum 08.03.1916 kämpften sich die die Deutschen an das Fort Vaux an das südöstlich von Douaumont lag erreichten nur die Drahtsperren vor dem Fort und mußten sich eingraben. Die französichen Truppen im Fort unter Major Raynal kämpften mit größter Entschlossenheit. Allmählich versandete der Angriffsschwung an der ganzen Verdun-Front. Bis zum 01.03.1916 waren im Raum Verdun über 25000 deutsche Soldaten gefallen oder verwundet worden.
Auf dem westlichen Maasufer begannen die Deutschen mit ihrem Vormarsch gegen die Höhe 304 und die Höhe „Toter Mann" Französich "le Mort Homme" da sich hinter diesen Höhen starke Artilleriestellungen der Franzosen befanden die das Hauptkampfgebiet auf dem östlichen Maasufer unter schwerstes Dauerfeuer nahmen. „Toter Mann" konnte am 14.03.1916 teilweise eingenommen werden jedoch wechselten die eroberten Abschnitte mehrmals den Besitzer da die Franzosen nun heftige Gegenstöße durchführten.
Die Höhe 304 wurde von 80 deutschen Geschützen teils schwersten Kalibern und Eisenbahngeschützen sturmreif geschossen konnte allerdings erst Anfang Mai eingenommen werden.Die Höhe „Toter Mann" wurde Ende Mai 1916 vollständig erobert, wobei die deutschen einen entsetzlichen Blutzoll bezahlen mußten.
Auf dem östlichen Ufer der Maas konnten die Deutschen ihre Stellungen um das Fort Douaumont ausbauen,es dauerte aber bis in den Mai 1919 hinein bis man den Cailettewald teilweise vom Feind gesäubert hatte.
Der gesamte Kampfraum war inzwischen nicht mehr von Schützengräben durchzogen sondern bestand nur noch aus einem Trichterfeld. Bäume gab es keine mehr und auch die Toten konnte man nicht mehr beerdigen und ließ sie einfach liegen.Oft wurden auch bei den gewaltigen Feuerschlägen die bereits begrabenen Toten wieder an die Oberfläche geworfen.Das gesamte Schlachtfeld stank nach Verwesung.
Am 08.05.1916 ereignete sich im Fort Douaumont eine gewaltige Explosion bei der in den Gängen aufgestapelte Hand- und Artilleriegranaten explodierten. Wahrscheinlich hatte sich Flammenwerferöl entzündet. Als daraufhin Soldaten mit rußgeschwärzten Gesichtern aus dem Fort drangen wurden diese für französische Kolonialtruppen gehalten und mit Handgranaten beworfen. Diese wiederum brachten weitere Handgranaten in den Gängen und französische 155 mm Granaten zur Explosion. 679 deutsche Soldaten kamen dabei ums Leben das Fort jedoch hielt der Explosion stand.Noch heute ruhen die Gebeine der meisten dieser deutschen Soldaten eingemauert im Fort Doumont(wie ich aus eigener Anschauung bestätigen kann)
Ob der großen Verluste erwägte der Oberbefehlshaber der 5. Armee,General der Infanterie Kronprinz Wilhelm von Preussen die Offensive von Verdun einzustellen wurde jedoch vom Chef der Obersten Heersleitung zurückgewiesen der vor einen Prestigeverlust mehr Angst hatte als vor dem Eingestehen einer Niederlage.Und so arbeitete die "Blutpumpe" Verdung unablässich weiter.
Bei wurde die gesamte Gegend zu einem Schlammfeld und es kam sogar vor das Soldaten in wassergefüllten Granattrichtern ertranken. Schanzarbeiten und das Heranführen von Nachschub konnten nur noch Nachts durchgeführt werden da der gesamte Bereich unter dauerndem Artilleriebeschuss ebenso unter dem Feuer von Scharfschützen. Es wurden hauptsächlich Spreng- und Schrapnellgranaten, aber hin und wieder auch Gasgranaten verschossen.
In den frühen Morgenstunden des 02.06.1916 konnten deutsche Sturmtruppen bis auf das Dach des Forts Vaux und in einige Gänge vordringen. Es entwickelte sich ein heftiger Kampf im Inneren des Forts. Die französischen Festungstruppen kämpften gemäß ihrem Motto "Man läßt sich unter den Trümmern begraben aber man ergibt sich nicht". Es wurde in den Kasematten und Gängen des Forts mit Flammenwerfern und Handgranaten bis zur Erschöpfung beider Seiten gekämpft. Den Franzosen gingen langsam die Wasservorräte zuneige. Am Ende erhielten nur noch die Verwundeten ihre Wasserration von einem einzigen Becher pro Tag. Am 07.06.1916 ergaben sich etwa 600 französische Soldaten einige von Ihnen waren schon fast wahnsinnig vor Durst sowie Major Raynal. Der deutsche Kronprinz war von der Tapferkeit dieses französischen Offiziers so beeindruckt das er ihn in seinem Hauptquartier empfing.Dort übereichte ihm der Kronprinz aus Annerkennung eine Seitenwaffe, da der Major seinen eigenen Säbel bei der Übergabe des Fort seinem deutschen Gegenspieler Leutnant Müller übergeben hatte.
Noch heute ist man in Frankreich stolz auf die unbestreitbare Tatsache das nicht die Deutschen das Fort bezwungen haben sondern der Durst.
Inzwischen versuchten die Franzosen mehrfach die Forts zurückzuerobern scheiterten jedoch immer wieder an den deutschen Stellungen. Auf beiden Seiten stiegen die Verluste ins unzählbare,ja unverantwortliche. Am 23.06.1916 konnten die deutschenTruppen nach einer starken Artillerievorbereitung mit Grünkreuz-Gasgranaten(Senfgas) einen großen Geländegewinn erzielen, bei dem mehrere Werke und Stellungen der Franzosen genommen werdem konnten jedoch waren die Truppen zu erschöpft um die neuen Stellungen zu halten und mussten sich bis zum Dorf Fleury zurückziehen um das ein heftiger Kampf entbrannte. Das Dorf wechselte viermal den Besitzer und existiert heute nicht einmal mehr in Form von Grundmauern. Es wurde komplett ausradiert.Das Dorf Fleury ist heute ein Mahnmal für die Sinnlosigkeit dieser Schlacht.
Die weit vorgezogenen Stellungen machten die Versorgung mit Nachschub schwierig da dieser über viele Kilometer getragen werden musste. Viele Essensträger,Munitionsträger,Wasserholer und Meldegänger mussten ihr Leben lassen. Ganze Kompanien und Bataillone wurden schon auf dem Weg in ihre Stellungen dezimiert.Oft mußte Wasser auch aus Granattrichtern geholt werden in dem Tote lagen.
Im Juli 1916 versuchten die Deutschen nochmals Ihre Stellungen zu erweitern und die französischen Gräben zu stürmen,wurden allerdings von den französichen Verteidigern abgewiesen.. Die Monate Juli und August 1916 sahen unzählige erfolglose Angriffe und Gegenangriffe bei denen ganze Regimenter aufhörten zu existieren.Anfang August 1916 startete eine große französische Gegenoffensive die von von den Deutschen unter großen Verlusten für die Franzosen gestoppt wurde.Im August gingen die deutschen Truppen vor Verdun dann endgültig in die Denfensive über.
Am 29.08.1916 trat General der Infanterie Erich von Falkenhayn von seinem Amt zurück.
Sein Nachfolger wurde Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg der die Offensive sofort einstellen lies und die Stellungen zur Verteidigung ausbauen lies und zumindest die eroberten Stellungen zu halten.
Am 24.10.1916 beganen die Franzosen nach einem gewaltigen Feuerschalg eine Gegenoffensive in deren Verlauf sie das Fort Douaumont zurück eroberten und die deutsche Front zurückdrängen konnten.
Zuvor ereignete sich am 04.09.1916 im Tunnel von Tavannes,einer der Lebensadern der französischen Verdunfront eine Explosion bei der 500 französiche Soldaten straben.
Zum Jahresbeginn 1917 ebbte die Kampftätigkeit an der Front um Verdun langsam ab. Beide Seiten waren zu erschöpft und dezimiert um den Kampf weiterzuführen. Bis zum August 1917 wurden von beiden Seiten mehrere kleinere oder größere Aktionen unternommen wobei sich besonders um die Höhe 304 ein erbarmungsloser Kampf entwickelte.
Gegen Ende August 1917 wurden die Höhen „Toter Mann" und "304"von den Deutschen geräumt. Bis Ende 1917 wechselten sich wieder Angriffe mit Gegenangriffen ab die auf beiden Seiten erneut große Verluste forderten.Ähnlich wie an anderen festgefahrenen Frontabschnitten wurden sinnlos Kämpfe um ein paar Meter Gelände geführt.
DIe Verluste der Kämpfe um Verdun :

Der Kampf um Verdun zählt zu den blutigsten Schlachten der Weltgeschichte. Insgesamt wurden von 1916-1918 über 400.000 Soldaten vor Verdun getötet und etwa 800.000 verletzt. Entgegen den Erwartungen General von Falkenhayns waren die Verluste auf französischer Seite nur geringfügig höher als auf Deutscher. Die französische Armee wurde durch die Schlacht um Verdun stark geschwächt doch die deutschen Verluste waren ähnlich hoch.
Obwohl es nicht die blutigste Schlacht des I.Weltkrieges war steht die Schlacht von Verdun noch heute für die Sinnlosigkeit der Materialschlachten des Stellungskrieges.
Auch der unbekannte Tote in Paris ist ein gefallener Soldat der Schlacht von Verdun.


Verdun :

verdun_017.jpg


EstVerdunCita.jpg


Fort Vaux :

fort%20vaux.jpg


Fort Douaumont :
fort-douaumont.jpg


Höhe 304 :
hoehe-304_1.jpg


Höhe Toter Mann :
toter_mann2.jpg


Fleury :

Verdun_014_003.jpg


Tunnel von Tavannes:
Tavannes24.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Bereits im Dezember 1915 begann General der Infantreie Erich von Falkenhayn der Nachfolger von Generaloberst Helmuth Graf von Moltke als Generalstabschef einen Plan die Franzosen in einer großen Schlacht „weißbluten" zu lassen.
Für General Falkenhayn kamen für diese Schlacht nur Orte in Frage die für die Frankreich so wichtig waren dass sie mit allen Mitteln verteidigt würden. Danach sollten die deutschen Streitkräfte ihren Angriff nach Belieben verstärken oder vermindern bis die französische Armee ausgeblutet war. Es standen zwei Festungsgürtel zur Auswahl.Entweder Belfort oder Verdun . Man entschied sich für Verdun.. In einer Abnutzungsschlacht sollte die französische Armee vollständig erschöpft werden wobei Erich von Falkenhayn mit weitaus höheren Verlusten auf gegnerischer Seite rechnete.
Hinzu kam in Falkenhyns Rechnung die Tatsache zum tragen, daß Deutschland ein höheres Menschenmaterial zur Verfügung hatte als Frankreich.
Verdun war zu dieser Zeit die stärkste Festung Frankreichs und von 40 Befestigungen umgeben darunter 16 Forts und Zwischenwerke die mit Maschinengewehren gepanzerten Beobachtungs- Geschütztürmen und Kasematten bestückt waren.

Wie kam General Falkenhayn eigentlich auf diese Idee? Gibt es Beispiele aus der Geschichte, in der die Armee eines ganzen Landes in einer einzigen Schlacht aufgerieben wurde? Oder habe ich den Sinn des Wortes "weißbluten" nicht richtig verstanden?
 
Wie kam General Falkenhayn eigentlich auf diese Idee? Gibt es Beispiele aus der Geschichte, in der die Armee eines ganzen Landes in einer einzigen Schlacht aufgerieben wurde? Oder habe ich den Sinn des Wortes "weißbluten" nicht richtig verstanden?

Du meinst wahrscheinlich das Heer.;)
Im Krieg der Millionenheere ist es noch nie vorgekommen daß das gesamte Heer in einer Schlacht ausgeblutet ist.
Ich denke von Falkenhayn war sich auch selber dieser Tatsache bewußt.
Er wollte das französische Heer so schwer zur Ader lassen daß es dermaßen geschwächt wurde daß es dem deutschen Heer immer stärker unterlegen würde.
Er fuhr ja durchaus auf zwei Gleisen.Ein Durchbruch bei Verdun hätte die gesamte französische Nordfront aus den Angeln gehoben und der Weg nach Paris wäre offen gewesen.
Bei einem Abnutzungskrieg war die Rechnung das daß französiche Heer ständig neue Truppen in die Schlacht m Verdund werfen mußte.,was die Streitkräfte schwächste und zwang auch von anderen Frontabschnitten Truppen zu verlegen oder die Reserven einzusetzen die dann an anderen Fronten fehlten.
Man sah ja auch auf Seiten der Entente die Gefahr eines französichen Zusammenbruchs vor Verdun,weshalb man zur Entlasstung ja auch die große Offensive an der Somme startete, welche zur Schlacht an der Somme führte, welche noch blutiger wurde als die Schlacht um Verdun.
 
Wie kam General Falkenhayn eigentlich auf diese Idee? Gibt es Beispiele aus der Geschichte, in der die Armee eines ganzen Landes in einer einzigen Schlacht aufgerieben wurde? Oder habe ich den Sinn des Wortes "weißbluten" nicht richtig verstanden?

In einer einzigen Schlacht nicht, wie Jedihammer bereits richtig ausgeführt hat, aber erfolgreiche Beispiele für einen Abnutzungskrieg gab es zu Zeiten des ersten Weltkrieges schon. Der amerikanische Bürgerkrieg wurde z.B. so entschieden. Während zu Beginn dieses Konfliktes noch der Geist der napoleonischen Kriegsführung vorherrschte, in dem die Heerführer versuchten die eine, große Entscheidungsschlacht herbeizuführen oder den Krieg zu beenden, indem man die Hauptstadt des Feindes eroberte erkannten zu dieser Zeit "moderne" Generäle wie Ulysses S. Grant oder William T. Sherman die Möglichkeiten, welche die weitaus höhere Bevölkerungsdichte der Nordstaaten bot. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern attakierten sie die Armeen des Südens immerfort, und verwickelten sie auch nach verlorenen Schlachten (Cold Harbor) oder Pattsituationen (Wilderness) in immer neue blutige Gefechte, in dem Wissen, daß der Norden seine Verluste jederzeit würde ausgleichen können, der Süden allerdings irgendwann ausgeblutet sein würde. Der Sezessionskrieg gilt daher (neben dem Krimkrieg) auch als einer der ersten "modernen" Kriege, der bereits viele der Schrecken des Ersten Weltkrieges vorweg nahm, wie z.B. Grabenkämpfe und Sturmangriffe auf befestigte Stellungen usw.

C.
 
Der Sezessionskrieg gilt daher (neben dem Krimkrieg) auch als einer der ersten "modernen" Kriege, der bereits viele der Schrecken des Ersten Weltkrieges vorweg nahm, wie z.B. Grabenkämpfe und Sturmangriffe auf befestigte Stellungen usw.

Sehr gute Erklärung.
Gerade der Sezessionskrieg wird in den Filmen gerne als Peng Peng auf blühender Wiese hingestellt.
Sieht man aber die realen Bilder wie z.B. die Belagerung von Petersburg so sieht man da ebenso eine Kraterlandschaft wie vor Verdun.
Oder auch die Verwüstungen der Städte Atlanta oder Charleston .
Der Sezessionskrieg war ein Krieg in dem die Zerstörung gezielt als Terror gegen den Feind eingesetzt wurde.
Sherman selber hat dies oft persönlich gesagt,auch dem Bürgermeister von Atlanta gegenüber.
Bei der Eroberung von Charleston,der Keimzelle der Sezession gab er seinen Truppen die Anweisung sie mögen sich so benehmen daß der Bevölkerung für Generationen die Lust am Krieg vergehen werde.


Auch mit Deiner anderen Aussage hast Du Recht.
beide Kriege gelten als die ersten Kriege die modern und industriell geführt wurden.
 
Danke für die Erklärungen. Und natürlich meinte ich das Heer, nicht eine einzelne Armee.
Mir scheint das Vorhaben eines Abnutzungskrieges nur sehr unökonomisch im Umgang mit den eigenen Ressourcen, selbst wenn diese dem Feind überlegen erscheinen. Von der vergeudeten Zeit ganz zu schweigen. Außerdem ist es m.M.n. kurzsichtig (s.u.).
Genauso wie den Feind, bindet man ja auch seine eigenen Soldaten zum großen Teil.
Wie sahen denn die alternativen Ideen aus, nachdem der Schlieffen Plan gescheitert war? Oder gab es da keine mehr?
Ist der Abnutzungskrieg inzwischen eigentlich noch aktuell? Dazu müssen ja zwei mindestens ebenbürtige Kontrahenten aufeinandertreffen, oder? Und im Atomzeitalter gäbe es mit diesem Ansatz bei einem dritten Weltkrieg ja ohnehin keine Sieger mehr.

Das Hauptproblem bei den durch die Medien übertragenen asymmetrischen Kriegen der USA liegt ja nicht mehr in der Einnahme eines Landes durch die haushoch überlegene Militärmaschinerie der Amerikaner , sondern in der Sicherung des Friedens hiernach, also die "hearts and minds" der Besiegten (in amerikanischer Sicht "Befreiten") für sich zu gewinnen.

Ging man bei einem Abnutzungskrieg einfach davon aus, daß die Besiegten sich aus Angst vor den Besatzern und wegen mangelnden Mitteln fügen würden? Oder war es den Siegern egal, wie nach dem Sieg der Frieden wiederhergestellt werden würde? Wurde damals also mit einem Guerillakrieg nach einem durch Abnutzung erzielten Sieg gerechnet und entsprechende Vorkehrungen getroffen?
 
Wie sahen denn die alternativen Ideen aus, nachdem der Schlieffen Plan gescheitert war? Oder gab es da keine mehr?

Nach dem Scheitern des Schlieffenplanes und dem Erstarren der Fronten war man recht ratlos.
Es fehlte der berühmte Plan B.
Deshalb man ja von deutscher Seite auf die Offensive von Verdun gekommen ist.
Wie erwähnt ging es nicht nur um das Ausbluten des Gegners.
Ein Durchbruch hätte wieder Bewegung in den Krieg gebracht.

Ist der Abnutzungskrieg inzwischen eigentlich noch aktuell?
Der ist eigendlich immer aktuell.
Nur die Ausmaße sind eben immer etwas anderst.

Dazu müssen ja zwei mindestens ebenbürtige Kontrahenten aufeinandertreffen, oder?

Nicht unbedingt.
Man kann auch einem überlegenen Gegner soviel Blut abverlangen bis er die Lust verliert..
Vietnam wäre hier ein gutes Beispiel.
Die Verluste der USA an Menschenmaterial waren relativ gering.
Aber es zeigte sich keinLohn für die Opfer.


Und im Atomzeitalter gäbe es mit diesem Ansatz bei einem dritten Weltkrieg ja ohnehin keine Sieger mehr.

Auch im Atomzeitalter kann es zu einem großen konventionellen Krieg kommen.
Und so viele Atommächte sind es jetzt ja auch nicht.

Ging man bei einem Abnutzungskrieg einfach davon aus, daß die Besiegten sich aus Angst vor den Besatzern und wegen mangelnden Mitteln fügen würden?

Naj dem Abnutzungskrieg liegt ja immer ein Ziel zugrunde.

So wollte Erich von Manstein die Rote Armee am Djnepr ausbluten lassen um im Osten zumindest noch ein Remis zu erreichen

Im ägyptisch/israelischen Abnutzungskrieg wollte Nasser des Israelis so schwere Verlust zu fügen um zumindest den Sinai zurück zu erobern.
Unvergessen die Worte Nassers :
Wenn es dem Feind gelingt, uns einen Verlust von 50.000 Mann zuzufügen, so können wir dennoch weiterkämpfen, weil wir menschliche Reserven haben. Wenn es uns gelingt, ihm einen Verlust von 10.000 Mann zuzufügen, wird er sich unvermeidlich in einer Situation wiederfinden, wo er aufhören muss zu kämpfen, weil er keine menschlichen Reserven hat."


Im 1.Golfgrieg wollte der Irak den Iran durch große Verluste dermaßen schwächen daß der Irak die begehrten Ölvorkommen erobern konnte.


Wurde damals also mit einem Guerillakrieg nach einem durch Abnutzung erzielten Sieg gerechnet und entsprechende Vorkehrungen getroffen?

Ich glaube schon das die Vietnamesen stark mit ihrem Sieg gegen Frankreich und auch später gegen die USA gerechnet haben.
 
Einen Krieg der auch wie der amerikanische Bürgerkrieg geführt wurde war übrigends der Zweite Burenkrieg (auch Südafrikanischer Krieg) von 1899 bis 1902. Auch hier wurde der Gegner ausgehungert und von seinen Ressourcen abgeschnitten.

Zweiter Burenkrieg ? Wikipedia

Einen Sieg gegen Partisanen auch durch Abnutzung schaffte die Rote Armee/NKWD in den Jahren 1944 - 1954 in der Ukraine:
Organisation Ukrainischer Nationalisten ? Wikipedia
Ukrainische Aufstandsarmee ? Wikipedia

und im Baltikum:
Waldbrüder ? Wikipedia

Letztendlich ist mMn ein Sieg im Guerillakrieg nicht anders zu Erringen. Allerdings stehen dem oft politische Voraussetzungen/Zielsetzungen entgegen.
 
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