Naboo

(Jedi Orden / Cheetah)

- Naboo – Theed – Park gegenüber dem Friedensring – Mit Cris und Tionne -

Beinahe lautlos trat Cheetah aus dem Gebüsch hervor. Es war dunkel, doch ihre gelben Augen leuchteten im Schein der wenigen Lampen, die, in großzügigen Abständen verteilt, ihr schwaches Licht auf die Fußwege der Parkanlage warfen. Cris Sheldon war nicht alleine gekommen. Wie angekündigt, befand er sich in Begleitung einer noch recht jungen Polizistin. Trotz der Dunkelheit erkannte Cheetah sie wieder. Sie war Teil des Einsatzkommandos gewesen, das die Kellergebäude der Schule gesichert hatte. Captain Trineer hatte sie für ihr unpassendes Schuhwerk gescholten. Wie es schien, hielt sie nicht viel von den Vorgaben ihrer Vorgesetzten.

“Das ging schneller, als ich erwartet hatte.“

Beim Absenden ihrer Nachricht an Sheldon hatte Cheetah nicht gewusst, wo er sich in diesem Moment aufhielt. Theed war keine Kleinstadt und auch, wenn der Verkehr hier längst nicht so dicht war wie in Metropolen wie von beispielsweise Coruscant oder Taris, konnte es eine Weile dauern, um von einem Stadtteil zum anderen zu gelangen. Die Jedi studierte den Agenten des Geheimdienstes.

“Sie haben Sich beeilt.“

Stellte sie fest. Von Sheldon ging eine haarsträubende Unruhe aus.

“Ich stimme dem zu, was Sie in Ihrer Nachricht erwähnten: eine neutrale Sichtweise auf die Geschehnisse kann nur von Vorteil sein.“

Für einen Moment ließ die Cathar die Worte, die von Sheldon selbst stammten, für sich stehen.

“Miss Cortina ist aus dem Wohnhaus der Trineers entführt worden. Waren Sie darüber bereits informiert?“

Ihr Blick hatte ihn fixiert. Seine Gefühle verrieten ihn. Cris Sheldon war ihr als zuverlässig und fähig beschrieben worden, doch es war kein Zufall, dass Cheetah mit dem Verschwinden der Journalistin begann. Sie wusste, dass die beiden Menschen sich näher kannten. „Es ist kompliziert.“, hatte Noa Cortina nur gesagt, ohne mehr ins Detail zu gehen. Damit war Cris Sheldon nicht weniger in seiner Objektivität beeinträchtigt als Captain Trineer selbst.

“Was ich weiß ist, dass Miss Cortina sich zum Zeitpunkt ihres Verschwindens im Haus der Trineers befunden hat. Das Wohnzimmer war in Teilen verwüstet. Die Spuren deuteten auf eine gewaltvolle Auseinandersetzung hin. Interessant ist, dass sich die beiden Sicherheitsdroiden im Ruhemodus befanden.“

Cheetah schüttelte den Kopf.

“Als ich am Haus ankam, waren sie wieder voll funktionstüchtig und alle drei waren wie vom Erdboden verschluckt: Captain Trineer, Dean Gram und Jules Agathon. Um keinen Alarm durch die Droiden auszulösen bin ich zum Revier gefahren. Dort hatte niemand Meldung von der Captain oder ihrem Team erhalten und niemand konnte sie erreichen.“

Das war die Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse. Die Ermittlungen und die Spurensicherung rund um das Haus der Trineers dürfte sich inzwischen in vollem Gange befinden. Cheetah hatte sich absichtlich von dieser Szenerie distanziert. Die Presse hatte mit reißerischen Zeitungsartikeln dafür gesorgt, dass es nicht besonders gut bestellt war um das Vertrauen in die Jedi. Selbst auf dem Revier hatte sie dies spüren können.

“Sie erwähnten etwas von einer Spur.“

Cheetah sah von Sheldon zu der jungen Polizistin und erteilte ihr damit das Wort.

“Miss Sanders, richtig?“

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Sie hatte zwei Anläufe gebraucht um wieder zu sich zu kommen. Deanna hatte beim ersten kurzen Erwachen, einen Männerschuh gesehen, dann war sie wieder in Dunkelheit versunken. Sie wusste nicht wie viel Zeit seit ihrem ersten Erwachen vergangen war. Jetzt war sie definitiv wach. Im Moment, fehlte ihr die Stärke, die Augen zu öffnen, dafür wurden ihre Ohren um so stärker gefordert. Dumpfes Klopfen, drang an ihr Ohr, und eine Stimme. Deanna konnte nicht
verstehen, was sie sagte...es war eine weibliche Stimme. Und die Stimme klang wütend, die dumpfen Schläge, unterstrichen dies. Als Deanna den Kopf anhob, da hörte all das Geschrei und Geklopfe auf. Was? Die Polizistin öffnete endlich die Augen, um irgend einen roten Faden zu ihren Eindrücken erhaschen zu können.

Und da war er wieder, der Männerschuh. Groß war er, und das Bein an dem Schuh, das in einfachen Jeans steckte, das war mit Seil an ein Stuhlbein gebunden. Deanna seufze, kniff die Augen nochmal fest zusammen, um diesen Schleier aus ihren Sichtfeld zu bekommen. Als es ihr gelang, wollte sie, das der Planet sofort damit aufhörte, sich zu drehen. Es war so unendlich harte Arbeit, nicht in Tränen aus zu brechen. Aldridge. Ihr Sohn saß auf dem Stuhl direkt neben ihr. Er war entsetzlich zugerichtet worden. Sein Gesicht war gezeichnet von Schlägen, und er blutete heftig. Aus einer Wunde, tief und breit in seiner Brust klaffend, sickerte permanent ein langsames und schmales Rinnsaal von Blut. Sein Shirt war völlig durchtränkt, der Stoff seiner Hose, saugte sich in seinem Schoß so langsam aber sicher voll. Der Junge war bewusstlos, nein zumindest kurz davor. Aldridges Augen waren nicht ganz geschlossen. Er starrte auf den Fußboden. Sein auf seiner Brust ruhender Kopf, bewegte sich bei jedem Atemzug kraftlos mit.

"Hey ! Wie gehts dir Dee?"


Jules sprach sie an, riss sie aus ihrem Fokus, und zog sie direkt in die grausame Realität. Deanna ignorierte ihn erst einmal bewusst, obwohl alles in ihr aufspringen wollte, sie wollte ihn dafür zereissen, das er ihren Sohn entführt, und so fürchterlich gequält hatte. Sie wollte ihn dafür zereissen, das er all diese unschuldigen Menschen getötet hatte. Sie wollte ihn dafür zereissen, das er sie die ganze, die ganze verdammte Zeit vorgeführt hatte. Deanna wollte sich dafür zereissen, das sie ihn bis kurz vor Schluss nicht durchschaut hatte. Sie traf eine Teilschuld, an den letzten Morden, weil sie ihn nicht durchschaut hatte.


„Gut. Julian.“


Sprach sie den Mann an, dem sie nicht weniger als Graham vertraut hatte, dann doch noch an. Sie benutzte seinen eigentlichen Vornamen, den die wenigsten kannten, der eigentlich nur in seiner ID Card zu finden war. Sie kannte ihn, diesen Namen, wie den Mann hinter dem Spitznamen. Nein, sie hatte ihn gekannt...wann hatte dieses kalte Monster, ihren besten Freund abgelöst? Es gab keinen Jules mehr.


„Julian?“

Jules schmunzelte, und tippte seinem Sohn, der neben ihm auf dem Boden kniete, auf die Schulter. Donnie? Er hatte den labilen Jungen also manipuliert, und das Blut, das an seinen Händen klebte, an seinem eigenen Sohn abgeschmiert. Die Polizistin, seufzte, setzte sich auf, und bemerkte jetzt, das ihre Hand an ein Leitungsrohr gefesselt war. Es reichte trotzdem, um sich endlich einen klaren Überblick zu verschaffen. Sie kannte die Umgebung, das war ihr Keller, das war ihr Haus. Er hatte offensichtlich einfach abgewartet, bis ihr SWAT Team wieder abgezogen war. Dank des Polizeifunks, war das gar kein Problem.


„Ich nehme an, das er tot ist?“


Sprach sie, mit möglichst sicherer Stimme, als sie Dean Gram erblickte. Ihr bester Offizier,saß genau wie Aldridge gefesselt, auf einem Stuhl. Seine Augen waren weit aufgerissen, in seiner Brust steckte ein Messer. Jules hechtete zu ihm, nahm seinen Kopf in seine Hände, und brachte den Toten morbider weise zum Nicken.

„Ja Ma' am, ich bin tot Ma' am! Aber ich übernehme trotzdem noch all meine Schichten, weil Sie es sind Ma' am!“

Äffte das Böse, das die Haut des alten Jules wie ein billiges Kostüm trug, die dunkle Stimme des jungen Vaters nach.


„Mein Sohn braucht Hilfe, also hol jetzt Verbandszeug.“


In ihrer Stimme lag keinerlei Zweifel, keine Unsicherheit. Sie hatte nur sich, und ihre Stimme, und den festen Willen, ihm ganz sicher nicht die Zügel zu überlassen. Sie würde sein Spiel nicht mitspielen.

„Wieso sollte ich das tun? Und wieso fragst du mich nicht, warum das alles hier passiert?“


Fragte Jules, Deanna viel jetzt, als er sich ihr komplett zuwand, auf, das seine rechte Gesichtshälfte mit Blut besudelt war, ihm fehlte sogar ein großes Stück Ohr. Und an seinem Hals waren Bisspuren zu erkennen. Gut! Er hatte in fremder DNA gebadet! Jemand hatte ihn angegriffen. Aldridges, und auch Deans Münder waren sauber. Jemand anderes......

„Ich werde dir zuhören, wenn du mir meine Bedingungen erfüllst! Wo ist eigentlich Miss Cortina?“

Deanna zog eine Braue hoch, und tippte sich an ihr Ohr, und ihren Hals.

„Sie hatte wohl keine Lust dir zu zu hören? Wo ist sie? Ist sie tot?“


Sie mochte die junge Frau, wäre sie bereits tot, das Diesseits wäre um eine interesante und wertvolle Seele beraubt worden. Überhaubt, dieser Mann hatte kein Recht, sich als Richter über Leben und Tod auf zu spielen. Und als hätte er ihre Gedanken gelesen, verzog sich seine Miene, von diesem entsetzlich dummen Grinsen, zu einer ärgerlichen Fratze.


"Glaubst du wirklich, das die Verhandlungstechniken aus unserem Handbuch, bei mir ansetzen?"

"Ich verhandle nicht mit dir! Ich stelle dir Vorderungen!"


Die Polizistin hob beschwichtigend ihre Hand. Sie durfte jetzt nicht zu weit gehen, der Einsatz, den sie mit Aldridge, Miss Cortina und sich auf den Tisch geworfen hatte, war zu groß, um ihn übermütig zu verspielen.

" Was muss ich tun, nein was kann ich dafür tun, um Verbandszeug, für meinen Jungen zu bekommen? Was muss ich tun, um zu erfahren, was du mit Miss Cortina gemacht hast?"

Und da war er ! Der Triumph blitzte in seinen Augen auf! Deanna hatte ihn am Haken, auch wenn sie dafür jetzt gleich viel bezahlen musste.

"Gib mir deinen Ehering!"

Deanna hatte ihn, seitdem Graham ihn ihr damals angesteckt hatte, nur zum waschen ihrer Hände ab genommen, der ultimative Beweis seiner Liebe zu ihr....sie nahm ihn ohne zu zögern ab, und warf ihm den Ring zu. Vielleicht war er drei Leben wert.

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Um dem Fluch der alles verschlingenden Schwärze zu entkommen, flüchtete sich Noa in Erinnerungen. Sie versuchte sich auf das zu konzentrieren, das sie in ihrem Kopf sah: Positive Erlebnisse, Orte die sie kannte, Personen, die ihr etwas bedeuteten und Tage an denen sie glücklich gewesen war, doch nichts davon wollte sich lange greifen lassen. Kaum hatte sie sie zu fassen bekommen, verschwammen die Bilder in ihrem Kopf wie geschmolzenes Kerzenwachs, zu heiss um es länger in der Hand zu halten und zu flüssig um sich in eine Form pressen zu lassen.

Von einer Stärke zu zehren, die nicht mehr da war, war ein Ding der Unmöglichkeit und Noa, alleine in der Dunkelheit, eingesperrt in ein Loch unter dem Boden, kämpfte darum, die Fassung zu bewahren. Wenn sie nur etwas sähe! Sie schloss die Augen, öffnete sie und schloss sie wieder. Mit geschlossenen Augen war es einfacher, so zu tun, als wäre sie ganz woanders. Wo würde sie sein wollen, fragte sie sich, wenn sie die Wahl hätte? Die Standardantworten wären eine tropische Insel auf einem weit entfernten Planeten gewesen, ein weisser Sandstrand oder ein anderer begehrter Urlaubsort wie die Vergnügungshallen auf Zeltros. Nichts davon klang in diesem Moment für Noa verlockend. Sie war nicht anspruchsvoll. Sie wünschte sich in ihr Bett, unter eine warme Decke, mit einem Heizkissen zu ihren Füßen. War das wirklich schon zu viel verlangt? Sie hätte ihre Klappe nicht so weit aufreissen dürfen. Dass sie zu Teilen selbst Schuld an ihrer Lage war, wusste sie. Sie hatte Jules provoziert, mehrmals sogar. Andererseits ging es Aldridge nicht besser und er hatte sich so fromm wie ein Banthalamm verhalten. Was Noa nicht wusste war, ob Jules sie wirklich umbringen oder ihr nur eine Lektion erteilen wollte. Sie war sich sicher, dass er sie genau so töten wollte wie den Polizeibeamten, den er vor ihren Augen erstochen hatte, doch würde er sie hier und jetzt erfrieren lassen? Etwas in Noa bezweifelte das, wollte es bezweifeln. Zwischen ihnen herrschte ein Machtkampf. Ausgerechnet sie, eine Frau, hatte Jules Paroli geboten und erst seinen Sohn und dann ihn angegriffen. Sie hatte sich stark gefühlt, als sie ihm sein Ohr abgebissen hatte, wie eine Kannibalin, wild und unbezwingbar. Ihre Zähne hatten Fleisch und Knorpel durchtrennt und so widerlich es auch klang, es war der süßeste Geschmack gewesen. Es war ihr Moment der Stärke gewesen, trotz der Fesseln. Für ein paar Sekunden hatte Noa Chanelle Cortina über Jules Agathon triumphiert und er wusste das. Dafür würde er sie leiden lassen und dafür würde er sie töten wollen, von Angesicht zu Angesicht. Er würde zusehen wollen wie sie starb. Vorher aber wollte er sie brechen.


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Deanna war zu lesen wie ein Buch. Sie arbeitete, trotzdem sie neben ihrem blutenden Sohn saß, gefesselt war und absolut keine Kontrolle über gar nichts hatte, routiniert alle Techniken der Deeskalation ab. Wie arrogant von ihr! Sie behandelte ihn wie einen gewöhnlichen Kriminellen? Er war nicht gewöhnlich! Sie war gewöhnlich!


„Ich helfe Miss Cortina gerade dabei, ein bisschen runter zu fahren. Es ist wie du gesagt hast, das Mädchen hat ganz schön Temperament.“

Dieser andere in ihm, der meldete sich ganz kurz, sagte ihm, das da seine beste Freundin saß, Jules wies ihn an endlich für immer den Mund zu halten. Vielleicht würde er endlich komplett sterben, wenn dieser Part der großen Mission endlich vorbei war. Jules konzentrierte sich auf den Schmerz, der gerade durch die Reste seines Ohrs schoss. Der Schmerz war gut, er erdete ihn.

„Sie ist in der Kühlung.“

Erfüllte er ihr, ihren Wunsch nach Information. In ihren Augen blitzte Zorn auf, doch sie lies ihn nicht direkt wieder raus, wie Noa. Welche der beiden Frauen jetzt klüger war, war darhingestellt, am Ende war es aber auch egal. Diesen Blick, genau diesen, den hatte er vor Jahren das letzte mal bei Dee gesehen, damals, als er und sie diesen kleinen Dealer verhört hatten, der ihrer Tochter gestrecktes Spice verkauft hatte. Jules wusste genau, würde sie auch nur einen Schwamm in die Finger bekommen, sie würde versuchen ihn damit zu töten. Julian, sie hatte ihn Julian genannt. Das war das Signal gewesen, sie hatte mit ihm abgeschlossen, sofort, umgehend. Jules hatte Mitleid mit ihr, weil sie nicht wusste, was sie da tat. Ihr war nicht klar, das alles doch nur dazu diente, die Stadt, nein die ganze ehrenwerte Republik, vor großem Unglück zu bewahren.

„Ich nehme an, du hast jetzt einen dritten Wunsch Dee?“


„Sie wird erfrieren. Willst du das wirklich?“

„Neeein, nicht wirklich. Auf der anderen Seite wäre es doch spannend zu sehen, wie lange es dauert , bis sie da drin verreckt.“


Jules ging in sich, Noa Cortina war zu keiner Zeit Teil seines Planes gewesen. Ursprünglich hatte er sie sogar gemocht, mehr als das. Heftig geflirtet hatte sie mit ihm, als sie sich das erste mal gesehen hatten. Der Polizist war sich sicher, das sie sich all zu gern für ihn ausgezogen hätte. Gut das es nie soweit gekommen war. Ihre Narben hätten ihn zum kotzen gebracht. Der Cop überlegte kurz, wie es jetzt weiter gehen sollte. Er beschloss sich Deannas Willen zu beugen, nicht weil sie es wollte, nicht weil sie ihn beeinflussen konnte....es war ein aller letzter Freundschaftsbeweis. Zudem würde es jetzt viel zu viel Zeit kosten, alle direkt zu töten. Er musste langsam aber sicher wieder in die Stadt. Es war garantiert schon aufgefallen, das Gram, Deanna und er weg waren. Er musste sich sehr bald von den Kollegen am Stadtrand finden lassen, zerschunden, schwer am Ohr und Hals, durch einen Lichtschwert Angriff gezeichnet...

„Egal was noch passiert, ich will das du weist, das ich ursprünglich nicht vor hatte, dich zu töten. Aldridge auch nicht, ich mag den Jungen.“


Gab er an, jetzt wo sie für den Moment quasi allein waren. Deanna sah ihn an, als hätte er ihr gesagt, der Himmel wäre Rosa. Er sah tausend Worte auf ihren Lippen, Deanna schwie aber letztendlich, und wittmete sich Aldridge, der wohl endlich registriert hatte, wer da wieder auf den Beinen war. Gott dieser Bengel, groß und breit wie ein Kleiderschrank, aber ängstlich wie ein neugeborenes Shaak. Es wunderte ihn, das er sich die ganze Zeit über so wenig gewehrt hatte. Jules hätte es ihm nichteimal übel genommen, hätte er sich Donnie irgendwann mal gepackt, und ihm den Schädel eingeschlagen. Böse sein konnte er ihm am Ende aber nicht, sein Vater war eben ein emotionaler Waschlappen, und Aldridge hatte diese Schwäche geerbt. Schade. Mikan hätte sich sehr viel heldenhafter verhalten. Jules wand sich endlich von Deanna ab, ging rüber zur Kühleinheit, und öffnete die Boden Abdeckung ohne umschweife. Die eiskalte Luft waberte wie weisser Nebel aus dem Boden, als sie auf die normal temperierte traf.

„Sie sehen erbärmlich aus Miss Noa.“


Bemerkte er schmunzelnd. Die junge Frau zitterte, ihre Haut hatte eine völlig ungesunde Farbe angenommen, ihre Lippen hatten sich verfärbt. Sie war definitiv stark unterkühlt und musste da sofort raus. Jules lies sie drin, und suchte stattdessen in ihren Augen nach dem lang ersehnten Bruch. Er fand ihn nicht.

„Ich helfe Ihnen raus. Ich bin gütig wenn man sich mir gegenüber benimmt wissen Sie?“.


Er ging auf die Knie, streckte beide Hände aus um ihr auf die Beine zu helfen, und zog sie wieder zurück.

„Kommen Sie Liebes! Kommen Sie! Sagen Sie mir endlich, das ich ein Genie bin. Verstehen Sie endlich, das das hier nicht Ihr Spiel ist, sondern meines!“

Hätte der große Aldridge, das Kämpferherz dieser kleinen zarten Frau gehabt, Donnie und er wären verloren gewesen.

„BEI DEN GÖTTERN! JULES! Du bist kein Genie, nur ein Arschloch mit Zugriff auf Polizei Ressorucen. HOL SIE DA JETZT RAUS!“


Meldete sich die andere Frau mit starkem Herzen, aus dem Hintergrund. Jules grinste.


"Jaaa ist ja schon gut Dee.“


Und schon griff er nach ihren Schultern und zog sie irgendwie auf die Beine. Als er sie endlich aus dem Loch gezogen hatte, und sie wie ein abgelegtes Paket vor ihm saß erkannte er es deutlich. Würde sie nicht rasch ihre Körpertemperatur anheben können, sie würde sterben. Ihm viel spontan ein neues Spiel ein. Er setzte sich dicht neben Noa auf den Boden, und breitete die Arme aus. Ohh das war eine tolle Idee.


„Wenn Sie leben wollen Noa....Sie müssen sich nur in meine wärmenden starken Arme begeben. Eine andere Option gibt es nicht. Na soll ich Ihnen helfen?“


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Eis, alles an ihr fühlte sich an wie ewiges Eis, so hart und unkaputtbar wie gefrorener Stein. Und kalt, bitter bitter kalt. Ihre Hände waren taub, als gehörten sie nicht mehr zu ihr. Noa konnte ihre Finger nicht mehr bewegen. Sie fühlte sich wie gelähmt, wie aus einem langen komatösen Schlaf erwacht, als Jules Agathon die Luke über ihr endlich wieder öffnete und sie nach oben zog. Alleine hätte sie es niemals heraus geschafft. Sie zitterte, alles an ihr. Wie zu einem schnellen Tanzlied, dessen Rhythmus niemand kannte, schlugen ihre Zähne immer wieder aufeinander, hölzernd klappernd wie die Schwanzspitze einer Klapperschlange. Am wohltuendsten war das Licht und dass sie wieder sah. Von der Wärme des Raumes, die Noa nach gefühlten Stunden in der Kühlkammer wie ein gemütliches Kaminfeuer hätte empfangen können, spürte sie nichts. Sie fühlte gar nichts, weder aussen noch in sich drin. Sie sah nur in Jules' Agathons Augen, der sie anstarrte, als betrachtete er sie zum ersten Mal richtig, und alles was sie denken konnte war, dass sie noch nie eine spezifische Person so gehasst hatte wie ihn. In ihrer Heimat hatte Noa gelernt das Imperium zu hassen. Politik war schon vor der Gründung der Defender immer ein Thema in ihrer Familie gewesen. Pilar Cortina hatte die Republik einst leidenschaftlich unterstützt und es war ihrem Vorbild zu verdanken, dass ihre Kinder ihr heute nacheiferten und sich dem Widerstand angeschlossen hatten. Dort hatte Noa schließlich gelernt, das Imperium zu hassen: wie es Welten besetzte, ganze Völker unterdrückte, Unschuldige tötete und nicht nur Männer und Frauen, sondern selbst Kinder versklavte. Doch all dieser Hass war gerichtet auf dunkle Schatten, Feinde, die Noa niemals begegnet waren, namenlose Soldaten, deren Gesichter sie nie gesehen hatte. Mit Jules Agathon war das anders. Sein Verbrechen richtete sich direkt gegen sie. Das hier war etwas persönliches.

Er breitete seine Arme aus, als wäre er ein alter Freund und nur Deanna Trineers Rufen verhinderte, dass Noa alle ihr noch verbliebene Kraft verlor und vorn überkippte. Captain Trineer lebte. Es war die erste und einzige gute Nachricht, seit sie mit Aldridge an ihrer Seite in der dunklen Abstellkammer aufgewacht war. Dorthin wollte Noa nicht mehr zurück, nicht in die Dunkelheit, nicht in die Kühlkammer aus der sie gerade kam und nicht zurück in die Bewusstlosigkeit eines Betäubungsschusses. Noa wollte dieses Feuer, von dem sie geträumt hatte, ohne geschlafen zu haben. Sie wollte wieder warm werden, wieder fühlen... wieder ordentlich denken können. Jules schaute sie erwartungsvoll an und Noa spürte Übelkeit in sich aufsteigen. Egal wie sehr sie auch versuchte stark zu sein, Jules hatte sie in der Hand. Sie zitterte noch immer, wollte ihn wegstoßen und nach ihm schlagen, doch selbst die kleinste Bewegung kostete sie enorme Anstrengung. Nichts funktionierte mehr richtig, weder ihr Kopf noch ihr Körper. Langsam, ganz langsam, rutschte Noa in Jules' Richtung. Obwohl sie es nicht wollte, musste sie einsehen, dass sie keine Wahl hatte. Er war die einzige Wärmequelle, die er ihr zugestehen würde. Seine Berührung war ihr zuwider, als er sie zu sich zog und an sich presste, doch viel schlimmer als der Ekel und der Hass, den Noa verspürte, war die Demütigung. Sie konnte nicht glauben, dass sie ihm nach gab und sie tat es nur, weil ihr Drang zu überleben größer war als alles andere. Sie war hier noch nicht fertig, nicht mit ihm aber auch nicht mit ihrem eigenen Leben. Es gab zu vieles, das sie noch nicht erlebt oder entdeckt hatte, zu vieles, das sie bereute und korrigieren wollte. Die Vergangenheit zu änden war nicht möglich, doch sie konnte sich neue Chancen erarbeiten, Abbitte leisten, sich für Fehler entschuldigen. Noa schloss die Augen, wie in der Kühlkammer, um zu vergessen, wo sie sich befand, und sah auf einmal das Bild eines Mädchens vor sich. Lorraine. Noa war ihr noch nie begegnet, doch der kurze Blick, den sie auf das Foto von Cris' Tochter geworfen hatte, hatte genügt, damit sich ihr Gesicht in Noas Gedächtnis einbrannte. Blaue, schüchterne Augen starrten sie an, der Mund leicht geöffnet, als läge ihr eine Frage auf der Zunge. Jules' Körper lief wie ein Ofen auch Hochtouren. Wenn sie sich ganz viel Mühe gab, konnte Noa vielleicht ignorieren, dass er es war, der sie wärmte.


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Tionne erlaubte sich, die Jedi und Sheldon für eine Sekunde warten zu lassen. Zu schwer war es, gerade, nicht spontan die Flucht zu ergreiffen. Die Jedi hatte eben, einfach mal erklärt, das der komplette Kopf, und das Backup der Sonderkomission weg waren. Würde Department Chief Portman keinen anderen Captain oder Lieutenant abstellen, sie, die gerade eben zum Detective befördert worden war, würde alles in den Händen tragen. Nein das war unwahrscheinlich, aber es würde ein gewaltiger Ruck durch das TPD gehen, sicherlich wusste es die Königin bereits, vielleicht gar der Senator. Der Druck auf den Chief würde gewaltig werden, und sei es nur des schnöden Prestiges wegen. Tionne atmete nochmal tief durch, und beschloss sich zu fokusieren. Sheldon wirkte, als könne er das nicht mehr richtig, die Journalistin und er, Tionne war von Anfang an klar gewesen, das die beiden etwas miteinander hatten. Und jetzt war sie genau wie ihre Captain und Detective Gram sowie Agathon weg. Was war da los.


„Ganz recht Meisterin, ich bin Tionne Sanders. Ich danke Euch für Eure Unterstützung, ob der jüngsten Ereignisse, ist sie wichtiger denn je.“

Sie hatte die Nachricht, über das Verschwinden der Kollegen nicht bekommen, weil sie ihre Soll Arbeitszeit um längen uberschritten hatte. Mütter wurden viel zu sehr geschont, wäre Eli nicht da gewesen, sie wäre auch jetzt im Revier, sie wäre ohne wenn und aber. Tionne rügte sich für diese Gedanken, und konzentrierte sich. Es gab zu viel zu tun, und viel zu wenig Zeit.


„Die Spur, Mister Ares Solwby, ist ein ehemaliger Menschenhändler, den Captain Trineer vor Jahren, samt seines Menschenhändler Ringes hat auffliegen lassen.“

Sie klärte Cheetah über die Details auf, die sie vorhin schon Cris Sheldon genannt hatte.

„ Ich muss allerdings zugeben, das diese Spur sich mit Euren Infos von eben für mich nicht mehr so greifbar wie zuvor anfühlt. Dennoch sollten wir ihr unbedingt nachgehen, direkt. Mister Solwby hat definitiv das Potenzial, grausame Morde in Auftrag zu geben. Wenn er allerdings wirklich eine Rechnung mit der Captain offen hat....okay Captain Agathon zu entführen, das macht Sinn, er war viele Jahre Partner meiner Vorgesetzten. Aber auf der anderen Seite, diese Masse an Morgen, das alberne Vortäuschen von Jedi Aktivitäten, die Entführung von Miss Cortina...das macht nicht wirklich Sinn... Trotzdem, Solwby ist der einzig greifbare Wegweiser bisher.“


Tionne seufzte, und rieb sich die müden Augen. Es fühlte sich an, als hätte sie seit drei Monaten nicht mehr geschlafen. Die Szenerie, vor der Dyson Schule kam ihr aus dem nichts in den Sinn, Sheldon und Miss Cortina in diesem sehr eindeutigen Gespräch...er hatte völlig zerstört gewirkt... Hoffentlich stand da nicht eine zweite Captain Trineer vor ihm, in der männlichen blonden Fassung...

„Das TPD hat nicht all zu viele Captains, Trineer und auch Agathon sind mit am längsten in dieser Position. Über den beiden, ist Rang technisch nicht mehr all zu viel Platz nach oben. Das Department wurde mit dieser letzten Tat schwer getroffen. Das alles läuft so langsam aber sicher aus dem Ruder. Die Presse, zumindest der Teil, der sich so schimpft, ist reisserisch wie seit langem nicht mehr. Es wird Misstrauen gegen die Jedi gesäht, gegen den Staat, gegen die Republik. Zum Glück ist der Großteil der Bevölkerung klüger als das...trotzdem..“

Ein Rascheln in einem Gebüsch hinter ihnen lies sie aufhorchen, Tionne seufzte innerlich. Jetzt wurde sie schon paranoid. Was war wenn Solwby der völlig falsche Ansatz war? Was ist wenn sie überhaupt gar nichts für die Aufklärung des Falls tun konnte.


„Wenn die Meisterin einverstanden ist, sollten wir aufbrechen. Ich hab seine Adresse, wir müssen Ihn befragen.“


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[Naboo, Theed, Park, Baumreihe]- Tionne, Cris, (Cheetah)

Cris wartete ab, bis Sanders der Jedi dieselben Informationen mitgeteilt hatte, die bereits in jenem Restaurant Thema zwischen ihnen gewesen waren – aber aufgrund der Enthüllungen durch Cheetah jetzt in einem vollkommen anderen Licht dastanden. Sanders gab selbst zu, dass sie ihren Hinweis auf den Menschenhändler Solwby für nicht mehr so zwingend hielt, wie sie es wohl getan haben musste, als sie Cris um das Treffen gebeten hatte, doch sie schien noch geneigt, dem Hinweis zu folgen. Cris war es jedoch nicht. Energischer als beabsichtigt schüttelte der ehemalige Sturmtruppler mit dem Kopf. Noa war verschwunden. Er würde keine wertvolle Zeit damit verschwenden, Phantomen nachzujagen, wenn der Täter vielleicht endlich einen fatalen Fehler gemacht hatte.

„Mit Verlaub, Miss Sanders… was Jedi Cheetah hier vorträgt ändert alles.“

Er nickte der machtsensitiven Cathar leicht zu.

„Während ich Ihnen weiterhin zustimme, dass dieser Mister Sowlby nach wie vor ein Motiv hat, Captain Trineer zu schaden, so war ich doch davon ausgegangen, dass er ihren Sohn Aldridge benutzt hat, weil er an sie selbst eben nicht herankommen konnte. Und wie sollte er auch? Um ein Haar wäre er für seine Verbrechen bestraft worden, es gab eine Akte im TPD über ihn, eine Verhandlung… und so ein Mann soll dann plötzlich doch im Haus einer hochrangigen Polizistin aufkreuzen und sie mitsamt zwei weiteren Beamten entführen? Und wie passt das zur Entführung und Ermordung Astors, zu all den anderen Morden? Und dieser abscheulichen Posse mit einem Lichtschwert?“

Je weiter er redete, desto mehr war Cris davon überzeugt, dass sie so gut wie alles tun sollten, außer sich auf die Personalie Sowlby zu konzentrieren. Er konnte sich vorstellen, dass diese Überzeugung Sanders nicht so richtig schmecken würde - schließlich hatte sie nur wegen ihrer Zweifel überhaupt entschieden, ihn ins Vertrauen zu ziehen – doch auf die Befindlichkeiten der blonden Polizistin konnte er jetzt keine Rücksicht nehmen, Zu viel stand auf dem Spiel.

„Das Motiv bleibt so weiter im Dunkeln… aber der Täter hat uns eines gezeigt: dass er offenbar mühelos in der Lage ist, die Sicherheitssysteme in Gestalt der Wachdroiden zu überlisten. Das lässt für mich nur einen Schluss zu…“

Sein Blick huschte zwischen den beiden Frauen hin und her.

„Es handelt sich um einen Insiderjob.“

Die Implikationen seiner Worte waren ihm mehr als klar. Irgendjemand im TPD hatte Dreck am Stecken. Cheetah würde diese Schlussfolgerung vermutlich akzeptieren – doch wie sah es mit Sanders aus? Es sie denn, sie war selbst… Schnell und entschieden schob Cris diesen Gedanken bei Seite. Eine alleinerziehende Mutter hatte kaum das Motiv, all diese Gräueltaten anzurichten, außerdem war sie selbst im Inneren der Dyson-Privatschule in Gefahr gewesen. Auch traute er ihr die Kaltblütigkeit nicht zu, erst Trineer und Noa zu entführen, um sich dann mit ihm zum Essen zu treffen, ebenso wenig die Abgeklärtheit (im negativen Sinne), ihm die besorgte Mutter nur vorzuspielen. Doch wie war es um die übrigen Beamten bestellt, die sich um diesen Fall gekümmert hatten?

„Eine Reihe Personen wird nun vermisst. Doch wer sagt uns, dass es sich bei jeder um ein Entführungsopfer handelt? Captain Trineer ist hier klar das Opfer. ich glaube keine Sekunde lang, dass sie erst ihren Sohn verschwinden lässt, um dann ihr eigenes Verschwinden zu arrangieren. Von den vorhergegangenen Verbrechen ganz zu schweigen. Miss Cortina ist erst nach den ersten Vorfällen dieser Verbrechensserie überhaupt auf Naboo angekommen, darüber hinaus hat sie keinerlei Verbindungen zu irgendjemandem auf diesem Planeten. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Dass ein simpler Zufall Noa am Ende das Leben kosten konnte, machte Cris fast wahnsinnig. Noa, die ihr Leben wieder und wieder im Kampf gegen das Imperium aufs Spiel gesetzt hatte, sollte hier auf Naboo, inmitten der Republik, sterben, als Opfer eines kranken Psychokillers? Nicht, solange er atmete und eine Waffe bedienen konnte, um den unbekannten Verbrecher zur Strecke zu bringen.

Er konzentrierte sich auf Sanders.

„Detective Gram und Captain Agathon – was können Sie uns über die beiden sagen?“


[Naboo, Theed, Park, Baumreihe]- Tionne, Cris, (Cheetah)
 
(Jedi Orden / Cheetah)

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Tionne Sanders
war vielleicht eine gute Polizistin. Cheetah konnte es nicht beurteilen, aber sie ging davon aus, dass die junge Frau ihren Job ordentlich machte. Sie schien klug, wusste Bescheid über die Strukturen des Departments, doch eine wichtige Sache fehlte ihr: Erfahrung. Sie hatte sich gleich auf den ersten Verdacht gestürzt, der ihr gekommen war, vielleicht aus Verzweiflung. Cheetah aber wusste, dass überstürztes Handeln sie alle gefährden konnte, und ganz besonders jene, die sich in der Gewalt des Serienmörders befanden. Wenn sie jetzt einer falschen Spur folgten, verringerten sie die Chance der Entführten, lebend gerettet zu werden. So war es Astor gegangen.

"Gibt es konkreten Anlass zu Ihrem Verdacht gegenüber Sowlby, eine greifbare Spur, oder ist es tatsächlich nur ein Verdacht?"

Hakte Cheetah nach. Sie teilte Sheldons Auffassung, dass ein Zusammenhang zwischen dem verurteilten Menschenhändler und diesem Fall eher unwahrscheinlich war. Wäre es nur um Rache an Trineer gegangen, hätte der Killer subtilere und schnellere Wege zu seinem Ziel gefunden.

"Sowlby ist nicht unser Mann."

Dessen war sich Cheetah sicher. Keines der wenigen Puzzlestücke, die sie bisher in den Händen hielten, deutete an, dass er sich im Bild befand. Und dann war da noch ein Gefühl der Sicherheit, dass die Jedi den anderen beiden nicht hätte beschreiben können, etwas das sie leitete, zwar noch nicht direkt auf ihr Ziel zu, doch deutlich von Miss Sanders Spur weg.

"Wir werden zum Revier gehen."

Die leitende Ermittlerin des Theed Police Departments war entführt, ihr Partner gleichen Ranges und ihre rechte Hand ebenfalls verschwunden. Für Cheetah stand fest, dass sie das Heft selbst in die Gand nehmen musste.

"Ich will die Personalakten von Gram und Agathon sehen. Können Sie mir Zugang zu den Unterlagen beschaffen, Miss Sanders?"

Die Cathar nickte Lieutenant Sheldon zu und bestätigte damit seinen Verdacht. Dann holte sie ihr Chrono hervor um einen Blick auf die Uhrzeit zu werfen. Es war sehr spät, doch sie bezweifelte, dass es im Polizeirevier deswegen ruhiger sein würde, nicht heute.

"Ich möchte ausserdem einen Namen überprüfen lassen: Mikan Edwardson. Es ist der Deckname eines Käufers, der hier auf Naboo kürzlich Kristallschlangen erworben hat, unter der Hand, versteht sich. Der Name ist Fake, doch wir müssen prüfen, ob es Verknüpfungen gibt, die uns helfen können. Zu allem weiteren stimme ich Ihnen zu, Sheldon. Es wird immer wahrscheinlicher, dass der Täter aus dem TPD selbst stammt.

Ihre nicht ausgesprochene, aber doch offensichtlich gestellte Frage nach seiner eigenen Befangenheit in diesem Fall war Lieutenant Sheldon vorhin geflissentlich übergangen. Bisher machte er aber durch und durch einen rationalen Eindruck.

"Kommen Sie mit."

Gab Cheetah schließlich den Befehl zum Aufbruch.

"Alles weitere besprechen wir auf dem Weg."

- Naboo – Theed – Park gegenüber dem Friedensring – Mit Cris und Tionne -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Aldridge, Jules, Donnie, Dean Gram (verstorben) -

Noa? Haben Sie es endlich verstanden hm? Ich habe die Zügel in der Hand. Nur ich. Gutes Mädchen.“


Jules Stimme war so grotesk sanft, seine Hand streichelte das schöne Haar der vor Kälte regelrecht gelähmten Frau. Deanna fragte sich, wieviel Kraft noch in Noa Cortina steckte. Viel konnte es nicht mehr sein. Sie erinnerte sie gerane an Solé, ein fünfjähriges Mädchen, das Jules in der Zeit, als sie noch gemeinsam einfachen Streifendienst verrichtet hatten, aus einem gefrorenen See gerettet hatte. Graue Haut, blaue Lippen, leerer Blick. Das einzige, das die beiden unterschied war, das die Lungen der jungen Frau nicht bis zum Anschlag mit Wasser gefüllt waren. Das hieß allerdings nicht, das Noa nicht genau wie die kleine Solé sterben konnte. Die Polizistin war sich der Tatsache bewusst, das die Journalistin weit davon entfernt war, durch einen warmen Tee wieder auf die Beine zu kommen. Ein tödlicher Kreislauf Kollaps, war nicht unmöglich, ganz und gar nicht. Immerhin, sie hatte es geschafft, sich aus eigener Kraft in Jules Arme zu begeben. Wie contrair dieses Bild zu dem war, das er damals bei dem kleinen Mädchen abgegeben hatte. Er presste sich an Noas Rücken, als wäre sie seine Geliebte, umschlag sie mit seinen Armen, legte seinen Kopf in ihren Nacken, berührte sie so unsittlich. Er war ein Monster. Bei Solé hatte er bitterlich geweint, als das Mädchen wenige Minuten nach ihrer Rettung gestorben war. Deanna erinnerte sich an die Eltern des kleinen Mädchens....dramatische Szenen hatten sich abgespielt. Nur wenige Jahre später, war Jules selbst das Opfer einer Trägödie geworden. Er hatte nicht geweint als Mikan, tot aus dem abgestürzten Gleiter geborgen worden war, er war erstarrt...


„Es war die Sache mit Mikan oder? Hat sein Unfall dieses Ding in dir entfesselt?“


Jules Augen weiteten sich, als sie ihn darauf ansprach, die Fassade bröckelte, auch wenn er seine waren Gefühle noch so schnell hinter einem Lächeln verbarg.

„Weist du was ich mich schon immer gefragt hab Dee?“


Sein Lächeln wurde zu einem Feixen, dann zog er ihren Ehering mit der Rechten aus seiner Hosentasche hervor, während er Noa mit dem anderen Arm weiterhin festhielt. Ein gehauchter Kuss, traf die Wange der blassen Frau.

„Ich habe mich solange wir uns kennen gefragt, ob das Steinchen hier echt ist.“

Jules legte den Ring neben sich auf den Boden, zog seinen Blaster und schlug mit dem Knauf auf das Schmuckstück ein. Der falsche Stein zersplitterte, die billige Legierung gab nach. Deanna zog zischend Luft ein, und zwang sich dazu die Fassung nicht zu verlieren. Eigentlich wollte sie das! Er hatte ihren Sohn verletzt und traumatisiert, die junge Frau, die er in den Armen hielt nicht weniger misshandelt und traumatisiert, all diese Dinge getan...und grub gerade massiv an ihrer Substanz. Sie hatte an seiner Fassade gekratzt, er hatte zurück geschlagen. Sie kannten sich zu gut. Sie kannte seine Schwächen, wie er ihre kannte. Ein Kampf, den sie zumindest intellektuell auf Augenhöhe führten.

„Du hättest fragen können, jeder Zeit.“

Graham hatte ihr den Ring als frisch gebackener neunzehnjähriger Student gekauft. Ihr Mann hatte sich so sehr für die lausige Qualität des Ringes geschämt, und ihr versprochen, sobald er mit dem Studium fertig war und einen guten Job hatte, einen neuen zu kaufen. Deanna hatte über die Jahre immer wieder seine Angebote, in Form von teuren, aufwendig gearbeiteteten wunderschönen Ringen, abgelehnt. Sie hatte dieses billige Stück Blech, das aus Mangel an Geld, Verlobungs und Ehering zugleich gewesen war, geliebt, so wie sie ihre billige schmucklose Hochzeit geliebt hatte. Sie hatte Graham bekommen, und der hatte mit bescheidensten Mitteln versucht, ihr die Sterne vom Himmel zu holen. Es war ihm gelungen, sie liebte ihn so sehr, sie würde ihn gut möglich nie wieder sehen. Deanna wollte nicht sterben, wie Dean und all die anderen, sie war bereit, bis zum letzten Moment zu kämpfen. Doch ihre berufliche Erfahrung, und das Täterprofil, das ihres verdammten besten Freundes, das sich jetzt, nachdem endlich der Groschen bei ihr gefallen war, ganz automatisch in ihrem Kopf zusammen setzte, lies ihre Hoffnung schwinden. Jules war ein wütender, psychisch schwer gestörter, instabiler Narziß. Er hatte sich mit jedem Mord, ein Stück mehr von seinem alten Ich distanziert, die Hemmungen zu quälen und zu töten, offensichtlich abgewöhnt. Die Polizistin kam zu einem Schluss – er wollte Aufmerksamkeit, jeder sollte Zeuge seiner Wut werden. Sie hätte zu gern eine Antwort auf das „Wieso?“ gehabt.
Die Gedanken der Polizistin zerstoben, als die Tür zu ihrem Abstellraum aufgerissen wurde. Donnie kam zurück, in seinen Händen hielt er ein Medi Kit. Es war der Standard Notfall Koffer, der sich in jedem Polizeigleiter befand.

„Mach Dee los, und gib ihr den Koffer.“


Wies Jules seinen Sohn an, während er wieder beide Arme um Noa schlang. Deanna ekelte sich vor seinem Anblick, suchte Augenkontakt zu ihr, und schwor ihr ohne Worte, sie aus diesem Zustand zu befreien. Aber erst musste dieses Loch, das in Aldridges Brust klaffte versorgt werden. Noa und Aldridge waren in schlechtem Zustand, Deanna musste zwei Feuer löschen, dringend, sofort. Sie konnte es trotzdem nur nacheinander tun. Sie besah sich Donnie genau, als der Junge neben ihr in die Hock ging, und ihre Handschellen löste, die sie an das Leitungsrohr gebunden hatte. Jules Sohn wich ihren Blicken aus, seine Körperhaltung sprach Bände, er war völlig verunsichert.

„Hast du das gemacht? Mit Aldridge?“

Sie wusste es wirklich nicht, ihr war aber klar, das der junge Mann beteiligt war, viele der Morde, waren regelrechte Exzesse gewesen, die Jules alleine nicht hätte bewältigen können.

„Nein, ich habe ihn aber gefangen!“

Deanna bedachte Donnie mit einem mitleidigen Blick. Jules hatte immer Schwierigkeiten mit ihm gehabt, als Mikan starb, da war es schlimm für den Jungen geworden. Sein toter Bruder, war über die Maße ikonisiert worden.


„Er wird trotzdem nicht mit dir zufrieden sein, das ist dir klar mein Junge? Und sei ehrlich, du magst Aldridge doch.“


Ihr Sohn hatte Donnie schon als kleinen Jungen zusammen mit Miranda auf Spielplätze begleitet, manchmal auf beide als Babysitter acht gegeben. Auch später als Aldridge erfolgreich in seinem Sport geworden war, hatte er Donnie nie vergessen. Und dann manipulierte Jules, dieses Monster, ihn zu all der Grausamkeit.

„Kümmer dich um dein Kind, und lass meines in Ruhe Dee.“


Warf Jules ein, woraufhin Donnie sich sofort von ihr entfernte. Deanna fokusierte sich, stand auf, und riss den roten Koffer auf. Er war angefüllt mit Schmerzmitteln und Verbandszeug, sogar eine altmodische Schere war dabei. Sie war zu groß, andernfalls hätte Deanna sie sich irgendwie in den Ärmel geschoben. Sie war ihr trotzdem nützlich, das blutige T-Shirt ihres Sohnes war rasch am Hals aufgeschnitten.

„Es tut mir leid, das du hier sein must Mom.“


Sprach Al das erste mal überhaupt mit ihr. Die Polizistin blinzelte, als ihr Tränen in die Augen schossen. Aldridge lächelte sie an, jetzt aus diesem Blinkwinkel, wurde Deanna klar, das er wieder werden konnte. Er bekam anständig Luft, seine Lunge war offensichtlich nicht verletzt, das er mit ihr redete, war doch definitiv das stärktste Indiz dafür, das sein Herz ebenfalls nicht getroffen worden war. Er konnte wieder werden, wenn er die Chance bekam hier raus zu kommen. Bei den Schöpfern, sie wollte und würde alles dafür tun!


„Es tut mir leid das DU hier sein musst, mein Schatz.“


Sagte sie, und musste sich sofort stoppen. Jules hatte weder ihre Tränen, noch die von Aldridge verdient. Seine Wunde, war wenige Handgriffe später mit einem Druckverband versorgt. Das sie nur mit Bacta getränkte Wundauflagen zur Verfügung gehabt hatte, kam ihr entgegen. Aldridge war wie sie Allergiker, sie wusste selbst, das allein die bloße Berührung von Bacta brannte, und man bekam schreckliche Schwellungen. Schwellungen waren das beste, was ihrem Jungen gerade passieren konnte. Sollte die Wunde zu schwellen! Deanna drückte ihm einen Kuss auf beide Wangen, bevor sie von ihm abließ und sich wieder Donnie und Jules zuwand.



„Darf ich zu euch kommen?“


Fragte sie Jules, es galt jetzt, Miss Cortina irgendwie aus seinem Klammergriff zu befreien. Irgendwie. Jules lud sie mit einem Lächeln und einem Nicken ein. Deanna ging langsam, auf das obskure, am Boden sitzende Pärchen zu, und hockte sich hin. VERDAMMT ES GAB WIRKLICH KEINE GELEGENHEIT! Donnie stand direkt hinter ihr, und sebst wenn sie Jules erreicht hätte, sein Pfand klebte regelrecht an ihm. Jede falsche Bewegung von ihr, konnte Noa das Leben kosten. Deanna hatte nicht vor es zu risikieren.


„Darf ich ihren Puls fühlen?“


„Klar?“

Jules grinste, und gestattete es ihr, woraufhin Deanna die Hand der Journalistin ergriff. Sie war eiskalt, fühlte sich fast hart und unachgiebig an. Es dauerte eine Weile bis sie einen Puls bekam.


„Wie fühlen Sie sich Noa?“


Die Frage war rhetorisch, und auch nicht. Sie wollte das sie mit ihr sprach. Doch bevor Noa die erhoffte Antwort geben konnte, sprach sie Jules an.

"Oben in meinem Schlafzimmer, da ist eine Heizdecke. Ich möchte das du Noa loslässt, und ihr diese Heizdecke gibst. Was muss ich dir dafür geben Jules?"

"Gar nichts. Noa und ich, wir haben eine ganz besondere Beziehung zueinander weist du?"

Und sie würde sie trotzdem von ihm befreien...


" Noa? Hatte ich mich schon für meinen Verdacht entschuldigt? Es war nicht gerecht, sie zu verdächtigen."

Rede mit mir...

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Aldridge, Jules, Donnie, Dean Gram (verstorben) -





 
- Naboo - Stadtrand - Ferienhaus der Trineers - Keller - Mit Jules, Deanna, Aldridge, Donnie -

Noa regte sich nicht. Kräftige Arme hatten sich um sie gelegt und hielten sie so fest, das es ein Wunder war, dass sie überhaupt noch Luft bekam. Sie hatte das Gefühl, dass sie halluzinierte, oder wie sonst ließ sich erklären, dass sie wieder mit Jérome zusammen war? Sie hatten eine heftige Auseinandersetzung gehabt, wie so oft, und Noas Fingernägel hatten blutige Kratzspuren auf seiner Wange hinterlassen. Jérome konnte sie wütend machen wie kein anderer. Wenn sie sich stritten, flogen Teller und Tassen. Manch einer sagte, wer sich mit Leidenschaft streiten konnte, konnte auch leidenschaftlich lieben. Ja, es stimmte, bei ihnen war es so gewesen, doch das allein hatte nicht gereicht um zu überleben. Noa sah Jérome an und wie so oft in der letzten Zeit fühlte sie sich nicht mehr wie seine gleichwertige Partnerin. Er hatte sie geschlagen, mit der flachen Hand ins Gesicht, hatte jeden Widerspruch von ihr unterbunden und damit das wilde Gleichgewicht ihrer Beziehung erstickt. Nach und nach waren sie als Paar gestorben, standen sich jetzt gegenüber und Noa wusste, sie konnte nicht weiter machen. Sie würde gehen um ihre Sachen zu packen, würde ausziehen, neu anfangen. Sie musste sich nur von ihm lösen, ein letztes Mal nicht wieder einknicken... stark sein. Wenn sie wieder frei war, würde sie alles anders machen. Sie würde einen netten Mann kennen lernen. Sie würde sich bei ihm entschuldigen. Sie würde den Kontakt zu Jérome abbrechen. Sie würde sich ganz auf ihn einlassen. Sie würde sich nie wieder sagen lassen, was sie zu tun hatte, würde ihre Fehler eingestehen, versuchen ihm klar zu machen, was sie für ihn empfand und, wenn er sie noch wollte, noch einmal ganz von vorne mit ihm beginnen. Jérome verlor sich vor Noas Augen. Das Blut auf seiner Wange war längst getrocknet, eine dunkle Kruste, die jedoch zu verblassen schien je länger sie ihn anschaute, bis sie schließlich ganz verschwand, weil sie ihn niemals verletzt hatte. Nicht Cris, nicht so. Ihm hatte sie nur sein Herz gebrochen und ihr eigenes dazu.

Schneeflocken fielen und es war noch immer so kalt, dass Jules sich an sie drängte um sie zu wärmen. Er sprach zu ihr und sie konnte seinen Atem in ihrem Nacken spüren. Sie antwortete nichts, zu schwach um die Kraft aufzubringen, die sie zum Sprechen gebraucht hätte und zu gefangen in den Bildern, die ihr umnebelter Verstand ihr zuspielte. Eines war klar, würde sie jemals lebend hier raus kommen, sie würde jede noch so kleine Chance ergreifen, die sich ihr bot, um zurück zu bekommen was sie verloren hatte. Wie durch den Nebel hörte sie Deanna Trineer sprechen, nicht zu ihr, sondern zu dem Mann, der sie hielt. Sie hasste Jules, mehr als jeden anderen Menschen dieser Galaxis. Seine wulstigen Hände rieben über ihre Arme, drückten sie dichter an sich und ihr Gesäß enger an seine Lenden. Er kam ihr so nah, dass er sein Gesicht in ihren Haaren vergrub, drückte mit seiner linken Hand ihre Brust und hauchte ihr seinen warmen Nacken in den Atem. Es war erniedrigend, alles über sich ergehen lassen zu müssen. Reglos wie eine Puppe saß Noa in seinem Schoß, sie, die Frau die sich geschworen hatte, sich nie wieder benutzen zu lassen. Doch diesmal hatte sie wenigstens einen guten Grund. Sie regte sich nicht, als Deanna Trineer ihren Puls fühlte. Ihr Herz schlug noch und es würde weiter schlagen, Jules' Körperwärme sorgte dafür. So sehr er auch glaubte, sie besiegt zu haben, Noa wusste es besser. Sie benutzte ihn.


"Schon gut, Captain."

Noas Stimme war noch schwach, als sich die andere Frau für ihren falschen Verdacht entschuldigt hatte. Das schien Jahre her zu sein. Noa hob leicht den Blick, sah Deanna an und ein Funken alter Stärke war in ihre Augen zurück gekehrt. Ihre blassen Lippen zuckten und irgendwie schaffte sie es, sie zu einem gerissenen Lächeln zu verziehen.

"Wir machen alle Fehler."

Und wenn Jules einen beginn, würde sie da sein und ihm die Kehle durchschneiden. Sie würde ihn langsam töten, so wie er es verdient hatte. Sie würde Jérome verlassen, ein für alle mal, sich nie wieder schlagen lassen, sich nie wieder rechtfertigen. Sie würde einen Mann finden der sie so liebte wie sie war, sich ihren Ängsten stellen und mit Cris zusammen sein, mit ihm und seiner Tochter, so wie sie es längst hätte tun sollen. Das war ein verdammt guter Grund um zu überleben.

- Naboo - Stadtrand - Ferienhaus der Trineers - Keller - Mit Jules, Deanna, Aldridge, Donnie -
 
- Naboo - Theed - Straßen - Gleiter - mit Sheldon, Cheetah -

Tionne hatte nichts mehr gesagt, seitdem Sheldon und die Meisterin (Cheetah) ihre Gedanken dargebracht hatten. Erst aus Empörung, nur Momente später aus purem Schock, über die Erkenntnis, das die Version „mordender Cop“, die wahrscheinlichste war. Einzig ein Nicken war ihr in der Parkanlage entfleucht, als universelle nonverbale Antwort auf die ganzen Fragen.



„Detective Gram ist unser Technik Experte. Er wäre theoretisch sicher in der Lage, Sicherheitssysteme aufwändigerer Art zu knacken.“


Sie blickte ohne irgendetwas zu fokussieren, ins nächtliche Theed hinaus, während Sheldon, den Gleiter äußerst zügig durch die Straßen lenkte. Das Zentrum war ungewöhnlich leer. Nomalerweise, tummelten sich auch noch um diese späte Stunde, Touristen in den großzügig angelegten, weitläufigen Gassen. Normalweise waren die vielen schönen Restaurants angefüllt mit Genießern, die sich an Wein und gutem Essen erfreuten. Jetzt war da gar nichts. Das TPD hatte natürlich keine Ausgangssperre verhängt, es war der Killer der Erfolg gehabt hatte. Er hatte es geschafft alle in Angst und Schrecken zu versetzen.

„Captain Agathon kenne ich nicht weiter. Ich weis nur, das die Mordserie damals in seinem Revier angefangen hat. Er ist wohl ziemlich eng mit der Captain“.


Sie gab mit dem ungebetenen Monolog, verspätet antwort,auf die von Cheetah und Sheldon erbetenen Informationen. Tionne schloß die Augen, und rieb sich die Schläfen. Das war alles so surreal, eigentlich zu viel für ihren müden Geist. Doch der letzte Rest, sturr loyale Staatsdienerin in ihr, wurde immer leiser. Es stimmte, es machte Sinn, es war fürchterlich.


„Sie haben beide recht, ich war offensichtlich auf beiden Augen blind. Es muss ein Insider sein, alles andere, auch Solwby, wirkt mittlerweile an den Haaren herbei gezogen. Ich werde Sie beide weiterhin unterstützen, und alles in den Ring werfen, um das hier zu beenden.“

Gab sie noch an, bevor sie Sheldon mit einem Handzeig, eine Abkürzung zum Revier zeigte.

„Ich nehme an, Sie bitten mich offiziell, in ihrer Funktion als NRSF Mann, um Akteneinsicht Mr. Sheldon Sir?“


Unterstrich sie seinen Status, und auch das letzte bisschen Legalität, in dem sie sich gerade bewegten. Tionne musste grinsen, über alles, weil es schrecklich, und kurios, und unfassbar war. Sie war dankbar, als sie endlich am Revier ankamen. Sie wies die Jedi und Sheldon an, ihr einfach zu folgen, nachdem sie den Gleiter abgestellt hatten. Als sie die großen Türen in den Hauptraum nahmen, wurden die drei überhaupt nicht beachtet, und das aus gutem Grund. Department Chief Portman stand in der Mitte des großen freien Raumes, aus diversen Winkeln umringt, von Kollegen, und diskutierte mit einem hochgewachsenen Mann. Es war Captain Trineers Ehemann. Direkt neben den beiden stand Officer Scott, sein Kopf war hochrrot.



„Wo sind meine Frau und mein Sohn Portman?“

Dieser eine simple Satz, klang wie das Finale einer langen, schmerzlichen Diskussion.


„Wir arbeiten daran Sir. Und jetzt bitte, lassen Sie sich von Mister Scott begleiten, die Schutzhaft ist die beste Option, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.“


Tionne fand es fürchterlich, was da gerade passierte.


„Entschuldigung Sir, halten Sie das wirklich für die beste Maßnahme? Es wäre doch klüger Ihn in das Schutzprogramm zu....“


Der Chief drehte sich zu ihr um, und funkelte sie mit seinen hellblauen Augen böse an. Nein nicht böse, er wirkte super gestresst.


„Wer sind Sie denn?“



Oh natürlich, der oberste Cop der Stadt, kannte freiwillig nicht all seine Mitarbeiter beim Namen. Tionne rief sich das in den Sinn, und grub in ihrer Handtasche nach ihrer Marke. Wie einen Schild hielt sie dem Vorgesetzten, aller Vorgesetzten das kleine glänzende Etwas hin.



„Junior Detective Sanders Sir.“


Er war eine unangenehme Situation, so in seinem Fokus zu stehen, vor dem Rest der Kollegen. Tionne hielt dennoch stand, hinter den ganzen Orden an seiner Uniform, stand doch auch nur ein Mensch.

„Ah Sie sind das. Man hat mir gesagt, das Sie gerade ihre Ruhezeit einhalten müssen? Naja wie auch immer, am Morgen früh wird Captain Andrews vom Kantaara Police Department hier übernehmen. Das heißt, das Sie hier bis Morgen früh die Leitung haben. Kriegen Sie das hin Miss Sanders?“


Ich hab auch einen Rang du.... dachte Tionne, verschluckte es, und nickte stattdessen eifrig. Das spielte ihnen gerade so sehr in die Hände! Sie hatte für ein paar Stunden zugriff auf alles!


„Revier 12 ist hiermit übrigens offiziell raus. Die Ermittlungen in diesem Fall, werden ab sofort von der Zentrale geleitet. Das hier, war ohnehin von Anfang an viel zu klein um das alles zu stemmen.“

Er betrachtete den Raum, und die darin anwesenden mit unverdeckter Abneigung. Tionne verzieh ihm diesen schwachen Moment nicht, vermutlich saß ihm die Königin selbst, oder sonnst wer im Nacken. Als wenn sein verdammter Nacken gerade zählte. Der Blick des Chief traf Mister Trineer.


„Detective Sanders wird entscheiden was mit Ihnen passiert Mister Trineer. Ich wünsche Ihnen alles gute. Das tue ich wirklich, und ich bete darum, das wir Ihre Frau bald finden, genau wie Ihren Sohn. Glauben Sie es oder nicht, ich bedaure wirklich alles was passiert ist.“


Er seufzte nochmal, rückte sich die Mütze zurecht, und zog an Tionne, Sheldon und der Meisterin vorbei in Richtung Ausgang. Der komplette Raum schwieg, Tionne hielt es für genau drei Herzschläge aus.

„Okay Leute, es sind harte Zeiten angebrochen. Das wichtigste ist es jetzt, so effizient wie immer zu bleiben ja? Macht weiter, mit was auch immer ihr gerade gemacht habt. Morgen früh, wenn der neue Captain kommt, werden wir in jedem Fall gut da stehen.“

Sie wand sich endlich wieder Sheldon und Cheetah zu. So grotesk die Szene gerade gewesen war, ihnen war alles für erfolgreiche Ermittlungen in die Hände gefallen. Für den Rest der Nacht, hatte sie jede Information die Sie wollte in den Händen. Doch vorher galt es sich noch um Mister Trineer zu kümmern.

„Kommen Sie mit Sir, wir gehen eben ins Büro ihrer Frau, um alles weitere zu besprechen.“

Der Ehemann der Captain, konnte vielleicht wertvolle Informationen liefern. Tionne beschloss ihn zumindest ein unverfängliches Stück weit, ins Bild zu bringen. Nachdem sie in das Büro der Captain gegangen waren, schloss sie die Tür.

„Sir? Ich will nicht groß drum herum reden. Wir werden trotzdem der Chief uns vom Fall abgezogen hat, weiter im Fall ihrer Familie ermitteln.“


Das mit „wir“ allein die Personen im Raum gemeint waren, musste und durfte er nicht wissen.


„Was können Sie mir über Captain Agathon sagen? Man sagt Ihre Frau und er sind befreundet?“

Es schlich sich ein leicht abschätziger Ausdruck ins Gesicht des Mannes, hinter den dicken Rändern seiner Brille verengten sich seine Augen zu Schlitzen.


„Das sind Sie, ich liebe meine Frau wissen Sie? Nur deswegen habe ich niemals etwas dazu gesagt. Jules Agathon ist ein arroganter, inkompetenter, aufgeblasener Pfau, der jeden Tag in einem großen Fass Selbstgerechtigkeit badet. Seitdem sein Sohn bei diesem Unfall damals gestorben ist, ist es schlimmer geworden. Direkt danach wurde er paranoid, schimpfte auf jeden, der damals beteiligt war, auf das TPD, auf all seine Kollegen, sogar auf den Jedi, dem es damals zu verdanken war, das die restlichen Unfall beteiligten überlebt haben. Fragen Sie mal seine Ex Frau, die kann Ihnen sicher noch mehr erzählen, wenn sie ein detailiertes Essay über Ihn haben wollen.“



Trineer seufzte, und zuckte die Schultern.



„Entschuldigen Sie meine Worte, natürlich gönne ich es auch Captain Agathon nicht, das er....“


Tot sein könnte? Tionne hatte Mitleid mit ihm, und beschloss ihn aus seiner Pflicht zu entlassen.

„Danke für die Informationen Sir. Ich finde es übrigens falsch Sie in Schutzhaft zu schicken. Wären Sie damit einverstanden, in unser Schutzprogramm aufgenommen zu werden? Wir würden Sie für die Zeit der Ermittlungen in eine andere Stadt bringen.“


„Das wäre gut. Ich hätte noch eine Bitte. Nehmen Sie meine Tochter in Schutzhaft sobald sie den Planeten betritt. Sie weis es noch nicht, und wird auf jedenfall kommen wollen, wenn sie von allem erfährt.Sie ist da stur wissen Sie?. Ich könnte es nicht ertragen, auch sie noch in Gefahr zu sehen.“

„Ich kümmere mich persönlich darum Sir. Wollen..wollen Sie sich draußen noch einen Kaff nehmen? Ich werde gleich alles für Sie in die Wege leiten.“


„Danke. Ach und wenn Sie wirklich mehr Infos über Agathon haben wollen, seine Frau heißt mittlerweile wieder Edwardson, ihr Name ist Elise Edwardson“.


Er rang sich ein Lächeln ab, und verließ den Raum. Tionne sah ihre Begleiter auffordernd an.

„Meisterin? Mister Sheldon. Ich habe für ein paar Stunden den Universalzugang, zu jeglicher Information in der Hand.“

- Naboo - Theed - Zentrum - Revier 12 - Captains Büro - mit Sheldon, Cheetah -
 
(Jedi - Cheetah)

- Naboo - Theed - Zentrum - Revier 12 - Captains Büro - mit Tionne und Cris -

Ihre gelben Katzenaugen blickten dem Mann, dessen Frau und Sohn nicht nur als vermisst galten, sondern sich mit großer Wahrscheinlichkeit in der Hand eines Mörders befanden, lange hinterher. Für Jedi war es schwer, sich nicht vom Mitleid über einzelne Schicksale überrollen zu lassen. Das Wohl de Allgemeinheit war das erklärte Ziel, die Ausrottung von allem Bösem und jeder Ungerechtigkeit, doch mit so wenigen Jedi in der Galaxis und so viel Verbrechen und Leid, war es unmöglich, sich um die kleinen Probleme zu kümmern, ohne die großen zu vernachlässigen. Mister Trineer tat Cheetah leid. Seine Schultern sackten nach unten, als er den Raum verließ. Seine Aura roch nach Angst. Er war im Begriff alles zu verlieren. Tionne Sanders hatte ihm angeboten, ihn in ein Schutzprogramm aufzunehmen und ihm versprochen, sich persönlich um die Sicherheit seiner Tochter zu kümmern - zu viele Versprechen für Cheetahs Geschmack, wo es doch weit wichtigere Dinge für Junior Detective Sanders zu tun gab. Die Jedi konnte nicht einschätzen, welche Form von Schutz für Mister Trineer am geeignetsten war, doch es kümmerte sie auch nicht. Ihre Aufgabe war es, den Killer zu stoppen. Das war ihre Priorität.

Dass Sanders für die Nacht das Kommando über das Revier erteilt worden war, wunderte Cheetah ein wenig. Der Polizist, der ihr die Verantwortung übertragen hatte, hatte nur einen Moment zuvor bemerkt, dass sie eigentlich ihre Ruhephase hätte einhalten müssen, und trotzdem hatte er sie mit der zusätzlichen Aufgabe belastet. Das konnte allerdings auch zu ihrem Vorteil sein...


"Wir brauchen die Einsicht in die Personalakten nicht mehr."

Sprach Cheetah, als sie wieder zu dritt waren. Ihr Blick ruhte noch immer auf der geschlossenen Tür, durch die der Mann der Captain gerade nach draussen verschwunden war.

"Mister Trineer hat uns alles gesagt was wir wissen müssen."

Sie wandte sich wieder zu Sanders um.

"Vergessen Sie Detective Gram. Der Mörder ist Agathon."

Eine Zustimmung, die so sicher war wie etwas, das nur die Macht ihr geben konnte, bestätigte Cheetahs Gefühl.

"Es mag mit diesem Unfall zu tun haben, den Mister Trineer erwähnt hat. Agathon ist blind vor Trauer um seinen Sohn. Darum dieses Spiel. Er gibt den Jedi die Schuld."

Ihre Zusammenfassung war kurz und präzise. Und dann war da noch die Übereinstimmung der Namen...

"Edwardson. Das war der Name des Käufers der Kristallschlangen."

Die Spur, der sie mit der Journalistin nach gegangen war, und die sich als vermeintliche Sackgasse getarnt hatte, führte nun also doch zum Ziel.

"Es war Miss Cortinas Idee, dass wir diesen heraus finden."

Sagte sie mit Seitenblick auf Sheldon, bevor sie sich doch wieder an die Polizistin mit den hellen Haaren wandte.

"Da wäre doch noch etwas, das wir benötigen: Agathons Adresse, und die seiner Ex-Frau, wenn Sie sie besorgen könnten? Sheldon und ich werden ihm einen Besuch abstatten."

Denn er musste gestellt werden, um jeden Preis. An diesem Faden hingen gleich mehrere Leben.

"Sie sollten hier bleiben und die Stellung als Revierleitung halten, Junior Detective. Sie sitzen hier an der Quelle. Das könnte noch wichtig für uns sein."

- Naboo - Theed - Zentrum - Revier 12 - Captains Büro - mit Tionne und Cris -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Aldridge, Jules, Donnie, Dean Gram (verstorben) -

Deanna schenkte Noa ein aufrichtiges Lächeln, halb aus Dankbarkeit, halb aus Erleichterung darüber, das sie überhaupt noch irgendetwas registrierte. Jules wirkte völlig abwesend, fixierte Noa weiterhin mit seinen kräftigen Armen. Er war gerade definitiv in einer manischen Phase. Deanna fand überhaupt kein Mitleid in sich, auch wenn sie wusste, was ihn eventuell dazu getrieben hatte. Der Mann, den sie kannte, den gab es offensichtlich nicht mehr. Jules war weg, und würde nicht wieder kommen, er war tot.


„ Lass sie gehen. Komm, irgendetwas muss ich doch dafür tun können Julian.“

„Na als erstes nennst du mich wieder Jules. Wir kennen uns so unendlich lange, länger als dieses Schätzchen hier auf der Welt ist.“

Er schmunzelte, und strich dem frierenden Elend in seinen Armen, das hübsche Haar aus dem Gesicht.


„Okay Jules. Weist du was? Das reicht jetzt wirklich. Lass sie in Ruhe. Ich will diese Heizdecke für sie. Sag mir was ich dafür tun soll.“


„Er hat doch gesagt, das er sie nicht los lässt.“


Meldete sich Donnie hinter ihr zu Wort. Deanna machte das unglaublich wütend.



„Donald Agathon, ich habe dir schon die Windeln gewechselt, und selbst jetzt. SELBST JETZT hälst du noch den Mund, wenn ich es dir sage!“


Sie war alt, das stand fest, aber Deanna fühlte sich noch immer in der Lage, den Jungen zur Not zu überwältigen, wenn sie es musste. Ein Königreich für einen Blaster. Ihre Schnelligkeit, und Treffsicherheit, die hatte nicht wie der Rest mit dem Alter nachgelassen. Hätte sie einen Blaster gehabt, sie hätte Jules und seinem Bengel in Sekunden die Lichter ausgeblasen. Aber sie hatte keinen. Zu ihrer Erleichterung schwieg Donnie, und griff sie auch nicht an. Das war gut, der sehr fragile Status Quo blieb erhalten.


„Ich will dich! Dann bekommt Miss Cortina ihre Heizdecke“.


Deanna runzelte die Stirn, als Jules endlich seine Forderung stellte. Wie Sie? Oh nein. Deanna fühlte, wie ihr die Beine weich wurden, als sie ahnte was genau er wollte. Das kam überhaupt nicht in Frage! Auf dieser Ebene, würde sie sich auf gar keinen Fall von ihm entblößen und quälen lassen! Sollte er sie lieber schlagen und... der Blick der Polizistin viel auf Noa, sie sah ihr lange in die Augen. Sie hatte eben bewießen, das noch leben in ihr steckte, aber sie realisierte vermutlich nicht, wie schlecht sie aussah. Deanna wand den Kopf, und betrachtete ihren Sohn. Aldridge wirkte wacher als eben, und da er Jules Worte natürlich ebenso gehört hatte, musste sie sich nicht fragen, warum ihm stumme Tränen über die Wangen liefen.


„Nein nein Al, lass das sein. Wir gönnen ihm keine Tränen“.



Sie hielt einen ganzen Sturzbach zurück, für Aldridge, auch für Noa, aber auch für sich. Sie würde Jules wirklich keine Träne mehr schenken. Sie verbot es ihm innerlich, sich an dem Leid der jungen Leute zu ergötzen. Sie würde ihm gehorchen, für Al und Noa, vielleicht konnte sie ihn für heute satt machen, wenn sie ihm sich gab, komplett. Die Kinder mussten hier raus, sie mussten die Chance bekommen, und dafür brauchte es Zeit.


„Okay. Du willst mich, du kriegst mich.“

Und Jules wirkte, als könnte er es nicht fassen. Seine Stimme klang fast ungläubig, bevor sie direkt wieder in diesen gruseligen Singsang wechselte.


„Sehr gut! Ich nehm dich jetzt mit nach oben. Wenn ich mit dir fertig bin, kannst du die Heizdecke bekommen. Ich geb dir mein Wort“.



Wie gönnerhaft.


„Worauf warten wir noch?“


- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Aldridge, Jules, Donnie, Dean Gram (verstorben) -

 
- Naboo - Stadtrand - Ferienhaus der Trineers - Keller - Mit Jules, Deanna, Aldridge, Donnie -

Das kam überhaupt nicht in Frage. Nein, nein und nochmals Nein. Noa starrte Captain Trineer an und ihr Blick war eine Mischung aus Entsetzen und Missbilligung. Jules war ein Irrer, das stand inzwischen fest, aber dass er jetzt Deanna mit in in sein (oder besser gesagt in ihr) Schlafzimmer nehmen wollte und sie sogar zustimmte, ließ darauf schließen, dass sie mindestens genau so irre war. Sie konnte nicht einwilligen, mit ihm zu gehen, schon gar nicht um eine dämliche Heizdecke für Noa heraus zu handeln! Das war... das ging einfach nicht. Jules ließ Noa abrupt los und die Wärme seines Körpers verschwand mit ihm.

"Captain, nein."

Die Kälte in Noas Kopf ließ ihre Stimme nur zwei unvollständige Wörter formen und ihre Aufregung über die Situation tat ihr übriges dazu, dass Noa sich nicht mehr anständig artikulieren konnte. Sie wollte nicht, dass Trineer mit diesem Monster ging, nicht um Noas Willen. Noa brauchte keine Decke, sie brauchte keine Rettung. Sie konnte verdammt noch mal auf sich selbst aufpassen!

"Captain, ich bin okay. Ich brauche keine Heizdecke!"

Versuchte Noa der anderen Frau klar zu machen. Es stimmte nur zu Hälfte, aber das spielte keine Rolle. Noa würde das hier durchstehen, ob mit oder ohne Decke, ohne Decke würde einfach nur etwas länger dauern. Sie hörte, wie Jules hinter ihr lachte und drehte sich zu ihm um. Ihre Hände waren ihr noch immer auf den Rücken gefesselt. Es war eine scheiß Situation, wenn man fror und sich nicht einmal selbst umarmen könnte.

"Zu spät, Miss Cortina."

Sagte er.

"Aber sorgen Sie sich nicht. Ich komme wieder und wenn Dee mich zufrieden gestellt hat, bekommen Sie Ihre Decke. Ich bin ein Mann der sein Wort hält, wissen Sie?"

Es war die Abartigkeit in seiner Stimme, die Noa die Sprache verschlug. Er lächelte sie an, aalglatt, und es war das widerlichste Lächeln das sie je gesehen hatte. Er war wie der Schlächter, der das unschuldige Bantha-Lamm zur Schlachtbank führte und sich daran ergötzte, es leiden zu sehen. Deanna Trineer stand freiwillig auf um mit ihm zu gehen und Noa wollte ebenfalls aufspringen. Sie wollte sie boxen und schlagen und zur Vernunft bringen.

"Deanna!! Bleiben Sie hier!"

Noa schrie die andere Frau an. Verzweiflung und Wut.

"Ich werde Ihnen niemals verzeihen, wenn Sie mit ihm gehen! Ich will nicht, dass sie das tun!"

Es war klar, warum Jules Agathon Noa brüllen ließ. Er genoß die Show. Sie konnte es seinem zufriedenen Gesicht ansehen. Sie selbst fühlte sich ausser Atem. Doch es half alles nichts. Captain Trineer ging mit Captain Agathon und Noa wollte aus Frust und Ärger mit ihren Fäusten gegen den Boden schlagen.

- Naboo - Stadtrand - Ferienhaus der Trineers - Keller - Mit Aldridge, Donnie -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Donnie, Dean Gram (verstorben) -

„ Mein Vater, der besorgt es deiner Mutter gerade so richtig. So richtig, glaub mir, die ist nachher das erste mal so richtig zufrieden, wenn sie wieder kommt. Weist du? Mein Vater hat schon recht, dein Vater ist wirklich kein Mann, genau wie du keiner bist.“


Aldridge fühlte noch die Feuchtigkeit der Tränen auf seinen Wangen, als er Donnie anblickte. Das fettige Gesicht von Jules Ableger, das war nur einen Zentimeter von seinem entfernt...

„Donnie, ich denke....“


Aldridge beendete den Satz nicht, und lies seinen Kopf nach vorne schnellen. Er traf. Donnie brüllte auf, als ihm das Blut aus der Nase schoss. Aldridge hatte ihn mit der Stirn genau auf dem Nasenbein getroffen. Seine Stirn, mehr hatte er nicht zur Verfügung gehabt, seine Stirn und Wut und Schmerz. Tolle Waffen waren das. Er würde sie benutzen, jetzt und hier, denn er hatte keine Lust mehr auf den Wahnsinn. Aldridge beschloss zu sterben. Es reichte ihm.



„Ich denke, das selbst ich mehr Mann bin als du.“


Noa, die definitiv sehr viel mehr Eier hatte, als als beide Männer zusammen, die hatte sich aufgerafft, und versucht SEINE Mutter zu verteidigen. Sie konnte nicht einmal aufstehen, und hatte es versucht. Aldridge hatte gar nichts gemacht, er hatte geflennt, während seine geplagte Mutter gekämpft hatte. Sie lag vermutlich jetzt gerade oben im Schlafzimmer, oder auf dem verdammten Küchentisch, und ertrug unaussprechliches. Sein Herz krampfte sich beim bloßen Gedanken daran zusammen. Leider hörte es nicht einfach auf zu schlagen.

„Deine Freundin da, die kann dir schon bald bestätigen, das ich ein ganzer Kerl bin!“

Donnie deutete auf Noa, die sich eben die Seele aus dem LeiB gebrüllt hatte, und immer noch aussah, als wollte sie vor Wut, wie ein Termaldetonator explodieren.

„WAS EHRLICH? Willst du also, das sie vor Langeweile stirbt du dürrer Pisser? Hast du überhaupt schonmal bei einer Frau landen können? Oder bei nem Typen? Ich glaub nicht, dich findet keiner attraktiv. Und dein Daddy? Ich sag dir mal was. Dein Vater findet es doch scheisse, das Mikan tot ist, und du Lusche noch lebst.“


Endlich! Donnie hielt ihm den Blaster an die Schläfe. Los! Aldridge seufzte als Donnie die Blaster sofort wieder weg steckte. Warum beendete er das nicht endlich? Er ertrug es nicht mehr, eigentlich hatte er es nie ertragen. Ein Faustschlag traf ihn ins Gesicht, Aldridge war es egal. Stattdessen erinnerte er sich einfach an den Grund, aus dem er überhaupt heim gereist war. Nicky. Mit jedem Schlag, der ihn traf tauchten Bilder in seinem Kopf auf. Ihr erster Kuss, vor dem Appartmenthaus, der Sex, ihr zarter nackter Rücken am Morgen danach. Alles war danach rapide den Bach runter gegangen. Die dumme Kuh hatte doch nur Angst, das Miranda sauer sein könnte. Als wenn das eine Rolle gespielt hätte. Er liebte seine Schwester, und er liebte Nicky. Fakt. Ein weiterer Schlag traf ihn, und Aldridge spürte gar nichts mehr. Die Angst und sein empfinden für Schmerz, die waren weg. Alles war weg.

„Du Noa? Um deine Frage endlich ehrlich zu beantworten.“


Er hatte geklungen, als würden die beiden am Frühstückstisch sitzen, und er hätte sie um den Sportteil der Zeitung gebeten, oder um die Marmelade.

„Das Waxen hat verdammt weh getan; mehr als die Streicheleinheiten von dieser süßen Braut hier.“

Er verzog sein Gesicht zu einem Grinsen, zum Glück erinnerte er sich, welche Muskelgruppen man dazu aktivieren musste. Seit eben wusste er einfach nicht mehr wie das alles ging. Aldridge kassierte einen weiteren Schlag. Tat gar nicht weh.

„Ich hätte gerne noch ein Bier mit dir getrunken. Ich kann dich gut leiden, du altes Biest.“

Biest, das innigste Kompliment, das er ihr gerade machen konnte.

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Donnie, Dean Gram (verstorben) -
 
- Naboo – Theed – Masaos und Salomés Wohnung – Mit Salomé –

Unten auf der Straße warteten die Fotografen. Es war dunkel, doch Akemi konnte die Lichter ihrer Speederbikes sehen und ihre Silhouetten, wie sie sich vor dem Eingang zum Park bewegten. Der Wohnkomplex, in dem ihr Bruder und seine Frau eine Wohnung besaßen, lag in einem ruhigen Viertel Theeds auf einem Hügel. Die Wohnung befand sich in einem der oberen Stockwerke, mit einem fantastischen Ausblick über diesen Teil der Stadt. Bei Tag konnte man weit sehen und bei Nacht verwandelte sich die Stadt am Fuße des Hügels in ein mystisches Lichtermeer. Eigentlich hatte Masao seiner Schwester untersagt, hierher zu kommen, um die Papparazzi, die ihr so oft folgten, von seinem Zuhause fern zu halten. Er wollte nicht, dass sie sich angewöhnten, hier auf Akemi zu warten, oder ihn und Salomé, oder seine Nachbarn, belästigten. Heute war Akemi trotzdem gekommen. Ausnahmen bestätigten für gewöhnlich jede Regel. Im Licht eines Scheinwerfers sah sie, wie weit unter ihr einer der Männer Kaffeebecher an seine Kollegen verteilte. Sie würden so lange ausharren, bis die Schauspielerin, deren Foto bares Geld für sie bedeutete, später am Abend wieder das Gebäude verließ und in ihren Gleiter stieg. Masao würde sich ärgern, wenn er nach Hause kam und die Fotografen sah, aber das war Akemi ausnahmsweise egal. Er würde sich heute noch über ganz andere Dinge ärgern.

„Möchtest du Sahne auf deinen Sirup?“

Salomés Rufen erreichte Akemi im Wohnraum und vertrieb ihre Gedanken.

„Ja, bitte.“

Sie drehte dem Fenster und allem, was dahinter lag, den Rücken zu und folgte Salomé in die Küche. Hier, wie auch im Rest der Wohnung, wirkte alles aufgeräumt und steril. Grau und weiss waren die vorherrschenden Farben, die Oberflächen von Schränken und Schaltflächen glänzten makellos. Die Einrichtung hatte etwas zeitloses an sich, ohne auffällige Farben oder Muster, die in zehn Jahren niemand mehr sehen wollte, und Akemi kam es so vor, als wären die Möbelstücke von jemandem entworfen worden, der nichts für unnötige Verzierungen oder Verschönerungen übrig gehabt hatte. Minimalistisch nannte man den Stil, hatte Masao ihr erklärt. Als Architekt kannte er sich aus. Er liebte alles, das klassisch und zugleich modern war und passte damit gut zu Salomé, die genau der Typ war, der alle diese Möbel entworfen haben könnte. Akemis Schwägerin war eine zielorientierte Frau, die genau wusste was sie wollte, beruflich wie privat. Sie war geradeaus und offen in ihrer Kommunikation, schmierte niemandem Honig um den Mund und hielt sich nie mit langen, überflüssigen Erklärungen auf. Wann immer sie etwas erzählte, war die Geschichte kurz und prägnant, nicht wie bei Masao, der sich gerne in Details verzettelte. Eigentlich passten sie gar nicht richtig zusammen, aber ihre Beziehung funktionierte trotzdem. Salomé war jedenfalls schnell genervt, wenn ihr etwas zu lange dauerte und zu nichts führte. Umso überraschter war Akemi, dass sie nach fast jedem Details von Richards Heiratsantrag gefragt hatte. Die Sache mit Salomé war, sie wirkte nach aussen hin zwar oft sachlich und kühl, doch in Wirklichkeit war sie, ganz tief in sich drin, eine hoffnungslose Romantikerin.

"Also, wo waren wir stehen geblieben?"

Sie reichte Akemi ihr Glas.

"Vorsicht, heiss."

Akemi zog sich die langen Ärmel über die Finger und packte das Glas mit dem improvisierten Handschuh. Der Sirup war sonnengelb, ziemlich dickflüssig und roch fast übertrieben süßlich. Salomé servierte ihn warm, um den Geschmack der Lippa-Früchte noch zu verstärken.

"Du hattest erzählt, wie Richard das ganze Orchester weg geschickt hat."

Erinnerte Salomé an den letzten Part der Geschichte, den Akemi ihrer Schwägerin während des Essens erzählt hatte, bevor sie beschlossen hatten kurz zu unterbrechen, um den Tisch abzuräumen und sich eine süße Nachspeise aus der Küche zu besorgen. Sie hatten ohne Masao zu Abend gegessen. Wenn er so spät kam wie heute, pflegte er bereits im Büro eine Mahlzeit zu sich zu nehmen.

"Ach ja, genau."

Akemi lief puterrot an und Salomé grinste wissend. Sie wartete nur darauf, dass die Geschichte in eine eindeutige Richtung ging

"Danach hatten wir die Pools für den Rest des Nachmittags ganz für uns allein."

Die "Pools" waren die Quellen in den Tropfsteinhöhlen der Gallo Mountains gewesen, natürliche Becken voll warmen Wassers, dem man besondere Heilkräfte zusprach und in dem zu baden wunderbar angenehm war, besonders wenn man gerade zuvor einen Heiratsantrag angenommen hatte und voller Glückshormone steckte. Die Stimmung und der Ort hätten romantischer nicht sein können.

"Klingt, als hätte Richard wirklich an alles gedacht, selbst an Badekleidung."

Das Gesicht, das Akemi auf diese Bemerkung hin machte, brachte Salomé zum Schmunzeln.

"Keine Sorge, ich frage nicht nach weiteren Details."

Sie hob beschwichtigend die Hände und ersparte Akemi, vor Scham im Boden zu versinken. Im Gegensatz zu Salomé, die mit zwei Schwestern aufgewachsen war, war es Akemi nicht gewohnt, mit anderen Mädchen oder Frauen intime Details auszutauschen. Sie hatte nie eine Freundin gehabt, der sie sich in dieser Richtung hätte anvertrauen können und war auch gar nicht sicher, ob sie das gewollt hätte. Farlone war natürlich immer sehr gesprächig und hatte Akemi selbst schon die pikantesten Geschichten aus ihren vielen Beziehungen erzählt, doch das waren stets einseitige Gespräche. Farlone redete wie ein Wasserfall und Akemi hörte zu, wie das stille Wasser, das sie in solchen Situationen war. Sie glaubte, dass sie das von ihrer Mutter hatte. Miu Akanato hätte sicher zugestimmt, dass das, was zwischen Mann und Frau geschah auch zwischen diesen beiden bleiben sollte. Nicht, dass sich Akemi jemals gewagt hätte, ein solches Thema gegenüber ihrer Mutter auch nur anzuschneiden.

"Akemi, ich freue mich für euch, ehrlich."

Salomé hatte zu der ernsten Persönlichkeit zurück gefunden, die sie meistens war.

"Ihr seid ein schönes Paar und ihr versteht euch gut. Ich glaube, ich habe noch nie erlebt, dass ihr mal nicht einer Meinung gewesen wäret."

"Das stimmt, wir streiten eigentlich nie."

Akemi war wieder von der Küche in den Wohnraum voran gegangen.

"Eine gute Voraussetzung, oder?"

Sie setzten sich wieder an den ovalen Esstisch und Akemi stellte ihre Tasse vor sich auf dem Tisch ab. Sie waren fast drei Stunden in den Höhlen der Gallo Mountains geblieben, Richard und sie, während es draussen in Strömen geregnet hatte, hatten den Tag langsam ausklingen lassen und sich später von einem Gleiter abholen lassen, der sie zurück nach Dee'ja Peak gebracht hatte. Das war jetzt fast zwei Wochen her und bisher wusste noch niemand etwas von ihrer Verlobung, ausser der neugierigen Mrs. Barson, die Akemis neuen Ring schon am Tag darauf beim Frühstück gesichtet hatte, und Venecia, ohne die Richard das alles gar nicht hätte planen können.

"Und was habt ihr dann noch gemacht? Seid ihr abends essen gegangen?"

Fragte Salomé nach. Sie wusste es jetzt auch. Akemi hatte entschieden, es zuerst ihrem Bruder und danach ihren Eltern zu erzählen, doch weil sie sich Masaos Reaktion sehr unsicher war, hatte sie Salomé eingeweiht bevor sie mit ihm sprach, und sie um Rückendeckung gebeten.

"Nein, wir haben es uns Zuhause gemütlich gemacht. Richard hat gekocht. Es war wirklich ein richtig schöner Tag, einer den ich nie vergessen werde."

Vom Flur her hörten sie Geräusche, als sich die Appartmenttür öffnete. Die beiden Frauen tauschten einen Blick.

"Da ist er."

Akemi umklammerte ihre Tasse mit beiden Händen. Es war eigentlich unnötig, nervös zu sein, sie teilte ihrem Bruder lediglich eine Neuigkeit mit und hatte sogar schon parat, was sie sagen wollte. Trotzdem fühlte sie sich auf einmal unruhig. Zu heiraten war eben ein großes Thema.

"Guten Abend."

Masao betrat den Raum und sie konnte beteits sehen, dass er genervt war. Er begrüßte seine Frau mit einem Kuss. Akemi präsentierte er ein angestrengtes Stirnrunzeln.

"Hatten wir nicht darüber gesprochen, dass du nur inkognito hier her kommst?"

Natürlich war er wegen der Fotografen sauer.

"Ich weiss, tut mir Leid. Ich hab's versucht."

Antworte Akemi einsichtig. Es war kein besonders guter Start für ihr Gespräch. Masao sah sie verständnislos an.

"Versucht, unbemerkt weg zu fahren, meine ich."

Ergänzte sie.

"Wie gesagt, tut mir Leid. Kommt nicht wieder vor."

"Es ist ja kein Drama."

Salomé zwinkerte ihr zu.

"Willst du dich nicht setzen, Schatz?"

Masao schien zu überlegen, zog seine Jacke aus und warf sie über einen Stuhl. Er stand jetzt hinter Salomé und massierte ihr die Schultern.

"Und mich an euren Frauengesprächen beteiligen?"

Feixte er, jetzt schon besser etwas besser gelaunt.

"Ich wette, du würdest es gar nicht so uninteressant finden."

Salomés Stimme klang pragmatisch. Wo andere Frauen charmant geflirtet hätten, ließ sie pure Sachlichkeit sprechen. Sie war oft unnahbar und Akemi vermutete, dass genau das sie so anziehend für Masao machte. Das, und dass sie ihn intellektuell heraus forderte.

"Ich muss dir was erzählen."

Mit ihrer Ankündigung zog Akemi Masaos Aufmerksamkeit auf sich. Er setzte sich.

"Okay, worum geht's?"

Sein Tonfall verriet, dass er mit schlechten Neuigkeiten rechnete. Die Tasse in Akemis Händen war inzwischen nicht mehr ganz so warm, doch es tat noch immer gut etwas zu haben, woran sie sich fest halten konnte.

"Weisst du noch, als Mama bei eurer Hochzeit sagte, sie hoffte, dass ich eines Tages in ihren alten Brautkleid heiraten würde, aber es bis dahin noch lange hin wäre, weil ich ja noch immer ihr kleines Mädchen bin?"

"Ja... ich erinnere mich."

Erwiderte er vorsichtig. Akemi atmete tief in den Brustkorb ein, wie um sich zu wappnen.

"Tja, ich... bin inzwischen doch nicht mehr ganz so klein."

Es auszusprechen, ihm gegenüber, war noch schwerer als sie gedacht hatte. Mit Salomé zu reden war ihr dagegen ganz leicht gefallen. Masao sah sie an und schüttelte den Kopf.

"Du sagst nicht, was ich denke das du sagst, oder?"

Oh doch.

"Richard und ich haben uns verlobt."

Akemi holte den Ring aus ihrer Tasche. Sie trug ihn noch nicht regelmäßig, weil sie nicht damit hatte fotografiert werden wollen bevor es offiziell war. Jetzt steckte sie ihn sich an den Finger. Sie liebte, wie er glitzerte.

"Ich habe es befürchtet."

Und genau wie sie im Stillen geahnt hatte, verdarb Masao den Moment.

"Hast du überhaupt eine Ahnung, was du tust?"

Er klang ernsthaft sauer. Akemi schluckte und zwang sich, ruhig zu bleiben.

"Hälst du mich für so unreif, dass du das in Frage stellst?"

Konterte sie.

"Ja. Ehrlich gesagt tue ich das."

"Warum?"

Und auf einmal war sie den Tränen nahe. Es sollte eine glückliche Neuigkeit sein, ein wichtiger, wunderbarer Schritt in Akemis Leben.

"Warum kannst du dich nicht einfach mit mir freuen?"

"Weil er verbohrt ist."

Mit einem Blick, der jeden gestandenen Mann zum Schweigen gebracht hätte, zeigte Salomé ihrem Mann, was sie von ihm und seinen Kommentaren hielt. Die Message wirkte: zum Schweigen gebracht verschränkte Masao die Arme vor der Brust, als wolle er sich einigeln. Keiner sagte mehr etwas. Der Ring an Akemis Finger glitzerte einsam vor sich hin, während sie ihre Hand leicht hin und her drehte, um das Licht der Deckenlampe in dem Diamanten zu fangen. Sie hatte mit Widerstand gerechnet, darum hatte sie auch unbedingt hier her kommen wollen, statt sich in einem Restaurant mit Masao zu treffen, wo es in der Öffentlichkeit zu einer unschönen Szene hätte kommen können. Eigentlich wollte sie nur dieses Ereignis in ihrem Leben mit ihm teilen. Sie selbst erinnerte sich daran, wie glücklich sie für ihn gewesen war, als er Salomé geheiratet hatte. Er war von Anfang an verrückt nach ihr gewesen, ohne sich ihrer jemals wirklich sicher zu sein. Selbst als er ihr seinen Antrag gemacht hatte, hatte er mit jeder Antwort gerechnet. Das war Salomé: undurchschaubar und unberechenbar. Akemi hatte sich für sie beide gefreut. Sie war aufgeregt gewesen, eine Schwester zu bekommen. Dass Masao nicht einmal ansatzweise so über Richard dachte, war ihr klar. Die beiden verstanden sich, doch zwischen ihnen lagen Welten. Trotzdem wünschte sie sich, dass ihr Bruder sie unterstützte. Konnte er nicht sehen, wie gut es ihr mit Richard ging?

"Alles was du siehst, ist unser Altersunterschied, stimmt's?"

Wollte sie wissen.

"Ja."

Er gab sich nicht die Mühe, es zu leugnen, was ohnehin sinnlos gewesen wäre.

"Aber sollte das nicht eher mein Problem sein? Wenn ich damit doch zurecht komme, warum machst du es dann zum Thema?"

"Das ist ein gutes Argument."

Mischte sich Salomé wieder ein und diesmal war es an Masao, ihr einen giftigen Blick zuzuwerfen. Scheinbar hatte er seinen Mut wieder gefunden.

"Schlägst du dich jetzt auf ihre Seite?"

Fragte er angefressen. Sie verzog keine Miene.

"Ich sehe die Situation von einem neutralen Standpunkt aus."

"Siehst du, das kann ich nicht. Ich bin ihr großer Bruder, ich bin nicht neutral."

"Das ist wahr."

Salomé griff nach seiner Hand.

"Aber vergiss nicht, dass alle kleinen Schwestern eines Tages erwachsen werden."

In seinem Blick konnte Akemi sehen, dass er sich gegen diesen Gedanken wehrte. Masao war lange ihr Beschützer gewesen. Er hatte sie über Monate hinweg gesucht, als sie mit 15 Jahren verschwunden und Cris zum Geheimdienst gefolgt war. Er war es gewesen, der ihre Familie in dieser Zeit zusammen gehalten hatte. Später war er ihr Manager geworden, hatte sich sogar beruflich um sie gekümmert, bevor er diese Aufgaben an Gynt abgegeben hatte. Es war nicht einfach für ihn, los zu lassen, und Salomés Worte machten Akemi dies zum ersten Mal so richtig bewusst. Trotzdem war er nicht für sie verantwortlich. Dass er Bedenken hatte, war sein gutes Recht. Er hatte sie ihr mitgeteilt. Nun war es an Akemi zu entscheiden, ob sie seinen Rat befolgte oder nicht.

"Du hast gesagt, ihr würdet keine gemeinsame Zukunft planen."

Erinnerte er sie.

"Du wolltest das nicht."

"Das ist lange her."

In der Zwischenzeit hatte sich viel verändert. Masao seufzte.

"Wenn es das ist, was du willst..."

Er zuckte mit den Schultern.

"Du brauchst meine Zustimmung nicht."

Obwohl es wohl ein Entgegenkommen sein sollte, klang Masaos Stimme ungewohnt distanziert.

"Nein, das ist wahr, aber ich hätte sie gerne gehabt."

Er sah sie lange an, schüttelte den Kopf.

"Willst du, dass ich etwas sage, das ich nicht so meine?"

Es blieb bei diesen Worten. Akemi hatte nicht mehr viel darauf geantwortet. Dunkle Schatten tanzten auf der Straße. Die Reporter waren weniger geworden. Einige der Papparazzi hatten die Warterei aufgegeben und waren aufgebrochen zu sich lohnenderen Zielen. Trotzdem schlug Akemi grelles Blitzlichtgewitter entgegen, als sie den Gebäudekomplex verließ und in ihren Gleiter stieg. Abgeschirmt von ihrer Sonnenbrille zwengte sie sich an den Fotografen vorbei in den Schutz ihres Fahrzeugs, zurück hinter die getönten Scheiben. Auf Fotos wirkte sie in solchen Momenten unnahbar, wie der Star der sie war. Heute war einer der wenigen Tage, an denen sie sich kein bisschen so fühlte. "Gib ihm etwas Zeit.", hatte Salomé ihr beim Abschied geraten und sie feste gedrückt. Akemi dachte an Richard, der in Dee'ja Peak geblieben war um zu schreiben, und wie sehr sie sich darauf freute, wieder bei ihm zu sein, auch wenn Masao es noch so wenig verstand.

- Naboo - Theed - Gleiter -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Dachgeschoss - Schlafzimmer - Jules, Deanna -

Das altmodische Chronometer an der Wand tickte. Jules und Deanna standen sich gegenüber, und sagten nichts. Neben ihnen, das gemachte Ehebett. Jules richtete seinen Blaster nach wie vor auf sie, Deanna hatte ihre gefesselten Hände noch immer zu Fäusten geballt.


„Zieh dich aus.“

Das Chrono tickte.


„Das hier, das hätte ich trotz allem nicht erwartet.“

Ein Gong kündigte den Anbruch einer neuen Stunde an.

„Halt deinen Mund, und zieh dich aus.“

Die geballten Fäuste lösten sich, und schlanke Hände machten sich daran, die Knöpfe der Uniform zu lösen. Sie tat es wirklich, Jules wunderte sich, er hatte erwartet, das sie sich lieber einen Blaster in den Mund stecken lassen würde, als das zu tun. Vermutlich, nein ganz sicher tat sie das für die beiden Luftwegatmer unten im Keller. Sie musste doch erkennen, das er am Ende ohnehin alle töten würde. Die Uniformbluse viel zu Boden, das Marineblaue Untershirt, das er selber gerade trug, trat hervor. Deanna, zog es aus. Jules Blick viel auf die entblöste Haut, seidig und glatt war sie.

„Weiter!“

Wies er sie an, und deutete mit seinem Blaster auf den schwarzen BH, der sie vor der Entblößung bewahrte. Dee wirkte, als sie der Aufforderung nachkam einfach nur angeekelt. Als Donnie, diverse Frauen, die für die große, heilige Mission gefallen waren, gezwungen hatte sich zu entkleiden, da waren mit den letzten Hüllen, die kläglichen Reste, ihres emotionalen Schutzes gefallen. Bei Dee war es sicher nicht anders, doch die Uniform in ihrem Kopf. Die die er ihr nicht wegnehmen konnte, die hielt sie bei der Stange.

„Hände weg.“

Das Ticken des Chronometers wurde plötzlich sehr laut, als sie die schützenden Hände von ihren Brüsten nahm. Jules, streckte seine Hand aus, wie bei Noa eben, und zog sie direkt wieder zurück. Ihr Anblick löste keine Lust in ihm aus. Im Gegenteil, er schämte sich sehr, ihr das gerade angetan zu haben. Sie sollte gar nicht hier sein. Er hatte sie so schrecklich lieb, seine Schwester von einer anderen Mutter. Wieso war das eben über ihn gekommen? Das spielte keine Rolle mehr. Er widerstand dem Drang, sofort den Kleiderschrank hinter sich auf zu reißen, um ihr einen Pullover zu reichen. Er musste stark bleiben, er durfte keine Schwäche zeigen! Gefühle nach hinten, die Mission nach vorn. Die Mission war wichtig, hinter ihr stand alles andere an.

„Dreh dich um, und zieh dich weiter aus. Dein Blick verdirbt mir die Laune!“

Er bekam die Gelegenheit, sich selbst um zu drehen. Das war ideal, sie wusste nicht, das er nicht hinsah. Und ein gutes hatte die Sache, er hatte einen Weg gefunden sie zu besiegen. Er hatte sie besiegt! Wie Noa eben... Er wusste schon genau, wie er Noa töten würde. Sie würde nicht durch einen Blaster, oder den zum Pseudolichtschwert aufgehübschten Brenner. Er würde sie einfach tot schlagen, mit bloßen Fäusten. Das dauerte, und war schön an zu sehen. Sie würde für immer als vermisst gelten, denn er enzog ihr hiermit das Recht, an der großen Mission teil zu nehmen. Ab in den Paonga See mit ihr, wo das teils gewaltige Wassergetier, ihren zerschundenen Körper fressen würde. Donnie würde aber vorher, das erste mal grünes Licht bekommen. Sollte er sich an ihr austoben, seine DNA an ihrem Körper würde die Seeungeheuer nicht kümmern.

„Noa ist unterkühlt, sie braucht diese Decke. Was immer du tun willst, tue es jetzt.“

Jules sah vorsichtig über seine Schulter, Deanna hatte sich komplett entkleidet, stand mit dem Gesicht zur Wand da und atmete schwer.


„Du hast Angst vor mir.“

Stellte er mit ruhiger Stimme fest, sie wusste nicht, das es ihm in der Seele weh tat. Er musste das trotzdem irgendwie durchziehen.

„Ich habe Angst um die Kinder im Keller, vor dir habe ich keine Angst.“

Jules schmunzelte und senkte den Blick, natürlich hatte sie keine Angst vor ihm, sie kannte ihn besser als jeder Mensch, sogar besser als Elise. Ein wahres Wunder, das er es geschafft hatte, seine Mission und seine Taten so lange vor ihr geheim zu halten.

„Leg dich aufs Bett, aber auf den Bauch.“

Deanna tat es sofort, allerdings nicht ohne noch aus zu teilen.

„So einer bist du also. Hast du all deinen Opfern nicht ins Gesicht sehen können, als du sie gequält hast ja?“

Sie hatte doch keine Ahnung! Jules kniete sich auf Kopfhöhe neben sie ans Bett. Sie legte den Kopf zur Seite, und blickte ihn mit fast ausdruckslosem Gesicht an.

„Du hast doch keine Ahnung Dee. Verstehst du denn nicht warum ich das alles machen musste? Warum ich noch viel mehr tun muss? Die Jedi sind eine Gefahr, die mitten unter uns Leben, was ist, wenn sie eines Tages beschließen die Macht in der Republik zu übernehmen? Wer sollte sie aufhalten, wenn sich alle vertrauensseelig in Sicherheit wiegen.Was ist, wenn sie alle so willkürlich handeln wie Meister Skondras? Es wurde ihm zu anstrengend, deswegen musste Mikan mit dem Gleiter abstürzen! Ich musste vortäuschen, ein Jedi zu sein, ich musste so drastisch handeln, für die große Sache. Glaub mir! Am Ende sind all die guten Leute, die ich töten musste, die auch Donnie töten musste, doch nicht umsonnst gestorben. Am Ende, wenn die Menschen von Naboo, verstanden haben das die Jedi eine Gefahr sind, dann wird uns das alle retten. Dich und Aldridge leider nicht mehr, aber Miranda wird leben, das verspreche ich dir.“

Dee runzelte die Stirn, dann lachte sie laut auf.

„Oh Gott Jules, du bist zu lesen wie ein Buch. Soll ich dir mal sagen, was meine Sicht der Dinge ist?“

Jules grinste zurück, und hielt ihr den Blaster gegen die Schläfe.


„Schieß los.“


Lustige Wortwahl.


„Das letzte bisschen in dir, das von dem anständigen Mann, der du mal gewesen bist, übrig geblieben ist, das muss sich eine Ausflucht suchen. Die Mission, die ach so gefährlichen Jedi, so ein ausgemachter Unsinn. Miss Cortina hatte schon recht, du gehst auf Familien los, weil du eifersüchtig bist. Mikan ist weg, Donnie hat Angst vor dir, und Elise hatte dich satt. Das hat dich so wütend gemacht, das du los gezogen bist. Dumm ist nur, das du eitler Pfau, kein Konzept hast. Ich hasse mich dafür, das ich die Augen nicht richtig aufgemacht habe, das ich dir vertraut habe. Hätte ich eher kapiert, was du bist, ich hätte dich erschossen.“

Jules wiederstand dem Drang, durch ihren Kopf ein Loch in das Kissen zu brennen. Sie analysierte ihn? Wie einen reudigen Verbrecher? Sie drückte ihm einen Stempel auf? Sie glaubte ihm nicht? Ein Lächeln huschte auf seine Züge. Deanna war gestresst, deswegen erkannte sie die Wahrheit nicht. Er beschloss, ihr zu vergeben, das sie Fehlgeleitet war.


„Du bist gestesst meine liebe Freundin. Das sehe ich dir nach, und jetzt mach die Augen zu und den Mund auf.“

Deanna schloss die Augen, und öffnete den Mund, ihr Atem ging wieder schwerer.


„Entspann dich doch, ich wette sowas ist dir nicht unbekannt. Wobei vielleicht doch, dein Waschlappen hätte nicht genug Mum, dich um so etwas zu bitten.“


Jules stand auf, und zog sich den Reißverschluss seiner Uniformhose auf.

„Dreh dich auf den Rücken.“


Als sie es tat, wand er den Blick nicht von ihrem Gesicht ab, er wollte sie nicht nackt sehen.

„Mach den Mund weiter auf! NA LOS!“


Er schob ihr den Lauf, seines Blasters in den Mund. Der Blick den sie auflegte, nachdem sie verstanden hatte was vor sich gegangen war, der war mit 100.000 Credits nicht zu bezahlen. Jules brüllte vor Lachen auf.

„Oh Mann Dee! Hast du denn wirklich geglaubt, ich lege Hand an dich? Ich nasche doch nicht von Grahams Reste Teller.“

Er lies den Blaster in ihrem Mund.

„Ich bin ein Mann von Ehre, liebste Freundin. Ich gebe dir die Decke mit in den Keller. Ich werde dich nicht vögeln, das reizt mich nicht. Allerdings denke ich, das ich was dafür bekommen sollte. Du wirst mir Fragen beantworten, alle, die ich dir stelle, und du wirst sie ehrlich beantworten. Für jede Frage, bekommst du ein Kleidungsstück. Beantwortest du nichts, schicke ich dich nackt zurück in den Keller. Bin ich nicht gütig?“

Er zog den Blaster aus ihrem Mund, und bedeutete ihr sich auf zu setzen. Dee kam der Vorderung nach, ihre Augen waren feucht. Er hatte ihre Nerven offensichtlich ordentlich strapaziert.


„Du hast Angst vor mir nicht wahr?“


„NEIN, ich habe Angst um meinen Sohn, und auch um Noa. Stell deine Fragen..“


- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Dachgeschoss - Schlafzimmer - Jules, Deanna -
 
- Naboo - Stadtrand - Ferienhaus der Trineers - Keller - Mit Aldridge und Donnie -

So richtig wusste Noa nicht, was sie denken sollte. Hatte Aldridge sie gerade ein altes Biest genannt? Der Typ kannte sie überhaupt nicht! Wie kam er auf die Idee, dass sie ein Biest war? Sie war nur nett zu ihm gewesen, die ganze Zeit! Sie war sogar hier um ihn zu retten, quasi. Die Chancen dafür standen zwar momentan nicht besonders gut, aber das war schließlich nicht Noas Fehler. Sie konnte höchstens was dafür, dass Jules sie für gefühlte Stunden in die Gefrierkammer gesperrt hatte, aber nicht dafür, dass er Aldridge halb erstochen hatte und Donnie ihn gerade grün und blau schlug. Zumindest letzteres war einzig und allein Aldridges Schuld. Woher hatte er auf einmal diese große Klappe? Dass er überhaupt noch aufrecht sitzen und reden konnte war eigentlich schon ein Wunder. Leider tatenlos musste Noa mit ansehen, wie Donnie sich Aldridge vorknöpfte, wie der schmale Typ den Schrank vermöbelte, an den er er sich im normalen Leben niemals ran getraut hätte. Es war eigentlich nicht schwer zu erraten, was Aldridge plötzlich so wahnsinnig machte. Seine Mutter hatte gerade eines der wohl größten Opfer gebracht, das eine Frau bringen konnte. Noa war wütend auf sie deswegen. Sie hätte das niemals tun dürfen. Wäre es gewesen um Aldridges Leben zu retten, okay, aber nicht um Noa eine Decke zu besorgen! Sie fühlte sich von Minute zu Minute besser. Sie würde nicht sterben, jedenfalls nicht an der Kälte, und sie brauchte niemanden, der ihr half, auch wenn sie gerne nachgeschaut hätte, ob ihr rechter großer Zeh, in den noch immer kein Gefühl zurück gekehrt war, möglicherweise abgefroren war. Sie hatte gehört, dass so was passieren konnte und wenn das der Fall war und sie lebend hier raus kommen sollte, würde sie den Staat Naboo, oder wen auch immer, auf lebenslanges Schmerzensgeld verklagen. Mindestens. Trotzdem, nichts war so schlimm, dass Deanna Trineer sich dafür opfern musste.

"Aldridge..."

Noa setzte an, etwas zu ihm zu sagen, doch sie wusste nicht, was. Stattdessen schüttelte sie nur den Kopf. Wenn er Donnie weiter so provozieren würde, würde der ihm seine Nase zum vermutlich hundertsten Male brechen. Sie wusste, dass es schwer war, ruhig zu bleiben, wenn man wütend und verzweifelt war und die eigenen Emotionen sich überschlugen. Man benötigte ein Ventil, um den Dampf abzulassen, niemand konnte das besser verstehen als sie, doch Aldridge bezweckte rein gar nichts mit seinen Beleidigungen gegenüber Donnie. Er befand sich in der schwächeren Position, das konnte selbst Noa sehen, und alles was er tat war, seine Chancen auf eine Flucht weiter zu dezimieren. Wie wollte er Donnie und Jules überwältigen, wenn er kaum aufrecht stehen konnte? Die Gelegenheit würde sich bieten, daran mussten sie glauben, und dann musste er fit sein. Er musste in de Lage sein, zumindest einen Fuß vor den anderen zu setzen.

"Donnie, denkst du, du könntest uns etwas zu essen bringen?"

Fragte sie schließlich, nicht weil sie wirklich daran glaubte, dass er das tun würde, sondern um Jules' Sohn von Aldridge abzulenken. Inzwischen war längst klar, dass Donnie ohne die Erlaubnis seines Vaters gar nichts tun durfte. Entweder war er einfach nur dumm oder einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Vielleicht auch beides.

"Nur eine Kleinigkeit, ich habe Hunger."

Und das hatte sie wirklich, jetzt wo sie darüber nach dachte, und ausserdem musste sie aufs Klo.

- Naboo - Stadtrand - Ferienhaus der Trineers - Keller - Mit Aldridge und Donnie -
 
- Naboo - Theed - Zentrum - Revier 12 - Captains Büro - mit Sheldon, Cheetah -

Ihr ging das definitiv zu schnell, ein paar Informationsfetzen von Mister Trineer, und schon glaubte Cheetah, das der Captain der Mörder war? Tionne brummte der Schädel, weswegen sie sich mit Daumen und Zeigefinger direkt über ihrer Nase die Stirn rieb.


„Meisterin, Ihr bekommt die Adressen“.


Aber auch nur weil Ihr eine Jedi seit, fügte sie mental noch an. Wer war sie denn, das sie jemanden infrage stellte, der mit den Wegen der Macht vertraut war? Mit diesem existierenden, aber für sie als normalen Menschen überhaupt nicht (be)greifbaren, Äther. Dennoch, trotzdem Tionne gerade nicht wirklich im Sinne des TPD handelte, sondern ihren eigenen Idealen folgte, musste sie noch etwas anmerken.


„Wir brauchen handfeste Beweise, die vor einem Richter, und im Extremfall vor einer Jury bestand haben.“

Sie sah Sheldon und der Cathar prüfend in die Augen, und fasste zusammen, was sie dachte.

„Wenn Sie recht behalten, und er der Mann ist den wir suchen.... Wenn Sie ihn dazu noch finden, wäre es am besten, wenn wir ihn lebend bekommen. Wenn Agathon ein Verfahren bekommen würde, wäre das Balsam für die Stadt, und gut für das TPD. Das Vertrauen in uns schwindet bei einem Teil der Bevölkerung, und das leider zurecht.“

Es war eigentlich gut, das Cheetah mit Sheldon allein los wollte. Gut möglich, das die Jedi nur vorgeschoben hatte, das es besser wäre wenn sie hier die Stellung halten würde. Tionne würde ihren Kopf nicht schon wieder hin halten müssen, obwohl sie es ohne zu zögern getan hätte. Elis Chancen, seine Mutter noch ein bisschen zu behalten, die standen extrem gut. Vor diesem Fall, hatten größere Gefahren niemals wirklich zur Debatte gestanden. Die Kollegen von Lianna, Corellia und all den anderen Planeten in der Republik, die waren in der Regel sehr viel gefährdeter, als man es als Polizist auf Naboo war.


„Ich suche jetzt eben die Adressen raus.“


Gab Tionne an, und setzte sich hinter den großen massiven Schreibtisch der Captain. Der in das dunkle Holz der Tischplatte eingearbeitete Projektor, lies die Daten nur ein paar Eingaben, der Naboo später, vor ihnen in der Luft schimmern. Neben Agathons Adresse, flackerten seine Eckdaten auf.

„Oh er hat noch einen Sohn, das wusste ich gar nicht. Donald Agathon, 26 Jahre alt.“


Tionne runzelte die Stirn, als sie seine Adressdaten ebenfalls raussuchen wollte. Die Daten seiner ID brachten kurioses hervor.

„Er lebt bei seinem Vater, in dem Alter doch sehr verwunderlich.“

Konnte das...ja das konnte es.


„Die Morde die bisher begangen wurden, sind mit solcher Brutalität durchgeführt worden... Es wurden stets immer mehr als eine Person hingerichtet.... Wenn wir der Theorie Agathon folgen, muss ich sagen, das ich diesem alten untrainierten Mann, nicht zutraue das alleine getan zu haben...“


- Naboo - Theed - Zentrum - Revier 12 - Captains Büro - mit Sheldon, Cheetah -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Donnie, Dean Gram (verstorben) -

Donnie sah verwirrt aus, als er von Noa angesprochen wurde. Kurz sah er Aldridge an, als wolle er ihn fragen, ob sie ihn wirklich gerade um essen gebeten habe. Aldridge nutzt die Pause, und spuckte ein wenig Blut aus, er hatte sich bei dem letzten Schlag auf die Zunge gebissen.


„Du hast ein interesanntes Timing.“


Stellte Donnie unnötigerweise fest, und lies von Aldridge ab.Seine Gefühle waren leider nur für einen Moment ausgefallen, und auch sein Gefühl für Schmerz funktionierte wieder. Als hätte man einen Rechner von seiner Energiequelle getrennt, und direkt wieder hoch gefahren. Trauer, Wut und Verzweiflung, schnürten ihm die Kehle zu, sein Körper tat mittlerweile ganzheitlich weh.

„Ich werde dir etwas zu essen besorgen, obwohl ich das eigentlich nicht darf. Ich denke dafür schuldest du mir was.“

Gab sich Donnie jetzt gönnerhaft, trippelte zu Noa herüber und langte mit seinen Spinnenfingern in ihr schönes Haar, Al sah wie sich ein wenig Blut von ihm in ihrem Haar verteilte. Bei den Göttern, wann hatte das alles ein Ende? War das alles wirklich real? Er hoffte so sehr, das das alles nur ein Traum war. Vielleicht war er wirklich bei den Dacharbeiten, von diesem Baudroiden gestürzt, und hatte sich den Schädel eingeschlagen. Böser Droide.

„Ich bin gleich wieder da. Komm gar nicht erst auf die Idee, dich auf zu raffen Schneeflöckchen. Du landest schneller wieder in der Kühleinheit, als du bis drei zählen kannst.“


Die Tür knallte laut, als Donnie sie hinter sich zuschlug, und das Extrem, das diesen Wahnsinn begonnen hatte, trat wieder ein. Noa und er waren allein. Der Werftarbeiter wusste nicht, was er sagen sollte, noch wollte er irgendetwas über das sagen, was gerade passiert war. Und an seine Mutter wollte er auch nicht denken, weil er es nicht ertrug, weil ihm beim bloßen Gedanken daran, was sie gerade.....er verträngte es...



„Ich hoffe sie ist schnell wieder zurück.“


Konnte er es doch nicht verhindern, doch noch etwas zu seiner Mutter zu sagen. Das sie ihren Kopf freiwillig für Noa in die Schlinge gelegt hatte, wunderte ihn nicht. Aber Aldridge befürchtete nach wie vor, das die Bemühungen vergeblich sein würden. Man hatte hier im Haus schon nach ihm gesucht, es würde doch niemand wieder hier her kommen, und nochmal suchen. Nein, das würde sehr wahrscheinlich nicht geschehen. Oder wusste seine Mutter etwas, das er nicht wusste? Bisher waren sie noch nicht allein gewesen.

„Man kann sie mental nicht brechen Noa, das ist nicht möglich.“

Sie hatte sich eben aufgebäumt, seine Mutter angefleht und angebrüllt, als sie dem „Deal“ zugestimmt hatte. Ihr ginge es gut, von wegen. Sie war blass, nach wie vor unterkühlt, und sah das offensichtlich nicht ein.


„Dich kann mal offensichtlich auch nicht bezwingen. Ich wünschte ich hätte einen Funken deiner Willenskraft.“



Ein Lächeln riss sich auf seine Züge.


„Das eben war übrigens unglaublich. Du hättest sein dummes Gesicht sehen sollen, als du dich in seinem Ohr verbissen hast.“

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Keller - mit Noa, Dean Gram (verstorben) -
 
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