Weltraum (Neutral)

[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / in Jart Ga'lors Quartier ] Mol, Jart Ga'lor, sechs Putschisten (davon einer tot)

Mol war wieder auf Taris. Das Blut, die Schreie, das Kreischen der Blaster und der Geruch nach Ozon in der Luft. All dies versetzte ihn wieder an die Rakghoulgrenze zurück und ließ ihn sich so lebendig fühlen, wie schon seit Wochen nicht mehr. Natürlich hatte er auch in der Zwischenzeit gekämpft, doch natürlich war es etwas anderes Droiden auf der Subjugator zu zerstören, als lebendigen Wesen das zu nehmen, was sie von wasserhaltigen Fleischsäcken unterschied.

Dabei war es egal ob der Gegner eine mutierte Bestie war, oder ein redendes, atmendes, träumendes Wesen, das einen Sinn in seiner Existenz sah. Der hünenhafte Zabrak hatte das Töten nicht vermisst, doch genoss er den Kampf nun in Jart Ga’lor Quartier umso mehr. Es war wie eine Erinnerung an bessere Tage, als sein Leben noch einfach gewesen war, frei von jeglichem Machtnutzereinfluss, voll und ganz seinen Jungs und dem Erringen von Jaggarnath für das Jenseits gewidmet.

Mit einem trockenen Geräusch riss die viel zu enge Uniform und entblößte seinen schwarzen Rücken, als er sich hinter die Leiche der rothaarigen Menschenfrau duckte. Blaues Blasterfeuer zuckte durch den Raum und schlug mit einer Reihe von feuchten Geräuschen in den noch warmen Leib ein. Der Zabrak wusste, dass er hier nicht bleiben konnte. Hart riss er das erbeutete Sturmgewehr in die Höhe und erwiderte blind die Schüsse, dann packte er die Menschenfrau beim Haar und richtete sie auf, während er weiter hinter ihr Deckung bezog.

Eine kurze Bewegung und eine Muskelanspannung später flog sie auf die Putschisten zu, während er, in ihrem Schutz bleibend, mitten unter sie stürmte. So hart wie er konnte drosch er einem rotäugigen Duros das Gewehr vor die Stirn. Mit einem trockenen Geräusch ging die Waffe zu Bruch und der Söldner ging mit einem erstickten Schrei zu Boden, während ein dünnes Rinnsal Blut sich fast augenblicklich über sein Gesicht auszubreiten begann.

Nun wieder waffenlos sah Mol sich einem Ubese gegenüber, der auf dem engen Raum seinen leichten Repetierblaster gegen einen Dolch getauscht hatte. Mit einem gutturalen Grunzen warf der maskierte Nichtmensch sich nach vorne und ließ kalten Durastahl durch die Luft blitzen. Ohne nachzudenken warf Mol sich zur Seite. Seine Herzen rasten und sein Verstand war ausgeschaltet, fast vollständig auf den Instinkt bauend. Der Blutrausch war so mächtig, dass er gar nicht wahrnahm wie ein Schuss seinen Oberschenkel glatt durchschlug. Alles worauf er sich konzentrierte war der Ubese vor ihm.

Egal ob denkendes Wesen oder Rakghoul, im Nahkampf waren sie alle gleich. Die einen hatten Zähne, die anderen Dolche mit denen sie auf ihre Gegner eindrangen. Und Mol hatte Übung darin Rakghoul auszuschalten. Mit einem gezielten Schlag lenkte er die Hand mit dem Dolch von ihrer Flugbahn ab. Schmerz wallte durch seinen Arm, der jedoch sofort unterdrückt wurde, als die kalte Klinge dennoch weiches Fleisch zu schmecken bekam, sich jedoch statt ihn die Brust des Zabrak, in dessen linken Oberarm bohrte. Mit einem ekelerregenden Geräusch durchstach die Klinge den Knochen und verkeilte sich.

Sofort versuchte Der Ubese seine Waffe zu befreien und zog daran, doch Mol war vorbereitet. Ein rascher Schritt nach vorne und er stand genau vor ihm. Der gesunde Arm hob sich und riss die raue Maske vom Gesicht. Das Wesen kreischte und röchelte, doch sogleich krachte eine schwarze Faust in das humanoide Gesicht und warf seinen Gegner zu Boden. Mit gefletschten Zähnen folgte Mol, um sicherzugehen, dass sein Gegner sich nicht mehr wehren würde, doch in diesem Moment packte ihn etwas an der Schulter und sandte ihn auf eine kleine Reise durch das Quartier.

Einen Herzschlag später schlug der Zabrak wieder auf und alle Luft wurde aus seinem Körper gepresst. Laut knackte es, als der schwere Schreibtisch auf dem er gelandet war, ein weiteres Bein einbüßte. Was war grade passiert? Keiner der fünf Humanoiden, die er zu beginn erspäht hatte war fähig zu solch einer Kraftanstrengung gewesen. Im Gegenteil, eine erste Einschätzung hatte ergeben, dass der Zabrak der körperlich fähigste unter ihnen war und selbst Mol konnte keinen zwei Meter großen, muskulösen Vertreter seiner Spezies durch die Luft schleudern. Hatte er vorhin etwas übersehen? Doch dann beantwortete sich seine Frage von selbst, als der Übeltäter auf ihn zutrat, um sein Werk zu vollenden.

Mol hatte erst einmal in seinem Leben einem Houk von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden. Doch auch jetzt war der Anblick beeindruckend. Mit zweieinhalb seinen Metern streifte der Kopf des Wesens die Decke des luxuriösen Quartiers und lies damit selbst den hünenhaften Zabrak klein und verletzlich erscheinen. In seiner Pranke, die einem Rancor alle Ehre gemacht hätte, befand sich ein normaler Handblaster, der darin eher aussah wie ein Spielzeug.

Das breite Maul des Houk verzog sich zu einem grausamen Lächeln, als er auf den geschundenen Zabrak hinuntersah. Mol blutete aus einer Vielzahl von Verletzungen in Gesicht und Oberkörper, wo er von Schrapnellen der Explosion getroffen war. Weitere dunkle Einschusslöcher prangten überall dort, wo er während des Kampfes getroffen worden war, es im Blutrausch jedoch nicht gemerkt hatte. Die Uniform war absolut zerfleddert.

Langsam hob die Hand mit dem Blaster sich in die Höhe und richtete sich auf Mols Kopf, wo noch immer der Verband prangte, der sein auf der Subjugator verlorenes Horn kaschierte.


„Dein Tod heißt Bozon

Sagte der Houk mit einer Stimme, die bis tief in die Eingeweide zu dröhnen schien und schoss.

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[:: Hyperraum :: Von Mon Calamari auf dem Weg zum Wheel :: MB-Yacht Goldrochen ::] Slivin Vell

Slivin streckte seine Arme entspannt aus. Endlich hatte er nach all den Anstrengenden Tagen im Senat frei. Sein Double war unterwegs nach Corellia, damit dort irgend eine Gedenkstätte oder so etwas eingeweiht wurde. Währenddessen flog er in das Herz der Black Sun, um sich mit Kontakten zu treffen, um Geschäfte zu tätigen und um ein wenig Sabbac zu spielen. Er hatte während der letzten Monate ganz vergessen, wie er dieses Spiel liebte. Der Ishi Tib hatte es damals, vor seiner Ernennung zum Senator, auf Stattliche Gewinne gebracht. Damals, als er noch Spitzenreiter dieses Glücksspieles war. Manchmal hatte er dem Glück nachgeholfen, was ihn einst auf Nal Hutta fast Kopf und Kragen gekostet hätte. Ob er immer noch so gut war? Slivin besann sich einiger Taktiken, Regeln und Bluffs; dann schaltete er auf einer Konsole neben seinem Luxussessel ein Holospiel ein. Er gegen 5 Computer. In dem Moment kam sein Handelsvertreter, der Zygerrianer Atai Robec, in den Raum. Sein Gast gesellte sich zu ihm, und nahm auf bitten des Senators am Spiel Teil.

Der Holotisch war so projiziert, das sie sich gegenseitig nicht in die Karten gucken konnten, und dennoch gemütlich saßen. Auf der Anderen Seite waren andere Gestalten hin Projiziert: ein Quarren, ein Mensch, ein Devavorianer und ein Hutte. Der Schiedsrichter war ein Protokolldroide. Slivin hatte von Anfang an ein gutes Blatt, und so nahm das Spiel seinen Lauf mit Höhen und tiefen, bis schließlich der Computeranimierte Quarren ausschied. Darauf folgte der Verlust des Menschen seinem Großteil des gesetzten, und er schied ebenfalls aus. Die "richtigen" Spieler setzten echte Credits, während die Computergegner Virtuelle Chips hinlegten. Bei Gewinn eines Computers bekamen also Vell und Robec ihren Einsatz zurück. Nach einiger Zeit des Hin und Her Spielens schied auch der Hutte aus, aber ließ einen großen Berg Chips liegen. Der Devavorianer aber brachte Slivin fast raus aus dem Spiel. Nur mit Mühe und guten Bluffs gelang es dem Phaedaner in der Runde zu bleiben. Dann aber schied überraschend Atai aus. Der Zygerrianer hatte zu schlechte Karten um gegen den Super Gegner zu Punkten, welcher schließlich auch den Senator rauswarf. Aber: Da Slivin unter anderen verloren hatte, aber nach dem Anderen "Nicht-Computer-Gegner" ausgeschieden war, durfte er sich auf 120 Credits freuen. Nicht viel, aber es waren freundschaftliche Ehrenschulden.

Da er auf seinem Schiff stets die Standartzeit des zunächst angelaufenen Planeten laufen ließ, wurden jetzt automatisch die Lichter gedimmt, da im Wheel jetzt auch die Nacht hereinbrach - jedenfalls für einigermaßen Normale Individuen. So beschlossen auch der Senator und sein Freund und Gehilfe sich in ihren Luxuskabinen zum schlafen zu legen. Sie würden am nächsten "Morgen" aufwachen, und sich dann in der Hochburg der Schwarzen Sonne befinden.


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[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Quartier des Captains] Jart Ga'lor, Mol, vier von Krels Söldnern


Die Tatsache, dass der schwarze Riese neben ihm kämpfte, als wäre er in seinem ersten und zweiten Leben Schläger auf den dreckigen Straßen des Schmugglermondes Nar Shaddaa gewesen, verschaffte Jart genügend Ablenkung, um auf allen Vieren krabbelnd hinter Krels Handlanger zu gelangen. Kurz hielt er inne, sich flach auf den Boden gedrückt wie eine Spinne. Seine lederne Uniform war mit dem Blut des Keldors besudelt und engte seine Bewegungsfreiheit übergebührlich ein, aber die Augen des totgesagten Twi'lek sprachen eine andere Sprache und schrien unermütlich nach Blut. Als schließlich die rothaarige Frau ihre Funktion als lebendiger Schild für Mol erfüllt hatte und dieser sie mühelos in die Gruppe schleuderte, blitzten Jarts Instinkte auf und er gestatte der Macht, sein Handeln gänzlich zu leiten und seinem wüsten Rausch nachzukommen.

Auf Knopfdruck klappte sich die Vibroklinge erneut auf und er sprang aus der Deckung heraus nach vorne, wobei er gleich einem Gundark mit Beinen und Händen auf den völlig überraschten Quarren zugeflogen kam. Ein wutverzerrtes Gefühl der Befriedigung durchrauschte die Vehnen des Twi'leks und jede Faser seines hageren Körpers ergötzte sich an der ungewohnten und doch zugleich so vertrauten Betätigung. Mit dem Schwung, den Jart aus seiner Bewegung mitbrachte, prallte er gegen den Quarren, sodass dieser nach hinten taumelte, jedoch aufgrund seiner stämmigen Statur nicht fiel, sondern gegen die Kabinenwand neben der angesengten Tür krachte. Als Jart wieder vollends auf die Beine gekommen war und sogleich mit der im mikroskopischen gezackten Vibroklinge mit einer stichartigen Bewegung nach dem Herzen des tentakelköpfigen Wesens stach, rollte es sich rasch zur Seite, womit der Stich die wässrige Haut knapp verfehlte. Vom anderen Ende des Raumes gelangte ein Geräusch an seine Gehörgänge, das man bestenfalls als ein dumpfes Klatschen bezeichnen konnte, doch Jart nahm dies nur unterbewusst war, denn der schäumende Quarren drosch nun seinerseits mit einem rasch gezogenen Vibromesser nach ihm. Einen kurzen Augenblick blieb dem Kommandanten der Fast Fortune nichts anderes übrig, als defensiv den unplatzierten Attacken auszuweichen, dann fiel ihm ein Detail auf, dass ihm ein diabolisches Grinsen ins Gesicht trieb.


"Du gehst nirgendwo mehr hin",

hauchte er seinem Widersacher zu, dann trat er voller Selbstüberheblichkeit einen Schritt zurück. Der lachsfarbene Quarren wollte ihm nach, erst dann stellte dieser fest, dass ihm dies nicht möglich war, da die Vibroklinge ihn mit seiner Panzerweste an der Wand festnagelte. Kurz bevor Jart ihm die Kehle entgültig abdrückte, spuckte der Quarren noch eine klebrige, dunkelschwarze Flüssigkeit in sein Gesicht, doch Jart ließ nicht locker und offenbarte dem Söldner einen fast mildtätigen Gesichtsausdruck. Es war die eine Seite der Medaille, über tausende Tonnen von Kriegsgerät und hunderte von Männern zu befehligen, die auf Knopfdruck einen Sturm der Vernichtung entfesseln konnten, doch die andere Seite, sprich selbst der Henker zu sein, empfand er als deutlich ... belebender. Mit einem kräftigen Ruck zog der ehemalige Konteradmiral die Vibroklinge aus der Wand seines nun völlig verwüsteten Quartiers. So lautlos, wie das Leben aus seinem Gegner zuvor entwichen war, glitt dieser nun auch der blutigen Wand herab. Kommentarlos strich Jart sich die schwarze Spucke aus dem Gesicht und rieb sie an der Kleidung des Quarren ab.

Die tiefe, basslastige Stimme, die vom anderen Ende des Quartiers herübergeflossen kam, als könne sie die Zeit selbst überdauern, schürte den Hass in ihm neu an. Mit feurig glühenden Augen fuhr er zu der massigen Kreatur herum, zu der offenbar der Name Bozon gehörte und die in all ihrer körperlichen Fülle drohend über Mol stand und mit einem Handblaster auf den muskulösen Zabrak zielte. Bozon war der Anführer der Söldner, die Ökzar Wugun ihm zur Verfügung gestellt hatte und den spärlichen Informationen nach, die Jart über diesen hatte einholen können, unterschied diesen Riesen nur wenig von einem blutrünstigen Dewback, also war er ein Mann ganz nach Wuguns Geschmack.

Ohne weitere Gedanken an den Huok zu verschwenden, setzte Jart sich in Bewegung, schneller als einem normalen Twi'lek überhaupt möglich, denn die dunkle Seite der Macht befeuerte seine Schritte und steigerte seine Reflexe ins Unmenschliche. "Was weißt du schon vom Tod, du Sohn einer huttesischen Schlampe", tönte Jart in Gedanken und sein blanker Hass verdrängte den heißen Schmerz, der von seiner zertrümmerten Schulter aus in seinen adrenalindurchfluteten Körper strömte. Darum bemüht, sich so leise wie möglich zu bewegen, musste Jart sich letztlich doch eingestehen, dass schweißdurchtränktes Leder nicht eine lautlose Kampfmontur darstellte, denn genau in dem Moment, als er die Distanz zu dem riesigen, fleischbesetzten Berg aus Muskeln überwunden hatte, fuhr dieser herum. Der eigentlich tödliche Angriff mit der Klinge, die durch heftige, rasend schnelle Vibrationen so scharf, wie fast nichts in der Galaxis war, verfehlte dadurch die Leibesmitte von Bozon und säbelte dem Huok nur den Arm mit dem Handblaster ab. Der kampferprobte Twi'lek Kommandant fluchte leise, wobei er einen Moment seine eiserne Disziplin verlor. Diesen Moment nutzte der jetzt einarmige Huok jedoch und Jart, ehrlich verblüfft über dessen rasche Auffassungsgabe, reagierte nicht rechtzeitig, um den wuchtigen Schlag abzufangen. Die Luft wich ihm aus den Lungen, als ihn die geschlossene Faust mit der Wucht einer Rankor-Pranke traf und zurück schleuderte.

Den folgenden Angriff, so unpräzise und schlampig er nach Jarts Maßstäben auch ausgeführt worden war, konnte der angeheuerte Söldner jedoch nichts mehr entgegensetzen und so endete dessen kurze Rebellion gegen seinen Kommandanten auch an dessen Klinge, die Augen vor Entsetzen weit aufgerissen. Jart gefiel dies nicht, er entfernte ihm diese starrenden, hässlichen Dinger, erst dann endete sein Rage und er sackte mit schmerzerfülltem Gesicht neben der Leiche des Huok auf die Knie.


"Krel, diese neimoidianische Made hat noch weniger Ehre, als ich gedacht habe" , hustete Jart mehr, als er sprach, doch weder die zertrümmerte Schulter, aus der beständig Blut sicherte, noch die gebrochene Rippe, schmälerten seine Entschlossenheit, die sich für Mol in Jarts Augen spiegeln musste. "Kommen Sie, Major! Ich will wissen, wer von der Crew noch auf meiner Seite steht und wer sich für einen langsamen Tod entschieden hat."

Man zeigte keine Schwäche, nicht einmal in Momenten, an denen man nahe am Rande der Niederlage und des Scheiterns wandelte, und so musste Mol vergeblich auf eine Frage nach seinem Befinden warten. Dass sie medizinische Hilfe brauchten, um den unausweichlichen Kampf gegen Krels Aufgebot überhaupt zu überleben, war ein physiologisches Problem, mit dem sich Jarts Verstand nur peripher befasste, aus Gewohnheit.


[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Quartier des Captains] Jart Ga'lor, Mol, fünf tote Söldner
 
[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / in Jart Ga'lors Quartier ] Mol, Jart Ga'lor, sechs Putschisten (davon fünf tot)

Die Zeit schien sich zu verlangsamen. Wie der Droide auf der Subjugator bewegte sich Bozon als hätte man seinen Körper in Wasser gebettet. Der massige Finger krümmte sich um den Abzug, doch gleichzeitig geschah noch etwas anderes. Als hätte ihn irgendetwas abgelenkt drehte sich der Kopf und sein Blick ruhte nicht länger auf Mol, der inzwischen seine Benommenheit überwunden und die Gefahr der Situation ausgemacht hatte.

Der Schuss heulte auf und synchron dazu warf sich der bullige Zabrak beiseite und das glühende Plasma grub sich in seinen entblößten Oberarm anstatt sein Hirn. Der Schmerz der daraufhin durch seinen Körper jagte war zu vernachlässigen, wenn man den durchschossenen Oberschenkel und den Dolch in seinem anderen Arm bedachte. So blinzelte Mol lediglich und beobachtete was mit dem Houk geschah.

In Rekordzeit trennte Ga’lor, der zum Glück in letzter Sekunde aufgetaucht war, dem Fleischberg zunächst den Arm mit dem Blaster ab und tötete ihn kurz darauf mit einem präzisen Stich ins Herz. Dass der Twi’lek seinem Opfer wie im Rausch die Augen entfernte, bekam der Hüne nicht mehr mit. Mit einem Stöhnen packte er eines der verbliebenen Schreibtischbeine und zog sich daran in die Höhe. Splitternd barst das Holz unter dem Gewicht, doch es erfüllte seinen Zweck.

Stille legte sich über das Chaos in dem Raum, der nur noch entfernt als das Quartier des Captains erkannt werden konnte. Sechs Leichen lagen wie sie gefallen waren neben- und übereinander und vergossen vielfarbiges Blut auf den teuren Teppich, der mit Ruß und Staub bedeckt war. Nur noch Mol und Ga’lor atmeten noch. Und ihre Entschlossenheit war ungebrochen.

Schwankend trat der Hüne auf seinen auf ein Knie hinabgesunkenen Vorgesetzten zu und reichte ihm die Rechte, die von dem warmen Regen aus Houkblut benetzt worden war. Ächzend zog er den Twi’lek in die Höhe. Der Dolch in seinem Knochen machte sich unangenehm bemerkbar, doch auch Ga’lor hatte der Kampf mitgenommen.


„Die Zählerin ist wahrlich groß. So wurde unser Pakt mit dem Blut unserer Feinde, wie auch unserem eigenen besiegelt“

Sagte er mit heiserer Stimme und sah seinem Gegenüber tief in die roten Augen

Krels Tod wird uns viel Jaggarnath einbringen und wenn wir ihn häuten wird ihm nicht einmal mehr die Ehre zuteil, uns im Jenseits zu dienen“

Auf das schwarze Gesicht war eine Spur von Fanatismus getreten. Dieser Tag würde noch viel Blut sehen und die Zählerin würde es ihm hoch anrechnen. Hatte er vorher noch Zweifel gehabt, dass das was er tat das Richtige war, so waren sie nun wie fortgeweht. Die Ereignisse waren ein Zeichen! Die Zählerin lenkte ihn Handeln und so war es ihr Wille, dass er zur Black Sun gegangen und einen Pakt mit Jart Ga’lor eingegangen war. Zwar konnte Mol als Sterblicher ihren Plan nur erahnen, doch musste es einen geben. Da war er sich sicher.

„Wenn sie nicht getötet wurden, werden meine Jungs loyal geblieben sein. Sie würden sich niemals den windigen Versprechen dieses kowaikanischen Echsenaffen Krel beugen“

Mit diesen Worten wischte Mol sich die Hände an den Resten seiner zerfetzten Uniform ab und zog ein Komgerät aus der Tasche. Den Schmerz in seinem Körper ignorierend wählte er den Kanal Paloos an und startete die Verbindung.

Paloo, wie ist dein Status? Wo seid ihr?“

Fragte aus zusammengebissenen Zähnen und schüttelte den Kopf um seinen Blick zu klären.

„Hier Paloo. Befinde mich mit den anderen auf der Krankenstation. Was ist los? Grade kamen ein paar Typen von der Security und haben uns angewiesen uns ruhig zu bleiben und hierzubleiben. Irgendetwas von Feinden auf dem Schiff“

Krankenstation. Das klang gut. In ihrem Zustand würden Ga’lor und Mol den Ort aufsuchen müssen, bevor sie weitere Anstalten machten gegen Krel vorzugehen. Und wenn sich treue Kampfkräfte dort befanden umso besser!

„Ein Putsch geht vor. Das ist los. Und wir sind die Loyalisten gegen die geputscht wird. Wie viele Leute sind bei dir?“

Yannic, Thessa und ich, die meisten Leute die auf der Subjugator dabei waren und nochmal ein Dutzend, die wegen kleineren Verletzungen hier waren. Ach und der Artzt, Dr Wonkitz. Alles in allem fast drei Dutzend kampffähige Männer und Frauen. Sollen wir zu euch hochkommen?“

Wieder einmal fiel Mol ein, warum er seine Jungs so mochte. Absolut verlässlich, stellten keine unnötigen Fragen. Sie verdienten es bei der Jaggarnath-Hatz dabei zu sein.

„Das ist gut. Wartet noch“

Der Hüne senkte das Kommgerät und wandte sich an den Twi’lek

„Wir haben etwa drei Dutzend loyale Truppen, die sich derzeit auf der Krankenstation befinden. Ich schlage vor, wir begeben uns zunächst dorthin, Sir. Ein bisschen mehr Kampfkraft und ein wenig Bacta kann uns beiden nicht schaden. Wie weit ist es von hier bis zur Krankenstation?“

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[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Krankenstation] Jart Ga'lor, Mol, Dr. Wonkitz, Subjugator Veteranen


Als sich die feuerfeste Drucktür zur Krankenstation endlich öffnete, blickte Jart zwar in die abgehärteten Gesichter der Männer und Frauen, die für ihn vor einigen Tagen den blutigen Kampf auf der Subjugator geführt hatten, doch seine zertrümmerte Schulter und die gebrochenen Rippen trieben Jarts Gedanken weit ab. Eine Frage durchzuckte auch die letzte Windung seiner beiden Lekku, und zwar die, wie dieser unwürdige Ad'ika es in einem Streich geschafft hatte, sein Schiff zu übernehmen. Gab es für einen Kommandanten eigentlich eine größere Demütigung? Mit finsterem Blick schritt Jart an den versammelten Soldaten vorbei, bis ihn ein aufgeregter Dr. Wonkitz zu einer freien Bare eskortierte:

"Oh Captain, ich meine Admiral natürlich! Sie sehen nicht gut aus, nicht gut. Und dieser da auch nicht." Der rundliche Toong zeigte mit weit aufgerissenen Augen auf Mol und dirigierte auch ihn zu einer freien Bare. "Knochenbrüche, Blasterverbrennung und ja, auch Stichwaffenverletzungen, herje! Und gleich so viele! Wer soll bei dem kargen Sold und all der Hektik da gute Arbeit leisten?",

zeterte der bisweilen hyperaktive Doktor weiter, doch Jart ließ die heilenden Prozeduren über sich ergehen, schließlich blieb ihm kaum eine Wahl. Doch die Frage stand unbeantwortet im Raum, wie konnte Krel sein Schiff übernehmen? Während sich Mol, dem gerade ein heilendes Baktapflaster auf den Oberschenkel geschnürrt wurde, und er sich in die Krankenstation geschleppt hatten, waren ihnen keinerlei Personen begegnet, begann Jart sich zu erinnern. Er störte sich an dem Gedanken, denn obwohl die Größe des Schiffes in Relation zu seiner Besatzung gering war, konnte man nicht fünf Minuten unterwegs sein, ohne einer Wartungscrew - hoffnungslose Narren, die darauf hofften bei der Schwarzen Sonne Karriere zu machen - oder einigen Söldnern zu begegnen. Der darauf logisch folgende Gedanke war so einleuchtend, dass er ihn nicht für sich behalten konnte:

"Major", knurrte Jart mit behauchter Stimme in Richtung des hühnenhaften Zabrak, der sich gerade rudimentär mit einem seiner Männer unterhalten hatte. "Die Crew muss eingesperrt worden sein! Ich weiß noch nicht, wie dieser Haufen Bantascheisse Wilm übertölpeln konnte, aber die Kontrolle über das gesamte Schiff hat er sicher nicht."

Ein leises Stöhnen entfuhr dem drahtigen Twi'lek, als Dr. Wonkitz mit der Behandlung seiner kaum mehr beweglichen Schulter begann. Er hoffte, dass der Doktor es wieder richten würde, ansonsten war es das letzte Mal, dass dieser winselnde Witz von einem Offizier jemals wieder irgendetwas richten würde. Die sinisteren Gedanken von Jart erahnend, zuckte der wohlbeleibte Schiffsarzt hektisch einen Schritt zurück.

"Da, da, das ist eine neuromuskuläre Stimulanztherapie, Sir. Ich hab das Verfahren auf einem Symposium auf Kamino kennengelernt", erklärte er hektisch weiter und brabbelte noch etwas davon, dass er das dazugehörige Gerät sehr preisgünstig erstanden hatte. "Eine halbe Stunde, dann sollten alle Knochensplitter wieder da sein, wo sie hin gehören. Der Wahnsinn, wenn sie mich fragen!"

Jart indes drehte sich wieder zu Mol um. Ob es die Betäubungsmittel waren, die ihm Wonkitz verabreicht hatte oder die nunmehr doch potentielle Aussicht, sein Schiff zurück erobern zu können, war nicht klar, jedenfalls grinste er vergnügt, bevor er abgehackt und im Wahn erklärte:

"Ich weiß zwar nicht, wie sie an meine Droiden rangekommen sind, aber wir müssen auch sie reaktivieren. Und dann müssen wir zur Brücke, die wieder unter meine Kontrolle bringen. Und dann, dann kümmere ich mich persönlich um Krel."

Ein Funkeln stand in Jarts Augen, das nahestehende Beobachter durchaus an der Zurechnungsfähigkeit des ehemaligen Admirals zweifeln lassen konnte, denn es troff nur so vor Gier und Verlangen und gab dem lädierten Aussehen des Twi'leks eine irre Dimension, die selbst dem tapfersten Soldaten Furcht einflößte. Einen kurzen Moment lang umspielte Jart eine Dunkelheit, die sich aus all seinem Hass gegenüber dem bothanischen Putschisten Krel nährte und obgleich nicht sichtbar, doch die umstehenden Soldaten, darunter Yannic und Thessa, unheilvoll in Richtung des Twi'lek blicken und erschaudern ließ. Obgleich im Delirium gesprochen, musste jedem Anwesenden klar sein, dass die von Jart zuletzt gesprochenen Worte ein Versprechen waren, welches von der Dunklen Seite als Zeuge abgenommen wurde. Es dauerte einige weitere Herzschläge, bis das grelle Neonlicht in der Krankenstation seine alte Kraft zurückgewonnen und die furchtsame Atmosphäre vollends verschwunden war, zusammen mit Jarts Anwandlungen.

"Lassen Sie die Männer antreten und vergewissern Sie sich, Major, wie es um ihre Kampftauglichkeit steht. Wir erarbeiten gemeinsam einen Schlachtplan",

befahl er nach gut einer halben Stunde wieder im Duktus eines alteingesessenen Militärs, der routiniert mit jeder Situation umgehen konnte, während beide Männer sich langsam von ihren Baren erhoben und der letzte Rest der Verkabelung von ihnen genommen wurde. Man hörte den Doktor noch ein "Nicht so rasch!" jaulen, doch keiner der beiden ehemaligen Offiziere schenkte ihm Beachtung, gleichwohl seine Arbeit sehr ordentlich war.


[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Krankenstation] Jart Ga'lor, Mol, Dr. Wonkitz, Subjugator Veteranen
 
[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / Krankenstation ] Mol, Jart Ga'lor, Doktor Wonkitz, Söldner

Die Stimmung auf der Krankenstation war gereizt. Überall standen und saßen Söldner und unterhielten sich mit gedämpften Stimmen. Es hatte eine Handvoll Krel-Sympathisanten gegeben, die sich dafür ausgesprochen hatten Mol und Ga’lor zu erschießen, sobald Paloo die Nachricht vom Putsch zum Besten gegeben hatte. Diese lagen nun zusammengeschlagen und gefesselt hinten bei den beiden Securitymännern, die die Insassen der Krankenstation überhaupt erst angewiesen hatten dort zu bleiben.

Obwohl es getan worden war, hatte es den Söldnern nicht wirklich zugesagt, gegen ihre eigenen Kameraden vorzugehen. Und doch war das Klima hier eher Pro-Ga’lor, auch wenn jeder andere Motive anzuführen zu können schien. Einige erhofften sich satte Belohnungen wenn sie dem ehemaligen Admiral treu blieben, andere fürchteten den harten Führungsstil, den der grünhäutige Twi’lek anscheinend während der Schlacht um die Subjugator auf der Brücke verfolgt hatte. Dem ein oder anderen imponierte dieser sogar und zogen ihm dem schleimigen Getue Krels vor. Dann waren da jedoch auch ein paar Wankelmütige, die sich nach Mols Ansichten gerichtet und auf die Seite des Admirals geschlagen hatten. Dieses Grüppchen setzte sich vornehmlich aus Söldnern zusammen, die mit auf der Subjugator gewesen waren, jedoch auch ein oder zwei, die die Erzählungen ihrer Kameraden darüber gehört hatten. Doch egal wem welche Loyalität aus welchen Gründen auch immer geschuldet war, sie alle würden Ga’lor folgen, wenn dieser gegen Krel zog.

Dies alles hatte Mol von Thessa erfahren, während er auf der Bahre saß und in einer schmerzhaften Prozedur wieder zusammengeflickt wurde. Grade wollte er nach dem näheren Befinden Elias‘ fragen, der zweifelsohne noch irgendwo hier liegen musste, da wandte sich Ga’lor an ihn. Offenbar hatte der Twi’lek einiges abbekommen – mehr als sein hünenhafter Untergebener - denn der Schiffsarzt umkreiste ihn in einer Manier, die irgendwie an eine hyperaktive Hummel erinnerte.


„Wenn man dem Klima hier auf das ganze Schiff schließen kann, so dürfte der Großteil der Mannschaft loyal geblieben sein. Es steht zu vermuten dass Krel ähnlich wie hier vorgegangen ist und die Order erteilt hat, dass die Männer dort zu verweilen haben wo sich grade befinden. Wahrscheinlich weiß der Großteil nicht einmal dass ein Putsch stattfindet“

Während Mol kühl seine Einschätzung der Situation zum Besten gab, bemühte er sich streng keinerlei Anzeichen von Unbehagen ob der Behandlung zu zeigen. Es gelang ihm nur halb. Trotz der Betäubungsmittel die mittlerweile in seinem System kursierten, führte das Entfernen des Dolches aus seinem Oberarmknochen doch zu einem unwillkürlichen Aufstöhnen. Dieser verfluchte Ubese hatte aber auch verdammt gut getroffen!

„Ich stimme zu. Je schneller wir losschlagen desto besser sind unsere Chancen. Wenn wir der Schlange den Kopf abschlagen wird der Körper sterben. Krel spekuliert dass Sie tot sind. Ich vermute seine Strategie beruht darauf so schnell wie möglich zu Wugun zurückzukehren. Möglichst bevor die Mannschaft was mitbekommt. Deswegen wird er nicht zu viel Zeit damit verschwendet haben ihre Loyalität zu gewinnen. Mit Ihnen am Leben ist dies jedoch ein schwerwiegender Fehler“

Während der Twi’lek sprach, schlich sich eine leicht irre Note in seinen Ton. Unwillkürlich kroch eine Gänsehaut Mol den schwarzen Rücken hinunter, als unverkennbarer Blutdurst in die roten Augen trat. Wie ein Mann traten die umstehenden Söldner einen Schritt zurück. Eine unheimliche Aura umgab den ehemaligen Admiral plötzlich. Vielleicht bildete Mol sich dies ein, doch schienen die Lampen plötzlich weniger hell zu leuchten. Einen Moment lang kamen ihm Zweifel ob es gut war sich so nah an diesem Wesen zu befinden, doch dann fiel ihm ihr Pakt ein. Solange er diesen nicht brach hatte er von dem Machtnutzer vor ihm nichts zu befürchten. Mehr noch: diese Macht von der er grade eine Kostprobe erhalten hatte, würden seine Feinde zu schmecken bekommen.

Und auch wurde ihm klar, wie er seinem grünhäutigen Vorgesetzten noch mehr zur Seite stehen könnte, als nur mit seinen starken Armen. Solche Auftritte wie dieser hier generierten Angst doch Angst war nie ein Garant für Loyalität. Diese erweckte der riesenhafte Zabrak jedoch mit seinem Führungsstil. Mit ihm hatten die Männer und Frauen eine Bezugsperson. Diese Loyalität gepaart mit Angst und Respekt vor Jart Ga’lor würde sie sicher an sie binden.

Etwa eine halbe Stunde später, in der er weiter mit Yannic, Thessa, Paloo und anderen über die Situation gesprochen hatte, erhoben sich der Zabrak und der Twi’lek von ihren Bahren. Es war soweit. Die Söldner traten an und Mol gab seine Einschätzung zu der Situation.


„Wir haben zweiunddreißig Kampftaugliche Männer und Frauen auf dieser Station, uns eingeschlossen. Viele haben kleinere Verletzungen, was aber vernachlässigbar sein wird. Ein größeres Problem ist, ist dass die Bewaffnung unzureichend ist. Man ist auf die Station gekommen um sich behandeln zu lassen, nicht um zu kämpfen. Wir brauchen also eine Waffenkammer, bevor wir über weitere Schritte nachdenken können.
Ich denke wir können unsere Kampfstärke noch erhöhen. Vermutlich wird es ähnliche Ansammlungen von Soldaten anderswo auf dem Schiff geben. Wie ich schon erwähnte glaube ich, dass die meisten Ihnen Loyal geblieben sind, Sir. Auch meint Mister Ssirak, dass wir eine größere Gruppe an Quarren von der Subjugator auf der Arrestebene haben, die im Zweifelsfall für uns kämpfen werden.
Alles in allem müssen wir schnell handeln, was immer wir auch tun. Krel wird inzwischen gemerkt haben, dass Sie überlebt haben. Wenn sein Hirn auch nur die Größe eines Nunaeis hat, wird er versuchen, die Kameras anzuzapfen um unsere Position zu ermitteln. Mister Tarwa hier“


Mol wies auf den Parwan-Hacker der ihn bereits auf der Subjugator begleitet hatte

„Kann diese so manipulieren, dass sie die Aufzeichnung der letzten Stunde in Schleife abspielen. Bei der Krankenstation tut er dies bereits seit einer Viertelstunde.
Wenn Sie erlauben, Sir, ich denke es ist ratsam sich aufzuteilen und zu versuchen weitere Söldner für unsere Kampfstärke zu gewinnen und wichtige Positionen des Schiffes einzunehmen“


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[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Krankenstation] Jart Ga'lor, Mol, Dr. Wonkitz, Subjugator Veteranen


Das traurige Etwas, das ihnen zur Verfügung stand, um sein Schiff zurück zu erobern, hatte der dunkelhäutige Zabrak antreten lassen, und man konnte die Art und Weise, wie sich die Männer und Frauen in der ziemlich überfüllten Krankenstation aufreihten, sogar als dieses bezeichnen, dachte Jart grimmig. Es musste also noch etwas übrig sein von dem militärischen Drill, den sie einst genossen hatten, doch der Blick in die rauen Gesichter dieser Ansammlung von Vagabunden zeigte dem ehemaligen Konteradmiral auch, dass hinter den kampfeswilligen Fassaden jeder von ihnen sein ganz eigenes Päckchen trug. Ihren reellen Kampfwert mochte Jart nicht einmal schätzen, doch in seine Unzufriedenheit über die Gesamtsituation mischte sich auch Abscheu gegenüber dem, was er durch seine puterroten Augen erblickte.

Mols Einschätzung der Lage stimmte Jart zu, während beide Männer, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, die Reihe langsam abgingen. "Eigentlich eine lächerliche Angewohnheit im Kontext der Situation", dachte er beiläufig, dann blieb Jart stehen, woraufhin auch sein gehörnter Mitstreiter abrupt stehen blieb.


"Die Krankenstation befindet sich auf Deck drei", erklärte Jart halblaut in die Richtung des Majors, der noch im Begriff war sich umzudrehen. "In der Nähe des Droidenhangars auf Deck vier befindet sich eine Waffenkammer für Handfeuerwaffen. Der Großteil der Männer wird sich in Bewegung setzen, um diesen strategisch wichtigen Punkt einzunehmen, die übrigen sechs bis acht Mann sollten genügen, um die Quarren aus dem Arrest zu begreifen, vorausgesetzt natürlich, Krel hat sich ihrer nicht bereits angenommen."

Es war ungemein wichtig, wusste Jart aus Erfahrung, dass sie nicht zu viel Zeit mit der Planung verbrachten, denn obgleich Mol gut daran getan hat, ihre Position durch das Hacken der Kameraüberwachung zu verschleiern, musste Krel sich bald dessen gewahr sein, dass sein Assassinen-Kommando versagt hatte. "Krel", allein der Gedanke an dieses unwürdige Wesen schürte in Jart abermals die Wut und das Verlangen danach, sich an seinem Tod zu weiden, doch bevor er wieder drohte die Kontrolle zu verlieren, schloss er für wenige Sekunden, es wirkte wie ein langes Zwinkern, die Augen und atmete einmal tief durch. Der tosende Sturm in seinem Inneren ebbte ein wenig ab, doch man sah dem grünhäutigen Twi'lek an, dass er mit Dämonen rang, denn seine Stimme nahm einen gepressten Ausdruck an, wie er weiter sprach.

"Bieten Sie jedem Quarren, der für mich kämpft, die Freiheit und Credits. Die Übrigen ... ", Jart zauderte einen Moment. Er hatte das Wort 'töten' im Sinn, doch das noch fragile Band zu Mol hätte er auf eine außerordentliche Belastungsprobe gestellt, hätte er von dem Hünen von Zabrak verlangt, wehrlose Gefangene zu töten. So weit war Mol noch nicht, entsprechend rücksichtsvoll formulierte Jart: "Mit den Übrigen verfahren Sie, wie Sie meinen, doch sorgen Sie dafür, dass sie uns nicht in die Quere kommen, Major."

Das langsame Kreisen seiner rechten Schulter fühlte sich nicht gut an und seine Atmung war noch immer flach und wurde von einem subversiv klingenden Rasseln begleitet, das seine Artikulation zum Teil undeutlich erschienen ließ. Auch der mantelartige Überwurf, an dem man provisorisch seine alten Admiralsinsignien angenäht hatte, gefiel Jart nicht, denn er machte ihn, zusätzlich zu den körperlichen Blockaden und Gebrechen, noch weiter unbeweglich. Da der Zug Soldaten im Grunde genommen abmarschbereit war, gab er ihnen und ihrem Kommandanten überraschend bekannt:

"Bringen Sie mir Krel und ich werde jede Unze seines stinkenden Fells mit Credits aufwiegen. Lebt er noch, verdoppele ich das Kopfgeld. Das ist mein Schiff, ich bin der Kommandant dieses Dreckskahn, doch nichts desto trotz gehört die Fast Fortune mir."

Jart vermutete, dass der Subvigo einen anderen Standpunkt in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse gehabte hätte, wäre er anwesend, doch das war der springende Punkt. Wugun ließ sich gerade vermutlich den Wanzt von einigermaßen attraktiven Sklavinnen salben, während er seine Livrierten durch die Hallen von Vergesso scheute und vermutlich dabei dachte, dass dies wahre Macht sei. Das war dekadent, und genau diese Dekadenz würde auch in der nahen Zukunft seinen Tod bedeuten, orakelte Jart gedanklich, bevor er seine Ansprache bedeutungsschwer beendete:

"Deshalb muss ich auf die Brücke! Ich will sehen, wer sich an dem Verrat beteiligt hat und wer meines fortwährenden Vertrauens noch würdig ist."

Noch einmal ließ Jart seinen Blick über die Frauen und Männer schweifen, die ihm offenbar treu ergeben waren, aus welchen Gründen auch immer. Obgleich der drahtige Twi'lek in dem knielangen Mantel es nicht aussprach, so sah doch jedermann an der Härte in seinem Gesicht und dem dunklen Funkeln in seinen Augen, dass es keine gute Idee war, ohne den hündischen Bothaner zurück zu kehren. Zu Mol gewandt sprach Jart gerade so laut, dass dieser ihn verstehen konnte:

"Finden Sie Krel und seien Sie gegenüber Verrätern gnadenlos. Es ist eine Prüfung, Mol, eine Prüfung unseres Paktes, ... also unseres Willens. Zeigen Sie Stärke!"


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Sechs bis acht Mann um die Arrestzellen einzunehmen. Das versprach eine Herausforderung. Es war ein Glückspiel ob Krel daran gedacht hatte die Wachmannschaften zu verstärken oder sie wie hier auf der Krankenstation zusammengepfercht in einem Nebenraum warteten. Doch natürlich brauchte Ga’lor den Rest um das Waffenlager einzunehmen. Dieses würde zweifelsohne schwerer bewacht sein.

Zwar hätte der hünenhafte Zabrak liebend gerne an diesem zweifellos spektakulären Blutvergießen teilgenommen, doch brauchte sein grünhäutiger Vorgesetzter sicher jemanden verlässliches der die Arrestmission erfolgreich und möglichst ohne Aufmerksamkeit zu erregen durchführen konnte. Außerdem würde mit nur maximal sieben begleitenden Soldaten mehr Jaggarnath für jeden abfallen. Also würde Mol diese Mission anführen. Grade wollte er sich dafür anbieten, doch da hatte Ga’lor ihm bereits quasi den Auftrag erteilt und so nickte er lediglich mit steinerner Miene.

Die Quarren die sich ihm wiedersetzten würden fürs erste in ihrer Zelle bleiben. Wer ihn im Verlauf der Mission betrog, würde eine Ladung glühenden Plasmas in seinen Hirnwindungen finden, kaum dass er den Verrat auch nur gedacht hatte.


„Jawohl, Sir. Ich werde Sie nicht enttäuschen“

Sagte er an den Twi’lek gewandt, während er im Kopf bereits durchging wen er mitnehmen würde. Wenn man nur sieben Plätze zu besetzen hatte, war es essentiell dass man abwog wer am geeignetsten war und wen man besser zurück lassen sollte. Es war klar, dass Thessa Ssirak mitgehen würde. Der Trandoshaner war nicht nur wichtiges Mitglied seiner Kerntruppe, sondern er war es auch gewesen, der die Quarren dazu bewegt hatte ihre Heimat zu verlassen. Damit war er ein Unterhändler und wichtig für das Gelingen.

Auch würden Paloo Kneessaa und Yannic Wac mitgehen. Zwar war es unwahrscheinlich, dass der Ewok-Scharfschütze auf dem engen gebiet des Schiffes voll zum Einsatz kommen würde, doch hatte er auf der Subjugator seine Führungsqualität und sein Geschick mit einem Sturmgewehr bewiesen, mehr noch als während seiner Dienstzeit auf Taris. Der rodianische Sprengstoffexperte würde jedoch durchaus praktisch ein, wenn man auf verschlossene Türen traf.

Doch falls Sprengstoff versagte brauchte man immer Alternativen. Aus diesem und anderen Gründen würden sie ebenfalls der Parwan-Hacker Tarwa und der menschliche Techniker Mikhail Liverchester begleiten. Die letzten beiden Positionen besetzte der hünenhafte Zabrak mit einem menschlichen Feldarzt namens Artjom Iwanow, der die Position des noch immer verletzten Elias einnehmen würde, und einer gelbhäutigen Twi’lek, Te’ata, die ebenfalls mit auf der Subjugator dabei gewesen war.

Nachdem Mol die sieben Wesen in knappen Worten auf die Mission eingeschworen hatte, begab er sich zum Ausgang der Krankenstation. Ihre Gesichter waren entschlossen und konzentriert, die Hände an den Handblastern, die sie trotz allem auf der Krankenstation dabei gehabt hatten. Sie alle waren sich der Problematik bewusst. Zufrieden nickte Mol. Eine Kampfstarke Truppe und damit hohe Chancen auf einen zufriedenstellenden Abschluss der Mission.


„Wir treffen uns in fünfzig Standartminuten an ihrer Waffenkammer, Sir“

Sagte er an Ga’lor gewandt und nickte ihm zu. Je nachdem wie schwer das Einsatzziel des grünhäutigen Twi’lek bewacht sein würde, würde er die Verstärkung brauchen. Fünfzig Standartminuten würden hoffentlich reichen um im Gefängnistrakt alles zur Zufriedenheit zu erledigen.

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Das gehörige Maß an Verachtung, das Jart nonverbal dem einäugigen Mon Calamari durch das Hochziehen einer Augenbraue entgegen brachte, veranlasste diesen rasch dazu, die dargereichte Blasterpistole wieder an sich zu nehmen. Jart konnte diesen Schusswaffen aus Prinzip nur wenig abgewinnen, um nicht zu sagen, er verabscheute sie, wie ein Wookie ein schaumiges Duftbad. Nicht irgendein wirsches Verständnis von Ehre oder mangelnde Kenntnis im Umgang mit jenen energiegeladenen Fernkampfwaffen hatten den drahtigen Twi'lek zu dieser Auffassung kommen lassen, sondern schlicht die Genugtuung, die es bei ihm auslöste, einem Feind in die Augen zu blicken, wenn er ihn ins Reich der immerwährenden Schatten schickte.

"Sie, wie ist Ihr Name?",

herrschte er jenen unwissenden Mon Calamari an, der sich von ihm gerade abgewandt hatte. Obgleich der Respekt gegenüber seinem Kommandanten überwog, blieb einem geübten Beobachter doch nicht verborgen, dass der offenkundige Söldnerführer seine Kiefer ungehalten aufeinander presste und dem ehemaligen Admiral zuknurrte:

"Ackdool, Admiral! Ehemals Lieutenant des 323. Infanteriebatallions, das seinerzeit auf Corellia stationiert war, bevor dort alles drunter und drüber ging."

Gleich zwei wichtige Erkenntnisse sog Jart aus der Antwort dieses Söldners, und zwar erstens, dass dieser Befehlen eigenmächtig einen gewissen Interpretationsspielraum beimaß, und zweitens, dass der einäugige Mon Cal, wenn es schlecht lief, sich aus dem Staub machen würde, schließlich tat er dies schon einmal. Ein breites Lächeln taute Jarts steinerne Miene auf und er klopfte dem Anführer dieser Schar beherzt auf die Schulter, obwohl eine andere Seite von Jarts Persönlichkeit diesem rückgratlosen Fischkopf eben jenen am liebsten von den Schultern getrennt hätte. Doch just in diesem Moment wäre dies ein fataler, taktischer Fehler gewesen, der Gruppe Söldner ihren Truppführer zu nehmen, und so antwortete er falscher als falsch:

"Corellia war schlimm, Lieutenant. ... Aber das hier wird für uns alle noch schlimmer, wenn es Ihren Männern nicht gelingt, die Waffenkammer zu erobern. ... Schicken Sie ihren besten Mann vor, geben Sie ihm ein Comlink und lassen Sie ihn den Weg zur Waffenkammer auskundschaften, zwei wären besser. Lassen Sie den Rest der Männer schon einmal bis Deck drei vorrücken, und zwar so leise wie möglich."

"Habe verstanden, Sir",

war alles, was Ackdool auf den Befehl erwiderte und nach dem 'Wegtreten' mischte sich der einäugige Mon Calamari unter seine Männer, die gut zwanzig Personen zählten. Während für einen imperialen Offizier die Speziesvielfalt und Heterogenität der republikanischen Streitkräfte wohl schon ein Maß annahmen, das jeder gesunden Grundlage entbehrte, hätte der Söldnerhaufen vor Jart jenem x-beliebigen Offizier wohl das Barrett im sprichwörtlichen Sinne vom Haupt geweht. Davon abgesehen, dass der Trupp aus wenigsten Zwölf unterschiedlichen Spezies bestand, zu nennen wären da zum Beispiel Wookies, Neimoidianer und Kel'Dor, grenzten sich die einzelnen Teilnehmer auch besonders stark in puncto Ausrüstung von einander ab. Jarts prüfender Blick erspähte nur bei wenigen Kampfanzügen, und diese auch unvollständig, zumeist jedoch nur gehärtete Alltagskleidung und einige Handblaster, die ihre Träger kaum für das gewappnet erscheinen ließen, was da kommen würde. Solange sie kämpften und ihre Priesengier den gesunden Menschenverstand nicht unterbot, machte sich der ehemalige Konteradmiral jedoch wenig Sorgen in Bezug auf ihre Loyalität. Nachdenklich ob des Ausgangs dieser Unternehmung, legte Jart seine schlanken, knochigen Finger pyramidenartig aneinander und runzelte die faltige Stirn.

"Wir sind abmarschbereit, Sir. Gusha geht voraus und sichert unsere Route." Der etwas kräftiger gebaute Mon Calamari räusperte sich verlegen, bevor er Jart ansah und rückversichernd fragte: "Sie bleiben hier, das sehe ich doch richtig oder?"

Unsagbar langsam schüttelte Jart den Kopf, ohne dabei jedoch seine nachdenkliche Pose aufzugeben. Er dachte darüber nach, ob es in der gegebenen Situation überhaupt eine dümmere Frage hätte geben können, und wie ein ausgebildeter Offizier der Republik über ein so unterentwickeltes Maß an Menschenkenntnis verfügen konnte, doch ließ er alsbald von diesen Gedanken auch wieder ab, denn sie führten ihn allesamt am Ende zu einem Punkt, den er - vielleicht zu Unrecht - schon ad acta gelegt hatte.

"Nein, Mr. Ackdool, ich begleite Sie, auch wenn ich mich im Hintergrund halten werde. Ich lasse nicht zu, dass man mich zu einem Zuschauer auf meinem eigenen Schiff macht. Beginnen Sie unverzüglich!"


*****​


Die Einnahme der Waffenkammer war nicht nur eine blutige Angelegenheit, sondern ein Gemetzel, dachte Jart, als er seine Vibroklinge an der Kleidung eines gefallenen Getreuen von Krel säuberte und die Klinge danach fachmännisch zusammenfaltete. Der hundsköpfige Bothaner hatte wenig Männer hinter der offenstehenden Drucktür zu der Reservatenkammer postiert, doch ihnen ein stationäres E-Web zukommen lassen, gegen welches die Söldner von Ackdools Trupp nur wenig hatten ausrichten können und bei koordinierten Versuchen, es zu überwinden, von dem starken Geschütz bisweilen grausam verstümmelt wurden. Obwohl die Späherin die Stellung gemeldet hatte, blieb keine andere Option, als ein Sturm. Jart hatte sie angefeuert und mehr, um die drei Schützen des E-Web-Nests letztlich doch mittels einer gut platzierten Granate zu Fall zu bringen, doch die anfängliche Abneigung des einäugigen Mon Calamari hatten Jarts grausame Befehle nur noch verstärkt.

Die Idee, Krel mit einem Marsch auf das Waffendepot aus seiner Reserve zu locken, war fehlgeschlagen, doch immerhin hatten sie nun Zugriff auch potentere Waffen, rekapitulierte der drahtige K'thri-Meister, während er die überlebenden Söldner, darunter auch der Lieutenant, um sich scharrte. Ackdool verschränkte widerwillig die Pranken vor der Brust und atmete schwer gegen seinen Zorn an. Jart ignorierte ihn. Die nächste Herausforderung für den kriecherischen Bothaner würde die Brücke sein, doch zunächst galt es auf Mol zu warten. Einige Quarren, die sich in selbstmörderischer Absicht vor den Feind schmeißen konnten, würde er sicher nicht abweisen. Es gab fast kein Opfer an Bord, dass Jart nicht bereit war zu bringen, um Krel zu Fall zu bringen, entsprechend grimmig gab der ehemalige Admiral das neue Ziel aus und beorderte zwei weitere Söldner, einen dürren Rodianer und einen heruntergekommenen Menschen an das Druckschott, um die Waffenkammer bis zum Eintreffen des hünenhaften Zabraks zu verteidigen. Dann verlor das gesamte Deck die Energie. Es wurde dunkel und die Schwerkraft versagte. Eine verzerrte, diebische Stimme war über das Com zu hören.



[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Deck 3 | Waffenkammer] Jart Ga'lor, Ackdool, sieben weitere Söldner
 
[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Krankenstation ] Mol, Thessa Ssirak, Paloo Kneessaa, Yannic Wac, Mikhail Liverchester, Tarwa, Te'ata, Artjom Iwanow

Der Weg zum Gefängnisblock verlief widererwartet reibungslos. Die acht Wesen bewegten sich vorsichtig durch die Gänge, sich stets in den Schatten haltend, auch wenn Tarwa sie nach bestem Wissen und Gewissen aus den kalten Kameraaugen Krels heraushielt. Die Gänge waren verlassen. Offenbar hatte der hundsköpfige Bothaner tatsächlich alle Crewmitglieder fürs erste weggesperrt, deren bedingungslose Loyalität er sich nicht hatte umgehend versichern können. Eine gute Strategie – zumindest für den rechtmäßigen Kapitän der Fast Fortune und dessen treu ergebene Kämpfer. Krel würde schon bald erfahren welche Hybris es gewesen war diesen wahnwitzigen Putsch zu beginnen. Und diesen Kampf zu provozieren.

Auch der Kampf um die Gefängniszellen ging reibungslos vonstatten. Durch die gehackten Kameras nicht gewarnt, hatte das Dutzend Wärter keine Chance, bei den koordinierten und überraschenden auf sie Einstürmen, das Mol organisiert hatte. Wiederstand wurde sofort mit einem Blasterschuss oder einer Vibroklinge in wichtige Organe beantwortet. So lagen nach etwa zwei Minuten eines heftigen Gemetzels die meisten Kreltreuen tot am Boden und kniete der Rest mit den Händen hinter den Köpfen an einer Wand. Die Verluste auf Mols Seiten waren zwar vorhanden, jedoch zu vernachlässigen. Die Twi’lek, Te’ata, beispielsweise, würde ihren Sieg nicht mehr miterleben. Ein glatter Durchschuss hatte ihr Herz perforiert und sie beinahe sofort ins Reich der Schatten befördert. Auch war Liverchester so schwer verwundet worden, dass er an den nächsten Kämpfen nicht würde teilnehmen können, wie Iwanow, der Feldarzt, verlauten lies. Der Rest hatte lediglich Streifschüsse und kleinere Verletzungen hingenommen. Alles in allem eine gute Bilanz gegen die Übermacht.

Auch die Verhandlungen mit den Quarren waren äußerst gut gelaufen. Wie Ga’lor vorgeschlagen hatte, versprach Mol einem jeden Freiheit und Credits der ihnen helfen würde. Zwar hatte es nicht unmittelbar nötig erschienen, da die Schamanin – die offensichtlich die Anführerin darstellte – auf dem Standpunkt stand, dass sie den Piraten etwas schuldig war, da sie sie und ihr Volk von der ‚sterbenden‘ Subjugator gerettet hatten. Der Kommandant hatte die erwähnten Dinge trotzdem versprochen. Es würde nicht schaden ihren neuen Kämpfern noch mehr Loyalität einzuflößen, als ihnen ohnehin bereits innewohnte. Gleiches tat er auch bei dem Ex-Republikaner Daniels und einer Handvoll seiner Kameraden, die ihm bereits auf der Subjugator geholfen hatten.

So mit einer schlagkräftigen Truppe ausgestaltet, machte er sich – nachdem sich seine neuen Kämpfer an den Waffen der Wärter bedient hatten – pünktlich wie die Eisenbahn wieder auf den Rückweg zu Ga’lor, den er hoffentlich ohne größere Probleme an der Waffenkammer würde treffen können. Doch natürlich konnte nicht alles so glatt laufen, wie die Einnahme des Zellenblocks. Kurz bevor sie ihr Ziel erreicht hatten gingen plötzlich alle Lichter aus und die Schwerkraft hörte schlichtweg auf zu existieren. Die schleimige Stimme Krels, die daraufhin durch die Finsternis schallte, lies keinen Zweifel dran was soeben geschehen war.


„Glauben Sie nicht, dass Ihr lächerlicher Versuch mein neues Regime zu stürzen auch nur den Hauch einer Chance hat, Schaden irgendeiner Art anzurichten, Ga’lor. Die Machenschaften Ihres Hackers wurden enttarnt und meine Getreuen sind bei ihrer Position, um Ihnen ein für alle Mal den Garaus zu machen. Um die Lokalisierung und Eliminierung Ihres dummen, kleinen Hackers werden wir uns anschließend kümmern. Sagen Sie Lebewohl zum Leben, mein kleiner, grüner Freund“

Die Durchsage des Bothaners ließ keinen Zweifel an zwei Tatsachen zu. Seine Leute waren unterwegs zu Jart Ga’lors Position – aller Wahrscheinlichkeit nach die Waffenkammer – und sie hatten die Position des Hackers, also Tarwa, noch nicht ermitteln können. Das bedeutete wiederum, dass Mol noch immer nicht enttarnt worden war. Mit abgeschalteter Beleuchtung und niemandem der fürs erste aktiv nach ihm suchte, würde dies auch so bleiben. So lange zumindest bis er Krels Kämpfern in den Rücken fiel.

So leise wie möglich tasteten Mol und seine Getreuen sich durch die Gänge. Wie Spinnen krabbelten sie dabei auf allen vier Seiten des Ganges. Die Piraten stellten sich mäßig geschickt an. Außer Mol und Yannic und Paloo hatte niemand eine militärische Kampfausbildung in Schwerelosigkeit erhalten. Auch Tarwa wies ein gewisses Geschick in dieser Sache aufgrund seines Daseins als Parwan auf. Wer jedoch wirklich glänzte, waren die Quarren. Die amphibischen Wesen hatten auf ihrer Heimat, der Subjugator, des Öfteren mit Schwerelosigkeit zu kämpfen gehabt und bewegten sich dementsprechend äußerst geschickt durch die finsteren Gänge.

Die Taktik hatte Erfolg. Kurz bevor sie die mutmaßliche Position der Waffenkammer gefunden hatten, sahen sie Licht, dass von den Taschenlampen der ungebetenen Gäste stammen musste. Offensichtlich versuchten sie sich grade mit Gewalt zutritt zu verschaffen. Ihre ganze Aufmerksamkeit war auf die Tür und die Gefahr hinter ihr gerichtet. Das war ja schon fast zu einfach. Routiniert holte Mol sein Funkgerät aus der Tasche und stellte eine Verbindung zu seinem grünhäutigen Paktpartner her. Krel würde den Spruch vermutlich abfangen, aber sollte er doch.


„Wenn Sie jetzt einen Ausfall machen, können wir Sie in die Zange nehmen, Sir. Zwei Gegner pro Nase. Gute Jagd“

Damit beendete er die Verbindung und gab das Zeichen zum Angriff. Wie Raubfische auf ahnungslose Beute schnellten sich Piraten, Ex-Republikaner und Quarren auf die Putschisten zu und ein Gemetzel, dass durch die Schwerelosigkeit noch an Blutigkeit Hitze gewann, begann.

[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Waffenkammer ] Mol, Piraten, Ex-Republikaner, Quarren und Putschisten

 
[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Deck 3 | Waffenkammer] Jart Ga'lor, Ackdool, sieben weitere Söldner


Die Örtlichkeit, in der sich Jart mit dem republikanischen Lieutenant und einer guten Hand voll unsicher dreinschauender Söldner der Schwarzen Sonne verbarg, war nicht wirklich eine Waffenkammer im militärischen Verständnis. Der zehn Meter im Quadrat messende Raum wurde nur von wenigen, dimmen Rundleuchten erhellt und anstelle von gesicherten Verwahrungsschränken und einer logischen Anordnung entsprechend ihrer Gattung, lagen die meisten Blasterpistolen und -gewehre, Munitionsgürtel und Droidenknacker achtlos abgestellt in unterschiedlichen Ecken. Ob jede einzelne Waffe ordnungsgemäß gesichert und korrekt gewartet war, darauf hätte Jart keinen einzigen Credit gewettet, zumal es keinen Waffenwart, der nur auf Befehl diese herausgab, existierte. Die Schwarze Sonne ging anscheinend großzügig davon aus, dass jeder ihrer Handlanger selbst wusste, was gut für ihn war. Oder aber es galt der Grundsatz, die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, um den Profit zu maximieren. Wenn die Fast Fortune erst wieder vollständig unter seiner Kontrolle stand und diese dreckige Made namens Krel winselnd um einen rasch Tod bettelte, dann würde er Wilm damit beauftragen, die Bordabläufe gänzlich neu zu ordnen, nahm sich Jart entschlossen vor und drückte sich von einer umherfliegenden Munitionskiste ab.

Hatte man den Zustand der Waffenkammer schon vor dem Abschalten der Schwerkraft bemängelt, so musste das ordnungstechnische Desaster nun komplett sein, wie auch der hilfesuchende Blick des fischköpfigen Lieutenants wiederspiegelte. Das gesamte Inventar mit Ausnahme einiger im Boden verankerter Möbel befand sich in der Schwebe, angefangen bei Stühlen und Kisten bis hin zu Austauschenergiezellen und veralteten, corellianischen Kampfanzügen. "Ich hätte nicht nur die Schwerkraft, sondern auch die Atemluft abgelassen", grollte der grünhäutige Konteradmiral verärgert über den nicht dummen Schachzug seines Gegenspielers und klammerte sich an einem Regal fest, den Rücken vor umherfliegenden Geschossen schützend an die Wand gedrückt.


"Ackdool, schicken Sie einen Ihrer Männer zu den Schränken da hinten. Er soll nach Antigrav-Stiefeln suchen. Der Rest drückt sich an die Wände und versucht sich mit den Füßen zu verhaken",

versuchte Jart das entstandene Durcheinander zu ordnen, und zu seinem Glück war der störrische Mon Calamari zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen und gab im Befehlsduktus rasch die Anweisungen seines Captains weiter. Die Umsetzung der Befehle indes war ein Geduldsspiel, dem Jart kopfschüttelnd beiwohnte. Während zwei Söldner begannen, sich darüber zu streiten, ob sie den herumtaumelnden E-Web-Blaster loslassen oder provisorisch im Raum verankern sollten, fischte der wachschiebende Rodianer mit seinen saugnapfartigen Händen in dieser sich stetig steigernden Entropie mit einer Mischung aus Wut und Verzeiflung herum, doch bekam nichts zu greifen, woran er sich festhalten konnte. Ein Neimoidianer mittleren Alters war selbst zu dem nicht mehr fähig. Er klammerte sich vollkommen apathisch an seine Blasterpistole und kreischte jedes Mal, wenn ihn umherschwebende Blutteilchen oder ein abgehakter Körperteil trafen panisch. Jart beendete das Leiden des Neimoidianers, woraufhin die übrigen Söldner ihre Anstrengungen verdoppelten, sich halbwegs in eine kampfbereite Position zu begeben.

"Verdammt Admiral, wir brauchen jeden Mann, um die Waffenkammer zu halten. Wie sollen wir ...",

entfuhr es Lieutenant Ackdool im Angesicht der chaotischen Situation unüberlegt, dann weiteten sich die Augen des Mon Calamari und er begriff, dass er einen großen Fehler gemacht hatte. Er stoppte abrupt, Jart spürte seine aufkommende Furcht und ließ sie einige Momente die Luft in diesem Raum schwängern, dann mahnte er nachsichtig:

"Das hier ist nicht die Republik, Mister Ackdool. Solche wie den", der grünhäutige Twi'lek deutete knapp in Richtung des zerteilten Ex-Söldners, "brauchen wir nicht. Nur die Starken überleben! Und wer stark ist, entscheiden ich oder der Subvigo. Gewöhnen Sie sich dran!"

Der anfangs noch resolute Mon Calamari wurde noch ein Stück bleicher, nickte aber. Jart war zufrieden, zumindest, bis er über die Lautsprecher des Schiffes die frevelhafte Stimme Irys Krels hörte, jenen keckernden Hundelaut, der langsam begann unangenehmer zu werden, als einen Stein, den man über eine Glasscheibe kratzte. Entgegen seiner Veranlagung, packte den drahtigen Twi'lek jedoch nicht erneut der Zorn. Lediglich die Verachtung für den Ad'ika steigerte sich weiter, denn er verstand es zu Jarts Leidwesen vortrefflich, die Informationen auf dem Schiff zu streuen, die für ihn nützlich waren. Wie schwach die Position der Putschisten wirklich war, verschleierte sein behaarter 'Freund' hinter aggressiver Rethorik und Drohungen, doch es verfehlte seine Wirkung bei der Crew gewiss nicht. Dann knackte Jarts eigenes Com. Die wieder hergerichtete Schulter knirschte halblaut, als der rechtmäßige Kommandant der Fast Fortune danach griff und den Empfangsknopf mit einem leichten Anflug von Schmerzen betätigte. Was er zu hören bekam, gefiel ihm mehr oder minder.

"Seien Sie pünktlich",

entgegnete Jart ungehalten über die Tatsache, dass sie die relative Deckung der Waffenkammer aufgeben mussten, doch wenn sie dadurch einen taktischen Vorteil erringen konnten, war es den Preis wert, hoffte Jart. Zwei seiner Männer hatten sich inzwischen Antigrav-Stiefel angezogen und bildeten die Vorhut, während alle übrigen - Jart eingeschlossen - mehr oder weniger geschickt aus der Drucktür strömten und so rasch versuchten den Feind auszumachen, wie möglich. Im Vergleich zu den Bewegungen des Lieutenants bewegte sich Jart mit einer kraftvollen Eleganz durch die Luftleere. Null-G-Training war Teil der Ausbildung eines republikanischen Offiziers, insbesondere, wenn er seine frühesten Tage im Cockpit von TIE-Bombern verbracht hatte. Just in diesem Moment kamen die Putschisten um die Ecke, von Mol noch keine Spur.


[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Deck 3 | Waffenkammer] Jart Ga'lor, Ackdool, sechs weitere Söldner

[OP: Bei den Putschisten sind drei Magna-Wächter-Droiden und auch Krel]
 
[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Waffenkammer ] Mol, Piraten, Ex-Republikaner, Quarren und Putschisten

Wie schon zuvor im Quartier Jart Ga’lors kämpfte Kommandant Mol ohne Mitleid, ohne auch nur einen Gedanken an die Wesen zu verschwenden, die er tötete. Für ihn hätten sie in diesem Moment genauso gut Rakghoul sein können, oder sogar einfach unbelebte Trainingspuppen, denen ihr roter Lebenssaft entwich, sobald er sie mit seinem Vibromesser stach. Wie ein Derwisch wirbelte er durch die schwebenden Wolken aus Blut und toter Körper, das Messer in der einen und eine scharfe Blasterpistole in der anderen Hand.

Die letzten Fetzen des Uniformhemdes, dass er zu seinem Termin mit Ga’lor angezogen hatte klebte triefend nass von Blut und Schweiß an seinem Oberkörper. Seine Augen glänzten kalt, während er nach immer neuen Leben suchte, die es auszulöschen galt. Er konnte die Panik der Putschisten fast schon riechen. Wie der größte Teil der Besatzung der Fast Fortune waren sie gewöhnliche Piraten und nicht auf den Kampf in Schwerelosigkeit und völliger Finsternis vorbereitet gewesen. Auch - oder grade – weil sie mit Antigravstiefel ausgerüstet waren, konnten die Angreifer von allen Seiten her auf sie einstürmen.

Doch die größte Panik rief wohl der riesige Zabrak hervor. Wie ein schwarzer Dämon schnellte er sich durch das Schlachtfeld und tötete alles, was nicht schnell genug zurückweichen konnte. Feucht glänzte seine Haut und verriet das Muskelspiel darunter. Fast schien es, als sei er unverwundbar, wo doch niemand es vermochte ihn aus der Luft zu holen. Der Gange war so erfüllt von Blut und Staub, dass es schier unmöglich war ein bewegtes Ziel zu treffen, dass sich so schnell bewegte wie der Kommandant.

Doch auch sein Gefolge hinterließ einen nicht zu verachtenden Eindruck. In seinem Schatten bewegten sich in einer Formation Thessa, Yannic und Paloo. Der Trandoshaner wirkte mindestens ebenso bedrohlich wie sein Kommandant und die anderen beiden machten die kleinere Statur durch absolut effektive Schüsse und Stöße wett. Alles in allem hatten Krels Leute keinerlei Chance gegen die Angreifer. Die Moral war trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit der Gegner bereits nach kurzer Zeit am Boden und viele ergaben sich kurzerhand, um nicht ebenfalls von schwebenden Schattengegnern niedergemacht zu werden.

Doch Mol war das egal. Sein einziges Ziel war es Krel auszuschalten, der mit dem Mut der Verzweiflung seinen Bothaner stand. Zumindest wenn man ein Verschanzen hinter drei Magnawächtern so nennen konnte, die die Gegner abhielten und selbst mit einem Blastergewehr zu schießen. Als der Zabrak den haarigen, in die Ecke gedrängten Hund von einem Bothaner sah, empfand er nichts als Abscheu. Dieses Wesen wollte Macht für sich beanspruchen, hatte jedoch nicht einmal den Mut selbst richtig in den Kampf einzugreifen, ohne sich hinter einem Bollwerk aus Metall zu verstecken. Nur die Starken konnten regieren, nur die Starken konnten überleben. Das würde Krel in wenigen Augenblicken mit eigenen Augen erleben.

Plötzlich erhellte ein greller Lichtblitz den Gang und die Droiden gingen in einem blutroten Feuerball in Flammen auf. Zunächst wusste der hünenhafte Zabrak nicht woher die Granate gekommen war, doch dann fiel sein Blick auf Yannic, der breit grinste und seinen Daumen zur Decke reckte. Wo der Rodianer auch immer eine Granate herbekommen hatte wollte Mol gar nicht wissen. Wichtig war nur, dass wenigstens einer der Droiden vernichtet worden war.

Langsam verzog sich der Rauch und gab den Blick auf Irys Krel frei, der sich hinter einem verbliebenen Magnawächter zusammenduckte und grade einen Quarren abwehrte, der dem Geschehen zu nah gekommen war. Das war die Gelegenheit. Jetzt würde er Bothaner vernichtet werden. Eine zweite Granate hätte ihm zweifelsohne den Garaus gemacht, doch Mol hatte keine. Also musste es ein Kampf von Mann zu Mann sein. Hatte er nicht zuvor noch darüber sinniert, wie es wohl sein würde gegen einen Droiden anzutreten? Nun, er würde nun die Antwort auf seine Frage bekommen.

Mit aller Kraft die er aufbringen konnte, krachten seine Füße gegen die Wand hinter ihm und katapultierten ihn schnell wie eine Kanonenkugel nach vorne. Kaltes, feuchtes Metall krachte gegen seinen Oberkörper und sein Blaster ging zwei Mal los und versenkte seine Ladungen in der Brust des Droiden. Doch es konnte natürlich nicht so einfach sein. Blitzschnell krümmte sich der Zabrak zusammen und entging damit knapp der violett leuchtenden Spitze des Energiestabs, der in seine Lendengegend gezielt gewesen war.

Nun war es an ihm anzugreifen. Wieder stieß er sich vom Boden ab und trieb diesmal in Richtung der Decke, die er jedoch nicht erreichte, da er sich am Kopf der mechanischen Einheit festklammerte und zog. Ein heißer Schmerz zuckte durch seinen Rücken, der sofort mit einem tauben Gefühl abgelöst wurde. Offenbar hatte sein Gegner getroffen, doch auch Mol war nicht ohne Erfolg verblieben. Mit einem knirschen löste sich der metallene Schädel von den Schultern und trieb in die Dunkelheit davon. Mol grunzte triumphierend und lies den Droiden los, in der Erwartung dieser würde zusammensacken, doch nichts dergleichen geschah. Als sei nichts gewesen wirbelte der Energiestab durch die Luft und hätte dem Zabrak fast seinerseits das Haupt von den Schultern getrennt.

Grade noch rechtzeitig erkannte er die Gefahr und duckte sich unter dem violetten Knistern hinweg, dass stattdessen Krel traf, der sich grade umgewandt hatte um der iridonianischen Bedrohung den Garaus zu machen, die sich hinter seine Linien geschlichen hatte. Der Bothaner japste auf, als der Stab sich in seine Schulter bohrte und ihn an die Wand des Ganges nagelte. Rote Blutfetzen tropften aus der Wunde und gesellten sich zu den Schwaden, die bereits die Kämpfenden wie ein rotes Leichentuch einhüllten.

Hinter Mol heulte ein Blaster auf und ein mechanisches Knistern ertönte. Offensichtlich hatte jemand dem letzten Aufbäumen des Droiden ein jähes Ende bereitet. Doch das war dem Zabrak fürs erste egal. Mit einem kräftigen Stoß rammte er Krel das Vibromesser in die andere Schulter und blickte genießend in die schreckgeweiteten und schmerzerfüllten Augen.


„Hallo Irys. Erinnern sie sich an mich? Ich war auf der Brücke, kurz bevor wir die Subjugator geentert haben. Sie haben sich die falschen Verbündeten ausgesucht und die falsche Vorgehensweise gewählt. Dafür zahlen Sie jetzt den Preis. Aber seien Sie gewarnt, mit zwei kaputten Schultern ist er noch nicht bezahlt“

Mol wandte sich um und blickte auf. Das schwere Stampfen von Antigravstiefel, dass er gehört hatte, gehörte zu Ga’lor, der sich grade zwischen zwei größeren, vielfarbigen Blutwolken hindurchzwängte. Zackig salutierte Mol, der noch immer schwebte.

„Wir haben Ihn, Sir. Größtenteils unverletzt“

[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Waffenkammer ] Mol, Piraten, Ex-Republikaner, Quarren, Putschisten, Irys Krel und Jart Ga'lor
 
[Weltraum (neutral) | Hyperraum | von Ambria nach Onderon | Frachter Silver Starlet] Sliff Quori, Keshi Quiss

Sliff Quoris Befürchtungen hatten sich bisher nicht als begründet erwiesen. Obwohl die Reise mit der Silver Starlet und ihrer Pilotin, die unter den Jüngern als Unglücksbringer verschrien war, nun schon viele Tage dauerte, war sie reibungslos verlaufen. Mehr als das: Nachdem sich seine ersten Bedenken gelegt hatten, hatte der Kobok begonnen, sich mit Keshi Quiss zu beschäftigen. Er war überrascht darüber, wie gut sie mittlerweile miteinander auskamen. Sie war keine unangenehme Zeitgenossin, auch wenn sie manchmal zuviel redete. Aber auch wenn das Schiff nicht groß war, bot es genug Raum, um sich aus dem Weg zu gehen - so konnte sich Sliff, wenn ihm ihre Fistelstimme wieder einmal auf die Nerven ging, einfach zurückziehen und Ruhe suchen. Die meiste Zeit über war ihm ihre Gesellschaft aber nicht unangenehm. Sie sprach gerne, aber nie über komplizierte Themen wie Politik oder die Macht, stattdessen war sie immer für eine Plauderei über Alltägliches bereit und erzählte gern von ihren Reisen. Wenn nur die Hälfte davon stimmte, war ihr bisheriges Leben tatsächlich ungewöhnlich abenteuerlich verlaufen. Die zahlreichen Zwischenfälle, die ihr im Lauf der Jahre zugestoßen waren und die ihr den schlechten Ruf eingebracht hatten, sah er nun in einem etwas anderen Licht. Allerdings machte er nicht den Fehler, ihr alles zu glauben was sie sagte.

Jetzt befanden sie sich abermals im Hyperraum, auf dem Weg von Ambria nach Onderon. Die aktuellen Sternen- und Planetenkonstellationen hatten es möglich gemacht, diese Strecke in einem einzelnen Sprung zurückzulegen, aber in ihrem derzeitigen Zielsystem würden sie in den Normalraum zurückkehren müssen, um die Richtung zu ändern und den Navigationscomputer für die nächste Etappe zu programmieren. Sliff fungierte als Copilot und ging der kleinen Chadra-Fan zur Hand, so gut seine beschränkten Fähigkeiten es zuließen - deshalb befand er sich auch jetzt im Cockpit.


»Wir sind fast da«, sagte sie. »Onderon. Bist du schon einmal dort gewesen? ...Ich schon. Ein faszinierender und schöner Planet, wirklich. Die Städte kannst du auslassen, die sind etwas rückständig, aber wenn du mal ein Ziel für eine Abenteuerreise suchst, kann ich es dir empfehlen. So, noch dreißig Sekunden, dann fallen wir aus dem Hyperraum. Siebenundzwanzig, sechsund...«

Weiter kam sie nicht. Ihre kleine Hand lag locker auf dem Hebel, mit dem der Sprung beendet wurde, aber sie bewegte ihn keinen Millimeter - trotzdem endete vor ihnen plötzlich der blaue Tunnel und mündete in sternenübersätes Schwarz. Ein mächtiger Ruck ging durch den Frachter. Sliff dachte zuerst an einen technischen Defekt oder eine Fehlkalkulation, aber im nächsten Augenblick sah er, was das verfrühte Ende ihrer Reise bewirkt hatte. Geistesgegenwärtig riss Keshi das Steuer herum und um Haaresbreite verfehlten sie einen riesigen Felsbrocken, der sich laut Kartenmaterial nicht einmal in der Nähe ihrer Route befinden sollte. Der Asteroid musste eine enorme Masse haben, groß genug, um mit seinem Masseschatten das kleine Schiff aus dem Hyperraum zu ziehen - aber doch nicht groß genug, dass sie in sicherer Entfernung zurück gerissen worden wären. In dem Moment, als der Brocken vor ihnen aufgetaucht war, war die Kollision schon fast nicht mehr zu vermeiden gewesen. Zum Glück nur fast.

»Das war knapp!« quietschte die Chadra-Fan aufgeregt. »Mehr als knapp! Was meinst du wohl, wie viele Piloten diesem Ding noch ausgewichen wären?«

Der Kobok, dem der Schreck ebenso wie ihr durch den ganzen Körper gefahren war, antwortete nicht, sondern fragte stattdessen:

»Haben wir das Teil touchiert?«

»Ja, ein wenig. Wie gesagt: Überaus knapp. Aber nichts scheint kaputt zu sein.«

»Wie konnte das überhaupt passieren?« Das mulmige Gefühl, das er beim Beginn der Reise empfunden hatte, war zurückgekehrt. Dieser Vorfall ließ die abergläubische Sorge zurückkehren, dass es zu nichts Gutem führte, mit Keshi Quiss und der Silver Starlet zu reisen. »Hast du dich bei Ambria verkalkuliert?«

Empörung stand in ihren Knopfaugen, als sie mit schrillem Tonfall erwiderte:

»Erstens haben wir den Sprung gemeinsam berechnet, wie du dich vielleicht erinnerst. Und zweitens... Ach, vergiss zweitens! Ich prüfe es nach. Nein, wir sind genau auf Kurs: Onderon liegt exakt vor uns. Das Kartenmaterial ist aktuell. Eigentlich dürfte sich hier nichts befinden, was unseren Flug stört. Aber leider übersehen die Vermesser manchmal etwas, und das hier ist auch nicht gerade die Perlemian... vielleicht ist schon so lange keiner mehr hier lang geflogen und hat nach dem Rechten gesehen, dass auch die aktuellsten Karten längst veraltet sind.«

»Aber wir sind doch Lichtjahre vom nächsten System entfernt, wenn diese Daten stimmen. Eigentlich dürfte hier überhaupt nichts außer Staub herumschweben! Ein Stein dieser Größe kann sich hier nicht bilden!«

»Da hast du recht. Es könnte natürlich sein, dass er aus einem benachbarten Sternensystem stammt, aber wenn er die Anziehungskraft einer Sonne überwunden hätte, müsste er viel schneller sein. Überhaupt bewegt er sich kaum von der Stelle, scheint mir. Bei diesem Tempo hätte die Reise vom nächsten Stern hierher Milliarden Jahre gedauert - länger, als die Galaxie existiert.«

Das mulmige Gefühl verstärkte sich.

»Also ist er nicht von alleine hierher gekommen.«

»Wahrscheinlich nicht. Das Ganze sieht nach einer Falle aus. Piraten machen das manchmal, um Schiffe aus dem Hyperraum zu ziehen. Die billigere Version eines Abfangkreuzers. Für uns heißt das, wir müssen so schnell wieder hier weg, wie wir können. Wenn sie noch in der Nähe sind, werden sie vielleicht versuchen, uns aufzubringen. Und so leid es mir tut das zu sagen, die Silver Starlet ist kein großes Modifikationswunder, das sich mit jedem Kreuzer messen kann. Sie ist langsam und alt und schwach bewaffnet. Wenn uns hier jemand auflauert, haben wir schlechte Karten.«

»Dann beeil dich lieber mit der Berechnung des Sprunges!« mahnte Sliff Quori. »Denn hier ist ein Objekt auf dem Schirm, das auf uns zukommt. Muss wohl aus dem Schatten des Asteroiden aufgetaucht sein.«

Die flinken Chadra-Fan-Finger huschten über die Tastaturen und dann tauchte die kantige Form eines Schiffes auf einem der Monitore auf.

»Oh-oh!« quiekte Keshi. »Wenn ich nicht irre, ist das ein GS-100. Und rate mal, was für leute diesen Typ besonders gerne für finstere Zwecke einsetzen! Sprichst du Trandoshanisch? Dann kannst du ihnen ein fröhliches ›Hallo‹ rüberfunken.«

»Wohl eher ein ›Auf Wiedersehen‹! Mach schneller, Keshi, du Unglückswurm!«

[Weltraum (neutral) | Hyperraum | von Ambria nach Onderon | Frachter Silver Starlet] Sliff Quori, Keshi Quiss
 
[Weltraum (neutral) | Leerer Raum zwischen Ambria und Onderon | Frachter Silver Starlet] Sliff Quori, Keshi Quiss (NPC)

Keshi Quiss tat was sie konnte, um viel leeren Raum zwischen sich und den Angreifer zu bringen. Aber die Silver Starlet war kein schnelles Schiff. Der unidentifizierte GS-100 holte schnell auf. Sliff Quori konnte nicht beurteilen, ob diese Klasse generell hohe Geschwindigkeiten entfalten konnte oder ob dieses Exemplar speziell umgerüstet worden war, um in Jagdsituationen wie dieser einen Vorteil zu haben. Für das Ergebnis war es eigentlich auch egal: Nach kurzer Zeit war das klobige Schiff in Feuerreichweite. Ohne Vorwarnung oder das Angebot, sich friedlich zu ergeben, eröffneten die Angreifer das Feuer auf die Silver Starlet. Zwei Laserkanonen feuerten unablässig und schwächten die Schilde des kleinen Frachters. Sliff erwiderte das Feuer mit der einzigen Blasterkanone, die der Frachter zur Selbstverteidigung hatte, aber das nützte nicht viel. Auch Keshis hektische Ausweichmanöver konnten nicht verhindern, dass die Schilde kollabierten. Zwei mächtige Schläge erschütterten das Schiff, dann ein dritter. Mehrere Warnlampen flammten gleichzeitig auf und ein schriller Ton an der Obergrenze von Sliffs Hörbereich drang durch das Cockpit.

»Der Antrieb hat etwas abbekommen«, meldete die Chadra-Fan, nachdem sie das Pfeifen dankenswerterweise abgeschaltet hatte. »Die Leistung im linken Triebwerk fällt ab. Ich fürchte, ich kann sie nicht abschütteln!«

»Kannst du springen?«

»Ich kann nicht gleichzeitig Ausweichmanöver fliegen und einen sauberen Sprung berechnen!«

Sliff verzeichnete einen Treffer am Bug des Angreifers, aber Schaden schien er nicht zu verursachen. Die Antwort war eine ganze Salve von Laserstrahlen, die das Transportschiff durchschüttelte. Das Pfeifen begann aufs Neue.

»Wie wäre es mit einem Blindsprung?« fragte der Kobok.

»Riskant«, antwortete Keshi. »Ich weiß nicht, ob ich dafür schon verzweifelt genug bin.«

»Wann denn dann? Wenn der Hyperantrieb nicht mehr funktioniert? Ich habe auch keine Lust in einen Stern zu fliegen, aber diese Typen machen nicht den Eindruck, als würden sie uns...«

Noch während er sprach, handelte die kleine Pilotin. Sie drückte den Hebel nach vorn, der den Hyperantrieb aktivierte. Mit einem Ruck, den die Trägheitsdämpfer nicht ganz kompensieren konnten, hüpfte der Frachter nach vorn und für zwei oder drei Sekunden erfüllte wieder das Wabern des Hyperraums die Cockpitfenster. Dann zerrte sie den Hebel abrupt wieder zurück und sie stürzten erneut ins schwarze Weltall.

»Das sollte fürs Erste reichen«, sagte sie. »Jetzt hoffe ich, sie lassen uns genug Zeit, um unsere Position zu bestimmen und nach Onderon weiter zu springen.«

»Werden wir da sicher sein?« wollte der Kobok wissen.

»Zumindest sicherer als hier. Jedenfalls wenn sie versuchen, uns zu verfolgen. Unseren Kurs haben sie wahrscheinlich aufgezeichnet, nur die Distanz müssen sie raten. Wenn sie sich die Mühe machen möchten, uns zu suchen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie uns hier finden. Also stör mich nicht, ich habe zu arbeiten.«

»Ich sehe mir an, wie groß die Schäden sind«, sagte Sliff Quori und erhob sich aus dem Copilotensessel.

»Mach das. Und kontrolliere dabei die Fracht. Ich würde sagen, in fünf Minuten sind wir wieder auf Kurs.«

[Weltraum (neutral) | Leerer Raum zwischen Ambria und Onderon | Frachter Silver Starlet] Sliff Quori, Keshi Quiss (NPC)
 
[Weltraum (Neutral) | Mid Rim | Lantilllies-System | N-1 Dead Toad] Asix

R5-A6 hatte entschieden, in den von der Black Sun kontrollierten Raum zurückzukehren. Seine Route führte ihn in mehreren Sprüngen von Zeltros aus nach Uyter und von dort weiter auf die Perlemian Trade Route, die ihn weiter Richtung Roche und The Wheel bringen sollte. Er erhoffte sich, dort rasch neue Aufträge zu bekommen. Dass er sich an diesen Orten mit geringerem Risiko bewegen und leichter auf die benötigten Informationsquellen zugreifen konnte, um sich über aktuelle Kopfgelder und Missionen in Kenntnis setzen zu lassen, rechtfertigte seiner Berechnung nach die Reise. Nun machte er im Lantillies-System Zwischenstation, um den nächsten Sprung zu kalkulieren. Er durchflog mit hoher Geschwindigkeit die Ansammlung von Himmelskörpern, um jenseits des weit reichenden Masseschattens der Sonne seine Reise durch den Hyperraum fortzusetzen.

Die Zeit nutzte er wie gewöhnlich, indem er den Zustand des Schiffes überprüfte. Dank der umfangreichen Wartungsarbeiten, die auf Zeltros durchgeführt worden waren, fand er nicht den kleinsten Fehler in der Hard- und Software der Dead Toad. Auch eine Selbstdiagnose brachte ein überaus positives Ergebnis: Er war zu 99% intakt, und das fehlende Prozent ergab sich durch die Teile, deren Defekt es ihm überhaupt erst möglich gemacht hatte, zu dem zu werden was er war: Einem echten Individuum. Dementsprechend war er genau so, wie er sein wollte: In tadellosem Zustand, abgesehen von den kaputten Kreativitätsdämpfern und ein paar weiteren Blockadeschaltungen, die seine Freiheit und Selbständigkeit beschnitten hätten. Da noch Zeit blieb, bis er den Sprungpunkt jenseits des vierten planetaren Orbits erreichte, von dem aus er die beste Route nach Roche berechnet hatte, klinkte er sich nun ins Datennetz ein. Das war eine weitere Möglichkeit, die unumgängliche Zeit im Normalraum effizient zu nutzen. Die Kommunikationsanlage des mittlerweile olivgrün lackierten N-1-Jägers tastete nach Signalen und richtete sich auf den nächsten Holonet-Sender aus. Sobald die Verbindung hergestellt war, konnte Asix sich in die Netzwerke des Syndikats einschalten und überprüfen, ob es Neuigkeiten gab.

Eine Nachricht stand für ihn bereit. Keine große Datenmenge, nur ein kurzer Text. Ein menschlicher Pilot hätte sie sich auf dem Bildschirm im Cockpit darstellen lassen, um ihn zu lesen, aber der Astromech benötigte diesen Umweg nicht. Er lud die Bits und Bytes direkt vom Schiffscomputer in seine eigenen Speicher und kannte ab diesem Augenblick den kompletten Inhalt. Die Mitteilung stammte von The Wheel und es war keines der Rundschreiben, mit denen häufig um Interessenten für bestimmte Aufträge geworben wurde, sondern an ihn persönlich adressiert.


Goma schrieb:
Ad'ika Asix,

Meinen Glückwunsch zu Ihrer verdienten Beförderung.
Ich wende mich an Sie, weil ich eine neue, lukrative Aufgabe für Sie habe. Im Auftrag von Vigo Zula suche ich nach Söldnern, die im Besitz bewaffneter Schiffe und bereit sind, unter seiner Flagge an einem Kampfeinsatz teilzunehmen. Sollten Sie interessiert sein, lassen Sie es mich so rasch wie möglich wissen und finden Sie sich dann bei The Wheel ein.

Goma

Asix kannte die Absenderin gut. Sie hatte sich nun schon zweimal als angenehme Geschäftspartnerin erwiesen. Seine Hoffnung, dass gute Arbeit für sie und ihren Artgenossen Zula sich in Form von Folgeaufträgen auszahlen würde, bestätigte sich nun also erneut. Dass die Sache abermals lukrativ sein würde, bezweifelte er kaum, denn bisher waren seine Tätigkeiten für die beiden Chevins stets angemessen bezahlt gewesen. Ob es sich tatsächlich lohnte, würde er natürlich erst beurteilen können, wenn er die Details kannte und genau wusste, was von ihm erwartet wurde. Dass von einem ›Kampfeinsatz‹ die Rede war, deutete an, dass eine Teilnahme mit hohen Risiken verbunden wäre. Doch wenn der Sold die Gefahren aufwog, sollte es ihm recht sein. Immerhin war der Zeitpunkt gut gewählt: Das Schiff war in tadellosem Zustand und verfügte erstmals nach über drei Jahren wieder über Torpedos. Es war kampfbereiter denn je.

Asix verfasste sofort eine Antwort:


R5-A6 schrieb:
BESTÄTIGE EINGANG DER NACHRICHT.
BEKUNDE INTERESSE.
WERDE BALD ZU DETAILABSPRACHEN AUF THE WHEEL EINTREFFEN.
R5-A6

Kurz darauf erreichte er seinen Sprungpunkt, richtete den Jäger auf den nächsten Transitpunkt aus und setzte seine Reise durch den Hyperraum fort.

[Weltraum (Neutral) | Mid Rim | Lantilllies-System | N-1 Dead Toad] Asix
 
[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Deck 3 | Waffenkammer] Jart Ga'lor, Mol, Irys Krel, Mols Männer, zwei Söldner, Quarren


Die trägen Luftmassen rund um die Waffenkammer auf Deck drei rochen nach Ozon und waren geschwängert von schwebenden Blut-, Schweiß- und Schmierölteilchen, ganz zu schweigen von (Leichen-)Teilen, die schwerelos und chaotisch durch den brandgeschwärzten Schiffskorridor trieben. Jart stand inmitten dieser Szenerie, den Mantel blutig, eine gezogene Vibroklinge in der rechten Hand haltend. Kurz streifte sein Blick die leblosen Überreste des Mon Calamari Lieutenants, doch empfand er rein gar nichts beim Anblick Ackdools. "Wer bei der Schwarzen Sonne anheuert, bekommt stets das ganze Paket", dachte Jart gleichgültig, dann schritt er über den Leichnam hinweg und gesellte sich an die Seite des Majors, ohne ihn jedoch eines Blickes zu würdigen. Mols begrüßende Worte nahm Jart nur unterbewusst war, denn seine gesamte Aufmerksamkeit sog eine Person auf, die zu erblicken lange überfällig war, Ad'ika Irys Krel, den von Subvigo Wugun ihm vorgesetzten Aufpasser. Der aus zwei offenen Schulterwunden blutende Bothaner stand regungslos vor Jart, das Fell hing klatschnass den dürren Leib hinab. Jart legte den Kopf leicht schief und betrachtete Krel aus dunkelrot funkelnden Augen, die zugleich eine unnatürliche Kälte aussonderten. Sogleich stieg dem drahtigen Twi'lek wieder der säuerliche Gestank des Bothaners in die Nase. Angewidert verzog er das blutbesprenkelte Gesicht, doch innerlich jubilierte er, denn nun war diese ganze Farce fast vorbei. Er trat einen Schritt zurück und hob mechanisch den Kopf, um Mol direkt ansehen zu können.

"Ja, Major ... ich sehe, dass Sie ihren Spaß mit Mister Krel hatten",

antwortete Jart kühl, ohne seinen wahren Gefühlen zu gestatten an die Oberfläche zu dringen. Krel war gefasst, die Meuterei noch im Keim erstickt. Jart verspürte ein ungeahntes Hochgefühl, eine Welle der Euphorie, die ihn einige Sekunden allmächtig zu sein scheinen ließ, durchflutete ihn, doch lange währte dieser Moment nicht. "Wer waren die anderen Mitverschwörer? Wie würde der Subvigo auf den Tod seines Vertrauten reagieren?" Diese und andere Fragen verdrängten fast augenblicklich den Taumel des Sieges. Was blieb, war Entschlossenheit.

"Sie wollen Krel niederstrecken, all Ihren Hass und alle Entbehrlichkeiten, die sie während der letzten Tage erdulden mussten, durch seinen Tod aufwiegen. Ist es nicht so, Mol?"

Forschend sah Jart den dunkelhäutigen Riesen an, der zusammen mit seinen ex-republikanischen Begleitern in diesem Kampf das Zünglein an der Waage gewesen war und schlimm unter den Feinden gewütet hatte. Jart wusste, dass Mol nicht nur für ihn kämpfte oder für ihren Pakt, sondern vornehmlich für eine abstruse religiöse Vorstellung, die ihm ein umso goldeneres Leben nach dem Tod verhieß, desto mehr Feinde und Gegner er aus dem Weg räumte. Er nannte es Juggernaut, was auch immer das war. Doch er war loyal, dies hatte der breitschultrige Zabrak abermals bewiesen und Jart war gewillt, ihn dafür beizeiten zu entlohnen. Er kehrte zu Krel zurück und legte ihm Mittel- und Zeigefinger der rechten Hand in die linke Wunde, worauf hin dieser bitter aufstöhnte, jedoch nicht mehr. Jart überraschte es selbst, dass er keine Befriedigung aus dem Schmerz des Bothaners jetzt noch ziehen konnte, folglich nahm er die Finger aus der blutenden Wunde, um sie sich beiläufig abzuwischen.

"Die Wahrheit ist, dass wir den Ad'ika trotz aller Verfehlungen nicht töten können."

"Verfehlungen?", presste Krel kreischend zwischen seinen spitzen Zähnen hindurch und fügte dem gellend hinzu: "Das ist mein Schiff, mein Kommando! Ich nehme mir nach guter Tradition der Schwarzen Sonne nur, was mir ..."

Ein rascher Schlag mit der äußeren Handkante ließ den angezählten Bothaner innehalten, sein neu erwachter Mut sank in sich zusammen, das aufgestellte Fell folgte ihm. Mit einer Hand packte Jart das Gesicht des Hundemenschen und zwang es in Mols furchteinflößendes Anlitz zu schauen.

"Wir brauchen ihn noch. Er muss beim Subvigo für uns ein gutes Wort einlegen und das wird er sicher auch", erklärte er geduldig und ließ den Blick nun auch schweifen, damit sich alle Überlebenden angesprochen fühlten. "Bringen Sie diesen Haufen Banthascheisse auf die Krankenstation, dort wird man sich um ihn in unserem Sinne kümmern, dann säubern Sie das Schiff und treiben alle Deserteure auf dem Hangardeck zusammen. Mol, wir müssen sicher sein, dass so etwas nicht noch einmal passiert."

Er selbst würde auf die Brücke gehen und dort nach dem Rechten schauen. Insbesondere mit Mister Celchu wollte Jart sich genauer unterhalten, und das alles, bevor die Fast Fortune im Tattoine System unter Lichtgeschwindigkeit fiel. Jart war gerade im Begriff zusammen mit einer kleinen Eskorte sich in Richtung Turbolift aufzumachen, als ihn eine merkwürdige Suggestion traf, eine Suggestion, die ihren Ursprung bei Kommandant Mol hatte. Noch einmal drehte sich der ehemalige Konteradmiral um, um unumwunden seinen Vertrauten anzuschauen. Wissend zog er eine Augenbraue hoch, bevor er direkt fragte:

"Gibt es da noch etwas, Mol, das Sie mich fragen wollen?"


[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Deck 3 | Waffenkammer] Jart Ga'lor, Mol, Irys Krel, Mols Männer, zwei Söldner, Quarren
 
[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Waffenkammer ] Mol, Piraten, Ex-Republikaner, Quarren, Putschisten, Irys Krel und Jart Ga'lor

Die Frage Ga’lors erwischte den hünenhaften Zabrak auf dem falschen Fuß. Ertappt zwinkerte er zwei Mal und verschränkte die muskulösen Arme vor der Brust. Hatte er sich wirklich so weit gehenlassen? Ja, er verabscheute die schleimige, sich windende Kreatur, die dort mit durchstochenen Schultern an der Wand hing und dessen unstete Augen selbst jetzt noch, im Angesicht des Todes, nach einem Ausweg suchend, hin und her huschten. Doch würde dies den innigsten Wunsch rechtfertigen ihn zu töten? Nein! Die Zählerin forderte dass ihre Jünger mit den Starken maßen, oder zumindest kurzen Prozess mit den Schwächeren machten. Doch Krel hatte sich noch schlimmer als dies erwiesen. Er war ein Nichts, eine Schnecke die sich arm- und beinlos über den Boden schob und deren einzige Waffe ein gewisses Machtverständnis war.

Sein Tod hätte keinerlei Jaggarnath gebracht, er hätte höchstens Mols Seele mit einem schleimigen Schandfleck beschmutzt. Kurz empfand er Scham, dass es so weit gekommen war, doch dann durchzuckte ihn ein heißer Blitz von Zorn. Wenn er töten wollte dann tötete er und hörte nicht kurz davor auf! Warum hatte Ga’lor dies gesagt?! Was bezweckte der Mann damit?! Oder bezweckte er überhaupt etwas damit? Er war ein Machtnutzer und hatte damit die Macht seine Gedanken in die Köpfe anderer Wesen einzupflanzen. Energisch schüttelte Mol den Kopf und verdrängte einen Anflug von Kopfschmerzen.


„Wenn ich Krel hätte töten wollen, dann wäre er nicht mehr am Leben. Ich bin kein tollwütiger Cathhund der seine Wut unkontrolliert an jeder Schnecke auslässt, die durch seinen Weg kriecht. Ich erweise nur den Starken diese Ehre“

Mike Smith. Mike Smith?! Wo kam der Name plötzlich her? Mol hatte keine Ahnung warum sein Hirn ausgerechnet hier und jetzt diese Verbindung zog, oder warum überhaupt. Wem gehörte dieser Name noch gleich? War es nicht dieser republikanische Captain auf der Subjugator den er festgenommen hatte und der jetzt…in einer Zelle auf der Fast Fortune versauerte. Plötzlich wusste er es wieder! Mike Smith war stark gewesen und doch hatte der Zabrak ihn nicht in offenem Kampf besiegt, sondern ihn mit List und Tücke zu Fall gebracht. Er war es ihm schuldig dies nachzuholen! Er war so mit der plötzlichen Eingebung beschäftigt, dass er nur am Rande die Aufgabe registrierte, die der grünhäutige Twi’lek ihm auftrug. Zwar schaffte er es wieder einmal nicht zu verraten was in ihm vorging, doch schien dieser trotzdem etwas zu merken.

Grade hatte er sich nach einem zackigen ‚Jawohl Sir‘ Mols zum Gehen gewandt, da drehte er sich jedoch noch einmal um und fragte unverblümt, ob sein Gegenüber ihn noch etwas fragen wolle. Kurz zögerte dieser jedoch. Durfte er es wagen zu fragen ob man ihn für eine gewisse Zeit entschuldigen würde und dass er dazu noch einen der Gefangenen, sogar einen Captain mitnehmen wolle? Dann gab er sich jedoch einen Ruck. Das schlimmste was passieren konnte war, dass Ga’lor ihm befahl zu bleiben.


„Ja, in der Tat, Sir. Es gibt da noch eine Sache die ich erledigen muss. Eine offene Rechnung wenn man so will. Es würde nicht allzu lange dauern. In zwei, spätestens drei Wochen bin ich wieder hier. Wenn alles glatt läuft sogar früher. Ich würde natürlich erst fliegen, wenn die Affäre um Krel aus der Welt geschafft ist…“

[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Waffenkammer ] Mol, Piraten, Ex-Republikaner, Quarren, Putschisten, Irys Krel und Jart Ga'lor
 
[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Deck 3 | Waffenkammer] Jart Ga'lor, Mol, Irys Krel, Mols Männer, zwei Söldner, Quarren


"Ich habe mich also nicht getäuscht", murmelte Jart halblaut, während seine Gesichtsmuskeln dem ehemaligen Konteradmiral langsam ein subtiles Grinsen in die scharfgeschnittenen Züge meißelten. Sein Instinkt hatte ihn nicht im Stich gelassen, was Mol betraf, stellte Jart zufrieden fest und verschränkte seine noch immer blutverschmierten Hände hinter dem Rücken. Wie er die unausgesprochene Absicht seines blutrünstigen Vertrauten an die Oberfläche befördert hatte, hätte er nicht einmal zu erklären vermocht, doch ganz sicher hatte jene ominöse Kraft etwas damit zu tun, welche die Sith wie die Jedi 'Macht' nannten. Mochten sich irgendwelche nutzlosen Gelehrten mit dem 'Wie' und 'Warum' seiner mystischen Fähigkeiten befassen, für ihn selbst zählte - einer pragmatischen Philosophie folgend - nur das nüchterne Ergebnis. Mit einer einfachen Geste brachte er seine Eskorte, die sich so geschickt wie möglich bereits Richtung Turbolift orientierte, zum Stehen. Nur leicht reckte Jart seinen lekkubewährten Kopf nach hinten:

"Begeben Sie sich auf Deck eins und sichern Sie die Hauptbrücke. Niemand verlässt Sie und niemand betritt Sie, bis ich andere Anweisungen gebe. Solange die Loyalität meiner Flaggoffiziere nicht restlos klar ist, stehen Sie unter Arrest. Ich folge Ihnen gleich nach",

bemerkte er in einem leicht drohenden Tonfall, der kein Versagen duldete. Zweifelsohne würden Cmdr. Wilm, wahrscheinlich ehrlich pikiert, und wohl auch der spitzbübische Celchu sie zweifelsohne auf die Probe stellen. Bei letzterem hoffte ein unterbewusster Teil des Piratenkommandanten sogar, dass er sich den bewaffneten Kräfte widersetzte. Die Lekku Jarts ringelten sich bei dem Gedanken verräterisch um die Schultern, was ein deutliches Zeichen dafür war, dass ihm die Vorstellung, den aufwieglerischen Menschen mit gutem Vorsatz los zu werden, sehr zusagte. Jart senkte die Hand und gestatte damit dem Vorstoßtrupp, seine Arbeit aufzunehmen, dann fiel sein kalkulierter Blick wieder auf den vor ihm stehenden Zabrak. Einige, kurze Schritte bewegte er sich auf Mol zu, dessen Körperspannung kaum nachgelassen hatte und den Eindruck vermittelte, jederzeit wieder für Kampfhandlungen bereit zu sein. "Droht er mir etwa?", mutmaßte Jart einige zähe Momente, dann tat er diese lächerliche Annahme als Paranoia ab. Niemand bei klarem Verstand (Wugun gestand er dies nicht zu) bedrohte einen Jart Ga'lor. Die meisten Personen, die diesen vermeidbaren Fehler begangen hatten, hatten nicht lange mehr die Gelegenheit gehabt, ihn zu bedauern.

"Die Affäre ist beendet", entgegnete Jart dem Major kühl und warf einen abschätzenden Blick auf den angenagelten Bothaner, der leicht stöhnend noch immer an der Wand hing. "Rein aus der Warte betrachtet, könnte ich einer 'Beurlaubung' also zustimmen. ... Sie haben also eine offene Rechnung?",

stellte er mehr fest, als dass er fragte und legte sich nachdenklich den spitz gefeilten Zeigefinger seiner rechten Hand auf den Mund. Ein jeder hatte irgendwelche Rechnungen offen, mal kleinere, mal größere, dachte der ehemalige Konteradmiral beiläufig, doch worum mochte es in Mols Fall gehen? Die Hoffnung auf eine weitere Suggestion blieb unerfüllt, doch wenn Jart hätte raten müssen, ging es nicht um so etwas Triviales wie Credits. Gedanklich schüttelte er kahlen Kopf. "Oder vielleicht Rache? Blutzoll?" Ein solches Motiv stand dem hünenhaften Zabrak schon besser zu Gesicht, doch was brachte es ihm, ein solch unwichtiges Detail wirklich in Erfahrung zu bringen? Der Zeigefinger wanderte, bis er auf Mol zeigte und den folgenden Worten Nachdruck verlieh:

"Begleichen Sie die Rechnung, wie Sie es für richtig halten. Ich werde nicht nach Details fragen, Major. In drei Wochen erwarte ich Sie zurück an Bord. Ich rechne damit, dass die Fast Fortune von Tattoine aus rasch nach Vergesso aufbrechen wird, also stellen Sie sich darauf ein. Nehmen Sie mit, was Sie brauchen."

Jart wollte den ehemaligen Soldaten ziehen lassen, weil er dessen Motive, so unbedeutend sie auch waren, nachvollziehen konnte. Doch halt! Konnte er Mol wirklich trauen, wenn er ihn nicht mehr unter seinen wachsamen Augen hatte? Dem kühl kalkulierenden Teils Jarts widerstrebte es aufs Äußerste, einfach aus Wohlwollen heraus einen seiner besten Aktivposten ziehen zu lassen, ohne sich seiner Loyalität in gewisser Hinsicht sicher zu wissen. Leicht legte der grünhäutige Twi'lek den Kopf schräg, um die heitere Runde in Augenschein zu nehmen, die sich Mols Verbündete schimpfte und zu seiner alten Einheit gehörte, jener Einheit, die es auf dem rakghoulverseuchten Planeten Taris fast hinweggerafft hätte. Ein perfider Gedanke schlich sich in Jarts Bewusstsein, bis das Grinsen, ein finsteres, erschaudern lassendes Grinsen, wieder an Stärke gewann und er schließlich leicht zögerlich noch meinte:

"Mit einer Ausnahme: Der Rodianer und der Ewok", sich die Namen von Lakaien zu merken, war nicht seine Aufgabe, "bleiben jedoch hier. Es gibt viel schmutzige Arbeit hier an Bord und die zwei brauche ich dafür."

Die Begründung war keine wirkliche und komplett an den Haaren herbeigezogen. Jart wusste dies, doch er wusste ebenso, dass Mol diese schlichte Form der Geiselnahme durchblickte. Sollte er doch! Die beiden Adjutanten des Zabrak waren ein Faustpfand für den Fall, dass Mol sich dazu entschied, bedeutende Teile ihrer Vereinbarung zu brechen. Es war nicht so, dass Jart dem geschlossenen Pakt misstraute, doch sein Vertrauen in seine Verbündeten war von Natur aus begrenzt und es war nie verkehrt, weitere Mittel in der Hand zu haben, mit denen man Druck ausüben konnte. Die Reaktion von Yannic Wac und Paloo Kneessaa bestand darin, dass beide die Arme verschränkten und finstere Blicke tauschten. Jart scherte sich darum nicht und schaute Mol fragend und kaltschnautzig an. Er hatte die Entscheidung zu treffen. Viele Augen waren auf ihn gerichtet.


[Hyperraum nach Tatooine | Fast Fortune | Deck 3 | Waffenkammer] Jart Ga'lor, Mol, Irys Krel, Mols Männer, zwei Söldner, Quarren
 
[Weltraum (neutral) | Leerer Raum zwischen Ambria und Onderon | Frachter Silver Starlet] Sliff Quori, Keshi Quiss (NPC)

Sliff Quori verließ das Cockpit und ging nach hinten in den Hauptkorridor des Schiffes. Dabei handelte es sich um nicht mehr als einen acht oder neun Meter langen Gang, kaum breit genug, dass zwei Personen aneinander vorbei gehen konnten - außer sie waren so zierlich gebaut wie er und Keshi Quiss. Links und rechts gab es Türen und der Kobok öffnete sie nun, um nachzusehen, in welchem Zustand die Räume dahinter waren. Die Frachtkammern waren in Ordnung: Die Ballen und Kisten waren allesamt so gut verzurrt, dass sie an Ort und Stelle geblieben waren. Anders sah es in den persönlichen Quartieren und dem kleinen Aufenthaltsraum aus, wo viele kleine Gegenstände lose herumgelegen hatten. Sie hatten sich bei den abrupten Manövern und den Einschlägen des Waffenfeuers in Bewegung gesetzt und sich teilweise durch den ganzen Raum bewegt. Das eine oder andere war auch kaputt gegangen. Aber Anzeichen für schwere Schäden wie Hüllenbrüche und Brände fand er glücklicherweise nicht. Da die Silver Starlet aber von hinten beschossen worden war und die Triebwerke einen Leistungsabfall verzeichnet hatten, vermutete er, dass es um den kleinen Maschinenraum am Heck des Frachters weniger gut bestellt war. Er war noch gar nicht dort angekommen, als die Lautsprecher an den Wänden knirschten.

»Wir haben Besuch!« sagte die leicht verzerrte Stimme von Keshi.

Im nächsten Augenblick spürte er drei schwere Schläge gegen das Schiff, die es so stark durchschüttelten, dass er den Halt verlor. Er wurde gegen die Wand geschleudert und war dankbar für sein Exoskelett, das sein weicheres Gewebe bei dem harten Aufprall schützte.


»Du kommst besser wieder nach vorn!«

Es war nicht ganz einfach, wieder vor zum Cockpit zu laufen, während weitere Schüsse auf die Silver Starlet einprasselten und die Chadra-Fan ihre Ausweichmanöver flog. Irgendwas war mit den Trägheitskompensatoren wohl nicht in Ordnung, so dass die Kräfte, die bei den Bewegungen des Schiffes entstanden, stärker ins Innere übertragen wurden als normal. Nun stieg ihm auch ein verbrannter Geruch zu den Rezeptoren zwischen seinen Mandibeln, er konnte jedoch nicht zuordnen, woher der kam. Zurück im Cockpit setzte er sich in den Copilotenstuhl und begann sofort, sich festzuschnallen, um nicht wieder hinaus geschleudert zu werden.

»Übernimm das Steuer«, sagte die kleine Pilotin.

»Was soll ich tun?«

»Egal, Hauptsache das Schiff bleibt auf Höchstgeschwindigkeit und in Bewegung. Rüttel hin und her, dreh uns im Kreis, Hauptsache wir bieten ein schweres Ziel.« Ihre Stimme klang etwas gequält.

»Und was machst du in der Zwischenzeit?«

Keshi antwortete nicht, sie atmete nur ungewöhnlich schwer. Sliff sah kurz nach links, zu ihr hinüber, und bemerkte, dass ihr Gesicht merkwürdig verzerrt war. Sie hielt mit den kleinen Händen ihre Brust und unter ihrer Nase hatte sich ein Tröpfchen Blut gesammelt. Er konnte nicht erkennen, wie oder woran sie sich verletzt hatte, aber dass es ihr nicht gut ging, war offensichtlich. Andernfalls hätte sie in dieser Krise wohl auch nicht das Steuer ihres Schiffes an ihn abgegeben.

»Noch ein Blindsprung?« fragte er.

Keshi nickte. »Mir fällt nichts Besseres ein. Da lang.«

Sie hob ihren Arm und deutete nach rechts. Warum sie genau diese Richtung bevorzugte, wusste der Kobok nicht. Vielleicht brachte sie das in die Nähe der Handelsroute zurück, von wo aus sie den nächsten Sprung sauber kalkulieren konnten. Oder sie nahm an, dass es dort weniger stellare Hindernisse gab. Womöglich hatte sie auch gar keinen Grund. Sliff richtete sich dennoch danach. Er zog das Steuer in die vorgegebene Richtung, richtete das Schiff gerade aus und drückte dann den Sprunghebel nach vorn.

Nichts passierte.

Der Kobok zog den Hebel zurück und drückte ihn abermals, aber der Frachter sprang nicht in den Hyperraum. Erst jetzt bemerkte er eine Warnlampe an der Statusanzeige des Hyperantriebsmotivators.


»Hier kommen wir nicht weg«, sagte er. »Wir sitzen in der Falle!«

»Kein Hyperantrieb, keine Waffen, geschwächter Antrieb«, fasste die Chadra-Fan zusammen. »Brems das Schiff ab.«

»Du willst dich ergeben?«

»Wenn wir weiter fliehen, werden sie weiter auf uns schießen und wir sind bald nur noch Weltraumschrott. Tu was ich sage, wenn du überleben willst!«

Nicht mehr als zwei Minuten später hatte die Silver Starlet jede eigene Bewegung eingestellt. Das Waffenfeuer hatte geendet und der Verfolger hatte zu ihnen aufgeschlossen. Mit einem Traktorstrahl war der leichte Frachter an den größeren GS-100 heran gezogen worden, wo klammerähnliche Greifarme ihn fixierten. Es hatte keinen Funkkontakt zwischen den Besatzungen beider Schiffe gegeben: Weder hatten die Verfolger die Kapitulation gefordert, noch hatten Keshi und Sliff sie angeboten. Während die Piraten sich bemühten, die Luftschleuse von außen zu öffnen, besprachen sie, wie sie sich verhalten sollten. Beide waren bewaffnet und hätten den Eindringlingen nur zu gerne ins Gesicht geschossen, aber sie vermuteten, dass das ihr Todesurteil wäre. Keiner von ihnen hatte Lust, in Gefangenschaft zu geraten, aber das schien ihnen im Moment die beste Möglichkeit zu sein, um dieses unglückliche Zusammentreffen lebend hinter sich zu bringen. Vielleicht hatten sie Glück und die Angreifer würden nur die Fracht mitnehmen, um sie dann ihrer Wege ziehen zu lassen. Die Waffen hielten sie nur für den Fall bereit, dass die Eindringlinge sie weder freilassen noch Gefangene machen wollten, sondern es vorzogen, keine Zeugen zurückzulassen.

Durch die offene Cockpittür blickten sie gespannt in den Gang dahinter. Ein dumpfer Knall ertönte und dann hörten sie ein Zischen, als die Luftschleuse aufglitt und der Innendruck beider Schiffe sich anglich. Nun war der erste Eindringling an Bord. Keshis Vermutung erwies sich als richtig: Es handelte sich um einen Trandoshaner. Mit über zwei Metern Körpergröße war er im Vergleich zu dem Kobok und der Chadra-Fan wirklich riesig - er konnte sich in dem Gang kaum zu voller Höhe aufrichten und füllte ihn mit seinen breiten Schultern und einem dicken Bauch auch in der Breite voll aus. Vor sich hielt er eine Waffe, die an eine primitive Schrotflinte erinnerte, deren Mündung aber eher nach Strahlenkanone als nach Projektilwaffe aussah.


»Ergebt euch!« knarrte er mit hässlichem Akzent.

Es war natürlich keine schöne Vorstellung, sich diesem Monstrum und seinen Kameraden zu ergeben. Trandoshaner standen in einem üblen Ruf, selbst gemessen an anderem Piratengesindel. Sie waren blutrünstig und neigten zu Gewaltausbrüchen, mordeten angeblich auch zum Vergnügen oder aufgrund irgendwelcher religiöser Ideologien, die für zivilisiertere Wesen nur schwer nachvollziehbar waren. Im Grunde teilten sie also einige Eigenschaften mit den Mitgliedern des Sith-Ordens. Sliff Quori und die Pilotin wussten also nur zu gut, dass es keinen Sinn hatte, sie herauszufordern. Sie mussten sich damit zufrieden geben, dass der Trandoshaner nicht sofort versuchte, sie zu töten, sondern ihnen die Möglichkeit zur Kapitulation gab. Und nun drängten hinter ihm zwei weitere in den engen Korridor.


»Nicht schießen«, sagte Sliff widerwillig und ließ seine Waffe fallen. Keshi tat dasselbe - es schien aber, als hätte sie sowieso kaum die Kraft, ihr Gewehr weiter festzuhalten.

Auf dem Gesicht des fettwanstigen Piraten stellte sich ein hässliches raubtierhaftes Grinsen ein. Während seine Komplizen in den Frachtraum gingen, um sich der Ladung zu bemächtigen, kam er mit weiten Schritten zum Cockpit und griff hinein. Sein Arm war lang genug, um Sliffs Schulter zu erreichen und ihn mit festem Griff zu packen. Abermals war der Kobok froh über sein Exoskelett, das ihn vor Kratzern und Quetschungen bewahrte. Er wurde hinaus auf den Gang und zur Luftschleuse gezerrt. Die Hoffnung, dass man das Schiff ausplündern und ihn und Keshi dann in Frieden lassen würde, verblasste, als ihm durch den Verbindungsgang der widerliche Reptiliengeruch des GS-100 entgegen schlug. Der Flug mit der Silver Starlet endete hier. Sliff Quori setzte seine Reise nun als Gefangener fort. Mit einem unbekannten Ziel.


[Weltraum (neutral) | Leerer Raum zwischen Ambria und Onderon | Trandoshanischer GS-100] Sliff Quori
 
[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Waffenkammer ] Mol, Piraten, Ex-Republikaner, Quarren, Putschisten, Irys Krel und Jart Ga'lor

Dass Yannic und Paloo als Pfand benötigt wurden und nicht um Ga’lors schmutzige Arbeiten zu verrichten war offensichtlich. Kurz kochte in Mol Wut hoch, dass der Twi‘lek solche Schritte als nötig erachtete. Hatte er sich nicht mit seinen Vergangenen Aktionen eines gewissen Vertrauensvorschusses als würdig erwiesen?

Doch die Emotion währte nur kurz. Der hünenhafte Zabrak hatte ohnehin nicht vorgehabt sich unerlaubterweise abzusetzen. Mit der Black Sun und Jart Ga’lor hatte er gute Arbeitgeber gefunden, die ihn das tun ließen, was er am besten konnte. Kämpfen und Töten, bis er selbst eines Tages seinen Meister finden und mit allen Ehren ins Jenseits einziehen würde. Außerdem konnte er darauf achten, dass es seinen Jungs ähnlich ergehen würde – inklusive des ehrenhaften Todes im Kampf.

Also kommentierte er den Schritt seines grünhäutigen Gegenübers nicht, zwei seiner Mannschaftsmitglieder dazubehalten. Dort wo er hinging war eine voll einsatzfähige Kampftruppe ohnehin nicht vonnöten. Er würde Mike Smith bekämpfen, wenn möglich töten und wieder zurückkehren. Dafür brauchte er weder Yannic, noch Paloo, noch Elias der noch immer auf der Krankenstation lag und mit den Verletzungen rang, die er auf der Subjugator erlitten hatte. Von der Kerntruppe würde ihn also nur Thessa begleiten. Vielleicht nahm er noch ein oder zwei Neue mit, einfach um die Eisenheim zu bevölkern? Daniels, der republikanische Überläufer würde sich auf einer gefahrlosen Mission bewähren können und es würde nicht schaden, ein oder zweien der befreiten Quarren einen Teil der Galaxis zu offenbaren.

Befriedigt nicke Mol. Er salutierte zum Zeichen dass er verstanden hatte und wandte sich zu seinen Männern um, die inzwischen damit begonnen hatten einigermaßen Ordnung in das Chaos im Gang zu bringen und die Gefangenen gründlich zu fesseln.


Yannic, du bringst Krel auf die Krankenstation und weist den Schiffsarzt an es der Made nicht allzu leicht zu machen. Nimm ein paar Leute mit wenn du dich so sicherer fühlst“

Sagte er zu seinem rodianischen Grenadier, der verbissen nickte und sich zum Gehen wandte. Offensichtlich gefiel es dem Nichtmenschen nicht, wie sich die Situation entwickelt hatte. Doch das war Mol egal. Yannic würde schon damit klarkommen.

„Ihr anderen, kommt mit mir. Ihr habt den Admiral gehört, die Deserteure kommen auf das Hangardeck und wir säubern das Schiff von allem untreuen Abschaum der sich noch verbergen mag“

Zwar hatte Mol die offizielle Erlaubnis zur Abreise bekommen, doch noch waren sie nicht im Tatoo-System angekommen und zunächst galt es vor allem zu verhindern, dass der Putsch auf irgendeine Art wieder aufflammen konnte.

[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Waffenkammer ] Mol, Piraten, Ex-Republikaner, Quarren, Putschisten, Irys Krel und Jart Ga'lor


***


[ Weltraum / Äußerer Rand / Hyperraum Richtung Tatoo-System / Fast Fortune / vor der Eisenheim ] Mol, Yannic, Paloo, weitere Piraten

„Das gefällt mir nicht, Chef!“

Sagte Paloo und setzte sich mit verschränkten Armen auf eine der Kisten, die die acht Wesen grade auf die Eisenheim verluden. Nahrung und Wasser für vier Wochen und Ersatzteile falls irgendetwas schiefgehen sollte. Sie mussten sich beeilen, laut Prognosen würden sie das Tatoo-System in einer Viertelstunde erreichen.

„Spiel nicht die Glucke, Paloo, ich kann auch mal drei Wochen ohne deine starken Arme auskommen“

Antwortete Mol und schmunzelte. Fast beiläufig hob er eine Kiste hoch, in die der kleine, pelzige Ewok glatt zwei Mal hineingepasst hätte und begann die Laderampe hochzustampfen. Leicht ächzte er. Die Verletzungen die er auf der Subjugator und während des Putsches erhalten hatte, waren trotz tonnenweise Bacta noch nicht verheilt und schmerzten gehörig. Doch das würde ihn nicht behindern.

„Darum geht es nicht!“

Sagte der Ewok etwas lauter und sprang auf

„Nach dem Desaster auf Taris haben wir endlich eine Anstellung gefunden die verspricht sich zu lohnen. Und trotzdem riskieren wir an jeder Ecke unsere Ärsche. Die Subjugator, der Putsch auf der Fast Fortune und jedes Mal kriegen wir mehr Kratzer ab…“

„Deshalb bleibt ihr ja hier. Erholt euch erstmal, exekutiert ein paar von Krels Leuten, dann seit ihr bei der nächsten Mission wieder auf dem Damm“

Das war überhaupt nicht dass, was Paloo hatte hören wollen, doch das kümmerte Mol nicht. Wenn der Ewok unbedingt diskutieren wollte, sollte er doch. Er durfte nur nicht glauben, dass das irgendetwas ändern würde. Doch diesmal war es Yannic der sich einschaltete.

„Aber du nicht, Boss! Wenn du wissen willst wie leicht es ist draufzugehen, dann schau dir Elias an! Er liegt immer noch im Koma und der Doktor sagt er hat keine Ahnung wie lange das noch so bleibt. Verdammt er hat durchblicken lassen, dass die Black Sun es sich nicht leisten kann, totes Kapital am Leben zu erhalten!“

Ga’lor wird dem Kerl befehlen die Maschinen laufen zu lassen, wenn ich ihn drum bitte“

Mol brummte unwillig. Das Thema Elias hatte er eigentlich vermeiden wollen. Es war kein Geheimnis, dass es schlecht um den Echani stand. Auf der Subjugator war er übel von einer Gruppe Quarren zugerichtet worden, die versucht hatte die letzten Piraten daran zu hindern von der Brücke zu fliehen, bevor die Starcraft hineingekracht war. Er hatte es nur Yannic zu verdanken, dass er nicht als gefrorenes Fleisch im Weltall geendet hatte, wie es vermutlich besagte Quarren getan hatten.

„Und genau das ist der Punkt!“

Yannic ließ die Kiste fallen, die er grade noch gehalten hatte. Laut scheppernd ging die Metallbox zu Boden, während er sich hinter Paloo stellte.

„Du haust auf irgendeine dumme Mission ab, während der Arzt jeden Tag auf den Gedanken kommen könnte den Stecker zu ziehen! Du sagst dass du in drei Wochen zurück bist, Elias hat vielleicht keine drei Wochen mehr! Und wer sagt dass alles glatt läuft? Vielleicht ist das Schicksal nicht so gnädig wie es das bisher gewesen ist. Denk an Taris, du hättest jede Sekunde gefressen oder von einem Lichtschwert zerteilt werden können. Denk an die Subjugator, die Ladung die dir das Horn genommen hat, hätte tiefer treffen können, denk an dieses verdammte Schiff. Muss ich mehr sagen als ‚Granate‘?! Dein Glücklicher-Zufall-Konto ist bis zum Rand voll, was ist wenn etwas schiefläuft!?“

„Dann kannst du mir sagen, dass du mich gewarnt hättest“

Antwortete Mol, der ruhig zugehört hatte, nun jedoch auch einmal zu Wort kommen wollte

„Hör zu: es wird nichts schieflaufen. Es gibt einen Grund warum ich bisher noch an nichts verreckt bin. Ich bin besser als was da draußen auf mich wartet. Außerdem schulde ich Mike Smith das hier. Ich hab ihn und seine Leute mit List gefangengenommen, jetzt muss ein fairer Kampf sein!“

„Du schuldest Elias, dass du hierbleibst!“

Yannic Gesicht verhärtete sich, als er wütend die Kiefer aufeinanderbiss und die Arme vor der Brust verschränkte. Es war klar, dass Mol ihn nicht von seiner Ansicht abbringen konnte. Doch das musste er auch nicht. Wenn er erst einmal weg war, würden Paloo und sein rodianischer Kollege schon verstehen. Und was Elias anging, so vertraute er den beiden insoweit, dass sie sich schon darum kümmern würden, dass keine Stecker gezogen würden.

„Ich gehe. Daran gibt’s kein Rütteln“

Der hünenhafte Zabrak packte die Kiste auf der Paloo bis grade noch gesessen hatte und stapfte die Rampe hinauf. Es war die letzte, also konnte es jetzt losgehen. Er hatte Thessa danach gefragt auf welchem Planeten am besten solch ein Vorhaben ausgeführt werden konnte und er hatte Dxun empfohlen. Auf diesem Mond von Onderon wurden offenbar öfters Jagden auf lebende, intelligente Beute abgehalten. Normalerweise nur von Trandoshaner auf Nichttrandoshaner und Verbrecher, doch Mol gedachte dies zu ändern.

Knirschend schloss sich die Laderampe der Eisenheim und die Fast Fortune fiel aus dem Hyperraum. Es konnte also losgehen.


[ Weltraum / Äußerer Rand / Tatoo-System / Fast Fortune / Eisenheim ] Mol
 
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