Naboo

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - mir Noa, Al, Donnie -

Noas Körper war ein Gemälde, das sie beide gemeinsam gestalteten. Ihr Ungehorsam, und seine gerechte Hand, waren ihr gemeinsames Handwerkszeug, und ihr Rücken die Leinwand. Leider war die Leinwand fast voll.


"Du bringst mich nicht um Noa. Du nicht, du machst gar nichts."

Sie hatten nun auch letzte verbale Grenzen überschritten. Etwas was ihm sehr gefiel. Jetzt hatte er sie soweit, Noa war jetzt auch emotional nackt. Er hatte sie jetzt fast bis an die Grenze gebracht, in ihren Augen funkelte aber noch Wiederstand. Kein Problem, sein Zorn war noch lange nicht verbraucht, das Leder seines Gürtels noch nicht geschmeidig genug gearbeitet, und sein Arm war noch lange nicht müde.

Kurz dachte er, das er sie schon soweit hatte, das sie endlich gebrochen war, weil sie ihn nicht ansah. Doch tatsächlich tauschte sie Blicke mit Aldridge aus, was für eine entsetzliche ****!. Jules brüllte vor Ärger auf, und lies den Gürtel wieder knallen, allerdings nicht nach Noa.

"Schau dir das an Donnie! Selbst jetzt noch geifert sie nach Männern".

Aldridge hatte der Hieb direkt auf dem rechten Auge getroffen. Das Blut, das sich wie ein hauchzarter Nebel auf seine Haut senkte, war allerdings nicht seines, es war ihres. Der Schrank zuckte nur schweigend zusammen, ihn hatte man nichtmal schlagen müssen, um ihn gefügig zu machen.

Jules strich den feuchten Gürtel in seiner Hand aus, atmete tief ein und aus, und beschloss umgehend das finale Gewitter zu zünden. Noa hing buchstäblich in den Seilen, atmete schwer und ächzend unter den Extremen, die ihr Körper gerade mitmachte. Sie würde bald nicht nur ihren Willen, sondern auch das Bewusstsein verlieren. Er musste ihren Bruchpunkt finden, bevor das geschah, sonst würde Donnie durch eine unvollendete Demonstration nichts lernen.

" Klischees über das böse Wesen der Frau an sich? Ernsthaft Jules? Wo ist das beeindruckende Lügenkonstrukt über die Jedi geblieben, das du brauchst um deine Taten zu rechtfertigen? Hast du es schon hinter dir gelassen? Siehst du endlich ein? Das du dir nicht einmal mehr selbst deine Lügenmärchen abkaufen kannst?"

Der Polizist zuckte zusammen, als er von Deanna angesprochen wurde. Seine beste Freundin stand im Türrahmen, und sah ihn vorwurfsvoll an. Wieso hatte er keine Schritte gehört? Das ganze Haus war aus Holz also... Moment mal.

"Du bist tot."

Die Frau, mit der kreidebleichen Haut, und all den schrecklichen Verletzungen, die sie bei dem Sturz erlitten hatte, zuckte die Schultern.

"Und du bist verrückt und erbärmlich. Wer von uns ist gerade schlimmer dran hm?"

Das war der Stress, ja der Stress! Oder stand die Jedi irgendwo im Wald und projizierte was in seinen Kopf?

"Hau bloß ab! Du bist tot!"

Schrie er erschrocken, als Deanna aus dem Türrahmen verschwand, und geisterhaft direkt neben seinem Kopf auftauchte.

"Lass das Mädchen in Ruhe Jules!"

"NEIN! NEIN NEIN! SIE HAT DAS VERDIENT! UND JETZT HAU ENDLICH AB DEE!"

Er holte mit dem Gürtel aus, und schlug auf Noa ein, immer härter, in immer kürzeren Intervallen. Ihre Schreie vertrieben Dee bestimmt!

"Sag das ich gewonnen habe Noa. Sag das du jetzt mir gehörst. Sag es und ich höre sofort auf".

Presste er deutlich leiser hervor. Sie sollte es sagen, sie musste es sagen!

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - mir Noa, Al, Donnie -
 
- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer - Mit Al, Jules, Donnie -

Nein. Aufgeben kam nicht in Frage.

Noa kämpfte darum, stark zu bleiben. Ihr Kopf ruhte schwer auf ihrem Hals, fiel immer wieder nach vorne, während ihre Schultern und Arme durch die Fesseln auseinander gezogen wurden. Die Seile an den Bettpfosten hielten sie aufrecht. Es war vielleicht das einzig positive daran, gefesselt zu sein, denn nur dieser Umstand verhinderte, dass sie vor Jules' Füßen zusammen brach. Vor ihren Augen begann ihr Sichtfeld zu verschwimmen. Deaktivierte ihr Hirn ihre Fähigkeit zu sehen, um Energie zu sparen, oder war es bloß ihre Konzentration, die schwand? Sie hörte Jules Stimme. Er wollte ihre Kapitulation und von ihr hören, dass sie ihre Niederlage eingestand. Es war, als wollte das Imperium sie zwingen zu sagen, dass der Widerstand falsch gewesen sei. Darauf konnte er lange warten. Vielleicht war sie eine Rebellin, das Imperium sah sie gewiss als solche, doch Noa war lieber das als eine Verräterin. Sie gehörte zu den Defendern und zur Republik und sie würde nicht um ihr Leben betteln: es gehörte ihr bereits. Sie würde es nicht freiwillig aus ihren Händen geben. Wenn Jules beschloss sie zu töten, dann weil er es ihr gewaltsam entrissen hatte.


"Niemals."

Noas Antwort kam verbissen. Die nächsten Schläge regneten auf sie nieder. Inzwischen fühlte sich ihr Körper seltsam taub an, als gehörte er nicht mehr zu ihr. Sie war müde, schrecklich müde. Schwerfällig und langsam hob Noa den Blick. Alles drehte sich. In dem großen Spiegel suchte sie nach Aldridge, fand ihn jedoch nicht. Da war nur Jules, als sähe sie ihn doppelt. Hatte er Aldridge endlich nach draussen gebracht? Ihm konnte die Flucht gelingen, wenn Noa Jules nur lange genug ablenkte! Wenn er lief, wenn er so schnell rannte wie er konnte, hätte sie ihr Versprechen gegenüber Deanna doch noch eingelöst.

"Fahr zur Hölle."

Noas Mund war trocken, ihr Kopf zu schwer um ihn lange aufrecht zu halten.

"Jules."

Sie spuckte seinen Namen förmlich aus. Wenn auch alles zu Ende ging, sie starb als Rebellin. Irgendwie fühlte sich das plötzlich wie ein Kompliment an. Als der Gürtel sie das nächste Mal traf, konnte Noa nicht mal mehr schreien. Der Schlag kam mit solcher Wucht, dass er ihr alle Luft aus der Lunge trieb. Als nächstes verschwand ihr Sichtfeld und Noas Kinn sank auf ihre Brust. Ihr Bewusstsein verschwand. Flatternde Augenlider kämpften zwischen Licht und Dunkelheit, während ihr Verstand sich bereits abgeschaltet hatte. Die Schmerzen waren zu groß, der Blutverlust ein spürbares Hindernis für ihren Kreislauf. Begleitet von ihrem ruhigen, leisen Atem, blieben Noas Augen geschlossen. Ihr Körper tat, was ihr Geist nicht erlaubt hatte: er kapitulierte.

- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer - Mit Al, Jules, Donnie -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer - mit Jules, Donnie, Noa -

Und ganz plötzlich wurde es still im Schlafzimmer. Jules schlug Noa nicht mehr, und sie gab keinen Laut mehr von sich. Das war es also gewesen? Jules hatte alle, die er ursprünglich gefangen hatte umgebracht, und er lebte noch.

Warum?

Aldridge war sich nicht zu hundert Prozent sicher das Noa tot war, aber selbst wenn sie es nicht war, lange konnte es nicht mehr dauern. Diese Männer wollten sie tot sehen, genau wie ihn.

Warum?

"Sie hat nicht aufgegeben Daddy."

Sprach Donnie fast fragend, und besah sich Noa aufmerksam. Aldridge tat das gleiche, aus anderen Beweggründen als die beiden Bastarde. Ihre Hände verfärbten sich langsam blau, weil sie, fest gefesselt wie sie waren, das einzige waren, das ihr Gewicht hielt. Aldridge versuchte sich nicht zu sehr auf ihren Rücken zu konzentrieren, der einfach nur noch rohes Fleisch war. Er bat sie innerlich um Verzeihung, als er auf ihren Blut verschmierten Oberkörper schaute, einfach um zu sehen, ob sie noch atmete. Aldridge hoffte das ihm sein überstrapazierter Verstand keinen Streich spielte, als er feststellte das sich ihr Brustkorb ganz sanft hob und senkte. Jules hatte sie doch nicht tot geprügelt. Jetzt gerade wusste der Werftarbeiter nicht, ob er sich deswegen für sie freuen, oder ob er sie bedauern sollte.

"Ich versichere dir, sie hat aufgegeben, oder hörst du noch was ? "


Jules, der nach dem letzten Schlag fast irritiert gewirkt hatte, stieg vom Bett, und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Das was er seinem Opfer angetan hatte, hatte den Widerling offensichtlich sehr angestrengt.

"So Donnie, dein Auftritt. Du wolltest das Mädchen? Da hast du es. Tu es mit ihr, dann töte sie nachher. Wenn du damit fertig bist, zündest du das Haus, samt den dreien an. Ich muss zurück in die Stadt."

Jules sah Aldridge an, und der fand in seinen Augen nichts mehr, das ihn an den Mann erinnerte, der er früher gewesen war. Al kannte Jules seit seiner frühesten Kindheit, nicht weniger als ein Onkel war er für ihn gewesen. Viele glückliche Stunden kamen ihm in den Sinn, mit Jules und seiner damaligen Frau Elise, und vor allem mit Mikan. Nach all den Jahren kam er ihm wieder in den Sinn, dieser unverschämt gut aussehende Mistkerl, den alle Mädchen angebetet hatten. Als er damals gestorben war, hatte Aldridge keine Zeit gehabt, sich zu sehr mit seinem Tod auseinander zusetzen. Aldridge hatte damals mitten in seiner ersten Profi Saison für die Lannisters gesteckt. Jules war trotz der Tragödie die passiert war unter den ersten Gratulanten gewesen, nachdem er Monate später mit dem Team die planetare Meisterschaft gewonnen hatte.
Und was war jetzt? Er hatte den Meisterring genau jenen Jahres benutzt, um seine Mutter in die Falle zu locken, die sie nicht überlebt hatte.


"Wie konnte es eigentlich soweit kommen?"

Rutschte es Aldridge ungewollt über die trockenen Lippen. Donnie und Jules sahen ihn irritiert an, so irritiert, als hätte sie gerade ein Tisch angesprochen. Ja klar, Aldridge viel wieder ein warum sie so irritiert waren, er war ja gar kein Mensch mehr für sie.

" Es musste soweit kommen Junge."

Entgegnete ihm Jules. Seine Stimme war plötzlich wieder milde, und wäre sein Gesicht nicht mit feinen Blutstropfen Noas benetzt gewesen, er hätte für diesen Moment wieder wie der nette Mann von früher gewirkt. Er war kein netter Mann mehr, vielleicht hatte es den auch nie gegeben.

"Daddy ich kann so nicht."

Donnies Stimme, war die eines quengeligen kleinen Jungen. Er streckte seine Spinnenfinger aus, und deutete auf das Bett.

"Das Bett ist mir zu blutig."

Ein paar Minuten später stand Aldridge vor seiner finalen Demütigung. Jules hatte ihm die Handschellen abgenommen, und ihm Bettzeug in die Hand gedrückt. Er sollte das Bett seiner Eltern neu beziehen, damit Donnie es darin gemütlich hatte, wenn er sich an Noa verging. Aldridge konnte sich nicht mehr dagegen wehren, er wollte sich nicht mehr wehren. Er würde sterben, Noa würde sterben, Jules hatte es eben gesagt.

"Noa! Ohh Noa, gleich kannst du was erleben!"

Aldridge versuchte nicht hin zu sehen, als Donnie sich vor die regungslose Noa kniete, und nach ihr grabschte. Bei den Göttern, wann endete dieser Wahnsinn? Jules machte sich eigentlich zu viel Arbeit, es war gar nicht nötig ihn mit dem Blaster zu bedrohen. Aldridge wollte, und würde sich nicht mehr wehren.

"Weist du was ich gleich mit dir mache? Das kannst du dir nicht vorstellen. "

Grunste Donnie vergnügt, und suchte mit Blicken Bestätigung bei seinem alten Herren.
Aldridge versuchte irgendwo anders hin zu sehen. Sein Herz klopfte heftig in seiner Brust. Er ärgerte sich über ihn, obwohl das keinen Sinn mehr machte.

"Halt! Ich hab noch was vergessen. Wir müssen Gram aus dem Keller holen!"

Sprach Jules, als hätte er ein paar Nerf Steaks auf der Metzger Theke liegen lassen.

"Der Keller ist gemauert, ich will nicht riskieren, das er nicht richtig verbrennt. Wir bringen ihn ins Erdgeschoss, da wird er brennen wie Zunder."

Der Mann war nicht verrückt, er war das pure Böse.

"Und DU wirst das Bett fertig haben, wenn wir wiederkommen!"

Und nur Sekunden später, waren Noa und er wieder allein... Jules hatte ihm nicht mal mehr gedroht, ihn nicht mehr gefesselt, nur die Tür verriegelt. Jules war sich offensichtlich sicher, das von Aldridge keine Gefahr mehr ausging, und er hatte recht. Aldridge war keine Gefahr, er war niemand mehr, er war leer, eine Hülle...er.
Sein Blick viel auf die leblose Frau, die sie in dieser erbärmlichen Pose, in erbärmlichem Zustand zurück gelassen hatten. Diese Schweine! Diese verfluchten Schweine! Was hatten sie ihr angetan!

"Noa?"

Er bekam keine Antwort, als er endlich aus der Lethargie erwachte, und zu ihr stürzte. Die beiden sollten sterben? Okay! Aber nicht so! Aldridge kniete sich vor sie, und machte sich sofort daran, ihre Fesseln zu lösen.

"Ich bins nur! Ich bins nur! Al nicht Donnie!"

Sprach er, als sie ihm in die Arme viel. Diese sture, willensstarke Frau hatte Jules zu keinem Moment emotional brechen können, also hatte er sich an ihrem zarten blosen Körper ausgelassen, und ihn einfach zerstört. Und dennoch lebte sie. Ihre Brust hob und senkte sich, gegen seine, schwach, aber ohne Pause. Er kannte keine stärkere Person als sie, zumindest keine die noch lebte.

Aldridge wusste nicht, ob und wieviel sie von ihm wahrnahm. Wenn sie wach war, hatte sie ganz sicher die Kraft verlassen, auch nur die Augen öffnen zu können. Eines wusste er aber, so lange er lebte, würden die beiden Agathons sie nicht mehr entblößen, und nicht mehr anfassen! Noa zuckte zusammen, als er seine Hände auf ihren schwer verwundeten Rücken legte, und er verfluchte es, das er sie gerade nicht los lassen durfte. Erst als er nach den frischen Laken gegriffen, und sie vorsichtig darin eingewickelt hatte, wagte er es sie zu bewegen. Aldridge zog sie in eine Zimmerecke, lehnte sie dort gegen die Wand, und schirmte sie mit seinem Körper ab. Aus dem Fenster konnte er mit ihr nicht, und ohne sie würde er nicht gehen, aus der Tür konnte er auch nicht. Was er konnte, war es ihr Bollwerk sein. Und er würde ihr Bollwerk sein, es lohnte sich vielleicht nicht mehr für sich zu kämpfen, weil er es nicht wert war. Aber Noa? Die hatte verdient, das er für sie die Hand erhob. Der Naboo schloss die Augen und lauschte. Noch waren keine Schritte zu hören.


- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer - mit Noa -
 
Zuletzt bearbeitet:
- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer - Mit Al -

Noas Augenlider waren schwer. Ihr Kopf bewegte sich schwach hin und her, immer dann wenn sie auf der Grenze zwischen Wachsein und Bewusstlosigkeit taumelte. Sie nahm nicht wahr, dass Aldridge ihre Fesseln löste. Erst als ihr Körper nach unten sank kehrte sie für den Bruchteil weniger Sekunden zurück in die Realität, die viel mehr ein Albtraum war. Alles was sie wahr nahm waren die Schmerzen und das Gefühl, auf einem Nagelbrett zu liegen. Sie fühlte sich wie aufgespießt. Tausend scharfe Spitzen schnitten unter ihre Haut und bohrten sich durch ihr Fleisch, so lange bis ihr Körper durchlöchert war und das Blut aus ihr heraus lief wie durch ein Sieb. So fühlte es sich an, auch wenn es in Wirklichkeit nicht so war - nur fast. Als sie das nächste Mal zu sich kam, schaffte Noa es, ihr Kinn zu heben und öffnete dann ihre Augen. Ihr Kopf rollte zurück, legte sich weit in ihren Nacken, und lehnte sich gegen die Wand hinter ihr. Er war so schwer zu tragen...

"Aldridge?"

Ihre Stimme war heiser und kaum lauter als das Kratzen eines Steins, der sich unter eine Schuhsohle geklemmt hatte und über den Boden schleifte.

"Was tust du da?"

Sie hatte die Orientierung verloren und es war schwierig, sie wieder zu erlangen, doch sie erkannte Aldridges schwere Schultern und die Form seines Kopfes. Er hockte vor ihr, versperrte ihr Weg und Sicht, und erst als Noa ihre Arme bewegen wollte, um ihn zur Seite zu schieben merkte sie, dass sie unter einer Art Laken steckte. Sie war eingewickelt in ein weisses Betttuch.

"Lass mich vorbei."

Eine falsche Bewegung und ihr Körper sackte rückwärts. Sie konnte nicht fallen, denn die Wand hinter ihr hielt sie, doch der Druck auf ihre frischen Wunden ließ Noa aufheulen. Instinktiv lehnte sie sich nach vorne, wo Aldridge war. Mit beiden Händen hielt sie sich an ihm fest. Ihn ihrem Kopf pulsierte es.

"Wo ist Jules?"

Sie konnte ihn nirgends sehen. Das war gut, oder nicht? Wenn er weg war, hatte Aldridge noch eine realistische Chance. Er konnte Donnie problemlos überwältigen. Er konnte es noch schaffen!

"Du musst mich hier sitzen lassen."

Hinter Aldridge sah Noa die Schlafzimmertür.

"Er wird mich sehen, wenn er rein kommt und sich fragen..."

Sie machte eine Pause, weil es so anstrengend war zu sprechen.

"...wo du bist."

Das war gut, ja. Es war der einzige Plan der möglich war. Noa atmete tief. Ihre Zungenspitze verließ ihren Mund, befeuchtete ihre Lippen.

"Aber du wartest neben der Tür und wenn er nicht damit rechnet, stürzt du dich auf ihn."

Das weisse Betttuch rutschte von ihrer linken Schulter. Noas Augen klappten zu. Sie konnte nicht mehr viel tun. Sie hatte alle ihre Kraft verbraucht. Ihr Kopf zuckte, als sie darum kämpfte, wach zu bleiben. Aus schmalen Augen, nur einen Spalt breit geöffnet, sah sie Aldridge an.

"Tu es. Und dann lauf so schnell du kannst."

Sie konnte nur noch flüstern, ihre Lippen bewegten sich dabei kaum. Es war seine allerletzte Chance. Wenn er die nicht ergriff, hatte Jules wirklich gewonnen.

- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer - Mit Al -
 
- Naboo - Theed - Zentrum - Revier 12 - Trineers Büro - allein -

Den Polizeichief persönlich, über die Ergebnisse der Ermittlungen von Cheetahs und Sheldons Ermittlungen zu informieren, war eine verdammt gute Idee gewesen.....und eine be***** . Portman hatte ihr geglaubt, einen Haftbefehl gegen den Captain ausgesprochen und Agathon sofort zur Großfahndung ausgeschrieben. Auch wenn Portman einen stummen Alarm ausgegeben hatte, Agathon und der Rest der verschwundenen Personen, waren in einem Polizeigleiter verschwunden. Der verfluchte Mörder konnte jederzeit auf den Bordcomputer zugreifen, und den schnöden Funk abhören. Portman, der mehr als erschüttert über die Ergebisse der Ermittlungen der Jedi und des NRSF Mannes gewirkt hatte, wollte Agathon im großen Stil die Luft abdrücken, ihn festsetzen und einkreisen. Hoffentlich ging das nicht schief, und Portman bekam hoffentlich die Chance sich als großer Jäger zu präsentieren. Wobei der Fakt, das er die Ermittlungen der Jedi und des NRSF Mannes weiter unterstützen wollte, dieser Einschätzung eigentlich widersprach. Auf der anderen Seite, was wollte er auch machen? Weder Sheldon noch Meisterin Cheetah, mussten sich seiner Befehlsgewalt beugen. Tionne musste das allerdings....

Portman hatte sie direkt nachdem er die Informationen von ihm erhalten hatte, suspendiert, ihr das Recht Marke und Dienstwaffe zu tragen entzogen, und ein Disziplinarverfahren angekündigt. Der Supergau war eingetreten, und die Naboo fühlte sich trotzdem gut. Sie hatte das absolut richtige getan, und würde weiterhin in die Spiegel gucken können, egal wie sich alles auflösen würde. Das sie bei einem potentiellen Rauswurf aus dem TPD nicht nur ihren Job, sondern auch das Anrecht auf ihre Pension verlieren würde, verdrängte sie bewusst. Sie hatte das richtige getan, und Eli würde nicht verhungern, dafür würde Jonathan sorgen.


„Detective?“

Tionne, die sich gerade ihre braune Lederjacke übergezogen hatte, um ihre vielleicht letzte Schicht im Revier zu beenden, aktivierte das in Trineers Schreibtisch eingelassene Comlink das letzte mal für die Schicht. Vermutlich würde Officer Scott nur den von Portman angekündigten Captain Andrews anmelden.


„Was gibt es Scott?“


„Captain Trineer wurde im Solleu gefunden, oben im Norden der Stadt. Die Kollegen vom sechsten Revier haben sie erkannt, und uns gerade eben informiert.“

Das Herz schlug der Naboo bis zum Hals.


„Lebt sie noch?“

„Ja Ma`am, sie haben sie ins Zentralkrankenhaus gebracht.“

„Kontaktieren Sie das Department Scott, es wird Zeit Mister Trineer aus der Versenkung zu holen. Ich bin mir sicher, das er seine Frau sehen möchte. Das Schutzprogramm, ist eben hinfällig geworden.“

Scott, dieser Bubi mit dem erschreckend schönen Gesicht zog die Brauen hoch. Tionne hatte keine Lust die 10.000 Fragen, die ihm auf den Lippen lagen zu beantworten.

„Chief Portman, wird gleich Informationen an alle Dienststellen senden, die all ihre Fragen beantworten. Ich bin jetzt weg, in fünf Minuten fängt Captain Andrews Schicht an. Wir sehen uns Officer.“

Tionne riss noch während sie das Revier verließ ihr Comlink aus der Hosentasche, und stellte eine Verbindung zu Meisterin Cheetah her. Sie musste über den neuesten Stand der Dinge informiert werden, und war sicher daran interessiert möglichst rasch mit der Captain zu sprechen. Tja und sie? Tionne wollte eine kranke Kollegin besuchen...ganz privat natürlich.

- Naboo - Theed - Zentrum - Revier 12 - Ausgang - allein -
 
Zuletzt bearbeitet:
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer - mit Noa -

Mit Theed war eine Millionenmetropole sehr nahe, und dennoch fühlte es sich an, als wären Noa und er die einzigen Menschen auf dem Planeten. Aldridge hielt Noa so sanft wie möglich bei den Schultern fest, um sie irgendwie aufrecht zu halten. Ihre Finger griffen weiterhin nach ihm, aber am Ende hätte die verletzte Reporterin nicht mehr die Kraft gehabt sich wirklich an ihm fest zu halten, hätte er sie nicht seinerseits gehalten. Nur noch Noa und Aldridge, mehr war da nicht mehr. Und er sollte flüchten? Noa wollte sich für ihn aufgeben? Auf keinen Fall. Er würde sie nicht verlassen, und erneuerte spontan den Schwur, sie mit allem was er hatte zu verteidigen.


„Ich gehe nicht ohne dich Noa.“


Aldridge nahm sie sachte in seine Arme, und legte sie vorsichtig auf die Seite. Noa hatte immer wieder das Bewusstsein verloren, und er wollte es nicht riskieren das sie sich wieder den Rücken an der Wand stieß. Gleich würde er sie nicht mehr halten können, wenn...

„Was machst du da? DADDY!“


Donnie war zur Tür herein gekommen, und brüllte nach seinem Vater. Aldridge besah sich Noa noch eine Sekunde, dann erhob er sich. Angst hatte er keine mehr, wozu auch? Als er sich mit langen Schritten auf Donnie zu bewegte, fragte er sich, wieso es der halben Portion gelungen war, ihn zu überwältigen. Und als wollten seine Hände seine Frage unterstreichen, und die wirklichen Fakten präsentieren, schlossen sie sich um den dürren Hals vor ihm, und drückten zu. Donnie sah widerlich aus, als ihm die Augen aus dem Kopf quollen, und sich seine lange Zunge aus seinem Mund schob. Aldridge fixierte ihn so lächerlich leicht, mit nur einer Hand an der Wand hinter der Tür, und ballte seine Linke. Und mit jedem Faustschlag, den er ihm in den Körper, und ins hässliche Gesicht schmetterte, ging es Aldridge ein bisschen besser. Das jemand schweres die Holztreppe hochstürmte, störte ihn nicht.

„DONNIE! KANNST DU NICHTS RICHTIG MACHEN?!“

Polterte Jules schließlich los, und versuchte Aldridge bei den Schultern von seinem Sohn zu reißen. Der Werftarbeiter gestattete es ihm nicht, und versperrte sich dem groben Zerren indem er nach hinten austrat, und traf. Hinter ihm klirrte etwas, als der rundliche Jules hinfiel. Donnie lief puterrot an, und quietschte wie diese dicken runden Nager, die er mal auf einem Tiermarkt in Lora Curich gesehen hatte. Aldridge verstärkte den Druck, hinter ihm war das knatschen von schweren Schuhen auf Scherben zu hören... Der Werftarbeiter musste an all den Schmerz denken, den Donnie ihm zugefügt hatte, all die Schläge....das Grab....das er seine Mutter durch ihn in die Falle gelockt hatte, nur um seinem irren Vater zu gefallen... Der Naboo legte jetzt wieder beide Hände an Donnies Hals und stemmte sich komplett gegen ihn... Noch als Aldridge sich fragte, wie lange es wohl dauerte bis Donnie den letzten Rest Sauerstoff in seinen Lungen verbraucht hatte, legte sich etwas feuchtes, kaltes um seinen Hals und zog sich zu.

„Die nächste Lektion Donnie! Desto größer sie sind, desto schneller fallen sie!“

Jules nutzte die Hebelkraft, indem er sich mit allem was er hatte an den Gürtel hängte, den er Aldridge um den Hals gezogen hatte. Ein Meer von winzig kleinen Scherben bohrte sich in Aldridges Rücken, als er trotzdem er sich dagegen gestemmt hatte, zu Boden gerissen wurde.

„Beeil dich Junge!“


Brüllte er Donnie an, als Adlridge beide Hände nach Jules ausstreckte, und ihn zu fassen kriegte. Dann traf ihn ein Stiefeltritt im Bauch, der ihm nicht die Besinnung, aber die Kontrolle über seinen Körper raubte. Seine Hände entließen Jules aus seinem Griff, als ein weiterer Tritt ihn gegen den Kopf traf, gaben seine Hände auf und sanken neben ihm auf den Boden. Aldridge blickte voller Zorn auf sich selbst zu Noa, als er schließlich an den Füßen aus dem Zimmer gezogen wurde. Jetzt gab es da nur noch sie, und er konnte nichts mehr für sie tun.

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - 1. Etage - Flur - mit Jules und Donnie -
 
Zuletzt bearbeitet:
- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer -

Sie waren alle weg: Aldridge und Donnie und Jules. Die Tür schloss sich hinter ihnen, sperrte Noa ein in ein weiteres, neues Gefängnis, und so absurd es auch war, doch Noa wünschte sie sich alle zurück. Sie wünschte sich Aldridge zurück, der sich wie ein schützender Wall vor ihr aufgebaut hatte, wünschte dass seine Mutter nicht hätte sterben müssen und hätte sogar Jules' Gegenwart akzeptiert. So lange die anderen bei ihr gewesen war, hatte sie immer jemanden gehabt, auf den die sich hatte konzentrieren können. Aldridge hatte sie versucht zu helfen, Jules hatte sie gehasst und Deanna hatte sie bewundert. Eine Frau, die bis zuletzt kämpfte, musste man bewundern. Jetzt aber war Noa alleine. Da war niemand mehr, der sie ablenken konnte. Es gab kein Entkommen von ihren eigenen, unerträglichen Schmerzen.

Als sie klein gewesen war hatte sie sich einmal bitterböse beide Knie aufgeschlagen. Es war in einer alten Fabrikhalle gewesen, die schon seit Jahren leer gestanden hatte. Das Gebäude war ungenutzt und als Gefahrenstelle ausgeschildert worden, doch das hatte Noas Brüder nicht davon abgehalten, durch ein Mauerloch in der Fassade einen Weg hinein zu finden und die Fabrikhalle zu ihrem Fort zu deklarieren. Am Anfang hatten sie Noa nicht mitnehmen wollen. Das Fort war kein Ort für Mädchen, hatten sie gesagt, denn Mädchen konnten keine Soldaten werden. Es war Pablo gewesen, der ihr irgendwann doch erlaubt hatte mitzukommen. Ihre Brüder hatten ihren geheimen Unterschlupf fast wohnlich eingerichtet. Alte Stühle, die sie vor dem Sperrmüll gerettet hatten, boten genügend Sitzgelegenheiten, und einer ihrer Freunde hatte sogar von irgendwo einen alten Sessel gestohlen. Wenn es geregnet und gewittert hatte, hatten sie im Fort unter Decken zusammen gekauert gesessen und sich gruselige Geschichten erzählt. Mangels funktionierender Elektrik hatten sie Feuer in einem alten Abfalleimer gemacht. Das hatte nicht viel Wärme gespendet, aber ein schaurig schönes Licht auf die zersplitterten Wände geworfen. An Pablos Geburtstag hatten sie dann in einem der Treppenhäuser ein Seil an das Geländer im obersten Stockwerk geknotet, um sich daran durch die Luft zu schwingen. Conans Onkel war Kapitän auf einem Schiff auf See gewesen und hatte ihm gezeigt, wie man echte Seemansknoten knüpfte. Die hielten ewig, hatte Conan behauptet, und das hatten sie auch getan, für eine Weile, bis Noa an der Reihe gewesen war. Sie hatte darauf bestanden, mitzumachen, trotz der Ermahnungen ihrer Brüder, dass sie viel zu klein dafür und das Spiel zu gefährlich war. Natürlich hatte sie nicht darauf gehört. Als sich der Knoten gelöst hatte, war Noa durch die Luft geflogen wie eine leblose Puppe und auf den Treppenstufen aufgeschlagen. Ihre Knie waren aufgeschlagen gewesen, ihr Handgelenk verstaucht, doch sie hatte Glück gehabt, sich nichts schlimmeres getan zu haben. Ihre Brüder waren leichenblass gewesen. Es war zu lange her und Noa war zu jung gewesen, um sich jetzt noch an alle Details zu erinnern, doch sie erinnerte sich an den puren Schock, als sie ihre eigenen blutigen Beine gesehen hatte, und die Atemlosigkeit in ihr, als ein Schluchzer nach dem anderen ihr die Luft abgeschnürt hatte. Pablo und Rámon hatten sie nach Hause gebracht. Sie hatten ihren Eltern erzählt, Noa wäre auf einen Müllcontainer geklettert, von dort runter gesprungen und unglücklich hin gefallen. Hätten sie die Wahrheit gesagt, hätte ihre Mutter ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit verboten, jemals wieder in ihrem Fort zu spielen. Conans Onkel war ein paar Monate später auf weiter See von einem gefürchteten Ungeheuer angegriffen worden und für immer verschollen, zumindest hatte Conan das behauptet. Wahrscheinlicher war, dass er in einen Sturm geraten war, einer seiner dämlichen Seemansknoten nicht gehalten hatte und das ganze Schiff gesunken war.

Noa lag auf dem Boden, den Kopf zur Seite gedreht. Sie hatte versagt, nicht an jenem Tag in der Fabrikhalle, als sie hatte beweisen wollen, dass sie genau so stark und mutig war wie ihre Brüder. Damals hatte sie es geschafft, sie hatte das Seil nicht los gelassen. Es war das Seil gewesen, das sie im Stich gelassen hatte. Nein, versagt hatte sie heute, weil sie ihr Versprechen an Deanna Trineer nicht eingehalten hatte. Sie würde Aldridge nicht mehr retten. Noa Chanelle Cortina stöhnte vor Schmerzen. Ihr Rücken war das blutige Schlachtfeld eines Kampfes, den sie von Anfang an nur hatte verlieren können. Ein Teil von ihr hatte das gewusst, schon vorher, doch das hatte sie nicht davon abgehalten, trotzdem zu kämpfen. Die Sonne stand hoch und warf ihre Strahlen durch die zerschmetterten Fenster hinein. Von draussen drang der geschäftige Lärm des Feierabends zu ihnen. "Wenn du los lässt, fällst du acht Stockwerke nach unten.", sagte Conan. Noas Haare waren zu einem schiefen Zopf zusammen gebunden. "Das macht nix. Rámon kann mich verarzten. Er wird mal Chirurg.", antwortete sie. "Wenn du acht Stockwerke fällst, verarztet dich niemand mehr. Dann bist du tot." Und plötzlich sah sie wieder Conans Gesicht vor sich, und Rámons, und Leandros, wie sie alle an ihr zweifelten, und genau wie damals schon kehrte der Drang in ihr zurück, sich zu beweisen, weil sie es hasste, unterschätzt zu werden. Sie hasste es zuzugeben, dass sie etwas nicht konnte! Sie hasste es, aufzugeben und sie wollte auch nicht verlieren oder das schwächste Glied der Kette sein! Unter andauernden Schmerzen stemmte Noa sich hoch. Wie einfach wäre es gewesen, liegen zu bleiben und nichts zu tun? Aber einfach galt nicht. Einfach konnte jeder. Auf Händen und Knien zwang sie sich, bei Bewusstsein zu bleiben. Sie wusste, dass die größte Schwierigkeit sein würde, aufzustehen. Noa schloss die Augen, nahm sich fünf tiefe Atemzüge. Ihre Mutter hatte sie in den Arm genommen und getröstet, nicht nur das eine Mal als sie in dem verlassenen Treppenhaus gestürzt war, sondern immer wenn sie sich verletzt hatte. Sie hatte sie fest an sich gedrückt und beruhigende Worte in Noas Ohr geflüstert. Ob Cris das bei seiner Tochter genau so machte? Sie öffnete die Augen wieder und es schien, als hätte sich nichts verändert. Langsam verlagerte Noa ihr Gewicht nach hinten, auf ihre Füße, schob sich nach oben und stützte sich mit einer Hand an der Wand ab. Sie stand wackelig, aber sie stand. Wenn sie fiel, dann nicht weil sie los gelassen hatte.


- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Jules und Donnie -

Sein eigener Atem war so laut, das Aldridge fast taub für jedes andere Geräusch wurde. Donnie und Jules hatten ihn die Treppe herunter gezogen, und ins Wohnzimmer gezerrt. Zwei paar kräftige Hände drückten ihn in Opa Elians alten Wohnzimmerstuhl, und nur Sekunden später waren seine Arme an die hölzernen Lehnen gefesselt. Das war kein Problem mehr, Aldridge wusste, das er wohl das letzte mal gefesselt wurde. Er würde bald tot sein, sein Leben lag nicht mehr in seinen Händen.


„Du nimmst das Lampenöl, und schüttest es in einer Stunde über ihn und die Leiche, und zündest sie dann an. In EINER STUNDE Donnie. Bis dahin bin ich in der Stadt, und hab alle alarmiert.“

Jules ging schwatzend in die Küche, und kam mit dem Vorratskanister an Lampenöl zurück, mit dem seine Eltern immer durch den Winter gekommen waren. Mit einem dumpfen Geräusch landete dieser direkt neben Aldridge auf dem Teppich. Der Naboo lies den Kopf sinken, so würde es also enden. Ob man wohl lange litt wenn man verbrannte? Aldriges Herz raste, und er hoffte, vielleicht einfach schnell einen Herzinfarkt, oder sowas zu bekommen. Das wäre doch ein feiner Mittelfinger in Richtung der beiden gewesen. Ob Noa noch lebte? Aldridge hoffte um ihretwillen, das sie sich heimlich davon gemacht hatte. Selbstredend gönnte er ihr nicht den Tod, er gönnte ihr Freiheit, und Unversehrtheit, ein Himmelbett und eine sofortige Reise nach Mon Calamari. Er gönnte ihr alles und jeden den sie liebte. Aber das würde sie nicht bekommen, den sie lag oben halb nackt im Schlafzimmer und verblutete, oder starb an dem Schock, den der Blutverlust zusammen mit den Schmerzen auslöste. Das hatte nichts mehr mit Pessimismus zu tun, die Karten konnten einfach nicht mehr schlechter stehen.

„Also Junge! In einer Stunde, nicht eher! Hast du das verstanden?“

Jules klang so ruhig und normal, und drückte seinen Sohn als würde er jetzt einfach zur Arbeit fahren, als sei gar nichts gewesen. Donnie grinste über beide Wangen, und nickte eifrig.

„Hey Aldridge!“


Jules wand sich ihm zu, und lächelte ihn an. Er sah so grotesk aus, mit dem Blut im Gesicht, und diesem breiten Lächeln. Seine Zähne wirkten grell weiß, als er den Mund noch einmal aufmachte.


„Grüß deine Mutter von mir, und sag ihr, das es mir leid tut, das alles so enden musste.“

Aldridge war froh, das Jules offensichtlich keine Antwort erwartete, und atmete auf als dieser die Haustür mit einem lauten Knall hinter sich schloss. Er würde diesen Menschen nicht wieder sehen müssen, soviel war klar. Donnie, der in dem offenen Flur zum Wohnzimmer stand, sah ein wenig ratlos aus. Der Blick des schlacksigen Kerls wanderte von ihm, in Richtung der Treppe und verharrte da. Ob er jetzt zu Noa gehen würde?

„Ich muss mich noch ne Minute ausruhen.“

Als hätte er Aldridges Gedanken gelesen, rechtfertigte sich Donnie fast, als er sich ihm gegenüber aufs Sofa flätzte, und nach einem kleinen Hand Holo Game griff, das auf dem Wohnzimmertisch lag. Das kleine Gerät musste Donnie gehören, weder Miranda noch er hatten jemals so etwas besessen. Der Naboo fragte sich ernsthaft, wie es seit jeher mit Donnies Geisteszustand gestanden hatte. Abseits des Wahnsinns der bisher passiert war. Kinderspielzeug, all die Unsicherheiten, wenn er ihn mit zum Feiern genommen hatte, sein Zimmer in Jules Haus. Aldridge hatte sich immer eingeredet, das Donnie schlicht zu faul gewesen war, die Jugendmöbel auszutauschen, das er grundsätlich ein träger Mensch war, hatte er sich doch niemals um einen Job bemüht. Und jetzt spielte er lieber mit diesem Ding, als sich wie ein waschechter Gangster, der er vorgab zu sein, oben im Schlafzimmer an Noa zu vergehen.
Donnie war ein wütender kleiner Junge, im Körper eines Mannes, ein sehr leicht zu manipulierender Junge. Aldridge musste an seine Mutter denken, und an seinen Vater, und mit Miranda kam ihm automatisch Nicole in den Sinn. Er würde keinen von ihnen je wieder sehen, weswegen er jetzt einfach die Augen schloss, und beschloss sich an all den schönen Erinnerungen zu ergötzen, die ihm als einzige Flucht geblieben waren.

Er würde also verbrennen, das traf sich gar nicht schlecht. Sein Wunsch war es eh gewesen, nach seinem Tod verbrannt zu werden, und in der Natur verstreut zu werden. Gar nicht schlecht, immerhin das würde klappen.


- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Donnie -
 
:::::Comnachricht an Cris Sheldon:::::

Hallo Mister Sheldon,

da ich Meisterin Cheetahs Kontaktdaten nicht mehr nutzen kann, wende ich mich, auch mit der bitte diese Nachricht an die Meisterin weiter zu leiten, an Sie.
Captain Trineer wurde vor kurzem im Solleu gefunden, sie wurde direkt ins Zentralkrankenhaus im Zentrum von Theed gebracht. Wenn Sie sich beeilen, bekommen Sie sicherlich als einer der ersten die Gelegenheit mit ihr zu sprechen. Wundern Sie sich bitte nicht über die fremde Frequenz. Ich bin suspendiert worden, und nutze gerade mein privates Comlink. Dazu später mehr. Bitte kommen Sie direkt, und bringen Sie die Meisterin mit.

Danke, Tionne Sanders.

:::::Comnachricht an Cris Sheldon:::::
 
[Naboo, Theed, Vorort, Agathons Werkstatt]- Cris, Cheetah

Noch bevor Cris die Gelegenheit hatte, einen genaueren Blick auf den blutverschmierten Hydroschraubenschlüssel zu werfen – nicht, dass das einen Unterschied gemacht hätte, da er nicht über das Equipment verfügte, dieses auf irgendeine Art zu untersuchen – meldete sich sein Comlink abermals, doch es war keine Nachricht des lokalen NRSF-Direktors, der seine Entscheidung noch einmal überdacht hatte… es war eine Bombe.

Cris spürte, wie sich seine Augen merklich weiteten, und konnte sich vorstellen, dass Cheetah seine plötzliche Gefühlsaufwallung in der Macht mühelos würde spüren können. Was Tionne Sanders ihm da geschrieben hatte, änderte ihren Zeitplan massiv – und machte es immer wahrscheinlicher, dass sie bereits zu spät waren.

„Wir müssen ins Zentralkrankenhaus.“

Langsam sah er vom Display auf und in die Katzenaugen der Cathar.

„Captain Trineer wurde aus dem Solleu geborgen… lebendig, aber allem Anschein nach sehr schwer verwundet.“

Hatte Agathon nun doch einen Fehler gemacht? Es war so gut wie ausgeschlossen, dass er beabsichtigt hatte, dass Trineer lebend gefunden wurde – sie konnte ihn identifizieren, seine Tarnung aufliegen lassen, von der er wahrscheinlich nicht wusste, dass sie längst nutzlos geworden war. Doch wie war das geschehen? Hatte die Polizistin ihren Kollegen in ein Handgemenge verwickelt, war er womöglich ebenfalls verletzt? Oder hatte er einfach nicht gemerkt, dass sein Opfer noch nicht tot war? Irgendwie bezweifelte Cris letzteres – abgesehen von der kleinen Chance, dass Agathon auch diesen Mordversuch seinem Sohn überlassen hatte. Doch nein. Hatten nicht alle Hinweise darauf hingedeutet, dass Trineer ein zu wichtiges Puzzleteil war, um es einem Handlanger zu überlassen? Es gab nur einen Weg, das herauszufinden.

„Kommen Sie.“

Dieses Mal kümmerte Cris sich nicht um die Verkehrsregeln Theeds. Nachdem er sich die Jacke mit dem NRSF-Aufdruck über seine Schutzweste geworfen und seine Waffe im Oberschenkelholster verstaut hatte, lenkte er den Gleiter auf dem direktesten Weg in Richtung des Zentralkrankenhauses Sanders hatte angedeutet, dass er Trineer womöglich als einer der Ersten würde sprechen können, doch Agathons Garage war am Rande Theeds gewesen. Selbst mit dem Tempo, dass sie an den Tag legten, brauchte der Gleiter mit ihm und der Jedi an Bord zwanzig Standardminuten, ehe er ihn abrupt vor dem Haupteingang des sehr großen Komplexes ohne Rücksicht auf einen regulären Stehplatz abrupt abbremste. Mehrere Polizeigleiter waren vor Ort und sogleich hastete ein uniformierter Streifenbeamter auf sie zu.

„Hey, Sie! Sie können da nicht stehen bleiben!“

Wortlos klappte Cris seinen vermeintlichen NRSF-Dienstausweis aus, woraufhin der Beamte sich mit einer entschuldigenden Geste wieder zurückzog und ihm und Cheetah den Weg freimachte. Zielstrebig steuerte der ehemalige Sturmtruppler dann auf den Empfang zu und hielt auch der dortigen Krankenschwester den Ausweis unter die Nase.

„Hier wurde vor kurzem eine Deanna Trineer eingeliefert, vom TPD. Wo kann ich Sie finden…?“

„Intensivstation, Zimmer 406… aber Sir… das TPD hat den Zugang zu ihr strikt reglementiert…“

„Lassen Sie das meine Sorge sein.“

Kurz orientierte er sich anhand eines Wegweisers in Richtung der Intensivstation. Sanders konnte er nirgends erblicken, doch nach seiner Interpretation hatte sie zumindest zwischen den Zeilen angedeutet, dass sie ebenfalls das Krankenhaus ebenfalls das Krankenhaus aufsuchen würde, trotz ihrer Suspendierung. Unwillig verzog Cris bei diesem Gedanken das Gesicht. Diese Suspendierung war auch ein Problem, dessen man sich annehmen musste – doch für den Moment war Trineer wichtiger. Und der letzte Funke Hoffnung darauf, dass Noa nicht ihr Schicksal teilte.

„Wollen wir, Meisterin Jedi?“

[Naboo, Theed, Vorort, Agathons Werkstatt]- Cris, Cheetah
 
- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Schlafzimmer -

Die Tür war verschlossen. Etwas anderes war wohl kaum zu erwarten gewesen. Mit einer Hand hatte Noa den Bettpfosten fest umklammert, um sich aufrecht zu halten, nur für den Fall, dass ihr Körper beschloss, unter ihr nachzugeben. Sie hatte nicht vor, hier zu bleiben und auf Donnie zu warten. So leicht wollte sie es ihm nicht machen. Es gab noch einen anderen Weg nach draussen. Auf dem Weg dorthin war ihr Blick auf ihr eigenes Spiegelbild gefallen. Nicht hinzusehen war schwierig gewesen. Sie sah aus wie eine Todkranke, wie eine vertrocknete Blüte, die seit Wochen vor sich hin welkte. Es war kein schöner Anblick: die dunklen Ringe unter ihren Augen, die leichenblasse Haut, die Platzwunde auf ihrer Stirn und die spröden Lippen. Noas Haare waren ein einziges Chaos, stumpf und glanzlos, und ihre Haut war so durchscheinend, dass ihre Adern darunter überdeutlich zu sehen waren. Sie sah elend aus und sie fühlte sich auch so. Das weisse Betttuch hatte sie wie einen Umhang um ihre Schultern gezogen. Wenn sie es nur ein bisschen zur Seite schob, konnte sie die verheilenden Narben sehen, die von den Verbrennungen übrig geblieben waren, aber wenn sie es ganz fallen ließ und sich nur ein kleines Stück drehte... Noa wandte den Blick ab. Sie konnte nicht hin sehen, nicht darüber nachdenken, nicht akzeptieren, dass das sie war. Sie konnte nicht... sich damit auseinander setzen. Nicht jetzt, nicht irgendwann. Es war einfach zu viel. Sie würde niemals wieder eine schöne Frau sein.

Der Spiegel vor ihr verschwand, als sie die Schranktür aufriss. Hosen waren ordentlich auf Kleiderbügeln aufgehängt, daneben einige Hemden. Noa riss ein hellblaues Hemd von der Stange. Es brannte nur unwesentlich, als sie es überzog und der Stoff über ihr geschundenes Fleisch streifte. Alles das was jetzt kam, konnte nicht schlimmer sein als das, was sie bereits hinter sich hatte. Zu ihren Füßen lagen noch die Seile, mit denen Jules sie zuvor gefesselt hatte. Um sie herum war es still, doch in Noas Ohren klang das scharfe Lechzen des Gürtels wider, wann immer er auf ihre Haut geschleudert worden war. Jeder Schlag hatte ihren Körper zucken lassen. Jeder Schlag war darauf ausgelegt gewesen sie zu vernichten und zum Ende hin hatte Noa tatsächlich das Gefühl gehabt, es fehlten nur noch wenige Streiche bis Jules sie tatsächlich in der Mitte spalten und sie einfach auseinander reissen würde. Sie öffnete das Fenster und frische Luft, die sie dankbar einatmete, schlug ihr entgegen. Zwischen ihren Bemühungen zu überleben hatte Noa gar nicht gemerkt, wie stickig es durch Blut und Schweiss in dem Zimmer geworden war. Sie blickte nach unten. Unter ihr befand sich Wiese, doch der erste Stock lag zu hoch um einfach aus dem Fenster zu springen. Und trotzdem gab es keine Alternative. Was auch immer Jules und Donnie gerade taten, sie würden sich nicht zu lange Zeit lassen. Noa kletterte auf die Fensterbank und schwang erst ein Bein, dann beide Beine nach draussen. Nur nicht nach unten sehen. An den Wänden gab es kaum Halt, doch direkt unter ihr befand sich ein weiteres Fenster und auf den schmalen Vorsprung des Jalousienkastens konnte sie ihre Füße stellen, wenn sie ihn nur erreichte. Sie ließ sich nach unten sinken und baumelte in der Luft. Nur ihre Hände hielten sich noch krampfhaft an der Fensterbank fest, während ihre Füße nervös ins Leere traten. Noa spürte, wie ihre Kraft sie verließ und reckte sich noch ein wenig mehr, bis einer ihrer Füße schließlich den Vorsprung ertastete. Ihre Finger verkrampften bereits, als sie sie endlich lösen konnte. Dann stand sie wieder auf beiden Beinen, mit dem Bauch flach an die Wand gepresst und für einen fast unerträglich langen Moment wusste Noa nicht, was sie als nächstes tun sollte. Es waren noch immer zwei Meter bis zum Boden. Sich zu bewegen war unmöglich, nichts zu tun ebenso, denn die Zeit lief ihr davon. Sie drehte leicht ihren Kopf, um nach unten zu schauen und versuchte, in die Hocke zu gehen. Dann verlor sie das Gleichgewicht und im nächsten Moment wälzte sie sich im Gras.

Noa lag auf ihrer guten Seite und die Erde unter ihr war kalt. Die Welt hatte plötzlich geschwankt und sie abgeworfen. Sie hatte keine Zeit gehabt nachzudenken, nicht einmal jetzt konnte sie es. Der Sturz hatte ihr einen Schrecken eingejagt, sie unvorbereitet getroffen, doch es war der Aufprall, der ihr allen Sauerstoff aus den Lungen gedrückt hatte. Sie schnappte nach Luft, drehte sich auf den Bauch und stützte sich auf ihre Unterarme. Jeder Muskel und jeder Knochen in ihrem Körper schien zu schmerzen. Und trotzdem hatte sie es geschafft: sie war entkommen. Frei. Sie glaubte, dass sie sich eine Rippe gebrochen hatte, vielleicht auch mehrere, doch das spielte keine Rolle. Wichtig war nur, dass sie laufen konnte, so schnell und so weit weg wie möglich. Aus halb geöffneten Augen blickte Noa gegen die Fassade des Hauses. Aldridge befand sich noch dort drin, doch sie konnte ihm nicht mehr helfen. Sie war zu nichts mehr fähig! Trotz aller Versprechen war die Versuchung, zuerst an sich selbst zu denken, groß. Sie musste nur aufstehen, sich umdrehen und in den Wald rennen. Es war bei weitem der einfachste Part ihrer Flucht und das Klügste und Sicherste, das sie tun konnte. Aldridge würde nur so lange aushalten müssen bis sie Hilfe geholt hatte. Noa stand auf, ein bisschen überraschte sie, dass sie das noch konnte, und genau in diesem Moment hörte sie ein Geräusch. Es kam von der anderen Seite des Hauses, der Anlasser eines Gleiters und dann zuerst das typische verhaltene Brummen und dann das Schleifen des Antriebs, als das Fahrzeug Geschwindigkeit aufnahm und sich entfernte. Noa stand stocksteif und lauschte so lange bis sie nichts mehr hörte. Das konnte nur Jules gewesen sein und es änderte alles. Sie ließ den Wald hinter sich. Sie würde nicht davon laufen und Aldridge seinem Schicksal überlassen. Wie hatte sie überhaupt nur jemals so etwas denken können? Sie hatte seiner Mutter ihr verdammtes Versprechen gegeben! Sie schlich sich um das Haus herum, immer nah an der Wand, doch es war nichts zu hören ausser die Geräusche des Waldes, Vögel die irgendwo hoch in den Bäumen saßen, und der Wind der durch ihre Blätter strich. Wenn Donnie Aldridge folterte, dann verbat sich dieser jeden Schrei. Noa war nicht so tapfer gewesen. Sie atmete schwer, als sie die Vorderseite des Hauses erreicht hatte, obwohl sie nicht gerannt war. Trotzdem hatte sie von der Anstrengung Seitenstechen und eine ihrer Rippen drückte ihr spitz in die Brust. Unter den Fenstern ging sie in die Hocke, um ungesehen vorbei zu kriechen. Sie krabbelte über einen gepflasterten Gehweg, der um das Haus herum führte und der unpassende Gedanke, ob Graham und Deanna Trineer die Gartenanlage wohl selbst angelegt hatten, schoss ihr durch den Kopf. Sie musste sich die beiden vorstellen, wie sie Hand in Hand Erde geschaufelt und sich diesen Ort der Idylle geschaffen hatten, der Jahre später für ihren Sohn zum Albtraum werden sollte. Doch wer hatte damit rechnen können? Die Haustür war nicht verriegelt. Noa nahm einen tiefen Atemzug. So leise wie möglich trat sie in den Flur. Hier war sie schon gewesen. Geradeaus, direkt ihr gegenüber, befand sich die Tür zu dem Badezimmer, in das Donnie sie geführt hatte. Die Tür zu ihrer rechten Seite führte ins Wohnzimmer und von dort aus ging die Treppe in den ersten Stock hinauf und gleichzeitig hinunter im den Keller. Dort würde sie Aldridge und Donnie finden. Aber zuerst brauchte sie eine Waffe. Noa wandte sich nach links, wo sie die Küche vermutete. Sie öffnete die Tür und eilte erleichtert hinein. Der Messerblock stand direkt in ihrem Sichtfeld. Sie griff nach dem größten für ihre rechte Hand und nahm ein kleineres in die Linke. Schwärze drohte ihr Sichtfeld zu überfluten, als sie sich zu schnell bewegte.


"Nicht jetzt."

Flüsterte sie sich selber zu. Nicht so kurz vorm Ziel. Der Druck in ihrer Brust verstärkte sich und Noa zwang sich, ruhig zu atmen. Ein, aus, ein, aus. Langsam. Ihr Sichtfeld klarte auf, der Anflug von Schwindel verschwand und auf einmal konnte sie sehen, was sie vorher nicht wahr genommen hatte. Auf der Anrichte zwischen Spüle und Herd, vor dem Hintergrund eines angebissenen Butterbrots, lag eine Waffe. Eine richtige Waffe. Wie hypnotisiert legte Noa das große Messer zurück. Das Kleine behielt sie zur Sicherheit. Ihre Hände schlossen sich fest um die Blasterpistole. Sie fühlte sich sicher und vertraut an und die Energiezelle war so gut wie neu. Jetzt konnte Donnie ihr nicht mehr gefährlich werden. Mit wenigen Schritten war Noa zurück im Flur und stand wieder vor der Tür zum Wohnzimmer. Es war noch immer still. Alles was sie hörte, war ihr eigener Atem, der immer schneller ging. Sie hatte das Gefühl, dass sie nur schwer Luft bekam, ignorierte diese Tatsache jedoch. Entschlossen, keine weitere Zeit mehr zu verschwenden, zählte sie stumm von drei runter. Erst das Wohnzimmer, dann von dort in den Keller. Das war der Plan. Drei, zwei, eins. Mit angelegtem Blaster stürmte Noa den Raum. Es war gut, dass sie das getan hatte, denn Aldridge und Donnie befanden sich nicht im Keller. Für eine Sekunde war sie selbst überrascht. Sie hatten Aldridge in einen alten Lehnstuhl gefesselt, Donnie lungerte ihm gegenüber auf der Couch herum. Noa richtete ihren Blaster auf ihn. Ihr Gesicht glänzte von kaltem Schweiss.

"Auf den Boden!"

Brüllte sie Donnie an. Ihre Stimme hatte nie herrischer geklungen.

"Hände hinter den Kopf!"

Ihr Blick scannte den Raum, suchte jede Möglichkeit nach einer Waffe ab, nach der Donnie greifen konnte. Ihre Beine unter ihr waren so unsicher als ginge sie auf Zahnstochern, doch Noa meinte es ernst:

"Eine falsche Bewegung und du bist tot, verstanden?"

- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - Mit Al und Donnie -
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Noa, Donnie -

In seinem Kopf war Noa schon tot gewesen, bis gerade eben. Aldridge schüttelte ungläubig den Kopf, nachdem er sich endlich von dem Schrecken erholt hatte, den sie mit ihrem plötzlichen Auftauchen verursacht hatte. Donnie, der komplett zusammen gefahren war, erhob sich stocksteif vom Sofa, und guckte Aldridge so unsicher an, als würde er ihn um Hilfe bitten. Der Werftarbeiter wich seinem Blick aus, und konzentrierte sich auf Noa. Durch das Wohnzimmerfenster strahlte das Morgenlicht, und enthüllte gnadenlos die Warheit. Die schwerverletzte Frau sah aus wie eine Leiche, und irgendwie wirkte es, als würde der Blaster sie festhalten, und nicht umgekehrt. Die Waffe zitterte nicht, war starr auf Donnie gerichtet, auch Noas Hand und Arm wirkten stark, doch der Rest von ihr, sah aus als würde er jeden Moment wie ein Kartenhaus zusammen brechen.


„Hey ich..“

Donnie legte sich, wie Noa es ihm befohlen hatte, auf den Boden, und lies fahrige Hände hinter seinem Kopf zusammen kommen.

„Das war alles Daddy! Hörst du Noa? Mein Daddy hat mich gezwungen! Er ist ein verrückter Kerl!“


Aldridge wagte es nicht zu sprechen, er wollte es nicht riskieren Noa auch nur für eine Sekunde ab zu lenken. Donnie war dumm wie heu, aber vielleicht würde er seine Chance nutzen, wenn sie ihn für einen Moment nicht im Auge hielt.

„Ich mach was du willst! Bitte bring mich nicht um! Ich mach was du willst ehrlich!“


Donnie brach in Tränen aus, und wand sich, seinen Rotz lautstark in die Nase hochziehend, an Al.


„Aldridge hör, hör mal du kennst mich! Sag ihr das ich kein mieser Kerl bin! Du kennst mich! Sag ihr das!“


Aldridge suchte Noas Blick, um sich direkt wieder auf Donnie zu fokusieren.


„Ich werd nicht lügen.“


Sollte das möglich sein? Der Naboo konnte es kaum glauben, aber es gab ja plötzlich wieder Hoffnung! Es war Noa die die Zügel in Der Hand hielt, nicht Donnie, und Jules war weg. Die immer größer werdenden roten Flecken, die das Herrenhemd durchtränkten waren allerdings der deutliche Beleg dafür das Noa sich beeilen musste. Bei den Schöpfern, vielleicht kamen sie hier noch heraus! Der Werftarbeiter rümpfte die Nase, als ihm auffiel, das noch ganz anderer Stoff durchtränkt wurde. Das große Kind auf dem Boden pinkelte sich ein vor Angst, und Aldridge fand das fantastisch.

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Noa, Donnie -
 
- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - Mit Al und Donnie –

Donnie wimmerte. Er jammerte vor sich hin und beteuerte seine Unschuld. Welche Unschuld? Noa hatte erwartet, dass er weiter den starken Mann markieren würde oder dass er sie verhöhnen würde, weil er glaubte, sie könne die Waffe in ihrer Hand nicht bedienen. Damit, dass er sich ihr so schnell unterwarf und tat was sie sagte, hatte sie nicht gerechnet, aber es gefiel ihr. Nicht nur gab es ihr ein Gefühl der Stärke, es bestätigte sie auch in einem Punkt, der schon ihr ganzes Leben ein Stolperstein für sie war: ernst genommen zu werden, obwohl sie eine Frau war. Donnie nahm sie sehr ernst.

“Du bist erbärmlich.“

Noa konnte ihn fast nicht ansehen.

“Ein erbärmliches Stück Dreck! Du wolltest Aldridge lebendig begraben! Du hast ihn blutig geschlagen wie ein… wie ein Tier! Und mich?“

Für einen Moment brach Noas Stimme. Donnie hatte sie nicht angefasst, nicht wirklich. Alles, was ihr widerfahren war, ging auf Jules‘ Konto. Jules hatte sie geschlagen, sie in eine dunkle Gefrierkammer gesteckt, sie berührt… und schließlich ausgepeitscht. Er hatte sie Donnie überlassen, blutig und fast bewusstlos, damit dieser sich an ihr vergehen konnte. Dass Donnie es nicht getan hatte, änderte nichts, gar nichts. Er hatte einfach nur zugesehen, die ganze Zeit, und das war mindestens genau so schlimm. ]Der ironische Part an der Sache war, dass sie ihm sogar glaubte. Er war das Anhängsel seines Vaters. Jules hatte ihn einer Gehirnwäsche unterzogen, ihn zurecht gebogen und für seine Zwecke missbraucht. Das war hart und ekelhaft, und doch rechtfertigte es nicht, was Donnie getan hatte. Es machte ihn nicht zu einem Unschuldigen.

“Nein, du bist kein mieser Mensch, Donnie. Du bist eines Menschen unwürdig.“

Sie hatte den Blaster nicht eine Sekunde lang von ihm genommen. Er blieb auf ihn gerichtet, so stur wie Noa selbst, während sie zu Aldridge hinüber ging. Es waren nur ein paar Schritte, doch jeder davon war schwer und der Druck in Noas Körper, der von überall zu kommen schien, wurde immer größer. Aldridge war an den Lehnstuhl gefesselt, die Seile so stramm gezogen, dass sie ihm in die Haut schnitten. Gefangen, unschädlich gemacht.

“Bist du okay, Al?“

Ohne ihn anzusehen, wechselte sie den Blaster in die linke Hand und nahm in ihre rechte, in ihre kräftigte Hand, das Messer, das sie aus der Küche mitgenommen hatte.

“Was dein Daddy wohl sagen wird, wenn er erfährt, dass du alles vermasselt hast?“

Ihr Blick traf wieder Donnies, als sie begann, Aldridges Fesseln durchzuschneiden. Im Holo-Fernsehen ging das immer so einfach, doch in Wirklichkeit war Seil robust und störrisch und Noa hatte kaum noch Kraft übrig.

“Oder vielleicht erfährt er ja etwas ganz anderes.“

Das Atmen machte ihr jetzt immer mehr Probleme.

“Meinst du er wird… traurig sein, wenn ich ihm sage, dass du tot bist?“

Und dann waren die Seile plötzlich durchtrennt und Aldridges rechter Arm frei. Er war frei. Ein Gefühl unendlicher Erleichterung überfiel Noa. Es war ein absurder Moment, doch sie konnte es nicht verhindern. Es hatte sich gelohnt, zu kämpfen. Es lohnte sich immer. Sie reichte Aldridge das Messer. Den Rest konnte er selber machen. Sie selbst trat einen Schritt zurück, und noch einen, um sich mit ihrer freien linken Hand an der nächsten Wand abzustützen. Rechts hielt sie wieder den Blaster, zielte etwas weiter nach unten.

“Weißt du was, Donnie? Ich schieße dir einfach die Eier weg. Eins nach dem anderen. Das hättest du verdient.“

Eine Welle von Schmerzen brach in diesem Augenblick in ihrer Körpermitte über sie herein. Donnie hatte längst zu heulen begonnen. Es roch nach Urin. So erbärmlich…

- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - Mit Al und Donnie
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Noa, Donnie -

„Mein Gott Noa!“


Sie hatte es geschafft! Sie hatte ihn befreit! Aldridge verkraftete kaum das Wechselbad der Gefühle, in dem er gerade fast ertrank.
Das Messer glitt in seinen Arm wie in ein dünnes Blatt Flimsiplast. Aldridge hatte viel zu fest und eifrig an den letzten paar Zentimetern Seil herumgesäbelt. Als er sich endlich komplett gelöst hatte, stand er eilig auf, und widerstand gerade so dem Drang, Donnie in die Seite zu treten. Stattdessen brüllte er ihn an.


„MEINE MUTTER IST TOT! UND DU HEULST HIER RUM? NUR WEIL DU MICH GEFANGEN HAST IST SIE TOT!“


Ein Seitenblick auf Noa, die ihn weiterhin fixierte, verriet ihm, das er sich jetzt beeilen musste. Der Atem der Journalistin ging schwer und hektisch, sie schwitzte und zitterte, und der Moment, in dem sie alle Kräfte verlassen würden, der war eigentlich schon oben im Schlafzimmer gekommen. Wie hatte sie das blos alles geschafft.

„Noa...danke für alles. Danke! Du hast mir das Leben gerettet!“


Er hatte die Worte gesprochen ohne sie weiter an zu sehen, er musste schnell etwas finden um Donnie zu fesseln, dann konnte man fliehen. Ja, so würde er es machen, sie fesselten ihn, damit er verhaftet werden konnte, dann würde er Noa packen, zum Speeder tragen, ob sie wollte oder nicht, und dann ins Krankenhaus bringen, ja! So würde es ablaufen.


„Ich wollte deine Mom doch gar nicht töten! Tante Dee war immer so nett zu mir, ich wollte doch nur dich kriegen.“


Aldridge, der sich daran machte ein langes Stück Stoff aus einem der Vorhänge am Fenster zu reißen, schüttelte Fassungslos den Kopf. War der Typ völlig..


„Schieß ihm die Eier weg Noa!“


Er verdrängte seine Wut und fokusierte sich, Fesseln und dann weg. Sein Blick glitt kurz nach draußen in den den dichten Wald, der das Grundstück an vier Seiten umgab. Vielleicht, ja vielleicht war seine Mutter gar nicht tot? Und wenn sie tot war, hatte sie es dann nicht verdient, das man sie mitnahm? Aldridge schauderte es, als endlich bei ihm ankam, das seine Mutter nicht mehr lebte. Seine Mutter war tot! Sie war tot! Der Werftarbeiter erschauderte, und erstarrte fast, bevor er sich nochmal zwang ruhig zu bleiben. Er konnte später ausflippen.

„So das reicht jetzt, Abschaum!“

Er nahm das abgerissene Stück Stoff in die Hände und zog kräftig daran. Das würde halten. Wenn jetzt nichts mehr schief ging, würde er Noa schon gleich auf dem Weg haben. Und dann würde sie wieder gesund werden und alles würde gut werden...quasi. Ja genau.


- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Noa, Donnie -
 
Zuletzt bearbeitet:
- Naboo - Theed - Zentrum - Zentralkrankenhaus - Intensivstation - mit diversen Cops, Personal -

Wie lange konnte ein einzelner Mensch eigentlich wach bleiben? Tionne, die mit beiden Händen ihren Kaff umklammert hielt, war sehr nahe daran, heraus zu finden wie lange man funktionieren konnte. Ein gutes hatte ihre Übermüdung ja, sie konnte sich nicht zu viele Gedanken über ihre Suspendierung, und die möglichen Folgen machen. Sogar die Suspendierung fühlte sich gerade super an, sie würde nachher ins Bett können, und so lange schlafen können wie sie wollte. Das das davon abhing, ob ihre Mutter noch eine Weile auf Eli aufpassen würde, verdrängte sie. Das Bild von Trineers Ehemann, der vor einer guten halben Stunde im Krankenhaus eingetroffen war ging ihr nicht aus dem Kopf. Der riesige Mann war nicht durch den Flur gerannt, er war regelrecht gerast. Wie musste sich das anfühlen in seiner Situation zu sein?. Diesem Mann drohte nicht nur der Verlust seiner Ehefrau, sein Sohn war immernoch nicht aufgetaucht und gut möglich tot. Captain Trineer war ganz und gar nicht leicht verletzt, das wusste Tionne jetzt. Ihre Vorgesetzte war eben hastig von einem ganzen Team von Ärzten und Pflegern an ihr vorbei geleitet worden, mit einem Krankenhaus Bediensteten, der auf der Schwebetrage gesessen hatte, und die völlig unter technischem Gerät und Verbandsmaterial verschwundene ältere Frau reanimiert hatte. Tionne mochte Deanna Trineer mehr als gern, würde sie sterben, würde es dem brutalen Fall nur noch die tragische Krone aufsetzen. Jules Agathon.....kein Wunder das sie bei ihren Ermittlungen niemals weiter gekommen waren, der Mörder hatte direkt neben der Chef Ermittlerin gesessen.


„Hey Sanders, sind das nicht die beiden, mit denen die Captain zusammen gearbeitet hat?“

Einer der Kollegen vom Revier 5, der beim Einsatz an der Dyson Schule geholfen hatte, tippte ihr auf die Schulter und deutete den Flur hinunter. Und tatsächlich, zwischen den uniformierten Kollegen, schoben sich Cris Sheldon und Meisterin Cheetah in ihre Richtung.

„Ganz recht, das sind sie.“


Sprach sie noch, bevor sie den beiden entgegen eilte. Es gab einiges zu besprechen, das die Kollegen auf keinen Fall hören durften.

„Meisterin Cheetah? Mister Sheldon? Kommen Sie bitte mit.“


Sie bedeutete beiden ihr zu folgen, und steuerte direkt auf Trineers Zimmer zu, das gerade nicht besetzt war. WENN Trineer zurück gebracht werden würde, würde das sicher noch eine ganze Weile dauern.


„Captain Trineer ist außer Gefecht.“

Gab sie monoton an, als die drei in dem verlassenen Krankenzimmer ankamen.

„Ich bin es leider auch. Ich musste die Erkenntisse ihrer beider Ermittlungen weiter geben, ich hatte keine Wahl. Ich hab aus Sicherheitsgründen direkt an den Chief gewendet, um mögliche Mittwisser nicht auf zu schrecken. Die gute Nachricht ist, Chief Portman wird die Füße Still halten, so lange Agathon nicht auftaucht, um die anderen Opfer nicht zu gefährden. Steckt der Kerl irgendwann seinen Kopf in Theed in die Luft, wird er direkt verhaftet werden.“

- Naboo - Theed - Zentrum - Zentralkrankenhaus - Intensivstation - Zimmer 408 -mit Cris und Cheetah -
 
- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - Mit Al und Donnie –

Eine Stimme in Noas Kopf sagte ihr, dass es Zeit für sie war, sich auszuruhen. Sie hatte alles getan, was sie sich vorgenommen hatte. Aldridge war frei, er stand jetzt neben ihr und dankte ihr, doch sie hörte kaum etwas davon. Sie wusste, dass sie sich setzen sollte. Dass sie es überhaupt geschafft hatte, aus dem Fenster zu klettern, nach dem Sturz noch einmal aufzustehen und Donnie schließlich zu konfrontieren, war schon ein kleines Wunder. Todesangst, hatte Noa mal gelesen, konnte ungeahnte, manchmal fast übermenschlich erscheinende Kräfte frei setzen. Hatte es etwas damit zu tun, dass Adrenalin durch den Körper pumpte und man Schmerzen weniger wahr nahm? Aber sie spürte ihre Schmerzen deutlich. Sie spürte das Ziehen in ihren Flanken, das sich wie Seitenstechen anfühlte, den Druck in ihrem Brustkorb, als läge sie auf dem Rücken und jemand säße auf ihr, und das nicht enden wollende Klopfen in ihrem Kopf. Ihr Rücken war ein einziges Minenfeld. Immer wieder ging eine Mine hoch, explodierte und setzte dann alles in Brand. Es war wie ein Feuer, das man nicht löschen konnte. Dabei hatte Noa schon schlimmeres erlebt, wie sie sich selbst einredete. Sie sagte es sich immer und immer wieder. Von Schmerzen starb man nicht, die hielt man aus. Man starb nur von Verletzungen, oder deren Folgen.

Aldridge zog an den Vorhängen vor den Fenstern und schon im nächsten Moment hatte er eine breite Stoffbahn abgerissen, aber erst als er wieder neben ihr stand, dämmerte Noa, was er vor hatte.
Er wollte Donnie fesseln, aber warum?! Er war ein Mörder, genau so wahnsinnig und gefährlich wie sein Vater! Wenn sie ihn leben ließen, würde man ihm den Prozess machen und ihn wegsperren, vielleicht sogar für immer, doch mehr nicht. War das Noa gegenüber fair, oder Aldridge, oder Deanna? Für jemanden wie Donnie gab es keine gerechte Strafe, außer den Tod! Nur den hatte er verdient, sonst nichts. Noa spannte ihren Arm an. Sie machte das nicht zum ersten Mal. Dass Donnie weinte und um Gnade flehte, durfte keine Rolle spielen. Er hatte ihr auch keine gewährt. Und trotzdem merkte sie, wie sie nun doch zögerte. Wenn sie ihn umbrachte, war es keine Notwehr mehr. Donnie saß vor ihr auf dem Boden, unbewaffnet, die Hände hinter seinem Kopf. Wenn sie ihn jetzt umbrachte, wäre es vielmehr eine Hinrichtung. War es das was sie wollte? Noa ließ ihren Arm sinken, bis er zurück an ihrer Seite baumelte. Jules Agathons‘ Sohn war so eingeschüchtert, dass sie ihn nicht mal mehr bedrohen musste, um ihn in Schach zu halten. Er bot ein erbärmliches Bild. Aldridge hatte Recht, ihn zu fesseln und den Behörden zu übergeben war die bessere Alternative. Es war das Richtige. Noa wandte sich ab, nur für zwei Sekunden, dann kehrte ihr Blick zurück. Sie schoss. Donnie hatte nicht einmal mehr Zeit, überrascht auszusehen. Ja, sie wollte seine Hinrichtung.

Sie lehnte ihren Kopf gegen die Wand. Jetzt erst war es wirklich vorbei. Langsam, wie in Zeitlupe, glitt der Blaster aus Noas Fingern und fiel mit einem dumpfen Aufprall zu Boden. Donnies Augen starrten geweitet ins Leere, mittig zwischen ihnen prangte das schwarze Einschussloch, das der Blaster hinterlassen hatte. Er war tot und Noa hatte genug, endgültig. Sie wollte nach Hause.


“Aldridge?“

Noch bevor sie fiel, merkte sie, dass sie die Kontrolle verlor.

“Ich glaube… ich brauche… einen Arzt.“

Der Raum begann sich zu drehen, ihr Sichtfeld verdunkelte sich und dann gaben Noas Beine unter ihr nach. Der Körper, in dem sie steckte, gehörte nicht mehr ihr, er reagierte nicht mehr auf ihre Befehle. Wie ein Kartenhaus klappte sie zusammen, die ganze Zeit aufrecht gehalten nur durch ein winziges Detail, doch ihr starker Wille konnte seine Last nicht ewig alleine stemmen. Sie stolperte zu Boden. Der Punkt, an dem sie ihre Schmerzen nicht länger ignorieren konnte, war erreicht. Noa schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen.

“Ich kriege keine Luft mehr.“

Ihre Stimme klang hohl. Sie atmete, aber es kam nichts an, kein Sauerstoff, nichts.

“Aldridge…“

Sie streckte eine Hand nach Captain Trineers Sohn aus, nach diesem Mann, den sie eigentlich kaum kannte. Er sollte Rámon holen. Ihr Bruder würde wissen, was zu tun war, er war schließlich Arzt. Es tat Noa in der Brust weh, als sie laut röchelte. Aldridge saß direkt neben ihr, sprach laut ihren Namen, doch seine Stimme entfernte sich immer weiter und weiter. Kraftlos sank sie vornüber in seine Arme. Schwärze umfing sie. Sie selbst sagte sich, dass sie atmen musste, doch es war anstrengend und je mehr sie sich darauf konzentrierte, desto müder wurde sie. Selbst ihre Gedanken entglitten ihr, einer nach dem anderen, bis sie nur noch Namen sah: Jules, Aldridge, Donnie. Cris und Lorraine. Und Cloé! Oh, Cloé…. und dann verschwanden auch die Namen und die Abstände zwischen Noas Atemzügen verlängerten sich. Ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Aus.

Von Schmerzen starb man nicht, hörte sie sich selbst laut sagen - oder vielleicht war das auch nur in ihrem Kopf - die hielt man aus. Man starb nur von Verletzungen, oder deren Folgen.

Ein. Aus. Ein. Aus.

Ein. Aus.

Dann stoppte ihr Atem und für einen langen, letzten Herzschlag lang dachte Noa gar nichts mehr.


- Naboo - Am Rande Theeds - Waldgebiet - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - Mit Al –
 
- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Noa, Donnie -

Nein, nein, nein, nein! Aldridge der neben ihr kauerte lies Noas Hand, die sie ihm in ihrer schrecklichen Not etgegen gestreckt hatte los, als ihm dämmerte das sich da gerade etwas ganz schreckliches anbahnte. Das konnte sie jetzt nicht machen! Das...das ging doch nicht. Aldridge schnappte nach Luft, als Panik in ihm aufstieg. Sein Blick viel auf Donnie, dessen Körper nicht weniger blöd war als er er selbst, kapierte er noch nicht das er tot war. Die Arme und Beine des schlacksigen Kerls zuckten, seitdem Noa ihm ein Loch in den Kopf geschossen hatte grotesk und heftig. Donnie war für immer Geschichte, und Aldridge fühlte nichts bei dem Gedanken daran.


„Noa?“

Er fokusierte sich nach einem Herzschlag wieder. Sie war nicht einfach nur kollabiert, das war was ganz anderes. Aldridge nahm sie bei den Schultern, und schüttelte Noa kräftig durch. Eine unsinnige Aktion, die auch die seichten Ohrfeigen nicht besser machten, die er ihr auf die bleichen Wangen gab. Das war was..

„Komm schon!“

Die Panik, die ihr eben in den Augen gelegen hatte, als sie nach Luft gerungen hatte, ging ihm so nahe. Der überforderte Geist des Naboo brauchte einen Herzschlag, bis er verstand was wirklich Sache war. LUFT! Sie hatte keine Luft bekommen! Der Werftarbeiter senkte seinen Kopf über ihren Mund und ihre Nase, da kam gar nichts. Sein Ohr wurde kalt, als er es auf ihre Brust senkte, und dabei ihre Haut berührte, die aus dem viel zu großen Herrenhemd herausblitzte. Nichts..Aldridge hielt die Luft an, um wegen seiner eigenen Atemgeräusche nicht doch noch ihren Herzschlag zu überhören, vielleicht war er ja nur ganz leise und schwa... da war nichts!

„Neeein nein nein! So haben wir nicht gewettet!“


Knöpfe landeten mit leisem Klacken auf dem polierten Holzboden, als Aldridge Noas Hemd aufriss, die Hände auf ihrem Brustbein aufeinander legte und damit begann sie zu reanimieren. Wie oft sollte man noch das Herz massieren? Längst verblasste Bilder von einem Erstehilfekurs, der Pflicht gewesen war um eine Speederbike Lizenz zu bekommen, rasten durch seinen Kopf. Sein jüngeres Ich saß auf seinem Bett, und hörte Loreley zu und starrte ihr auf die üppigen Brüste. Die Zeltron, mit der damals nach seinem Nasenbeinbruch eine heftige Affäre gepflegt hatte, war praktischerweise Medizinstudentin gewesen. Sie hatte ihm von selbst angeboten ihm einen privaten, aber offiziell gültigen Kurs zu geben, nachdem er dank seiner Sport Karriere in der Stadt kein Unbekannter mehr gewesen war. Aldridge verfluchte sich für sein schlechtes Gedächtnis, und pumpte weiter. Er hielt ihr Herz in Gang, das war alles was zählte.


„Stell dich nicht so an!“


Polterte er Noa in Noa Manier an, und legte ihren Kopf zurück um ihr Atem zu spenden. Er stutzte, als irgendwie gar nichts passierte. Es baute sich einfach kein Druck auf. Aldridge hatte das Gefühl Luft durch einen Strohalm in eine Turnhalle zu pressen. Und da er bezweifelte das sie ein größeres Lungenvolumen als er hatte, musste das alles eine andere Ursache haben. Als er sich aufraffte, und seine Finger in ihren Mund schob um potenzielle Fremdkörper heraus ziehen zu können, fragte er sich in einem irrationalen und unpassenden Gedanken, ob Menschen in so einem erbärmlichen Zustand noch zubeissen konnten. Als wenn das eine Rolle spielte... Wenn er nichts unternahm, lag mit der leblosen schwerverletzten Frau, die ihm das eigene Leben gerettet hatte, eine weitere Leiche vor ihm....

- Naboo - Theed - Waldgebiet vor Theed - Ferienhaus der Trineers - Wohnzimmer - mit Noa, Donnie -
 
[Naboo, Theed, Zentralkrankenhaus, Zimmer 408]- Cris, Cheetah, Tionne

Dass Tionne Sanders plötzlich bei ihm und der Jedi auftauchte, überraschte Cris nicht wirklich, auch wenn es ihn irritierte, dass sie ihn und die Cathar in ein leeres Krankenzimmer führte. Der Hinweis darauf, Trineer wäre „außer Gefecht“, konnte alles Mögliche bedeuten, suggerierte sogar, dass es um die Polizistin nicht so schlecht bestellt war, wie Cris zunächst angenommen hatte. Andererseits war es natürlich kein gutes Zeichen, dass sich die Ärzte derzeit anscheinend unmittelbar um sie kümmern mussten – falls es sich bei diesem Raum, in den Sanders sie geführt hatte, denn um Trineers vorgesehenes Krankenzimmer handelte.

„Sie glauben, Agathon ist hierfür verantwortlich?“

Im Grunde war es eine rhetorische Frage. Erst Trineers Verschwinden war es gewesen, die Cheetah und Cris überhaupt auf den anderen Polizisten gestoßen hatte, also war ihre Entführung (und die Noas) wohl jene, die man ihm am unzweifelhaftesten anlasten konnte.

„Wurde sie mit einem Lichtschwert verletzt…?“

War das womöglich Agathons Plan gewesen? Seine ehemalige Kollegin erst mit einem Lichtschwert zu verstümmeln und dann elendig im Solleu ertrinken zu lassen? Doch irgendetwas war schiefgelaufen – hatte sie jemand rechtzeitig gefunden, war sie von einer (aus Sicht des Täters) ungünstigen Strömung ans Ufer getragen worden? Spekulationen – Spekulationen, die sie auch nicht weiterbrachten.

„Sie werden es mir nachsehen, dass mein Vertrauen in den Chief nicht unbedingt das Beste ist. Ihre Suspendierung scheint mir eher auf eine rational wenig durchdachte Kurzschlussreaktion hinzudeuten. Und wer weiß schon, ob Agathon nicht auch im engsten Umkreis der Behördenleitung Gewährsleute hat?“

Cris schüttelte mit dem Kopf.

„Nein. Was mich betrifft, sind alle im Dienst befindlichen Beamten des TPD in dieser Situation potentielle Informanten. Was es schwierig machen wird, Captain Trineer zu beschützen, wenn Agathon den Job zu Ende bringen will. Und das wird er – ich glaube keine Sekunde, dass es in seiner Absicht gelegen hat, dass sie lebend aufgefunden wird. Immerhin verrät uns das, dass auch er Fehler macht.“

Kurz huschte der Blick des ehemaligen Sturmtrupplers in Richtung der Jedi. Sie wusste, dass diese Hoffnung ein Strohhalm war, an den er sich klammerte, in der Hoffnung, dass auch Noa von einem solchen Fehler zu profitieren.

„Bedauerlicherweise sieht das Regionalbüro der NRSF derzeit keinen Anlass, sich in diese lokale Polizeiangelegenheit mehr einzumischen, als ich es bereits tue. Die Autonomie der planetaren Polizeibehörden ist dort ein hohes Gut – man will wohl den Eindruck vermeiden, sich auf eine Art in regionale Angelegenheiten einzumischen, die an das Imperium und seinen Zentralismus in Sicherheitsfragen erinnert.“

Natürlich war das nicht die ganze Wahrheit. Cris war schließlich als Agent des Geheimdienstes an den Regionaldirektor herangetreten und das ohne Beweise. Jetzt, da Sanders Chief Portman informiert hatte, war nicht unwahrscheinlich, dass sich Direktor Sterling doch noch für den Fall interessierte und seine Leute in Marsch setzte. Auf der einen Seite wäre das erfreulich – innerhalb der NRSF dürfte Agathon niemanden kennen – doch auf der anderen Seite konnte das zu einem Problem für Cris werden. Sterling wusste zwar, dass Cris auf Naboo war und was sein Auftrag war – doch davon, dass er hier als Agent der NRSF posierte, dürfte man diese wohl kaum in Kenntnis gesetzt haben.

Er konzentrierte sich nach diesem gedanklichen Exkurs wieder auf Sanders.

„Können Sie uns noch irgendetwas Genaueres sagen?“

Und nach einem kurzen Zögern:

„Wurde Aldridge Trineer mittlerweile wieder angetroffen? Oder… Miss Cortina?“

Auch wenn es der Form halber so sein musste, hatte es wohl keinen Zweck, zu hoffen, dass Sanders nicht sofort durchschaute, dass er sich tatsächlich von den beiden genannten Personen kaum für Trineers Sohn interessierte – jedenfalls nicht mehr als für jedes Opfer eines Verbrechens. Schließlich war sie Zeugin des Wortwechsels zwischen Noa und Cris geworden, des letzten wirklichen Gesprächs, das die beiden geführt hatten…

[Naboo, Theed, Zentralkrankenhaus, Zimmer 408]- Cris, Cheetah, Tionne
 
- Naboo - Theed - Waldrand - Lichtung - Jules allein -

Sein Brüllen donnerte durch die Waldlichtung, als Jules sein Werk begann. Das Schweißgerät, dessen Griff Donnie gekonnt mit dem eines Lichtschwertes versehen hatte, tat seinen Dienst. Seine Gesichtshaut verbrannte schnell und tief.


„Was meinst du Dee, auf einer Skala von eins bis zehn, wie verrückt ist dieser gruselige alte Mann?“

Der von früher, machte sich über ihn lustig, und knuffte Dee, die direkt neben ihm an der Front des Polizeispeeders stand in die Seite. Jules hasste beide, allein wie sie schon da standen.


„Hmmm, ich würde sagen wir haben wir eine glatte Elf.“


Deanna, genau so jung wie der schwarzhaarige junge Lackaffe neben ihr, streckte die langen Beine aus, setzte sich ihre Fliegersonnenbrille auf und zog die Schultern hoch.

„Komm wir hauen ab Jules, dem kann man nicht mehr helfen.“


Sie verschwand einfach. Der von früher allerdings nicht. Er trat ganz nahe an Jules heran, so nahe das er diesem Gesicht nicht ausweichen konnte. Strahlend blaue Augen blickten ihn an, und Jules konnte nicht weg sehen, nahm jede Nuance dieses perfekten jungen Gesichtes, von der ordentlichen Rasur bis zum überkorrekt gekämmten schwarzen Haar, wahr.

„Was tust du denn da?“

Jules schnappte nach Luft, als er den Brenner von seiner rechten Gesichtshälfte, auf die Linke zog, und auch auf der Seite sein Antlitz für immer veränderte.


„Ich muss das tun. Ich musste Opfer bringen und muss es noch, es geht um die Mission.“


Der von früher sah ihn voller Abscheu an, und schüttelte energisch den Kopf.

„HAU ENDLICH AB!“


Jules brüllte ihn an, und brach unter den Schmerzen, die die Verbrennungen verursachten neben dem Gleiter zusammen. Wie ein Käfer auf dem Rücken liegend, starrte er in den Himmel und musste unwillkürkich an Noa denken. Er ärgerte sich, das er sie nicht emotional gebrochen hatte, trotz allem was er ihr angetan hatte. Er kam ja kaum mit den Schmerzen zurecht, die er sich selbst zugefügt hatte, aber es war eben nötig. Das er sich ein kleines Souvenir von Noa mitgenommen hatte, für seine Keller Sammlung, tröstete ihn ein wenig. Sobald das Souvenir den Stahltisch berühren würde, wäre das Miststück Asche....

….


„Captain Agathon? Sie haben wirklich verdammtes Glück gehabt, ich möchte Sie aber ausdrücklich über Nacht hier zu bleiben“.


Der alternde Arzt vor seiner Nase, bat ihn jetzt das zweite mal darum zumindest die Nacht über zu bleiben. Und obwohl er eigentlich direkt vor die Presse treten wollte, jetzt wo seine Wunden noch so frisch und plakativ abstoßend waren, beschloß er dem Bitten nach zu geben. Würde er eine Nacht im Krankenhaus bleiben, würde das nur die Ernsthaftigkeit der Sache betonen. Außerdem schmerzten diese Verbrennungen so schrecklich, das er sich die Schmerzbehandlung dann doch noch gönnen würde....

- Naboo - Theed - Zentrum - Zentralkrankenhaus - Notaufnahme - allein -
 
- Naboo - Theed - Zentrum - Zentralkrankenhaus - Intensivstation - Zimmer 408 - mit Cris, Cheetah -

Miss Cortina, ja natürlich, wie hatte sie das nur vergessen können? Tionne kehrte für einen Moment zurück ans Außengelände der Dyson Privatschule. Sie sah Sheldon, eingeknickt wie weiches Blech in einem offenen Polizeigleiter sitzend. Er hatte Miss Cortina mit regelrechtem verbalen Zucker überschüttet, und was hatte die Journalistin getan? Sie hatte ihn abgewiesen und ihn verlassen. Die Trennung von Jonathan und ihr, hätte man in genau das gleiche Szenario kopieren können, nur wäre sie es gewesen die im Gleiter gesessen hatte. Und obwohl sie diesen Mann nicht kannte, und sie nicht nur einmal mit ihm zusammen gerasselt war, tat ihr Sheldon leid. Er war offensichtlich ein weiteres Opfer dieser Sache, zum Glück ein sehr professionelles und handlungsfähiges. Und hey er war ein Mensch, etwas das man nach den ersten Minuten miteinander hätte bezweifeln können.

„Bisher ist nur die Captain aufgetaucht. Was ihr genau zugestoßen ist kann ich leider nicht sagen, ich hab sie allerdings vorhin auf dem Flur gesehen. Offen gesagt glaube ich nicht, das sie das alles überlebt. Ich hoffe ihr Ehemann kann uns Details geben, wenn er wiederkommt.“


Und fast wäre ihr diese Floskel heraus gerutscht, die sie als Anfägerin noch für keine gehalten hatte, wir finden sie schon... Sie würde gar nichts finden, sie war suspendiert, und wie es aussah, würden sie wohl froh sein können, wenn sie ein paar Leichen finden würden. Wieder kamen ihr Sheldons Worte in den Sinn, er musste diese Frau wie ein irrer lieben. Die Naboo beschloss sich zu fokusieren, ihr Mitleid konnte er sicher gerade nicht gebrauchen.


„Was Chief Portman angeht, ich bin sein Bauernopfer. Kriegen wir Agathon nicht, oder schafft er es noch einen einzigen Menschen umzubringen, war das am Ende dann eben Schuld. Aber am Ende bin ich froh, das er die Füße still hält. Wird Agathon gewarnt, wissen wir, das es der Chief selbst war. “


Wobei sie Portman nicht auf ihrer Liste hatte, wobei, Agathon hatte sie auch nicht auf ihrer Liste gehabt.Tionne seufzte vor Frust.


„Das der NRSF nichts unternimmt, ist bedauerlich, aber nachvollziehbar. Trotzdem hätte ich gerne eine neutrale Partei im Rücken gehabt. Danke für die Bemühungen. Ich danke Ihnen beiden wirklich, ohne Ihrer beider Ermittlungen und Bemühungen, würde das TPD weiterhin wie ein Haufen Trottel Was Captain Trineer angeht, ich hab sie eben nur auf..“

Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als die Tür zum Krankenzimmer mit einem Zischen aufging. Ein sehr hochgewachsener Mann trat zu der Jedi, Sheldon und ihr in den Raum, in seinen Händen hielt er einen glänzenden weißen Wegwerf Beutel. Es war Captain Trineers Mann, und zwischen den Fragen, die in seinem Gesicht standen, fand Tionne auch Zorn.


„Miss Sanders?“


Seine Schultern hingen durch, Tionne bezweifelte, das er geschlafen hatte, seitdem sie sich das letzte mal in der gleichen Konstelation getroffen hatten. Das argwöhnisch dreinblickende hellblaue Augenpaar des älteren Mannes traf auf die gleichfarbigen Augen von Sheldon und dann die bernsteinfarbenen Augen Meisterin Cheetahs.


„Nehmen Sie es nicht persönlich, aber wenn Sie hier sind um mich auszufragen, muss ich Sie enttäuschen. Ich vertraue der Polizei nicht mehr!“

Er langte in die Tüte, und holte ein schwarzweiß karriertes Herrenhemd hervor. Der Stoff war klatschnass, und völlig durchtränkt von Blut, auf Bauchhöhe prangte ein riesiges kreisrundes Brandloch.

„DAS hatte meine Frau an, als sie gefunden hatte. Sie sagen Sie haben unser Ferienhaus durchsucht und gesichert? Sie haben gesagt, das dort niemand mehr ist? WIE kann es dann sein, das meine Frau ein Hemd an hatte, das aus meinem Kleiderschrank dort kommt hm?“

- Naboo - Theed - Zentrum - Zentralkrankenhaus - Intensivstation - Zimmer 408 - mit Cris, Cheetah -
 
Zurück
Oben