Militärgeschichte

Heute vor 70 Jahren begann die Seeschlacht bei Kap Matapan

Die Seeschlacht bei Kap Matapan vom 27. bis 29. März 1941
Heute möchte ich an ein wichtiges Ereignis der Marinegeschichte erinnern: Zum 70. Mal jährt sich die Seeschlacht bei Kap Matapan an der Südspitze Griechenlands zwischen der italienischen Marine und der britischen Mittelmeerflotte.
Zum Hintergrund: Im Frühjahr 1941 erreichten die Kampfhandlungen der Italiener in Griechenland einen Höhepunkt. Adolf Hitler hatte erkannt, dass deutsche Truppen benötigt wurden, und eine Invasion von Griechenland und Jugoslawien befohlen, die am 6. April beginnen sollte. Als Gegenmaßnahme entsandten die Briten eine Expeditionsstreitmacht in Konvois aus Alexandria (Ägypten) nach Griechenland, um die griechischen Verteidiger zu verstärken. Nun wollten die Deutschen diese Konvois unterbrechen, und die italienische Marine war die einzige Streitmacht, die dazu in der Lage war.
Daher hatte das Oberkommando der italienischen Marine nach einer Serie militärischer Rückschläge beschlossen, die Operation Gaudo durchzuführen. Bei dieser bewaffneten Aufklärungs- und Säuberungsaktion in den Gewässern um Kreta wollten die Italiener die britischen Konvois angreifen und ihre verlorene Machtposition im östlichen Mittelmeer wieder herstellen. Diese Operation war die erste Initiative der italienischen Marine. Sie verlangte von Flottenchef Vizeadmiral Angelo Iachino, mit der Hauptmacht seiner verbliebenen Überwasserstreitkräfte in See zu gehen, um die Briten herauszufordern.
Iachino wurde in seinem Vorhaben durch falsche Aufklärungsinformationen der Deutschen vom 16. März bestärkt. Diese besagten, dass die britische Mittelmeerflotte nur über ein einsatzbereites Schlachtschiff und keine Flugzeugträger verfügte. Folglich schätzten die Italiener, deren Schlachtflotte beim britischen Luftangriff auf Tarent im November 1940 schwer beschädigt worden war, dass ein Verband aus Schweren Kreuzern mit Unterstützung des Schlachtschiffs Vittorio Veneto ausreichen würde, um mit den britischen Konvois und leichten Seestreitkräften um Kreta fertig zu werden und so die Versorgung Griechenlands lahm zu legen.
In Wirklichkeit aber befand sich die britische Mittelmeerflotte in einer wesentlich besseren Situation. Ihr Befehlshaber, Admiral Sir Andrew B. Cunningham, hatte drei Schlachtschiffe einsatzbereit: Sein Flaggschiff HMS Warspite, HMS Barham und HMS Valiant. Und vor kurzem war als Unterstützung der Flugzeugträger HMS Formidable eingetroffen, um die im Januar von deutschen Sturzkampfbombern beschädigte HMS Illustrious zu ersetzen.
„Ich selbst hatte Anlass, anzunehmen, dass die Italiener nichts wagen würden. Ich wettete mit Commander Power, Stabsoffizier für Seeoperationen, um 10 Shilling, dass wir nichts vom Feind sehen würden”, erzählte Admiral Cunningham später. Mit dem Flugzeugträger, Torpedobombern auf Kreta und Bombern der Royal Air Force in Griechenland besaß er einen entscheidenden Vorteil gegenüber der italienischen Marine, die ohne eigene Luftunterstützung auskommen musste. Zudem waren einige britische Kriegsschiffe auch mit Radargeräten ausgerüstet, und viele besaßen Erfahrung im Nachtkampf, für den Cunningham der beste Experte in der Royal Navy war. Überdies hatte die britische Funkaufklärung „Ultra“ die deutschen und italienischen Codes gebrochen.

Am 26. März lief Admiral Iachino an Bord des neuen Schlachtschiffs Vittorio Veneto aus, wobei vier Zerstörer sein Flaggschiff begleiteten. Er fuhr auf die Straße von Messina zu, wo er sich planmäßig mit dreien seiner Kreuzerdivisionen traf. Nun umfasste seine erweiterte Streitmacht Vizeadmiral Carlo Cattaneos 1. Division Pola, Zara und Fiume und Vizeadmiral Luigi Sansonettis 3. Division aus den Schweren Kreuzern Trieste, Trento und Bolzano. Den italienischen Streitkräften gehörten auch die Leichten Kreuzer Garibaldi und Abruzzi sowie 13 (nach anderen Quellen 17) Zerstörer an.
Die Briten waren durch abgefangene und entschlüsselte “Ultra”-Funksprüche über das Auslaufen und die Absichten der italienischen Flotte informiert. Um dies vor den Italienern geheim zu halten, startete am 27. März auf Malta ein Sunderland-Flugboot, dessen Aufklärungsflug sorgfältig geleitet wurde, damit die britische Flotte einen glaubwürdigen Grund hatte, in der richtigen Position zu sein, um die italienische Flotte abzufangen. Tatsächlich entdeckte das Aufklärungsflugzeug drei italienische Kreuzer und vier Zerstörer, die auf Kreta zuhielten. Die Vittorio Veneto fing die Meldung des Flugbootes von der Sichtung seines Flottenverbands auf. Da erkannte Admiral Iachino, dass er das Überraschungsmoment verloren hatte, und informierte Admiralstabschef Admiral Arturo Riccardi entsprechend. Um jedoch die Deutschen nicht zu verärgern, auf deren Betreiben dieses Unternehmen überhaupt begann, fasste Riccardi einen folgenschweren Entschluss. Er instruierte Iachino, den Vorstoß fortzusetzen, seine Flotte südlich von Kreta zu konzentrieren und dann nordwärts auf Kap Matapan an der Südspitze Griechenlands zuzuhalten.
Admiral Cunningham wusste ebenfalls durch „Ultra“, dass die italienische Flotte ausgelaufen war. Er befahl den Truppentransportern, die Gewässer um Kreta zu verlassen, und zog seine Flotte aus diesem Seegebiet zurück, um den Eindruck zu erwecken, dass er unvorbereitet sei. Gleichzeitig befahl der britische Flottenbefehlshaber, die drei Schlachtschiffe in Alexandria seeklar zu machen, und verließ demonstrativ selbst das Hafengebiet mit seinen Golfschlägern, um feindliche Agenten irrezuführen. Doch in der Abenddämmerung kehrte er heimlich zurück, ging an Bord der Warspite und lief mit den Schlachtschiffen, dem Flugzeugträger und neun Zerstörern im Schutz der Dunkelheit aus. Zudem wies er Vizeadmiral Henry Pridham-Wippell an, mit vier Leichten Kreuzern und vier Zerstörern südlich von Griechenland zu kreuzen. Falls er dabei zuerst auf die italienische Streitmacht traf, sollte er sie nach Süden locken, auf Cunninghams Schlachtflotte zu.

Im Morgengrauen des 28. März begann die Seeschlacht. Ein Aufklärungsflugzeug der Formidable meldete einen italienischen Flottenverband aus vier Kreuzern und sechs Zerstörern auf südöstlichem Kurs in Richtung Ägäis. Dabei handelte es sich um die Spitze von Admiral Iachinos Verband. Um 0650 entdeckte eines von Iachinos Aufklärungsflugzeugen die britische Kreuzergruppe. Der italienische Admiral glaubte, einen leichten Sieg erringen zu können, und entsandte Sansonettis Kreuzerdivision. Sie sollte die Schiffe von Pridham-Wippell in ein Gefecht verwickeln, während er mit der restlichen Flotte folgen würde.
Um 0745 Uhr sichteten Pridham-Wippells vier Leichte Kreuzer ein Geschwader aus drei italienischen Schweren Kreuzern. Sansonetti sichtete die britischen Kreuzer um 0800 und eröffnete das Feuer auf die HMS Gloucester 12 Minuten später. Die italienischen 20 cm-Geschütze schossen dabei über eine so große Entfernung, dass die 15 cm-Geschütze der britischen Schiffe das Feuer nicht sofort erwidern konnten. Daher fuhren Pridham-Wippells Schiffe Ausweichmanöver, machten kehrt und zogen sich mit voller Kraft zu Cunninghams herannahendem Verband zurück in der Hoffnung, dadurch den Feind in eine Falle zu locken, doch um 0855 drehten die Italiener plötzlich ab.

Die verfolgenden Italiener erzielten wegen ihrer schlechten Zielgenauigkeit keine schweren Treffer. Als Iachino bemerkte, dass Sansonetti sich von der Flotte entfernte und in die Reichweite von britischen Flugzeugen geriet, befahl er ihm um 0850, die Verfolgung abzubrechen und auf nordwestlichen Kurs zu gehen. Daraufhin machten Pridham-Wippells Schiffe kehrt und folgten den Italienern in sicherer Entfernung. Vizeadmiral Iachino ärgerte sich über die Kühnheit des britischen Befehlshabers und entwarf einen Plan, um die britischen Kreuzer zu vernichten, indem er sie mit seinen Kreuzern und dem Schlachtschiff Vittorio Veneto in die Zange nehmen wollte. Etwa um 1055 wurde die Falle erkennbar, als die Vittorio Veneto in Reichweite kam und mit ihren 38 cm-Geschützen das Feuer auf Pridham-Wippell eröffnete und damit die Briten völlig überraschte. Pridham-Wippells Kreuzer gerieten zwischen der Vittorio Veneto und den italienischen Kreuzern ins Kreuzfeuer.
Gerade noch rechtzeitig erkannte der britische Vizeadmiral seinen Fehler und befahl seinen Schiffen, mit hoher Geschwindigkeit zu fliehen. Als die leichten Kreuzer abdrehten, erschienen sechs Fairey Albacore Torpedobomber vom Flugzeugträger Formidable am Schauplatz des Gefechts und flogen einen Angriff auf die Vittorio Veneto, ohne dabei jedoch das Schlachtschiff zu beschädigen. Trotz dieses Fehlschlags gewann Pridham-Wippell durch den Luftangriff Zeit und konnte unbehelligt entkommen. Iachino, der keine Luftunterstützung besaß, erkannte seine Verwundbarkeit. Er wollte sein Glück nicht überstrapazieren und brach die Verfolgung um 1220 ab. Dann befahl er seinen Streitkräften, sich zurückzuziehen, und nahm Kurs auf Italien.
Während seine Flotte weiteren Angriffen durch auf Kreta stationierte britische Flugzeuge ausgesetzt war, bemerkten die italienischen Schiffe nicht sofort die zweite Angriffswelle von Torpedobombern der Formidable, als diese um 1510 anflogen. Bei diesem Angriff erzielten sie Bomben- und Torpedotreffer auf der Vittorio Veneto, die erhebliche Schäden hervorriefen und ihre Geschwindigkeit auf 19 Knoten reduzierten. Der Besatzung des Schlachtschiffs gelang es nur unter größten Anstrengungen, den Wassereinbruch aufzuhalten.
Cunningham wusste, dass er keine Chance hatte, das italienische Schlachtschiff zu versenken, solange es nicht erneut getroffen wurde. Deshalb befahl er einen weiteren Luftangriff in der Dämmerung. Um 1925, kurz nach Einbruch der Dunkelheit, erreichten die Torpedobomber den italienischen Verband und beschädigten statt des Schlachtschiffs den Schweren Kreuzer Pola so schwer, dass er bewegungslos im Wasser liegen blieb.
Daraufhin gruppierte Iachino seine Flotte um und entließ seine Leichten Kreuzer. Der italienische Admiral, der keine Ahnung davon hatte, dass Cunninghams Schlachtflotte ihn verfolgte und immer näher kam, beging nun einen verhängnisvollen Fehler. Er befahl Cattaneos Division aus Kreuzern und Zerstörern, zurückzufahren und die Pola zu beschützen, während der Rest der Flotte Nordwestkurs beibehielt. Doch keines der italienischen Schiffe war für einen Nachtkampf ausgerüstet.
Die britische Schlachtflotte entdeckte die Italiener mithilfe von Radar kurz nach 2200. Dank ihrer Erfahrung und ihres Geschicks im Nachtkampf schlichen sich die Briten unbemerkt an die italienischen Schiffe heran. Zuerst fand Cunningham die Pola, während die Schweren Kreuzer Zara und Fiume noch unentdeckt blieben und ahnungslos die britischen Schlachtschiffe passierten. „Nie zuvor in meinem Leben habe ich einen so spannenden Augenblick erlebt. Der Gegner war in Reichweite, kaum zwei Seemeilen entfernt, auf kürzeste Schussentfernung“, berichtete Admiral Cunningham.
In einem der dramatischsten Augenblicke des Seekriegs während des Zweiten Weltkriegs richteten die britischen Zerstörer um 22.27 Uhr ihre Scheinwerfer auf die italienischen Schiffe, und die Schlachtschiffe Barham, Valiant und Warspite eröffneten das Feuer auf eine Entfernung von nur 1,5 Seemeilen (rund 2800 Meter). Davon wurden die Kreuzer Fiume und Zara völlig überrascht. Die Granaten der ersten Salve der Warspite trafen die Fiume unterhalb des Oberdecks und rissen den achteren Geschützturm über Bord. „Man sah ganze Türme und Massen von Wrackteilen durch die Luft wirbeln und ins Wasser schlagen. In kürzester Zeit waren die Schiffe nur noch glühende Fackeln“, beobachtete Admiral Cunningham.

Während die Italiener bei diesem Nachtgefecht wortwörtlich im Dunkeln tappten, bedienten sich die Briten bei der Feuerleitung des Radars. So wurden die beiden italienischen Kreuzer innerhalb von wenigen Minuten von den 38 cm-Geschützen der Schlachtschiffe versenkt, ohne selbst einen Schuss abgegeben zu haben. Im folgenden Durcheinander versenkten britische Zerstörer zwei italienische Zerstörer. Im Morgengrauen des 29. März übernahm Admiral Cunningham die schwer beschädigte Pola, entschied sich aber angesichts ihres schlechten Zustandes dagegen, sie nach Alexandria zu schleppen, und ließ sie versenken, nachdem die Besatzung von Bord gegangen und gefangengenommen worden war. Unterdessen gelang es dem Schlachtschiff Vittorio Veneto zu entkommen.
Nach dem Nachtkampf setzte Cunningham gegen den Rat seiner Offiziere die Verfolgung der Italiener fort, wurde aber gezwungen, umzukehren, als deutsche Bomber über ihm erschienen. Nachdem sich die britische Flotte wieder gesammelt hatte, suchte sie im Morgengrauen des 29. März nach Überlebenden der Schlacht. Etwa 650 Italiener wurden gerettet, bevor Cunningham sich nach Alexandria zurückzog. In einem Funkspruch informierte der britische Admiral die Italiener und gab ihnen die Koordinaten des Schauplatzes der Seeschlacht bekannt, an dem die Überlebenden der Schlacht auf Hilfe warteten, und verließ dann das Seegebiet. So konnten italienische und griechische Schiffe weitere 270 Überlebende retten.
Nach dem Luftangriff auf Tarent war diese Niederlage der italienischen Marine in der Seeschlacht vor Kap Matapan ein weiterer schwerer Schlag für ihre Kampfkraft und Moral. Fünf Schiffe – drei Schwere Kreuzer und zwei Zerstörer – wurden dabei versenkt und die Vittorio Veneto schwer beschädigt. Über 2400 italienische Offiziere und Mannschaften kamen dabei ums Leben. Die Briten verloren nur drei Mitglieder einer Flugzeugbesatzung, als ein „Swordfish“-Torpedobomber abgeschossen wurde. Admiral Cunningham verlor zwar seine Wette, fügte den Annalen der Royal Navy jedoch einen weiteren bedeutenden Sieg hinzu.

Die Seeschlacht vor Kap Matapan war ein entscheidender Sieg für die britische Mittelmeerflotte und gab ihr die Kontrolle über das östliche Mittelmeer zurück – bis zum Fall Kretas im Juni. Matapan war zugleich die erste Seeschlacht des Zweiten Weltkriegs in europäischen Gewässern. In ihr vollzog sich der Übergang von klassischen Seegefechten, in denen die gegnerischen Flotten einander mit schwerer Artillerie und Torpedos bekämpften, zu Operationen mit Flugzeugträgern als Hauptstreitmacht, in denen die trägergestützte Marineluftwaffe eine entscheidende Rolle spielte – so wie später im Pazifikkrieg.
Die italienische Marine war gegenüber der britischen Flotte mehrfach benachteiligt, da ihre Soldaten nicht im Nachtkampf ausgebildet waren, die Schiffe kein Radar besaßen und die Flotte keine eigene Luftunterstützung hatte. Die Niederlage vor Kap Matapan war für sie ein militärisches Desaster und brach ihr das Rückgrat. Daher war sie so schwer angeschlagen, dass sie nicht in die späteren Evakuierungen von Griechenland und Kreta eingreifen konnte. Die Evakuierung der britischen Truppen aus Griechenland und Kreta konnte nur durch Luftangriffe gestört werden. Obwohl die britische Mittelmeerflotte dabei hohe Verluste erlitt, konnte sie bis Ende Mai 1941 die Rückführung von etwa 67000 Soldaten nach Nordafrika decken, wo am 30. März das Afrikakorps unter General Erwin Rommel eine Offensive begonnen hatte. Indirekt hatte die Seeschlacht auch zur Folge, dass Malta nicht mehr eingenommen werden konnte. Denn die italienische Marine war für einen Angriff von See her nicht mehr schlagkräftig genug. Außerdem lehnte Hitler nach den hohen Verlusten bei der Luftlandeschlacht um Kreta („Unternehmen Herkules“) weitere Luftlandeoperationen ab. Als italienische Kriegsschiffe 1943 das nächste Mal die Häfen verließen, kapitulierten sie vor Admiral Cunningham.

(Zusammengestellt aus verschiedenen Fachbüchern und Internetseiten, vor allem Janusz Piekalkiewicz, Seekrieg 1939 bis 1945, und einer Darstellung der Seeschlacht vor Kap Matapan auf der offiziellen Seite der Royal Navy)

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Admiral Sir Andrew B. Cunningham

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Vizeadmiral Angelo Iachino

Weil ich von der Seeschlacht kein gutes Foto fand, habe ich zwei Fotos bedeutender Schiffe ausgesucht, die daran teilnahmen.

Das Schlachtschiff Vittorio Veneto repräsentiert die italienische Marine:

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Der Flugzeugträger HMS Formidable repräsentiert die britische Mittelmeerflotte:

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Porträt von Marschall Schaposchnikow

Ach Jedihammer, dein Beitrag über den Marschall der Sowjetunion Boris Michailowitsch Schaposchnikow war sehr gut, vor allem die Orden haben mir gefallen, aber leider ist das Porträt flöten gegangen.
Hier das Porträt des Marschalls auf einer Briefmarke:
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Nur zur Erwähnung.
Heute ist für die Militärgeschichte und die Welt als solche ein Jehrestag der an einen rabenschwarzen Tag erinnert.
Heute vor genau 20 Jahren "verstarb" der Warschauer Pakt.
Wenn er auch eine Organisation der Bolschewisten war, so verhinderte sein Bestehen doch viele Dinge die sich die NATO heute erlauben kann.
Ein bestehender Warschauer Pakt hätte vieleicht die Agression der NATO gegen dier Bundesrebuplik Jugoslawien verhindert(auch wenn dieses Land nie Mitglied des Paktes gewesen ist).
Viele hochbegabe Offiziere der sowjetischen Streitkräfte waren einst Oberbefehlshaber der Truppen des Warschhauer Packtes bzw. Stabschefs.

Hier die Oberbefehlshaber :

1.Marschall der Sowjet-Union Iwan Stephanowitsch Konew
2.Marschall der Sowjet-Union Andrei Antonowitsch Gretschko
3.Marschall der Sowjet-Union Iwan Ignatjewitsch Jakubowski
4.Marschall der Sowjet-Union Wiktor Georgijewitsch Kulikow
5.Armeegeneral Pjotr Georgiewitsch Luschew

Hier die Stabschefs :
1.Armeegeneral Alexei Innokentjewitsch Antonow
2.Armeegeneral Paweł Iwanowicz Batow
3.Armeegeneral Michail Iljitsch Kasakow
4.Armeegeneral Sergei Matwejewitsch Schtemenko
5.Armeegeneral Anatoli Iwanowitsch Gribkow
6.Armeegeneral Wladimir Nikolajewitsch Lobow


Eine kurze persönliche Anmerkung zu Armeegeneral Alexei Innokentjewitsch Antonow :
Meiner bescheidenen Meinung nach war Alexei Innokentjewitsch Antonow nach Boris Michailowitsch Schaposchnikow der beste Chef des Generalstabes den die Bolschwisten je hatten.
Es ist eine Schande und mir unverständlich, warum dieser Mann niemals in den rang eines Marschalls der Sowjet-Union aufgestiegen ist.
 
Pacific War Countdown Teil 3

So, jetzt gibt es wieder eine Info über die Vorgeschichte des Pazifikkrieges.
Diesmal verrate ich ein wenig über die japanische Spionage in Pearl Harbor.

Nachdem Admiral Yamamoto Isoroku die Bestätigung erhalten hatte, dass sein Plan für einen Überraschungsangriff auf Pearl Harbor zwar schwierig zu realisieren, aber durchführbar war, bat er den Marinegeheimdienst, die dafür erforderlichen Informationen zu beschaffen. Daraufhin entsandte die Organisation einen ehemaligen Marineoffizier nach Hawaii, der sich zu einem meisterhaften Spion entwickelte. „Mein Name ist Morimura Tadashi, in Wahrheit heiße ich aber Yoshikawa Takeo“.
Am 27. März 1941 legte das japanische Passagierschiff “Nitta Maru” am Pier 8 nahe dem berühmten Aloha Tower im Hafen von Honolulu auf der Hawaii-Insel Oahu an. Einer der Passagiere, die an Land gingen, war der schlanke, mittelgroße 29-jährige Yoshikawa. Vizekonsul Okuda Otojiro geleitete den jungen Mann, dessen Papiere ihn als Morimura Tadashi auswiesen, durch den Zoll und fuhr ihn zum zweistöckigen Gebäude des japanischen Konsulats an der Nuuana Avenue.
Dort begrüßte Generalkonsul Kita Nagao Morimura und stellte ihn seinen Mitarbeitern vor. Dann zog der junge Mann in eine Wohnung in der Umgebung des Konsulats ein. Er bekam die Bezeichnung „Kanzleibeamter“, doch nur Kita und Okuda wussten, dass das nicht seine tatsächliche Aufgabe sein würde. In Wirklichkeit handelte es sich bei dem Neuankömmling um Yoshikawa Takeo, einen Marineleutnant der Reserve. Der 1914 geborene Sohn eines Polizeibeamten hatte 1933 seine Ausbildung an der Kaiserlich-Japanischen Marineakademie abgeschlossen. Für kurze Zeit hatte er an Bord eines Kreuzers Dienst getan, danach U-Boot- und Pilotentraining absolviert.
Seine vielversprechende Karriere wurde jedoch durch eine schwere Magenerkrankung so beeinträchtigt, dass Yoshikawa nach nur zwei Jahren Dienstzeit in der Marine 1936 in den Ruhestand geschickt wurde. Als er schon mit dem Gedanken spielte, Selbstmord zu begehen, bot die Marine ihm eine Tätigkeit in der Aufklärungsabteilung des Admiralstabs an, also beim Marinegeheimdienst. Also kehrte er 1937 in den aktiven Dienst der Marine zurück und wurde Geheimdienstoffizier in der Abteilung für die USA und Großbritannien. In den folgenden Jahren studierte Yoshikawa Englisch und informierte sich in allen erreichbaren Medien über die US Navy und ihre Stützpunkte im Pazifik. Nach Ausbruch des Krieges in Europa 1939 hörte er eine Klartext-Kurzwellennachricht ab, die von 17 britischen Frachtern in der Nähe der Kronkolonie Freetown in Westafrika berichtete. Er leitete diese Information an die Deutschen weiter und trug so dazu bei, dass die deutsche Kriegsmarine mehrere dieser Frachter versenken konnte. Dafür erhielt er ein persönliches Dankschreiben von Adolf Hitler. 1940 wurde Leutnant Yoshikawa Nachwuchsdiplomat, nachdem er die Englischprüfung des Außenministeriums bestanden hatte.
Im Herbst 1940 erfuhr er, dass er zum US-Territorium Hawaii versetzt werden sollte. Dort bestand seine Aufgabe darin, als Nachwuchsdiplomat Morimura getarnt ständig den Status der US-Pazifikflotte und ihre Ankerplätze zu beobachten und das Oberkommando der Marine in Tokio mit codierten Nachrichten über seine Erkenntnisse auf dem Laufenden zu halten. Yoshikawa wurde der einzige japanische Spion und Yamamotos wertvollste Informationsquelle auf Oahu. Rasch machte er sich mit den Hauptinseln Hawaiis und ihren Militäreinrichtungen vertraut, die sich auf Oahu konzentrierten. Um sie zu erkunden, benutzte der Spion verschiedene Fahrzeuge und Autos von Leuten, die fürs Konsulat Fahr- und Kurierdienste erledigten. Außerdem beobachtete er die Stützpunkte aus der Luft in geliehenen Kleinflugzeugen, studierte den Hafengrund, in dem er mit Touristenbooten fuhr, die mit Glasböden versehen waren, und tauchte. Schon nach kurzer Zeit hatte er die verschiedenen Stützpunkte der US Army und Navy auf Zentral-, Süd- und Ost-Oahu ausgekundschaftet. Im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit stand natürlich der Flottenstützpunkt Pearl Harbor an der Südküste Oahus.
Als Generalkonsul Kita Yoshikawa ein Teehaus im japanischen Stil im bergigen Gebiet von Alewa Heights zeigte, das direkt nördlich der Innenstadt von Honolulu lag, wusste der clevere Geheimdienstoffizier gleich, das dies sein bevorzugter Arbeitsplatz sein würde. Denn es stand in einer strategisch günstigen Position und war auch nicht weit entfernt von verschiedenen attraktiven Lokalen. Das Gebäude eines japanischen Restaurants besaß auch großen Wert für Spionagezwecke, denn von den Frontfenstern des zweiten Stocks aus konnte Yoshikawa Ford Island in der Mitte von Pearl Harbor sehen, das nur sechs Meilen entfernt in westlicher Richtung lag. Auf der linken Seite befand sich der US Army-Stützpunkt und Flugplatz Hickam Field. Und damit der junge Spion alles genau beobachten konnte, gab es im Teehaus auch ein paar Teleskope, die seine Sicht wesentlich verbesserten.
Natürlich war Yoshikawa klug genug, weder seine Beobachtungsposten noch Vorgehensweisen überzustrapazieren, während er die Aktivitäten der US Navy in Pearl Harbor und auf dem Flugplatz von Hickam ausspionierte. Manchmal verkleidete er sich als Arbeiter und fuhr mit einem Minibus zu den Zuckerrohrfeldern bei Aiea im Norden der beiden Stützpunkte. Von dort aus konnte er auf die U-Boot-Einrichtungen im East Loch hinabschauen. Ein Pier bei Pearl City im Nordwesten ermöglichte es dem japanischen Spion, einen guten Überblick über Ford Island und seinen Flugplatz zu bekommen. Ein genauer Blick auf die wahrscheinlich mit U-Boot-Abwehr-Netzen gesicherte Hafeneinfahrt gelang ihm jedoch nicht, da beide Seiten der Einfahrt Sperrgebiete waren. Außerdem griff er auf das Wissen und die Erfahrungen einiger Mitarbeiter des Konsulats zurück, um seine Informationssammlung zu vervollständigen, ohne ihnen zu sagen, was er damit vorhatte, obwohl sie das wohl wussten oder im Lauf der Zeit herausfanden.
Um seine Tarnung aufrechtzuerhalten, vermied es Yoshikawa, illegal Militärstützpunkte zu betreten oder Geheimdokumente zu stehlen. Er benutzte keine Kameras oder Notizen, sondern verließ sich auf sein gutes Gedächtnis. Indem er und seine Helfer die amerikanische Offenheit ausnutzten – Pearl Harbor war schon damals eine Touristenattraktion! – bekamen sie tatsächlich alle benötigten Informationen mit völlig legalen, wenn auch getarnten Mitteln. Der Spion ergänzte seine Beobachtungen mit interessanten Artikeln aus Tageszeitungen. Darüber hinaus waren die Maßnahmen der amerikanischen Gegenspionagebehörden durch Gesetze eingeschränkt, die ihnen untersagten, die Kommunikation des Konsulats abzuhören.
So war es nicht verwunderlich, dass das FBI und die militärischen Geheimdienste falschen Hinweisen folgten, die in die Irre führten. So glaubte zum Beispiel Captain Irving Mayfield, Leiter des Aufklärungsbüros des Marinedistrikts, dass das japanische Konsulat trotz seiner angenommenen Verwicklung in die Spionage selbst kein wichtiger Teil des Spionagenetzes war. Versuche, Telefone anzuzapfen, hatten kaum Erfolg, weil die Konsulatsmitarbeiter die Amerikaner verdächtigten, sie abzuhören, und entsprechende Gegenmaßnahmen trafen. Weitere Faktoren, die Gegenspionageoperationen erschwerten, waren die amerikanische Sorge, die Bevölkerung zu beunruhigen, und vermehrte Bemühungen, die Loyalität der japanischstämmigen Einwohner Hawaiis sicherzustellen.
In einem zeitraubenden Prozess verzeichnete Yoshikawa nach und nach detailgenau die gesamten militärischen Aktivitäten und Einzelheiten auf Oahu. Da die Schlachtschiffe jeweils zu zweit entlang dem Südostufer von Ford Island festgemacht waren, konnten Torpedos nur gegen die äußeren verwendet werden. Die meisten Schiffe waren an jedem Wochenende im Hafen. Aufklärungsflüge ließen die Nordseite Oahus aus. Diese und andere Beobachtungen wurden aufgeschrieben, codiert und nach Tokio übermittelt, wobei man sich aller Telegrafengesellschaften in Honolulu bediente.
Quelle: HistoryNet, World War II Database
(Fortsetzung folgt)

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Yoshikawa Takeo
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute vor genau 107 Jahren, am 01.04.1904 wurde der spätere sowjetische Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin geboren.
Nach dem Abschluss einer Lehrer zum Buchbinder trat Nikolai Erastowitsch Bersarin im Oktober 1918 mit gerade mal 14 Jahren als Freiwilliger der Roten Armee bei.
Die Jahre 1920 und 1921 sahen ihn als Soldat beteiligt an den Kämpfen gegen englische Interventionstruppen in Nordrußland und an der Niederschlagung des Kronstädter Aufstands.
danach besuchte er verschiedene Lehrgänge und Kurse und ging dann als Zugführer eines MG-Zuges freiwillig zur Fernostarmee nach Sibirien.Dort führt er, nach erfolgreichen Offizierslehrgängen in Moskau, zunächst das 77. Schützenregiment, ehe er Chef der Ausbildung der "Armur-Front" wird. Dies bleibt er bis 1938.
Während der großen Säuberung gerät er kurzzeitig in Gefangenschaft, wird aber wieder freigelassen und bleibt im Dienst.
Im August 1938 kämpft er im Japanisch/sowjetischen Grenzkrieg im Gebiet des Chassan-Sees. Die unter Bersarins Kommando stehende 32. Schützendivision hat bedeutenden Anteil an der Abwehr des japanischen Angriffs. Bersarin wird mit dem Rotbannerorden, einem der höchsten militärischen Orden in der Sowjetunion, ausgezeichnet.
Bei Wiedereinführung der Generalsränge in der Roten Armee erhält Nikolai Erastowitsch Bersarin den Rang eines Generalmajors und wird gleidchzeitig Stellvertretender Oberbefehlshaber der 1.Fernostarmee.
Nach dem Beginn des Krieges gegen das Deutsche Reich wird Nikolai Erastowitsch Bersarin zunächst als Oberbefehlshaber der 27. Armee, welche im Rahmen der Heeresgruppe "Nordwestfront"
der deutschen Heeresgruppe Nord gegenübersteht eingesetzt.
Kurz vor Kriegsbeginn hatte er sich ins Baltikum versetzen lassen.
Im Verlauf des Krieges in den Jahren 1941 bis 1944 erbefehligte er die 20,34,39 und 61 sowjetische Armee.In das Jahr 1942 fällt auch seine Beförderung zum Generalleutnant.
Im März 1943 wird der persönlich tapfere Offizier bei den Kämpfen im Raum Wjasma schwer verwundet und muß bis im August 1943 im Lazarett verbleiben.
Inzwischen zum Oberbefehlshaber der 5.Stoßarmee ernannt, durchbrechen seine Truppen im Rahmen der Jassy-Kischinew Operation die deutsche Linie am Djnestr. Er wird dafür mit dem Leninorden ausgezeichnet und zum Generaloberst befördert.
Im Januar 1945 überquert die 5.Stoßarmee mit den Truppen von Marschall der Sowjet-Union Georgi Konstantinowitsch Schukow die Weichsel südlich von Warschau. Unter Führung von Schukow erobert die 1.Weissrussische Front Polen und der Angriff auf die Reichshauptstadt Berlinwird eingeleitet.Am 22.04.1945 erreicht die 5.Stoßarmee als erster sowjetischer Großverband den östlichen Berliner S-Bahn-Ring und das östliche Spreeufer.
Am 24.04.1945 ernennt Marschall Schukow Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin zum ersten Stadtkommandanten von Berlin.
Am 01.05.1945 wird Nikolai Erastowitsch Bersarin mit dem höhsten sowjetischen Orden ausgezeichnet, dem Titel "Held der Sowjet-Union"
Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin setzte sich gleich nach seiner Einsetzung als Stadtkommandant für eine Verbesserung der Situation der Zivilbevölkerung ein versuchte sehr bald nach dem Ende der Kämpfe um berlin wieder so etwas wie Normalität in der Stadt zu schaffen.
Alsbald nach dem Ende des Krieges wurden die Kinder wieder zur Schule geschickt
Am 11.05.1945 führt er eine Stadtpolizei in Berlin ein.
Die Gas-, Wasser- und Stromversorgung wird auf seinen massiven Druck hin einigermaßen wieder hergestellt.
Er führt den ersten Nachkriegsmagistrat von Groß-Berlin unter Leitung des Oberbürgermeisters Arthur Werner ins Amt ein. Bersarin sorgt für den schnellen Aufbau einer Stadtverwaltung und für die Wiederherstellung des Gesundheitswesens. Für eine bessere Versorgung der Menschen mit Grundnahrungsmitteln setzt er Andreas Hermes als Leiter des Zentralen Ernährungsamts ein.
Als kulturell sehr gebildeter und interesierter Mensch möchte der Genraloberst alsbald die Theater und Kinos wieder eröffnen und trifft sich deshalb sich mit deutschen Schauspielern und Regisseuren.
Am 16.06.1945 stirbt der auch bei der deutschen Bevölkerung geachtete Generaloberst bei einem Motorradunfall. Gerüchte das Stalin dabie nachgeholfen haben soll halten sich unter den Bewohnern Ost-Berlins bis nach der Wende.
Zunächst wir ihm zu Ehren am 16.05.1946 der Baltenplatz in Ost-Berlin in Bersarinplatz umbenannt.
Am 02.05.1975 wird Generaloberst Bersarin postum die Ehrenbürgerschaft von Ost-Berlin verliehen.
Nach der Wende wird der Generaloberst zunächst nicht in die Gesamtberliner Ehrenbürgerliste übernommen
Am 11.02.203 beschlisst der Berliner Senat aus SPD und SED(PDS) beschließt die Ernennung Bersarins zum Ehrenbürger der Stadt. Zuvor gab es eine jahrelange Kontroverse von Gegnern und Befürwortern der Ehrenbürgerwürde für Bersarin, dessen Verdienste für die Infrastruktur, Kultur und Religion im zerstörten Berlin unmittelbar nach Kriegsende von Vielen hervorgehoben werden.
Kritiker einer erneuten Ehrung erkennen darin eine kaum herausragende Pflichterfüllung eines Stadtkommandanten und verweisen auf Bersarins Tätigkeit für das diktatorische Regime von Josef Stalin.

ich bin ja nun nicht für eine besondere Liebe zu den Bolschewisten PDS(heute Die Linke) bekannt, aber dieser Entscheidung würde ich zu 100% zustiommen.
Generaoberst Nikolai Erastowitsch Bersarin hat sich um Berlin verdient gemacht und verdient m.E.n. sehr wohl die Ehrenbürgerwürde.

Nikolai Erastowitsch Bersarin :

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@Jedihammer: Es wäre schön, wenn du für deine Beiträge über berühmte sowjetische Militärs auch die von dir verwendeten Quellen angeben würdest.

Solche Berichte über deutsche oder sowjetische Offiziere schneide ich mir meist im Laufe der Monate zusammen und merke mir da doch nicht jede Quelle.
Sehr oft sind es Bücher.
Im Falle von Boris Michailowitsch Schaposchnikow oder Nikolai Erastowitsch Bersarin waren es u.a
die Erinnerungen Georgie Konstaninowitsch Schukows, Konstantin Konstantinowitsch Rokkosowskis,
verschiendenen Lexikas.Selbst bei den Bolschewisten habe ich Websites gelesen.
Die beiden Berichte habe ich heute nicht geschrieben sondern einfach aus meinem Archiv geholt.
Die dürften allerdings sehr leicht zu überprüfen sein, wenn man nicht unbedingt auf Wikiblödia zurück greift.
Da steht Boris Michailowitsch Schaposchnikow wahrscheinlich noch als Feldwebel:rolleyes:
 
Heute vor 39 Jahren verstrab der ehemalige Chef des Generalstabes des Heeres,Genraloberst Franz Halder.Geboren wurde er am 30.06.1884 in Würzburg.
Franz Halder war Sohn des damaligen Generalmajor Maximilian Halder, so dass seine militärische Karriere schon früh vorgezeichnet war. Er trat am 14.07.1902 als Fahnenjunker in die königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 3. königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold". Anfang 1903 wurde er zum Fähnrich befördert. Dann wurde er für ein Jahr zur Kriegsschule München kommandiert. Nach dem Besuch wurde er am 09.031904 zum Leutnant befördert. Die nächsten Jahre verbrachte er dann im 3. königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment "Prinz Leopold". Im Herbst 1911 wurde er zur bayerischen Kriegsakademie kommandiert. Dort erfolgte am 07.03. 1912 seine Beförderung zum Oberleutnant . Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er dann als Ordonanzoffizier beim III. königlich Bayerischen Armeekorps eingesetzt. Hier erwarb er sich für ein gewagtes Aufklärungsunternehmen das Eiserne Kreuz I. Klasse. Anfang 1915 wurde er dann zum Ib beim Stab der 6. Bayerischen Infanterie-Division ernannt. Diese Position behielt er fast zwei ganze Jahre und wurde dabei am 09.08. 1915 zum Hauptmann befördert. Ende Dezember 1916 wurde er dann zum Ia beim Stab der 5. Bayerischen Infanterie-Division ernannt. Im Frühjahr 1917 wurde er in den Generalstab der 2. Armee versetzt. Ab Sommer 1917 wurde er dann beim Generalstab der 4. Armee eingesetzt. Noch im Sommer 1917 wurde er dann als Generalstabsoffizier zum Oberbefehlshaber Ost versetzt. Ende Oktober 1917 wurde er dann als Generalstabsoffizier zum XV. Bayerischen Reserve-Korps versetzt. Ab Ende 1917 wurde er dann in den Generalstab der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern versetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze und weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dort wurde er dann in die Ausbildungs-Abteilung des Reichswehrministeriums versetzt. Im Sommer 1920 wurde er dann zur Kommandantur München versetzt. Ab dem 01.10. 1921 wurde er dann als Generalstabsoffizier bei der 7. Division der Reichswehr eingesetzt. Er wurde dort auch als Taktiklehrer bei der Führergehilfenausbildung eingesetzt. Diese Position behielt er für zwei Jahre. Am 01.10.1923 wurde er dann zum Chef der 4. Batterie des 7. Artillerie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er im Frühjahr 1924 zum Major befördert.. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 01.04. 1923 festgelegt. Am 01.12.1925 wurde er dann zum Ia der 7. Division der Reichswehr berufen.In dieser Stellung erfolgte dann am 01.02.1929 seine Beförderung zum Oberstleutnant . Als solcher wurde er wieder zum Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er jetzt in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung (T 4) vom Truppenamt (TA) ,dem getarnten generalstab,eingesetzt. Am 01.10. 1931 wurde er dann zum Chef des Stabes der 6. Division der Reichswehr berufen. Als solcher wurde er am 01.12.1931 zum Oberst befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor am 01.10. 1934 zum Artillerieführer VII in München ernannt. Nach der Enttarnung wurde er am 15.10.1935 zum Kommandeur der 7. Infanterie-Division ernannt. In dieser Zeit kämpfte er gegen Übergriffe der NSDAP und setzte sich für den Kronprinzen Rupprecht ein.Mehrfach bot er an, seine Truppen gegen die braunen Horden eingreifen zu lassen. Als Divisionskommandeur wurde er am 01.08.1936 zum Generalleutnant befördert. Im Herbst 1936 wurde er dann zum OKH versetzt. Er bereitete unter anderem das große Wehrmachtsmanöver 1937 vor. Halder entwickelte neue Konzepte zur operativen Beweglichkeit von Panzerverbänden und ließ Neuerungen in der Führung, Versorgung der Truppen erproben. Im OKH wurde er am 12.10. 1937 zum Oberquartiermeister II beim OKH ernannt.Als solcher stand er unter dem Befehl des späteren Generalfeldmarschalls Erich von Manstein. Am 10.02. 1938 erfolgte seine Beförderung zum General der Artillerie . Nach der Ablösung von Mansteins wurde er dann am 01.03.1938 zum Oberquartiermeister I beim OKH bestellt und war somit Stellvertreter des Chefs des Generalstabes des Heeres.Nachdem Ludig Beck vom Posten des Chefs des Generalstabes des Heeres zurück trat worde Franz Halder dessen Nachfolger.Mit ihm stand erstmalig in der preussisch/deutschen Militärgeschichte ein Bayer und Katholik an der Spitze des Generalstabes des Heeres(wenn man von dem späteren Generaloberst Wilhelm Adam absieht, der als Franke Chef des Truppenamtes war, dem getarnten Generalstab der Reichswehr). In dieser Stellung war Halder an allen Planungen Hitlers bezüglich der deutschen Feldzüge gegen Polen, Norwegen, Frankreich, den Balkan und die Sowjet-Union beteiligt. Dabei wurden ihm während des Polenfeldzuges beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Als Chef des Generalstabes wurde er am 27.10.1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nach dem Westfeldzug wurde er auf der reichstagssitzung zum Siege im Westen am 19.07. 1940 zum Generaloberst befördert.Das er an diesem Tage nicht auch den Marschallstab erhielt überrasche viele im deutschen Heer. Im Jahr 1941 kam es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Franz Halder und Adolf Hitler.In Konflikt geriet Halder mit Hitler eher bei "handwerkl." Fragen, v.a. nachdem Hitler am 19.12.1941 sich selbst zum OB des Heeres gemacht hatte und zunehmend in die Führung auch kleinster Operationen eingriff. Zum Eklat kam es anlässlich der Führerweisung vom 23.07.1942, die die Offensive "Blau" unverantwortlich auffächerte durch den exzentr. Angriff zur Wolga und in den Kaukasus. Am 24.9.42 setzte Halder seine Verabschiedung durch und wurde zur Führerreserve versetzt Halder wurde durch Generaloberst Kurt Zeitzler ersetzt.
Adolf Hitler mochte den kühlen generalstäbler nicht und nannte ihn abfällig den "Schulmeister"
Auch wurde er mehrfach Halder gegenüber persönlich.
Aufgrund seines losen Kontaktes zur Widerstandsgruppe um Ludwig Beck wurde Halder und seine ganze Familie nach dem 20.07.1944 am 23.07.1944von der Gestapo verhaftet und nach mehreren Verhören ins Konzentrationslager Flossenbürg eingeliefert. Am 31.011945 wurde Halder offiziell aus der Wehrmacht entlassen. Kurz vor Kriegsende wurde er ins KL Dachau verlegt. Zusammen mit anderen Häftlingen, unter anderem der Familie von Stauffenberg, wurde Halder von SS-Truppen nach Südtirol verschleppt. Dort wurden sie endgültig am 4. Mai 1945 von amerikanischen Truppen direkt in deren Gefangenschaft überführt. Halder blieb noch bis Sommer 1945 in Gefangenschaft. Beim Prozess gegen das Oberkommando der Wehrmacht wurde Halder als Zeuge vernommen. Im Jahre 1946 wurde er Leiter der deutschen Abteilung des kriegsgeschichtlichen Forschungsamtes (Historical Division) der US-Armee in Königsstein/Taunus und Karlsruhe. Er veröffentlichte im Jahre 1949 seine Studie „Hitler als Feldherr“. Hierin schildert er Hitler als besessenen Fanatiker ohne strategische Fähigkeiten, der den Generälen die Kontrolle genommen und so Deutschland in die Katastrophe geführt habe. Das Buch wird ein Verkaufserfolg. Durch seine Arbeit hatte er großen Einfluss auf die Kriegsgeschichtsschreibung des Zweiten Weltkrieges. Für seine langjährige Mitarbeit wird ihm im November 1961 die höchste zivile Auszeichnung der US-Armee die U.S. Meritorious Civilian Service Medal verliehen. Zwischen 1962 und 1964 veröffentlichte er sein „Kriegstagebuch 1939-1942“ mit seinen täglichen Aufzeichnungen als Generalstabschef des Heeres. Am 02.04.1972 stirbt der 87-jährige in Aschau im Chiemgau .
Dieser untadlige Offizier gilt weltweit in Fachkreisen als sehr befähigter Fachmann.

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Joe schrieb:
Da steht Boris Michailowitsch Schaposchnikow wahrscheinlich noch als Feldwebel
Nö... anscheinend ist dein heißgeliebtes Wikipedia doch nicht sooo schlecht, wie du es gerne hättest. :o:p:D

Wiki schrieb:
1931 wurde er Oberbefehlshaber des Wolgaer Militärbezirkes und ein Jahr darauf Kommandeur und Kommissar der Militärakademie „M.W. Frunse“. 1935 war er Oberbefehlshaber des Leningrader Militärbezirkes, im Range eines Armeebefehlshabers 1.Ranges (20. November 1935). 1937 wurde er Generalstabschef und Stellvertreter des Volkskommissars für Verteidigung. 1940 wurde er zum Marschall der Sowjetunion ernannt und war als Stellvertreter des Volkskommissars für Verteidigung für den Verteidigungsanlagenbau tätig. Für den an die Front entsandten Georgi Konstantinowitsch Schukow wird er im Juli 1941 erneut Generalstabschef.

1942 wurde Schaposchnikow aus gesundheitsbedingten Gründen von seiner Funktion des Generalstabschef entbunden.

Im Juni 1943 wurde er Kommandeur der Höheren Militärakademie.
 
Nö... anscheinend ist dein heißgeliebtes Wikipedia doch nicht sooo schlecht, wie du es gerne hättest. :o:p:D

Da haben wir es doch schon.
M.W.n. waren die Kommandeure der Militärbezirke der UDSSR lediglich Befehlshaber und trugen nicht den Rang eines Oberbefehlshabers.

Das Dre.....La.... ist nicht schlecht, der ist grottenschlecht.
 
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Ich habe hier zwar länger nicht mehr vorbeigeschaut, aber wegen meiner Vorliebe für die Napoleonischen Kriege beziehungsweise die Koalitionskriege sei heute an den Frieden von Basel zwischen Preußen und Frankreich am Ende des Ersten Koalitionskrieg 1795 erinnert.
Darin gab Preußen gegenüber Frankreich im Prinzip all seine linksrheinischen Ansprüche auf, im Gegenzug sollte es rechtsrheinische Territorien erhalten- nach einer allgemeinen Beendigung des Krieges. Bekanntlich sollte es 11 Jahre dauern - bis zur vierten Koalition- bis Preußen wieder Kampfhandlungen mit dem dann von Napoleon Bonaparte regierten Frankreich aufnahm und daraufhin vernichtend geschlagen wurde.
Im Rückblick kann man sicher von einer Fehleinschätzung Friedrich Wilhelm II. sprechen (der aber auch nicht umsonst ,,der dicke Luderjahn'' genannt wurde ;) ), der wohl nicht mit einer solch erfolgreichen und derart starken territorialen Expansion des revolutionären Frankreichs rechnete. Da er 1797 verstarb, ist seinem Nachfolger Friedrich Wilhelm III. natürlich mindestens genauso so viel Schuld anzulasten, vor allem, da er 1805 nicht in die Koalition eintrat. Selbstverständlich darf aber nicht vergessen werden, dass Preußen auch stets in Konkurrenz zu Österreich stand und da diese gegen die Franzosen unterlagen, hat sich Fr. Wh. II / III sicher auch einen Vorteil gegenüber den Habsburgern in Deutschland versprochen (durch den Friedensvertrag).
Aber gut, das kann man sicher sehr lange und breit diskutieren, festzuhalten ist auf jeden Fall dass der Friede von Basel zwar kurzfristig seinen Zweck für Preußen erfüllte, aber langfristig gesehen eher eine schlechte Entscheidung darstellte. Für Frankreich war er natürlich zu dem Zeitpunkt sehr dienlich, um aus dem ersten Koalitionskrieg siegreich verhorzugehen.
 
Das ist wahrscheinlich Hitlerjugend weil mindestens einer einen Schulterriemen trägt. Bei Pfadfindern ist der eher selten anzutreffen gewesen.

Wenn das Foto nach 1938 geschossen wurde, kann es nur HJ sein, weil Pfadfinder 1938 entgültig verboten wurden.
 
Heute vor genau 70 Jahren begann der deutsche Angriff auf Jugoslawien und Griechenland, das sogenannte "Unternehmen Marita"
Diese militärischen Operationen fanden im Rahmen dessen statt, was heute allgemein als der Balkanfeldzug bezeichnet wird :

Das Wort Balkanfeldzug ist die zusammenfassende Bezeichnung für die militärischen Operationen zunächst der italienischen und nach deren Scheitern der deutscen Wehrmacht auf der Balkanhalbinsel in den Jahren 1940/41. Am 28.10.1940 ließ Bentito Mussolini entgegen deutschen Warnungen und ohne Unterrichtung des Bündnispartners vom kurz zuvor annektierten Albanien aus eine Armee in Griechenland einfallen. Eifersüchtig auf die deutschen militärischen Erfolge vom Sommer 1940 hatte er nicht verwinden können, dass Hitler ihn über seine Absichten meist im unklaren gelassen hatte, und wollte seinerseits eigenmächtig handeln, wobei er die Möglichkeiten der italienischen Armee weit überschätzte und sich über den Rat seiner Generale hinwegsetzte. Anzeichen über italienischen Absichten gegen Griechenland waren Hitler nicht verborgen geblieben, doch sein Wink, den Balkan aus dem Krieg herauszuhalten, war vom Duce ignoriert worden.

Dem um 6 Uhr des 28.10.1940 beginnenden italienischen Angriff ging ein unannehmbares Ultimatum an Athen voraus(Der griechische Diktator Ioannis Metaxas antwortete auf dieses Ultimatum mit nur einem Wort :NEIN.Seitdem ist der Ochi-Tag in Griechenland ein Nationalfeiertag). Der italienische OB in Albanien, Korpsgeneral Sebastiano Visconti-Prasca, verfügte über 155 000 Soldaten (1 Panzerdivision mit leichten Kampfwagen, 1 Alpini-Division und 6 Infanteriedivisionen). Zur Luftunterstützung war ihm das 4. Fliegerkorps mit 107 Jägern, 55 Bombern und 25 Aufklärern zugeteilt worden. Das griechische Heer unter Armeegeneral Alexandros Papagos besaß zu dieser Zeit nach Mobilmachung 1 Kavallerie-Division und 14 Infanteriedivisionen, insgesammt 430 000 Mann. Die Luftstreitkräfte bestanden nur aus 44 Jägern, 39 Bombern und 66 Aufklärern. Nach geringen Anfangserfolgen blieben die Italiener vor den Stellungen der sich entschlossen zur Wehr setzenden Griechen liegen. Ein Gegenstoß des griechischen 11. Korps unter General Papadopulos am 2. und 3.11. warf den am weitesten auf griechisches Gebiet vorgedrungenen linken Flügel der italienischen 11. Armee zurück. Am gleichen Tag gingen die ersten britischen Truppen in Piräus an Land. Angesichts der ihm äußerst unerwünschten Entwicklung entschloss sich Hitler am 04.11.1940 zu einem Entlastungsangriff über Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Seine Weisung Nr. 18 vom 12.11.1940 befahl dem OKH, Vorbereitungen zu treffen, um "im Bedarfsfall aus Bulgarien heraus das griechische Festland nördllich des Ägäischen Meeres in Besitz zu nehmen und damit die Voraussetzungen für den Einsatz deutscher Fliegerverbände gegen Ziele im ostwärtigen Mittelmeer zu schaffen, insbesondere gegen diejenigen britischen Luftstützpunkte, die das rumänische Erdölgebiet bedrohen".

Inzwischen war am 14.11.1940 an der albanischen Front der zweite Schlag gefallen: 3 griechische Korps traten mit Kavallerie-Divisionen, 8 Infanteriedivisionen und 3 Brigaden zum Angriff an und warfen die nunmehr zur Heeresgruppe Albanien (Soddu) erweiterten, aus den Armeen 9 unter General Vercellino und 11 unter General Geloso bestehenden italienischen Invasionstruppen über die Grenze zurück. Dennoch prahlte Mussolini am 18.11.1940 in einer Rede: "... wir werden Griechenland das Rückgrat brechen" und gab die italienischen Verluste der ersten 10 Kampftage mit 372 Toten, 1081 Verwundeten und 650 Vermissten an. Am 13.12.1940 unterzeichnete Hitler die Weisung Nr. 20, in der die Einzelheiten des deutschen Aufmarsches gegen Griechenland - Unternehmen "Marita" - festgelegt wurden. Am Monatsende löste Armeegeneral Cavallero den erkrankten Soddu ab. In Albanien standen nun 16 italienische 13 griechischen Divisionen gegenüber. Bei einem Treffen mit Mussolini am 19./20.1.1941 teilte Hitler dem Duce seine Absicht mit, Griechenland anzugreifen und einen Sperrverband nach Libyen zu entsenden, wo sich die Lage der Italiener nach dem britischen Gegenangriff vom 9.12.40 ebenfalls katastrophal entwickelt hatte . Italiens "Parallelkrieg" fand damit sein Ende.

Nach dem Einrücken der deutschen Truppen in Rumänien und Bulgarien begann am 04.0319.41 die britische Operation "Lustre", die Überführung von Empiretruppen nach Griechenland, die am 24.02. vom Kabinett gebilligt worden war. Bis zum 24.4. kamen rund 58 000 Mann, in erster Linie das australischen I. AK unter dem damaligen Lieutenant-General und späterenField Marshal Sir Thomas Albert Blamey mit der neuseeländischen 2. Divisionunter Bernard Cyril Freyberg der australischen 6. Division unter Major-General Mackey sowie der 1. Panzerbrigade Brigadier-General Charrington. OB wurde Generalleutnant Wilson, die Luftstreitkräfte standen unter dem Kommando von Vizeluftmarschall d'Abiac.

Hitlers Bemühungen, Jugoslawien in seinen Einflussbereich zu zwingen, führten am 25.3.1941 zum Beitritt Belgrads zum Dreimächtepakt. Dem Vertragsabschluss waren deutsche Zugeständnisse, darunter der Verzicht auf Truppentransporte für »Marita« durch Jugoslawien, vorausgegangen. Ein Staatsstreich antideutscher Kräfte am 27.03.1941 machte diesen Erfolg aber wieder zunichte und führte zum Entschluss Hitlers, "Jugoslawien militärisch und als Staatsgebilde zu zerschlagen" (Weisung Nr. 25 vom gleichen Tage). Zunächst für den 01.04.1941 geplant, begann der deutsche Angriff am 06.04.1941 um 5.15 Uhr. Zum Auftakt bombardierten 484 deutsche. Flugzeuge Belgrad, wobei 1500 Zivilisten ums Leben kamen.Obwohl Generaloberst Löhr den totalen Vernichtungsbefehl Hitlers abgemildert hatte und nur militärische Ziele hat angreifen wollen wurde er für diese Luftangriffe nach dem Krieg in Jugoslawien zum Tode verurteilt und erschossen. Gegen Griechenland kam die 12. Armee unter Generalfeldmarschall Wilhelm List mit 2 Panzerdivisionen, 2 Gebirgs- und 4 Infanteriedivisionen zum Einsatz, gegen Jugoslawien die 2. Armee unter dem damaligen Generaloberst und späteren GFM Maximilian von Weichs und die Panzergruppe 1 unter dem damaligen Generaloberst und späteren GFM Ewald von Kleist mit 4 Panzer-, 3 mot. und 7 Infanteriedivisionen Die Luftflotte 4 unter Generaloberst Alexander Löhr übernahm mit 210 Jägern, 400 Bombern und Sturzbombern sowie 170 Aufklärern die Luftsicherung der Operationen. Die griechische Armee, deren Hauptkräfte in Albanien gebunden waren, vermochte den deutschen Truppen nur 4 Divisionen und 2 Brigaden entgegenzustellen. Trotz tapferer Gegenwehr, vor allem in den Befestigungen der Metaxas-Linie, konnte die deutsche 2. Panzerdivision schon am 09.04.1941 in Saloniki einrücken. Nach Durchbruch durch den Befestigungsgürtel und Abschneiden der Verbindungen zu den griechischen Hauptkräften kapitulierte die Ostmazedonien-Armee unter General Bakopulos am gleichen Tag. Das deutsche Vorrücken in Mazedonien und Süd-Jugoslawien bedrohte nach wenigen Tagen die griechischen Albanienfront - hier hatten die Griechen bislang die Gefangennahme von 13 300 Italienern gemeldet -, sodass sie vom 14.04.1941 an zurückgenommen werden musste. Inzwischen war auch das jugoslaw. Heer, das in 3 Armeegruppen mit insgesgesamt 7 Armeen (=Korps) 3 Kavallerie- und 27 Infanteriedivisionen sowie 6 Brigaden mobilisiert hatte, weitgehend zerschlagen oder hatte sich, besonders in den mit Kroaten durchsetzten Verbänden, einfach aufgelöst. Die jugoslawische Luftwaffe konnte mit ihren 144 Jägern, 160 Bombern und 40 Aufklärern, darunter moderne deutsche Me 109 und Do 17, nur wenig wirksam werden.

Als das deutsche XVIII. Korps die britische Riegelstellung am Olymp durchbrochen hatte, gab das britische Oberkommando am 17.04.1941 die Genehmigung zur Räumung Griechenlands durch die Royal Navy. Am gleichen Tag unterzeichnete der jugoslawische OB Armeegeneral Kalafatovic in Belgrad die Kapitulation seiner Streitkräfte. Angesichts der hoffnungslosen Lage fand am 18.04.1941 in Athen ein Kriegsrat statt, bei dem sich die Frontbefehlshaber gegen die Meinung von König Georg II. und General Papagos für eine baldige Kapitulation aussprachen. Ministerpräsident Alexander Koryzis beging nach der Sitzung Selbstmord. Am nächsten Tag übergingen die Kommandierenden Generäle der drei in Epirus kämpfenden Korps - I. AK unter General Panajotis, II. AK unter General Bakos und III. AK unter General Tsolagoglu - ihren OB, Generalleutnant Pitsikos, und schickten einen Parlamentär zum Gegner. Dies führte im Hauptquartier von Tsolagoglu zur Kapitulation vor dem Kommandeur der Leibstandarte-SS "Adolf Hitler",dem damaligen SS-Obergruppenführer und späteren SS-Oberstgruppenführer Sepp Dietrich, ein Akt, der am 21.04.1914 in Larissa vor Generalfeldmarschall List wiederholt und ironischerweise nach Protesten Mussolinis zum dritten Mal am 23.04.1941 in Saloniki vor General Ferrero vollzogen wurde.

Die britische Räumung Griechenlands (Operation "Demon") begann am 24.04.1941, verzögert durch deutsche Luftangriffe auf Schiffe und Häfen. Die Einschiffungen mussten schließlich fast durchweg vom freien Strand aus erfolgen. Insgesamt konnten 50 732 Soldaten, darunter wenige Griechen und Jugoslawen, abtransportiert werden. In Kalamata musste Brigadegeneral Parrington mit 6652 Empiresoldaten und 904 Jugoslawen (darunter 4 Generale) vor der dt. 5. Panzerdivision kapitulieren. Insgesamt waren in Griechenland eingesetzt: 21 880 Briten, 17 125 Australier, 16 720 Neuseeländer und 4670 Palästinenser und Zyprioten = 60 395. Davon waren 903 gefallen, 1250 verwundet und 13 958 in dt. Gefangenschaft geraten (= 16 111). Die deutsche 12. Armee meldete die Gefangennahme von 342 Offizieren und 10 340 britischer Soldaten. Die RAF hatte 209 Maschinen eingebüßt und 163 Mann, die dteutsche Luftwaffe 158 Flugzeuge. 344 000 Jugoslawen und 223 000 Griechen kamen in deutsche Gefangenschaft. Am 27.04.1941 rückte die Aufklärungsabteilung der 5. Panzerdivision in Athen ein, und am 30.04.1941 war mit der Besetzung des griechischen Festlands einschließlich des Peloponnes der Balkanfeldzug beendet. Die deutschen. Verluste betrugen 2559 Tote, 3169 Vermisste und 5820 Verwundete. Die ungarische 3. Armee unter General Novák von Gorondy, die mit 10 Brigaden an den Operationen teilgenommen hatte, meldete 15 000 jugoslawische Gefangene; sie selbst hatte 65 Gefallene, 242 Verwundete und 15 Vermisste zu verzeichnen. Ohne in größere Kampfhandlungen verwickelt zu werden, hatte die italien. 2. Armee unter Armeegeneral Ambrosio die dalmatiniche Küste besetzt.

Als letzte griech. Bastion blieb die Insel Kreta, die im Anschluss an den Balkanfeldzug beim Luftlandeunternehmen "Merkur" bis 0.1.06.1941 erobert wurde. Insgesamt verzögerten die Kampfhandlungen im SO den längst geplanten Russlandfeldzug (Unternehmen "Barbarossa") um mehrere Wochen und schwächten die Wehrmacht durch erhebl. Menschen- und Materialverluste.
Zwar ein glanzvoller Sieg der deutschen Waffen, aber möglicherweise ein verhängnisvoller Sieg, da dieser den Sieg über die Sowjet-Union kostete.

Aus verschiedenen Quellen zusammengeschnitten
 
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Heute vor genau 150 Jahren begann mit der Beschießung von Fort Sumter durch konföderierte Truppen der amerikanische Bürgerkrieg.
Das Fort liegt in der Hafeneinfahrt der Stadt Charleston in South Carolina, auf einer künstlichen Insel, zu deren Errichtung über 70.000 Tonnen Granit verbaut wurden. Die äußere Form des Forts beschreibt ein unregelmäßiges Fünfeck mit Seitenlängen zwischen 51 und 58 Metern. Die Backsteinmauern waren 16 m hoch, die ursprüngliche Mauerstärke wird mit 5 Fuß (1,6 Meter) angegeben. Die Festung war darauf ausgelegt, bis zu 650 Menschen und 135 Kanonen auf drei Stockwerken zu beherbergen. Alle fünf Seiten waren mit zwei Stockwerken Kasematten ausgestattet, die mit Kanonen bestückt wurden. Auf den drei dem Land zugewandten Seiten waren die Unterkünfte, Lager, Werkstätten und sonstigen Räume in dreistöckigen Ziegelbauten untergebracht, die konstruktiv von den Kasematten getrennt waren. Im Zentrum lag der offene Paradeplatz.
Das Fort gehörte zu einer Kette von Küstenbefestigungen, die nach dem Krieg von 1812 begonnen worden waren. Baubeginn war 1829 und 1861 war es fast fertiggestellt. Benannt ist Fort Sumter nach Thomas Sumter (1734-1832) einem General aus dem Unabhängigkeitskrieg.

1861 gehörte das Fort zu einer Reihe von Bundeseinrichtungen, die obwohl auf dem Gebiet der Konföderation gelegen, noch von Truppen der Nordstaaten gehalten wurden.
Charleston war einer der wenigen Tiefwasserhäfen der Konföderation, und extrem wichtig für den Außenhandel der CSA. Somit war ein von Unionstruppen besetztes Fort direkt in der Hafeneinfahrt den Konföderierten ein Dorn im Auge. Monatelang forderte man deshalb die Kapitulation des Forts und unterband die Versorgung mit Lebensmitteln. Gleichzeitig errichteten konföderierte Truppen auf dem südwestlich gelegenen Morris Island eine Artilleriestellung, um Fort Sumter im Kriegsfall beschießen zu können. Am 9. Januar wurde ein Versorgungsschiff der Union -die Star of the West von dieser neuen Stellung aus beschossen und musste abdrehen. Am 1. Februar durften alle Frauen und Kinder – Familien der Unionssoldaten, die vor der Sezession in Charleston und Umgebung gelebt hatten – das Fort ungehindert verlassen und in die Nordstaaten ausreisen. Es blieben 75 Mann, 10 Offiziere und 65 Mannschaften, unter dem Kommando von Major Robert Anderson.
Als am 4. März der im November 1860 gewählte Abraham Lincoln als Präsident vereidigt wurde, verschärfte sich der Konflikt. Zunächst versuchten beide Seiten noch zu verhandeln, da niemand als Aggressor dastehen wollte, sollte die Krise sich zu einem Krieg ausweiten. Die Diplomatie gestaltete sich jedoch schwierig, da Lincoln es kategorisch ablehnte, mit Vertretern der Zentralregierung der CSA zu verhandeln, da dies de facto eine Anerkennung der Konföderation gleichgekommen wäre. Stattdessen versuchte Lincoln direkt mit Vertretern des Staates South Carolina zu verhandeln, was jedoch keine Lösung des Problems herbeiführte.
Unmittelbar nach der Amtseinführung Lincolns wurde dieser zudem mit dem Problem konfrontiert, daß die Versorgungslage in Fort Sumter sich extrem verschlechterte, und Proviant sowie Heizmaterial ohne Versorgung von Außen nur noch für wenige Wochen reichen würden. Nachdem die Diplomatie versagt hatte, entschieden Lincoln und sein Kabinett unbewaffnete Frachtschiffe nach Charleston zu entsenden, und abzuwarten, wie der Süden darauf reagierte. Zwei Kriegsschiffe sollten sich dabei im Hintergrund halten und bei Bedarf eingreifen, doch aufgrund widersprüchlicher Befehle erreichten diese niemals Charleston, sondern waren auf dem Weg nach Florida, wo sich mit Fort Pickens im Hafen von Pensacola ein ganz ähnlicher Fall wie um Fort Sumter abspielte.
Das Auftauchen der Schiffe nahm der konföderierte General P.G.T. Beauregard zum Anlass von der Belagerung zu aktiven Kampfhandlungen überzugehen. Am 12. April 1861 um 4:30 Uhr eröffneten Geschützstellungen in Fort Moultrie, Fort Johnson und der neuen Stellungen am Cummings Point das Feuer auf Fort Sumter. Die zweifelhafte Ehre, den ersten Schuss des Sezessionskrieges abgefeuert zu haben fiel Lt. Henry S. Farley zu, der auf Befehl von Cpt. George S. James einen einzelnen Mörserschuss von Fort Johnson aus abgab. Zuvor hatte James dem Virginier RogerA. Pryor angeboten, den ersten Schuss abzugeben, der jedoch ablehnte. Dieser Mörserschuss war das Startsignal für die übrigen Batterien, das Feuer zu eröffnen, welches Anderson umgehend erwidern ließ. Die Unionstruppen sahen sich jedoch dem Problem gegenüber, daß das Fort seinerzeit für Angriffe von der Seeseite aus konzipiert worden war, und der Landseite, von wo aus der Beschuss nun erfolgte, lediglich die Unterkünfte und Verwaltungsgebäude zugewandt waren. Das Gefecht, bei dem es keine Toten zu beklagen gab, endete nach ca. 34 Stunden. Am 13. April um 13:30 ergaben sich die Unionstruppen, nachdem ein außer Kontrolle geratenes Feuer drohte, das Pulvermagazin zur Explosion zu bringen. Kleine Annekdote am Rande: Richard Anderson fungierte als Beauregards Artillerieausbilder an der Militärakademie von West-Point und nach dessen Abschluss dort diente Beauregard eine Zeit lang als Andersons Assistent.
Die Kapitulationsbedingungen waren gnädig. So wurden die Unionssoldaten zwar zunächst festgesetzt, durften aber später in die Nordstaaten ausreisen. Ebenso stellte Anderson die Bedingung, daß das Einholen der Unionsfahne über dem Fort von einem 100-Schuß-Salut zu begleiten sei, was ebenfalls gewährt wurde. Dabei kam es dann zu den ersten Toten des Sezessionskrieges, als ein Geschütz beim Ladevorgang zu früh losging, und zwei Unionssoldaten in den Tod riß.
Die besagte Unionsfahne wurde von Major Anderson mitgenommen und den ganzen Krieg über aufbewahrt. Das Fort –bzw. das was davon übrig war - wurde schließlich am 17. Februar 1865 wieder von Unionstruppen unter William T. Sherman wieder in Besitz genommen. Am 14. April reiste Anderson -mittlerweile zum Generalmajor aufgestiegen - aus Washington an, und hisste eben jene Fahne erneut über Fort Sumter.
Verglichen mit dem, was in den 4 Jahren danach folgen sollte, war die Beschießung von Fort Sumter nur ein harmloses Geplänkel gewesen. In für die damalige Zeit riesigen Schlachten wie Manassass, Fredericksburg, Gettysburg, Vicksburg, Atlanta oder Petersburg sollten 630.000 Amerikaner ihr Leben verlieren, mehr als in allen anderen Kriegen der USA zusammen. Ebenso veränderte einer der ersten „modernen“ Kriege die noch jungen Vereinigten Staaten nachhaltig. Die anachronistische Skalverei wurde abgeschafft und aus einem eher losen Bund von Einzelstaaten wurde eine Nation. (Für eine genauere Übersicht über diesen Konflikt, Beschreibungen bedeutender Schlachten sowie prägender Personen dieser Ära sei auf eine Vielzahl älterer Beiräge in diesem Thread verwiesen. ;) )
Nach dem Krieg war das Fort weitgehend zerstört. Notdürftig wieder hergestellt wurde es jedoch nicht wieder mit Geschützen bestückt. Lediglich der auf der Insel befindliche Leuchtturm blieb in Benutzung. Erst unter dem Eindruck des spanisch-amerikanischen Krieges (1898) wurde eine neuerliche militärische Nutzung beschlossen und mit dem Bau von Battery Huger einer Stellung für moderne Geschütze begonnen. Diese wurde in beiden Weltkriegen zwar bestückt und bemannt, war jedoch nie Schauplatz von Kampfhandlungen. 1948 endete schließlich die militärische Nutzung und das Fort wurde in eine nationale Gedenkstätte umgewandelt, wobei die Gebäude der Battery Huger ein Besucherzentrum sowie ein Museum beherbergen. Dort ist übrigens auch die Flagge zu sehen, die Anderson 1861 mitnahm und 1865 wieder hisste.

Das Fort heute:

Fort_sumter_%28aerial_view%29.jpg


Modell des Forts von 1861:

Fort_sumter_149307pr.jpg


Lage in der Hafeneinfahrt:

Fosu_map.jpg


C.
 
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