Mon Calamari (Calamari-System)



[Mon Calamari – Coral City – Senatsbüro] Peppi Moss, 3D-9, Coralie, Otar Kapanga (NPC), drei Talz

Die Dankbarkeit der drei Talz war im wahrsten Sinne des Wortes erdrückend und riss Peppi ebenso buchstäblich von den Füßen, aber sie war froh, dass sie in einem Stück wieder Boden unter den Füßen fand. Zum Glück hatte ihr ewig misstrauischer und mit einem notorischen Beschützerinstinkt versehener Sicherheitschef Ruhe bewahrt, als die die bepelzten Riesen auf Talz-Art ihre Freude ausdrückten, doch ihre Assistentin Coralie sah immer noch zu Tode erschrocken aus, nachdem die Clanführer das Büro verlassen hatten.

Peppi war sowohl gerührt als auch erleichtert – die letzten drei Tage waren die anstrengendsten ihres Lebens gewesen, da sie nicht nur unter Hochdruck das Flüchtlingskomittee, den Senat und den Kanzler von der Notwendigkeit eines Eingreifens überzeugen musste, sondern sich auch um das Wohl ihrer sichtlich gestressten Schützlinge gekümmert hatte. Es mussten dringend Protokolle und Richtlinien für den Umgang mit Spezies entwickelt werden, die nur selten oder gar keinen Kontakt mit höher entwickelten Gesellschaften hatten. Der Kulturschock hätte die Talz genauso gut für immer abschrecken können.

Aber das war eine Aufgabe, um die sich andere kümmern konnten. Die Gungan-Senatorin lief schon jetzt auf dem Zahnfleisch, musste aber noch diverse Berichte anfertigen, die für den Vorsitzenden des Flüchtlingsgremiums und das Kanzleramt bestimmt waren. Wenigstens konnte sie das in der wohltuenden Ruhe ihres eigenen Büros erledigen, wo Coralie schon die wichtigsten Vorbereitung inklusive einer großen Kanne Caf getroffen hatte.

Ein paar Mal wurde Peppi zwar vom Sekundenschlaf übermannt, jedoch landeten alle Com-Anrufer und Besucher im Vorzimmer, wo sie von ihrer Assistentin freundlich darauf hingewiesen wurden, dass Senatorin Moss sich gerade in einer wichtigen Besprechung befand und nicht gestört werden durfte.

Um Punkt 17 Uhr schaltete Peppi ihr Computerterminal ab – normalerweise arbeitete sie bis zu zwei oder drei Stunden länger, doch erstens konnte sie einfach nicht mehr und zweitens war sie der Ansicht, dass sie sich einen pünktlichen Feierabend mehr als verdient hatte. Coralie hielt ihr ein Datapad unter die Nase, bevor die Gungan das Büros verließ.

„Etwas Bettlektüre genehm?“,


fragte sie grinsend, während ihre Chefin seufzend das Gerät abnahm.

„Ich komme wohl heute gar nicht mehr zu etwas Freizeit, oder?“


„Keine Angst, es sind nur Nachrichten deiner Eltern und von Loris drauf, und ein paar Press Clippings von Naboo-HoloNetwork, die das Königliche Presseamt geschickt hat. Ist sogar etwas Klatsch und Tratsch dabei,“

meinte Coralie augenzwinkernd, während sie sich auf den Weg aus dem Verwaltungskomplex machten, in dem der provisorische Senat untergebracht war.

Zur Entspannung wäre Peppi nach Ankunft im Coral City Grand Hotel, in dem die Delegation von Naboo untergebracht war, noch zum Strand gegangen und eine Runde im Meer geschwommen, doch nach Ansicht von Otar, ihrem Sicherheitschef, war der Seegang zu rau, als dass er seine Schutzbefohlene unbesorgt darin hätte schwimmen lassen können. Stattdessen planschte sie in dem für Gungans etwas unzureichenden Pool herum, um auf ihrem Zimmer, vielmehr der Suite, die ihr als Senatorin von Naboo zustand, zu Abend zu essen und anschließend bequem mit einer Naboo-Sumpfschlamm-Gesichtsmaske auf ihr Bett gefläzt, die großen und kleinen Neuigkeiten aus ihrer Heimat zu studieren.

Ihre Eltern platzten natürlich vor Stolz, dass es ihre Tochter als erste Gungan zur Senatorin von Naboo geschafft hatte. Melli, ihre kleine Schwester hielt ein Bild hoch, dass Peppi in der Senatorenrobe zeigen sollte, welche sich aber fragte, was diese komischen schneckenartigen Dinger an ihrem Kopf bedeuteten.
Auch Boss Natto hatte eine Glückwunschnachricht geschickt und verkündete, dass ein Platz in Otoh Gunga nach ihr benannt werden sollte.
Am meisten freute sie sich über die Nachricht von Loris, ihrem Verlobten, der hoffte bald Urlaub von seiner Kompanie zu bekommen und sie zu besuchen, sobald die Aufräumarbeiten in Theed endgültig abgeschlossen waren.

Den persönlichen Nachrichten folgten einige Newsbulletins vom Hof in Theed und verschiedene Berichte von Naboo-HoloNetNews. Peppis besondere Aufmerksamkeit erregten die Nachrichten, die von den Aktivitäten von Jedi in Theed und Umgebung handelten. Zum einen waren in der Hauptstadt einige damit beschäftigt bei den Aufräumarbeiten und der Bekämpfung von Verbrechen zu helfen, darunter in dem Entführungsfall von Kindern einiger einflussreicher Familien, in dem ein ganzer Ring von Kidnappern von einer einziger Jedi-Ritterin ausgehoben sein sollte.

Außerdem gab es einen Bericht von dem Raumhafen in Keren, einem Provinznest in den Grasebenen. Dort hatte eine schwere Explosion fast das gesamte Raumhafengelände zerstört, und wie durch ein Wunder hatte es nur ein paar Verletzte gegeben. Neben der amtlichen Mitteilung, gab es ein paar Ausschnitte von Live-Interviews mit einer jungen, ziemlich aufgedrehten Menschenfrau, die wunderliches Silberhaar trug und zu den Jedi gehörte. Eigentlich hatten doch nur sehr alte Menschen silberne Haare, wunderte sich Peppi, aber es war sehr interessant, was die junge Dame zu erzählen hatte. Sie hieß Bianca Kaye oder so ähnlich, und sie erzählte, dass die Explosion das Werk eines sogenannten "Lila-lekku-Phantoms" war, der eine Geisel vom Planeten Kamino in ihre Raumfähre eingesperrt hatte.

Peppi fand es äußerst besorgniserregend, dass sich nach dem Angriff des Imperiums sich auch weitere dubiose Gestalten auf Naboo einschleichen konnte, aber die Gruppe Jedi schienen dieses Phantom wieder vertrieben zu haben. Von den anderen konnte man nur einen kurzen Blick auf eine in einen dreckigen Kapuzenmantel verhüllte Gestalt erhaschen, sowie einen dünnen jungen Menschen mit Gungan-Fastfood in den Händen und ein sehr großes aber dünnes grauhäutiges Wesen, das von diesem Kamino kommen musste. Es musste sogar noch größer als Peppi sein, denn der kleine ovale Kopf mit den großen grauen Augen schwankte weit über einem der Gungan-Reporter.

Nachdem sie die weiteren Nachrichten, die sich um Boulevardmeldungen der Schönen und Reichen von Naboo drehten, angesehen hatte, war Peppi überzeugt, dass sie das Richtige getan hatte, den Auftrag zur Befreiung der Talz an den Jedi-Orden gegeben zu haben. Das Imperium bestand nicht nur aus dem Militär, sondern auch aus den Sith, denen unbedingt Einhalt geboten werden musste. Dazu musste die Zusammenarbeit mit den Jedi wieder verstärkt aufgenommen werden, und falls die Mission nach Alzoc III erfolgreich verlief, würde es bestimmt leichter fallen, die Zustimmung des Senats und des Kanzlers zu erhalten.
Sie fragte sich, welche Jedi wohl den Auftrag erhalten hatte – die junge silberhaarige Frau aus den Nachrichten war jedenfalls einfach zu putzig gewesen, als sie eine kurze Kampfkunstvorführung gegeben hatte.

Peppi machte sich ein paar Notizen für den morgigen Tag, unter anderem, dass sie sich bei Alyssa erkundigen musste, wie es ihr in der Zwischenzeit ergangen war. Sie hatte ihre menschliche Freundin und Kollegin sträflich vernachlässigt, da sie in den letzten drei Tagen nur darauf fixiert gewesen war, sich um die Belange der Talz zu kümmern.

Das nächste, an das die Senatorin dachte, war die Augen zu schließen und jede Menge Schlaf nachzuholen.

[Mon Calamari – Coral City Grand Hotel – Schlafzimmer] Peppi Moss allein
 
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[Mon Calamari, Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt]- Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell

Entschlossene Schritte hallten in dem schmucklosen Korridor der größtenteils unter Wasser angelegten Militärbasis der Neuen Republik auf Mon Calamari wider – nur eine Basis von vielen, auf einem Planeten wie diesem kein Wunder, schien sie in ihrem Umfang und der Menge an beschäftigtem Personal kaum von Bedeutung, doch der momentane strategische Wert der Basis stieg alleine aufgrund eines einzigen Faktors: Informationen.
Informationen waren nun auch das Geschäft der beiden Individuen, die ihren Weg durch den lediglich durch steriles, grelles Licht erhellten Korridor, dem es an jedweder Behaglichkeit mangelte, schweigend zurücklegten und dabei ganz in ihre eigenen Gedanken vertieft waren.
Captain Forn Zavva, ein nautolanischer Offizier in der Uniform des Geheimdienstes der Republik – der Uniform der republikanischen Armee bis auf wenige Details ähnelnd und selbstverständlich nur zu seltenen Gelegenheiten überhaupt getragen – wusste nicht, welche Bahnen die Gedanken seines Begleiters – eines Menschen namens Rhys Darhell – eingeschlagen hatten, doch er selbst konzentrierte sich neben der akkuraten Bewegung seiner Beine durch den schnurgeraden Korridor auf das in größter Hektik zusammengetragene Sammelsurium an Informationen, die ihm auf seinem Datenblock bezüglich seines nächsten Auftrages zusammengestellt worden waren.
Aufgrund der Affinität seiner Spezies zu Wasser war Zavvas Stationierung auf Mon Calamari ein logischer, wenngleich ob der Situation des Planeten frustrierender Vorgang gewesen. Eine der Keimzellen der Republik… wo konnte es für einen auf die Beschaffung und Auswertung von Informationen spezialisierten Offizier weniger zu tun geben als hier? Natürlich war Zavva schnell eines besseren belehrt worden… auch auf Mon Calamari tummelten sich etliche Interessengruppen, und nicht jede war der Republik wohl gesonnen oder mit deren Zielen kompatibel. Ganz zu schweigen von den hartnäckigen Versuchen des Imperiums, eines der Militärzentren der Republik auszuspionieren. Trotz dieser unerwarteten Fülle an fordernden Aufgaben jedoch war Zavvas aktueller Auftrag ein wahrer Augenöffner gewesen… ein Strukturbruch in seiner Karriere womöglich, der ihn auf vollkommen neue Bahnen katapultieren konnte. Und das alles hatte er dem Zufall zu verdanken, dass er von den auf Mon Calamari stationierten Geheimdienstlern – unter ihnen erstaunlich wenige Einheimische – derjenige mit den meisten Erfahrungen in Bezug auf konventionelle, „saubere“ Befragung zu sein schien. Die einfache, harmlose Vernehmung einer Person, die über Informationen verfügte, die die Republik – oder besser: den Geheimdienst der Republik – interessierten. Nur dass diese Person in jenem speziellen Fall der Oberbefehlshaber der imperialen Streitkräfte war.
Die Kopftentakel des Nautolaners kräuselten sich unbewusst, als er ein weiteres Mal die wenigen Daten überflog, die über jenen Mann zur Verfügung standen, den eine Bande Söldner vollkommen unvermittelt auf Mon Calamari abgeliefert und in die Obhut der republikanischen Streitkräfte überführt hatte. Nereus Kratas. Großadmiral Nereus Kratas. Alleine die Tatsache, dass es sich um einen Offizier des Imperiums handelte, hätte Zavva die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens vor Augen führen sollen… Offiziere des Imperiums waren nahezu ausnahmslos fanatische Anhänger der so genannten „Neuen Ordnung“ und ihres gottgleichen Imperators – dies allerdings teilweise mit erheblichen Einschränkungen – und kaum durch das Stellen harmloser Fragen zu beeindrucken, geschweige denn zum Reden zu bringen. Der – ehemalige – Oberbefehlshaber der gesamten imperialen Streitkräfte war da keine Ausnahme – eher im Gegenteil. Und doch hatte der Sektionschef von Mon Calamari Zavva die Aufgabe zugeteilt, Kratas zu vernehmen. Angeblich auf direkte Anweisung des Direktoriums hin.


„Wenn Sie mich fragen, Captain, dann verschwenden wir unsere Zeit.“

Rhys Darhell war ein Mann, der – nach Maßstäben der Menschheit – seine besten Jahre bereits hinter sich hatte. Seine Haare waren mehr als leicht ergraut, seine Haut runzlig. Zavva hatte gelernt, diese Merkmale des Alterungsprozesses zu erkennen und korrekt zu deuten. Schließlich bestand der Großteil der Streitkräfte des Feindes aus Menschen.
Dieser Mensch sprach dem Nautolaner in diesem Moment aus der möglicherweise vorhandenen Seele. Zeitverschwendung. Und dennoch… auch etwas Abwechslung.


“Ich weiß nicht, Agent… diesem Mann wurde scheinbar sein kostbares Flaggschiff direkt vor der Nase zerschossen, er wurde Zeuge des größten Verrats innerhalb des Imperiums, er wurde fast getötet… wer weiß, was die Ausbildung der imperialen Akademien nach derartigen Schicksalsschlägen noch wert ist.“

Tatsächlich war das das Stück Treibgut, an das Zavva sich klammerte. Kratas hatte so viel durchgemacht… er musste einfach ein psychisches Wrack sein. Bereit, ausgepresst und um jede Information erleichtert zu werden, die die Führung des republikanischen Militärs oder gar den Kanzler glücklich machen konnte.

„Was nützt es, wenn wir ihn nur mit Samthandschuhen anfassen dürfen?“

Zavva blieb ihm eine Antwort schuldig, da sie in diesem Moment eine Biegung des Korridors hinter sich ließen und ihr Ziel erreicht hatten.
Vor der schwer gesicherten Tür, hinter der sich die Zelle des einst womöglich mächtigsten Militärs der Galaxis befand, standen zwei geradezu lächerlich schwer bewaffnete Wachtposten in Begleitung eines sehr steif wirkenden Offiziers der Armee, der eine mittels einer Kette an seinem Gürtel befestigte Codekarte – scheinbar einer der Schlüssel zur Zelle – fast nervös um seine Hand kreisen ließ.
Als er Zavva und Darhell entdeckte, fiel seine freie Hand nahezu unmittelbar auf seine geholsterte Waffe. Zavva verzog keine Miene – auch wenn der Mensch sie ohnehin nicht hätte deuten können.


“Captain Forn Zavva, Geheimdienst“, stellte der Nautolaner sich höflich vor.

“Ich und mein Kollege, wir haben eine… ah… Verabredung mit Ihrem… Gast.“

Der menschliche Offizier – ein Lieutenant – verzog misstrauisch das Gesicht.

„Davon weiß ich nichts.“

Ungeduldig wedelte Darhell mit einem Datenblock – der Genehmigung des Basiskommandanten, wie auch immer ihre Vorgesetzten diese so schnell hatten erzwingen können – vor der Nase des anderen Mannes herum.

„Steht alles hier. Also lesen Sie und verplempern Sie nicht unsere Zeit.“

Der Lieutenant nahm sich Zeit bei der Lektüre des im Grunde unmissverständlichen Befehls. Manchmal beneidete Zavva Agenten, die etwa auf Coruscant oder gar Bastion eingesetzt waren. Sie mussten sich zwar mit imperialen Blastern herumschlagen, dafür aber nicht mit republikanischer Bürokratie.

„Scheint alles seine Ordnung zu haben…“

“Natürlich hat es das.“

Mit einer unwirschen Handbewegung entriss Zavva dem Offizier das Dokument wieder und reichte es beiläufig an Darhell weiter.

“Ist der Gefangene alleine?“

Sein Gegenüber versteifte sich.

„Negativ, Sir… angesichts des Gesundheitszustandes des… des Gefangenen erachteten wir es als notwendig, seine Leibärztin, die mit ihm gefangen genommen wurde, bei ihm zu lassen.“

Neben Zavva schnaubte Darhell verächtlich. Soviel zum Erlangen eines noch so kleinen psychologischen Vorteils dem Gefangenen gegenüber. Der Gesundheitszustand dieses Kriegsverbrechers und Massenmörders kümmerte den Nautolaner nicht im Geringsten.

“Na schön. Lassen Sie uns rein?“

Abwehrend hob der Lieutenant eine Hand.

„Ihre Waffen… Sir.“

Zavvas Gesicht blieb ausdruckslos, doch Darhell konnte nicht umhin, den jüngeren Mann ungläubig anzustarren. Nach einer kurzen Phase betretenen Schweigens jedoch händigte der Nautolaner seinen Blaster aus und der Senior Agent tat es ihm gleich.

„Also gut.“

Der Lieutenant trat an die Kontrollkonsole der Sicherheitstür, bediente sich dabei allerdings scheinbar nicht nur der Codekarte, sondern zusätzlich eines Passworts und der Identifizierung seines Fingerabdrucks. Innerlich verzog Zavva seine Kopftentakel in Geringschätzung. Redundante Sicherheitsmaßnahmen in dieser Form erschienen ihm absolut zwecklos.

„Klopfen Sie, wenn wir Sie rauslassen sollen“, warf der Offizier ihnen noch wichtigtuerisch hinterher, ehe Zavva und sein Begleiter endlich die Zelle betraten.
Das Bild, das sich ihnen bot, war indes kaum vielversprechend. Kratas trug immer noch seine schmutzige, mit seinem eigenen Blut verschmierte Uniform – nur seine Abzeichen waren verschwunden – und lag auf einer Pritsche, die Augen geschlossen. Alleine die Frau neben ihm erschien auf den ersten Blick ansprechbar – natürlich hatte Zavva über sie in seinem Dossier gelesen.


Dr. diKastro, nehme ich an?“

Gekonnt imitierte der Nautolaner ein menschliches Lächeln – mehr ein Grinsen.

“Wir sind gekommen, um ein paar Fragen zu stellen.“

[Mon Calamari, Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle]- Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus Kratas, Lidia diKastro
 
Mon Calamari - Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle – Nereus, Lidia

Wie lange sie nun schon alleine in dieser Zelle waren? Lidia wusste es nicht, jegliches Zeitgefühl war ihr inzwischen abhanden gekommen und die anfängliche Wut, die ihr Handeln seit ihrer Entführung bestimmt hatte, war tiefer Erschöpfung gewichen. Geblieben war allein die Sorge um ihren Geliebten.
Während der gesamten Übergabeprozedur hatte sie um ihn bangen müssen, hatte wieder und wieder seine Vitalfunktionen überprüft, hatte darum gebeten, dass man vorsichtiger sein möge, hatte getan was sie tun konnte, um ihn vor unnötigen Belastungen des Transports und der Verlegung in diese Zelle zu schützen und hatte letztendlich auch erreicht, dass man sie beieinander ließ. Nur die entwürdigenden Prozedur, bei der man ihn seiner Rangabzeichen beraubte – davor hatte sie ihn nicht schützen können. Wenigstens blieb es ihm aufgrund seines Zustands erspart, allzu viel davon mitzubekommen. Und sie war dankbar dafür, dass er jetzt schlief.

Ja, jetzt waren sie also hier, in einer schäbigen Zelle, in der sich lediglich eine Pritsche und ein Stuhl befanden, auf dem sie jetzt saß, während ihr Blick unentwegt auf seinem bleichen, eingefallenen Gesicht ruhte. Man hatte dem schwerverletzten Gefangenen noch nicht einmal frische Kleider gewährt und er trug noch immer seine blutbesudelte Uniform, welche die Situation jetzt geradezu ins Lächerliche zog. War er noch vor kurzem Großadmiral des Imperiums gewesen, so war er jetzt Gefangener jenes Feindes, den er bekämpft hatte, den er besiegt hatte und der ihn noch nicht einmal aus eigener Kraft hatte fällen können. Nur den Feinden in seinem eigenen Reich, genau genommen DEM einen Feind und all seinen Intrigen – Darth Allegious - hatte er nicht entfliehen können. Unfassbar, dass sie vor wenigen Monaten noch selber dessen Dienerin gewesen war – und wenn auch nicht ganz freiwillig, so hatte sie sich doch zu einem Werkzeug des Sith machen lassen. Lediglich der letzte Auftrag, den er ihr aufgetragen hatte, hatte sie aus den Klauen des Noghri ausbrechen lassen, weil die Zuneigung für Nereus ihr die Augen geöffnet hatte.

Lidia wandte den Blick von ihrem Geliebten ab und stand auf. Ein paar Schritte ging sie die Zelle auf und ab und warf sich dann verzweifelt gegen eine Wand. Das tat weh, aber es lenkte ab, von dem Schmerz, der in ihrem Herz brannte. Alles, woran Nereus jemals geglaubt hatte, alles wofür er gekämpft hatte, war mit der „Intimitador“ untergegangen. Im Augenblick gab es keine Perspektive – weder für ihn, noch für sie.
Lidia beruhigte sich dann aber wieder und sank auf dem Stuhl neben Nereus' Pritsche nieder. Besser sparte sie sich ihre Kräfte für notwendigere Dinge, als wütend und enttäuscht zu sein. Sachte strich sie mit ihrer Hand über eine Wange ihres Geliebten. Und doch besaßen sie noch alles, was sie zum Leben brauchten: sie hatten sich, hatten einander......es hätte schlimmer ausgehen können...

Plötzlich öffnete sich dann die Tür zu ihrem Gefängnis und zwei uniformierte Männer traten ein – es waren ein Nautolaner (Zavva), dessen Alter Lidia aufgrund ihres mangelnden Umgangs mit jener Rasse kaum abschätzen konnte und ein Mensch (Darhell), dessen mittlere Jahre wohl schon eine Weile zurückliegen dürften. Beide machten sich erst gar nicht die Mühe, sich vorzustellen, wirkten aber wenigstens informiert über die Sachlage, denn der Nautolaner kannte ihren Namen und offenbar auch ihre Funktion – zumindest ihre offizielle Funktion bei dem ehemaligen Großadmiral Kratas.
Lidia nickte nur müde auf die erste Frage des Wasserwesens (Zavva).


„Ich bin es und ich werde es ihnen wohl kaum verwehren können, zu fragen.“

Jetzt stand sie auf und ein trotziger Blick traf den fremden Offizier - der Ausdruck auf seinem Gesicht, den sie glaubte deuten zu können, forderte sie geradezu dazu heraus.

„Allerdings kann ich nicht dafür garantieren, dass sie auch Antworten bekommen werden. Großadmiral Kratas ist schwach und er schläft gerade. Ich weiß nicht, ob er sofort aufwachen wird.“

Mon Calamari - Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle - Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus, Lidia
 
[Mon Calamari, Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle]- Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus Kratas, Lidia diKastro

Zavva machte sich gar nicht erst die Mühe, das sein Gesicht atypisch beanspruchende menschliche Lächeln beizubehalten, als die ersten Worte die Lippen diKastros verließen. Wie auch immer er den Zustand des gefangenen Offiziers eingeschätzt hatte, seine so weit er es erkennen konnte unversehrte Begleiterin hatte sich eine letzte Reserve an Trotz bewahrt.

“Das können Sie nicht, in der Tat“, stimmte er ihrem Eingeständnis zu und verwarf ihre Einwürfe den Zustand des Großadmirals betreffend dann mit einer gleichgültigen Handbewegung. Sie konnte ihm erzählen was sie wollte, es gab Mittel und Wege, Kratas in einen vernehmungsfähigen Zustand zu versetzen. So viel hatte der Garnisonsarzt ihm versprochen und Rhys Darhells Anwesenheit sollte es garantieren – die Spezialität des ergrauenden Mannes war es nämlich, einen Gefangenen um jeden Preis bei Bewusstsein zu halten. Dass diese Aufgabe den Einsatz im Rahmen weitaus zwielichtiger Missionen implizierte als harmlosen Frage-Antwort-Runden, darüber wollte Zavva für den Moment nicht näher nachdenken. Er war der verantwortliche Offizier dieser Vernehmung und er würde sich strengstens an die Vorschriften halten.

“Glauben Sie nicht, wir kämen unvorbereitet.“

Ein leichtes Nicken in Richtung seines menschlichen Kollegen und Darhell zog einen kleinen, metallenen Gegensand aus einer an seinem Uniformgürtel befestigten Tasche – eine Tasche, die dem Lieutenant vor der Zelle glücklicherweise nicht aufgefallen war, andererseits hätte er ihren Inhalt vermutlich wie die Waffen der beiden Geheimdienstoffiziere aus nebulösen Sicherheitsgründen konfisziert.
Darhell hob den Gegenstand – einen kleinen Injektor – demonstrativ in die Luft.


„Das hier sollte ihn aufwecken“, erklärte er der Ärztin mit einem humorlosen Grinsen und trat an den liegenden Gefangenen heran.

„Und falls er simuliert… nun, dann macht ihn das Zeug ein wenig… munterer.“

Zavva bereitete sich halb darauf vor, sich auf die Menschenfrau zu stürzen und sie zu fixieren, als Darhell den Injektor an Kratas’ Halsschlagader presste, doch offenbar war ihr klar, dass sie es mit zwei unbewaffneten, doch nach ihrem Wissen auch bestens im waffenlosen Kampf ausgebildeten Männern kaum aufnehmen wollte. Ein leises Zischen entwich dem Injektor, als Darhell ihn auslöste. Der liegende Imperiale reagierte nicht. Darhell schnaubte… enttäuscht?

„Also simuliert er tatsächlich nicht. Nun… es wird fünf bis zehn Minuten dauern, Captain. Dann ist er wach.“

“Danke, Senior Agent.“

Damit kannte diKastro nun also zumindest ihre Ränge. Zavva nahm sich die Zeit, den einzigen weiteren Stuhl neben dem auf dem sie bei ihrer Ankunft gesessen hatte zu sich zu ziehen. Als er sich setzte, versuchte er dieses groteske menschliche Lächeln ein weiteres Mal.

“Das lässt uns Zeit, ein wenig über Sie zu reden, nicht wahr, Doktor? Möchten Sie sich nicht setzen?“

Er wartete nicht ab, ob sie auf sein Angebot einging oder nicht. Darhell hatte sich mittlerweile mit vor der Brust verschränkten Armen hinter ihm postiert und probierte vermutlich seinen auf Menschen offenbar einschüchternd wirkenden Blick. Zavvan bezweifelte, dass diese Frau so ohne weiteres einzuschüchtern war.

“Ich muss zugeben, Dr. diKastro, ich werde aus Ihnen nicht wirklich schlau… aber das trifft auf jeden Wissenschaftler zu, der sich dem Imperium verschrieben hat. Ich sehe einen klaren Interessenkonflikt zwischen dem Streben nach Wissen und dem Drang zur Zerstörung, doch Sie sind noch dazu Ärztin… darauf bedacht, Leben zu retten, möchte man meinen. Und doch dienen Sie einem System der Brutalität und des Terrors und einem Mann, an dessen Händen das Blut von Millionen klebt. Vielleicht sogar von Milliarden.“

Die Kopftentakel des Nautolaners kräuselten sich.

“Wahrscheinlich werden Sie mir jetzt sagen, dass Krieg ist… nur frage ich mich, ob die Bothans von Drev’starn Ihrer Einschätzung folgen werden. Oder die Bewohner Theeds. Was ist mit der Bevölkerung Delastines? Vielleicht ist die Verantwortung für all diese Toten, die diese einst so blütenweiße Uniform mit sich bringt, auch einfach nur zu abstrakt für Sie. Wie dem auch sei. Es ist nicht meine Aufgabe, über Sie und den Gefangenen Kratas zu richten. Aber meine Aufgabe ist es, aus ihnen schlau zu werden…“

Er beugte sich leicht zu diKastro vor und stützte sein Kinn dabei auf seinen rechten Handrücken.

“Was sind Ihre Motive, Doktor? Wer weiß… vielleicht kann das, was Sie mir sagen, auch jenen weiterhelfen, deren Aufgabe es tatsächlich sein wird, über Sie zu richten.“

[Mon Calamari, Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle]- Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus Kratas, Lidia diKastro
 
Mon Calamari - Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle - Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus, Lidia

Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, als sie zusehen musste, wie der ältere Mensch Nereus die Infusion gab. Wie hatte sie nur so naiv sein können, zu glauben, dass ein tiefer, fast einer Ohnmacht gleichender Schlaf, Nereus vorläufig vor weiteren Unannehmlichkeiten bewahrte. Jetzt nicht loszustürzen, um dem Menschen an die Gurgel zu springen, erforderte im Augenblick eine große Willenskraft, die sie kaum aufzubringen vermochte. Gleichwohl – es gelang ihr – aber nur, weil die Vernunft siegte, die Einsicht, dass sie den Kürzeren ziehen würde, käme es gar zu einem Kampf.

Mit einiger Genugtuung nahm sie dann wahr, dass das Mittel nicht sofort die gewünschte Wirkung zeigte und sie atmete unmerklich auf. Vermutlich hatte man eine niedrigere Dosierung gewählt, was sie als ein gutes Zeichen deutete: es ging hier nicht darum, irgendwelche Informationen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten. Nereus durfte am Leben bleiben – vorläufig jedenfalls. Während der Mensch sich zurück beugte und einen Zeitrahmen angab, in dem der Gepeinigte aufwachen sollte, fühlte sie plötzlich Bilder in sich aufsteigen, schreckliche Bilder, die sie quälten.
Lidia wankte, einen Moment nur, aber sie hatte das Gefühl, schon einmal selber an der Stelle dieses Menschen gestanden zu haben. Ein Schauer von eisiger Kälte lief über ihren Rücken, doch sie fasste sich gleich darauf wieder.
Der Dialog zwischen dem Nautolaner und dem Menschen ließ sie dann noch einen weiteren Schluss ziehen: es musste sich bei ihnen wahrscheinlich um Mitglieder des republikanischen Geheimdienstes handeln, vermutlich kein Militär - um jemanden also, der nach anderen Maßstäben urteilte, als ein Soldat. Was das für sie beide bedeuten könnte, ließ sie einmal dahingestellt sein.

Auf die Aufforderung, sich zu setzen, reagierte sie nicht. Vermutlich hatte derjenige, der als Captain bezeichnet worden war, dies auch gar nicht unbedingt erwartet, denn er ignorierte ihre Sturheit einfach. Anders als der Senior Agent, der ihr böse Blicke zuwarf und sie einzuschüchtern versuchte, was ihm natürlich erst gar nicht gelang. Lidia starrte nur böse zurück und hörte zu, was der Nautolaner ihr zu sagen hatte. Was blieb ihr auch anderes übrig?
Sie wartete, bis er seine Ansprache beendet hatte ...und fragte sich, was er mit seinen Worten bezweckte. Ihre Motive? Was wollte er von ihr? Wohl doch nicht etwa die Wahrheit, die sie an Nereus band?
Um Zeit zu gewinnen, blickte sie kurz zu Nereus hinüber, beobachtete etwas beruhigt, wie sich sein Brustkorb weiterhin regelmäßig hob und senkte und wandte sich dann wieder dem Captain zu.


„Meine Motive? Was meinen Sie? Weil ich in Ihren Augen einen Mann am Leben erhalte, der vielen Lebewesen das Leben genommen hat?“

Sie machte eine kurze Pause, diesmal jedoch, ohne den Blick von dem Nautolaner abzuwenden.

„Was denken Sie? Meine Aufgabe ist es, wie Sie ganz richtig festgestellt haben, Leben zu retten. Das Leben von allen, von denen es in meiner Macht steht, es zu erhalten. Darüber zu urteilen, ob jene Lebewesen auch das Leben verdient haben, steht mir nicht zu. Ebenso wenig, wie es Ihnen nach Ihren Worten zusteht, über uns zu richten.“

Jetzt beugte sie sich zu dem Grünhäutigen vor und starrte ihm weiterhin fest in die Augen.

„Was unterscheidet eigentlich das Imperium von der Neuen Republik? Was macht die Republikaner zu besseren Menschen ...Lebewesen? Warum soll ein Arzt oder Wissenschaftler, welcher der Republik dient, ein besserer sein, als einer, der dem Imperium dient? Hat die Republik denn niemanden auf dem Gewissen? Klebt denn an Ihren Händen kein Blut?“

Lidia trat wieder einen Schritt zurück und ließ die Luft zischend zwischen den Lippen entweichen. Vielleicht war sie jetzt zu weit gegangen, aber sie hatte sich gerade in Rage geredet – es gelang ihr nur gerade so, ihre Stimme auf Normalmaß zu halten.

„Das System des Imperiums mag ein anderes sein, aber was lässt Sie annehmen, dass es ein schlechteres ist? Ist es nicht so, dass beide Seiten von sich behaupten, das beste zu sein? Mögen die Motive ihrer Machthaber auch ein anderes sein, so handeln doch sicherlich beide nach ihrem besten Wissen und Gewissen. Warum also sollte ich nicht dem Imperium dienen, um Leben zu retten? Sind alle Mitglieder des Imperiums für Sie automatisch schlechter als andere und haben es somit nicht verdient, dass jemand ihre ärztliche Versorgung übernimmt?“

Sie sackte ein klein wenig in sich zusammen, weil ihr die Argumente ausgingen und verstummte. Sie dachte an die Worte von Terror und Brutalität, dachte an Allegious, auf den das wohl zutraf und musste dem Nautolaner zum Teil recht geben – wenigstens, was die Sith und somit die Herrscher des Imperiums und vielleicht auch einige normalsterbliche Imperiale betraf. Auf Nereus aber traf das keinesfalls zu. Niemals! In der kurzen Zeit, die sie hatte mit ihm verbringen dürfen, hatte sie niemals so etwas wie Brutalität erlebt oder gar Terror. Er hatte immer versucht, so wenig Leben wie möglich aufs Spiel zu setzen – soweit sie das zu beurteilen vermochte, denn sie hatte keine Ahnung von seinem Handwerk, vom Krieg. Sie hatte immer hingenommen, dass es nun einmal so war. War das so falsch?
Sie richtete sich rasch wieder auf.


„Ich weiß nicht, ob es das war, was Sie jetzt von mir hören wollten. Aber das ist für den Augenblick alles, was ich über meine Motive zu sagen vermag.“

Fast alles …...aber alles, was sie preisgeben wollte.

Mon Calamari - Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle - Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus, Lidia
 
[Mon Calamari, Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle]- Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus Kratas, Lidia diKastro

Zavva war nicht beeindruckt. Warum auch – in seiner Laufbahn hatte er von Angehörigen des organisierten Verbrechens, Vasallen lokaler Diktatoren und Offizieren des Imperiums immer wieder diese gebetsmühlenartigen Rechtfertigungen ihres Handelns gehört, und wie auch diKastro jetzt den Genozid des Imperiums an der Bevölkerung ganz Delastines, das Massaker von Bothawui und andere Gräueltaten jener Menschen, die ihre Uniform trugen, ausklammerte, hatten auch diese alle finsteren Aspekte ihrer Profession und politischen Loyalität schlicht und ergreifend unterschlagen. Faszinierend. Aber kaum zu ändern. Derartige Subjekte verhielten sich selten kooperativ, doch er hatte es zumindest versucht… möglicherweise war der geschwächte Kratas empfänglicher für seine Fragen.

„Bestes Wissen und Gewissen…“

Alarmiert drehte Zavva den Kopf, als ihm klar wurde, dass er eine wichtige Information vergessen hatte, in sein Kalkül mit einzubeziehen: Darhell. Dessen Familie auf Delastine gestorben war. Rasch hob der Captain eine Hand, doch sein menschlicher Untergebener hatte sich bereits mit tödlicher Ruhe ein paar Schritte auf diKastro zu bewegt.

„Nach bestem Wissen und Gewissen wurde als die Vernichtung Delastines befohlen – aus reinen Demonstrationszwecken? Aus bestem Wissen und Gewissen wurden abertausende, Millionen Familien auseinandergerissen, Lebewesen getötet, Männer, Frauen und Kinder? Aus bestem Wissen und Gewissen missachtete man die Regeln konventioneller Kriegsführung, auf die sich selbst die brutalsten Barbaren bisher einigen konnten? Antworten Sie mir! Antworten Sie mir und den Toten von Corellia, den Toten von Bothawui, den Toten von Delastine!“

Als Darhell die schmächtige Frau bei den Schultern packte und zu schütteln begann, schnellte Zavva aus seinem Sitz hoch. Der Mensch – so viel konnte der Nautolaner erkennen – war vor Zorn kreidebleich im Gesicht.

“Das reicht, Senior Agent!“

Plötzlich war Zavva dankbar, dass der Wachhabende ihm und Darhell die Waffen abgenommen hatte. Sehr dankbar sogar.

“Dr. diKastros Auffassung der Realität mag Sie und mich befremden, aber nach unserem Kenntnisstand können Sie sie kaum für die Tragödie von Delastine verantwortlich machen. Treten Sie zurück.“

Es kostete den Menschen sichtliche Mühe, sich unter Kontrolle zu bringen, bevor er schließlich von der imperialen Ärztin abließ und ein paar weite Schritte zurück machte.

„Natürlich, Captain.“

“Gut.“

Zavva setzte sich wieder und faltete nach menschlichem Vorbild die Hände überm Schoß.

“Sie sehen, Dr. diKastro… es gibt Gründe, jedes gerettete Leben, dass die Stabilität eines Regimes wie das Ihres Imperators festigt, zu betrauern. Und dennoch gibt es Maßnahmen, die wir niemals ergreifen würden. Das unterscheidet uns von Ihnen, die Republik vom Imperium. Ich erwarte nicht, dass Sie das verstehen… aber Sie dürfen ebenso wenig erwarten, dass Ihr Selbstbetrug Sie vor den Konsequenzen bewahren wird.“

[Mon Calamari, Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle]- Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus Kratas, Lidia diKastro
 
Mon Calamari - Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle - Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus, Lidia

Erschrocken wich Lidia nach dem Angriff zurück. Ihr Puls raste und ihre Knie zitterten, weil der Angriff des Menschen so überraschend gekommen war. Noch ehe ihr wirklich bewusst war, was sie da tat, sank sie jetzt doch auf dem eben verschmähten Stuhl nieder.

„Nein...!“

flüsterte sie kopfschüttelnd. Nein! Schwer atmend rang sie um Fassung. Und sie schämte sich dafür, vor diesen Leuten diese Schwäche zeigen zu müssen. Sie fühlte sich plötzlich so hilflos......

„Auf imperialer Seite gab es während des Kriegs ebenso Tote. Können Sie wirklich dafür garantieren, dass keine Zivilisten darunter waren?“

Lidia richtete sich wieder ein klein wenig auf und ein kleiner Anflug von Trotz blitzte in ihren Augen auf – wenn auch viel schwächer, als zuletzt noch.
Sie schluckte, senkte den Blick und verstummte dann wieder. Mein Imperator ….pahh!“ Allegious war ganz gewiss nicht ihr Imperator! Sie hasste ihn, wünschte ihm insgeheim alles Schlechte. Und doch musste es für ihr Gegenüber so aussehen, als sei sie ihm zu treuen Diensten verpflichtet. Ebenso wie Nereus. Und war er dies denn auch nicht? Stand Nereus denn nicht in Diensten jenes Bösen? Nein! Lidia schüttelte in Gedanken den Kopf. Nereus hatte sich immer nur dem Imperium verpflichtet gefühlt, sich um dessen Wohlergehen gesorgt - oder vielmehr um das, was es einstmals gewesen war. Hatte versucht, wenigstens den inneren Frieden zu wahren – was konnte er für die Vergehen von einigen Untergebenen, denen jedes Mittel recht gewesen war, um an die Macht zu gelangen? Hatte er denn nicht bis zuletzt gegen jene gekämpft? Was war mit Niriz? Was konnte er für die Machtbesessenheit dieser Sith?

„Ich bin Ärztin.“

flüsterte sie dann wieder.

„Ich bringe den Tod nicht, ich versuche ihn zu vermeiden. Das ist meine Bestimmung. Egal auf welcher Seite. Und für mich bedeutet jedes gerettete Leben ein Erfolg.“

Fast gebetsmühlenartig wiederholte sie die Worte von eben. Verdammt !!!! Wieder musste sie feststellen, dass sie nie eine Ahnung gehabt hatte, sich nie wirkliche Gedanken gemacht und sich nicht wirklich um den Krieg gekümmert hatte – jedenfalls nicht, seit sie ….....seit sich alles geändert hatte und diese seltsamen Gedächtnislücken aufgetreten waren. Es war plötzlich alles so klar gewesen: da waren nur noch Nereus und sie, ihre tiefe, wahrhafte Liebe und die Drohung, dass sie entdeckt werden würden. Ihr Feind war Allegious gewesen, nicht die Neue Republik. Und jetzt sollten sie für die Taten dieses halbmechanischen Etwas büßen? Nereus …..ach....
Ihr Blick glitt zu ihm herüber und sie betete, dass er nicht wach werden möge. Nicht jetzt, solange die beiden noch da waren.
Sie schluckte noch einmal und hob dann den Kopf wieder, in der Hoffnung dem Blick des Nautolaner stand halten zu können.


„Ich erwarte keine Gnade von Ihnen. Wieso auch? Ist es nicht zuletzt auch eine Frage Glaubens, auf welcher Seite man steht?“

Nochmals glitt ihr Blick kurz hinüber zu ihrem Geliebten. Lidia musste sich schwer zusammenreißen, um nicht die Hand auszustrecken und ihn mit einer zärtlichen Geste zu berühren. Innerlich seufzte sie leise. Warum nur das alles?

„Es bleibt mir nichts weiter, als Ihnen zu versichern, dass das Leben jenes Mannes dort, es wert ist, zu retten. Ist es nicht möglich, dass gerade er einer von den wenigen war, die unerschütterlich an einen guten Kern des Imperiums glaubten? Die geblieben sind, um zu retten, was noch zu retten war, bevor die Sith und andere, die nach Macht gierten, alles zugrunde gerichtet hätten? Ist Ihnen nie der Gedanke gekommen, dass er nur hier ist, weil er zuletzt denjenigen im Weg war, die an der Macht bleiben wollten?“

Das war es woran, sie sich festhielt, an das sie fest glaubte. Wenn sie doch nur eine Ahnung davon hätte, wie man sich in solchen Verhören zu verhalten hätte. Sie verfügte über keinerlei Erfahrung darin. Fühlte sich im Augenblick so entsetzlich hilflos......

„Es tut mir leid um jene Tote, die Sie betrauern, Senior Agent.“

Lidia wandte sich jetzt an den älteren Menschen (Darhell) im Raum.

„Es wird kein Trost für Sie sein, aber der Tod dieser Menschen lag sicher nicht in der Absicht dieses Großadmirals.“

Daran glaubte sie …....das wusste sie...sicher.


„Und doch ist er derjenige, der gerade greifbar ist für Sie. Ich kann verstehen, dass Sie ihn jetzt am liebsten vor dem Richter – oder tot - sehen würden, der ihn für alles verantwortlich verurteilt, was im Namen des Imperiums geschehen ist. Aber glauben Sie mir, es nicht immer alles so einfach, wie es den Anschein haben mag.......“

Sie verstummte – wieder einmal …...er durfte nicht sterben, Allegious war es nicht wert, für ihn zu sterben .....war sie jetzt etwa eine Verräterin? Und selbst wenn? Interessierte das überhaupt noch jemanden?

Mon Calamari - Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle - Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus, Lidia
 
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~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Hotelzimmer ~ Alyssa allein

Alyssa war nach der Verkündigung, dass sie neben ihrer Freundin und Kollegin Peppi Moss für das Amt im Flüchtlingsgremium ausgewählt worden war, direkt ins Hotel gefahren. In ihrem Zimmer ließ sank sie erschöpft auf ihrem Bett zusammen und schlief erstmal ein Stündchen.
Als sie schließlich wieder aufwachte, ließ sie sich von der Verwaltung des Flüchtlingsgremiums die Unterlagen zukommen, die sie bearbeiten sollte. Papierkram. Naja was solls auch das muss gemacht werden. Die junge Senatorin beneidete ihre gunganische Senatoren-Kollegin um ihren Stab, doch sie könnte das auch haben, nur hat sich bisher noch niemand passendes gefunden.

Nachdem der Papierkram erledigt war, schickte sie ihn wieder ein zum Verwaltungsgebäude. Was Peppi jetzt in diesem Augenblick wohl tat? Die brünette, recht klein gewachsene Frau stand auf und ging zum Fenster ihres Hotelzimmers. Sie starrte hinaus und sehnte sich nach der großen Liebe. Nein, nicht die Politik. Diesmal ging es ihr um die richtige Liebe. Alyssa hatte, wie konnte man es nennen, Heimweh oder Fernweh nach der Liebe.
Vielleicht sollte sie Peppi davon berichten, aber vermutlich würde sie es nur nerven, obwohl sie befreundet waren, gab es da Grenzen oder war sie schon zu ihrer besten Freundin geworden, der sie alles erzählen konnte? Nach leichten Zweifel und kurzem Zögern entschied sich die junge Senatorin doch ihr zu schreiben.


~ codierte Nachricht an Peppi Moss ~
~ Sicherheitsstufe "hoch" ~

Hey Peppi,

wie geht es dir? Ich habe mich lange nicht gemeldet, war zu sehr mit dem Papierkram beschäftigt und irgendwie brauche ich mal Abwechslung zum Senatorendasein. Ich habe, naja wie soll ich es ausdrücken so eine Art Fernweh nach der Liebe. Gott das klingt jetzt furchtbar sentimental und eigentlich wollte ich dich damit auch nicht belasten.
Hast du heute Abend was vor, wir könnten ja vielleicht was zusammen unternehmen? Ich habe morgen den ganzen Tag frei und dann würde es sich doch lohnen auszugehen. Was meinst du?

Liebe Grüße Alyssa ♥

~ Nachricht Ende ~

Sie hatte es wirklich getan, jemand anderem ihre Probleme aufgeladen und nun würde sie mit ihr darüber sprechen müssen. Naja vielleicht bot das schon genug Abwechslung, mal nicht über die Arbeit sprechen zu müssen. Aber ganz ehrlich würde es etwas bringen jetzt hier nach einem Beziehungspartner zu suchen, wer weiß ob Alyssa nicht die Hälfte der Zeit woanders ist.

Die kleine Senatorin legte sich wieder auf ihr Bett und döste vor den Holonet-News ein, während sie auf die Antwort von Peppi wartete.


~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Hotelzimmer ~ Alyssa allein
 
~ Mon Calamari \ Coral City \ Appartement \ Terrasse ~

Während der Kanzler und der Verteidigungsminister nach Bothawui gereist waren, war Kalma auf Mon Calamari verblieben. Wenn sie auch gerne mit ihnen gereist wäre um dort ebenfalls im Namen der Republik zu gegen zu sein, so konnte sie nicht guten Gewissens all die Arbeit ruhen lassen, die sich in letzter Zeit angesammelt hatte. Und ob der voranschreitenden Expansion der Republik war das durchaus ansehnlich. Gerade, es war noch früher Nachmittag, hatte sie eine Folie in der Hand auf der ein Gesuch verschiedener wichtiger und unwichtiger Personen aus der Politik Alderaans gedruckt war. Ein leicht ärgerlicher Unterton war darin zu vernehmen. Stellenweise regelrecht offensichtlich wütend. Die Senatorin besagter Welt und Innenministerin der Republik richtete sich für einen Moment auf ehe sie wieder in die weichen Polster ihrer Couch zurück sank. Es war verständlich das man sich direkt an sie gewandt hatte, allerdings war sie erstaunt darüber das tatsächlich alle diese Personen, die jene Folie unterzeichnet hatten, von ihr erwartet hatten in der angesprochenen Situation außerhalb ihrer Normen zu agieren. Kalma hatte ihren Datenblock schnell heraus gesucht zwischen all den Folien und Datenkarten die sich auf dem Sitzmobiliar ihrer Terrasse ausgebreitet hatten und begann einige Zeilen zu tippen. Diese enthielten aber keine Entschuldigung für ihr Betragen, denn letztendlich wäre es äußerst ungerecht gewesen, hätte sie Würdenträgern und Politikern ihrer Heimatwelt Informationen zugespielt, die bis dahin noch geheim gewesen waren und letztendlich gefährlich für die komplette politische Welt der Republik gewesen waren. Der Weg über den Senat, das Misstrauensvotum gegen die Kanzlerin, die Neuwahlen und dem Statement ihres und des Ministeriums des Verteidigungsministers war absolut richtig und gerechtfertigt gewesen. Zwei Mal überprüfte sie ihre Zeilen, schickte sie an ihren Sekretär und beauftragte ihn, nach nochmaliger Überprüfung besagten Text an jene Verfasser der Folie zu senden, die noch auf ihren Beinen lag und an die Nachricht für Darius angehängt wurde.

Ohne genau zu wissen welche, griff sich die Innenministerin eine der Datenkarten und schob sie in den obligatorischen, dafür vorgesehenen Schlitz in ihrem Datenblock. Der brauchte eine knappe Sekunde und hatte sämtliche dort gespeicherten Dinge eingelesen, ehe er sie gebündelt anzeigte. Wie lange die große Blondine über jenen Abhandlungen und Berichten brütete konnte sie nicht sagen, allerdings war es ihr Magen der rebellierte und sie von der Terrasse ins Innere ihrer Wohnung trieb. Wahrscheinlich hatte sie heute Morgen das letzte Mal etwas gegessen und dann auch nur so wenig, dass man es nicht wirklich als Mahlzeit bezeichnen konnte. Und so stand sie wenig später in der Küche und entschied sich letztendlich für eine etwas ausgiebigere Mahlzeit. Während die Politikerin die Gewürze zusammen suchte und andere Utensilien zusammen sammelte, schaltete sie im vorbeigehen einen HoloVidSchirm ein auf dem sogleich auch eine Nachrichtensendung einsetzte. Weniger weil sie den Zeitpunkt gut abgepasst hatte, sonder schlicht weil sie die Einstellung vorgenommen hatte Nachrichtensendungen aufzuzeichnen und dann abzuspielen. In Anbetracht der Tatsache das sie seit geraumer Zeit nicht mehr eingeschaltet hatte, würde sie nunmehr vermutlich einiges zum Sehen bekommen, während ihrer Kochaktion...

Es dauerte einen Moment, doch nach und nach erfüllte ein zunehmend besser werdender Geruch ihre Küche, sodass sie sich dem stärker werdendem Hunger nur noch sehr schlecht entziehen konnte. Routiniert begann sie Besteck und einen Teller heraus zu holen, ehe sie sich an die Überlegung was sie zum Essen trinken könnte wagte. Dazu aber sollte sie nicht kommen, denn eine Nachrichtensendung lenkte all ihre Aufmerksamkeit schlagartig von ihren vorherigen Tätigkeiten fort. Eine neue Meldung von Coruscant, wo sich erneut ein Anschlag terroristischer Untergrundgruppen ereignet hatte. Zwar hatte das Attentat eigentlich einem imperialen Legaten gegolten, der laut Nachrichtensprecher auch aufrichtig betrauert wurde, allerdings schienen auch zivile Opfer unter denjenigen zu sein, die es getroffen hatte. Kalma, die durchaus Erfahrungen damit gemacht hatte, das das Imperium hier und da gerne übertrieb, oder manche Tatsachen vertuschte, konnte sich nichtsdestotrotz noch immer nicht mit dieser Art von Aktionismus auf Coruscant anfreunden. Schlimm genug das sich die Republik seit Jahren mit dem Imperium im Krieg befand, da mussten nicht noch zivile Bevölkerungen die Waffen selber in die Hand nehmen um wahllos auf alles was zum Imperium gehörte loszugehen. Vor kurzem war sogar bekannt gemacht worden das sich einige Jedi auf Coruscant aufhalten sollten. In wie weit diese allerdings im Widerstand verankert waren, konnte Kalma nur vermuten. Sie hoffte inständig das sich die Jedi als das erwiesen, für was sie sie seit je her hielt. Hüter des Friedens. Stimmen der Vernunft. Und damit einhergehend hoffte sie das die Jedi auf Coruscant, sofern sie noch am Leben waren mit keinem noch so kleinen Eigenanteil an diesem schrecklichen und menschenverachtendem Widerstand beteiligt waren. Wer konnte ernsthaft hinter solcherlei Taten stehen?

Sicher. Es galt das Imperium zu bekämpfen, doch zivile Personen die derlei Konflikte herbeiführten und anschließend mit den Folgeaktionen seitens des Imperiums konfrontiert wurden neigt leider zu oft dazu, diese als Anlass zu noch gewagteren und größeren Aktionen zu benutzen. Und nachdem bereits mehrere Attentate verübt worden waren, eine Garnison von Soldaten mit Bomben angegriffen worden war und letztendlich nun erneut ein weiteres Attentat begangen wurde glaubte Kalma nicht, das diese Meldungen in naher Zukunft ein Ende haben würden. Die Razzia, von der gestern erneut berichtet worden war, hatte diesen jüngsten Anschlag vermutlich herauf beschworen. Wie könnte man sich sonst solche Taten erklären? Welcher Anhänger der Republik nahm tatsächlich guten Gewissens zivile Opfer in Kauf? Bestürzung und Trauer rangen zugleich um die Herrschaft in ihr. Kalma war sich unschlüssig wie sie mit Coruscant umgehen sollte, aber die immer wieder auftauchenden Terrornachrichten mussten aufhören. Selbst unter der Prämisse das Krieg herrschte, war das kein Freifahrtsschein für jegliche radikale Gruppierung, die sich als der Republik zugehörig fühlte, ihre Meinung mit Bomben, Entführungen und Morden zu verkünden. Dramatisierend spukte der Gedanke durch ihren Kopf, das wenn der bisherige Kurs beibehalten würde, die Galaxis vermutlich in einiger Zeit gänzlich im Chaos versinken würde. Hoffend das die Jedi, welche zwar mit Sicherheit auf Coruscant gejagt würden, ihren Teil zur Schlichtung dieses Irrsinns beitrugen, damit nicht die Republik auf dieselbe Stufe des Imperiums sank, schaltete Kalma den VidSchirm ab. Morgen... Morgen würde sie sich Gedanken um Coruscant machen. Für heute hatte sie zum einen noch ihr Abendessen vor sich und zahlreiche Datenkarten die noch auf sie warteten.

Weniger gut gelaunt als noch zuvor, dafür aber deutlich entschlossener etwas zu tun, kehrte sie mitsamt Besteck und Teller in der Hand zurück auf die Terrasse. Nahm sich einen Moment Zeit und genoss den Ausblick auf das Meer das Coral City umgab, ehe sie sich daran machte ihr Mahl zu verzehren. Die Sonne würde in ein paar Stunden untergehen und kühlere Briesen würden heraufwehen. So wie sie sich kannte würde sie dann noch zwei oder drei Stunden hier ausharren, ehe sie ihren Krempel zusammenraffte und nach drinnen umzog um dort nach kurzer Zeit wieder in der Arbeit zu versinken... doch es musste gemacht werden. Vor allem in diesen Tagen. Die Republik musste wieder auferstehen. Unbedingt...


~ Mon Calamari \ Coral City \ Appartement \ Terrasse ~
 
„Haben wir unsere Lektion gelernt?“

Finsternis. Kälte. Schmerz. Zwei glühend rote Punkte, scheinbar im Nichts schwebend… und eine Stimme. Eine grausame Stimme.
Langsam wurde der Mann, der eins der hoch geschätzte Großadmiral des Galaktischen Imperiums gewesen war, Gebieter einer Streitmacht, die die gesamte Galaxis hatte erzittern lassen, sich seines Körpers bewusst. Seines Körpers und seiner Lage, mit ausgestreckten Armen an zwei in den tiefschwarzen Boden gerammte Stahlträger gekettet, mitten im Nichts, mitten in der Dunkelheit. Seine Uniform, einst blütenweiß, war zerrissen, von Brandspuren geschwärzt, mit roten Blutflecken bespritzt – Blut, wie es aus seinem Mundwinkel tropfte. Der Schmerz war konstant, selbst an der Stelle, an der sich seine einst glänzenden Rangabzeichen durch den Stoff der Uniform tief in sein Fleisch gebrannt hatten. Die roten Punkte - Augen! – beobachteten ihn. Die grausame Stimme lachte.


„Es gibt keine Streitmacht, kein Rezept, keine Worte – nichts kann die Macht des Imperators herausfordern. Nichts kann die dunkle Seite besiegen. Die Sith herrschen über das Imperium. Über die Galaxis. Über das Dasein.“

Ein elektrisches Knistern. Prasselnde Blitze. Erinnerungsfetzen – der Platz des Imperiums, ein ausholender Arm, menschlich anmutend, doch unter der Kleidung dunkelblau… die Energiepeitsche, Haut zerfetzend und in blutigen Klumpen vom Fleisch reißend, bis auf den bloßen Knochen. Das Gejohle der Menge.


„Irgendwann begreifen das alle. Es gibt keinen Widerstand, es gibt keine Koexistenz. Es gibt nur Unterwerfung. Sie begreifen es – oder sterben.“

Plötzliches Licht inmitten der Dunkelheit. Eine Gestalt, liegend, ihre Uniform so weiß, wie es Nereus’ Kleidung einst gewesen war, und in perfektem zustand, abgesehen von jenem silbrigen Zylinder, der aus dem Brustkorb des Mannes ragte. Das Gesicht war weiß wie die Uniform – der dünne Faden fließenden Blutes so tot wie die Quadrate des Rangabzeichens. Ein pechschwarzer Stiefel pflanzte sich urplötzlich auf Großadmiral Needas Brust, ein Umhang gemacht aus Finsternis hüllte sich über das erstarrte Gesicht wie ein Leichentuch. Langsam zog der Sith – Nergal! – seine Waffe aus dem Kadaver, der unter seinem Umhang zu verschwinden schien. Die roten Punkte waren verschwunden, doch Nereus hatte das Gefühl, als beobachteten sie ihn aus der Finsternis noch immer. Die Fesseln schnitten tief in die Handgelenke, als sein Körper ganz von alleine versuchte, zurückzuweichen.

„Das Imperium wird aus der Asche Ihres Versagens neu entstehen. Unser Imperium.“

Das Gelächter des Sith schien in Nereus’ Hautpartikeln mitzuschwingen.
Plötzlich Bewegung hinter ihm. Entsetzlich kalte, doch perfekt ebenmäßige Haut schmiegte sich an seine Wange, Strähnen roten Haares fielen über seine Schulter, als seien sie sein eigenes. Langsam drehte er den Kopf. Ein Gesicht, voller Kälte, voller kühl kalkuliertem Hass, aus smaragdgrünen Augen sprühend, so vertraut, und doch so fremd…
Schlanke Finger strichen wie Eiszapfen über sein Gesicht, Lippen aus Frost glitten über seine Wange. Wo sie ihn berührten, schien er Stück für Stück zu erkalten. Zu sterben.


„Es ist zu spät, Bruderherz… zu spät…“

Die Kälte bemächtigte sich seines gesamten Körpers, seines Herzens, schnürte ihm die Kehle zu, ließ sein Sichtfeld kollabieren… er wollte schreien… doch er konnte nicht…

Wieder die erste Stimme:


„Begreifen Sie es jetzt? Es ist…“

“… nicht immer alles so einfach, wie es den Anschein haben mag.“

Das grelle, plötzliche Licht blendete. Die Dunkelheit war verschwunden, der Schmerz zu einer dumpfen Begleiterscheinung seiner Wahrnehmung zusammengeschmolzen, seine Lungen frei… nur Spuren der Kälte schienen lediglich ganz langsam aus seinem Körper zu weichen und auch die Erinnerungen wollten nicht verblassen. Sein Atem ging schnell, während er versuchte, sich mit steifen Gliedmaßen zu bewegen. Wer hatte gesprochen? Und wo?

„Es gibt keinen guten Kern des Imperiums, Dr. diKastro. Der Kern des Imperiums ist die verdorbene Manifestation aller Bosheit, die diese Galaxis je erleben musste.“

DiKastrodiKastroLidia! Sie war hier! Sie hatte die Kälte vertrieben! Oh Lidia

„Er kommt zu sich, Captain. Vielleicht sollten wir ihm diese Fragen stellen.“

Eine Gestalt trat in sein langsam an Schärfe gewinnendes Sichtfeld, doch es war nicht Lidia… ein breitschultriger Mann riss ihn grob empor, was an mindestens vier Stellen seines Torsos zu stechend aufflammenden Schmerzen führte und ihn gepresst aufstöhnen ließ. Der Schmerz meldete sich zurück…
Sein Blick hastete irr durch den kargen, steril wirkenden Raum. Das war unwichtig. Dieser Mann, der groteske Nautolaner hinter ihm… sie zählten nicht.


Lidia…“ Es war ein jämmerliches Krächzen, das seine Lippen verließ. Kaum als ihre Name zu erkennen, doch er wusste, dass sie ihn verstehen würde. Mühsam versuchte er, in ihre Richtung zu Lächeln, obwohl es seine spröden Lippen fast zu zerreißen schien. Sie war so schön wie damals auf Carida… die Distanz zu diesem Ort ließ sich nicht in Lichtjahren und Stunden messen.
Unnachgiebige Hände hinderten ihn daran, seine Hand nach ihr auszustrecken. Im Vergleich zu seinem geschwächten Körper besaß der ihn fixierende Mann die Kraft eines Gundarks.


„Ihre privaten Gespräche müssen Sie verschieben, Kratas.“

Also war der Nautolaner mit den befremdlichen Augen, die nur aus der eiförmigen Pupille zu bestehen schienen, der Rädelsführer der beiden. Wer waren sie?

„Mein Name ist Forn Zavva, republikanischer Geheimdienst. Ich vermute, Sie werden wissen, dass ich einige Fragen an Sie habe.“

“Natürlich.“

Dieses Zugeständnis klang bereits halb nach Kapitulation. Er fühlte Verzweiflung in sich aufsteigen, die Schmerz und Schwäche verdrängte, als sein Blick wieder Lidia suchte. Den Söldnern und den Sith mochten sie entkommen sein… doch die Republik hatte die Todesstrafe nicht vollends abgeschafft. Wenn es in den Augen dieser beiden Männer jemanden gab, der neben dem Imperator den Tod verdiente, dann war es der Oberbefehlshaber der imperialen Streitkräfte und alle in seiner Nähe?. So oder so… die Galaxis schien ihm keinen Raum mehr zubilligen zu wollen. Dennoch klang seine Stimme bereits kräftiger.

“Sie ist meine Ärztin, Captain. Sonst nichts. Sie können Sie für nichts anderes zur Rechenschaft ziehen.“

Der Nautolaner verzog sein gummiartiges Gesicht. Versuchte der Nichtmensch tatsächlich, zu grinsen?

„Wir werden sehen, Kratas. Wir werden sehen.“

[Mon Calamari - Militärbasis der Neuen Republik, Hochsicherheitstrakt, Zelle] - Captain Forn Zavva, Senior Agent Rhys Darhell, Nereus, Lidia
 
[Mon Calamari – Coral City Grand Hotel – Schlafzimmer] Peppi Moss allein

Nach den anstrengenden, aber erfolgreichen Tagen mit den Talz war es Peppi nicht vergönnt, einmal richtig auszuschlafen. Die neuen Mitglieder ihrer Delegation waren von Naboo endlich auf MonCalamari angekommen und mussten von ihr empfangen werden.

Mit einem sehr unfreundlichen Wort auf Gungan schaltete sie den Weckalarm aus und schlurfte in die Dusche, die sich glücklicherweise auf ihre Größe anpassen ließ. Ein erfrischendes Bad im Meer wäre ihr lieber gewesen, aber sie durfte nicht.

„Von wegen Politiker und ihre unendlichen Machtbefugnisse – davon habe ich noch nichts gemerkt,“

grummelte sie beim Anziehen und bereitete sich auf die Ankunft ihrer neuen Mitarbeiter vor. Bis zum Nachmittag saß sie mit ihrem Stab in der Suite, die als Arbeitszimmer fungierte, wenn sie nicht im Senatsgebäude war. Das Naboo-Protokoll für solche Angelegenheiten sah außen unheimlich bedeutsam aus, Peppi fand es unheimlich umständlich, langweilig und überflüssig, und war zutiefst dankbar, dass ihr Com eine Nachricht anzeigte. Der Vorteil von Gungan-Stielaugen war, dass sie sich unabhängig von einander in verschiedene Richtungen bewegen ließen, und so konnte sie mehr oder weniger unauffällig die Nachricht lesen, die Alyssa geschickt hatte:


~ codierte Nachricht an Peppi Moss ~
~ Sicherheitsstufe "hoch" ~

Hey Peppi,​

wie geht es dir? Ich habe mich lange nicht gemeldet, war zu sehr mit dem Papierkram beschäftigt und irgendwie brauche ich mal Abwechslung zum Senatorendasein. Ich habe, naja wie soll ich es ausdrücken so eine Art Fernweh nach der Liebe. Gott das klingt jetzt furchtbar sentimental und eigentlich wollte ich dich damit auch nicht belasten.
Hast du heute Abend was vor, wir könnten ja vielleicht was zusammen unternehmen? Ich habe morgen den ganzen Tag frei und dann würde es sich doch lohnen auszugehen. Was meinst du?

Liebe Grüße Alyssa ♥

~ Nachricht Ende ~

Sofort beschlich die Gungan ein schlechtes Gewissen, dass sie die junge Senatorin von Bandomeer über die letzten Tage vernachlässigt und sich nicht sofort gemeldet hatte, nachdem sie endlich den Talz hatte helfen können. Am liebsten hätte sie ihr gleich zurück geschrieben, doch das ging bei bestem Willen nicht. Die Besprechung würde noch anderthalb mit sinnlosen Wiederholungen der Tagesordnungspunkte gefüllt werden, um dem Zeremoniell genüge zu tun.

Zum Glück waren die neuen Mitarbeiter aber müde von der langen Reise, so dass sie sogar eine halbe Stunde früher die Türen hinter dem letzten Abgeordneten schließen konnte.
Abwechslung vom Senatorendasein war das passende Stichwort, so dass Peppi froh war, dass Alyssa auch Ablenkung brauchte. Es freute sie irgendwie, dass die Bandomeerianerin sich ihr so anvertraute, doch das Problem war, dass die junge Gungan sich mit menschlichen Werberitualen kaum auskannte. Natürlich hatte sie in der Zeit am Hofe in Theed viel davon mitbekommen, aber fand die Nuancen menschlichen Balzverhaltens sehr kompliziert und verwirrend, so dass sie sich wunderte, weshalb Menschen und ihre Artverwandten so zahlreich die Galaxis bevölkerten.

Dennoch wollte sie ihr so gut es ging zur Seite stehen, wo die kleine Menschenfrau soviel Vertrauen zu ihr gefasst hatte.


*** Com-Nachricht an Alyssa Valan von Peppi Moss ***
**Verschlüsselungsstufe: hoch:**

Liebe Alyssa,
eigentlich muss ich mich entschuldigen, dass ich mich die ganze Zeit nicht gemeldet habe. Ich brauche auch dringend etwas Abwechslung von der Politik und würde mich gerne mit dir heute abend treffen. Dann können wir ja gemeinsam überlegen, wie wir dein Fernweh heilen können ;)

Wollen wir vielleicht in eines der kleinen Restaurants am Strand – dort wo normale Leute hingehen? Habe von Senatoren und Politikern auch erst einmal die Nase voll ^^.

Liebe Grüße,

Peppi​

*** Com-Nachricht Ende ***​

Später machte Peppi sich bereit, auszugehen und zog ein ähnliches Outfit an, wie sie vor ihrer Ernennung in den Red Lobster gegangen war, doch über das bauchfreie Top legte sie auf das Anraten ihrer Assistentin vorsichtshalber eine Weste an.

„Zieh am besten noch den Hut auf, das ist unauffälliger,“

meinte Coralie aus Spaß.

„Sicher, mit dem Hut wird mich kein Paparazzi erkennen, ich bin ja nur die einzige Gungan im ganzen MonCal-Sektor,“

flachste Peppi zurück, griff sich aber trotzdem die Kopfbedeckung, bevor sie ihr Hotel verließ, um sich mit Alyssa zu treffen. Das Restaurant, das sie ihr vorschlug, hieß "Zur singenden Auster", wo man sich auf eine Terrasse setzen und die Aussicht aufs Meer genießen konnte. Die Gäste bestanden fast nur aus Einheimischen und einigen Touristen, so dass die beiden gestressten Senatorinnen einen entspannten Abend verbringen konnten und fest vorhatten, kein Wörtchen über die Politik zu verlieren.

"Dann erzähl mir doch von deinem Fernweh, Alyssa, ich weiß zwar nicht, ob ich dir helfen kann, aber ich höre dir gern zu,"

sagte Peppi, als sie bei einem Gläschen Wein auf ihr Essen warteten.



[Mon Calamari – Coral City- unterwegs im Speeder] Peppi Moss

 
~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Hotelzimmer ~ Alyssa allein

Kaum hatte sie die Com-Nachricht von ihrer Senatorenkollegin erhalten, begab sich Alyssa ins Bad ihres Hotelzimmers. Zum Glück hatte sie einiges ihrer Gaderobe mitgenommen und auch ein paar Abendkleidchen. Das rote Cocktailkleid, was die junge Politikerin so liebte, war wohl das perfekte Outfit für den heutigen Abend. Im Bad schminkte sie sich dezent. So fertig. Peppi hatte ein kleines Restaurant am Strand vorgeschlagen. Die Idee war super, ein nicht ganz so edler Schuppen und es würde trotzdem ein schöner Abend werden.
Alyssa bestellte sich ein Taxi und ging 10 Minuten später hinunter und stieg ein.

"Bitte fahren Sie mich "Zur singenden Auster".", gab sie dem Schwebetaxifahrer an.

Nach etwa 20 Minuten, kam sie in der Location an und ihre gunganische Freundin war schon dort. Sie begrüßte sie, so wie es sehr gute Freundinnen taten und dann gingen sie zusammen hinein. Sie suchten zusammen einen Platz. Alyssa lauschte der stilvollen Musik, als die Gungan die Initiative ergriff und ein Gespräch begann.

"Dann erzähl mir doch von deinem Fernweh, Alyssa, ich weiß zwar nicht, ob ich dir helfen kann, aber ich höre dir gern zu."

"Nun, es ist nicht so leicht. Aber ich hatte, als ich mein neues Amt als Senatorin annahm meine Beziehung auf Bandomeer aufgegeben, weil eine Fernbeziehung auf Dauer ohnehin nicht funktioniert hätte und, da ich einen Großteil meiner Arbeit hier auf Mon Calamari sein werde, das kannst du dir ja denken. Naja und in letzter Zeit, verspührte ich mehr und mehr den Drang oder den innigen Wunsch nach Liebe und Geborgenheit. Naja ich werde wohl erstmal dieses Vorhaben, sich einen Mann zu angeln auf Eis legen müssen.", erzählte sie und trank dann an ihrem Drink.

"Hey, lass uns tanzen... Ich liebe dieses Lied.", schlug sie ihrer Kollegin Peppi vor, um den Frust abzuschütteln und den Rest des Abends zu genießen und ihn sich nicht von ihrer eigenen miesen Stimmung versauen lassen. Und vielleicht kam der Märchenprinz ja auch von ganz alleine.

Sie zog die viel größere Gungan hinter sich her und schleifte sie auf die Tanzfläche. Ihre Mimik veränderte sich sofort von tieftraurig nach überschwänglich fröhlich. Die beiden tanzten zusammen und genossen wieder mal einen gemeinsamen Abend seit langem.


~ Mon Calamari ~ Coral City ~ "Zur singenden Auster" ~ Tanzfläche ~ Alyssa, Peppi
 
[Mon Calamari – Coral City- Zur singenden Auster] Peppi, mit Alyssa

Die kleine Senatorin von Bandomeer sah ziemlich traurig aus, als sie auf der lauschigen Terrasse des Lokals von ihrem Fernweh erzählte.

"Nun, es ist nicht so leicht. Aber ich hatte, als ich mein neues Amt als Senatorin annahm meine Beziehung auf Bandomeer aufgegeben, weil eine Fernbeziehung auf Dauer ohnehin nicht funktioniert hätte und, da ich einen Großteil meiner Arbeit hier auf Mon Calamari sein werde, das kannst du dir ja denken. Naja und in letzter Zeit, verspührte ich mehr und mehr den Drang oder den innigen Wunsch nach Liebe und Geborgenheit. Naja ich werde wohl erstmal dieses Vorhaben, sich einen Mann zu angeln auf Eis legen müssen."


Peppi legte ihr tröstend die Hand auf den Arm, aber wusste zunächst nicht so recht, was sie sagen sollte. Anscheinend dachten Menschen anders über Fernbeziehungen als Gungans.

„Ich musste meinen Verlobten auf Naboo zurücklassen – ich konnte ja nicht ahnen, dass es mich hierher verschlagen würde und dann noch Senatorin werden würde. Aber für uns ist es trotzdem klar, dass wir irgendwann heiraten werden – auch wenn wir gerade die halbe Galaxis voneinander entfernt sind. Sonst hätten wir uns erst gar nicht das Versprechen gegeben,“

erzählte sie von ihrer Situation – natürlich vermisste sie ihren Loris, doch sobald sie die Möglichkeit hatten, würden sie sich wieder sehen und heiraten konnten sie immer noch, wenn sich Lage in der Galaxis einigermaßen beruhigt hatte.

„Wer weiß, vielleicht triffst du ja den richtigen, wenn du es gar nicht erwartest. Und hier auf Mon Cal gibt es so viele Menschen – da müsste doch auch einer für dich dabei sein. Am besten wir gehen aus, sooft wir können,“


versuchte sie ihre kleine Freundin aufzuheitern. Wäre Alyssa eine Gungan, und würden sie sich in Otoh Gunga befinden, wären Peppi sofort ein paar nette Gungs eingefallen, die vielleicht zu ihr gepasst hätten. Aber wie die Kompatibilitätsmerkmale für einen Humanoiden aussahen, war ihr ein Rätsel. Kaum, dass sie geglaubt hatte die Logik dahinter zu verstehen, wurde ihre ganzen Erkenntnisse wieder über den Haufen geworfen. Menschen waren so widersprüchlich, aber vielleicht lag es auch daran, dass es so unheimlich viele von ihnen gab.

"Hey, lass uns tanzen... Ich liebe dieses Lied.",


rief Alyssa, als die Musik wechselte, während Peppi noch über die komplizierten menschlichen Beziehungsrituale nachdachte und zog die Gungan mit auf die kleine Tanzfläche. Anfangs waren sie noch die einzigen, die sich dorthin getraut hatten - doch kaum als die anderen Gäste sahen, dass dort eine mittlerweile gut gelaunte junge Menschenfrau und eine ebenso fröhliche Gungan tanzten, folgten ein paar Mon Calamari, denen sich einige der Touristen anschlossen.

Natürlich war diese Veranstaltung kein Vergleich zu den großen Festen, die in den Gungan-Städten gefeiert wurden, aber es wurde doch noch sehr ausgelassen gefeiert und Peppi konnte die letzten anstrengenden Tage hinter sich lassen. Sie bemerkte, dass Alyssa durchaus die Blicke von männlichen Humanoiden auf sich zog, was diese anscheinend nicht registrierte. Oder tat sie nur so? Manchmal schien das bewusste Ignorieren ein Mittel zu sein, das Interesse an einem potenziellen Partner zu wecken – eine ziemlich widersprüchliche Einstellung, wie Peppi fand. Sie war gespannt, ob ihre Freundin letzten Endes doch noch Erfolg mit ihrem Männerfang haben würde und genoss ansonsten den amüsanten Abend, da sie wie Alyssa am nächsten Tag frei hatte.

***​

Am übernächsten Tag holten sie die Pflichten als Senatorin von Naboo und Beauftragte im Flüchtlingskomittee wieder ein. Manchmal wurde die Arbeit soviel, dass sie bis spät in den Abend noch an ihrem Schreibtisch oder in irgendwelchen Besprechungen saß. Der Sieg in der Schlacht von Bothawui war zwar ein erfreuliches Ereignis gewesen, doch zog es neben der Wiedereingliederung des Bothan-Systems in die Neue Republik auch Fragen nach der Re-Integration von bothanischen Flüchtlingen in ihre ehemalige Heimatwelt. Nach einem weiteren langen Arbeitstag wurde Peppi von einer dreiköpfigen, ziemlich abgerissenen Gruppe in Begleitung einer ramponierten R3-Einheit in der Lobby ihres Hotels erwartet, die nicht so recht in das elegante Ambiente des Coral City Grand Hotels passen wollten und von den Angestellten argwöhnisch beäugt wurden.

Peppi
kannte die dunkelhaarige Menschenfrau nicht, ebenso wenig den Trandoshaner, aber der Dritte war ein guter Bekannter von ihr. Es war der Dresselianer Paavo Gys, ein hochrangiges Mitglied des Widerstands von Rhommamool. Sie wartete, bis sich ihre gesamte Entourage verzogen hatte, doch Kap, ihr Sicherheitsoffizier und ihre Assistentin Coralie waren bei ihr geblieben.

„Ich habe wichtige Nachrichten aus meiner Heimat, Peppi, und du bist die einzige, die uns helfen kann,“


sagte Paavo ernst, nachdem sie mit der Senatorin in ihrer Suite angekommen waren.

„Dies sind Norah Ahn und Syssk – ihnen ist die Flucht aus dem Osarian-System gelungen. Norah, Syssk, erzählt Senatorin Moss, was geschehen ist…“


[Mon Calamari – Coral City Grandhotel – Peppis Suite] Peppi mit Paavo Gys, Norah Ahn, Syssk, R3-C3 (NPCs)

 
[Mon Calamari – Coral City Grandhotel – Lobby] Paavo Gys, Norah Ahn, Syssk, R3-C3 (NPCs)

Von dem Luxus des großen, prächtigen Gebäudes eingeschüchtert, das für sie mehr ein Palast als ein Hotel war, saßen Norah und Syssk mit R3-C3 und Paavo im Eingangsbereich des Coral City Grandhotels. Auch die überhebliche Art des Hotelpersonals trug dazu bei, dass die Boten von Rhommamool sich komplett fehl am Platze fühlten – jeder außer ihnen war gut gekleidet, vom Pagen bis zu den wohlhabenden Gästen.

„Genauso wie das ganze osarianische Bonzenvolk,“

zischelte Syssk und zeigte einem abfällig glotzenden Quarrenpärchen die spitzen Zähne. Doch wie Norah war er einfach nur erschöpft von dem langen Irrflug und den vielen neuen Eindrücken. Sie beide waren Rhommamoolianer der dritten Generation und somit nie über die Grenzen über ihres kleinen Systems hinausgekommen. Der Trandoshaner und seine menschliche Begleiterin waren viele Umwege geflogen, um ohne Verfolger aus dem imperialen Hoheitsgebiet erst in die neutrale Zone des Mid-Rim zu gelangen und dann Naboo anzusteuern. Diese Welt war in vielerlei Hinsicht ein Schock für die Boten.

Zuerst hatten sie von dem Angriff auf Theed erfahren, dann, dass der gesamte Senat geflohen war. Auch Paavo hatte Naboo wieder verlassen, doch dann stellte sich heraus, dass er mit den Politikern nach Mon Calamari hatte fliehen können.
Jeder in Theed war freundlich zu ihnen gewesen, die Stadt war so wunderschön und grün und es gab soviel Wasser, wie die beiden Abgesandten noch nie in ihrem Leben gesehen hatten. Da die Zeit allerdings drängte, schlossen sie sich einem Handelskonvoi an, der das Mon Calamari-System zum Ziel hatte. Auch das Gefühl in relativer Sicherheit durch den Weltraum zu fliegen, war ungewohnt, ganz zu schweigen von dem Anblick einer Welt, die fast ausschließlich aus Wasser bestand.

Ihr vorrangiges Ziel war es aber, Paavo zu finden und aus einer Laune heraus, hatte Syssk dessen alte Com-Verbindung angewählt, welche der Dresselianer immer noch benutzte. Sie trafen sich in Paavos Unterkunft, einer schlichten Pension am Stadtrand und erzählten ihm, was seit seiner Flucht im Osarian-System geschehen war.

„Bürgermeister Branno, oder Revolutionsführer Branno, wie er sich jetzt nennt, will dass die Neue Republik uns hilft, sich von dem Joch des Imperiums und der Osarianer zu befreien, nachdem uns dieser Schlag gegen diesen Commander Mace gelungen ist und Premierminister Gekar tot ist. Er möchte, dass wir dem Senat um Hilfe bitten und im Gegenzug bietet er den Zugang zu allen Erz- und Mineralvorkommen Rhommamools. Zurzeit hat Rhommamool die Oberhand, und dieser Zustand soll so bleiben,“

erzählte Norah, während sie immer wieder auf das viele Wasser starrte, das einige Meter von der Pension entfernt auf den schmalen Wüstenstreifen schlug, den man hier Strand nannte.

„So einfach kann sich das aber auch nur der gute Haarl Branno vorstellen,“

lachte Paavo, obwohl ihm gar nicht nach Lachen zumute war.

„Die Aktion mit der gescheiterten Verhandlung und dem Detonator war ein starkes Stück, genauso, wie die B-Wings zu kapern und sich den Weg nach Rhommamool gegen TIEs freizuschießen. Kein Wunder, dass die Sache Haarl zu Kopf gestiegen ist – Revolutionsführer Branno…haha. Aber, einfach in den Senat marschieren und eure Geschichte zu erzählen und dann zu erwarten, dass sie sich morgen auf den Weg nach Rhommamool machen, funktioniert hier so nicht. Das ist die Neue Republik, nicht die Gewerkschaft – wir brauchen einen Fürsprecher auf höchster, naja zumindest ziemlich hoher Ebene und zufällig kenne ich jemanden…“

Also rief Paavo einen Taxispeeder, packte Norah, Syssk und R3 ein und ließ sich mit ihnen ins Coral City Grandhotel bringen. Unterwegs erzählte er ihnen von der Senatorin und Flüchtlingsbeauftragten Peppi Moss von Naboo, einem Wesen, das er Gungan nannte.

„Sie könnte fast eine von uns sein, lässt sich von den ganz hohen Tieren nicht einschüchtern und ist mindestens genauso stur wie Branno.“


„Aber wie kann sie uns Militär schicken, wenn sie sich doch um Flüchtlingsangelegenheiten kümmert. Gerade hast du uns noch erzählt, das hier alles ganz anders funktioniert…“

wandte Syssk ein, als sie das große Hotel betreten und sich unter den kritischen Blicken des Personals in der Lobby niedergelassen hatten.

„Wenn es Peppi nicht gelingt, fresse ich einen ganzen Sternzerstörer. Aber schau, da kommt sie – es wird schon schief gehen…“

Paavo sprang auf, als eine größere Gruppe von Menschen das Hotel betrat, deren Spitze sich ein zwei Meter großes rosahäutiges Wesen befand, das der Dresselianer als die besagte Senatorin identifizierte.

Sie sah sehr fremdartig aus, doch Norah und Syssk glaubten, solche Wesen auch schon auf Naboo gesehen zu haben. Die Senatorin war sehr freundlich – sie schickte bis auf zwei die konsterniert dreinschauenden Menschen weg und führte sie zu ihrem Hotelzimmer, dass die ganze Etage einzunehmen schien. Dort wurden sie von der Begleiterin der Senatorin mit verschiedenen Getränken, Gebäck und Obst bewirtet, und sogar der finster blickende Mann fand einige freundliche Wort für die Rhommamoolianer.

Nachdem sie einigermaßen in der Hotelsuite angekommen waren, forderte Paavo Norah und Syssk auf, von den Geschehnissen im Osarian-System zu erzählen, wobei R3 die passenden Holos und Daten projizierte.

Es dauerte bis spät in die Nacht, bis die Abgesandten ihre Geschichte erzählt hatten und die Senatorin schwieg erst eine Weile.

„Ich bewundere Ihr Volk für seinen Widerstandsgeist, und Sie für Ihren Mut diesen langen Weg auf sich zu nehmen, Miss Ahn und Mr. Syssk. Schon alleine deswegen, werde ich mich für Sie einsetzen, auch wenn Ihr Fall nicht wirklich in mein Ressort fällt. Als Vertreterin Naboos habe ich einigen Einfluss im Senat, aber ich kann Ihnen keine schnelle Lösung versprechen. Wir müssen uns darauf gefasst machen, auf Widerstand zu stoßen – es ist einfach sich für sogenannte wichtige Welten wie Bothawui einzusetzen, doch auch Ihre Heimat ist es wert, Beachtung zu finden – schon allein, wie Sie dem Imperium Paroli geboten haben. Versuchen Sie erst, sich von Ihren Strapazen auszuruhen – ich werde für Sie passende Unterkünfte organisieren und wir treffen uns morgen Nachmittag, um alles weitere zu besprechen,“

sagte sie schließlich. Norah und Syssk waren sich nicht sicher, ob die Senatorin ihnen gerade Mut gemacht hatte oder ihnen zu sagen versuchte, dass ihr Fall hoffnungslos war.

„Sie hat recht, ihr beiden müsst ausgeruht sein, wenn ihr diesen Höllenritt durch die Mühlen republikanischer Bürokratie mitmachen wollt,“

zwinkerte Paavo ihnen zu, und verließ mit ihnen alsbald das Grandhotel. Norah und Syssk wollten in seiner Nähe bleiben, so dass die Senatorin ihnen Unterkünfte in derselben Pension verschaffte, wo sie gespannt den nächsten Tagen entgegen fieberten.

Die Senatorin war noch lange auf den Beinen, um einen Vorabbericht an Aktis T’kla, den Vorsitzenden des Flüchtlingsausschusses zu verfassen und diesen noch am selben Abend verschickte.

[Mon Calamari – Coral City Grandhotel – Suite der Senatorin Peppi Moss] Paavo Gys, Norah Ahn, Syssk, R3-C3 (NPCs)

 
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[Mon Calamari – Coral City Grandhotel – Suite] Peppi allein

Als Paavo sich mit seinen rhommamoolianischen Landsleuten und dem Astromech verabschiedet hatte, schwirrte Peppi der Kopf. Nicht so sehr wegen den reichhaltigen Informationen über eine vom Imperium und von einem missgünstigen Nachbarn bedrohte Welt, sondern eher, weil die Tragweite dieses Falls schier unübersehbar war.

Die Jedi-Mission nach Alzoc III zu veranlassen war zwar eine recht stressige, aber dennoch zu bewältigende Angelegenheit gewesen. Aber dieser Rhommamool-Konflikt spielte auf einem ganz anderen Level – Paavo, Norah Ahn und Syssk baten sie darum, dass die Neue Republik sich in die Zankereien zweier vergleichsweise unbedeutender Imperiumswelten einmischte. Das Osarian-System befand sich nicht einmal an der Grenze zum neutralen oder republikanischen Raum, sondern in tiefstem Imperialem Gebiet.

Doch konnte sie diese tapferen Leute auf deren kargen Wüstenplaneten einfach ihrem Schicksal überlassen? Wie sie es auch drehte und wendete, die Antwort auf diese Frage war immer wieder ein klares Nein. Würden sich allerdings Senat und Kanzler Qúun wieder so leicht überzeugen lassen, dass man Rhommamool helfen musste? Keineswegs, lautete ihre eigene Antwort. Die Alzoc III-Mission hatte Peppi fast im Alleingang durchgesetzt, doch diesmal würde es nicht so einfach gehen – sie brauchte jede Hilfe, die sie bekommen konnte.

Zunächst schrieb sie einen Vorab-Bericht an Aktis T’kla, Vorsitzenden des Flüchtlingsausschusses – sie baute auf die Erfahrung und Weisheit des alten Caamasi, und dass er hoffentlich einflussreich genug war, damit sie nicht gleich im Vorfeld scheiterte. Darüber hinaus bat sie ihn um ein persönliches Gespräch.

Eine zweite Nachricht ging an ihre Kollegin und Freundin Alyssa Valan, Senatorin von Bandomeer. Zwar hatte diese wie Peppi nur wenig Erfahrung in ihrem neuen Amt, aber zu zweit konnten sie mehr erreichen.


*** Com-Nachricht an Alyssa Valan von Peppi Moss ***
**Verschlüsselungsstufe: hoch:**​
Liebe Alyssa,

bitte sei mir nicht böse, wenn ich dich mit einem besonderen Anliegen überfalle, aber ich brauche deine Hilfe.

Gerade hatte ich Besuch von zwei Abgesandten, die aus dem Osarian-System, welches im imperialen Raum liegt, geflohen sind. Ihre Welt ist ein karger Wüstenplanet, auf sie sich schon lange Zeit gegen die Vorherrschaft ihrer Nachbarwelt Osarian wehren müssen. Darüber hinaus hat eine imperiale Streitkraft in diesen Konflikt eingegriffen, die sie aber glücklicherweise zurückschlagen konnten. Doch jetzt ist Rhommamool von jeglicher Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln abgeschnitten, da Osarian ihnen den selbständigen Zugang zu diesen Gütern verwehrt hat.

Die Rhommamoolianer haben niemanden, der sich für sie einsetzt und ich bin der Meinung, dass hier die Neue Republik handeln muss. Ich übersende dir anliegend einen Kurzbericht, den ich auch an den Vorsitzenden des Flüchtlingsausschusses Aktis T’kla geschickt habe, damit du dir ein Bild von der Lage machen kannst. Lies ihn doch bitte durch, und lass uns morgen Mittag treffen und darüber sprechen. Ich hoffe sehr, dass du mir helfen kannst.

Liebe Grüße,

Peppi
*** Com-Nachricht Ende ***​



In dieser Nacht fiel es ihr nicht leicht, einzuschlafen. Vor ihrem geistigen Auge sah sie sich vor dem Senat stehen, der sie für ihr Vorhaben schallend auslachte – allen voran Kanzler Qúun, der ihr eine Auszeichnung für den Idioten des Jahres, nein des Jahrtausends, verlieh. Wenn sie daran dachte, wie der Einsatz für die Befreiung von Bothawui quasi durchgewunken wurde und alle hohen Militärs auch noch Orden und Beförderungen erhalten hatten, wurde sie wütend.

Bothawui hatte schon zu den Zeiten vor der imperialen Besatzung eine wichtige Rolle für die Republik gespielt – doch wenn sie Rhommamool und Osarian damit verglich, hatte dieses System so gut wie nichts zu bieten. Rhommamool war eine Bergbauwelt, doch der Anteil an seltenen Erzen und Metallen war durchwachsen – Osarian war vielleicht als Urlaubsziel recht interessant, wenn man von der regimeartigen Regierung absah – und davon, dass dort ein imperialer Gouverneur seinen Sitz hatte. Nur die Lage des Systems am Corellian Run war recht vorteilhaft, aber sonst fiel Peppi nichts ein, was sonst noch für ein Eingreifen der Republik sprach. Vielleicht hatten Vorsitzender T’kla und Alyssa noch ein paar zündende Argumente.

Mit diesem Hoffnungsschimmer gelang es Peppi endlich zur Ruhe zu kommen und schlummerte ein, obwohl ihr klar war, dass die nächsten Tage alles andere ruhig sein würden.

[Mon Calamari – Coral City Grandhotel – Suite] Peppi allein
 
@~}~ Calamari-System ~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Auf dem Dach der OriganCorp. ~ allein nahe der "Metathron" ~{~@

Konsulin Lili Blanche stand auf dem Dach der OriganCorp. und schaute auf die wunderschöne Stadt Mon Calamari hinunter, die, im Licht der frühen Sonne und vom unendlichen Meer umrandtet, ganz unschuldig aussah. Eng in ihre schwarze Strickjacke gewickelt blickte die Konsulin auf die gerade erwachende Stadt hinunter. Der kühle Wind bließ ihr angenehm ins Gesicht. Nur an ihren Fingern war ihr kalt. Jeden Augenblick würde Allysson zu ihr kommen, um sie an Bord zu geleiten. Unglaublich welche emotionale Reise sie durchlebt hatte: Der Flug, die Senatssitzung, die Entlarvung des Spions. Es kam ihr vor, als hätte sie nicht einen Monat, sondern vielmehr ein ganzes Jahr auf Mon Calamari verbracht. Sie war erschöpft. Sie sehnte sich nach ihrem Geburtsplaneten. Und diesen würde sie bald wiedersehen. Ihre Reise sollte sie wegführen von dem Planeten, auf dem sich nun das Herz der Republik befand, um die frohe Botschaft über den Beitritt Haruun Kals zu diesem demokratischen Planetenbund mit ihrer Rückkehr in die Heimat zu besiegeln und im Parlament einen Senator für den republikanischen Senat zu wählen. Doch warum nur konnte sich Lili nicht diesem Glücksgefühl hingeben, dass auf Haruun Kal soviele offenbar von einem Moment auf den anderen erfasst hatte? Wieso wurde sie das Gefühl nicht los, dass es letztlich doch wieder Krieg für Haruun Kal bedeuten sollte, wo sie doch kamen, um den Krieg abzuwenden? Vielleicht weil noch soviele Fragen offenstanden.

Wer steckte hinter den Überfällen vermeintlich korunnaiischer Terroristen? Wo war das mysteriöse Holovideo hergekommen, dass die Verstrickungen des Imperiums in die Attacken belegte? Wer hatte die Mission nach Mon Calamari sabotiert und Biggs Wedge getötet? Sollte tatsächlich Chan Hutok ein Spion und Attentäter sein? Was konnte seine Motive gewesen sein? Wer war für das Verschwinden der Konsule Giles und Tezác verantwortlich, wenn ihnen denn wirklich etwas zugestoßen war? War ihr Beitritt zur Republik vielleicht zu übereilt gewesen? Hatten sie sich damit vielleicht in einen intergalaktischen Krieg gestürzt, ohne zu wissen, worauf sie sich da einließen? Hatten sie die Stabilität Haruun Kals vielleicht auch unterschätz und war die Solidarität des Volkes stärker, als das ein paar Terroristen sie hätten erschüttern können. Auf all diese Fragen hatte Lili keine Antwort.

Lili zog den schwarzen Stoff noch dichter um sich, faltete die Hände mit dem Stoff dazwischen vor ihrer Brust zusammen. Aus irgendeinem Grund kam ihr eine alte Sage wieder ins Gedächtnis, die sie in ihrer Kindheit auf Coruscant erzählt bekommen hatte. Es war eine ihrer Lieblingsgeschichten gewesen. Der junge Kriegerin Mono flüchtete darin aus ihrem Königreich, dass von einer unbekannten Armee geplündert und zerstört wurde, um in einem fremden Land einer alten Prophezeihung nachzujagen. Laut der Überlieferung gab es dort einen Geist, der einem jeden Wunsch erfüllen mochte. So sollte die Zeit zurückgedreht und das Königreich gerettet werden. Unerschrocken suchte Mono also diesen Geist auf und versprach ihm, in seinem Namen sieben furchterregende Giganten zu erschlagen, allesammt schreckliche Ebenbilder der grausigsten Kreaturen, die die Welt gekannt hatte. Im Gegenzug versprach der Geist ihr einen allmächtigen Wunsch zu erfüllen. Mono aber blieb furchtlos und ihr Wille kannte keine Grenzen. So erschlug sie ein Ungeheuer nach dem anderen. Als sie jedoch den siebten Giganten erschlagen hatte und auf die Erfüllung ihres allmächtigen Wunsches hoffte, wurde ihr erst die Entsetzlichkeit ihres Handelns bewusst. Durch die Tötung der Riesen hatte sie ein Bannsiegel gebrochen, welches den Geist mit seiner ganzen Kraft befreite. Voller Hohn und falscher Dankbarkeit verschlang er Mono, bevor diese über ihre große Schuld zu klagen imstande war, und machte sie somit zu einem Teil von sich. So ließ er sie letztlich an seiner Allmacht teilhaben, als er der Schrecken der Nacht wurde und die Welt in Dunkelheit stürzte. Nun, eigentlich keine tolle Geschichte für Kinder, dachte sich Lili mit einem schwachen Lächeln.

Hoffentlich sollte sich ihr Geschichte nicht als fürchterliche Parallele zu Monos Schicksal erweisen, indem sie durch ihre Reise hierher nicht ein fürchterliches Unheil über Haruun Kal gebracht hatte. Doch sie konnte nun kaum mehr tun, als zu hoffen und weiter nach besten Wissen und Gewissen zu handeln. Verträumt schaute Lili noch auf die Dächer Coral Citys, als Allys Hand sie an der Schulter berührte.


"Es ist soweit, Lili. Wir starten."

sagte Ally, Lilis Getreue Garde, und die Konsulin folgte ihr ohne ein Wort auf die Metathron. Erst als sie drinnen waren, strich sich Lili nachdenklich übers Gesicht und versuchte alle Gedanken zu ortnen. Hatten sie auch nichts vergessen?

"Alle Vorbereitungen abgeschlossen? Sind die Ärzte noch mit allem fertig geworden?"

"Ja, sämtliche medizinische Geräte sind untergebracht und der Doktor, den uns Senator Origan freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, hat bereits Biggs ehemaliges Quartier bezogen. Es ist zwar klein und ist gewiss besseres gewohnt, aber für den Flug wird er es schon aushalten. Zudem er sich ja sowieso die meiste Zeit über in Lagerraum zwei aufhalten wird. Zum Glück hat alles reingepasst. So hat er immernoch genug Platz, um sich zwischen allen Geräten hin und her zu bewegen und ein Auge auf die Patienten haben kann. Adjutant Chesney Eagles Verbrennungen im Gesicht und auf der Brust waren zwar schwer, doch ist es durchaus möglich, dass er noch während des Fluges aufwachen könnte. Was Copiloten Tam und Emmah dürften noch nicht soweit sein. Sie fehlt uns zwar als Garde und noch mehr als Mensch, aber wir müssen wohl weiterhin ohne Emmah auskommen."


Lili nickte und knetete die Hände. Sie sah noch ein letztes Mal hinaus, als sich die Laderampe hochzog und sich somit die Tür nach Mon Calamari schloß.

"Der Senator ist uns wirklich eine große Hilfe gewesen. Schade, dass er heute nicht hier sein konnte, aber er es ist gut zu wissen, einen so guten Verbündeten unter den anderen Senatoren zu haben. Haruun Kals Senator hat großes Glück."

"In der Tat."


erwiderte Ally und zeigte ein wissendes Lächeln, dass Lili allerdings nicht zu deuten vermochten. Ungestört fuhr sie noch einmal mit ihren Überlegungen fort.

"Captain Reynolds fühlt sich für den Flug fit?"

"Er ist sogar voller Elan. Sicher hat er bereits großes Heimweh - auch wenn das ein wenig ungewöhnlich für einen Piloten ist aber ... naja. Adjutantin Reaver macht den Copilot - dafür ist sie ausreichend qualifiziert. Übrigens: Konsul Suit ist bereits vor einer halben Stunde in sein Quartier gegangen und will den Flug über nicht gestört werden."

"Danke, Ally. Ich bin etwas besorgt wegen seinem Verhalten. Irgendwie habe ich das Gefühl ... da stimmt was nicht."

"Was meint ihr?"

"Kann ich nicht genau sagen. Natürlich war er schockiert über Hutoks mutmaßlichen Verrat, aber ... ach ich weiß auch nicht. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein. Lass uns hoffen, dass entweder Hutok der Attentäter ist, oder das wir ihn irgendwo hier gelassen haben. Beim Geist von Großvaters Schulter."


"Allerdings."

meinte Ally und nickte verständnisvoll, erwiderte aber den alten Korunnai-Vers nicht, da sie sich seit langem von der religiösen Tradition der Dschungelbewohner gelöst hatte. In Zeiten großes Stresses kamen diese Relikte in Lili jedoch immer wieder hervor.

"Ist Hutok sicher verstaut?"

"Natürlich. Ich hatte letztlich doch keine Wahl als ihn in einen der Ersatzkäfige der Akks zu befreien. Die sind immerhin groß genug für ihn, sodass nicht schon die Reise selbst zur Folter für ihn wird."


"Ich verstehe. Nochmal Danke, Ally. Ich werde dann auch mal in mein Quartier verschwinden. Ich werde nochmal versuchen Colonel Shepard zu erreichen. Vielleicht gibt es Neuigkeiten. Hab du ein Auge auf das Schiff, ja?"

"Das werde ich, Lili."

sagte Ally gutmütig und schaute ihrer Konsulin nach, als diese um die Ecke verschwand.

Langsam hob die "Metathron" vom Dach der OriganCorp. ab, schwebte langsam höher und weiter, nur um stetig immer schneller zu werden und schließlich wie ein Pfeil in den Himmel zu scheißen. Alle Autorisierungen waren gegeben, alle Komplikationen beseitigt. Reynolds berechnete den Sprung in den Hyperraum und keine Minute später verschwanden sie aus dem Sichtfeld Mon Calamaris. Das Schiff flog ruhig. Einige ruhten, einige gingen in ihren Kabinen auf und ab. Manche schliefen, manche lagen im Koma. Der Mon Calamarische Arzt machte selbst ein Nickerchen, in seinem Quartier, als die "Metathron" bereits seit etlichen Stunden unterwegs war. So blieb es völlig unbemerkt, als sich plötzlich die Finger des Adjutanten Chesney Eagle bewegten, der gar nicht Adjutant Chesney Eagle war.

@~}~ Calamari-System ~ Hyperraum ~ von Mon Calamari nach Haruun Kal ~ auf der "Metathron" ~{~@

Weiter Weltraum (Republik)
 
[Calamari-System - Calamari - Coral City - Hotelzimmer - allein]

Hana war in ihrem Zimmer und freute sich darauf bald wieder nach Krant fliegen zu können.
Sie zog sich um und ging aus dem Zimmer um etwas spazieren zu gehen und beobachtete das Treiben in Coral City.


[Calamari-System - Calamari - Coral City]
 
~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Hotelzimmer ~ allein

Nach diesem sehr angenehmen und abwechslungsreichen Abend war Alyssa erst spät nachts nach Hause gekommen und sank müde und erschöpft in ihrem Bett zusammen.
Die kleine Bandomeererin hatte kaum fünf Minuten dort gelegen und schon war sie eingeschlafen. Sie tauchte ein in die Tiefen des Traumlandes. Die Senatorin beschloss am nächsten Tag auszuschlafen, obwohl viel Arbeit für sie anstand. Das neue Amt im Flüchtlingsgremium hatte einiges an Papierkram mit sich gebracht und man musste jeden Augenblick damit rechnen, dass Flüchtlinge ankamen.

Aus dem Ausschlafen wurde dann doch nichts, denn die junge Brünette wurde jäh vom Piepen ihres Coms aus dem Schlaf gerissen. Was schon so spät?, murmelte sie benommen vor sich hin, rieb sich anschließend den Schlafsand aus den Augen und gähnte drei vier Mal ergiebig. Dann griff sie nach dem kleinen piependen Gerät und las die angekommene Nachricht.
Sie war von Peppi, ihrer Freundin und Kollegin. Diesmal ging es nicht ums Vergnügen, sondern es stand Arbeit an.


*** Com-Nachricht an Alyssa Valan von Peppi Moss ***
**Verschlüsselungsstufe: hoch:**​
Liebe Alyssa,

bitte sei mir nicht böse, wenn ich dich mit einem besonderen Anliegen überfalle, aber ich brauche deine Hilfe.

Gerade hatte ich Besuch von zwei Abgesandten, die aus dem Osarian-System, welches im imperialen Raum liegt, geflohen sind. Ihre Welt ist ein karger Wüstenplanet, auf sie sich schon lange Zeit gegen die Vorherrschaft ihrer Nachbarwelt Osarian wehren müssen. Darüber hinaus hat eine imperiale Streitkraft in diesen Konflikt eingegriffen, die sie aber glücklicherweise zurückschlagen konnten. Doch jetzt ist Rhommamool von jeglicher Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln abgeschnitten, da Osarian ihnen den selbständigen Zugang zu diesen Gütern verwehrt hat.

Die Rhommamoolianer haben niemanden, der sich für sie einsetzt und ich bin der Meinung, dass hier die Neue Republik handeln muss. Ich übersende dir anliegend einen Kurzbericht, den ich auch an den Vorsitzenden des Flüchtlingsausschusses Aktis T’kla geschickt habe, damit du dir ein Bild von der Lage machen kannst. Lies ihn doch bitte durch, und lass uns morgen Mittag treffen und darüber sprechen. Ich hoffe sehr, dass du mir helfen kannst.

Liebe Grüße,

Peppi

*** Com-Nachricht Ende ***​

Angehangen an die Nachricht war noch ein Kurzbericht über die derzeitige Lage, den sie sich umgehend durchlas. Sie nickte zustimmend, während sie den Text überflog. Die Gungan hatte Recht es musste etwas getan werden und Alyssa machte sich sofort an das Tippen einer Antwort für die Senatorin Naboos.


~ codierte Nachricht an Peppi Moss von Alyssa Valan ~
~ Sicherheitsstufe: "hoch" ~​
Liebe Peppi,

ich bin dir nicht böse, wenn du mich mit irgendwas überfällst. Ich habe den Kruzbericht gleich nach dem Erhalt der Nachricht ausführlich gelesen. Und ich muss sagen, dass die Schilderungen erschreckend sind. Ich stimme dir voll und ganz zu, dass etwas unternommen werden muss.
Hat sich der Vorstizende Aktis T'kla schon geäußert? Egal wie er sich äußern sollte, ich stehe voll und ganz hinter dir, denn Freundinnen und Kolleginnen stehen füreinander ein und unterstützen sich gegenseitig.

Wo schlägst du vor sich am besten zu treffen, um eine solch wichtige Angelegenheit zu diskutieren?

Liebe Grüße Alyssa
~ Nachricht Ende ~​

Wenn sie nachher pünktlich zum Meeting mit der Gungan wollte, musste sie sich jetzt ein wenig beeilen. Ab unter die Dusche und dann schnell etwas essen. Anschließend suchte sie noch ein paar Informationen über den Planeten und versuchte Argumente zu finden, warum es wichtig sei, diesen Planeten jetzt zu unterstützen. Sie wartete auf eine Antwort von ihrer hochgewachsenen Freundin, die ihr den Treffpunkt zusenden wollte, bevor sie losgehen würde.


~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Hotelzimmer ~ allein
 
[Mon Calamari – Coral City Grandhotel – Suite] Peppi, Coralie Mazelle(NPC)

Am nächsten Morgen wurde Peppi beim Frühstück von ihrer Assistentin Coralie zwei Nachrichten vorgelegt, die über Nacht auf ihrem Com eingangen waren. Sie hatte es ihr absichtlich mitgegeben, um wenigstens ungestört durchschlafen zu können.

„Senatorin Valan hat sofort auf deine Anfrage geantwortet, und die Nachricht aus Aktis T’klas Büro ist heute früh eingetroffen. Das ging ungewöhnlich schnell,“


meinte die Naboo dazu, während sie zusammen die Termine für den heutigen Tag durchgingen.

„Ich weiß, aber umso schneller, umso besser. Du hast es ja selbst von den Rhommamoolianern gehört, wie verzweifelt ihre Lage ist,“

erwiderte die junge Gungan seufzend. Sie hatte immer genug zu essen und zu trinken und lebte in einer angenehmen Umgebung, während woanders schon ein Glas frisches Wasser purer Luxus war. Sie wagte es gar nicht, sich vorzustellen, auf wie vielen Welten ebenfalls Nahrung und Wasser knapp waren und wo die Bewohner unter einem ungerechten Regime zu leiden hatten.

Aus den Erzählungen von Paavo, Norah Ahn und Syssk glaubte sie herausgehört zu haben, dass dieser Bürgermeister und Revolutionsführer Branno zwar nicht wirklich eine blütenreine Weste hatte und seine Methoden auch nicht gerade die feinsten waren – andererseits, so überlegte sie weiter, was für eine Wahl hatten die Rhommamoolianer schon. Vielleicht aber könnte der Einfluss der Neuen Republik zu doch etwas zivilisierteren Zuständen führen, wenn es zu einem erfolgreichen Eingreifen käme.

Zu diesem Zeitpunkt stand sie jedoch erst einmal relativ alleine auf weiter Flur. Der Vorsitzende Aktis T’kla hatte sie für halb elf zu einem Gespräch in sein Büro geladen, so dass sie erst einmal Alyssa antworten musste.

*** Com-Nachricht an Alyssa Valan von Peppi Moss ***
**Verschlüsselungsstufe: hoch:**​
Liebe Alyssa,

danke, dass du mir helfen willst. Ich habe um 10:30 einen Termin bei dem Vorsitzenden T’kla in seinem Büro – ich weiß nicht, wie lange dieses Gespräch dauern wird, aber ich denke, wir treffen uns am besten im Café in der Senatslobby. Wäre 13:00 okay?


Liebe Grüße,

Peppi

*** Com-Nachricht Ende ***​

Um halb zehn brach Peppi auf und holte unterwegs Paavo Gys, Norah Ahn und Syssk ab, um sie zu dem Gespräch mitzunehmen. Zwar waren die flüchtigen Rhommamoolianer nicht zu dem Gespräch eingeladen, aber so würde der Vorsitzende aus erster Hand erfahren, was geschehen war und sie könnten die Dringlichkeit eines Eingreifens der Neuen Republik deutlicher machen, als es ein Bericht aus zweiter Hand könnte. Darüber hinaus traute sie Miss Ahn und Mr. Syssk zu, dass sie sie dem Druck einer eingehenden Befragung durch offizielle Stellen nervlich besser gewachsen waren, als die hochsensiblen Clanführer der Talz.

Sie betrat zunächst alleine das Büro von Aktis T’kla, dem Vorsitzenden des Flüchtlingsausschusses. Wie schon beim ersten Zusammentreffen, verströmte schon allein die Anwesenheit des älteren Caamasi Ruhe und Zuversicht, und auch seine Reaktion auf ihr Anliegen fiel recht positiv aus, so dass sie auf ihre wartenden Begleiter zu sprechen kam.

„Mr. T’kla, die beiden Boten von Rhommamool, ich habe sie hierher mitgebracht, wie auch Mr. Gys, der zur Führungsriege der Widerstandsbewegung gehört. Ich dachte mir, dass sie selbst die Situation im Osarian-System schildern sollten,“

sagte sie schließlich und versuchte in T’klas fremdartigem Gesicht eine Reaktion abzulesen. Doch der ältere Caamasi nickte nur.

„Bitte, sie können hereinkommen. Wenn die Lage dort wirklich so verzweifelt ist, wie Sie mir erzählen, wäre es aufschlussreich, mir auch die Betroffenen anzuhören,“

erwiderte er freundlich und wies seinen Assistenten an, die drei Rhommamoolianer in das Büro zu bringen, worauf Peppi erleichtert aufatmete. Miss Ahn und Mr. Syssk schauten sich zwar misstrauisch um, zeigten aber keinerlei Anzeichen von Nervosität oder einem Mangel an Selbstvertrauen.

Sie bat zunächst Paavo, den dresselianischen Widerständler um eine kurze Schilderung der Geschehnisse, die zu seiner Flucht aus dem Osarian-System führte, während die Menschenfrau und der Trandoshaner, unterstützt von ihrem Droiden, von der osarianischen Blockade und der Auseinandersetzung mit der imperialen Fregatte erzählten.

Der Vorsitzende schwieg für einen Moment, nachdem er noch einmal aus dem Mund der Betroffenen einen Abriss der Vorfälle gehört hatte, bevor er Peppi und den Rhommamoolianern seine Einschätzung mitteilte.

„Ich möchte Ihnen allen keine falschen Hoffnungen machen. Ein solcher Einsatz würde für die Neue Republik ein enormes Risiko bedeuten – und das Attentat auf den osarianischen Premierminister wirft kein besonders gutes Licht auf die Lauterkeit der rhommamoolianischen Regierung, zumal Bürgermeister Branno zu den Hauptdrahtziehern gehört. Das könnte durchaus als Hinderungsgrund gewertet werden, wenn man Ihnen Steine in den Weg legen will, Senatorin Moss.

Allerdings möchte ich Sie nicht entmutigen – die Neue Republik könnte in diesem Fall dem Rest der Welten unter imperialer Herrschaft zeigen, dass es sich lohnt sich gegen die Unterdrückung aufzulehnen, dass die Demokratie diejenigen unterstützt, die nach Freiheit und Gerechtigkeit streben.

Darüber hinaus können Sie auf die Vorteile hinweisen, die ein befreites Rhommamool der Republik bieten könnte – mir ist bewusst, dass es genug Welten mit ähnlichen Rohstoffvorkommen gibt, aber Sie müssen mit diesen wenigen Pluspunkten hausieren gehen und sie in das beste Licht stellen.

Ich werde Sie dahingehend unterstützen, als dass ich in Zusammenarbeit mit Ihnen einen Antrag an den Senat formulieren werde. Das bedeutet für Sie zusätzlich, dass Sie Ihre Kollegen von der Notwendigkeit eines Eingreifens überzeugen müssen – wann auch immer sich die Gelegenheit bietet, machen Sie Werbung für die Sache Rhommamools, sonst werden Sie kaum jemanden finden, der für den Antrag stimmt,“

riet der Vorsitzende der Gungan-Senatorin, dessen Ansichten sie durch ein Wechselbad der Gefühle gejagt hatten.

„Das ist mehr als ich erhofft hatte, Herr Vorsitzender. Ich danke Ihnen jetzt schon für Ihre Hilfe – es muss einfach klappen, und wenn ich dafür selbst nach Rhommamool gehen muss,“

erwiderte Peppi voller Tatendrang – T’klas Worte hatten die letzten Zweifel ausgeräumt und sie wirklich ermutigt, weiterzumachen. Ihr war klar, dass sie auf viele Widerstände treffen würde, doch sie wusste nicht, welche auf sie zukommen würde und beschloss, sich erst Gedanken darüber zu machen, wenn es soweit war.

Der Vorsitzende machte mit ihr einen weiteren Termin zur Antragsausarbeitung aus.

„Und falls Sie doch noch einen weiteren Besucher mitbringen wollen, sagen Sie bitte vorher Bescheid,“

spielte er nicht unfreundlich auf die heutigen Überraschungsgäste an.

„Ich werde es mir merken, Herr Vorsitzender. Vielen Dank für Ihre Zeit und für Ihre Hilfe,“

bedankte sich Peppi.

„Nichts zu danken – Sie sind eine engagierte junge Politikerin, wie man sie sich für die Ziele der Republik nur wünschen kann und verdienen die entsprechende Unterstützung,

sagte T’kla bescheiden und verabschiedete sich mit ebenso freundlichen Worten von Paavo Gys, Norah Ahn und Syssk, was die beiden letzteren doch etwas verlegen machte.

Die Unterredung mit dem Vorsitzenden hatte fast zweieinhalb Stunden gedauert, so dass Peppi gerade noch rechtzeitig zur ihrer Verabredung mit Alyssa kam, nachdem sie für die Rhommamoolianer Akkreditierungen für den Zugang in das abgesicherte Senatsgebäude erwirkt hatte.

Sie stellte ihr die drei Rhommamoolianer vor und erklärte ihr, was sie mit Aktis T’kla besprochen hatte.

„Das bedeutet, wir müssen wirklich jedem auf die Nerven gehen, den wir kennen – und auch diejenigen, die wir noch nicht kennen. Wärst du denn bereit so etwas zu tun? Ich weiß, dass es sehr anstrengend sein wird, doch wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir da durch,“

warnte sie ihre Freundin vor, während sie in dem Café zusammen saßen und einen kleinen Imbiss zu sich nahmen.

„Der Vorsitzende hat bereits angesprochen, was man als Argument für ein Eingreifen anführen könnte – ich finde allerdings, dass das alles ein wenig dünn klingt. Ist dir in der Zwischenzeit noch etwas eingefallen?“,

fragte sie sie gespannt.

[Mon Calamari – Coral City, Senatsgebäude – Café in der Lobby]
Peppi, Alyssa, Paavo Gys, Norah Ahn, Syssk (NPCs)
 
~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Hotelzimmer ~ allein

Lange musste die junge Senatorin nicht auf eine Antwort ihrer Kollegin und Freundin warten. Ihr Comm meldete sich, als sie aus der Dusche kam, sie schaute hinauf und las die Nachricht von Peppi.

*** Com-Nachricht an Alyssa Valan von Peppi Moss ***
**Verschlüsselungsstufe: hoch:**

Liebe Alyssa,

danke, dass du mir helfen willst. Ich habe um 10:30 einen Termin bei dem Vorsitzenden T’kla in seinem Büro – ich weiß nicht, wie lange dieses Gespräch dauern wird, aber ich denke, wir treffen uns am besten im Café in der Senatslobby. Wäre 13:00 okay?


Liebe Grüße,

Peppi

*** Com-Nachricht Ende ***​

Es blieb ihr also noch ein wenig Zeit, bis Alyssa zum Senatsgebäude aufbrechen musste. Sie frühstückte noch in Ruhe und lies einen Hoteldiener für sie ein Schwebetaxi bestellen. Die kleine Brünette zog sich ihre Senatorenrobe an und wurde kurz daruaf kontaktiert, dass ihr Taxi da sei. Sie fuhr mit dem Aufzug zur Hotellobby und gab ihre Schlüsselkarte an der Rezeption ab. Die Senatorin verließ das Hotel und stieg in das Taxi.
"Zum Senatsgebäude, bitte.", bat sie den Taxifahrer, einen Quarren.

Der fuhr sogleich los und kaum 25 Minuten später erreichte sie das Gebäude, wo sich die Politiker der Neuen Republik trafen und Wortgefechte führten. Alyssa bezhalte den Taxifahrer und begab sich sogleich in die Lobby, wo sie auf die Gungan wartete. In der Zwischenzeit, studierte sie noch einmal ausgiebig die Informationen über Rhommamool. Der Planet war eine Minenwelt, ob das als Argument reichte? Wohl eher nicht! Da kam ein ganzes Stück Arbeit auf die beiden zu.

Pünktlich wie eh und je kam Peppi, im Schlepptau drei weitere Personen, zum vereinbarten Treffen. Den Dresselianer hatte sie schon einmal gesehen. Die anderen beiden kannte sie nicht, es war eine Menschenfrau und ein Trandoshaner. Sie umarmte die Senatorin Naboos und begrüßte dann die drei anderen Personen. Die brünette junge Frau ging davon aus, dass es sich bei ihnen um rhommanoolianische Flüchtlinge handelte. Dies bestätigte sich, als die Gungan sie vorstellte.

"Und was hat Aktis T'kla gesagt?", wollte sie von ihrer Kollegin wissen, woraufhin Peppi ihr alles erklärte. Natürlich legte sie ihr auch sofort die Folgen offen.

„Das bedeutet, wir müssen wirklich jedem auf die Nerven gehen, den wir kennen – und auch diejenigen, die wir noch nicht kennen. Wärst du denn bereit so etwas zu tun? Ich weiß, dass es sehr anstrengend sein wird, doch wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir da durch.“

"Das sollte kein Problem sein", sicherte Alyssa ihrer Kollegin ihre Unterstützung zu.

„Der Vorsitzende hat bereits angesprochen, was man als Argument für ein Eingreifen anführen könnte – ich finde allerdings, dass das alles ein wenig dünn klingt. Ist dir in der Zwischenzeit noch etwas eingefallen?“, fragte Senatorin Moss.

"Ja, du hast Recht und das ist mir auch schon aufgefallen, dass der Planet außer den Minen, also den Rohstoffen nicht sonderlich viel zu bieten hat, was die Republik interessieren könnte, beziehungsweise, was wir als stichhaltiges Argument verwenden können.", sie war sich ziemlich sicher, dass sie sich mit ihrer Aussage unbeliebt gemacht hatte, was sie bei den Rhommamoolianern nicht sonderlich sympathisch machte.

"Peppi, mir kommt da gerade eine Idee. Können wir so weit gehen und die drei Flüchtlinge vor dem Senat sprechen lassen und sie die Lage schildern lassen, vielleicht lassen sich die eiskalten Senatorenherzen ja dadurch etwas mehr erweichen? Nur können wir so weit gehen?", wenn das ginge, wäre das ein kleines Fünkchen Hoffnung. Eine bessere Idee fiel ihr zu diesem Zeitpunkt nicht ein.

"Ich würde sagen, dass dies mit unser einziger Versuch ist.", dabei setzte sie einen hoffnungsvollen Blick auf, den sie den drei Rhommamoolianern schenkte, um ihnen zu zeigen, dass sie nicht, wie die kaltherzige Mehrheit der Politiker war, die es zu überzeugen galt.


~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Senatsgebäude ~ Café in der Lobby ~ Alyssa mit Peppi, Paavo Gys, Norah Ahn und Syssk (NPCs)
 
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